m. m Erstes Blatt M. Zayrgang Der Eiehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich ^iehenerZamil ienblätter; zweimal wöchenll.Breis- dlan für den Areir Siehen (Dienstag und Ureirag); zweimal monatl. Land« wirtschaftliche Seitsragen Fernfprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Vertag u. Lrp^düion 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger «icßen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnununer « A , . — bis vormittags 9 Uhr. KOtationsonia uno Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Freitag, (V.Zuli 19U VezngsvreiS: monatlich75Vs.,vlertel- jährlich Mk. 2.20: durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Bost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ auswärts 20 Pienniq. Chefredakteur: A. Goeq. Verantwortlich für den polil. Teil: Ang. Goeg; für .Feuilleton", .Vermischtes" und.lÄerlchts- faal": 5iarl 91euiatl); lür .Stadt und Land-: ffedattion. Lrpedition und Druckerei: Schulftraße 7. Anz-,g-'n!nu o" «-L Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. hansi. der Hochverräter. Der Reichsgerichtsprozeß gegen Pen elsässischen Kunstmaler Johann Jakob Waly, genannt „Hansi", aus Kalmar erregt mit Recht das stärkste Interesse der großen Lcsfent- I«hkeit. Einmal wegen der unglaublich gehässigen Karikaturen und Witze, die man da erfährt und die einen W- gruud politischer Derhetzustg zeigen, dann aber auch wegen der unglaublich uwgcschrckten .Behandlung, die dieser Full krtminalpolitisch und prozessualisch durch die Behörden und die Gerichte erfährt. Ter Oberreichsanwalt zu Leipzig muß aus Vorhaltung des Verteidigers zugeben, daß der lieber- weisungsbcschluß des Landgerichts Kalmar „recht mangel- hast^gcsaßt ist". Und der Präsident des vereinigten 2. und 3. Strafsenats des Reichsgerichts erklärt sich selbst überrascht und vermißt in den Kolmarer Akten jede Angabe, warum und, wieso denn der Radierer Hemsi ein Hochverräter sein soll. Beleidigt hat er schon oft genug. Dreimal ist er wegen seiner antideutschen Sticheleien vorbestraft. Ticsmal wurde eine Kränkung elsaß-lothringischer Gendarmen und Lehrer in Hansis Buch „Man villagc" gefunden. Man war zu Kol- mar in der Verhandlung der Sache schon ziemlich weit, der Staatsanwalt hatte 6 Monate Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe beantragt, da findet das Landgericht ein Haar in der Suppe. Haust hat vielleicht, so keimen die Bedenken, diesmal nicht nur beleidigt, sondern auch eine vorbereitende Handlung zu einem hochverräterischen Unternehmen begangen. Und deshalb rst also das Reichsgericht zuständig. Hansi und sein Verteidiger beantragen, das Reichsgericht möge doch dem Eröffnungsbeschluß detaillierte Angabe» über die hochverräterischen Vorbereitungen, die in dem Witz- buch zu finden sein sollen, beifügen. Tic Männer im roten Talare lehnen ab. Mit Recht. Tas ist nicht ihre Sache. Tas hätte schon in Kalmar geschehen sollen. Schließlich bleibt dem Oberreichsanwalt nichts anderes übrig, als die Klage wegen Vorbereitung zum Hochverrat znrückzuziehen. Aber wegen der Beleidignngsbagatellen muß nun doch der ganze Apparat zweier Senate des höchsten deutschen Gerichtes weiter arbeiten. War dos nötig? Muß man einem Herrn Hansi Gelegenheit geben, sich twr den Leipziger Richtern als Märtyreü seiner nationalistischen Utopien aufzuspielcn? Muß man der franzsöischcn Presse (Gelegenheit geben, sich über mangelhafte deutsche Gerichtsbeschlüsse und darüber zu mokieren, daß gegen die kleinen frechen Spatzen des Hansischen Witzes die Riese,i-Kruppgeschütze höchster deutscher Rechtsprechung ausgefahren iverdcn? Und muß man endlich dem kleinen Hetzblatt, für das der Maler Johann Jakob Waltz seine Scherze zeichnet, muß man den Hetzern und Jranzöslingen diese ungeheure kostenlose Propaganda in den Schoß werfen, die ein Hochvcrratsprozeß auf der Leipziger Rechtsbühnc für sie einmal bedeutet? Oder sollten doch die Zeichnungen Hansis wert sein, daß man sie auf den Begriff des Hochverrats hin prüft? Aber man niag die Berschen und Bilderchen von „Mon village" noch so gründlich durcharbeiten, man wird trotz allen Acrgers über diese nicht einmal sehr geistvollen Bosheiten nirgends einen Anhaltspunkt für den Tatbestand des Hochverrats finden. Wer Hansi soll ja „vorbereitende Handlungen" zum Hochverrat begangen haben. Solche vorbereitende Handlungen sind nach der bisherigen Rechtsprechung des Reichsgerichts z. B. Verbringen von Drucksachen, ivelche die Aus- sordcrung zum Hochverrat enthalten, zur Post, Herstellung eines hochverräterischen Plakats bchuss Verbreitung; vorbereitend ist auch eine Handlung, die zunächst niir eine andere Vorbereitungshandlung fördern will, z. B. Entrichten und Sammeln von Beiträgen für hochverräterische Ge sellschasten'fPatriotenliga). In der Vorbereitungshändlung muß, wie der Strafrechtslehrer v. Liszt es ausdrückt, überhaupt „das Vorhaben die Entwicklungsstufe allgemeiner Bestrebungen überschritten und die greifbare Gestalt einer bestimmten Einzelhandlung angenommen haben". Hansi, der Französling mit dem guten deutschen Namen, hat das alles ober ähnliches nicht begangen, sondern nur gestichclt und beleidigt. Mußte man, mußte die ganze Welt das erst auf dem Umwege über Leipzig erfahren? Graf verchtolö in Ischl. Graf Bcrchtold ist in Begleitung des Kabinettchefs, Grasen Hoyos, heute früh hier eingetrofscn und vom Kaiser in 1'/. stündiger Audienz empsangcn worden. Ter Minister erstattete Vortrag über die Beschlüsse des vorgeslrigon gemeinsamen Ministcrrals sowie über die laufenden Än- geleaenhciten. Um 3'/, Uhr reiste Graf Bcrchtold nach Wien zurück. Das „Neue Wiener Tagblatt" erfährt aus Ischl: Ter Kaiser hat den von dem gemeinsamen Ministerral für die innere Lage in Bosnien In Wsstcht genommenen Kurs genehmigt. Demnach werden in Bosnien eine Reihe Veränderungen verwaltungsrechtlicher Natur ans dem Gebiete des Polizei-, des Schui- und des Versammlungswesens zu gewärtigen sein, womit zugleich eine straffere Handhabung der Grenzpolizei zu erwarten sei. Ein Scl>ritt bei dem serbischen Kabinett werde in kürzester Zeit erfolgen. Er werde, wic mit Bestimmtheit gesagt werden kann, keinen Angriff auf die staatlichen Hoheitsrechte Serbiens enthalten. Nichts lverde der serbischen Regierung zugeinutet ivcrden, lvas als ein Affront oder eine Demütigung gedeutet werden könnte. Daher sei zu crivarten, daß die serbische Regierung den österreichischen .Forderungen auf Bestrafung der an der Anstiftung des Attentats beteiligten Personen und auf Vorkehrungen zur Wstellung jener llebclstände, deren Weiterbestand einen korrekten Nachbarverkehr ausschließen würde, voll,und ganz Rechnung tragen werde. Regelung der Waffeneinfuhr in Serbien. Belgrad, 9.Juli. Infolge des Attentats von Sera- jewo will die serbische Regierung jetzt angeblich durch! neue gesetzliche Bestimmungen den Verschleiß von Waffen und Explosivstoffen beschränken und die nationalistischen Vereinigungen einer strengen Kontrolle unterwerfen. Auch die Schulen sollen schärfer beaufsichtigt werden. Bevorstehende Revolution in Bosnien? Belgrad, 9. Juli. Ein großer Teil der hiesigen Presse fährt fort, tendenziöse Alarmnachrichten aus Bosnien zu bringen. So berichtet die „Tribuna" unter dem Titel „Schrecken in Bosnien", daß die dortigen Behörden im ganzen Laube, eine Situation geschaffen haben, welche die Befürchtung als berechtigt erscheinen lasse, daß die Bolks- inafjen Erleichterung in einer allgemeinen Revolution suchen werden. Aus Bajian-Baschka wird sogar gemeldet, daß die österreichischen Behörden in Bosnien Christemnassakres vvr- berciten. Reue Enthüllungen. London, 9. Juli. Tas Wock nblatt „John Bull" vcröffenllicht eine fast unglaulniche Mitteilung, in der die hiesige serbische Gesandtschaft der Mitschuld an dein Sera- jewoer Attentat angcklagt wird. ES wird erzählt, ein Geheimbureau habe in der hiesigen serb>sck>cn Gesandtsckxist die Verschwörung gegen den Erzherzog Franz Ferdinand ansgeheckl. Weiter wird berichtet, daß beim Umzug der Gesandtschaft vom Valmarve Mansions-Hotel nach Queens- gatc im vergangenen April viele wichtige Tokumcnlc verbrannt worden seien. Ein Stück eines Dokuments sei im Besitz der Redaktion. Tas Blatt veröffentlicht das Faksimile des Tokuments. Es wird darin jedem für die Beseitigung des F. F. eine Belohnung von 2000 Pfund versprochen Serbische Blätterstimmen. Wien, 9. Juli. Das Wiener K. K.-Telegr.-Eorr.-Bur. meldet aus Belgrad: Tic fortschrittliche „Prawda" behauptet, die Trauer um dcu Erzherzog Franz Ferdinand in Oesterreich sei nicht aufrichtig gewesen, nur die Tränen seiner Kinder seien echt gewesfn: auch die Katholiken und Mohannnedancr hätten nur politische Vorteile dadurch gesucht. Tas Blatt „Balkan" fülxrt aus, Oestcrrcich-Ungarn sei selbst an der Erniordung des Erzherzogs schuld. Wenn man ihn vor dem Unglück bewahren wollte, so mußte nian ihn abhaltcn, Sarajewo an dem serbischen Nationalfeiertag zu besuchen. Nach allem scheine es glaublich, daß gerade diejenigen, welche Serbien für das Attentat verantwortlich machen wollten, die Todesnachricht mit der größten Freude ausnahmcn. Ter H-auptmitarbeiter des Blattes „Balkan", der frühere Anarchist Cicvaric, führt aus, man trauere gar nicht um die Person des Thronfolgers, nur um seine Würde; da für den Thronfolger hier wie stets Ersatz gesunden worden sei, sei das sinnlos. Das Blatt „Balkan" klagt in einem historischen Ueberblick über die furchtbaren Qualen, die das serbische Doll in den letzten vierzig Jahren infolge der jesuitischen Politik Oesterreich-Ungarns erduldet habe. Ter Thronfolger mußte, wie alle Söhne Loyolas, die nur im Blute der Menschen arbeiten und dem Grundsatz der Heiligung der Mittel durch den Zweck huldigen, von dem Schicksal ereilt und ein Opfer des Jesuitismus werden, wie Oestcr- reich-Ungarn es wird, durch dessen Untergang in der Menschheit Ruhe und Frieden wiederkehreu werden. Wien, 9. Juli. Tas Wiener K. K. Telegr.-Corr-Bur. meldet aus Belgrad: Die „Tribuna" rät, aus Oesterreich- Ungarn nichts zu beziehen, auch österreichisch-ungarisäw Bäder nicht zu besuchen und keine Aerzte aus Oesterreich, Ungarn zu berufen. Private Initiative könne in dieser Richtung viel ausrichteu Der Staat und die Behörden hätten sich nicht darein zu mischen. Aus Albanien. Koritza gefalle». Haag, 9. Juli. Ter Kriegsminister erhielt eine Depesche, wonach am 6. Juli gegen Abend Koritza in die.Hände der aufständischen Epirotcn gefallen sei. Tie holländischen Offiziere befänden sich wohl und seien auf dem Wege nach Balona. Tie Abdankung des Fürste» vo» Wied unvermeidlich! Rom, 9. Huli. Die Wdankung des Fürsten ist, wie hier erklärt wird, unvermeidlich geworden. Sie soll nur dadurch verzögert worden sein, daß die Fürsttn den König von Runtänicn dringend ersucht hat, ein Expedittonskorps wie man Pflanzen bestimmt. Unermeßlich reich an Blumen ist unsere deutsche Landschast, und besonders unsere Gegend ist gesegnet mit den mannigfaltigsten Kindern Floras. Vom cfften lauen Hauch des Frühlings bis tict in den Herbst hinein blüht's auf den Wiesen und in den Wäldern, suchen Bachuser und Raine in Farbenfülle und Dust, und sogar die steinigen Wege sind eingefaßt von blühenden Pslanzen aller Art. Im Buscckertal blüht der blaue Enzian, das sünffternige Wundcr- blümlein, im Vogelsberg finden wir neben vielen anderen selieiteren Pflanzen die prächtige Küchenschelle, die früher in zahllosen Scharen den Mainzer Kieiernwald bevölkerte und durch gedankenlose „Naturfreunde" jetzt fast auSgcrottcl ist und durch Polizeivcrordnung besonders geschützt werden muß. An der Lahn wächst die wundervolle schwarze Königskerze mit ihren leuchtend gelben Blütcn- kcgeln, das prächtig rote Weidenröslein, die struvvigc Nattcrn- zungr, der duftende Honigklee und manche andere, die sich hier in verborgener Scheönheit üvpig entfaltet. Tic brennende Karthäuscr- nclke, Fingerhut und Nachtschatten, Wasserlilie und Stechapfel beleben im nächsten Umkreis der Stadt unsere Natur, aber die meisten Menschen gehen anteillos an ihnen vorüber, weil fje die geringen botanischen Kenntnisse, die ilfncn die Schule vermittelt hat, bis auf ein geringes Rcstchcn wieder vergessen haben, und weil sic doch, keine Möglichkeit sehen, sich ohne bedeutenden Zeitaufwand mit dem Namen und der Eigenart der vielerlei Pslanzen bekannt zu niachen, die ihnen aus Schritt uud Ttttt brgegneu. Tatsächlich gab cs auch bisher kein Werk, das es dem Naturfreund ermöglicht hätte, sich ohne Vorkenntnisse und ohne große Gcld- ausgabc mühelos über die heimische Pslänzenwelt zu unterrichten. Nun hat aber der von uns schoti häufig erwähnte Verlag von Otto Maier in Ravensburg ein Wert vollendet, das wirllich einem Bedürfnis abhilst und in zwei handliäien Bändchen alle Blumen in gutem Farbendruck widergibt uud kurz und sachlich erläutert. Es handelt sich um die Bilderatlanlcn der Frühlingsblumen, sowie der Sommer- und Herbstblumen, die H. Schuhmacher in, Verlag von Otto Maier in Ravensburg zum Preise von je 3 Mk. herausgegeben hat. Ein besseres Badcmceum für den Blumenfreund und den angehenden Botaniker als diese beiden Bilderallanten läßt sich kaum denken. Eine originelle und sehr zweckinäßigc Idee ist es, die Blumen nach den Farben ihrer Blüten zu ordnen. Rot- blütlcr, Gelbblütler, Weitzbliitler, luiw. sind jeweils auf einen Tafel beisammen, wodurch ein äußerst übersichtliches Bild entsteht, das sofott unterrichtet und keinen Augenblick >m Ziveiscl läßt, welche Pflanze man vor sich hat. — Tie wundervoll naturgetreuen Wbildungen, die einem den lackwndcn Lenz, öot farbenfrohen Sommer und Herbst vor Augen zaubern, sind bei beiden Büäiern aus 40 farbigen Tafeln verteilt, der deutsche, soivic der lateinische Name jedes Etemolares ist als Fußnote vermerkt. Jedem der .Atlanten ist außerdem ein kleines Tex tbu ch beigegeben, das den Standort, die -Blütezeit und Angabe der Pflanzensamilien enthält. Von einer stteng wissenschaftlichen Gruppierung der Bilder wurde absichtlich abgesehen, das bringt alles der Text. Der prak- tifdie Gedanke, die Pflanzen nach Blüiensarben zusammenzustellen, wüd jeden! Naturfreund beim Bestimmen der Blumen außerordentlich lvillkommen sein, denn efft dadurch wird es ihin möglich, die heimische Flora genau kennen zu lernen, was selbst unsere jungen -Botaniker sehr entbehren. Eine wertvolle Ergänzung zu diesen Atlanten ist die zweite Auflage der Dr. K. G. Lubschcn Anleitung zum Sammeln und Bestimmen sowie zur Beobachtung der Pslanzen und Mr Einrichtung eines Herbariums, die im gleichen Berlage in stark vermehrter zweiter Auslage bearbeitet von M. Köhler zun? Preis von 1,20 Mk. erschienen ist. Textlich und illustrativ in gleich.vorzüglicher Weise ausgestattct, bietet dieses Werlchcn eine willkommene Handhabe für den jungen Botaniker, der sich nirgends besser über die richtige Art, Pflanzen zu sammeln, orientieren kann, als hier. Was diese Neuauflage besonders wertvoll macht, sind die praktischen und llaren Anweisungen zur Beobachtung der Pflanzen mit phäiwlogisäfer Tabelle und kurzem Abriß der Psyologic und Biologie der Pflanzen. An Hand dieser Bücher, die als durchaus zuverlässig zu empfehlen sind, wird cs dem Naturffeuud ein leichtes seit,, in das anregende und vielseitige Gebiet der Pstanzenwelt einzudringen und aus dem Erkennen und Bestimmen der Pflanzen neue und innige Beziehungen zur Natur zu gewinnen. di. —• Hessische Volksbücher. Herausgegeben von W i l - helmDiehl. 20. Band. Aus der guten alten Zeit. Von Wilhelm Tichl, Friedberg, Selbstverlag des Verfassers, 1914. Für den Buchbandel H. C. Schlavo, Hof-Buchhandlung in Tarmstadt. — Tiefe hübschen „kulturgeschichtlichen Bilder aus Hessens Vergangenheit", teils ernsten, teils humoristischen Inhalts, hat mir die Post heute auf den Frühstückstisch gelegt. Ich empsehle ihre Lektüre jedem Leser dieses Blattes, besonders aber den geborenen Hessen, aus 'das dringlichste. Aber nicht deshalb allein schreibe ich diese Zeilen. Hauptsächlich das Vorwort zu diesem 20. Bändchen der „Hessischen Volksbücher" gibt mir dazu Anlaß. Ter Herausgeber führt darin bewegliche Klage über die geringe Unterstützung, die er sür sein wahrhaft vaterländisches Unternehmen bei seinen Landsleuten findet. Trotzdem lvcder er noch seine Mitarbeiter auch nur einet Pfennig Entgelt sür ihre große Mühe und Arbeit erhalten, ist der Absatz nicht ausreichend, um auch nur das bedeutende Tczizit zu decken, das der Herausgeber als Sclbstoerleger zu tragen lz,t. Ich kenne Dr. Tichl gut genug, um zu wissen, daß er uns das nicht erzählt, um zu betteln. Lediglickt um der Sache willen hat er das Vorwott zu einem Bittruf um weitere Monncntcn ausgcstaltet. Mit hundert mehr wäre schon gcholsen. Diese Zeilen sollen jenen Bittruf nachdrücklich mffetttützen. Ich sage es ohne jede Uebertrcibung, daß diese „Hessischen Volksbücher" jedem, der an Hessens und der Hessen Schicksalen irgend tvelches Interesse nimmt, etwas oder vieles bringen. Sogenannte „Bildung" setzt die Lektüre kaum voraus: der Arbeiter kann sich daran genau so erfreuen wie die Gelehrte, die Knaben und die Mädchen so gut wie die Erwachsenen. Es ist vermutlich nur Beguemlichkeit, was den Einzelnen daran hindert, eine Postkarte zu nehmen und dem Herausgeber, Professor am Predigerscminar in Friedbcrg, zu schreiben,- daß man „m Zuscichung der „Volksbücher" bitte. Für drei Mark testen Jahresbeitrag erhält man drei oder vier hübsch und dauerhaft gebundene Bändchen, im lausenden Jahrgang außer dem oben genannten Beitrag Diehls <70 Seiten) folgende: „Der Nordpolar- forscher Carl Wctzprccht" von E. Ihne <17. und 18. Band: 182 Seiten) und „Wandervögel von ehedem. Reisen junger Hessen aus den Jahren 1787, 1788, 1839, 1840 und 1853", herausgegeben von Karl Esselborn <19. Band: 163 Seiten). Nicht einmal das Porto für die Zusendung hat man zu bezahlen. „Helst mit," so schreibt Tichl am Schluß seines Vorworts, „daß wir sie e Abon-* ncnten) noch im Jahre 1914 gctvinnen, damit ein Werk, das Zukunft haben muß, nicht an dem leidigen Mammon, nämlich dem Mangel an ihm, zu Gnrnde geht." Ich gebe diese Bitte an alle Leser des „Anzeigers" in Stadt und Land weiter. Tr. Krüger. — Kun st schmuck für dcnReichstagssaal. Der Berliner Professor Kl im sch ist vertraglich^ verpslichtet worden, für den Sitzungssaal des Reickrstagcs vicr^allegorische Figuren zu schassen, deren Bedeutung auch der großen Masse des Publikums verständlich sein muß. spach dem Wicdcrzusammentritt des Parlamentes soll eine Figur in Originalgröße, die drei andern in Modellen von einem Drittel der Originalgröße im Saale ausgestellt werden. Sechs Monate nach der Annahme durch die Aus- schmückungskommission müssen die Kunstwerke geliefert werden. — D i e Direktoren der Großen Oper in Paris M e ssay er und B ro usson, deren Konzession am 31. Dezember d. Js. abläust, haben dem Minister des Unterrichts und der schönen Künste Augagnenr mitgeteiit, daß sie infolge des s ch l e chic n Geschäftsganges sich genötigt sehen dürften, die Direktion noch vor Ende dieses Jahres nieder, ulegcn. Es heißt, Minister Augagnenr Ivürde in diesem Falle den künsttgen Qperndirektor Rauche effuchcn, die Leitung der Over sofort zu übernehmen. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Dem Intendanten des bosthcatcrs in K a r l s r n h e, Hofrat Tr. B a s s e r m a n n, ist vom Großhcrzvg der Titel Generalintendant verliehen worden. luuf) '.UTbaitü'u zu entscnden Dieser Versuch scheine jedoch keinen Ersohg zu Hain». Noch der 2ll>üankuirg des Fürsten von Wied sollen die Mochte (TtumÜft sein, die Regierung der internationalen Kontrbllkommission zu übertro>)en Dieses Provisorium soll längere zjeu währen, damit Zeit gewonnen wird, um einen neuen Mrsten anssuchen zu können. Essad Pascha soll sosorl nack> der Abreise des Fürsten von Wied nach Durazzo zurückkehrcn wollen. Der Rat Italiens. Rom, 9. Juli. Der italienische Gesandte in Albanien, Alliotti, reist nach mchrfackwn Kvnserenzen init Marquis di San Giuliano nach Durazzo zurück. Er irbcrbringt dem Fürsten Wilhelm den Rat zur Wiederaufnahme der Aus- söhnungsversuche mit den ermüdet und enttäuscht scheinenden Ausständischcn. (Deutsche Tagesztg.) Au» iKffctt. m. Die sozialdemokratische Partei Hessens hat nach dem vom Landcsvorstand herausgegebenen Bericht, der auf dem anr 1. bis 2. August in Darmstadt abzuhaltcnden Parteitag der hessischen Sozialdemokratie zur Erörterung steht, einen Mitgliederbestand von 23 896 auf zuweisen Es bedeutet dies im Bergleich zum Vorjahr mit 2l 462 Mitgliedern eine Zunahme von 2434. Bon den Kreisen lzat Offenbach-Dieburg die größte Zunahme mit 696 Mitgliedern zu verzeichnen. Es folgen Mainz-Oppenheim mit 410, Darmstadt-Groß-Gerau mit 338, Friedberg-Büdingen mit 345, Erbach-Bensheim mit 191, Gießen-Nidda mit 183, Alsfeld-Lanterbach mit 126, Worms-Heppenheim mit 105 und Bingen-Alzey mit 70 Mitgliederzunahmen. Tic Zahl der Ortsvcreine betrug 274, von diesen hatten 223 unter 100, 49 zwischen 100 und 1000 und zwei über 1000 (Osfen- bach 2758 und Mainz 2417) Mitglieder. Die Zahl der verkauften Beitragsmarken betrug insgesamt 440060 oder 38060 mehr als im Vorjahr. Tic Zahl der Abonnenten der sozialdemokratischen Presse ist von 32352 auf 35929 gestiegen. Die Zahl der sozialdemokratischen Gcmeindcrätc beträgt 446 in 151 Orlen. Die Rechnung der Lmidcskasse schließt ob in Einnahnie und Ausgabe mit 31523,64 Mk. Das Vermögen der Partei beträgt 9466,29 Mk. Deutschs» Asich. Das Ergebnis des Wehrbeitrages für Preußen ist auf rund 603 Millionen Mark sestgestcllt worden. Dos entspricht dem von der Finanzverwaltung er- rechnete» Voranschlag. Au»lanS. Die Unionisten von Ulster haben in Belfast eine Erklärung erlassenem der sie ankündigen, daß die Versammlung des Ulsterrates am Samstag als eine Versammlung der provisorisckien Regierung abgchalten werden lvürde, der sie bis aus weiteres Machtbefugnisse geben würden. In der Erklärung beißt es weiter, der Zweck der Maßnahme sei die Uebertragung aller Machtbefugnisse, welche die Zurückziehung der direkten Reichsregicrung aus Ulster notwendig mache sür die Ausrcchterhaltung des Friedens, einer guten Regierung und des Schutzes der Frrtheücn des Volkes sowie für die Bewahrung Ulsters als eines integrierenden Teiles des Vereinigten Königreiches. Die Autorität des irischen Parlaments werde in Ulstrr nicht anerkannt werden können. Craig, welcher die Erklärung den Prcisevertretern vorlas, sagte, es sei das erste Mal, daß Carson eine besondere Rcgierungsversammlung cinberufen habe. Craig deutete an, daß eine Aktüm erwogen werde, da die Unionisten aus privater Quelle erfahren hätten, daß die Lage außerordentlich ernst sei. Neger als Schiffsheizer. Wie „La France milrtaire" meldet, hat die vor zwei Monaten angeordnetc Verwendung von Senegalvegern als Heizer in der Kriegsmarine so befriedigend« Ergebnisse gehabt, daß der Marincnrinister den Gcneralgouvcrneur von Westasribi ersuchte, erforderlichenfalls jährlich 200 Schwarze nach Frankreich zu entsenden, damit diese als Heizer in der Kriegsflotte beschäftigt werden. Heer «nft Flotte. — Das demnächst erscheinende Armeeverord- n I, n g sbl at t enthält u. a. folgende Bestimmungen: Durch Allerhöchste Kabinetisorbre wird ein neuer Ossiziertornistcr eingcsührt. •— Die Ossiziertornister bisheriger Probe können noch bis zum 1. Oktober 1922 gttragcn werden. Im Mobilmachungs- fall ist aushilfsweise die Verwendung von Mannsckiaststornistern aus verfügbaren Trupvenbcständcn zulässig. — Handschuhe für Unteroffiziere. Unterossi ziere tragen fortan die weißen Handschuhe a) außer Dienst beim Verlassen der Kaserne oder des Quartiers im Standort: b> im Dienst nur zu Paraden, zum Garni- somoacht-, Ordonnanz-, Gerichtsdienst und zum Kirchgang. — Nur in der kalten Jahreszeit tragen sie auch bei den übrigen dienstlichen Verrichtungen Handschuhe, und zwar gestrickte graue nach der Probe sür Beriltenc. Der wetlbewerb um die alte KliniY. Die bausachverständigen Preisrichter in dem Wettbewerb um die alte Klinik senden uns folgende Entgegnung auf die in Nr. 156 unseres Blattes wiedergegebenc Erwiderung des bei dem Wettbewerb beteiligten Architekten. Es ist ja nun für den Außenstehenden sehr schwer, darüber zu entscheiden, iver recht oder unrecht hat, weil das hierzu notwendige Material nicht mehr von jedermann nachgcprüft werden kann. Deshalb wäre es wohl ratsamer gewesen, wenn der erste Einsender mit seiner Kritik an die Lesfentlich- keit gekommen Iväre, so lange die Entwürfe noch allgemein zugänglich waren. Ohne diese Unterlagen aber können diese Meinungsverschiedenheiten kaum noch fruchtbar werden. Die Zuschrift lautet: Die Entgegnung in Nr. 153 des Gießencr Anzeigers ging von ven bausachverständigen Preisrichtern aus. weil es sich vorwiegend .um bauliche Fragen handelte und ja auch der Einsender in Nr. 145 speziell gegen jene zu Felde zieht. Alle Beschlüsse des Preisgerichts wurden e i n st i m m i g gefaßt. Die neuen Ausführungen des am Wetlbewerb beteiligten — aber nicht preisgekrönten — anonvmen Einsenders in Nr. 156 bringen nichts, was eine abermalige Erwidc rung im einzelnen crsvrderlich erscheinen ließe. Wenn Wortklaubereien, wie houvtsächlich Wege» der Lage des Sitzungssaales, aus dem Spiele bleiben, ist hie Auslassung des Preisgerichts sür dielen,gen. die es verstehen wollen, klargestcllt. Auch daß eine große Anzahl von Bewerbern, wie direkt und indirekt aus ihren -Entwürfen hcrvorgcht, die gleiche Aussassung wie das Preisgericht hatte, zeigt, daß der nicht vreisgelröntc Einsender seine Ansicht keineswegs als unschlbar betrachten dari. Es war nicht Sache des Preisgerichts, alle Fehler der einzelnen Prosekte im Protokoll seit,ulegen oder anzugeben, wie sie zu beseitigen wären. Seine Ausgabe war vielmehr die Projekte auszu- wählen, die nach rcislicher Abwägung aller Vorzüge und Mängel die beiten Lösungen des Programms darsiellten. Wenn somil ein Projekt preisgekrönt wurde, obgleich es nach einer Seite Mängel zeigte, so geschah das deshalb, weil es nach der anderen Seite erhebliche Vorzüge batte. Bei den nicht preisgekrönten Projekten aber, also auch bei dem des Einsenders, vermochten die Vorzüge, soweit solche überhaupt vorhanden waren, die Mängel nicht soweit zu übcrtressen, daß ein Preis zuerkannt werden konnte. Bei jedem Wettbewerb gibt es Sieger und Besiegte: das sollte aber keinem der letzteren ein Recht geben, ein einstimmig gesaßtes Urteil des Preisgerichts derart herunterzureißen. Ein solches Vorgehen ist in erster Linke giktgnct, dem Wcttbewcrbswescn zu schaden. Das spricht auch ein kürzlich in rinrr auswärtigen Zeitung er schiencncr Artikel „lieber das daukünstlerischc Wettbeiverbswesen" aus, dem wir nachstehende Sätze entnehmen: Was heule der Wettbewerdssache am meisten schadet, sind nicht etwa Fchlnrteile des .Preisgerichts, sondern die ost übertriebene Anmaßung, das gcsälltc Urteil eines Preisgerichts in einer nicht zulässigen Weise herabzuziehen. Daß der Sieger eines Wettbewerbs mit dem Urteil des Preisgerichts stets einverstanden sein wird, ist ganz natürlich Der Unterlegene ist aber zu gern geneigt, sich sofort eincr absälligen Kritik über die Preiskrönung anzuschlicßen und diese zu uuterstützen. Jedenfalls l>aben im vorliegenden Fall die Preisrichter keine Peranlasiung, sich weiter mit den Aussührungcn des Einsenders auscliianderzusetzen oder gar technische Belehrungen von ihm ent- gegenzunehmcn, zumal sie aus seinen Darlegungen die Ueber- zeugung gewonnen haben, daß es ihm an dem nötigen Ucbcrblick über die in Betracht einenden Gesichtspunkte fehlt. Sie haben umso-- . lveniger Veranlassung hierzu, als dir Art, in der die Kritik geübt' wurde, weit von dem abwcicht, lvas man unter gutem Ton versteht. Becker, Großh. Baurat. Hechler, Großh. Baurat. H. W i n n, Stadtverordneter. An» StaVt stuft Lauft. Gießen, 10. Juli 1914. ** Tageskalcnder für Freitag. 10. Juli: Oeif en tl ich e r Vortrag des Provintzialdirekiors Geheimer»! 0r. llsii, ger: ,Tie Eleklrizuatsveeiorgmig der Provinz Oderhesse», ihre Vorgeschichte und Durchlnhrmig'. In der »euc» Aula, 8’/, Uhr. ® c io e v b e • 21 u s ft e 1 1 u n 9: Konzert der RegimenlSkapelle 8— II Uhr. (Italiculsche Nacht.) 21 n l a g c » m u s i k: ? Uhr abends. "DerGroßherzog hat dem Professor Tr. Theodor Schott zu Bad-Na uh er in die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm voin König von Rumänien verliehenen Offizierkreuzes 1. Klaffe des Sterns von Rumänien erteilt. ** Kirchenrat D. Georg Schlosser wurde aus sein Nachsnchen unter Anerkennung seiner langjährigen ersprießlichen Dienste und unter Erteilung des Charakters als Geheimer Kirchen rat, mit Wirkung vom 1. Oktober 1914, in den Ruhestand versetzt. , **$011 der Technischen Hochschule. Der Groß- hcrzog hat den ordentlichen Prosessor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Dr. Arnold Berger sür die Zeit voin 1. September 1914 bis 31. August 1915 zum Rckior der Hochschule ernanul. "DicFlächcdcsGroßhcrzogtuinsHcssennach Kulturartcn. Nach dem Stande der gegenwärtige» Vermei- sungcn umfaßt das Grvßhcrzogtum, wie die „Tarmst. Ztg." Mit- reilt, eine Fläche von 768 767 Hckiar. Davon entfallen: aus Acker- Mid Gartenland 369 361 Hektar — 48% der Gesamtfläche, aus Weinberge 14 435 Hektar --- 1,91« der Gesamtfläche, am Wieset! 101041 Hektar — 13,1% der Gesamtfläche, aus Waldungen 241 962 Hektar — 31,5»« der Gesamtfläche, aus Hausund Hosräumc 7410 Hektar — 1,0% der Gesamtiläche, aus un- bestcuerte Fläche 34 558 Hektar --- 4,5% der Gesamtfläche. Innerhalb der letzten 60 Jahre sind folgende Verschiebungen cingetretenz An Fläche zugenommen haben die Weinberge (von 9700 aut 14 435 Hektar), die Haus- und Hosräumc und dü unbestcuerte Fläche. letztere insbesondere infolge des Baues von Straßen und Eisenbahnen. Die Grösn' der Wieseniläch-e ist unocr.udcrt geblieben, dos Forstland Izat sich um ein Geringes erhöht : vwkleinert hat sich lediglich das Acker- und Gartenland, aus dessen Kosten also die be- trefsenden Kultnrarten gewachsen sind. : ** G e w e r b e an s st e 1 l u n g. Wie aus dem heutigen Inserat ersichtlich ist, ist für morgen, Samstag, ein biIli- ger Tag in Aussicht genommen. Ms Eintrittsgeld werden nur 40 Pfennige erhoben. Die Ausstellung bleibt bis abends 8 Uhr geöffnet. ** Besuch von Landwirten. Am Mittwoch weilten zahlreiche Mitglieder des Vereins der vereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend in unserer Stadt und besuchten unter Führung des Direktors des Landwirtschaftlichen Jnstiluts — des Professors Gisevius —, die 105 hessische Morgen umfassenden landwirtschaftlichen Versuchsfelder, auf denen zurzeit der Pslan- zcnwuchs ganz prächtig steht. Tie Franklurter Herren erklärten, sie hätten nicht nur vieles mir Interesse gesehen, sondern sie hätten dabei auch manches gelernt, was sie in der Praxis verwerten würden. — Am Donnerstag besichtigten 50 Mitglieder des Landwirtschaftlichen Vereins des Kreises Kirchhain die landwirtschaftlichen Versuchsfelder. — Heute wurde der Mini st er Hombergk zu Vach ini Institut erwartet, welcher ebenfalls die Versuchsfelder einer Besichtigung unterziehen will. — Für Sonntag sind bereits mehrere landwirtschaftliche Vereine dem Landwirtschaftlichen Jnstilut zum Besuch gemeldet. ** Viertes Sommcr-Abonncments-Konzcrt. Auch das vierte Abonnements-Konzert der Kapelle des Infanterie- Regiments „Kaiser Wilhelm" in Steins Gatten hatte einen guten Besuch auszuweisen. Die Konzertstücke waren fleißig vorbereitet npd sorgsältig zusammengestellt, ihre Ausführung übettras unter der sicheren Leitung des Obermuiikmeisters L v l> e r auch hochgestellte Erwartungen. Melodien aus Rienzi. Tiefland, Wildschütz, La Tra- oiata und auch ine zum ersten Male gespielte Mazurka Caprice „So recht von Herzen gern" von P. Elm fanden eine mustergültige Wiedergabe. Einen großen Teil von Ersolgen des Konzertes darf jedoch der Solist. Kammermusiker Fritz Werner aus Wiesbaden, sür sich in Anspruch nehmen. Seine Trompetcnsolis bewiese» eine reise, ausgeglichene Künstlerschait. Er spielte Jntroduelion, Thema und Variationen über K. G. Reißigeps Valses brillantes von C. Fuchs, Spielmanns Abschied lRomanze sür Trompete) von O. Höser und „Tbc Favorite" (Fantasie) von I. Hattmann. 2lls Zugabe brachte er das bekannte. Seemaniislied. ■— Wie wir hären, ist sür das nächste 2lbonncments-Konzert ein Operettenabcnd geplant. ^ ** Zum Bundcsscst des Lahntalsängerbundes. Das 30. Bundcssest des Lahntalsängerbundes in Lich beginnt be- kannllich am Samstag. Dabei wich man an das I. Bundessest des Jahres 1881 in Butzbach erinnert. In einem Berichte darüber heißt es: „Im Jahre 1861 fand das erste Bundessängersest in Butzbach statt und zwar am 7. und 8. Juli. Ter Choral: „Töne du Feierlied", der aus dem Marktplätze angcstimmt wurde, leitete die Feier ein. Das Konzert wurde in den Hallen der ehrwürdigen! St. Markuskirche abgehalten. 2lußer der Nenkommschen Kantate: „Lobet den Herrn" und der Hauptmannschcn Motette: „Ehre sei Gott in der höh" — wurde die Hymne von „Herzog Ernst" zum Vortrag gebracht. Durch das Gotteshaus erbrausten die mächtigen Akkorde desvondemFranfurterLiederkomponisten „Necb" dirigierten Liedes. 2ln den sürstlichen Kompo- Ntslcii wurde später ein Huldigungstelegramm gesandt, Ncebaber wurde zum Ehrenmitglied ernannt." Für die Pr 0 v. - Ä us s ch u ß si tz u n g am SamStaq, vorm. 3 / 4 9 Ubr ick folgende Tagesordnung ausgestellt worden: ll Kluge der W. Schäfer Ww. zu Rodenbach gegen die iiürsorgekasse sür Gemeindebeamte wegen Nichtgewährnng von Witwen- und Waisengeld. 2. Klage des Joseph Kabn IV. ,11 Ranstndt gegen das Großh. Kreisamt Büdingen wegen Versagung des Wandcrgeiverbeschcins 1914. 3. Gesuch dcS H. L Gotlivals in Ulsa >,»> Erlaubnis zur Errichtung einer Danipskesscianlage. " Vortrag über ElcririzitätsversorgunN dcrProvinzOberhc ssen. Der Eingang zum Vortrag des Provinzialdirckwrs Gcheimcrat Dr. Uslngcr über obiges Thema findet nur durch den Haupieingang des Universität sgeb >i udes von der Ludwigstraßc aus stall. ** Sul, Missionsergebnis. Bei der Submission für Kanalisationsarbciten an der Frankfurter Straße wurden folgende Angebote abgegeben: Hoch, und Tiefbaugcsell- sck>aft vormals H. Winn u Co. und Georg Decker, hier, 11 478 Mark, Birkenstock u. Schneider 10 854 Mk., Abermann und Kling 8664,50 Mk. •* Ehrung eines Hessen. Dem Dr. Ludwig Dicht in London, zu Schotten in Oberhessen gebürtig, wurde von dem preußischen Minister der geistlichen und Untcrrichtsangelegenhciten in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen das Prädikat „Professor" bci- gelegt. ** Unfallversicherung Der Former H. K. in Wetzlar I)at am 30. Mürz 1910 im Betriebe der Bllderusschen Eisenwerke dadurch eine Gehirnerschütterung erlitten, daß ihm ein Brett auf den Kops siel. Als sein Zustand sich später vcrschlimmette, stellte er bei der Bcrussgenoiicnlchait Antrag aus Rente, wurde aber ab- gewicscn, weil inzwischen Verjährung eingetreten war. Nachdem das Reichspersicherungsamt auf feinen Rekurs der Berussgenossen- sckiait anheim gestellt halte, die Per>ährunasei»rede fallen zu lassen, wurde die Sache in dem am 2. l. Mts. vor dem Retchs- versichcrungsamt in Berlin anbcraumtcn Termin zur erneuten Verhandlung an das Oberversicherungsamt zurückoerwiesen. — Ter Reparaturschlosser A. P. aus Gießen erlitt am 17. Januar 1. Js. im Betriebe der Buderusschcn Eisenwerke dadurch einen Unsall, daß er von der Leiter stürzte. Die» Bcrussgcnoiienschast bewilligte ihm eine Rente von 30 Prozent, wogegen er Einspruch erhob. Inzwischen bat der Verletzte einen zweiten Unsall dadurch erlitten, daß er insolge eines Schwindelanjalls hinsiel und den Arm brach. Ob dieser zweite Unsall uttächlich mit dem ersten zmammenhängt, d. h. ob die Tchwindclansälle durch den ersten Unfall veranlaßt sind, bedars noch der Feststellung. Würde dies letztere zutrcssen, io muß die Berussgenossenschait voraussichtlich sür den zweiten Unfall, der sich nicht IM Bttriebe ereignete, auskommen. ** „9111 r eine Kleinigkeit". In einem bekannten Orte, dessen Namen aber rücksichtsvoll verschwiegen werden soll, zog am letzten Sonntag der Krieger- und Schützen- Verein unter klingendem Spiele nach den Schicßständen, wo das alljährliche Preisschießen abgehaltcn zu werden pflegt. Das ganze Dorf, die üblichen Festgäske von nah und fern umlagerten die Stände Und bewunderteri die Fülle der Gewinne. Eben verkündigt ein Trommelivirbel den Beginn des Turniers. 2lbcr kein erster Schuß fällt. Verlegenes Lächeln aus dem Antlitz des Schützenineisters, Besttirzung beim Vorstand, ein Rennen und Suchen. Man wird aufmerksam. Was fehlte? „Rur eine Kleinigkeit!" meinte der Oberschütze. Und das aber waren die — Gewehre. Die hätte die wackere Schar — wie es kam, weiß man nicht — dalfeim gelassen, nämlich in der Vercinskneipe. Fliegende Boten eilten und holten schließlich die — Kleinigkeit. Und dann nach länger Panse nahm das Preisschießen seinen Anfang. — So geschehen am 5. Juli 1914 im Kreise Leaterbach. ** Für die Versendung telegraphtscher Postanweisungen des inneren deutschen Verkehrs tritt vom 15. jJuli ob insostttl eine Erleichterung ein, als bei der Einzahlung von Beträgen bis zu 3000 Mk. für denselben Empsänger nur eine einzige Postaniveiinng ausgesertigt zu werden brauckst, ivährcnd bisher für jeden Betrag von 800 Mk. eine besondere Poltanwcisung ausgeschrieben werden mußte. Ilnßerdcm ist mst der Neuerung eine Erlparnis an Telegrammgebübrcn verbunden, da in das von iser Postanstalt auSzusertigendc Uebettveisungstele- gramm küning nur eine Postaniveiiungsnummer »nd der zu übenmnsendc Gesamtbetrag auszunehmcn sind, während bisher außier dem Gesamtbetrag die Zahl der Einzelpostanweiiungen, ihre 2Ius- gobeuummcrn und ihre Einzelbeträgc anzugeben waren. In der Berechnung her Postanweisungs- und der Eilbcstellgebähren ■ tritt keine Acndcrung ein. Kleine Mitteilungen. Die viel umstrittene Bürgcr- mcistcrwahl in F r 0 s ch h a u s e n ist nunmehr endgültig entschieden, nachdem der unterlegene Gegenkandidat Gärtner seinen Einsvruch gegen die Gültigkeit der Wahl zurückgezogen Ifat. Es gilt somit als gewählt der srühcre Beigeordnete Koller. — In Äalbach bei Brensbach i. O. wurde am Donnerstag früh die etwa 50 Jahre alte Frau R a »sch. geborene Rusch, im Ortsbach tot aufgefunden. Es ist bis jetzt noch nicht sestgestcllt, ob ein Unglückssall oder Verbrechen vvrliegt. — Tic Frau eines Gricsheimer Fabrikarbeiters trank in selbstmörderischer 2lbsicht Lysol. Da cs von den Angehörigen sogleich bemerkt wurde, gelang cs der ärztlichen Kunst, die Frau am Leben zu erlialten. Familienzwistigkeiten sollen der Grund zur Tat gewesen sein. Landkreis Gießen. (a) Trais-Horloff, 9. Juli. Infolge der starken Regengüsse ist das ganze Horlofftal von hier bis Echzell in einen See verwandelt, so daß stellenweise das Wasser über l Meter hoch steht. In den benackzbärten Steinheimer Gemeindewiesen waren die Leute genötigt, das teuer gekaufte Heugras mit Hilfe von Schubkarren ans dem Wasser zu fahren, wobei sie bis an die Knie im Wasser mußten. Stellenweise ist auch das Heu fortgeschwommen. Kreis Büdingen. A Büdingen, 9. Juli. Gelegentlich des 50jährigcn Bestehens der Schwesternstabivu wurde das neue Schwesternhaus ein geweiht. Pfarrer Göbel hielt die Festrede. Tie Glückwünsche der Stadt überbrachte Bürgermeister Fendt. Für die katholische Gemeinde sprach Professor Müller, für die Israeliten Lehrer Halberstadt und für das Elisabethenstist in Darmstadt Pfarrer Lenz. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 9. Juli Der älteste Töpfcr- meistcr Hessens, Heinrich Schicbelhuth, feierte seinen 80. GeburtstLg in voller Rüstigkeit. Noch' heute sitzt er hinter seiner Scherbe und, formt emsig den Ton. Kreis Schotten. A Schotten, 9. Juli. Tie Synode des Dekanat? Schotten fand hier unter dem Vorsitze des Dekans Münch statt und beschäftigte sich in erster Linie mit der inodernen Jugendpflege. Pfarrer Fritsch-Ruppertsburg betonte die Notwendigkeit der Jugendpflege im Verein mit dem Jungdeutschlandbund. Die Synode beschloß, die Jugendpflege zu fördern und wählte einen Ausschuß von sechs Mitgliedern. Slarkenburg und Rheinhessen. — Darmstadt, 9. Juli. Die Eise » bahn- A. - G. hielt heute eine Aussichtsratssttzung ab, in der die 2Iufnahme einer weiteren Anleihe von 6 Millionen Mark beschlossen wurde, sür die die Stadt Darmiiadt die Zinsgaranlie übernimmt. Der Betrag soll in der Hauptsache zum Ausbau der Vorortbahnen und der elektrischen Ueberlandzcntrale benutzt werden. tm. Darmstadt, 9. Juli. Wegen Mordversuchs wurde Donnerstag srüh in Heppenheim der Steinhancr Jose) Schropper aus Bayern verhaslet, der zuletzt in 2luerbach tätig war und mit der Katarinc Schindler dort ein Verhältnis hatte. Diese wollte nichts mehr von ihm wissen und zog nach Psnngstadt. Am Dienstag reiste Schropper cbcnsalls dorthin und gab mittags aut das Mädchen einen S'ch u ß ab, der aber seht ging. Er wurde »on der erregte» Bevölkerung derartig zugerichtrt, daß seine 2luj- nähme in das Krankenhaus notwendig wurde. Bon dort entwich er aber und koiuuc heute früh festgenommen werden. — Umfangreiche Wrrrendiebstästle wurden seit einiger Zeit aut dem R a n g ie r ba hn ho f in Kranichstein entdeckt. Es waren dabe, teils die Plomben ans den Güterwagen entfernt, teils sind die Täter durch die Obcrlichtscnster in die Wagen eingedrungen und haben, soweit sich bis jetzt scststellen lies,, Eßtvaren wie Wurst, Törr- sleisch, Wein, Liköre, auch Eisen entwendet. Tic Staatsanwaltscktaft har als einen der Hauvttätcr den verheirateten Rangierer Christian Abt in Dieburg sestgenommcn. Er hat nach den bisherigen Ermittelungen unter seinen Kollegen noch etwa 10 Mitbeschuldigtr Weitere Untersuchung ist im Gange. rm. Darmstadt, 9. Juli. In der heutigen Stadtverordneten si tz u n g entstand eine längere Aussprache über die Anregung bei den städtischen Beamten, die ungeteilte Arbeitszeit cinzusührcn. Man wurde sich einig, daß dies nur in Gcmeinichast mit den staatlichen Behörden und Nttl den Schuten geschehen könne. Hessen-Nassau. ..^Marburg, 9 Juli, TarS cssische v c r b and I ä nd- ltcher Genosrenschasten begann am Mittwoch ü> Marburg seinen 32.Derbandslag. Herr Psleging /Veckerhagen' erstattete die Jahresiachnung. Rach einem Bortrage des Lehrers Wagner (jtrumbach wurde einer Erhöhung der Beiträge nach dem Umsatz gerechnet rugestmrmt, Tann hielt Ingenieur Böttger Berlin' einen Dortrag über „Ucberlandzentralcn" ES schlotz sich die Mitgliedervenammlung des Ra,fscisen-Tankes an In den übersüllten Stadtsälen begann dann um 7'. Uhr e üt Familie,l- abend. Ansprachen hielten Unterverbandsdirektor Pfarrer Törr Michelbach, Schrrststeller Raumann (Ranzhauscns und Psarrcr Tippe! eJmmerchausen). — Am Donnerstag morgen sand in den übersüllten Stadtsalen die Hauptversammlung statt Ter Vor- sttzende, Decbandsanwalt Rexerodt aus Cassel begrüßte die klerttetcr der .Behörden. ?lus dem Jahresbericht den Äcnossen- sckm'tsselretär Elm er-Cassel erstattete, ging hervor, das. die Raisseisen-Genossenschasl stürhessens im letzten Jahre gute Fortschritte gemacht haben. In einem Bortrage über „Krankenpflege aus dem Lande" befürwortete Pfarrer G r c b e r aus ObcrqvnderS- lwusei, die Anstellung vvn Ärankenpflegerittnen auf dem Laude 'Zum Schluß sprach Pfarrer M ey ens ch c i n- Slltcnbaslau üb.r die „Grundtugenoen eines Raisseiscnmanncs", als die er Gewissenhaftigkeit u,ch Weitblick bezeichnete. An dem sich anscklie- bcndcn Mahle beteiligten sich nahezu 100 Personen. lh) F r ercr Farben, in den letzten Monaten einen Großhandel mit Rährkafsec. >Jn beiden Fällen gelang es ihnen, viele Leute, die als ltzcschaftsteilhaber oder Bezirkc-verlreter oder Filialleiter beträchtliche Summen zahlen mußten, zu betrügen. Ein Herr z. B. bezahlte allein 30000 Mark, ein anderer lieferte noch vor vier Tagen 3000 Mark ab. Ob die sltaufleutc die vereinnahmten Gelder unterschlugen oder sonstwie verwendeten, konnte noch nicht festgestellt werden. Jedenfalls dürfte cs sich um weit mehr als 100000 Mark handeln, um die die „Teilhaber" geprellt wurden. Die Angelegenheit spielt weit über Frankfurt hinaus, da die beiden Kaustculc überall „Filialen" gründeten und Teilhaber suchten. Sport- ** Jnngdcutschlandsest Anläßlich des Jungdcutsch- landfcstes fanden am Sonntage aus dem Svortvlatzc an der Hardt auch Faustballspiele der hiesigen Schulmannschasten statt. Die Spiele zeitigem folgendes Ergebnis: 1. Seid: CberttaVtute II B 3 siegte im Vorspiel gegen die Maruischail des Gicßencr Pädagogiums mit 4l zu 21 Punkten überlegen, um dann un Endspiel gegen die Mannschaft des Ghmnasiums mit 13 zu 38 Punkten einen knappen aber wohlverdienten Sieg zu erringen, Tic Spiele der Bcrcinsmannschasten, die gestern abend aut dem Svoriplatz an der Hardt nachträglich ausgetragen worden, zeitigten folgende Ergebniffc: Verein für Rasentpiclc I gegen Männcrturnvcrcin I Sieger: V. s, R, nach großartigem icharicn Spiel mit 82 zu 78 Bällen. V. r. R. II gegen M. T. V. II 28-31 Punkte (nur 20 Minuten Spieldauer). Gcrichtrsaal. Der Prozeß „Hansi". w. Leipzig, 9, Juli, Vor dem 2. rotb 3. Straf,cnat bei Reichsgerichts begann heute vorniittag der vockwerratsprozcß gegen den in Colmar geborenen Kunstmaler Johann Jakob W a l tz, genannt Hansi, ivcgen Verbrechens gegen z 88, 81 Ziss. 3 des Str. G.B. Die Anklage verirat Oberrcichsanwalt Zwei ge rt, als Verteidiger siich die Rechtsanwälte Helmer- Colmar und Drn cker-Leipzig tätig, als Dotmettcher Professor Firmrn- D en e rv a ud-Leipzig. Der Präsident hielt hem Angeklagten, der sich selbst als deutschfeindlich gesinnt bezcichncte, die bisherigen drei.Urteile des Colmarer Landgerichts vor. Gegen das letzte Urteil, das aus drei Monate Gefängnis lautete, hat der Ange- Nagtc Berufung eingelegt, die erst im Oltober cntschcidbar ist. Ter Angeklagte wurde der Beleidigung deutscher Offiziere für schuldig befunden, weil er einen Stuhl im Zcntralholel, auf dem! ein deutscher Offizier gesessen hatte, durch brennenden Zncker „desinsizienc", Rechtsanwalt Trucker beinängcltc den Ucbcrivci- sungsbeschluß des Cr'lmarer Landgerichts, wodurch der tzliigeüagtc lediglich der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens, nämlich der Losrriswng Elsaß-Lothringens vom deutschen Reiche, verdächtig erklärt wurde. Srnatsvräsident Menge gab zu, daß der Beschluß mangelhaft sei, erklärte aber, cs müsse genügen, wenn dem Angeklagten vorgchalten werde, daß die Tat in der Veröffentlichung icincs Buches „Mon villoge" erblickt werde. Hierauf wurde das in Paris erschienene Btich deutsch verlesen. Im weiteren.Verlaus der Verhandlung wurden die Illustrationen des Buches erläutert. Ter Antrag der Verteivigung, de» Vcrwcisrmgsbeschluß zu ergänzen, da ec nicht d.ic Tatsachen entlaste, auf die sich die Anklage stützt, wurde abgelchut. Ter Angeklagte wurde darauf hin gewiesen, baß die Tat auch unter ixm Gesichtspunkt der Beleidigung und der §§ 110 und 113 des Strafgesetzbuches beurteilt werden köimc. Sodann erfolgte die Verlesung des Slrasantrags des früheren Staatssekretärs Frciherrn Zorn von Bulach wegen Beleidigung der Gendarmen und Lehrer Elsaß-Lothringens. Der Angeklagte äußerte sich hieran, über den Inhalt seiner Schrift, soweit dieser in Betracht kam, um nachzu- weijcn, daß ihm jede Absicht her Beleidigung fehlte. Rach längerer Beratung ließ der Obcrreiädsantoall die Anklage wegen hochverräterischer Umtriebe fallen und beantragte die Verurteilung des Angeklagten wegen Aufreizung verschiedener Bevölkerungsklaffen und wegen der Beleidigung der Gendarmen und Lclwer Elsaß-Lothringens zu 1V* Jahren Gefängnis und sofortige Vcrhastung wegen Fluchtverdachtes. Tas Reichsgericht verurteilte den Maler Johann Jakob Waltz genannt Hansi tvegen Aufreizung verschiedener Bcvüllerungsklaiscn zu Gewalttäligkeiten und zugleich wegen Beleidigung der cliässischen Gendarmerie und der seminaristisch gebildeten Lehrer Elsaß-Lathring»is zu einem Jahr Ge säug- nis. — In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende Reichs- gcrichtspräsident Menge n. a. aus, daß das Werk „Mon uiltage" unbestritten von dem Angeklagten letztlich wie illustrativ hcrgc- stellt und verbreitet worden sei. Durch Form und Inhalt des Buches würden aber gleichzeitig auch Deutsche und Franzosen gegeneinander aufgchetzt Ter Angeklagte habe mit einem neuen deutsch-französischen Kriege gerechnet und wünsche auch offenbar einen solchen. Erschwerend falle noch ins Gewicht, daß der Angeklagte seine Veröffentlichung gerade zu einem Zeitpunkt unter das elsaß-lothringische Volk geworfen habe, als bei diesem eine gewisse Gereiztheit aus Anlaß der Zabrrner Vorgänge herrschte. Was die Beleidigungsanklage' anlange, so ergebe sich aus dem Buche, daß darin vor allem die Gendarmen und Lehrer Elsaß-Lothringens lächerlich gemacht werden sollten. Es komme hinzu, daß der Angeklagte bereits wegen Beleidigung dreimal vorbestraft ,'ar und daß in der ganzen Art und Weife, wie diese Beleidigungen verübt wurdet!, eine niedrige Gesinnung erkennbar war. Somit mußte seine Verurteilung ans §§ 130 und 185 in idealer Konkurrenz mir § 75 Str.-G.-B. crsolgcn, » IV Leipzig, 9. Juli. Tas Reichsgericht verwarf die R e v > l l o » des Zinunermanu» Franz Gasser, der vou> Schwurgericht in München am 19, Mai wegen Raubmordes zum Tode verurteilt ivordeu war, Gasser beging die Tat am l. April bei dem Orte Schnaitiee au dem Gürtler Sebastian Bachmann. Kleine Tagerchronlk. In Koblen j sand unter dem Vorsitz des Oberpräsidiolrates v. Hagen eine Besprechung statt über die Ausnlhrung der für den Abend des 7, September bei der Anwesenheit des Kaiser- Paares, der Fürstlichkeiten und Gesolgc geplanten R Heinufer- und Hühenbcleuchtung. In Ru fach ,Kreis Gebweiler) tvur >e der Anfang der 10cr Jahre stehende Notar Julius Hecht weg n Unterschlagung verhaftet. ’ Handel. Der Roheisenverband hat im Juni mir 70^10°,tz der Beteiligung gegen 78,91"'° im Vormonat und 91,87»-° im Juni 1913 zum Versand gebracht. Ter ahgclauscne Monat weist damit den niedrigsten Absatz seit dem Bestehen des Verbandes auf. Ter Grund für den starken Rückgang glaubt man darin zu finden, daß die Abnehmer vor Aufnahme der Inventur sich Heuer mehr als sonst bemüht haben, geringe Bestände in die Inventur a»,- zunchmcn. Ferner aber hat das Auslandsgeschäft, besonders nach Bulgarien, nachgelassen. Die K u r h c s fischen Staatsanleihen sind gekündigt und sämtliche Anleihepapicrc des ehemaligen Hessen Kassel werden »urückgezahlt. Tic Inhaber solcher Schtildvcrsäweibungen und Prämienschcine sind aufgcsordcrt, dieselben bei der Rcgic- rungs-Hauptkasse in Kassel cinzurcichen. Märkte. ko. Franksnrt a. M., lo. Juli. Ans dem heutigen Heu« u n d SI r o h m a r k t Ivar nichts angesahren. Amtlicher Wetterbericht, Ocffcntlicher Wetterdienst, Gießen. Wcttcraussichtcn in Hessen am Samstag, den II. Jnli 1914: Meist hctter, trocken, ivarni, östliche Winde, Gewitterneigung. Letzte 2Tacforicl>ten. ZudcrDerhaftungdcrrussiichenAnarchistew, Paris, 10. Jnli. Dun mehreren Blättern wird erzählt, daß die verhafteten russische» Terroristen Kiritschek und Andro- j an o ws k i versuchten, eine in Paris ansässige ru s s i s ch c A e r z- t i n namens Stros cka in ihrer Wohnung mit Revolver undBombcnzubedrohen und von chr eine Geldsumme zu erpressen. Tic Polizei habe nunmehr bei Frau Stroscka eine Hausdurchsuchung vorgenommen unter der Beschuldigung, daß sie Kiritschek und Androjanowski kenne und sic unterstützt habe. — In galizischen Kreisen wird behauptet, daß die verhafteten Terroristen lediglich die Opfer russffchcr Lockspitzel seien. Ruhen. Erholung mitten im Walde Jugenheim an der Bergstrassc. Kurhaus h. Pension Odenwaldheim. Luft-, Sonn.-fi. Kar-Bad. OnteKttche.lüäfi.Preise. Das echte Dr. Oetker’S Backpulper ist gesetzlich geschützt unter dem Namen Backm Wer dies benutzt, wird stets guten Erfolg und Freude beim Kuchenbacken haben. Man versuche: Dr. Oefker’s Schokoladen-Kuchen. Zutaten: 250 g Butter, 500 g Zucker, 6 Eier, das Weibe zu Schnee geschlagen. 500 g Mehl. 1 Päckchen von Dr Letker'S DauiUin-Zncker, 1 Päckchen von Dr. Letker'S ,,Backiu", 3 Eßlöffel voll riakao, 1 kleine Taste Milch oder Nahm. Z n b er e i t n n g : Tie Butler rnhre zu Sahne, qtb Zucker, Eiaelb, Vanillin-Zucker, Milch, Mehl, dieses mit dem Backur gemischt daran und zuletzt den Schnee der 6 Eiweist. Teile die Maste, menge unter die eine Hälfte den Kakao, fülle den Teig abivechselnd in die gebettete Form und backe den Kuchen 1 bls IX Stunden. 4o*^ v Scltcrörocfl 70, c Sf II. Stock, eleg. 8-Zimmcr- S^obuung, Badezimmer, GaS° und elektr. Licht mit allem Zul»ebör. 7868 Nah. bei August Schwan, Vel wrswe g 61. 4 Zimmer 7993| Große 4 - Zimmerw. mit Zubehör ver 1. Okt. 511 ver m. Näh. Schot tftr. 21 L ' 2 Zimmer Frdl. 2-Zimmer- M 0 b nung zu verm. Settsrs eg 23. 1™»* | Verschiedene [ Kl. Wohinina | iWetzsteinaaste 4» ver l.x Zuli zu verm. Näh. JFaHlTstr. 1. • Pension Bellevne t Neuen Bäac 22 Tel. 1083 mod.Haus, gutmöbl. Zimmer, Mittag s- n. Ab e ndtisch. s Läden u. dffl. | 61er. Laden „rLm Nebenzimm. billigst z. verm. 78411 Neuen Baue 17 I. 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Freitag. dcn25.Sevt. 1914 vormittags 9 Uhr, soll aus hiesigem Amtsgericht, Zimm. Nr. 18, das dem Johann Heinrich Langsdorf dahier zugeschriebene Grundstück Flur 6 Nr. 401 qm Hofreite iWetzlar. Weg 55» zwangsweise versteigert werden. Die amtsgerichtliche Verfügung ill im OrtSgerichts- zimmerönentlichausgehängt. Gießen, den 4. Juli 1914. Grotzherzogl. Ortsgericht. _ Simon. _ Bringe Samstag aus den Markt schöne rbein. [03475 billinch-Kirschen 21 nt. Schneider aus Camp. 8,52/11 ;0682B ZmiDmsteigttW Die im Grtindbuche von Gienen auf den Namen des Karl Nöding in Gienen eingeschriebenen Jmniobilien: Flur 5 Nr. 121*/,^ 239 qm Grabga- tcn am untersten Niegelvsad u.Flur5Nr.121 8 /io = 514 qnj Hoireite daseblst lzu am Niegelvsad Nr. 20» sollen Freitag, den 17. Juli 1914, vormittags 9 Uhr, am hiesigen Amtsgericht. Saal 'Nr. 18, zwangsweise versteigert werden. Interessenten iverden auf die amtsgerichtliche Ver- fügnng, welche im Orts- ge, ichlszimmer östentlich angeschlagen ist, aufmerksam gemacht. Gienen, den 23. Mai 1914. Groich. Ortsgericht I. B.: Leo. K. 55/14. 6829 B ZivanMeriteMriillü. Frcitng.de» 31.Juli 1914, vormittags 8 1 /, Uhr, sollen dieimtllrundbuch von Gießen dcnJknak WnlldorsEbeleuten in Gießen zugeschriebenen Jmmobitten Flur I Ar, 1314 — 24 qm Hoi. rette in der FlügelSgnise iDammstr. 18); sowie das ideelle Drittel von Flur l Rr, 1315 — 41 gm Ein» sahri daselbst am hiesigen Amtsgericht, Zimmer Nr, 18, zwangsweise oeriieigert werden, Tie nmisgerichliichc Per» fiigung ist an der Ortstase' i»> OrtSgerichiszimmer zur Einüchl angeheitel, Gießen, den 2. Juni 1914. Großh, Ortsgericht, I. V,: Leo, Kitmiete^reciie keinler Ob«rlichlc.Baikone.'nirrn i B Sprossenwerk, . ladenfronten, H.Schön.Glessea I CläBJE Söckchen > mit Wollranö sitzen fest un6 r rutschen nicht Söckchen in weiss, schwarz, farbig in allen Preislagen, das Paar zu 75 , 60 bis 35 H A. Salomon & Cie., Schulstrasse ifci-au------ Wegen vorgerückter Saison offeriere Eisschränke und Fliegenschränke trotz meiner bekannt billigen Preise mit IO °| 0 Rabatt J. B. Häuser Neustadt 56 Tel.660. Hau*-u. KAIchengcrilte < §.£ftjr>cAovrJjk QffenkocA nJcManu Sonntag, den 12. Juli Scheibenschießen aus den Schicßjländen des Schlltzenvereins, « » « U U, 3‘ia Uhr, ( )1M C 'Ä F s d Saison - Au sve rkauf 8109a vom I. bis 15. Juli. Staunend billige Preise. Benutzen Sie die günstige Kanfgelegenbeit. Nur Qualitätsware. Schuht? aus B e «pp® i Marktplatz 2 dbol MB VS)M TtS~ neben der Engel-Apotheke "SStt iele i W Dnler dem Praleklörat Sr. Kgl. Hoheit des GroBherzogs »ob Hessen ^ = min..... hi ........................ D | In den Ausstellungs-Anlagen | 1 täglich von nachmittags 4 Uhr an: g IkonzertI 6805C Gietzeuer Konzert-Verein. (üencralvcrsomnilung am Montag, den 13. Juli, abend.' S Ubr, im Gcicll- ichaitsvercin. Tages-Ordnungl I,VorlagedeSGeichästSberichlS und der schlug-Abrechuuna über 191213; LBeichluhiahuna iibcv die Erteilung der Enilailuna des Rechners und des Vorstandes: 3. Das musikalische Programm des nächsten KonrcrnadreS; 4. Borlage des Voranschlags sllr 1913/14. 80980 Der Vorstand. 11 Heute abend: Crosse Fadjclpolonaisc Der Verkauf der Fackeln beginnt ‘/j9 Uhr. Polonaise mit Voraufmarsch der Regimentsmusik. Ein jeder, der sich an dem Fackelzug beteiligt, soll im Besitz einer Fackel sein. In der Festhalle Auftreten d.Hrn. Pesch-Mario. Samstag, den 11. ds. Kits,, abend* 10 Uhr: Klirhpnahpnrl Die Geldgeschenke sind, rVUUIItfllcIUUMU. wie bekannt, i.drn Knchen eingelegt: I. Prämie 10 M.. II. KM.. III. 7 M., IV. 6 M.. V. 5 M.. VI. 4 M.. VII. 3 M.. VIII. 2 M., 25 ä 1 M. und 50 ä 50 Pfg. Der Verkauf beginnt um 10 Uhr in beiden Restaurationsbetrieben. 8123 D Es laden höflichst ein Kemper & Co- Gesellschaftsverein ( e'v. ) Giessen Bücher-Rückgabe. Sämtliche vor dem heutigen Tage (10. Juli) entliehenen Bücher bitte Nptttestens bis zum 25. Juli 1914 zur Musterung zurückzugeben. Für solche Bücher, deren fernere Benutzung gewünscht wird, sind neue Leihscheine auszustellen. Im August, bleibt die Bibliothek geschlossen. Bibliothekstunde Montag und Samstag von 2—4 Uhr, Mittwoch von 4—6 Uhr. I>ieBibliothck-Tcrw. dos Gesellschaftsvercins _A. Free«. 8101D Verein fiir Rasenspiele (gegr. 1900) Samstag, den 11. Juli, abends 9 Uhr Schotts Weinstabe, Bahnhofstraße ordentlJahresversammlung Tagesordnung: 1. Jahresbericht u. Rechnungsablage; 2. Entlastung des Vorstandes und der Ausschüsse; 3. Neuwahlen; 4. Stiftungsfest; 5. Verschiedenes 8105 D Zahlreiches Erscheinen erwartet DER VORSTAND Evang. Arbeiterverein Sonntag, «len 12. 1. Jlts., nachmittags von 3 Uhr an, auf der Liiebigshöhe Gartenfest ^ 1 bestehend in Konzert, Gesangsvorträgen, in___i I Kinderspielen, Preisklett.,Wettlaufen etc. |ffl]7| Abends Lampionpolonaise. lUlliJ • Eintritt für Mitglieder, deren Angehörige und ein- geführte Lüste frei. Verein mahne lohen sind zur Legitimation anzulegen. Bei ungünstiger Witterung findet die Veranstaltung im Saale und der gedeckten Halle statt. _ 8107D Gewerbe-Ausstellnng Giessen Freitag, den 10. d. Mts. Auftreten H d ” a Pesoh Tlario Samstag, den 11. d. Jlts. 8071 Zweiter grosser Kuchen-Abend EBBSflEBBBBBBBEEEflflflEEäZflQBBBBBBBBBaBHBiaEEa fl | Offizieller Schluss: Elfiontag, den 3. August Gewerbe-Ausstellung Gießen 1914 für Obe. hassen und angrenzende Gebiete Mai—August Protektor: Seine Kgl Hoheit Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein Auss ellungspla z: Liebigstraße, eine Minute vom Bahnhofe entfernt Samstag, den 11. Juli ET Eintritt 40 Pfg. 8104 G Die Ausstellung bleibt bis abends 8 Uhr geöffnet ET BBBBBBBBHBBBBBBEBBBBBBBBBBflBBiiaflBBBBBBfla ZO.Vunder-Zest k$ LaHntal-ZSngerbundes am ft, 12 ., 13 . Juli 1914 zu (ich Unter dem Protektorate Seiner Durchlaucht des Fürsten Karl zu Solms-Hohenfolms-Lich. Reichhaltiges Programm ist vorgesehen. Wertungssingen: 12, Juli, vormittags 10 Uhr, im Stein'fchen Saale. Die Festmusik wird ausgeführt von der ganzen Kapelle des Leib- Dragoner-Regiments Nr. 24 unter Leitung des Obermusikmeisters Herrn 21. Rühlemann, - Der Festplatz befindet sich 2 Minuten vom Staatsbahnhof entfernt. 7940 Eintrittspreis 60 Pfg. Tageskarten 80 Pfg. Es ladet freundlichst ein Ter Festausschust. Achtung! Lam Achtung! Göns. Tomiiag, den 12. und Montag, den 13. Juli 1914 Die Festwirtschaft hat der bewährte Festwirt Heinrich Henrich übernommen. Für Unterhalt»,,g und gute Bewirtung ist bestens gesorgt. Es ladet ergebenst ein 8io« Der Fest-Ausschns;. 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Juli 1914, vormittags 11 Ndr, in der Wirtschaft von Heinrich Mübl zu Dberkleen. Piafseuverzeichnis, Zeichnungen und Bedingungen liegen im Dienstgebäude der König!. Spezialkommission I, zu Wetzlar, Zimmer Nr. 0, zur Einsicht aus. Berschloneue, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zu diesem Termin an die Königliche Spezialkommission I. zu Wetzlar einzureichen, oder bei Beginn deS Termines vorzulegen. Die Eröffnung der Angebore erfolgt im Termin. Wetzlar, den 8. Juli 1914. Königlickie Spezialkommission I. 18127D » 40 „ „ 4150 m „ 100 cbm * 48 „ „ 16 „ Termin hierzu erzeugt, dünn aufgetragen, tlef- schwarzcn, nicht abfärbenden Hochglanz und macht die Bürsten nicht steif. 1«, bei weitgehender Garantie und günstigster Kauf- u. Mietbedingung. Stimmung, Reparatur Transport Ständiges Lager von 250 bis 300 Instrumenten. Bei Miete 144 Eigentumserwerb laut besonderer Bedingung. Stets gebrauchte Instrumente zu jedem Preis. Vermietungen 2 bis 12 Mark monatlich. 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