Nr. J56 Zweiter Statt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Giehener ^amilienblättec" werden dem .Anzeiger* v.ermal wöchentlich beigelcgt, das „Kr«sdlatt für -en Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Die „Londwirlschaftlichrn Zett- fragen" erscheinen inonatlich zweiinal. m. Jahrgang euer General-Anzeiger für Gberhejsen Dienstag. I.Zuli Rotationsdruck und D-rlag der Brühpjchen UnwersitälS- Buch- > ud Elcindrnckerei. R. Lange, "Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul, strape 7. Expedition und Verlag: e=®51. Redakckon:s^Il2.Tel.-AdruAnz-igerGießen. v.e Arbeit de; hessischen Landtages. cb, T a r IN st a d t, 5. Juli, Die 35, Landtagspcriode wird nun endgültig am nächsten Donnerstag mittag >2 1 /* Ufer un SJefibeniid l.ift vom Großherzog pariöntich durch eine Thronrede geichlosten werden Im Antckwup daran feai das Hoimaricballaml die sämtlichen Mitglieder beider Sländekammern NM l Ufer zu der übliche» Liottajel eingeladen — Ebicofrt die Festsetzung br-3 Landtags,'chlniies sasl genau zu derselben Feil ersolgt wie stets u >» der Anfang Juli schon viele Woche» vorfeer dafür in Aus>icku stand, wird doch eine ganze Reihe zum Teil wichtiger Beratungs- gcgenftände als unerledigt unter den Tisch lallen Da ist zunächst die Regierungsvorlage, bftr. die Förderung von Stnit» in a g e ii l i » > e n Die zweite Kam»,er halte diese Vorlage ohne ,ecc Ausivrache angenommen, die Erste Kammer beschloß aber, die wichtige und insolgc der darin enthaltenen Normen iür zukünftige dauernde Ausgaben ernc starke finanzielle Bindung in sich ickiließende Vorlage bei der Kürze der Zeit nicht mehr rn Beratung zu nehmen, sondern die Regierung zn ersuche», den Landständen au» Eirund der Eriaferungen mit den bisfeerigen staatlich unterstützten Krailivagenlinien, sowie mit den Kraitivagcntinicii in anderen Bundesstaaten eine neue Vorlage machen zu wollen. Weiter ha:, wie schon berichtet, der Finanzausschuß der Zweiten Kammer beschlossen, die beiden neuen Regierungsvorlagen, betr, den Erwerb der Solms-Braun seist che» Braun kohlengrubcn in der Wetterau und betr, den Ausbau des Kraftwerks „L u d w i g S b o i f n u n g", nicht mcbr in Beratung z» nehmen. Der Ausschuß mar ansänglich geneigt, der Vorlage zuzustimmen. Allein bei »äberer Prüfung musste doch zu» gestanden werden, daß der Ankaut die Staatskasse auf Jahrzehnte, vielleicht aui mehr als ein Jahrhundert hindurch belasten würde, oline das, Sicherd-it dafür gegeben wäre, daß eine Verwendung der Braunkohlen» lbec nötig wäre, Ter Ausschuß erkannte deshalb, ohne direkt eine Ablehnung aussprcchcn zu wollen, daß erst eine gründliche Prüfung der Sache vorgevomme» werden müsse, ivann die Felder wohl zur Verwendung komme» könnten: er beschloß deshalb, die Vorlage solange zurückzustellcn, bis die erforderliche» Berechnungen vortiegcn, ivas auf diesem Landing nick» mehr möglich iein dürste. Mit der vorläufigen Ablehwung dieses Gesetzentwurfs wird auch die Zurückstellupg des Ausbau? des KrasNvcrks „Ludwigshossnung" ausgesprochen. Nicht mehr zur Beratung gelangen soll auch die Regierungsvorlage, betr die R e v i s i o n d e S F e l d str a s g e s e tz e S, da der Gesetzgebungsausschuß der Ansicht ist, daß bei den vielfach iveit auscinandergehenden grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten eine Aussicht aui Erledigung des Ge- ietzes vor Schluß des Landtags nicht mcbr erwartet werde» kann. Weiter kann bei der Kürze der Zeit die Regierungsvorlage, betr, die neue Kreiscintciliing. nickst mehr zur Verabschiedung gelangen. Dagegen schlägt der Ausschuß vor, den Gesetzentwurf, beir, die L o s g k j e l l s cki a f t cm, an welchem die Erste Kammer verschiedene Aendcrungen vo-genommen hat,'in dieser veränderten Fassung zu genehmigen Wetter schlägt der Finanzausschuß vor, die Regieruiigsvorlage, betr, die Aussührung des Besoldungs- gksetzeS vom 21 März 1914, zu gencbmige». Es bat iich die Notwendigkeit ergeben, iür verschiedene Stellen in der Besoldung? ordnung noch nähere Bestimmungen im Sinne des Gesetzes zu t-efsen, und um die Veröstenllickmng n, Aussührung der Beioldungs-- ordnung nicht uanöna zu verzögern, bat die Regierung lei der ersten Verössentlickmng die in der Vorlage näher bezeichneten Punkte bereits mit ausgenommen, wofür ne jetzt um die nachträgliche Genehmigung nachsnckit, Ten zustimmenden Ausschußbericht wird Abg. Dr, Osann mündlich erstatten. Eine weitere Vorlage der Regferting, di" der Finanzausschuß zur Annahme empfiehlt, betr, den Staatsvertrag zwischen der badischen und der hessischen Re gicrung über den Bau einer Eisenbahn von Neckar st einach nach Smonau im Odenwäldcr Steinachtal, In diesem Vertrag ist benzerkenswert, daß in, Artikel 7 bestimmt ivird, daß im Einklang mit dem am 19, Februar 1874 wegen der Strecke Neckargemünd— Eberbach zwischen beiden Staaten abgeschlossenen Staatsvertrag der badischen Eisenbabnvcrwaltung Steuerfreiheit von Gemeindcabgabcn und Kreisumlagen eingcränmt ist, Hierzu ist die Genehmigung der Landftändc ersordcrlich, weil diese VertragSiustimmiing ebenso den Bestimmungen des neuen Gemeiiidesteuergcsetzcs, wie denen der Kreis- und Provinzialordniing widerspricht. Die Übrigen Artikel regeln che Art der Ausführung der Bahn, die normalspnrig gus,- gciührt werden soll und bei der ans die Möglichkeit der Wciter- süliruiiq bis Heiligkrenzsteinach Rücksicht genommen wird. Ein Zuschuß Hessens wirb on Baden nicht gewährt, da Hessen kein erhcb- licktcs Interesse an dein Bahnbau hat. Die badische Bahnvcrwaltung wird am nordivcstlichcn Ausgang von Neckarsteinach aui ihre Kosten eine Personenhaltcstclle einrichten und täglich mindestens njer Züge nach ieder Richtung latiien lassen. Dieser Stantsvertrag steht aus der Tagesordnung der nächsten Dienstag wieder zusammcntretenden Kammer, Jin ichrigen enthält die Tagesordnung noch säst genau soviel Beratiingsgcgenstände, wie beim Beginn der jetzigen Sommer- trgung, nämlich 44, Es sind dies jedoch zumeist nur solche Punkte, die ilire eigentliche Erledigung bereits in den Ausschußberatungeit geiunde» haben und deren Beratung im Plenum der Kammer mehr nur noch eine Formsache ist. Trotzdem aber wird der Kammerpräsident zienilich streng und summarisch verfahren müssen, wenn in den beiden letzten Beratungstagen wenigstens die allgemeineren Tinge noch erledigt und nach Möglichkeit reiner Tisch gemacht werden soll. Aus Hessen. Landtagsabgeordnetec Frieder ich + In Groß-Rohrheim starb im Alter von 53 Jahren der Landtaasabgcordiiete Oekonomierat Jakob Fricdericki, Er war Vertreter des Wahlkreises Gernsheim-Pfungstadt und gehörte der Fraktion des Bauernbundes an. Der Verstorbene war auch Mitglied der Landwirtschastskammer. Ter Zweiten Kammer gehörte er seit dem 17, November 1911 an. Bei der feierlichen Beisetzung in ist r o ß - R o h r h c i m widmete der Präsident der Zweiten Kammer, Eberbürger- mcistcr-K öhIcr (Worms), deckiPerstorbenen einen herzlichen Nachruf, Weitere Ansprachen hielten unter Kranzniederlegungen Vizepräsident Korell Angenrod) im Namen des IBauernbtindes, Oekonomierat Walter (Lengfcld) für die Landwirtschaftskammer, sowie Vertreter der Krieger-, Gesang-, Turn- und Eisenbahnvercine usw. veuticbes ReicH. Der Kaiser tritt die N o-r d l a „ d r e i s e a n, Ter Kaiser ist am Montag vorinittag 9 15 Uhr nach Kiel abgefahren, von ivo er die N o r dla n d r e i s c an- treten ivird. In Kiel begab sich der Kaiseraus dem Wasserwege sofort an Bord der „Hohenzoltern", Die Kaiserin ist gestern um 10 Uhr von Wildpark nach Wilhclmshöhe abgefahren. In ihrer Begleitung be- sindcu sich Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich, die sich einige Tage in Wilhelmshöhe aufhalten iverden Der W a s s c r st r a ß c n b c i r a t f ü r d e n R h e i n und seine Ncbcnjlüssc hrelt am Monrag in Koblenz seine erste Sitzung ab. Bei der Erledigung der Tagcsord nung war von besonderer Bedeutung die Auskunft über die ,y rage der Vertiefungdes Rheins von St, Goar brs Mannheim, Danach ist die preußische Regierung '' at u genauer Untersuchung alter in Betracht lammenden Verhältnisse zu dem Ergebnis gekommen, daß ein sicherer und dauernder Erfolg nur durch den Ban einer schleuse am linken User zu erzielen sei. An die Sitzung schloß sick> Mn Nackimitlag eine Rheinfahri bis zur hollän- di,che» Grenze, ^ " Kornblumcnlagin Sachsen erbrachte nach Abrechnung aller Unkosten 694 0W Mt, von denen 691 00» Mark an bedürftige Bcteranv» verteilt werden sollen, Ei n allgemeiner T o ch s c n t a g fand vom 4. bis 6. ^zuli in Dresden statt. Den Höhepunkt bildete ei» Fest zug. Es wurde einstimmig die Gründung eines Sachsen- Weltbundes beschlossen, D e r d i e s j ä h r i g c s o z i a l d e m o k r a t i s ch e P a r- teitag ist aus Sonntag, den 18,September, nach Würz, bu r g cingeladen. auslattO. Die Beisetzung Joses Chamberlains fand am Montag in Birmingham in aller Einfachheit in Gegenwart seiner-Gattin und der Familienmitglieder statt. Das Königspaor und die übrigen Mitglieder der königlichen Familie hatten Vertreter entsandt. Die Homerulebill. Das englische Eberhaus stimmte nach dreitägiger Beratung der ziveiten Lesung der Zusatzvorlagc zur vomerulevill mit 278 gegen 10 -stimmen zu. Tos Haus will die Beratung über die einzelnen Punkte der Vorlage am Mittwoch begiimen. Die Opposition bringt dann ihre Anträge zur Acuderuirg bezw, Erweiterung der Bestimmungen der Vorlage vor. Von der s r a n z ö s i s ch e n Armee, Dem „Exceliivr" zufolge besckstiftigi sich das Äriegsministeriuni mit der Frage, auf welche Weise dein Mangel an Offizieren an der Lstgrenze sowie unter den nordafrikanischen Truppen abzu- belsen wäre. Ein Vorschlag, der als besonders wirksam angesehen wurde, geht dahin, daß nur jene Offiziere den Grad eines Obersten erhalten können, welche vier Jahre bei den Deckungstruppen und vier Jahre in Nordafrila oder in den Kolonien gedient haben, — Ter neue Lbnia.in des H e c r e s a u s s ch n s s,e s, General P e d o y a, erklärte einem Mitarbeiter der „Lanterne": der dreijährige Militärdienst übersteige weitaus die Hilfsmittel und die Ätzäste, über welche eine Nation von iaum 40 Millionen Einwohnern verfüge, Italien, das 32 Millionen Einwohner bade, besitze eine Armee von rund 450000 Mann und Oesterreich-Ungarn mit seinen 50 Millionen Einwobnern habe eine Armee von rund.550000 Mann, Tie Kraftanstrengung, die man dem französischen Volke auferlegt habe, beraube die Landwirtschaft und die Industrie der nokivenbigcn Arbeitskräfte Dian müsse die nationale Verteidigung auf ernsten Grundlagen ausgcstalten, aber sich dabei von den hergebrachten und schädlichen Methoden fcrnhalten. Der Kongreß des sozialistischen Verbandes des Seinedepartements hat mit 364 gegen 68 Stimmen beschlossen, daß dem nächsten Internationalen sozialistischen Kongreß ein Bcschlußantcag vorgelegt werde, in dem der allgemeine Streit und namentlich der Streik in den für die Armee tätigen Industrien als das wirksamste Mittel gegen den Krieg empfohlen wird. In Sofia soll eine französisch-bulgarische Hypothekenbank mit einem Kapital von 20 Millionen Francs gegründet werden, Turkhan Pascha empfing aft und hatte je eine einstündige llnlcrredung mit dem österreichisch ungarischen Minister des Aeußercn Grafen Berchtold und dem Sektionschef Freihcrrn v. Macchio, Am Sonnlag hatte Turkhan Pascha stundenlange Besprechungen mit dem rumänische» Gesandten und empfing den Besuch des Generalkonsuls Rappoport, der die Abteilung für Bai tanangelegenhcitcn int Auswärtigen Amte leitet. Heute mit tag war Turkhan Pascha zum Frühstück beim Grasen Bcrch- lotd geladen, 6) fab Pascha ist aus Rom in Paris eingetrofsen. Die deutschen Uaisermanöver 19H. in. Es ist bereits aus die Schwierigkeiten hingewiesen worden, die durch die Vereinigung großer Truppeiimassen im diesjährigen Kaisermauover für die Verpflegung entstehen. Gerade dadurch aber wird das Kaiscrmanöver in diesem Jahre zu einer außerordentlich lehrreichen Uobung für Generalstab und Intendantur in der Verpflegung unter Verhältnissen, die denen des Krieges nahekommen, Zum Studium der .Hecresvcrpslegung iverden zwar alljährlich Plan aufgabcn in größerer Zahl bearbeitet und Verwaltungs- generalstabsreisen unternommen, sic weroen aber in ihrer Bedeutung durch die bevorstehende praktische Ucbung erheblich übertrosfen. Auf eine völlig kriegsmäßig durchgeführtc Verpflegung muß allerdings auch in diesem Kaiscrmanöver verzichtet werden. Die Aufstellung sämtlicher Kriegsvcrpsiegungsko- lonnen würde ungeheure Kosten verursachen und der Bevölkerung der bctresfcnden Gebiete zuviele Fahrzeuge ent ziehen. Ans diesem Grunde muß auch die Aufstellung der Etappen-Verpflegüngskolonnen unterbleiben. An sich wäre ein Manöver mit Ausstellung aller Vcr- pslegungs- und Munitionskolonnen sehr erwünscht, die Ausführung wird aber wohl immer an den Kosten und an der Kürze der zur Verfilzung stehenden Zeit scheitern. Im bevorstehenden Kecksermanöver werden immerhin, toie sck>ou erwähnt, für die Verpflegung Verhältnisse geschaffen, die denen des Krieges möglichst nahe kommen. Die Verpflegung wird sich wie folgt gestalten: Tie Fußtruppen entnehmen ihren Bedarf den unmittel dar bei ihnen befindlichen Feldküchen, Diese ergänzen sich aus den Lebensmittelwagen, welche sich bei der großen Bagage lejmücn. Die berittenen Truppen, die nicht über Feldküchen ver- sägen, verpflegen sich unmittelbar aus den Lebensmittel- und Fntterwagcn, Tie Wiedcrsüllung dieser geschieht aus den Kolonnen, welche den Armeekorps oder Divisionen mit kriegsmäßigen Abständen folgen. Auch von freihändigem Ankauf der Vcr- pflegmig-vorrate zur Wiederfüllung der Lebensmittel» und Futterwagen ivird weitgehender OK brauch gemacht werden, nne es aucki im Kriege, soweit es i ie ini Lande vorgefun-, denen Vorräte erlauben, der Fall sein imrd. Die Vcrpslcgiiiigskoivniieii ergänzen ihren Bestand aus Vcrpslegungszügcn der Eisenbahn,' die von der Intendantur nach Bedarf vorgezogen iverden. In diesem Rahmen finde» die Verpslcgungsossizierc bei den Truppen, und im Rücken der Truppen die Inten- dantur, dura, den sich entwickelnden Pendelverkehr der Ler- pslegnngSkolonnen und Fahrzeuge sowie den frciltzindigen Antaus von Lebensmitteln und Futter, reichlich Gelegenheit, flir ihre Ausgaben im KLiegc zu lernen. Es erhellt hieraus aber auch die dringende Notwendigkeit, aus den Straßen des gesamten Manövergcländes, auch im Rücken der Armeen, strenge Ordnung zu halte» und die Manövcrlciiung i» der Turchfiihrung ihrer "Absichten zu unterstütze». Die de» Armeen vorausgehcnde Heereskavallerie kauft ihren Haserbrdars in, allgemeinen freihändig auf, für den Notfall werden ihr Lastkraftkotvnnen für den Hasercrsatz zur Verfügung stehen, während sämtliche Truppen, wie im Kriege, für den Notfall eiserne Portionen mit sich führen. ver Wettbewerb um die alte Hlinif. In Nr, 145 unseres Blattes hatte einer der bn Wettbewerb um die alte Klinik beteiligten Architekten an den Entscheidungsgrüiiden Kritik geübt, woraus in Nr, 153 die bausachverständigen Mitglieder des Preisgerichts die Beanstandungen des. Architekten zu entkräften suchten. Auf diese allerdings wenig stichhaltig anmutende Erwiderung übergibt uns der Einsender der ersten Zuschrift solgende Entgegnung, aus der deutlich hervorzugehen scheint, daß das Preisgericht seinen Standpunkt mehrfach geändert hat. Die Zuschrift lautet: In seiner Erwideninl, im Gicsencr Anzeiger Nr. 153 bezeichnet das Preisgericktt die Abtragung der Türme durch Unterzöge als eine architekl mische Lüge und bringt im weitern eine Er- ßänzung seines über den Entwurf „Provisorium" gesällte» llrieils. Pan diesen Ansfiibrungen ist aber in dem ilrteilsprakololl keine -Silbe zu leien. Deshalb bot das Preisgericht auch lein Rockit, sie als Beweisgründe anzuziehen, umsaweniger, als sie in vor- liegeudeni Falle Iveiter nichts als die Ansicht van nur drei Mtt- giiedcrn — den Bausachverständigen — des Nglicdrigen Preisgerichts darstellen. Solche Ausführungen sind deshalb wertlos. Aber trol-dem muß doch gesagt werden, daß diese architcktonnche Lüge zu ertragen wäre, da es sich um einen Umbau uno nick» um einen Neubau handelt, und zumal die Turniauffätze in ih.cm jetzigen -Bestand auch schon eine architektonische Lüge bc-deuten f denn eine logische Entwicklung aus dem Grundriss« stellen sie nicht dar. Diese Ueberzeugrmg haben auch fast alle Bewerber — ich glaube bis aut drei — bekundet und an Stelle der Türme den logischen Gicbclaufbou vorgesclilagon. Wenn donn'bem Preisgericht so viel an architektonischer Wahr- heit lag, warum hm es dann dies« Vorschläge wenigstens nickt zur Annahme empfohlen! Ter VoNvurt der In ko ns e a n c n z wird aufrecht erhalten. (Denn das Preisgericht fern, wie schon ausgeführt, die Möglichkeit der Verlegung des im Entwurt Prooiiorium im Älittelban ange- ordnetcn Raumes in dem Protokoll nicht erwähnt. Diese Möglichkeit kann somit auch kein Gegenstand der Bewertung gewesen! sein. Das Preisgericht hat die in den Entwun eingetragene tstaum- anordnung gebilligt, ohne die geringsten Bedenken gegen die iHerausnahme der Jnneninauer zu mißern. Damit hat cs sich der Jnkonseouenz schrckdig gemacht. Im übrigen will nunmehr dos Preisgericht als 1. Eber» geschah auch dasiemge im Anbau verstanden wissen und sagt, das: demzusalge die Unterbringung drs Sitzungssaales im l. Obergeschoß des Anbaues keineswegs ausgesckiloi'sen und somit seine Entt'chcidung kein Verstoß gegen das Programm sei. Nun mag sich das Preisgericht einmal die prämiierten Entwürfe genau ansehen. Dort liegt ja der Sitzungssaal gar nicht im l, Obergeschoß, sondern im 2, Obergeschoß, so daß das Preisgericht selbst bei seiner Auslegung der Bestimmungen gegen das Programm verstoße» hat. Aber gerade dieser Irrtum des Preisgerichts, sowie auch icine llrteilsbegrüitdung ielbst und die in allen cingereick'lcn Entwürfen hcroortretenda Uobcrcinstimmung der Lage der im Zusammenhang mit dem Sitzuiigsiaal gesorderten Räume löst gar keinen Zweitel zu, daß das I. Obergeschoß, in den, diese Räume und der Sitzungssaal und zwar niöglkchst zusammenlicgend unterqebracht werden sollten, nur dasjenige im Hauptbau und nirgends anderswo fern konnte. Die diesseits anigestellte Behauptung: „Das Programm haba klipp und klar die Lage des Sitzungsiaales im l, Obergeschoß gefordert und das Preisgericht liobe mit seiner Entlcheidung gegen! das Programm verstoßen", muß soniil im vollen llmsange «nirecht erhalten werden, unisomebr, als die Erwadcning des Preisgerichts selbst eine Bestätigung hierfür bedeutet. Mit Bezug aus die Bedenken, die das Preisgericht durch die Aussührungen in Nr, 145 dS, Bl, nicht als beseitigt ansehen will, weil die Frommouer der Mittelvartic oui 8 Meter wirklich nur-7 Mcter — freigestellt und durch die zu brechenden Fenster geschwächt würde, wird daraus hingewicsen, daß diese Frontmauer im l, Obcrgeicktvß 75 Zentimeter und im 2. Obergeschoß 65 llenti- metcr stark ist, und daß alle Proielie, di," den Sitzungssaal vorn ldurch zwei Etagen anordnelen, an den Stellen der herausgenom- lmenen Innenwände Pieiloroorlagen zeigten, die in hinlänglicher Weise die Fronttnauer ventärkteu und deren Stabilität in mehr als ausreichendem Maße erhöhten. Zur Ausnahme der durckt di- Unlcrzügc übertragenen Lasten war mehr als das Dreliache des ersorderlütien Pteilguerichnitts vorbanden. Es hätte auch sicher- lick nicht eine so große Zahl von Bcwerbem, dix doch ohne Zweitel nicht minder über das nötige Verständnis für Konstruktionen verfügen, einr Anordnung oes Saales gelrotien, wodurch Bedenken, trie sie das Preisgericht äußert, hervorgcruien worden wären. Die Herren baufackverstän igen Preisrichter bälten aber doch auch wissen sollen, daß. bei dein, heutigen Stand der Technik und bei den so vielen zur Verfügung stehenden Konstnirlion-snnlteln ein Umbau, wie er hier eriordeilich gcwor- den wäre mit Leichtigkeit zu bewerkstellige» gewesen sei. Es minien deshalb nach wie vor die vom Preisgericht erhobenen und zur Hauptgrunblage seiner Entscheidung gemachten Bedenken als unbegründet und das Urteil als ein Fehlurteil bezeichnet werden. Aber angenommen, diele Bedenken seien berechtigt, dann neun insbefonüevc den daujachverjtändigen PreisrichlLui der Vorhalt OfMndit werden. ii-orum ftc nicht Mwn bei Prüfung de» Programm» «m diele *irii<-ntcn fctneeimrien «ade». Bei qewiiienlnste' Prn- witii be-r ’lh'OfriümTn^ ntunr» iie iofori hiefe Bedenken cutimiiben dlnb hc inafctnt dann verbinden», das; ins Programm Beitim- ui kamen, die den größten Teil der Bewerber irre führten bnrd dir llriacde für eine im.'ifloie Vergeudung rtbt’budi.'r 'Ar- ■ Tbctj-Stran und Zeit bittklcn. t'lu* den gleichen Gründe» mußte rni Programm zum Ausdruck kommen, baß de; Anordnung des Sitzungsiaales dir Skockhöhe de-r l. Obergeschosses allein für »u niedrig gebalten wurde. Dreien der Bewerbern wäre» dann auch von vornherein aussichtslose Ovser erspart geblieben Dos Preisgericht hat aber nttvts getan, um diesem dem Programm andaiienüen Mangel zu steuern und es hat dadurch eine Atiterlaksungssünde aus sich (geladen, dir die Wurzel allen Uebels, das dieser Wettbewerb gezeitigt bat. bildet. _ Man mag also die Sache von einer Teile aus betrachten, Inie man »in, immer zeigt sich, daß das Preisgericht sich seiner Pflichten nicht in vollem Ilmsange bewußt gewesen ist ES behalt damit aucl: derjenige Kreis hiesiger Architekten recht, der aut Grund irüherer Erfahrungen beschloß, eine Beteiligung abzu- lehnen Wenn dann dieier Beschluß wieder aufgehoben ivurde. dann geilt ah es lediglich im Vertrauen aut dieienigrn Zerren Preisrichter, die an eigner Perion schon die Wirkung von Wett- bewerbsenlicheidungen infolge eigner Beteiligung erfahren haben. Tie Forderung, iolgrhin mehr solcher Mit d e m W e t t b e w e r- bersverfahren vertraute Fackileute in ein zu berufendes Preisgericht aurzunehmen, und aut seine unnötige dekorative Erwei.erung zu verzichten, muß nachdrücklichst wiederholt werden. Und sollte an berufener Stell: dieser Forderung bei der nächsten Gelegenheit gebührend Rechnung getragen werden, dann ist der Zweck dieser Auseina ndersetzung erreicht _ Provinzial-Ausschusi der Provinz Overi,essen. Gießen, 4. Juli 1914. Anwesend. Provinzialdircklor Geheimeral Tr. Ufinger, als Vorsitzender. und 5 Mitglieder. Beginn 9. Endo 11 1 2 Uhr 1. Klage,dev Fi rmaGöbelLAppelzu Gießen gegen Großh. Polizeiamt Gießen wegen Vertagung der Erlaubnis zum gewerbsmäßigen Betrieb von A u t 0 d r 0 s ch k e n. Das Polizeiamt Gießen hatte der Firma die fragliche Erlaubnis versagt, weil ein _ Bedürfnis zur Konzesitoiiierung weiterer Autodroschien zur- ' zeit nicht bestehe Die Firma erhob hiergegen Klage und der ÄreiSauSschuß gab dieser statt mit der Begründung, daß die Bedürfnissrage überhaupt nicht zu prüfen sei. da keine Bestimmung in der Polizeiverordnung für die Ztadt Gießen bestchc. ivvuach dies zu geschehen habe. Gegen das Urteil des Krcisansschuises legte das Polizciamt Berufung ein. Es wies daraus hin, daß nach 8 37 der Reichsgcwerbc- ordnung die Regelung des Autodroschkenvcrkehrs nicht nur hinsichtlich des Betriebs, sondern insbesondere auch hinsichtlich der Zulassung zu diesein Gewerbe der Ortspolizct- behördc obliege. Diese könne auch ohne Polizeiverordnung, lediglich durch individuelle Verfügung, die Zulassung derartiger Droschken von dem Vorhandensein eines Bedürfnisses abhängig machen. Der Provinzialausschuß wies die Berufung des Polizeiamts als unbegründet ab und ent- jchicd. daß der Firma die Erlaubnis zur Aufstellung zweier Autodroschken zu bestatten sei. 2. Gesuch des Otto Wenzel in Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirt- schaft in dem Hause Brandgassc 1. Äesuchsteller will die schon bestehende Wirtschaft übernehnren und auf einen weiteren Raum auSdehnen. Tie Stadtverordnetenversammlung beschloß, das Gesuch insolang^ nicht zu besür- wortcn. als die Räume gesundheitsschädlich seien. Das Polizciamt beantragte Ablehnung des Gesuchs. Das Krcis- amk trug deshalb Bedenken, die Erlaubnis zu erteilen und lec.tc die Akten dem Provinzialausschuß zur Entscheidung vor. ^ie erging dahin, daß dem Gesuch nicht stattzugeben sei. 3. Antrag der Gemeinde Steinfurth aus AblosunbdcrderGesaintsamilieLöwvonuud zuSteinkurthobliegendcnBcrpflichrungzur Anschaffung und Unterhaltung des Fasel- Viehs dieser Gemeinde. Es kam ein Vergleich zustande. lvonach die Beteiligten sich mit der im Urteil d es Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 13. Dezember 1913 ausgemittelten Ablösungssumme von 39 600 3)2 k. und mit der Tilgungsrcntc von 5,15 Proz. einverstanden erklären. Die Gemeinde e-tcinsurth verzichtet ausdrücklich auf das Recht, künftig Sprunggcld zu erheben und verpflichtet sich für den Fall der Zuwiderhandlung gegen diesen Verzicht an die AblösungSpslichtigen den Betrag von 8000 Mk. -urückzuzahlcn. Tic Genehmigung des Gemcinde- rats und der im Termin nicht anwesenden Herren von Löw bleibt Vorbehalten. Ikirche und Schule. — Wandbilder deutscher Kriegsschiffe s ü r die Mittel- und Volksschulen. Vom Staatssekretär des RcichsmarincamtS ergebt folgendes Runoichreiben: Seine Majestät der Kaiser und König haben zu bestimmen beruht, daß eine von dom Flottenveccin „Jungdeutschland" m Bonn in dem verflossenen Jahr gesammelte Flotten- svcndc der Jugend wieder zu gut kommen soll. Und zwar sollte ein Teil dieser Spende zur Herstellung großer lithographischer Wandbilder, aus denen in gemeinverständlicher Weise die wichtigeren SchifsSlnpen der Kaiserlichen Marine zur Darstellung kommen, verwendet und eine möglichst große Zahl derselben an die Mittel- und Volksschulen zur Belehrung der Jugend verteilt werden. Tie zur Verfügung stehende Anzahl von Exemplaren der inzwischen fertig- gestellten „Anschauungsbilder deutscher Kricgsschifse in zwei Tafeln" reicht natürlich bei lvcitem nicht aus, sämtliche Mittel, und Volksschulen des Reiches damit zu versehen, doch ist es dank der Kaiserlichen Bestimmung über die eingangs gedachte Flottenjpcnde möglich gewesen, den Preis so niedrig zu stellen (2Mk. für ein Exemplar der Toppcl- tascl und 1,75 Mk, bei Abnahme von fünf und mehreren Exemplaren), daß die Beschassung auch ärmeren Schulen möglich feilt wird. Es ist außerdem nicht ausgeschlossen, daß sobald sich die Höhe des Bedarfs übersehen läßt, noch eine weitere Preisermäßigung eintritt. Sport. “ Laubach, 6. Juli Am Sonntag fand in Büdingen ern F u ß ba l l io e t t s v l e l zwischen den Gnmnaiialsußballvereinen Bübingen nnb Laubach stait, das leider sebr unter der lln gnnü bee W-kterS zu leiden bolle, da der eigentliche Fußboll- vlah vollständig un,er Waster stand, so daß bas Spiel au, einer benachbarte» Wiese ausgetragcn werden iwußie. Von 'Anfang an Imtte Bübingen, das Mit kombinierter l. und 2 Mannjchast frtcltc, die Führung und kannte schon nach 5 Minuten Spielzeit einen unholibaren Schuß einienhen. Rach criolgiem Antritt brach Büdingen abermals steghast durch und erzielle nach einem E-kball das »weile Tor. , In der 18. Minute fiel für Büdingen das •0 Tor, valbzert noch zwei weitere Tore Rach erfolgtem Platzwemzel ,vielte Lanbach geschlossener, konnte jedoch den Verlust von zwei unmittelbar folgenden Toren nicht vermeide», bis es lbw Al Minuten nach Halbzeit nach einem schönen Durchbruch emzu,enden gelang. In der 27. Minute kam Laubach zu einem ' Tv> Das (,v,e> endete mit l 1 2 für Büdingen T roß der '.Niederlage zeigten die Laubacher ei» schönes emwandsreies -viel, das um an Tempo und Zusammenjpiel manchmal .schien ließ, da der Laubacher Gvmnasialsußballvcrein erst seit Mitte »origen Monats bestem — DeuIjcher Sieg im Großen Preis von Frankreich. Bei dem heute aus der Ri unstrecke bei L»dn zum Austrag gelangten Großen Preis von Frantrcich. an welchem 41 Wägen aus Frankreich. Italien. Deutschland. England, Belgien und der Schweiz iettnahmrn, schnitten die oeutichen Wagen ganz vorzüglich ab. Drei Mercedcs^Wagen belegten die ersten Mäße und Opel mit Jocrns am -lener leistete Großes imd placierte sich unter die Sieger Die 38 Kilometer lange Rennstrecke, welche zahllose Kurven und Steigungen ausweist, mußte 20 mal durchfahre» iverden. Lanüwirtschatt. m Kirchhain, 2. Juli. Gute Erfolge der Viehzucht im Kreise Kirchhain wurden aui der BczirkStierschaii m £>erä- > eld erzielt. Es erhielten Preise in der Herdbiichgesellschalt lür Vogelsberger Vieh lür Bullen allerer Klasse: I. StaatSvreis Stabt Rajjschenberg: I. Preis I. Eibnm-Rnisschenberg. Für Bulle» jüngerer Klasse : 1. Preis K. Hcrwig-Giuleldorf. Für Kühe 1. Presse: JohS. Denker - lSroßleelbeini, (Stuft Becker - Frohnhausen, Friedr. Bromm-Girsselbort. Für Sinnnentaler Vieh wurden solgende Preise errungen : I. StaatsvreiS Stad! Kirchhain lür Bulle» Benz <120 Bll.) Mid lür den gleichwertige» Bulle» Cäsar ülberne Medaille: 2. Preis Siadt Neustadl lür eine» Bulle» und A. Predziger-Kirchhain tür em Rind 3. Preis. Tie Ausstellung war außerordentlich reich beschickt in Lieh aller Rassen. IV. Frankfurt a. 3)2., 6. Juli In der Tagung der Vertreter derdcutschcnJmkcrverbände.die gestern hier statt- iand. wurde die ?luslösungdcs seit herigcnDeutschen I m t e r v erb and cs beschlossen, der nur einen Teil der Verlande umsaßte. 'An seiner Stelle wurde die „Vereinigung deutscher Jmleroerbände" gegründet, l»'c sämtliche Verbände Deutschlands umfaßt und rund 160000 Mitglieder zahlt. 'Als erster Präsident wurde Prosessor Frey-Posen gewählt, als zweiter Präsident Landesökonomicrat Büttner-München, als Geschästssührer Lehrer Küttncr-Äöslin (Pommern). — Der außerordentliche Professor für dculschrs bürgerliches Recht, Handels- und Privatversichcrungsrccht in Freiburg, Tr. H 0 c n i g n e r, hat einen Rus an die Handelshochschule in München als hauvtamtlieher Dozent erhalten. — Der außerordentliche Prosessor sür Nationalökonomie und Finanzwisscnschail, Tr. Robert L i c f m 0 n n in Frciburg, ist vom Großhcrzog zum ordentlichen Honorarvroscssor ernannt worden. — Ter Privatdozent sür Chemie an der Bergakademie zu Clausthal, Tr. Werner Mechlcnburg, hat cwen Rus als ständiger Mitarbeiter und Nachfolger des Professors Tr. F. W. Henrichscn an das Kgl. Materialprüsungsamt^in Berlin-Lich- tcrfelde erhalten und wird ihm zum Schluß des Sommer- semestcrS Folge leisten. — Goldenes.Doktorjubiläum. Der Kgl. sächs. Geheime Rat Pros. Tr. theol , iur. et vhil. Rudolf So hm, Ordinarius des deutschen Rechts und des Kirchenrcchts an der Leipziger Universität, begeht am 8. Juli sein öOjähriges Dvklvr- jubiläum. Der bekannte Germanist ist am 29. Oktober 1841 zu Rostock geboren. — Bei der Jahresfeier der 3)2 a II n h e i IN e r Handels- hochlchulc teilte deren Rektor Giauscr mit. daß der verstorbene englische Konsul Tr Paul Ladenburg- der Handelshochschule 25 000 Mark vermacht habe zu einer Paul Ladenburg-Ltistung Diese soll sich die Förderung des englischen Wirtschast»- lebens und des englischen Rechtes angelegen sein lassen durch Beihilfen zu (Lludienretseu nach England und durch Aus- ichung von Prämien für einschlägige Arbeiten. — Pom 2. vls 5. d. 'lllts. tagte ans dem Feldberg hos im Schwarzivald die diesjährige d e >: t s ch e v 0 ch l rh u I k 0 n s e r e n z, zu der sich Teilnehnrer ans den meissen 'LnndeSstaaten eingeinnde» und auch Oesterreich eine» Vertreter entsandt Halle. Der Schlnß- sihnng am Sonntag wohnte auch der badische Kultns- und llnter- rlchtsminisser Cxz. Tr Böhm bei. ^cricbtfiaaL W. 3 ro c i b r ü d c » , 4. Juli. 32ach jünstägiger Tauer ging gestern eine Verhandlung vor dem Piälzcr Schwurgericht zu Ende, die sich gegen den 36 Jghrc alten Kausmann Rudolf Koch in Laud- stuhl richtete. Koch, der Inhaber einer großen Produklenbandlung, hatlc lick zu verantworten, weil er sein doch versichertes 'Automobil in Brand gesteckt hatte, ferner wegen eines in einem Zivilprozeß begangenen Meineides, wegen zehn Verbrechen der »rtundenfäl schling in Tateinheit mit Betrug und sieben Verbrechen der llrku»- tenfälschung und versuchten Betruges. Tie Geschworenen hatten 65 Fragen zu beantworlcn. Das Urteil gegen Koch lautete aui vier Jahre Zucht hau s, 600 3)2 k. Geldstrafe, fünf Jahre Ehroerlifst und dauernde .Eidesunfähigkeit. Saumur, 6. Juli. Als heute der Flieger Lcgagncur über der Stadt einen Schlciscnflug machte, stürzte er mit seinem Jlugzcu in die Loire, Herbeicilcndc Seeleute konnten, ihn erst nach 25 Minuten rette». Legagneur war bewußtlos, beide Beine waren ibm gebrochen, außerdem war ihm der Brustkasten einqe- drüssk. Er st a r b bald nach seiner Einlieicrung in das Kranten- haus. wan-ern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen. — S 0 m in e r s r l sch c n u n d G a st st ä t t e n s ü h r c c 0 o m b a y r i s ch e n H 0 ch l g n d 1 9 l 4. Unter diesem Titel hat der Verein zur Förderung des Fremdenverkehrs in München und im bayriichen Öochland c. V. ein über 100 Seiten umsgjsendes Schriit- chen l crausgcgebcn, das den im bayriichen Hochland Untcrimift suchenden Fremden gute Dienste tun wird. ES kann zum Preise von 20 Psg. von der Geschästsstelle des Vereins, Hauvtbahnhol-')kord- bau bezogen werden. vermischte«. Strenge Bestrafung plündernder Soldaten. ZAus Peking wird gemeldet: 32rch der Plünderung der Stadt Kalb töinmling Ludwigs XVII., des aus dem Temple-Gesängnis enl- wichenen Dauphins, hielt. In Lodz ist die Spinn er ei von Max fliosenblatt abgebrannt. Ter Sclladen übersteigt 500 000 Rubel. In Hock van Holland überranntc der von Amsterdam kommende Abcndzug, der die Reisenden sstr den Dampfer nach soarwich brachte, infolge Versagens der Bremse den Prellbock und fuhr in den Schalterrau in hinein. Zwei Personen wurden schwer, eine leicht werletzt. Bon den Reisenden kam niemand zu Schaden. Sanvel. In dem Anleihevcrtrag zwischen der DrS- tontv-Gcsellschaft Berlin und der bulgariichen R e g r c r u n g ist der Betrag der Anleihe aus 5 0 0 3)2 i l l 10 n c n Franken vorgesehen Von diesen werden sofort 120 Mttlionen als Vorschuß gegen Schatzscheinc, die bis zum 1. August 1915 laufen, gegeben werben. In dem 'Ameihevertrag sind zwei Optionen vorgesehen, die erste über 250 Millionen Francs laust bis zum 1. 'August 1915, die Option aus die zweite Hälstc ist innerhalb zweier Jahre nach der ersten Option auszuüben. Ter Zinsfuß der ?l>ttcihe beträgt fünf Prozent. Die 'Anleihe ist in 50 Jahren tilgbar Als Emissionstürs sind 84 Prozent vorgeiehen. Wenn ter Einsssionskurs 88 Prozent überschreiten sollte, so bat Bulgarien an der Hälstc des Mebrerlöses 3lnteil. !Wie das Wolssdurcau hierzu von zuständiger Seite erfährt, ist der Vertrag noch nicht unterzeichnet worden.! Märkte. eh. Ricvcr-Jngclhcim, 8. Juli. Ob et markt. Kirschen 12 — 27 Mark. Erdbeeren 2» Mk., Stachelbeeren 7—13 Mk. Johannisbeeren 12—13 Mk., Pftrsiche 61—100 Mk., Frühbirnen 22—28 Mk. bet Zentner. Briefkasten der Redaktion. lAnouiimc 'Anfragen bleiben unberüdftchttgt.» ..Ltammlisch in Vließen". Straßcnbahnmarken sind Wertzeichen und unterscheiden 'ich vom Geld im Wesentlichen dadurch, daß sie kein allgemeines Zahlungsmittel und keine Wertlrager sind, d. h. daß sie keinen (wenigstens erheblichen- Metallwert besitzen. In der Verausgabung einer solchen Marke zu dem Prcssse, zu welchem sie gekauft ist, also zu sieben Pfennig, lieg! aber ohne weiteres ein Betrug nicht, da der Verausgabende sich in diesem Fall keinen rechtswidrigen Permögcnsvorleil verschasst. Doch würde ein Mensch, irr sich in einer Wirtschaft Speisen und Getränke verabreichen läßt, ohne im Besitz von Gel» zu sein, sich nicht daraus leruscn können, daß er euva eine Anzahl Straßenbahnmarlcn de- sitze, die einen der Zechschuld glcichkommenücn Geldbetrag revrä- scnticrcn. Ter Betrcssende würde wegen Zechprellerei zu beslraftn fein, vorausgesetzt, daß die übrigen Tatbestandsmcrkmalc des ß 263 des Reichsgesetzbuchs vorliegen. ..Zlarlenburg". Wenn Sic im Jahre 1903. also nach dem 1. Januar 1900 geheiratet liabcu. ohne einen Ebeuertrog zu er- richten, so finden aus di- güterrechtlichen BerhälMisse Ihrer Ehe die Bestimmungen der SS 1363 bis 1431 des bürgerl Gesetzbuchs 'Anwendung. Ter Inhalt ist kurz folgender: Dem Ehemann steht die Verwaltung und 32 u tz n i c ß u n g an dem cingchrachten Gut der Frau zu: er ist berechtigt, dasselbe in Besitz zu nehme». Zu einer Veräußerung des Vermögens selbst ist der 'Mann Nicht befugt: tut er es gleichwohl, so ist der fehlende Bvtrag bei einer Auseinandersetzung aus dem Vermögen des Mannes zu ersetze». Die Frau kann u. II. aus Unterlassung, sogar aus Entzsebi^ng der Verwaltung und Nutznießung klagen, wenn der Mann sein Recht mißbraucht. Tie Erträgnisse des Vermögens, Zinsen usw. ilicßen samt und sonders dem 'Manne zu, dagegen trägt auch er allein die Schulden. Soll die Frau an der Errungenschaft tnlnehmen, so müssen die Ebegatten einen Ehevcrtrag errichten, in dem sie he- stimmen, daß sür ihre güterrechtlichen Verhältnisse dir Vorschriften des bürgerlichen Gesetzbuchs über die Errungciischaftsgemcinschast -HS 1519 bis 1.548: maßgebend fein sollen Einem solchen Vertrag lann rüdwirkendc Kraft hcigclegt werden. Tritten Personen gegenüber wirkt ein solcher Benrag nur, wenn er in das Güterrechts- register des Amtsgerichts eingetragen und amtlich bekannt gemacht ist. Zur Gültigkeit eines solchen Vertrags ist gerichtliche oder notarielle Beurkundung erforderlich Die Kosten lSiemvell betragen hei einem Vermögen bis zu 2000 3)2k. 3,50 312k., bis zu iOOOO Mark 6,50 Mt. bis zu 20 000 Mk 10 3)2l.. bis zu 30000 3)21. 13.50 3)2k.. bis zn 40000 Mk. 17 Mk., bis zu 50000 Mark 20.50 Mark. Müllcrsche Badeanstalt. ((nlfriDtinne der Lahn am 7. I n l i 1 4 ' K. Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzm Juli ^ ®.- 1 i| P If le T S » -e! if g § w * 2 !li Wett« 6 ' 2 : '! 741,9 21,9 11,6 f>9 SSW 2 7 6. 747,4 16 1 IS,3 90 SW 2 9 7. (** 747,3 13 7 11,1 95 w 2 10 Regen (höchste Te.nperatur a>n 5.-6. Juli 1911 = -f- 22,2 ' . Niedrigste , . 5.-6. , 19U = + 13.8°. Niederschlag- 5,0 mm. Verantwortlich für den volitischi.'n Teil i. B.' R. Lange. Lassen Eie sich gratis und frants ein Probestück und die Gutachten über dir fabelhafte Wirkung der tSchönheiiSseife providol kommen, und entscheiden Eie dann selbst, welche tägliche ToileiteseifcGie wählen, providol Ges. m. b. £>., Abt. 59, Berlin TUS. Verbürgte Tatsache, kein Wahn. Mein Bruder, der bei Rippenfellentzündung au seiner Kräftigung vom Ar u Bioson verordnet bekam, gab mir von seinem grüneren Vorrat ab. Ich llatte nervöse Zustände. Ntoufiueb und die damit zusammen' llängenden Lchmacheerscheinungen. Jetzt noch tangerer Verivendung Ihres vorzüglich schmeckenden Bioson suhle ich mich frisch, zufrieden und arbeitSluitig. tvetzhalb ich Bioson zur Krasterneuerung utii Ireudcu weitereiupsehlc.Aler Smolinfki, Breslau, Augustastr.6. Unterschrift hegt. 13.3.11-Sniolla, Kgl.Notar. Biasou, Pakct3M.,in Apoib. Drogcr. 7988 d Verlag von Smil Roth in Gießen. Neue Ertcheüiuusen der Sammlung DcutschrrRtichsgrschc in Gi«,el Abdruckru. HerauSgcgcben vom Geh. Justizrat Tr Karl MareiS » LProsellvr der Rechte an der Unioeriita, München. Tertausgaben mit Einleitung. Gerumorten, erläuternden Anmerk ungen und ausführlichem alvbadetüchen Tachremimr in den neuesten Auslagen. 3 " Aus«°dc A. Hei, Ausgabe. 20*^ für jede Nummer. Sr - . «efeH be». die Bezeichnung des Raum. gehalts der Lchankgeiahe von, 24. Omi 1808.20 Pfa. Nr.,-l7. Audfubrungsbemmmungen ,un, Wechsel- uempelge.ev uam Ili. Oul, IM«, „nch dem -7a,td vom I. Januar 1914. Rr. 518,822. Verordnungen und Geievc >nbe,ug au, den .nicrnanonaten «erkehr m„ »rafiiahr zeugen. ÄuSaabe 1814. «mr Unterituvung von Samil'ien der zu ifriedensubungen etnbcruienen Monn 'ch-tten, LoinIO. Mai IM mi, den «u'fübrung^ vorichrinen. Neue Ausgabe 1814 2« Hin Rr. »24. Gesell belr. Beseitigung deS Branntwein lontingentS. Bom 14. Ouni 1812 20 Ntg Zr. »2». 2»°nlcheckgcieiz non, ZK. Marz !8I4 20 «ff. Nr. 52b. Bomcheikordnung vom 22 Mai 1814. 20 Vf. Borzügltche Ausstattung und billiger Preis haben b>e Gare,» ,che Sammlung deutscher Reichsgcicvc. welche die einzige l't, ln der man alle deutschen Reiche, ge,che in gut kommentierter Teiiausgabe nndei. io. wohl in der Ourmenwelt als auch beim Publikum ein gcsuhrt. .9u haben ,u icder Buchhandlung. (7771R Reise-Artikel in bekannt guten Qualitäten Bahnkoffer Necessaires Touristenartikel Hutkoffer Japankörbe etc. etc. Handkoffer Handtaschen Eig. Fabrikation Rundreisekoffer Rucksflcke Billigste Preise Aug. Kilbinger, Seltersweg 79 -22. Deckbett Mit 7 Pfund doppelt gereinigten neuen Federn gelullt Mk.S.50 IS.— 14.70 18.50 22,—rc. |/j ccon mit 2 Pfund Federn gefüllt ix lasen Mk. 3.— 3.60 4.40 8.20 ,c. M. 44 an bis M. 220 Vollständige Betten Schlaftimmer-EinrichtüDgeQ Tril.zabluugcn nach Uebereinfunrt gestattet. Gebr. Weil NeostadtlO GIESSEN Fernspr.506 : v ________ Ab Samstag, den 4. Juli bringe ich sämtliche Damen-Blusen nur diesjährige Neuheiten in Voile-, Crepe- und Bat ist st offen mit feinen Filet- und Stickerei-Handarbeiten mit 0 Carl A.Hartmann Ausstattungsgeschäft und Wäschefabrik 7847a Preisermässigung in den Verkauf Klavier stimmen im Abonnement und auf Einzelbestellung. Reparatur-Werkstätte für Pianinos, Flügel und Harmoniums. Jede Reparatur. die einfachste wie die schwierigste, wird unter Garantie in technisch vollkommenster Weise ausgeführt. Anfpolieren von Pianos. Wilh. Rudolph, Hoflieferant Fernsprecher 389 653 C Seltersweg 91 ©£fen und Herde! lim nröfc. Posten gebr. Ccfer u. Herde stets amLager u gebr dieselbenzu jedem Preise ab Halte stets Leibberde in jeder Grütze für Festlichkeiten an Lager bei billig. Berechnung Diezitratze 6 Part. 0491^ Hruim enbau Holi r ii ngen und Pu mp-An lagen billigst. (Hessen). 281) Pferde Versteiger ung. Tonncrstag, den 9. Juli 1914, vormittags 10 Uhr, sollen ini Großh. Hosmarstallc dahier zwei ausrangiertc Landgestü'.Sdeschälcr unler der Bedingung des sofortigen '(bschlachtcns »'ersteigert werden, lieber das Abschlacylen ist ein bcglaubiglcs velerinärärzlliches Zeugnis cinzureichen und ist bis zur Erbringung desselben eine Kaution von 100 Mk. für jeden zu schlachtenden Hengst sofort zu hjntcrlcgcu. Darmstadt. den 4. Juli 1914. Großh. LandgcstütS-Direktion. von Willi ch. 7884v Ilmtliche Pekanutmachungen der Stadt (Bietzen. Vom 1. August bis Mitte Lcvtcmber dS. ^s wird voraussichtlich keine L vung der Stadtverordneten- Versannnlung abgehalten. T ringliche, die Beschlutzfassung der ^ladtverordneien-^Versa nmlung erfordernde 2lnge- legenbeiken und daher späte' ens bis zum 24. Huli dS. Jo. einzureichen. _ 7731B Die diesjährige itffentlichc Impfung in der Ltad^ Oneycn. die an, Mittwoch, den 10. £$ttni im Imvslokalc - Lchulgcbäudc, Neustadt t»l begonnen bat. wird and, luciterbm jeden Mittwoch, nachmittags .»—t» Mir, abgehalten werden, ^mvfpflichtig in; lausenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen auS früheren fahren. Die hiesigen Einwohner, welche impspflichiige Kinder haben, werden zur Benutzung dieser önentlichen Termine mit dem Bemerken eingeladen, datz alle in demselben vor- genommenen Impfungen unentgeltlich sind. 2Per die ^krminc nicht bcnullcn will, mutz die Zmvsung seines vfllchtlgcn Kindes die« zum Jahresschlüsse aus seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigcnsallS ihm im xianuar nächsten JabreS eine vicrwöchentliche Frist zur Nachholung der Fmviung unter Ltrasandrobung gesellt wird. Blutzer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im lausenden Fahre geboren sind, aus Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem acht Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung tvegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wasche und rein gewaschenen! Körper zur Impfung gebracht werden. ES wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landes impfinstilut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Tennine gebracht werden. ___ 6850 B ' Es ist mehrfach die Wahrnehmung gemacht worden, datz an Entwässerungsanlagen Aendcrnngcn vor genommen, das; Badewannen angcschlossen und Aus gutzbcckcn angebracht wurden, ohne das; unter Vorlage der Plane die nach 8 13 der Orlsvolkzeiverordnung vom 1. August 1904 vorgeschriebene Olenehmigung eingcholt worden ist. Eigentümer und Handwerker werden hierdurch daraus aufmerksam gemacht, datz ne sich strafbar machen, ivenn ne nicht genehmigte Entwässerungsanlagen oder Aendc rungen zur Ausführung bringen lassen beziehungsweise bringen. ____ 8000 B Juaendfest. Für das am 23. Juli d. Js. statlsindende Jugendfest Dt noch eine AuSschankstellc für alkoholfreie (Kctränkc. Lrmonadc rc. zu vergeben. .. Bewerber hierauf wollen sich alsbald mir dem Bor Ntzenden des Wirtschaftsausschusses. Herrn Lladtverord- neten Heini hier, ins Benehmen setzen. 8014k I a »* ai - «n f I 1 I I I 89 Z