Nr. 16 « Der Eichener Lozei-r, erscheint tätlich, archer Sonn»«-^ — Beilagen: viermal m»ct»enrltch Kietz» er^»uu'!iev6tätttr. uvnoml wöchentl.XreiS' blatriÄ6» «reir Oietzen wirVchLftlich« Zettfra-ea ^^ernlr>"ch- Anschlüße: für dtt Redaktion 112, Verlag u. Expedition bl Adresse für Depeschen: «»-ei^er Gietzeu. »«otz«e von Anzeige, für die TageSnlimmer blS vormittags S Uhr. Erster Blatt 164- Jahrgang Samstag, il. Juli 1914 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotations&nitf »ni» Verlag der vrühl'schen Univ.Guch- und Steindriickerei S. Lange. NedaMon. Lrpcdition und vrncktrel: Schulftrahe 7. -? ».* VczttqSvrciK: monatlich7LPf., vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 6b Pf.; durch die Post Alk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ a»lsivärts 20 Pieumg. Ctjcfrebaftciir: A. Goetz. Pcrautwortlich für den polit. Teil: Aug. Goeg; für .Feuilleton", .Vermischtes^ und,Gerichts- faal-: Karl 9leuratlj; für .Stadt unb Land" Die heutige Nummer umfahr 20 Seiten. politische Mochcnscha«. Gießen, 11. Juli. Der am Domierstag geschlossene 35 hessische Landtag, der tm Jahre 1911 zusammengelreten ist. har nach der amtlichen Liste eine beträchtliche Anzahl von Vorlagen vollzogen, und wenn er auch im Gegensatz zu der vorigen Legis- taturpcriodc nur „wenige größere GesetzgGbungswerkc von allgemeiner Bedeutung" sertiggcstellt hat. so hat er in kleineren Vorlagen doch eine ganze Menge von "Arbeit geleistet. Tie Zahl der abgehaltenen Sitzungen übersteigt die der meisten früheren Landtage z. T. ganz wesentlich, dabei muß man aber immerhin berücksichtigen, dass zu Anfang der Legislaturperiode manche Sitzung mit politischen Auseinandersetzungen angefüllt war. Durch die Vermehrung der Mandate der linksstehenden Parteien kam cs. daß mitunter die politischen Gegensätze viel deutlicher her- vorkraten und auch schärfer aufeinanderstießen, als inan das seither gewohnt war und sich sogar außerhalb der Kammer iveiter ausspannen. Die Verhandlungen über das Beamten - und Lehre r b c so l d u n as g c s c tz, die sich sehr lange hinzogen, haben nicht das Ergebnis gezeitigt, das der Zweiten Kammer ursprünglich vorschiocbte, denn sie vermochte »ict>t. die von ihr ursprünglich einstimmig gebilligte Aufbesserung der Lchrergehälter, die die Unstimmigkeiten der bisherigen Bcsotdnngsordnung beseitigen sollte, gegen die Erste Kammer durchzuführcn Auch bei der Erhöhung der Zivilliste, Uber die sich der Großherzog in der Thronrede mit ganz besonderer Genugtuung äußerte, hat sich der starke Einfluß der Ersten Kammer deutlich gezeigt. Einen erfreulichen Wettstreit der beiden Kammern veranloßtcn die Beratungen Uber die Hilfstätigkeit zum Besten der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Das Darlehen und die Kreditgewährung für die »eugcgründete Zentrolkasse der landwirtschaftlichen Genossenschastcn wurde dadurch Uber den Antrag der Regierung hinaus erhöht. Von wesentlicher Bedeutung ist die gesetzliche Regelung der Schuldentilgung, Uber die sich der Großherzog in seiner Thronrede des längeren auslicß, und die trotz der steigenden Staatsbedürfnisse durchgcfiihrt wurde. Die in der Thronrede zum 35. Landtag angekiiudigte Revision des Schulgesetzes ist dem Landtag zivar nicht vor gelegt worden, aber bei den Beratungen über die nationale Einheitsschule und bei der Ordensvorlage, wurden die For derungcn der liberalen Schmlpolitik nicht nur ausführlich erörtert, sondern auch nachhaltig vertrete». Tic finanziellen Beziehungen der Einzelstaaten zum Reich sind, lvie in der Thronrede hervorgchoben wurde, auch in der abgelaufenen Landtagsperiode nicht unverändert geblieben. Tie Reichs sinanzresorm des Jahres 1913 hat die Landesfinanzen durch loeiterc Jnanspruckniahinc von Landesabgaben siir das Reich pnb durch Einführung neuer Reichssteuern unmittelbar und mittelbar in einer Weise beeinflußt, daß es der Regierung nicht leicht fallen konnte, sich mit ihr abzufindcn Wie sich der nächste Landtag, bei dem die Hälfte der seitherigen Mitglieder auszuschcidcn hat, im ganzen zu- jammensetzen wird, das liegt vorläusig noch völlig im Tun- kcln, zumal durch das Pluralwahlrecht ganz unvcrmulcie Verschiebungen cintretcn können. Hoffen ivir, daß die Neu wahl so aussällt, daß das Wohl unseres Landes trotz aller politischen Gegensätze in reger, gemeinsamer Arbeit nach- haltig gefördert werden wird. In einer längeren Abhandlung, die sich mit dem Schlüsse unseres Landtages beschastigt, kommt die „Köln. Ztg." auch aus das Verhältnis von Regierung, Landtag und Erster Kammer zu sprechen, die fesselnd genug ist, um sie hier wieder- zugebcn. Es Iieißt da: In dem Verhältnis von Regierung zu Landtag hat sich in der zu Ende gehenden Legislaturperiode nichts verschoben, es gibt keine ausgesprochene Regierungspartei, und cs kann sie — wenn man von den großen Grundfragen der Ausgaben, Rechte und Pflichten d«?s Staates absieht — in Hessen auch nicht geben. Die Verhältnisse sind so klein, daß cs einem Abgeordnete» bei seiner aus seiner örtlichen Umgebung l>crgclciletcn, wirklichen oder vermeintlichen, Kenntnis aller Verhältnisse schivcr sälll, sich von diesen loszumaci>en und einen höhcrn Gesichtspunkt, wie ihn etwa eine Partcidisziplin verlangt, anziierkenncn. Ties gelingt nur den radikalen Parteigruppen, zu denen in diesem Zusammenhang neben den Sozialdemokraten auch das Zentrum zu nennen ist. Es bildet bei der sich nach dem Gesagten häufig ergebenden Zusallsgrup» picrniig das Zünglein an der Wage. Da seine Zusammensetzung im übrigen über das Diirchschnittsmaß landtäglicher Befähigung hinausragt, konnte cs eine Bedeutung erhalten, die diirch die Zahl feiner Mitglieder nicht gerechtfertigt wird. Wichtiger ist das Verhältnis zwischen den beiden Häusern des Landtags. Man kommt nicht von dem Eindruck los, daß man einen guten Gedanken, den man in der Zlvciten Stammet nicht hatte, eben dort nicht gern mierkennt, wenn oder iveil er vvii der Erste» Kammer komnit. Dabei tritt doch auch in Hessen eine Erscheinung hervor, die man überall beobachten kann, tvo ein liberales Wahlrecht eine demokratischere Zusammensetzung de-s Bolkshauses bringt: die Erste Kammer regt sich automatisch, um dieser Neuordnung der Dinge gegenüber ihre Bedeutung zu bclstrlten Und diesem Bestreben und nirfvt nur der Tatic>cl>e allein, daß die Erste Kammer kluge, fleißige und politisch geschulte Köpfe hat, entspringt ihre wachsende Bedeutung. Die äußere Politik dreht sich seit Wochen um dieselben Fragen, ohne daß auch nur eine einzige irgendwie gelöst worden toärc. In Albanien hält Fürst Wilhelm immer noch aus, aber seine Soldaten, die vor dem Feinde ebenso feig sind wie dreist vor den Frauen und dem Besitztum ihrer Mitbürger, werden ihm wohl kaum den ivanken» den Thron sichern können, wenn ifynt nicht von Rumänien starke Hilfe kommt. Gestern kam die Nachricht, daß im Scl)lvß 'Neuwied große Sendungen der fürstlichen Hofhaltung aus Durazzo ciugetrosscu seien und dag die früher von dem Fürstcnpaar bcwolmtcn Räume des Schlosses in aller Stille wieder zur Aufnahme des Fürsteiipaares hergerichtet würden. Tie Nachricht ist bis jetzt noch nicht bestätigt, aber man kann sich der Erwägung nicht verschließen, daß mit der 'Abdankung des Fürsten für 'Albanien keineswegs eine bessere Lage geschaffen wäre. Ein neuer Fürst würde zweifelsohne mit neuen Schwierigkeiten zu kämpfen habe» und eine Teilung des Landes unter die begehrlichen Nachbarn ist ivohl ebenso unmöglich, als das Land sich selbst zu überlassen. DieLagcinJrland und zu aal in Ulster l>al sich bedrohlich verschärft. Nach einer D> rlegurrg des Svnder- berichlerstatters der Times hat eine (trofic Anzahl der Ulsterschen Freiwilligen die Hoffnung misgegcben, daß sich die Schwierigkeiten ohne .Krieg noch weiter hinscksteppcn werden. Schon vor drei Monaten war die Unruhe im tR'- schäst, der Zcrstrll im gesellschaftlichen Leben, die unausgesetzte Anstrengung der Bereitschaft, die Verstörung der Gemüter infolge der Ungewißheit über das, was der nächste Tag bringen konnte, so anstreiigcnd und angrcisend gclvvr- den, daß man ansing zu wünschen, es möge nur irgend etwas wirklich geschehen. Heute aber ist die Spannung nahezu unerträglich gcivorden. Daß aus beiden Seiten die Nerven bedenklich erregt sind, erkennt man schon an den zahllosen Gerüchten, die von Stunde zu Stunde in Umlauf gelangen An drei, vier verschiedenen Orten ist cs in den letzten Tage» zu Panikausbnicheii gekoinmeu infolge von Gerüchten, daß die eine oder andere Partei im Begriffe stehe, über die andere herzusallen. Am unheimlichsten und lsartnäckigstcn tritt die Behauptung aus. die Bclsastcr Na- tioiialistc,, oder wenigstens ein Teil vo» ihnen häiien eine große Menge Vitriol gelagert, das sie angeblich gegen die Unionisten verwenden wollten, und das ESerücht fügt hinzu, die Freiwilligeu in gewisse» Bezirken hätten sich mit 2alb- stoffcn ivic Vaseline vorgesehen, »in Gesicht und Hände zum Schutze gegen diese Säure einzureiben. Diejenigen, die Krisen in der Geschichte, im wirklichen Leben oder aus Büchern studiert haben, wissen, daß sich ihr Herannahcn stets durch eine Menge toller Geschichten onklmdigt, von denen manche im höchsten Grade unwahrscheinlich sind, und andere wieder ans einer kaum nennenswerten Klcinig- keit von Wahrheit beruhen. Schon wird der größte Teil der Provinz Ulster siir alle praktischen Zwecke von den nnionisti- schen Freiwilligen regiert. Ungeachtet der amtlichen Macht- volllommenheii des Herrn Asquith sind sic ein unvcr- fassungsiiiäßiges Heer gcivorden und marschieren in gesctz- nndriger Weise durch die össcntlichcn Straßen mit Waffen, die in ungesetzlicher Weise eingeschleppt worden sind. Herr Asquith aber räumt schwächlich ein, daß er nichts tun lünne. Wie nun, wenn man zu dem Wesen der Herrschaft sich auch der Form bemächtigte? Es ist unmöglich, daß die Periode des Vcrschlcppcns und WwartenS noch viel länger dauern kann. Der Faden kann nicht schärfer angespannt werden. Der Augenblick, wo er reißen muß, ist nahe. Welche Entschlüsse man in Belfast für unvermeidlich hält, ist aus dem an anderer Stelle mitgeteitten Ausruhr i» Ulster zu ersehen. In Mexiko wird man sich jetzt in eine neue politische Lage siiiden müssen. Die Verhandlungen ii^ Niagara Falls haöen zu einem Rückzug der Vereinigten Stau len vor der Politik des lateinischen Amerika geführt. Von Tampico und von einer Genugtuung, wie sie von Huerta gefordert wurdcz ist weiter keine Rede, Mexiko wird selbst über seine Zukunft zu entscheiden haben, und mittlerweile veröffentlicht der „New Hork Herald" ein furchtbares Anklagematerial, um zu beweisen, daß die mexikanischen Parteien organisiert, besoldet und bewassnct wurden von den großen amerikanischen und ausländischen Syndikaten, die um Beherrschung Die Werkbundschau in ttöln. Bon Franz P Brückner. Im Gegensatz zu der Herrschaft der Masse, die dos 19. Jahrhundert mit gewaltsamer Unterdrückung alles Persönliche» ausge breit« hat, will der Deutsche Werkbund wieder eine H c r r s ch a s t des Persönlichen ansrichten, ein Reich, in dem jeder Einzelne wirken kann noch seinem Willen, nach seine» Gabe» und Kräften. Und in diesem Reich wird auch die Frau Mitarbeiterin, hier soll sie wirken und schaffen können nach ihrer persönlichen Eigenart. Ter Bund will darauf hinarbcitcn, daß die Frau endlich Q n al i t ä t s v c r st ä n dn i s erwerbe und pflege, ist dach die Frau die Hauptträyerin des heuer herrschenden Warenhungers. Und schließlich kan» die Frau sich allgemein-produktiv betätigen, wenn ancb der tektonische Eharakicr der neuen deutschen Werk- kan» ein durcktzrns männlich« ist und bleiben wird. Aoer da die Werkkunst auf Persönlichkeiten gestellt ist, die im gcivissen Sinne stets eine fremde Individualität aufzwingen, wird die Frau hier vermittelnd und ausgleichcnd wirk«, können, sic wird durch ihr Wesen, durch die Art der 'Anordnung etwa eine ganz persönlich qzedachte Roumausstaltung mit ihrem Geist, mit dem Geist der Familie durchdringen. Ihre Ausgabe ist cs, das Schmückende, Liebe, Fardensrohe, Amnotsvvlle hineinzutun. so ist auch der Frau aut dieser Werkbundsckiau ein eigenes Haus eingcräumt, das mit feinsinniger Sachlichkeit und erlesenem, künstlerischem Geschmack ausgestatt« ist. Hier will die moderne Frau in ihrem gesteigerten Selbstgefühl beweisen, wie auch sie ln gewerblichen und künstlerischen Dingen „ihren Monn sieht" Reichlich sind her iraturgrmaß Stickereien, Gewebe und Batikarbeitcn vertreten, zum großen Teil Schöpfungen »VN Phantasie und vornehmer Farbigkeit. Auch ihren „Clou" hat die Werkbundschau, wie man das ja heute von jeder 'Ausstellung erwartet. Es ist das „Oesterreich i s ch e Hau s", gleich vorzüglich in der architekwnischcn Gestaltung, wie in der inneren, künstlerischen 2lusmach»ng, wenn auch zwischen beiden nicht die letzte Harmonie zustande gekommen ist. Joseph Hass mann schus die Architektur, nicht die eigenwilligste und subjektivste, aber gewiß die interessanteste und die, die sich am stärksten cinprägl. Dieser ernste, fast schwermütige Bau mit seiner strebenden Berlikatc, mit den schiocren Pieilcrn, den uberhohen Fenstern, und »mNeidet von dieser mystischen, grauen Farbiöniin-i, ist so ganz persönlich gedacht, veNritt in seiner >a traten Geistigkeit jenes Wien, wie es in der Dichtung etwa der ernste, schwermütige Grillvarzer nachcrlebt hat. Entzückend ist der Jnnenhos, den Oskar Strnad eniwari, ganz individuell durch- gesvrmt und unbedingt fruchtbar iür den modernen Haus- und Ausstellungsbau. Dieser Jnnenhos gibt den reizvollen Auftakt und dann durchschreitet man^die Flucht der Säle in ihrer geistreichen Ausmachung, mit den Schätzen des moderiien Kunstgcwerbcs, die hier in bunler natürlicher Folge sich präsentieren. Man steht üb« rascht »or dies« eminenten künstlerisckien Durchdrrngnng auch des Kleinen und Kleinsten, nirgends ein Raum wieder andere, nirgends kommt «ne Ermüdung auf, ft«s eine neue Stimmung, neue Valeurs, ein anderes Licht, ein anderes Raumgeinhl, eine originelle Farbenharnoonic. Man sieht Dinge, so wundervoll gekünstelt imd so einfach und schlicht gearbeitet, wie sie eben in d« ganzen Welt nur die Wiener mack>cn können. rVtan staunt üb« die krästtge Phalanx junger, strebender Talente, die drüben tum (bedanken des Werkbundes auigegrisscn baden, mit einer Inbrunst und »in« Selbstverständlichkeit, als läge es ihnen im Blut. Und das ist ja schließlich das Entscheidende: die große Idee von der Durchgeisti- gung der Arbeit, zu der die Deuisäzen wie zu allen Ideen doch immer nur erst erzogen w«dcn müssen, weil ln« eben ber Konnex mit ein« innerlich gcscstctcn Kultur längst verlor«! gegangen ist, diese Idee kommt den Wienern gar nicht so fremd und absonderlich, sie trisst dsi ihnen auf eine alle, gute Tradition, Und diese Tradition ist heute noch so ungemein srnchlbar, von ihr künnen die jungen Künstler zehr«:, es ist eigentlich gar nicht so sehr viel Neues und überwältigend Modernes, was wir hi« sehen. Nicht die Einzelstücke sind es, die in diesem Hanse Überraschen, es ist vielmehr die in zahllosen Gliedern lebendige, ziellicherä Arbeit. Auch diese künstlerische Konzentration haben wir in Deutschland nicht. Das wirkt hier aUos so unmittelbar: Ter Raum ist eig«itlich nie Ausstellungssaal, nie Rahmen oder Relief, das Eine bedingt da-s Andere und ans dem Zusammenslust aller Einzelkräfte resultiert die hochentwickelte, Mnstl«ischc Harmonie. Es ist überall so viel Liebenswürdigkeit, Spiclireude, sein« Instinkt, lächelnde .Kaprice, traumhast-launigc Phantasie, kindliche Naivität und gefällige Grazie. Mit dem Spicltrieb geht die Arbciissteude verscknvistert, der Wille zur Kunst ist diesen Menschen «was Naturgcborenes, etwas elementar Jnstinklhastcs. Tie Räume des Böhmischen Werkbundcs sind gewiß sehr interessant und originell, aber im ganzen unserem Krinst- empiinden doch allzu sernliegend. Otokar Novotny, der die Räume entwarf, kommt immerhin, trotz aller Originalitätssucht, rein dekorativ zu manch hübschen Wirkungen. Aber in dies« Modernität liegt doch so viel Erzwiing«ies, Gewaltsames. Wenn man dabei auch nicht einmal entsckwiden will, ob diese Entwürfe im GedanNichen von einer zur Mani« gesteigerten Tradition ausgehen oder von d«i jüngst-modernen Strömungen in Malerei und Plastik becinilußt sind. Man nimmt sic eben am besten als Ausfluß einer territorialen Svunstgesinnung, >m Geist ihrer berkunst, ihres besonderen Sbulturgebietes. Es lohnt im übrigen nicht d«> Müde, all die einzeln«, Häuser, Schulen und Abteilung«! aus- zuzäklcn, denn zioischen vielem Anregimden, Bem«kenswctten steht doch manches Durchschnittliche und Belanglose. Es genügt dos Markanteste anS der großen Fülle herauszulösen. Die Idee des Werk- bundes von d« k:iilsil«ischen Veieoelung des Handn>«ks^mag kaum irgend jo eindringlich verwirklicht sein, wie im Hause Oesterreichs. Am nächsten komntt diesem Gedanken vielleicht der bayrische Raum, der in strenger Auswahl alle Erzeugnisse des bahrischcn Kunstgewcrbes in bunler Folge geschmackvoll vereinigt. Das Haus Bremen-Oldenburg macht im V«gleich zu den charmant- spielerischen Räumen der Wiener eh« einen kübl-sachlich«i, ab« sehr gediegenen Etndrnck. Die Räume, die R. A. Schröd« «lt-> wari, halt«! sich i n den Grenzen eines Ivohlmwogenen skonstrva- tivismns, mögen in ihr« ernsten Zunickhaltnng für das inncn- künstlerische Raumgefühl der nordwestlichen Deutschlande bezeichnend sein. Prachtvolle Arbcücn stellt hier auch die Edelstein-Judü-, fteie Idar-Oberstem aus. Das HausSachscn, von den Architekten Lossow und Kühne «Itworsen, hebt sich in seinem dekorative» Schwung von dem Hintergrund alt«, still« Poppeln rcizvall ab. Es zeigt li» Inneres eine Flucht seinsinnig entworscncr, wirksam aiisgcstattet« Räume. Vorzüglich ist der Dresden« Schauraum, den Hans Erlwein schuf, »nd das ernste, feierlich vertäseltc Sitzungszimm« der Stadt Leipzig »ach dem Entwurf von A. und E. Herold, mit Biichbänden und Plastiken zu vornehm« Einheit gesteigert. Chemnitz und Plauen stelle» ausgewähllc Erzeugnisse ihrer kultivi«ten Spitzcnknnst ans. Man sicht serner reizvolle Stücke der Porzellan- ckunst, die heute von der Grazie eines südlichen Rokokogctäudels ernsthaft zu dem pveckgercchte» Rhythmus der mod«»e» Linie über- zugch«! scheint. Die Ladenstraße ist nicht das geworden, was man uns versprochen l>at. Oswin Hcmvcl schuf hier eine allzu- länglichc, stets das gleiche Motiv onschlagcnde, säst »wiioione Sira- ßenzcile, die als Elanzes gesehen, nur wie eine kümmerliche Attrappe wirkt. Was die moderne Dekorationskunst heute zu leisten vermag, iruvieweit sich das Sch a II s eil stc r i» den großen :iu- sanimciiltzing unserer Kulturbcwcgung einrciht, soll hier gezeigt werden. Und die Regeneration des Geschmacks Hai auch dickem unscheinbar«! und dock, in seiner weiteren Auswirkung so bedeul- samen Faktor des modernen Lebens neue Bahnen gewiesen. Nur daß man in dieser Straße sür Dekorationskunst, bis heute wenig- st«is, noch allzu ivenig davon merkt. Aber vielleicht setzt die Aus- stellungSleituiig doäi auch hier nocki ihren Willen durch und läßt von anerkaiinten sinnstlcrn die Ausstattung in peckönlich«, künst- lcrisch-durchgebildctcr Arbeit entwerfen. Das große Fabrik - und Burcaugcbäudc, in seinem großzügig monumentalen Clzaraktcr von WaltcrGropius cnt- wockcm, wird gerade in diesen Tag«! vollendet. Hier zckgt der Wcrk- bund, welchen entschcrdcndcn Einsluß der Gedanke der Form aus das gesamte Arbeitsgebiet der Industrie in ihren Bauwerken, Produkten. Maschinen »nd in ihrer ganzen inneren künstlerischen Organisation gewonnen hat. Die Abteilung für kirchliche Kunst ist in drei kapellenartigcn Anbauien, gesondert sür den protestantischen, katholisch«, und jüdische» Slnlius vertreten. In ihrer Art selbständig durchdachte Raumgestaltungen, atmen sie in ihrer reichen, doch nie aufdringlickien Ornammtik eine ernste und oornclMe Würde: in d« Theorie könnte d« Gedanke von der Rückständigkeit rmsercr neuen kircktlichcn Kunst als abgetan werden. Ab« dann wird man wieder an die grostzM Svirck>cns«ist« von Thorn-Prikker «innert, die in einem cigenS «bauten ck>araktcristtsch«i Hans zur Schau gcstcNt sind. Noch immer wan- dcni diese prachtvollen Stücke nroderner Glasbildkunst ruhelos durck» die Welt, sckt Jahr«! begegnet man ihnen aus den großen Ausstellungen. Es sind W«kc ein« großen, eigennnllig ihren Weg tvandelnden Kunst, die glcichcrniaßen durch den schönen, großzügigen Lnuenfluß wirtzm, wie durch die glüh«,de Farbe,» gebung, die an tiefer Leuchtkraft den Kirchensnistern d« Gotik nicht nachstcln. Tic kirchliche Behörde hat die Annahme dieser wnmdeckai» komponierten Glosgemälde, die für eine siirck>c m Neuß bestellt waren, nickst g«lehmigt, Bon den Sckun st gewer b c schiilc n bcanspruckzen drc von Hamburgs Stöbt, Bervur «iü Magdeburg als Bcrttckcc einer kühn t*r mntltmtfdieu SVtDm'ii uttb um mexikanisches Petroleum kunrpfen Die .Rftichnsineß' tratzse Sck>uld daran, daß die meitkanische ReocKutirm auslbrach, und daß sie nu1)t schon langst zusammengebrochen sei. Ein MidglilK» des Repräscn taute,ihanslkS, Bertrrter fiir Kalifornien, namens Julius Kahn, hat darirnihin die folgende Interpellation eingc- bvadjt: „Der Sbacttssekretär wird ersucht, sosort der Kam- n»er, falls das öffentliche Interesse e-Z gesbarlet, ,;ur In sorntatil'i, die Briefe, Dokumente und Instruktionen oorzu legen, die Mr, John Lind, dein sp>-ziellen Vertreter des Präsidenten in Mexiko, Ungeschickt imirden tmd welche die Perficherungen detresfen, die Mr Lind dein Kapitän Hopkins (juristischer Beirat der Konftituponalistcn in Washington) ober irgendeiner «ruderen Persönlichkeit gab, um, wie die Publikationen des „9few York Hcrald" festste klön, Kriegsmaterial aus einem Hafen der Bereinigten Staaten in den Golf von Mexiko, vornehmlich nach Mobile oder Pensacola auf Kuba zu exportieren, und zwar aus Schissen, die in Kuba ihren Kurs andern und sich zur Mündung des Rio Bravo »oenden sollten, um sich den Konstitutionalisten ohne jedes Einschreiten der Bereinigten Staaten anzuschließcn," Diese Interpellation ist der Kommission für auswärtige Angelegenheiten überwiese» worden. Es ist anzunehmcn, d>iß sie dort einm Ruhcpunkt finden ioird. Bedeutsam ist das Derhalten der r u s s i s ch e n P r e s s«, die sich in dem Augenblick, da die Ankunft Poincares bevor- stcht, scl>arf gegen England wendet, nacl>dem das englrsaze Geschwader kaum den Hafen von Kronstadt verlassen hat, Tie Erbitterung beruht ja wohl aus einer langst bekannten Abneigung gewisser Kreise vor England, sie beruht diesmal aber noch im besonderen ans den von England erworbenen Oelquellen, Sv schreibt z, B, die Nolvoje Wremja, „Tie Erwerbung des Monopols auf russisches Naphtha gibt das Schicksal Persiens in die Hände der englischen Regierung, ganz wie der Ankauf der Suez-Kanal-Altien ihr die Macht über Aeqppten braelste. Das und nicht (Wie Str Edward Grch aus führte) Willkürlichkcitcn der russischen Konsuln, gebe einen gerechten Anlaß, das anglo-rujsisä-e Abkommen zu revidieren. Wir irren aber nicht in der Annahme, daß in naher Zukunst neben dieser Naphtha- frage die Frage der trän s pe r s i s ch c n Bahn neuen Anlaß zur Entrüstung der russischen Presse geben wird. Die ersten Anläufe dazu sind uns bereits cntgegen- getreten. In England aber scheint allerdings die ilkeigung, einen direkten Weg von Teheran nach Indien zu scl>afscn, nur noch gering zu sein, was insofern nicht zu verwundern ist, als jetzt nach Erwerbung der Oelquellen für die englischen Interessen nähere und dringendere Ausgaben in den Vordergrund rücken. Es ist uns jedoch im Zusammenhang mit der Frage der transpersischcn Bahn ausgesallen, daß russischerseits jetzt mit besonderem Nachdruct aus die Notwendigkeit hingewiesen wird, von Buchara aus Verbindungen mit Afghanistan anzuknüpfcn, So tveitet sich da--- Gebiet der „unsicher»" Nachbarschaften immer mehr, und wir glauben schon jetzt die Entwicklung vorauszusehen, die aus Äjjerbeidian und dem kaspifchc» Persien ein neues Buchara gemacht haben wird. Es ist, was Graf York in seinem berühmten Buch über das Vordringen der russischen Macht in Asien, das „Suchen nach einer Grenze"' nannte," Ebenso einseitig gehässig ist auch die Stellung der russischen Presse zu dein Mord rn Sarajewo, So meint dasselbe Blatt, dast altes, was über eine serbische Agitation gesagt werde, ans Fälschungen zurückgeh«, „Die verbrecherisch« Arbeit der Falsisikatoren" tverd« jedoch niemanden irre führen, Tie fast einmütige Ueberzeugung Europas sei, deck für den Tod des Erzherzogs die moralische Verantwortung Oesterreich zusalle, das eine Atmosphäre des Zorns, des Misses und der Erbitterung systematisch geschaffen habe. Man sicht, die russische Presse nimmt es nicht sehr genau und sieht Rußland für Europa an. Hierzu bemerkt die „Kreuzztg," sehr richtige Daran, daßdie serbische» Elemente Bosniens und der Herzcgonnna von Serbien aus snstematisch in antiösterreichischem Sinn bearbeitet iverden, kann ebenfalls niemand zweifeln, der die Verhältnisse verfolgt hat, wie sic sich seit 1908 gestaltet haben, und es wäre gewiß nicht zu verwundern, wenn die österreichische Politik auf Maßregeln bedacht iväre, um Serbien eine direkte Nachbar,N,att zu Bosnien, Herzegowina und Montenegro zu verbauen, Auch taucht je länger je mehr der Verdacht auf, daß die Unruhe,i in Albanien in Zusammenhang mit den Zukunftsplänen Serbiens stehen. Das Blut, das in Sarajewo geflossen ist, und die Schatten der Ermordeten erheben Klage gegen Serbien und auch der noch immer ungesühnte Mord des Königs Alexander und seiner Gemahlin ist aus der Vcr- gessenheit, in ivclche man ihn zu begraben bemüht war, wieder lebendig in den Vordergrund unseres Empfindens getreten, Es ist nicht denkbar, daß dem beleidigten sittlichen Bewußtsein des Abendlandes die Sühne versagt wird, die es fordert. fortschreitenden Modernität erhöhtes Interesse, Auch der große Saal Homburgs nimmt durch seine Geschlossenheit im Teko- ralivcn und die grofzügig-reizvolle Wirkung eine Sonderstellung umer den Schauräumrn ein. Der Charakter dieses Saales ist bestimmt durch ein mächtiges, ganz in schwarz-weisj gehaltenes Glas- scnster von Pros, Czeschka, das durch seine ieine ornamentale Wirkung dem ganzen Saal etwas von einzigartiger, natürlicher Feststimmung gibt. Ganz am Ende der Ausstellung breitet sich die von Metzen- do r s, dem Architekten der Kruppschen „Margaretenhöhe", erdachte Anlage des Neuen Nicderrheinifchen Dorfes aus. Vielleicht nicht io sehr für dieses besondere Gebiet bestimmt, bietet diese Toriiiedelung eine Fülle von fruchtbaren Anregungen tocit über den Einzeliall hinaus. Die WohncinrichMngen sind ciniach gehalten, aber solid und geschmackvoll in Farbe und Form, Tie Torskirchc, die wie etwas ganz Verwandtes mitten aus der Siedlung herauswächst, cntwülclt ihre Form aus den gleichen Elementen, wie die Häuser, die Ausstattung verrät einen persönlichen, frischen, herzhaften Sinn, Tics Dorf ist keine Thcaterkulisse, massiv in Backsteinen erbaut _ ringt cs sich aus konventioneller Altertümelei heraus, stellt eine Schöpfung von individuellem, modernem Charakter dar. Und gerade aus diesem Gebiete möchte man den Bestrebungen des Werkbundes nachhaltigsten Erfolg wünschen In der großen Perkchrshalle von Eberhardt zeigt die starke Beteiligung unserer Verkehrs- und der anderen schweren Metall-Industrien, wieweit der Formgedanke des Werlbundes auch in diesen Kreisen sich durchgerungen hat, wie der Qualitätsanspruch als eine Stärkung des Ansehens unserer nationalen Arbeit gewertet wird. Und damit scUießl sich wieder der große Kreis, der Weltbund will die Qualitätsarbeit jördern und den Willen zur Arbeit, zur besten Arbeit wecken, so umfaßt er alle Qualitäts- industrien und reicht hinein in die freie Kunst, Ter Bund ist im besonderen der Meinung, daß das deutsche Volk heute die nationale Kraft besitzt, ftl allen Dingen, die es gestaltet, seine wesen- eigene Art auszudrückcn. In aUcn Dingen des Lebens das eigene na tionale Wesen zum Ausdruck zu bringen, sie künstlerisch und geistig zu durchdringen: das ist der große Gedanke, Und die neue deuttcde Form wird die Herrschaft des deutschen Gedankens in der Welt ausbreilcn und befestigen, sicherer als Politik und Hccrcsrüstirng, An» Stadt und Land. Gießen, ll. Juli 1914. Provinzialdirektor Geheimer«« Dr, Usingcr über die Elektrizitätsversorgung der Provinz Oberhesscn. Der Vortrag des Proviiizialdirektvrs, von dem wir an anderer Stelle eingehend berichten, gab ein ungemein klares Bild von der Vorgeschichte und der Durchführung der Elektrizitätsversorgung für Obrrhessen Es war eine dankenswerte Aufgabe, die sich der Vortragende gestellt hatte, denn gerade über das Elektrizitätswerk der Provinz herrschte in vielen Kreisen der Außenstehenden vöslige Unkenntnis, Die Ausführungen Geheimerat Usingers waren geeignet, die Hörer davon zu überzeugen, dag Oberhessen in der Per- sorgnng mit elektrischer Energie ein Werk besitzt, das trotz vieler Unkosten rentabel sei» und l>csonders seine ideelle Aus- gäbe, zur Förderung von Gewerbe und Landwirtsü>aft zn dienen, voll erfüllen wird. Interessant war es, das Urteil des Redners über da» Gießener Elektrizitätswerk zu hören Er sagte, „Das Gebiet, das die Stadt Gießen für ihr Werk bekommen trat, ist von derselben Güte tvie'das (Gebiet, das die Provinz hat. Das; das Werk schon in den ersten Jahren Ueberschüsse erzielen konnte, war unmöglich, denn auch die Provinz rechnet 10 Jahre lang mit Zuschuß, Ich glaube, dag das Werk der Stadt auch sehr bald rentabler wird," ** T a g es k a l e n de r sür Sonntag, den 12,J»ki: Gewerbe- anssteilnng, 4—7 Uhr und abends von 8—11 Uhr Konzert der Kapelle der Unterosfizierschnle Wetzlar, Freilichtbühne, »Tie versunkene Glocke', ’/,3 Uhr, C e > 1 1 o n - A n s st e l l u n g im Botanische» Garten, Sonntag geöffnet vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags voa 2—6 Uhr, Kunstausstellung geschloffen, OberbessischcS Museum und Gail'sche Sammlungen. Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich, Lichtspielhaus, Täglich Vorstellung, U » i o n - T h e a t e r: Täglich Vorstellung, * ** Gewcrbeausstellung. Gestern nachmittag besichtigte Minister v, Hvmbergk, Exzellenz mit mehreren Herren des Ministeriums die Ausstellung unter Führung von Provinzialdirektor Geheimerat Tr, U s i n g e r, Oberbürgermeister Keller, Professor Dr. Krausmüller und Fabrikdirektor Thome, Tie Herren waren von dem Besuch außerordentlich befriedigt. Das Mittagessen wurde in der Festhalle eingenommen, — Gestern abend fand ein Konzert der hiesigen Militärkapelle statt, das mit italieni- scher Nacht verbunden war, — Wie uns mitgeteilt wird, haben sich für Sonntag verschiedene landwirtschaftliche und gewerbliche Vereinigungen angemeldet. Ein besonderes Interesse erregen die erst in letzter Zeit hinzugekommenen beiden Handwerker, nämlich ein Nagelschmied und ein Töpfer, ** Besuch praktischer Landwirte, Nachdem in letzter Zeit eine Reihe landwirtschaftlicher Vereine aus nah und fern, z, B, gestern -das Landiv, Kränzchen zn Worms, wie bereits mitgeteilt, die Versuchsfelder des Landwirtschaftlichen^ Instituts besichtigt haben, werden auch am morgigen Sonntag wieder einige Vereine hier zum gleichen Zwecke eintrefsen. Je ein Verein kommt ans dem Westerwald, Taunus und Bvgclsberg, zwei aus der Wetterau, ** Erledigt ist die Stelle eines Brandvcrsicherungs- inspektors mit dem Wohnsitz in Mainz, Schluß der Meldefrist, 1, August 1914, Ferner die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende dritte Lehrerstelle an der Volksschule zu Düdelsheim, Kreis Büdingen, ** Akademischer Wartburgbund. Am nächsten Dienstag, 14, d, M,, abends 8'/ s Uhr, wird Professor D. Dr. Schian in Steins Garten einen Vortrag halten über das Thema „Die gegenwärtige Kirchen austritts- bewegung und die Gebildeten". Ein Thema, das so unmittelbar in die aktuellen Tagessragen unserer Zeit hineingreift, darf wohl allgemeinstes Interesse beanspruchen, ** Das Museum sürBölkerkunde ist am Sonntag, den 12, d, Mts, geschlossen, »»Der Hessische Landesgewerbeverein hält seine diesjährige Hauptversammlung am 13, September zu Erbach i, O, ab, Ten Hauptpunkt der Tagesordnung bildet die Beratung und Beschlußfassung über Einrichtung von Schiedsgerichten in den Ortsgcwerbevcreinen, ** Das Großh. Hessische Regierungsblatt Nr, 16 vom 9, Juli hat folgenden Inhalt, 1, Gesetz, die religiösen Orden und ordcnsähnlichen Kongregationen bctr. — 2. Statuten des Großh, Hess, Ordens „Stern von Brabant". ** Lohnaufbesserungen für Eisenbahnarbeiter. Die neue Lohnordnung der preußisch-hessischen Eisenbahnverwaltung hat, obwohl sie nur eine Zusammen- fassung und Vereinheitlichung der Lohnsystcme darstcllen soll, einer großen Anzahl von Eiscnbahnarbeitern zugleich auch ziemlich bedeutende Lohnerhöhungen gebracht. Beachtenswert ist, daß ein alter Arbeitervertreter, der Vorsitzende des großen Berliner Eisenbahnhandwcrker- und Arbeiter- Verbandes, Eisenbahnschlosser Gustav I ck l e r, Mitglied des Reichstags, dem Eisenbahnminister von Breitenbach anläßlich der diesjährigen Reichsciscnbahnetatsberatungen den Dank für die Zusammenberufung der Lohnkommission mit dem Bemerken aussprach: die neue Lohnordnung sei gewissermaßen eine Krönung der bisherigen Reformen und bringe den Arbeitern ganz erhebliche Vorteile, Interessant ist auch eine vom Generalsekretär Riedel des genannten Verbandes angefertigte Statistik über die Eisenbähnarbeiterlöhne und über die ortsüblichen Tagelöhne, die dem Reichstage übermittelt wurde. Aus ihr gehl hervor, daß in einer großen Anzahl von Orten die Eisenbahnarbeiterlöhne bereits höher stehen als die ortsüblichen Tagelöhne, Angesichts solch günstiger Lohnverhältnisje ist es zu verstehen, wenn der Andrang der Privatarbeiter zu den Eisenbahnwerk- und Betriebsstätten von Jahr zu Jahr größer wird, ** In dem ChristI, Jahresfeste in Basel, das vom Sonntag bis Donnerstag sdattfand, sprach Dekan Gußmann von Kirchberg im Namen von 200 hessischen Gemeinden und konnte berichten, daß es dort vorwärts gehe in Missionsfragen, Wie in Wiesbaden sollte man sich auf die Unterstützung einzelner Missionare verlegen, aus die sich das allgemeine Missionsinteresse konzentrieren könne, Redner dankte auch für die freundliche Aufnahme der 17 Studenten der Gießener theologischen Fakultät. ** Beerenobst Verwertungs-Kursus. Wir machen unsere Leser darauf aufmerksam, daß der diesjährige Beerenobstverwertungs-Kursus an der Großh, Obstbau- und Landw Winterschnle zu Fri menden Dienstag, den 14, d M,, vormitt ** Silberne Hochzeit feierten gestt Siesel und Ehefrau, Herr Siesel ist Schmucker aus der Marktstraße, " Ein merkwürdiger Reisender, Aus dem Frank- tuttcr Hauptbahnhos wurde am Dvimerstag der 29,ührige Büchcr- edverg am kom- ags 9 Uhr, beginnt, irn Kaufmann Julius Inhaber der Firma revuor Waldemar Neblung aus Thüringen dabei abgesaßt, als er sich ohne Fahrkarte durch die Sperre drängen Ivolllc, Ber seiner Polizei!ickn'ii Vernehmung erklärte der Mann unnmimmbc», daß er bereits seit Monaten Deutschland in I>-Z ügcm durchiabrc, ohne je im Besitze einer Fahrkarte gewesen zu sein, stets ßn cs ihm gelungen, unbehelligt von Bahnsteigichasstiern, Wogenschafsnern und Auftichtsbeamten ohne Karte ans die Bahnsteige zu kommen, in die Züge zu gelangen, in diesen zu fahren und am Ende der Reise die Bahnhöie wieder frank und trei zu verlassen, Neblnng erklärte ferner, daß tlm ein uuwidcrstehlick)es Verlangen in die v-Zügc treibe. Als er am Donnerstag in Frankstirt sestgehalten wrade, hatte er bereits die Reise von Köln über Cassel nach FrankiuN zurückgelegt. Das Geld zu seinem Lebensunterhalt Ivill er von seinen Angehörigen erhalten haben. Anscheinend bandelt es sich bei Neblung um einen nicht ganz iwrmalen Menschen, "Pastschcckverkehr, Im Reichsvostgcbict ist die Zahl der Kontoinhaber im Postsäieckverkchr Ende Juni 1914 aus 9b 831 gestiegen, (Zugang im Monat Juni 4309, > Aui diesen Postscku-ck- konten wurden im Juni gebucht 1592 Millionen Mar! Gutschriften und 1606 Millionen Mark Lastichriitcn, Bargeldlos wurden 1725 Millionen Mark des Umsatzes beglichen Das G-samtgnt- haben der Kontoinhaber betrug im Juni durchichnittlich 228,8 Millionen Mark, Im internationalen Postübcrwcisungsverkehr wurden 8,7 Millionen Mark umgcsetzt, ** Der Maulbeerbaum, Während vor mehreren Jahrzehnten der Maulbeerbaum n«nh ziemlich häutig in unseren Gärten und Häsen zu linden Ivar, ist er jetzt eine Seltenheit geworden: man findet ihn nur noch in grätzerrn Obstgärten, wo er der Vollständigkeit halber nicht fehlen darf. Sollte man nnrklich nup noch pflanzen, was den höchsten Ertrag bringt und sollte aller Garten- und Obstbau nur einzig dem Nützlichen und Gnträg- lichen, nicht aber uuch daneben dem Schönen siü> mehr zuwenden? Znmr munden ia die Beeren nur und sind gesund, wenn sic die völlige Reise haben, und dann müssen sie alsbald verzehrt oder verwendet werden, weil der Saft bald i» Gärung gerät und zu Essig wird. Man vstückt sic daher in der Frühe des Morgens und kaust und genießt sie aus den Obstmärktcn südlicher Städte, ehe die Litze des Tages sie verdorben lzat. Tic Maulbeeren haben daher leine Verloendung als Handelsartikel, die Früchte werden roh versoeist, eingemacht oder zu einem wohlschmeckenden Sirup verarbeitet. Obgleich der Maulbeerbaum, der eine Höhe von 6— 12 Metern erreicht und ein dauerhaftes, icstes Nutzholz liefert, mit seinen blutroten, weißen, gelblichen oder schniarzen Früchten und seinem dunklen Laube einen herrlichen Anblick bietet, so hat er dennoch in Tcntschland niemals als Obsllmum beiondere» Wert erlangt, dagegen wird er in südlichen Ländern mehr kultimert, besmidcrs der spcißc Maulbeerbaum, weil seine Blätter zum Füttern der Seidenraupe dienen. Der Maulbeerbaum stammt aus Persien uich Zentralasien u, fand schon früh Verbreitung nach Westen. Sehr empsindlich ist er nicht, denn er hat bald die Alpen überstiegen u. er gedeiht niäü bloß in Frankreich, sondern auch in England und Deutschland, selbst in Skandinavien, obgleich es vorkommt, daß er in härteren Wintern erfriert. Da sein Laub im Frühling erst spät hcrvorbricht, nannten ihn die Griechen den vorsichtigen Baum (sapienftlstma arborums, der sich erst mit seinem Laube hcrvor- wagt, wenn kein Frühlingssrost mehr zu besürcksten ist. Und dennoch gehören seine Früchte zu den ersten Sommersrüchtcn, die bei den Kindern sehr beliebt sind, obgleich sie zum Schrecken der Mütter sich mit dem Saite leicht die Kleider verderben. Man unterscheidet den schwarzen Maulbeerbaum mit derben, grobgefügtcn Blättern und schwarzen Früchten und den weißen Maulbeerbaum mit zär- terem Laub und gelblichen Früchten, mit welchen vielsach oas Hausgeflügel gefüttert wird . Wichtiger als durch seine Früchte wurde der Maulbeerbaum später durch sein Laub, er machte die Einführung der Seidenraupe aus Osttndieu möglich. Als in den 30er und 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Seidenraupenzucht auch in deutschen Landen einen größeren Umfang, besonders durch Lehrer, die dem Naturstudium große Aufmerksamkeit schenkten, zu nehmen begann, da wurden auch vielfach die weißen Maulbeerbäume angv- pstanzt. Da bei uns die Seidenraupe nur im Zimmer und unter sehr erschwerten ilmständen gezüchtet werden kann, so gab man diese Kultur bald Ivieder gänzlich auf, und so ftndct man nur selten einen Abhang, der mit weißen Maulbeerbäumen in zwerghasten Exemplaren bestanden ist. Immerhin verdient aber der Maulbeerbaum, besonders der schwarzfrüchtige, wegen seiner zum Ansetzen von Branntwein vorzüglich geeigneten Früchte, wegen seines herrlichen Lanbdaches und seines gut verwendbaren Holzes eine angemeffenr Verbreitung und Pflege, zumal sic sich durch Wurzelschößlinge leicht iortpslanzen lassen, ** Kleine Mitteilungen, Wie uns aus A tz b a ch mft- geteilt wird, wurde am Freitag nachmittag der Landwirt W, Ä c u z aus seinem Heimwege von 8—10 Burschen übcriallen und so zugerichtet, daß er.sich in ärztliche Behandlung begeben mußte, — Ein Soldat der Leibkompagnie des Jns,-Regts, Nr, 117 aus Pforzheim, der im zweiten Jahre dient, versuchte sich am Donnerstag das Leben durch Erhängen zu nehmen. Er wurde noch rechtzeitig abgeschnittcn. Der Unglückliche war mit einem Leiden behaltet. — In der Wohra ertrank gestern beim Baden de, 8jährige Sohn des Gerichtsvollziehers Runge aus Kirchhain, Landkreis Gießen, ck, W ic scck , 11, Juli, In der heutigen Gcm ei n d e r a ts» s i tz n n g wurden die Schreiner-, Spengler- und Weißbindcr- arbeiten in den beiden Schulhäusern der Gießener und Schul- sttaße genehmigt. Die Arbeiten sollen aus dem Submissionswegc vergeben werden. Zur Förderung der Bewegungsspiele soll ein für jedermann zugänglicher Spielplatz am Schreier errichtet werden, Die Anschaffung von Turngeräten usw, sür die Schulen wurde genehmigt. Der Verkaufspreis sür Baugelände am Lichtenaucr Weg, Turn- tmd Karlsstroße wird aus 4 Wk. pro Quadratmeter festgesetzt. Dem Gesuch des PH, Walther um Erhöhung des Pslegc- geldes sür Louise Döringer wird insoweit stattgegebcn, daß der Preis rwn 120 ans 150 Mk, erhöht wird. Die Reparaturen des Bvckhauses in der Gießener Straße werden für erforderlich erachtet Und genehmigt, Ueber die Berpackftung der Schafweide für 1915 wurde beschlossen, zwei Hcerden bcizubehalten, und die Verpachtung aus Submission zu vergebcu. Me Ueberdeckung der Friedhofswege soll erst durch Schlacken erfolgen, Tie 2lnpflan,ung von Bäumen an den Hauptwegen entlang wurde genehmigt. Kreis Büdingen, A 9 ü b i n g t n , 10, Juli, Krcisamtmann H i c m c n , wurde nach Mainz versetzt, an seine Stelle kam Kreisamtmann Tr, Wehn er hierher, Kreis Alsfeld. A Alsfeld, 10. Juli, Ter Kriegsveteran Justus Jung aus Angenrod ist im Alter von fast 70 Jahrsn gestorben, er hat die Feldzüge 1866 und 1870/71 als Infanterist mitgemacht, Kreis Friedberg, Bad-Naubeini, 10, Juli, Die Fcst-Aussührung der Eliza- bcth-Duncan-Schule am Nachmittag des 15, Juli im Großh, Kurhaus zu Bad-Nauheim steht bekanntlich unter dem ProtekiorateJhrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Eleonore von Hessen, deren persönliche Teilnahme an der Veranstaltung, ebenso wie die des Großherzogs und der großhcrzoglichen Prinzen, lt, Mitteilung aus dem Hoflager in Jagdschloß Woljsgarten zugesagt worden ist. Wenn Elizabeth Duncan mit ihrer Schule an diesem Tage vor die Oessent- lichkeit tritt und einem größeren Publikum Einblick in ihre Wirksamkeit gestattet, so geschieht dies nur um der hoben Protektorin und der guten Sache wüten, zu deren Besten die Aufführung geplant ist. Es ist eine ganz einzigartige Darbietung, b,e hier ,m Rahmen einer iestlichen Veranstaltung geboten wird, und sie »u sehen, darf als eine seltene Gelegenheit bezeichnet werden. Denn Elizabeth Duncan liebt es nicht, mit ihren Kindern öffentlich auszu- treten, Sic hat eine ähnliche Vorführung der Schule bisher unseres Wissens nur in Essen und bei Osthaus in .Hagen gestattet. Die außergewöhnlichen Erfolge an beiden Orten sind bekannt. Erinnern dürste man sich auch des begeisterten Urteils des deutschen Kronprinzen über die Leistungen der Schule, Sic wurde ihm im Januar dieses Jahres auf seinen Wunsch in einer geschlossenen Slussührung im Berliner Lessing-Theater vorgeführt, und,unter dem unmittelbaren Eindruck dieser Ausführung beglückwünschte der Kronprinz damals trlcaraubifcf) bot WroBberjog von Sessel, daß er die Elizo- beih-Tuncon-Schnle sein eigen nennen dürfte, 1,, Butzbach, 10. Juli. Die Bäcker der Orte Butzbach, Kirchgöns, Münster, Fauerbach, Ostdcim, Sochweilel, 8!iederweisel, Gambach. Münzend erg, Eberstadt, Griedel und Lppersdoien baden de» Antrag aui Errichtung cincrZwangsinnung beim Friedberger Krcisamt gestellt Dessen-Naisau. i. Völzberg, 10. Juli. Der einzige Gastwirt unseres Ortes ß Jung wurde gestern morgen, nachdem er kurz zuvor »oin.Mätzen heimgekommcn war, in dem Nachbarhaule. welches Eigentum der Gemeinde ist. erbangt aufgcsunden. Ucber die Ursackx, die den lebensmüden in den Tod getrieben haben mag, weist man noch nichts Bestimmtes. X. L a n a u . 10. Juli Bei dem in Zahlungsschwierigkeiten besindlichcn sk aus Haus zur Weltkugel Aron u Co in Hanau betragen die Bcrbindlichkeitcn 110 000 Mark Tie Bei- wandten des Kaufhausbesitzers Hilden rund 61000 Mark zu fordern Las Warenlager besitzt nach der Abschätzung einen Wert von 35000 Mark Es soll eine austergenchtliche Liguidalion des Gejchästs angestrcbt werden. h. C rv n b er g , 10» Juli Nach einer amtlichen Mftteiluna des Eisenbahnniinistcriums wird die Eronberger Bahn am 29. Juli von der Eticnbahndireklion Franksuri übernommen. Die hiesige Tircklioil tvird am 1. August auigelwben. veretnsnachrichten. A ß o m b c t 9 a. b. Ohm, 10. Juli. Sein 70j-ihriges Bestehen konnte der hiesige Gustav-Adolf Verein seiern. Pfarrer Loos- Butzbach, der vor 25 Jahren hier raufte, hielt die Festhredigt. Plärrer Pr ä t o r i u s hegrützle die Fcstversonimlung. Die hiesigen Vereine: Fraucnlob, Männergesangverein und Kirchenchor wirkten bei der Feier mit. Für dir Diasporagemeinde Gau Alge-Heim in Rheinhessen ivurden 105 Mark gesammelt. Univeriitäts-Nnchrichten. — MS Nachsolgcr des Geh. Justizrats Pros. Zorn ist der ordentliche Prosejsor iür Staats, Berwaltungs-, stirchen. und Völkerrecht an der Universität Kiel Dr. jur. Wilhelm van Ealker nach Bonn beruien worden Calker kam 1903 als Ordinarius nach Gietzen und war hier zugleich seit 1912 Mitglied des Perwaltungsgerichtshvscs in Darmstadt Seit 1. Oktober 1913 lehrt Calker in stiel als Nachsolgcr von Pros. ß. Tricv-ck, Gcrichtrsaal. X ßnnnu, 9. Juli. Bor der Straikammer hatte sich beute der vieliach vorbestraite stellner Karl Müller aus Frankiurt a. M. wegen Betrugs zu verantworten. Als der Staatsamvalt gegen ihn eine Zuchtshausstrasc von zwei Jahren beantragte und der Gcrichls- hos sich zur Beratung zurückgezogen hatte, sprang der Angeklagte plötzlich aus. ritz die von der Anklagebank nach dem unterirdischen Gang zum Geiangnis sührende Tür aus und stürzte sich in selbstmörderischer Wucht die Treppe hinunter. Er blieb jedoch unverletzt und konnte wieder in den Gerichtssaal zurückgesührt werden. Seine Straftaten brachten ihm sechs Monate Gefängnis ein. B e r l i n, 9. Juli. Ter srühere Generaldirektor der Land- und Industrie-Bank A G. Paul Pindner, der nach Unterschlagung von 300000 Mk. nach Amerika geilüchtet, dort verhaftet und an Deutschland ausqeliesert worden war, ist vom Schwurgericht des Berliner Landgerichts wegen Fälschung einer öffentlichen Urkunde unter Zubilligung mildernder Umstände zu l 1 /» Jahren Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft verurteilt worden Die Verurteilung erfolgte nur wegen eines Falles der Urkundensälschung, da er nur Ivegrn diese: Straftat von Amerika ausgeliefeit worden war. Lttstschlffahrt. Danzig, 10. Juli Ein Flugzcuggeschwader von neun Dop» peldeckcrn, unter der Führung von ßauptmann Schmoeger, von Graudenz kommeich, landete heute vormittag '/,8 Uhr in ganz kurzen Zischenräumen glatt vor der Flugzeughalle des Prinzen Friedrich Sigismund in Tanzig-bangsuhr und beobslchtigl heute nachmittag nach Graudeuz zurückzukehren Paris, 11. Juli. Drr deutsche Flieger ßirth und der französische Flieger G a r r o s gingen gestern ftüh beche aus Moran Etnd,-ciern nach London ab, ßftth erreichte Calais um 6 Uhr 35 Minuten, Garros 10 Minuten später. Beide überflogen am Vormittag gemeinsam den Aermelkanal. Uleine Caqcrchronii. Am Freitag millag II Uhr er'olgtc der Durchschlag des ß g u e n st e i n B a s i s - T u n n c l s > c i Olten. Amtlichcr Wetterbericht. Oefsentlichcr Wetterdienst, Giesten. WelterauSsichtc» in ßessen am Sonntag, den 13. Juli 1911: 'Weist heiler und trocken, oft Ort e Winde, Gewitterneigung. Die Geburt eines gesunden Töch- terchens-zeigen hocherfreut an Heinrich Debus und Frau Hermine geh. Lang. Giessen, den 10. Juli 1914. Wilhelm Lotz Kätchen Lotz-Häuser geb. Rascher Vermählte Garbenteich, den 9. Juli 1914 Todes-Anzeige. Heute nachmittag wurde unser liebes unvcr- geblicheS [8190 Gretehen nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 9 Jahren durch einen sanften Tod in ein besseres Jenseits abgeruscn. Altcn-Buseck, den 1V. Juli 1914. Die liestrauerndcn Eltern: Vlld. Rabenau II., Cemeindeejnnehmer und Frau, ged. Seipp. Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. Juli 1914, nachmittags 2 Uhr, statt. Ein Posten 8106 D seitheriger Preis Mark 5.— bis Mark 8.— in allen Grössen, jetzt nur Mark 3.50 Am Oswald sgarten. Hämorrhoiden- 1 Neue Gurken, neue Kartoffeln, Matjesheringe empfiehlt billigst |8161 Th. Schlierbach, Tel. 766. Frankfurter Str. 9. Leidende, die alles ohne dauernden Erfolg angewandt, verlangen sofort kostenlose Auskunlt in verschloss. Kuvert ohne Aufdruck durch Apotheker Dr. A. Ucckor, G. m. b. H. in Jeiscn bei Gas»cn N.-L. Neue Kartoffeln vrima Qualität § empfiehlt billig ^ Sonnenstr.6 \V Telephon 8S Die mir von meinem Arzte empfohlene Qbcrmcvcr's Medizinal - Herba Leise zur Beseitigung der lästigen Schuppen im Kopfhaar beseitigte die' selbe» in wenigen Tagen, Sllircb Pflanzer, München. Bcrba Seite ä Stück üOPfg.. 30"/„ verstärktes Präparat Mk. l.—. Z. h. i. d. Emgel' u. 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'einem" Spaziergang am Sonntag, den 18. Juli, nachmittags 4 Uhr ein. Trcstpunkt Ecke Ost-Anlage—Moltkestrnhe. 119811 Ter Borstand. Bekanntmachung. Dienstag, den 28. Juli 1914, nachm. 3 Uhr, findet auf dem Rathausc zuGroßen-Linden die or&cntüdje Ctncral-PerMlnliing des Spar- und Borschutzvcreins Aktiengesellschaft Grofien-Lindcn s. d. Geschäftsjahr 1913 statt. Tages-Ordnung: 1. Abhör der Rechnung pro 1913. 2. Ueberschreibung von Aktien. 3. Ergänzungswahl des Anfsichlsrals. 4. Verschiedenes. Großen-Linden, 10. Juli 1914. 8188 Spar- und Borschutzvcrein Aktiengcsenschast. Rohde Keßler Weiß Direktor. Rechner. Kontrolleur. Tanzmn^iK morgen Sonntag bei Gastwirt Bäulke, Kaiser-Allee. [05472 Tanzmusik Sonntag, den 12. Juli Zum Pfau 05M5 ] W. Sehermoly. morgen Sonntag Zur Denen Welt Ph. Hofmnnn. 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Horloff gedenk einen reinen Simmentaler Bullen anzukauscn* Reflektanten können ftd; bis zum 4. Juli 1914 auf Unterzeichneter Bürgermeisterei melden. R165 Großh. Bürgermeisterei Rodhcim a. d. Horloff. Kröll. Das der bcutiaen Nummer beilieaende Flug- ^ blatt der Deutschen Ammoniak Bcrkauss- Bcrcinignng gibt beachlensweric Winke, insbesondere sür die Dünnung der Wiesen und Weiden im Monai Juli, und ist deshalb sür jeden Landwirt und Ackcrbaubclrcibeuden sehr iniercssant. Im eignen Interesse versäume kein Landwirt, die Ausführungen eingehend zu lesen. 8180c