M. W Drittes Blatt m. Jahrgang Erscheint lötzltch mit Ausoahioe der Sonntags. r-'k „«ieftener HimMeiidlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, dar „KtttsMBtt für den Kreis riefte," zweimal wöchentlich. Die „land-irtichaftliche, zeit. fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Mittag. 29. Juni Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitätr - Buch- und Steinüruckerei. R. Lange, Kietzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- Kratze 7. Expedition und Verlag: e j g s iöl. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: Anzeig er lKietzen. Die Düppel-Zeier. Sonderburg, 27. Juni. Die Stabt ist aus Anlaß der Düppel-Feier großartig geschmückt, besonders in den Feststraßen, die sich durch die ganze Stadt bis nach dem Düppel.Denkmal hinziehen. UeberaN sieht mau Fahnen und Girlanden Eine sestlichqsstimmtc Volksmenge erwartete die Ankunst bei .Kriegsschisfe „Stettin", „Augs- bürg" und t n t dg a r t", welche die Beterancn von Kiel hierher brachten. Die Schisse kamen zwischen 10 und 12 Uhr hier an Tie Beteranen wurden durch, eine Anzalft non schillern der Oberrealschulc und der Fugendwehr in ihre Quartiere geleitet. Für die Offiziere sand im kzotel „holsteinischer hos" eine gemeinsame Mittagstafel statt, wahrend der Festausschuß die Beterancn in dem aus dem Schl oßpl atz errichteten Festzelt bewirten ließ. Anwesend sind etwa 1.7 00 Veteranen, darunter ettoa fünfzig, Cfrisiere: unter diesen bemerkte man die Feldmarschüllc Gras v. häseler und Freiherr v. d. Goltz sowie den General n Podbielski.Sämtliche Truppenabteilungen, die im Fahre >864 an dem Siege beteiligt waren, hatten zu der Feier Ab- ordnu .grn von Ostizieren und Mannschaften entsandt. Die Düppel.EebächtniSaurfteftung. wurde heute nachmittag durch den Protektor Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein feierlich erössnet. An der Erössnung nahmen teil die Herzogin von Schleswig-Holstein. Prinz Philipp von Sachsen-Loburg-Gotha sowie die Spitzen der Militär. Marine. Staats- und Komniniml- behörder. von de» Kriegsteilnehmern u. a. Feldmarschall Gras v häseler. die Generale v. Podbielski und v. Eglofs« stein und eine Anzahl iveitercr Betcranen aus dem Fet^uge von 1861. Von ionstigei, Ehrengästen loarcn erschienen: Generglseldmarschall Freiherr v. d. Goltz, Admiral v. Thomson und hosmarschall v. Gvnz-Rekowski An den Erossnungs- akt schloß sich eii,e Fahrt nach den Schlachtfeldern und deit Erinnerungsstätten bei Düppel und auf der Halbinsel Brvacker an. 35 . Airchengesangssest im Srohherzogtum Hetzen. eE Butzbach, 28 Juni, Unter Leitung des l. Vor- sitzcirden des Landcsvereins comiiplischer Kirchengesanq vereine, Herrn Prälat l>. Dr. Fl ör i n g - Tcrrmstadt," ivurde heute das 37 Ki r ch e n g e s cgt hielt l>er Direktor des Predigersemrnars zu Fried- berg, Prosesior v. Dr. Schöll. Auch ein Kinderchor wirkte mit Zwischen den eiiü^elnen Gesängen wurden geeignete Schriftlektionen eingcfügt, auch die früher viel üblichen Weciü" "äuge kamen zur Anwendung Als Organist wirkte Lehrer Bangert mit, die Liturgie las Pfarrer Loos. Die ikachversammlirng begann um 3id Anbetung". Pfarrer Loos sprach herzliche Bc- xrutz ingsu oric im Auftrag des Kirchcnchors und der Gc- nr.'ituv Butzbach. Die Festrede hatte Prälat v. Dr. F'.vring Tarmstadt übernommen. Er begrüßte be- sonde-' die Ehrengäste: Superintendenten von Oberhessen Tr. Petersen, Professor .Kunkel, Rektor der »iiiv-rsität Gießen, Professor Tr. Schöll, Direktor des Pre- digcrien'inars Friedberg nnb den Vertreter des Badischen Landesverbands, Oberlehrer Schnmacher-.Karlsriihc. Hessen zähle 2l l .Kirchengesangvereine, davon Starkeiiburg etwa >00, Rheinhesscn etwa 65, Oberhessen nur etwa 70. Im Interesse der evangelischen Kirche seien wettere Gründungen notwendig, jede Gemeinde sollte einen .Kirchenchor oder doch wenigstens einen Schillerchor haben. Superintendent Geh. Konsistorialrat v. Petersen spricht über die Notwendigkeit und Ersprießlichkeit der Kirchengesanqvereine. Er dankt besonders dem Musikmeister des Landesverbandes, Professor A. M e n d c I ss oHn-Darmstadt Dieser leitet den Dank ab auf die Dirigenten der einzelnen Vereine und bringt aus sie ein hoch aus. Pfarrer Becker- Fürth sprach zum cochluß über die Eindrücke des heutigen Festes. Einzclchörc wechselten mit gemeinsamen Aedern und Vorträgen des Po- saunenchors Fechenheim ab. Das „Niederländische Dankgebei" bildete den Abschluß des Festes. Au» Stadt und Land. Gießen, 29. Juni 1911. ^Empfangen wurden vom Großherzog am 27. Juni u. a.: der Finanzamtmann Franz von Friedderg, Medizinalrat Dr. B c st von Schotten, hosbuchhändler Eb er l i n g und Bezirkssparkasserechner Dttrck von Büdingen. ** R n h c st a n dsv e r se tz u n g. Der Großherzog hat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadi I Ämts- gerichtsrai Eugen Gerlach aus sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treuen Dienste in den Ruhestand versetzt und das Ritterkreuz 1. Klasse des Derdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Eisenbahnwesen. Der Großherzog Hai dem Bahnhofsvorsteher Heinrich Herwig zu Wetzlar, den Eisen bahnassistenien Peter Kuhn zu Hernau-Ost. Wilhelm Berk zu Heldenbergen-Windecken, Wilhelm Luh zu Franksurt a. M. und Heinrich Jäger zu Ossenback) a. M„ den Bahn meistern Heinrich Sauerwein zu Herborn. Georg Mark zu Fricdrichsdors und Adolf N u m r i ch zu Fwiedberg, sämtlich in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft, die unkündbare Anstellung verliehen. — Am 29. Müi d. I. wurde den Lokomotivführern Karl G c r b i g zu Siockheim, Heinrich Stingel zu Frankfurt a. M, August hain z jpr Schotten, Johann B^lü m l e r zu Aschaffenburg, Peter K c. - T zu Hanau, Konrad Stürz zu Bebra, Jakob Eichbladtzn Frankfurt a. M„ Hermann En gelter zu Franksirrt a. M. und Adolf Braun zu Gießen, sowie dem Zugführer Heinrich Aktenburg zu Friedberg, sämtlich in der Hessisch Preußischen Eisenbahirgemettrschast, die unkündbare Anstellung verliehen. ** Gewcrbeausstellunq Gießen 1914. Der heutige Sonntag hatte sehr viel fremden Besuch nach Gießen gebracht. So besuchten u. a. die Gewerbe vereine von Darmstadi und Bad-Orb, die Lehrer an den hessischen Gewerbeschulen, der Bezirksverein der Forst- und Landwirte Hessen-Nassaus, Sitz Frankfurt a. M., sowie der Klub Fidelitas aus Lauiestbach unsere .Ausstellung. Bald herrschte in allen Räumen ein munteres Leben und mit Ernst und Fleiß suchte man den Wert unserer heimatlichen Arbeit zu ergründen. Der Geschäftsfiihrende Ausschuß nahm an dem gemeinsamen Mittagessen des Darmstädter Vereins teil. Der Vorsitzende der Ausstellung begrüßte die Damen und Herren und trank auf die Be- ziehungcii zwischen den Gewerbcoercinen Tarnlstadt und Gießen. Weißbindermeistcr KrauS-Darmstadt danklc im Namen der Gäste. Sein Trinkspruch galt der Ausstcllungs- lettung und dem Ortsgewerbevercin Gießen. Stadtverordneter L. Petri II. trank auf die Damen. — Die Abteilung Alt-Handwerk hat dadurch eine wesentliche Ausgestaltung erfahren, daß ein Nagelschmied und ein Kunsttöpfer ihre Tätigkeit begonnen haben. •* Sei dem Ja hreSfes! der Landesuniversität am kommenden Mittwoch ist, ivie uns mitgeieilt ivird, der Zugang zur neuen Aula für die Festteilnehmer ausschließlich von dem Haupteingang des KollegicngebäudcS in der Ludwig» straßc aus vorgesehen. Der Eingang von ‘ her Goethestraße aus bleibt für die studentischen Fahnenträger und die Mitglieder des Akademischen Gesangvereins Vorbehalten. Da die »enc Aula für einen größeren Kreis Platz gewährt, sind bei der Feier, die um ll 1 /, Uhr pünktlich beginnt, außer den geladenen Gästen auch andere Freunde der Universität willkommen: einer besonderen Eintrittskarte bedarf es nicht. " Die scierliche Einiveihung der Waldeckcr Talsperre in Gegenwatt des Kaisers ist nunmehr bestimmt auf den 25. August festgesetzt worden. ** Schiffs! x ft c für billige Briefe nach den Bereinigten Staaten von Amerika (10 Big. für je 20 k . Die Porwermäßigung erstreckt sich nur mit die Briefe, nicht auch aus Postkarleu, Drucksachen usw. und gilt nur sür Briese »ach den Bereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B. Eanada. „Eleveland" -nur nach Boston, ad Hamburg 3. Juli, „Berlin" ab Bremen 4. Juli. „Kaiser ibühclm der Große" ab Bremen 8. Juli. ..Großer Kurfürst" !Nvch unbestimmt Bremen ab 11. Juli, „Amerika" ab Hamburg 1b. Juli, „Kronprinz Wilbelni" ab Bremen 21. Juli. „Vaterland" ab Hamburg 22. Juli. „George Washington" ab Bremen 25. Juli, „Krvn- prmiessin Gecihe" ab Bremen 28. Jult. „Imperator" ab Hamburg 31. Juli, „Känigüi Luise" ab Bremen 1. Aug-uft. Postschluß nach Ankunst der Frühzüge. Me diese Schiöe. außer „Cleoelaird", sind Schnelldanwser oder solche, die für enie bestimmte Zeit vor dem Abgänge die tchmklstr Beförde- rimgsgclegenheit bieten. Es enipstchlt sich, die Bttese mit einem Ltttvermerke wie „direkter Weg" oder „über Bremen oder Hamburg" zu berjeheu „Gesan g erfreut des M c » t chen Herz". In einem Dorse unserer Nachbattchast hcrn'cht im Gesangbereni „Eonkordia", was so viel wie EiMracht bedeutend, grimmige Zwretrachi, weil der Trngem van seinem Posten zurückgeircten ist Auf einem Fakmen- weidfeft zeigte der Verein keine Lust zum rrcngen und auch der Dirigent tchltc. Es ist jetzt die Rede von einer Soreimg-uiig um einem andern Gesangverttn, aber die iünenwen Mügtreder, beider Vereine, loerden keine Einigung zustaude kommen lasten. Die mttften Mitglieder der Gesangvereine sind aber auch zugleich Mitglieder des Turnvereins. Weil nun die jüngeren Mitglieder des ^Turnvercms die Einigung der Gesangvereine hindern, so sind 'ünn erlüge ältere AHtglreder aus dem Turnverein ausgeschikden. Ä»e garr,e Zwistigkttt ioird toohl aut ritte» Gesangsweltstrcit in Nr Nachbarschaft zurückzuführcn (rin, wo der andere Gesailg- vcrrin einen ersten, und Ehrenpreis errang. Kreis Friedderg. r. Reichelsheim, 27. Juni. Heute morgen wurde der fast 70jähttge Invalide JohS. N i c S verhaftet und ins Amtsgerichtsgefängnis Fttedbcrg abgeführt. Der Verhastttc wird beschuldigt, sich an Mädchen im Mter von vier bis zehn Jahren vergangen zu haben. Wegen des gicichenZVcr- brechcnS hat Nies schon eine vicrjähnge Zuchthausstrafe verbüßt. Hessen-Nassau. -st Fulda, 26 Juni. Der Rcichstag-sabgeordriete für den Wahlkreis Jülda Richard Müller«Fnlda hat der hiesigen Stadt Grundstücke in Größe von 9273 Quadratmetern geschenkt. Die Grundstücke rcpräsentteren einen Wert von 77 (Bit Mk.; sie sollen als Baugelände für ein zu erbauendes ftirbt. Waisenhaus Verwendung finden. Ferner hat der kürzlich in Berlin verstorbene Geh. Justizrat Dr. Adolf Braun, ein geborener Fuldacr, seiner Vaterstadt ein Legat von 5000 Mk. für die evangelisckien Armen der Stadt vermacht. vie Einweihung der Gietzener ZreiNchtbühne. Gießen, 29. Juni. Als sich vor wenigen Wochen einige künstlerisch regsame Herren aus Anregung des heern Pros. Dr. B c r n b e d an die Stadtverordnetenversammlung wandten und sic um herrichtimg eines entsprechenden Platzes zur Anlage einer Freilichtbühne baten, da dachte wohl keiner daran, daß etloas außergewülmlichcs Die 100. Auflage des ..Allgemeinen Deutschen Aommersbuches". Itr. tz. ll. - Im altgewohnte», liebvettrauten Einbond, in den bier Ecken eie bierehrlich iunkelnden Nagel aus Messing, um dich :vn der schonungslosen Flut des .Kneiptisches zu retten, m deinem Herzen in Galdiettern die ir.'bverheißenden Worte ringeprägt: ^Gaudeamus igitur. juveuus dun, >mmis", Worte, in denen Pas ganze Glück und die Tragik der Jugend rulten — Glück, daf auch wir iic erleben dursten diese herrliche, überschaumendei Jugend, dies „Student sein, wen» die Veilchen blühen, ei» roter chstund verlockend lacht", uud Tragik, daß sie so rasch, kaum geahnt und ungenützt auch schon geflohen — so fanrft du heute, du liebes Buch der Lieder, unermanet, wie ein alttrauter Freund, in mein Studierzimmer und ließest mich mnnlten ernster Tagesarbeü zurückversiiiksn in ein Land des stürmisch dahinbrausenden Jugend- srohslinis lind bimmelstürmender Träume. Und aus deni blauen Nebel fgutttenbaiter Bilder, die sich vor mir formten, stiegen Gestalten alt und wundersam empor und da lagst du wieder vor mir, goldenes Land der Vergangenleit. Wo war es nur, daß ich düst, du liebes Buch, zum ersten! Male erblickte? Ick sehe icki sie wieder vor mir die tabakdurch- aualtnie Pennälmkncive voll trvhei tugendlicher Gestalten: iargen- ste, strenger' Magisterpedmiterie und lakeiniichen Vokabeln entronnen, iliigen sie begeistert aus deinem Liedertchau. Lang, lang ist'» her. daß ick, dich da aus mühsam eripartem Taschengeld erstand und wrgsam Svrucki und Wappen des „Bundes" in bunten Farben in deine Blätter malte. Tas war zur seligen Primanerzril imd dann zogll du mit mir hinaus in die Ferne, als das öoer, des jungen Fuchsen sehnsuchtsbang den Wundern der tach-mden. lockenden Welt entgegenschlug, zur alten Mnsen- stadt am Neckarsttand. wo ephenumrankt die zettallene Burgruine wetterhart :md altersgrau aul engverschtungene Gassen hernieder- ichaui. aus denen Hunte Müden hellschimmernd zum Jetlenbübl emnargrüf-u und ein Sana von Jugend und Glück ,m Lenzes- dus, über dem ganzen Tale schwebt. Da zogst du mit mir zu ieohen Knuptohtten an stivmumrausehleu Schenken im Neckartal. Wie lang und jauchzte der funge ?Nund der Brüder uud schöpfte immer wieder neuen Liedervorrat aus deinem uncrschovsteckten Liederborn du to-rrliebes Kommersbuch. Was aus der innigen Seele urih're- Volles heraus tick, gum Liede formte, wenn die Jugeich si k- ,m Maienionnenscheiu unter blühender Linde ,»m Reigen sch' " mos oft rauh: Burschen ttt hohen ShilwHetetn und Flau- Kammer,irren ans Deutschlands hochtchulen in längst > Len in die Lüfte gejauchzt, was sväter rin Otto 1 Viktor von Scheffel der Irgend aus hem he»z - Llftcher, M Md Qön lipb nM tausend andern in perlende Töne gesetzt, das steht in deinen Blättern — cm Schatz so reich UN» köstlich, wie ihn nur unser' deutsches Volk besitzt. Uiib das keiltest du uns mit, wenn wir in laulinder Maiennacht unter schwerdustendem Flieder und süfberauschender Akazienblüle vl>e>l am Berge saßen, zu unserii Füßen, tief, glühlichtermeerumhaucht die alte Stadt in tiefen, Schlafe: dann lagst du oste» vor uns neben deni funkelnden Römer Rbeinwems und leise träumerisch erllang die Laute zum Lob und Preis der Jugend und der alma Maler. Und einst in soimnerrciser Juninacht da sang ein kirschrolblühender Mädcheimrund aus dir, goldüberhaucht im Lichtrefler der roten Ampel das Mandhaar u>ch wie iauchzte so jugendselig der Mund im Ehor der Sangesbttider das Lied vom Knaben, der vergeblich in die Well zog, das Glück zu erjagen, und wie glückverheißend erklang der Schluß imd da küßten sicki beid' zur Sommerzeit, ivenn am Walde, am Walde die Heckenrosen blüh». Und so liegst du heute vor mir, nachdem Rosen und Glück von damals vermehrt, als ein Festeskind. Au! deinem Titelblatt jchltcht und enifach ein Kränzchen mit der Jubelzahl 100, in deinem Innern aber ein neuer großer schätz von köstticheii Liedern und Preiskvmpviitioneil wie das herrliche „Wilhrasenlied", „die Ausfahrt" üstv., 'daneben wieder prächtige Lieder, wie die lllk- mersche „Walpurgisnacht in Heidelberg", der schöne Sang aut die rebemm,kränzte Kiliansselte Würzburg, nebst all den vielen Liedern von Jugendsang und Lenzesminne, die neu entstanden sind, voran das köstliche Lied: „Burscheniahrzeit". Auch manches alte Lied vergangener Zeiten, das sich wieder neu in die Herzen der Jugend eingeiungen, wurde in die Jubelansgabe mttaufgeiwnimen, und so kannst du mit Recht „Das Buch der Lieder" heißen., Sv ziehe denn hinaus und erobere dir die Herzen der neuen Ge nerafion, der die Zukunst gehört, die mit wettoffenem Schillerkragen, stiegenden Locken, sonnenverbrannt, ein Siegeslächekn in den Augen, ans den Livven aber ein glückverheißend Lied mit der Zupfgeige durch die junggrinien Bergeswälder zieht, und enmrb dir auch die Herzen all der Tauseiche jugendlicher Musensöhnc, so wie du es einst auch mit uns getan. Aber uns zürne nicht, du Festeskind, wenn wtt biSwrikrn noch, so wie wir es auch heule loten, unser altes Kommersbuch aus unseren Stichienjahren zur Hand nehmen, das Buch, aus dem wir als junger Fuchs das frohe Lied griirngen, aus dem wir beim Examenstrunk im Freundeskreis gejubelt und dann zuletzt das bitterwehste Lied vom Schechen sangen, als es gatt zum letztenmal die tteue Freundeshand zu drücken und Absehied Mi nehmen von Sttldentsrin und Jugend. Freilich, du «lies Buch, zerknittert und oft zerrissen sind deine Blätter, aus den Fugen der einst so sritle EttibMch, aber aus dir weht rin Dust von länqfkverrausch- ten gaajxn, non bvMjchäuinmdem Bier und Uffijdate Bst—> trank, der sich unlöslich in dich enigesogeii, und so bleibst du uns das liebleuettle Gut der Studentenzeit, denn du bttgst unser Kostbarstes, was ivir Ifaben: „Den Traum der Jugend", wie es kein anderer als Roguctte schöner sang: Schlag' ich das Bilehlein wieder auf. Mir tvird halb weh, halb wonnig. Es klingt um mich, es klingt hinauf Zuvr Himmel blau und sonnig. Uud alles hat sich neu gesellt. Und blühen tvill's und sprossen, Als hielte ich die ganze Welt Jni kleinen Buch umschlosten. — Kinder auf Reise». Die Frage, ob Kinder wft Reisen liefe Eindrücke enipsange» und ob auch bei ihnen sich daS Smichwari, daß, Reisen bilde, sich bewährt, wird durch die Erfahrung sehr berschieden beantworiet. In unserer Zeit nun freilich werden Kinder schon aus die wetteften Reisen mttgeuonimen. Früher war das immerhin eine große Ausnahme, und Sebastian .hensel, der Derfaiser des bekannten Buches „Die Familie Mendelssohn", der er als Sohn der Fannh hensel selbst angehöttc, be. klagt es in settier Autabrographie als nicht gerade günstige Fügung des Schicksals, daß die einzigen großen Reisen seines Lebens in sein stinstes, neuntes und vierzelmtes Jahr sielen, lind er meint, „es war doch ein Jammer, daß die Perlen Italiens vor solch ein kleines Ferkel gewotten wurde» und ich die Reifen nicht m einem vernünftigeren Aller machen konnte". Von seiner Reise als Neunjähriger nach Italien meint er: „Ick, tvill nicht dafür stehen, daß ich nicht anfangs ein ähnliches Urteil über Italien fällst, wie jenes Kind, das bisher innner im Sommer an der See gewesen war, über die Schweiz ,Me hat dir denn die Schlveiz gefallen?' stagst die Tante. .Greulich', ivar die Antwott, .nicht eine vernüustige Hand voll Sand zuni Svielen.' Denn ich war doch eben ein Kind!" Don derselben Rrisc erzählt hensel noch: „Sehr lebendig steht Mir vor Jlugen die Enttäuschung meiner Erwartung auf dem SHIfffr Joch Ich hatte immer grill»-»»- daß haunibal vom Gipfel der Alvei, seinen ettchövften die lachenden Gefilde Jwliens »einte und hatte inst eingebildet, oben gngekommen, sehe man die ganze CsE 's? 1 karienattig ausqebreitet liegen, den ganzen Sttesel. iiu^^?; , Sizilien und das Mttstlläichffche Meer und war iehrcks „ 'st sue überrascht, als ich nichts sah, als wieder Berge und Eis und Schnee und konnte durchaus Nicht in siosurns ettrsttnrmen, der als sanattsaher JtalieneX^lQ.TV^! 1 '' urm Mi, Ml» rüGe, man rieche schon den SiÄrch «uptete. entikhcn sollte Man wollte iich zunächst auf das notwendigste beschränken und dann txm Jahr zu Jahr werterbanen. Aber mit einer geradezu überraschenden Einmütigkeit Hot dir Verwaltung der Stadt und die gesamte Ttadiverordnelensitzung die Anregung ausgegripen und ain Fichteukops eine Freilichtbühne errichtet, die zu den Vesten in Deutschland gezählt werden mutz und zugleich auch die erste ist, die aus städtischen Mitteln errichtet ward. Das wird, wenn der lstcdanke des Freilichttheaters durch gute Vor- stellnugen erst einmal die Bürgerschaft ganz durchdrungen hat, rhren berufen n Vertretern den herzlichsten Tank aller einrragen und zugleich in neues bklebeiches Element in dem bisher ja recht stiesmntterlich bedachten künstlerischen Leben unserer Tladt lern. Der Platz, der nach den Plänen des Herrn Bautechnikers K ö h l c r angelegt wurde, ist nichl nur außerordentlich glückt uh gewählt, sondern auch so ausgestaltct, datz er allen billigen Ainordenm gen vollauf cntsoricht. Zn>ei grvtze schöne Blockliäuscr schlrehen den Bühncnrouni nach beiden Teilen ab; Sen Hintergrund büßet der junge Mischwald, den Vordergrund freundliche AupilanzunLen und eine mollige MovSdccke, die iich um den Brunnen schmiegt, t,er Zuichaueerauin steigt langsam an und ist von hohen Nadelbäumcn umstanden/ die ihn mit einer gewissen Feierlichkeit gegen die Außenwelt abschlietzcn, hier ha! mau sich vorläufig noch Mit vrimitiven Holzbänken beholien, die »rcku gerade sonderlich vegnem sind, ober doS ist nur eine Frage der Zeit, To zeigt sich die ganze Anlage IN einem sehr schmucken .Gewände, an dein Natur und Siuift gleicherweise glücklich gewirli Haben, um eine» tdyllilchcn Winlel herzurichten, der fortan der scherzenden, der ernsten MaSke Tpiet deutsche» Geistes diene» soll. Mancher wird sa vielleickü deii Eindruck gehabt haben, als ob die Bühnenanlagc zu sehr ani die reite Vorstellung, a», die periunkenc Glocke, zugeschnitten sei, aber cS wird nicht lchwierig sein, mit wenig Mitteln gelegentlich kleine sizenenänderungen ans- zufnhren oder nuch größere llmqestaltungeir vorznnehmen. Die erste Auisührnng, die am Tainslag nachmittag bei herrlichstem Wetter staltiand, loar über die Matzen gut besucht und halte auch einen qrotzen Erfolg, einen äntzeren sowohl wie einen künstlerischen, Datz man den Darstellern schon am Ende des ersten Auszuges Blumen überrrichle. war zivar nicht gerade ittmmungS voll und auch g eg eil die Abiichl der Spielleitung, aber eS inag immerhin als e>n Beweis dienen, wie sehr man es den Mitgliedern unseres Stadttheaters dankt, datz sie nun auch im vollen Tageslicht der Naturbühne auitreten, Einglleitet ivurdr die Vorstellung diirch eine kleine Weihe, In einer kurzen Ansprache iibrrgab Herr Oberbürgermeister Keller die Bühne Herrn Prof, Tr, Bernbeck als dem Vertreter der Frei- lichtbühne, indem er all derer gedachte, die sich um daS Zustande-, konimen des Werkes bemüht hatten, iiiSbesonderc des Herr» Bau- lechnlleeS st ö h l e r und des Herrn OberregiiieursD w o r I o ,» s k > Mit herzlichen Worten dankte Herr Prof, Dr, Bernbeck der Stad« und ihren Vertretern für ihr außerordentliches Entgegenkommen, indeni er die Versicherung gab, datz die Freiltchidübna durcki strenge künstlerische Arbeit sich dev beiviescneii VcrirancnS würdig erweisen locrdc. Die Auisührnng selbst ivar schlechthin vollkommen, soweit Men schenwerk eben pollkommen sein kann, jedensalls aber stand^sie auf einer ungewöhnlich hohen Stufe künstlerischer Vollendung, Immerhin gab es einige kleine Veilchen, wirst litt nur kleine Versehen, denn bei den Proben ivaren sie nicht vorgekvmmen: man dari daher iüqlich auch davon absehen, sic unter die leider übericharse Lupe des stritikers zu nehme». Freuen wir uns des schönen, starken Eindrucks, freuen wir iins der nachhalligei, Wirkung, die von dieser weihevollen AlissühriiNg anSging, Spätere Zeiten werden die versunkene Glocke Nicht zu tzaupt- inmms bedeutenden Werken zähle», er ieldst hal sie kitrzlich in erfreulich itartci Telbstlriiik als ei» Ingenüwerl bezeichnet, aber ihre starken Werte sind für uns mit ihni Lebende doch da, ergreifen UN«, zwingen uns. Man Iveitz und lieht, dies Werk ist nicht zur Einheit gedieh,», es ist im Rausch des langen Ruhmes gor zu leicht imd sorglos geschrieben und Lmnbol und Naturalismus mischen sich kunierbum, ohne sich zu verschmelzen. Man braucht nur an die Geschichte mit den drei Becher» zu denken; sic bleibt so rätsclbasi, wie die Redeutung der allen Ältlichen. Es bleibt Iinll, vieles andere, 'Man iagl, Rautendelein ist die Natur: ja, aber , , , Rautendelein geh! zum Nickelmann, d, h, sie ertränkt sich. Warum soll siel' dir Natur ertränken! Man sagt: Rauterrdelein ist dies und das uno jenes , , , und dann konrmt immer wieder die» und da« und jenes, was unsere Meinung über den hauten wirst. Die Stärke des Werkes liegt in den Einzethellan, in der wunderbaren voelischen stast, die in dem Werke vuliicrt, in Haupttnann- Dichlerkrait, die nicht am Schreibtisch erklügelt, erlistet und skandiert, sondern trotzig aus witbwchcm Herzen beacht Wenn er cs sich nicht manchmal gar zu leicht machle, wäre er einer der Größten unserer Literatur, Was in dem Werke alles liegt, das zeigte diese Freiiichtanssührung, lvenn sie auch nicht alles an den Tag förderte. Frl Dagnli ivielte das Rautendelein, ansangs etwas besangen, ivohl durch den nahen, belle" Zuschau, “mim, aber dann ganz frei, groß, bedeutsam AIS sie ik.> Januar 1913 diese Rolle zuin erstenmal ivielte, schrieb ich: -,Mit großen Wunderangen lam sie daher wie ein Märchen selbst and entzückte durch ihr tiesinncrliches und geistvolles Spiel, das uc offensichtlich mit größter Torgfiilt vorbereitet hatte, Keusch und rein nahte sic dem kraulen Reister imd riß ihn dann mit sich fort in erwachender, söh auiladcrndcr Gtnl, bis sie gebrochen und resigniert in den Brunnen stieg zu ihren, Nickelmann " Ich wüßte heute dem nichts hinzuzlisügen, als das eine, daß sic in der freien Natur noch mädchenliaster, noch reiner und lieblicher wirklc, als damals vor der bemalten Leinwand, Den Meister Heinrich fchni Herr Höcker mit seiner haheitSvollen Gestalt, Kraftvoll, kübn und sonnenselig stand er da, und seine Rede klang ,n RhhllnniiS und Wohllaul, Ein Meister Heinrich, wie ihn-werdcn wenige Bühnen haben: erneu Riesen mit einem lauteren, grund gütige» Herzen, Als Nickelmann ichui Herr Dworkowsii eine wunbcrvelle Figur: den Reiz und die Tücke, des Wassers gab er zedes in so vlasstsch eindrucksvoller Verkörperung, daß es ein lieies Erlebnis war, die seelischen Weeie, die für nnS im Wasser ruhen, so lebensvoll, ergzeiiend veranschaulicht zu sehen Herr Stein Hofer zeigte als der in der deutschen Lsteratur einzig- ariige Waldichralt Nicht nur eine verblüiicndc Gewandtheit, sondern gab ihm auch das außerordentlich lebendige Animalische, das erotisch Zynische, gemein Männliche, das wie ein wilder, ungebrochener Sturm dahcrbraust. Eine leine schöne ,'lunst zeigte wieder Frau Dworkowsii als Heinrichs Fra», Ohne Pose, ganz verinnerlicht, gab sie diese Frau, die so selten aus nnierenBühnenrichiiqbar- gestellt wird. Wir ivürden es steudig begrüßen, wenn Frau Divor- kowski Gelegenheit bekäme, häniiger ihre hochausgebildete, reifeKunst hier zu zeigen. Als Pfarrei gab Herr Schubert vortrefstich die beschränkte Menschlichkeit wieder, die diesen Diener am Wort UI so seltsam murchercni,b^vond>Isar tstben war Frl, Fren z-l. Recht gut »vor Frau ausgehen soll. Mich M der näalirtjc Figuren gaben Herr d>c Nachbarin der ,trän chedllch war der von hiesigen Ulrich und Herr Mebnmt ab. Sehr meoiiw £ t & r e Mädchen ausgcsührte Elsmrrrgev. vem d,e Herr Daß Ran- h°na u und S chliegb ° -e crnc gute W tcndelein nach d^ Dichters willen nicht rmsruuuen sondern neben dem beliebten zusammenbriap, i - Sinn wlll^ noch dinzugeiügt, ES ist Nicht ganz unwichtig ,nr denOnn, Nniversitätr-Nach richten. — Der Freiburger Nationalökoiiom Gch, tzoirat Lrof Dr K Diehl wird dem Ruse nach «g o l , Folge Asten: »llmnehr lvurdc aus den Sehrstuhl der Uniwrfitat Halle als Xafifotgc \ n Hat Pros, Conrad der Professor der -taatS,oi,zemcha,ten an der Handelshochschule zu Koln RegtcrungSral a, D. Dr, litt. et phil, Kurt Wicdcnscld berusen. , Di- - Gcheimrat Professor Dr, Arthur ».Hippel, Dl rcktor der Augcnllinik der Universität Äotlünfleti, Mt mit Ablaus dieses Tommcrft,nc,ters vom Lehramtc »ur a wie cs heißt, soll Professor Dr.med. <-ugcr, v H i p p e l v° )cr Universität Halle icin Nachsolger lverden, ^ Ter Nationalökono,n Dr, ,ur .et.W-.Ä Wähler in Aachen hat den Rufand'e toWtg Greifswald als Nachfolger von Pros, Ä. Owenoerg ;um 1. Oktober 1914 angenomnicn. Gericbtssaal. Haftung deS Hiindebefttzers millvirkendeS B e r - w e n u der Be- In wie weit liegt ein schulden des Verletzten vor, ,me,cr Hundes i" den Kampf htottci sein Tier zu rette». > r x c r eines Hunde c i n g r c i f I, » m üe Erfchutierunq sehr Haiti-. ^ atm sehr heiligen Erdstoß um ^r^n°^.'^»^^nst°der Lbg.^E^ebe^r.'- ^ beJt cS srch um ein Rachbcvcn :- . 'Mi da 1 1 ctftar«rf Ju Ori . » ... Dos Reichsgericht hat am 13. .Oktober 1913 tue W»nJ*f hnndebesitzer interessierende Entlcheidung gegebcm Ten, Urteil lag solgenükr Tatbestand zu Grunde, Der Klxger wuiBe als sei,, Hund von de», Hunde der Beklagten au, der -iratze ""«riallen worden war und zun, Schutze leines Hundes iich brniuhte, den Hund der Beklagten am .Halsband zurnckzuziehen, von dem Licrc ge bissen. Die Beklagte wurde vom Landgericht und OberlandcSgcricht znm Ersatz des dem »läger erwach,enen Schadens veruricilE ihre Revision an das Reichsgericht, in der „e gellend machte, datz recküs- irriümlick ein niitwirkcndeS Verschulden de« Klagers verneint fei, wurde aus solgenden Gründen zurückgcnncsen: ES stellt im allgemeine» allerdings em Vcrichuldcn dar, wenn jemand mit bloßer Hand zwischen zwei sich rausendc Hunde hin- einqreist. Er ist in diesem Falle, wir allgemein bcfauiU. in hohen, Moste der Gesadr guSgesetzl, von dcn Hunden gebiiien zu weiden. Dem Mläget kommt aber vorliegenden Falls znstgtten, daß er mchl ohne Not sich i» diese Gesahr begeben hat. Nach den Feststellungen des Oberlandesgerichls war der dem Kläger gehörige Wolisivrtz von dein größeren und kräftigeren Hunde der Beklagten, einem DodeemannviNicher, vlötzlich übersatten u»b gebissen worden. Er st,and zu befürchten, daß er von oieseni sehr übel zugenchtet werde» würde, Soioohl dos Dienstniädchen der Beklagten wie de, Kläger hatten sich vergeblich beinübt, die beiden Hunde auseinonderzu- bringen, es ivar den, Kläger auch Itlch, geliuigen. seinen Huiw gnden hinlerbeinen ziirückznzieden, Wabrend bas Dienstmädchen iortge gangen ivar, um zur Begießung des großen .Hundes Wasser zu boten, bai der Kläger dreien hinten am Halsband ongcsaßt, um ihn zurück,ureißen »nd ist bierdei von dem bimde der Beklagten gebissen nwrden. Das Eingreisen des Klägers eriolgte hiernach, iveil er seinen Hund gefährdet sah und kein anderes wirksames Mittel zur Hand hatte, um ihn den Angriffen deS ihm erheblich überlegenen Hundes der Beklagten zu entziehen. Richtig ist nun zwar, daß in soliden Fällen, wo eS sich nicht UNI Rettung von Penonen, sondern umgstettung von Sachen oder Tieren handelt, ei» unbedingtes Recht, die Rettung unter Nichtachtung der von Tieren drohenden Gefahr auszusühren, nicht anerkamtt werden kann. Man muß hier aus die Interessen des Tierbalters blllige Rücksicht nehmen. Die Rettung eines verhältnismäßig geringwertigen Gegenstanhes darf nicht dazu führen, daß hierdurch der Tierhalter aller Voraussicht nach mit einer übermäßig hohen TchadenSersatzpslicht belastet wird. Zugunsten deS Klägers kommt indessen in Betracht, daß er bei dem Znrückziehen des Hundes am Halsbande erwarlen durste, keine Verletzungen zu erleiden und noch viel weniger daran denken konnte, daß ein etwaiger Biß io schlimme Folgen, wie sie hier eingetreten sind, liaben werde, Zutressend erklärt das Oberlandesgericht, daß das Zurückziehen ani Halse iricht zweckwidrig war. Aus diese Weise erlangte Kläger die Möglickzkcit, da» Z>,ruckziehen so cinzurichlcn, daß der Hund auch bei einer Drohung de» KovleS die Hand des Klägers nicht mit seiner Schnauze erreichen konnte. Ein Verschulden de» Klägers könnte nur daraus gefunden werden, daß er beim Zn rückrnßen des Hundes nicht noch größere Umsicht und Bebutsam feit zur Vermeidung eines Hundebisses angewandt hat. Aber auch in dieser Hinsicht kann dem Kläger, wenn man die ganze Sachlage sich vergegenwärtigt, kein Vorwurf gemacht werden, Ter Kläger war wegen seines Hundes in großer Sorge, Er Ivar aus sich allein angewiesen, cs bedurstc eines schnellen Enlschlusses und schnellen Handelns, UeberdieS war eine große Krastansttengung nötig um den Hund der Beklagten, der iich in den Hund des Klägers verbissen batte, von diesem loszureißen. Wenn der Kläger hierbei nichl angst, lich darauf bedacht war, seine Hand stets so zu kalten, daß sie sich ,n genügender Entseenvng non dem Maule deS Hundes besand Io kann ihm die» nach Lage der Sache nicht als Verschulden ange- rechnet werden, ,RG, IV Zw-Sen, 296/13,) x rw Darm stad t. 23. Jnnt. In der gestrigen Etralkammer- Verhandlung gegen Isaak beantragte der Staatsanwalt Dr. Laufs nach etwa dreistLndige,» Plaidoyer wegen Anstiltung des Ad . Untreue eine Gelamtgesängnisstiase von L Iah Mid .000 Mk, Geldsteaie. Tte beiden Verteidiger, RechtSann Schodler und Rechtsanwalt Neuichäffer, traten lür vollstä»! stieilvrechung ein. Dar Urteil ivlrd am Dienitag varmiitag 9 ; Vörscn-rvlichenbcricht. = Franks» rta M , 26. Juni ~ Qmnmrncithoiifl mit der IN dieser Lwche vor sich ge- ’ im ',14 i moreaulierung herrschte an der Bolle zeit- gangenen u l > m Barkehr, von einer nennenswerten Ge. schäitsbelebunq war man indessc» noch weit ent,ernst Die sveku- ^ion vermag sich ,» keiner Jmt.alwe auiznra„en und das Biiblikun, will von de» Börseirgeschailen vorerst nichts wmen, r,, («riinbe für die andauernde Entlmltiinq von, Ge,cha,t ,md norlwnde» außer daß etiva politische Erörterungen wieder "mehr eine stiollc spielen. Außer den Vorgängen in Al-, banien in MeriK» und der griechisch kürklichen Spannung wur- den an der Börse neuerdings die >rMi,öiiich-rnsilschen Freund- schnttskundgebungen mit ihrer deutlichen Spitze gegen Deutsch, land sehr beachtet und es kann nicht gelenguct werdeii, daß ixe,e Momente den Hauptgrund für da» Darniederliegei, teglicher Iln- tcrnehninng^lust abgabe». Es ist aber dmt, bemerkenswert, daß die Bön'e ihre Ruhe bis ,etzt in keinen, Augenblick verloren dal, wobei allerdings z>, berückstchligeii bleibt, daß die Auslandsmärkte bis jetzt leinen größeren Anlaß zur Verstrmmuua gaben Die Verhältnisse in Paris uiid Petersburg werde» zwar iwch immer mit Mißtrauen verfolgt, ihr Einstuß aui die Sitm- mung der deutschen Börsen war aber in letzter Zeit nur gering Ta New Bork aus seiner Leblosigkeit nicht herauskommen kann irnd in London die Vorgänge an den anderen Märkten starken Widerhall linden, io iebll es zurzeit völlig au 'Lrregungen von den Aiislaiidsbörscv. und die deutschen geschästlichen Verhältnisse bieten solche ebeninllS verschwindend wenig. Dir Bön'e wird vielmebr dunb Tividendenrückgänge bei den per ■ sebredensten Unternehmungen und die gedrückte Preislage au, den Erienmoilteii immer iviever daran erinnert, daß der Niedergang der Konjunktur »och keine Miene zur Erholung macht. Wenn Montanvaviere trotzdem eine gewisse Festtgkeit erkennen ioiscn, so dürste die« einmal mit den PoiitionSverhältnissen zu- sammenhängen, da sich in der Lignidation vereinzelt ^-luckemangel zeigte, sodann aber auch mit den, uncrichüttcrlichcu Optimismus, mit dem die Börse an der hostnung aus einen guten Erfolg der Verbandsverhandlunge» lür die ö-Erzrugnisie ieitholt und mil dem >ie fiel» über allerlei Meldungen von Scknvierigkeilen und hin- dcriiisseii binwegsetzi, um so Icbljafter ober >cde» Teilersolg Iiegrüßf ivic ei Dei'spiclSweisr in der vorläustgen Vereinbarung der Rohren ivcrle zutage getreten ist. Andere Indnittiepaviere oerlebrten hei geringen stmsätzen in wenig einheitlicher Haltung, Matt lagen chemische Werte, da die bcträchtlickfcn Matcrialveimebrungcil unk Verkäufe aus dem Bezugsrcchi audalicrud elneilDruck ausübtcn.Auck Äutvinobll- und Fahrrad-Aktien waren erneut nngeboten und „re driger aus Erwägungen, daß in den schlechten Zeiten LuruSarttkel: wie Autonwbile, nickst gut gehen dürsten, Narbto-Nobel haben ioirder 16 Prozent eingebüßt. Am B a n k e n in o r f t war noch fc < Nachwirkung der Anregungen des Rcichsbankprälidenlen inbetrg'j der iBarrcserveil der Banken zu spüren: da mau in der Altist I eine Erschiocrung der Vcrdienstmöglichkettcn erblick!: «ackii'' sahrtswcrte und Bahne» sind wenig verändert, nur Ball- more gaben stärker nach, heiintschc iiNd fremde Fonds stellte sich ebenfalls teilweise etloa» niedriger, llltimogcld war mll 4 1 /» reichlich nngeboten, Privatdiskonto 2°, Prozent, Littgesandt. , , Av"t»ke» schreiber mst. daß wir einen eiiideitlichen Verkaufspier« haben und unserer Kundschast Fleisch und Wurst abgebcn wie e« unserem Geschält möglich ist: daß Herr Arttkelschreiber lagt, dir Preise für Schlachtvieh seien bereits ein .Fahr schon gefallen ist Unwahrheit, Wir bemerken, daß d, höchstens vier Wochen her lind, als das erste lkirnd unter dem vorhergelundcn Ladenpreis dier geschlachtel worden ist. Der Abichtag der Schweine erfolgte einige Monate irüher, denieiilsprechend war auck, der Abschlag pon Fleisch- und Wurstwattn, Und von jc her habm wir unsere Verkauispreise den Einkaufspreisen angevoßt. Tann glaube» wir, daß der Herr Artikelschrciber kein Kunde von »ns ist, io..st wäre ihm dies be- könnt Weiter können wie beweisen, daß unsere Fleisch-und Wurst waren noch nie 10—20 Pfennig Haber ivaren als in unserer Um gebung, Tvatzdem man schon lange weiß, daß das Vieh in unserem EinkausSgebiete teurer ist als ans größeren Märkten Bielleicht ist der Herr Arttkelschreider in der Lage, einen Vieh, liandel anzufangen und unseren Landwirlen so rech, billia aus den Tiollcn zu hole», dann würden wir Abnehmer sein. In diesem Falle würde sich auch der Ladenpreis noch bedeutend reduzieren. Tie Metzger: Ludwig Tchiurdt IV Jakob Schmidt IN, Lrchwig Nessel brehcr III., Heinrich Volkmaun IV,, Philipp Tteinmüllcr IX. Wilbeln, Kiöck II,, Wilhelm Römer II, Müllerschc Bavcanstalt. kllnli er wärme der Lahir am 29. Juni Iß' kl. vermischte». * Eine Erderschütterung in Leipzig Nach bi« letzt vorliegenden Nachrichten lwt sich das Erdbeben auf den Nord. weüen^des Königreichs Sachsen und den Tüdosten der Provinz Meteorolog sche öeobachtungen der Sto ton Gietzeu. 2"ni 1914 L ^ 0*2 3 g ® W i? Ätz !> ■sf ii Bf !o c i I|S »$!■» Dell«» 28. 2«i 28. 9“ 152,6 153,4 26.3 17.3 11.9 11,1 60 75 NW NW 2 o 6 3 Sonnenschein i Be,v. Himmel ! i I l I Höchste Temperatur am 27.—28 Juni 1914 --- 4- 25,5 V. Niedrigste . , 27.-28. . 1*14 -» + 12,9' , Niederschlag FÜ n Verantwortlich für „Aus Stadl' und Land" i, V,: St. Neural seil Jatiren der Liebling aller Warm, blnicbicbügen und Cescbmäcbli Kräftigt Körper und Geist und bringt blühendes, gesundes Aussehen und Lebenslust Bieiches Aussehen, Mattigkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit schwinden in kurzer Zei Kr. tou ” ,eden, Oelsnitz i. S., schreibt 28. April 1914: n „ „ ,. Kj). Ton " .eden, Oelsnitz i. 8,, schreibt 28. April 1914: nry Ich litt seit ungefähr 2 .Jahren infolge einer schweren Lungen- und I vei dlentziindunp an Blutarmut, Appetitlosigkeit, sowie Nerven- und Körper- ucrul'VeB und fühlte mio11 naoh Verbrauch von 6 Fl. Leciferrin wie nen Nab. um Icil empfehle Leoiferrin jedem ähnlichen Kranken aufs wärmste.“ Otto Bruekhuna, Solingen, Dohnhofstrasse 9, schreibt: übersundenem^schwsren w 7 ' ufr ’ p ^ Pn - Meine Frau hat, dasselbe na und die \DDetitlosic*L-Ai< '^^nbet-t. genommen, wobei da6 SohwäohegeÜ Pflichten ÄaÄu iL 2 r^ ndS ^ Eahm 80 d “ s «« heute wieder ito Hausfrau und Mutter vollständig nachkommeu kann « 2 H»cefti LECIFERRIN ist sehr angenehm von Geschmack Hd "'"T* y ° Ust “ dig nachkomir Homot 2 3 * ««»«nmnen und wird von Junq und Alt nenne RV 3,_ di ’ Fl *" h "’ * nlk m ” »>• -5» Ol« ü, Apott.rf:,! „ d.d<», sicher re», 8 *** ».»»rslIMs-ApolM», ensch-ipoUMte and P^llM-Apoth.k. ü, Bim» „i> Ute Biaw«lllte-i™teek P aison-Ausverkauf! iriger dauert m-Ausverkauf vom und bietet sehr grosse Vorteile. — Die zum Ausverkauf bestimmten Artikel: Schürzen, Trikotagen, Wäsche, Strumpfwaren, Röcke etc. sind auf Tischen separat ausgelegt. — Aut alle übrigen Waren, aussei Wolle und Zwirnen, gewähre in dieser Zeit doppelte Rabattmarken. — Händler erhalten Extra-Rabatte. 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