Nr. 158 Der Siehener Anzeiger erichemr täglich, aufter Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich -iehever.^amilienbliitter; i weunal wöchenil.Areis- latt jür den Kreis Liegen (Dienstag r>nd Freitag); zweimal inonatl. Land» wirtschaftliche Seitfragen Ferrgp^'ech - Anschlüße: für dne Redaktion 112, Verlag u. Expedition öl Adresse inr Depeschen: Anzeiger «ietzcu. Annahme von Anzeigen für dle TagesNtnnmer bis vorntittags 9 Uhr. Erster Blatt M. Jahrgang GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Donnerstag. Y.Zuli 1914 Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Albaniens wirtschaftliche Zukunft. So verworren auch gegenwärtig die Verhältnisse in dem neuen Fürstentum Albanien sind und so wenig man noch an ein ruhiges Aufblühen dieses vielgeprüften Landes denken kann, ist es doch von Interesse, einmal zu untersuchen, aus welchen Gebieten Albanien in dem wirtschaftlichen Be- trieben eine Rolle spielen könnte. Wie ein ausgezeichneter Kenner des Landes, der Wiener Professor I. Schiller in einem längeren Aussatz ausführt, ist den hohen Ge- birgszügen des inneren Albanien ein verschieden breiter Streiken niedrigen Berg- uud Hügellandes vorgelagert, de: geologisch aus Flysch besteht, einer Sandsteinsart, die bei der Verwitterung einen fruchtbaren, das Wasser gut l>alden- dcn Boden abgibt. Tie Gebirge im Innern bestehen hauptsächlich aus Kalksteinen, die vielsach Karstcharakter haben; die Bedeutung dieser inneren Gebiete für die materielle Kultur des Landes läßt sich zurzeit kaum beurteilen, da ausgedehnte Strecken im Zentrum.Albaniens fast noch ebenso unbekannt sind, wie viele Teile Afrikas. Tie erträgnisreichstcu Gebiete liegen bisher nahe an der Küste, und das ist für den Wsatz der landwirtschaftlichen Produkte bei dem Achten von Eisenbahnen und den schlechten Verkehrsmöglichkcitcn von großer Bedeutung. Ein Export aber hat noch nicht stattgcfunden, da der Ertrag an Oel und Mais nur die eigenen Bedürfnisse befriedigt. Trotz der geringen Mühe, die' der Albanier auf die Bebauung seines Landes verwendet, steht doch die Kultur des Ock- baumcs aus hoher Stusc; die Bäume liefern schöne große Oliven, die ein vorzügliches koukurrenzjähiges Oel abgeben werden, sobald erst einmal ein sauberes und rationelles Pressen der Oliven eingeführt sein wird. Ein üppiger Pslanzennmchs bedeckt den mcterliesen fruchtbaren Boden, und wenn die weiten Hänge und Hügel, die breiten Täler einmal in Felder umgewandelt sein werden, wird das Land reichen Ertrag bieten. Vorläufig freilich sind große Gebiete der fruchtbaren Küstcnzone kaum als Weideland aus- genützt oder sind mit niedrig;»» Buschwald bestanden. Weit und breit ist keine größere Siedlung zu beobachten; hin und wieder auf einer Anhöhe ein verwahrloster Meierhof oder ein Schafstall, das sind alle Spuren, die der Mensch hier hinterlassen. Reben dem Oelbaum wird sich besonders Gerste zum Anbau eignen, die bereits Ende Mai reif wird, so daß der Boden dann noch ein zweites Mal bestellt werden kann. Mais wird auch jetzt schon aus dem überaus fruchtbaren Talboden geerntet und liefert reichen Ertrag, obwohl die Bennrtschastung höchst primitiv, Tüngung unbekannt ist und als Pflug ein Holzpflug gebraucht wird, wie er in Deutschland vor 200 Jahren üblich war. Solche Pflüge sieht man zudem nur aus den großen Gütern. An den zweirädrigen, mit Büffeln bespannten Wagen ist keine Spur von Eisen, auch die sonstigen landwirtschaftlichen Geräte sind durchweg aus Holz, und eine rationellere Bodenkultur ist im ganzen Lande nicht zu sinden. Verlzältnismäßig die meiste Sorgfalt wendet man noch den Tabakseldern zu; doch mangelt es an guten Sorten, die angebauten Flächen sind viel zu gering und decken nur den kleineren Teil des Bedarfs, der recht groß ist. da in Albanien „alles raucht". Gute Ertragsanssichten dürften in dem Lande neben den bisher angebauten Kulturpflanzen vor allem Kartoffeln, Reis, Gemüse und Rosen darbieten. Die Kartossel ist zwar von mehreren Gutsherren, die ihr« große Bedeutung als Volksnahrungsmittel erkannten, so von Essad Pascha und Prenk Bibdoda, angcbaut worden; allein niemand wollte sic essen, und es ist zu erwarten, daß sich di« albanische Bevölkerung so wenig wie die bosnische an die im größten Teil des Landes völlig unbekannte und verachtete Kartoffel gewöhnt; selbst als Viehfutter wird man sie nicht gern verwenden. Für den Reisanbau sind gut ge- eigirete Gebiete vorhanden, doch ist damit die große Gcsahr einer weiteren Ausdehnung der Malaria verbunden, so daß eine Vorbedingung für eine gute Rcisknltur erst die Sanierung der albanischen Fieberherde wäre. Albaniens Küstengebiet dürste ein ideales Gemüseland abgcben, und zwar gerade für die kühle Jahreszeit, wodurch die Möglichkeit eines Versandes bis in das .Herz Mitteleuropas geboten wird. Das Gleiche gilt von der Rosenkultur, die den ganzen Winter im Freien betrieben werden kann und sich somit wesentlich billiger stellen würde als an der Riviera. Obst bäume sind bisher fast gar nicht vorhanden, obgleich sich an die Kultur der Mandel- und Pslaumcnbäumc sowie des Weinstockes große Hoffnungen knüpfen lassen. Der Busch- »vald der Küsteirzone kommt nur als Lieferant von^Brenn- holz in Betracht; im Gebirge sind schlagbare Wälder vorhanden, doch ist ihre Ausbeutung unmöglich, solange nicht die Eisenbahn eine billigere Äbsuhr in die Häfen bietet. Ter Albanese, zeigt als Bauer und Arbeiter großen Fleiß und Zähigkeit; daß er vor keiner Arbeit zurückschrcckt, beweist z. B., daß die Bewohner Albaniens ein großes Kontingent der Lastträger in den türkischen Hauptstädten stellen. Roch eifriger sind die Frauen, auf denen in manchen Teilen des Landes die ganze Last der Feldarbeit ruht. So vermöchten günstiges Klima, fruchtbarer Boden und Fleiß der Bewohner wohl eine glückliche Zukunft für Albanien herauf- zubeschwüren, wenn erst einmal Friede und Ruhe her- gestellt wäre. Tie Lage. W i c n , 8. Juli. Durch Funkspruch wird aus D u r a z z o vom 7. Juli gemeldet: Auch heule ist in der Lage könne Acn- derung cingetreten. In der verflossenen Nacht wurde aus einem unbedeuteichen Anlaß aus der ganzen Vorpostenlinic das Feuer eröffnet, nach einer halben Stunde aber wieder gänzlich eingestellt. Sonst verlief der Tag ohne Zwischenfall. Heute früh trafen 48 rumänische Freilvilligc mit zloei Offizieren ein; sie wurden nachniittags vom rumänischen Gesandten dem Fürsten vorgestellt. — Aus Argtzro- kaslro kam heute eine aus 12 Mitgliedern, unter denen sich viele Hodschahs befanden, bestehende Abordnung an, die erklärte, daß die Bevölkerung von Epirus in höchster Not lebe und um Abhilfe bitte. — Das Fürstenpaar stattete heute abend dem englischen Admiral Troubridge einen Besuch ab. — Zwischen den Lagern der Auständischcn werden allabendlich Feucrsignale gewechselt. Von den Aufständischen in Schiak traf abends ein Parlamentär mit zwei Briefen an die Kontrollkommission und an die holländischen Offiziere ein. Bis zur Nacht war über die vermißten Franzosen nock> nichts zu erfahren. Die Aufständischen von Schiak sagten zu, Nachforschungen nach den Vermißten a»zu- stellen und sie, wenn säe gefunden seien, auszuliefern. Das Fürstcnpaar hält ans. Wien, 8. Juli. Wie die „Albanische Korrespondenz" aus Durazzo meldet, sind die Nachrichten über die bevorstehende oder bereits erfolgte Abreise der Fürstin unbegründet. Berlin, 9. Juli. Wie die „Poli:. Korresp." aus diplomatischen Kreisen erfährt, denkt Fürs» Wilhelm nicht daran, seinen Gegnern durch seine Zurückziehung aus der Verlegenheit zu Helsen. An eine llebersiedlung des sürstlicheu Paares nach Ikutari sei nie gedacht worden. * Ter erledigte Fürst Wilhelm. EssadPascha erklärte einem Mitarbeiter des „Pellt Parisicn", daß er die Lage des Prinzen zu Wied als durchaus verloren ansehe. Der Prinz habe keine einzige jener Eigenschaften gezeigt, welche der Führer eines Volkes besitzen müsse. Sein Zaudern und seine ungeschickten Maßnahmen hätten ihn jo unpopulär gemacht, daß er früher oder später gezwungen sein »vcrde, zu flüchten oder abzudanken. Auf die Frage, ob vielleicht er selber dem Prinzen Nachfolgen könnte, antwortete Essad Pascha, er habe niemals eine solche Würde angestrebt. Die Großmächte würden übrigens nicht in Verlegenheit geraten, um einen mit allen erforderlichen Eigenschaften ausgerüsteten Thronbewerber zu sinden. Er selbst sei nicht Kandidat und habe mir ein Ziel vor Augen, nach Kräften zum Glücke Albaniens beizutragen. Durazzo, 8. Juli. Selbst zwei von den drei Vcr^ tretcrn des Dreibundes Hallen den Fürsten Wilhelm sur verloren. Der englische Gesandte verbirgt sein ablehnendes Urteil nicht im mindesten. Rumänien arbeitet für den Fürsten- aber zugleich bemüht es sich, Essad Pascha zu rechtfertigen und ihn nur als sahrlässig erscheinen zu lassen. Tic vpirotcn gegen de» Fürsten Wilhelm. Mailand, 8. Juli. Nach Blättermeldungen aus Albanien haben die Epiroten mit den Mohammedanern Albaniens ein Wkommen zur Beseitigung der Herrschaft des Fürsten Wilhelm abgeschlossen. Der Epirus soll Unabhängigkeit unter dem Protektorat Griechenlands erhalten. Kein Protest der fremde» Mächte. Berlin, 8. Juli. Tie von verschiedenen Zeitungen verbreitete Behauptung, auswärtige Regierungen häticu wegen des Berliner Werbebureaus zkvecks Bildung eines albanischen Freiwilligenkorps, aus fremden Staatsangehörigen in Berlin reklamiert, und das Verbot des Werbebureaus sei auf diese Reklamationen zurückzuführeu, ist unzutreffend. Die Reichsregierung hat von sich aus die weitere Tätigkeit des Bureaus untersagt. Neuer Freiwilligentrupp nach Albanien. Bukarest, 8. Juli. Nächste Woche wird unter dem Kommando des rumänischen Kapitäns des Ruhestandes Ser- banescu ein neuer Frciwilligentrupp nach Albanien ab- gchen. _ _ Gefterreich und Serbien. Wien, 8. Juli. Die „Zeit" meldet: Erzherzog Friedrich begibt sich heute in Privatangelegenheiten nach Deutschland und kehrt erst um die Monatsmitte zurück. Die Entscheidung, ob er zum Generalinspektor des Heeres ernannt werden wird, wird erst einige Zeit nach seiner Rückkehr getroffen werden. Die erzherzogliche Familie reist nach Potsdam zum Besuche der Erbprinzessin Maria Christina von Salm-Salm. Lcsterrcichischc Miniftcrkonsercnz. Wien, 8. Juli. Die Blätter erfahren über die gestrige gemeinsame Minislcrkonsercnz: Man habe in ihr eingehend die Maßnahmen in der inneren Verwaltung Bosniens und der Herze- Spaziergänge durch die Gewerbeausstellung. VII. Im Anschluß an unsere früheren Besprechungen über die Gie- ßener „Gewerbe-Ausstellung" wollen wir uns heule den Ausstellungen der Gail'schän Zamvlzirgelci und Tonwarcnjabril, sowie der Werkzeugiuaschinenjabrik und Eisengießerei Aklicngesellschaft Hey- ligenstaedt u. Cie. zuwcndcn. ‘ Ein Transparent „Gail" zeigt schon von weitem den Eingang in die Ausstellung der Gail'schcn Tampsziegelci und Tonwarcn- sabrik, der reä-ts und links von zwei mit goldgelben Löwen bekrönten starken Backsteinpfeilcrn flankiert ist. An einer Gartenmauer mit Eingangspsorte wird die Verwendungsmöglichkeit der Gailschcn Erzeugnisse am „Acußcrcn Bau", in einem Gardcrobcnraum und dem sogenannten Chcszimmcr diejenige für den „Inneren Ausbau" vor Augen geführt. Eine Gartenbank betont die Wctterbeständigkcit der glasierten Steine und Planen und ein hygienischer Trinkorunncn die Brauchbarkeit der Produkte genannter Firma nach dieser Richtung hin. In einem besonderen Zimmer Ivird der Gang der Fabrikation dargestellt. Betrachten wir uns zunächst dieses eingehender. Wir sehen hier in Gläferu die Rohmateralien, ivelchc zur Verarbeitung kommen: Hochfcnerscsten Ton, Rohton sür Klinker und sür weiße Verblcndsteine, gebrannten Rohton sür Chamottesteinc in Stücken und gemahlen in grober sowie seiner Körnung; Quarz sür feuerfeste Steine, Chamotiemörtel usw. Die Zicgclmaschinen, welche diese Materalicn zerkleinern, mischen, bieten und schließlich formen', sind in schönen, sauber gearbeiteten Modellen dargestellt. (». a. Konstruktionen von L. Schmelzer-Magdeburg, Ed. Laeis-Trier und H. Belze-Brannschweig). Man kann lange Tvnsträngc sehen, wie sie durch die Maschinen gepreßt und dann mittelst Drähten in einzelne Steine zerteilt werben. Dieselben Steine versolgi man dann in ihrem Werdegang weiter, gebrannt und manche auch noch in mannigfacher Weise glasiert. Man sicht ferner auch die Herstellung der hydraulisch gepreßten Wandolaltkn ans lrockncm Tonvulver zu einem fest zuiämmenge- sügten Plättchen, wie dieses, einmal gebrannt, an der An- sichtssläche mit Glasur überzogen wird und alsdann nach dem zweiten Brande eine glatte, glänzende Glasur trägt. Hierbei fällt besonders auf, daß die grüne Glasurmassc vor dem Brennen eine ganz andere, nämlich rötliche Farbe zeigt, als im fertigen Zustand. Terrakotten und arößerr keramische Formstückc werden von Hand in Gipssormen hergestellt. Auch dieses Verfahren ist veranschaulicht; man steht das Gipsinodell, dann die in mehrere Teile zerlegbare Form, schon teilweise mit Ton ausgcfüllt, scrner ein trockenes fertiges Tonstück, wie es aus der Forni kommt, und schließlich den weitere» Verlaus — bis zum glasierten Stück. Zeichnerisch ist auch eine moderne Tampszicgelcianlage dargestellt, cs ist die Bauart Rieter, Konstanz, bei welcher die Fabrikation so viel als möglich automatisch vor sich geht. An Bruchslächen von Dachziegeln kann man die Tichttgkeit des Scherbens und damit die durch die vollständige Sinterung des Scherbens erzielte erstklassige Qualität dieser Dachziegel erkennen. Auch die Bruchslächen der Klinker zeigen gesinterte Scherben. Verblender in natursarbigem weißem Ton oder durch die ganze Masse hindurch gefärbt von roter und schwarzer Farbe sind cbcnsalls ausgestellt. Von Chamottesteinen ist nur ein Formstein und je ein Nor- mal-Chomottestein basischer und saurer Zusammensetzung ausgc- legt. Daran reihen sich die vielen übrigen Fabrikate der ausstellenden Firma, die ja, man möchte sagen, säst alles znm Bauen Erforderliche bringen: Drainröhren, Kanalsteine, Brunnenstcine, Rin- ncnsteine, Pflastersteine, Mosaikstcine, Klinker, Normalvcrblender und alle möglichen anderen Formate. Sehr schöne große Terrakotten und Stücke von moderner Baukeramik, welchen man die Wetterbeständigkeit ohne weiteres ansieht, beweisen die Vorzüglichkeit des zur Verarbeitung kommenden Rohmaterials. Maßgebend sür die Qualität ist aber nicht allein das Rohmaterial, sondern auch der Scharfbrand. Tie meisten Waren werden daher bei Segerkegcl 10 gebrannt. Solche Scgerkegel, welche zur Kontrolle des Garbrandes dienen, kann man hier ebenfalls in verschiedenen Stadien studieren. Die vielseitige Anwendung der Fabrikate der Firma werden an einer großen Anzahl Photographien gezeigt. Man sinket Bauten von der einfachen Billa bis zum großen össcntlichcn Gebäude: dem Rathaus, der Klinik, der Fabrik usw. Aber auch der Jnnenraum ist im Bilde vertreten durch Wandvlatten und Keramiken in Ma- schincnräumen, Schulhaussluren, Bahnhoishallcn uiw. In dem arideren gegenüberliegenden Raum ist nun die Anwendung der Fabrikate in Wirklichkeit zu sehen. Die Eingangs- psortc mit einem kleinen mit grünen Biberschwänzen eingedccktcn Vordach wirkt bereits außerordentlich vorteilhaft. Tie eigenartig gelärmten beiden Blumenvasen tragen eine prachtvolle blaugraue Glasur. Geschickt ist ferner die Anwendung der verschiedenen Stein- sormate an der Gartenmauer gezeigt und durch die Blumen ist alles zu einem einheitlichen Ganzen glücklich verschmolzen. Hier sieht man bas deutsche Normaliormat, das belgische und holländische Format in verschiedenen Verbänden, in der vom Werk als Spezialität behandelten weißen Naturfarbe, aber auch gelbrotc und dunkle Steine. Das sogenannte Klostersormat ist in vier verschiedenen Arten und Farben vertreten. Tic Rückwand der Gartenbank ist aus eigenarttg gerauhten Platten hcrgestellt und mit allerlei ornamentierten Zierplatten versehen. Auch der für Schulen bestimmte Trinkbrunncn trägt verschiedene solcher Zierplattcn, u. a. recht schön modellierte Tierbilder. Das in de» Wand angebrachte Löwenrelies stammt von Professor Rudolf Bosselt, während einige kleine Tierreliess und die beiden großen Löwen sowie die Brunnenfigur nach Entwürscn von Architekt Meyer, Gießen vom Bildhauer Gicvers, Darmstadt modelliert sind. Der Brunnen steht auf einem roten Pflaster, welches aus kleinen Würfeln ausgesührt ist, die, »sie aus einem angehestcten Buntdruck hcrvorgcht, die mannigfachsten Anwendungen zulasten. Der Garderobcraum ist in grünglasierten quadratischen Platten ausgcfilhri. Ein Spiegel mit einer keramischen Einfassung ist ebenfalls beachtenswert. Im sogenannten Warteraum hat der Versertiger des Entwurfs der Gailschcn Ausstellung, Herr Architekt Meyer, seine eigenen Arbeiten in Zeichnungen und Bildern vorqcsührt. Auch das anschließende Cheszimmer, welches in dem erweiterten Verwaltungsgebäude des ausstellcnden Werkes nach Schluß der Ausstellung eingebaut werden wird, ist von Architekt Meyer entworicn. Die herrlichen, ernst- gestimmten Möbel sind von der Mübclsabrik Rinkshauscn- Nidda angcjertigt. Der Glanzpunkt dieses Zimmers ist der Kamin, ein Stück, welches wieder die großartige Viclseittgkeit deS Materials der Gailschcn Dampsziegeleicn beweist. Tie in der Kaminecke zur Verwendung gekommenen Wandplatten sind in Technik und Farbe etwas kühn, sie geben aber in der Gesamiwirkung ein prachtvolles Bild. Ter in der Mitte des Zimmers hängende keramische Beleuch- tungskörver in Majolikaglasur, grün und weiß gehalten, ist nach dein Modelle des Bildhauers F. Penzoldt, Cassel, ausgesührt. Tie aus der Teckenrosette herausiretcndcn Perlen sind auch aus Ton gebrannt, eine sür die Fabrikation besonders schwierige Ausgabe. An der Wand zeigt das von Pro». Lüdkemener, Koburg, stammende Oclgemälde den Umfang der Gailschcn Werke kurz nach der Gründung im Jahre 1892, und das im gegenüberliegenden Zimmer angebrachte große Bild die Werke in ihrer jetzigen bedeutenden Ausdehnung. Ter im vorstehenden beschriebene Teil der Geiverbeausstellung ist, wie »vir sehen, äußerst vielseitig, interessant und nutzt »mr für den Fachmann, sondern auch für den Laien sehr lehrreich und würdig des weit über Hessens, ja über Tentschlands Grenzen hinaus- gehcnden großen Ansehens und Vorv-Hmen Rufes der ausstellcnden Firma, der Gailt'chen Damviziegelei und Tonwarensabrik in Gießen. Im ersten Obergeschoß des Haiwtgcbändes der Ausstellung hat die Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei, Aktiengesell- schast Hevligenftoedt & Cie., einen besonderen Raum innc, in dem eine große Anzahl von Maschinen Aufflellnng gefunden hat, die von allgemeinem Interesse sind und d-shalb etwas eingehender bcsprvck^n werden sollen, naihdem uns an Ort nn!» Stelle in zuvorkommender Weise Auskunft erteilt nnirde. Tie heutzutage überall gestellte Ausgabe: schnell .— sauber — und aus den Millimeter genau zu arbeiten — kann nur die Maschine lösen: Zeit ist Geld! Und der geübteste Handwerker, kann mit dem besten Willen niemals mit der Maslhinr in eine; lWcttbetvcrb eintreten. 7— Dies ivird ohne weiteres auch dem' jjolprt!« erijrttaä, ött- sich mit iliTfeWSt aiiT btc TeUteit schrecklichen Si)if*imrmi[ff «[« mmuniän.Tlul) uotlumbin erweisen. 3>ic Maß- iiotmim liaAtjrn sich auf den ganzen Bereich der Venimltting t!X>Slllens und der herzegrämna. Ein gizren die Serben ger>ck>teter, int technischen Sinne als eine diplomatische Aktion zu bezeichnender Schritt sei nicht in Aussicht gentmmttn. — Der gemeinsame iettnrnzturniner bat>e dann einen eingehenden Bericht erstattet Über che bisherigen Ergebnisse der Untersuchung, die Über dos Attentat van Scrajewo erngcleitct ist. — Die Raßtiahmcn, welche beschossen worden seien, sollen keineswegs ittie Sistierung der lBerjassung oder auch nrrr eine Einschränkung der versassungs- mäkigrm Institutionen, die diesen Lindern verlieltcn worden sind, itmsagen Es wll vielmehr der Perfucki gemacht toerden, durch Vetavalncngsmaßuahmen, vornehmlich» ans dem l'Vbtetc der Polizei, Vorkehrungen zu treffen, die eine strenge Uebenvachnng der Tätigkeit und der Verbindungen der großserbischen Agitation ermöglicknm nnd durch eine Verschärfung des Grenzübeiwachnngs- dienftes einen unerwünschten Zuzug aus dem AnSlandc fern- batre» Jnsbeßmdere soll auch jedem wetteren Eindringen der gaobserbtsckien Agitation in die Schulen ein Ziel gesetzt werden, — In bcjUo aus den Grcnzübcrwachungsdienst soll unter anderem eine Vermehrung der TonaaffloNc in Aussicht genommen worden sein. Eine Anfrage im ungarischen Abgeordnetenhaus. Budapest, 8 . Juli. Im Abgeordnetenhaus« beanttvvrletc der Ministerpräsident Gras Tisza eine Interpellation des Grafen Andrassy über das Attentat in Sera- jewo. Er führte aus, die Untersuchung habe sestgcstellt, daß eine Berschwörerbande das Attentat ausgesührt hat, doch darf man aus diesem verhängnisvollen Falke nicht allgemeine Schlüsse ziehen. Es ist absolut unrichtig, ju glauben, daß Bosnien an der Schwelle der Revolution stehe. Die Sicherheit Bosniens durch die dort stehende Militärmacht sei vollständig gewährleistet. Ueber die eventuellen Schritte bei Serbini kann ich mich augenblicklich nicht äußern. Ich null nur allgemein sagen, daß alle Faktoren, welche für die äußere Politik verantwortlich sind, sich die großen Interessen vor Augen halten, welche an die Erhaltung des Friedens geknüpft sind, andererseits aus die Wahrung der Lebensinteressen und des Prestiges der Monarchie bedacht sind. !>» Serben in Bosnien verhaftet. Belgrad, 8 . Juli. Wie die Zeitungen melden, sind in Bosnien bisher 9b Serben unter der Anschuldigung des Hochverrats verhaftet worden. Serbien werde gegen die Ber Haftungen, soweit serbische Staatsangehörige in Betracht kommen, in Wien protestieren. Drohbriefe gegen den serbischen Kronprinzen? Belgrad, 8 .Juli. Mitglieder des Hofes und des Ministeriums haben deutsche und ungarische anonyme Briese erhalten, in denen Todesdrohungen gegen den serbischen Kronprinzen ansgestoßen werden. (Tie Meldung kommt bezeichnender Weise über Parts. D. Red.) Wien, 8 . Juli. Graf B e r ch t o l d ist heute nach Bad Ischl abgereist, wo er morgen vormittag vom Kaiser in Audienz empfangen wird. Au» Stadt und Land. Gieß cn, 9. Juli 1914. ** Tages? elender sür Tonnerstag, 9. Jnli: 4. A banne in enls-Konzert der RcgiinentSkapelle. S'4 Uhr abends in EtcinS Garten. Solist: Friß Weroer-Wiesvaden. ** Versetz ungen. Der Groß Herzog hat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Illrichstcin Emil Hoffman n zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach tind den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Dieburg Anitsgerichts- rat Dr. Moritz Hansult znm Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen, beide mit Wirkung vom 1. Ollober 1914, ernannt. ** Erledigt ist eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober- Wöllstadt, Kreis Friedberg. ” Die Gewerbe-Aus Heilung Gießen 1914, die eine außerordentlich reichhaltige Ucbersicht über das Gewerbe unserer Provinz und der benachbarten Gebiete gebracht bat, wird endgültig am 3. Angnst geschlossen. Im Hinblick ans die große Dedcutung, die der Besuch für alle Handwerk- Hat, ist es dringend anzuraten, daß jedermann, der konknrrenz- säbig bleiben will, der Ausstellung einen Beiuch abstattet, die soviel Sehenswertes und Lehrreiches znsammcnbringt. — Wie wir hören, haben die Bürgermeister des Kreises Schotten in diesem Jahre wiederum einen gemeinsamen Ausslug geplant und zttar werden sie aan 22. Juli der Gewerbe-Ausstellung »n Gießen einen Besuch abstatten. Die Beigcovdnetcn, Geineinderats- mitglieder und sonstigen der Gcmeindeverivaltung zugc- hörigen Personen, sowie Lehrer und Schulvorstandomit- glieder wecken an dem Altsfluge teilnehmen. ** De r Vortrag in der Gießen er Freien Studentenschaft von Tr. Earl Sonnenschein über das Thema: Die soziale Student« nbewegung, fand am Dienstag abend in dem fast überfüllten großen Hörsaal der Universität statt. Man muß gestehen, daß der größte Skeptiker, der mit einer Fülle von Vorurteilen sich in den Saal begab, die Segel streichen mußte vor den von cineni tiefen sittlichen Ernst getragenen Ausfiihriingen des temperen,entvollen Redners und vor der Art, wie er sie vortrug. Sonnenscheins ungemein bilderreiche und flüssige Redeweise steigerte noch die eindringliche Schärfe seiner Ausführungen, die sich trotzdem immer auf streng neutralem Boden hielt, selbst da, wo er am meisten den Mangel an Verständnis bei den „berufenen Führern breiter Volksschichten" beklagte und da, wo eine Bevorzugung des rein konfessionellen Gebiets — Sonnenschein ist bekanntlich katholischer Geistlicher — nahe lag. Der Vortragende zeigte zunächst, wie cs Übcrl>aupt kam, daß sich die Studenten in den allerletzten Jahren auf ihre sozialen Pflichten besannen. Reue Motive.sind in das deutsche Studentcntttm getreten, die die Wendung zum Volkstum überragen und höhere Ansprüche idealer Natur an den einzelnen stellen. Und so umfaßt die sozialstudenttsche Bewegung vor allem: den neuen Idealismus der Hochschulen, der seit ettva fünf Jahren auf eine starke hinbewegung zum Gcsamtvolkstum htnarbeitet, das religiöse Neusuchen nach innerer Wahrhaftigkeit, neuer Gesellschaftsformen und des Euchens nach Neubildung. Es fehlt mt der ernsten und planmäßigen Erziehung der akademischen Kreise zu sozialen Notwendigkeiten und den erforderlichen Fähigkeiten für solche Dinge. Die Nervosität unseres Volkstums vergrößert die Spannung zwischen „reich und arm" und ersclpvert die Verständigung. Deshalb sind vor allem die Gesichtspunkte möglich und konkret zur Erziehung zum sozialen Verständnis, eine neue Begeisterung für solche Arbeit zu propagieren und früh- citige prattische Mitarbeit. — In der anschließenden Aus- vrache bedauerte Stud. Phil.'Eggert das mangelnde Interesse, das weite Kreise der Dozentenschaft und der ans ihr hervorgegangencn jungen Generation diesen Bestrebungen entgegcnbringen nnd forderte zu regerer Anteilnahme üuf. Daran knüpfte er Praktische Vorschläge betreff. Schü- lerverbindnngen und Schundliedbekämpsung. ** Die Ausstellung in der Un iv ersitä t s- Bibliothek.ist bis zum Schluß des Semesters jeden Montag von 11—1 und jeden Donnerstag von 3—5 tlhr geöffnet. Sie enthält Handschriften und seltene Drucke aus dem Besitze der Bibliothek und Bücher, Bilder und Schriftstücke zur Erinnerung an die Freiheitskriege. ** Militärkonzkrt in der Gewerbe-Ausstellung. Das gestrige Mtlitärkonzert hatte bei dem guten Wetter ein außerordentlich zahlreiches Publikuni gefunden, so daß schon zu Beginn kaum noch ein Platz frei war. Das Konzert, das von der Gießener Regimentskapelle unter Obermusikmcisters Löber Leitung ausgeführt wtrrde, bedeutete für die Kapelle einen vollen Erfolg. Aus der Zahl der Konzertstücke seien genannt: Fantasie a. d. Musikdrmna „Die Walküre" Wagner, Chor d. Friedensboten a. d. Op. „Cola-Rienzi" R. Wagner, Ouvertüre zur Oper „Zampa", F. Herold, und endlich auch,/Ohne Fleiß kein Preis", der Gieß'ner Gelverbe-Ausstellungs-Mcrrfch 1914 von W. Löber, der reichen Beifall sand. Eine besondere Anziehung hatte der Bad-Nauheimer harsenvirtttos Johannes Snoer ausgeübt. Er spielte zunächst meisterhaft die Große Konzert- smitasie für Harfe von Eh. Oberthür. Dann folgte ein Nocturne von L. Köhler und ein Konzert-Walzer, von I. Snoer selbst komponiert. Ebenfalls eigene Werk« bildeten den Schluß der glänzend dargebrachtcn Musikstücke: Wiegenlied, Intermezzo und Capriccio. ** Obcrhessischer Verein für die Baselcr. Mts - f ton. Die diesjährige Jahresversammlung sand gestern nachmittag im Gemeindehaus der Matthäusgemeindc statt. Kirchcnrat I). Schlosser- Gießen gab ein eingehendes Bild von der 'Arbeit des Vereins im Jahre 1913. Die hier abgehaltenc Mtssionsaus- stellung hat reiche Anregung für die Ausbreitung des Missions- intercsses gebracht. Sie wurde von 4983 Erwachsenen, 500 Kindern und 10 723 Schülern, zusammen 16 506 Personen besucht. In Gießen hat sich ein Missionsstudienkreis gebildet, der von ungefähr 15 Teilnehmerinnen besucht wird. Dem Verein gehören zurzeit 73 Gemeinden Oberhesscns an. Ten Rechnungsbencht cr- Laicn einleuchten, wenn er sich z. B. die große Schnellbohr- maschinc ansieht, welche in kürzester Zeit Löcher bis zu einem Durä-messer von 65 Millimeter bohrt, in Eisen natürlich — denn sämtliche hier zu nennende Maschinen sind nur zur Bearbeitung von Metall bestimmt. Dieser Schncllbohrcr eckält direkten, elektrischen Antrieb durch einen Motor von 5 ?8 , besitzt eine Knhlwasserpnmpe, die während des Bohrens selbsttätig kaltes Wasser ans die zu durchlöchcrnde Stelle sließcu läßt und äst snit einem herstellbaren Bohrer (und Tisch versehen. An diese große Maschine schließt sich eine Serie kleinerer Bohrmaschinen in Größen und Leistungen von 15 — 32 Millimeter, z. T. mit selbsttätiger Bohrec-Auslösung. Erwähnt sct hier auch eine Spezias-Bohrmaschine sür Wagenbau. Bet allen diesen Bohrern ist ein um seine Axc drehbarer Tisch angebracht, auf dessen unterer Seite sich ein Schraubstock besindet. Letzterer gewähtt den großen Vorteil, daß man unter jedem gewünschten oder nötigen Winkel bohren kann, hierher gehören noch zwei Bohrmaschinen für Handbetrieb, wovon die eine aber auch durch Elektrizität oder Dampfltasi angetricbcn werden kann. Es folgen die Stanzen: Tie sog. Seturitas Uniocrsal-Exzenleriochstanze ganz aus Stahl dient mit ihrer Schere zum Schneiden von Flach-, Quadrat', Rund-, Winkel- und T-Eisen und zum Lachen von ll-, 1-, I-und ll,Eisen im Stea und Flansch. Man kann diese Stanzen mit Und ohne Zahnhebel-Uebersetznng benutzen, letzteres sür leichtere Arbeiten: auch werben sie mit verstellbarem, dovveltem Anschlag zur Stanze geliesert, welcher das Lochen in gleichen Abständen ermöglicht: sie lochen bis zu einem Durckmiesser von 16—18 Millimeter bei einer Stärke des Eisens bis zu 26 Millimeter. Auch die Stanzen sind für direkten elektrischen Antrieb eingerichtet und mit Hand- und Fußkuppelung versehen, ebenso mit selbsttätiger Auslösung, die aber auch aus Dauerbetrieb eingestellt werden kamt. — Die größeren Stanzen sind fahrbar. Die Zahnhebel-Blechschcren — aanz aus Stab! — dienen zum Durchschneiden ganzer Blcchtaseln und zum Abscheren von Quadrat-, Rund-, Winkel- nnd T-Eisen ohne Messcrwechscl: tritt eine wettere Zahnktanzübctsetznng hinzu, so wird eine größere Arbeitsgeschwindigkeit erzielt. Sic schneiden Flnßeiienbleche bis zu einer Stärke von 13 Millimeter, Rundesten bis zn 30M,llimcter Dir stäblernen Blech- nnb Prosileiscnscheren sind nie Trans- miisionsbetrieb oder dttekten, elektrischen Antrieb eingerichtet: bei letzterem erhält der Motor seinen Platz ans der Maschine nnd wirkt vermittelst Rohhantrad ans ein an Stelle der Riemen- scheiben angebrachtes Zahnrad. Sehr rnten-Kant war die Vorführung einer kombinierten Aus- il. . . Han- und Lochmaschine; man könnte sie mit einer großen Laubsäge vergleichen — denn sie ermöglicht leicht und schnell das Ausschneiden jeder beliebigen Figur, wie z. B. die eines Wapven- Adlers — natürlich aus Eisenblech, bei einer Stärke von sechs Millimeter. Diese kombinierten Maschinen bilden für Kunstschlossercien, herdsabriken nsw. ein sehr nützliches Werkzeug, umsomehr, als mit ihnen auch kleine Prosileisen gelocht werden können. Tic hubzahl geht bis zn 240 in der Minute. Tie Lcttsptndel-Drebbänkc sür Transmissiansbctrieb, die aber ebenso für ausschließlichen Fußbetrieb geliefert werden können, wurden uns auch arbeitend vargeführt: cs wurde gerade eine dicke Eisenwelle abgcdreht: die Spttzenhöhe über dem Bett beträgt loO Millimeter, in der Kröpfung 250 Millimeter bet einer Drehlänge von 750 Millimeter und einer Bcttlängc von 1500 Millimeter. Zwei Füße. . Znm llnterlchied von der eingangs erwähnten Schnellbol Maschine, die in verttkaler Richtung aufgestellt ist und arbeit sit die doppelt-horizontale Schncllbahrmaschine erwähnt, die zt Bohren von Scharnierlöchern an Ofentüren und dergleichen die: Tte horizontalen Verschiebungen werden durch Handräder bewir Bet Erreichung der eingestellten Bohrtiesc lösen sich die Spinde selblttaltg ans und gehen automatisch schnell zurück, um zur nächst Bohrung erneut angestellt zu werden. Bohrt Löcher bis zu einem 'Durchmesser von 10 Mtllimct nnd bis zu einer Tiefe von 85 Millimeter. Zinn Schlüsse mögen noch zwei ausgestellte hobclmaschin Erwähnung stnden, wobei ,u bemerken ist, daß die Maschinen I schleuntgien Rücklaus des Tisches besitzen. Der Geschwindigkeit Unter,chted wird durch Zahnräderübersetzung erzielt, wodurch u m Rinnen erforderlich ist. — Das zu hobeln bars eme Lange von 1000 Millimeter, eine Breite v 600 Millimeter und eine höhe von 500 Millimeter haben. Sehr leistungsfähig ist die sog. Schnell-Shaping-bobelmaschii mit Riemen Umsteuerung, sclbsttättger Querbewegung des Tisch Zohnftangcnantrieb; sie hat beit großen Vorzug, daß sie getr auch von einem weniger geschulten nnd gewifsenhasten Arbeit rationell bedient werden kann. ■— Die Maschine eianet s auch znm Ruten von Wellen. Die von der Firma hchligenstaedt & Cie. ausgestellten M schmen zahlen naturgemäß zu den Neinercn Werkzengmaschrn- Abbildungen, die sich an den Wänden des Ausstellungsraum besmden, geben dem Beichaner erst einen Begrisi — welche Riese Matchinen von der genannten Firma gebaut werden, — die dies Zweig der Gießener Jndusttie überall in der Welt in würdigst Weise vertreten. stattete Dekan Gußmann - Kilchberg. Das diesjährige MissivnS- feft des Baseler Vereins soll IN Obcr-Widdershcim bei Nidda gehalten werden llebcr die Inspektionsreise des Baseler Inspektors Tipper nach China berichtete daraus Missionar Müller hersseld, der an dieser Reise teilgenommc» Itatte. Er zeigte die Lage der Baseler Mission in Ehina und legte dar, welche Ausgabe die Mission gegenwärtig in China habe. Die Stellung der chinesischen Regierung zur Mission ist eine sehr tolerante, so daß die Mission stete .tzand hat: in pielcn Otcgenden der Provinz Kanton, wo die Baseler Mission arbeitet, ist ihr die Bevöllerung durchaus freundlich gesinnt und verlangt die Einrichtung christlicher schulen. Seil der Revolution Iwt das Christentum bedeutend an Ansehen gewonnen, doch sindct sich auch eine starke Bewegung, das Heidentum neu zu bcicsttgen. Die Mission muß die jetzige günsttge Lage zur Ausbreitung des Evangeliums in verstärltem Maße benutzen, wozu eine größere Arbeiterschar und bebeülettde Geldmittel nötig sind. Das Ziel der Misstonsatbett ist auch hier die Lochaisung einer selbständigen chinesischen Misstonskirche. Zuletzt berichtete Dekan Gußmann.noch über seine Eindrücke ans bcm diesjährigen Jahressest nnd der Dcligiertcnvcrsammlung IN .Basel. Für das lOOsährige Jubiläum der Baseler Mission im nächsten Jahre soll eine Judiläumsgabe gesammelt werden. — Bei der nun solgenden Vorstandswohl wurden gewählt: Als Vorsitzender an Stelle des in den Auhestand tretenden Kirchenrates ll. Schlosser Dekan G u ß m a n n - Kirchbcrg, als Rechner Pfarrer Vogel- Rcichelshctm, als Beisitzer Lehrer S ch so ud ro s-Oppenrod und Fabrikant K a n fs m a nn-Gießen. Znm Schluß sprach Dekan G n ß m a n n dem scheidenden Vorsitzenden den Tank des Vereins sür seine Tätigkeit aus. ** Gießener Volksbad. Im zweiten Vierteljahr 1914 wurden IN der Anstalt im (tzanzcn 36542 Bäder (gegen 36 269 im gleichen Vierteljahr des Vvnahres) verabreicht, oder durchschnittlich tm Tag 402 Bäder 13991 gewonnen. Die neu eingerichtet ent Wannenbäder 3. Klasse erfreuen sich eines regen Zuspruchs und waren schon längst ein Bedürfnis. Tie Bäder verteilen sich im Einzelnen: Schwimmbad 15 601 (15 832), Wanne 1. Klasse 1074 (11061, 2. Klasse 4223 (4171), 3. Klasse 1461 (—), Brausebäder 9823 (10 719), mcd. Bäder 545 (534), Volksbäder ü 10 Psg. 3818 (3907). Tie Personcnwage wurde 940 Mal benützt. Besichttgt wurde die Anstalt von 12 Personen. Der Rückgang »er Brausebäder ist allein auf die kühle Witterung znrückzusührcn. ** Kleine Mitteilungen. In O s s c n b a ch drang ein Dieb am Hellen Tage in die Mansardensttrben der im Hause bc- diensteten beiden Dienstmädchen und erbeutete zwei Barbeträge von zusammen über 11X1 Mk. Von den Tätern schlt bisher noch jede Spur. — Wegen Verdacht der Brandsttsiung und BctrugSversuch wurde in Darmstadt der 35 Jahre alte, srüher in Frankfurt wohn» haste John Küttner aus Janotv in Rußland scstgcnommen, der in Isenburg eine Zigarcttensabrik betrieben hatte und seit ctw«' Vr Jahre in Tarmstadt ein Jigarrcngeschätt betrieb, das ajlerdingS seit 15. April in eine G. m. b.h. umgcwandelt und seiner Schwester Gerda Küttner verkauft worden Ivar. In der 9!acht zum 1. Juli war in dem Zigarrengelchäst ein Brand ausgebrochen und dabei angeblich Waren und Geld gestohlen worden. Es liegt Verdacht vor, daß der Brand durch Küttner veranlaßt und der Diebstahl nur ein singierier ist. Landkreis Gießen. (ck) Wieseck, 8.Juli. Für die Gcmeinderats- s i tz u n g am Freitag, den 10. Juli, abends 8V* Uhr, ist folgende Tagesordnung ausgestellt tvordcn: 1. Reparaturen für Schreiner-, Spengler und Wetßbindcrarbcilen in den Schulen der Gießener- und und Schulstraße. 2. Gesuch der Freien Turncrsck>ast um Uebcrlassung eines Spielplatzes. 3. Anschaffung von Turngeräten und Subscllicn für die Schulen. 4. Verkauf von Baugelände an Private, hier Festsetzung des Preises. 5. Gesuch des PH. Walther um Erhöhung von Pslcgegcld für Louise Döringer. 6. Reparatur des Backhauses in der Gießener Straße. 7. Verpachtung der Schas- weide sür 1915. 8. Die Ueberdeckung der Friedhofswege mit Kies, sowie Anpflanzung von Bäumen. Kreis Büdingen. A Bisses bei Echzell, 8. Juli. Der Kriegsvetcran^iind Polizeidiener Wilhelm Wetzstein I. wnrdp dieser Tage zur letzten Ruhe gebettet. Er diente von 1868 bis 1871 beim Jnfrinteric-Regiment Nr. 115. Kreis Frievberg. & Kirch-Göns, 8. Juli. Ein Leichcnzug geriet dieser Tage wälgrend eines Gewitters in große Gefahr. Als der Zug.^den hier noch die Schulkinder begleiten müssen, durch eine Straße ging, erfolgte eine heftige elektrische Entladung und mehrere Sck)ulkinder ftürzten zu Boden. Der Blitzstrahl hatte eine hohe Stange an einem Hanse getrosfen. und durch den Luftdruck waren die Kinder zu Boden geschleudert worden. A Butzbach, 8. Juli. Die schweren Gewitterregen der letzten Tage haben über Flur und Feld so ge- walttge Wassermassen ausgegossen, daß sich die Frucht gelegt hat. Auf ttcfcn Wiesen und in Ackersiirchen steht viclsach heute noch das Wasser. t. Bilbel, 18 . Juli heute sind die mit den ^köpfen an- einandergcwachfenen Zwillingskinder Emilisa Stell hier in eineni ?llter von 8 >/z Iahten g e st o r b c n. Kurze Zeit nach der Geburt dieser Kinder wurde bei deren Anwesenheit gelegentlich eines Aerztekongresscs in Frankfurt a. M. die Frage ausge- worsen, ob die Kinder .getrennt werden könnten. Diese Frage wurde von sämtlichen anwesenden Acrzlen cinsttmmig verneint, ck vorauszufehm sei, daß bei einet Trennung ein Ktnd sterben müßte. Tie Kinder waren vollständig entwickelt. Die Köpfe itxtrert etwas ineinandergeschoben, jedoch waren die beiden vollständig ausgcbildeten Gehirne durch eine Hirnschale getrennt. Der Tod trat infolge Keuchhusten ein. Das eine der Kinder starb drei Stunden später als das andere. Da der Tod der beiden Kinder unmittelbar .nacheinander eingetrcten ist, muß man doch an- nehmen, daß die beiden Gehirne der Kinder nicht vollständig voneinander abgeschlossen waren. Ter Vater hat diese Wunderkinder in vielen Städten Europas zur Schau ausgestellt. Dem Vernehmen nach sollen die Kinder im Krematorium in Offenbach cingeäschert.werden. Hessen-Nassau. b. Ballersbach b. Herborn, 7. Juli. Im Grubenscld« „Schcppergrabcrgraben" ist in einer Tiefe von nur 11 Metern ein Eisenerzlager von 55 v. h. Eisengehalt angefahrcn worden. Das Grubenfeld gehört der Gewerkschast Adolsshütte-Dtllenburg. die auch auf ihren Gruben bei Oberscheld in der letzten Zeit bedeutende neue Auffchlüsst gemacht haben soll. rrircbe nnd Scbule. h. Frankfurt a. M., 8 . Juli. Bet regem Besuch ans allen Teilen des Landes trat lwnte die Evangelische Konferenz (Friedbergcr) tm „Kaiserkeller" zu ihrer diesjährigen hauptverianrmlung zusammen. In seinem Jahresberickst bot der Vorsitzende, Professor v. Die hl (F-rtedberg> ein erfreuliches Bild von der inneren und äußerem Erstarkung der Bereinigung während des letzten Geschäftsjahres. Eine vom Vorstand vorgelegte Geschäftsordnung wurde nach länge, rem Meimmgsanstausch angenommen. Tie gevlante Abhaltung eines F« ri en lc hr gan gs im herbst verschob man wegen der kurzen Dorbereittmgszeit ans das nächste Jahr. Dem Kassen, bericht für 1913, der 1078.03 Mk. Einnahmen und 1061.07 Mark AnSaabcn verzeichnet«, stimmte die Konferenz genehmigend M. Das Vermögen wuchs auf 1062 Mk. an. Im Anschluß an die geschäftlichen Erörterungen 'sprach Pro7. O. Schian (Gietzenl in geistvoller Weise über „Kirchltch. kcit", wobei er solgende grundsätzliche Gedanken artssührtc: Ter Begriff „Kirchlichkeit" hat dreierlei Bedeutungen, und zwar die einer energischen Betonung der „Kirche" tm Untersästck von „nichtkirckstichen" religiösen Gcmeim'chaffen, die einer bewußten, kräftigen Bejahung der Gcsamtkirche im Unterschiede von «usWirhkrchcr SJcrtetbiglmg des 5Rcd;-tS der Emsigem ei ndc und eickstlch der einer trcurn Beobachtung der „kirchlichen" Sitte und Crimnng. Die Kirchlichkeit ini Sinne einer energischen Betonung der „Kirche" »ruß den Am'vruch aus ausschließliches Recht einer Kirche anfgrben. So gewiß die Lebenseniialning der Einzclge- tnenche ist und die der Gesamtkirchen vielfach eesormbcdürstig lind, so absolut notwendig ist Kirchlichkeit als krästige Bejahung der Gesamlkirche. Das Ziel kirchlicher Arbeit ist eigene persönliche Frömmigkeit. diese aber bedari zu ihrem Derben und Wachsen des Anschlusses an die Sitte. Mecknrnwmns IVlurrisäisnius imd Gesetzlichkeit soll diese eiirchlichkeit meiden.' Frömmigkeit und MrchlichkcU sind nicht Gegensätze, sondern Korrc- lativbegriffe. Boi der Erziehung der Gemeinde zu rechter Kirch- lichkeit wird dez Pfarrers eigenes Beispiel das beite Erziel,ungs- nrittel sein. — Dom Vertrage. der reichen Bciiall iand solare eine kurze Be Sport. — G i c ß e n e r Ruder-Gesellschaft An der am per- gangenen.Sonntag ,n Köln stattgcsundenen Ruder-Rcgattc betei ligtc sich auch die Gicßcner R u d e r -G e s c l l s cha s t >877 an zwei Rennen, Herr Earl I o c d t konnte im Einer nach sehr scharsent Rennen mit V» Sekunde Porsprung gegen de .Haas von der Roei- en Zeilsvcrceiniging „de Amsiel" in Amsterdam einen schönen Sieg erringen. Ter Junior-Vierer tvurdc dagegen nach rbcnsalls scharscm Bord-an-Bord-Rcnne„ von Germania Tüsscl- dvrs ,m Ziel um etwa einen Meter geschlagen, nitt einer Boots länge Abstand folgte als drittes Boot Ruhrort Ter Junior-Vierer der Gicßencr Rudcrgcseklschait isi in diesem Jahre sehr gut zusammengebracht, und hätte ivohl mich das Rennen nach Hause gebracht, lvenn ihm nicht das ungewohnte und am Regana-Tage besonders unruhige Rhcinwasser sehr zu schassen gemacht hätte. Taß er ein aus alle Fälle sehr beachtenswerter Gegner ist, beiocist sein gutes Abschneiden aus allen bis jetzt besuchten Regatten; ist er doch in allen Rennen, die er nicht siegreich beendete, stets nur sehr knapp, meist nur um Bruchteile von Sekunden unterlegen. — tii daher auch zu erwarten, daß die Rennen, an denen er sich aus der Gietzencr Regatta am Sonntag, den 19. Juli, beteiligt, sehr spannende Kämpfe bringen tvcrden. sprecht,ng. Gericht^saal. B erli n , 8. Juli. (Privattelegramm.) In dem großen Berliner Wucherprozcß, der seit sieben Wochen die Straikammer beichästigt, wurde heule mittag das Urteil verkündet. Es wurden verurteilt Jakob Rätzel zu sieben Jahren Zuchthaus, 1500 Mk Geldstrafe und 10 Jahren Ehrverlust. Georg R ö tz e l zu 2> - Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust, Sessel zu 3 Jahren Zuchthaus, 900 Mk. Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust. Lölhesfcl zu einem Jahr Gesängnis, Zinnt zu l 1 > Jahren Gefängnis und 0 Jahren Ehrverlust, Toretti zu l". Jalpen Gefängnis, Albert " eil! am i n zu 6 Jahren Zuchll-aus, Ro scnb l aIt zu 3Jahren t. Monaten Gesängnis, Louis Benjamin zu 2>/, Jahren Zucht- lwus und 5 Jahren Ehrverlust, Pawlicki zu 2 Jahren l! Monaten Zuchthaus, Del sau .zu 1 Jahr Gefängnis, Weber zu 9 Monaten Gefängnis. Ten Angeklagten wurde die Utaersuchungs hast bis zur Höhe von !>/- Jahren aut die Strafe angcrechnel. Köln, 8. Juli. In dem Fleischvcrgistungsvrozeß, der vor der hiesigen Strafkammer seit 16 Tagen zur Verhandlung steht, wurde gestern das Urteil gefällt gegen die Viehhändler Keusch und Salm, weil sic dem Verenden nahe Tiere, deren Fleisch der menschliche» Gesundheit schädlich war, verkauft batten, aui je ein Jahr Gefängnis. Tie Metzgcrmcister Wiesdvrf und Bidus erhielten ,c 1000 Mark und 100 Mark Geldstrafe. Tic Verkäuferin Marx wurde sreigesprochen. vermischter. -SchnecfalliinJnntbal Aus Innsbruck, 8. Juli, wird gemeldet: Im Innthal fiel heute nacht nach einem hes tigen Gewitter auf den Bergen Schnee. Im Zillerthal wurden durch Sßassermassen mehrere Brücken weggcrisjen. In Zell wurde eine Gerberei durch Geröll verschüttet. * Zum Untergang der „Calpps o". Aus Toulon, 8. Juli, wird gemeldet: Tie lieuligen Nacktrichten ergeben, das; das Unterseeboot „Calytg'o" gestern nachmittag nicht mit de,» Torpedobootszerstörer „Mousaueton", sondern mit dem Unterseeboot „Girre" znsanrm enge stoßen ist. und zwar hei den Manö- vern mit hoher Fahrt zwecks Angriffes aus eine Panzerschifisdivision. Nach dem Zusammenstoß, bei dem „Cirrc" schwer beschädigt worden sein soll, eilten der Torpedobootszerstörer nnd andere Unterseeboote helfend herbei, Ter Koiinnandant der „Ea- lypfo"' traf sofort Maßregeln, die ganze Mannschaft aus dem Schiff z» bringen, da ein Verstopfen des Lecks unmöglich ivar. Alle Mann sprangen über Bord und wurden von Booten ausgefischt. Bei dem Inchen /Seegang erlitten z,vei einen Schlaarnfall und starben nach ihrer Rettung: das Linienschiff „St. Louis" hat ihre Leiäien heute gelandet. * Wieder die Wahtweiber. Aus London, 8. Juli, wird genieldet: Ein Polizeibcamter beobachtete heute morgen, wie zwei Slnhängcriimcn des Fraucnstiminrechts vor dem Laiidlxruse Burps iu Ahr zwei große Bomben niedcrlegten. Der Beamte beseitigte die Bomben und verhaftete eine Frau: die andere cntkani. * Tie Betriebs st örung im Simplontunncl, die auf eine» Bruch der Wasserleitung infolge einer Mauerscnkung zurückzusührcii ist, ist behoben worden. Ter Zugverkehr wurde in der letzten Nacht wieder regelmäßig ausgenommen. Märkte. L Friedberg, fi. Juli. Ter heutige Markt war lehr gut beschickt, namentlich hatte inan viele Kitschen aebracht das Pfund zu 14 Big., Erdbeeren «0 Big., Himbeere» 3b Pfg., Heidelbeeren der Sebovve» 18 Psg„ Johannlstraube» das Pkund 20 Pig., Butter das Pliind 1.10 fflif., Eier das Stück 8—9 Pfg., Käse 7 Pfg., neue hiesige Kartossel das Pitnid 19 Psg, 9111c Arte» Gcnlüse und Snp- veitkränlcr. Blumenstöcke und Blnmensiräußc. Detteraussichtcn in Hessen am Freitag, den 10. Jul! 1914: Vieliach heiter, ineift trocken, warm, schwache westliche bis nord- ivestticke Winde._ _ Letzte Nnchrich.en. Neuer Höhenweltrckord eines deutschen Fliegers. I o h a n n i s t h a l, 9. Juli. Heute morgen um 3,1;> Uhr stieg der Rumplerslieger Liunckogel auf seinem Rumpler Eindecker aus, um einen Angriff auf den Höhcnwclt- rckord zu uiilcrnchnicn. Liiiuekogel erreichte 6600 Meter und verbesserte damit den Höhenweltrckord, den bisher der tödlich verunglückte Flieger Legagnenx mit 6100 Metern inne halle, um 500 Meter. I Eine Verschwörung nicht gegen den Zaren, sondern den Präsidenten Frankreichs. Paris. 9. Juli Tic Untersuchung gegen die in Toulon verhasteten Russen Trijek und Andro Janowski hat er» gebeit, daß sie mit zahlreichen Anarchisten in Verbindung standen. Bei Trizck ivurde ein Schriftstück vor- gefunden, das die Namen bo» auslint ischen Anarchisten entzbii^, die seit längerer Zeit von der Pariser Polizei überwackst werden. Pier davon wurden bereits fest genommen und naäi dem Uutersuchungsgcsängnis gebracht. Trizck behauptet zwar, daß er die Verhaltetcn nicht kenne, weigert sich jedoch, irgendwelche Aufklärung darüber zu geben, Ipie er in den Besitz der bei ilm> vor» geiundenen Namcnslistc gelangt sei. -— Ter mit der Angelegenheit beauftragte Staatsanwalt neigt der ,Ansicht zu, daß die Verschwörung Trizeks und Andro Janowokis nicht gegen den Zaren, sondern gegen den Präsidenten der Republik gerichtet >oar, der am nächsten Sonntag die Stadt Peronnc besichtigen wollte. _ Ten besten Schul, dcrlßindcrvor den gekäbrlichen Erkrankungen der heißen Soiniiieringr, Breäidiirchiall, Diarrhöe. Darmkaiarrb »sw., die oft tödlich verlausen, bildet eine vorsorgende Ernäbrungs- iveise. „Kiiicke" wird bicrbci ncis gute Dienste leisten, denn cs ist ein ivobischmeckendes?kährmittcl, das die Verdaulichkeit der Kub- inilch erhöht, vermöge seines Gebaltes an Eiweiß- und Mineral- stoncn die Muskel- und Knochenbildung der Snuaiinac unicrillltzt und äußerst günstig aui die Magen- und Darmlätigkelt cinwirki, _ 762h y __ Tcit einem halben Jahrtausend sind die Heilquellen des Bades Soden n. Taunus bekannt, seil hundert Jahren haben sie sich auch die vollste Wert- ^ schätznng der Aerzte crrunaen. AuS ztveien der ivichtigsten 1 Quellen, dein Warmbrunncn und dem Wiesenbrunnen, werden Fans achte Sodener Mineral-Pastillen — und zwar nur diese!—gewonnen, und es ist ohne weiteres verständlich, das; Jans Pastillen ähnlich wie die beiden Quellen selbst wirken niüssen. Man aebrancht sie bei allen Katarrhen der Luftwege, bei Husten, Heiserkeit, Verschleimung usw.,und nie werden sie den Verbraucher enttäuschen. Die Schachtel kostet 85 Psg. 342s s llvchherrschastl., 1. Stock, mit allem Komfort. Zentralheiz., in rnhiaer Lage und Nähe der Universität per 1. Oktob. zu vermieten. ^008 Näheres in der Geschäftsstelle deS Gieft. Anzeigers. ^ 7 Zimmer | 7-/iui m er* Wohnung; mit Mädchen und Badezim. eventl. auch Mansarde zum 1. Oktober zu vermieten. QT> gr7) SüdAnlage 11 v. S Zimmer | 78*20 O-Zimmcr-Woknung tuit GaS, Bleichplatz, Bodenrau ni, p. 1. Okt., evtl. a. sriih. zu verm. Steinstrafte 42. 7807l Sch. 3 Zimmcrwohn. mit Balkon im 1. Stock sow. allem Zubehör. Garlenant.. Bleichpl.. Badceinr., ist in gut. kr. Lage ver 1. Ok>. mit. günst. Bed.z. v.Näh.I,sidgva t. Vss8P. In nächst. 2tähe d. Bahnhofs V'Ziinmcr-Wobn. re. nebst Winterg. evtl. m. 2 Burcan- od. Bnrschenräumen und kl. Pferdestall zu verm. 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Mark 785 810.87 450 353.19 165 121.22 15 600.— 154 549.15 4 574.19 142 583.65 718 592.27 9 942.36 . . 1 657 569.05 . . 34 240.— . . 10 740.— . . 6 100.86 Sa. 1 718 592.27 Mitgliederstand Ende 1913. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1912 . 112 Während 1913 gingen ab . . . , 4 108- 4 112 8094 Während 1913 gingen zu. . . Daher Mitglicderstand Ende 1913 . . Hungen, den 8. Juli 1914. ?cr Poriiliiil» litt T»lir- und LcihW z» Huilßeil eingetr. Genossenschaft in. unbeschr. Hastpfticht. Fendt. Berlett. Gust. Kohlheyer. Günstig abgebbar gebrauchte Halzschwrllrn Belag. Brand. Schr. ingeb. unt. 7959 a. d. Gieftener Anz. Kirschen zum Cinmackien, Pfund 13 Pfennig. 105462 Senckenbcrgstrafte 6. Stsebel- und ^obrnnizbeersn verk. Eichgärten 23^ l^"^ Mark 12909 57» öW0lhckclll!kld nach Mk. 18000 auf Anwes. i. gut. Lage ver 1. Okt. 1914 gesudit. Brandtaxe Ntk. 29000. Mietertrag Mk. 2450 Schr. Angebote unter 7933 an den Gieftener Anzeiger erbeten. Sehr. Fahrrad z. kaufen ges. Schristl. 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Sechserkarten haben Gültigkeit. Für die Freilichtbühne: Dr. Bernbcck. 18001v ich. Vortrag Auf Anregung der naturwissenschaftlichen Abteilung der oberhessischcn Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, sowie des Bürgervereins Gießen hat sich Herr Provinzialdircktor Geheimerat Dr. Nsingcr bereit erklärt, am Hreitag, .den {0. Zuli IM, aben-8 8 % Uhr pünktlich, in der Neuen Aula einen Vortrag über folgendes Thema zu halten: vie Elektrizitätsversorgung der Provinz Oberhessen, ihre Vorgeschichte und vurchsührung. Eintritt für jedermann frei. 78060 Bürgerver eirr Gießen. Wir gestatten uns, unsere Mitglieder aus den morgen Freitag 8 ’/, Ilbr in der Neuen Aula statifindenden Portraa des Herrn Pro- viuzialdircktorsGchciincratvr.Nsingeriibcr besonders auimerkiam zu machen und zu recht zahlreichem Besuche einzuladcn. Auch Damen willkommen. („„D] Der Porstand. Gewerbe-Ansstellang Giessen Freitag, den 10. d. Mls. Auftreten^" Peseh Mari« Samstaj, den I I. d. Uta. 8071 Zweiter grosser Knchen-Abend Bekanntmachung. Die Nutzung der Jagd in dein gemeuischaitlichen Fagdbezirk der Gemeinde Rodbeim n. d. Bieber, beilcbcud aus einem Jagdbezirk cinichlienlich des Henchelheimer Wäldchen, soll an: 27. Juli d. I.. nachmittags 2 UKr, ,n .dem Gemetndczimmer in Rodhein, a. d. B. öffentlich mcmbicwnd aus die Dauer von 9 Jahren, beginnend mit dem I. escviember d. I., verpachtet werden. 21 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 lG. S. S. 207t bringe ich dies mit den, Bemerken zur öffentliche» Kenntnis, dah die in Aussicht genommenen Pachtbedingungcn von, 10 . Juli ab zwei 'Wochen lang aus meinem Dieattzimmer Lffenllich ansliegen und dag wahrend dieser -!c,t ,eder Jagdgenossc sowohl gegen die 'Art der Verpachtung als auch gegen die Pnchtbcdingungen Einspruch beim KrcisauSschuii in Biedcnkovs erheben kann. Rodheim a. d. Bieber, den 9. Juli 19l4. Ter Jagdvorstebcr. Bechtold. Bürgermeister. 80640 31101 Hauivänc Mk. 2,7.1, trockenes, klcingcmachtes Eichenholz Mk. 3.21 per Karren srei Daus. Ful.WcUdöicr, Telcph.741 V. 8. C. Zweig-Verein 8089 D Sonntag, den 12 . Juli 4. Kttins-Wiiillimliili: Schotten—Rudingshain— Horst—Landgrasenborn— Tausstein — HobcrodSkovs - Gackerstcin—Scholle». 5V« Stund. Abfahrt 8" Uhr lSvnntags-Karte Schotten,. Führer C. Fabcr u. F. Noll. Stadttheater Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Dienstag, den 14. Juli 1914, abends 8 Uhr: Viertes Operettengastspiel des Großherzogi. Kurtheaters Bad-Nauheim. Unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen-Jns.-Reg:S. „Kaiser Wilhelm" Nr. 116. [8093C Gewöhnliche Preise! Gewöhnliche Preise! 'Abonnenten zahlen gegen PorwciS des 4. Grmästiguugs-Kuvons kleine Preise Neuheit! Neuheit, „BrüdeHein fein“ Alt Wiener Singspiel in 1 Auszug von Julius Wilhelm. Musik von Leo Fall. Hierauf: „Die schöne Galathe“ Mythologische Oper in 1 Akt von Supps. Kasscnöffnung 7'/, Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende 10V, Uhr. Studierende gcuicheu PrciScrmästigung. Kirschenverstei^ernng. Freitag, den 19. d. Mts., nachm. 3 1 /, Uhr, sollen die der Gemeinde gehörigen Kirschen, bestehend in 45 Bäumen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Treis a. Lda., am 7. Juli 1914. Großh. Bürgermeisterei Treis a. Lda. Be nu er. 8065 Auf tausendfachenWunsch ab Samstag, den 11. Jnll Quo vadis?! die Tragödie ein. untergehenden Welt von H. Sienkiewicz in 6 Akten. Die gewaltigste Filmschöpfung aller Zeiten I-Spiel- Bahnhofstr. 84. fcinflcSdicflfiiifit, flfl&Iinii,5Rotpp,ßoIib | barsch, Lcrlicchtr, Bratsischr iiii- scinste Fisch- kotclettS treffen heutc ein Mn Neue Kartoffel«! Psülzer 3 Psd. 28 Ps. Italiener 3 Psd. 10 Ps. Ersatz sür Malta Gebr. Berdux> , Bahnhosstratzc 27 Fernsprecher 231.