Kr. 153 Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich GietzenerZamilienblatteri zn>e«nal wöchentl.Kreir- dlattfSr öen Kreis Sietzen (Die,Mag und Freitag)-, zweimal monatl. Land» wirtschafUiche Zeitfragen sierujprech - Anschlüße: iür d«e Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Ad reffe iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige« iür die Tagesrnnniner bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt 164. Jahrgang ietzcner Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Freitag. 3. Juli 1914 Bezugspreis: monotslch75Vi.,viertel- jährlich Mt. 2.20: durch A ^hole- u. Zweigstellen monatlich KL Pi.: durch diePost M. 2.—viertel- jährl. uusscht. Bestell-, Zeilenpreis: lokal töPs, auswärts 20 Mennig. Klieiredakteur: A Goets. Verantwortlich für den polit. Teil: Slug. Goey; iür .Feuilleion', ,Ver- injschles^ und.Gericht-- iaal": starl Neurath; Inr .Stadl »nd Land': RototionsönKf und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei 8. Lange. Redaktion, Lrpcditlon und vruckerei: Schulstrahe 7. Kniest:' H? Beck! Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. (5s geht doch zu Ende in Albanien. G3 geht also doch zu Ende in Dnrazzo. Tie Malissoren verbuken bereits ahre Flmtm um fünf Kranes das Stück. Und der M'ui,tcr Turtuli. der zurzeit Italien dercrst. erzählt zedern, der es Horen will, der Fürst Wilhelm bereue smu Lorgehm, g^ou Essad Pascha aufs tiefste. Man 0 s ist mohl auch nicht lva.hr. Wem: oeursr Wilhelm etwas zu bereuen hat, so gibt es doch noch andere Dinge, die anznfichren tvärcu. Er hatte in den letz ten pochen und Monaten trotz aller Wirren und Sorgen doai rmmer Gcleg-nheit genug, sich seinen angehenden lln- tcrwnen naher zu dtrugen. Das Vorbild hätte ihm sein Land» nachbar, der kluge iltikita von Montenegro gegeben. Wenn Sl®!, ut ^ ura y° verbreitet worden wäre, dag der Fürst jede Woche einmal im Garten seines Konaks zu bestimmter Stunde für jeden ohne Massen Kommenden zu spreck>ei, sei, ^vevnauch die Kleinen und Kleinsten des Albanervvlkes die Möglichkeit gehabt hätten, ihre Anliegen und Ratschläge dem neuen Mbret vorzutragen, so wäre das ein viel besserer Ausbau der Popularität getvesen als die Kreierung dort unten ganz uuvcvsländlicher Hosaniter, als die Anffrisie- ruug europäischen Zopfes und Kastengeistes. Fürst Wilhelm hätte bei solchen Bolksaudienzen beizeiten auch erfahren, welche furchtbaren Fehler man schon bei seinem Einzug in das Land begangen hatte und welches Gift da gesät wurde. Was Essad Pascha anbelangt, der jetzt wieder am albanischen Horizont auftaucht, so kann die Reue des' Fürsten nur darin bestehen, daß er den gefährlichen Mann frei ziehen liest und nicht als Geisel und Gefangenen oder vielleicht in irgend einer noch geschickteren Form festzuhalten verstand. Schon sosl das ganze Epirus, das die europäische Diplomatie unter so großen Schwierigkeiten abgezirlelt und Albanien zugewiesen hat, von dm heiligen Bataillonen uirter Fichrung griechischer Lssizicrc wieder erobert sein. Und welche Ironie! Während die Gesandten der Großmächte in Athen die Zustimmung ihrer Länder zu den Beschlüssen von Korfu über die zukünftige Verfassung von Epirus erllären, weilt das Oberhaupt der provisorischen Regierung von Epirus, .Herr Christakis Zographos in der griechischen Hauptstadt, verhandelt mit Vcnizelos und erklärt angesichts der Ereignisse in Dnrazzo die Wmachnngm von Korfu als wertlos. Kann es einen schlimmcrm Affront und eine üblere Blamage für das Konzert der Mächte geben, als die Pos« dieses kleinen Distriktiönigs, der sich hohnlächelnd über alles hinwcgsctzt, was die europäischm Diplomaten in volltönenden Noten und Protokollen sestgelegt zu haben vcr- irieincn. Es ist wirklich allerhöchste Zeit, daß ohne langes Hin und Her der Fürst; von Albanien vor einer schweren persönlichen Katastrophe bewahrt wird. Abdankung des Fürsten? Wien, 1. Juli, I N. (Verspätet eingetrosfen.) In informierten Kreism wird die Situation des Fürsten von Al- banim, namentlich angesichts der letzten Meldungen über Prenk Bibdoda. twn dessen Doppelspiel man jetzt auch hier überzeugt ist, sehr ungünstig bmrteilt. Es verlautet, daß der Fürst Avdmikungsgedanken liege, und daß die Mitglieder der früheren provisorischen Regierung die Leitung der Staatsgeschäfte dann wieder übernehmen würden, lovmit die plvtz liche Abreise Jsmael Kemals mit großem Gesickge nach Tu- razzo Zusammenhänge. Aus Dnrazzo wird unter dem I.Juli gemeldet: Abgesehen von vereinzelten Gewehrschüssen, die bei den Vorpostenlinien gewechselt worden sind, sind die verflossene Nacht und der heutige Vormittag ruhig verlausen. Der neue epirotische Ausstaub. Rom, 2. Juli. Aus Santi Quaranta in Südalbanien wird berichtet, daß die Epiroten überall ihre provisorische Regierung wieder aufgerichtet und die albanischen Behörden verjagt haben. Diese haben gegen die von Griechenland geschürte Bewegung ernste Vorstellungen erhoben. Der Kaiser reist nicht nach Wien. Der Kaiser hat wegen leichter Erkrankung, wie es heißt, einem Hexenschuß, die Reise nach Wien auf- gegeben. Es ist in Wien sehr ausgefallen, daß Kaiser Wilhelm seine Teilnahme an der Beerdigung abgesagt hat. Tie Nachricht ist durch das offiziöse Korrespondcnzburean aus- gegeben worden, an den amtlichen Stellm hat man noch keine Kenntnis davon, zweifelt aber nicht an ihrer Richtigkeit. Als Motiv wird Indisposition des Kaisers angegeben, möglicherweise spielt auch FurchtvorAttentatcn eine Rolle. Endlich aber auch wird die Möglichkeit in politischcit Kreisen in Betracht gezogen, daß Kaiser Wilhelm nicht den Anschein erwecken wolle, als ob er die in einem Teil der österreichischen Ocsfentlichkeit auftretenden kriegerischen Strömungen unterstützen möchte. Aus der Umgebung des Kaisers wird, wie die Korrespondenz Piper meldet, versichert, daß der Kaiser es aus das allerschmerzlichste bedauert, seinem so jähe und in so fürchterlicher Weise aus dem Leben geschiedenen Freunde nicht die letzte Ehre erweisen und den Völkern Oesterreich-Ungarns durch seine persönliche Anwesenheit bei den Trauerseierlich- keit einen Beweis dafür geben zu können, wie innig seine Teilnahme an der Trauer der Monarchie ist. Man hat Grund, anznnehmen, daß der Kaiser schon bei den Segelfahrten der Kieler Woche die Erkältung sich zngczogcn hat, die sich nun infolge eines anstrengenden und erhitzenden Spazierrittes verschlimmert haben und sich in einer Art von Hexenschuß äußern soll, so daß es ihm tatsächlich unmöglich gemacht ist, die Reise anzutreten. Wir hätten es für besser gehalten, wenn der Reichskanzler ganz osfen erklärt hätte, daß c*r dem Kaiser von der Reise im gegenwärtigen Augenblick dringend abgeraten hgbe. Die Untersuchung der Mordanschläge habe ja ergeben, daß eine weit verzweigte Verschwörung von Mördern bestehe, und solange die Untersuchung keine volle Klarheit ergebe» und nicht zur Berhastung der Schuldigen geführt habe, müßten für das Leben des Kaisers Gefahren befürchtet werden, die man nicht sorglos von der Hand weisen könne. Der Kaiser, so hätte man offiziös' ja weiter versichern können, werde dem Kaiser Franz Joses zu einem späteren Zeitpunkte einen 'Besuch abstatten. Das hätte unseres Erachtens jeder Kritik und allen hämischen Auslegungen die Spitze abge! rock>«n. Prinz Heinrich von Preuße» fährt auch nicht nach Wien. Berlin, 2. Juli. Prinz Heinrich von Preußen hat die Reise zu den Bcisctzungsseierlichkeiten nach Wien auf- gegeben. Er fährt morgen früh nach Kiel zurück. Ofenpest, 2. Juli. Die Abendblätter melden: Gravierende Indizien weisen darauf hin, daß der Sekretär des groß serbischen Vereins ,,Narodna Odra na", Major der serbischen Armee, Milan Pribicle- vics, an dem Attentat beteiligt gewesen ist, und daß durch seine Vermittelung die Mörder die Bomben aus dem Militärarsenal in Kragujcwatz erhalten haben. Eine authentische Bestätigung dieser Meldung liegt bisher noch nicht vor. Pribicscvics tvar früher Oberleutnant in der österreichisch- ungarischen Armee Im Agr am er Hochverratspro- zc ßwurde er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, später jedoch begnadigt. * * * Oesterreich gegen eine Kräfteverschiebung aus dem Balkan. O f e n p e st, 2. Juli. Der „Pest. Lloyd" bringt betr. der angeblichen Vereinigung von Serbien und Montenegro folgende Jnsormation aus Wien: Da die gegenwärtige Mgrcnzung auf dem Balkan durch internationale Verträge sestgelegt ist, namentlich durch den Bukarester Frieden, so kann eine Aendernng in den bestehenden Kräfteverhältnissen nicht ersolgcn ohne die Zustimmung der Gr oßmächte, deren Interessen dadurch berührt werden, insbesondere also nicht ohne diejenige Oesterreich-Ungarns. Ter „Rcichspost"^vird aus diplomatischen Kreisen mitgeteilt: Es soll ein s e^b ische r Bu n d es sta a t aus den beiden serbischen Einz^staaten gebitdet werden, ohne daß jedoch die Souveränität des montenegrinischen Herrscherhauses und der montenegrinischen Gebiete berührt würde.. Die praktische Durchführung dieses bereits abgeschlossenen Vertrages wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Es besteht kein Zweifel, daß die Vcreinigrmg Montenegros! und Serbiens zu einem Bundesstaat das Werk der russischen Diplomatie ist. Serbien gelangt dadurch über Montenegro unmtttelbar an das adriatischc Meer. Die Gerüchte von einer Abdankung des Königs Nikolaus sind ebenso unbegründet wie die Errichtung einer Personalunion zwischen Montenegro und Serbien. Ein Dementi ans Belgrad. Belgrad, 2. Juli. Die offiziöse Presse erklärt, daß die Nachricht, der zufolge der Zusammenschluß von Serbien und Montenegro anläßlich des Tages der Schlacht auf dem Amselfelde veröffentlicht werden sollte, midt ebenso die Nachricht von dem Zusammenschluß überhaupt jeder Grundlage entbehre. Die Hoftrauer in Belgrad. Belgrad, 2. Juli. Wie das „Amtsblatt" meldet, wurde vom Kronprinzregent Alexander im Namen des Königs für Erzherzog Franz Ferdinand eine achttägige Hoftrauer vom 29. Juni bis einschließlich 6. Juli ungeordnet. Die Düuvialmenschen von Gberkaffe!. Am 18. Februar d. Is. sind in einem Steinbruche bei Obcr- kasscl zwcr menschliche Skelette aus der Rennticrzcit gesunden worden und dieser Fund hat sich mittlerweile als außerordentlich wertvoll hcrausgcstellt. Die ersten wissenschaftlichen Mitteilungen darüber verössenllichen nun in den bei Julius Springer in Kerlin erscheinenden „Naturwissenschaften" die drei Bonner Gelehrten, die den Fimd und die Fundstätte untersucht haben, nämlich der Phvsiologc Bcrworn, der Anatom Bonnet und der Geologe Steinmann. Was zunächst das geologische Alter der Fundstelle angcht, so ist die Knlturschicht sicher jünger als der Löß: es kann sich nur um Solutreen oder Mazdaismen handeln, Und da Solutreenkulturen bis jedt am Niederrhein noch nicht bekannt geworden, Maadalenien-Külluren dagegen mehrfach vor- thandcn sind, so spricht nach Steinmann die Wahrscheinlichkeit für diese Kultirrgeschichtc. Aus der Lagening der Skelette und den Beigaben, die man daneben gefunden hat, zieht Verwarn folgende Schlüsse: es handelt sich um tvvlsche Begräbnisse, denn die Skelette waren von großen Basaltplatten bedeckt und lagen zwischen einem roten Farbstoff, pulverisiertem Rötel, der sich mit dem Lößlehm ziemlich gleichmäßig gemischt hatte. Bei den Skeletten bcsandcn sich Tierknxhen und aus Knochen geschnitüc Gegenstände, dagegen keine Fe,lersteingerätc, und di' Knockeaeeräte weisen mit größter Wahrscheinlichkeit auf das untere Magdatenren. Es war, wie die Finder angegeben hatten, zunächst ein „Haarvieil" der unter dem Kops eines der Skelette lag, vorhanden. In diesem .Haarpfeil erkennt Berworn ein sogenanntes „Lissoir" von großer Schönhcü der Arbeit, das vorzüglich erhalten i>t. Es ist ein zwanzig Zentimeter langes, im Querschnitt rechteckiges, aus barten Knochen geschnitztes, seinpolicrtcs Glätlinstruinent, Wim Grifsende zu einem Tierkopie ausgcarbeitet ist. Das andere Ende ist stumps: die Schmalsciicu zeigen für die Renntterzert charak- teristtsche Kerbschnittverzierungen. Die zweite Knochenichnitzerei ist eine jener kleinen, brettarttg schmalen, auf berden rrciten gravierten Pfcrdeköpsc, wie sie in den Pyrenäen und an anderen Orten als charakter'sttsches „Leitfossil" der unteren Magdalenicn- schichten gefrmden worden sind. 1 Das Eremplar von Oberkasscl ist leider bei dem Ausgrabcn des Skelettes zerbrochen worden imd nickt mehr ganz vollständig. Was schließlich die menichlicken Skelette selbst angcht. ;o nt zu- nächst ihr guter Erhaltungszustand hervorzuhebcn: berde Skelette sind fast vollständig, und wegen des guten Erltaltungs- «ustandes und der Sicherheit der Besttmmung des geolognchen wie des archäologischen Alters sind sic den besten diluvialen Funden an die Seite zu stellen, um so mehr, als es ,ichi um ersi manw- liches und ein weibliches Skelett foanbclt. Außerdem Nt dies rer erste Fund nahezu vollständiger menschlicher Skelette^ aw^ dem Quartär und insbesondere aus dem Magdalenren aNi, Deutsch- and. Es muß ein seltsames Paar gewesen sein, Hacke des Arbeiters aus ihrer vieltaujendiahrrgem Ruhe wieder zutage befördert hat. Professor Bannet teilt einstweilen nur die wichtigsten Angaben über die Schädel mit. Die Frau war etwa 20 Jahre alt: der Kopf war wegen der einfachen Nähte ous- cinandergefallen, ließ sich aber vorzüglickz wieder zusammcnsetzcn. Er ist langköpiig tLäugen-Breitenindex : 70) und sein Horizontal- umsanq beträgt 512 Millimeter. Die steile Stirn ist grtt gewölbt, der Kieserapvarat ist gut entwickelt: die viereckigen Augenhöhlen sind verhältnismäßig groß. Dos Gebiß war wahrend des Lebens bis aus den dritten oberen Mahlzahn der rechten Seite vollständig. und die drei letzten Mahlzähne sind weniger abgekaut als das übrige Gebiß, also noch nickzt lange durchgebrochen. Die übrigen Knochen des Körpers deuten aus einen zierlichen Wuchs von etwa 1 Meter 55 . Ganz im Gegensätze hierzu noar der Monn, der etwa 1 Meter 60 lang war, außergewöhnlich kräftig gebaut, wie die starke Entwickelung der Mnskclansätze am Schädel und an den Extremitätenknochcn zeigt. Der „brutale Gcsichtsschädel des Mannes" zeigt durch seine Breite und Niedrigkeit ein grobes Mißverhältnis zu der mäßig breiten aind etwas geneigten Stime und dem gutgcwölbten Hirnschädel. Der Oberliescr ist etwas nach rechts verbogen, das Gebiß ist mangelhast und so ist der ganze Anblick des Mannes wenig crsrcnlich gewesen. Tie Berstreichnng der einzelnen Schädclnähtc läßt aus ein Aller von 40 bis 50 Jahren schließen. Ter Langen- Breitenindex des Kopfes beträgt 74, der Horizontalumsang beläuft sich auf 538 Millimeter. Die niedrigen, rechteckigen Augenhöhlen sind stark nach außen und unten geneigt, über ihnen fällt ein einheitlicher etwa acht Millimeter breiter Oberaugcnhöhlwulst aus, ein niedriger mittlerer Stirnwulst zieht sich verbreiternd und verflack)end bis zum Scheitelpunkt. Vom Gebiß waren im Oberkiefer nur noch die beiden lepten, stark nach auswärts gerichteten Mahlzähne beiderseits und der linke Eckzahn vorhanden, im Unter» kicicr sind während des Lebens zivci Schncidezähne und nack>- träglich noch ein Schneide- und ein Eckzahn ausgefallen. Sämtliche Zahnkronen sind bis aus schmale Reste des Schmelzes ab- gckaut zind das sieiliegcndc Dentin ist schwarz wie Ebenholz. lieber die Rasscnzugehöriqkeit äußert Prof. Bonnet sich noch zurückhaltend: die Oberkasseler Schädel weisen neben unverkennbaren Aehnlichkciten auch nickt unbeträchtliche Abweichungen von einander auf: der Mann zeigt Rassezeichen der Neanderthaler, der Cro-Magnons und Anklänge an den Schädel von Chancclade: diese treten auch an dem Hirnschädel der Frau hervor, doch sind bei ihr die Ero-Magnon-Mcrkmolc weniger stark ausgebildct. In beiden Schädeln kommen die sehr bemerkbaren Folgen während des Diluviums stattgcfundener Kreuzungen zum Ausdruck. Das Urbild des „Uasper-Ghm". (Zum 100. Geburtstag von John Brrnckman, 3 . Juli). Das Dreiblatt der plattdeutschen Klassiker, Reuter, Groth und Brinckman, hat sehr verschiedene Schicksale beim deutschen Publikum erfahren. Während Fritz Reuter sogleich der gefeierte Liebling eines großen Kreises wurde, und Klaus Groth mit seinem „Quickborn" benmndert in den Kreis der großen Dichter cintrat, ist die Liebe zu John Brinckman auch an seinem 100. Geburtstag noch nicht in die Herzen der Vielen cingezogen, und doch gebührt nicht nur dem großartigen Novellisten, dem prächttgcn Erzähler, sondern auch dem tmindcrvollen Lyriker des „Bagel Grip" ein Ehrenplatz in unserer Literatur. Wenn so eine Vertiefung in das Gesamliverk des McisterS Neue tschätzc der Poesie ans Licht fördern wird, so dürfte er für die Allgemeinheit doch immer der Verfasser dc-s humoristischen Meisterwerkes „Kasper-Ohm un ick" bleiben, an das sich der eigentliche Ruhm seines Namens knüpft. In dem Helden dieses so lebendig gesehenen Eharakterbildes hat er nicht nur eine der besten komischen Figuren der Weltliteratur gcschaffm, sondern auch die ausgezeichnetste Darstellung des DansescheU Seebären ans einer lieute verschwundenen Zeit der Schiffahrt, die nur in den glänzendsten Figuren der englischen Romane von Fielving und Smollctt Parallelen findet. Brinckman hat zwar anfangs geleugnet, daß er diese urwücknige lstestalt der Wirklichkeit cntnammen habe: er erklärte ausdrücklich, er habe nicht eine bestimmte Rostocker Person zu zeichnen beabsichtigt, dennockz erkannten die Nahestehenden deutlich, daß der lcbenssprühcnde „Kävven Pött" nicht wett von ihnen in der Kosseldersttaßc wohne und dem ehrsamen „Kaus- mann" Kasper Tüpve aufs .Haar ähnlich sähe. Die Tochter des Urbildes kam entrüstet zu der Gattin des Dichters gclanjen und sagte vorwnrssvoll: „Aber, Elise, wie konntest Du nur leiden, daß er so etwas schrieb!" In den „Glossen zu Kasper^Ohm" hat das Brinckman selbst später zugestanden. „Ich schmeichle mir," so berichtet er von Freund Tövvc, „sein getreuer Biogravh gewesen zu sein, Ivenn ich dies eben aus Familienrücksichten auch in der Vorrede zu der ersten Ausgabe noch nicht zugeben durste. Die Züge, welche der niederdeutsche Seemann des vorigen Jahrhunderts von Kolberg bis Emden vereinzelt bietet, fanden sich bei ihm vereinigt. Mut und Gottesfurcht, Tätigkeit und Sparsamkeit, Rechtssinn und Freimütigkett, aber auch eine an die Grenzen des Rohen stteisende Derbheit und alberne Pornehnitticrci, aus Geld-, Familien- und Kastenstolz gemischt, aber ailch eine Portion grotesken Eigendünkels und skurilen Besserwiffens neben einer kleinen Quote kleinlicher Abgunst, die ihre ticicn Schlag- sckzattcn über jede liebenswürdige und schöne menschliche Seite weisen und nicht selten dann in eine Rodomontadc ausarten. Gerade aus diesen Kontrasten beruht der Humor, den der „Kasper- Ohm" einem unbefangenen Leser bietet." Auch der prächtige Neffe dieses würdigen Onkels, der so recht den Rostocker Bürgcr- suugen mü all seinen tollen Streichen darstellt, gehört den, wirtz- lichen Leben an: Brinckman hat ihm die schönste Frisck)e des Lebens ans seinen eigenen Erinnerungen geliehen, und so steht de,m dieses humorvolle Paar von Onkel und Resse nicht unebenbüttig neben zwei ähnlichen Gestalten eine? andern unvergeßlichen hu- moristtschen Meisterwerkes der Weltliteratur, neben den Helden des „Onkel Benjamin" von Elande Trlliec. Sine Proklamation de» Kaiser» Franz Josef. Wie», 2 Juli. Wie in unterrichteten Hofkreisen »er- lautet, wie» der staifcr nach den Belsetzungsseierlrchketten eine Proklamation an die Böller seines Rcl- ches erlassen. In -der Proklamation wird der Kaiser der groben Verdienste iinddt'r aufopfernden Pflichttreue des er- nlvodetru Th ron folge rS gedenken. In der Prvkiamatroii wird der ü aller in einem desonderen slbs2m 11 : die neue ^telinrig d>-s Erzherzogs Karl Franz Joseph als des nächsten Thron- agnaten würdigen. ... Der Minister des Aeubern Grva,ritten des Wiener Kabinetts in Belgrad sowie auch mit der angekündigten Prokianiatüm des Kaisers in Ziisanimenhang gebracht. Die Ucbcrfnl,ru»g der Leiche» nach Wien. Triest, 2. Juli. Tic llebersührung der Leichen des Erz- herioglhronsolger Front Ferdinand und seiner Gemahlin von dem Schlachtschiffe „Viribus Unilis" ans Land und von da w. rier nach dein Südbadnhof geftaltete sich unter der Teilnahme aller Schichte» der BevöllcriiNg zu einer imvosanlcn Trauerkmid- acbml». 2tuf der Riva San Carlo loar ein grober Platz irci- acbalien, in dessen Milte zwei in Gold imb Schwarz drapierte Ka'asalkc errichteten waren. Links von.dem Kataiaik stellten sich die Generolitül. die Admiralität und das Offizierkorps mit dem Marinekvmmandanien an der Spitze aus, rechts von den Katafalken der Staitl-alter Prinz zu HolMiiohe. die Spitzen der staatlichen Dcbörde», Bürger,nristcr mit dem Gemenchcrat und die übrigen hohen Zivilbeamten mit der gesamten Staatsbeamteii- schaft und dcu Mügtiedern der Handelskammer Zu beiden weiten der Riva batten eine grobe Anzahl von Korporationen, Vereinen und Deputationen aus der Industrie-, Schiffahrts-, Handels- und der Finan-.wclt, Ausstellung genonnnen. Hinter den Kata- salten stand die qesamie katholische Geiftlichkeit der stabt so,me die Geistlichkeit der anderen in Triest vertretenen 'Konscsnonen, mit den Bischöfen von Triest und Parmzo an der Spitze, dahinter die Marine-Ebrenhompagnie. Den ganzen Plast iimrahmicn Studenten und Mittelschüler. Um acht Uhr früh wurden die IN die Kriegsflagge eingchülllen Särge von dem Schlachtschisl aut einen schivarz verhüllte,, Kahn gebracht, der von einem Schlepper gezogen gegen die Riva sich in Bewegung setzte. Unter dem Geschützsalut der Kriegsschiffe, dem Geläure der Kirrhenglochen und tiefem Schweigen der Traucrgästc brachten Marincossizicre die beiden Särge an Land, wo sic aus die Katafalke gehoben wurden. Die Gefolge der Verblichenen traten an die Katafalke heran, die Ehrenkompagnie und die übrigem Triwpcil präsentierten. Dann wurde mtter erneutem Geschützsalut von Bischof Karlin unter grober Assistenz die Einsegnung porgenommen. Daraus formierte sich der lange Zug. Die Särge wurden auf zwei sechsspännige tGalalcichcuwagcn gehoben. Voran schritt, hinter sieben schwer- beladcmen Blumenwagcn die gesamte Geistlichkeit. Es folgte der Leichenwagen der Herzogin, dann der Leichenwagen des Erzherzogs) Dahinter schritten die Mitglieder der Gefolge der Verbliche neu. der Statthalter, der Marinekommandant, der Vodcsta, die Admirale Mid Generale. Diesen schlossen sich das übrige Trauer- gcfolgc. die Korporationen und endlich zwei Kompagnien Militär an. Der Zug bewegte sich durch ein dichtes Mcnichenspalier, das sich hinter dem Spalier der Infanterie- und Marinemannschasien, der Finanz-, Sicherhciis- und Munizipalwachcn und der Feuerwehren in allen Straßen drängte und in lautloser Ergriffenheit entbtöbtcn Hauptes den imposanten Zug passieren liest. In den Sirasten brannten die traucrumilorten Laternen und in den geschlossenen Geschäften die cbcnfails uin'tlorien Beleuchtungskörper. Ulm 'J,30 Uhr traf der Zug vor dem schnmrz drapierten Südbahnhose ein. Die Särge wurden von den Marineunterofsizieren nach dem Bahnsteig gebracht, während die Ehrenkompagnie des bosnisch-herzegvwinischen Regiments die Ehrenbe^igumgcn leistete. Daraus wurden die Särge in den zu einer KapcUc »mgewandeltcn Waggon gehoben und aus Kaiaialkc gcsicUt, woraus Bischof Pedcr- zolli die Leichen von neuem einsegueie. Dann wurden die Verschlust- türen des Wagens plombiert und das Gefolge der Verblichenen bestieg den Zug, der sich um 0,45 Uhr in Belpegung setzte. während die Trauergähe und die Menschenmenge ehrfurchtsvoll grüßten. Wien, 2. Juli, beute abend um 10 Ubr traf der Sonderzug mit den Leichen aus dem trauergeschmückten Südbahnhoi ein. Erz- Herzog Karl Franz Joses. Hoswürdenträgcr. Osftzicre der Wiener (Garnison und nne Ehrenkompagnic cr,oarieten die irdischen Hüllen des Fürstenpaares. Beim Einlaufen des Zuges ertönte gedämpfter Trommelschlag. Erzherzog Karl Franz Joses trat an den Traucr- wngen heran. Die Särge wurden von Ulanenwachtmeistern in den Wartesaal des Hofes getragen und aus Katafalke gestellt. Hier nahm Burgpsarrer Seidl in Gegenwart des Erzherzogs Karl Franz Joses, der Hoswürdenträgcr. der Offiziere und des Gefolges des verstorbenen Erzherzogs die seicrlichc Einsegnung der Leichen vor. Rach beendeter Feierlichkeit wurden die Särge über die Trep ven des Äahnbosvcstibüls durch ein Spalier von Offizieren und Damen, welche laut schluchzten, niedcrknieten und sich lekreuzigtcn, zu dem Lcichengalawagcn getragen. Alsbald setzte sich der Trauer zug IN der durch das ÖoszercmonieU vorgcschriebencn Ordnung noch der Pfarrkirche der Hosburg in Bewegung. Bor dem Bahnhof und auf den Straßen bis zur Burg standen dichtgedrängt Menschen müssen in Trauerkleidung. In feierlicher Stille erwartete die Bevölkerung Wiens tieferschüttert den Trauerzug: während der Bor- bcisahrt wurde vielfach lautes Weinen und Weheklage,i laut. Die Beisetzung in Artstetten. Wien, 2. Juli. Die Beisetzung des Erzherzogs unddcrHcrzoginvonHohenberg erfolgt in Artstetten ,heim. " Erledigt sind zwei mit Militäranwäriern zu be- setzende KanzieigehilfensteNcn bei der Kanzlei Großh. Ministeriums der Finanzen. Mit einer der Stellen ist Anspruch ans Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung verbunden. Be- ümgnng ist mit Erfolg abgelegte Prüfung in der Gabcls- bcrgcrschen Stenographie nnd Rcchischrcibkunde. sowie in- sorinatorischc Bcschästigimg bei der Ministcrialkanzlci. Einberufung zunächst zu,» halbjährigen Probedienst. Schluß der Meldefrist 1b. Juli. •• Aus dem Schuldienste. Uebertragen wurde dem SchiilamiSaspiranien Georg Ewald aus GunderShelm, Kr. Worms, die erledigte Lchrerstclle an der BollSschnle zu Kcttenhcini, Kreis Alzey. ** Zu dem Wettbewerb um die alte Klinik geht uns ^on den bvusachverständigen Mitgliedern des Preisgerichts folgende Erwiderung zu: In Nr. 14b des Gicßener Anzeigers wird das Urteil des Preisgerichts nachträglich einer Kritik unterzogen, die nicht unwidersprochen bleiben kann. Der Vorwurf, daß das Preisgericht gegen das Programm verstoßen habe, ist „nbercchttgt uno haltlos. Denn die Behauptung, das Proara,,,m fordere „klipp und klar" die Unterbringung des Sitzungssaales im I. Obergeschoß, trifft nicht zu. Ein Zusatz im Raumverzeichnis sagt lediglich zu einer größeren Zahl von Räumen, unter denen auch der Saal genannt ist: „Möglichst zu- sammcnliegend im 1. Obergeschoß." Damit war keineswegs ausgeschlossen, daß der Saal im l. Obergeschoß des „Anbaues" — der irait um einen Treppenlaus höher liegt als das 1. Obergeschoß des HaupibaueS — untergcbracht wird. Ter Stadtverwaltung waren bei Ausstellung des Programms die verschiedenen Möglichkeiten für die Lage des Siadtverordncien-Saales wohl bekannt: sie hat keine ausgeschlossen und daher nicht verlangt!, daß die im Zusammenhang mit dem Siadtvcrordnclcnsaal ausgeführten Räume mit dem Saal u n m i t t e l b a r z u s a m m c n h ä n g e n, sondern nach Möglichkeit zu sa m m c nl i c g c n sollen. Eine große Zahl von Bewerbern hat auch die Bestimmungen des Preisausschreibens vollkommen richtig so verstanden, umsomehr, als das Programm keinen Unterschied zwischen Hauptbai, und Anbau macht. Zudem ist diese Frage keine rein bautcchnische. Sie konnte vielmehr von jedem Mitglied des Preisgerichts beurteilt werden. Zur Urteilsbegründung hinsichtlich der Konstruktionsfrage sei folgendes bemerkt: Durch die theoretische Berechnung der zur Unterstützung der Türme über dem zu schassenden großen Hohlraum (Sitzungssaal) nötigen Träger werden die bestchcilden Bedenken keineswegs beseitigt. Die Front in aucr der Mittetpartie müßte aus etwa 8 Meter Höhe frei gestellt und durch neu zu brechende Fenster geschwächt werden. Die Auslagerung so schwerer Türme aus Eisenkonstruktio- ncn würde auch eine architektonische Lüge bedeuten. Daß diese baulichen Aeiidcrnngen zusammen mit dem Unterfangen oder Abbrechen der Türme — die ja auch säst alle Projekte mit vorne liegendem Saale sür zweckmäßig hielten — wesentlich größere sind, als bei Schaffung einer Deckcnunterstützung im hinteren Teil des Hauptgebäudes, ist ohne weiteres klar. Daß der Entwurf „Provisorium" eine Mauer im Mittelbau beseitigt, kam sür die Gesamtbeurtcilung dieses Entnmrss deshalb nicht wesentlich in Betracht, weil der dort geschossene Raum ebenso gut nebenan in den Flügel gelegt und danFt die Beseitigung der fraglichen Mauer vermieden werden kann. Diese Ueberlegung fällt aber sort bei Anordnung des Stadtvcrordnelcnsaales im vorderen Mittelbau. ** Gew erbeaus stell un g. Das gestrige Abend- konzert in der Gcwerbeausftellung hatte einen außerordentlich starken Besnel, aufzuweisen, so daß sich die meisten Besucher mit einem Stehplätze Vegnügen mußten. Das Konzert, das von der Kapelle unseres Infanterieregiments unter Mitivirknng des Gesangvereins „L i e d c r k r a n z" ausgeführt wurde, fand allgemeinen Beifall. Besonderes Interesse erregten die ausgezeichneten Darbietungen des Männcrchors. — Das Abteilungs-Preisgericht der Gewerbeausstellung hat gestern seine Tätigkeit begonnen nnd wird sie heute zu Ende führen. Es hat damit eine außerordentlich große Arbeit geleistet. Der Vorstand der Ausstellungsleitung betonte bei Eröffnung des,Preisgerichts nach Begrüßung der nahezu 80 Preisrichter, daß die AussteNungsleitung dem Preisgericht keinerlei Richtlinien geben werde, um es in seinen Entschließungen auch nicht im geringsten zu beeinflussen. Die Ergebnisse sind, soweit sic sich bis jetzt übersehen lassen, sehr gut. Sie werden von der Ausftellun^sleitung den einzelnen Ausstellern in diesen Tagen schriftlich mitgeteilt.' Diesen steht sodann das Recht des Einspruches gegen die ergangene Bewertung zu. — Der Konzertplan für die nächsten Tage ist laut Inserat in der heutigen Nummer dahin abzuändcrn, daß am Samstag, den 4. Juli, von 8 bis Il llhr die Kapelle des Leiddragonerrcgimcnts (3. Großh. Hess.) Nr. 24 unter Leitung von Obermusikmeister Rühlemann, spielt, und daß dagegen die hiesige Rcgimentskapclle erst wieder am Mittwoch, den 8. Juli, unter Mitwirkung des Harfenvirtuosen und Komponisten Johannes Snoer aus Bad-Nauheim spielen wird. Für den Konzertabend am Samstag ist auch italienische Nacht und Illumination vorgesehen. ** Die Ceylon-Ausstellung wird am nächsten Sonntag außer von 8—12 Uhr vormittags ausnahmsweise auch nachmittags von 4—7 Uhr geöffnet sein, so daß auch denjenigen, welch« an Wochentagen verhindert sind, Gelegenheit gegeben wird, die Ausstellung unter sachkundiger Führung zu besichtigen. ** Der Lesehalle-Berein beabsichtigt als Ergänzung seiner Winter-Vorlesungen im Sommer Besichtigungen der Gießcner Sammlungen zu ver- anstalicn. Der erste Besuch gilt dem Museum des Oberhessi- schen Geschichtsvereins und der Gail-Stiftung, das sich, wie bekannt, durch seine prähistorischen und mittelalterliehen Bestände auszeichnet. Besonderes Interesse finden gerade jetzt, zurzeit der Gewerbeausstellung, die Sammlungen von Erzeugnissen der Gewerbe früherer Zeiten, von Werkzeugen, Werkstaiteinrichtnngen usw. Herr Museumsdirektor Tr. Kramer hat sich jreundlichjst .bereit erklärt, die Führung zu übernehmen. Es ist zu hoffen, daß sich unsere Keunde recht zahlreich beteiligen, da hier Gelegenheit geboten wird, unter sachkundigster Leitung in das Verständnis der lelwreichen Sammlungen tiefer einzudringen. Die Besichtigung findet Sonntag, den 5. Juli, vormittags 11 Uhr pünktlich statt. (Siehe Anzeige.) ** Die Gicßener Freilichtbühne, die, wie be- bekannt, das 6. Jahr ihre? Bestehens mit einer guten Auf. fiihrung der versunkenen Glocke begonnen hat, veranstaltet am Sonntag nachmittag eine Wiederholung dieses Märchen- dramas. Inzwischen ist auch die Garderobe für die Zuschauer vollendet worden, so daß die Damen ihre hüte nicht mehr auf den Schoß zu nehmen brauchen. Dadurch und durch die Erhöhung der Hinteren Sitzreihen wird es hoffentlich vermieden, daß sich die Inhaber dieser Plätze iväl/rend der Vorstellung stellen und den aus den Stelxplatzen befindlichen Leuten den Ausblick nach der Bühne uiimoglick^ machen. Die Proben für den Pfarrer von Ki rchseld haben heute begonnen. ( ’* Soitderzüge Schotte» — Nidda. Am Sonntag, den 5. Juli, werden aus Anlaß des HoheradSlopitzesteS aus der Strecke Schotten—Nidda die BedarfSpcrsoncnzügc 4194 und 4193 verkehren. Der Fahrplan ist folgender: 4194 4193 Schotte» ab 7" Uhr »ach,». Nidda ab 8” 5 Uhr nachm Rainrod , 7" Kohden 8" . 0 Eicheisdor! * 7°* „ Unterschmitien H 1T „ w Obersebmitten 7 39 Oberschmitten 8” . Unterschmitien , 7“ Eichelsdors 3” . Kodden Nainrod 8" „ Nidda an 7°° ” Schotten an 8" „ n ** Vergiftnngsvcr>uch. Gestern unternahm ein 20jähriges Dienstmädchen, das auf dem Marktplatz in Stellung ist, den Bcrsuch, sich mit einer Klcesrvlz- l ö sun g zu vergiften. Der herbeigerusene Arzt ordnete ihre Uebersührung durch die SanitätSkolonne nach der Klinik an, wo sich nach Anwendung von Gegenmitteln eine Bcsfcrnng in ihrem Pesinden einstellte, so daß. an ihrem Aufkonrmrn nicht zu zweifeln ist. Der Grund zu dem Selbstmordversuch soll in einer Liebesgeschichte zu suchen sein. »»Lcichenlän dungin derLahn. Gestern wurde in der Nähe der Badeanstalten die Leiche der 14jährigeir Tochter des verstorbenen Dtenstmannes R. gelandet. Das Mädck>eii hat augenscheinlich Selbstmord verübt, bestimmte Gründe zu der Tat sind nicht bekannt. •• Drei goldene Hochzeiten tandcn dieser Tage in Oberheßen statt: i„ Harheim (eierte das Ehepaar Heinrich Schmidt II., In S t a d e „ die Eheleute B ecket, in Lotlar Karl Schmidt III. das seltene Fest. ** Silberne Hochzeit feiert morgen, Samstag, Lokomotivführer Lcinrig Gering und seine Ehefrau Ottilie geb. Okel. ** Eine eigenartige Reklame. Großes Aufsehen erregten dieser Tage hier zwei Neger aus unserer deutschen Kolonie Kamerun, die in Posttmifornl von Haus zu Hans gingen und dort Telegramme abgabcn, in denen auf das neue Nahrungsmittel „Atel bau" idas Mehl der Banane) für Küche und Kind aufmerksam gemacht wurde. ** Das Groß herzoglich Hessische Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Juni hat folgenden Inhalt: 1. Verordnung, die Abänderung der Verordnung über die Tagegelder, Reisekosten und Umzugskosten der Zivilbeam- tcn vom 0. September 1879 (Reg.-Bl. S. 631) betreffend. — 2. Bekanntmachung, die Ausführung des Vierten Buches der Reichsdersicherungsordnung betreffend. ** Kleine Mitteilungen. Unter großer Bctcilignng der ländlichen Jugend wurde am Donnerstag in Marburg der althistorische Kirschenmarkt abgehalien. — Ans der Fchrk von Dresden nach Köln überflog heute früh um >.(>6 Uhr das Luftschiff „Z. 6" die Marburger Gegend. Eine Sttinde später folgte ein Flieger. — In Ebcrstadt verunglückte am Donnerstag morgen an der Umiormersiativ» der Wcißbindcr Georg Delp an? Ebcrstadt. der dem Leitungsdraht zu nahe kam. Tclp, Der sofort getötet wurde, ist 45 Jahre alt, verheiratet und hinterläßt jüns Kindet. Landkreis Gießen. Z Utphe, 2. Juli. Ein Radfahrer aus .Hungen begegnete dieser Tage einem hiesigen Landwirte, der mit einem Erntewagen in das Feld fuhr und von seinem .Hunde begleitet wurde. Als der Radler dem Fuhrwerke ausweicheu wollte, sprang der Hund in das Rad und blieb im Vorderrad« hängen, wobei er den Radler zu Fall brachir. Während der schwere Erntewagen das Rad überfuhr, komrte sich der Radfahrer retten. Kreis Büdingen. § Leid hecken, 2. Juli. 2üi der Staatsstraße nach Bingenheim stehen eine Anzahl Apfelbäume in zweiter Blüte. Rterkwürdig ist, daß die Blüten an jungen Zweigen stehen.. Kreis Lauterbach. * Schlitz, 2. Juli. Bei guter Beteiligung fand gcfibrv hier das S ch l i tz er lä n de r Missionsfcst statt. Auch von den Dörfern hatten sich trotz der noch im Gang befindlichen Heuernte zahlreich« Landleut« eingefundcn. Im Vvr-^ mittagsgottesdicnst predigte Pfarrer Gen g na g e l-Sboek- haiisen. Er führte aus, daß es nicht nur Pflicht sei, die Mission zu unterstützen, sondern die Dankbarkeit müsse die christlichen Völker bestimmen, bag große Werk der Heidenmission zu fördern. In der Nachmittagsversommlnng, die der Hitze wegen diesmal zum Leidwesen zahlreicher Besucher nicht im Freien, sondern wiederum in der Kirche stattfand, sprach Missionar Hohlfeld über Land und Leute und die Arbeit der Leipziger Mission in Deutsch°Ostafrika. Rund 100 Mk. wurden für die Mission gespendet. (R) Ober-Wegfurth, 2.Juli, Der 20Jahre alte Andreas F e r ck von hier ist nach einer Mitteilung des Kgl. LandratsamtS Eschwege in seinem Beschäftigungsort Wanfried am 28. v. Mts. beim Baden in der Werra ertrunken. Die Leiche des Verunglückten wird zur Becrdigunig hierher überfuhrt. Kreis Schotten. — Herchcnhaiu, 2. Juli. Die hiesige Spar - und Darlehnskasse tritt demnächst in Liquidation. Kreis Fricdbcrg. 8 Bad-Nauheim, l. Juli. Heute vormittag fand in der hiesigen Bonifoziuskirche ein feierliches Requiem für das österreichische Thr o n f o l ge r p aar statt. Die feierliche .Handlung lvar stark besucht, besonders von österreichischen Kurgästen, die zurzeit zahlreich hier vertteten sind. $ Steinfurth, 2. Juli. Die ersten Rosen werden jetzt versandt und auch nach Bad-Nauheim zum Verkauf gebracht. Die Hauptcrnte fallt jedoch in den August. Starkenburg und Rhcinhcsjen. (m) Offenbach a. M., 3. Juli. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurden für den Ausbau des städtischen Elektrizitätswerks zur Ucberlandzentrale erstmalig insgesamt 1526 000 Däark auf Anleihe bewiNrgt. Sport. Kiel, 2. Juli. Heute abend erfolgte die Preisverteilung für die Wettfahrt des kaiserlichen JachiNuLs in dkn Räumen des Klubs. Bei der Segelwettsahrt auf der Kieler Förde herrschte ein kräftiger Ostwiud bis neun Sekundenmeier. In der 8 Mttcr-Klasse erhielt „Ultra" den ersten Preis, „Unda" den zweiten: in der 7 Meter-Klasse „Beb" den ersten, „Panne" den zweiten Preis: in der 6 Meier-Klasse „Ilse" den Ermmiterungs- preis des Kaisers, „Harald" den zweiten Preis, „Schelm" den dritten, „Nurdug^' den vietten: in der 5 Meter-Klasse erhielt „Hannchen" den Ehrenpreis des Grasen Douglas, in der vierten Wettfahrt der Sonderklasse erhielt „Till h" den Ehrenpreis der „Prinzessin Heinrich von Preußen", einen Prunkpreis, „Lu- nula" den zweiten Preis: „Hecht" gab auf. Anivcrritäts-Nackrickiten. — Der bekannte Geograph der Leipziger Universstät, Josef Par t, ch hat de» an ihn ergangenen Ruf an die Bettiner Umversitat obgelehnt, ( j ' Arbeiterbewegung. Drüs sei, 8. 3uh. ©eftfrn Wen btt mttftcn Kohlengruben ®'j8' enä "N° S-»tr schl-chltn Gtschausla-ic etne Verminderung betone um 10 Prozent enujnubrt Ter größt- Teil ber Arbeiter »»b t«h bannt znft.^n. etwa 2500 legten >edoch bie Arbeit ,w der und drohen mit größeren Streiks, wenn sich bie Grubcnbe iwr mcht met ihnen cmrgeu wollen . wruvenoefttzer Ge»icht»fac»l. Vereiteltes Attentat gegen den Dampfer ^ - ..Aqurta nia". ^ Touchs« ^ * Cflnr ’ ^ fflT,li * durch bie ' JJrgft ima. ben Tamvrcr „Vlguttama" mit Dynamit in bie üuft sprengen^ zvwv»«ii 10000 Dollar w erpressen versucht hatte, in zu 15 wahren Zuchthaus verurteilt worben. . !?,**>!£' 2 M ®°* Zucht volizciacrcht von Trml ver- TxrtctÜe ben angeblichen ehemaligen beutschen Lehrer Theodor «>r«ard wegen Spionage zu fünf Zähren Geschignis. 1000 Znanes Geldwnw und sünt Jahren Lanbe-verweiiung Tic Ber- Handlung fand unter Ausschluß der Oessentlichkeit statt Be u i hen. T Jul,. Der Mädchenhändler Lubelski wurde Irrtet* 3 “ 6rCn ® C ’ e r 91 1 1 £ b or r \ djt u n g c n der Flugzeuge haben dem ameniamschen Flugzcugerbauer Sperry für seinen Kreiselstabili- sator mion Preis von 50000 Frs. und dem Flugzeugerbauer Paul Schmidt für lernen mit verstellbaren Tragflächen versehenen Zweidecker ernen Prns von 30000 FrS. zuerkannt. vermischtes. * ersbru nst. In der Fruchtpuberei der Kunstmühle von v. Lnldebrand u. Söhne im Jndustriehafen von Mannheim A»ar heute fr^> um V 2 6 Uhr ein größeres Schadenfeuer ausge-- drocden. Die Maschineneinrichtung und der Tachstock wurden voll- ständig zerstört. Die Ursache ist Staubervlosion Ter Branb würbe von der Berulsseuerwehr gelöscht. Ter Schaben ist bebeutenb unb wird aus^mehrere hunderttausend Mark geschätzt. Menschen sind nicht zu schaden gekommen. * Balkon gelänber abgestlirzt. In ber Mroßköln- strahe in Aachen stürzte ein Teil be» gnßeiscrnen Gkstmses eines Balkons aus die Straße. Eine Fra» erlitt eine sctnvere Cchäbet- verletzuiu,. Bon bre, vorübergehenden Kindern ivurde eins so- sort getötet, eins leicht verletzt. * Das Befinden des verunglückten Herzogs von Oldenburg ist den Umständen nach gut. Er befindet sich außer Gcsabr Auch die übrigen Verletzten befinden sich auf dem Wege der Besserung. Ueber die Ursache des Unglücks ist nichts genaues sestgestellt worden. Entgegen der Aussage des Elzausseurs, »atz die Steuerung versagt habe, ist sestgestellt tvorden, daß diese vollkommen intakt ist. *Diemcrkwüri>igsteDruckereidrrWell,dic trotz ihres Miniaturbeiriebes Werke in 2l verschiedenen Sprachen und Dialekten herstellt, desindet iich wohl aus der einsam zivischen Alustralien und Neuseeland gelegenen, 1774 von Cook entdeckten Insel Norfolk, die den Botanikern längst bekannt ist durch das eigentümliche Bcgetationsbild, zu dem sich hier wundervolle Arekapalmen und Norsolklannen vereinen. Inhaber, Setzer, Drucker, Falzer, Buchbinder in einer Person ist ein deutsckwr Jünger vluieiibergs, der nach seltiainen Schicksalen hier seit mehr als einem Menschenaller als st-ulturpionicr wirkt Ucber ihn und seine Arbeit weist der „Deutsche Buch- und Steindrucker" mancherlei Interessantes zu berichten. Menges war zuerst in der Druckerei des New Bork Hcratd beschäftigt, liest iich dann, als er eine Zeitlang arbeitslos war, aus einem Walitjchschigi'r anheuern und ward dabei von dem berühmten Bischof der Süd see Setwipi „entdeckt" und sür die Mission aut der Insel Norsoli und den paar um sie gelagerten Eilanden gewönne». Hier wirkt er vor allem durch seine Flugblätter und eine allerdings nur zweimal sährlich erscheinerwe »nd in dieser Hinsichl sicher einen Rekord ausstellende „Melanesian Mission Brest" oder ,,C Sala U Surur", n he sie in der dort und aus chm Nachbarinseln als eine Art Lingua ftanea gesprochenen Motassprache melodisch hesstt. Außerdem liefert er Bibeln nnd Gebetbücher, Liederliestc und allerhand Unierhaltungsliteratur, Kalender, Broschüren und dergleichen, wobei man, mn die riesige Arbeitskraft des deutiche» Emjiedters recht nntrdigen zu können, berücksichtigen must, dast alle Südseespracheu wegen der vielen, chm curopäisckwn Jdiomem gänzlich sehlenlen stehl-, bauch- und Nasallaute chm Drua che größten technischen sckmrerigkeiten bieten. MengeS ist auch als Mensch ein Original. Er geht nur zu Fust. obgleich die Miiiion offiziell ein paar Pferde loib Reitponnys hält, lind hat nach seiner eigenen Berechnung in 25 Jahren eine Strecke von 80 000 englischen Meilen zurückgclcgtl mit einem grostmächtigen britisck-en ?It>miral, der ihn cnvas über die ?lchsel aniah, bestand er einen barten Straust, in dessen Verlaus er dem Manue mit den vielen Orchnssternen trocken sagte I „Sir, wo Tummchit regiert, ist es nicht aut, klug zu sein!" Dah er bei allechm last gar nicht von Touristen und Interviewern überlausen Ivird, liegt chran, dast seine Insel oder sein „Reich", wie er als Kultnrvionier wohl sagen kann, glücklichertveise allzu weit abseits von der gewohnten O-.ean-Hccrstraße liegt. So ist ihm fürs erste noch ein ungestörtes Wirken in chr Stille, sein einziger Wunsch, beschieden. Kleine Tagcrchronik. Dem in den Pariser und Londoner Gesellschaftskreisen bekannten Grasen M u r a >o i e s f tourde ans der Fahrt im Schnellzuge nach Paris eine Handtasche gestohlen, in der sich Juwelen im Werte von 100 00 0 Franke »und 5000 Franken in bar befanden. Bei der Uebnng eines Schützenvereins in Castellaun »ersehlte eine Kugel die Schutzwand und verletzte eine a»I dem Felde mit beumachen beschäftigte Frau lebensgefährlich. Der Rechnungsamtmann Stapes in Gernbach in der Rhön ist nach Unterschlagungen in Höhe von 150 000 Mark geil ü ch t e t. Warft«. k«. FrauNurt a. M.. 3. Juli, peu- unb Strohmarkt. Ange^ahren waren 6 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh, bezahlt wilrde für peu ISO—1.60 Mk^ Stroh (flornlangstrohf 0 . 00 —0.00 Mk.. Ätrr- slroh 0,00—o.oa Mark. Alle» je 60 kick». Geschäft flau - Tie Zufuhren waren aus den Kreisen Friedberg, Hanau nnd Ttebura, Amtlicher Wetterbrricht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten IN Hessen am Samstag, den 4. Juli 1914: Wechselnde Bewölkung, warnt, Dewillerneignng, Winde aus westlichen Richtungen. Letzte Ncrcbrichtcn. Die Trauerfeier in Wien. Wien, 3. Juli MS der Zug mit den beiden von sechs Rappen gezogenen Leichemvagen beim Burgtore ankam, trat die Wache ins Gewehr und die Trommler und Hornisten ftiimnten den tsteneralmarsch an. Die beiden sürge tourden dann in eine schwarz drapierte Halle getragen, Mo der Brirg Pfarrer sie einsegnete Die Mich lies -r des Kaiserlichen Hauses folgten der Szene in namenlos nn Schmerz. Tie ganze llcbersüchrung bildete durch die Tc.Inahme aller Sckiichtcn der Wiener Bevölkerung eine .Kundgebung der Liebe und Treue zum Herrscherlstwse. Biele M inner und Frauen tr» gen schwarzen Flor, manche auch die Lieblingsblume der Verstorbenen, die Rose, umflort im Kuopsloch. Als der Zug mit den Leichen in die Bahnhofshalle entfuhr, hallte die Halle von Wehrusen und Seufzen wi der. Se rb cn fein dl ich c Kundgebungen. Wien, 3. Juli. Heute abend versuchte abermals eine zahlreiche Menge vor die serbische Gesandtschaft zu dringen, um dort Kmtdgebungen zu veranstalten. Sie wurden aber von der Polizei daran verhindert und vertrieben. Die Menge sammelte sich dann vor dem Palais der Erzherzogin Biarie Therese unb stimmte die Botkrhvnme an. Es gelang der Polizei, durch gütliches Zureden die Menge zu zerstreuen. Später versuchten abermals flemeie Trupps vor die serbisckie Gesandtschaft zu ziehen, Ipurden aber durch die Polizei daran oerhtndert. Ein Bergarbeiter-Aus standin Frankreich. Sank Etiennc, 3. Juli. Eine Versammlung der Bergarbeiter hat beschlossen, den Ausstand auf das ganze Loire-Gebiet auszudehnen, um die Aufnahme einer Ruhezeit in den achtstündigen Arbeitstag durchzuscsten. Das Bureau des Bergarbeiterverbandes l>al eingetvilligt, diese Bewegung über ganz Frankreich auszudehncn. Mitesser pflegen dos hübscheste Gesicht zu entstellen. Als bisher bestes Mittet hat sich hierfür Obermeyer^S Herba- Seise erwiesen. Obermeyer's Herba-Seisc ist in allen Apotl>eken, Parsümerien ä Stück 50 Psg., verstärktes Präparat Mk. 1.— erhältlich _ hy*/ 7 . Klllie II. Erholung- .kn«, nt>ei„> an der Berjulrasue. ... . ... . , Kurhaus a. Pension Oi'.Mwaldoeim. Lsit-, inilten nn n „Icke Sonn.-n.Kar-Bad. DtH.3KSche.?Bae.rieise. Zum Einmachen von Früchten für den Winter verwende man stets Dr. Oetkers „Einmache-hülfe" 1 Päckchen 10 Pfg., 3 Stück 25 Pfg. Einfach, billig und trotzdem bewährt! 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Hess.) unter persönlicher Leitung von Herrn Obermnslkmelster Rtihlemnnn in Darmstadt. Das Konzert der hiesigen Regimentskapelle unt. Mitwirkung von Herrn Virtuos Snoer findet am Mittwoch, den 8. Juli, abends 8—llUhr, statt. DerHnslkanssclmB. 7639 C Biedenkopf KS Baibach 3nö.: Friti Wenk, lana- Mrigor Oberkellner im Holet üet». Altren. gut bürgerliches Bans; neu eingerichtet. ü Min. vom Babnbos, dir. a. Markt. Vereinslokal des Ober- bess. Tourisien-VereinS. Schlusselansgabcitellez. AuSiichlS-Turm Kaiser Wilhelm II. auf d. Sack- nseiic. Gesellschasls- und Billardzimmer. Säte s. Vereine zum Atchatten von Festlichkeilen und Eilen (Anmelduna erbetrnl. Elekirisib Lichi. Auto»Halle. Tel. 81. Sommcririichtcrn bestens cmvioblcu. ,66431- Tommcrsriichcu.tstastbanö Kurs Uodensteill schönste Buraruine Deutsch!, (bei Bad Schmal bach». 5821 SvczialbauS f. Wanderer. Vens.4^,Z.lc>/,Prosp. d.Bes. C. Kehler, Hohenstein i. N. Telephon Michelbach Nr. 8. Svczialit.: ^rischc^orcllc« u. Wild. Eia. 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Jß. nachwittaas 1 M nadr Station Großen-Liadsn. Anni. Freie Fahrt. 17863DI Der Vorstaad. loiifl!Mlct|(nnfliltin(i TamStag, 4. Juli 1911 abends il Ul» bei Kamerad L. Bourgeois. 78370 Samstag. den 4. Juli, abends 9 Uhr: Mmts - SScrfammlima i. Vereinslokal, West-Anl. 64. Ausgabe derFahrkarten nach Bremerhaven, IvwieAuSzab- luna der Rcisekafie. >78840 Ilm bestimmtes Erscheinen Bittet Ter Vorstand. Lvnntaa. den 5. Juli: Aülar — Hermannstei» — BlaSbacher Miible — Alten- bcra — Bubenrod — Kinzenbach. Abiahrl 1ü Uhr, Wanderzeit S Stunden. I1144D Zu der beute Freitag, abends ll Uhr im Lcnz'lckien Fclienkcllcr stallftndenden Hauptprobe der 4 hiesigen BundeSvcreine zum Labn- taliänocricst in Lilb werden dicMiigliederm» zahlreiches Erscheinen gebeten. 7886DJ Ter Vorstand. Zur Saison empseble mein grob. Lager in Sensen spez. das erstkl. bfliebte Fabrikat ,Sonne-Sense* Sensenwürfe, Sicheln, Wetzsteine, Schlottenfässer, Stren- u. 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Juni 1914 wegen Trunksucht entmündigt worden. 7864 ßi Gießen, 30. Juni 1914. GroMrzogliches Amtsgericht. ;