Nr. *46 Der Sietzeoer erscheint täglich, oHger SomitagS. - D-üagr»: viermal ivSckxntllch SietzenerFmuüIe-dlÄ»«; zweimal wsch-iulcklr««- dlatt für tat Krtis Sieges (Dienstag >»,d Frei.ag): zweimal momitl. £o»V wirtschaftlich« »Otjraae, F«r»jr>rech - Anschläge: sür die Redaktion 1 tÄ, Verlag n. Erpedition öl Adresse sür Depeschen: Anzeiger Gießen, riimadme von Anjkigr» dir die Tagesnummer bis vorniittags 9 Uhr. Erster Matt *64- Zahrgaag Donnerstag. 25 . Zuni *9*4 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger sür Oberhesjen Botaftonrdruik tmfc verlos i»rr vröhl'schr« Univ.-Vuch- und Sttinfcnidtrei B. Lange. Rebaftwn, Lrpedition und Druckerei: Schulftrahe 7. im Aezuq-oreis: monatlich 7öP*^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch 'Abhole- u. Zweigstellen monatlicb 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jnlnL ausschl. Bestellg. Zeile,wreis: lokal 15M, auswärts 20 Bienniq. Chefredakteur: A. Goey. Verantwortlich sür den volit. Teil: Aug. Goetz; sü: „Feuilleton^, „Vermischtes* und^Gerichls- saal": Karl Neurath; sür „Stadt und Land- Anzeigenteil: H. Beck. Die Revolution der Briefträger. Ter meuterische Aurstand der Pariser Briefträger ist eiuc Frucht am Baume jener Syndikatspoliftk, unter der die romanischen Staaten, vor allem Frankreich und Italien, aber auch England, in periodischer Wiederkehr zu leiden haben Wenn deutsche BerkehrÄbeamtc die Erhöhung ihres Wohnungsgeldzuschusses anstreben, so tun sie das durch zähe Lereinsarbeit und Propaganda, durch Eingaben, Bor slellungcn usiv. Ter Syndikalist «reift sosort zur schärfsten Masse, zuni Ausstand. Die Pariser Postbeamten erklärten zwar am ersten Tage noch, sie dächten vorläusig nicht an einen Ansstand, sondern wollten nur dem Senate, der ihre Forderung ablchnte, ihren Unwillen ausdrucken Aber kaum waren einige Stunden des Hin- und Herverhandelns verflossen, da verrammelten die Manif«stanten die Posthöfe, fuhren die Wagen zu Barrikaden aus, sängen die Internationale, riesen: Es lebe der Streik, nieder mit dem Senat! warfen die Postsäcke aufs Pflaster und traten wütend daraus herum Aus deni Unwillen war die Demonstration, aus der Temonstration der bewußte Ausstand und schließlich eine kleine Revolution geworden, lieber eine Million Briese und Rieseuderge von Paketen und Zeitungen blieben in den Post- gebäudcn liegen. Das Syndikat der Postbeamten erließ zwar zuerst eine Kundgebung, wonach die Manifestation des ersten Abends nicht vorher organisiert worden sei, sondern spontanen Ursprung gehabt hätte Aber das Syndikat beschloß auch sofort, die Manifestationen weiter zu organisieren. und, wenn nötig, solange sortzusetzen, bis die Briefträger Genugtuung erhalten. Durch diesen Beschluß im Zusammenhang mit dem meuterischen Charakter der Bewegung stellt der Ausstand der Pariser Briefträger den unzweideutigen Ausdruck eines brutalen und absoluten Sonder- cgoiSmus dar. Es wird vollbcwußt das öfsentlichc Wohl dem einer organisierten Minderheit geopfert. Wie stellte sich die französische Regierung dazu? Sie tat das denkbar Un- klügste, sie begann mit der „Revolution" zu verhandeln. . Was könnte ich für Euch tun, meine Freunde?", so redete Bcrkehrsminister Thomson die Meuternden an und erhielte damit das, was er durch seine falsche und schwächliche Taktik nur verdient hatte, nämlich ein ohrenzerreißendesk Toben: „Keine Redensarten, unsere 4M Franks Gehaltserhöhung ivollen wir!" Vielleicht hat der französische Minister in diesem Augenblick das wahre Wesen eines solchen Bcrkchrsbeamtenaus- standes erkannt: Es ist die Taktik rücksichtslosester Despotie. Eine Minderheit vergewaltigt das soziale öianze. Der alte vor kaum ztvei Menschenaltern endgültig überwundene politische Despotismus feiert seine Auferstehung im Wirtschaftsleben. Unstreitig hat auch jeder Beamte' das Recht, seine Arbeit uiedcrzulegcn, wann er will, vorausgesetzt, daß er sich nicht vertraglich an eine bestimmte Kündigungsfrist gebunden hat. daß dieser Vertrag weder erzwungen noch von dem Arbeitgeber seinerseits gebrochen wurde, und daß keine veränderten Arbeitsbedingungen ein Verharren bei der Arbeit unmöglich machten. Eine andere Frage bleibt es aber, ob die plötzliche Einstellung gerechtfertigt werden kann bei einer Tätigkeit, auf die ein größerer Teil des Publikums, ja die Gesamtheit angewiesen ist, also im Verkehrs-, Be- leuchtungs-, Wasserversorgungswescn usw., und nicht zum mindesten auch bei der Post. .Hier wird ohne weiteres die Allgemeinl»eit in Mitleidenschaft gezogen, und die Katastrophe oder auch nur die Verlegenheit, die dem ösfentlichen Leben dadurch bereitet wird, kann nicht gerechtfertigt werden aus dem wirtschaftlichen Interesse einer einzelnen Be- amtengruppc. Das ist eine Wahrheit, die jeder anerkennen muß, er mag über soziale Dinge und insbesondere über das Streikproblcm im übrigen Ansichten haben, ivelchc er will. Das einfachste Pflichtgefühl, das Pflichtgefühl, das der Beamte der eigenen Organisation gegenüber stets verwirklicht, verlangt, daß er es die Gesamtheit nicht entgelten lassen darf, wenn er mit denen unzufrieden ist, die chm ein Amt übertragen haben. Das tut aber der Briefträger, der Eisenbahnangeftellte und seder Diener der Oessenüichkeit, der die Arbeit plötzlich niederlegt, sodaß an Ersatz nicht zu denken ist. Schon die verschiedentlichen Eisenbahner-Ausstände soll ten der sranzösischen Regierung die Augen über ihre peinliche Lage geöffnet haben. Der Staat muß heute gegen solche Verkehrsausständc ebenso gerüstet sein, wie er sich gegen den Angriff äußerer Feinde vorbereitet. Die französische Regierung wird in solchen Fällen zeigen müssen, ob sie der Syndikatsdespotie noch gewachsen ist, ob sic, wie vor vier Jahren versprockzen (als sämtliche Südbahncr wegen Entlassung eines Angestellten in den Ausstand traten), das Militär unter der Hand und in kleinen Trupps dazu aus- gebildet hat, die wichtigsten Funktionen der öffentlichen Verkehrsanstalten im Falle großer Ausstände zu übernehmen. Am Bemntenausstand endet die Gerechtigkeit des sozialen Kampfes. Hier hat man zu wählen zwischen der össentlichen Ordnung und dem Interesse unzufriedener Angestelltenkategorien. Die Regierungen werden auch bei einer Briefträgerrevolution sich ohne Zögern zu entscheiden haben für die öffentliche Ordnung. Paris, 24. Juni. Die gestern abend im Hauptpostamt ausgebrochenen Ruhestörungen trugen einen unleugbar meu terischen Charakter an sich. Die Briefträger bewarfen die Schutzleute, welche die Ordnung Herstellen und die Abfahrt der Postwagen erzwingen ivollten, mit Ziegeln und Eisenstücken. Ein Beamter und fünf Schutzleute erlitten erhebliche Verletzungen. Ms die Briefträger um Mitternacht das Postgebäude verließen, sangen sie revolutionäre Lieder und schrien: Rieder mit dem Senat! Der Syirdikatsausschuß der Postbeamten saßt« einen Beschlußantrag, in dem er erklärt, daß er diese Kundgebung nur billigen könne und entschlossen sei, die Protestkundgebungen so lange fortzusetzen, bis die Postbeamten Genugtuung erlangt hätten. Man glaubt, daß die Postbeamten keinen regelrechten Ausstand unternehmen und sich mit dem passiven Widerstand begnügen iverden. Es heißt, daß infolge der gestrigen Ruhestörungen über eine Million Briese nicht zugestellt werden konnteii. — Von den gemäßigten und konservativen Blättern wird es als sehr bedauerlich bezeichnet, daß sich der Handelsministcr Thomson darauf eingelassen habe, mit den meuternden Briefträgern zu parlamentieren. Diese seien dadurch zu ihrer Streikdrohung geradezu gezwungen worden. Paris, 24. Juni. Ein durch Muniztpalgarden verstärktes Polizeiaufgebot umgibt das Hauptpostamt. Die Postbeamten sinnen aui Mittel, um sich Lebensmittel zu verschaffeii, und lassen aus den Fenstern Bindfäden berab, an welchen die draußen gebliebenen Kameraden Lebensmittel,anbin- den. Um die Verproviantierung der Eingcschlossenen zu verhindern, schneiden die Polizttbeamtcn die Bindfaden ab, ivenn es irgend möglich ist. Diese Vorgänge iverden von dem Publikum mit lautem Gelächter begleitet. Der Verkehr in der Umgebung des Hauptpostamtes zu unterbrechen. Das Ministerium erklärt, daß :>e Abfertigung der Post nach der Provinz regelmäßig statgesunden hat. Heute nachmittag versicherte ein höherer Postbemnter den Briefträgern, daß der Minister ihre Abgesandten empfangen würde, falls sic den Briefesortierungssaal verließen. Die Briefträger wiesen dieses mü der Begründung zurück, daß dann 2 o l d a t c n an ihre Stelle gesetzt würden. Ter Beamte versicherte, daß dieses nicht der Fall sein werde, und fügte hinzu, dqß der Minister die Abordnung cnipiangcn würde, wenn die Unterbcamten die Arbeit unverzüglich wieder anwehnien würden. Tie Briefträger haben darauf nach einer Besprechung die Arbeit wiederauf genommen. Sie Erweiterung des Nordoftseekanais und der Kaijer. Kiel, 24. Juni. Heute nachmittag 4>,-> Uhr lief die „H o d e n z o ll e r n" mit dem Kaiser au Bord von Brunsbüttel konimend in die neue Holtenaucr Schleuse ein, um diese und den damit zugleich in den wesentlichen Teilen/ nunmehr fertiggestrllten Erweiterungsbau des Kaiser Wilhelm-Kanals dem Betriebe zu übergeben. Auf der Mittelmauer der Schleusenanlaqen hatten Staatssekretär Dr. Delbrück, die Spitzen der kaiserlichen Marine und der städtischen Behörden, sowie die an der Ausführung des Erweiterungsbaues beteiligten und aus diesem Anlaß mit allerhöchsten Auszeichnungen be- liehencn Personen und eine größere Anzahl geladener Zuschauer Ausstellung genommen. Auch die nördliche Seite der Mauer ivar mit zahlreichen geladenen Damen und Herren besetzt. Die Tock,ler des Präsidenten des Kanalanrts, Fräulein Hildegard Kautz, überreichte den, Kaiser einen Blumenstrauß. Sodann richtete Staatssekretär Dr. Delbrück an den Kaiser eine Ansprache, in der es hieß: Euerer Kaiscrl. und König!. Majestät melde ich allcrunier- tänigst, daß der Erweiterungsbau des Kaiser Wilbelm-Kanals soweit scrtiggcstellt ist, daß die Großkamviichifie Euerer Majestät den Kanal iörtan passieren können. Damit sind langwierige und schwierige Arbeiten zum Abschluß gelangt, die den Kanal den Anforderungen der heutigen Zeit, uich, Ivie wir hassen, der weiteren Zukunft anpassen sollen. — Annähernd 30 Jahre sind vergangen, seit diese Schisiahrtsstraße zwischen der Nord- und Ostsee von dem Hachseligen Kaiser Wilhelm dem Großen begonnen wurde iu,d voc 19 Jahren konnte sic dem Betrieb übergeben iverden. Das Profil des Kanals und die Abmessungen seiner Kunstbauten sind erheblich vergrößert worden, die neuen Schleusen sind dovpeli io groß als die alten und die die Schiiiahri hindernden Eiscnbahn-Trebbrücken sind durch eiserne Hochbrücken ersetzt ivorden. Tie Hochbrücke bei Levensau, an deren ProjekticriMg Eure Majestät allerhöchst veifön- lichcn Anteil genommen hat, konnte, wie diejenige bei Grünthal, trotz der Erweiterung des Kanalprofils dank der Kunst unserer Tiefbauer erkalten bleiben. Durch die Einsührimg des elektrischen Betriebes und moderner Motoren ist nicht nur die Tüberbeit und Schnelligkeit des Kanalbetricbcs erdöhl, sondern auch die Verbesserung des Verkehrs über den Kanal von einem Hier zum andarn und der wasserwirtschaftlichen Verbäliniise in den angrenzenden Gemarkungen möglich gewesen. Euere Majestät bitte ich untertänigst, die vollendeten Schleusen als erster zu durchfahren und damit den erweiterten Kanal dem Verkehr zu übergeben. Der Kaiser ließ sich hieraus die Dekorierten vorstellen und richtete an einzelne kurz« Ansprache» sodann kehrte er mit dem Gcsolge aus die „Hohenzollern" zurück, die ffnnmehr aus der neuen Schleuse in den Kieler Hafen einsuhr und dabei ein quer über die Schleuse gespanntes Band durch- schnitt. _ Herzog Georg II. oo» Zachsen-Meiningen f. Meiningen, 25. Juni. Das „Meininger Tagblatt" meldet amtlich: Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen ist heute nacht 2.25 Uhr in Bad Wildungen gestorben. Der Herzog litt, loic noch in den letzten Tagen genieldet worden war, an schlveren asthmatische,, Erscheinungen und er hatte seine Kur in Wilduiigen abbrechcu und das Bett hüten müssen. Das .hinschciden des alten Herrn wird im ganzen Deutschen Reiche herzliche Teilnahnie hervorrusen, denn Herzog Georg gehörte mit zu beit Rcichsgründern und hat von Anfang an den Reichsgedanken hochgchalten. Er wurde am 2. »lprii 1826 in Meiningen geboren als einziger Sohn des Herzogs Bernhards II. Nach Unibersitätsstudien in Bonn und Leipzig trat er i» die preußische Garde ein: 1854 kehrte er nach Meiningen zurück. Ta sein Vatcr dem Beitritt zum Norddeutschen Bunde widerstrebte und deshalb am 20. Sept. 1866 abdankte, so übernahm der reichsfreundlich gesinnte vas Nauheimer Nurtheater. Bei der Besprechung der Theater-Eröffnungsvorstellung in Bad-EmS ist Anfang dieses Monats daraut hingcwtesen worden, daß der Welibadeort Nauhcin, in Bezug aus seine Theaterverhält- nissc in bedenklicher Weise auch hinter kleineren Badeorten zurücksteht Wir finden beute auch in der „Frankfurter Zeitung" Klagen über die mangclbaficn Theatcrräumlichkeiten in Bad-Nanheim, wobei es wörtlich heißt: Wenn in der lechen Zeit von Bad-Nanheimer Plänen für * ,-rtrl öffentliche Balten die Rede war, lv ist cs verwundere lui) dar -7,, stäupt bedürfniS Nickt mehr in den Vokoerarnnd getreten ist Es iväre dies der Bau eines Theaters. Die llnter- brinqnng KurthcatcrS iTt eine dcrackig prüiditioe, dal Eie in geradezu ickrciendem Mißverhältnis zu der sonst iv modernen Aunnackmnq des Badeortes steht. Mancher Kurgast, der hier zum ersten' Male eine Vorstellung beiuckt, wird baß erstaunt iein wenn er au-'- den vornehmen Säulengängen und Gartenwegen der Trmkknranlagen in den alten Kurhausiaal kommt uni, dort die Reihe gewöhnlicher schmaler Stuhle vor der bescheidenen Bühne ausgestellt stndet. San tue Stichle lerne Seitenlehnen habe» ein Mangel an Bcauemlickkeit, der nch bei den längeren' ThcaicrvorstclliiNgen noch störender als bei den Konzerten geltend macht ist für viele lchon emc rechte Beem- irächtiqunq des Genusses. Noch schlimmer aber Ist es, dal man von der dritten Stuhlreihe au überhaupt kern ganzes Bühnenbild mehr oor die Augen luckommt. Do nämlich die -tuhlreihen nach hinten zu nicht anstcigen, muß man Puttchen den Kamen der Vordcrleutc l>indnrch mühsam von der Buone Ivviel zu er- haschen suche,,, als möglich ist. Das ist aber immer Mir cm Ausschnitt. Welcher Genuß, llW “J\ Mn 'TJM handelnden Personen immer mir drei oder vier "n/VNickstsfcwc bebalien 4°»!,' Wen» man bedenkt, wie bereitwillig ielbst kleinere Kurorte sür ein anständiges Ll^ater ge,orgt haben, ist hie lange Dauer dieser primitiven Nanheimer Zustande kaum begreiilick. „ — Die Eriolac der deutschen Wagner-Autküh- ,,, «„i'i Aus Paris wird berichtet: Die von der lBoston Overa Conrvanv unter der Leitung des amerikanischen L.i- rekior» dciiNi Russell oeranstallete Gastimeliaiwi, hat >n Paris Mil einem vollen künstlerischen „und auch wittichaitlichen g-rsolgc geendet, jo daß Russclt rntschloiien >>t, im wmmenden ^ahrc dn. .^Pariser Saison" der Bostvner Over zu wiederholen. Zur allge- tneinen Ncberraschmig haben gerade die in deutscher Sprache gegebenen Töagner-Mifführupgen die größten Erfolge erzielt. „Frühere Versuche," so äußcttc fick, der amerikanische Direktor, „hatten uns für italicnijche Opern einen ziemlich sicheren Erfolg rrbaisen! lassen, aber daß in deutscher Svrache gesungene deutickic Opern cinc so enthusiastische Ausnahme finden würden, ging ielbst über liniere kühnsten Hoffnungen hinaus. Bar der Eröifnnng der Variier Saison suchte Mich jedermann davon abzubringen, in Patts die.Werke Wagners in ihrer Ilttvrachc zu gebtzn. Ich brauche jetzt nur hinzuzusügcn, daß. heute selbst die am mcisteu pessimistischen Ratgeber zum Sckiwttgcn gebracht sind." Bei der ftanzö- sischen Musikkritik l-aben u. a der Chor der Boston-Oper und die amerikanische Jnizenicrnngskunst höchste Anerkennung gesunden. — Prcisanigabc. Das Thema der diesjähttgcn Alva- rengaprcisansgabc der .Hnselandiichen Gcsellschait lautet: „Tie Diagnose der Geschwülste des Rückenniarkes". Die mit Motto versehenen Arbeiten sinh bis zum 1. N/ai 1915 an den llniversitäts- prosefsor Geh. Med.-Rat Dr. Ewald in Berlin einzulcndcn. — Ein Li an ardo-Porträt unter einer Madonna von Rasfacl. Bon einer überraschenden Entdeckung, die unter einer Madonna von Raffael geniacht wurde, weiß das Journal des Tebats zu berichten. Das Werk, das dem Tr. Pogor- jelski in Petersburg gchött, sollte van dem Restaurator der Petersburger Eremitage eine neue Lttmi'and erhalten. Bei dieser Gelegenheit photographierte man das Bild mit einem besonderen Apparat, der dem bloßen Auge unsichtbare Einzelheiten enthüll! und vergrößert, und so kamen alle „ Untermalungen des Werkes zum Dorjckzein. Zunächst wurde iestgoftellk, daß das Bild in seinem ettten Ttadffun ganz anders komponiert war und eine „sacra Canvcriazionc" nnt dem httligcn Joseph, de,- heüigen Anna und einem Engel dontellle. Unter ditter Komposition entdeckte man sodann emc ganze Reilic von gemalten Studien, flüchtig ikizzicttc Potträts, in denen man berühmte Pcriönlichkeitcu erkannte: Casttglione, Papst Julius II., Perngina und Timoteo Viti. Direkt », der Mitte der Lttnwand aber erschien eine Gestalt in größerem Format als die übrigen, die Lionardo da Vinci darstell!, drei Viettcl nach rechts genmidet, während aus der linken Seite des Bildes ihn ttne andere rikizze >»> Proftl zeigt, genau io, wie die Studie, die sich in Windsor bcftndet und die man Lionardo selbst zuschreibi. Die letzte tneser Studien in der Untermalung ist die des Plato aus der „Schule van Athen". Das Bild ist mit ttncm von Raffaels KryPIöNammen tümierr und von 4507 datiert Wenn es wirklich ein Werk des Meisters ist, dann hätte man hier ein Porttät Livnardos von der Hand Raffaels. — Edgar Allan Poe als Plagiator. Ti.' Ame- iikaner zählen Edgar Allan Poe, den Dichter des Grausigen, zu ilgen berühnttesteu Schriftstellern. Jetzt sucht einer sttner Landsleute, Joel Beuton, au seinem Ruhme zu rütteln und bctchuldigt Poe ganz offen des Plagiates in einer ganzen Anzahl von Fällen, Danach iBenwn hat ein ganzes Buch gegen Poe veröffentlicht-, hak Poe nicht nur feinen reichen, zuweilcil in ichwülstigen Ausdrücken arbeitenden Sprachschatz zum Teil aus seinem Landsmannc inid Zeitgenossen Thomas Hallev CbivcrS, mit dem er anichei- nend befreundet Ivar, geschöpft, fondcrn er hat von diefeni auch Mattve seiner Dichtungen oder gar die ganze Fabel übernommen. So belwuptet Bcnton, Poes Jsrafel je, ein Plagiat nach Jsrafelia oon Etivers, wogegen andere litcrariiche Kritiker allerdings cin- wenden, die Dinge lägen vielmehr umgekehrt: in diesem Falle sei Etivers der Plagiator. Weiter wird van Poes „Glocken" bc» l auviet, er sei ein Plagiat »ach Ehivcrs, allein, selbst wenn man zugibt, daß Poe sich an ChivcrS angelehnt habe, muß man ein- räumen, daß Poe das Aufgegriffenc umgewnndell, verschönert und bereichert, kurz ihm den Stempel seines eigenen lßcnies auf- gedrückt hat. Uebrigens ist Chivers nicht der einzige, bei dem Poe Anleihen gemacht haben soll. Die Werke von Chivers sind in Europa last »nbckaniit and außerordentlich ichwer zu bcichaffcn: dagegen sind die Werke des sprachgcwaltigen Engländers Macaula» in Europa im allgemcineu und natürlich »ach besser in der Heimat des Historikers, in England sehr bekannt, und io kann man sich nicht darüber wundi'rn, daß ein Engländer eine auffällige Ucbcrenistimmung zwischcil Macaula» und Poe auigciunden Irfii, die iit der Tat ei» Plagiat PoeS nachzuweiien ichttnt. Diese Ukbcreinstinimung besteht zwischen Poes „Tale oi tdc raggcd Mountains" und Macaulons „Warren Hastings" und zwar handelt es sich lMuptsächlich um die Stelle, die die Stadt Benares Ichildert. Es ist wirllich mehr als auffällig, daß der Dichter und der Historiker fast die glttchcn Ausdrücke zur Befchrttbung. die glcickum Phrasen, selbst die gleichen Bilder brauchen. Während man beim Vergleiche zwischni Poe und Chivers nicht immer weiß, wer eine Dichtimg zucttst geschrieben l>at, ist es bei dem Plagiatsvcrdackite Poe-Maeaulay durchaus cinivandffei nachzuweiien, daß es nur Poe fein kann, der „uachgedichict" hat, denn Macaulahs Arbeit über Warren Hastings erschien im Oktober 1614 in der Edinburg Review, während Poes Dichtung viel später hcrauskam. ÄJNfl II. btf Regierung des Herzogtums Er rückte in der scheu Armee jum General der Jnsaiilcrie aus und den grossen Krieg um Deutschlands Einigung mitgc- macht. indent er daS 95. und 32. Regiment, deren Ehes ec ür rn allen Kumps er, di- zu», 7. Dezember 1870 degleitetc. ^zn seiner Regierung des Herzogtums erwies sich ^eorg N als ein eisrigcr Förderer von Kultur und Kunst. Er hak sich um kne Erweiterung der Residenz Meiningen, den Lnsdau ihres abgebrannten Zentrums verdient gemacht, er förderte den Abschluß mehrerer Eisenbahnvertrage und kehr bekannt ist seine Schöpfung eines in bezug auf Zu- jammenspiel und streng historische Ausstattung in und außer Deupchtand als mustergültig anerkannten Theaters. Herzog Georg vermahlte sich dreimal: 1850 mit Prinzessin Charlotte igeft. 1835), der Tochter des Prinzen Al- brechr von Preußen: 1858 mit Prinzessin Feodvra von Hohenlohe Langenburg (gest. 1872, und 1873 morganatisch mit Helene Freifrau von Heldburg geborene Franz. Seine vier Kinder, zwei aus erster und zwei aus zweiter Ehe, sind der Erbprinz Bernhard, Prinzessin Marie und die Prinzen Ernst und Friedrich. Der Erbvrinz, der jetzige Herzog, ist geboren am I April 1851: er ist vermählt (1878) mit Charlotte. Prinzessin von Preußen und aus seiner Ehe ist eine Tochter, me 1870 geborene Prinzessin Fcodora, hervorgegangen, die ich 1898 mit dem Prinzen Heinrich XXX. von Rcuß j. L. icrmählt hat. Verschlechterung der Aussichten in Albanien. Du r a z z o, 23. Juni, 10 Uhr abends. Heute nachmittag raf von Prcnk Bib Doda die Nachricht ein, daß er .>ei Jjchmi de» Feind von den Höhen vertrieb und uns .Kilometer vorrückte, so daß er gegenwärtig 2,5 Kilometer nördlich von Durazzo stehe. Wichtigere Meldungen bestätigen aber die Einnahme ElbasianS durch Aus ständische. Außer den Rcgierungs- 'ruppen sollen auch die beiden dort befindlichen holländ. Offi- jiere Major zuMoclsen und Hauptmann Reincrs gc - fa n g e n sein. Die von Süden vorrückciidcn Rcgierungs- truppen unter Nureddin Bch wurden abermals von Aufständischen geschlagen und nach Berat zurückgeworscn. Zwei vorher von den Truppen unbrauchbar gemachte Ge- chiutze sollen in die Hände der Aufständischen gefallen sein. Nachmittags wollten zwei Parlamentäre der Rebellen in yi£ Stadt gelangen, wurden jedoch, um ihnen keinen Einblick in die Befestigungsarbeiten zu geben, aufgefordert, morgen zu kommen. — Ter Versuch einer abermaligen Unterhandlung ivirk, als das Ergebnis eines von dem ge- fangenen Scheich Hamdj Rubiska an seine Leute gerichteten Schreibens aiigesehen. Prwk Bibdoda. Rom, 24. Fund Agenzia Stefani.) Hier ist die Nachricht eingctrosfen, daß Prcnk Bibdoda von den Aus- ständischen geschlagen und gefairgpn genommen worden sei, dann aber auf Ehrenwort wieder frcigelassen wurde. Neue Verhandlungen mit den Anfftnndischen. Durazzo, 24. Juni Heute mittag läuft der den Aus- stäudtscnen von der albanischen Regierung gewährte Waffe n st tllsta n d ab. Sämtliche Minister begeben sich zu der Brücke bei Schrak, um mit den Führern der Aus- stäudijthLn zu verhandeln. Dir Albanische Korrespondenz meldet aus Valonpi: Die Aufständischen hoben Berat eingenommen. Auslanv. Beim deutschen Botschafter in London. Der kaiserliche Botschafter Fürst L ich n o w s k i gab am Dienstag albend tu London einen Empfang, zu welchem die Mitglieder des Vereins Berliner Kauslcute und Industrieller sowie die Mitglieder der deutschen Kolonie geladen tvarcn. — Auf eiu Huldigungstclcgramm der Londoner Harrdels- kammer und des Vereins Berliner Kauslcute und Industrieller ist folgende Antwort Kaiser Wilhelms ein» getroffen: „Meinen besten Dank für die gemeinsamen Grüße der Londoner Handelskammer und des Vereins Berliner Smffleute und Industrieller. Ich hoffe, daß die persönlichen Berührungen von Vertretern des Welthandels zur Förde- rwlg des guten Einvernehmens und besserer Beziehungen zwischen den beiden Ländern beitragen." Der Dank de-X Zaren an die Duma. Ter Zar bat den Minifterxräsioknten beauftragt, der Reichsduma für ihren patriotischen Beschluß, die Mittel für die Vervollkommnung der Kriegsverteidigung des Staates zu bewilligen, seine aufrichtige Befriedigung auszusprechen. Gegenmaßnahmen gegen dre Wehrstcucr. Tie .Liowcha Wremja" verlangt, falls nicht die in De u t s ch l a n d lebenden Russen von der Zahlung der Wehrstcucr befreit werden würden, die in Rußland tätigen Denffchen und alle sonstigen industriellen Unternehmungen prit einer Ktriegssteuer in gleicher Höh« zu belegen. Der Duma soll schleunigst ein« entsprechende Regierungsvorlage zugehen. König Peter von Serbien legt zeitweise die Regierung nieder. Das serbische Amtsblatt veröffentlicht in einer Sonderausgabe nachstehende Proklamation des Königs: An mein geliebtes Volk! Nachdem ich durch Krcnrkheit fiir einige Zeit an der Ausübung meiner königlichen Gewalt verhindert bin, ordne ich aus Wrund des Artikels 09 der Verfassung an, daß, so lange weine Kur dauert, der Kronprinz Alexander rn meinem Namen regiere. Ich empfehle auch bei dieser Gelegenheit mein teures Vaterland dem Schutze des Allmäch- tigen. Gegeben zu Belgrad, am 11. (24.) Juni, mittags. Peter, M. P. — Die Proklamation ist von sämtlichen Mr- nfftern gegengezeichnet. Seit dem Regierungsantritt des Königs ist es das erste Mal, daß er wegen eines Kuraufenthaltes in einem inländischen Bade die Königsgcwalt dem Kronprinzen überträgt. A«» Stadt und Land. Gießen, 26. Juni 1914. ein neuer hessischer Orden Der Stern von Brabant. Die Darmstädter Zeitung veröffentlicht heute solgcnden Erlaß des Großhcrzogs, aus dem wir nachstehend das Bichligstc Wiedersehen • Um das Band, das Fürst und Volk innig verbindet, mit einem sichtbaren Zeichen zu bekrästigen, das Wir aus besonderer Huld und Gnade Männern und Frauen verleihen wollen, die sich in Unserem Dienste, oder durch Werke der Nächstenliebe, oder andere, dem allgemeinen Besten dienende Bestrebungen, zur Wohltahrt des Landes auszeichnen, sindcn Wir Uns betrogen, einen Orden stiften. Im Angedenken an Unseren Erlauchten Ahnherrn, der Heiligen Eftiabeth Enkel, den ersten Landgrafen von Hessen und Begründer Unseres Fürstlichen Hauses, Heinrich, aus dem Herzogs- flcimne von Brabant benennen Wir den Orden Stern von Brabant und bestimmen den Geburtstag Unseres Erlauchten Vorfahren, den 24. Juni, zum Sftfttmastag, Wir erteilen dem Orden nachstehend« Statuten Der Orden „Stern von Brabant" sttln Unserem Verdienstorden PbiUpps des Großmütigen gleich. Das Ranqocrhältnrs der einzelne» Klaffen beider Orden zueinander nt ui der Rangordnung Unserer Orden und Ehrenzeichen »icücrgelcgt. Das Ordenszeichen besteht in einem Kreuz aus schwarz- grauem Schmelzwerk mit goldener Umrandung und aufgelegtem, achtspltzigcm goldenen Ltrrn, dessen MitteliÄüd aut der RuckieUc ein goldenes lateinisches 11 mit darüber beftiwltcher goldener Krone ohne Bügel trägt. „ ... . -. - Bei den Großkreuzen, Grogtomturen mit Türkisen und Groß- komturrm 1. .SVtöffc beHitöci lief) zwilchen den Areuzc^rmen eilt goldener Toppelreis mit je zwei goldenen bczw. aus -türns ge- iectigten Kugeln und eine ebensolche Kugel in der Milte des Sterns. Das Mütclstück der Vorderseite besteht bei diesen Ordcnszeichcn aus Gold und ist vom Rande nach der Mite zu gerieft. u-as Gross. Icmturfrcuj II. Klasse gleicht diesen Ordenszeichcn. doch schlt der zwischen den Kreuzesarmen beftndliche Toppelreis mit den Kugeln. Beim Großkreilz ist der Raird des Mittelstücks von einem schmalen Ring aus türkissarbenein Schmelz eingefaßt. Bei den Komturkreuzen, Ehrenkrcuzen und Ritterkreuzen besteht das Mittelstück der Vorderseite aus schwarzgraucm, mit Gold crn- geiaßkrm chchmelzwerk, auch sind die Ouerstrahlen des ausltegendcn goldenen Sterns verkürzt. Das Komturkreuz I. Klasse trägt einen zwischen den Kreuzes- armen sichtbaren goldenen Toppelreis und innerhalb dieses und der Kreuzesarmc zwei goldene Kugeln: das Konfturkreuz II. Klaffe dagegen einctt zwischen den Kreuzcsarmen sichtbaren, einfachen, rn der Mitte gekehlten goldenen Reisen. Die Ehrenkreuze I. und II Klaffe haben dle Grötzc des Kom- turkreuzes II. Klaffe, die Rückseite ist aus Gold gefertigt. Bei den, Ehrenkreuze I. Klasse befinden sich an den Ecken der .Kreuzesarme nach Innen gehende goldene Spitzen: bei den Ritterkreuzen I. Klasse desgleichen. Die Größe des Ordenszeichens nimmt vom Großkreuz bis zum Silbernen Kreuz entsprechend ab. Das Kreuz der ersten Klasse der Silbernen Kreuze ist dünke! oxodicrt und trägt einen dem Ritterkreuze in der Form gleichen goldenen Stcni. das der zweiten Klasse ist hellfarbig mit ebensolchem silbernen Stern Das Mittelschild aus der Rückseite trägt bei beiden Klassen ein silbernes lateinisches II mit darübcrliegender silberner Krone. Tie gegebenen Falls zur Verleihung kommenden Kronen der Ordcnskreuze entsvrechcn in der Form der Krone aus der Rückseite des Mittelsckirldes und bestehen aus Gold, diejenigen der Silbernen Kreuze aus Silber. Der zum Großkreuze gehörige Ordensstern hat acht silberne brillantterte, sünstcrttgc Strahlcnbündel mit aufgelegtem goldenen, achtstrabligen Stern, dessen Spitzen zwischen den silbernen Strahlen- bündeln liegen. Ein türkissarbenes Band durchwindet die Gold- strahlcn. Aus diesem Bande befinden sich vier schwarze Buchstaben in großer lateinischer Schrift FVNW (Verdienste um den Fürsten, um das Volk, durch Werke der Nächstenliebe, um die Wohlsahrt des Volks'. Das Mittelstück des Sterns besteht aus schwarzgrauem Sckunclzwerk mit goldener Einsassung und ausgelegtem goldenen lateinischen II und der Krone darüber. Der Lrdensstcrn wird aus der linken Brust getragen Der Stern der Großkamture mit Türkisen bat die Größe und Form des Großkrcuzcs. doch ist die Rückseite aus Gold. In den Ecken der Kreuzesarme befinden sich goldene, nach innen gehende Spitzen. Ter um das Mittelstück lausende Ring ist aus Gold gk- sertigt. Die Kugeln zwischen den goldenen Reifen, ebenso die Kugel in der Mitte des Sterns bestehen aus Türkisen. Drei stoche, gezackte Silbcrftrahlen gehen, von den Kreuzesarmen sich senkend, nach dem Sternstrahl. Der Stern der Großkamture I. Klaffe hat die Größe und Form des Sterns der Grostkomturc Mit Türkisen, doch sind die Kugeln des Rings und in der Mitte aus Gold gefertigt. Der Stern der Großkomture II. Klasse gleicht diesem unttr Fortsall der Ringe mit den Kugeln Uttd der Kugel in der Mitte. Zwischen den Kreuzesarmen sind se drei von der Spitze des Sternstrahls sich nach den Kreuzesarme» senkende, gezackte, silberne slache Sttahlen. Die Tamenorden, mit Ausnahme der Medaille, haben in allen Klassen die Größe des Ritterkreuzes II. Klasse uttd werden aus einer Schleife des Ritterkreuzbandes an der linken Schulter getragen. Die Medaille des Sterns von Brabant ist aus soilber geprägt und hat die Größe des Allgemeinen Ehrenzeichens, neben dem sic im Range steht. Die Mitglieder des Ordens haben die dadurch erhaltene Würde in ihre Titel auszunehmen, ferner können sie ihren Wappen das Ordenszelchen beifügen, und zwar in der Weise, daß die Groß- kreuzc den Ordensstern ihrem Wappenschilde unterlegen. Die Groß- komture und Komture führen um den Wappenschild herum das Band, an welchem das Ordcnszeichcn hängt. Die Großkamture Unterlegen zugleich dem Wappenjchilde das Kreuz, wie sie es aus der Brust ttagen, ebenso unterlegen die Ehrenkreuze ihr Ordens- zcichen deni Wappen. Tie Ritter führen das Ordenskrcuz an einer Schleise unten an dem Schilde. Die Ernennung der Ordensmitglieder hängt allein von Uns und Unseren Nachfolgern in her Regierung ab. Gffuche um Verleihung des Ordens werden nicht angenommen. Die Erteilung des Ordens geschieht frei von Taxen und Gebühren. ** Tageskalender sürTonnerstag, 25. Juni: Gewerbe' Ausstellung: Nachmittag? von 4—7 »nd abends von 8 bi? ll Uhr: Konzert! de? 3. Echt. Drag.-Regts. Nr. 15 (Hagenau i, E.! ** Der Großhcrzog empfing am 24. Juni u. a. den Dr. Frhrn v. Licbig, außerord. Professor an der Universität Gießen. ** Ordensverleihung. Dem Postsekretär Ludw. Da hm er hier ist aus Anlaß seines Scheidens aus dem des Großmütigen verliehen worden. ’* Ernannt wurde Karl Krenkel in Büdingen zr Schreibgehilsen am Amtsgericht Büdingen. Die Maul- und Klauenseuche wurde sei gestellt in Seligenstadt, Kreis Ossenbach: ferner a dem Viehhof in Berlin »nd im württembergischen V zirk Ulm. ** Anlagemusik. Infolge Verhinderung der Rer mentskapelle am Sonntag, 28. Juni, findet die Änlagcmu morgen Freitag, nachmittags 6 Uhr statt. 1. Studcntenhe: Marsch von C. Friedemann. 2. Ouvertüre zur komisch Oper „Die schöne Helena" von I. Ossenbach. 3. Rhapsot über ungarische Nationalmelodien von A. Reindel. 4. Walz „Rosen aus dem Süden" von I. Strauß, ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. A nächsten Dienstag gastiert wieder die Operette des Groß Kurtheaters Bad-Nauheim mit Edmund Eyßlers reizend neuer Operette „Der lachende Ehemann" Das W« wird zurzeit auch am neuen Theater in Frankfurt en sui gegeben und erzielt auch dort ausverkauftc Häuser u, außerordentlichen Beijall. ... Seltersweg. Es wird uns c schrieben: Den hochgespannten Anforderungen, die an d Darbietungen der kinematographischen Kunst gestellt we den, wird das „Union-Theater" durch seine vollendet schön. Spiclplanc in,eder Form gerecht. Aus dem neuen Spielpl, ,et „ n 2£ erwähnt der große .Kunsffilm „Kinder der Straß r" ? Alten, mit dem kleinen Buby und der Susanne Privc „Dre braune Bestie, oder Ter Unbekannte", Theater-Dron m 3 Akten. Siehe Inserat. .. !* 3. Abonnementskonzert unserer Mil t a r k a p c l l c. das wegen der ungünstigen Witterung im Scu ftcttf u? ert mußte, batte unter der Verschiebung ou, Mtttwvch lehr zu leiden, oa eine ganze Anzahl von studcnnschcn Korporatwnen durch anderweittge Veranstaltungen an dem Bciuche verhindert >oar. Auch l«ttcn sich viele der sonsttgcn Besucher durih das Wetter abhalten taffen, so daß der Saal nur zu dreiviertcl besetzt war. lind das ist schab, denn Herr Lbcrmusilmeistcr Lader hotte nncdec einen lehr aniprechenüen mid abwethselungsrcichen Spielplan aui- gestcllt, der sich auch sehr swrlcn Bcisalls zu crsreuen halte. Ein Genuß erlesener Art war das -Auftreten des Pasauncnvittuosen Herrn Paul Weichte von der akademiichcn Hochschule für Musik in Berlin, der hier ja bestens bekannt ist. Es braucht deshalb mcht besonders daraus bingcwiejen zu werden, mit lvctcher Meistcr- schast der Künstler sein Instrument handhabte und tN jeder Lage beherrscht. Er brachte zunächst die Große Fantasie über Motive aus der Over Romeo und Julia von Bellini: dann ein Lied von Franz Abt (Dein Bild wird ewig mich umsthwebenl und schließlich ein Dirtuosenstück von Herrn Wcschke selbst. Der Karneval ln Venedlg, der ganz ungeheure Ansordcrungcn an die Fertigkeit des Künsh- lers stellt. Daß sich Herr Wcschke zu einige» Zugaben entschließen nnißte, versteht sich von selbst, und nach dem Wcicttied wollte der Beifall überhaupt nicht mehr verstummen. Don den übrigen Nummern des Slbends heben tvir besonders hervor dos (Dorsvicl zu Alcssandra Sttadella, den Einzug der Götter in Walhall iRhcingold>, die wundervoll gcspielle Fanlasie au-s dänscr und Grctel und die nicht minder sein vorgctragcne Ouvertüre zu Mignon, sowie die Erinnerung an Schweben van Hcineckc. Auch .Herr Löbcr mußte natürlich einige Zugaben dringen. " Die westdeutsche Zuverlässigkeitssahrt, die am 26. d. M. in Köln beginnt, wird am selben Tag über Herborn und Wetzlar nach Gießen führen, wo die Wagen zivischen 12 und 3 Uhr an der Liebigshöhc erwartet werden. Bon da geht der Weg nach dem Mittagessen über Lich, Hungen, Bad-Naubeim, Wcilburg nach Limburg. Tie von Lollar kommenden Wagen sahrcn durch die Ost-Anlage, Moltkestraßc und die Kaiser-Allee, die von Wetzlar kommenden durch die Wilhelmstraße, Ludivigstraßc und Kaiser-Allee. ES wird sich empfehlen, aus den in Frage komuicnden Straßen möglichst die Fahrbahn zu meiden, spielende Kinder unter Aussicht zu halten iisw„ damit Unglückssällc vermieden werden. ** T i e freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz unternahm am Sonntag, 21 Juni, cineit Reiscinarsch. Um 7 Uhr morgens erfolgte der Abmarsch vom Depot über Stcinbach, Albach nach Oppenrod, tvo die Kolonne um 11 Uhr cintraf. Ta alle Dcranstaltungen der freiwilligen Sanitätskoloniie den Zweck haben, ihre Mitglieder zur ersten Hilfeleistung und den Transport Berwundeter auszubilden, so war auch hier nach Eintressen der Kolonne ein schwerer Unglücksfall, bei dem cs drei Schwcrverwun- dctc aab, angenommen worden. Rasch wurden Htisstragen und Krankentransporlwagen hergcrichtet und die Berwun- deten nach Anlegen der Verbände ausgeladen und befördert. Als dieser Teil der Aufgabe zur größten Zusriedenheit gelöst war, ging die Kolonne zuin Adkochen über. Nachdem sich die Maniischastcn erholt und gestärkt hatten, traten sie gegen > >o Uhr den Rückweb nach Großen-Buscck an, von wo sic mit der Bahn nach Gießen zurückkehrten. ** D i e Llnschlüssc an das städtische Elektrizitätswerk bclauscn sich jetzt im ganzen auf 6123. Davon cutsallen 1080 auf die Stadt Gießen, 356 auf die Gemeinde Krosdors und 4689 auf die Ueberlandzentrate im Kreises Gießen Die Zahlen sind gleichbedeutend mit den d a t i o n der A k t i e n - Z u ck e r i a b r i k Büdingen herbeiaetührt. Eine vor etlichen Tagen stattgelnnden« Gesellschniter- vcrsan»»lu»g der Fabrik hat die Schlustrechnnng genehmigt. Kreis Alsfeld. b. Alsfeld, 24. Juni. Gestern mußte ein Mädchen in das Krankenhaus aufgenominen werden. Kurz darauf fand die Herrschaft in der Kammer des Mädchens die Leiche eines neugeborenen Kindes. Das Amtsgericht beschlagnahmte so- sort die Leiche: die kreisärztlichc Untersuchung ergab, daß das Kind nachts tot zur Welt gekommen war. Tic gerichtliche Untersuchung wird weitergcsührt, da das Mädchen im vergangenen Jahre in anderen Umständen gewesen sein soll, ohne daß nachher ein Eintrag in die Standesanttsregistcr erfolgte. — Mücke, 25. Juni. Postschaffner Wilhelm Bender und dessen Ehesran keier» heute da» Fest der si l ber i, e» Hochzeit. Kreis Schotten. X 21 u s dem B o g e t s b c r g, 24. Juni. Tie großen H c r b st m a n ö v c r , die unseren Boaelsberg berühren, zeigen im voraus ihre Lichtseiten im Ausbessern der Wegweiser. Diese wetterharten Burschen mit ihren verblaßten Landessarbe» erhalten jetzt neue Uniformen. Kreis Fricdbcrg. L. Fricdbcrg, 24. Juni. Gestern um 3 Uhr kam unter Bataillon vom Uebungsplatz Bad-Orb wieder zurück. L. Friedberg. 24. Juni. Der heutige Markt war sehr schlecht besucht. Ta der Biehmarkt aiissallcn mußte, waren fast keine Landleute cffchienen. Im ganzen ivaren l0 Stände aus- geschlagen. Der Obst- und Gcmüscmarkt dagegen war von Ver- käuscril und Käusern sehr gut besucht. Kirschen kostete,, das Pfund 25 Ps., Erdbeeren 60 Ps. das Piund, dcidelbccrcn das Liier 36 Pi. Viele Spargel, gelbe Rüben, Salat, Kernerbscn usw. waren zu Markte gebracht. Um 1 Uhr war aiisvcrkaust. — Bad-Nauheim, 24. Juni. Zum Besten der intcr- liationalen ffioten-Kreuz-Bereiiic veranstalten am 25. und 26. Juli im Kurhaus Bad-Nauheim Tamcii hiesiger Gesellschaft einen Basar. In acht Verkaussbude» sotlei, prak- ttschc Gcbrauchsgegenstände ausgelcgt oder in einer großen Tomöola verlost iverden, hessische Kunst ist besonders berücksichtigt. Kalte Büfetts, Tee- und Kasseestubc» sorgen für das leibliche Wohl, tvährend ein auserlesenes Liebhaber- Ucberbrettl beste Unterhaltung bieten wird. „Das Geschäfts- Staunet Kurhaus Baü-Nanhcun' nimmt ,chon je®,: Gaden gern entgegen. b. Münzcnberg, 24. Juni. Bei bet Beigeordneten. maf)I wurde Heinrich Hand mit 38 Stimmen gewählt. Sciii GegenkandiLal erhielt 9 Stimmen. — Bei einem jedenfalls durch die starken Regengüsse verursachten Erdrutsch ist die Scheuer bcS ÜanbroittS W. Schneider ju ja in in enge ft ü r j t. Zunächst war mir eine Hälfte zusammengedrochen: bei den AufräumüngSurbeiteu stürzte aber auch die andere Hälfte nach. 'Durch einen fallenden Ziegel wurde der Besitzer am Kopse verletzt. Starkenburg und Rheinhcsscn. m. Sffenbach, 25. Juni. Im hiesigen Schlad,thos wuraen mehrere Fässer mit Pansen oder Sülze, die zu Leber- tmirft verwendet iverden, beschlagnahmt, da diese nach dem tier- und gesundheitsärztlichen Befund verdorben und teilweise in Fäulnis übergegangen waren Trotz der polizeilichen Beiäüagnahme wurden die verdorbenen Teile von der Robproduktengenossenschast an einen auswärtigen »ändler veräutzert. und von diesem iveiter nach Bieber äbgesetzt Die Angelegenheit hat jetzt die krsntiiialpol^ei in den Händen — In der Heusenstammer Genossenschattskrssis, die durch den Fehlbetrag von 100 000 MI. über die Spar- und Dar- lehnskassel hereingebrochen ist, hat nunmehr die StaaG- anivaltjchast cingegriffen Hessen-Nassau. sj Marburg, 24 Juni. Die Sammlungen für das Rote Kreuz erbrachten im Kreise Marburg insgesamt 3072,13 Mck; auf die Stadt Marburg enlsollen hiervon 1888,93 Mk. [' Kirchhain, 24. Juni. Tie fünf Sparkassen des Verses .Kirchhain beschlossen, von einem Anschluß an die osfentlich-rechlliche Persicherung Adltand zu nehmen und da für einer Arbeitsgemeinschaft mit der deutschen Vylksver- sicherung näher zu treten. a. Frankenbach, 24. Juni, llm der Jugend eine Bad egelegen h ei t zu verschajsen, hat die Eemeindeou' tremng beschlossen, im TänSbergtal ein Grundstück an-,,-- lausen. x. Grävenwiesbach, 24. Juni. Aus der am Montag in Riederlahnstein tagenden Hauptversaniinlung de- Gewerbe Vereins für Nassau hat der hiesige llokalvereni sol- gende» Antrag gestellt: Grävenwiesbach bittet, unterstützt von Gcinitiiden im Kreise Usingen, dahin zu wirken, das, die projektierte Taunus -Quer bahn Riedernliausen oder Idstein nicht in Usingen, sondern in Grävenwiesbach ein- münde. h. Frankfurt o. M., 24. Juni. In, Stadtteil Bockcnheim wurde ltzmke vormillag der Postbote Mllftmächet von einem Automobil überfahren tmd am Oberkörper lebensgefährlich verletzt. Auch ein Radfahrer geriet unter das Auto und hatte den Berlust setnes Rades zu bektageu. schlieftkicki wurde ritt Milchkarren Uingestohen, wobei die ganze Milch aut die Strafte floß. I, Röntg ft ein, 24. Juni Tie städtischen Sammlungen aus Königsteins Vergangenheit, die bisher der Oefientlichkeit Ivenrg zugängig waren, iverden gegenwärtig zu einem Mutze um ver- ehugt, das int alten Rathaus feinen Ptatz erhält. b Bad Orb, 24. Juiu. A»i dem LruvpevübiwgSvIatz entlud sich inlolge der Unvorsichtigkeit eines Soldaten der 168er em Gewehr, Ter Schutz iras emen nebenftehendin Sotdaten in den v a l r. Der Schwerverletzte wurde dem Eießener 2 a z a r e 11 zugeiührt. Ccridiofaal, _ m. Friedberg, 24. Juni. Heute satld vor dem diesigen schästengericht unter dem Vorsitz des Amtsrichters Heller eine Verhandlung statt, welche in allen Kreisen groftes dluffeben erregte. 'Jütgeflagt war der am ll. Juti 1386 in üo&rti in Sackrsen geborene Schreiner Alrred Mrer sch von dem kankineiipäcktzer Adolt Elsner wegen Verteumdung, Beteidtgnng, Kreditschädiguna lusw. Ter Angeklagte bebauptete in einem a» den Bataillons- Kommandeur gerichteten Briei, dal! Kartosseln, Kälter uiw. aus der Bataillons-Küche bezogen und in der Kantine verkauft worden seien. Die Einnahmen seien in die Kasse des Kantinenwirtes geflossen. Autzerdem sollen mit Wasser verdünnte Milch sowie Kar- wsseln und Gurken, die schon in dem Mülllasten gelegen hätten, den Mannschaften verabreich worden fein. Leine Kenntnisse haue der Angeklagte von einem früheren Hausburschen, der aber' bereits verstorben ist. - Auf die Frage des Boriitzeuüen, ioarum er die Anzeige gemacht dabe, erklärte er, dar, er schon mebrtach von Tvvhusevidemien beim Militär gelesen hätte und um KraitthellS- fälle zu verhüten, habe er die Anzeige erstattet. Vizeieldwebel Wendlei sagt aus, dar, ihm der verstorbene Hausbnrfche Schneider dieselben Sachen erzäbli l>abe rote dem Angeltagten: nach einigen Tagen erhielt er einen Briet, worin er die Mitteilungen als un wahr zurüctnahm. Sväler tagte Schneider, daft die Sachn doch iwrgekommett seien, Elsner hätte ihm den Briet diktiert.. Mehrere andere Jeugen bekunden im selben Sinne. Ter Angeklagte wird iür nicht schuldig erklärt und von Strafe und Kosten I r e i g e -> i'v rochen. Tie Kosten sollen dem Kläger zur Last. In der De- gründung ivurde gesagt, daft der Angeklagte aus ethischen Grün den gebandelt Ixtöe und daft jeder Staatsbürger das Recht, sa sogar die Pflicht habe, Miftstände, welche ihm bekannt Iverden, zur Kenntnis der Vorgesetzten Behörde zu bringen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, de» 26, Juni 1914: Wolkig, zeitweise heiter, tioctrn, nordwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Betrügerische Rechtsanwälte. Bonn. 25. Juni Von der Bonner Stratkammer wurden die beiden Rechtsanwälte Johann Linden und Joseph Peters wegen Untreue und Betrugs bezw. wegen Urknnden- sälschung zu l>, Jahren bezw. 2 Monaten Gesängnts verurteilt. Linden hatte Gelder, die er lünterlegen sollte, und Zengengebühren veruntreut. Peters hatte ein Schriftstück mit dem Namen eines anderen Rechtsanwalts unterschrieben, um daraus über 4000 Mark ausnehmen zu können. Bei einer militärischen Uebung ertrunken. Spei er, 25. Juni. Bet den hier statttindende» Pionier- Übungen stieft ein Nackten mit drei Soldaten des l.banr. Ufaitcn regiments gegen einen Ponton. Tie Soldaten sielen ins Wasser. Zwei wurden gerettet, einer, namens K i p b e c ans Bamberg, et» trau f. Eine interessante Vorstellung des KönigsRt f 1 1 a und des Kronprinzen Tanilo in München. München, 25. Juni. Ter hier weilende König von Montenegro Irak mit dem Kronprinzen T a n i l o in ein Zigarre ngeschäsl und verlangte Danilo-Zigarellen. Als jtc ihm ansgehändigt wurden, sagte er zum Verkäuser: „Wissen Sie, wer Tanilo ist?" Aus die Antwort: „Ja gewift, der .Kronprinz von Montenegro," sagte der König: „Hier sehen Sie ihn," woraus der Kronprinz sagte: „Haben Sie den König von Montenegro schon gesehen?" „Nein." „Hier ist Seine Majestät der König!" Zwei deutsche Nekordflüge. Am Mittiooch bat die deutsche Lustschiisahrt einen geioattigen Triumph gefeiert. Zwei Piloten konnten den Weltdauerrekord überbieten. Dem Rumpler-Piloten Bassei ist es beim dritten Versuch gelungen, mit seinem IMPS. Rnmpler-Merrebes TopoA decket den Weltdauerrekord otmr Fluggast, den feit 26. April der französische Flieger Pouler (160 PS. Eandron Le Rbone Doppel - decket: mit 16:28:56 hielt, zu schlagen. Er ist damit der erste Flieger, der von der neuen Ausschreibung der Nationaltluchpende protiliert: da er den Rekord dem Anslande entrissen bat, erhält er 10 000 Mark Baiser lullte für seinen dritten Start die Nachmüragsstunden geivählt, um die Nack» durchznsliegen. Da er um 3,50 Uhr in I o b a n >t i s t h a t a u s ft i c g, so luäre der Rekord um 8 Uhr 18 Min. 56 Sek. morgens gedrückt gewesen. Der Flieger landete um 10 Uhr glatt, Ixtt also den französischen Rekord lim mehr al- !>., Stunden überboten und war volle >8 Stunden in der Lillt geblieben !' • - Nachdem Basier sckion sechs Stunden geilogen war, »ortete tun 9,09 Uhr abends der Pilot der Schneidemübler Militärrlteger- schule Werner L a n d m a n n , der erst Anfang April sein Vilaten- zeugnis erworben bat, aus einem Albatros-Mereedes-Mititär Toppetdecker von 14,50 Meter Spannweite zu einem Tauerrekord» slug. Tnrcki ein orkanartiges Gewitter wurde er ad- getrieben. Wir erhalten dazu iolgende Meldung: Berlin, 25. Juni, lieber eine Fahrt auf Tod und Leben, die der Flieger L a n d m a n n gestern zu bestellen batte, wird gemeldet: Gegen 11' . Ubr vormittags zog von Westen eine so schwere Wolkenbank betaui, daft Landmann unschlüssig Ivar, ob er die Früchte seiner l 4 ständigen Fahrt vreiSgeben und landen sollte. Ter schwere Albalrosdoppeldecker ivurde wie ein Spielzeug geschüttelt Uttd die Böen lvarsen die Maschine nach allen Himmels- richtungen. Landmann kämpfte wie ein Verzweifelter. Schlteftltch glückte es ibm, den Wesllvtnd in den Rücken zu bekommen und mit einer Geschivindiakeit von ISO bis 200 Kilometern in der Stunde eine Fahrt vor dem Gewitter bis nach Lieg nid durch- zniühren, wo er nach einer Fahrt von 17 Stunden 31 Minuten glatt vor der Lustschisshalle landeie. B a l o n a in G e s a b r. Wien, 25. Juni. Ter a I b a n e s i s ch e Gesandte in Wien fürchtet sür Valona, seine Heimatstadt, das schlimmste. Tie Aufständischen, denen der Weg nach Valona durch die Einnahme Berate ossen sei, würden leicht IN die ungeschützte Stadt eindringen können und sie schonungslos plündern. Ter Geiandle besitzt in Valona einen Konak, der eine Bibliothek mit mehr als 10000 Büchern, hunderten von Handfchristeii, alte Waisen und Kuilstobiekte. besonders altes Porzellan birgt. Ter Gesandte hat seinen in Valona weilenden Sobn telegraphisch angewiesen, ern Segelschisf zu mieten, um die wertvollen Knnstschätze und Handschristen in Sicherheit zu bringen. Der Pv stb e a in t e ii a ns st a n d in Paris durch Siindikatsbeschluft beendet. Paris, 25. Juni Der Stindikatsrat hat die Postbeamten angewiesen, den regelmäftigen Dienst ivteder ausznnebmen. Ein unschätzbarer Vorteil ilt eS, wenn die Zniialinge an der Nlutierbrust genährt werden, ivell sie lilerdnrch die ihnen zuirag- slchstc Nahrung erhalten und am beiten uor Brechdurchfall. Diarrhöe. Tarmkaiarrb usw. neschiltzt bleiben. Kann aber eine Mutter ihrem Lieblinge diese Wohltat nicht erweisen, so gebe sie „Kniete" als Zusap zur .Kuhmilch, denn „Kniete" bat sich schon in tausenden von Fällen anis beste bewährt und bildet msotge seiner hervor ragcnden Eigenlchasten ein vorzügliches tüabrungSmittel iür gesunde und tränke Kinder, 762bv Vermietungen 6 Zimmer «Wfiui. 230ün. mit Badez., Fremdenz., nt. Xrocfeitb. per 1. Oktober zu vermiet. (7555 Nard-Aul. 7. pftehst d.W.-A nl. | 6 Zimmer | In nächst, Nutze d. Batzntzotd L-Zimm«r Wobn. n-, nebst KSinterg. evib m. 2 Bureau ob. Birrichenräumen und It. Pserdeüall ver t. Juti d. I. ab ju vermieten. Näheres Walltoritraste 7.5 v. 16827 , 4 Zimmer \ Llhsnet-Zimiükrivühlniisg sofort oder p. I. v>«li äu ver mieten. Astcrlvea 12 I. (7570 Brauerei Mrrinq, Lick. 2 Zimmer Logis von l Zimmer an ruhige Leute zu oerm. Näh. Wetzstciuärafte 40 p. <04t«55 | Verschiedene | Slciacb Logis zu vermiet 0667Ü _ Low ena astc 18. | Möbl. 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Juni 1914 Resenschirme Nassanische LideshankWieshaden ■ a Wir legen einen Teilbetrag von nom. 5 000 000 M. der neu kamen Sie wie bekannt vorteilhaft bei 7573 Heinrich Sack Marktßrch 19 und Kkenzplsh 12 m Reparieren und Ueberziehen sofort WM Oraustückkalk Weikstüclckalli irrmmirmi JMU,i^miiini:iiiiimni>iiii!!i,iiiiiiiM!iiiiirc>s M,3,5U ab, Bes, ehr.Irl», l'"»v SOIDfflßrfPiSCllC Mest. u,Pens,„Waldsriebe-, Eisenb-aSt-Saalb ieh.Rcs, 3 »o»HZ»«r» » »».TeI,A,BadHombg .87 D_ J „ ,1 111 Tann UM. Sommerfrische, Wald- riOCI 3. 0. We I lust, Bad im Hause. — Pension """ Mk.3,50,Jnmilien nBereinbarung, Dir. a. Laub-u, lltadelholzw, Bel, Gustav Müller I. i 7 “*D Interessanter Koch-Vortrag für alle Hausfrauen findet durch Frau Ingenieur Prei bisch aus Hannover am 30. Juni und 1. Juli von nachmittags 3 Uhr an im Saale des Hotel Kobel, gegenüber der Gewerbe-Ausstellung, üb. d. berühmten Patent-Grudeherde „Hannoverä mit neuer Siebplattenfeuerung statt. — Dieses System arbeitet eben so schnell und ohne Aufsicht wie ein Kohlen- oder Gasherd. Alle Speisen werden schmackhafter und bekömra- 1 icher. — Brennmat erial-V erb rauch »pott- billig. — Kuchen gerät stets. — Jede Hausfrau sollte sich überzeugen. Es ladet ein 7556 Ludwig Kröll ° Plockstrasse Haus- und Küchen-Artikel jtsvm bei Kienen. Sonntag, den 28. und Montag, den 29. Juni verbunden mit dem 9. vundezturnfest des Turnerbundes Lahn-Dünsberg. Es ladet ein Der Fesi-Ausschusi- Bekanntmachung. Das Umlagekataster de,, fand- und forstwirtschaftlichen B-russgenoffcnschaft der Gemarkung Albach für vaS Großherzogtum Hessen für 1913 liegt vom 25. Juni ab 2 Wochen lang aus Unterzeichneter Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche dagegen sind innerhalb eines Monats nach Ablaus der Offenlegungs- frist bei dem Borstand der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschast in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr finden. Albach, den 22. Juni 1914. Großh. Bürgermeisterei Albach. Baiser. 7552 Verdingung. In der ZuiamnienlegungSsachc von Oberwetz soll der Ausbau der Folgeeinrichtungen öffentlich vergeben werden und zwar: Zirka 15000 cbm Erdbewegung, „ 42000 Ifb. m Wege, „ 5700 Üb. m Gräben, „ 878 lsd. m Zementdurchlahrohre und Stirn» Nücke von 0,3 dis 1,0 m Lichiweiie, „ 1810 m Drainage. Termin hierzu ist anberauml aus Sonnabend, den 37. Juui, vorm. 11 Uhr, tu der Wirtschaft von Johannes Schmidt zu Oberwetz, Masjcnvcrzeichnio und Zeichnungen liege» im Dienstgebäude der Königlichen Spezialkamnüssion I zu Wetzlar, Zimmer Nr, 2, während der Dicnitslundei, zur Einsicht aus, Berschlosscnc Angebote und bis zu diesem Termin an die Königliche Svezialkommission I z» Wetzlar einzu reichen oder bei Beginn des Tcrmincs vorzulegen. Die Oeffnung criolgt nn dem genannlcn Termin, Die Angebote find als solche keunllich zu machen, weil deren Eröffnung erst im Termin ersolaen soll. _ Königliche Spezialkoinniissio» I. 7320 D Empfehle noch jetzt eine Aussaat 7423 von: Kopfsalat, Radies, Rettich, Mangold, Karotten, Petersilie, Schnabelerbscn, Dill, Endivien, w. Rüben :c. Heinrich Hahn Samenhandlung. Neustadt 8. Salomon, Schulstr. (7058a ln Ballen 7409 Pfd. Mk. 1.05 HOlange Torrat. Jakob Maternus Ecke Klinik- u. Jranks. Str. 31101 Haulvänc Mk. 3 . 75 , trockenes. klcingemachteS Eichenbolz Mk, 3.35 ver Karren frei Hans, Jul. Wellböser. 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