Kr. isr Der Giehener Anzeiger erscheint täglich, anher Sonntags. — Beilagen: vierinal wöchentlich GiehenerFamilienb lütter; zioennal wöcbentl.Kreis- dlattfiir den Xreir Siehen (Tinlsrag und Freitag); zwennal urtmatl. Land- »irtlchastliche Zettfraae» ^ernirxech - Anschlüsie: iür bte Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse inr Depeschen: Anzeiger Wietzen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnummer bis varminaqs 9 Uhr. Erstes Blatt IH Zahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Mittwoch, 8. Zuli 1914 Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Der „Korridor zur Adria". Ueber dem Sarge Franz ,Vr*mumti3 hat sich die Gruft geschlossen, drcrußc-u geht der Lärm des Tages weiter, der nicht mehr den Toten stören kann, wohl aber den Lebenden unbehaglich *u werden beginnt Weit über die Grenzen der Aalkonftaatcn, weit über die Grenzen der vielsprachigen hadsburgrschen Monarchie Henaus beschäftigt man sich mit der schicksalsschweren Frage, welche Folgen die Bluttat von Scrajewo, dieses walmwitziqc Verbrechen großscrbischcr Fanatiker. aus die künftige Gestaltung'derDiplomatie haben wird. In Belgrad, dessen Konak ja mit Fürstenblut besudelt ist, verhüllt man nur sehr schlecht seine Freude über die Tat, der der Träger des Gedankens eines stach» Oesterreichs und seine ihin bis in den Tod getreue Gattin jäh zum Opfer fielen, 'Dian rechnet insgeheim auf die Unterstützung des großeii Zaren und denkt an alles eher als mitzuhclsen bei der Sühnung des Fürstcunwrdes, Aus dem anklagcndcn Oesterreich sucht man ein augeklagtes zu machen und sindet willige Helfer an der Newa, Brachte blüh die „Nowoje Wrernja" ain letzten Samstag in einer Beilage aufreizende Bilder und der Leitartikel mit dem schönen Titel: „Kulissen der bosnischen Metzeleien" schloß mit den Worten: „An dem offenen Grabe deS unglücklichen Erzherzogs begeht die österreichische Politik jetzt eine blutige Leichenfeier", Bei solchen starken Helfern ist man kaum >ge»eigl, den berechtigten Wünschen der Wiener Hofburg bei all ihrer Entschiedenheit irgendwie talsächlich entgegenzukommen. Schon wer- den die Karjcn dort unten von neuem gemischt, Bon Paris her tmirde — vielleicht allzufrüh — die Meldung von der Bereinigung Montenegros mit Serbien lanciert. Es folgte freilich ein schwaches Dementis aber diese bevorstehende Bereinigung Montenegros und Serbiens ist kerne bloße Ausgeburt der Sommerhitze, sie ist ernsthast geplant Ob sie unter dem Mantel einer engen Personalunion oder nur einer gemeinsamen Verwaltung sich vollziehen imrfc, das ist eine Frage untergeordneter Art, Eines ist aber sicher, diese Vereinigung, ja der Gedanke dieser Vereinigung richtet sich gegen Oesterreich-Ungarn, dem man seine ausschlaggebende Stellung aus die Batkan- .Verhältnisse nehmen will Rußland, die Vormacht des Panslawismus hat hierbei — natürlich auch im eigensten Interesse — ferne Hand sehr geschickt im Spiele gehabt, Serbien Bedarf, um sich wkktschaftlich entfalten zu können, um seine "landwirtschaftlichen Erzeugnisse und seine Bodenschätze einigermaßen vorteilhaft verwerten zu können, eines Hafens am Adrurtisckzcn Meer, Es hat unter der österreichischen Grenzpolitik, die oft — mitunter etwas gewalttätig — zu einer ausgesprochenen Unterdrückungspolitik des serbischen Ausfuhrhandels wurde, eluen ungehinderten Zugang zur gdriatischcii Küste stark entbehrt. Der „Korridor zur Adria" war das Schlagwort weit- und einsichtiger Staatsmänner «Serbiens wie großserbjschcr Wirrköpfe, Bosnien und die jHerzegowina sollten zu diesem „Korridor zur Adria" verhelfen, Als diese beiden Länder endgültig von der habsbur- 'gischen Monarchie annektiert wurden, da empfand man Biese Annexion in Belgrad wie eine verlorene Schlacht Aber Herr von Hartwig, der Gesandte des Zaren am Belgrader Hof, gab seinen slavischen Brüdern zu verstehen, daß sie noch nicht alle Hoffnung auszugeben brauchten. Und siehe ha, der ränkevolle Diplomat, der sich als Lebensziel gesteckt Itzlt, Oesterreich um seine Stellung als vorherrschende Ballanniacht zu bringen, fand bald cin übcrraschcicdes Heilmittel für die SckMerzen der Serben, Die Länder der Kara- georgiewitsch und Pietrowitsch Njegvsch sollten sich vereinen, Sind doch beide Dölker gleichen Stammes, gleickp.tr Sprache und stehen in alter Waffenbrüderschaft, Tos Zwerg- königtum .der Schwarzen Berge könnte durch die Bereinigung mit Serbien nur gewinne», Gewinnen könnte dadurch auch und sogar ungeheuer viel das Reich des großen Zaren, denn die Bereinigung beider Staaten bedeutet den serbischen Hafen und damit zugleich den russischen Flottcustützpunll, der Triest von der Bcr binduug mit dem Mittclmecre abschließt. Das aber war das einzige, ivas Oesterreich bisher zu verhindern verstanden hat. Wird ilym auch dieser Erfolg durch diplomatische Schiebungen nock) aus der Hand genommen, dann bleibt cs der unterlegene Teil auf der ganzen Strecke trotz aller Energie, die nutzlos oerpulvert wurde. Freilich ist Montenegro die Bcrpffichtung auserlogt, im Adriatischcn Meere keinen Kricgshafen zu bauen. Wird Ser bien diese Verpflichtung nach der Vereinigung anerkennen und wird man nicht allerlei Ausflüchte finden, um sich dieser Verpflichtung zu entziehen? Schon taucht ei» neues überraschendes Gerücht auf: Oesterreich-Ungarn will seine Zustimmung zur geplanten serbisch-montenegrinischen Staalenvereinigüng gebrn, wenn ihm der L o w t s ch c n abgetreten wird. Der Lowtschcn ist cin montenegrinischer Berg, 1759 Meter hoch, der die für Oesterreich unangenehme Eigenschaft hat. die Festungsstadt Cattaro an der gleichnamigen Bucht und einen Teil dieser Bucht selbst zu überragen und somit militärisch zu beherrschen, ?lbcr bei aller Wichtigkeit des Lowtsckzen für Oesterreich — er kann bei einem bewaffneten Konflikt zwischen Oesterreich und Italien eine sehr bedeutsame Rolle fpielen — um seinetwillen wird man am Ballhausplatz nicht die gesamten Richtlinien der bisherigen auswärtigen Politik über den Hausen werfen. Außerdem wird das Projekt des größeren Serbien wohl einstweilen zurückgestcllt bleiben, bis die Tragikomödie von Durazzo ihren Abschluß gefunden hot. Serbien zieht Truppen zusammen. Paris, 7, Juli, Nach einer von den hiesigen Blättern gebrachten Meldung aus Belgrad der „Agencc des Balcaus" hätten zwei Armeekorps vorgestern abend den Befehl erhalten, sich in Mitrowitza und den benachbarten Dörfern zn versammeln. Die Truppcnkonzentrierungen seien lediglich als Vorsichtsmaßnahmen gegen die Rückwirkung angeordnet worden, welche ein etwaiger Anfstand der durch die jüngste» Verfolgungen und Gewalttätigkeiten aufgereizten scrbo-kroatischen Bevölkerung Oesterreich-Ungarns in Serbien zur Folge haben könnten, Reue Kundgebungen. Agram, 7, Juli, Nach dem heutigen Requiem für den Erzherzog Franz Ferdinand und Gemahlin demonstrierte eine lleinc Gruppe von Anhängern Franks mit dem Parteiführer selbst an der Spitze, Die Demonstration richtete sich «gegen - die in den Landtag ziehenden Slbgeordneten der Majorität, denen Schmährufe zugerufen wurden. Im Landtag, wo sich die Skandalszcnen erneuerten, wurde Frank heute für 90 und sechs andere Mitglieder bis zu 60 Sitzungen ausgeschlossen. Tie übrig gebliebenen vier Anhänger Franks verließen demonstrativ den Saal, wo nur die Äarcsevics- partei als Opposition verbleibt. Verhaftung eines Gen« ssc» der Bltcntätcr von Sercjewo, S c m l i n, 7, Juli, Hier wurde gestern ein Ghnrnasiast namens Svetozar Popvwitjch, cin Genosse der Scrajewoer Attentäter, als er sich ans der Reise noch Belgrad beiand, verhaftet, Popowitsch gestand, daß er am Tage des AltentatS in Serajenw in einer Konditorei eine Bombe, einen Browning und Zyankali bckvmmen habe, Ws er dann gehört l»abe, daß das 'Attentat bereits gelungen sei, habe er die Mord- wcrkzeuge ivcggeworfen, ßopowitsch wird nach Scrajeivc eskortiert, Rücktritt des Landeschess von Bosnien. Budapest,?, Juli. Der Landeschef von Bosnien, Feldzeugmeister von Potiorek, crllärte entgegen hiesigen Blälicr- nachrichtcn, daß anläßlich des Besuches des Thronfolger, paares olle mißlichen Vorsichtsmaßregeln von der Militärbehörde brschlosien wurden und daß zur Durchführung dieser 'Maßnahmen auch sämtliche Zivilbchörden in Anspruch gc- uommen ivorde» seien, Scrajewo, 7, Juli, In politischen Kreisen verlautet mit großer Bestimmtheit, daß der Landeschef von Bosnien, Fcldzeugmeister Potiorek, bereits ausgesordert worden sei, sein Demissionsgesuch cinzurcichen Die Stellung des Lan- dcschcss gilt bekanntlich seit dem Altentat in Scrajewo als ernstlich erschüttert, Tieiistvcrzicht eines serbische» Generalkonsuls in Deutschland, Der serbische Generalkonsul Anspitzer in München, cin österreichischer Staatsangehöriger, hat wegen des Attentats in Scrajewo.seine Demission gegeben. In der vorigen Nacht wurde das serbische Konsnlatsßchild an der Wohnung des Gcnerallonsuls hernntcrgeriffen, Serbische Studenten hatte» in den letzten Tagen das Attentat verherrlicht und dadurch großes Aergcruis bei de» Einwohnern kMünchcns erregt, » Wien, 7, Juli. Die „Neue Freie Presse" meldet: Erzherzog Friedrich wurde gestern vom Kaiser in einsrüudigcr Audienz empfangen. Am 15. Juli erfolgt die ossizicllc Verlautbarung der Erucunung des Erzherzogs zum Generalinspektor der Armee, Das (tzeneralinfpektorat der Marine übernimmt der Marinekommandant Haus, Erzherzog Friedrich wird bereits die Oberleitung über die diesjährigen großen Manöver führen und sich vermutlich noch vorher nach Deutschland begeben, um sich Kaiser Wilhelm in seiner neuen Eigenschaft vorzustellen, Kaiser Franz Joseph ist heute früh noch Bad Ischl abgereist. Die Lage in Albanien. Mailand, 7, Juli, Der „Sccolo" melde! aus Du. razzo: Die Lage des Fürsten ist äußerst kritisch geworden. Die Nationalisten l>aben den Fürsten ersucht, sich zu einer energischen Aktion gegen die Ausständischeu aufzurassen oder Albanien zu verlassen. Die Rcgierungstrupprn g-horchcn nicht mehr. Die Gendarmen' halten cs bereits sämtlich mit den Insurgenten und erklären, daß sie niemals den Insurgenten feindlich gesinnt gewesen seien, die sic als Brüder betrachteten. Die europäischen Freiwilligen sind sehr unzufrieden; mehrere haben Durazzo schon wieder verlassen, Aus Balöna kommt die Nachpicht, daß die Epiroten mit den Aufständischen aus die Stadt marschieren, -— In Durazzo soll cs vor einigen Tagen zwischen den hier Die Schöpferin des 5chauerromans. kZnm 150, Geburtstage von Anne Radcliffe, 9, Juli.) Die Wiederkehr des 150, Geburtstages der Anne Radclisir ruft die Persönlichkeit einer merlivürdigcn Frau in die Erinnerung, die in der englischen Lüeratur einen bedeutsamen Platz einnimmt, deren Wirkungen sich aber über die ganze Welt verbreiteten und noch heute nicht erloschen sind. Was wir mü dem wenig ehrenvollen Namen Schauerroman bezeichnen, das ist eine Gattung der Erzählung, die sic recht augenscheinlich geschossen, aber in dieser Verfasserin gruseliger Geschichten sehen die bedeutendsten englischen Literarhistoriker, so Wolter Raleigh in seiner Geschichte des englischen Romans, zugleich „einen der frühesten Apostel der Romantik", eine Schriststellerin, „die die Poesie der romantischen Wiedergeburt vooausnahm und cintcitcte". Die dämonische Phantastik Evleridges, die Stimmungslandschaft Scotts, das weltschmcrzlühe Heldentum Burons, sic nehmen alle ii\ Ivichtigen Punkten ihren Aüsgang von den Schristen dieses hochbegabten Blaustrumples, ,und die „Maschinerie des Grauens", die Poe zuerst so meisterhaft gchandhnbt und die heute so beliebt ist, ist von ihr erfunden, ?luch Wildes „Dvrian Grcy" ist letzte» Endes nur ein Ableger ihrer Romane, Wer war diese Frau, die die Ahnherrin aller Sensations- gcschichten und die Acltermutter aller Blaustrümpfe geworden? Anne Ward — so lautete ihr Mädchenname — heiratete mit 23 Jahern den Rechtsanwalt William Radcliffe und schrieb ihre Romane hintereinander mit erstaunlicher Schnelligkeit während der ersten Jahre ihrer Ehe, als ihr vielbeschäftigter Mann sic des Abends allein ließ, um die Langweile einsamer Stunden zu überwinden. Sie erwarb Ruhm uich Vermögen durch ihre Bücher, und als gefeierte Autorin zog sic sich ebenso plötzlich in das Stillschweigen ihres Privatlebens wieder zurück, wie sic daraus emvvrgetaucht ivor: sic sab cs ruhig mit an, wie andere Schriftsteller der von ihr geschossenen „Schule des Schreckens", die sic nachahintcn, Lorbeeren ernteten, wie die Romantiker das ausbildeten, was sie zuerst geahnt. Völlig imbekannt mit der Welt und dem Leben begann sie ihre Schriitstellcrci, und diese Ahnungslosigkeit der Wirklichlcü gegenüber, die sie ihre Zuflucht zu geheimnisvollen Phantasien nehmen ließ, trägt cin gut Teil zu der seltiam unheimlichen Stimmung ihrer Werke bei. Jene düster» Landschaitcn voll Schrecken und Grauen, deren sinnliche Anschaulichkeit mit dem klagenden Geheul des Windes, dem ächzenden Gcseusz der Bäume, dem dunsten Schattengewimmel der Wolken so berühmt war, hat sic nie gesehen: die stets wicdcrkchrenden Charastere ihrer Bücher hat sie nicht beobachtet, sondern sie sind ihr nur im Traum erschienen: die schöne Lady voll zarter Melancholie, die von einem ungelösten Geheimnis umwittert ist, den edelmütig ungestümen Liebhaber, den dämonisch wilden Schurken, Sie schus alles aus ihrer Einbildungskraft heraus und doch war, Ivas ihre Phantasie geboren, so lebendig, daß cs in den Helden Bprons wirstiches Leben gewann, daß cs auch bei uns in Deutschland zur Nachahmung reizte, wie etwa im Leben und Schassen des jungen Tieck, Die geheimnisvollen Korridore, die sich öffnenden Wände, die Fall- und Geheimtüren, die unterirdischen Gewölbe und Verließe, all diese Requisiten, die Mrs, Radcliffe in ihren Romanen geschaffen, sind uns heute aus jeder Tctcltivgeschichte geläufig. Zu Ende des 18, Jahrhunderts wirltc das alles wie eine neue Offenbarung, und in atemloser Spannung verfolgte man die Jagd nach irgend welchen vcrsäwlleNen Manuskripten, die dann des nachts irgendwo beim Flackerschein einer Kerze gelesen werden und stets da, wo cs sich um die entscheidende Stelle handelt, unleserlich sind. Die Radcliffe ist eine Meisterin in der Erregung von Spannung und gruseligen Ahnungen, in dem Aussuggcricrcn der wildesten Vermutungen, die sich dann bei ihr zumeist ans eine höchst nüchterne und natürliche Art erklären. So bildet z, B, den Höhepunkt in ihrem Buch „Die Geheimnisse des Udolpho" eine Szene, in der die Heldin Emilie ein verschleiertes Bild enthüllt; sie sieht, daß es kein Gemälde ist, wie sie vermutet und fällt in Ohnmacht, Der Leser glaubt nun an die grausigsten Dinge, bis er schließlich aus dpr letzten Seite erfährt, daß es sich — um ein Wachsbild gehandelt. Auch das historische Kolorit ist ihre schwache Seile. In diesem Roman, der im Jahre 1584 spielt, «oird z, B, ungeniert von den neuesten französischen Moden und der französische- Over gesprochen Trotzdem geschah dieser packenden Erzählerin ein bitteres Unrecht, als der Vielschreiber Götsche in seinem Pseudonym Sir John Radcliffe an sie erinnerte. — Fe st-Aufführung der Elisabeth-Duncan- Schule, Tie Nachricht, saß die Elisabetä-Tuncan-Schulc aus Tarmstadt am 15, Juli lnachmittags 5 Uhr) eine Fest-Ausführung im Großh. Kurhaus zu Bad-Nauheim veranstalten wird, begegnet unter den Kurgästen, wie unter dem einheimischen Publikum allgemeinem und sehr lebhaftem Interesse. Ist doch der Ruf der Schule Elisabeth Tuncans international und in der ganzen Welt begründet. Man weiß heute allgemein, daß aus der herrlich gelegenen Marien höhe bei Tarmstadt, unter dem persönlichen Schutze des Großherzogs von dessen Elisabeth Duncan (die Sckvester der berühmten Tanzküns in Jsadora Duncan) eine Schule für edelste Körperkultur ge urdct hat. Hier sollen keine Tänzerinnen ausgebildet werden , s gilt lediglich den Körper des sungcn Menschen zu seiner e, ..endetsten Ausbildung zu führen. Daß sich die Grenze von Gymnastik und Kunst yicrbci allmählich verwischt und, ganz wie von selbst, aus diesen Kindern und jungen Mädchen Künstlerinnen der Bewegung werden, das ist das Wunderbare und Schöne bei der Sache, Neuerdings hat cs sich die Schule zur Ausgabe ge. macht, auch Lehrerinnen auszubilden, die den Geist der Sclyilc in die Welt hinuustragen. Ebenso solle» Zöglinge der Schule von ihrem Wirken und ihren Erfolgen aus der Olympiade 1916 zu Ber« lin Zeugnis ablegen, — D i c Desinfektion der Mundhöhle durch ultraviolette Strahlen, Die keimtötende Wirkung des Sonnenlichtes ist seit geraumer Zeit bekannt. Wie sich die höheren Organismen unter seinem Einflüsse entwickeln und cs zur Erhaltung ihrer Lcbcnssunktioncn dringend bedürfen, so übt eS im Gegensatz dazu eine vernichtende Wirkung auf die niedrigsten Lebewesen, die Bakterien, aus, ES ist aber nicht das strahlende Licht im ganzen, dem diese Eigenschaft zukommt, sondern der Teil, der unsichtbar ist und die lurzwclligcn, chemischen Strahlen, das sog. Ultraviolett enthält, Baktcricnkulturcn, die mit ultraviolettem Lichte bestrahlt wurden, büßten bald ihre Forlpslan- zungssähigkeit ein und starben ab. Noch stärker war der Effekt, Ivcnn zu den zu bestrahlenden Objekten fluorcsziercndc Substanzen hinzugesctzt wurden. Als Lichtquelle dienen diesem Zwecke besonders konstriiierlc elektrische Quarzlampen, die sehr viel ultraviolette Strahlen aussenden. Es lag nahe, zu untersuchen, ob man diese Kräfte nicht zur Sterilisierung und Desinfektion ausnülicn könnte. Diese Vermutung hat sich bestätigt: so gibt es eine Methode, Trinkwasscr durch ultraviolettes Licht keimfrei zu machen, die sür Heercsgcsundheitspslege im Felde von größter Bedeutung ist. Neuerdings ist man dazu übergegangcn, auch den menschlichen Körper von Bakterien auf diese Weise zu befreien. So haben Prof, Friedbcrger undDr, S hi o s i im pharmakv. logischcn Institut der Berliner Universität, wie sie in der Deutschen medizinischen Wochenschrift berichten, Divhtericbazillen in der Mundhöhle eines Kaninchens durch Bestrahlung zum Verschwinden gebracht. Dazu muß allerdings die Quarzlampe mit einem Ansatzstück versehen und in den Mund eingebracht werden. Die Dauer der Bestrahlung mußte 30 Minuten tvährcn, wenn Sterilität erzielt werden soiltc. Vielleicht eröffnen sich hier Wegö zur Bekämpfung mancher Infektionen, Leider sind die ultra- violetten Strahlen nicht sehr durchdringend, sondern werden von der Oberfläche absorbiert, so daß sie keine Tiesenwirkung entfalten können. Bakterielle Herde im Innern des Körpers bleiben daher unbehelligt. Eine weitere Nutzanwendung der ultravioletten Strahlen ist »an den beiden Autoren, wie wir schon vor einiger Zeit mitgeteilt haben, bei der Kuhpockenlymphe gemacht worden. Es kommt bei dieser alles darauf an, sic keimfrei zu machen. Duvch die üblichen Sterilisierungsverfahren, wie starkes Erhitzen, Icrnn sic in ihrer Wirksamkeit stark beeinträchtigt werden, durch ultraviolette Strahlen aber werden allein die Bakterien zerstör^ — I _J Ä tnjfjnto» Ssterreichischen und den nichtdeutschcn Frei- V» zu einer ffimiferei gekonrnren fern. Rom, 7. Juli Die „Agencia Strfani" meldet aus Durazzo vom 6. Juli 10 Uhr abends: Midi Ben lfat Kr-crja ge- räumt und sich in ba\ ; Gebiet vvn Pdati zurückgezogen. — Der Abordnung Dun Argproeastro wurde erklärt, baß nmn derStzrd« itidjt Hessen Emire. — hier sind 37 Freiwillige aus Skikturi airgekommen. Ein netter Thronkandidat für Albanien. Rom, 7. Juli. Die „Iritmmr" meldet! Burhen Eddin, der Sohn MH-ut Hamids hat sich bereit erklärt, die Nachfolge des Fürsten Willselm zu übernehmen. Er stellt solgende Bedingmrgen: Annahme seiner Kandidatur durch die lvtachte, Ernennung JZzet Paschas zum Ministerpräsidenten nird Kriegsminister, Festsetzung einer Zivilliste von ein- einhall' Millionen Franks, Betrauung der Kontrollkommission mit der Aufgabe, nach der Abreise des Fürsten Wil- hekm, soweit als möglich, die Ordnung in Albanien wieder herzustcllc». endliel, Organisierung Liner albanischen Armee durch türkische Offiziere. Ter neue Präfekt von Durazzo. - Durazzo, 7. Juli. >Per Fürst hat den albanischen Major Schcfket Frascheri zum Präfekten von Durazzo ernannt. Au» Stadt unv Land. Gießen, 8. Juli 1914. Bo» der Straßenbahn. Das BcrkchrSbrld unserer städtischen Straßenbahn stellt sich für April bis Juli wie folgt: Rote Linie beförderle Personen 1914 1913 63 600 56 074 66 462 75 059 76 696 110 872 April Mai Juni zusaminc» Grüne Linie Personen 1914 1913 43 914 40 984 17 759 13 843 50 »09 50 595 206917 211 935 142542 140 422 Auf beiden Linien wurden im 2. Vierteljahr zusammen befördert: 1313 . . . 382 357 Personen 1914 . . . 319 159 1913 mithin mehr Personen 32 898. A» Einnahmen aus dem Personenverkehr sind zu ver zeichne»: 1914 1913 rote Linie . . Mt. 19 266 Mt. 23 639 grüne . . . , 13 327 _ 13 717 zusammen Mt. .32 593 Mt. 37 408 1913 Mehreinnahin« Alk. 4 815. Die Abreise der Fürstin? Rom, 7. Juli. Die Gemahlin des Fürsten Wilhelm von Albanien soll nach verschiedenen Blättern gestern mit ihren beiden Kindern aus Durazzo ab« gercist fein. Deutsche» Reich. Ter Ka i f e r hat gestern morgen gleich nach 6 Uhr an Bord der „Hohenzollern" die Nvrdlandreise angetreten. Der Tnrl'inenkreuzer „Rostock' und das Depeschenbovt „Sleip- ner" begleiteten die Kaiserjacht. D a s l i b e r a l c W a h l a b k o m m c n i n S a ch s c n ist vom Vertretertag der nationallibcralen Partei genehmigt worden. Das Walilabkommen erkennt der Fortschrittlichen Volkspartei insgesamt 28 Wahlkreise zu, die übrigen 63 Kreise sollen von der nationallibcralen Partei mit Kandidaten besetzt werden. Von den 28 Wahlkreisen, in denen die Fortschrittler die Einigungskandidateu ausstellen, besitzt die Fortschrittliche Vojkspartei letzt neun. Acht gehören den Konservativen, die übrigen jl sind im sozialdemokratischen Besitz. TEtitlatiS. Der König der Be lg ier traf am Dienstag vormittag von Montreux kommend, wo er mü seiner Gemahlin zum Kuraufenthalt weilt, in Bern zu einem ofsiziellcn Besuch des schweizerischen Bundesrals ein. Nach einem Empfang im Bundeshausc durch die gesamte Regierung und nach der Besichtigung des Parlamcnts- gebäudes folgte ein Gegenbesuch des Bundcspräsidentcn Hossmann in der belgischen Gesandtschaft. Mittags fand ein vom Bundesrat veranstaltetes Frühstück zu 30 Gedecken statt. Nachmittags stattete der König in Begleitung des Präsidenten und des Vizepräsidenten des Bundesrats und einiger ossiziellcr Persönlichkeiten der Schweizerischen Landesausstellung einen Besuch ab. Oberstleutnant von Winterfeld hat vor seiner Abreise von Grisotles a» den Präfekten des Tharn et Garoiine-Departements ein Schreiben gerichtet, in dem cr für die ihm während seines fast zehnmonatigen Krankenlagers von allen Seiten bewiesene Sympathie seinen heimlichsten Dank ausspricht. Die dreijährige Dienstzeit in Frankreichs Der radikale Deputierte Arme;, der für das Dreijahrgesetz gestimmt hat, brachte einen Gesetzesantrag ein, durch den die Rückkehr zur zweijährigen Dienstzeit ermöglicht werden soll. Arniez schlägt vor, alljährlich 40 006 Freiwillige anzuwerben, die sich verpflichten sollen, fünf Jahre zu dienen nird dafür einen erhöhten Sold und nach beendeter Militar- dienstzeit eine Prämie von 2500 Fr. erhalten würden. Hierdurch würde es dem Kriegsniinister ermöglicht werden, die übrigen Mannschaften bereits nach 24 monatiger Dienstzeit zu entlassen. Tie französische Kammer nahm den Kredit von 400 000 Franken für die Reise Poinrares nach Rußland, 'Schweden, Dänemark ll. Norwegen mit 428 gegen 106 Stimmen an. Während der französischen Flottenübungen bei den Hherischen Inseln stieß das Unterseeboot „C a l n v s o" mit dem in seiner Begleitung befindlichen Torvcdobootszerstörcr „Mousgueton" zusammen. Das Unterseeboot sank. Die Mannschaft wurde gerettet. — Der Marincausschuß der Deputiertenkanimer hat den Amrag des Admirals Bienaime angenommen, in welchem die Regierung ersucht wird, baldmöglichst Abänderungen des Bau- vrogramms vorzuschlagen, die einerseits den Fortschritten in den Bauarbciten und andererseits der Entwickelung der konkurrierenden Marinen entsprächen. General Stössel vom Schlage gerührt. Ver- schitchene Petersburger Blatter melden, daß der ehemalige Verteidiger Port Arthurs, General Stössel, auf dem Gute seines früheren Adjutanten, Ksidi, in Südrußland, vvn eineni^ schweren SchlaganfaN getroffen worden sei. Er hat das Sprechvermvgen verloren und alle Glieder sind ihm gelähmt. ZuderVerhaftunganarchistischerRussen. Die beiden verhafteten Russen namens Trojanorowskn und Kiritcek wurden einem Verhör unterzogen. Krcitcek erklärte, daß er die beiden Bomben in Paris hergestellt habe und daß sie dazu dienen sollten, den Kaiser von Rußland bei nächster Gelegenheit zu töten. Er habe sich den Browning gekauft, um sich nach dem Attenlat selbst das Leben zu nehmen. Die Bomben, welche noch nicht untersucht sind, sollen nach Angabe einiger Augenzeugen eine furchtbare Explosionskraft besitzen. Die Polizei nahm in den Wohnungen der beiden Russen, die sich in Paris aufhielten, Durchsuchungen vor, konnte jedoch nichts Verdächtiges finden. Französische Krie gs führun g in Marokko. In der radikalen Pariser Presse werden.immer lebhaftere Angriffe gegen die Art der Kriegführung in Marokko erhoben. So schreibt die „Aurorc": Tank der Geistesverfassung des Generalstabes and des Besatzungskorps dehnen sich die kriegcrisckien Operationen immer mehr ans. Oleneral Liautep nennt dies, einen Oelfleck ausbrciten, es ist eher ein Blutfleck, der immer größer wird. Die Gegner sind Stämme, denen man ihre Kasbachs zerstört hat und die man durch ein unbarmherziges Kesseltreiben zur Verzweiflung bringt. In einem Gefecht gegen 700 Marokkaner würben auf französischer Seite 1800 Granaten und 80 000 Ge- wehrpatrvnen verbraucht. So sieht die Pazifizierung aus! — Der „Excelsior" schreibt: Die gegenwärtige europäische Lage gestattet es durchaus nicht, Verstärkungen nach Marokko zu entsenden. Aber ebenso unmöglich sec eine Berriugarunig der dortigen Mannschaftsbestände. Um die Eroberung Marokkos durchznchchren, müsse man baldigst mehrere neue Regimenter vvn Eingeborenen schaffen, ein Späh, -Regement, die schwarzen Truppen beträchtlich vermehren und das Be- satznngskorpS mit einer stärkeren Artillerie ausrüstcn. Wenn man die Zahlen genau betrachtet, so ergibt sich, daß der Verkehr und die Einnahme der grünen Linie im abgelaufenen Vierteljahr 1014 so ziemlich mit dem Ergebnis des Vorjahrs übereinstimmt. Die 2000 Fahrgäste, welche 1914 auf der Friedhofslinie mehr befördert sind, haben eine Mehrcinnahmc für diese Strecke offensichtlich nickst erbracht. Ter Unterschied ist wohl auch teilweise auf die Verbilligung der Fahrten, die im Juni eintrat, zu setzen. Ter Minderverkehr in dem in Rede stehenden Zeitraum im letzten Jahre entfällt auf die rote Linie und beträgt für diese allein 34966 Personen, welche Zahl sich auf beide Linien zusmnmengenommen auf 32 898 Personen ermäßigt. Dieser Ausfall gegenüber dem Vorjahr hat seinen Grund in dem Masscnverkehr, .den das Regimentsfest der l t6cr im Juni 1913 gebracht hat, während eine Vermehrung der Benutzungszahl der Trambahn durch die Ge - w e r b c a u s st e l I u n g nicht c i n g e t r e t e n ist. Wurden doch in den drei Tagen des Regimcntsjnbiläums 45143 Fahrgäste ans der Schützenhaus- und 10973 Fahrgäste auf der Friedhofslinie befördert, also zusammen rund 56 000 Personen. Zieht man von diesem Festtagsberkehr den normalen Verkehr der drei Tage ab, der auf 11000 Fahrten zu veranschlagen ist, so bleiben 45 000 Fahrten übrig, die auf den Massenverkehr zu rechnen sind. Diesen Verkehr muß mau aber, um zu einem Vergleichsergebnis der Straßenbahn zu komme», bei Abwägung der Zahlen von 1913 und 1914 berücksichtigen und es stellt sich dann heraus, daß die rote Linie im letzten Vierteljahr gegenüber dem Vorjahr — unter Abzug des Massenverkehrs, von 12000 Personen mehr benutzt wurde als im Vorjahr. " Tageskalender für Mittwqch, den 8. Juli. Konzert in der G eiv erbe-AnSstell» ng: 7—11 Uhr abends, Rcgimentskapelle. Solist: Harfenvirtuos Johannes Snoer a»S Bad-Nauheim. T r i n k e r- F u r s o r g e st e l l e für Stadt und Landkreis Gießen Gießen Asterweg 9. Sprechstunde jede» Tonnerstag abend 6 bis 77, Uhr. ** Das Generalkommando des 18. Armeekorps hat sich aus Ersuchen des Großherzoglich Hessischen Ministeriums des Innern mit der Beurlaubung von Mannschaften zum Zwecke der Bekämpfung der Reb- schädlinge in der Zeit vom 25. Juli bis 10. August unter her Voraussetzung einverstanden erklärt, daß die entstehenden Kosten, auch bei etwaigen Unglücksfällen, von den Weinbergsbesitzern getragen werden. —i Nach den Bestimmungen gelten die Personen des Soldatenftandes als Arbeiter und sind nach den reichsgesetzlichen Bestimmungen ohne weiteres gegen Betriebsunfälle als versichert anzusehen. ** Von der Technischen Hochskhule. An der Diplom-Hanpiprüsung der Bauingenieur-Abteilung beteiligen sich 16 Kandidaten, von denen 14 Staatsdienstanwärter sind. Als Hauptfach haben gewählt: Eisenbau 2, Eisen- betonbau 2, Wasserbau 5, Städtischer Tiefbau 4, . Eisenbahnbau 3. ** Gewerbe-Ausstellung 1914. Wie wir hören, wird jetzt der Ankauf der Gewinne für die Verlosung fortgesetzt. Bekanntlich wurde als erster Preis eine vollständige Vierzimmer-Einrichlnng, als zweiter Preis ein Schlafzimmer mit Toiletteraum angekauft, die jetzt noch durch Erwerbung von Kunst- und Gebrauchsgegen- ständen ergänzt werden sollen. Beide Preise haben die Freude und das Entzücken der Besucher der Ausstellung erregt. Weiter gelangen zum Ankauf einige Gemälde, Zeichnungen, Bronzen usw. Um die in hiesiger Gegend früher so lebhafte .Holzschnitzkunst zu ehren, wurde die herrliche Büste „Ter Oberbaher" als Ergänzung zum 1. Preis bereits erstanden. Weiterhin kommen als Preise in Frage ein Bücherschrank, der mit Erzeugnissen klassischer und moderner Literatur ausgeshattet werden soll, auch von den herrlichen Produkten der Edelschmiedekunst sollen einige für die Gewinne ausgewühlt werden. Von der Lotteriekommission wird besonderer Wert ans Gediegenheit und praktische Verwendbarkeit der Preise gelegt, so daß für die vielen Gewinner die Ausstellung auch nach dieser Richtung hin zweifellos eine angenehme Erinnerung bleiben wird. Der Loseabsatz ist recht gut, so daß Aussicht besteht, daß. schon vor dem Zrehungstag (12. August) der vorhandene Losebestand abgesetzt sein wird. "EntscheidungenausderUnfallversicherung. Der Landwirt Pbil. Theis in Hochelheim wurde am 8. Juli 1912 im eigenen landwirtschaftlichen Betriebe vvn einem Pserde gegen den linken.Ringsinger geschlagen, wodurch cr zwei Glieder dieses Fingers verlor. Der Verletzte bezog hierfür eine Rente von 25 Prozent, die am 15. Mai 1913 auf 15 Prozent herabgesetzt wurde. Durch Endbescheid vom 9. April 1914 wurde die Rente dem Verletzten vollständig cMzogen. Hiergegen verfolgte der Verletzte Berufung und legte ein Attest des Dr. Rcisf-Lang-Göns vor, mit der Behaupwng, daß er nach wie vor in seiner Erwerbssähig- kcit beschränkt sei, besonders dadurch, ooß cr sich bei der Llrbeit fortwährend an den Fingerstumps'stoße und in der Arbeit gehindert sei. Das Ober-Bersicherungsomt wies den Verletzten mit der Br- gründung ab, daß nach dem kreisärztlichen Gutachten und dem Augenschein der Spruchkammer eine wenigstens mit 10 Prozent m bewertende Beschränkung der Arbeitssähigkeit nicht vvrlicge. Brau auch der Kläger durch die Verstümmelung nock> eine gewisse Unbeguemlichkeit verspüre, auch bei unvorhergesehenem harten Anstoß Schmerzen erleide, so würden nach der ständigen Rechtsprechung des Rerchsversicherungsamts bloße Schmerzen und llnbeqnemlich- ketten mit Rente nicht entschädigt. — Der Lagerarbeiter Wilhelm Michel in Hörnsheim erlitt am 22. Juli 1913 beim Abträgen v«n Zuckersäcken eine Verletzung des rechten .Knies. Die Berussgeeoffcnschasi zahlte dem Verletzten eine Rente vvn 10 Proz. Da in diesem Bescheid nur von Beschioerden im Kniegelenk die Rede Mas, verfolgte der Verletzte gegen die Reuteujestsetzuug Be- rusnng mit der Begründung, daß cr durch den Unfall mich Beschwerden im Hüstgelenk lprbe niw eine höhere Rente beantrage. Er wurde mit seiner Berusung abgewiesen, weil nach Ansicht des ärztlichen Sachverständigen der Spruchkammer die Unsallsolgcn nur noch geringfügiger Nawr sind. Wenn auch dem Verletzten eine höhere Rente nicht zugesprochcn ivurdc, so ist durch die Verhandlung doch sestgestellt, daß auch die Beschwerde», im Hüftgelenk aus den llnsali zurückzusühren sind, was bei etwaiger Verschlimmerung der Unsallsolgcn von größter Wichtigkeit ist. ** Gießener Siadttheater: Wie einst im Mar. Das brüte Gastspiel des ttzroßherzogl. .Kurtheaters Bad-Nauhcinr brachte uns gestern vor ersreulickzeriveise sehr gut besuchtem Hause eine tadellose Aufführung der Posse Wie einst im Mai, die schon iin Winter so großen Anklang gesunden hat. Kapellmeister und Regie batten tüchtig gearbeitet und vor allem die Ehörc gut geschult, die zudem besser besetzt ivaren als im Winter, aber die' ganz mit einheimischen Kräften bestrittenen letzten Aufführungen brauchten vor der, Nie schon gesagt, sehr guten gestrigen Vorstcllrcng durchaus nickst zurückzustehcn. Frl. Haust Martini, unsere allerliebste Soubrette, die >ms im nächsten Winter gtücklicherfvcise erteilten bleibt, schuf wiederum eine feine, kleine Ottilie und »rußte sich zu mehrfachen Wiederholungen entschließen. Herr Kürt Harden fand als Fritz .Jüterbog ebenfalls sehr starken-Bcisall, und war ja auch ganz gut, aber die Kran und die Seele, mit der Herr Ludwig Grosser, den die Tirettion dankenswerterweise doch noch für den nächsten Winter zu gewinnen gewußt hat, diese Rolle erfüllt hat, vermochte er dock» nickst zu geben. Auch er mußte ßiehriache Wiederholungen machen. Leider blieb das Lied, Liebchen, i-Nnnf auf Sommerwohnung, jvcg. Herr Ähnelt, der auch die Regie führte, schuf als Stanislaus eine sehr gute komische Rolle, aber doch mehr einen behäbigen Bourgeois als einen feudale» Edelimnm. wie ihn Herr Go 12 so vorzüglich dargestellt hat. Eine blendende Augustora schuf wiederum Frl. Jüngling. An Stelle des Herrn B-o l ck, dem der Heinz Jüterbog übertragen war, ivielte Herr Georg Schmidt die Pergamenters. Bon den übrigen Darstellern sind noch die Herren Schubert, Steinbofer und G r o s - ser-Brann 4» nennen, sowie die Damen Stettner, Emnry Bahn Und Minni Fischer. Besondere Beachtung verdient noch Fräul. Philine Wen gerbt, die die Vera spielte, und nicht nur einen sehr sympathischen Eindruck machte, sondern auch über eine feinh Sprachtechnik verfügt. Die Skala des Körperlichen steckt zwar nock) sehr in den .Alksängen, aber es ist anzunehmen, daß sie sich unter Herrn Direktor Steingoctters Leitung gut entwickeln wird. Die Kapelle unter Herrn Lanzers sorgfältiger Leitung war an dem starken Erfolg wesentlich beteiligt. *' Die Freilichtbühne mußte am vergangenen Sonntag die zfvejtc Aufführung der .Versunkenen Glocke' der »n. günstigen Witterung wegen auSsallen laffen. Die Aufführung findet nunmehr am nächsten Sonntag s / 4 3 Uhr statt; die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. — Mit den Proben zum 'Pfarrer von Kirchfcld' ist bereits angefangen worden. (p) Die Preise für Gemüse und Obst. Aus unserem Leserkreise erhalten wir folgende Zuschrift, deren Beschwerde wir für berechtigt halten. VieUeicht teilen noch andere Leser uns ihre Erfahrungen auf diesem »Gebiete mit, so daß für die Zukunft Abhilfe bewirkt werden kann: Gar viele unserer Gießener Mitbewohner, die öfters Gelegenheit haben, mit Bekannten oder Verwandten aus der Umgegend sich über die Lebensmütelpreise zu unterhalten, tverdcn schon die Erfahrung gemacht haben, daß die Preise für Gemüse und Obst hier in Gießen ganz ungewöhnlich hohe sind. So kostet z. B. ein Psund Kirschen hier im Durchschnitt 30 Psg., während man es in Frankfurt gegenwärtig für 10—15 Psg. belonnnt. In Mainz stellen sich, wie ich aus zuverlässiger Quelle Miß, die Preise für Gemüse und Obst auf ungefähr ein Drittel der hiesigen Preise. Sv ließen sich noch viele Beispiele aus anderen Nachbarorten anführen. Bei der großen Bedeutung, die Gemüse und Obst für die Ernährung haben, wäre es von größter Wichtigkeit, wenn diesen bedauerlichen .und unbegreiflichen Zuständen abgeholsen werden könnte. Ich glaube bestimmt, daß es im allgemeinsten Interesse liegen würde, diese volkswirtschaftlich wichtige Frage in der Oessentlichkeit zu bespreckxm, und ich bitte Sie daher, sehr geehrter Herr Redakteur, aus diese Dincfe in einer Ihnen geeignet erscheinenden Form in Flfrem geschätzten Blatte einzugehcn. "Die Heugras-Versteigerung der Ernte auf den städtischen Wiesen hatte in den letzten 4 Jahren folgendes Ergebnis: 1911 16 208 Ml., 1912 20 764 Ml.: 1913 18668 Mk. und 1914 16 806 Mk. Der Ertrag der Wiesen- Wirtschaft ist also heuer Widder auf^den Stand des Notstandsjahrs 1911 zurückgegangen. ** Die Schweineseuche und Schweinepest herrscht nach der letzten Veröffentlichung im Reichsanzeiger gegenwärtig in Oberhessen in 7Gehöften, unter denen zwei Gehöfte neu betroffen worden sind. Die 7 Gehöfte liegen in 6 verschiedenen Gemeinden, und diese wieder in 3 Kreisen. Starkenburg blieb von der Schweineseuche ganz verschont, während sie in Rheinhessen noch in 2 Gehöften besieht, die in 2 verschiedenen Gemeinden und 2 Kreisen liegen. ** Neue Fernsprechanschlüsse. Im Interesse möglichst früh.zeisiger Inangriffnahme der Arbcüen zum weiteren Aus- bau der Fernsprecbanlagen ist es erforderlich, daß dir Aninelduncun neuer Fernsprechanschlüsse späte st ens bis zum 25.^ Juli den Kaiserlichen Teleqravbenanstalten vorlicgen. Verspätet an- gemeldete Anschlüsse, die insolgedesscn außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwendungen /> Uhr saad Fcstgoitesdienst in der Kinde stau, wobei Psarrcr Laos aus Butzbach die Festrede hielt. Nactnnittags V»4 Uhr fand an der Friedenseiche die Nachvcriammlung statl, ioo die sämtlichen chesangoereinc, wie der Männergcsangvcrcin. der „Franenlab" und der Kirchcncho, mehrere Lieder vorlrugen, und in dieser Weise das Fest verschönern halsen. — Gegcznvärtig werden von der Firma Scheidhauer & chicssing, Duisburg-Mainzlar, umsassende Bohrungen nach Quarzit st einen aui der Nordscitc Hombergs vorgcnommen. Ans der Iüdieite, im logen. Hermaunsberg, wird jetzt nach der Slalion Neuhaus ein Gleis» anschluf, getcgl. um das Wegbrinqcn der daN in großen Mengen lagernoen Quarzüstcinc zu erleichtern Kreis Schotten. (j) Horchen Hain, 6. Juli Tic Pflichtfeucr- wehr hatte heute nachmittag 3>/, Uhr Besichtigung, wozu der Kreisamtmann und der Äreisfeuerwehrinspettor erschienen ivaren. Tie Herren legten ihre besondere Aufmerksamkeit auf die Spritzentätigkeiten, worüber sie sich sehr zufrieden aussprachen. (z) Ober-Seemen, 6. Juli. Die Pflichtfeucr- lve hr irnirde auf allgemeinen Wunsch in eine freiwillige umgebildet. Kreis Friedberg. (L) Friedberg, 7. Juli. Ter Krcisrat des Kreises Friedberg, Freiherr v. Schenk, hat einen vierwöchcntlichen Urlaub angctretcn. — Bon heute an ist im Stadthause «ne öfsenttichc Fernsprech st eile eingerichtet. A. Dilbel, 5. Juli. Tic Kirschenernte in Vilbel ist seit langer Zeit nicht so reichlich ausgefallen wie in diesem Jahre. Das Psiind lostet sünszehn Pjcnnig. t. Bildes, 7. Fnli. Heute morgen gegen 10 Uhr kam ein mit zwei Pferden bespanntes führerloses Frankfurter Eisfnhrwerk im rasenden Tempo den Schöllderg derunter. Der Wagen, der hin- und herflog, wurde schließlich auf den Fußsteig geschleudert, wobei drei dort ange- pflanzte Bäumchen abgerissen wurden. Die Pferde kamen zu Fall und erlitten leichte Verletzungen. Nach mehrstün- dsgem Aufenthalt, 'welcher durch die Wiederherstellung des stark beschädigten Wagens verursacht wurde, konnte das Fuhrwerk die Weiterfahrt fortsetzcn. 'Den Führer des Fuhrwerks, der mit Eisabladen beschäftigt war. und die erforderlichen polizeilichen Maßregeln getroffen hatte, trifft kein« Schuld. Tic Pferde scheuten vor einem vorbeisahrenden Auto. Kreis Wetzlar. Der neue Bürgermeister von Wehlar. -- W e tzla r, 7. Juli. Am Dienstag vormittag 11>', Uhr wurde der neue Bürgermeister Tr. Kühn in einer öffentlichen Stadtverordnetenversammlung in sein neues Amt erngesührt. Nach Begrüßungsworteii des stellvertretenden Bürgermeisters, des 1. Beigeordneten Hiepe, an den Regierungspräsidenten Scherenbcrg nahm dieser das Wort, um zunächst zu bedauern, daß der bisherige Bürgermeister der Stadt Wetzlar, v. Zen gen, nach lljähriger Amtstätigkeit aus Gesundheitsrücksichten genöttgt war, sein Amt nicderzulegen. Jl>ni und dem bisherigen Vertreter, dem I. Beigeordneten Hiepe, spreche er den Dank der Kgl. Staatsregierung aus. Hierauf gab der Redner dep Hofsnung Ausdruck, daß die Erfahrung des Dr. Kühn der ^tadt Wetzlar zugute kommen möchte. Darauf führte er Bürgermeister Tr. Kühn unter Hinweis auf seinen früher geleisteten Diensteid in sein neues Amt ein. Bürgermeister Dr. Kühn erwiderte, er wolle sein Bestes einsetzen, um die Stadt vorwärts zu bringen. 1. Beigeordneter Hiepe hieß den neuen Bürgermeister willkommen. Beigeordneter Coers dankte dem Beigeordneten Hiepe für die Tätigkeit während der Geschäftsführung für den erkrankten früheren Bürgermeister. — Dr. Kühn ist am 25. Februar 1882 in Gießen geboren. Hier besuchte er auch das Gymnasium, sttidierte in Gießen und Leipzig und legte im November 1003 das Refercndarexamcn ab. Die Borbercitungszeit für den höheren Verwaltungsdienst machte er in Gießen durch. Tic Staatsprüfung legte er 1008 in Darmstadt ab, wurde kurz darauf zum Rc- gierungSassessor ernannt und dem Erbschastssteueromte in Darmstadt zur Hilfeleistung zugeteilt. Am 1. März 1010 trat er zur informatorischen Beschäftigung in den Kommn naldicnst der Stadt Frankfurt a. Mi, aber bereits Ende Juli desselben Jahres erfolgte seine Wahl zum Magistrats- asscssor in Rendsburg und nicht ganz zwei Jahre später seine Berufung nach Obcrschöniveide (Berlin) auf die Bei- geordnetenstcllc. Im September wurde er zum Bürgermeister der Stadt Eschwege gewählt, trat diese Stellung aber nicht an, da familiäre Verhältnisse ihn daran hinderten. Am 4. Mai 101t wurde er mit lt von 23 Stimmen zum Bürgermeister von Wetzlar gewählt. x Aus dem Kreise Wetzlar, 7. Juli. In den meisten Gemeinden des Kreises werden recht kräftige Zuschläge zur Staatseinkommen st euer erhoben. Unter 100 Prozent geht es noch in 5 Orten ab: Niederkleen und Nicderwetz (je 50 Prozent), Hörnsheim und Lützellinden je 75 Prozent) und Kröffelbach 80 Prozent. Rund 100 Prozent Zuschläge erheben 6, 150 Proz.: 8, und 200 Proz.: 12 Orte. 300 Proz. werden in 3 Orten erhoben: Bellersdorf, Bissenberg und Edingen. —> Rcalsteuern werden auch fast durchgängig in Höhe von mehr als 100 Prozent erhoben. Am häufigsten kommt der Satz von 200 Prozent vor (20mal): 150 Proz. (6mall: 250 Proz. (5mal): 300 Proz und mehr erheben 10 Gemeinden: Bermoll 330 Proz, Blasbach 340 Proz., Bijfeuberg, Edingen und Oberlengs je 350 jPrv^nt, Bellersdorf st>gar 400 Prozent. Hesjen-Raifau. (I Marburg, 7. Juli Rach dem soeben crschicneltin Jahresbericht der Marbuoger Kreisbahn wurden im Rechnungsjahr 1913/14 insgesamt 142 645 Personen und 30 473 Tonnen Güter befördert. Die ißesantteinnahmen betrugen 01481,95 Mk., die Ausgaben 70 609,41 Mk, mtthin Ucderschuß 11 872,54 Mk P. A. Kirchhain, 2. Juli. (Turntest des Gaues Hessen!. Zu dem vom 11.—13. b. Mts. wer statt»ndcnden 41. Turnfeste des Gaues Hessen sind bisher die Anmeldungen von ein» 80 Vereinen eiugetroftcn und noch täglich lauien Neumel- bungrn >in. Etwa 70 Musterricgen. einige Hunden Wettnrner, Tamenableitungen und Fechtricgen werden um die Swgerkcanze werben, außerdem sind Manm'chostskämpfe im Tauzieben, sowie Wettipielc norgeselien Als Festmusik iind die Kapelle de? AniUerie- regcmcnv:- Nr. 47 aus Fulda sowie die verstärkte Marburgrr Stadekavelle angenommen. Für den Montag smd 26eakä,npfc der gesamten Schulen des Kreises vorgesehen. Erzellenz Freiherr von Stumm in Holzbauten und der Kreis .Knchhain haben je innen wertvollen Waicherpreis gestiftet, die im Staiettentaut und >m LSmtivrnlgen errungen werden sollen. h Gelnhausen, 6. Juli. Bei RauchvcrsucheII vcr- üttachte der achriährige Sohn des EierhändlcrS Meyer einen Brand Da die Eltern das Bürstbchen cingrichlossen Hollen, geriet dieses in Gefahr, zu ersticken und zu verbrennen. Vorübergehende Personen, die den aus dem Hause dringenden Rauch be- mcrkien und den Jungen mardsiämmerlich schreien Hünen, schlugen die Fenster ein, retteten erst den Burschen und erstickten dann die Flammen X Hanau, 7. Juli. Der diesjährige V e r b o n d s t a g dcrsüdwestdeutschcnEsperantogrup p en tmrrde gestern in Hanau abgchalten. X Hanau, 7.Juli. Der bei dem gestrigen Automobilunglück am schwersten verletzte Chaufseurschüler Dun sch aus Frankfurt a.M. ist heute im hiesigen Land krankenhause gestorben. vereinsnachrlchten. o. Alsfeld, 7. Juli. Der Gesangverein „Liede r- kranz" feierte am Samstag, Sonntag und Montag das Fest seines 75jährigen Bestehens, Tie Borstier am Samstag abend bestand in Konzert, turnerischen Ausführungen und Gejain^- vonrägen Die Sonntagsseier begann durch Wsckrut. Naäimittags bewegte sich der Festzug durch die Straßen der Stadl nach drm Lindenplatz. Nach dem vorgetragenen Begrüßungschor unter der Leitung des DirigeMen, Lehrer Becker, begrüßte der zweite Vorsitzende B. Tuchardt die Erschienenen. Bürgermeister Tr. Böl sing icherbrachte die Grüße der Stadt Alsfeld. Die Festrede hielt vauptlehrcr Rudolph. Tem Verein winde van den Frauen und Jungfrauen eine Fahnenschleife und van dem Gesang verein Lauterbach ein Fahnennagel gestiftet. Ter Von'ißendc, Herr Görke, dankte allen Spendern, worauf die Varträge der Gesangvereine solgten. Die beiden hiesigen Radsahrerocreinc halten das Fest durch ein Reigensahrcn verschönern. 21a» Montag nachmittag fanden Dolksbclusttgung und Jugendspiclk statt. x Schlitz, 7. Juli. Ter hiesige Männergesangvcr- ein „Harmonisches Kränzchen", der dem Rhün-Fulda- Sängerverband angchört, hat bei dem Preiswcttsingcn am Sonntag in Fulda mit Erringung des 1. Preises nicht nur den Wanderpreis, den er beim letzicn Preissingen davongetragen, behauptet, sonder» er cihieit auch noch in der Ehrcnllasje mtter 19 Vereinen den 3. Preis. Die Vorstandsmitglieder, die gestern abend mit den Preisen hier eintrafen, wurden mit Musik am Bahnhos abgeholt und ins Vereinslokal geleite», wo eine kleine Siegesfeier stattland. Anspraäwn dielten Stadtpsarrer Boeckner, Sparkasserechner Reinhardt und der Dirigent 21. Mohr — Das nächste Bun dcssest des Rhön-Fulda Sängervcrbandes soll 1916 hier stattiinden, womit das „Harmonische Kränzchen" die Feier seines 60jährigcn Bestehens verbinden will. Sport. m. Friedberg, 6. Juli. Heute ging das 6. Bezirksfcst des hessischen Athleten-Nerbandes zu Ende, das mit dem lbiährigcn Bestehen des hiesigen Stemm- und Ringklubs verbunden war. Ter an den letzten jagen nasse Boden beeinträchtigte das Stemmen und Ringen, trotzdem waren 65 Konkurrenten aus sämtlichen Bezirksveremen zum .Kampfe erschienen. Im Stemmen wurden bis zu 260 Pfund hochgedrückt, im Steinstoßcn bis zu 7 Meter 50 Zentimeter gestoßen, im Diskuswcrsen bis 33 2Ncter, im Speerwersen 35 Meter und im Schlcuderballwertcn 42 Mtter. Tas Ergebnis war iolgendes: Tauziehen: t. Preis die erste Mannschaft des St.- u. Ringkl. Friedberg, 2. 2llhl.-Svortv. Marburg, 3. Kraft- und Svortkl. Gießen, 4. die 2. Mannichait des St.» und Ringkl. Friedberg. Stemmen, Schwergewicht: 1. Pr, Fr. Baucrcis (Kr.- und Sportll. Wetzlar), 2. Hch. Baughin Athl.- Sp.-Ver. Marburg), 3. G. In send erg (Kr.- und Sportkl. Gießen!, 4. W. Fleck (Athl.-Sv.-V. Marburg:. Mittelgewicht: 1. St. Hahn (Athl.-Sp.-V. Marburg), 2. Ehr. Hck >Athl.-Sp.-V. Marburg), 3. W. W o l s (Kr.- und Sportll. Gießen), 4. R. Klaue (Atbl.-Sp.-V. Gießen), 5. H. Henkel (Athl.-Kl. Lauterbach), 6. b. Kühl (l. St.- und Ringll. Friedberg), 7. M. Müßler (St - und Ringll. Friedberg), 8. K. Ö artmann (1, Kr - und Stemmkl Gießen), 8. H. Tchcurick (Athl.-Sp.-V. Marburg) 10. Fr. Dart- mann . Feder gewicht: l. Preis K. Weintraut (Athl.-Svortv. Marburg), 2. K. Steitz <1. Stemm- und Ringll. Friedberg), 3. Willi. Krähe <1. Kr.- und Sportll. Wetzlar), 4. A. Kaiß <1. St.- und Ringll. Friedberg), 5. Paul von Rotta» (1. Kr.- und Sportll. Wetzlar), 6. K. Haustein (1. St.- und Ringll. Friedberg), 7. Athl.-Sportv. Marburg, 8. G. Meißner (St.- und Ringll. Friedberg), 9. R. Repp (St.- und Ringll. Friedberg), 10. I. Huk (Kr - und Sportll. Wetzlar), 11. Albert Schneider (Kr.- imd Svvrtll. Wetzlar:. Ring im Schwergewicht: 1. Preis H. Baughin (2lthl.-Sportv. Marburg), 2. b. Staubach (Kraft- und Sportll. Gießen), 3. R. Jsenbcrg (Kraft- und Sportll. Gießen). Mittelgewicht: I. Preis W. Wolf kKrast und Sportll. Gießen), 2. P Schneider (1. Stemm- und Ringllub Friedberg), 3. Ehr. Hck (Athl.-Sportv. Gießen), 4. Fr. H a r t m a n n (Sportv. Gießen), 5. E. Hahn (Athl.-Sportv. Marburg), 6. H. Scheurich lAthl - Sportv. Marburg). Leichtgewicht: 1. Preis H. Hartmann (Kraft- und TportN. Gießen!, 2. R. Gebert (St- und Ringll. Friedberg), 3. G. Gänger (R.- und Stemmll. 2llsield>, 4. H. Becker :1. St.» und Ringll. Friedberg), F eLe r q k w i ch t: I. Pr. K. Weintraut (Athl.-Tpottv. Marburg), 2. E. Steitz (1. Stemm- und Ringll. Friedberg), 3. A. Küiß (St.- und Ringll. Friedberg), 4 H Lind (Athl.-Sportv. Marburg), 5. W. Krähe (Äst. und Sportll. Wetzlar!, 6. A. T un kel (Kr.- und Sportv. Gießen): Leichtathletik: 1. G. Lind (Athl.-Sportv. Marburg), 2. H. Staubach (Kr.- und Sportll. Gießen), 3. Fr. St ranz (Kr- und Sportll. Gießen), 4. E. Schneider (St.- und Ringll. Friedberg), 5. K. 5stormel >Athl.-Sportv. Marburg), 6. H. Lind (Athl.- Sportv. Marburg), 7. A. Gorg (Athl.-Sportv. Marburg) 8. E. Iaskn (Athl.-Spottv. Marburg), 9. I, Eignon (St.< und Ringll. Friedberg), 10. A. Dunkel (Kr - und Sportll. Gießen). LanSwirtschaft. L, Friedberg, 7. Juli. Das Getreide hat sich in unserer Wcttsran sehr gut entwickelt, Haler und Gerste stehen sowohl an Ertrag de:, Körnerfrucht als an Stroh sehr gut da, auch Korn und Weizen versprechen eine gute Ernte, W Elberield, 7. Juli. (Prso.-Te'egr.) Heule mtttag wurde gegen Heck und Genossen, der in dir Barmer Wechselstube des Mengen Biinkhau'eS von der Heydt, Kersten und Söhne 1*/, Millionen Mark unterschlagen halte, da? Urteil gesällt. Heck wurde zu 4 Jahren Zuchthaus, Strailbe zu 2'/, Jahren, Deudel zu 3 Jahren und Holderbach zu 6 Wochen Gesängnis verrrrteilt. Tralltnrann wurde sreigesvrochen. W 3abet h, 7. Juli. In der Schadenersatzklage de? Arbeiters Murer gegen den Lentna>it ^rhr. v. Forstner >vegen Versührung eines unbescholtenen Mädchens ist heute vormitiag von der Zrvil- kainnier des hieugen Landgerichts auf BewelSbeschluß erkannt worden. Die Sache wurde vertagt. vermUcht«». * 9t u f der Straße von einem Aalte zerrissen, 2lus 27 ü n chen - G l a dda ch ivird gemeldet: Aus einer durchreisenden Menagerie brach ein Wolt aus seinem Käfig aus. Er siel ein dreijähriges Kind an und richte - es durch Bisse so schrecklich zu, daß cs alsbald starb. Der Vater t 4 Kindes wurde bei dem Anblick des llistnen Opiers Ivahnstnnig. Der Wols wurde nach einer !vildcn Hetziagd erschossen. ^ Der Wafsercinbrilch im Simplontnnnel hat sich in vcrstästktem Maste wiederholt. Der von Brig ab gelassene Personenzug wurde im Tunnel cmfgehaltcn. Tic riesige Wajsermasse hatte Schiene» und Schwellen aufgr rissen und die Tunnclsohle bis 40 Zentimeter gehoben. Unter den Reisenden entstand großes Entsetzen. Sic wurden von 2lrbeitcr» bis zum Südportal bei Jscllc getragen. Ter Verkehr wurde eingestellt und die Züge über die Gotthardlinic geleitet. Kleine Tagerchronil. Die Vereinigung russischer Aerzte und Aerz- t i n n c n inacht vom 15. bis 27. b?. Mts, eine Studienreise nach Deutschland Bon Bcrlin aus sollen auch die Bäder Wildungen, Bad-2lauheim, Homburg und Wiesbaden betucht iverden. Bon einem Gefangenentransport aus Eiitti entsprangen nachts drei zu längeren Zuchthausstrascn verurteilte Schwerverbrecher. Der Kriminal schutzmann Waidt wurde nachts von eiirem Manne namens Kiwhine, den er versvlgte, in Steglitz durch zwei Reiwlvttickiüisc. schiver verwundet und st a r b bald daraus. Der Täter wurde verhastet. Lande!. 8 Die 2lusfuhr nach den Bereinigten Staaten. Die Aussuhr nach den Bereinigten Staaten aus dem tßenerat toniülaibczirk Berlin betrug im ersten Halbjahre 9 050 232 (r. B. 8 621 621 Dell., d, i, eine Zunahme von 428 611 Doll. Die Warenausfuhr des amerikanischen Konsularbczirls Bremen im letzten Bürteljahr hatte einen Wert von 616 093 Doll. . Juli 1914: Wechselnde Bewölkung, rneliach auiheiternd, meift trocken, wärmer, westliche Winde. Letzte Nactzriehte». Die Kammern der Land stände vor den Ferien. (rb> Da r m st ads, 8. Juli. Die beiden Kammern der Laüdständc traten heute vormittag zur 2lhhaftung ihrer letzten Sitzungen vor dem morgigen offiziellen LandtagSschluß zusammen. Tie zweite Kammer sollte bereits V*10 Uhr beginnen, trat aber erst um Vjll Uhr zusammen, weil vorher noch wichtige Verhandlungen der Finanzausschüsse mit der Regierung stattsanden. Der Ausschuß der Ersten Kammer hat beschlossen, daß sich die Erste Kammer mit dem Erwerb der Trauenfelser Kohlengrube e i n o c r st a n d e n erklären möge, vorbehaltlich weiterer Verhandlungen, und in diesem Falle die Vorlage an die Regierung zurückverweisen möge. Für den Austausch des Krastwerkes „L u d w i g s h o f j n u n g" beantragt der Ausschuß zunächst 135 000 Mark zu bewilligen. Zum Untergange des Unterseebootes „K a l n p s o", Paris, 7. Juli. Aus Toulon wird gemeldet: Das gesunkene Unterseeboot „Kalypso" liegt 320w tief unter Wasser. Seine Hebung ist unmöglich. Es hat eine Rauinverdrängung von 381 Tonnen und eine Besatzung von zwei Offizieren und 23 Mann. Tausende von Müttern bereiten für ihre Lieblinge täglich einen leicht verdaulichen Mondamin-Milch- flammeri au» 1 Liter Milch mit 70 gr Momdamtn, der Flammeri wird 10 Minuten gut durchgekecht. Dies ist der denkbar einfachste und gesundeste Flammeri und ohne Klümpchen. Reicht man zu solchem JTi01!d(im Hl ■ Milchflammeri geschmortes Obst oder Fruchtsaft, so mundet er nicht allein Kindern, sondern auch den Großen vorzüglich. Vieleervrobte Rezepte enthält das .B'-Büch. lein, welches jeder Hausfrau, die es unverzüglich bestellen sollte, gratis und franko zugestellt wird von der Mondamin-Ges. m. b. H., Berlin C. 2. nr eier -«« »»«It^nuchmindestenslJahr frisch, wenn man sie in vrävarierteöEicr-Wasser' alae> iKrug 50 Pf. für Firka 100 Eier» einlegt. (8059 Adler- I>rogerie(2eltCt£» weg 39, Otto Sciiaaf. Neve Kartoffeln vrima Qualität Z empfiehlt billig Z I. Weisel Telcvbon^tt. Lonnenftr.K. emvnebtt sich zur Dcrtil- tzuna von Rntten, Mäusen, Schwaben, Wanzen und Un- geziescr jeder Art. Schristl. Slnaebote unter 8ffiO an den Giebener Slnzeiaer erbeten. 7er -Indlauklaae beunger 2tnnnner 0e-,t der Jabrcsbcricht des Allcicmcincn Vcrciuö für Armen- und Kraokeupstear zu Gienen, über das Der- einc-Johr 1813 bei, ans wetcben hiermit besonders merliam senxxbt sei. Achtung! Kammerjäger Schwarz Seltersweg 81 8030 Bielefeld. Herrenwäsche Ein Posten farbige Ränmnngspreis: St Mk. 3.60, I.—, 4.50 ffnster. nÄr Otai*d*.Bjitaoe,Ti)reii, tt j Sprossenwerk, ■ yXLJ Ladenfronten. | H. Schön. Giessen. I vom 9. bis 23. Juli Bedeutende Preisermässigung auf fertige teige .... 1.22.-25.-,t-elc. Mango Saite niesten MI.25.-20.-L.-ete. Cutaway uud Westen. 1,21.-, 35,-etc. Sportanziige. . . 1.25.-J.-35.-etc, Paletots und Ister. l,25,-3i,-35.-etc. fiummi-Mäntel . . il.22.-,25.- 35.-eic. ßozener Mäntel . . i. M-28.-etc. lose« .... 1. ?, 4-, 8,-eie. Iiien-teige . . i p, i.- b etc. Wasch-teige. . 12», h i- etc. Wasch-Slusen. . i. i-, P, 2- etc. Kniehosen. . . h Ui, |i etc. Capes . . . . 1. Ir, l- 4- etc. ßozener intet . Mi. K l- 15.- etc. Pp. . . . Mt. 4», 8.- etc V iahj-Inzige . . H. i.-, 5- etc I Lüster-Saite itöhseiientarhige Salles n. teige Mk.3.-, 4-, 6.- etc. Mk. 4.-, 5.-, 6.- etc. Mk. 19 30 , 28.- Mk. 2. , 3.-, 4. etc. Tennis-Rosen Waschfesten Jagd-Joppen Mk. 4-, 6-, 7 50 ,10- etc. Mk. 2.-, 2 50 , 3.- etc. Mk. 6.-, 8.-, 9 r>0 etc. Marktplatz 8039 a Schulstrasse