Nr. Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GkhenerZamilienblätler; i weunal wöchentl.Nreis- lattsürdenNre^r Giehen (Dienstag und Freitag)-, zweimal monatl. Land- wirlschaflliche.^citfragen Ferusprech - Anschlüße: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnuuuner bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt Jahrgang ieheimAnzei General-Anzeiger sür Oberhessen Montag. IZ.Zuli fyU Rotationrdrnck und Verlag der Srühl'schen Univ.Guch- und Steindruckerei 8. Sange. BezngSvretS: monatlrch75Ps.. vierteljährlich Wik. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen tnonallich 05 Pf.; durch die Post Akk. 2.— viertel- jäbrl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ ausivärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A, Goetz. Perankivortlich sür de,» polit. Teil: Aug. Goeg: für .Fe»lilletou^. ,Ver- Mlschtes" und^Gercchls- faal": Narl Neurath; für .Stadt »mb Land": — . _ .... . - . . ^» .fl » _ Kurl Bendt; für den Redaktion, Expedition und vrnckerel: Schnlstratze 7. A„zc,ge,»eü: H. B-ck. Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Eine Reichzarbeitslosenverficherung? Vor zwei Wockfen hatte der Minister Frhr, tj. Bodmann in der badischen Kammer bei der Beantwortung eines Antrages, wonach die badische Regierung im Bundesrat aus eine rcichsgcsctzlichc Regelung der Arbeitslosenversicherung hinwirken solle, die überraschende Erklärung abgegeben, daß die Reichsrcgiernng hinsichtlich dieser Frage bereits aus dem Stadium der Ernxigungen hcrausgckommen und in das der Verhandlungen eingetreten sei. Unmittelbar darauf wurde dann noch berichtet, dah seitens der bayrischen Regierung bei der Reichsleitnng Schritte zur Herbeiführung einer reichsgesetzlichen Arbeitslosenversicherung unternommen worden seien. Diese letztere Meldung ist jetzt von der amtlichen „Bayer, Staatsztg," glatt dementiert und zugleich hinzugxsügt worden, daß die bayerische Regierung die Einführung einer rcichsgesctzlichen Arbeitslosenversicherung nach wie vor ,Au4 mehrfach zwingenden Gründen zurzeit für undurchführbar" halte. Dieser Standpunkt stimmt, wie man aus wiederholten Kundgebungen weis;, durchaus überein mit dem der Reichsregierung, So hat der jetzige Reichskanzler und damalige Staatssekretär des Innern v, Bcthmann Hollwcg am 13, Noo, 1908, als die Regierung im Reichstage darüber interpelliert wurde, wie sie sich zur Frage der staatlichen Arbcitsloscnfiirsorge stelle, mit aller Entschiedenheit erklärt, dah ein Eingreifen des Reiches nicht zu erwarten sei. Er führte u. a. aus: „Die Schwierigkeiten sind außerordentlich groß, z, B, bei der Kontrolle der Arbeitslosen, bei der Bemessung von Unterstützungen, der disserenziellcn Bebandlung der verschiedenen Arbeiterklassen, bei der Frage der Beiträge usw. Ich glaube nicht, daß diese Schwierigkeiten so überwunden werden können, daß wir jemals zu einer Arbeitslosenversicherung auf Reichskosten kommen werden," Denselben Standpunkt, wenn auch nicht mehr ganz so schroff, hat noch am 5. Dezember vorigen Jahres bei der Verhandlung einer erneuten Interpellation im Reichstage über die Frage der Arbeitslosenversicherung der jetzige Staatssekretär des Innern Tr, Delbrück vertreten. Er führte aus, die Dauptschwicrigkcit der Frage liege darin, daß der Arbeitsmarkt von den Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer künstlich beeinflußt Ivcrde, und dah die staatliche Unterstützung der Gewertscbaften, weil diese Kanrpf- organisationen seien, Bedenken habe. Der Staatssekretär legt dann den Standpunkt der Regierung zu dieser Frage wie jolgi dar: Eine obligatorische Arbeitslosenversicherung aller Arbeiter gebt schon deshalb nicht, weil die Tendenz zur Simulation sehr stark sein würde. Auch ist das Maß der Arbeitslosigkeit ganz verschieden. In der Landwirtschaft herrscht meist Arbeitermangcl, während die Industrie häusig Feierschichten einlegen muß. Es entstünde die Gc- sahr, daß ein Industrieller seinen Betrieb, wenn er unrentabel wäre, zeitweise schlösse und seinen Arbeitern sagte: Laßt euch setzt die Arbeitslosenversicherung auszahlen. Aus all diesen Gründen und solange keine zuverlässige Statistik vorliegt, ist eine staatliche Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen. Sie kann auch nicht cingesührt werden, solange die Wirkung der Rcichsvcrsicherungs- ordnung noch nicht bekannt und die dadurch aufcrlegtcn Lasten noch nicht verdaut sind, Urcd endlich halte ich eine weitzügige Arbeitslosenversicherung so lange sür ausgeschlossen, bis wir nicht ein entwickeltes und organisch verbundenes Retz von Arbeitsnachweisen haben, , , England und Norwegen haben allerdings schon eine Arbeitslosenversicherung organisiert, aber wir wollen abwarte», wie sic sich bewährt. Wir können nach dem Gesagten jetzt nur dahin trachten, den Arbeitsnachweis möglichst auszuboucn Am wesentlichsten bürsten sür unsere deutschen Verhältnisse das Vorgehen Englands und die Erfahrungen, die man dort mir der Arbeitslosenversicherung mackst, sein. Das englische Gesetz vom 15, Juni 1912 sicht die Versicherung von zwei Klassen von Arbeitern vor, nämlich einmal die der sogenannten Saisonarbeiter, hauptsächlich das Baugewerbe, und zweitens die Arbeiter in der Schifssban- industrie, der Maschinenindusiric und den verwandten Zweigen, wobei cs sich im ganzen um etwa 2' _, Millionen Arbeiter handelt. In der Erkenntnis, daß diese staatliche Bcr- sicherung einen Sprung ins Dunkle bedeutet, hat man die Bestimmung vorgesehen, daß das Gesetz nach Ablauf von drei Jahren einer Revision zu unterziehen und gegebenenfalls den inzwischen gemachten Ersahrnngen gemäß geändert werden solle. Es ist daher begreiflich, wenn seitens der Rcichsrcgicrung der Ttondpunkl vertreten wird, daß man jedenfalls erst die Ergebnisse dieses Experiments ab- warten solle. Im übrigen ging hie Auffassung in Deutschland bisher überwiegend bähen, daß gerade die Arbeitslosenversicherung wegen der mannigfachen, auch in der Dcsbrückschen Erklärung betonten Schwierigkeiten sich weit inehr sür eine Lösung durch die Gemeinden oder privativirtschaftliche Verbände als für eine staatliche oder reichsgesetzlickst Regelung eigne. Wenn es also auch zutrefsen wird, daß dies« Frage, wie der Minister v, Bodmann versicherte, in das Stadium der Verhandlungen unter den Bundesregierungen getreten ist, so spricht doch nicht nur die allergrößte Wahrscheinlichkeit, sondern es sprechen auch die Dclbrückschc Erilürung und das Dementi der „Bayerischen Staatszeitung" dafür, daß diese Verhandlungen abermals ein negatives Ergebnis zeitigen werden, nämlich das Ergebnis: Es müsse zunächst dcr Ausbau der paritätischen Arbeitsnachweise in die Hand genommen werden, ehe man überhaupt über die Frage, der Arbeitslosenversicherung ernstlich diskutieren könne. Au; Albanien. Syinpathiekundgebungen für den Fürsten. Durazzo, 1l, Juli, 7 Uhr abends. Heute fand unter dem Vorsitze des Fürsten eine .große Versammlung von Notabeln statt, an welcher Prenk Bibdoda, Jsmael K e m a l und etwa 40 angesehene Vertreter aus Nord-, Mittel- und Südalbanien teilnahmcn. Einige Teilnehmer rieten dem Fürsten, sich ivegcn Entsendung fremder Hilfs truppen an die Mächte zu wenden, während die übrigen Teilnehmer sich dagegen oussprachen und ihre Stellungnahme dahin präzisierten, daß der Fürst sich darauf beschränken möge, von den Mächten die Garantie der in London festgesetzten Grenzen Albaniens zu verlangen. Bei dieser Gelegenheit kam es von verschiedenen Seiten zu Sympathiekundgebungen für den Fürsten, Am bemerkenswertesten sprach) sich in dieser Hinsicht Jssat Boljetinatz aus, der erklärte, obwohl der Fürst nicht aus unserer Wahl hervorgegangen ist, sondern uns von Europa bestimmt wurde, halten wir heutetreu zu ihm. Sollte sich der Fürst g^wungcn sehen, uns zu verlassen, so möge ein anderer das Mandat nicht übernehmen. Die Albaner sind nicht Kinder, mit denen gespielt werden kann. Am Schluß dcr Beratung folgte eine abermalige Sympathiekundgebung sür den Fürsten, Das Ergebnis der Beratung ivurde von allen Teilnehmern als überaus befriedigend bezeichnet, da »n ihrem Verlaufe die vollständige Uebcrcinstimmung zwischen den mohammedanischen und katholischen Teilnehmern zutage trat, ihren Fürsten zu stützen, Kein rumänisches Wcrbegcld sür Albanien. Berlin, 11, Juli, Hiesige Diplomaten bezeichnen die Meldung als unrichtig, daß die rumänische Regierung für die Expedition eines 3000 Mann starken Freiwilligcnkorps nach Albanien das erforderliche Geld gegeben habe. Durazzo, 11, Juli. Einer Meldung ans dem Süden zufolge rücken die Epiroten unaufhaltsam vor und haben bereits den Distrikt Skropar besetzt, Nach den Aussagen des heute hier cingetroffenen Präfekten von Ba- lona bestehen die vorrückenden Truppenteile aus regulären griechischen Mannschaften, Die Ausständischen verweigern ' die Auslieferung der in Albanien gesangencn holländischen Offiziere Bcrhnlst und Reimers so lange, dis ihre Forderungen erfüllt worden seien, Durazzo, 12, Juli, Aus Balona wird gemeldet, daß die holländischen Lssiziere nach dcr Besetzung Koritzas durch die Pirolen am 9, Juli mit irur achtzig Mann nach Balona zurnckgekchrt sind, da die zweitausend Mann betragenden Regierungstruppen vor denr Feinde sich vollständig auslösten, Amtsvcrzicht des Kricgsministcrs. Durazzo, 12. Juli, Dcr Kriegsminister Mnfid Bey k>at gestern seine Demission überreicht. Sicherem VcrnclMen nach wird dcr Fürst morgen die Demission an- nehmen, Turthan Pascha in Berlin. Berlin, 12, Juli, Der gestern abend aus Petersburg hier cingctrofscne albanische Ministerpräsident Turkhan Pascha sagte einem Mitarbeiter der „Vossischen Zeitung", daß er voraussichtlich drei Tage in Berlin bleiben wolle und dann seine Weiterreise nach Paris sortsetzcn werde. Die Angestellten als Verbraucher. Die Lebenslage der Angestellten ivird cntsckstidend be- einflußt durch die Preise der notwendigen Lebensmittel, Müssen sic doch über 40 Prozent ihres Gehalts hingebcn für die Nahrungsausgabcn, Dazu kommen die Ausgaben für Wohnungsinietcn, die, ebenso wie die Ücklhrungsausgaben, gegebene Größen sind, die sich nur ganz unwesentlich verschieben lassen. Besonders die verheirateten Angestellten sind an diese gegebenen Größen gebusnden, die in ilxrem Haushaltplan eine überragende Stellung einnehmen, Tie „Bcr- bandsblätter" des Verbandes Deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig veranschaulichen dieses durch folgende Zahlen: Von 870 485 verheiratete» Angestellten, die eine Gesantt- JahresauSgabe von l 857 034 941,95 Mk. haben, entfallen auf Nahrungsmittel Mk, 829859465.05 Wohnungsmieten Mk, 345163 654,45 Heizung und Beleuchtun g Mk, 77 029 217,65 zusammen Mk. 1252052337,15 Also mehr als zwei Drittel der Gesamtausgaben entfallen auf das allernotwendigste, das der Angestellte zum Leben haben muß. Ein Fünftel ihres Einkommens geben die Angestellten aus, nur um wohnen zu können; um warm zu wohnen, müssen sie noch weitere 77 Millionen Mark aufbringen, Kleidung und Wäsche erfordern einen Aufwand von rund 234 Millionen Mark, Nur ein Fünftel der Ausgaben bleibt übrig sür die Körperpflege, Bildung, Zerstreuung, die notwendigen Sicherheiten für Notfälle und Krankheit, Schulgeld dcr Kinder usw. Die 370 Millionen Mark, die für diese Zwecke aufgcwendet werden, sind mit den Woh- nnngsmieten die beweglichen Faktoren im Haushaltplan der Angestellten, Steigen die Lebensmittelpreise, dann wird zunächst an den hygienischen und Kulturausgaben gespart. Nun ist es aber geradezu bedenklich, daß die Ausgaben für Körper- und Gesundheitspflege, für Kulturbcdürsiiissc, geistige und gesellige Genüsse mit steigender Kopfzahl abnehmen, Was nützt es, über die Verflachung der geistigen Ztorchendämmeruna. Wir lesen im K u n st w a r t: Wieviel der Tiere, die im Reineke Vas ihr Wesen treiben, leben noch in Wald und Feld um uns? Das gefährliche Groß- vvlk ist ganz vcrsdNvundcn, aber auch das kleinere Gelier, soweit es sich nicht gerade nützlich und angenehm zu madzcn versteht wie etwa die Henne Kratzefuß, die Ente Tibbeke oder das Hündchen Wackcrlvs, muß Stück stir Stück weichen, „Bartolt de adrbar und Marauart de hcgger, ok Lütke de krön", wie oft sicht man noch diese Edlen? Mil Adebar, auch Hannolter und atonf) geheißen, geln's besonders reißend abwärts. Jedem, der nach langen Jahren wieder einmal aufs Land kommt, fällt das Verschwinden inner Nester ans. Für Mecklenburg ist es dnn Pfarrer Clodius in Kamin geluugni, den genauen statistischen Nachweis dafür zu erbringen. Er hat 1901 und wiederum 1912 eine Volkszählung dcr Störche in jener storchreichstcn Gegend Deutschlands veranstaltet und das Ergebnis in den „Naturwissenschaften" veröffentlicht, Danach gab es 1901 in 1821 Ortschastcn von Mecklenburg-Schwerin. Mecklen- burg-Strelitz und Ratzeburg 3094 bewohnte Siorchnester, 'Dagegen 1912 nur noch 1072! Das bedeutet in zehn Jahren einc^ Ab- nahme um zwei Drilteilc, Aus vielen Dörfern ist der Storch völlig verschwunden, so nus 39 von 57 Ortschastcn der Präpositur Schwaan, aus 23 von 32 Ortschaften der Präposiwr Büyow, aus 39 von 55 der Präpositur Wittenberg, Noch wenige Jahre, und das Ende Adebars ist da, das Ende tzugleüb so mancher Iugendvoesic und so manchen srcimd- Itdien Blickes, dcr den, stelzbeinigen Klapvervogel aut dem Giebel galt. Kein jubelnder Äffndersang begrüßt im Frühling wehr den ersten Storch, kein sinnender Alter ersreut sich inchr an den possierlichen Balancier- und Flugversuckxm dcr jungen Brut aus dem Tackisirst. Aber die Nützlichieiksbanauscn im Dort reiben sich die Hände: der Storch soll sich außer an Fröschen und Mäusen gelegentlich auch an jungen Hasen vergreifen, — Heil der Menschheit, daß sie einige Häslcin mehr zum Totschießen hat! Durch das Aussterben einer ganzen Tierart, die ihr „bloß" Freude machte. Warum sterben die Störche bei uns aus? Man sagt: die Trockenlegung so vieler Sümpft und Moore nimmt ihnen die Nahrnngsgclcgenhcit, das Verschwinden so vieler Strohdäd-er nimmt ihnen die Nistgelegrnheit, Aber trotz diesen Veränderungen gibt es noch unzählige Frösche und Landmäuse, gibt es noch zahlreiche Giebel, die sich zur Besiedelung durch eine Storctxm- sannlie eignen. Zum wenigsten: diese übermäßig rasche Verminderung lanu aus derlei „natürlichen" Ursachen nicht erklärt werden, Pfarrer Elodius hat recht: die Fägex. räumen mit dem Geschlecht der Adebare auf. Wir können chm das aus eigener Erfahrung in einer andern Landschaft bestätigen. Es ist die soit sehr sugcndlichc und alberne - Schicßlust — der Spaß daran, ein größeres Tier totzuknallcn! Eine minderwertige Gesinnung der Menschen, nickys anderes, ist schuld an dem Aussterben des Storchs, Freilich, Schicßprügclbcsttzer aus der Storchschießerkompanie werden für eine jFreude an der Freude anderer nur sehr schwer zu gewinnen sein, und sic selbst sind ja nicht befähigt, Freude an Tieren zu empfinden, die nichts cinbringen, Man kann darüber stteiten, ob die Wirh'amkeit der Pfarrer und Lehrer besser zum Ziel fühtt oder eine holte Geldstrafe, gegebenenfalls eine kleine Einsperrung, Versuchen müßte man aber beides, — Die Robert Koch-Stiftung zur Bekämpfung dcr Tuberkulose hat eine Preisausgabe „Die Bedeutung der verschiedenen Strahlen (Sonnen-, Röntgen-, Radium-, Mesothorium-) für die Diagnose und Behandlung der Tuberkulose" ausgeschrieben. Für die beste Arbeit ist ein Preis von 3900 Mk, ausgesetzt, Die Arbeiten müssen bis zum l, Juli 1915 an den Schristiührer der Stiftung Geh, Sanitätsrat Pros, Tr, Schwalbe in Charlottcn- burg abgeliesert sein. Das Preisgericht besteht aus, dem Präsidenten des Reichsgesundheitsamts Tr, B u m m , Pros, Dr, Gafiky, Ministerialdirektor Dr, Kirchner und Pros, Dr, L ö s s l e r, — Ein Drama gegen die Jesuiten, Das Teatro Espanol, in dos diesmal die Truppe des Theaterunternehmers und dramatischen Dichters Cesarino Palcneia cingezogen ist, hat seine Vorstellungen mit einem Drama „Die Wolke" eröffnet, das Palcneia selbst xum Verfasser hat. Die schwarze Wolke, die über Spanien lagert, ist nichts anderes als der Jesuitenorden, und das Stück schildctt in der Gestalt eines Paters Fidel den verhängnisvollen Einiluß der Jünger Loholas aus das Familienleben, das durch sie zerrüttet, vergiftet und zerstört wird. Es ist sicherlich bemerkcitswcrt, daß gerade in einem so durch und durch katholischen Lande wie Spanien dieser Gegenstand nicht von der Tagesordnung verscktwinden will. Nach der Electra von Perez Galdos luud arideren Dramen ähnlicher Richtung, nach dem auch ins Deutsche übertragenen Roman „Der Eindringling von Blasco Jbmicz" setzt sich jetzt schon wieder ein Stück zum Ziel, das Vorgehen der Jesuiten zu geißeln, und man muß denn doch ftagen, wie mag es damit bestellt sein, wenn sich immer und immer wieder trotz dnr dadurch für sie entstehenden Schwierigkeiten viclsackzer Art, Dramatiker und Schriftsteller finden, die von ihrem Gewissen getrieben, ihrer schmerzlichen, ticfinnerlichcn Enttüstung über jenes Treiben Ausdruck verleihen und gegen die Front machen, die in heuchlerischer Weise den Glauben jm Munde führen, lediglich um die Gläubigen für ihre Zwecke anszubeutcn. Und besagt der Beifall des tausendköpsigen „sachventändigen" Publikums, das sich doch ausschließlich aus Katholiken zusammensctzt, nichts? Auch Palcncia ist kein Demagoge und Revolutionär, kein Feind dcr Kirche oder gar der Religion, sondern ein gläubiger Katholik, wie die mit außerordentlicher Liebe gezeichnete Figur des Land- pfarrers Saturio, des Seitcnstücks zu Pater Fidei, deutlich zeigt. Was dieser und mit ihm sehr viele gute Katholiken nicht begreifen, ist dcr Umstand, wie das bei den Jesuiten so stark zutage ttetende, scheinbar alle andern -Regungen beherrschende Verlange» nach Macht und Geld mft der reinen Lehre des (Gekreuzigten in Einklang zu bringen ist und wie dcr Glanz gewisser Kirchen zu der Armut in vielen Hütten stimmt. Man könnte vielleicht cinwenden, daß diese Dinge nicht ins Theater gehören. Aber Iveist die Geschichte der klassischen Literatur nicht Beispiele genug auf, in denen Sckwin- Heiligkeit und Gleißncrci und die Begierde, die Geister in Fesseln zu schlagen, als soziale Probleme behandelt und auf der Bühne dargcstcllt worden sind? Die Krankheit trägt auch heute ln Spanien noch einen akuten Charakter, und daher ist es durchaus bcgreislich, daß die Autoren, aus dem Brunnen bitterer Erfahrung schöpsend, sich fortgesetzt mit der Frage befassen, und die jesuitischen Eingriffe selbst rn das Familienleben an den Pranger stellen, Tie Klerikalen hatten zur Aufführung der Wolke einen Theatcrskandal in Aussicht gestellt: als es aber daraus anlam, Farbe zu bekennen, fand sich niemand ein, und so konnte die Vorstellung ohne Störung, aber unter lebhaften Beisallskundgebungen zu Ende gcsülnt werden. Tatsächlich ist der Fall, den uns Paleneia in La Nutze vorführt, wohl der Prüfung wert, und er zeigt ihn »ns ohne Eisclthaschcrei und ohne Kommentar, cs jedem selbst überlassend, für eigen« Rechnung die Schlußfolgerungen zu ziehen, — (Gcbrldet.) Jm „Zanch-Bclziger Krcisblatt" verkündet Herr Otto Thielke, daß er sich in Bclzig als Rechtsanwalt niedergelassen hat: „Otto Thielke dort cur en droit avokat international Confe- rend et corespondance francaise italiene. Heitres de consultation. 8—12 A. M. 2—6 P. M. Samedi: 8—3: 58 Brandenburgers»: au rez-de-chauss6c Belzig.“ Wir wünschen, so bemerft hierzu der „Türmer", Herrn Thielke in Belzig eine zahlreiche — französische und italienische Kundschaft. — Kurze Nachrichten au s K u n it und W ' >' i e n - schast. In Berlinist der langjährige Herausgeber der „Deutsch, -Rundsch>au", Prof, Tr, Julius Rodenderg, 83 Jahre alt gestorben. Söcbiivimijc jn schelten, itxm.t m slchverwiegender ist, itrcc geschichtliche Stellung, «neu» sie darin ihren Standes- genosscn nachbleibcn, ganz abgesehen davon, daß auch darin ein Knltnrrückgang zu erblicken chäre. Wie gute Saat nur ans gutem Boden »vachscn kann, so kann eine gute Kultur nur aus einer gesunden wirtschaftlichen Grundlage wachsen, Diese zu erringen, ist dis Ziel, Die Angestellten können als Verbraucher auf dem Wirtschaftsmarkt Anspruch erheben, mehr gehört zu werden als bisher. Befruchten sie ihn doch insgesamt mir einer Kaufjummc von natzezu vier Milliarden Mark, Es ist nur nötig, ihnen klar zu machen, daß die Mackst, die in dieser Summe liegt, nur organisiert zu werden braucht, um als bewußte Macht zu linrkcn, Der Bcrbaird Deutsclzcr Handlungsgehilfen hat schon seit 1907 seiner Arbeit dies Ziel gesteckt, ES ist hohe Zeit, daß die Angestellten sich darauf besinnen, daß in zwei Jahren abermals über ihr Schicksal mit entschieden wird. Kommt der „lückenlose", Zolltarif mit Erhöhung der bestehenden Lebcnsmittelzölle uud neuen Zöllen auf Gemüse, Kartoffeln, Eier, Butter, Milch usw, so bedeutet das für die Angestellte» eine weitere Einschränkung ihrer Kulturbedürfnisse und Erschwerung ihrer Lebenshaltung, Wer sich naher über diese Frage unter richten will, bestelle die Schrift „Die Macht der Privat- angcstellten als Verbraucher" gegen Einsendung von 20Pfg, Porto von der Houptgeschüstsstclte des Verbandes, Leipzig, Harkortstraße 3, Aus Stadt uns £urn Ober- hessen Nbein- liessen Ackerland........ 123 454 14Ü229 102 678 Wieieu.......... 35 34f» 60 836 4 ^56 Weinberqe........ 14 13 836 Walduuqen . ...... . 127 2 IA 109379 5 058 Hans- und Holränme . . . . 3 307 2 080 2 024 Unbesteuevte Fläche..... 12 814 13 576 8 168 Zusammen 302 6?3 32-'ttl4 137 280 Don den drei hessischen Provinzen hat Obcrhcssen die größte Fläche, Etwas kleiner ist Starkenburg, Rhein- Hessen ist noch reicht halb so groß als diese Provinz, Hinsichtlich der Größe der landwirtschaftlich benutzten Fläche sind aber die Unterschiede der drei Provinzen viel geringer, da Rheinhessen sehr waldarm ist, ivährend die Waldungen in Starkenburg 42 Proz. der Gcsamtsläche und in Obrrhessen 33 Prozent der Fläche onsmachen. Berücksichtigt man außerdem die größere Güte des rheinhcssischen Bodens, so steht Rhcinhessen an laich-wirtschaftlicher Bedeutung den beiden anderen Provinzen nicht nach Die meisten Wiesen besitzt Obrrhessen, dami folgt Starkenburg, während Rheinheslen arm an Wiesen ist, dagegen bekanntlich eine große Wein- bcrgsläche aufweist. Jn Oberhessen fehlen die Weinberge säst ganz, in Starkenbnrg finden sie sich nur an der Bergstraße und in der Umgegend von Groß-Umstadt. ** Gewerbe-Aus st ellung. Der gestrige Sonntag brachte der Ausstellung sehr starken Besuch von ausnvärts, Bon nah und fern war besonders unsere Landbevölkerung herbeigeströmt. Unter anderen waren mit großer Teilnehmer zahl anwesend: der Verein der Meckurniker und Optiker von Wetzlar, die Gewerbevereine Echzell, Vilbel und Schlitz, Gesangvereine aus Kirtorf, Waldgirmes und Grvßen- Buseck, der Jungdeutschlandvcrein Gonterskirchen, Verein deutscher Apotheker, Verein ehemaliger landtvirtschaftlicher Schüler von Montabaur, Verein junger Landwirte aus dem Untcrtaunuskreis, — Da es schon wiederholt vorgekommcn ist, daß entgegen den Abmachungen Ausstellungsgegenstände entfernt wurden, sind die Wächter angewiesen worden, jeden, der mit einem Paket die Aussteltung verlassen will, anzu- haltcn und seine Personalien festzustellen, Ansstellungsbesucher, die mit einem Paket die Ausstellung betreten, müssen sich an der Kasse melden und erhalte» dann eine Nummer zur Kcnntlichmachimg des Paletes, Wer dies unterläßt, muß daraus gefaßt sein, daß er «»gehalten wird und de» Inhalt seines Pakets vorzeigen muß, — Zur Erinnerung an die Aussteltung gibt die Ausslelbungsleitung eine Photo- graptTtenjaminlniig von 15 Bildern heraus, die zum Preise vvn 7 bis 10 Ml, verkauft werden sollen, Anmeldungen sind laut Anzeige an den Geschäftsführer der Ausstellung, Herrn Architekten Kockerbeck, zu richten, ** Das Preisgericht üiriit Ausstellung auf btr Kün st lerkolonieDarm statt, dos aus den Herren: Stadl- bnurat Burbaum, Will,, Fürst-Mainz, Tireklvr de- Kunstgewerlp- museums Dr, Kienzle, Hosral Alcrander Koch, Direktor der Knnst- gcwcrbcschulc Mainz Prof, Kübel, Pros, Meißner, Pros Metzcn- dvrl, Schrcinermeistrr Martin Müller, dem Vorsitzenden der Zentralstelle für die Gewerbe, Geh, Regieeungsrat Noack. Geh, Baurat Pros. Putzer, Fabrikant Ferh Raucki-Mainz, Proi Betterlein, Geb. Baurar Proi, Walde »nd dem Direktor der Landesbaugewerkschule Proi. Wienkoop besteht, bat bcschtoNen, 13 Ausstellern die goldene Staatsmedailte, 33 Ausstellern die goldene und 29 Ausstellern dir silberne AusstcllungSmedaillc zu verleiben, deren Gcncdmrgrmg auch bereits durch den Großberzog eriolg! ist. Die goldene Staatsmedaille crbietten: Ludwig Atter, Möbeliabrik, Darmstrdt: Bam- berger, Lcroi & Ec., Fiankiurt a M,: Georg Ehrbardt & Söhne, Mölel'abr Darmstadt: I Glückrrt. Jntr’möfccl'abr , 2ormftabtj Gr, Hotgärtnerei. Darm stad:: Wild. Klein, Hoiwrißiindrr, Tarmstadt: Gebe. Römer, Hoiweistbinder und Mater, Tarmstadl: Puhl & Wagner, Bereinigte Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei. Berlin-Treptow: L, und A Riedingcr, Brvnzewareniabrik, Augsburg: Joseph Trier, Hmimöbelsabril, Tarmstadt: Villeron L Bvcki, Mosaiksabrik, Mettlach a. d, Saar; Ernst Wablih, k, k, Hoflieserani, Porzellanmanuiuktur, Wien: H, und I, Weber, Hosweißbinder, Darmstadt Die goldene Ai^stcllungsmedaillc erhielten in Heften folgende Firmen: Heinrich Ewinger, Kunstftetnsabrik, Naubeiin bei Groß-Gerau: Gaili'che Tampfzicgelci, Gießen: Gasavvarat und Gußwerk. Mainz: Gabriel A. Gerster, Mainz: Earl Schließ- mann, Main»-Kastelt Wächtersbacher Steingutiadrck. G. m, b, H.. Schlierbach b. Wächtersbach: Albert Burgbardt, Bildhauer.^Erbach i, O,: Joh, Ilngcr, Kunststeiniabrik, Piurigstadt: Tarmstädter Möbcliabrik: Darmstädter Zcntralbcizungsiabrik, Ingenieur Heinrich Friß: E. Eckert's Rachivlgcr: HevI u, Co.: Aipdalt- und Betonbaugeschäit: G, Hillgäriner: Robert Müller, Juwelier: I. Schubert, Weißbinder: Stadtgärtnerei Darmstlldt. Ludwig Strihinger, Möbeliabrik: Aug, Wilk. Hoitieierant, sämttich in Tarmstadt.. Die silberne Ausstcllungsmedaille erhielten u, a. Gebrüder Bianzzv, Bingen: Burgau & Güster; Bronzegießerei Mainz-Gonsenheim: Oberdan & ®ccf, Mainz: Oberdehische Kalk- und Steinindustrie, Bußbach: Möbelindustrie Wißdach-Oficnbaäicr- Bürgell ** Der Ballon Gießen unternahm gestern unter Führung von Dr, S t u ch t e n eine Fahrt von Marourg aus. Bet der herrschenden Windstille legte er in lar neunstündigen Fahrt nur 40 Kilomclcr zurück und landete- glatt bei Laasphe, ** Wieder ei» jugendlicher Ausreißer. Der hiesige 13 jährige Vollsschüker R wollte am Samstag nack>- mittag mit dem »m 8,17 llhr nach Frankiurt a.M, abgehen-, den Personenzng ohne Wissen seiner Eltern e-nc größere Reise oartreten, ausgestattet mit 34 Mark Bargeld und einem geladenen Revolver. Er hatte sich eine Fahrkarte dritter Masse nach Frankfurt a.M. gelöst mit der Absicht, von da nach München zu reisen. Auf der Fahrt zwtfchen den Stationen Bad-Rauheim und F-riodberg muß nun der Junge mit dem Revolver an der Tasche gespielt haben, deren auf einmal ging der Schutz los und traf ihn in die rechie Hand, Von ebnem ?.>Mitreisenden notdürftig verbunden, wurde er dann in Friehbrrg ausgefctzt, tvo ihm der Bahnarzt weitere Hilfe leistete. Mit dem EUzuge wurde der Junge nieder nach Gießen zurückgrschäckt und am Bahnhof vvn seiner inzwischen verständigten Minttcr abgeholt, welche ihn wach der Klinik verbrachte. *■* Eine wüste Schlägerei spielte sich gestern am svätcn Nachmittag auf der «oberen Kaiserallce ab. Aus einer dort gelegenen Wirtschaft kamen plötzlich zwei jüngere Männer gestürzt, die sich inmitten einer großen Zuschauermenge tüchtig auieinanber tos-, schlugen. Im Rn naren noch eine Anzahl Zechgenosjen zur Stelle, barunicr auch einige Soldaten, und sowohl Stühle als auch Tische rint» ein Tchließlorb flogen durch die Lust und gefährdeten die PassaMen, Auch eine Anzahl Fensterscheiben ging in Trümmer, ^^Sanitätsübung, Am gestrigen Sonntag unternalMen die Eisrnbabnsanilärskolonne und die hwiigr Freiwillige Sonitätskolvnnc eine gerneinschastliche Ueh>nrg an der im Bau begriffenen Umgehnngsbah» hei Klein-Lm- den. Durch den .angenommenen' Einsturz eines Bautverkes waren dnelrrerc Arbeiter schwer verletzt worden, die zu borgen und nach Anlegung von Verbänden in den DUfKxug zu verbringen waren. Tic im -Gelände vorhandenen Hiuderniffe verursachten beim Tragen und Einladen der Verwundern große Schwierigkeiten, gestaltoten die llcbung aber sehr lehrreich, da äbnliäzc -irchwierigkcitcn bei jedein größeren Eiseribahnunglück zu erwarten sind. ** Vom Stadttheater wird uns geschrieben: Durch die ReuemrickMing des Königl, Kurtbeatres Ems ist Direktor Stein- goctter in der Loge, in der kommenden Spielzeit an unserer Bühne eine größere Arrzahl wertvoller Reuanschastungen zu bringen. Auch an, Gageneiar ist ,n keiner Weise gespart worden rmd unsere Bühne, die an sich den Ruf genießt, die höchsten ^Gagen in der „Provinz" zu zahlen, ivrrd in der kommenden Spielze» ihren höchsten Gagenelat seit Bestehen haben, — Nochmals in aut die morgige Operettcnoonlrllung, die Suppes „Schöne Galatke" nnd Leo Falls .jtzrüöerlein fein" bringt, ausdrücklich kingewicscii, "Ersolg einer Gicßcncr Firma, Aut der bienenwirtschafttichen Ausstellung in Würzburg erhielt die Firma Lang u. Wieder st ein, Gießen auf ausgestellte Geräte die bronzene Medaille, "*DidschlagundSonne«istich sind an folgenden äustc- rcn Zeichen zu erkennen: trennender Durst, große Mattigkeit, schwacher Pulsütstag arnd gi'rötrtc, trockene Haut, Jn solchen Fällen ist die enle Bedingung, daß der Patient an einem möglichst kühlen Ort ruhig hingelegt wird. Die Kleider müssen gcöNnet und es muß dem Ermatteten Wasser gereicht werden. Nach Anweitdung dieser Mittel wird der Aniall sehr bald vorübergeltcn. Läßt man diese Mittel jedoch unbeachtet, jo tritt leichi der Fall ein. daß der Kranke sein Bewußtsein verliert. Der Atem geht daun im schnellsten Tempo, »«ährend die Bewegungen des Pulses noch kaum fühlbar sind. Nicht lange, uud cs beginnen Glieder- und Gesübtszuckungcn. u, man kann sehen lAugenblick joarauf gefaßt sein, daß eineHerz- oder Lungciüähmung dein Leben ein Ende macht. Man fei also aut der Hut und werrde^s» rasch loie möglich oben erwähnte Mittel an, falls kein Arzt zur Stelle ist, den man unter allen Umständen zu Rate ziehen sollte. Ist erst Bewußtlosigkeit cingctcetcu, so können die Folgen sehr schlimm sein. " Die Königin der Nacht kommt in den nächsten Tagen ini Botanischen Garten zur Blüte. Die ersten Blume» dnrfirn sich morgen abend, die eine vielleicht schon heute abend öffnen. Gegen ein kleine? Eintrittsgeld ist die seltene Blume in der Ceplon-Ausstellnng abends von 9—10 llhr zu sehen. Da sich das Orfsnen der Blüten erst gegen Abend erkennen läßt, wird näheres durch Anschlagzettel an, Eingänge znm Botanischen Garten, sowie im Schansenster drS Blnmen- hansrs Dictz zu crsahcc» sein. ** Das Gcwcrbeblatt für das Großhcrzvgtum Hessen iZeitschrist des LandeS-Gewerbevereins), Nr. 28 o. 10. Juli, bat folgenden Inhalt: Großh, Zentralstelle für die Gewerbe, Bekanntmachung, bete, Abänderung der Beiordnung über die Tagegelber und Reisekosten der Zivilbeamtcn ustv,: Bezirksverband Alzen: Gewcrbevercin lüroßckSeran: Damenschneiderinnen-Fachiure >n Gießen: Handwerkskammer zu Darmstadt: Protokoll über die 19. Sitzung der Handwerkskammer lSchiuß), — Die Manl- und K lauen fett che herrscht fort in löroß-Bieberau und Nennkirckwn, Kreis Dieburg, in Hüt» lenthal und Harnstadl, Kreis Erbach, in Affolterbach und Siedelsbrunn, Kreis Hcppimheim, in Seligenstadt, »reis Lf- fenbach, in Rvdhcim, Kreis FrieBberg, in Welgesheim, Kre,S Alzey, in Ober-Jngecheim, ochwabcnheim, Groß-Wintcrn- hcini, Dromersheim, Elsheim und Bubenheim, Kr, Bingen, Die Seuche wurde sestgestellt in Stadecken, Kreis Mainz, und in Zotzenheim, Kreis Alzey, Landkreis Gießen. Ein 76-jährigkr vom Zuge überfahren. Am -Sonntag nachmittag wurde vom Zuge 4258 bei Kilo- inrter 18,4 bei Bellers he im der 76jährige B, aus Bellersheim überfahren und getötet. Am Tawrt hintcrlasscne Briefe lasten auf Seibstmvrd schließen. Ueber den Selbstmord geht uns von unserem Mstarbeiter folgende Schilderung zu: Bellersheim, 12. Juli. Als hntte.nachmittag der Per- frnenzug 3,05 Uhr der -Strecke Hungen-Friedberg in die Stattan Bellersheim einfahrrn wollte, sprang plötzlich eine Minute vors der Statton entfernt, der 76jährige Rentner B, von Bellersheim in srlbstmvrheriicher AbsickU in den Zug und wurde sofort getötet, Er harte in einem Gebüsch den Zug erwartet, und hatte sich dann ungefähr 15 Meter von der Maschine vor den Zug geworfen. Daß, ein Selbstmord nnzrveisclhatt »vrliegt, geht aus hinterlasscnen Briefen hervor, welche der Bcrfwrbene einen an den Pfarrer des Ortes, den anderen an den Kriegervrrein gerichtet hatte, Jn dem ersten bat er, von einer größeren Trauer- seier abzusel>cn, und nur ein stilles Gebet an seürem Grabe zu sprechen, in dem anderen Brief smach er den Wunsch aus, daß er in aller Solle van den ältesten Kriegerverefnsmitgliedern beerdigt sein wolle, er war nänürch Felt^ugstrilnehmer von 1866 sowie 1870/71, Be>n Hanse ging er vergnügt weg, nachdem er seine,» Kastec getrunken hattt, nur mtt dem Unterschied, daß er bei seinem Weggehen laut Adieu sagte, was er socht nicht tat. Der Grund zur Tat soll in deni vor kurzem erfolgten Tode seiner Frau liegen, Voriges Jahr hat er feine goldene Hochyeit gefriert, I. Mainzlar, 11, Juli. Bei der heute vargenommenen Wahl eines Beigeordneten für die hiesige Gemeinde wurde der bisherige Beigeordnete Gastwirt Wiliieli» Bingel »nt 111 von 117 gültig abgegebenen Stimmen wicder- g e w ählt. -ß Ettingshausen, 10, Juki. Nachdem der hiesige Gc- meindeschäser Otto Weber sein Aint nicdergclegt hat, weil ihm keine Lohnerhöhung bewilligt wurde, hat der vor etwa 20 Jahren von der Gemeinde entlassene Sckiäser Georg S c m m l c r wieder das Hüten der Schafe übernommen. Kreis Büdingen, 4ß Ri dd a, II, Juli, freute abend gegen 7 llhr iiberstog das Luftschiff .Viktoria Lulle', von Nordwefte» kommend, unsere Stadt. Rasch iainmelte sich in de» Straße» Mid aus drn lreien Plniiea zahlreiche Einwohner Riddas, um das Luftschiff jubelnd zu Mgisthrn. Tnölelbe verminderte sichtlich über der Stadi einige MniiUen seine Slcschivtndigkeit und stog so niedrig, daß man deutlich die Pahägiere ivuiken sali: dann verschivand es IN raichenr ssliige in südwestlicher 3t,chlu»g. — Das Lnltichiff wurde uni 6 Uhr in Oddorntiosen gesichtet, es kam a,is der Richtnug Bad-Nanheim. O Wallern Hausen, 12. Juli. Da unser seitheriger Dseiyeordneter Gustav Schmidt sein Amt niederaelegt hat, findet nächste» Mittivoch, den 15. d, Mts.. Neuwahl ltati. Es werde» die Lavdiotttc L. Aßmuß »nd O. Lenz als Kandidaten genannt. Kreis Schotten, z. Aus dem Dogelsberg, 11, Juli, Die diesjährige Himbecrernte der Dogrlsb-erger Waldungen, hauptsächlich des Oberwaldes, scheint ertragreich zu werden. Das Wetter darf natürlich von jetzt bis zur Reife mcht zu regnerisch sein, denn l idurch kommen die Beeren nicht zue richttgen Bildung und verlieren auch an ihrem süßen Geschmack. Kreis Fiievbrrg. -- D o d - R a il h e i m , 12. Juli, Dir Fest-Anfsührung dcrElizabeth-Diincan-Schule am 15, Juli 'nachmittags 5 llhrj in Dad-Ranheim sticht im Mittelpunkt des Interesses unseres Badclebens, Die Karlcnnachsraqe ist eine sehr rege, und da der Umbau des Kursaales für dir BeranstaÜnng — sie findet inmitten de? großen Saales statt — nur eine beschränkte Karten«usgabc gestattet, dürste es sich empfehlen, sich bei guter Zeit einen Plntz zu sichern, — Das Programm umfaßt sämtliche llnterrichtszweigr der Schule, Zunächst wird Herr Oberleutnant Palion der gvmnastischen Uebungcn der Kinder vorführcn. Es iolgcn Bzwegungsipielr, die sich als liebenswürdige Improvisationen des Augenblicks geben. Der brüte Teil des Programms bringt Alte Lieder aus dem 13, Jahrhundert, eine Gavotte von Corclli, das Adagio und die Gavotte grazieuse aus „Les pcttts riens" von Mozart und einen Galopp von Schubert. Ten Beschluß der Aufführung bildet em Walzer vvii Lanner, ein 'Scherzo von Map Merz «di>igen werden. Das bteibt weit hinter den Beschlüffen des Sonder- vusichnffe« der Sladtverordneten-Bersanimlnng zurück, der seine Anschauung tu emei» Geueraldericht nnd drei Sonderberichten vertreten wist. --- Frankfurt, 10. Juli. 20 Schüler der Frank- furter Musterschule, darunter die Zwilliug- s ö hn e Philipp und Wolfgang des Prinzen Friedrich Karlvon Hessen sind seit einigen Tagen unter der Führung des Direktors Sander in London, Sie sind der Obhut des Profcsiors Co ck vom Kingcollege anvcrtraut uud wurden in der Londoner Gesellscklait herzlich ausgenommen, X, Hanau, 12, Juli, Tie große k a v a l l r r i ü I s ch e A u f» klärungsübung, welche vom 14.—18, t>. M, von Hanau aus M St* in den Bogelsberg rntaefaii itatmabet, stcht unter der Leitung des Lbersten v, Glasenapp, Kommandeurs der 21 S'o« v-llerrebriqade, der in Hanau Quartier nimmt An der llebuna einem Vorboten des KaijcrmanöverS, beteiligen sich die Kavallerie^ regimemcr der 21. und Ä5. Kaoalleriebrigadc, ebenso Flieger- Funker- nnd Radstihrrrabteilnngrn. Provinzial-Ausschujj der Provinz ^bcrhcisen. ^ ^ . Gießen, den >l Juli 1914. Auweiend: Provinz, aldrrektor Gcheimcrat Dr, Usingrr, als Vorsitzender, 6 ordentliche MitglirScr und l Ersatznntgtird Klag« des Joseph Kahn IV. zu Ran stabt gegen Gr. Kreisamt Büdingen wegen Versagung eine« Wandergewerbeschcins für 1914. Kghn hatte für seinen Reisenden einen Wandcrgewerbescheül beantragt, dessen Erteilung das Krrisami deshalb Mebntc, weil der Betreffende noch keine 2b Jahre al, ist. Gesuchstcller klagte daraus bc, dem Prvvinziab- ausschuß, Mit Rücksicht aus die vorliegenden besonderen Verhältnisse gab der Provmzialausschuß der Mage statt und entschied, daß der Schein zu erteilen lei. Die beiden anderen, ans der Tagesordnung stehenden, Gegen- stände sielen aus. Sport« 8. Deutsches Berbandk-Tchwimiosest vom 14 —17 August in Main,. In den Tagen vom 14.—17. August wird in Main, das Berbandsiest des Deutschen Schwimmverbandes statisinden. Ten Wettkämpfen wird auch der Großhcrzog beiwohnen. Aus dem Programm seien hervorgelwben: „Sommernachtsest am Rhein", Militäran»schc>dungsschwimmcn, ^chwrinmiechnische Vorführungen des Schwimmdetachements vom K. K. Ocsterreichiichen 8. Armeekorbs, Wettkämpfe, Fcstkommers. Festspiel mit Preisverteilung, Ball Rheiniahr, mit Salon-Ertradampfcr linier Begleitung einer Militärkapelle nach St. Goar. Unterbrechung der Fahrt durch drc Feier am Nationaldcnkmal bei Rüdeshcim. — Tarmstadt, 12. Juli. Die vierten nationalen l c i ch t - athletischen Wettkämpfe des F.-E. Llvmvia-Tarmfladt. Der unter dem Protektorat des Großhcrzogs steht, landen gestern und sticute starr Die Hauptkämvie hatten iolgendrs Ergebnis Trci- kamps sür Akademiker Jubitz-Darmstadt IO Punkte. Zweiter: Ball-München 9 P. Dritter: Dr. Clement, B R- Gießen 7' - P. 100-Meter-Vorgabelaus für Akademiker, Erster: der Deutsche Meister Korn als Malmann 11,3 Sek — 1 OOO-Meter-Läusen sür Akademiker. Erster: Kneiv-Darmstadt 2 Min 55* * Scr. — bochsprung mit Anlauf. Llall-München 1,73 'Meter, Hillebrand, Tech», Hochschule-Taimstabt, Tr. Clement Gießen. — 800 - Meter- 'Hauvtlausen. Ehreuvr d. Lssizicr-Sp B. Darmstadt. Erster: Amberger-ettrastburg 2 Min 15,3 Sek — 100-Metcr- Hauptlausen Ehrenpreis des T. Schwimmklub Junadcutsch- land Erster: Kern-München 10,9 Sek. — 50 00-9>t der - Mallausen. Wanderpreis des Berliner Tagblattes. Erster: Walz, T -Sp-Frankfurt, 18 Min. 39.5 Sek., Zweiter: Merkcl- Darmstadt. Sv>V. 17 Min. 41,3 Sek. — 3000 Meter- S t a s c t I e. Wanderpreis des Groß Herzogs von Hessen «letzter Sieger Olompia-Darmstadtl, Erster: T.-Sv.-Frankfurt 8 Min 18,2 Sek. — 400-Meter-Stasetie. Erste: Technische Hockischule-Tarmstadt 49 Sek, zweite: akademische Mannschaft der Olvmvia-Darmstadl 49 wek., zweite: akademische Mannsette. Wanderpreis des Generalmajors v. Hehl. Erster: Tp.-B.- Strastlurrg 3 Min. 39,2 Sek. — D r eikainps. Ehrenpreis von Generalkonsul ß. A. Weinberg Erster: Aubitz-Olhmpia-Darm- ftadt 10 Punkte. — Der Großhcrzog, der mit großem Gefolge, darunter dem lfleneralabjutantcn von Hahn, Oberstallmeister p. Riedesel, Flügcladjutaut Schröder u. a. den ganzen Rennen mit großem Interesse beiwohme. überreichte den Sregcrn den vou ihm gestifteten Wanderpreis persönlich mit freundlichen Worten der Annckennnng, Hnfocrfüäts»Had?rid?tcn. >— Gymnasiallehrer van Hainel in Rotterdam hat den Rns an die Universität Bonn znin Beginn des kommenden Wintersemesters angenommen: er übernimmt hier die Proscssur sür nieder- dentsche nnd niederländische Sprache als Nachfolger des verstorbenen Geh, Rats Pros, Dr. Johann Franck. — Der Ordinärste der Pharinakologic und medizinisckzen Chemie Prof. Tr. med. et. phil. Alexander E l l i n ge r in Ü ö n i g s - l> e r g lein geborener Frawstnrter) hat einen Ruf an die Universität F r a n k s u r t erhalten. ! Cfcric&t/taaL S5 Wiefern, 10. Juli. lSchösfengerichtl. „Aus an- derer Lenke Kosten z n leben" verstanden der Agent E. St. von hier und der Wcistbinbcrgesclle C. L. von Gleiberg bei Gießen. L. befand sich 1913 in finanzieller Notlage: Krankhesten in seiner Familie nich Arbeitslosigkeit brachten sür ihn bittere Not. In seiner Bedrängnis wandte er sich an den Agenten SS., um durch dessen Vermittlung Geld »u erhalten Aus Anraten K.'s oerstelcn beide aus folgenden Weg: L. kauste bei dies. Fahrrad, und Rähnmschuicu Händlern in zwei Fällen Nähmaschinen und einmal ein Fahrrad aui Abzahlung und unter Eigenlumsvorbehalt. und zahlte Beträge von zehn bis zwanzig Mark — die K. >hm besorgr hatte — als lAnzadlung an Alsbald wurden die io erlangten Rähinnsclnncn und da-:- Fahrrad von St. in einem hieiigen Pstrndhause oersetzl: von dem erhaltenen Erlös — der irweils 40 bis 50 Plark betragen harte — zog t. zuerst die dem L. gegebene „Anzahlung" und einen größeren Betrag als „Provision" für seine „Mühewalruug" ab. Ter Rest wurde a» L. ausgehändigt. Die Angeklagten sind teU- weije reumütig geständig und werden im übrigen durch die beringe Bcweisaumabme vollständig überführt. Es erhielt St. für „seine Beihülfe zum Betrug" eine Gesamtgeldstrasc von "l 5 0 Mark oder dreißig Tage Gefängnis: L. wegen „Betrugs" in drei Fällen eine Geionngefängnisstrasc von einem M onat, — In einem andern Falle hatte sich derselbe Agent K wegen „Unterschlagung" zu verantworten. Er hatte sür einen Wicseckcr Schmied auf einen Wechsel von 600 Mark bei einem Gcld- verleihcr ein Darlehen ausgenommen und sollte anstragsgcmofe dos erhaltcur Geld nach Abzug seiner .,'Proviiion" alsbald dem geldsuchenden Schmied auszablen. Er bedielt aber das Gelb längere Zeit für sich: als er es dem Schmied aus Drängen des tbeldgebers dann später auszahlen ivollte, hatte dieser bereits anderweit Geld ausgenommen. Die ausgestellten Wechsel konnle der Schmach erst nach Mühe und Not zurück erhalte». Das Gericht sah in diesem Oie bahren des St eine „Unters chlagung" und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 100 Mark. ** Gieß en er Strafkammer. Morgen Dienstag rindet keine Strafkammersrtziing statt. Tie erste Sitzung der Fericnslras- kammer findet am nächsten Freitag statt. Ten Vorsitz sülzrt in der ersten Hälfte der Gcrichtsserien Herr Landgerichrsdireltor Schm e ck en bech er, in der zweiten Hälfte wieder Herr Landgerichtsdirektor P r ä t o r i u s. CitfHrlMWaforl. ©in 2 4 - S t n n d e n - F l u g. Flngp 1 ah Johannisthal. 11. Juli. Der Flieger Nein, hold Bvbm, der gestern abend um 5 Uhr 52 anfoefticaen war, um den Dciue> Weltrekord zu brechen, ist heute abend 6 Uhr 04 hier qlntt gelandet. Er schlug den Dauet Weltrekord non 21 Stunden 49 Min. lim 2 Stunden 23 Min. mit 24 Stunden 12 Min. Ön fielt, 1?. Juli. Der Fliegerleutnant üubert ist ans dem Flugplah Zkiewit mit seinem 7fluqzena abgeslürzt und wnrde dabei so schwer verletzt, daß er bald daraus narb. London, 11. Juli. Das heutige Wettsliegen von Hendon nach Paris und zurück über Folkestone und Boulogne wlirde vou dem Amerikaner Brock mit einer Flugzeit von 7 Stunden 3 Min. 6 Sek. gewonnen. Dirth konnte wegen eines Motorschadens nicht leilnrhmcn. vermisste». * Der Coloradokäfer in Deutschland. Auf vielen Kartoffclseldern bei Hohenwedel in der Nähe von Stade ist angeblich das Vorhandensein des gefährlich ft cnKartoffel- schädlingS, des Coloradokäfers fcstgeftellt worden. Auf Veranlassung des Regiernngsvräsidenten in Stade griff eine Ministe rialkomnstssion hier ein. Bis fetzt habe es den Anschein, als ob der Käfer noch nicht über das Gebiet von Hohenwedel hinaus sich verbreitet habe. ''Dem Zeichner Woltz, der am 9. Juli vom Reichsgericht zu Leipzig zu einem Fahr Gefängnis verurteilt lpnrde, ist ein Aufschub des StrafantritlS bis Tienslag abend getvährl morden, damit er seinen Daker besuchen kanrr. Es besteht indessen der Verdacht, daß er geflächt el ist. * Ein rabiater Gc r ich t sass e ssor. Die „Boss. Zeitung" meldet aas K öln a,RH.: Bei einer Verhandlung vor dem hiesigen Gericht geriet ein als Kläger amvesender Gerichtsassessor infolge einiger Bemerkungen des Land- gcrichtsdirektors in derartige Erregung, daß er aus den Richter zusprang und ihn zu w ü r g e n s u ch t e. Das Gcrichtspersonal mußte den Richter von dem Angreifer los- reißcn. * Ter Wiener Gemeinderat bat jetzt endgültig den Besuch Berlins ansgegebcn. Nur Bürgermeister Tr. Weiskirchncr wird im Oktober der Stadt Berlin einen Besuch abstatten. * Die Neubau st recke der Bagdadbahn vou Djcrabliffc sEnPhrat-llebcrgang) bis Teil Abiad in einer Länge von etwa 100 Kilometern ist gestern von der Abnahmekommission übernommen worden. Ter Betrieb ist am 11. Juli eröffnet worden. Insgesamt erreichen damit die im Betrieb beftndlichen Linien der Bagdadbahn eine Länge von 830 Kilometern, * Die kriscrlich-russischen Forsten und die Torfmoore von Tw er sind in Brand geraten. 18 Kompagnien Soldaten sind aus Mvsdru angekommen In demselben Tistrikl vernutneie ein Feuer tue Wälder der Moskauer Elektrizitäls^escÜschast und der Stadt Troer. Auch aus den Distrikten Bicietsk und Lsbachkow werden Brände gemeldet. * Hebers ah renrs Auto. Luc Helsingör wird gemeldet: Ter Schnellzug, der um 10 llhr aknmbs von Kopcn- Hagen absährl, übersubr in der Nähe von Helsingör ein mit vier Pmonen besetztes Automobil. Bankdircktor Behrens aus Helsingör und ein ztiud wurden getörei, die beiden anderen Personen schwer verletzt 'Schiff in Not. Aus Buenos Aires. 11. Juli, wird gemeldet: Ter Damvier „Mondoza", welcher 257 Personen an Bord führt, meldet drahllos. daß er in der Nähe von Pimta Mo- gotec- > ?j auiaelamen sei und stch in geiädrlicher Lage befinde. Der Slreuzer „Patria" und zwei Schlepper sind zur Hilfeleistung ausgelaufen. Märkte. se Franks,irt a. M. V i e d » o I in n r kt b e r i ch t vo n 13 '»I,. Aultrieb: blinder 1Ö41, Ochsen 526, Bullen 10 , Kühe urä> Färsen 914, Kälber 398, Schvw 6t, Schweine 2866. Teudenz: Ileberakl stanrr Handel 'mb lieberstnnd. Preis für 100 Pld. bebend- Schlain- geivicbt Ochsen, Mk Mk, Voflsfeiichige, nndgen,ästete, döchsten Schlacht- werte-, 4-7 Jahre alt ....... 48-52 S3-83 die noch nicht gezogen baden kinigejochtes . . 41 —45 75 — 30 Jnnac steischiae, nicht ansgemästete und ältere ausgemästete............ 35-40 64 -74 Bullen. VoMeilchige, an?gewachsene, höchsten Schlacht»». 42 -45 89-65 Vollfleischige, pinaere .......... 38—41 65—70 Färs e n. Kühe. VoNNcilchia; ansgem, Färsen Höcht. Schlachtw, 41—45 74—82 Ball fleischige ausgemästete Kühe höchsten Tchlach- wcrteS bi» Wagons Mk. 8.50-9.00, im Kleinhandel Mk, 9.00-10 00 sür je 100 kg. Märkte. elu Siieder-Jnqclheim, II. Juli, Obltmarkt. Kirschen g —24 Mark, Erdbeeren 00 Ml., Stachelbeeren 8—10 Mk., ezobannisbeeren 11—12 Mk., Aprikosen 25—45 Alk., Pstrsiche 30 bis 50 Alk,, Frühbirne» 12—17 Mk, der Zentner, Amtlicher Wetterheiicht. Wctlcraussichten in Hessen am Tieosiaa, de» 14, Juli >914: Fortdaner der besiehenden Witlerimg, bis ank Geivitterregeii trocken. Rahe u. Erliolaii» mitten im Walde Jugenheim un der li<-I'ICMI rjiHH,-, Korbans n. Fnasloa OdeavaU/beim. Laft-, Soaa.- a. Kar-Bad. SaleKScbe. HUB. Pralaa. Dienstag, den 14. Juli, abends 87? Dhr, in Steins Garten: 8217 D Vortrag von Herrn Professor D.Dr.Scflian: Bahnliofstr. 34 Ecke Schanzenstr. Kur heilte und morgen. I EreiynissB iifa’i das Uipspricli! Erstens der sensationellste aller diesjährigen Films. Iler 5 bytoc)( Von Kra^ao Ein Mimodrama in 4 Akten. In der Hauptrolle Rad. Schildkraut! Zweitens die Musikbegleitung des Herrn Schreiber aun Fraukfnrt a. 2S. (Nnr noch einige Tage). 8227a Alleinvertretung und Lager ,«* c Wilh. Rudolph Hoflieferant Giessen Sl ^ n ^* Stadttheater Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Dienstag, den 14. Juli 1911, abends 8 Nhr: Viertes Operettengaslspiel des Großherzogi. Kurtheaters Bad-Nauheim. Unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Jnl.-Regis, „Kaiser Wilhelm» Sir, 118 . 180936 Gewöhnliche Preise! Gewöhnliche Preise! Abonncntc» zablcn gegen PorwciS des 4. Grmästigungs-KuvouS Ncinc Prciie Ncnbcit! Neuheit: „Bpüderldn fein“ Alt-Wiener Singspiel in 1 Auszug von Julius Wilhelm, Musik von Leo Aall. Hieraus: Die schöne GaSaths“ Mythologische Over in 1 Alt von SnvvL ssenösfnung 7 4 / 2 Nhr. Anfang 8 Uhr. Ende IO*/* Nhr. Studierende genickten Preisermäßigung. HesoutlcrHelten: Progressiv fallende Prämien für Lebensversicherungen, für Männer im F Frauen getrennte Pen L ____ __ j Billigste •' e0 ^Prämientarife für Lebens- yrie für Rentenversicherungen . in «««» crö*»er«* FUl teen. tr l>nrnnttadt. 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Kaiser-Allee 151. kJ Wi n ■ IS iDORBiinunnomnu Gewerbe-AusstellungGießen 1914 für Oberhessen und angrenzende Gebiete Unter dem Protektorat Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Hessen Es wird hiermit darauf aufmerksam gemacht, dass Pakete, die mit in die Ausstellung genommen werden, an der Kasse mit einer Kontrollnnnimer versehen werden müssen. Zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten beim Verlassen der Ausstellung wolle man diese Bestimmung genau beachten. 8249C J»er Vorstand. Wohn - Gcschästcchnlls aut reut., sos. zu lausen ges. Oft. snb B630 an D. kreuz. ö.m.ü.,£>.,i'latmt)cml.* nl nz 8,31 J Eine gebrauchte, noch gut erhalt. Hobelbank z. kau», ges. LllsmINeieker. Slaserei.bied. Hermes Lehr-Institut Wesl-Anl.51 Babnhofstr.45 «S- Beginn neuer Handelskurse am 15. Joii und 1. August. Anmeldungen täglich. ^^vThT Empfehle mich im Unfertigen von Herren und Damen- «lardcrobc in n. anher dem Hanse. Zl.Hübner.Sdineider Steinstrahe 66. 04596 Herr, hier fremd, sucht Au- schlust an best. 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