Br. 150 Der Sikhener Anzeiger erscheint täalich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wocveuilieh GietzenerZamilienblötler; zwennatn'öchenil.lireir- blalisürdenrirek Stehen (Dienstag undFreiiag); zweimal monatl. rand- wirtschasliiche öeitsragen Ferujprech. Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag ». Expedition bl Adresie kür Depeschen: Anzeiger Wietzen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesiinnnnec bis vormittags !> Uhr. Rotationzdruck und Verlag der Srühl'schen Univ.-Vuch- und Steindrnckrrei 8. Lange. Nedattian, Lrpcdition und Druckerei: Schulftrahe 7. Z«. Zuni 1<>14 Bezugspreis: monatlich 7b M.,vleriel- jährlich 'JJif. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.—viertel» sährl. ausschl. Bestell^ Zeilenpreis: lokaltbPi, answätts 2O Piemnq, Cheiredaktenr: A Goey. PeranNvorllich Iür den polit. Teil: Aug. Goeg; sür .Feuilleton', .Vermischtes'und,Gcrichts» sanl": Karl Neurath; lür .Stadt und Land": Ilnrt Bendl; sür den Anzeigenteil: H. Beck Die heutige Nummer umfaht 20 Seilen. Der serbische Anarchismus. „Das scheußliche Verbrechen hat seine Wurzeln außerhalb unseres Vaterlandes !" so heißt es in der Proklamation des Bürgermeisters von Serajetvo an die Bevölkerung der jetzt unter Staudrecht gestellten Stadt. Die Bomben, die in Serajewo geworfen wurden und noch geworfen werden foll ten, stammen, wie festgestellt, aus Belgrad. Der erste Attentäter Cabrinovic n>ar Buchdrucker in Belgrad und dort längere Zeit tätig. Der zweite Attentäter Princip besuchte die Handelsschule in Belgrad und war erst einige Tage zuvor von dort nach Serajewo zurückgekehrt. Aber weiter; In Ofenpest erhielt man die erste Nachricht von dem«Attentat aus —■ Belgrad. An dem Unglückstage war der sogenannte Vidovdan, der größte serbische Nationalfeiertag, an dem gelvöhnlich das iliatioiurlgefühl der Serben durch die chauvinistischen Blätter in ganz besonderer Weise aufgestachelt wird. Und endlich; Schon am Donnerstag der vorigen Woche konnte die in Belgrad erscheinende Zeitung „Nowosti" über den Besuch des Erzherzogs schreiben; „Ter sterreichisch-ungarische Thronfolger möge sich Bosnien und .'Herzegowina diesmal gut ansehen, denn es sei das letzte Mal. daß er dazu Gelegenheit findet". ^ Diese Tatsachen ergeben eine furchtbare Anklage, deren Spitze sich gegen Serbien wendet. Sic bilden aber auch die Grundlage zur Erklärung der Psyche der Mörder von Serajewo. „Wir sind Gegner des Imperialismus", so erklärten bic Mordbubcn in den ersten Verhören, und unter Imperialismus verstanden sie Oesterreich. Um sich in t -e Köpfe dieser serbischen Anarchisten hineinzudenken, muß ilian sich vergegenwärtigen, was sie an politischem Zeitungs- stosi zu sich genommen haben: Die ausländische Industrie vürgc die einheimische in den Anfängen, dem Lande sei Zugang zum Meere verwehrt worden, da^ Serbentum i'tte national zersplittert bleiben, und wie durch die österreichische Besitzergreifung Bosniens und der Herzegowina seinerzeit das Herz aus der Brust gerissen worden sei, so halte auch heute noch und erst recht Oesterreich seine Hand schwer und eisern auf Bosnien, und wenn die Forderungen Serbiens bei der demnächst zu erwartenden Liquidation Albaniens niciu erfüllt würden, so sei der längst angedrohte Krieg unausbleiblich. Nimmt man dazu noch die serbische Umwelt und lieber- lieferung, den starken Geruch von Blut und Leichen, der sich vom Boden Serbiens seil Jahrzehnten^ und Jahrhunderten erhebt, die Fülle der Frevel, deren Schauplatz das Land gewesen (das erste große Heldenepos der Serben, das die Schlacht aus dein Amselselde feiert, dieses Epos der Besiegten, feiert zugleich den Königsmord), gedenkt man der Instinkte brutaler Grausamkeit und schonungslosen Hasses, die in Serbien so lange durch die hewaltsame Lostrennung von der europäischen Kultur gezüchtet waren, so hat man die Psychologie der Mörder von Serajewo. Damit soll «Serbien als Staat und (Kation nicht beleidigt sein. Aber sagte doch der Berliner serbische Gescttziststräger selbst einem Vertreter der Presse: „Keinem kann die Tragödie von Serajewo peinvoller sein als mis Serben." Von den heute eingelausenen Nachrichten ist noch eine in Wiener Blättern halbamtlich erschienene Notiz bemer- Die babylonische Urform der Geschichten von Sündensall und Sintflut entdeckt. Eine Entdeckung von höä>stcr Wichtigkeit, die ganz neue Ausschlüsse kür die Bibclkunde bietet, ist einem Bericht der „Times" zufolge von dem Professor sür Archäologie an der Landesuniversität Oxford Tr Langdon gemacht morden. Der Gelehrte Hai unter den frühbobylonisäien Täjelchcn, die in Nippur ausgegraben wurden einen »orscmNischen Bericht über die Sinlslut entdeckt, den er als , das deutliche Original der Erzählung, die im Buch Genesis cntlxilten ist," erkannt hat. Außerdem enthält dasjelbc Täfelchen noch einen Bericht über den Sündensail des Menschen, der durch das Essen einer bestimmten Frucht hcrvorgcrusen wurde. Es ist dies die erste Erwähnung des Sündensails, die sich in der babylonischen Literatur sindel. Das denkwürdige und einzigartige Dokument stammt aus der ersten Bibliothek in Nwvur, die während eines Einsallcs der Elamrten IN Babylonien ,m Zeitalter Abrahams zerstört wurde, und befindet sich nun mit einer Anzahl anderer Täfelchen im Museum von Philadelphia. Als Dr Langdon vor einigen Monaten dies Museum besuchte, schrieb er sich die Inschriften von etwa jünszig Täfelchen der Nippur-Sammlung ab, die alle in sumerischer Schrlst sind einem Keilschrift Alphabet der vorsemitischen Beivohncr von Babylonien. Das eine dieser Täfelchen weist nun eme Hymne an Nimtud aus an die babylonische Göttin, die nach der Sage die Schöpferin des' Menschen ist. Die Hymne biete: die babylonische Version der Flutgeschichte und stimmt im Gegensatz ,n dem berühmten „chal- däischen Bericht der Sintflut", der 1872 von George Smith entdeckt wurde, mit der biblischen Darstellung in dem Namen des Patriarchen überein, der auf Grund seiner Frömmigkeit aus der Ko- tastrophc gerettet wurde. Der Name, der diesem Patriarchen be>- qclegt ist. heisst Tagtog, auf semitisch Nühu. Weitere gleiche Angaben zwischen der babnlonöchen und der biblifdx-it Erzählung sind bic 'Bezeichnung des Patriarchen als eines „Gärtners" oder Ackerbauers und die Dauer der Flut, die beide Male mit neun Monaten wlcücrgegeben wird. Tic Kabul'wiche.Version berichtet dann weiter, daß Noah nach der Flut „wie die Götter" wurde, was dayin zu verstehen ist, daß er das Geschenk einer außerordentlichen Langlebigkeit empfing: sodann erzählte sie, daß OanncS — die babyloniickze F»rui iür den Wasscrgotl Enki -- Noah die Geheimnisse der Tinge lehrte irnd ihm die Weisheit enthüllte, die von den Göttern in Besitz gel-alten wird. Es ist bemerkenswert, daß diese „Enthüllung der,We:sh:il" auch von Berosius erwähnt wird, dem babylonischen Geschichtsschreiber, der zur Zeit Nebukadnezars schrieb. Nach einer Lücke der Inschrift stüsst niau dann aus die bedeutsame Erzählung des Sünde',salles, der Bestrafung mit dem Verlust des ewigen Lebens oder der aLnglebigkcit deswegen, toeil der Mensch vom Bamn des Lebens aß. Die Darstellung besteht in einem Streitgespräch zwischen der «Schöpferin deS Menschen, Ninharseg oder kenswert, nwrin es u. a. heißt, „daß die bisherige gutmütige Haltung der Monarchie" wohl mißverstanden worden sei: „Davon nimmt die Leitung der österreichischen Politik Kenntnis und weiß sich in Uebereinskimmung mit dem europäischen Kulturbewußlsein, wenn sie feststellt, daß das Maß ihrer Geduld erschöpft i st. Tie nächsten Tage und Wochen müssen zeigen, ob man überall die Pflichten anerkennt, die eine solche Schandtat den auswärtigen Regierungen gegenüber irredcntiskischen Hetzereien und «Spekulationen aus dem Gebiete der Monarchie auferlegcn." Das ist wohl mehr als eine Warnung gedacht, denn als Ankündigung eines Umschwunges in der Politik des Habsburger Reiches. Vielleicht ist 'der Ursprung dieser Notiz doch in einer Quelle zu suchen, die nur halb verantwortsich ist und sich nichts „gefährliches" dabei gedacht hat! Tie beiden Mordbubcn Serajewa, 29. Juni. Außer den beiden Attentätern wurden zugleich noch einige der Mitschuld verdächtige Personen verhaftet. Die bisherigen Erhebungen haben ergeben, daß die beiden Attentäter Laudesangehörige und serbischorthodoxen Glaubens sind. Cabrinovic gestand, vor kurzer Zeit in Belgrad gewesen zu sein, wo er Bomben zu dem ausdrücklichen Zweck eines Attentats aus den Erzherzog erhalten habe. Der zweite Attentäter gestand, er habe seit seiner Rückkehr aus Belgrad den Vorsatz gehabt, eine hochstehende Persönlichkeit zu erschiecßn, um dadurch die serbische Nation für die angebliche Unterdrückung zu rächen. Bei der Ausführung des Attentats habe er sich absichtlich zwischen zlvei bekannte Studenten gestellt, von welchen er gewußt habe, daß sie noch nicht verdächtig waren. Bon dem Bombcnatienlat Eabriiwviös habe er nichts gewußt. Wegen der U c b e r r a s ch u n g ü b e r d a S Bombenattentat sei er nicht schußfertig gewesen, als der Erzherzog das erstemal vorbcigesahren sei. Maßgebende Kreise sind überzeugt, daß die Ausübung derartiger Attentate durch bosnische Landesangehörige ausgeschlossen gewesen wäre, wenn ichcht geraume Zeit hindurch, wie schon seit langem bekannt gewesen sei, in der loyalen serbischi- orthodoxen Bevölkerung vom Ausland aus in maßloser Weise agitiert und geschürt worden wäre, was besonders bei der Jugend der Mittelschulen und den Sozialisten scr- bisch-orthodoxen Glaubens verführend wirkte. Belgrad, 29. Juni. Das Blatt „Lalcane" macht über die beiden Urheber des in Serajewo verübten Attentats folgende Angaben: Ncdjehsp Cabrinovic, von Beruf Typograph, war vou anarchistischen Ideen erfüllt und als unruhiger Geist bekannt. Er weilte bis vor 20 Tagen in Belgrad, wohin er nach dem Kriege kam und wo er in der Staatsdruckerei beschäftigt war. Bor seiner Abreise erklärte er, daß er sich nach Triest begebe, wo er in eine neue 'Druckerei kommen werde. Cavrilo P r i n c i 0 weilte gleichfalls bis vor kurzem in Belgrad. Während des Krieges hatte er sich alo Freiwilliger gemeldet, wurde jedoch nicht angenommen, weshalb er Belgrad verließ. Er kehrte aber zu Weihnachten vorigen Jahres nach Belgrad zurück, wo er eine Zeitlang das Gymnasium besuchte und verließ dann Belgrad säst zu gleicher Zeit wie Cabrinovic, doch aus einem anderen Weg als dieser. Princip war schweigsam, nervös, lernte gut, verkehrte mit einigen gleichfalls aus Bosnien und der Herzegowina stammenden Mitschülern und in der letzten Zeit auch mit Cabrinovic. Er neigte sozialistischen Ideen zu, obwohl er ursprünglich der fortschrittliche» Jugend angchörte. Cabrinovic und Princip verband seit ihrer Kindheit eine unzertrennliche Freundschast. Nimtub, inid ihrem Gatten Enlil. Der Anfang der Erzählung ist nicht erhalten. Was davon auf uns gekommen ist, wird von Langdon folgendermaßen übersetzt: „Von der Kassia nahm er . . . Er aß. . . Die Pflanze, die ihr Schicksal bestimmte, damals kam sie über sic. Ninharseg im Namen von Enkt stieb einen Fluch aus: „Von nun an soll er Leben, bis er stirbt, nicht sehen." Die Geister der Unterwelt im Staub setzten sie sich nieder. Zornig sprach sie zu Enlil: „Ich, Ninharseg, gebar diese Kinder, und was ist mein Lohn." Enlil, der Vater, antwortete zornig: „Du, o Nin- harscg, hast Kinder geboren, deswegen soll Dein Name heißen „Jv-mcincr-Stadt-zwei-Menschen-will-ich-machtni-sür-dich". , Der Berühmte, seinen Kops hat sie gesormt als ein Vorbild, seinen Fuß hat sie gezeichnet als ein Vorbild, seine Augen hat sic leuchtend gemacht als ein Vorbild." Es ist zu beachten, daß in der babylonischen Erzählnng im Unterschied zur biblischen cs Noah ist und nickt Adam, der versuch! wird und fällt Bedeutsam ist die Jdcniisizicrung der Kassia mit dem Lebensbauni. Die Kassia ist die wichtigste aller Heilpflanzen des Altertums, und von ihrer Wirkung als Heilmittel mag sich ihre Bezeichnung als ein Baum herschrciben, der etviges Leben gibt. Die Bezeichnung des Baunies als des „Baumes der Erkenntnis" ist den Hebräern eigentümlich. In einigen babylonischen Texten wird die Kassia der Daum der «Schlange genannt, und cs ist möglich, daß der verlorene Teil des Täfelchens, der den Anfang der Erzählung enthält, die Szene der Versuchung schilderte. — Aiajor v. Bohlen und Hallbach nicht Intendant in Karlsruhe. Herr Major a.D. Harry v. Bohlen und Lallbach Hot erklärt, daß die^von verschiedenen Zeitungen gebrachte Nachricht, er sei omi l. September ab au das Karlsruher hosthcatcr verpslichtet, völlig unrichtig ist. Ter Intendant des hol- theatcrs Geh. hosrat Tr. Basscrmann hatte die Freundlichkeit, ihm zu gestatten, daß er sich einige Zeit zu «tudien- zwccken am Karlsruher Hoftheater aushaltc, wie er solches bereits am Hamburger Stadttheater tat und auch an anderen Bühnen noch zu NM gedenkt. Daß er iedoch am Karlsruher hosthcater selbst «Intendant werden solle, wie jene Zcitungsnieldung behauptet habe, davon sei'überhaupt uic und an keiner «teile die Rede gewesen. — Eine große Anzahl von Feuerstcingerätcn aus der ncolithischen Zeit wurde im Klettaugebict (Schweiz) gesunden. Aus dem hämming entdeckte man viele Ton- scherbcn mit Ornamenten aus der späteren Bronzezeü. Man nimmt an. daß dort eine Zusluchtsstätte bestanden haben muß. Die Funde sind so zahlreich, daß cs sich hier nicht um eine Opferstätte, sondern nur um eine eigentliche Niederlassung handeln kan». Nach der „Umschau" werden die Grabungen in größerem Umsang sortgcsctzt. — Eine recht interessante Frage beantwortet die Wochenschrift „Promotheus" (Lcivziq, Otto Spamer) in einem hübschen «kleinen Aussätze. „Welches ist der Stofs bezw. das Material, das gegenwärtig die manifigsalügsh: Verwendung findet.?" .Es Pt Sic hatten Serbien verlassen wollen, weil sie dort, trotzdem sic sich sür begeisterte Serben ausgaben, nicht die crhossic Ausnahme gesunden haben. Zahlreiche Verhaftungen in Serajewo. Der „Neuen Freien Presse" wird aus Serajewo gemeldet: Es finden zahlreiche B er Haftungen von bosnischen Serben statt, auch von Frauen und M ä d ch e n. Tic Verhöre dauern jort. Gendarmerie-, Polizei- und Militärpatrouillen durchziehen die Stadt. Um 10.30 Uhr nachts Imirden d r e i M o n l e n e g rinet cet> hastet, von denen einer ein Tischler ist, ivährend die beiden anderen angeben, Studenten zu sein. Allem Anschein nach handelt es sich um ein weit verzweig t e s K o m p l o t t. Es wird erzählt, daß Cabrinovic wiederholt geäußert habe, es werde gelegentlich der Ankunft des Thronfolgers etlvas geschehen. Es darf nicht vergessen werden, daß gestern der größte serbische Nationalfeiertag, der sog. „B e s r e i u ii g s t a g der Serben" war. Aus diesem Anlaß brachte das serbische Oppositionsblatt „Narod" einen chauvinistischen Artikel, der mit den serbischen Farben umrahmt war. Dieses Blatt wurde auch bei dem Täter Cabrinovic gesunden. Um 9.30 Uhr abends sanden in der Franz-Josef-Straße an tiser b ische Kundgebungen der kroatischen und moslcmitischcn Jugend statt. Studenten zogen, die Volkshymne singend und hoch- ruse auf den Kaiser ausbringend, durch die Straße und riefen „Nieder mit den Serben! hinaus mit ihnen! Wir brauchen diese Mörder nicht! Nieder mit den Feinden der Monarchie!" Tie Kundgebungen nahnien einen immer größeren Umfang an. Die Kroaten und Moslims bewarfen das Hotel de l Europe, das Eigentum des serbischen Führers Jeftalnovic, des Schwiegervaters des serbischen Gesandten in St. Petersburg, Dr. Spalaikowitsch, mit Steinen und zerlrümmcrten die großen Scheiben eines Kaffeehauses. Zur Verstärkung der Polizei mußte Militär ausgcbolen werden, um die Ruhe wieder herzustellen. Serajewo, 29. Juni, Tic Kundgebungen nahnien, da sich zu den Demonstranten der Pöbel hinzugesellte, einen iznmer bedrohlicheren Charakter an. Serbische Kausläden wurden gestürmt und geplündert. Infolge des bedrohlichen Charakters der Kundgebungen und da die Erregung in der Stadt immer mehr ivuchs, wurde das Standrecht verhängt: sämtliche Stadtpunkle sind militärisch besetzt worden. Ein junger Bursche warf am Vormittag an einer Straßenecke eine Bombe, die explodierte; ein Moslim wurde verletzt, der Bursche verhaftet. Die Leichname des Erzherzogs und der Herzogin wurden heute nacht einbalsamiert und ihnen dann die Totenmaske abgenommen. Der Zeitpunkt der llcber- führnng der Leichen nach Wien ist noch nicht bekannt. An der Bahre werden zahlreiche Kränze »iedergclegt. Der am hinterlaupte verletzie Flügeladjutanl Oberstleutnant Me- rizzi befindet sich außer Gefahr. Graf Boos-Waldeck wurde nur unerheblich verletzt. Ten Einzug der Truppen und die Proklamicrung des Standrechts nahm die Menge mit begeisterten .Hochrufen ausden Kaiser auf. Beim Heranrücken der Truppen spielte sich folgende Szene ab: Als eine Abteilung heranmarschierte, lvclchc stürmisch akklamiert lvurde, ries der Oberst den Maniscstanten zu: Wenn ihr den Kaiser liebt, seit jetzt ruhig. Die Menge leistete der Ausforderung sofort Folge. — —. « ' «.. . der Papierstoff. Wenn man sich vergegenwärtigt, was alles aus Papicrsloss hergcstellt wird, muß man deni Versasser zweifellos beistimmen. Tie Eisenbahnwagenräeer aus Papierstoss na.cn vor Jahrzehnten einmal eine große Sensation, Ricmichciben und Zahnräder aus Papierstoff sind heute ebenso bekannt, wie Anzüge aus Papier, die beispielsweise im städtischen Kcankeuhause von Chilago in großem Maßstabe von den Kranken getragen und nach dem Gebrauch verbrannt werden. Strümpfe aus Vap erstoss gibt cs in Amerika ebenfalls, mit Handtücher» aus Papier ärgern süddeutsche Eiscnbahnvcrwaltungcn die Fahrgäste ihrer li-Zug ragen, in Amerika sabriziert man wasserdichle Regcnmänle! aus Papier, die zusaiunicngesallcl in der Tasche getragen und nach einmaligem Gebrauch weggcworien werden, während der japanische Kuli — Japan ist das Land, in dem auch Wände und Fenster aus Papier hergestcllt werden — seinen nwsserdichicn Regenmantel aus Papier, den er sür etwa 75 Pfennig kaust, etwa ein Jahr lang tragen kann. Fässer, Eimer, Badewannen, Küchengcsäßc verschiedener A.rl und Waschbretter aus Papierstoff finden sich auch bei uns in vielen Häusern, Fußbodcnbelag und Wandbekleidungsstoffe aus Papier sind auch keine Neuigkeiten mehr, lvährcnd Gasrohre aus Papier doch verhältnismäßig selten Verwendung finden. Leitungsiiola- torcn aus Pavierswff, Ledcrimitatioiicn, sowie Garne und Gewebe aus gleickzcm Material erfreuen sich dagegen einer zunehmenden «Anwendung. Segel sind ein erst neuerdings aus Papierstoff her- gestellter Artikel, während hygienische, weil nach Gebrauch lvcg- gcworsenc Trinkbecher und Flaschen aus Papier in größeren Mengen verbraucht werden. Triumphe feiern der Papierstoff und das Papier als Verpackungsmaterial der verschiedmsten Art, von den scinsteu Erzeugnissen unserer Kartonnagcnindusttic bis zu den Zemcntsäckcn sür ein Gewicht von 50 Kilogramm und mehr. Neuerdings tritt nun aber der Paricrstoss auch als Ersatz sür Holz bei Tischlerarbeiten aus, iusbeionderc int Schiffbau, wo das leichte Gewicht eine große Rolle spielt. Zudem können die Bretter, Leisten usw. ans Papierstoff, der sich sehr leicht in Formen gießen und pressen läßt, aus viel billigerem Wege init plastischen Ornamenten versehen werden als bolz. Befestigt iverden solche imitierte Hölzer aus Papierstoff mit Schrauben aus dem gleichen Material, wohl dem neuesten Artikel aus Papier. Die Schrauben werden gegossen, das Gewinde — grobes holzjchrauben- gennndc — wird in gleicher Weise cingesckmiitcu, wie bet eisernen Schrauben. Tiefe kurze Auszählung dürste schon das eingangs über die universelle Verwendbarkeit des Papierstoffes Gesagte bestätigen. Aus Vollständigkeit kann aber diese Aufzählung durchaus keinen dknsvruch machen. Wahrscheinlich ist die Zahl der hier nicht angeführten Artikel, die auch aus Pavierstost hergestellt werden, größer als die der gcnaniltcil. Und was die Zukunft aus hieseni Gebiete noch bringen wird, läßt sich vollends gar nicht abselze», denn heute werden immer noch etwa 90 Prozent des in der Welt erzeugten Papierstoffes zu Papier verarbcttet., lieber das Attentat werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Der Beör- der schoß 2 ii-s inimittflbcurer Nähe, waS die unheilvolle Wirkung der beiden wohlgezielten Schüsse erllärt, Obwohl der Landeschef den Eindruck hatte, daß nichts geschchensei, wollte er die Fahrt durch die Stadt unter reinen Umständen sortsetzen Er befahl dem Chauffeur in den Konak zu fahren. Die Herzogin sank gegen ihren Gemahl und zwar gegen seinen rechten Arni, Ter Landesches Poliorek glaubte, daß die Herzogin infolge eines Nerven- chocks in Ohnmacht falle und wurde in dic>er Meinung noch dadurch bestärkt, daß der Erzherzog und die Erzherzogin leise einige Worte miteinander wechselten. Erst als der Landesches, der den ortsunlun- digen Chauffeur dirigieren mußte, sich den .Hoheiten wieder »ukehrte, bemerkte er in deni offenen Munde des noch immer ausrechtsitzenden Erzherzogs Blut, Als das Automobil vor dem Konak hielt, war die Herzogin vollständig bewußtlos. Als sie aus dem Automobil gehoben wurde, sank auch der Erzherzog im Automobil zusammen, Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle, aber vergeblich. Beim Erzherzog wurde der nach ungefähr einer Viertel st unde ein - gctrettne Tod sestgcstellt; wenige Minuten spa- ter starb auch die .Herzogin, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, Tie letzte» Worte Franz Ferdinands, Die Wiener Blätter, vorzugsweise die „Neue Freie Presse", bringen noch Einzelheiten über das Mtentat und seine Folgen aus Serajewo. Danach waren die letzten Worte des Erzherzogs! Sophie, bleibe leben für unsere Kinder! Der Erzherzog hatte noch gestern, bevor er von Jlidze nach Serajewo fuhr, an die Kinder ein Telegramm aufgesetzt, worin er ihnen Ereignisse des Samstags schildert. Das Telegramm schließt! Grüße, Küsse von Pappi, Der Mörder P r i n c i p erklärte vor dem Untersuchungsrichter, seine Tat sei Rache für die Unterdrückung der Serben, * . * Tas Befinden des Kaisers Franz Fosef. W i c n, 29, Juni, Der K a is e r ist bei b e stc m Do h l- befinden mir Gefolge heute vormittag ll.lv Uhr auf der Station Penzig eingetroffen, wo er von dem Erzherzog Karl Franz Josef empfangen wurde, Ter Kaiser fuhr im offenen Wagen nach Schloß Schönbrunn, von dem zahlreichen Publikum lebhaft begrüßt. Als Kaiser Franz Joses vom Bahnhöfe durch die Trauerschmuck tragenden Straßen zum Schlosse Schönbrunn fuhr, koirnlc sich da.» massenhaft angesammekte Publikum trotz des Ernstes der Stunde nicht zurückhalten, durch brausende Hochrufe und Hüte- und Tücher- schwenken dem Kaiser eine Huldigung darzubringen, für die der Monarch, der ungemein ernst und ergrisfen ausiah, gerührt dankte, Tic serbische lßciandtschast in Wien nntcr Schutz gestellt. Wien, 29, Juni. Das „Neue Wiener Tageblatt" meldet! Die hiesige serbische Gcsandschaft sowie das serbische Konsulat würben unter besonderen Schutz gestellt, um Kundgebungen zu verhüten, Wien in Trauer. Wien, 29, Juni, Gleich nach der Ankunft des Kaisers in c-chönbrunn trafen zahlreiche Würdenträger und Diplomaten in dem schlöffe ein, uni sich in die Kondolenzliste einzutragen. Der Trancrschmuck in der Stadt vervollständigt sich inimer mehr, kein ,hous ist ohne Trauerfahne, Ans den ltzebäutan der fremden Missionen wehen die Fahnen auf Halbmast, In den Geschäftsläden sieht man schwrrzumslorte Bilder des Thronfolge cpaares. Auch auf der Straße werden die Bilder des Erzherzogs und seiner Geniahlin zum Kauf angcboten. Die ganze Stadt steht immer noch unter dem lähmenden Eindruck der Katastrophe, Die Strafst,, sind dicht gefüllt mit Menschen, die, in iffruppen zusammen- stehcnd, das unfaßbare Unglück besprechen. Militärische Berater de» jetzigen Thronfolgers. Tic „Neue Freie Preffe" meldet! Um dem Erzherzog Karl Franz Josef Gelegenheit zu geben, den militärischen Dienst ans höheren Kommandopostcn kennen zu lernen, werden ihn, ein m i l i t ä r i s ch e r S t a b u n d m i l i t ä r i s ch c Berater zur Seite gestellt werden, die ans einigen Osfi- jtcren der bis^-rigen militärischen Kanzlei des Erzherzogs »ranz Ferdinand ausgewählt werden, Tie Militartauzlei des Gcncratinspeklorates als solche wird ausgelöst werden, Kaiser Wilhelm reist nach Wien. Berlin, 29,Juni, Der Kaiser ivird sich zu den Beisetzungsfeierlichbeiten sür den ermordeten Erzherzog-Tlstonfolger nach Wien begeben, * . * Eine amtliche serbische Aeiißcrung, Belgrad, 29, Juni, Das Preßbnreau des Ministeriums deS Aeußern veröffentlicht folgendes C om- muuiquä! Unter dem Eindrücke des tragischen Ereig- msses, besten Schauplatz gestern Sarajetvo war, haben wer nicht genug Worte, das schreckliche Attentat, dem der Thronsolger unserer Nachbarmonarchie und ferne Gemahlin zum Opser gefallen sind, z u b r a n d m a r - k c n, andern wir innig bedauern, daß durch den unerwarteten und unter so fürchterlichen Umständeir eingetret-nen j.od der gleicherweise hochgeachtete und greise Monarch der österreichisch-ungarischen Nachbarmonarchie und die in der Monarchie lebenden Nationen ins Herz getroffen ivnr den. sind wir in der Lage, sestzustcllen. daß das traurige Ereignis auch ,n »nscrcm Lande die Gefühle der größten Indignation und strengsten Verurteilung an s g e l ö st h a t. Eine Kundgebung in der italienischen Kammer. Rom, 29. Juni, In der Deputicrtcntäminer teilte der Minister des Aeußcren das Unglück von Serajewo mit gab dem ehrfurchtsvoUcn Mitgefühl für den greisen Kaiser Ausdruck und sprach die Hoffnung aus, daß ein durch so Gel Unglück gestähltes Herz auch diese Prüfung ohne Sckwdrn sür seine Gesundheit, die ganz Europa kvstbar sei, überwinden werde; denn in seiner hohen Weisheit sehe alle Welt eine der festesten Friedensbürgschaftcn Davauf gab der Präsident der Kämmer der Zustimmung zu den Worten des Ministers Ausdruck und erklärte die Kammer sende den Schwester-Parlamenten in Wien'und Budapest den lebhaftesten Ausdruck herzlicher Uebereinstim- mung in der Trauer, Lir Edward Krev über den toten Erzherzog. London, 29, Jimi, iUnterhans) Als Gr eh MM Etat des Auswärtigen Amts das Wort ergriff, ging er zunächst au> die Ermordunq des Erztarzogs und dessen Gemahlin cin und bemerkte, er könne sich nicht enthalten, ein vaar Worte pcrsön- licher Anteilnahme auszusprechcn, ohne dem Hause und deni Premierminister ^^uith vorgrechm *u^mgen'^uSbrucf' zu ta t Härten, tont ausführlicher i»rai „ r(ftn . 5» *«*%. t G^Mlen"'emeS"Menschen ch-c veffÜ'Uichc^te ^d -me tontcre persönliche Empfindung entsteht ahlreichen Schicksals- tan V^lnst benackffen der den österreichischen Kaiser betroffen h^ Jeder Minister tas Aeußcren >°ecü. c b?n stcben des Kaisers sür den europäischen Frievcn gewesen ist und weiter sein wird. * * * Acußerungcn der Wiener Preffe. Wien 29, Juni. Trotz des Feiertages sind die Blätter beule srüb erschienen Sie heben tan bewunderungswürdigen prmt L di'e taisvickgebende Psluhttreue ^r.mttder ta,: «M*« (Tntar-on sich den Aiffqabeii seiner hohen «lellung widmete, wtoic die tahen Geistesgaben und männlichen Tugenden durch die e sich allgemeine und au,richtig-'Verehrung crioorb, und ichl>e»Nw insbesondere die bleibenden Verdienste, die sich de^ ^iberwg um die Ausgestaltung von Armee und Flotte erworben hat, Aeuberungen der Blatter spiegeln die tMc mmschlcche ^tcilnahmc der Bcvöllerung an dem tragffchen schick,al de- -tt, Ehepaares wieder, dessen rührende Seel-ngcmeimchast em völlig ungetrübtes Familienglück schui, Sic stellen seit, daß a ,■ cifc n der ganzen Monarchie sich einmütig um den greisen Herrscher s ch a re n , her neuerdings eilt Bet l v t r l v o Heroismus und unbeugsamem Pflicht g> c \ u ; 611 9I geben hat durch die Art. wie er die Kunde von dcm erschütternden Attentat entgcgennahm und > 0 f °.. r 1 *7 e 1° c ^^Sbrmiihina Positionen traf. Mehrere Blatter.sprechen dw Vermutung aus, daß cS sich um einen ivohlvarbcrcitclen Mvrdanichlag auS yolttifchen Motiven handele. Die Pariser Preffe. Paris, 29, Juni, Aus Anlaß des Mordanschlages m S-raieivo gelangt in der hiesigen Presse insbesondere ne,e Tetl^ nähme und Miigcsübl sür Kai, er Franz Joses zum Ausdruck, der vom Schicksal so grausam «ctroffon Jet Der „Figar o" schreibt: Bei dem furchtbaren Unglück, welches das Haus Habsburg getroffen hat, wendet gemeine Teilnahme und Sympathie zunackyl dem vcrcürciiswertcn Oberhaiwtc dieser Dynastie zu. Der Schmer,, den Kaiser Man» Joses empfindet, ist auch der Schmerz des Volkes und c- gibt keinen Franzosen, der sich dieser ungeheuren Trauer Nicht an schließen würde, .... . . . 6 „ Der „Ercelsior" spricht die Hoffnung mir, daß Kaffer Franz Joses,' der kürzlich au! so wunderbare Wette von eurer schweren Krankheit genesen sei, noch lange genug leben werde, um dem neuen Thronsolger sür die innere und äußere potttit Oesterreich-Ungarns die Richtschnur zu geben, . Der „Gaulois" will wissen, das, der Mörder Prrncip in serbischen und russischen Blättern eine leidenschaftliche Kam paane zu Gunsten des OberhanpicS seiner Familie, eines angeblichen Herzogs von Zelycz, unternommen habe der ffck als Kronprätendent von Bosnien gebärde Zelycz, der in der rusffsmen Marine gedient habe, lebe jetzt in Paris und bemühe ffch, insbesondere in der Presse seine Ansprüche zu verteidigen. Die russische Presse. Petersburg, 29, Juni, Alle Zeiffingen sprechen ihr Mitleid für den schwergeprüften Kaiser Franz Josef aus. Die „No wo je W rem ja" schreibt! Die öffentliche Meinung Rußlands hat den Erzherzog-Thronfolger nicht zudenFrcundcn Rußlands gezählt, sie bedauert aber tief die Tragödie, Der „R i c t (ch" schreibt: Ten serbischen Patrioten galt der Erzherzog als die Verkörperung de- zähen Dranges der Ißibs- burgischen Monarchie nach Vorherrschaft aus dem Balkan, Ter Erzherzog siel als Opfer, der vntionalpvlitffchen Atmvsvhärc. die drohend Oesterreich von außen >md innen umgibt, Der „Petersburger Kurier" sagt! llngliicklicherweisc ist der Fürst von serbischer band gefallen, der in sich Funke» trug, an denen sich der europäische Brand entzünden sollte. Der Augenblick ist erschütternd sür Europa, besonders sür Oesterreich, Das Schicksal gibt Oesterreich Gelegenheit, seinen Kurs zu ändern und viele Sünden gut zu inachcn, die es in deni letzten Jahrzehnt begangen hat, NamenS des Friedens und tar Wohlfahrt Europas Hoffen wir, daß die Tragödie der Wendepunkt in der Politik Oesterreichs und Europas bildet, Tic Stimmung in England, London, 29, Juni, Die Zeitungen geben ihrem Abscheu Aber die Mordtat von Serajewo und ihrer Teilnahme für Kaiser Franz Josef Ausdruck, Ter D a i l y T e l e g r a p h schreibti Es ist keine Phrase, daß dieser Mann, der der Nachfolger cincr starken Persönlichkeit mic Kaiser Franz Josefs werden sollte, seine Spuren i ff g a n z Europa h i n t e r l a s s e n haben würde. Sein Tod ist, wie wir glauben, ein c r n st e r B e r l » st sowohl für ganz Europa, wie sür Oesterreich-Ungarn selbst. In dieser Zeit, wo die Welt a» den, Mpngcl großer Persönlichkeiten! krankt, ist der Tod eines so starken und selbständigen Mannes, wie es der Erzherzog war, cin ivohrcS Unglück, dessen Bedeutung man schwer überschätzen kann, „Daily C h r o n i c l e" schreibt! Der Empörung der zivilisierten Welt über diesen sinnlosen lind grausamen Mord wird nur die große Sympathie gleichkommcn, die alle Menschen für den greise» Kaiser Franz Joses empfinden werden, _ Wenn die Synrpaihic der zivilisierten Welt dem Kaiser ein Troff sein kann, so kann er dieser in vollem Maße sicher.sein. Alle souveräne Europas blicken mit herzlicher Verehrung zu ihm aut und der "schlag, der ibn getroffen hat, versetzt sie alle in eine Trauer, die der beredte Ausdruck dieser Empfindungen ist. Das Blatt sagt netter t .Die einzige Erklärung, die wir sür das gestrige Zerbrechen haben, ist, daß cs gegen die österreichisch-ungarische Monarchie geplant war. die das Zentrum und die Hauptstütze des osterreichisch-nngarischen Staates bildet. Aber der Schlag, der den Erzherzog und seine Gemahlin getroffen hat, stürzt nicht die Monarchie oder den Staat. Tic Politik des öfter reich,sch-ungarischen Staates kann durch tan Mord nicht ab geändert Ivrrden, tann sie ergibt sich aus den Bedürfnissen der Monarchie und der Völker, die ihr Gebiet bewohnen ,.D a i l y G r a p h i c" schreibt i - ^ Erzherzogs mit seinen hohen Idealen, seinn! reichen Ersahruiig pnd seinem natürlichen Ernst ist ein Unglück, ein Unglück sür Oesterreich und durch Oesterreich für ganz Europa, Erst vor wenigen Monaten n>arcn die ritterliche Gestalt des Erzherzogs und die soilnige Erschciming seiner schönen Gemahlin m Zpffercr Mitte und wir können empfinden, was seine Freunde und pandsleiite verloren lsabcn. Aber unsere Snmvathie wendet ® 11 höchstem Maße tarn schmerzgebeugtcn Kaiser zu, der sich nach einmal von einem nnversöhnlichen Schicksal getroffen fühlt, ■ x . In ,f ' ncm Lebensjahre mehr vereinsamt sintat als >e und der dennoch tapfer eine Bürde von Kummer und Verant- nwrtung trägt, wie wenige Männer in der Geschichte berufen gewesen sind. Aus Ktc>-t nud Cant. Gießen, 30. Juni 1914. ,. Tageskolender lür Dienstag, de» 30. J»„i: Stadt, laug"« Uhr ^E^^en-lIastspiel: ,7er lachende Ehemann." An- w ^'"l?r«'"t''vcrsonalien. Durch Entschließt»!-, de»! Ministeriums des Innern ist der Lehramtsrefervndar Fritz Wurm zu Langen zum „Lchramtsasscssor" ernannt --VZWWW Roienbera und dem Fairsten und Gra,en zu Ertaiü>-^ap)n bera zu Me mit einem evongel.sckken Lehrer zu besetzende zweite Oehrerstelle an der Voltsschule zu La » ba(fl Tos ^ eut°tt°,'sr°cht steh, den, Grasen zu Salms-Lartbück, zu. .» Ernannt würbe der Schulamtsaspiraut Ludwig Nr öl,l ans Jugenheim zum Reallehrer an der Blinde,i- anstalt zu Fricdverg unter Belastung », der Kates-m- der VolWschullehrer, ra ge^, dem Schulamtsaspivanten entert Steinmüller aus tzeuchelheim eine Lehrerstellc an der Volksschule zu Romroü, dem Schulamtsaspivanten Anton Schmuck aus Sobcrnheim crnc Lehrerstelle an der Volksschule zu Viernheim, ** Der Großherzog hat den Obersteuerkontrolleur Finanzassessor Bernhard Za " g zu Groß-Gerau zum Revi- sionsiontrolleur bei dem Hauptstrueramt Mainz ernannt, "* Gewerben uS st eil uug Dießen 1914. Zur Erinnerung an die ans der AnSstelliing vorhandenen Alt- Handwerke hat die AnSstellungSIeitung vier Ansichtskarten an- fertigen lassen, die den Nagelschmied, den Töpfer, den Zinn, gießec und den Weber darstellcn. Die vier Karten, die jnsaninikn nur 25 Psg. kosten, sind »ach Aquarellen des Kunstmalers K. FricS entworscn und in Mehrfarbendruck aus- geführt. — Wir niSchtcn nicht versehlen, hiermit nochmals auf den K onzcrtabend am nächsten Donnerstag, den 2, Juli, ausmerkson, zu machen, zu dem der bewährte hiesige Gesangverein .Licderkranz" in dankenswerter Weise seine Mit- ivirkung zngcsagt hat. Er wird verschiedene Männerchöre zum Vorträge bringen und zum Andenken an den am 1«. Mai ds. IS. verstorbenen Liederkomponisten Koschat auch einige Lieder dieses berühmten Tondichters singen. Tie Leitung der GesangSoorträgc liegt in den Händen de? Herrn Dirigenten Franz Bauer, ivährend die an diesem Abend konzertierende RegimcntSkapellc wie immer dcr gediegenen Leitung ihres ObcrmnsikmeisterS Lüber untersteht. Das Konzert beginnt' am Donnerstag um 8 Uhr abends. **1ic Bescheinigungen der ein gef chrieHee., neu Hilfskassen, Das Großh, Ministerium des Innern, erläßt folgende Bekanntmachung! Nach Artikel 7 der KEiser- liehen Verordnung von, 5», Juli 1912, die Inkraftsetzung von Vorfchrijleii der Reichsversickffiningsordnung bctr, SRe'g,-El. S, 439), werden die den eingeschriebenen HilfSkassen nach § 75 a des zvrankenvcrsicherungsaesetzcs ausgestellten Be-> sckminigiingcn, soweit diesen Hilfskassen nicht icreits vvrher als Versicherungsvereinen auf Gegcnseitigbnt eine Bescheinigung nach 8514 Abs, 2 RBO, erteilt lvordcn ist, mit dem Ablauf des 30. Juni 1914 ungültig. Es werden daher hiermit sämtliche von »ns früher erteilten Bescheinigungen nach §7'>a KBG. mit dem Minus des 30. Juni 1914 wcherrufen, insolveit solche Bescheinigungen nicht bereits widerrufen oder gegenstandslos geworden sind, oder es sich um solche 33e>' sichcriingsoereine auf Gegenseitigkeit handeU. denen eine Beschönigung nach 85,14 Abs, 2 stlBO, erteilt worden ist. Verband hessischer G e w c r be s ch u llehre r, A«n Sonntag, 28, d, M, dielt der Verband hessischer ltaiocrbeschul - lehrer seine 3. Berbandstammg im Hotel „Kaiscrhos" zu Gießen ab. Der Vorsitzende, Architekt Garnon l(fficßen>, begrüßte die erschienenen Gäste, insbesondere die Leiter der Gerverbesämlen. Die angeregten Verhandlungen ribrach e» viel interessantes Material, das für die weitere Bearbeitung der von der Verrinurunq gesxre,'-- Zielc reck! wertvoll war, Belontars die AnsteUziugsverhäUNffse wurden einer eiiigelßmden Besprechung unterzogen, T>as von den Trilncbinern vorgcdracbte Material unrrta einem lbuLsclyff: zur weiteren Bearbeitung überivieien, — Im Anschluß an die Sitzung wurde der Gelverbeausttrllung ein Bestich abgestattct, über deren Darbictimgen sämtlich,' Teilnehiner des Lobes voll waren. Den Schluß der Tagung bildete ein Rnndgang durch die Stadt. ** A >l s der Bntzback-Licher Eisenbahn tritt, wie schon kurz mitqeteilt, am l, Juli 19.4 unter Auchebung des bis- her gültigen Tarifs cin neuer Tarif in Krast, Es treten I5tnii» ; stigungen der Fahrpreise in tan Swtionsverbindungrn Butzlach-Pohlgöns, Butzbach-Ebersgöns, Butzback-Oberbörgern, Biitzbach-Nockcnbeiq und Bad-Nauhkim-Oppershosen ein. Für den Ausflugsverkehr nach und von Bad-Nanheim, nach Münzenberg (Burgrninc Mümzenbergi nick »ach Hos und Dors Güll 'Kloster Arnsberg) werden A u s s l u g s k a r t c n sür die 2, und 3, Waqen- klasse zu ermäßigten Preisen eingesührt, die an Sonn- und Festtagen und Mittivoch Nachmittagen ansgegeben wcrta». Von Bad-Naulwim werden im Sommer auch an den itbrigen Tagen Ausslugskartcn nach Diünzcnberg und Hoi und Dors Güll vcrab- solgt, ,rür den AüsstugSverkehr der 3 Wagenllaffc wurden die bekannten geräumigen mit großen Fenstern vcrseyenen Aussichtswagen in die Z'lge eingestellt. Es werden srrner die auf den Staatseisenbahnstrecken üblichen Monatsnebenkartcn cin- gesührt, deren Preis bic Hälfte des Preises dcr Monatskarten beträgt. Für Gesellschaftsfahrten von niindestens 30 Personen treten in allen Wagenklasscn Fahrpreisermäßigungen cin. Der Mindest» preis für bestellle Sonderzüge ist aus 30 Mk. herabgesetzt worden. Auskunft erteilen die Stattonen, "" An grffff r ’' f offener estraße. Am Samstag obeick» belästigten zwei an ,,,runkene Eisenbalm-mgesbelktr in der Frank- suner Straße cm junges Mädchen, das mit seiner Familie des Weges kam, in untarschäinter Weise, Der Vater der stmgen Dame schritt selbstverständlich sofort gegen den rohen Burschen ein und zag ihm seinen Ltock über. Daraufhin ergriffen dir beiden „Heiden" die Flucht, kehrten aber gleich darauf um mch wollten über tan Herrn taiffallen. Dieser setzte sich jedoch tüchtig »t Wehr und warf den einen der beiden Burschen zu Böden! als sich der Zweite mrt innein Stock von hinten über ihn stürzen wollte, entriß ihm em des Weges konimender Arzt den Stock und veru hinderte so, daß tar Ueberfallenc ernstlich verletzt wurde. Glück- iicherweffc mar die Polizei sofort zur Stelle mch nahm die beiden Burschen fest, um ihre Namen festznstellen. Der Vorfall hatte emen geioalttgen Menschenauflaus verursacht. Wenn jetzt auch nicht eine „Körpeec>erletzung" vorliegt, so gebührt tan beiden „Helden ntt ganz gehöriger gerichtlicher Denkzettel, Man kann wähl zu der Annahme gelangen, daß solche bemalen Angriffe auch einmal zu einer Notwehr mit der Waffe iübren können, und snr cm namenloses Elend, das hiaedurch entstehen könnle, mußten allem die Angreifer die Verantwortung wagen, m dem Bureau des Stadttheaters, sei nachdrücklich auf die heutige Anfführung der Eyßlcrschen Operette „Der lachende Ehemann" hin- gewiesen, die wie in Homburg und Bad-Ncntheim sicher "»ch stier lebhaslen Anklang finden lvird. ® a n d e rpreis sür das Jungdeutschlandfest c >" Bismarck-Relief, ist auf einige Tage ^Schaufenster dcr Kunsthandlung I, .Hirz am Scltersweg ^ Samstag fand eine Sitzung des Gesamtvor- JÄ ^vffelsberger Höhen-Eknb» in Gießen statt, in tar datangeschietanen ersten Vorsitzenden, Herrn Ober- f'fc ycl)rcr 1,111(1 Rndingöham , tar i ri Re chner nieder gelegt hatte, gewähli. Um die Geneh. imgimg des Amtes eines brüten Bvrsitzenden, das in tan Satzun»m rciftt antcrftftfit ist, ttntbitt ttfitfrfhöbdq«] feauwecriflnnnlunn tud)» 8 timt loraat- totobtrrafmer Block rSwottm- rourbc »um Rechner gctoäfcll. Die banlidjc» ÖfifWliiftgcn am alten Clubhaus und der Neubau eim« SpülrauTNs NTiirden nach den txxn Bvnitzntden des «»»us xchnhjes, 'Zahnarzt Iacger oorgelegten Borantchlägen Gen ehmigt: sre srnd zum Teil schon ausgesühn, zum ivertcren werben sic alsbald in Asigrtst gewonrmen werden. Zur Errichtung von Schül erherbergen lmirde ,nan sich erst dann entschlichen können, wenn genügend Mittel hierfür flüssig gemacht sind. Luc Zwrig- »ererue wurden gebeten, an Provinzial-. Kreis- und Stadtverwaltungen heran,ntrrten, sunt die Sache stnanziell zu unterstützen. — Die am Gciselstcin zusammengesallenc Georg Oioll-Hütle ist aus sMtteln. die von der Familie Koininerzücnrat Noll in Ging» ge- ftistet sind, neu errichtet worden. Ms Hausverwalter für die Clubhänsei wird Herr Jaegcr lGicßeir gewählt. Sodann de- schlvs, der Vorstand wocki am Grabe des verstorbenen irüheren Club- rechners Herrn Rechnuugsrat Keutzer einen Kran; niederzulegcn. — Das Hvherodskopffcst (Hauptansilug sämtlicher Zwerg- Vereine) findet Sonntag, 5. Juli, statt. Die Festrede wird der Bortttzenbe des Gesamtvereins B. &. C. Kreisrat Dr. Merck halten. .. , ** Die zweite Ausführung der Freilichtbühne Nniwt am Sonntag, den 5. Juli, nachmittags um 3 /«3 Uhr statt. Es wird dre Wiederholung der „Versunkenen Glocke" gegeben. ... ".Feststellung. In unserer Nr. 143 statten wir eine Enttcheidung des. Reichsgerichts mitgeteilt, nach der das obcrlandes- gerichtliche Urteil gegen den vrakt. Arzt Dr. St. zu Gießen wegen eines Kunsttehlevs bestätigt wurde Aus mehriachc Anfragen teilen wir mit, dass es sich nicht um den prakt. Arzt Dr. Stuhl handelt. Landkreis Gienen. & Bettenhausen, 29. Juni, Recht reichlich ist auf unserem Kirschbirg und an der Straße nach M u s ch e n - heim die Kirschenernte ausgefallen. Auch in der Güte der Früchte ist man mit der Ernte zufrieden. el. Arnsburg, 29. Juni, Am 28. d. Mts. versuchten Eltern aus Bechtheim ihre Tochter, die im hiesigen Ret- tuirgshaus untergebracht ist, zu entführen Sie hatten das Mädchen vorher besucht und zu einem Sperziergang eingeladen. Die Gendarmerie und die Ortspolizeibehörde von Lich wurden sofort benachrichtigt und kurz vor Nieder-Bes- singcn gelang es, sie einzuholen. Nach hestigem Kanrpf wurde den Eltern das Kind ivicder abgenommen und in die Anstalt zuriickgebrächt Kreis Lauterbach. tz Crainfeld, 28. Juni. Die Söhne des ermordeten Abraham Stein, die nun längst wieder hergestellt sind, führen ihr Geschäft wieder weiter. Das uiedergebrauntc Haus, in dem die Mordtat verübt wurde, wird nicht wieder° auf- qcbant. Einen Teil des Bauplatzes ltaöen sie an den Nachbar abgetreten, dessen Haus auch bei dem folgenschweren Ereignis ein Raub der Flammen wurde und den anderen Teil lvat die Gemeinde zum Erweiterungsbau der Straße erworben. Die Familie Stein bewohnt eines der beiden Häuser, die sie im Orte besitzt. Kreis Fricdbcrg. — Bad-Nauheim, 30. Juni. Die einzelnen Klassen unserer Stadtschule unternahmen gestern ihren ersten dies- sährigen Tagesausflug in die nähere und weitere Umgebung.^ Saalburg und Capersburg, Winterstetz v Ziegenberg und Hausberg, Braunfels, Münzenberg und.kloster Arnsburg waren die hauvtsächlichsten Wcrndcrziele. Einige der oberen Klassen besuchten Gießen und besichtigten dort u. a. die G e w e r b e a u s st e l l u n g sowie den Botanischen Garten mit der Ceylon-Ausstellung. I- Bad-Nauheim, 29. Juni. Die Aerzte des Internationalen Aerzicvereins haben die Heimreise anqctrete». M ünzen berg, 30. Juni. Die Nachricht von dem Einsturz einer Scheune, und von der Bergeordnctenwahl bezieht sich aus Trais-Münzenberg, nicht aus Münzenberg. €nftfd)iffabrt. Ein neuer Rekordflug Landmanus. Berlin, 29. Juni. Der Flieger Landmann hat einen neuen Rekord aufgestellt mit einer gesamten Flugleistung von 21 stunden und 49 Minuten. Landmann war am Samstag um 8.35 Uhr abends init einem Albatrosdop- peidecker mit einem 75pserdigen Mercedesmotor aufgestiegen und Sonntag nachmittag 6.23 Uhr auf dem Flugplatz Johannisthal wieder gelandet. Der Ballon ,M e tz l e i*, der ntn Sonntag i» Bitter selb anlgestiegen ivar, erreichte unter der Führung von Dr. E v e l >» g - Adlershos eine Höhe vo » 0 3 0 0 Metern. Der Mitsabrer Tr. Kalhörsle r-Charlotlcnburg stellte MeI! unaen an. Die Temperatur von 42 Grad unter Null war besonders enwfindlich, weil die Sonne durch Eireuswolke» z»n> Teil verschleiert ivar. Tie Landung eriotgte glatt »ach einer süntstündiqen Fahrt, die die Elbe entlang getührt hatte. Die Kosten de? Ausstieges wurde» bestritten aus den Mitteln des aerophystkalischen JorschungLIonds Halle a. d, S. Amtlicher Wetterbericht. Oessentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den I. Juli 1914 Zunächst heiter und trocken, später Zunahme der Bewölkung, warm südliche Winde. Letzte Nachrichten. Das Urteil im Prozeß Isaak, rm. Darmstadt, 30. Juni. Der Bankier Isaak, der im vergangenen Jahre zu einem Jahre 9 Monaten Zuchthaus verurteilt worden war, und Revision beim Reichsgericht eingelegt hatte, erhielt heute von der Straf- lammcr Darmstadt 1 Jahr Gefängnis und 500 Mk. G e l d st r a s e. Die Gefängnisstrafe wird durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. Amerikanischer Besuch. Berlin, 30. Juni. Etwa hundert deutsch- amerikanische Apotheker werden am 14. Juli tu Berlin eintrefsen, tvv sie von dem deutschen Apothekerverein, der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft und dem Berliner Apothekerverein empfangen werden. Am 15. Juli findet dann eine Besichtigung der wissenschastlicheu Institute von Berlin und Dahlem statt. Gegen einen Lehrstuhl für Naturheilkunde. Leipzig, 30.Juni. Gegen den Beschluß der Zweiten sächsischen Kammer, an der Universität Leipzig einen Lehrstuhl für Naturheilkunde zu errichten, haben letzt die ärztlichen Bezirksorgamsalioncn gemeinsam Protest erhoben. In einer Eingabe.an die Regierung weisen sie daraus hin, daß der Beschluß in einem schroffen Gegensatz zu den Kundgebungen der Fakultät und des Rcichsgesuridhettsamtes stehe und daß der Beschluß in der sächsischen Aerzteschaft große Mißstimmung erregt habe. Teilnahme des belgischen Königs beim Leichenbegängnis in Wien. Brüssel, 30. Juni. Das .^Journal" meldet, daß der K ön ig von Belgien sich zum Leichenbegängnis des Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand nach Wie» begeben wird. A n t i se rbi sch e Kundgebungen. S c r a j c w o , 30. Juni. In M o d t a h haben die M o s l i m und die Kroate» unter den Serben ein Blutbad a n - gerichtet. Fast sämtliche serbischen Geschästsläden der Stadt sind total zerstört worden. O f c n p e st, 30. Juni. Tie antiserbischen Kundgebungen habiM sich auf das ganze Land ausgebreitet. Ueberall ist es zu Ausschreitungen gekommen, in einigen Orten ivaren auch Brände zu oerzcichnen. In Scra>ewn wurde einer der Demonstranten von einem Ladeninhaber, dessen Laden inan zerstören wollie, durch eine» Rcvolverschuß getötet. In Ncwesinic hat sich die Scharsta, eine zum größten Teil aus Serben bestehende Gruvvc für die Mörder erklärt und für die ruchlvtc Tat Partei genommen. Ein weiterer Erfolg der albanischen Aufständischen. A t h e n, 30. Juni. Den letzten Mevnmgcn aus Durazzo zufolge haben die Aufftändischen die Stadt Kroja eingenommen. Die Lage in Mexiko. Ber a cr n z, 30. Juni. Engliiche Flüchtlinge aus Mexiko glauben, daß binnen wenigen Tagen in der Hauptstadt eine Rcvoltcausbrcchen werde. Die Lage Huertas sei ver- z w e i s c l l. Er ist bemüht, seine Liegicrung bis zu den Wahlen auirccht zu halten und wird nach der Ernennung seines Nachsolgers sofort abdanken. Die ausländischen Kolonien trcjfcn alle Vor-- kchrungcn sür den Fall eines Aufstandes. _ Haaa* rrti 1 cH reinigt, Kräftigt und erfrifcKt das Haar und die Kopfhaut. Fiafche zu 2 jV. für mehrere y Wochen ausreichend. .... ....... ........" 7 - 8 -Nmlll.Mn. Hochherrsthaftl. 1. Stock mit nüem Komfort, Bentralheiz., in rrrhiger Lage und Nähe dex Universität per 1. OkrolL v* uermieten. 7(107 Näheres in drr Geschäftsstelle des Gietz Anzeigers. Die Wohnung der Fra« Dr. Thiemanu, 4 Zimmer, Fremdenzimmer. Bad, Balkon re. ist per 1. Oktober zn vermieten. 7879 .Hcimstättenlmn Gef. in. b. H. Auskunft durch Hosl. Brück und Arch. Hamann. 6 Zimmer \ «Zim.-Wobu. mit Badez., Fremden;., nv. Trockenb. per 1. Okloder zu vermiet. fT5'it5 Ü,I. 7. »acklt I 6 Zimmer 1 F„ nächst. Nähe d. 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Bernbcck. 17751D töfmeinniiijigc Baugelloslküslhust E. G. m. b. H-, Gießen. Haupt-Versammlung, Mittwoch, den 8 . Juli 1914, abends 8 1 / 2 Uhr im Hotel Schütz. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2 . Geländeerwerb. 3. Neuwahl zum Aufsichtsrat. Der I. Vorsitzende des Aussichtsratcs: _Dr. Rosenberg, Rechtsanwalt. ( 7743 p Sonntag, den 5. Juli 1914, von nachmiliaas 3 lldr ab, sinder unser diesjähriges Sommerfest 1 verbunden mit Tanz „» Freien, Ausiührnng baticrifdi. National tiinsc wie Schnholatt In. bancr. Dreher re. u.51indcrbclustigunacn aus der „8et>cdcr Gröstc für Fcittidiketten am Laaer Iw billig. Berechnung. Dir,»raste <> Pari. 041114 5 uhboden-Anstrich Vcrnstciu- Lackfarbe j über stacht trocken, lose e.ewosien, Vsimd NO Pfg. VeÜLrdoo. lacke, Pinsel, Ptrhettwachs, Prrkettrosc etc. 7281 toi. Waller