Nr. *63 Zweiter Blatt M- Jahrgang Erscheint lö-llch mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Sießener Lämlllenblätter" werden dem »Anzeiger, viermal wöchentlich beigeiegt, das „»rekhiatt für den »reis «letzen" zweimal wöchentlich. Tie „candwirstchaslllchen Zett- sraqrr," erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Mittwoch, >5. Zu« Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts«Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^>51. Redaktion:^^112. Tcl.-Adr.:AnzcigcrGießen. Die denlsche Nriegrmarine im )ahre fyfz Zum 16, Male ilt in diesen Tagen der „Nauticus" erschienen, das bekannte Buch, das uns alljährlich gründlichste, aus amiltckcm Material berulumde Auskunft gibt über die deutsche Kriegs - »nd Handelsflotte nicht nur, sondern über die üriegsslotten aller gröberen Seemächte sowohl wie über die Handelsflotten der Kaumsächlichsten Handclsstaaten, Auch die Politik, soweit sie mit der Macht- geltung der einzelnen Staaten zur See sich verknüpft, ist in den Kreis der Betrachtungen gezogen worden. So ist in ,reiflicher Tar stellung ein marinepolitischer Rückblick unter eingehender Würdigung unseres Verhältnisses zu England der deutschen Kriegsmarine rm Jahre 1913/14 gewidmet. Es wird da folgendes ausgeführt: Wenn auch in der politischen Umschau eine sortdauernde erfreuliche Besserung der deutsch englischen Beziehungen scstgestellt wer d,m konnte, so darf doch eine wichtige politische Tatsache nicht unerwähnt bleiben, die in starkem Gegensatz zu dem ruhigen und kor rekten Verhalten TcutschlandS steht: In England folgten aus die dort künstlich erzeugte Floticnvamk des Jahres 1909 bis in die neueste Zeit hinein Venuche. die deutsche Jlottenpolitik z» beein- slussen, Zahlcnsormeln wurden erfunden, der „Feierjahrsgedankc" porgebracht, Deutschland zum Rüstungs- und Tevlacemcntstreibcr gestempelt, Verminderungen des eigenen Flottcnbaues in Aussicht gestellt — dies alles, um Einfluß zu gcioinnen aus die Ausgestaltung unserer Rüstung zur Sec, um noch in zwölfter Stunde da» FloNengeseft mit seiner sich bewährenden Miikorcchnung abzubrüi- kein und zu Fall zu bringen, damit das zurzeit am Ruder besindlitlzc Kabinett von seinen Jinanziorgcn und innerpolitiiche» Schioierig- kciten besreit und die cnglischeii Stcucr.zahlcr nicht noch schwerer belastet würden. Aber ruhig und bestimmt klang aus der deutschen Presse fast einstimmig ein Unannehmbar entgegen: und die hier sich widerspicgclnde öffentliche Meinung.lehnte eniichicden jeden weiteren Vorstob gegen das SclbstbcstimmungSrecht der Nation ab. In gereister Erkenntnis, dast in der Wcltpolitik aus Bcrülksichtigunq seiner Bedürfnisse nur Anspritch hat, wer über entsprechende Machtmittel verfügt, bekannte sich das deutsche Volk durch seine Vertreter im Reichstage einmüttg zum Flottcngefetz und seiner kraitoollcn Durchführung und schus damit eine wertvolle Grundlage nicht nur für die künfttgc marinepolitische, sondern auch für unsere gesamte volftiscktc EtUnntklung, „Eine Entspannung zwischen England und Deutschland" — so wurde von freisinniger Seite in der Budgcl- kommission (128, Sitzung vom 4. Februar 1914) ausgeführt — „ist nur möglich gewesen, weil Deutschland sich eine starke Flotte geschassen hat. Der wundcri'«re schnelle Wandel in der Sttmmung Englands z» Deutschland ist auf nüchterne, ruhige, klare Ucber- legung zurütkzusühren, England hat sich in dem Moment entschlossen, mit Teutschland zu einem angenehmen Verhältnis zu gelangen, als es sich sagen mutzte, datz ein Konflikt mit Deutschland auch im Falle eines AegeS zu einer Gefährdung der englischen Wclttnochtftellung führen müßte," Ein Zcntrumsabgeordnetcr gab der Meinung Ausdruck, „datz er es nicht für möglich halte, ein Flottenabkommen bindender Art zwischen zwei Nationen hcrbeizu- sühren: an der Formulierung säwn werde das Abkommen schein tern". Selbst von sozialdemokratischer Seite wurde hervorgchobcn, „datz Deutschland nicht die Rüstungen getrieben habe", was allerdings nicht verwunderlich ist, nachdem Sir Edward Grep im Gegen- satz zu Mr. Churchill ossen eingestandcn hatte, das; „England mit dem Bau der ersten „Dreadnought" eine grobe Verantwortung übernommen" habe. Ml diesen Auslassungen und denen des »atio- nalliberalen Sprechers gegenüber, „datz es ein besseres Mittel nicht gäbe als solche Vorschläge und Verhandlungen, um die Beziehungen zu England wieder zu verschlechtern", konnte Staatssekretär von Tirpitz nur betonen: „Auch ich bin der festen Ucbcrzcugung, datz, wenn das Hohe Haus ilstd der BundeSrat nicht zu der Entschlictzung gekommen wären und sie unverzüglich durchgeführt Hütten, uns ein gewisses Matz von Seemacht zu schassen, wir wahrscheinlich niemals zu einen, guten Verhältnis zu England gekommen wären. Wir hätten notwendigerweise herabsinken müssen zu einem Vasallenstaat Die Tatsache des besseren Verständnisses zu England zeigt, datz wir, im ganzen genommen, richtig vorgegangcn sind, und deshalb werden wir auch an dem Flottcngesctz sesthaltcn," Öossen wir im Interesse der deutsch-engiischen Beziehungen, daß damit die unfruchtbaren und den Frieden nicht fördernden, sondern geradezu gefährdenden Erörterungen über Fcierjahr und Verständigungsformeln ihr Ende gesunden haben, datz der englische Marineminister in Zukunst auch für das deutsche Volk als Recht gelten läßt, was er für die englische Natton als Recht erkennt, wenn er in seiner Oftoberrede sagte: „Die Gesahr einer Gegnerschast droht einer Nation viel mehr von einer Panik als von der ruhigen Sicherung der eigenen Stärke," Sichern auch wir ruhig unsere Stärke, erkennen wir aus der Gestaltung der Tinge in Wcltpolitik und Weltwirtschaft, wie not uns die starke Flotte tut, wie unter ihrer segensreichen Entfaltung die Schiffahrt und alle Zweige des Handels, vor allem der Sechandel, erblühten und reise Frucht brachten, wie sich die Industrie hob und der allgemeine Wohlstand sich mehrte. So oft das Wort „Vaterland" genannt wird, möge man sich dessen erinnern, datz der stolze Träger dieses Namens, „das grüßte Schiss der Welt, erbaut a»i der größten Werst und unter dem größten Kran", entstanden ist, und nur entstehen konnte dank der kraftvollen, ruhigen Entwicklung des Vaterlandes: möge man nicht vergessen, was der Käuf- mann und Reeder den das stolze Schiss bewundernden Mitgliedern des Bundesrats »nd Reichstages zuries: „Geben Sie uns eine starke Flotte, das ist die einzige Subvention, die wir erbitten," Nicht ungchört wird der Ruf verhallen, da der Flottengcdanke festgewurzelt steht im deutschen Volk, da die Erkenntnis Allgemeingut geworden ist, daß nur der Starke bündnisfähig ist und Achtung genießt im Rate der Völker und daß daher jeder Versuch, mittelbar rcher unmittelbar Einfluß auf die Gestaltung unserer Seerüstung zu gewinnen, zurückgcwicscn werden muß. Wie das zurückliegende Jahr dem Iveiteren Ausbau unserer Seemacht gewidmet war, so wird auch das nächste die Kräfte an- spanncn, um in dem Ausbau weiter zu schreiten. Denn noch stehen große Aufgaben bis zur Vollendung des Wittes bevor. Die Jn- diensthaltungen sind noch weit entfernt von dem Ziele, das das Flottcngesctz gesteckt hat, d, i, von den, Maße, das ftir eine achtunggebietende Stellung unserer Natton in der Welt und für den Schutz mannigfacher UYbcrsecbctätigung ersorderlich ist, Das Zutammcn- drängen der europäischen Interessen im östlichen Mittelmeer, die Probleme des Stillen Ozeans und an anderen Stellen machen eine kräftigere Auslandsvertretung nöttg, aber ohne daß dadurch der Ausbau der gesetzlich vorgesehenen heimischen Schlachtslotte gestört wird, Tenn die Entscheidung über alle 'groben Fragenwird für uns immer in der Heimat fallen und, wo die Mittel sricdlichcr Polittk erschöpft sind, durch Heer und Flotte crzsmingen werden. Die Stärkung, die unsere Armee durch Bewilligung der Milli- ardenvorlage im letzten Jahre erfahren hat, ist für die kontinentale Piachtstellung des Reiches von weittragender Bedeutung, Aber die Grenzen des Vaterlandes reichen heute bis jenseits des Ozeans, wohin Tausende von Fäden wirtschaftlicher Betätigung führen, wo die Hauptabsatzgebiete fruchtbringender Arbeit unserer wachsenden Bevölkerung liegen und von wo auch imi Kriegsfälle die unbedingt nötige Zufuhr von Rohstoffen kommt. Zum Schutze und zur Ven tttdigung dieser Uebersceintercssen reichen kontinentale Machtmittet nicht aus, hier wird zur Lebensbedingung die starke Flotte, die wtttschauender Blick uns geschassen hat und die ziclbewußte Arbeit vollenden wird. Dann tuird sich erfüllen, was vor Jahrzehnten deutsche Männer empsundcn haben, unter ihnen schon der groyc Heerführer, Prinz Friedrich Karl von Preußen, wenn er tagte: «3fr der künftigen Marine liegt die Zukunst des Reiches, unsere volittsche Bedeutung, Die Marine mutz uns die Stellung scstbalten, die die Armee dem neuen Deutsche» Reiche geschaffen hat. Wer im Wcltkonzert mitspielen will, der muß die Instrumente dazu haben," Oesterreich unö Me deutsche presse. Wien, 14, Juli, Das „Jrcmdcnblatt" erinnert an die Kundgebungen des Abscheus und an die schärfste Berurtei- lung, welche das Serajewoer Attentat in der gesamten gesitteten Welt hcrvorgerriscn hat. Es betont, daß die allgemeine Trauer des Auslandes ein Trost für die Monarchie, für den Hcrrfrlzcr derselben und für die Bevölkerung war. Weiter schreibt das Blatt: (stanz besonderen Eindruck mußte aber in OesterreichUngarn die Entschiedenheit machen, mit der sich die Oefscntlichkcit des verbündeten deutschen Reiches an unsere Seite gestellt hat Tic dentsckze Presse ermangelte nicht, mit aller Klarheit ans die Bcdenlnng der Mordtat in Scrajewo hinzuweiscii und die grundlegenden Momente politischer und allgemein menschliclfer Moral aufzuzeigcn In der gesamten Presse des Teutsckfen Reiches gibt sich die gleiche Auffassung kund im sllppell an die europäische Kul- turgemcinschaft und in der Einmütigkeit des Urteils. Zugleich gibt die deutsche Presse auch dem Bekenntnis der treuen Freundschaft zur Donanmouarchic beredten Ausdruck. Andere Blätter sprechen davon, daß die Kulturgcmeinjchaft auch die pollttsckien Interessen Deutschlands und Ocster- rcichllngarns ncbcneinanderftclle; dabei wird die volle moralische Unterstützung der Monarchie zugcsagt, — In Oesterreich-Ungarn wird man diese Kundgebungen der deutschen Presse, in denen sich ein volles Verständnis fiir unsere Sache und unsere bündnistreue Gesinnung ausspricht, mit herzlicher Genugtuung begrüßen. Bezeugen sic dock) neuerlich die Festigkeit der Freundschaft, welche beide Mächte eint, und die Unerschütterlichkeit des erprobten Bündnisses, das auch in diesen ernsten Tagen seine Kraft vor aller Welt erkennen läßt. vcutschc» Ueicy. Die drei Kinder des verstorbenen Erzherzogs Franz Ferdinand sind auf der Wechselburg bei Chemnitz eingetroffen, lvv sie längeren Aufenthalt nehmen. Der Gemcinderat von Zabern hat mit 17 von 23 abgegebenen Stimmen den bisherigen Bürgermeister Knöpsler der Regierung zur Ernennung vorgeschlagen. A»»»IanS Die Stimmung in Italien. Die Sttmmung in ganz Italien ist ruhig, doch entschieden antigttechisch. Die Blätter veröffentlichen unkoutrollierbare Meldungen über verschiedene Druppcnbetoegungem, Das englische Oberhaus hat in dritter Lesung die Abänderungsbill zu der Homerule-Bill in ihrer veränderten Form angenommen, nachdem verschiedene Redner von beiden Seiten maßvoll im Tone gesprochen Istttten, Es trat jedoch keine endgültige Aendernwg in der Lage ein. Die feierliche Bestattung des verstorbenen Gesandten v, Hartwig fand in Belgrad unter großem militärischen Gepränge statt. Auf dem'Wege von der russischen Gesandtschaft bis zur Kathedrale bildeten Truppen Spalier und hinter ihnen eine vieltausendköpfige Menschenmenge, Von den Häusern wehten Trauerfahnen, Sämtliche Geschäfte tvaren geschlossen, Russische Rache an dem Tode Hartwigs, Ein Ofenpester Blatt meldet aus Belgrad, die Polizei habe eine Meldung erhalten, wonach ztvei mit Bomben ausgerüstete russische Anarchisten nach Belgrad abgcgangen seren, um für den Tod des russischen Gesandten v, Hartwig, an dem österreichisch-ungarischen Gesandten Baron v, Giesl Blutrache zu nehmen, Baron v, Giesl sei daraufliin geraten worden, das Gesaudtschaftspalais zu verlassen, da dieses in die Luft gesprengt werden könnte, Baron v, Giesl erklärte, er werde unter allen Umständen auf seinem Posten bleiben. Die türkisch-griechische »Bezieh ungen. Aus Bern, 14, Juli, wird gemeldet: Der türkische Generalkonsul in Genf und die griechische Gesandtschaft in Patts haben die Bundesregierung ersucht, ttnen Schiedsrichter zu ernennen, falls die griechisch-türttsche Kommission zur Untersuchung der Ursachen der Auswanderung in Smyrna sich nicht in Uebereinsttmmung setzen kann. Der Bundesrat hat bisher noch kernen Beschluß gefaßt, doch glauben einige Blätter melden zu können, daß der Bundcsrat gewillt ist, diese Mission zu übernehmen. Die „Standard Oil Company" ist nach einem Abkommen mit der chinesischen Regierung berechtigt, die Oelländereien in Scheust >auszubeuten; aber ein Bericht, wonach der Generaldirektor des Trusts auch über Schaust und andere Provinzen verhandelt hat, hat den britischen Gesandten veranlaßt, wegen Verletzung des britischen Rechtes in Schansi und anderwätts zu protestieren. vom 5tudium der Technik in Deutschland im 8ommer 1914 Wie nach den Ergebnissen des letzten Wintersemesters voraus zuschen war, ist die Zahl der Besucher der ll Technischen Hockf- sckiulen des Reichs diesen Sommer weiter in die Höhe gegangen. Die Gesamtzahl beläuft sich aus 12 232 gegenüber 11541 im Vorjahr, 14 000 um 1900 und cttt 4200 vor 25 Jahren. Davon sind derzeit 11228 im Besitz eines RttsezeugniffeS und demnach vollberechtigte Studierende uiü> 1004 geringer oorgebildtte Fach- hörer (Hospitanten). Die Zahl der inbegttffcnen Frauen bettägt 82 und die der Ausländer etwa 2300, Mit 1647 Gästen <1263 Männer und 384 Frauen-, die zn einzelnen Vorlesungen zugelassen sind, ergibt sich in diesem Svminer ttn Gcsamtbesuch von 13 879 gegen 13 721 vor sechs Jahren, An der neuesten Verteilung der Studentenschaft auf die ttnzclnen Studienfächer ist bemerkenswert ein weiteres starkes Anwachsen der Maschinen ingcnieure, der Elektrotechniker, der Chemiker und der Schiffsbau und SchiNSmaschinenbauingenicure und anderefteils ein relativer Rückgang der Architekten uird Bauingeiricure, Im einzelnen studieren: Maschincningcnieurlvescn 3118 gegen 2836 in, Vorjahr, Bauingenieurwesen cinschl, Geodäsie 2767 gegen 2725, Architektur 2lk>3 gegen 2154, Chemie und Pharmazie 1544 gegen 1446, Elektrotechnik 1307 gegen 1164, Bergbau- undHüttcn- wtten 576 gegen 495, Schiffsbau- und DchifsSmaschinenban 234 gegen 218 und sonstige (überwiegend allgemein bildende) Sttldien- fächcr 493 gegen 503, Umettncht man den Studienott, so findet man an den fünf preußischen Hochschulen 5139 Studierende — 42 v. H, der Gesamtzahl eingeschrieben gegen 4872 stii Aorpahr upd an oen übrigen icchs einzelstaaflichen 7093 — 57,9 v, H, gegen 6664, Der neueste ZuivacbS ist demnach den nichkvreufrischen Hochschulen stärker zu- geslosicn als den preußiichen. Wie die einzelne Hochschule besucht ist und wie sich die einzeln« Hochschule auä> im Verhältnis r» den Tchfr-esteramialten im letzten Jahr cnMnckclt har, zeigt nachfolgende Gegenüberstell>mg: Obenan slebt die Hochschule der ReichSIfaupt- stadt mit 2205 Sdidierenden mein gegenüber dem Borjabr 40', Mlrndx - » steht au zn-eiier Stelle inst 2189 «79:, sodann folgen Dresden nttf >328 l107>, Darmstadt mit 1301 (74), Hannover mit 1066 ,75, Karlsruhe mit 1067 (97), Aackzen mit 799 (42), Dauaig mit 767 (301, Stuttgart mit 731 62 , Braunichweig mit 477 (10' und Breslau mit 298 -67l. Tornack haben am stärstten zugenomnien Dresden, .(larlSrube, Münckaen und Hamiovcr, am geringsten Braunsckawttg, Danzig und Aachen. Der Wettbewerb um die alte Klittif. Ter Architekt, der an den Entwürfen zum Umbau der Mten Klinik scharfe Krstik yeitbt hat, bittet uns. die folgenden Ausführungen als Efttgcgiiung auf die letzte Erwtdc- rung der Baujachverständigeu aufzunehmcn. Der springende Punkt der ganzen Austtnandersctzung ist die Bebauvtung: „Das Preisgericht habe gegen das Programm vctttoßen," Diese Behauptung nnrd aber nicht durch einen, sondern durch m c h r e r c am Wettbewerb Betnligtcn vcr- trttcn und auch seitens Fachkundiger, die unpatteiisch dem Wettbewerb gegenüber stehen, ftir richtig gehalten, Tic Erwiderung der Preisrichter in Nr, 159 d. Bl, enthält aber so gut wie nichts, was eine Widerlegung bedeuten könnte. Wenn auch die Preisrichter den geführten Nachweis, daß ihre „Konstruktionsbcdenken" leine Berechtigung haben, als ttnc technische Belehrung ausiassen und deren Entgegennahme ablehncn, und wenn sie auch die Auffassung bezüglich der Lage des Sitzungssaales an „Wortklauberei" binden wollen, dann sind das Redewendungen, mit denen man den für obige Behauptung angcfühttcn Gründen ihre Beweiskraft nicht nehmen kann,, Diesen Mangel sachlicher W i d e r l e g u n g s - gründe suchen deshalb auch die Preisrichter zu verschleiern dadurch, daß sie als Ursache der Kritik nicht ihren Ver- st o ß gegen das Programm, sondern die Nichtvrämiierung ttnes Entwurfes erscheinen lassen möchten. Auch die übrigen nuancierten Ausführungen, deren Hintergrund deutlich durchleuchtet, ver- solgen den gleichen Zweck, Obgleich sie weit neben dem Kern der Sache vvrbcschicßcn, so charakterisieren sie jedoch genügend den guten Ton, den die Preisrichter in der Art und Weise, wie die Kritik geübt wurde, glauben zu vermissen. Tie zstietten Sätze über das Weitbewerbswescn sind ganz richtig, Sie erlangen aber nur Geltung unter der Voraussetzung, daß auch die Preisrichter die dem Wettbewerb zu Grunde liegenden Besttmmungen resvektteren. Denn sonst erwächst die Gesahr, daß ein Urteil nicht allttn reiner Willkür, sondern sogar ttn- mal persönlicher Rücksicht entlvringcn kann. Solchen Erscheinungen gegenüber die Bewerber aber mundtot zu halten, hieße, den Boden solclier Mißstände nähren und das Wcttbewerbsioescn zu einem Unwesen degradieren Solche Verjähren aber könnten gar nicht stttens der Beteiligten schatt genug gegeißelt werden. Ein Vorhalt, die Att und Weise ttnes soläfen Kamvtes wttche wttt von dem ab, was man sonst guten Ton zu nennen pslege, braucht deshalb nicht tragisch genommen zu werden, denn dieses alt abgedroschene Mittel muß immer dann her- haltcn, wenn die Weisheit sachlicher Beweisführung vettagt. Daran mögen auch die bestklingencn Namen nichts ändern. Da, wo aber die Sache spricht, sind Namen überslüssig. Und damit Schluß, Au» StciSt u»S Land«. Gießen, 15. Juli 1914. ** Tie Waldungen Hessens, Nach den Ermittelungen, die im Jahre 1913 durch die Großh, Obcrfürstercieu vorgcnommcn wurden, hatten die Waldungen des Grdst- Herzogtums eine Fläche von 239 916 Hektar, von denen 126 337 aus die Provinz Starkenburg, 107 775 aus Obcrhesscn und nur 5804 aus Rheinhesseu entfielen, 74 553 Hektar — 31,1 Proz, der Gesamtfläche sind Staatssorsten, 86 510 Hektar — 36 Prozent Gcmttitdesorsteu, 75954 Hektar = 31,7 Proz, Pttvatsorsteu und 2899 Hektar — 1,2 Proz, Stiftuugs- uud Genossenforsten, Laub- und Nadelholz ist fast gleich stark vorhanden, letzteres mit >19 508, crsteres mit 120 408 Hektar, Beim Laubholz übcrwiegt der Buchen-Hochwald mit 77 579 Hektar, während Eichen-Hochwald nur mit 25 714 Hektar vertreten ist. Die nicht bedeutende übrige Fläche ver- teilt sich ans den sotftttgen Hvch- und Medcnoald: unter letzterem befinden sich 13 252 Hektar Eichenschälwald, Von der Nadclholzfläche kommen 82 501 Hektar auf Kiefern, 35 457 .Hektar aus Fichten und 1 502 Hektar auf Lärchen und Weißtannen, — In den letzten 30 Jahren hat sich ein bedeutender Umschwuirg vollzogen. Das Lanbholz ist von 60 Proz, der Gesamtfläche auf 50 Proz. zuttickgcgangen, während das Nadelholz von 10 auf 50 Proz, gesttegen ist. Der Rückgang der Lanbholzsläche geschah aus Kosten der Eichcnschälwaldnngen und der Buchcnbcslände, während der Eichen-Hochwald an Fläche gewachsen ist. Die Zunahme der Nadclholzfläche ist aiif verstärkte Anpflanzung von Fichtcn- beständen zurüekzuführen. Man hat im allgemeinen die Anpslanznng von Nutzholz auf Kosten des Brennbol^s begünsttgt, Ties zeigt sihil auch, wenn inan den Holzcrtrag des Wirtschaftsjahres 1912 mit dem des Jahres 1899 vergleicht, Er stellte sich im Jahre 1912 auf 494 845 Fcstmetcr Nutzholz (gegen 291 757 im Jahre 1899), auf 543 258 Fesp- melcr Brennholz (gegen 525511), ans 365675 Festmek-r Stock- und Rcisholz (gegen 381232) und ans 3428 Fcst- meter Eichenschälritttre (gegen-13 751), Aber auch der holzertrag iin ganzen hat zngcnommcn. Er berechnete sich für dos Jahr 1912 auf rund 1,4 gegen rund 1,2 Mfllionen Fcsttneter im Jahre 1899, — Ueber 100 Jahre alte Fvrst- beständc wurden, wie die Darmst, Ztg, erfährt, 1913 ermittelt: 5815 Hektar Eichenwald, 25 427 Hettar Buchenwald, 4109 Hektar Kiefernwald und 119 Hektar Jichien- Wald, ** Abonnementskonzerte, Für das fünfte Abonnementskonzert unserer Regimentskapefle am Donnerstag, den 16, Juli 1914, abends 8 V 4 Uhr, in Steins fficiiten hat Obermnstttneister L ö b e r wieder ein sehr schönes Programm znjanitneiigesteflt: n. a,: Vorspiel zn Tristmi und Isolde, R, Wagner: Ouvertüre zur Oper „Das goldene Kreuz", I, Bttill; Souvenir de Bayreuth (Chronologische Fantajic über R. Wagners Bühnenwerke), zum erstenmal; Fantasie ans der Oper „Mignon", A, 'Thomas; zwei Waldhorn-Quartette, außerdem einige der tilleruenesttm Schlager- Piecen und zum Schluß das große militättsche Tougemälde: Deutjchlaitds Erinnerungen cm die Kriegsprhre 1870/71 mit ‘JVtrfarfiimiijir von H. Saro. Da>s G. (letzte) Abvmn un ntS - Jfimjrrt bring« un-< einen Operetten M>e»t>. ** Eine (SVTinfl über Schul vr r« f äuimtttf, tue für wate jfreife iu>» Sfrtnattiutg fein dürfte, lonrde Win ÖVrlmer tfoiianetgendM gefällt. Ern Familienvater W. Halle fernen srebeinäprrgeii >->ohn an vier Tagen nicht zur Schule ge- schickt, tr>eü er Mc,uäü»h infolge der vom Lehrer erlzallenen Schläge nicht sifre» konme. ^Während das Schöffengericht A. freisprach, venrrteüte itm die Straffannner ju einer Gelbstrafe, iveil W. Uubescugt seinen Sohn ans der Schule zurückbe- halten habe. Der Lehrer sei befugt, den Knaben zu züchtigen, doch dürfe die Züchtigung nie in Mißhandlung miSacleu. Diese Entscheidung focht W. durch Revision beim Kammrrgericht an und betonte, sein 'Sofm sei Dom Lecher arg nnßkzandelt morden. Das .tfannnergericht lvirs die Rechsion als nnbegrüirdet zurück. fstacb den für den Strafrichter maßgebenden Grnndsätzeu därse eine Verurteilung der Eltern wegen cschulversäununs scher Kcicdec nur erfolgen, meun chneir irachgeroiefen werde, daß sie aus Nach- läffierfeit vertämirt haben, ihre selnüpflichtigen Kinder zum Sckml- besuch anKuhakten. Daher müsse einem Vater die von ihm ausgestellte Behauptung, daß sein Sfinti infolge von Krankheit die schule nicht besuchen konnte, im gerichtlichen Strafverfahren widerlegt Imrröen: wegen unzureichender oder nicht rechtzeitiger Entschuldigung der Schulversäumnis könne eine Verurteilung nicht eintreten. Vom Vater könne auch in der Regel nrchr verlangt werden, dcrl; er seine Unschuld durch ein ärztliches Attest nachUveise. Vorliegend sei aber seshrestellt worden, daß an dem Knaben keine Spuren von Mißhandlung zu finden waren. Der Vater hätte daher fernen Sohn zum Besuch der Volksschule anhalterr müssen. ** Pvstscheckverkehr. Ter baraesdlofe Zablungsaus-- glefch zwischen den Postscheckämtern in Berlin, Breslau, Köln, Frmikfurl >Marn), Hamburg, Hannover, Karlsruhe Badens, Leip zig und den Abrechnungsstellen der Reichsbank hat sich auch im 1. .Halbsahr 1914 erfreulich weiterentwickelt. In den Ahreckmungs- verkehr gelangten über 300 000 Schecks im Betrage von rund 2,6 Milliarden Mark Landkreis Mienen. — Winnerod, 13. Juli. Gestern fand hier ein B olks sest statt, das die Ortsgruppen Gießen, Marburg, Grünberg und Nauheim des Wandervogels beschickten. Schon am illbend zuvor waren in Bersrod, Saasen, Lindenstrnth und in Winnerod das Hauvlguartier, Horden des Wandervogels jn gewohnter. an ivruchsloser Weise, auf Stroh eingnartiert. Tie Vorführungen am Sonntag batten ^hinderte von Menschen zusammengelockt Kafper- thcaler, HonS-Sachs-Sviele, Turnerei, Reigen und Singen, lauter echte dörfliche, leider rast ganz vergessene. Kurzweil ersreute sung und alt stundenlang. Bon Herzen klang beim Scheiden der Wandervögel : Kommt nur wieder, ihr seid uns liebe Gäste. Kreis Lauterbacb. R. Reichlos, 14. Juli Ein hiesiger Landwirt war bei den Manövern im vorigen Herbst von einem Truppenteil zum Gepäckfahren aufgesordert worden. Ans dem Heimwege vom Ma- növerielde tam sein Pferd infolge des Hufbeschlages, der unbedingt vor Beginn der Fahrt hätte erneuert werden müssen, aus der Landstraße ,u Fall und zog sich eine schwere Verletzung am Vorderbein zu. Trotz längerer tierärztlicher Behandlung konnte das Pferd nicht mehr zur Arbeit verwendet werden und wurde schließlich geschlachtet. Der Landwirt machte alsbald nach dem Unfall die Militärverwaltung für den Schaden haftbar, da ihm keine Zeit zum Beschlagen seines Pferdes zwischen Aufforderung zur Gepäckfahrt und Abmarsch zur Verfügung stand. Tie Militär verwalning lehnte zunächst eine Entschädigung ab, da wahrscheinlich ein eigenes Verschulden des Fuhrmanns Vorgelegen habe. Ter Landwirt gab sich aber mit diesem Bescheid nicht zufrieden und so wurde die Sache dem Kriegsminrsterium zur Entscheidung vorgeleqt Nachdem setzt fast ein .Fahr feit dem Unfall verstrichen ist, erhielt der Fuhrmann nunmehr den Betrag von OOO Mark onsbezohlt. Das Pferd hatte vor dem Unfall noch einen Wert von etwa 899 Mark und wurde für 70 Mark an den Roßschlächter verkauft. Kreis Friedbera. t. Büdesheim, 14. Juli. Zu dem gestern berichteten Unfall beim Kirschenpflücken wird noch folgendes gemeldet: Heute fand durch das Amtsgericht Vilbel die Sektion der Leiche des verunglückten Schmidt statt. Es wurde hierbei festgestcllt, daß der Verstorbene 10 Rippen gebrochen und Bluterguß in das Gehirn stattgefunden hat. Ob den Führer des Fuhrwerks Schuldf an dem Unfall allein die Schuld trifft, konnie bis setzt noch nicht bestimmt festgestellt werden. Starkenburq und Rhcinhessen. rb. Darmstadt, 14. Juli. Für das große Kriegerfest, das vom 18.—20. Juli von den sämtlichen zehn Tarmstädter Krieger- und Militärvereinen hier im Grvßh. Orangeriegarten reranstaltet wird, macht sich auch in den auswärtigen, der Krieger- kameradichait „Hafsia" angehörenden Vereinen reges Interesse lund. Es haben sich bereits etwa 100 Vereine n. a. auch aus Gießen, zur Beteiligung an dem großen historifchen Festzug an qemeldet, der am Sonntag, den 19. Juli, nachmittags 2 Uhr, durch die Stadt nach dem Festplatz ziehen wird. Hessen-Nassau. fl Marburg, 14. Juli Einer der beiden Einbrecher, denen es kürzlich in Gladenbach, nachdem sie den Efendar- meriewachfmcister Greiling durch einen Stich unschädlich gemacht hatten, gelang, die Flucht zu ergreifen, tvurde in Koblenz ergriffen und ins hiesige Unfersuchungsgesangnis cingetiefcrt' Der Verlsaffcte nennt sich Fritz Meyer und stammt aus Witten. Nach dem dritten Gauner toird eifrig gefahndet. X. Hanau, 14. Juli. Im benachbarten Enkheim ist in den letzten Tagen das Ist. Verbandsfest des mitteldeutschen Schützenverbandes abgehalten worden. An diesem haben sich insgesamt 228 Schützen beteiligt. Eröffnet wurde es mit dem K o n k u r r e n z s ch i c ß e n um die 20 Ehrenfterne. Für die neue Rundlcheibe war als Bedingung festgesetzt: 30 Punkte in 15 Minuten. Ten 1. Preis erzielte von 43 Teilnehmern PH. Rieth in Bieber, der die vorgeschriebenen 30 Pimkte in 5 Minuten 35 Sek. erreichte. An fünf weiteren Tagen wurde das Konkurrenzschießen aus alle Scheibengattungen fortgesetzt, die Leistungen waren hervorragend. Aus der Meiftecicheibe war erster Sieger H. Hummel aus Bad-Nauheim mit 58 Ringen, der auch die erste Vollkarte, 250 Ringe mit 15 Schuß, erringen konnte, sowie die Meister- schastskane 488 Ringe mit 30 Schutz. Aus die Festscheibe errang A. v. R i e s s e l - Offenbach a. M. den 1. Preis. vereinsnachrtchten. A Mücke, 13. Juli. Die Gemeinde Merlan feierte ein Doppelfest: Ter Krieqerverein beging sein 25jähriges Stiftung s i e st und die Gemeinde verband damit die E i n w e i h u n g des neuen Schulhau f es. Inder Weiherede gedachte Pfarrer S f c b e r t der Geschichte Merlaus, das einst der Sitz eiiws Burg- grasengeschlechts war. Kreissckmlinspektor Hufs und Kreisamt- mann Bl u m e r s sprachen als Vertreter der Kreisschulkommission Alsfeld. Die Pläne zum neuen Schulhaus hat Baurat Bert entworfen. Danach hielt der Präsident des Kriegervereins eine Ansprache und brachte da? Hoch aus Kaffer und Reich ans. Kreisamt- mann B l u m e r s überreichte die vom Großherzog verliebme Fahnenschlerse, Psarrer S i e b e r t toastete auf die Gemeinde Merlau und das schöne Hestenland. Fräulein Hörle übergab dem .Kriegerverein einen von den Jungfrauen gestifteten Fahnengürtel. Vorsitzender Baumann übergab an vier Gründer des Krieger - vererns Ehrenurkunden, nämlich an Konr. Schomber, Gg. Kratz, Johann Steinmüllcr und Wilhelm Heß. R. Allmenrod, 13. Juli. Unter zahlreichem Fremdenbesuch wurde gestern das diesjährige Bezirksfest des Kriegervcr- einsbezrrks Lauterbach-Schlitz in unseren, Orte ab- >^halten. Als Vertreter des Kreises waren Krrisrat v. Werner und als Bertreler des Präsidiums der Hassia, Bürgermeister Ritter von La »dach, erschienen. An dem Festzuge, der sich von 2 llhr ab durch die Ortsstraßrn nach dem Festplatze bewegte, nahmen 31 Vereine leck, darunter die Ortsgruppe „Jnngoeuksch- land ' aus Lauterdach mit 50 Teiluehbiern. Die Begrüßungs- aiisprache wurde von dem Freiherrlich Riedeselichen Forstwart Schnell, die Festrede durch Psarrer S ch o r 1 e m m c r - Friicb- dorir gehalten. Weitere Redner waren: Bürgermeister Rrlter- Laubach, der Bez» ksvorsitzende, Rechnungsrat Fließ -Lanterbach, Rechtsanwalt Scheer, Boriitzender des Rriegervereins Lauter- back> nnd Hauptlehrer Kinkel, Führer der Jungdeutschlanügrnvpe Lauterbach. Das Fest nahrn bei dem beißen Wetter einen recht durstigen Verlaus, so daß der Festwirt und vor allem die Brauerei ein gutes Geschält gemacht haben. L. Friedberg, 12. Juli. Beim prächtigsten Wetter sand heute das Sommerfest des Evangelischen Arbeitervereins statt. Der Verein zählt über 400 Mitglieder. Das Fest war sehr gut besucht. Posaunenchöre des hiesigen Posaunenvereins erössneten es. Vorstandsmitglied Ungelenk begrüßte die Erschienenen. Dann fanden Spiele usw. der Kinder statt, dazwischen Musikstücke der Musik. Psarrer Ritter hielt die Schlußrede. A Ober-Rosbach, 12. Juli. Ein großes W e 11 e r a u e r Kriegervereinsfest, an welchem sich 40 Vereine von nah und fern beteiligten, sand heute in Ober-Rosbach statt. Zugleich feierte unser Veteranen- und Militärverein sein Fahnenwerl, f e ft. ^Die Bahnbehörde halte aus der Strecke Friedberg-Homburg zwei Sonderzüge eingelegt, um den Verkehr bewältigen zu können Der Feftplatz befand sich in der Nähe des Bahnhofs. Gestern abend ging eine Vorfeier voraus. Heute fand ein festlicher Umzug durch das geschmückte Städtchen statt. Auf dem Feftplatz begrüßte Vorsitzender Welker die Gäste, Jungfrauen übergaben die neue Fahne und der Ortsgeistliche hielt die Weiherede, die in ein Hoch auf Kaiser und Reich ausklang. Als Vertreter des Kriegervereins- bezirks Friedberg Ivar der Bezirksvorsteher Rechnungsrat Dönges- Friedberg erschienen. X Gladenbach, 13. Juli. Die Kriegervereine des Kreises Biedenlops, jetzt 83 an der Zahl, leierten am gestrigen Sonntag in unserem Städtchen das diesjährige B e r b a n d ssest. wandern und Reisen. Räder und Zommersrischen. ** Vvgelsberger Höhenkl » b. Seine Juliwanderung ünterrrahm am Sonntag der V. H.-C. Gießen mit 45 Teilnehmern nach dem hohen Vogelsberg. Unter tundiger Führung durch den Vorsitzenden des Brudervereins Schotten, Apotheker e r i b a , ging es, nachdem das freundliche Kreisstädtchen passiert war, dem sogenannten Heckenweg, einem aussichtsreiehen Höhenweg, entlang zur Früdstücksrast nach Rudingshain Hinter diesem Ort begann der Ausstieg, der zuerst kräftig ansetzle, doch allmählich sich zu sanfter Steigung verringerte. Es war eine köstliche Wanderung, die teils durch den prächiigen Oberwald, teils über blumige Berg- wresen, vorbei an der Ruine Horst, einer mächtigen Basalstein- gruppe mit Spuren ehemaliger Befestigung, bis zum Bergesgipfel führte. Die liebe Sonne lachte vom blauen Himmel hernieder und friedliche Stille lagerte über der von würziger Höhenluft durchdrungenen Landschaft. Hin und lvreder ermöglichten Waldlichtungen, so z. B. am Hültenborn, reizende Ausblicke in die Täler und auf die benachbarten Berge: Gackerstein, Bilstein, Hoherodskopf mit den Klubhäusern und Taufstein. Heber den Landgrafenborn und den Taufstein, dessen Turm von den meisten der Teilnehmer bestiegen wurde, ging es zum Hoherodskopf, wo eine ausgiebige Rast gehalten wurde. Auf der Höhe hatten die Gießener das Vergnügen, von dem wackeren Vorsitzenden des V. H. C. Frankfurt, Prof. Bender, begrüßt zu werden, der sich in bekannter herzlicher Weife um die müden und durstigen Wanderer bemühte. Der Abstieg erfolgte über den Gackersteür, von dessen Kamm man wiederum prächtige Ausblicke genoß mtb über Michelbach wieder zurück nach Schotten, wo man Gelegenheit nahm, den untertvegs erlittenen reichlichen. Schweißverlust durch Einnahme einiger Abschiedsschöpplein wieder zu ersetzen. Russische 5pionage in Deutschland. Ein Feldwebel unter der Anklage des Landesverrats. 4 Berlin, 14. Juli. Jn dem sensationellen Londes- verratsprozeß gegen den Feldwebel Pohl aus Thorn, der heute vor dem Kriegsgericht der hiesigen Königlichen Kommandantur seinen Anfang nahm, führte den Vorsitz Major v. T r e s k o w. Als Verhandlniigsleitei fungiert Oberkriegsgerichtsrat Tr. Welt, die Anklage vertritt Kriegsgerichesrat Tr. Coerrens. — Zu Beginn der Verhandlung wurde bekannt, daß der hiesige russische Botschafter gestern aul Reisen gegangen ist, nachdem schon vor einigen Tagen der in den Prozeß verwickelte Militärattache Oberst v. B a s a r o w Berlin fluchtartig verlassen hat. Zur Verhandlung sind fünf Zeugen geladen, darunter der aus der Aalt vorgesührte Kaufmann Kaul und die Braut des Angeklagten, Margarete Brenn ecke; weiter find drei Sachverständige geladen. An der Verhandlung nehmen auch vier Offiziere des Großen Generalstabes sowie ein solcher des Admiralstabs teil, die gebeten haben, bei einem allensallsigeir Ausschluß der Oesfentlich- keit im Saale verbleiben zu dürfen. Auch Landgerichtsrat Bombe, der die Untersuchung in der Strafsache gegen den Kaufmann Kaul geführt hat, ist in dienstlichem Interesse anwesend und möchte der Verhandlung beiwohnen. — Die Verteidigung des Angeklagten, der in Feldwebeluniform aus der Hast vorgeführt wird, führt Rechtsanwalt Tr. B a r n a u. — Nach Erledigung der Formalien beginnt der Verhandlungsführer Obeikriegsgerichtsrat Tr. Welt mit der Vernehmung des Angeklagten zur Person. — Verhandlungsführer: Sie heißen Artur Pohl und sind im Jahre 1888 in Kühnau geboren? Angellagter: Jaivohl. Berhandlungsl.: Ihr Vater ist Rechnungsrat in Mhslowitz? Angell.: Jawohl. Verhandlnngsf.: Bei welcher Behörde ist Ihr Vater Rechnungsrat? Angekl.: Mein Vater ist vensioniert. Perhandlungst.: Sie sind im Jahre 1906 beim Militär eingetreten? Angell.: Jawohl. Ver- handlungss.: Sie wurden hauvtsächlich bei der I. Landwchr-Jn- ivektion in Berlin beschäftigt nnd kamen im Jahre 1913 zum 1. Westvreußischen Pionier-Bataillon Nr. 17 in Thorn? Angell.: Jatvohl. Berhandlungss.: Sie sind also nicht beim .Kriegsministerium tätig gewesen, sondern nur bei der Landwehrinspektion? Angekl.: Jawohl. Verbandlnngss>: Ihr Fülwungszeugnis lautet: Dienstlich und moralisch vorzüglich bis aus einen Teil von Mißhandlungen. — Ich will hier hinzusügen, daß Sie vorbestraft sind und zwar vom Oberkriegsgericht Berlin im Jtahre 1909 wegen Mißhandlung eines Untergebenen mit 15 Tagen Mittelarrest. Ist das richtig? Angekl.: Jawohl. Verhandlungsf.: Ein anderes dienstliches Führungszeugnis lautet: Dienstlich vorzüglich, nur einmal wegen Schuldenmachens verwarnt. — Aach Verlesung des Anklagebeschlusses erhebt sich der Vertreter der Anklage, Kriegsgerichtsrar Tr. Coerrens und erllärt: Ich beantrage, die Oessentlichkeit während der ganzen Tauer der Verhandlung^sowohl im militärdrenstlichen Interesse wie auch im Interesse der Staals- sicherdeit auszuschließen. Zur Begründung dieses Antrages bitte ich die Oessentlichkeit ebenfalls auszuschließen. — Tie Oessentlich- teit wird dann provisorisch zur Begründung des Antrages ausgeschlossen. — Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeft verkündete der Verhandlungsleiter Oberkriegsgerrchtsrat T. Welt den Gerichtsbeschluß dahin, daß die Oessentlichkeit während der ganzen Dauer der Verhandlung im Interesse der Staatssicherheit ausgeschlossen sei. Noch mehrstündiger Berhandlimg wurde gegen den Bizeield- webel Walter Pohl das Urteil gefällt: ,Pohl wird wegen Verbrechens gegen das Spionagegesetz vom 3. Juli 4893 und we'gen Bestechung zu einer Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust, Zulassung von Polizeiaufsicht und Ausstoßung aus dem Heere verurteilt. Die bei dem Verurteilten Vorgefundenen £00 Mark werden als dem Staate verfallen erklärt. Der Verhandlungssührer bemerkte, nachdem er das Urteil verkündet hatte, daß der Gerichts- hos beschlossen habe, die Urtefisgründe nicht in öffentlicher Sitzung nritzuterlen, da dadurch eine Gefährdung der Staatsjicher- hert zu befürchten sei. Die Lesfentlichkelt wurde daher sofort wieder ausgefchivssen. Ceric^tifaal. w. Tokio, 14. Juli. Die Angeklagten tm Marine-Best echungs-Prozeß lourden zu folgende» Strafen verurteilt: Pool eh zu zloei Jahren Gesängnis und einer erhcchlichcm Eield- ftrafe. Hermann zu einem Jahr Gesängnis, Blundell zu zehn Monaten und K a g a zu vier Mp na len Gesängnis. Tie Straf- votlstreckuiig wurde für fämtlickze ?lngeklagte außer Pvole» auf drei Jahre hinausgefchoben. — P o o l e y und H e r m fl n n legten gegen das gegen sie erlassene Urteil in dem Marine-Pestechimgs- Prozeß Berufung ein. Universitäts-Nachricht«». — Berufung an die Universität Frankfurt. Proiessor Dr. Rudolf Kautzsch in Breslau ist aus den kunst- geschichtlichen Lehrstuhl a» der Universitär Frankfurt berufen. Pwj. Kautzsch 'ist am 5. Tezember 1868 zn Leipzig geboren — ?luf das Ordinariat für öffentliches Recht an der llniversität Frankfurt a. M. ist Professor Dr. jur. Friedrich Grese von der Kgl. Akademie zu Posen berufen worden. Tr. Giese ist 1882 zu Eitors a. d. Sieg geboren. — Der Prioatdvzem Professor Tr. Fritz Kern in Kiel hat einen Rut als Orbfnarius für mitUere und neuere Geschichte nach F r a n ks u l t erhalten. Vermischtes. * 8 Personen von einem Wahnsinnigen getötet. Ein furchtbares Blutbad richtete ein Wahnsinniger von 15 Jahren namens Simon Pianetti im Dorfe San Giovanni Bianco (Provinz Bergamo) an. Mit einer Wetterly- flinte bewaffnet erschotz er zunächst den Gemeindearzt Dr. Morali, der sich gerade an seinem Vogelherd befanb und sofort, tödlich getroffen, umsank. Dann ging der Wahnsinnige ins Pfarrhaus und erschoß^dort den Pfarrer Don Paleni, der bei seiner kranken Mutter war. Die alte Frau wurde vor Schreck ohnmächtig und befindet sich in Lebensgefahr. Dann ging der Wahnsinnige in das Haus des Gemeindeschreibers Guidici und erschoß ihn sowie seine Tochter Valero. Dann ging Pianetti von neuem auf die Straße, tötete dort den Gemeindeboten, einen Schuhmacher, dessen Bruder und einen Bauer, der auf einem Grundstück in der Nähe arbeitete. Nachdem Pianetti auf diese Weise acht Personen getötet hatte, wurde er flüchrig in die Berge und konnte bisher nocki nicht fest- genommen werden. Während dieser Bluttat wagte niemand, sich dem Wahnsinnigen zu nähern, vielmehr floh die Bevölkerung erschreckt in die Häuser und schloß die Türen. Die Aerzte, die man herbeiries, konnten nur den Tod der acht Opfer konstatieren. * Wo denn? Eine lustige Geschichte von einem Expeditions- gcnossen erzählte dieser Tage Shackleton. Als die Nachricht von Pearys ^Entdeckung hes Nordpols bekannt wrirde, stürzte Shackletons Freund ansgeregt nach Hause und rief schon im Türrahmen: „Peary hat den Nordpol entdeckt". Mit mildem Interesse blickts seine Tante, die am Fenster mit einer Handarbeit beschäftigt war, auf imb meinte ban.it mit freundlicher Teilnahme: „Äch, wirklich? Und wo hat er ihn denn gefunden?" Märkte. ch. Rieder-Fngclheim, 14. Juli. Ob st markt. Kirschen 10 — 25 Mk., Johannisbeeren 10—14 Mk., Stachelbeeren 6—10 Mk., Erdbeeren 15 Mk., Frühbirnen 8—14 Mk., Pfirsiche 15—25 Mk., Aprikosen 20—30 Mk., Mirabellen 22 Mk. der Zentner. te. Frankfurt a. M. Schwei nemarktberi tr nom 15. Juli. Ausgetrieben waren 1811 Schweine. Bollsteischige Schweine von 80 bis 100 Lebendgewicht 45.00—47.50 Mt.. Schlachtgewicht 59.00— 61.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 Lebendgewicht 45.00- 47.00 21L, Schlachtgewicht 57.00-60.00 Mk.: vollsteischige Schweine von 100—120 k% Lebendgewicht 45.00—47.00 Mk., Schlachtgewicht 57.00—60 Alk.: vollsteischige Schweine von 120 bis 150 LZ- Lebendgewicht 45.00—47.00 ML, Schlachtgewicht 56—58.00 Mk. Geschäft langsam, bleibt Ueberstand. le. Frankfurt a. M., 15. Juli. (Orig.-Telegr. des ^Gtez. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreiie. Weizen (hiesiger) Mk. 21.00—31.25, Kurhesstscher Mt. 21.00 — 21.25, Wetterauer Mk. 00.00 - 00.00. Roggen (hiesiger) Mk, 18.25-00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.75—18.00, Gerste. Franken, Pfälzer, Ried Mk. 16.50-17.50. Haler Mk. 17.00—18.50, Mais Mk. 15.50-16.00, Weizenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Weizenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenmehl III Mk. 00 00 - 00 00. Rogqenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 00.00—00.00, Rpggenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenkleie Mk. 0.00 —0.00, Weizenschalen Mk. 0.00—0.00, Roggen- fleie Mk. 00.00-00.00, Malzkeime Alk. 00.00—00.00, Biertreber 00.00-00.00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. Alles per 100 k*r ab hier. fc. Frankfurt a. M., 15. Juli. (Orig.-Telegr. des .Gießener Anzeigers") Kartoffelmarkt. Man notierte: Kartoffeln in Wagons Mk. 8.50-9.00, im Kleinhandel Mk. 9.00—10.00 st'ir se 100 h» Briefkasten Ser Bedaktion. (Anonyme Anfragen bleiben nnbcrücksichttgt.^ K. 2. in Ofsenbach. Wenn der Betreffende, der steh s. Zt. der Wehrpstichl entzogen hat, amerikanischer Staatsbürger geworden ist und jetzt, 44 Jahre alt, nach Deutschland zu Besuch komint, so kann er zur Absolvierung seiner Milltärpsticht nicht ntehr heran- gezogen werden. Wohl muß er aber furchten, daß die s. Zt. iir seiner Abwesenheit gegen ihn verhängte Strafe wegen Verletzung der Wehrpflicht — gewöhnlich 300 Mark Geldstrafe — vollslreckt wird. Für rechtzeitige Unterbrechung der Verjährung dieser Strafen wird stets gesorgt. Er muß also diese Geldstrafe zahlen oder im Falle der Zahlungsunfähigkeit die an die Stelle der Geldstrafe tretende Freiheitsstrafe verbüßen. „Pflicht". Die Aussicht über die Pstichtieuerwehr einer Landgemeinde steht dem Kreisamt zu. Dasselbe übt sie aus durch einen Kreisseuerwehrinspektor, der vom Kreisausschuß ernannt toird. Seine Bezüge tverden durch den Kreistag festaesetzt. Tie Oberaufsicht steht dem Ministerium des Jttuern zu. Befehligt ivird die Pstichtfeuerwehr durch ihren Koinmandanten, dessen Anordnungen Folge zu leisten ist. Eventuell erfolgt Bestrafung nach § 368, Ziff. 8, des Strafgesetzbuchs. Fretwillige Feuerivehr und Pflichtfeuerwehr sind von einander nicht abhängig. Die Gemeinde ist verpflichtet, eine Pstichtfeuerivehr zu beschaffen, alle Männer von 18 bis 50 Jahren, ivenn eine ausreichende Freiivillige Feuerwehr nicht besteht. Die Einrichtungen von einzelneit Fimktionen sind verschieden, je nach den erlassenen Orts- oder Kreisfeuerlöschordnungen. Von allqemetner Bedeutung ist das Gesetz vom 29. Aiärz 1890, die Laudesseuerlöschordnung betr., sowie die Ausführungsverordnung hierzu vom 11. Oktober 1890. Müllersche Badeanstalt. Wasi erwärme der Lahn am 15. Juli 19" R. Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: R. L a n g e. Jctrt ist die richtige Zeit. Säuglingen statt der im Soimner gefahrbringenden Kuhmilch das erprobte und seit 50 Fahren skelS bewährte Nestle sche Kindermehl zu reichen. Dasselbe hat den Vorzug, niemals Berdauungöstörungett zu verursachen, dagegen aber bereiiS bestehende Magenbeschmerden zu beseitigen. Die von einem berühnuen Kinderärzte verfaßte Broschüre über die Ernährung und Pflege des Kindes versendet aus Wunsch gratis und franko Restle s Kindermehl G. m. b. 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Von der unter a enthaltenen Altcrsvorschrift können Ausnahmen zugelassen werden, während die Erfordernisse unter b, c und d unbedingt vorhanden sein müssen. Die Bewerber müssen 9 Jahre bei der Fahne gedient haben. Ausnahmsweise können auch Unterofsiziere mit geringerer Dienstzeit angenommen werden. Qualifizierte Bewerber, die den vorstehenden Erfordernissen entsprechen, wollen ihre Bewerbungen unter Beifügung der Militärpapiere, eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes, der Zeugnisse über seitherige Führung, sowie eines von einem beamteten Arzte auszustellenden Gesundheitszeugnisses bis zum I. August dieses Jahres bei dem unterfertigten Bürgermeister cinreichen. Friedberg, d«n 13. Juli 1914. Der Bürgermeister. _ Stahl. _8325 Miihch-It welchesselbttanb. JHUuulcU, kochen kann, fof. z. Aush.ges. Fran H&ttenberger, gewerbsmähige Stellenver- niittlcvin, Seltersw. 67.(05594 Zum 1. August jung, ordenll. 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Mts., vormittags 11 Uhr, sollen aus unserem Bureau, Frankfurter Straße 29, die Angebote für die Um- bczw. Neuverlegung der Ouellenzuleitung (200 mm l. W.) ab Brauerei Wallach bis Liedenteich für die Stadt Alsfeld eröffnet werden. Pläne und Bedingungen liegen bei Großh.' Bürgermeisterei Alsfeld offen. Angebots-Vordrucke zu 1 Mk. in bar dort zu erhalten. Freie Auswahl unter den Bietern bleibt Vorbehalten. Zuschlags- ftist 3 Wochen. Gießen, den 7. Juli 1914. 8I54V Grotzh. Kulturinspettion Gictzen. &. Steinbach. AllgcnieHOrtskrailkellkajic Gietzev. Die Beiträge zur Kranken- und Invalidenversicherung pro Monat Mai 1914 können noch bis zum 27. Juli 1914 ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 14. Juli 1914. 8324 V Der Borstand. _ I. A.: Alb. Lentz. _ Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.i Walzarbeiten aus den Krefsstrasten. Wegen Vornahme von Walzarbeilen wird die Kreiz- strahe ReiSkirchen—Winnerod sür den Fnhr>verks-und Automobilverkehr aesperrt. Ter Durchgangsverkehr wird über BerSrod—Beuern geleitet. Tie Sperrung der KreisstraßeinBirklar-Mnschenhetii und Garbenteich—Steinbach ivird ansgehoben. Gießen, den 13. Juli 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. 2.B.: tzemmerde. Statt besonderer Anzeige. Heute mittag 121 / 1 Uhr verschied nach kurzem qualvollen Leiden im siebzehnten Lebensjahr unser liebes Kind Fritz Grein. Giessen, 14. Juli. Samuel Eck und Frau Paula. verw. Grein. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 5 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. [8303 Statt besonderer Anzeige. Am 14. Juli entschlief zu Rüsselsheim unsere gute Mutter und Schwiegermutter Frau Elise Geyer. t J Dr. Karl Richter und Frau Elise geb. Geyer. Giessen, den 15. Juli 1914. Von Kondolenzbesuchen und Blumenspenden bitten wir absehen zu wollen. 05588 Statt Karten Beltershain (Kreis Gießen) Elisabeth Böcher Otto Sittner 8292 Verlobte Bleichenbach 12. Juli 1914 (Kreis Büdingen) Die Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an Otto Ranft und Frau geh. Bornmann Vilbel, den 14. Juli 1914 Zahnarzt Wertheim Vertreter: Herr Zahnarzt Hanbach BahahotstraBs 65 A II. 82 Oberhemden nach Mass. Tadelloser Sitz Vorzügliche Verarbeitung 5754 Fr. Levermann. Seltersweg 81 Bielefelder Herren-Wäsche Todes-Anzeige. Heute morgen verschied sanft nach langem schweren Leiden unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Anna Fischer im 26. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Fischer. Grossen-Linden, 14. Juli 1914. 8309 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. Juli, nachm. 3 Uhr, statt. Herrn Hauptlehrers Heitmann sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Die tieftrauernden Kinder. Krofdorf, den 15. Jnli 19 1 4. 8288 %kvck t '&pe$ 5 e\ . JLerxjM&s Sarnmetkasten für' CLbfallpapier- IrtlOhl den Wert des tofniL- papieres sourie die I , Tcucrsjjcherfuut. ypart ULaum u A/heif >diafft Ordnung u Sauberkeit | 77la n verl ange Prospekte. (TMUayfaatfuß Frankfurt aFL Ttcriin Nl Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste, sowiesür die zablreichenBlumensvenden sagen wir allen aus diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der lieslrnuernden Hinterbliebenen: Ludwig Kratz nebst Familie. Giehen, den 14. Juli 1914. 8318 Die glückliche Geburt eines gesunden Sohnes zeigen hocherfreut an Dr. Gg. Faber und Frau Eva geb. Bostroem Giessen, den 14. Juli 1914 8,91 Für die vielen Beweise inniger Teilnahme, für die zahlreichen Kranzspenden und die überaus grosse Beteiligung am Begräbnis unseres lieben unvergesslichen Vaters, des Bis 20. dieses Monats verreist GielenerGewerbe- Aasslellungs-Lose ä 1 Mk. sind bei allen Losc- Verkäufern zn haben. Zielmng: 12. 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