Nr. W Der «letzter »nzeiger erjchrmt täglich, außer SonntogK. - Beilagen: viermal wöchentlich «irtzrner.somtliindlätler: zweimal wöchentl.itreir- dlatt sürden Urei; Sietzen lDienstag und Freitag): zwriinal monajl. Laad' «irtschaftsiche Sejtsragen .rtrnsprech - Anschlüße: inr die Redaktion 112 , Verlag Expedition öl Adreffe liir Depeschen: Anzeiger «ietze». Annahme von Anzeigen liir die Tagesnuminer bis vormittags S Uhr. Erstes vlatt \W. Zchrgang GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Notationrdrsck und veriag der vrnhl'schr« Univ.-Vuch' »nd Ztrin-ruckrrei R. Lange. ßreitag. 26. Zuni M4 Bezagsprei»: monatlich75Pf^ vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch diePost A!k.2.—viertel- jährl. ailsschl. BesleUq. Zeilenpreis: lokal 15'$* auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goeq. Perautivortlich für den polit. Teil: Aug. Koey; für .Feuilleton", .Vermischtes" und.Gerichtssaal": Karl Neurath; für .Stadt und Land": Htöottion, trpcöition und Druckerei: Schulstrahe 7. A»l-t^n!-ä:' H? B-ch Die heutige Nummer umfahl 10 Setten. Der verrat deutscher Zestungsplane. Ber l in, 25. Juni. In der Angelegenheit der gemeldeten ^erdamniqen lallen sich ,etzi noch folgende weitere Eliizelheiien trytttellen: Nachdem bei der ersten Jngenicurmspcksio» das Feh len ton ^Bläuen iestgeliellt worden war, wurde eine Be- v dach taug eingeleitet, die starke Bcrdochtsgründe gegen den Frld- Un'belP v b l ergab. Dieser wurde daher festgenonrnicn. Er hat das Verbrechen eingcstanden. Bei ihm wurde die Adresse des Dr. Blumenthal in Dresden gefunden, der, imc Bohl auSsagte, mit ihm im Komplott handelte. Die Polizei slelUe srli, dal! der angebliche Blumenthal der in Berlin geborene Shirt Staul ist, der unter einem falschen, ihni von Petersburg ausqe- lteNien Paf> als Dr. Blumenthal in Dresden wohnte. Da die Festnahme Pohls streng qeheimgehaiicn wurde, gelang es, einige Tage später auch Sk a U l sestzunehmcn; auch er itwr geständig. Die Spümageafsäre Pohl und Kaul rust, so schreibt man uns aus Berlin, in militärischen und politischen Kreisen außerordentliches Aufsehen hervor. Nach den neuesten Auf Heilungen sind die vollständigen Pläne östlicher deutscher Festungen verraten, und zwar sowohl durch gepauste Kovien als auch durch Anfertigung photographischer Ausnahmen der Originalpläne. Wie der Feldwebel Walter Pohl auch solche Photographien Herstellen konnte, ist noch unaufgeklärt. Unbegreiflich »scheint es, wie Pohl, der erst vor wenigen Mo natcn als Schreiber zur Ingenieur-Inspektion kommandiert worden war, so rasch in den Besitz höchst wichtiger Zeichnungen kam und w!ie er zunächst ganz unaussällig und unbemerkt diese Zeichnungen kopieren und zum Teil sür einige Zeit entwenden konnte. Der Berliner Kurt Kaul, der als ein Dr. Blumenthal in Dresden wohnte, scheint einige der Zeichnungen zur eigenen Anfertigung von Kopien für kurze Zeit in .Händen gehabt zu haben. Was ist nun verraten worden? Der 1. Ingenieur-Inspektion, die in der Kursürsten- stratze zu Berlin ihre Bureauräume hat, untersteht die erste Festungsinspektion in Königsberg und die zweite FestungS- inspektion in Kiel. Letzterer sind die Küstenfestungen von Swincnlünde bis nach Borkum zugcleilt. Dieses Ressort ist nicht getroffen. Der ersten Festungsinspektion unterstehen die Festungen Bollen. Königsberg i. Pr., Danzig und Pillau. Hier hat der Blitz der Spionage eingeschlagen, und nach Andeutungen derer, die in diesen neuesten Spionagefall eingeweiht wurden, ist es die Gürtelfestnng Königsberg und ihre Ncuanlagen, die der Neugierde der „fremden Macht" besonders ausgesetzt waren. Die freindc Macht war natürlich, woraus schon der salsche, in Petersburg ausgestellte Paß des Dr. Blumenthal alias Kaul hindeutet, Rußland! Der Name unseres östlichen Nachbars wird seit dem Vertragsbrüchigen Verhalten des russischen Militärattachees in Wien auch in Deutschland bei spionagcassären nicht mehr unterdrückt, sondern offen genannt. Man kennt sich eben jetzt doch allzu gut aus. Die Zahl der Personen, die im Dienste der russischen Ausspähung stehen und dafür Gehälter oder gelegentliche Zuwendungen vom russischen Gcneralstab oder von den russi-, schen Kundschafterbureaus in Deutschland, Holland, Belgien und der Schweiz erhallen oder Gelder von der Ochrana oder nationalistischen Vereinen und — Kirchenbehörden Rußlands beziehen, wird aus mehrere Tausend geschätzt. Ucber die Verdächtigen führt man auch in Berlin eine Liste und es finden sich darin Angehörige beider Geschlechter, jeden Alters, von jungen Studenten bis zum Greis, und jeder Beruf. Unter den Verdächtigen gibt es besonders solche, die für russische Blätter zu schreiben hchauptcn, obwohl sie den zünftigen Zeitungs- lcutcn gänzlich unbekannt sind und cs für die Behörden kein Geheimnis ist, daß die ihnen aus Rußland zugesandten Gelder nichts weniger als eine Entlohnung für journalistische Arbeiten sind. Von diesen russischen jAusspähern aus deutschem Gebiet ist aus besonderen Vorsichtsgründen nicht etwa immer ein Spion mit einer bestimmten Ausgabe betraut, sondern mehrere, die voneinander nichts wissen, haben die Weisung, sich mit dem betrefsmrden Gegenstand zu beschäftigen und ihre Berichte an einen Dritten, noch in Deutschland ivvhncnden cinzuscnden, der die Eingänge vergleicht, das „Wertlose ausscheidet und das Wichtige über die Grenze schickt. Werden gleichlautende Berichte zlveicr verschiedener Spione eingesandt, so hat das Ausland die an nätzerndc Gewißheit, datz die Spione ihre Ausgabe erfüllt und keine Phantasieprodukte hergestellt haben. Man hat also alle Ursache, anzunchmcn, daß neben dem Feldwebel Pohl mindestens noch ein anderer Spion daran gearbeitet hat, die deutschen tzleubautcn an der Ostgrenze an Rußland zu verraten. In unserer letzte» Wehrvorlagc wurden bekanntlich 210 Millionen Mark sür den Bau von Festun- gen bewilligt und 64 Millionen davon wurden 1914 als erste Rate gefordert. Man weiß solvvhl im Kriegsminisic- rium, als auch im Großen Generalsbab und im Auswärtigen Amt, welch ungeheure Summen jcni-its der Grenze aus- geboten werden, um die aus unser, neuen Wchrvorlage begründeten Rilstungcn möglichst bekannt und osjenbar unb dadurch im Kriege unschädlich zu machen. Wir haben tsa gegen keine anderen Mittel mehr als unser neues Spionagcgesctz vom 3. Juni 1914, das uns gestattet, gegen die entdeckten Spione mit größerer Schärfe vorzugehen, als dies nach dem alten Gesetz vom 3. Juli 1893 möglich war. Danach kann der Verrat von Festungsplänen mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestrast werden. Da der Feldwebel Pohl deutscher Beamter und deutsche Militär- person war, tänn er nach § 4 des Gesetzes Zuchthaus bis zu 15, Jahren bekommen. Sollte sein Verrat einen schweren Schaden für die Sicherheit des Reiches zur Folge gehabt haben, so kann sogar aus lebenslanges Zuchthaus erkannt werden. Das neue Gesetz gestattet daneben Gcldstrasen bis zu 50000 Mk. (im alten Gesetz war die höchste Grenze 15 000 Mark). Auch verfällt nach § 16 das von den Tätern sür die Straftat Ernpsangenc dem Staat. Aber ob die jetzt gefaßten Spione sür den angerichteten Schaden damit ausreichende Sühne bieten können, ist noch sehr die Frage. * * * Wege.» Landesverrates sind in Düsseldorf drei Personen sestgenommen worden. Sie sind verdächtigt, an eine fremde Macht Material geliefert zu haben. Die bayerische post. München, 25. Juni. Im Landtage führte der Verkehr s m l n i st c r aus, daß der von einem Abgeordneten var- ausgesagte Zusammenbruch der bayerischen Post bisher noch nicht erfolgt sei. Es seien nicht nur die AuSgleuhsbesiräge sür das Reich ausgebracht, sondern darüber hinaus Ablieferungen) an die bayerische Staatskasse gemacht worden. Wenn das bayerische Postrescrvat ein kostspieliges Vergnügen genannt werde, so sei dies durch nichts begründet. Der ballerische Staat habe an seine Postverwaltung nichts ausgezahlt, sondern finanzielle Vorteile aus ihr gezogen. Es wäre durckiaus zweffel- daft, ob unter der Wirtschaft der ReichSoost die jetzigen niedrigen Tclephvngebühren bcsichen bleiben würden. Tie Rcichspost könnte Bayern unmöglich eine andere Verwaltung geben, als den übrigen Gebieten des Reichs. Die bayerische Post stehe hinter keiner deutschen Postverwaltung zurück, in mancher Hinsicht sei sie sogar beweglicher alS die Rcichspost, beispielsweise im Motoryolt- betrieb. Die Berkehrsbedürsnisse und Wünsche könnten leichter befriedigt werden als in einem großen VcrkebrSgebiet. Man hätte allen Grund, der Eigenart Bayerns auf dem Gebiete der Post lind Telegraphie Rechnung zu tragen und sie zugunsten der wirischajilichen Entioickelung Bayerns und seiner Selbständigkeit zu erweitern. (Bravo im Zentrum.) Das Gleichgewicht »Nischen Einnahme und Ausgabe müßte durch die Schaffung neuer Ein- nahmcaueUcn hergeltrllt loerde». Ter Eintührwig von Postsparkassen ständen große Schwierigkeiten entgegen. Die Verwaltung glaube, von der Einführung einer Postsparkasse zurzeit abschcn zu sollen. Tic AuSglcichSbcilräge an das Reich seien das höchste Maß dessen, was verlangt werden könne. Weitere Ab- lieserungcn an die Staatskasse über diese Beitrage hinaus könnten nicht verlangt iverden. Die Verwaltung müsse versuchen, die Ausgabe» hcrabzu ni Inder n. Durch Einsübrnng von automatischen Umschaltcnellc» werde eine crdebliche Personalersparnis erzielt. Die Hoffnung aut Besserung der Rentabilität der bayerischen Post sei nicht aussichtslos. Die Kieler Woche. Kiel, 25. Juni. Der Staifer machte heute morgen Prinz und Prinzessin Heinrich einen Besuch in dem Königlichen Schloß und untcrnahin später einen Spaziergang durch den Düstcrbrooker Weg und die Strandpromenadc nach Bellevue. Ilm 12 Uhr besuchte der .Kaiser de» engt- tischen 'Admiral W a r r e n d c r ans dessen Flaggschifs „King George V." Um l2V, Uhr nahm der Kaiser an Bord der „Hohenzollern" militärische Meldungen entgegen, darunter die des sranzäsischcn Marineattachss, Kapitän zur See lKraf Faramond, zur Uebcrreichung der französischen Marine- Ranglistc. Stadtverordnetenvorsteher Ahlmann gab nachmittags zu Ehren der Ossiziere des englischen Geschwaders ein Gartenfest. Bei der 2 e g e l w e t t s a h r t auf der Förde, die zeitweise eine völlige Flaute hatte, so daß die Regatten sehr spät beendet wurden, erhielt in der AchtmeterNassc „llnda" den ersten Preis (Ehrenpreis der Stadt Kiel). 7 Meter- Klasse: Erster Preis „Panne", 6 Meter-Klasse: Erster „Pep". Der Kaiser gab aus der „Holzcitzollern" eine Abendlasel zu Ehren der Ossiziere des englischen Geschwaders. Bei Tisch halte der .Kaiser zu seiner Rechte» den großbritau- nischen Botschafter Eduard G o s ch e n,> Großadmiral von Tirpitz, den großbritannischen Kapitän Commodore William Goodenough, Admiral Pohl, zu seiner Linken hatte der Kaiser de» großbritannischen Bizeadiniral Sir George Warrcnder, Generaloberst v Plessen, den groß- britannischen Kapitän zur See Michael Culme Scymour, den Admiral I n g e n o h l. Gegenüber dem Kaiser saß Prinz Heinrich von Preußen. Wegen der Trauer sür den verzog von Sachsen-Meiningen spielte die Kapelle der „Hshcn- zollern" nicht. Tie Enkelin des Fürsten Bismarck, Gräfin Hannah v. Bismarck und ihre jüngere Schwester, wurden vom Kaiser als seine Gäste bei der Kieler Woche eingeladen. Sie sind der Einladung gefolgt. Zum Hinscheiden de? Herzogs Georg II. In dem Nachruf der „Nordd. Allg. Ztg." zu dein Tode des Herzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen heißt cs: Mit warmer Teilnahme wird diese Kunde allenthalben in Deutschland, namentlich in Preußen, dessen Herrscherhaus mit der Herzoglich Meiningischen Familie in nahen vermandtschajt- lickien Beziehungen sicht, vernommen werden. Gehörte doch Herzog Georg zu den volkstümlichsten Fürstcngestaltcn Deutschlands. Ihm war cs vergönnt, an den Ereignissen tätig mitzuwirken, die zu, einer Einigung des deutschen Volkes sührieu. Ter deutsch-französische Krieg ries ihn aus der Heimat zu den Kämpfen, in denen es um Teutschlands Schütsal ging. Nach dm Errichtung des Reick.es hal Herzog Georg jederzeit sich als rcichsireucr Herrscher bewährt, dem die Entfaltung der naiionalen Kräfte in steigender Entwickelung am Herzen lag. Tem Meininger Lande galt seine unablässige förderliche Fürsorge, die sichtbare Erfolge gezeitigt hat. lJn den Zeiten des Friedens legte der Saerzog einen seltenen Sinn sür Kunst an den Tag, die unter seiner Führung in Meiningen hessische viographien. Soeben erschien das dritte Lest der „Hessischen Biographien", die im Jahre 1912 die Reihe der von der Hist' rischen Kommission für das Großherzogtum Hessen hcrauSzugcbenden Werke erösineicn. TaS Ltvsigebiei dieses groß angelegten Werkes ist räumlich aui das Großherzvgtum dessen uiw zeitlich aui daS 19. Jahrhundert beschränkt, in dem eS Lebensbilder aller in der Zeit von 180b bis 1900'verstorbenen Personen enthalten soll, die während dieses Zeitraumes kürzer oder länger dem Großherzogium angehört und sich in Wissenschaft. Kunst, Industrie, im SiaatSdienst. IM öftent- lichen Leben oder sonstwie hervorgetan haben. Tiese Beschränkung tut jedoch der Reichliolsigkeii der Inhalts der Bwgravhiensamm- lunq durckzaus keinen Abbruch. Innerhalb der ihr gesetzten Grenzen dehnt sich ein weites Arbeitsfeld, das sich aus der einen Seite nicht au, geborene Dessen beschränkt, aus der andern Seite aber auch geborene Hessen umfaßt, die sich außerhalb des Großherzogtums au, irgend einem Gebiet ausgezeichnet haben. ES sei hier voll, besonder« hervorgehoben, daß die hessischen Biographwn nicht nur daS literarische Gebiet berücksichtigen, sondern außer Schriststellern lq-lehrum und belletristischen auch Fürsten. Oftiiierc Politiker. Geistliche Aerzie Lehrer, Beamte, Techniker, Skunstler (wie Maler, Bildhauer. Schauspieler. Sänger, Musikerl, Kaufleute. und »war lowotl Männer als Frauen, uiw. autnehmen. Dementspreckiend vielseitig ist auch der Inhalt des dritten Heftes, das 46 Per,on- lichkeiten behandelt. Von den csirzelnen seien iolgende hcroorge- bnben' Alovs Karl Obler 1817—1889,. katholucher Theologe und Pä^qoge: Otto Roguette 51824-1896, Dicht»:'Alfred Elcbsib 11833—1872), Matkomaiikcr: Philivv Welcher .1812 bis 1887 > Bibliothekar, Bibliograph und Historiker: Karl Weyp- rechi (1838—1881). Nordvolarsorscher: Heinrich Adolf von Barde- lebe» (1819—1895), Chirurg: Heiirnch Wenzel (1855—1893), Sorachsorschcr: Friedrich Lcnnig (1796—1838). a-ialektdichler: SS Brok (1817—1881, Begründer des beisischen Getto,ien- ^aftswcsenS: Rudols Oeser (O. Glaubrechi 1807-1K59 BolkS- fSrtitftrt pr - Sektor Röfckcr (1806—1875), Techniker: W,lh. Eurt- man '(1802—1871), Pädagoge: Johann J-lob Mendel (1809 bis 1881, Orqelvirtuosc und Komponist (erlte Kompoittion dert.W°cht hriTt" ‘ Karl August Eredner (I i97—1857), Theologe. Rbilivv Main! -mder (1841-1876 , Philosoph: Friedrich Freiherr ^ Ldeck zur Rabenau (1793-1883). bttsilcher General: Georg Swttfried Gcrvinus (1805-1871, »„wl.ker und Literalurhiiia- ri »' August Schvtl (1839—1886, Arzt, BcgrwAr der Aau- heüner Methode: Ludwig Baist (1825—1899), Chemiker, Begründer der chemischen Fabrik, Griesheim a. M. Jedes Lebensbild enthält auch em vollständiges Schiilten- und LucllrnverzeichniS: so sind z. B. noch nirgends alle Schriften Otto Roauettcs so vollzählig ausgczähli worden, wie am Schlüsse jenes Aufsatzes. Obwohl au dieser Stelle von den Namen der Verfasser der einzelnen Arttkcl abgesehen werden soll, sei hier dennoch Otto barnack als Berfasier deS Aussatzes über GervinuS genannt: dieser Aussatz ist Wohl daS letzte, lvaS sein Verfasser dem Druck übergeben l»at. War urt'vrünglich geplant, je süns Hesie zu einem Band zu verewige», so wurde dieser Plan jetzt dahin geändert, daß vier Hefte ewen 'Band auSMachcn sollen: das hat den Vorteil des rascheren Abschlusses und der größeren Handlichkeit der einzelnen Bände. Der Preis der einzelnen Liefcrunq beträgt bei Subskription 2,40 Mart, im Elnzelverkaut 3 Marl: nack', Abschluß eines Bandes werden die ihn 'bildenden Eirrzelheftc nicht mehr besonders abgegeben, sondern nur der ganze Band zu 12 Mark. — Regelungdcr bildhauerischen Wettbewerbe von Reichswcgenk Nach sechSiährigen. zähen Bemühungen hat der „Künstlcrverband Deutscher Bildhauer" es nun glücklich erreicht, daß die Wettbewerbsbedingungen sür bildhauerische PreizailSschre,- ben in allen deutschen Bundesstaaten aut eine einheitliche Grundlage gestellt wurden. Auf lei» eisiigeö Betreiben haben sich alle Bundesstaaten gründlich mit dieser Materie beschäftigt. TaS Ergebnis lieg! nun vor und ist den Preußischen Ministerien, sowie den außcrpreußischen Bundesregierungen und den, Statthalter in Elsaß-Lothringen übersandt worden, mit der Bitte, den Grundsätzen nunmehr durch geeignete Verössentlichung und Mitteilung an Behörden und Körperschasten Geltung zu verschaiseu. Es ist dies ein vorbildlicher Erfolg der für ihre wirisclwiilichen Interessen besorgten Künstler. Besonders ans dein Gebiete der bildhauerischen Wettbewerbe herrschte bedauerliche Unklarheit, die vielfach eine Schädigung der KAnsiler zur Folge hatte. Nu» ist von Rcichs- wcgen die erwünschte Klarheit geschaften und den Architekten, Malern imb Kunstgewerblern der Weg eröffnet worden, aut dem sic aui dem Wege deS wirischaillichcn Erfolges nachcisern können. — Nansens neuer Seeweg nach Sibirien. Ist'die Schiffahrt um Nordeuropa herum dauernd möglich? Das war die Derantassung der letzten Reise des berühmten Nordvolsahrers nach der Mündung des Jenissei. Ferne Beobachttrngen und Schlüffe führen zur Bejahung der auch sür Deuffchlands Handel wichtigen Tßragc. Nanicn befährt den Jenissei, die transsibirische Bahn und studiert das Amurgebiet bis zum japanischen Meere. In einem neuen Buche „Sibirien, dasLauddcr Zukunft", wird er im Herbst seine Erlebnisse und Vorschläge der Welt unterbreiten. Tic deutsche Ausgabe erscheint bei BrockhauS. — Eine siebenjährige T i c s^c eiarsch un gäret sc. Der euglische Farschungsreisende siackhCouje, der seit einiger Zeit eine SüdpoliorschungSrcise vorbereitet, gibt jetzt bekannt. daß er diesen Plan ausgegeben hat, und sttrlt dessen eine Tiessceforschunqsreise ausführen wird, wie sie in solchem Maß- stabe wohl noch nicht dageivesen ist: die berühmie Challenger-Reise Hai von 1872 bis 1876 gedauert: Stackhouse tvill aber sieben Jahre unlccwegs bleibe», und die zwölf Gelehrten, die 6 Offiziere Mid die 18 Mann Schiffsbesatzung, die er mitnimml. hoben sich schon ver- pslichiet, solange bei ihm auszuharreu. Im Dezember dieses JabreS wird Stackhouse von London zunächst nach Island fahren, dann nach Neuschottland und überall Tiesenniessuugen neben anderen Forschungen aussührcu: besonders die Unglücksgegend, wo die „Titanic" gesunken ist, soll genau ausgelotet werden. Ter weitere Weg jührt von Halifax nach den Azoren, dann a»er über das Ai- lanjische Weltmeer, nach Trinidad, weiter nach Rio de Janeiro, und von da um Slop Horn herum und zurück. Die solgendcn Haltepunkte lind Montevideo und Buenos Aires, dann wird das Atlantische Weltmeer wieder gekreuzt, den» die Fahrt geht über Tristan da Cunho nach Capstadt, und von Kavstadt aus weiter in das südliche Eismeer, wo der ivescntlichste Pnnli, den Maioson erreicht hat, ausgesucht werden soll. Tie Sondwickos-Jnscln und Südgcorgien sind die nächsten Ziele, und die Vermessung der Tiefen im Stillen Ozean wird besonders gründlich durchgeführt werden. Danach fährt Stackhouse wieder nach Kapstadt, dann weiter an der Küste entlang über Mauritius nach Sansibar, von da nach dem Seychellen und weiter nach Indien. Bombay soll zunäckut berührt werden, und als weitere Ziele lverdcn Singapure, Hongkong, Clsina überhaupt, wie die iavanilchen Gewässer angegeben. Tas ist in der Tat ein Riesenplan. Zu seiner vollkommenen Dairch- iührnng fehlt cs Stackhouse noch an 25 000 Pfund, also einer halben Million Mark. Diese Summe hofft er durch ösfentlichc ^ammlunqen aufzubringcn, außerdem rechnet er auch aui eine Unterstützung durch die englische Regierung. „Wie einst im Mai". In dem Plagiatvrozeß, den Tll Max Mcyerscld als Uebcrsetzer des englischen Stückes „Meilensteine" gegen die Direktion Mcindard-Bcrnauer angestrengt hat, ist die von, Kläger eingelegte B c r u s n n g vom Kammeracricht zurückgewiesen worden: das Gericht hält also das von Meyer- seld bchauvtetc Plagiat nicht sür vorliegend. ftac- weithin berühmte Pstcgestätic besah. So umfaßte das Wirken des Dahingegangenen ein wciies Gebiet und sichert der langen Regierung des Her.wgs Georg TI von Sachsen-Meiningen ein bleibendes Andenken iveit über die Grenzen des Hcrzogtunis Meiningen. Das „Meininger Tageblatt" meldet amtlich: Der Tod erfolgte insolgr von Arterienverkalkung. In den letzten Tagen hatte der Herzog an schweren asthmatischen Anfällen gelitten. Die Leiche wird Donnerstag abend in Meiningen Eintreffen. Die Beisetzung findet am Sonntag vormittag gegen l l Uhr von dem herzoglichen Rcsidcnzjchlosse aus statt. Als letztmillige Verfügung hat der Herzog an den Magistrat erlassen, daß jeder »osten verursachende Aufwand der Stadt bei der Traucrscierlich- keit unterbleiben solle. ES wird aller Voraussicht nach die Beisetzung im Sinne des Herzogs entsprechend still erfolgen. Der jetzige Herzog Bernhard ist am Donnerstag morgen mit dem Staatsminister nach Bad Wildlingen ab- zcreist. lieber di: vorläufige Beilegung des pofiaurftandcs in Paris erklärte der HandelSminister Thomson einein Berichterstatter, er halte die Lage für besser als er zu hoffen gewagt habe. Jeder Zwist zwischen der Regierung und den Postbeamten scheine ihm beseitigt und er glaube, daß der Waffenstillstand das Vorspiel zu einem baldigen Frieden bilde. Tic Postbeamten hätten begriffen, daß er trotz aller Svmpathie, die er für sie empfinde, unmöglich erlauben könne, daß ein öffentlicher, hochwichtiger Dienst straflos zu Grunde gerichtet werde. Es heißt, daß der sozialistische Abgeordnete Eochin die von dem Abgeordneten und ehemaligen Minister Thierrn angemcldcle Besprechung über den Postausstcnd dazu benutzen wolle, um zu verlangen, daß gleichzeitig auch die von ihm im Namen der sozialistischen Gruppe cingebrachtc An frage über die Forderungen der Beamtenschaft erörtert werden. Von den gemäßigten und konservativen Blättern wird die Haltung des Ministeriums gegenüber den ausständigen Postbeamten scharf gerügt. Jauräs schreibt in der ,-Humanitö", daß der ganze Zwist dadurch entstanden sei, datz der Senat von den 12 Millionen, die für Gehaltsvermehrungcn beantragt worden toaren, 50 000 Francs gestrichen bat. Er meint, daß gerade diese? kleinliche Vorgehen und diese Herausforderung den Zornesausbruch der Postbeamten begreiflich erscheinen lasse. Die Verhandlungen mit den albanischen Aufständischen Durazzo, 24. Juni. lAgcncia Stesani.) Abends 11 Uhr begab sich ein Unterhändler zu den A u f st ä n - dischen und setzte sür die Verhandlung die Mittagsstunde sest. Tatsächlich fand um diese Zeit eine Unterredung statt, die jedoch ergebnislos verlief. Es läßt sich nicht voraussehen, ob die Verhandlungen wieder ausgenommen werden. — Oberst Philipps ist in Durazzo eingetroffcn. Er berichtete über die Lage in S k u t a r i. Die Bevölkerung fährt fort, an den Besestigungswerkcn zu arbeiten. Durazzo, 24. Juni, 10 Uhr abends. Die vergangene Nacht sowie der heutige Tag verliefen ohne Zwischenfall. Heute wurden die Befestigungsarbeiten von der städtischen Bevölkerung fortgesetzt. Sämtliche Geschäfte in der Stadt sind geschlossen. Die Arbeiten werden morgen, spätestens üvermorgen, vollendet; sie sind jedoch setzt schon soweit gediehen, daß auch bei einer etwa versuchten Ueber- raschung durch den Feind mit Erfolg Widerstand geleistet werden könnte. Gleichzeitig errichtetcdcrFeind stark befestigte Positionen, die am Rasbul gut beobachtet werden können. Heute früh ist beim Minister des Innern von den Rebellen ein Schreiben eingelausen, in welchem zwecks Einleitung von Verhandlungen um Entsendung einer Abordnung nach Schiak gebeten wird. Die Abordnung, welche aus vier Mohammedanern, einem Orthodoxen und Monsignore Kaciori bestand, fand dort mehrere Vertreter der am Aufstand beteiligten Ortschaften vor, mit denen jedoch nur unverbindliche Besprechungen stattsinden konnten, weil angeblich die Vertreter von Malta und Elb- assan noch nicht eingetrosfcn waren. Auch die Delegierten von Durazzo sind eingeladcn worden, bis zu deren Ankunft in Schiak zu warten. Sie zogen es jedoch vor, nach Durazzo zurückzukehren, um sich morgen neuerlich nach Schiak zu begeben. !» Der Komma,.dant des russischen Kreuzers „Terez" meldet aus Valona, daß die Stadt ruhig ist. Man erwarte den Vormarsch der Rebellen von Fieri nach Valona. Es bestätigt sich, daß B c r a t in den Händen der Aufständischen ist. Ans fielen. L. Friedberg, 25. Juni. Am Dienstag fand aus Veranlassung des Kreisrates Freist v. Schenk eine Belvrcchung in Angelegenheit der Bahn Fricdbcrg — Ranstadt statt. Vertreter aller beteiligten Gemeinden waren dazu erschienen. Man einigte sich dabin, von einigen bekannten Firnicn, welche sich mit dem Eiscnbabnbau beschäftigen, einen K o st e n v o r a n s ch l a g nebst Rentabilitätsberechnung machen zu lassen. Nur das öofgut Wick- stadt hat bis jetzt keine Zusage gegeben. vcntjche« Aeicv. Der Ausschuß des vre u ß i scheu Abgeordnetenhauses beriet den fortschrittlichen Antrag auf Bereitstellung von 25 Millionen Mark zur Förderung der Zwecke des W o h n u n g s g e s c tz e s , ferner eine Entschließung des Zentrums, welche 100 Millionen für den gleichen Zlveck verlangt. Insbesondere soll durch die beiden Anträge die Beschaffung zweiter .Hypotheken erleichtert werden. Die Anträge wurden von konservativer, freikonser- vativcr und nationallibcraler Seite bekämpft, da die gcfor-, dertcn Mittel nicht im entferntesten zur Erreichung der gesteckten Ziele ausrcichten. Ueberdies seien das Ausgaben der Städte und nicht des Staates. Von der Regierung wurde der gleiche Standpunkt eingenommen. Die darauf folgende Even- tualentfchließnng des Zentrums wurde fast einstimmig angenommen, die Regierung nämlich zu ersuchen, im Sinne der praktischen Durchführung des Wohnungsgesetzes zur Förderung des Kleinwohnungswcsens für die minderbcmit- teltc Bevölkerung geeignete Maßnahmen zu ergreifen und entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen. Der fortschrittliche Antrag wurde abgelehnt. riu»la„v. Griechenland und die Türkei. Offiziösen Athener Zeitungen zufolge wird die griechische Antwort auf die türkische Note wahrscheinlich am Freitag an den griechischen Gesandten in Konstantinopcl, Panas, geschickt. Sic ist in freundschaftlichem Tone gehalten, wie die türkische Note. In der Antwort wird die Befriedigung der griechischen Regierung über die von der ottomani- schcn Regierung nach den jüngsten Verfolgungen ergriffenen Maßregel» ansgedrückt, doch besteht die Note darauf, daß die Informationen, welche die türkische Regierung über die Lage derMusclnianen in Mazedonien erhäten babe, unrichtig seien. Die griechische Regierung suchte mit allen Mitteln die Auswanderung der Muselmanen zu verhindern oder wenigstens einzuschränten, ohne dabei an Gewaltmaßregeln zu denken. Tie Regierung erklärt, mit dem Austausch zwischen den Flüchtlingen einverstanden zu sein unter der Bedingung, daß den Auswanderern die freie Wahl gelassen ivird. Die Note drückt schließlich die Hoffnung aus, daß die kaiserliche Regierung ihre Versprechungen halten wird, so daß nichts in Zukunft die Beziehungen zwischen den beiden Ländern trüben kann. Die Schlacht bei Zacatecas lMexiko), welche mit der Einnahme der Stadt durch die Rebellen endigte, war die b I u - t, g st e Schlacht der R cv o l u t i v n s kam p s e. Sic bauerte vier Tage. Es wird hierzu gemeldet, die Bunüestruppcn hätten vor ihrem Abzüge viele Gebäude durch Dynamit zerstört. General Dille gibt die Verluste der Bundestrnpven auf 4000 Tote und 2000 Verwundete an, die eigenen Verluste aus 500 Tvle und 800 Verwundete. Außerdem will er 5000 Gefangene geniach! haben. Aus §rade »rrS €an$. Gießen, 20 , Juni 1311. Ans der Sitzung der Stadtverordneten. Tic gestrige Sitzung der Stadtverordneten hatte keine besonders wichtige Tagesordnung zu erledigen, und so gingen denn die meisten Beratungen rasch und schmerzlos vorüber. Wenn sich der Redestrom ins Uferlose ergießen wollte, wußte Oberbürgermeister Keller ihn rasch und geschickt im Damm zu halten und so wurde dann die Tagesordnung kurz und sachlich erledigt. Das wichtigste Ereignis war die Diensteinführnng und Verpflichtung des besoldeten Beigeordneten Günther Kren- zien, der auch der Mehrzahl der Stadtverordneten ja ein neuer Mann war. In kurzer Rede weihte ihn Oberbürgermeister Keller in sein neues Amt ein und mit einigen herzlichen Worten, die ihm rasch die Shmpathicn der Stadtverordneten erwarben, dankte er sür seine Wahl, die ihn beglücke und ehre. Eine lebhafte! Teilnahme ergab sich, als^ Oberbürgermeister Keller mitteilte, daß der unbekannte Spender sür ein Denknial des Landgrafen Ludwig V. die Einstellung seiner Zuwendungen angelündigt habe, wenn das Denkmal nicht vor der Universität aufgeswllt werde. Man war natürlich einhellig der Ansicht, daß man diesem Wunsche Rechnung tragen mühte und bedauerte nur, daß sich der Stifter noch immer nicht genannt habe. In der weiteren Folge wurden dann nur für die Allgemeinheit unwichtige Angelegenheiten erörtert. Erwähnenswert ist, daß eine Denkschrift über die Ueberlandanlage angekündigt wurde, und daß der Oberbürgermeister das Ticsbauamt beauftragt hat, einen Plan für Lagerplätze mit Gleisanschluß herzustellen. Schließlich wurde noch mitgeteilt, daß die Rauch- belästigung durch das Elektrizitätswerk bis September so weit als überhaupt inöglich behoben sei. ** Tageskalender sür Freitag, de» 26, Juni: Gewerbe- Ansstellnng: Abends vo» 7—10 Uhr Konzert der hiesigen Regimentskapelle. (Solist: Herr Weschke. Kgl. Kammermusiker.) A n I a g e v>» s i k nachm. 8 Uhr l,»ir bei gutem Wetter). ** Hoftrauer Der Großherzog hat wegen des Ablebens des Herzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen eine Hoftrauer vom 25. Juni bis einschließlich 2. Juli angeordnet. ** Empfänge. Der Großherzog hat den Königlich Italienischen außerordentlichen Gesandten uird bevollmächtigten Minister Riccardo Bollati und nach diesem den Königlich Sächsischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister v. Stieglitz zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben in besonderer Audienz empfangen. ** Auszeichnung. Der Großherzog hat das Ritterkreuz l. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dein .Hanptmann Emil Rausch in der Schutztruppe sür Kamerun, kommandiert zur Dienstleistung beim Gouverneur von Ka«icriin, verliehen. ** Schulangelegenheiten. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Langen. ** In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde eine Angelegenheit erledigt, die bereits seit Jahren schwebte, aber unter dem Regime des srüheren 'Oberbürgermeisters noch nicht zum Abschluß kommen konnte. Es wurde der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Gelände oberhalb der Landmannstraße zu billigem Preise überlassen, zu Anlage von kleinen Wohnhäusern. Die Baudcputation sowie der Rechts- und der Finanzausschuß sind ermächtigt, die an den Verkauf geknüpften Bedingungen zu formulieren. ** Gewerbeausstellung. Der Ausstellungsvorstand hat gestern ungefähr 90 Herren gebeten, als Preisrichter in das Preisgericht einzutreten. Die erste Sitzung, von der die Aussteller in Kenntnis gesetzt werden, soll bereits in den nächsten Tagen stattfinden. Die Tätigkeit der Preisrichter und Sachverständigen ist ehrenamtlich; sür entstandene Kosten wird aber Ersatz gewährt. **2 icGießcnerFreilichtbühn.c wird, wie schon wiederholt mitgeteilt, morgen nachmittag mit einer Aufführung der versuiikenen Glocke eröffnet. Der Eröffnung geht eine kleine Feier voraus, bei der Herr Oberbürgermeister Keller die Anlage im Namen der Stadt an die Leitung der Gicßener Freilichtbühne geben lvird. Hau8 deS Direktors lim die Lage des Naturtheaters zu zeigen, fügen wir hier einen Lageplan bei, aus dem die ganze Anlage zu er- sclien ist. Man sieht daraus, daß der Zugang zum Zu- schauerraum von dem zweiten Wohnhaus der Heil- und Pslegeanstalt scharf links in den Wald führt, wo in an- nähernd kreisförmiger Anlage der Bübnenraum und die Sitzplätze sür die Zuschauer angeordnct sind. ** 3« btt Ceylon-Ausstellung im Botanischen Garten gelangten ncii zur Ausstellung zwei für das hiesige Bölkermuseuili erivorbcne echte Frauen-Kostüme, von denen das eine die Tracht einer Singhalesen Frau zeigt, ivic sic von den portugiesischen Missionaren iin 10. Jahrhundert cingcsührt ward ilnd sich bis heute unverändert erhalten hat. Das andere stellt die malerische Gewandung einer Hindiifran aus dem Volke dar. Ferner kamen neu hinzu das Kostüm: eines Geisterbeschwörers mit reicher Handstickerei, eine große Trommel aus Palmenholz, verschiedene Tongefäße und Sibmucksachen. In Blüte stchc,, zurzeit außer Kakao niid Bananen noch Bauiuwolle, Erdnuß und Melonenbäume. Die Ausstellung wurde in den ersten l t Tagen seit ihrer Er- ösfnilng am 12. d. M. von rund 1800 zahlenden Personen besucht, ein für eine belehrende Veranstaltung und sür hiesige Verhältnisse recht erfreuliches Ergebnis. " Preisabschlag von Schweinefleisch :e. Die hiesigen Schiveinemetzger iverden von morgen ab gu folgenden Preise» verkaufen: Schweinefleisch, Katelcttstückc, Kammslücki und BralcnNäcke (bisher 86 Pfg.) j>i 8) Psq. das Pfund, Banchstücke (bisher 70 Pfg,) zu 60 Pig., Echweinckotelette (biShec 96 Pfg.) z» 90 Pig., Dörrfleisch (bisher 1 Mk.) z» 90 Pfg., Speck (bisher 90 Pig,) z» 80 Pfg., Schmalz (bisher 80 Pfg.) zu 70 Pig., Schweineielt (bisher 70 Pfg.) zn 60 Pfg. das Ptiind; Wuriticlt da? Pfund zu 50 Pfg., bei Abnahme von 5 Psd. 40 Pfg. das Pfund. ** D e r Verband der Dctailli st en Vereine im Großherzogtum Hessen hält am sonntag, den 12. Juli, in Darmstadt seinen 6. Verbandstag ab. ** E i n G i e ß c n e r als R e k o r d s l t e g e r. Der erfolgreiche Flieger Werner L a n d m a n n, »on dessen listündlger Fahrt wir gestern berichteten, ist ein geborener Gießener. Er ist ein Sohn d's srüheren Direktors her höheren Töchterschule. ** E i ii Druckfehler ist bei dem Erhebungszettel für die Kanalgcbühr unterlaufen. Es wird verlangt, das 2. Ziel dieser Steuer im Juni zu bezahlen. Es beruht dies auf einem Irrtum, denn das 2. Ziel braucht, erst im Juli bezahlt zu werden. ** D i e Linde blüht! Früher als sonst hat sich die Lindenblüte entfaltet. Sic ist einer der letzten der bei uns blühenden Bäume. Von den beiden heimischen Arten macht sich gegenwärtig die breiblätterige Sommerlinde durch den Wohlgcruch angenehm bemerkbar. Kurze Zeit später folgt dann die klcinblätterige Winterlinde. ** Postblat t. Anfang Juli erscheint eine neue 3Imn» mer des Postblatts, das eine Beilage zuni Rcichsanzciger bildet, aber auch sür sich'bezogen werden kann. Im Postblatt, das im Reichs-Postamt zujammengcsteltt wird, sind die wichtigsten Verscndungsbedingungen und Tarife sür Postsendungen aller Art sowie sür Telegramme enthalten. Aus die seit dem Erscheinen der vorangegangenen Minimer (Anfang April) eingetretenen Aenderungen wird in der neuen Nummer durch besonderen Druck (Schrägschrift) hingewiescn. Das Postblatt kann auch neben anderen, umfangreicheren Hilfsmitteln sür den Verkehr mit der Post und Telegraphie (Postbücher, Post- und Telegraphcnnachrichten sür das Publikum usw.) mit Vorteil benutzt werden, weil es diese bis aus die neueste Zeit ergänzt. Der Bezugspreis des Postblatts beträgt für das ganze Jahr 40 Pfg., für die einzelne Nummer 10 Pfg. Bestellungen werden von den Postanstalten entgegengenommen. ** © ü t c r r e d) t 3 r e a t ft c r Tie Eheleute Fuhrmann Karl Matern und Kathinka Mater» geh. Altvatter in Bubbach haben durch Vertrag vom 9. Juni 1914 Gütertrennung vereinbart. ** Konkurse in Hesse». In dein Konkursverfahren über das Vermöge» des Hotelbesitzers Ji»>-pl> Habet! in Bad-Nanheim ist lnlolae eines vo» dem Gemeinavulduer gemachten Vorschlags zu einem Zivangsverglciche Vergleichstermin auf Dienstag, 7. Juli 1914, vormittags )ü'/ t Uhr, vor dem Graph. AintSgertcht ln Bad- Nanheim anberaumt. Landkreis Gießen. rb. Wieseck, 25. Juni. Selbstmord. Im „Dörrloch" im Hangclsteiner Wald ionrde gestern nachmittag cm »inger Mann mit einer schivercn Tchußverlestung an der rechten Schläfe tot auigesundcn. Nach den bei ihm vorgeiundcnen Papieren handelt cs sich um den 22 Jahre alten Streckenarbeiter Karl Becker aus Anspach i. T. Als Motiv zur Tat dürste man Krankheit annehnien, da sich bei ihm ein Uebcrweisnngsschein aus der Chirurgischen Klinik in die Klinik sür Haut- und Geschlechtskrank- heitcn Vorland. Bon seiner vorgcschten Behörde in Usingen nnrd dem Verswrbenen das beste Zeugnis ausgestellt. Ter lzciite in Wiejeck anwesende Vater, welcher Invalid ist und sich ebenfalls des besten Rufes erfreut, ordnete die llcberführnng der Leiche in die .Heimat an. Den zur Tat benutzten Revolver kaufte sich der Unglückliche unmittelbar vorher in Gießen. A 6 e u d) e 1 1) c i »i, 25. Juni. Erhängt hat sich, der in der Mitte der 60er Jahre stehende I. Gorr. Er ist der Vierte von seinen Altersgenossen, der durch Selbstmord endet. A Lich, 25. Juni. Eine Zugeistgleisu« g ereignete sich auf der Bahnstrecke Lich—Grimberg dadurch, daß in der Kurve am Ausgang des Lichcr Bahnhofs eine Schivelte brach. Verletzt wurde niemand, nur ei» Wagen erheblich beschädigt. Der Zug nach Grünberg erlitt über eine Stunde Verspätung. tl. Lollar, 28. Juni. Am Sonntag nachmittag zwischen 8 und 9 Uhr brach im Trockenhaus der BuderuSschen Eisenwerke hier ein Brand aus, wobei das Dachgebälk zum Teil verbrannte. Das Feuer wurde bei Ausbruch durch einen i» der Nähe wohnenden Arbeiter des Werkes entdeckt und wurde alsbald durch herbeigeeille Leute gelöscht. Ter Schaden beträgt einige hundert Mark und ist durch Versicherung gedeckt. Das Feuer soll durch die Trockcnöseu zuin Ausbruch gekommen sein. kl. Lollar, 25. Juni. In körperlicher und geistiger Rüstigkeit seiern morgen, Freitag, Polizcidiencr Schmidt, der Vater des jetzt amtierende» Bürgermeisters Schmidt, und seine Ehefrau das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Der Jubilar war hier lange Jahre im Amt. Kreis Lautcrbach. (h) Schlitz, 25.Juni. Das fünfjährige Kind des Landwirts Schmidt in Queck fuhr mit seinem Großvater zum Holzholen in den Wald. Auf deni Wege stürzte es unbcnierkt vom Wagen, wurde überfahren und auf der Stelle getötet. Später fand der eigene Vater, der zu Fuß nachging, seinen toten Sohn auf dem Wege liegend vor. tz. F r e i e n st c i n a u, 24. Juni In der Nacht von Sonntag ans Montag hänselten mehrere junge Burschen einen älteren angetrunkenen Mann, worüber dieser in solche Aufregung geriet, daß er sein Taschenmesser zog und blindlings um sich einstach. Hierbei wurde der Postkutsck)cr, der die Post Freiensteinau—Grebenhain fährt, so schwer verletzt, daß der Arzt seine Ucberführiing in das Lauterbaehcr Krankenhaus anordnetc. Kreis Schotten. tz. Hartmannshatn, 24. Juni. Der Eisenbahner- Verein Gedern und Umgegend unternahm am vorigen Sonntag einen Ausflug nach Hanau. Morgen findet eine «reite Fahrt nach Hanau statt. b Aus ÜEm tübweUI. Vogelsberg, 25. Juni Das ungünstige Wetter der letzten Wochen hat das Gute ge- hab>t, daß der Graswuchs zurzeit so günstig steht, daß eine Heuernte zu erwarten ift. die der vorjährigen in Qualität und Quantität nicht nachsieht. Kreis Friedbcrg. — Friedbcrg. 25. Juni. Am nächsten Tonn tag bc- ginnend findet hier zwei Wochen lang in den Räumen der Gewerbeschule eine Ausstellung heimischer Malkunst und Plastik statt. Bis jetzt sind angemeldct: 93 Oclgemälde und --Studien (Landschaft, Stilleben und Bildnis), 24 ^Aquarelle, 3 Pastelle, 41 Radierungen, 2 Originallithographien und eine Federzeichnung, außerdem mehrere Plastiken. Reben -berufsmäßigen Kunstmalern sind auch die Amateure vertreten. Bon den ersten sind zu nennen L. Roth, A. Windisch, C. Barnas und Fräulein Seidel. (h) Ober-Rosbach, 25. Juni. Aus der Friedberger Landstraße geriet heute früh infolge einer Explosion ein Automobil in Brand. Die Insassen wurden nicht verletzt. Der Magen brannte vollständig nieder. Starkeuburg und Rhcinhesscn. d. W o i iu , 25. Juni. Bei der heutigen Beratung des städtisch. Etats in ber Stadtverordnetensitzung kam cs zu Beginn nochmals .zwischen dem sozialdemokratischen Redakteur S ch il d b a ch und den bürgerlichen Stadtverordneten wegen Perössentlichung der geheimen Kommissionsberatungen zu heiligen Zusammenstößen. Sämtliche Bertreter der Presse Hatten vor Erössnung der Sinung dem Oberbürgermeister mrtgeteilt, daß es ihnen durch die vier lnntereinander abgkhaltenen Sitzungen nicht möglich sei, länger als dis 8 Uhr abends in dem dumpfigen Saal auszuhaltcn. Ter Oberbürgermeister brachte kurz vor 8 Uhr diesen berechtigten Wunsch zur Kenntnis der,Versammlung und als diese in der Debatte fort- suhrcn, verließen sämtliche Prcslcvertrcter den Saal. Zwei Minuten spater waren auch die Redner zu Ende. Tic Weitcrberatung wurde aus Freitag nachmittag vertagt. Hessen-Nassau. 0 Marburg, 25. Juni. Die gesamte Marburger Studentenschaft brachte heute abend dem Direktor des zoologischen Universitäts-Instituts, Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Korschelt, der bereits drei Ruse nach andere» .Hochschulen ablehnte, einen Fackelzug. I. Frankenbcrg, 25. Juni Im Rachbardlorse Rhadern batte gestern ein Blitzstrahl das Gehöst des Landwirts Baumann vollständig eingcä schert. (h) Griesheim a. M., 25.Juni. An der Backhausstraße übersuhr ein fremdes Automobil einen achtjährigen Knaben und fügte ihm s ch w c r c B c r l e tz u n g e n an den Beinen zu. _ vcreinsnachrichttn. O Hausen lb. Gieße»), 2b, Juni. An> nächsten Sonntag und Montag lL8. und 2*. Juni) leiert der Turnverein Hausen sein 5 0 j ä h r t g e s I u b c l I e st. Verbünde» ist damit das Bundes- Turnlest des Turnervundes Lahn-Tünsberg. An, Sonntag vormittag findet daS iLinzel-Keit'.u neu, am Naelnnittaa das Turne» der Miniere,egen siait. Für Montagnacknnitlng sind I»rnerisct>e Porküiirnngen des Turnvereins Hausen, Frei- und Stabübungen der oberen Unabenklasse, soivie Wetlsviele der Tiirner in Faul'I- und Fußball, auch Eta>«ite»la»l und allerlei Spiele sür die Jugend vorgesehen. Po» den Gründern des Vereins erlrenen sich noch zn>e> Herren guter Gesundheit. Es sind der >» Tuenerkeeise» ,vei>- liin wohtbekannte Jörsier pari Schlag und Herr Christian Freitag. Lich, 25. Juni Ter Wohnungsausichuß des 30. Lahn- ialsängerbundessestcs war heute wegen der Einguar- tierung der auswärtigen Sangcsbrüdcr zu seiner 4. Sitzung »er sammelt. Es konnte mit Genugtuung sestgestellt werden, daß satt durchweg in unsercr Stadt die alte Gastfreundschaft hochgebalteu wird, da sämtliche Sänger in Bürgcrguarticrcn unlcrgcbrachi wurden. Lustsckisfabrt. Der Ostmarkenflug. Königsberg (Preußen), 25. Juni. Zu der Aufklärungsübung nach Tilsit sind beute früh 26 Flieger gestartet, davon vier außer Konkurrenz. Als erster traf aus Dilsit um 7,22 Uhr Hans Stessen ein und startete kurze Zeit später als erster zur letzten Etappe des Zuverlässig keitsfluges nach Danzig. Um 8,30 Uhr waren von Tilsit 18 Flieger zurückgckehrt und nach Danzig sieben abgcslogen. Kleine Tagrzchronil. In Rottend I, rg ist der Domprätendar Gauß unter Hin - tcrlaisung von 200000 Mk. an Schulden geflüchtet. Er sollte in den nächsten Tagen den OffenbaNingScld leisten. Diele kleine Leute sind schwer geschädigt. Bon einer Frau erhielt der Geistliche noch in den letzten Tagen 40 000 Mk. für kirchliche Zwecke. Ter Professor der Zoologie A. König in Bonn vermachte der Universität sein ncuerbautes Haus im Werte von mehreren Millionen Mark - - Märkte. le. Frankfurt a. 951., 26. Juni. Heu- und Strodmarkt. Angctahren waren -- Wagen Heu, 0 Wogen Stroh. Bezahlt wurde snr ven - > 0 — -.10 -Uir. Stroh (ÄomlanaftroM (MJO-o.OO Wt., «Bin- stroh 0,00—0,00 Maik. Alles je 50 Kilo. Geschäft flau — Tie Zufuhr»» waren aus den Kreisen Friedberg, Hanau und Dieburg. WetierauSi'ichten in Hessen am Sam-iag, den 27. Juni 1914: d,eist heiter u„d trocken, nördliche Winde, Gewitterneigung. Letzte Nncbricftten. Ein Raubmord i» Eisenach. Eisenach, 28. Juni. Durch Beilhiebe erschlagen und aller ihrer Wertsachen beraubt wurde die 80 Jahre alte Witwe K i r s ch n c r in ihrer Wohnung ausgefunden. Als Täter kommt ein Schlafbursche der Ermordeten in Frage. D>e Reise des Bercins Berliner Kaufleutc. Haag, 28. Juni Gestern abend gab der Verein Berliner Kausleutc und Jnduslriellcr auf seiner Rückreise von London in Scheveningen e», Bankett, an welchein zahlreiche hervorragende Vertreter der Behörden, der Diplomatie, des holländischen Handels uiw der deutschen Kolonie teilnahmcn. Angriff eines Bijchols auf die deutsche Zentrum spartest Rom, 26. Juni Der Bischof von C o m o , A r ch i, etn bcsondcrer Freund des Papstes, der wiederholt von Pavst Pius X. -um Sprachrohr des Vatikans gemacht wurde, greift in emcm öftcntlieben Hirtenbrief die Kundgebungen des Rerchs- ausschusses der deutschen Z e n t r u m s p a r t c i an. Es heißt darin ». a.: Diese Kundgebung sei wegen ihres Akonseisiona- lisinus eine Verleugnung jedweder wahren katholischen Zucht und eine beabsichtigte Verkennung der päpstlichen Vorschriften. ICnlie u. Kriiolnnj; mitten im Walde Jn^onhclm an der Ilerjrstras*©. Enrhans n. Pnasion Odeawaldbeim. Luit-, Sons.-□. Kar-Bad. ßateKflchc. 1535. Preise. Mckm HHcmct, Pastein, sowie alle Arten von Kaufunreinigkeilen und Haat*u;sdi!äge rerschwin- . Co., Radcbeui Stock 50 Pf. tu haben bei _ Carl tteibel. 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