W*> Zweiter Blatt Er?chri»> tätzlich mir Ausnahme des Sonntag;. M- Zahrgang D>- „«ießener Zamistenblätter" werden dem .Anzeiger' viermal loöchentlich beiqelegt, da? „IlrrirdlaN shr de» Kreis Kietze»" zweimal wöchentlich. Tie „candwiNschaslllchen Seit- fragen erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Mittwoch, 24. Zuni Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität - Buch- und Sleindruckerei. R. Lange, Gießen« Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e=@51. Redaktion: 12. Tel.-Adr«: AnzeigerGießen. ' Sin englischer Zlottenbesuch. . -3 Juni Das unter dem Kommando des Vize admirals George Warrcnder stehende englische Ge chwader „t demc morgen 9,15 Uhr cingetrossen Das Ge- lüMiader setzt l>ck> zusammen aus den Linienschiffen „King George V. als Flaggschitf, „Eennmon", „Aiar" und «uda cwus . sonne den Kreuzern „Southampton", „Birmmgham" und Nottingham . Hör Friedrichsort salutierte das Geschwader die deutsche Landes,laqgc ,mit 21 Schuß, welche die Str°ndl'a.tcr,cu erwiderten. Tie wchlslc verbleiben hier bis zum 30. Juni, «olche Flotten besuche haben die Bedeutung von Höf- lichkeits- und Freundschaftskundgebungen zwischen den Nationen, und der englische Flottenbesuch zur Kieler Woche dar, als eine besondere Freundlichkeit gegen den deutschen Monarchen bewertet werde». Aber man soll derartige Kiind gebungcn auch nicht überschätzen, darf bon dein Flotlcn- besuch in der .Kieler Förde nicht etwa ein Ende der Flotlcn- rivalität erwarten. Muß man sich doch daran erinnern, daß säst unmittelbar nach dem englischen Flotteubcsuch in Swinemünde die Verschlechterung der deutsch-englischen Beziehungen und parallel damit die Flottenvcrstärkungen rin setzten. Seitdem ist allerdings der Traht zwischen Berlin und London wieder repariert worden, und das soeben er folgte Zustandekommen des Abkommens über die Bagdad bahn und die Anatolischen Bahnen zeigt immerhin, daß das Werk der Verständigung zwischen Deutschland und den, Britenreiche zwar nur ruckweise, aber doch immerhin vorwärts geht — wenn nicht unterdessen wieder ein Rückschlag erfolgen sollte. Diese Einschränkung und eine durchaus zurückhaltende Bewertung der englischen Visite sind schon deshalb geboten, weil der gleichzeitig erfolgende englische Flottcn- besuch im Zarenreiche erkennen läßt, daß man im Britenreiche zumindest die Parität gewahrt wissen will. Ja, die russische Presse tut sogar so, als ob der Besuch des ersten englischen Panzcrkreuzergeschwaders, das am Dienstag in Kronstadt eintraf, während zwei Panzerkreuzer direkt nach Petersburg fahren, wo der Zar dem Flaggschiff einen Besuch abstatlen wird, einen Akt von ganz besonders weittragender, von weltpolitischer Bedeutung dar- stcllc. Hierbei ist nun sreilich wohl der Wunsch der Vater de? Gedankens. Sir Edward Gren hat ja gelegentlich der Mitteilung, daß England jetzt die gewaltigen Oelquellenin der neutralen persischen Zone mit Beschlag belegt, höflich aber deutlich aus den hier vorhandenen Interessengegensatz zwischen England und Rußland hingewiesen; auch gleicht die Bersich«rung7 daß das Britenreich mit dem Zarenreiche entweder Freund oder Feind sein müsse, mehr einer Drohung als einer Schmeichelei. Ter „Daily Graphic" schreibt: Wenn dem britischen Flottenbesuch durch die Kieler Woche etwas mehr Nachdruck verliehen wird, so entspricht dos nur den Erfordernissen der internationalen Lage und den Wünschen Englands. Es ist wünschenswert, sich darüber klar zu werden, daß die gegenwärtigen Beziehungen zwischen de» beide» Ländern ausgezeichnete sind, daß die souveräne und Staatsmänner wünschen, daß sie so bleiben mögen und daß selbst aus dem Gebiete der energischsten Rivalität ein natürliches Gefühl gegenseitiger Bewunderung und Kameradschaft sich vereinige. Ist der deutsche Kaiser nicht ein britischer Wmirai, und zwar einer, aus den olle britischen Seeleute mit Recht swlz sind? Kiel, 23, Juni, Der Generalinspekteur der Marine, Prinz Heinrich von Preußen besuchte heute vormittag den englischen Admiral an Bord seines Flaggschisses, Als der Prinz das Schiss verlieb, feuerte dieses einen Salut von 19 Schuß ab. Danach besuchten der Ehes der Marinestation der Ostsee und nach ihm der Flottenchef ?ldmiral Jngcnohl das Flaggschiff, Als die Admirale sich von Bord begaben, salutierte das Flaggschiff mit je 17 Schuß. Ein zahlreiches Publikum hält die Strandprvmenade besetzt, um das interessante Bild, welches der Kricgshafcn mit den beiden Flotten darbictct, zu genießen, , hessische Zweite Kammer. rb, Darmstadt, 23. Juni. Am Regicrungstischc: Staatsminister Dr. Ewald, Minister >es Innern v. Hombcrgk, Staatsrat Lorbachcr, Finanz- ninister Tr. Brau». Präsident Köhler cröiinct die Sitzung UNI 10' . Uhr. Die Nitglieder iind iast vollzählig versammelt, die Tribüne meist von geistlichen imd Lehrern beider Kvnsessioncn dicht besetzt. Die all- semcinc 'Aussprache über die Regierungsvorlage, bctr. die Revifio» der Orbcnsgesetzgebung vurde heute am vierten Tage fortgesetzt. Zuerst wendet sich der übg Dorsch lBbd.), der erklärt, nur sür seine Person zu sprechen, ,egen die Behauptung, daß sich die Kammer bereits mit der Ab- timmung über den Antrag Dr. Schmitt seslgclegt habe. Man sei ich damals über die Tragweite des Antrags gar nicht klar genesen und habe nur formell zugestimmt. Auch er wumcke. da« 'ine möglichste Verständigung zwischen den beiden Konsesnonen^ein-- reten möge Aber der Friede werde viellach von katdvlilcher seite lestört, besonders von den jungen Priestern, die durch das Mainzer Lriesteriemiiiar gegangen sind. Er mühe auch daran erinnern, datz n der Wettcrau die' katholische Wählerickast gelchloslen ,ür den ozialdemokratisckien Kandidaten Busold cingetretc» ist, trotzdem jbm >in so loyaler Mann, wie Gras Oriola, qegenüberstand ferne Ge- oährung größerer Rechte an das Institut der Engluchen .rraulei» 'mpsehle sich schon deshalb nicht, loeil dgmit der bevoritehenden Revision des Bolksschulgesetzes vorgegrisscn werden würde. Abg Dr Osann (Ntl.) führt aus: Die ganze wichtige An- lelegenbcit läßt sich niä't aus Grund eines erwachen Parte,pro. iramms erledigen, wie dos Abg. Ulrich orrsuchl^hatz t,e e.nt chcidunq darüber wird nicht als eine politische -achc ange,ehe» neiden können sondern sic ist eine Sache des Gewincns: cs mutz ^ dringendste Stfteben sein, jeder Konsess,VN volle Gerechtigkeit mderioMen -u iaisen Meine Fraktion will i»c Wahrung des kvii- lliionellen" Frieden " und volle Gerechtigkeit gegen die katholische »irGe und deren Emruviunacn als Grundsatz sür ihre Enttchewunq ststaebalttn wffcn Die eingehenden Verhandlungenwaren auch ler Oeffentlichlen gegeni.ber not.g- «iÄt wallungsbehordeii bereits bestehende Niederlassungen oder An Kalten aujgclöst, daß neue N-evcrlassungen nicht zugclas en und die beuchenden neue Mitglieder nicht gusnchnicn dürsten. Durch die Hervorhebung dieser Grundsätze, an denen die Regierung jesthält, würden manche starke Bedenken zurückgcirctcn sein, auch dadurch, daß die Regierung ihre ablehnende Stellung zur Zulassung des Jesuitenordens stärker betont hätte. Tie im Ausschuß sestgesctzlc Erklärung von Regierung und 'Ausschuß (die wir wörtlich zum Abdruck brachten.; genügte vielen evangelischen Kreisen nicht, da in der Regierungsvorlage dre Zulassung eines weiteren Ordens in die Hand der Regierung gelegt ivurde. Tic fetzige Ver Handlung hat aber verschiedene schwerwiegende Verbeiierungen gegenüber der Vorlage und den Ausschußbeschlüssen gebracht. Mit Ausnahme der Sozialdemokratie, die ja das ganze Gesetz ab lehnt, haben die Bestimmungen über die sich ausschließlich der Krankenpflege widmende» Orden am wenigsten Widerspruch gefunden "n meisten Wilarspruch ian» aus prinzipiellen Gründe» die Erweiterung der Unterrichtsor-c >, und zwar das Institut der Englischen Fräulein. Die naiionallibecalc Partei hat die simultane Volksschule in Hessen geschaffen, oder dach mit der Regierung schassen Helsen und sie hat den Grundsatz des sür alle Bekenntiiislc gemeinsamen Unterrichts zu allen Zeiten festgehalten. In den etwa tausend Gemeinden Hessens hiben wir nur noch 37 evangelische und 39 katholische Konsesfinnsschnlen, die durch örtliche Verhältnisse bestimmt werden. Neue Konfesiionsschulen können sich nicht bilden. Aber auch die höheren Schulen sin» bei uns simultan. Wir hoben keine evangelischen, keine katholischen Gymnasien oder Realanstaltcn. auch den Unterricht in diesen Anstalten genießen die Kinder beider Konsessionen gemeinichaftlich. Und diese Maßnahme hat sich seit den 10 Jahren ihres Bestehens trefflich bewäkak.Und doch ist Gegenstand eines inneren Kampfes in mir gewesen, ob die Ausnahme von der Simultanschule in Gestalt der Schule der Englischen Fräulein unterdrückt werden kann. Ich würde dagegen stimmen, wenn cs sich um Gründung einer neuen Konfessionsschule handelte. Es dreht sich aber um bestehende, seit langen Jahren bewährte Unterricktsanstaltcn, deren Leitung selbst ihre Gegner, wie die Abgg. Bach und Münzer, höchstes Lob gezollt lnben. Schmer ist die Gcwissensffagc zu entscheiden, ob man den Eltern, die gerade sür die Erziehung ihrer Töchter diese Schulart ausgewäblt haben und aut diese religiöse Unterlage entscheidendes Gewicht legen, diese Fürsorge für ihre Töchter unmöglich machen darf. Die Folge eines solchen Gewissenszwanges würde sein, daß. man <>ie Doch:er nach auswärts, gar kn äüger- heutsche Kiosterschulen 'schicke» wird. Das wäre doch keine Forderung nationaler Erziehung und ich glauve niesen Gewissenszlvang von, liberalen Standpunkt aus, nickt übernehmen zu können, külit einer Einichränkung: Für die Bewerberinnen um'd'en Lehrerinnen- benut erscheint mir die dock eliiseillge Vorbildung der^önstitute der Englischen Fräulein nicht geeignet. Die staatliche Schule in Hessen ist Ne Simulionickule, wer an ihr angestellt werden Ivill, ffiutz sich auch bezüglich seiner Vorbildung den Anforderungen der Sinrultanschule unterwerfen. Dos Anivachsen der Zahl der Englischen Fräulein ist auffallend. Die von der Regierung angegebenen Zahlen finden Anfechtung und Mißtrauen von solchen, die aus außerarmlichen oder doch aus kirchlichen Quellen^ herrührende Zahlen haben. Ist sür den Abgeordneten hier die Frage des Gewissenszwanges gegen die Eltern entscheidend, so kann die Beschränkung auf den Stand vom 1. April 1914 nicht maßgebend sein. Haben diese Schulen eine der Bevölkerung eiitsprechende Entwickelung genommen, so erscheint es als llnbilligkeit jetzt ein Hemmnis auszustelten. Die Erhöhung des Schulgeldes in der Gleichstellung mit den höheren Schulen des Staates oder der Gemeinden bcrbeizusühren, erscheint mir nicht annehnibar, gerade das geringe Schulgeld gibt vielen Eltern die Möglichkeit, ihren Kindern höhere Bildung zukommen zu lassen. Tic geplante Vermehrung der Orden, die sich ausschließlich der Seelsorge widmen, hat in der evangelischen Bevölkerung nicht geringe Aufregung heroorgerusen. Wir begrüßen es, daß über den Jesuitenorden volle Klarheil geschaffen worden ist und daß in dem Gesetz selbst sestgelegt wurde, daß dieser Orden nur durch ein Gesetz unter Mitwirkung der Landstände genehmigt werden könnte. Durch Benennung der beiden Orte sür neue Niederlassungen der Kapuziner und dem einen Ort sür Benediktiner ist jedes Weitergehen über diese Grenze gesetzlich aus- geschloisc». Kann so noch mit der Gefahr einer „Verklöstcrung" Hessens gesprochen werden? Wir haben .zurzeit zwei Niederlassungen männlicher Orden mit zusammen ll Mitgliedern. Wenn in dicienl beschränkten Umfang die drei neuen Niederlassungen gebilligt werden und zudem die Frage des dauernden vermehrten „Bedürfnisses" scharf geprüft wird, darf wohl die Gefahr der Ver- klösterung als beseitigt gelten. Die landständische Genehmigung halte ich Prinzipiell sür richtig und will sie auch bei den Anstalten in Trais und Klein-Zimmern Vorbehalten wiffcn. Angesichts der seither mangelnden Staatsaussicht und der widersprechenden Berichte halte ich aber auch einen Antrag für nötig, haß die Regierung im Zeitraum von drei Jahren zu drei Jahren eine Darstellung der Entwickelung der Orden und ordensähnlick>en .Kongregationen, der aenehmigten Niederlassungen nach Umsang, Zaht usw. in einer Tenkschrist dem Landtag zugchen läßt, dannt auch jeder Interessierte Einblick in die Sachlage nehmen kann. Der Redner wendet sich zum Schluß noch gegen die Ausführungen einzelner Vorredner und erklärt, man sehe aus der Stellung der untereinander dissericrenden Fraktionsmitglicdcr, wie sich hier ein jeder frei nach seinem Gewisse» und seiner innersten Ucbcrzeuqung entschlossen ha!. Es wolle niemand neue Kämpfe mit religiösem Hintergrund entstehen lassen, die der Gesamibcvölkcrung nur zum Schaden sein würden. Tic Slussprache wird hieraus einige Minuten unterbrochen. Präsident Köhler begrüßt den anstelle des Abg. Diehl (Alzey —Gau-Odernheimi neu cingetretcnen Abg. Justizrat E a l - mann (NU ), der daraus den vorgeschriebenen landständischen Eid ablegt. Bei Forisetzung der Aussprackü legt Abg. T ch ö n be rq e rlNU.j dar, daß er nicht in der Lage sei, der Vorlage zuzustimmen. Tic setzigc Aussprache habe ihn nicht zu cincr .ülenderung seines Standpunktes veranlassen können. Minister v. Hombcrgk weist zunächst den Vorwurf zurück, daß die Regierung nicht früher in die Aussprache cingegrisscn und dadurch den Anschein erweckt, als ob sic kein besonderes Interesse an der Vorlage habe. Er habe gleich in längerer Rede den Standpunkt der Regierung dargeleqt und dann gebot die Rücksicht aus das Haus, daß zunächst alle Erstredner ihre Absicht äußerten. Tie Aussprache wurde beeinflußt durch das Einwirken des Evangelischen Bundes in War! und Schritt, dem er seine Stellung keineswegs verarge, da er nur seiner Satzung gemäß gchandcli habe. Sein Standpunkt bedingte eine Kampresstcjlung, während doch die Regierungsvorlage das Ziel verfolgt, den Frieden zu erhalten und zu fördern. Jeder Friede sei ein Kompromiß. IN dem jeder Teck etwas zu Gunsten eines anderen opfern muß Auch wenn diese Vorlage Gesetz werden sollte, sind die Orden in Hessen viel schlechter gestellt als in Preußen, wie dies Abg. Dr. Schmitt näher aussührtc Man habe im Hause nicht eine Ablehnung des ganzen Gesetzes beiürwortet, sondern sich an> die Aenderung einzelner Punkte bcschiänkt. Er gebe zu, daß das Volksschulgeietz aut her Simultanschule basiere und das Schulgesetz die Beseitigung der Konsessionsickickc bezwecke. Die jetzigen Bcsttmimolgen über dir schulen der Englischen Fräulein ständen aber einer Revision des Bolksschulgesetzes nicht entgegen. ES sollten \a keine neuen Anstalten zugelassen werden, aber man dürfe den alten ihre Existenz nicht unterbinden. Der Minister weist dann daraus hin, daß sich 1910 von den in Mainz ausgcbildcte» Aspirantinnen der Englischen Fräulein 13 der staatlichen Prüfung m Darmitadt unlcr- warscn und taß von diesen 9 im hessischen Schuldienst verwendet nmrden. Bclresis der angeregte» Zulassung des Beno- diktinerordens müsse sich die Regierung die Entscheidung Vorbehalten, bis sich das andere Haus geäußert bat. Einer Gcsetzes- bestimniung, daß die Regierung alle drei Jahre eine Tenkschrist vorlege» solle, könne er nicht beitreten, dagegen würde gegen ein diesbezügliches Ersuchen an die Regierung nichts einzuwenden sein Ter Minister bittet zum Schluß im Interesse des konfessionellen Friedens, die Vorlage anzunehmcn. Abg. Schot! sNil. ivricht sich im allgemeinen sür die Annahme der Vorlage aus. Es solle an den Grundlagen ^>cs Gesetzes von 1875 nichts geändert und die e-ouveränität des Staates voll aufrecht erhalten werden. Man müsse aber Gerechtigkeit üben und nenn das Jnstitui der Englischen Fräulein staatlich zugelassen wurde, so müsse man ihm auch die Existenzmöglichkeit gewähren. Er lwsse, daß die Vorlage den Frieden nickt stören, sondern fördern werde. Es würde doch um die evangelische Kirche schlecht gestellt sein, wenn sic durch diese Vorlage gefährdet werden könnte. Abg. Tr. Ttevha n (natl. erklärt, er müsse es zurückwcisen, das: der Minister itM über seine letzie Rede sein Eiylaunen ausdrückte, er hätte es als selbstverständlich erachtet, daß der Minister gleich bei Beginn der Beraruiiq.eine ausdrückliche Erllärung über das strikte Festtialtcn am AufsichtSrecht des Staates geben würde. Der Redner ivandte sich dann gegen den Abg. Kvrell-Jngell>ei>n. der ihm Belehrung über die Üriackre» des Külturkampfcs geben wollte. Er, Redner, lzabc nicht über den Kulturkampf gesprochen, sondern über den damals sehr tiefgehend gewesenen politischen Gegensatz zwischen denjenigen Grupt-en, die später die liberalen Parteien bildeten und der Zentnimspartei. Ebenso unrickstig (et auch, was Abg. Korell bezüglich der Ausführungen des Frhr. v. Hcnl über das Zentrum behauptete. In den Wahlkämpfen von 1906/07 sei auch von freisinniger Seite das Zentrum als nicht national bezeichnet worden. Im Gegensatz zur nationalen Mehrheit, die nach der Wahl die Vorlagen der Reichsregierung ge- nehmigtc. Redner wandte sich weiter gegen den Abg. Ulrich, der gerade am allerwenigste» ein Recht habe, über die religiöse Anschauung des Redners sich in Sckstußiolgeiungen zu ergehen. Jin übrigen bespricht der Redner noch verschiedene der Ausschußanträgc, die er sür geeignet erachtet, den religiösen Frieden zu fördern. _ Abg. Korell-Ingelheim (Fortschr. Volksp.l ergeht sich in vorgerückter Stunde noch sehr aussührlick, über die einzelnen Hauptpunkte der Vorlage. Es müsse zugegeben werden, daß im Gegensatz zu der schroffen Agitation draußen im Lande dir Verhandlungen in der Kammer sich bisher ruhig abgcwickelt hätten. Den Kamps draußen führe besonders das ?Nainzer Journal in einer Weise gegen ihn, die nicht zur Hebung des religiösen Friedens dienen könne. Die Hauptpunkte der Vorlage drehten sich darum, daß die Volksnertretung diese Gesetzgebung ^n der Hand behalten soll und zweitens um die Schulsorderungen. Sein Antrag in Bettest der Englischen Fräulein sei durchaus gerechtfertigt: durch deren Institute würde zwerscllos eine ganze Schicht dem allgemeinen Schulunterricht entzogen. Vor allem wirkten auch die billigen Preise sür den Besuch des Instituts und die ganze Art der Rellame sehr sür den starken Besuch mck. Das Bedürfnis für dieselben werde viel zu sehr in den Vordergrund gestellt:, es bestehe zwar zweifellos. aber es werde künstlich genährt und durch die konkurrenzlos billigen Pensionen dieser Institute getrieben Wie durch seinen Antrag ein „brutaler Eingriff in die Elternrechte" geschehen soll, wenn die Zahl der Lehrkräfte aut den fetzigen Stand beschränk bleibt, könne er nicht verstehen. Eine Einschränkung der Schülcr- zahl finde auch an staatlichen höheren Schulen statt, was der Redner durch das Beispiel eines von Mainz zurückgewiesencn Schülers aus Ingelheim näher darlegt. Ter Redner weist dann eine Darstellung des Abg. Dr. Schmitt zurück, als ob er sich mit seinem srühcren angebiichen Versprechen im Wahlkreis AlzeN-Bingen, gegen alle Ausnahmegesetze einzutrctcn, setzt in Widerspruch gesetzt habe. Auch' gegen die Ausführungen des Abg. Dr. Stephan wandte sich der Redner und erllärte dann, daß der Weg, den er Vorschläge, ein Mittelweg sei, aus dem beide Teile aus dem Sttcit herauskommen könnten mit dem Gesühlc, daß es nicht Sieger und nicht Besiegte gibt. Dagegen würde die Zustimmung zu allen Ausschußanträgen bei der evangelischen Bevölkerung ein dauerndes Schmerzgefühl Hervorrufen. Es sei aus allen Ausführungen des Ministers immer ein Gran Wohlwollen mehr sür die katholische Kirche herausgekommen. Ter Präsident konstatiert, daß noch drei weitere Redner zum Wort gemeldet sind, er bricht daher die Beratung >/-2 Uhr ab. Fortsetzung morgen früh 9 Uhr. politische Tngcsschau. Die badischen Genossen gegen die Reichstagsfraklion. Auf der zu Freiburg i. Br. abgehaltenen Lniidesver- sammluug der sozialdemokratischen Partei Badens kam der Abq. Dr. Frank als Redner über die Rcichspolitik auch aus das SrHenbleibeu beim Kaiserhoch zu spreche». Genosse Frank sagte darüber u. a.: Seit der Kaiscrhoch-Angelegcnheit bört man das Lied Samm- lungspolitik gegen die Sozialdemokratie besonders stark klingen. Ich habe in der Fraktion zu den 47 Abgeordneten gehört, die gegen die Neuerung gestimmt haben, wie sie beim Kaiser- hocki zum Ausdruck kam. , Bravo.) Bon 2Ibgeordnctcn kann man verlangen, daß sic nicht von Stimmungen abhänoiq sind, sondern die politischen Folgen überlegen, die ihre Handlungen zeitigen können. An dieser Voraussicht hat cs gefehlt. Es kommt nicht darauf an, was wir übtt einen Beschluß denken, sondern wie der Beschluß wirkt. Beschlüsse, die eines Kommentars bedürfen, sind versehlte Beschlüsse. Es lagen zwei Anträge vor, cincr, der verlangt: der badische Parteitag erklärt sich ausdrücklich mit dem Verhalten der Fraktion beim Kaiscrhoch einverstanden, ein zweiter Antrag, der besagte: der badische Parteitag erklärt, daß kein Grund vorlaq, die frühere Praxis der Rcichslags- fraktion bei einem Kaiserhoch zu ändern. Ein dritter Antrag forderte, daß über den ersten Antrag namentlich abgestimmt werden soll. In der Aussprache kam auch Abg. Kolb zu Wort, der n. a. sagte, eS müsse scher rücksichtslos ausgesprochen werden, daß man solche Fehler, wie sie in der Kaiserhoch-Angelegenheit begangen nmrden, nicht mehr wolle. (Lebhafter Beifall.) Der Antrag, der er- erklärte, daß kein Grund vorlag, die Praxis beim Kaiserhoch zu ändern, wurde mit starker Mehrheit angenommen. Unter der Ucbcrschrrft „Schikanöse Behandlung durch die reichsländischc Regierung" vcrössentlichtc der Pariser „Matin" folgende Nachricht: , _ oO Lehramtskandidaten der Normalschule aus Douai und ver- Ichiedcnc ihrer Provisoren jmü am vergangenen Freüag bei einem AuSstug nach dem ENaß in Amanvillers vom deutschen Httnj' (tnxmiifac verhaftet und vvn 7 Uhr morgens bis mittags sestgehalten worden. Sie wnrden erst wieder frcigelassen. als das Ministerium in Elsaß-Lothringen ihnen gestattete, nach MeV zurückzukehren. Die Ausflügler kennten aut diese Weise dre Schlachtfelder vvn St. Privat nicht besichtigen. Hierzu erfährt die „Tägl. Rundschau" von zuständiger Stelle, daß die Zöglinge der genannten Nonnalschule schon seit mehreren Tagen in ElsaßÄothringen weilen Sie über - ichritlen die Vogesen bei der Schlucht unweit Münster, reisten durch das Oberelsaß und einen Teil des Unterelsaß, um sich dann nach Lothringen zu wenden. Unweit der Grenze bei Metz nrurden sie allerdings von Grenzkominissaren an- gehaltcu. Es geschah dies zum Teil auch deshalb, weil die genannten LehramtÄandidaten in der Uniform ihrer Schule reisten Bisher war es üblich gewesen, daß vor derartigen Ausflügen von Schulen, Vereinen oder dcrgl. vorher bei der rcichsländischcn Regierung angcsragl wurde, ob cs erlaubt sei, in Uniform nach dem ReichÄande zu kommen. Dies hatten aber die Normalschüler von Douai unterlassen und es wurde ihnen bcdeirtet, daß es nunincdr an der Zeit sei, nach Frankreich zurückzukehren, da man nicht wünschte, daß sie noch länger in der Rühe oon Meß ihren Ausflug ous- dehutcn. Bon der französischen Regierung sind deutsche Ausflügler, sofern sie irgendeine Uniform trugen, immer zurückgewicsen worden. 15. Uongrch für Volk- und Jugendpflege. --- Altona, 22. Juni. Unter zahlreicher Beteiligung von an der Jugendpflege interessierten Periönlichkeüen trat lfier im Kaiscrho, der Zentralausscliuß für Balls- und Jugendipiele zu seinem 15. Kongreß zusammen, der unter der Leüuirg des unermüdlichen Vorkämpfers der Sache der Jugendpflege, Landtagsabgeordiicten o. Schenckcndorfs (Görlitz), stand An erster Stelle sprach dann Bürgermeister Tr. & a g e» mciftrr (Suhl) über die körperliche Ertüchtigung der werktätigen Jugerch. Es sei unumgängtich notwendig, der werktätigen Jugend gerade in dem gefährlichen Alter zwischen 14 und 18 Jahren eine aai^i besonder körperliche Fürsorge zuteil wkroen zu lassen. Das aeergnetste Mittel hierzu biete die Fortbildungsschule, an der der Turnunterricht obligatorisch gemacht werden müßte. Die Mädchen- sortbildungsschulc müßte völlig auf hauSwirtschaftlichcn Grundsätzen errichtet werben. — Der Korreferent zu diesem Thema, Stadtschulrat Tr. Löwenbeck (Augsburg), verlangte als Ziel der körperlichen Erziehung: »> die Förderung des Wachstums, Stärkung der Organe und Beherrschung der Bewegungswerkzeugc, b) die Gewöhnung an rasches und sicheres Urtcll, e> die Stählung des Wüten» mich der Tatkraft, d) die Bildung des Sinnes für Schönheit in der körperlichen Fvrm und Bcivcgunq. Prof. Tr. Eberhard (Stuttgart) erklärte, daß die allgemeine Einsührung des obligatorilchen Spirlnachniittags eine Forderung des Zentralausichusfcs sei, die als sprncheeis gelten müsse. Namhafte Pädagogen, Turnlehrer, Kommunalpolitiker und Mediziner hoben die Frage nach den verschiedenen Seiten hin geklärt und dir erforderlichen Unterlagen geschaisen. so daß ein sicherer Unterbau vorhanden ist. Ader nicht Nikr den Schülern der höheren Lehranstalten, sondern vor allem den Volksschülern soll diese segensreiche Einriiüstinq zugute kommen. Die zahllosen Schwierigkeiten, die sich der Ausdehnung aus die Fortbildungsschule „och entgkgcn- stellen. dürsten von der unentwegten Arbeit nach dieser Richtung hin nicht abschrecken. Ter zweite Referent, Prof. Kohlrausch (Haimover), lvies ttgänzend au^ die Unzuttäglichkeiten hin, die sich bei freiwilligem Betrieb des Spiels ergeben, durch den vor allen, die ängstlichen, ungeschickten und körperlich trägen Schüler nicht ersaßt werden. Er beleckchtete dann die Vorzüge des Spiels im allgemeinen und zeigte, daß diese nur bei pflichttnäßigem Betrieb voll zur Geltung kommen können. —^ In der Aussprache wies Oberbürgermeister Dominikus (Schönebergi daraus hi», daß der Kultusminister durch neuerlichen Erlaß die fakultative Einführung des Turnens in der Fortbildungsschule cmpsohlen habe. — Abends fand eine Fcswersammliung mit Borsührungcn statt, um die Ideen des Kongresses nach außen zu propagieren. Kircbc rrnS Scbnle. t> W Taub erg, 22. Juni. Gäste»» wurde hier das .uahressest des Zweigvereins Siibiug™ der Gustav-Advlfs- itiftung gefeiert. In dem außerordentlich stark besuchten ^estgottesdienst predigte Pfarrer Weidner Affolterbach, liach der Feschredigt begrüßte Pfarrer Göbcl-Wols die Ge- »eindc im Namen des Zweigpereins Büdingen, llm V»5 Uhr -and in dem Schulhof eine wiederum recht gut besuchte Nachversammlung statt. Hier sprachen Pfarrer Göbcl-Wols, Pfarrer Weidner Asfoltcrbach Pfarrer Kalbhenn^ber- Nockstadt ui* Pfarrer Herpel-Lißberg. Nach einem Dankes- vort des Ortsgeistlichen, Pfarrer Jäger, an alle, die zum Gelingen des Feste? beigeiragen hatten, erreichte das schön «erlaufene Fest gegen 7 Uhr sein Ende. Die (Zesanitkollekte lrgab den Betrag von 64.50 Mk., der der Diasporagemeinde Affolterbach zur Tilgung ihrer Kirchhauschuld überwiesen vurde. vcretnsnachrichten. — Leihgestern, 23. Juni. Unser Gesangverein „Lieder - .ronz" unternahm am vergangenen Sonntag bei guter Beteiligung inen Ausslug nach der Saalvurg, der zu allseitigcr Zufriedenheit »erlies. -- Stein doch, 22. Juni. Wie sehr der Männergcsang in mserem Orte gepflegt wird, geht daraus hervor, daß auch der slcsang-Berein „E'ntracht" lütt trotz sehr starker Konkurrenz auf KM gestrigen Gefangs-Wettstreite in Ostheim bei tzanau unter Leitung seines rührigen Dirigenten Hern, L. Horn in der Land- lasse 6 den zweiten Preis mit 196 Punkten, sonne den Ehrcn- neis mit 107 Punkten erwarb. & Herbstein, 21. Juni. Zu dem heutigen Bezirks- r, eg er sc st des Hassiabczirks Herbstem Ifattcn sich 30 Kricger- bcgcinc des Bogetsbcrgs eingcsundcn. Dom Bahnst.', aus bewegte sich mittags der Festzug durch das Städtchen, das jesllich gesckwiückt war. Ans dem Festplatz begrüßten Bereinsrwrsitzenbkr R u b l und Bezirksvorsteher Dillemut h die Gäste., Stadtpsarrcr Winter dielt davsnf die Festrede. Unter Leitung des Bezirksvorstehers Förster Tillemuth-Bermutsbain fand dann der Bezirkstag statt be, dem der Vorsitzende über den Hassiatag zu Butzbach Bericht R. W a l k e n r o b, 22. Juni. Gestein hielt der hiesige Krregcrvcrein sein diesiähriqes Preisschießen ab. Es wurden folgende Preise verteilte 1. Hrch. Zulau,, 2. Karl Döring, 3 Hrü, Hartman». 4. Kg. Rühl, 5. Hrch Gerbig, 6. Alb. Scrth 7 Dab- mcr aus Lauterbach, 8. St. Friedrich. 9. K. Eichenauer 10 Lehrer Maurer aus Brauerschwend, 11. tzch. Döll. 12. Karl Sertb aus B-aenrod, 13. Hrch v. Alt. Holzbeim, 22 Juni. Der Hassiabezirk Bad- Nauheim-Butzbach hielt hier sein Bezirkssest ab' der bielige Krregervcrein verband damit sein Fa hn en we i hs e st und sein 40jähr,ges Jubiläum. Es waren über 30 auswärtiqc Knegttvkpeinc erschienen. Präsident K r i e b, der den Verein schon 40 Jahre leitet, begrüßte die Gäste, und Frl. S a m e s überreichte mit einem Festgedicht das neue Banner. Lehrer Buß aus Gießen hielt che Festrede, der Schriftführer der Krieg erkamrrad- schatt Hassia, Medizinalrat Dr. Bogt (Butzbachs übermittelte die Glückwünsche des Bezirks und des Präsidiums. Sport-, SubilSüMs-Kongrrb des Internationalen Olhmpischen Komitees. ParrS, 22. Juni. Die letzte Sitzung. Dcuiichtanö kann mit dem Ergebnis des OlvmMfchen Kon- greises >n vollen, Maße zufrieden sein setbit d,e bedenkliche Snmmunq gegenüber dein deutschen Turnprogramm^ verwandelte sich dank dein'energischen Eingreifen des Grafen slerlorps, btt Unterstützung des gesamten Internationalen Owmpnchen Komitees in Zustimmung. In der zehnten Sitzung am ---onntag vormittag zog der Internationale Athletik-Verband fernen Elnspruch gegen den turnerischen Seckiskamps zurück und stimmte mit Rücksicht au, die Deutsche Turnerichaft für seine ausnahmswene Zuiasiung bei den Olympischen Spielen 1916. ...... - Auch bas ursprünglich abgelehntc Gewichtheben kam auf Antrag mehrerer Länder zur zweiten Lesung und ivurde rn bas Programm ausgenommen. . _ . t _ . c 6f .. D-er Segclau^schuß schlug vor, t>as; in der 6- und v-m-Ktane silr jede Nation je ein Boot starten solle. ^ Der moderne Fünfkampf bleibt in der brsherrgeir tform erhalten, besteht also aus 300-m-Schwimmen. 4M-m-(^elände- lausen, Pistolenschießen, Degenfechten und Gelandernten. rvur lc^teres stellt Deutschland eine -kuswal-l von Pferden, die unter die Teilnel..ner verlost merdim, da Starten mit eigenen Pferi^n verboten ist. Damit war das pflichtmäßige Programm erledigt, dem wahlfreien Teil des Programms fanden Golf und -.iinter- fport Aufnahme, während Hockey abgelekmt wurde. Am Sonntag nachmittag wohnten die Kongreßteilnehmer den französischen Athletik-Meister schäften bei._ Gießener Strafkammer. Gießen, 23. Juni. D r e i M a r k G c l d st r a f c, im Uueinbeinglichkeitsfall mit 1 Tag Gefängnis zu verbüßen, und die Kosten beider Instanzen erlfielt der I-uhrmann W. aus Gief-en auf die Berufung der Großh. StaatsaiUvaltschaft gegen das Urteil Größt). Schöffengerichts (vicßen, wegen HüuSsriedcnsbuchS> wert er unbefuglerweise durch das Gernianiator anitatt drirch das Haupttoe an die Militärwasckianstalt fuhr und ttotz Äussorderung des Postens nicht anhielt. Frc ige s p r och c n wurde her aus Oesterreich stammende Arbeiter b., zuletzt auf einem Hofe in Butzbach beschäftigt, von dem Vergehen des Diebstahls, de» gangen durch Mitnahme eines Anzugs, an dem sein Dienstherr, weil noch Nicht abvcrdicnt, Eigentumsrecht lzatte. Der Angeklagis hatte sich denselben mittels eines iolschen Sckilüssels aus dem Zimmer verichasit, in dem ihn sei» Dienstherr verwahrte, und hat sich damit heimlich entfernt. Bei seiner nrangelhaiten «pchulbüdung und da er nur sehr schlechi deutsch iprickn, konnte ihm nicht nachgeiviesen werden, daß er das Bewußtsein der Rcchtswidrigkeit hatte. Berworfcii wiurdc die Berusung des Gcilügelhändlcrgchüseii H. in Dorheim wegen Aiisbleibens in der heutigen Hauptverhandlung trotz ordnungsmäßiger Ladung. Derselbe hatte vom eschöfsengericht Fried- brrg wegen Betrug, Betrugsvcrsuch und Untcrschlagung cine Gr- samtgeiängnisstrase von zwei Monaten erhalten. Er hatte in Friedberg versacht, von vcrschiedenrn Fraurn Geldbeträge zu enchwindeln unter der Borgabe, er käme sür die abwesenden Ehemänner Weiter hat er ein Paar Gamaschen, die ihm zur Anprobe übergeben waren, ohne zu bezahlen gegen den Willen des Eigentümers mitgenommen. DrciMonateGcsängnis unter Anrechnung von lieben Wochen llniersiichnngshafi erhielt der Bäcker T. aus Waltershaulen wegen Diebstahl im Rückfälle. Er hatte einem Knecht an der Erlenmühle bei Brauerschwend einen Kittel mitgenommen. EinenTagGcsängnis erhielt der Schneidcrmrister G. in Alssctd, weil er unter rille Anzeige, die er bei dem Großh. Amtsanwalt in Wssrld cinrrichte, einen salichen 4lamen setzte. Vertagt aus iuibestimmtc Zeit ivurde die Sache gegen einen Kolporteur, jetzt Kuhsüttercr B. in Großenritte, wegen Betrugs im Rücksall, zwecks Anstellung weiterer Ermittclniigrn durch die Staolsanwalt- iwast, insbesondere auch darüber, ob cs zutrifst, daß er die erschwindelten Beträge mit Frauen durchgebracht hat. Zwanzig Mark Geld st rase wegen Vergehens gegen das Viehseuchengesctz und süns Mark wegen Uebertretting desselben (Gesetzes erhielt der Viehhändler G. aus Schlitz. Er hatte zwei Rinder aus Fulda in hessisches Gebiet ein- gesührt ohne Ursprungszeugnis, und es auch nicht sofort zur Oua- rantänc angcmeldct. Fünf Mark Geld st rase erbiclt der Stmidesbcamtc St. aus A., weil er die Trauung eines Witwers vvrgenommen halte, ohne ein amtsgcrichtliches Wicder- verehelichungszeugnis zu verlangen. ■= Gießen, 23. Juni (S chö ss en ge rt cht.) Der Ha» delsmann B. W. vvn Allendors an der Lumda führte ir Januar dieses Jahres bei sttcnger Kälte eine Kub von dlllendoi nach Gießen in den städtischen Schlachthos, ohne das Tier gegc dü Unbilden der Witterung durch Austegen einer Decke zu schützer Wegen Tierquälerei erhielt er durch Strafbrsehl cine 01 eII strafe von 10 M f.; er erhob Einspruch, doch sah das Gerick heute keine Veranlassimg — aus Grund der Zeugenaussagen — von der Strase Abstand zu nehmen — Der Landwirt I. C. K von Steinbach bei Gießen wollte seinen Hühncrstoll auswciße lind holte deshalb von einer Nachbarhofreitc einen Eimer vo Kalk Die Besitzerin der Liosreitc erstattete später Sttasanzcg wegen Diebstahls, d-xh gibt sie in der heutigen Bewri- anfnahmc selbst an, daß die Anzeige von ihr auf Beranlasjun dritter Personen erstattet worden sei,, und sic selbst die Entnahm des Kalkes als einen Akt „der nachbarlichen Aushülse" anseh der in den Neinen Orten eben Brauch sci. Das Gericht erblickt ebenfalls in der Tat keinen Diebstahl und sprach den K. frei! - Der Arbeiter G. H. von Anklam, zurzeit Strasgcsangener lx Strafanstalt in Butzbach, lackte während seines 'Aufenthalts ii hiesigen Arrestdaus in eine Mattatze ein großes Loch gcmackzt UN aus einem überlassenen Gebeibuche mehrtte Blätter herausg! rissen. Er ist geständig und erhielt wegen Sach be sch ädr gung 10 Tage Gefängnis. — Der lugeMichc Hausbursck Carl H. von liier Itzcktc seinem Dienskberrn aus einem Porti inonnaie 10 11 und mehrere Taler entwendet. ^De Geld wurde ihn, abtt wiedtt abqeiwinmen. Der Dienstherr hall keinen Sirasantrag gestellt. Er erhielt die Sttasc des qericht lichen Verweises. — Eine Privatklage de« Abgeordneten D W er» er- G i eß e „ gegen den Redakteur des .11 lk' Fri Engel, beschchligle am Montag, wie ivlr in Berliner Blätter lesen, das Schüße,igencht Bertin-Sckiöneberq. Der Piivnlktäai war durch Rechtsanmntt Böticher-Buhdach vertreten - der Ana kiaal« wurde durch Juslizral Pivste verteidigt. Tr Werner-Gieß, batte im Reichstage ein, .kurze Antrag«- an die Reqieruna e, richtet, ob es nicht als erforderlich erachtet iverde den Ulf* i n öoä -B-ttiiier Tageblatt* vom Vertrieb ans den Eisenbahn-i, an- z,,ichl,eßen. Da es sich »n> eine Angelegenheit de? preußifch« Etlenvahnmm.il.rr band-it-, dre ,„ch, vor den Reistag gedo, Ried d,e Anträge ohii« Antwort. Tr. Werner bat dann in ent, Reichstagsrede Angrisfe aut .Ulk* und .Tageblatt" gerichtet w' darin behauptet, daß beide Blätter chriiten,kindliche Tendenzen ve treten »nd das vaterländische Empfinden in den Stand ckebe Außerdem protestier,- Tr. Werner gegen die ausweichende An wort der Regn-runa unter pm.vets aul di- dem Reiche nute sl-h-nd-n Reichs-Eilenbahnen. Ter ,»!k- brachte daran, e aut Tr. Werner bez„gl,ches Evoitgedichl und ein ihn ve ipettendes B,ld mit Unterschrift beide Publikationen Hab, den Tr. Werner veranlaßt die Prioa,klage anzunrengen. S, Angeklagte erhob die Widerklag-, die sich aus einige Au sührnngen i» dem Schriftsätze di- Prozeßvertrcters des Prioar- kläaers stützte. Der Angeklagte machte gellend, daß die Publikationen im ,1Ilk* »nr eine Abwehr gegen überaus scharfe und »mberechtigle Angrisfe, di« Dk. Werner ii»ier dem Schutze der Jm- muniiät aus heiler Haut gegen de» ,lNl* erhoben »nd damit ihn in seinen Jnieresje» aufs schärfste verletzt haben, darsielle». Ter Bertteler des Privalkiägers überreichte mehrere Nummern des .Ulk" und wie« nach, daß die Charakleristik, die Tr. Werner über die Tendenz des „Ulf* gegeben, derechiigl sei, ivas von der Gegenseite bestritten wurde. — Nach längerer Verhandlung erklärie das Schößeugericht den Angeklagten der Beleidigung fchnldig und verurteilte ihn zu ö u 0 M k. Geldstrafe oder I 0 » Tagen Gefäiignts. Tos Gericht berückfichtigse, daß der Angeklagte an sich bcrechligl gewesen fei, die Sliigrisse der Gegenleste abzuwehren, daß auch dt« Sattte nicht unterbunden werden folls, daß aber der Angeklagte de» zulässigen Rahme» überschritte» »nd nicht bloß die Absicht gehabt habe, seinen Gegner politisch zu bekämpfen, sondern ihm auch persönlich eins a nLznivische» und an der Ehre zu verletze». Ptrmifditte, * Sprichcrbrond. Aus Paris, 23. Juni, wird gemeldet, Heule nacht zwischen l und 2 Uhr ist in belli großen Warenspeichcr im Stadwiertel La Billette in der Avenue d'Atle- mogne ein großes Sckfadenseuer ausgebroche». Die Speicher zer- satten in verschiedene Einzefränme. Das Feuer ist in dem Speicher A, in dem hauptiächiich zollpflichtige Wareir lagern, wahrsckfeiulich infolge Kurzschtufses ausgebroche». Ter Speicher A ist ein fünfstöckiges und 200 Meter langes Gebäude, das im Augenblick vollständig in Flammen steht. In dem brennenden Speickicr lagerten riesige Vottäte von Kakao, Ka'see, Teppichs: und andere aus dem Orient kommende Waren. Fast die geiamte Feuerwehr von Paris ist aus der Brandstätte erschienen und bemüht sich, die Feuersbrunst zu hekämpsen und den Brand wenigstens auf feinen 5dcrd zu beschränken. 30 Dampspumpen schleudern unansbörlich große Wasser- mengen in die Flammen. Gegen h Uhr morgen» schien es gelungen zu sein, dic umliegenden Gebäude, die zum Teil ans Holz grlaist sind, vor dem Ucbergreistn der Fiainmcn zu bewahren. Die Arbeiten tun Feuerwehr wurden durch heftigen Wind und den leißenden Qualm außerordentlich erschinert. Trotz der srühen Morgenstuiidc befindet sich eine riesige Menschenmenge an der Brandstätte und die Polizei hat einen Ordnungsdienst einnchten mfüsscn. Der Polizeipräsident und verschiedene Mftglicder des Magistrats welle» an Ort und Stelle. Ter Schaden, den die Feuersbrunst angrrichtet Hai, ist enorm und dürfte sich nach einer Schätzung auf eine Million, nach einer anderen sogar ans zwei Millionen belausen. Jedensalls ist er aber vollkommen ^urckr Versicherung ge- i deckt. Es ist anzunehmen, das; aus dem Speicher A auch nicht I das geringste zu retten sein wird. Die eft'ernen Rolläden, die dic , Fenster versperren, sind infolge der surchtbarcn Hitze rotglühend i geworden und brachten daS Leben der Feuerwehrleute in Gefahr. Papier ne Schätze am Meeresgrund. Trotzdein die Aussichten auf eine Hebung der „Empreß os Jreland" nur gering sind — das Schiff liegt in einer Tieic von 17 Faden anjl Grund — hat inan die Hoffnung auf dic Hebung des Dampfers noch nicht völlig aiffgrgrbcn^ auf jeden Fall aber will ' man »criuchen, die vier Millionen Silber, die sich in der Münzlabine des Schiffes in 163 Säcken verpackt besandeil, zu retten. Diese vier Millwnen sind naturgemäß nur ein kleiner Teil des Geldwertes, der mit der „Einpreß Pf Jreland" m die Tiefe l iiiabsauk. Es besteht kein Zweifel, daß viele Hundctttauscnde von Mark, die sich im Besitz der Passagiere befanden, verloren gegangen sind llcbcrserpaisagierc führen gewöhnlich euien nicht jieringen Bottat an Bailknolen und Bargeld mit sich Bei diesen Banknoten, die nun versunken im Wrack liegen, tritt der seltsame Falt ein. daß der Bttlust dieses Geldes zugleich für andere einen Gennnn bedeutet. Tic Gttmnner sind die Banken, Wenn eine Banknote veNoren ist, verständigt man in England unter Nummerangabe dic Bank ^>f England Dann tritt eine Wartezeit von einem Jahr ein. Sind die verlorenen flivten inzwischen nicht ausgclaucht, so kann man sich das Geld auszableü lassen, wobei man freilich der Bank einen Jndcmnitätsschcin i stellt, durch de» man sich verpffichfet, für den Fall, daß die , Noten doch noch auftanckfen, der Bank den bczaNten Betrag zurück zu erstatten. Kann man jedoch Re Nmnniern der 3d>rine ii ich, an geben, und die Scheine auch nicht beibrinqen, so erlischt dir Verpflichtung der "rnk, Ersatz zu leisten, die Banknoten sind verschollen und dic Bank, dic sie seinerzeit gegen bares Geld in Kurs setzte, wirb zur Gcwinnerin. — Gepulvertes Gem ü s c. Die auch von uns schon behandelten Fricdentbalschcn Gcmüsepuloer werden von 'Dr. Strauch (Altona', in der Zeitschrift f. exper. Path. n. Ther. besprochen. Sic wurden darnach in lange fortgesetzten Stoffwechjelreihen gut vertragen und reizten den Darm nicht. Ihre Ausnutzung mar bei. Botmen doppelt so gut, bei Spinat nur weniger besser als bei den* frischen Gemüsen. Von den Pulver» konuten Mengen genommen werden, die, auf frisches Gemüse bezogen, nicht bewältigt Iverden könnten. Die Zclluloieansnutzung der (tzeniüsevulver mar dreimal besser als die frischer Gemüse. Gasbildung ttat nicht aus. Für Schonungsdiät werden die Gemüsevulvcr empfohlen. Auch ein Lob. „Ich schätze mich glücklich," so erzählte ein Pfarrer von Philadelphia, „daß ich unter den Mitgliedent meiner Gemeinde mehrere Igbe, die mir stets die Wahrheit üben mich selbst sagen. Einmal fragle ich eine würdige, wenn auch gerade .nicht sehr gebildete Frau, ob jic meine gcscktticbeilcni oder meine gesprochenen Predigten lieber hätte. Sie dachte einen Augenblick nach, und dann crwidttie sic mir: „Ich habe Sie am liebsten ohne das Buch, weil Sie immer wieder ein und dasselbe sagen; so kann ich cs besser behalte»." Luftschisfahrt. Deutsche L«stIchissahrts'A.-G. lDtlag) in Arankfutt a. M. Dic Gesellschaft Hot im porige» Jahr ihren Verlust von l>/> Millionen Mark gleich der Hälfte des 'Aktienkapftals dadurch vermindert. daß sie sich ohne Erhol,nng deS Aftienkapitals IV» Mill. Mark durch die Umwandlung solcher 'Aktien in Vorzugsaktien, aus dic 3000 Mark zngezablt wurden, verschaffte. Der neue Abschluß, der der Hauptvermmmlung vvrgclegt wurde, enthält eine» neuen Verlust vvn 244 620 Mark, zu dem die Vcrwaltuna u a. bemerkt, daß sich die Betncbskosten bei dem ßörungssreien Fährbetrieb mit drei Luitschisfen im Jahre 1913 verhältnismäßig vcrringctt babcii, und daß auch neue Hallen, namentlich die in Leipzig, lungfräuliche Gebiete erschlossen haben, so daß ein rcintt Betriebsüberschllß von 260 000 Mk. (90 000 Mk. i erzielt Iverden konnte. Allein andererseits habe gerade das verflossene Jahr gezeigt, daß die Veraltung der älteren Lustschisst so schnell vor sich ginge, daß außerordentlich hohe Abschreibungen nötig seien. Schon nach dem bisherigen Ausmaß dieser Abschreibungen ergebe sich der genannte Verlust: man müsse sich wohl aber noch zu höheren Wschreibungen entschließe». Tie Gesamtein- nabme beträgt l 110000 Mk. (830 000 Mk.). Dic Bettiehsunkvneo bettugen 800000 Mk. ,740000 Mk., bei 640 (400' Fahrten. Di! Wschreibungen. dic nicht nur den Ilcberschuß verzehrten, sondern 00,1 rund V» Million Mark verursachten, betrugen 510000 Mk. (348 000 Mk ). — ,litder die Aussichten sagt der Geschäftsbericht, daß sic für 1914 und die weitere Zukunft vorerst nicht sehr günstig beurteilt werden könnten. Es dürsten bestensalls die Ergebnisse der nächsten Zcri ähnlich ausjallen wie im vergangenen Jahr. Der Abschluß ^ffuiwe genehmigt. Oberbürgermeister hldickes wird aus Gesundbeits- rncksiüiten aus dem Auffichtsrat ausjcheiden: Geheimer Kommcr» ^ r 'm''5S' ® rnlt Schieß in Düsseldorf übernimmt an seine, Stelle den Vorsitz un Auffichtsrat. , K'ö "i gsberg, 23. Juni. Leutnant Scrna landeie Heu früh. Oberleutnant Surcen ist heute morgen in Jnsterbui auigeiiiegen. Er erlitt bei Taviau einen neuen Mowrdewkt. Heu nachmittag finden d,c örtlichen Weltbenrerbc statt. Ahcnds i Empfang durch die Stadtvcrwilltung. Märkte. th, Sieicn, 23. Juni Aui dem heutigen RindviehmarV standen etwa 1.200 Stück Grobvieh sowie 500 Stück Jungtiere und Kälber zum Verlaus. Der Markt war diesmal außergewöhnlich stark von Einkäufern aus Thüringen, Hessen-Nassau, von der Nahe, der Mosel, dem Rhein und aus der Wetterau besucht, doeuntcr zahl- rerche Handelsleute, die den Gießener Markt sonst nicht bevorzugen, weil sie ihren Bedars, besonders Milchware, ,n Norddeutschland zu decken »siegen, dem sie jetzt wegen der drobenden Seuchen- gesahr jern bleiben. Ter gestrige Bormarkt brachte für prima srisch- melkende und tragende Kühe eine starke Nachfrage, jo dag diese Qualität noch einen verhältnismäßig Hoden Preis brachte, wobei der Vorrat darin vollständig ocrkaust wurde. Luch jette Lühe wurden bereits gestern stark sür die Rheinstädte angekaust. Metzger aus dem mittleren Lahn- und Tillgebict deckten ihren Bedarf schon vor dem Hauptmarkt üi Rindern, und zahlten dasür angemessene Preise, Heute heim Hauptmarkt ioar der Handel II, allen Vieh, gattungeil schleppend bei gebrückten Preisen Die Handelsleute klagen über mangelnden Bedars im Lande. Tbc sehlcndr stauslust scheint auj die wieder drohende Seuchcngcsahr zurückzuführcn zu sein. Jungtiere sür Mast- und Zuchtzweckc ioaren seit langer Zeit wieder dar erste Mal in schäum Auswahl am Markt, doch war auch hierfür wenig Interesse vorhanden Am Kälbermarkt wäre diesmal ein gröberer Preisabschlag unabwendbar geweien, wenn die zahlreich an den Markt gekommenen (tzießcner Metzger und die Metzger aus den benachbarten Provinzstädten nicht in den Handel eingcgrissen Hütten, und so den Einkäusern sür die Bade- plätze und den Großstädten nicht das Feld streitig gemacht bätten. Trotzdem schlug der Kälberprcick gegenüber dem letzten Markt UNI 3 bis 4Mk. der Zentner ab. In Ftchrochsen sehlte es a» Qualitätsware, die gesucht wurde, »m dtic an den Markt gebrachten geringwertige» Tiere entwickelie sich kein eigentlich prciSbildendar Hmidel. Bezahlt wurde sür das Stück frischmelkende und tragende Kühe l, Qual. 550 bis 700 Mk., 2. Qual. 400 bis 480 Mk,, 3, Qual. 280—440 i’if.; trage,ide Rinder I. Qual. 400—500 gilt,, 2. Qual. 3D0—376 Mk.; Fohrkude 1. Qualität 450 —500 Mk., 2. Qual. 360-400 Mt., 3. Qual. 280—350 Mk.; junge Binder und Stiere je nach Form und Raff-, 6—8 Monate alt, 80-130 Mk., S—42 Monate alt 140—170 Mk., I—I'/.jährig 480—225 Mark. — Gehandelt wurde der Zentner Schlachtgewicht: F«te Rinder I. Qual. 85—87 Mt., 2. Qual. 88-84 Mk.l fette Kühe I. Qual. 74—7« Mk., 8. Qual, ««-70 Mk„ 3. Qual, 68-«4 Mk.; Kälber I- Qual. 77-80 Mk^ 2. Qual. 72-7« Mk.: leichtere Tiere ledlten. Geringere Milchivare »nd edenlo jette Kühe blieben stark über- ftändig, ebenso Iungliere. — Nächste Marktlage 7. rmd 8. Frlli ü. I. le. Franksum a. M. Schwei nemarktberi h: »um 24. Juni. Anig-trieben waren l728 Schiveine. Vollfleffchige Schweine von 80 bis 100 fce Lebenbqeivich« 46.00—48,50 3>!k, Schlachtgewicht 81.00— 82.00 Mk., vollsiesichige Schweine »nter 80 hx Lebendgewicht 45.00- 47.00 Mk, Schlachtgewicht 58,00 - 60.00 Mk.: vollsiesichige Schweine von 100—120 kir Lebeudqewicht 46.00—49.00 illkk, Schlachtgewicht 58.00—61 Mk.: vollflerschige Schweine vo» 120 bis 150 kg Lebendgewicht »4.00—45,00 Mk, Schlachtgewicht 55—58.00 Mk. (äejchast iniltelmätzig, bleibt Ucdersland, Ic. Frankfurt a. M-, 24. Juni. kQrig.-Telegr. des ,Gieg. -lnz-'j Aintliche Notierungen der heutige» Fruchtmarktvreii«. Weizen (hiesiger» Mk, 21,75-22,00, ülnrhesüscher Mk, 21,75-22,00. Wellerauer Mk. 00.00 - 00,00. Roggen (hiesiger, Mk. 18.00 - 00.00, Gerste (Wetterauerl Mk, 17.50—18.00, Gerste, Franken, Piälzer, Ried Mk. I7chO—18.00, Haler Mk. 18.00—19.00, M«6 Mk. 15.50-15.75, Weizenmehl 0 Mk. Oo.Ou—OG.oo, Weizenmehl I Mk. 00,00 -00.00, Weizenmehl III Mk. 00 00 - 00.00, Roggenmebl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0/1 Mk. »0.00- 00.00, Roggenmehl I Mk. 00,00-00.00, Weizenkleie Mk. 0.00-0.00, Weizenschnlen Mk. 0,00—0.00, Roggen- fleie Mk, 00.00 -00.00, Malzkcime Mk. 00.00—00.00, Biertreber 00.00 - 00.00, Futtergcrsle Mk,00.00 - 00,00, Alles per lOO kg ab hier. le. Frauksnrt a. M., 24, Juni. lQrig.-Tetegr, des .Äiehener 2Inze>gerS".j Kartosselmarkt. Man »vlierle: Kartoffel» in Waggons Mk, 8.50 - 7.00, in, Kleinhandel 7.50 —8.00 für I« 100 kg. W nie rIv arme der Lab» am 24. Juni 15- R. Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. V : K Neurath, bietet susssrst, gSnstigs 6-eIegenhsit z. vorteilhaften Einkauf von: Handschuhen, Krawatten, Wäsche Unterzeugen, Socken,Herrenhüten Gürteln, Sport- u. Schillerhemden 7544 Auf alle Artikel iO °/ 0 Rabatt! WIRS 1 G Fernspr. 06 I Handschuh fahr ilt Die Geburt eines ftesunden Mädels ANN E- LIESE zeigen an Ingenieur Adolf Kurz und Frau Anne geb. Grtmewalcl Gießen (Diezstraße 81, den 22. Jnni 1914. 05074 Bekanntmachung. Das Umlagckatastkr der land- und forstwirtschaftliche» Berufsgcuosscnschast für die Gemarkung Alicn-Buseck liegt von, 2ö. Juni I. Js, ab zwei Wochen ans Unterzeichneter Bürgermeisterei offen. Alten-Buseck. am 23. Juni 1914. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Körber. 7540 „Warm zu empfehlen ist Znckcr’s Patent-JIcdi- sr.inal-Seifo gegen unreine Haut, Mitesser, Pickel, Nnötclien. Pusteln usw. Sve- zial-Arzt Dr. W. 44 lIn drei starken, ä 50 Pf., M. 1.— u. M. 1.50). Dazu Knckooh- Creme (50 u. 75 Pf.). In der Univcrs. Avotbckc, Hirsrb- Avotbcke. bei 4lug. <£. Lcibcl. BZ. Nilbinger, Q. Tchaai, <*. Naru, (fritft 'Icoll u. W.Lckradcr, Drag. I615sl> Sarlülter GaSkronen, Gaslamven usw. um raidi zu räumen spottbillig LarlZckunckMöi asm Empfehle noch jetzt eine Aussaat 7423 von: Äopssalat, Radies, Rettich, Mangold, Karotten, Petersilie, Schnabelerbsen, Dill. Endivien, w. Rüben ic. Heinrich Hahn Samenhandlung. Reuiladt 8. 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Die zum Herstellen der Kanalisalion in der Tchulftratze zu Lollar erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen öffentlich vergeben werden, Zeichnungen, ArbeitSbeschreibungen und Bedingungen liegen tvShrend der Dienststunden auf dem Anitsgcbaude des UiUcrzcichneten. Regierungs- gebäudc, Landgraf-Philipp-Platz 3, Zimmer Nr. 22, zur Einsicht offen. Die Angebote, deren Unterlagen gegen Erstattung der Herstellungskosten abgegeben werden, sind mit entsprechender Aufschrift versehen, »er» schloffen und postfrri bis Dienstag, de» 7. Jnli l.J., vormittag« 4« Uhr, bei dem Unterzeichneten einzureichcn, Zuschlagssrist 2 Wochen. Gießen, den 18. Juni 1914. Der Großh, Krcisbauinspektor, _ Hechler, Baurat. 7529 g G. ra. b. H. fJrossaulieim bei Frankfurt a. M. Sägewerks- und HolzbearbeiEnngsniesciiioen aller Art. Separate und kombinierte Maschinen Spezial - Maschinen für Bau- u Möbelecbroinerelen Schiffs- und Waggonbau Parkettfabrikatiou eto. 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