Nr. 154 vierres Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonnlog«. Die „ »setzen, e Z-mtlientzlSNer" werden dem »Anzeiger^ »«rinnt wöchentlich beigelegl. da« „«rei^l-tt che den Kreis Stetzen" zweimal wöchentlich. Die „randwietschastlichen Seil, fragen" erscheinen monatlich zweimal. Blatt 104 . Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Samsrag. 4 .)uli 1914 RstationZdruck und Verlag der Brühilcheo Universitäts - Buch- und Sieindruckerei. R. Lange, Gieße,r. Redaktinn, Expedition und Druckerei: Tchul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:II2. Tel.-Adr.:Anze,gerGießen» Die Weribmidschau in Köln. Von Franz P. Br ückner. — , r an , . _ . Köln. Ende Juni. 9 S R Sn 3Be ^' ““A 1 *' ~J? DI «°ln mit Wagemut und nom Deutschen SBerßnmb mit hoher Bcgeftterung erdacht und durchge- tuhrt. steht heute in allen Zeilen vollrndet da. Tie Ekstase des efitcn MemctzcnS und Mrterlebens, der Bewunderung und .es Ent- taulchtser ns, d ie im Beginn die vielen, allzu vorschnellen Urteile nach der etnen, nne nach der anderen Seite bin erzeugt hat. ist ver. ilogen. Man «irt heute mit sachlich-kritischen Augen durch diese künstlerische schau hindurchwandcrn, kühl und ernsthait einmal nachprütm, ob das, was vor langen Monaten schon viel zu laut und bombattttch rn die Welt hinaus geruscn wurde, auch wirklich hier und tn seiner ganzen weiten Umgrenzung zu sinden ist, ob wrr wirklich in unseren Tagen schon den neuen deutschen Stil haben. Bon diesem letzteren Gedanken ist die künstlerische -^tntrg der Austtellung ,a von vornherein ausgegangen Und sic sagte sich. Wollen wir d r Welt den neuen deutschen Stil zeigen, so ^ritten^irnr eben nur dte besten unter den deutschen Künstlern aut den Plan. Was die uns geben, ist durchgereist, letzthin redu« iserU. ist nnt nnem Worte: Dokument dieses neuen Stils Aber ein eh irr ivartn der Rechnung: Weil auch die ersten und aner» kanntenen. stilkuustler nur Menschen sind. Auch ein Bruno Paul oder ein. T,heodor Fischer haben mal ihre schwachen Stunden. Und gerade diese Dtt^e. dte doch von manchen Aeutzerlichkciten und Besthrmikungen diktiert weiden, lähmen allzu leicht die sreischöpse» rtiche .straft. Legt man also diesen höchsten, vielleicht auch sub- sektivlten Matzstab an. dann ist man einigermasten enttäuscht, dann versagt die Ausstellung doch in manchen wesentlichen Punkten. Ganz abgesehen davon, datz wir, die Lebenden, uns wohl nie über den teltsam vagen Begrttt: «nil einigen würden Aber im Grunde ist ein solch ervomerter und wohl auch einseitiger Standpunkt gar J™* Begnügen wir uns mit dem, was wir eigentlich schon wissmt: dast der neue deutsche Stil im Werden ist, daß kaum ein Volk der Welt zur Stunde so weit ist, wie wir. Das qot uns schon 1910 die 'Ausstellung des „Münchener Bumdcs" gezeigt, deren beste Werke nach Paris gingen. Damals schon iahen wir und auch die anderen, wie weit die Franzosen gegenüber Deutschland und Oesterreich zurück waren. Und welche i-ruse der Entwicklung die werklünstlerische Bewegung während dieser vier Fohre durchlaufen hat, das kann uns die Kölner Ausstellung zeigen. Diese^neuc Bewegung steht heute nicht mehr in den Anfängen. Lie Gedanken einer künstlerischen Reformierung und Durchdringung in Handwerk, Handel und Jndstric haben sich durchgesetzt. Ihr Sinn und ihre kulturelle Schwungkraft ist weithin anerkannt. Seit sieben Jahren besteht nun der deutsche Berkbund. Was er bei seiner Gründung wollte, war ein gewaltiger Unterschied gegenüber der handwerklichen Resormbewcgung des verhangenen Jahrhunderts. Er beschränkte sein Denken und Wirken Nicht auf Einzelgegenstände, sondern faßte das ganze Leben als ein einheitliches Ganzes auf, in das die Entwicklung einbegriffen und das sic zerstört hat. To will er das ganze Leben mit künstlerischen Gedanken durchdringen, und hinter den Theorien stehen die Taten, die vollbracht sind und heute noch geleistet werden: man braucht, ja nur die Bahnbrecher der neuen Bewegung zu neunen, die schafsenssrohen und -starken Künstler: Ban de Beide, Behrens, Olbrich. Riemerschmid u. a. Ni. Sie sind fast alle vom Maler ausgegangen. Darum auch die stärke Tendenz zum Malerischen hin, die die neue Kunst bis heute noch bewegt. Sie prägte nach der Entformung und der Entgeistung der überwundenen Epoche dem Gegenstand des gewerblichen Lebens die eigene künstlerische Note auf und hauchte den Erzeugnissen der Massenproduktion ein künstlerisches Leben ein. So ist die Kölner Ausstellung eher eine retrospektive Kunst sch au. Wenn man mit diesen ein wenig zurückgedämmten Gedanken und Erwartungen durch die Ausstellung wandert, kann man die Fülle, die von allen Seiten und aus allen Gebieten aus einen entströmt, nach ihrem Wert und ihrer allgemein kulturellen Be- deutuiig leicht und sorgsam cinordnen. Der Deutsche Werkbund legte von allem Beginn Wert auf eine knappe, durchaus nicht umsangreiche oder gar ermüdende Qualitätsschau. Aber gestehen wir es nur. Bei der Durchführung kam eS anders: man übernahm sich IN der Quantität So kommt man leicht zu der An- Itcht. als ob der Werkbundgedanke im Fonschreiten sich ntcht vertiert, fondern verbreitet und gar verflacht habe Man hat geglaubt. über die Jury schimpfen zu müssen, aber sie hatte noch viel rigoroser Vorgehen sollen. Dast man der Werkbundschau das Scherzwort nachwarf, sie sei eine Ausstellung des Sofakissens ist nicht so ganz ohne Sinn. Tie streng sachliche Disposition ward zu Zeiten außer acht gelassen und gerade in den vielen Lokalabteilungcn ist manches durchgeschlüpit, was mit derWcrkbund idee kaum etwas zu tun hat. lieber all deut Kleinen und Kleinlichen verliert der Befangene und Unkritische gor zu leicht den Blick aus daS eine große Ziel. Und doch steht dies Ziel heute viel tiefer, schärfer Umrissen und in seiner ethisch kulturellen Auswirkung viel eindringlicher da, als etwa noch vor 8 Jahren, da in Dresden die letzte große Kunftgewerbeausstellung war. Weil eben das künstlerische Schaffen sich aufs innigste mit der stetig erstarkenden volkswirtschaftlichen Tendenz unserer Zeit verbunden hat. Tic Anregung ging vom Werkbund aus, und das ist ein großes Verdienst Der Künstler stieg von seiner einsamen, eigensinnigen Höhe herab zur realen Well, eine verwaschene Romantik ward übcrlünt von dem Wollen einer lneuen Zeit, von dem Pathos 'der modernen Arbeit. Aus mittlerer Linie traf man sich, der Ausgleich hat sich — nickst vollzogen, aber aufs ernsteste angebabnt. Und als ein Dokument dieser neuen Kunstgesinnung, als ein Ausgleich zwilchen fretichövierischer Intuition und dem gesteigerten Formivillen einer technisch-mdu stricllen Epoche sehen wir diese Ausstellung des Deutschen Derk- bnndeS in Köln. Aber eS zeigt sich noch ein anderes: Wir find nachgerade io sachlich, so einsach und selbstverständlich geworden, daß wir sähniüchltg der neuen belebenden Gedanken warten, die die älteren Künstlerpersönlichleiten nicht mehr hineintragen können. Wir erwarten alles von der jungen Generation. Sie muß anregen und befruchten. Der große leitende Gedanke ist die Durchdringung des ganzen künstlerischen Lebens mit einer architektonischen G e s a m t i d e e. Tie jungen Kräfte müssen nun dag andere geben: das Frejgelöstc, das Anmutige, den Schmuck und die Farbe. Aber gerade die jungen Kräfte wissen uns aus dieser Werkbuni»- schau nickit viel Eigenes, Ungebundenes, überwältigend Neues zu sagen: der ftische Ausblick aus die Zukunft bleibt uns verwehrt. Mehr als rin Querschnitt gibt sich diese Ausstellung, allerdings als ein prägnanter, sehr reichhaltiger Querschnitt. Ueber das Architektonische ist an dieser Stelle schon gesprochen worden. Die architektonische Gesamksttmmnng läßt den etgcn- schöpferischcn Willen erkennen, jene innere Zucht und den wirklichen Respekt vor der Forderung des^Tagcs, vor dem strengen Bewußtsein, daß nur das aus einer Schau Wert und DascinSrecht hat, was dem unmittelbaren klar erfaßten Bedürtnrs der modernen .Zeit einen kraftvollen und natürlichen Ausdruck gibt. So verkörpern sich im architektoniichen Gesamtbild in lebendigem Auswtrken die ichoffenden Kräfte unserer Zeit würdig und mit innerer Selbständigkeit. Ern eigenartiger Rhvthmus schwingt durch die architektonische Gesanttstimmung, ein Rhythmus, der sich ran äußerlich mit dem -Begriff der Einheitlichkeit umschreiben läßt. Man fühlt allenthalben dos kaniequettte Wollen eines ganz persönlichen Geistes, eines starken künstlerischen Temperaments. Eine Zahl von architektonischen Limen durchzieht den Gesamtkomplex, leise anhebend, schwellend und sich steigernd, dann wieder zurückebbend und retardiereich. Und wenn man mit diesem Rhvihnrus cchmal mitgeht, dann fühlt man deutlich die bewegenden Elemente, fühlt auch deutlich als etwas Fremdes, gar nicht HierhergehörigeS Bauten, die man in einem anderen architektonischen Milieu vielleicht nicht ablehncn würde. Das monumentale P o r 1 a 1 g e b ä u d e weist mit feinen ftemden, antikisieren- den Elementen die Gedanken gleich in eine falsche Richtung. Der Bau ernüchtert durch seine prätentiöse Art, die ganz äußerlich im Geist der Antike untcrtauchte, ihn nicht im modernen Sinne durchzubilden und zu entlösen verstand und darum dem Werkbundgcdanken so sremd wie nur möglich gegenübersteht. Auch das Kölner Haus spricht als Architektur nickst mit. Der entwerfende Architekt ließ sich von dem Gedanken leiten, das neue Köln darzustcllen als eine Frucht der ausgesprochenen romanischen Kultur. Aber diese in sich so fruchtbare Kultur in einer individuellen Durchgetstigung dem modernen Empfinden nahe zu bringen, konnte dem Architekten nicht glücken. Aber schlimmer noch daß diese Stilloiigkcit auch aus das Innere hinübcrgreist. nirgends auch nur amtähernd cinen geschlossenen Eindruck überniittrln kann. Die große Halle sollte aus dem Zusammenwirken Pf Architektur, Bildnern und Maleret'eine einheitliche Raiimni.kung darstellen: dockt kaum jemals ward eine solche Unzulänglichkeit gesehen Die Dinge, die sich aus dem Wust bcrausheben. schd zumeist Schär ungcit von Künstlern, die längst in ihrer Bedeutung ane rkannt st ad. _ jjrleö. Krupp. ES ist für die breitere Ccffcntlirtjfcit nicht uninteressant über dieses größte Industrie Unternehmen der ganzen Welt vou Zeit zu Zeit etwas Näheres in Bezug aus seine Ausdeh nung und Entwickelung zu erfahren Tie Mitteilungen, die Krupp selbst in seinen Jahresbetichlen darüber macht, sind meistens sehr spärlich und beschränckeu sich auf die wächltg- sten Zissern über das Jahrescrgebnis in finanzieller Hinsicht. lieber seine Leistungsfähigkeit aus produktivem istebict schweigt er sich aus. Die zu dem Unternehmen gehörigen Werke außer dem Essener sind die Friedrsch-Alfied-Hütte in Rheinhausen bei Duisburg, das Grusomoerk in Buckau bet Magdeburg, die Germaniawerst in Kiel, ein Tttthllverk in Amten, 3 Hüttenwerke am Rhein hei Neuwied, EngerS tmd Sahn, ein Werk in .Hamm, 1 Kohlenzechen in Westfalen und .zahlreiche Eisencrzgrubcn ini Siegerland, tn Nassau, im Westerwald, in Spanten und Nord-Afrika, serner eine Reederei in Rotterdam und die Schießplätze in Meppen und Tangerhüttc. Aus diesen Werken beschäftigt er insgesamt 80000 Arbeiter. Der st ohkenverbrauch der Werke stellt sich auf 3.>30000 Tonnen; das sind auf den Arbeitstag 11 <67 Tonnen oder 1177 Waggons Aneinander- gereiht würden diese Waggons eine Strecke von etwa sechs .Kilometer einnehmen. Der Wasserverbrauch der Werke beträgt 19,1 Millionen Kubikmeter. Die Länge der Wasserleitungen innerhalb und außerhalb der Werke erstreckt sich über etwa 500 Kilometer. Das Gaswerk der Finna lieferte 15,8 Millionen Kubikmeter Leuchtgas für 22815 Flammen. Die Gasleittingen haben eine Gesamtlänge von 486 Kilometern. DaS Elektrizitätswerk 150 Silonttr. unterirdisch und 42 Kilomtr. oberirdisch verlegte Kabel und speist 2880 Bogenlampen, 39.100 Glühlampen und 3800 Elektromotoren. Das eigene Eisen bahn netz hat 151 Kilomtr. Gleis, auf dem der Berkehr mit 56 eigenen Lokomotiven und 2538 Wagen sich abnstckelt. Das Telegraph ennetz der Fabrik hat 90 Kilomtr. Leitung, 17 Stationen mit 29 Morseapparaten, durch die 31000 Telegramme tm letzten Jahr befördert wurden. Akißcrdem bestehen 1020 Kilomtr. Fcrnsprcchleitungen, aus denen im Durchschnitt täglich 11000 Gespräche gefiihrt werden. Auf den 3 Sch i c ß p 1 ä tze u der Firma wurden aus 4375 Geschützen 35 000 Probeschüssc ini letzten Jahre abgegeben, zu denen >70 000 Kilogramm Pulver und 1077 000 Kilogramm Geschosse oerbrauchl wurden. Die Kons »man st alten der Firma unterhalten 99 Pcrkauss- stellen. Es gehören dazu Schlächtereien, Dampfbäckereien, Mühlen, Weinkettereien, Eisfabriken, Bürstenfobriken, Tütenfabriken, Schneidertverkstätten, Ähuhmacherwerkstät- ten, Plättanstalteu. Die Ausgaben der Firma und der Familie Krupp für gesetzliche Arbeiterversicherung und sonstige WohlsahrtSeinrichtungen beliefen sich im letzten Jahre auf 19,7 Millionen Mark, bei einem Brutio-Betriebs-Ueber- schuß der Werke von 49,8 Millionen Mark und 36,6 Billionen Mark Reingewinn. Fraucn-RunLs-chaii. Die Abhärtung des kleinen Kindes. In der Beilage zum N a 1 u r a r z 1 veröffentlicht Dr. Franz Schöncnberger folgenden beachtenswerten Aussatz: Es ist eine weitverbreitete Meinung, die Naturheilkunde behandle nur mit Wasser, und wer sich abhärten wolle, müsse reichlich kaltes Wasser anwenden — je häufiger, um so besser. Ganz zu Unrecht! Die kalten Uebcrqieüunaen des kleinen Kindes Härten ebensowenig ab wie die'nackten Beine im Winter! Wer sich ab- härien will, muß seine Hanl zu rascher uno guter Reaktion erziehen. Nicht mit Unrecht nennt man lemanden. ver einem selbstlos die treuesten Dienste verrichtet, eine „gute ehrliche Haut". Stockt die Hauttättgkeit, so sind Gesundheit und Leben in Gefahr. Wie angstvoll wartet man in schweren fieberhaften Erkrankungen auf den Augenblick, wo die Haut ausängt, feucht zu werden! Schwitzt der Kranke, d. h. arbeitet die Haut wieder, io wird es besser mit ihm. Dabei ist die Haut derjenige Körperteil, der in Krankhcitssällen Anwendungen am leichtesten zugänglich ist. Grund genug, sie nicht so zu vernachlässigen, wie das gewöhnlich der Fall ist. Wenn sich die Haut einem Bitterungs- oder Temperaturwechscl rasch genug anpassen soll, so müssen die Muskelfasern, die ihre Blutgesäße umspinnen, imstande sein, sich bei Kättereizen sofort kräftig zusammenzuztehen, bei Wärme dagegen entsprechend zu erschlaffen. Man bezeichnet diese Eigenschaft der Haut als „Federkraft". Versagt sie bei Kälte, so geht dem Körper zuviel Wärme verloren und man „erkältet" sich. Umgekehrt sindct leicht eine Ucberhitzung statt, wenn er sich nicht rasch genug entwärmen kann. In beiden Fällen sind Erkrankungen die Folge. Die Federkraft der Hanl ist davon abhängig, daß ihre Nerven, Muskeln und Adern ständig in Uebung bleiben. Uebung macht jedes Organ letstungssähig: auch die Haut. Daher muß mau sie öfters mit Lust und Wasser in Berührung bringen. Dadurch werden die Nerven angeregt, die Muskelfasern und Blutgefäße gezwungen, stets aut dem Posten zu sein. Das gewöhnt sie an ihren Dienst. Alarmiert man doch auch ab und zu die Truppen im Frieden, kontrolliert die Wachtposten usw., um sie so auf den Ernstsall vorzubereiten. Ein Beispiel dasür, daß schwere Erkrankungen die Folge sein können, wenn die Haut nicht imstande ist, Temperaturschwankunaen genügend Rechnung zu tragen, liefern uns die Zimmersische. Die Haut des Fisches ist aus plötzliche Veränderungen der Wasserwärme nicht eingerichtet, weil sie unter natürlichen Verhältnissen nimm-» Vorkommen Gibt man nun im Winter den Fischen beim Wasserwechseln eiskaltes Wasser ins Bassin, so sträuben sich ihre Schuppen, die Tierchen bekommen schimmelartige Flecke und gehen bald ein. Frische Lust an die Haut, das ist das natürlichste und beste Mittel, um sich abzuhätten. So empfindlich junge Kinder gegen unzweckmäßige AbhättungSversuche sind und so sehr ich lalle Ueber- gießuugen, häufige kalte Abreibungen, kalte Bäder, sehr leichte Kleidung, das Bloßlassen der Arme und llntcrtchcnkel auch bet kühlem Wetter und ähnliches in diesem Alter verwerse — das tägliche Luftbad ist den Kindern unentbehrlich, und schon die Kleinsten der Kleinen sollten sich mehrmals am Tage auf einem Bettchen oder einer Decke nackend ausftrampeln können. Fast alle Kinder decken sich.beftn Schlafen aus. Und wie fieuen sie sich, wenn sie einmal nackend umherspringen können. Unsere Jungen treiben sich oft halbe Tage lang aus den Badeplätzen umher. Das ist das Walten des noch unverdorbenen Instinkts. Von wesentlicher Bedeutung sür die Abhärtung ist die K l e i - düng ; sie besteht säst durchweg aus zu dicht gewebten Stoffen. Sie läßt infolgedessen die irische Lus! zu tveuig an die Haut treten und hält die Ausdüustungen^zurück. Ueber der Haut liegt dann eine übermäßig warme, mit Sclbstgiften überladene, seuchte Luftschicht. Der Körper kann sich daher nicht genügend entwärmen, und die Ausscheidung von Blutgasen erfolgt der verminderten Spannung wegen nicht ausreichend. In dieser seuchtwarmen Kloakenlust erweicht die Haut: ihre Nerven, Muskelsaseru und Blutgesäßc erschlassen. Sie gleichen einer Besatzung, die wegen Mangel an Uebung sorglos geworden ist, deshalb im entscheidenden Moment den Äavs oerltett und dann leicht vom Feinde überrumpelt wird. Die Stoffe müssen möglichst vorös sein, so daß der Haut- dunst ungehindert entweichen und frische Lust an den Körper kommen kann. Sehr verweichlichend wirken übermäßig warme Zimmer; ^zu warme Zimmerluft macht überaus empsinbltch gegen Kälte. So fiteren die Bewohner der Tropen schon, wenn die Temperatur aus nur wenige Grad sinkt. Die Stubcnwärmc sollte 18 Grad nicht übersteigen. Wenn von Abhärtung gesprochen wird, denkt säst jeder an kalte Abreibungen. Güsse und Bäder. Gewiß härten auch sie ab, nur muß man sich vor jeder Uebertreibung hüten. Es gcht Leute, die alle Morgen kalt baden oder sich kalt abreiben und dabet wohl und munter sind. Viele aber bleiben bei solch amvhibienhatter Lebensweise ansällsg und reizbar oder toerden es. Besonders Kindern schadet man säst immer damit. Sie werden durch kalte Ueber- gießungen, häufige kalte Abreibungen geradezu empfänglich gemacht für Erkältungen und bekommen dann alle Augenblicke einen Katarrh oder eine Halsentzündung. Nicht selten ist auch eine große Erregtheit des Nervensystems die Folge derarttger AbhärtungS- verluchc. Solche Kinder schreien im Schlasc auf, sind erregt und jähzornig und leiden unter Appetttlosigkeit usw. „Kleine Kinder und Puten muß man warm halten," sagt der VollSmund mit Recht. Der Säugling vermag die Wärme, die man ihm durch kalte Tauchungen oder Ucbergießungcu entzieht, nicht rasch genug zu ersetzen. 2luch daS Nervensystem wird dabei zu stark erschüttert. Man badet den Säugling im ersten Monat 35 Grad, später von zwei zu zwei Wochen einen Grad niedriger bis aus 30 Grad Dann aber nur 3 bis 4 Minuten. Während des Badens die Haut sonst reiben. Kann das .Kind sitzen, so Rücken und Nacken fleißig bevlanschen. Allmählich daS Wasser um etwa 5 Grad abkühlen, damit sich die im warmen Bade weit geöffneten Poren schließen. 'Aus diese Weise wird jede ErkältturgSgetahr beseittgt und zugleich die Blutslut (Reaktion) nach der Haut befördert. Die allmähliche Abkühlung des Wassers ist den beliebttn llcbergießungen vorzuztehen. Kalte ?lbgießungen sind bei Kindern durchaus verwerflich. Nach dem Baden das Kind in ein grobes, aber weiches Tuch wickeln und h-ehulsam trocken reiben. Den Hautfallen am Halse, in den Achselhöstlen, am Aster und an den Schenkeln beim Baden wie beim Abtrvck'nen besondere esorgsatt zuwcnden, da such hier dte Absonderungen leicht zersetzen. Dadurch wird die Haut entzündlich gereizt und wund. Nach dem Austrocknen etwas Reispuder oder Kar- lottelmehl cinstrcucn. ?lbends säubert man die untere Körperhälite mit kühlem (etwa 25 Gradj Wasser. Bloße Waschungen des ganzen Körpers erst mit warmem und zuletzt mit kühlem Wasser genügen auch. Doch zeigt das Behagen, mit dem sich das .Kindchen tu der Wanne dehnt, wie ivobltuend ihm das Baden ist. Vom zweiten Jahre ab braucht das Kind nur noch etwa zweimal die Woche warm (35 Grad: gebadet oder ganz ge- ivaschen zu werden. kf. N o t h e l f e r i n n e n. Um den Mangel au Krankcn- vflcgerinnen aus dem Lande abzuhelsen, Hai der Verband evangelischer kirchlicher Frauenvcreine Hessens Pflegerinnen ausbildon lassen. Vier sind bereits in ihr Amt eingetreten und uvar arbeiten 2 neben der beruflich auSgebildeten Kranlent'chwester, ivährend 2 als alleinige Leiterinnen in ihrer Gemeinde tätig sind. Ihre Anstellung erfolgt entweder vom Gemcindesrauenverein, oder wo es noch leinen gibt, vom Kirchenvarstanh. Neben der Armen- und Kranlenpftege hoben sich die Nothelserinnen der Mütter- und Säuglingsfürsorge zu widmen und haben damit ein reiches und schönes Arbeitsgebiet. Wie groß die Arbeit ist, geht daraus hervor, daß die Pflegerin in BieberSheim in einem Jahr 136 Besuche gemacht und 15 HalbtagSpslegen oder Nachtwachen übernommen hat. In Retchenbach wurden sogar .507 Besuche gemacht. 'AIS Bezahlung wird neben einem Ftrum ein Stunden- bezw. Tages oder Nachtentgelt gewährt, der nach dem ortsüblichen Arbeitslohn berechnet wird. Die Ausbildung wir» vom Verband unentgeltlich übernommen, wenn sich die Bewerberinnen verptlickuen, mindestens 5 Jahre gegen Bezahlung die Kranken- und Hausvflege aushilts- weise auszuüben und sich zu diesem Zweck dem Verband zur Verfügung stellen. So nützlickt und notwendig diese Nathelierntnen vorläufig noch sind, so werden sic als vollgültiger Ersatz für die Kranlenvtlcgcrinncn nicht angesehen werden können ,und ihnen weichen müssen, sobald die genügende Zahl ausgebildclcr Pilcge- rinnen auch für das Land vorhanden ist. — Norwegische Arbeiterinnen. Während in den anderen europäischen Ländern die Industrie bereits ein» große Zahl von Frauen zur Lohnarbeit herangezogcn l>al, steht Norwegen noch weit hinter den anderen zurück. Nur 35 077 Frauen werden in der Industrie beschäftigt, d. h. 13,5 Proz. allerJudusttie- Arbeiter überhaupt. Tic Ursache für diese geringe Beteiligung der Frauen an der EnverbSarbeit liegt darin, daß die arbeiiende Bevölkerung hauptsächlich noch t» der Landwirtschaft, im Forst, wesen und in der Schiffahrt beschästigt ist, tvv die Frauen mit- helfend tätig sind. Die Ncuhcft der Heranziehung von FiMien macht sich auch darin bemerkbar, daß von den Arbeiterinnen nur ein ganz geringer Prment'atz organisiert ist. Nur 11.0 Proz. aller berufstätigen Frauen sind den Organisationen bergetreteu, von den gewerblichen Arbeiterinnen 28,2 Pro, Die verhältnismäßig größte Zahl der organinertcn befindet sich im Druckerct- betrifib, wo 78,7 Prozent aller bcschätttgten Frauen Mitglieder der Arbeiter-Berbände sind. Die gcttnge Zahl der organisierten Arbeiterinnen zeigt wieder einmal, wie langsam sich grauen von der Koflpntbigfeit des Zusammenschlusses überzeugen teilen. vie Kultar der hülsensrüchte. Aus Dr. Octlcc» 'änlfitunq *um Gemüsebau fürbcn Hausgebra uch Mit nur lnenige» Ausnahmen gedeihen alle bisher genannten Gcmüiearten um so ttcudiger und bringen um so größeren Ertrag, je reutu»ber du- Düngung I>cmrsscll würde. Das (öegemeil mürbe mmi aber mrulM-n, wem, Hülsenfrüchtc auf stark oder |riW»° gedüngtem 4?oben qepilanzl mürben Man baut dabei' Erbsen und Bobnen ,n uveuer ode> dritter Tracht denn sic zählen tu den wenig zehrenden wemüscn. Alle Hülsenfrüchte liebe» einen tvarmeu, durMaisigen Boden und einen windgcschützten, sonnigen Stand. Die Erbse l?isum sativuml. Bereits im Februar und Märt, wenn der Frost aus der Erde gezogen ist. rönnen die erste» Erbsen gelegt ioerdcn. Es ist zu einpsehlen, die Beete von -Nord liach Süd tu richten, da die Sonne dann beide Seiten gleichmäßig bescheinen kan», auch sollte man nie mebr als zwei Reibe» aus ei» Beet säen, da die mittlere Reihe - bald übeigvuchert wird und dailn wenig Früchte bringt. Bei den Frühsoateu fhedt man die Rillen etwas tiefer als fonft und bedeckt außerdem die eingeebnclen Beete noch mit crner Schicht Torfmull. Sobald die Erbsen handboch sind, häufelt man die Reihen und steckt die Reiser bei Bon 3m »u Zeit durchschreitet man mm die Beete und drückt die losen Rouken gegen die Reiser. Bo» Mai ab.werden die ersten Früchte gcernet. Me 3 Wochen miifii man eine Folgesaat vornehme», wenn ständig lunge Erbten aus die Tafel kommen tollen. Vorzügliche Ftüherbsen sind „Maikönigin", „Kcntisch innieta" und „Borbote". Gute Spälsorlen sind: „Verb. Schnobclcrbic" uub „g> ünblcibendc Folger". Auch zum Einmachen sind diese beiden letzteren Sorten lehr zu empfehlen. Die Pufsbohnc oder dicke Bohne (Vicia Faba). In Westfalen sowie Erfurt und Uingebung erwartet die .Hausfrau ebenso sehnlichst die Reise der dicken Bohnen, wie anderivärts die ersten iungen Erbsen mit Freuden begrübt tncrhcii. In beiden Gegenden ist die dicke Bohne ein sehr begehrtes Gericht. Tic Puff- bohne liebt einen altgedüugten, nahrhasten, etwas feuchten Boden und stellt sonst keine besonderen Anforderungen. Gleichzeitig mit den ersten Erbsen im Februar und März können auch die Puft- bohncn gelegt werden. Aus einem Gartenbeet von üblicher Breite zieht man drei Furchei, „nd legt mit 8 bis 10 Ztm Entfernung die Bohnen. Auch hier schützt man nie ersten Beete durch leichte kBedeckung Zeiaen die Reihen ipäter gleichmäh,gen «tand, so bebäusrlt man die Beete. Während der Sommers entferne man das Unkraut und bewässere die Beete bei Trockenheit. Eine alt- bewährte Sorte ist: „Erfurter Telikateß", Die Kultur der Gartenbohnen (stbasevlus ^ulgarist. Es gibt Busch- und Stangenbohnen, Letztere lind ertragreicher als Buschbohnen: ihr Anbau verursacht tedoch auch höhere Kosten. Tic Buschbohne tiesert die erste Ernte: es wäre jedoch verfehlt, wollte man, um frühe Bohnen zu ernten, die Saat rechtzeitig in die Erde bringen. Tie Bohnen sind sehr srostempsindlich. Außerdem entstehen oaatverluste, wcml der Boden nicht den erforderliche» Därincgrad ausweist, der zum Keimungsprozeh der Bohne unbcdiirgt nonoendig ist. Ta in der Regel voni 10. bis 13. Mai Nachtsröste zu erwarten sind, legt man die ersten Bohnen nicht vor dem l!. oder 8. dieses Monats. Man vflanzt die Busckt- bnbne reihenweise und legt bk' Samen in Trupps non 6 bis 8 Stück bei 10 Ztm. Abstand. Fit alles gut ausgegangcn. so hänselt man die Reihen an und iorgl für -oauberteil in den Beeten. Die Frühsortc „Kaiser Wilhelm" erfordert von der Saat bis zur Ernte kaum 8 bis 10 Woche». Tie Haupiaussaat erfolgt nicht vor Mitte Mai, wäbrend für den Hcrbstbedart erst Anfang Juni gelegt wird. Die beste Mrtschastssorte für aste Zwecke ist die bekannte „hinrichs Riesen". Gute Wachsbuschbohnen sind: „Fla- geofet Wachs" und „Wachs Dattel". Die Stangenbobnen sind Rankbohnen, die der Stützen oder Stangen bedürfen. Auf einem Gartenbeete von 1,20 Mtr. Breite zieht man etwa 20 Ztm. vom'Wege entfernt 2 Reiben und'steckt mit einem Abstand von .10 bis 70 Ztm. die Bohnenstangen ein, tieuzi oefbe Stangenreiben bei'1,80 Mtr. Hohe und verbindet nun vermittels einer längsliegenden Stange die gegenüberliegenden Paare lim die Stangen Kerum legt man ic 6 bis 8 Bobnen und drückt sic etwa 3 Zentimeter lies ein. Bald nach dem Aufgeben weichen die Reihen behäufelt noch die Ranken an den Stangen emporgeleitet. Tic „Rheinische-Riesen-Speck" und „Schlachtschwert" find zwei vorzügliche grünsckzotige Salat- und Einmach- svrken „Wochs-Flageolct" und „Korbfüller Wachs" find gelb- schntig und von gleicher Güte. Bei Trockenheit und starkem Behang wässere man die Stangenhohneu reichlich. Dauerndes Blühen und guter Ansatz ist der Lahn sür die Mühe. vermischter. '-Eine neue Form für Kühlrohre. Wenn man einen hestimmten Flächeninhalt durch einr Figur darstellen will, die einen möglichst kleinen Umsang hat, so muh dazu der Kreis gewählt werden. Tenn ganz allgemein gilt folgender Satz: Um» grenzt man einen gewissen Inhalt mit den Linien eines regelmäßigen Dielecks, so wird der Umsang um so kleiner aussallen, je gröfwr die Seitenzabl ist. Taraus erklärt sich auch, wie treffend die Natur bei der Bienenzelle die Zahl der Wände gewählt bat! Das Sechseck gehört nämlich erstens zu den Figuren, mit welchen man einen Raum völlig ausbaucn kann — was mit dem Kreis z. B. nicht möglich ist — und zweitens ist das Sechseck dos vielseitigste Polhgon, mit noelchem dies noch angängig ist. Flieht also Walter in eüicni Rohr mtt kreiSsörnrigcm Querschnitt, so wird der Umgebung offenbar eine möglichst geringe Fläche zu Tempc- raturausgleichungen geboten, Handelt es sich aber dvruni, dah eine brcfic Flüssigkeit nicht aus kühlen soll, so ist diese For», als die günstigste zu bezeichnen, Ivährend das Urteil natürlich umgekehrt lauten muh, wenn gerade eine Abkühlung erwünscht ist. An letzterem Fall würde vielmehr' ein dreieckiger Querschnitt zu einpschlcu seit,. Ist dock» das gleichseitige Dreieck unter den regelmäßigen Figuren diejenige, welche die geringste Seitenzabl ausweist Jüngst Hot sich denn auch ein Engländer eine solch« Form patentieren lassen. Es handelt sich dabei beiläufig um Rohre, in denen sich das zur Isolation bei Transformatorrn gebrauchte Oel abkühlen soll. Börsen-Wochenbcricht. = Frankfurt, 3. Juli. Wie recht die Börse batte, lvcnu sie sich seither wegen der unsicheren politischen Verhältnisse Zurückhaltung auscrlegte, hat man letzt neuerdings erfahren. Das grauenvolle Attentat in Sera, cwo Hai es erioiesen, dah man am Balkan trotz der Friedensschlüsic nocki keineswegs zur Rtzhe^ kommen kann. Hat die Ermordung des österreichischen Thronfolgers und seiner Gemahlin an der Börse auch grohe Bersttmmung liervorgerusen, so vermochte die Katastrophe den Markt doch nicht zu erschüttern, weil man die Möglichkeit politisther Komplikationen seither nie völlig aus dem Auge verloren hatc und infolgedessen Spekülatioii und Pu- blikimi im Eingehen von Engagements sich gröhte Zurücklwltung auserlegten. Nachdem die Börse de» ersten Anprall der Schreckenskunde verhältnismäßig gut überstandcn hatte, legte sich die Erregung mehr und mehr und die menschlichen Empfindungen traten hinter Nüchternen Erivägungen zurück. Man tagte sich, dah Oesterreich-Ungarn, das schon schwerere Prolnui überstandcn hat, auch durch das Ausscheioen einer jo starken und inarkanien Persönlichleit wie des ermordeten Thronfolgers nicht erschüttert werden könnte und man war geneigt, von dem erschütternden Eindruck der Katastrophe von Serajeivo zum mitldcsten einen »täßigendeu Einstuh aus die polilischen Hetzereien zu erlwisen. Wenn sich diese Hoffnungen aul eine die politischen Leidenschaften dämpscndc Wirkung erfüllen sollten, so würde das für die Geschäststvelt, die eine notwendige Grundlage sür eine Neubclebung des Börsengeschäfts bieten, nämlich die Wiederkehr politischer Ruhe, eine Hoffnung, die neuerdings noch genährt worden ist durch die sort- geschrittenc Besserung der englisch-deutschen Beziehungen. Wenn nun eine politische und börscntechnischr Voraussetzung für eine neue Auiwärlsbelvegung an der Börse gegeben wären, so würde cs sich nur noch darum Itandcl», daß die ersorderlichen wirtschaftlichen Anregungen dafür nicht ausbleibc». mit denen die Börse ja gewiß rcchnel, deren Eintreten in naher Zeit sic sich aber doch nicht ,n Aussicht zu nehmen traut, und denen Rechnung zu ttagen sie außerdem auch allein nicht in der Lage ist, solange die maßgebenden Auslandsmärkte in der gleichen Lustlosigkeit verharren. An dieser Beziehung weist New Bork fortgesetzt eine große Achcklichkcit mit den deutschen Börsen aus. Auch dort wird an den Hoffnungen auf eine Besserung der Wittschastslage sestgehalten: im wesentlichen unterstützt durch gute Eruteaussichten, aber das Börsengeschäft vermag daraus keine Bejruchtung zu ziehen: da über die Entscheidung in ivirtschaftiichen Fragen immer noch Unsicherheit besteht, die ihre Spuren deutlich in den wirt- s ch a f t l i ch e u D e r h ä l t n i sfr n hiitterläht. Das gilt namentlich vom amerilanischen Eisenmarkt, aus dem die vor einiger Zeit eingetrctene Belebung, die schon größere Hoffnungen erweckt hatte, ebenso bald nieder zuni Stillstand gekommen ist wie die aul dem heimischen Eisenmarkl, die sich beim Beginn der Verhandlungen über die Eisenverbände eingestellt hatte. Wenn auch die hiesige Börse diese Frage weiterhin boffnungsvoll beurteilt, so ist sie doch allmählich schon etwas ungeduldig geworden, da ein ausschlaggebendes Ergebnis in den bisherigen Verhandliingen noch nicht erzielt worden ist. M o n t a n p a p i e r e schwächten sich in "dieser Woche auch etwas ab. Einigermaßen bebauptet blieben nur Schisiahrts werte, da mau aut gute Ernten rechnet, aus denen die Schiffahrtsunternehmungcn den ersten Vorteil ziehen werden. Bon Bahne» lagen nur österreichische Werte gedrückt. Banken gaben zum Teil ebenfalls wieder nach. Am Rentcn- markt stellten sich österreichisch-ungarische Werte und Mexikaner niedriger. .— Privatdiskanto 2 7 /ie Prozent. Märkte. Greffen, 4. Juli Marktbericht. Air' den» beutiqen Wochcnmarkte kostete: Butter das Mund 1,05—1,15 Mk.: Hühner- eier 1 Stück 7—8 Pia., 2 Stück 60 Bia.: Enteneier 1 St. 9 Pia., 2 St. 00 Psq.; Gänseeier 1 St. 0-0 Psq„ 2 St. 00 Pfq.; Käse das Stück 10—12 Plq., Käsematte 2 Stück 6—6 Dsg.: Tauben das Paar 1,00-1.40 Mk., Hühner das Stück 1,50—3,00 Mk., Bahnen das Stück 1,50 - 3,00 Mk.. Enten daS Stück 3.00—4,00 Mt., Gänse.das P>d. 00—60 Pia-: Welsche 4—5Mt.: Ochsenfleiich dasVfd. 86—96 Pia,, Rindfleisch das Pfund 90—94 Psa., Kuhfleisch 80 Pfg., Schweinefleisch das Piund 60—80—90 Pfg, Kalbfleisch das Psd. 90 —94 Pfg., Hammelfleisch das Psd. 70—96 Psg.: Kartoffeln 100 Kq. 8,00 bis 8,50 Mk.; Wechkraut das Stück 00—00 Pfg.: K'viebeln der Ztr. 20,00—25,00 ck>!k.: Milch das Liter 22 Psg.: Aepsel der Zentner 00-00 Mk.: Birneir das Biund 00-00 Pfg^ Nüsse 100 Stück 50 P»g., Kirschen das Psd. 25—30 Psg. Erdbeeren das Psd. 45 bis 60 Psg., Walderdbeeren 1 Liter 80 Pfg., Heidelbeeren 1 Liter 36 bis 40 Psg,, Himbeeren 1 Liter 60 Psg., Stachelbeeren 1 Pid. 18 bis 20 Psg., Johannisbeeren rote 1 Pid. 26 Psg., schwarze 1 Psd. 20 Pfa., Erbsen I Psd. 20—25 Pfg., Bohneir 1 Psd. 35 Pfg. — Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. ch. Niedcr-Jnqelheim, 3. Juli. Obst markt. Kirschen 10 — 27 Mk., Erdbeeren 15—20 Mk., Stachelbeeren S—14 Mk., Johannisbeeren 10 — 12 Pik., Jrühbirnen 20—30 Pik. der Zentner. Nie iwusl». Aam jIa "i»«I am Sonntag, 5. .Inli 11»14, stehenden ÜU ÄIC von 12 Uhr mittags big 12 Uhr nachts, nur für dringende Fälle sicher anziitrciren: D i t 1 Ilr. E&lein, Ost-Anlage 37. Tel. 654. _ Saiiitiitsrat i»r. r, Goci licstrasse 10. Für dringende Fälle ist ; ni ^onnla^, den 5. Jöli sicher anzutrefTen: D 4 /r 7 < ahnor*?f ür * Reinewald, Süd-Anlajre 18. UaUllaliil Fernsprecher 763. kirchliche Nachrichten» Lvangeliiche Semeinüe. Sonntag, den 5. Juli. 4. nach Trinitatis. Gotterdienft. In der 5tadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D Schlosser. Zugleich Ehrislenlehre für die Nelltonfirinierten auS der Matthälisaemeinde. Vornnttags 9'/, Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 1l Uhr: Kinderkirche für die Dlarkusaemeinde. Psarrassislent H o s f in a n n. Mittwoch, beit 8. Juli, nachmittags 3 Uhr, im oberen Geinemde« saal, Kirchstraße 9 : Jahresversammlung des Oberhesslschen Vereins sür die Bailer Mission, wozu alle Niisüonsirennde, besonders auch die Vlitglieder unserer Vtissionsvereine ei'igeladen werden. Herr Niissionar Ni ü l l e r wird von der chinesischen Inspektionsreise berichten. In der Johannerkirche. vornnttags 8 Uhr: Pfarrer B e ch t o 1 s h e i m e r. Zugleich Ehrislenlehre für die ^leukonfirmierten aus der Lukas- gemeinde. Vormittags 9^/^. Uhr: Professor 1). Sch ian. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche siir die Johannesgeineinde. Pfarrer Adolph. Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal. „Wartburg", evanaelischer Zünglinas und Männer-Verein. (Diezstraffe 15, Kirchstraffe 9.) Tienstaa, abends 8'/, Uhr, Bibelslnnde, Mittwoch, abends 8 Uhr, Turnstunde, Donnerstag, abends 8‘/ 2 Uhr, Lese- und Spielabend, Samstag, abends 8 1 /, Uhr: Versaminlung der älteren Abteilung. Sonntag, abends 8 Uhr: Vortragsabend, Tiezstraße 15. Gaste oets willkommen. vibelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten. Jüngere Abteilung jeden Miltivoch von 6—7 Uhr. Aeltere Abteilung jeden Samstag von 6—7 Uhr im Johanliessaal. vibeitränzchen für Mädchen aus der Zohannergemeinde. Jeden Dienstag von 6-7 Uhr im Johannessaal. Evangelischer Gottesdienst. Mainzlar: Sonntag, den 5. Juli, nachmittags 1*/, Uhr. 3ievetent Koppler- Gieß«n. katholische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag, den 4. Juli: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenl>eit zur beil. Beichte. Sonntag, den 5. Juli, 5. Sonntag nach Pfingsten' Vormittags von 6V, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste hl. Messe. „ um 8 Uhr: Anstellung der hl. Kommmtion. „ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. „ um 11- Uhr: Hl. Alesse mit Predigt. Nachmittags nin L Uhr: Christenlehre: daraus Andacht mit Segen. Nachmittags um 4 l A Uhr: Jnngsranen-Kongregation. viasoora-Gottesdienst. In Lanbach um 10 Uhr. In Lich um 9'/, Uhr. Fahrrad-Vertreter: Ada«? Kircher. [5582ss KtanSesninksnachrichten. Eichen. Ankgebotc: Juni 26. Karl Wilbelm Wagner, Sckreiner- ineiiter, mit Marie Blnlipoine Wihner, beide in Gießen, — Johann Schmitz. Handlungsgehilfe, mit Sophie Brück, beide in Gießen, - Hemrich Karl seybickc, Buchhalter in Gießen, mit Anna Elia Schäfer in Weißensels, — 29. Gustav KeblowSky, Sergeant in Gießen, mit Anna Blei in Nieder-Beffingen. — 30. Karl Adolk Moeller, Oberleutnant, mit Eliiabeth Auguste Emmü Karoline Schwan, beide in Gießen. — Friedlich Karl Althaus, Bizeseldwebcl und Zahlmeister -Afpirant in Gießen, mit Luise Katharine Marx in Dorlar. — Juli 1. Friedrich Martin Heinrich Gäbe, Etcktro- mantenr. mit Anna Maria Kuchler, beide in Gießen. — 2. Josef Lammet, Monteur, mit Therese Welz, beide in Mngenheim. - 2. Heinrich Wilhelm Louis Dorn, Bergmann, mit Msabethc Margarete Form hals, beide in Gießen. Eheschließungen: Juni 27. Georg Sinrmermachcr, Gickerbodenarheiter, mtt Karoline Eliiabeth Ochse, beide in Gießen. Geburten: Juni 22. Dem Fabrikardeiter Heinrich Hönig ein Sohn, Wilhelm. — 23. Tem Geometer zweiter Kfasse Johamr ffüenbtin Friedrich eine Tochter, Ottilie Mathilde Cäcilic. — 24. Tem Lokomotivführer August Haas eine Tochter. Margarete. Tem Betriebsleiter Ebristtan Otterbein eine Tochter. — Dem Chauffeur Konrad Jakob Baum eine Tochter, Anna. — 25. Dem Spezialarzt sür Chirurgie, Professor Dr. August Brüning ein Sohn, Helmut Werner. — 27. Tem Fabrikarbeiter Johann Michael Hußcndörfer' eine Tochter, Margarete — Dem Kaufmann Karl Ludwig WUhelm Waag ein Sohn, Erwin Karl. — Tein Postschaffner Heinrich Christian Richtberg eine Tochter Ellv. — 29. Tem Lackierer Otto Römer eine Tochter, Johanna Luise. Sterbefälle: Juni 27. Adolf Michel, Rentner, 76 Jahre alt, Schottstr. 3. — 29. Margarete Deibel, geh Pfeiffer, 49 Jahre alt, Buddestr. 1 29. Ludwig Emil Dtauß, Schreinermeister, 69 Jahre alt, Bleichstr. 8 — Juli 1. Philivv Otto, Taglölmer. 61 Jahre alt, Moltkestt. 28. — 2. Franziska Henrich, geh. Betz, 26 Jahre all, Mittelweg 14. Alsfeld. Aufgebote: Juni 13. Johannes Helbig, Kaunnann, mit Maria Sophie Schild, beide in Alsiekb. — 22. Adam Güldner, »Lrdirrbeftei in Grebenau, Kreis Alsield, mit Katharina Kirchner tu Eisa, Krech MSssid. -—< 24. Heinrich Johannes Jmbcscheid, Lokomotivheizer in Großauheim, Kreis Hanau, mit Johanna Magdalena Jda Knauer, Schneiderin in Alsseld. - Eheschließungen: Juni 13 Heinrich Andreas Hambuch, Fabrikarbeiter in Alsfeld, mft Elise Birkenstock in Zell, Kreis AlSseld. Geborene: Juni 2. Dem HilsSschrankenwärter Karl Otto Bauer eine Tochter, Johanna Lina. — Tem Tienstknechi Heinrich Hahn eine Tochter, Anna. — 24. Den, Handlungsgehllien Hermann Schaas eine Tochter, Anna Marie Emilie. — 27. Tem Brauereigehilfen Heinrich Geißel ein Sohn, Georg Heinrich. Stcrbesälle: Juni 1. Leonhard Karl Riedel, 5 Mvnale alt — 2. Bernhard Tuchardt I., Rentner, 60 Jahre alt. — 7. Wilhelm Merle, 2 Jahre alt. — 27. Anna Gela Lippert, geh. Diebel aus Lingelbach, Kreis Ziegemharn, 2B Jahre alt. — 29. Wil- hclmine Koch, geh. Decher, Rentnerin, 73 Jahre alt. Büdingen. Aufgebote: Juni 26. Hermann Weil, Kaufmann in Büdingen, mit Jda Kngelmann in Witzenbausen Geborene: Juni 21. Dem Metzqermeister Reinhardt Henzel ein Sohn, Ludwig Heinrich Jean. — 24 Dem Bankbeamten Friedrich Konrad Gräs ein Sohn, Werner Peter Heinrich Paul. — 28. Dem Fischer Johann Heinrich Urbach eine Tochter, Lina. Stcrbesälle: Juni 28. Tem Bäckermeister Wilhelm Schmück II. ein totgeborener .Knabe. Fricdberg. Aufgebote: Jum 26. Emil Weber, Fahrbursche, mit Katharina Maria Nebkling, beide in Fricdberg. Eheschließungen: Juni 27. Hermann Rübsamen, Ingenieur in Frankfurt a. M., mit Margaretha Katharina .Kilb in Fricdberg. Geborene: Juni 21. Dem Tapezier Johann Karl Henkel, eine Tochter, Erna. — 26. Dem Schreiner Wilhelm Steitz ein Sohn, WUhelm. Äterbcsälle: Jun> 25. Karoline Frank, geh. Stork, 64 Jahre alt. — 28. Johann Georg hettrich, Landwirt, 72 Jahre all. — 29. Peter Wilhelm Stötzer, 2-agtöhner, 38 Jahre all. Juli 1. Anna Kathattna Wols, geh. Schonb, von Echzell, 68 Jahre alt, Grotzen-Linden. Aufgebote: Juni 25. WUhelm Stanmi, Schrcinei, mit Katharrna Ätciß, beide in Groheu-Luiüen, Eheschließungen: Juni 20. Karl Belten, Bahnarbeitci in Leihgestern, mit Anna Seth in Großen-Linden. Geburten: Juni 15. Dem Taglöhner Karl Luh ein« Tochter, Ottilie. Seuchelbeim. Eheschließungen: Juni 21. Ernst Rum, Polsterer, mit Elisabeth Löber, Fabrikarbeiterin, beide in He»chelh"im Geborene: Juni 16. Tem Zimmermann Karl Bebling II. ein Sohn, Walter. — 26. Tem Landwirt Heinrich Neide! II. ein Sohn, Otto. Londorf. Geborene: Juni 20. Te>n Landbriefträger Johann Fehl ein Sohn, Andreas Johannes Willi. Nidda. Geborene: Juni 22. Dem Tienstknechi Heinrich Ludwig Dickel ein Sohn, ,Heinmch. Ruttershausen. Eheschließungen: Juni 28. Georg Heinrich Lang, Metzger in Großen-Linden.'mit Lina Ettling in Ruttershausen. Stcrbesälle: Juni 28. Karl Schön, Landwirt, 21 I, alt. Wahenborn-Steindern. Geborene: Juni 29. Dem Mincralwasscrhändler Heinttch Gilbert II. ein Sohn, Ernst. Sterbefälle: Juni 23. Katharina Burk, geh. Karber, Watzenborn, 84 Jahre. itrovari'ille'ä UOODj k UnttberJroüen f. raschen u | vorzüglichen Wirkung, ln allen ? Apotheken« Tuchhaus Gegründet 1827 RESTE 3 bis 3.30 m schon v. 9ManundAusg. von Rabattmarken Inventur-Ausverkauf in nur regulären guten Qualitäten zu ganz erheblich reduzierten Preisen vom 3. bis f8. Juli 7815 Anzug-, Paletot-, Hosen-u. Damenkostüm-Stoffe Louis Treff & Cie. Walltorstraße 17 Telephon 643 r Gelegenheitskauf Einfache bis hochelegante Damen-Wäsche Reise-Muster 7482 : aussergewöhnlich billig : ^Kreuzp^^^^{ännjr^erts,Teschlngs,Pi«t4)len Pn en, AjaftwafTenn. Stoekdegen emof.in g-rößt. Ausw. j Ad. 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