Br. IfZ Der ®l*S«rttc Anzeige, erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wückienilich OiehrnerKgmilienblötter: zweimal wötbenllSrelr- Matt s listen I!rei; Kietzen ckerei 8. Lange. SebaMon, Expedition und Druckerei: Schnlftratze 7. A,>ze>gei>teü:' e'" Be»! Äezn qSvrei-: monatlich 75Pf^vienel- jährlich Mt. 2.20; durch Abhole- m Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost AU. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestelle Zeilenpreis: lokal 15Pf^ ausrvärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. (Äoetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton-, »Vermischtes- und^Gercchts« faal": Rarl Neurath; für .Stadt und Land- Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten. Das neue hessische Gemeindesteuergesetz. Dir Klage» und Beschwerden darüber. Bor mehreren Wochen ist den Landständen bekanntlich rin lehr umfangreiches Aktenstück der Ministerien des Innern und der Finanzen übergeben worden, worin dem Ersuchen dcd Präsidenten des Finanzausschusses Zweiter Kammer, »bg. 2r. Osann, entsprechend, in zahlreichen Tabelle» und statisteichen Zusammenstellungen die Ergebnisse der ersten Veranlagung nach dem neuen Gemeindcstcuergesctz zusam - mengesatzt und mit erläuternden Angaben versehen wurden. Diese Ergebnisse umfaßten zunächst nur das von den Finanzämtern zusammengctragene amtliche statistische Material und sind von uns in mehreren Artikeln näher beleuchtet worden, ^zetzt haben die beiden vorerwähnten Ministerien auch den z w e i t e n T e i l der Denkschrift den beiden Kammern zugchen lassen, in welchem in ebenso ausführlicher Weise das unmittelbar in Form von Anständen, Klagen und Beschwerden erwachsene Material zur Beurteilung der ersten Wirkungen des Gcmeindeumlagengesetzcs vom 8. Juli 1911 zu- sarmurngestrllt und erläutert worden ist. Die neue Regicrungsmitteilung zerfällt in drei Teile: A. Allgemein gehaltene .«'lagen und Beschwerden, B. Klagen und Beschwerden über Einzelfälle und 6. Tabellen-Anlagen zu 8. Das Aktenstück ist nicht so umfangreich, wie der erste Teil: es umfaßt gerade 100 Aktenseiten, aber für die Beurteilung der Wirkungen der Gemeindesteuer im einzelnen noch interessanter und instruktiver als der erste Teil. Es äverden darin die Klagen und Beschwerden über die Grundsteuer, die Gewerbesteuer, die Kapitalstcuer und sonstige Klagen und Beschwerden sestgestellt und zwar nicht nur aus allen Kreisen des Landes, sondern auch diejenigen, die von einzelnen Korvorationen und Vereinen, wie der.Handwerkskammer, den Innungen, dem Verbände Mitteldeutscher Industrieller, einzelnen Bürgermeistereien und Kreisämtern, dem Verein Mainzer Kaufleute, ferner von Zeitungen, wie dem „Gießcner Anzeiger", dem „Mainz. Anz", der „Wormser Zeitung" u. a. erhoben worden sind. Alle diese Klagen und Beschwerden sind nach Kreisen geordnet namentlich aufgeführt und mit ihrem Inhalt kurz skizziert, während auf der gegcnüberstehenden Seite die regierungsseitigen Erläuterungen oder Richtigstellungen in zum Teil ausführlicher Weise und mit Material belegt zum Albdruck gebracht werden. Aus den Inhalt der Klagen und der darauf erteilten Antworten kann an dieser Stelle aus Mangel an Raum nicht näher cingegangcn werden. Es wird aber von Interesse sein, die allgemeinen Bemerkungen der Großh. Regierung .hierzu wicdcrzugebcn. Es heißt da: Wenn schon unter gewöhnliche» Verhältnissen der Ausgabe der Steuerzcttel mit einer gewissen Spannung entgegengesehen wird, so mußte dies in erhöhtem Matze bei der Gemeindesteuerveranlagung für 1913 der Fall sein, die zum erstenmal nach den Vorschriften des GUV. vom 8. Juli 1911 erfolgt war. Brachte doch diese Veranlagung außer den Aenderungcn in den Steuerschuldigkciicn, die aus dem Wechsel der wirtschaftlichen Verhältnisse selbst beruhen, zugleich auch Verschiebungen, die in der andersartigen steuerlichen Erfassung der wirtschaftlichen Verhältnisse ihre Ursache hatten. Die einschneidenden Aenderiingen ber gesetzlichen Vorschriften, die das Gemeindesteuerivesen auf eine neue Grundlage stellten. hatten zweifellos erhebliche Entlastungen für viele Steuer- Pflichtige zur Folge. Allein aus naheliegenden Gründen Hai die Ocssentlichkeit kaum Gelegenheit, sich mit Wirkungen dieser Art zu beschäftigen. Desto lauter aber ertönen die Klagen aller derjenigen, die aus irgend einem Grund mit ihrem Steueransatz unzufrieden sintn Der Anlaß hierzu braucht keineswegs immer in einer Stenererhöhung zu bestehen. Auch die Erkenntnis, daß die von dem neuen Gesetz erwarteteEntlastungnicht oder nicht in dem gehofften Maße eingetreten ist, kann die Unzufriedenheit des Steuerzahlers auslösen. Unter diesen Umständen erscheint cs begreiflich, daß unmittelbar nach Ausgabe der neuen Steuerzellcl eine gewisse Erregung in weiten Kreisen der Steuerpflichtigen bestand, die eine lebhafte Kritik des GUG. zur Folge hatte. Für die Frage,, wie hiernach die Veranlagung aus Grund des neuen GUG. in der Ocssentlichkeit ausgenommen wurde, bieten sich zunächst als Material dar die Äeußerungen amtlicher Interessenvertretungen und die Eingaben privater Vereinigungen beslimmicr Bcrussgruppcn. Als weitere Quelle kommen hierzu noch die Auslassungen der Presse. Zur Vervollständigung dieses nicht sehr umfangreichen Materials erschien es angezeigt, noch die Großh. Kretsämier und Bürgermeistereien darüber zu hören, ob bei ihnen Klagen über Härten des GUG. vorgebracht wurden, und welche Einzelsälle etwa den Beschwerden zugrunde liegen. Soweit Berichte der Bürgermeistereien vorliegen, die sich ungünstig äußern, sind darin Einzelsälle verhältnismäßig selten namhaft gemacht. Vielfach beziehen sich in dieser Hinsicht die Berichte auf die bei den Finanzämtern im Rechtsmittelversahren vorgebrachien Beschwerden. Von einer Ergänzung des Materials nach dieser Richtung wurde jedoch abgesehen, da die im Rechtsmiiielversahren abstellbaren Beschwerden lediglich die unrichtige Anwendung der gesetzlichen Vorschriften zum Gegenstand haben, und deshalb keine Kritik der Vorschriften selbst darstcUen. Nur nebenbei sei erwähnt, daß nach den Wahrnehmungen der Großh. Finanzämter im allgemeinen die Zahl der gegen die Gemeindesteuerveranlagung für 1913 eingelegten Rechtsmittel die der Vorjahre kaum übersteigt. Im übrigen sind die Ergebnisse der amtlichen Erhebungen gegenüber der meist einseitig ungünstigen Kritik, die das Gesetz unmittelbar nach Ausgabe der Stcuerzettel in der Oesfentlichkeit erfuhr, auch insofern von Interesse, als sic seststellen, daß keine Klagen über ungünstige Wirkungen vorgebracht wurden, oder daß die neue Veranlagung in vollem Umfang oder aus besttmmten Gebieten günstig beurteilt wird. Soweit in dem vorgeleglen Material Beschwerden und Klagen allgemeiner Natur zur Kenntnis der Großh. Regierung gelangten, ist deren Inhalt nachstehend (unter A) in gedrängter Form übersichtlich dargestellt und erläutert. Neben diesen mehr allgemein gehaltenen Klagen und Beschwerden — und teilweise im Zusammenhang hiermit — enthält das von der Regierung gesammelte Material, namentlich die Bürgermeistereiberichte, auch Auslassungen über Einzelsälle, in denen das neue Gesetz ungerecht gewirkt haben soll. Bei den in Tabelle 8 bezeichncten einzelnen Beschwerden mußte von einer Angabe des Namens der Pflichtigen und näheren Bezeichnung der Gemeinden im Interesse der Geheimhaltung der Einkommens- und Bermögensvcrhältnisse abgesehen werden. Damit die Wirkung des neuen Gesetzes unabhängig von dem Einfluß der Erhöhung des Umlagenbedarfs gewürdigt werden kann, wurde die Berechnung der Steuerbeträge für die beiden Steuerjahre 1912 und 1913 auf den gleichen Umlagenbedars abgcsteltt. Die berechnete Steuer beschränkt sich aus den Ausschlag der polilisckren Gemeinde, da die Umlegung und Erhebung örtlicher Kirchensteuern mit der Aendcrung des CKineindesieuerlvesens nichts zu tun hat. Die vergleichende Gegenüberstellung der hiernach sich ergebenden Steucrleisttingen wurde für sämilichc in Betracht kommenden Falle in den besonderen Anlagen zu 8 vor- gcnommcn. Die amtliche Darstellung kommt zu folgenden Schluß: Ueberblickt man das Gesamiergebnis der Untersuchung, insbesondere die Besteuerung einzelner Pflichtiger, so darf sestgestellt werden, daß in sehr vielen Fällen die Klagen und Beschwerden insofern keine geeignete Unterlage iür eine Würdigung der Wirkungsweise des neuen Gesetzes bilden, als die Unzufriedenheit der Steuerzahler oder der Gemeinde als Slcuergläubigcrin nicht durch die Wirkungen des neuen Gc- sctzcs veranlaßt ist. Dies gilt namentlich von dem in den Bürgcrmcistcreiberichien enthaltenen Material. Der am häufigsten wiedcrkchrendc Mangel der Beschwerden bcstehl darin, daß die für die Stcuerjahre 1912 und 1913 tatsächlich ge- zahlicn Gemeindesteuerbciräge miteinander verglichen werden und der elwaige Mehrbetrag für 1913 ohne weiteres dem neuen Gesetz zur Last gelegt wird. Es wird hierbei regelmäßig außer Betracht gelassen, daß bei der im allgemeinen von Jahr zu Jahr einirctenden Erhöhung des Umlagenbedarss auch im Fallendes Weiterbestehens des allen Gesetzes mchrStcuerzu entrichten gewesen sein würde. Ebenso wenig wird von den Beschwerdeführern geprüft, in- wicwcit ein etwaiger Mehrbetrag'an Steuern in der Berücksichtigung einer Einkommensverbesserung oder des Zugangs von Vermögen begründet ist. Auch hier würde für den Pflichtigen die Steuerschuldigkeit nach der allen Gesetzgebung ebensalls gewachsen sein. Weiterhin scheiden im vorliegenden Zusammenhang alle Klagen aus, die sich gegen den unrichtigen Vollzug der gesetzlichen Vorschriften richten, namentlich gegen eine zu hohe Veranlagung von Vermögen oder Einkommen. Gegen derartige Beschwerden bietet, soweit sic berechtigt sind, das Gesetz selbst die Möglichkeit der Abhilfe durch das Rechtsmittelvcrsadren. von dem auch in manchen hier erwähnten Fällen inzwischen schon Gebrauch gemacht wurde. Jedenfalls erweisen sich entweder die Klagen und Beschwerden vielfach gänzlich unberechtigt, oder die behauptete ungünstige Wirkung zeigt sich in viel geringerem Maße, als unterstellt wurde. Diese Ergebnisse, die im wesentlichen durch den Einblick in die Besteuerungsverhältnisse der einzelnen Pflichtigen gewonnen wurden, werfen aber auch ein Streiflicht auf die Bedeutung der Beschwerden mehr allgemeiner Natur. Es wird darnach wohl mit Recht angenommen werden dürfen, daß bei vielen Pflichtigen, deren Stimmen in den Klagen der Allgemeinheit zum Ausdruck kommen, die Verhältnisse nicht anders liegen, wie bei den Einzelfällen, die zum Gegenstand einer besonderen Prüfung gemacht werden konnten. Zweisellos sind die zu einer allgemeinen Klage ver- einigicn Beschwerden vielfach ganz oder teilweise unbegründet, so weit sie gegen das neue Gesetz gcrichtei sind. Derartige Klagen müssen aber in dem Maße an Bedculung verlieren, als sie tatsächlich nicht allgemein zutreffen. Lgßt schon diese Sachlage eine besondere Vorsicht gegenüber der von der Allgemeinheit geübten Kritik des Gesetzes angezeigi erscheinen, so nötigt hierzu weiterhin die Ersah- rungsiatsachc, daß die Steucrbcschwerden einzelner bei der allgemeinen Unbeliebtheit der Steuern überhaupt allzuleicht ein williges Gehör auch bei solchen finden, die persönlich Rundgang durch die Ceylon-Ausstellung. ii. Den Mittclraum nehmen zwei acht Meter hohe Bananengruppen ein, von welchen vier der stärksten Stämme zur Zeit ihre mächtigen Blutenkolben entwickeln. Die Mittelgruppc wird gebildet durch zwei Ecvlon-Zimtbäume, wie sie in dieser Größe selten sind. Rechts davon find junge Zimtzwcigc, wie sic in der Heimat zur Gewinnung des Zimt, bekanntlich die Rinde der Pflanze, bcnüyt werden, während ein darüber hängendes Bild eine Zimtpslanzung veranschaulicht. Wir gelangen »UN in eine Vielheit trovischer Nutzpflanzen, die hier alle zu nennen, zu weit führen würde, die in unseren Kolonien viel angebaute Bamswurzel, aus deren bis zu 25 Pfund schwere» Wurzelknollcn Mehl bereitet wird, die cbensalls iür die Ernährung in den Tropen wichtige Manrhokwurzel, Psefier, Betel- psefser Muskatnüsse, Obst aller Art, wie Mangoirüchte und --Pflanze», fruchttragende Ananas. Melonen- und Brotfruchtbäume mir den großen, igelsörmigen am Lttamm hängenden Früchten, süße Kartoffeln, Baumwollcnvflanzcn, Gummibäume und daran anschließend die Art der Gummigewinnnng veramchauttcht, China- rinden und Cocains, räucher. Tabak in einer ganzer, Menge von Pflanzen, nebst Angabe wie er gebaut und bewanert wird und noch vieles andere. , t ...... . . . Ae nun folgende Schrankreihc^dcr Ruck,eite „t ganz den Stachel- und Dvrncngewächsen des Strandes und der eigentümlichen Flora des regenarmcn Dschungels gewidmet, wahrend die darüber angebrachten Bilder einen Einblick in die Urwaldcr^cs tropischen Tieflandes mit 55 Bieter hohen Laubbaumen : irptero- carpus) wie in den von weißen Flechten behvngenen, Verhältnis- mäßig niedrigen, lockensörmig -»sichenden Baumbestand des hohen Gebirges und die für die Gebirgslandlckofl Ceylons charaktenstt- schen Grassluien, in denen baumartige Älpenrojen der einzige Holzwuchs ist, gestatten. . , . Tie Rückwand mit der davor angcbrachtm Tnchrerhc ist IN erster Linie den Palmen cingeränmt, Frucht,tandc Fruchte, S ammauerschnitte, welche di- Schönhett manch er Palmenholzer zeigen, Früchte beS eigenartigen «anonenkugelbaumez besten rrwhc sonsaeöüe Früchte den Stamm garnieren, Lianen aller Art, darunter auch die häufig van Reisenden erwähnte Wasterliane, die. wenn burchickmitten, eine Menge trinkbaren Walsers gibt, welche hinreichend ist um den Durst mehrerer Menichcn »u stillen, weiter Schlanqenlianen. wie sie in dieser Starke selbst >m Urwaldc nicht allzubäusig sind, schmarotzende Gummrbaume, ,n deren Umklammerung der krästigstc Baum erstickt, ,oda» späterhin der keiner Stühe beraubte Schmarotzer mit lernem grauweißen Gttter- wcrk aussicht, wie ein Mast der clektriichcn Ueberlandztmttale, Riejenbambus von zwanzig Zentimeter Durchmcner, crn Sanm- ast mit einem darauf gewachsenen Farnkraut, das außer den gewöhnlichen Blättern noch solche hervorbringt, die in der Form gänzlich abweichend, dazu bestimmt sind, das Regcnwasser aus- zufangen, junge Pflanzen des Regcnbaumes als Ergänzung zu einem Bilde, welches eine Aflec dreier Bauinart wiedcrgibt, die in ihren behaarten, bei trüben Wetter zusammengefalteten Fiederblättern den Tau und Regen aussängt und erst dann fallen läßt, wenn sich bei Sonnenschein die Blätter öffnen und manches andere vervoljständigen diesen Teil. Einen Hauptanziehungspunkl, welcher besonders das Interesse der Jugend erregt, sind die Gegenstände, welche von Eingeborenen verfertigt werden, Schmucksachen, Kämme. Spitzen, Elefanten nnd andere Schnitzereien aus Ebenholz, kostbare Messing- fachen, bemalte Tongesäße, Flechtwerk, ein landesübliches Bett, die Glockenlanzc des Urwald-Postboten, zahlreiche Gegenstände, welche aus die Religion der Einwohner Bezug habe» und eine Neine zoologische Sammlung. Unter einem größeren Tamarindenbaum sind eine Anzahl Karten aufgehängt, welche über manches Wissenswerte Ausschluß geben. So bietet denn diese Llusstellung, von deren Inhalt nur das Wesentlichste Erwähnung finden konnte, aus kleinern Raum in übersichtlich geordneter Form eine Fülle van Bildungsstofs für jedes Alter, jeden Stand und Beruf. Je mehr unsere Kultur vervollkommnet wird, umsomehr werden wir in unser» mannig- sachen Bedürfnissen abhängig von der gewaltig schassenden Pflanzenwelt der Tropen. Tie Zukunft unseres Volkes ruht nicht allein auf dem Wasser, der Endzweck der Beherrschung der Meere ist die Nutzbarmachung jener Gebiete, wo unter der Glut der Trope,rsonnc noch ungeheure Schätze der Natur noch der sstutzbar- machung durch den Menschen harren, mit einem Wott: In der Zukunst unserer Kolonien. Das Verständnis dafür in immer weitere Kreise zu ttagcn, ist der ideale Zweck dieser Ausstellung. ks. Der Verfasser von „C h a r 1 e y s Tante" f. Bran- don Thomas, der Verfasser von „Charleys Tante", der, wie wir am Samstag meldeten, gestorben ist, ließ sich im Dezember des Jahres 1892 von dem damals bereits zu bedeutendem Ruse aui- gestiegenen Schauspieler P. S. Pcnley bewegen, ihm eine wirksame Rolle zu schreiben. Es sollte etwas neues sein und natürlich ein „Schlager" werden. Brandon Thomas, der selbst Schausvielcr und daher mit den Bühnenwirkungen genau^ vertraut war, richtete an ihn die Frage, ob er schon mal eine Frau gespielt habe. „Ja," fügte er hinzu, als Penlky ihn etwas überrascht ansah, „ich meine nicht eine wirkliche Frauenrolle, sondern eine Fra» als Ver- kleidungsrollc". Pcnley hatte eine solche Rolle noch nicht geivielt, aber die derb komischen Möglichkeiten, die in dieser Idee lagen, leuch'ctcn ihm sogleich ein, und jo setzte ihm denn Brandon Thomas den Plan des Stückes auseinander. Die beiden einigten sich und Thomas machte sich an die Arbeit. In drei Wochen war das Werk fertig. Jede Woche ein Akt. Ter Erfolg des Stückes war vom ersten Augenblick an übcttoältigend. Penlcys, der sich zunächst für 12 Jahre das alleinige Austührungsrecht gesichert hatte, und der nicht weniger als lltibmal die Rolle des Lord Babberly gcsvielt hat, verdiente mit dem Stücke das hübsche Sümmchen von i Millionen Mark. Später ging das Aufführungsrecht wieder in den Belitz des Vcr- iassers über, der nun seinerseits den Babbcrlcv auch noch Hundert- von Malen spielte. Das Leben von Brandon Thomas war „Cbar- lehs Tante". Die Ausführungen des Stückes rissen nicht ab: es hat im ganzen über 30 000 Vorstellungen erlebt und ist in lb verschiedene Sprachen übersetzt worden. Selbst im australiickien Busche ist es unter freieni Hiinmcl zur Aufführung gelangt. Noch vor wenigen Jahren konnte Brandon Thomas mit dieser schier unerschöpflichen Posse einen neuen Fischzug unternclMen, und selbst da Erzielte er mit dem abgespielten Stücke noch immer hübsche finanzielle Erfolge. — Shaw über die Suffragetten. Bernard Shaw ist unter die Propheten gegangen und kündet das Schicksal der Sllffragcltcnbeivegung voraus. Im Anschluß an die in England erörterte Frage, ob man die bungersttcikcndcn Suffragetten Hungers sterben lassen solle, erklärt der Dichter bissig: „Da wir nicht genügend Mut haben, um die Suffragetten Hungers sterben zu lassen, und da wir auch nicht genügend Verstand besitzen, »m uns einer unvermeidlichen Reform anzupasscn, bleibt uns nichts anderes übrig, als zu warten, bis die Frauen die Masse dazu bringen, sic zu lynchen. Dann wird die Regierung gezwungen sein, eine ausreichende Anzahl von Leuten anszuhängen, um das Lynchen zu bestrafen. Tann werden die Frauen das Stimmrecht erhalten, nicht aber, ohne vorher eine Situation schlechthin unerträglich gemacht zu haben, die von anderen zivilisierten und vernünftigen Ländern ohne die geringsten Beschwerden gelöst wurde. Wer dies ist nun einmal der Weg, aus dem sich in England Reformen vollziehen." — Eine neue Nordvolexpediiion. Ter dänische Milttonär und Generaldirektor der Nordisk Films Compagnie bat dem dänischcn'Polarforscher Knud R a s m u s s c n die nötigen öield- mitlcl für eine Nordpolerpedilion angeboten. Rasmussen, der durch seine vielen Grönland-Reisen bekannt ist, hat zugesagt. Tie Ex- vedstion wird mit den besten und modernen Hilfsmitteln sowie mit dänischen Flugzeug en ausgerüstet sein. Die Hauvlausgabc der Expedition ist die Erforschung des Nordpollandes. An der Ex. vedition nimmt deshalb auch eine Anzahl Männer der Wissen- schast tefl. Es wird eine Ausrüstungiürwenigstenszwei Jahre mitgenommen. Die Expcditionsbasis wird Rasmusiens Eskimostation auf Kap Bork: die Wrcise wird, wenn möglich, nächsten Sommer erfolgen. TOrr feine fleuerficfjc tleberbürbung zu klagen haben, aber fletne bereit sind, in die abfällige Kritik einzustimmen und diese !o in der Oesscntlichkcit zu verstärken. _ Verhandlungen mit den Aufständischen vor vurazzo. Wiederum bat Fürst Wilhelm zu Unterhandlungen mit den Aufständischen sich entschließen milsseu, wobei nicht die Abgesandten seiner Regierung, sondern seine Gegner die Bedingringen diktieren. Die vorliegenden Meldungen sind unvollständig, und man weiß nicht, ob die Aufständischen aus dem Rücktritt des Fürsten bestehen oder inü den unten genannten Freiheiten sich begnügen werden. Es wird kaum au» den Verhandlungen etwas herausspringen; wahrscheinlich warten die Aufständischen nur auf eine günstige Gelegenheit, wiederum die Stadt zu überfallen. Es liegen solgende Meldungen vor: Ein Waffenstillstand. Am Freitag nachmittag fand eine Dersammlung der mohammedanischen Bevölkerung in D u r a z z o statt, worauf eine AbordnungvonvierHodschasindasLager derRebellennachSchiakfuhr,um namens der mohammedanischen Itadtbevölkerung Durazzos die Aufständischen zur Unterwerfung und zum Niederlegen der Waffen zu bewegen. Zwei.Hodschas kehrten abends zurück und brachten als Antwort der Rebellen mit, daß diese bereit seien, den Fürsten anzuerkennen, sedoch um einen zweitägigen Waffen st ill st and bäten. Die Hodschas wurden beauftragt, den Rebellen die Bewilligung des Waffenstillstandes zuzusagen unter der Bedingung, daß sowohl für den Fall eines Bruches des Waffenstillstandes als auch für den Fall eines abermaligen Vorrückens und eines evtl. Angriffs auf die sürstentreuen Hilfskräfte von den Rebellen Geiseln gestellt werden. Die Forderungen der Aufständischen. Bei den Verhandlungen mit den Unterhändlern, die in dollem Einverständnis mit der Regierung namens der Stadt über den Frieden verhandeln.sollten, verlangten die Ausständischen die Befreiung vom Militärdienst und von den Steuern, sowie Annahme anderer geringfügigerer Forderungen, die sie schon stellten. Außerdem verlangten sie einen dreitägigen Waffenstillstand. Da die Regierung aus einen dreitägigen Waffenstillstand nicht eingehen zu können erklärte, wurde schließlich vereinbart, daß, wenn dis Sonntag nachmittag 5>/» Uhr keine Antwort erteilt ist. sämtliche Verhandlungen abgebrochen sein sollte». Die Entscheidung traf die albanische Regierung bisher noch nicht. Der Tag ist ruhig verlaufen. Schliffe iu der Stadt. Durazzo. 20.Juni. Um 12,30 Uhr iu der Frühe fielen i u d e r S t a d t s e l b st elf von nicht sicher eruierten Individuen abgefeuerte Gewehrschüsse, die in verschiedene Häuser einschlugen, ohne jemanden zu verletzen. Kürz daraus begann die V o r p o st e n l i n i e ein starkes Gc - wehrfeuer, in welches die Geschütze eingrifsen. Nach einer halben Stunde verstummte das Feuer auf der ganzen Linie. Die Nacht verlief ruhig. In der Stadt werden die Schüsse darauf zurückgesührt, daß es sich um ein Komplott von den in der Stadt lebenden Mohammedanern mit den Rebellen handeln müsse, das bezweckte, unter der Stadtbevölkerung eine Panik hervorzurtlsen, die die Rebellen benutzen wollten. Im Zusammenhang mit dem nächtl. Intermezzo ist der vor etwa 20 Jahren hierher eingewanderte mohammedanische Groß- kausmann Hadschi S u I e i m a n verhaftet worden. Bei einer durchgesührken Hausuntersuchung wurden vier Mausergewehre und zahlreiche Munition vorgefunden. Verhaftungen anderer verdächtiger Personen stehen bevor. Um ähnlichen Versuchen vorzubeugen, ist heute nacht in der Stadt eine 120 Mann starke Nationalgarde organisiert worden, damit jeder einzelne den Rayon von fünf Häusern genau beobachte. Ilm den freiwilligen Artilleristen, von denen einzelne 72 Stunden ununterbrochen als Bcdienungomann- schast bei den Geschützen verweilten, mehr Ruhe zu gönnen, hat heute der Artilleriekommandant Fabius einen Ablösungsdienst von einer freiwilligen Bedienungsmannschaft organisiert. Die Untetnehmnugen der Herzegowina. Um 10Uhr abends fand ein lebhaftes Feuergesecht zwischen Abteilungen der Verteidiger statt, in welchem 60 sielen und mehrere verwundet wurden. Der österreichisch- unggrische 7 ampser „Herzegowina" ist in der vergangenen Nacht unter albanischer Flagge abgefahren und hat heute früh Kawaja bombardiert. Um 4Uhr morgens wurde die Besckneßung wiederholt und es wurden 60 Mir- biten gelandet. Das Schiss ist zurückgekehrt. Der Erfolg des Vorgehen? ist noch nicht bekannt. Um 4 Uhr wurden vier Unterhändler zu den Aufständischen geschickt, von denen zwei bald nach 6 Uhr zurückkehrten, während die anderen noch von den Aufständischen zurückgehalten wurden. Die enteren beiden hatten eine Besprechung mit dem Fürsten Wilhelm und gingen um 8 Uhr wieder zurück, lieber die ihnen übertragene Mission wird Stillschweigen beobachtet. Der Tag verlies ganz ruhig. Um etwaigen abermaligen Ueberrumvelungsversuchen vorzubeugen, wurden an sämtlichen einigermaßen gefährdete» Punkten Derschanzungen und Trabizäune errichtet, so daß ein Eindringen des Feindes in We Stadl int Falle eines unerwarteten überraschenden Angriffs ausgeschlossen erscheint. Hinter den "Ver- schanzmigen liegen überall starke Abteilungen von Miridite» und Malisforeu auf Wachposten. Das am Samstag organisierte freiwillige Artilleristenkorvs wählte den preußischen Rittmeister v d. L i v v e zum Kommandanten, der seinerseits den Befehlen der holländischen Offiziere untersteht. Gleichzeitig drückte das Freiwilligenkorvs sem vollstes Vertrauen zu den holländischen Offizieren aus. Tiefen Befchluß unierbrestete Rittmeister d. v. Lippe dem Fürsten, welcher ihn genehmigend zur Kenntnis „ahm. Bedrohliche Lage in Skulari? Paris, 20. Juni. Nach einer Meldung des „Temps" aus S k u t a r i sei die dortige Lage beunruhigend. Die Muselmanen schienen den Mmarich der katholischen Mirditen nach Durazzo zu einer Aufstandsbewegung benützen zu wollen. Ein Rcligionskricg sei zu befürchten. Prtnk Bibdoda. Am Freitag gegen Abend brachte Batram Du- klani die Nachricht, daß Prenk Bibdoda mit 2000 Mann bei I s ch m i, vier Stunde, nördlich von Durazzo, stehe und am andern Tag die Rebellen bet Schtak angreisen dürste. Abends trafen 80 Mann aus Kossowo ein, denen heute mehrere hundert folgen. Mau glaubt sichere Nachrichten zu haben, daß die Rebellen über 4 Millionen Patronen verfügen. Vcutfcbe» Hcieb. Deutsche Einheitskurzschrift. Der vom Reichsamt bes Innern berufene Sachverständtgenausschuß zur Schaffung einer deutschen Einheitskurzschrtst, bestehend aus 23 Vertretern von neun stenographischen Schulen, tagte am 20. und 21. Juni im preußischen Aultusmimsterium unter dem Vorsitz des ©djamratä Diebe. Ter von dem Unterausschuß korgelegte Entwurf wutte noch eingehendster Beratung in seinen Grundlagen e i n it i nt nt t g a n - genommen uitd die Vorlage mit den von ihm beschlagenen Aendernngen dem Unterausschuß zur Ueberarbeituug überwitteu. Au»lanv. Der König von Sachsen wohnte am Samstag vormittag in Begleitung des Zaren der Parade über die Truppen von Zarslose Sselo und Pawloivsk bei. Nach der Parade war Frühstückstaiel, an der der deutsche Botschafter, der Kriegsminister und der Minister des .Aeußern teil- nahmen. Am Sonntag, um ValO Uhr morgens, ist der König von Sachsen mit seinem Gefolge in Petersburg angeiommen. Der Bürgermeister von Petersburg Gras Tolstoi bot dem König in einer silbernen Schüssel Brot und Salz an und hieß ihn namens der Hauptstadt willkommen. Nach der Begrüßung begab sich der König um 10 Uhr morgens in die mit Blumen geschmückte katholische Bonifatiuskirche, wo er dem Gottesdienste beiwohnte. (Wegen Mittag verließ er die Kirche. Die Stadt ist mit Fahnen tu den russischen und sächsischen Farben geschmückt. Zu der Ankunft de? russischen Marine- General st abschefs Russin in Paris schreibt der „Temps": Dem Besuch des Admirals Russin liegt vor allem der berechtigte Wunsch zugrunde, mit den französischen Marinebehördeii in Verbindung zu treten. Es handelt sich heute nicht um neue Verhandlungen. Das Zusammenwirken der beiden Flotten bleibt so wie es in dem im Jahre 1912 zwischen Frankreich und Rußland abgeschlossenen Marineübereinkommen festgesetzt ist. Was Rußland anlangt, so umsaßt dieser Plan eine Flotte von Panzerschiffen in der Ostsee, eine Flotte von Panzerschiffen im Schwarzen Meer und eine Abteilung von Kreuzern in den ostasiatischen Gewässern. Bon besonderer Wichtigkeit ist die O st s e e f 1 0 11 e, denn sie würde im Kriegsfälle die kräftigen Anstrengungen des Laudheeres direkt unterstützen können. Dieses Zusammenwirken und manche andere Fragen dürften in den Verhandlungen der Leiter der beiden Kriegsflotten erörtert iverden. In Marine- und Heeressragen ist nichts schlimmer als die Improvisation. Deshalb begrüßen wir mit Freuden den Besuch des Admirals Russin. Ueber dlie Krisis in den türkisch-griechischen Beziehungen sibrcibt die amtliche „Nordd. Mg. Ztg ", daß sie überwunden scheint, wenn auch eine Einigung über die streitigen Punkie im einzelnen noch ausstehi. Die Antwort der Pforte auf die Note Griechenlands enthält, wie zu erwarten war, nicht die uneingeschränkte Annadme der griechischen Forderungen. Die Psorie machte aber während der Rundreise des Ministers Talaat Bev durch die kleinasiattschen Ortschaften, wo griechische Untertanen geschädigt worden sind, bereits mit einer wirkiame» Abhilfe einen wesentlichen Anfang zur Besserung der Verhältnisse. Sie erklärte sich überdies in einer Mitteilung an die Großmächte zur Untersuchung der griechischen Beschwerden bereit und die türkischen Gegenmaßregeln durch besonders zu entsendende europäische Vertreter vornehmen zu lassen. Die baldige Aussührung dieses Anerbietens, an ’oem Deutschland mit den anderen Mächten mitzuwirken bereit ist, dürste bei der bereits sestgeftellten versöhnlichen Gesinnung der griechischen wie der türkischen Regierung der Gefahr eines kriegerischen Zusammenstoßes rechtzeitig Vorbeugen. A«» Stadt «ad Land. Gießen, 22. Juni 1914. Die Städte und das Theater. Es geschieht nicht alle Tage, daß auf einem Städtetage auch einmal ein Vertreter einer anderen Zunft zum Worte kommt. Wie gut das aber ist, sich dort mich von nichtkommn- nalen Fachleuten über Fragen, die das kommunale Gebiet streifen, belehren zu lassen, zeigt der Vortrag des Bühnew- geuosseuschaslspräsidenleu Rickelt ans dem jüngsten brandendenburgisch. Städletag, der die Theaterverlhiiinisse der mittleren und kleineren Städte behandelte. Rickelt nahm kein Blatt vor den Mund und sprach es offen ans, was wir ja alle wissen, daß viele Städte der Thealerfrage ebenso indifferent gegenüberstehen, wie früher den Fragen der körperlichen Hygiene. Er will einen deutschen Theakerverein geschossen haben, der dem Theaterproblem in Deutschland erst einmal „aus die Beine hilsl". Es wurde von Städtevertretern anerkannt, daß die Slädte das Theater mehr als Kultnrfaktor ansehen müßten, und daß auch über die Frage der sinan- ziellen Untcrstützunig Klarheit geschaffen werden sollte. Hier hakte der Leiter des Märkischen Wandertheaters mit seinen Erfahrungen ein, die den Städten kein besonderes Zeugnis ausstellten. Von 63 besuchten Städten hatten nur 10 Städte soweit ein Interesse an dem Theater gehabt, daß sie im Einvernehmen mit dem Wandertheater die Ausführungen ermöglichten. Einige Städte gaben eine Subvention von 100 bezw. 50 Mk. „Wenn jede der 86 Städte, in denen das Wandertheater bisher gastierte, jährlich nur 100 MI. geben wollte, dann wäre schon viel geholfen und es wäre ein Anfang gemacht!" aber selbst diese 100 Marl — eine Lappalie in den Hunderttansend-Etats der Städte — locker zu machen, ist oft eine Unmögltchkeit, weil man nicht will. Auf das Wällen kommt es an. Tie Bürgermeister haben sa schon ganz andere Sachen, bei denen höhere Beträge auf dem Spiele standen, durchgedrückt. Warum nicht einmal 100 Mk. für ein anständiges Theater? Es ist wirklich wahr: Die Städte habe,, bisher ihre Pflicht auf diesem Gebiete nicht getan, und es ist gut, daß ihnen endlich einmal Theaterleute gründlich an das Gewissen gegangen sind. Es muß Helsen. ** Gewerben ns st ellung Gießen. Samstag und Sonntag war ein überaus erfolgreicher Tag für die Ausstellung. Am Samstag waren unter anderen die Bergleute der preußischen Nachbargebiete und Oberhessens hier verseumnelt. Bergrat Köb- r i ch, Darmstadt, begrüßte die Erschienenen und hielt eine» sehr interessanten anschaulichen Vortrag über die BedeuNing des Oberhessischen BergVaues mil Lichtbildern. Beim Mittagessen in der Festhalle begrüßte Prof. Dr. KransmüNer die Gäste und betonte in seiner Rede, daß die Ausstellung der Bergindustrie ganz besonderen Tank schulde, weil sie von vornherein sich bewußt ge wesen sei, nicht in ihrem eigenen Interesse, sondern für die All gemeindeit hier anSznstellen Bergrat Köbrich gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich die vreußischen Kollegen in so stattlicher Zahl eingesundeii hätten: sein .hoch galt der Kollegialität, die nicht durch Grenzviähle gehemmt sei. — Der Jungmeistertag am Sonntag war von über 600 Teilnehmern besucht. Nach der Begrüßung .durch den Vorsitzenden der Ausstellungsleittmg und den der Handwerkskammer durch das Vorstandsmitglied Stadtverordneten L. Petr, II. hielt Rechtsanwalt Kaufmann einen Vortrag über das Thema: Welche rechtlichen Bestimmnngen muß der Jnngmeister kennen bei Eröffminq seine» Betriebes? Allgemeinen Beifall sanken die klar verständlichen, lehrreiche» Ausführungen, die mit persönlichen Effahrunqen aus her Praris vorqetragen wurden. Während des gemeinsamen Mittagessens gedachte Real lehrer HaggenmüNer in seiner Ansprache der nnyn-r gültigen Leistungen der Aussteller, die dem Oberhessischen Handtoerk zur Ebre gereichen: er brachte ein Hoch aus den hochherzigen Förderer unseres Handwerks, den Protektor der Ausstellung, de,, Groß Herzog, aus, in das alle begeistert einstimmten Reckstsanwoll Kaufmann sprach auf die Haudwerkvrfrauen, Stadtveoerdneter Pellrt ans gute KoLsialität im Ha-üai-crk. Jangm-Her Re». n l n g aus Nid^a daukle den Veranstaltern der Juiigineistertagetz und dob die bah- Bedeutung solcher Tagungen aus Ausstellungen hervor. — Unter anderen besuchten noch in größerer Zahl die Ausstellung die Ortsgewerbevereine Großseldg, Homberg, Allen- dors a Lda. und der Gesangvereine Oberbessingen und Lich. An, nächsten Sonniag Itzt! der Ortsgwerbeverein Tarmstad! seinen Besuch angesagt. ** I u g r n d s e st. Laut Beschluß der Stadtverordneten- Versaminlung wird dieses Jahr wiederum das populärste aller Gießener Feste, das Jugendsest, abgehallen werden. Als Tag ist der 23. Juli in Aussicht genommen. Ter Festausschuß, an dessen Spitze Herr Stadtverordneter Dr. Ebel stell!, hielt bereits seine erste Sitzung ab, in der man sich über die Gestaltung des Festes im einzelnen verständigte. Tie Oberleitung des Festes hat wiederum Herr Hauptlehrer K n a u ß übernommen, dem auch die Bildung der Arbeitsausschüsse überlassen wurde. Die Reihenfolge der Schulen im Festzug wurde durchs Los wie folgt bestimmt: l. Oberrealichule, 2. Gymnasium, 3. Realgymnasium, 4. Sladtmädchcnschule, ü. Stadtknabenfchule, 6. Höhere Mädchenschule. Der Festzug soll um 2 ’ , Uhr an der Bürgermeisterei abgehen. Das Eintrittsgeld wurde wiederum auf 30Psg. im Vorverkauf auf 25Psg. festgesetzt. Nach 6 Uhr wird Eintrittsgeld nicht mehr erhoben. Den Eltern der Kinder der zwei untersten Klassen soll empsoblen werden, sich der Kleinen nach Ankunft des Zuges im Walde anzunehmeu, da deren Ueberwachung bei dem zu erwartenden starken Andrang sehr schwierig ist. An minderbemittelte Eltern dieser .Kinder soll je eine Eintrittskarte kostenlos abgegeben werden. •• Die Naturbühne am Fichtenkops, die von der Stadt Gießen in liebenswürdiger Weise anSgebaut wird, ist nun,»ehr soweit fettiggestellt, daß gestern vormittag mit den Proben begonnen iverden konnte, die unter der Leitung de? Herrn Oberregifleurs DivorkowSki flehen. Zugang zu dcr Naturbühne ist an der Licher Straße, gegenüber dem zweiten Wohntzause der Heilanstalt; er wird an Tagen der Aiissührungen durch eine Fahne schon von der Haltestelle der S ristenbahn n»S ohne Schwierigkeit zu erkennen sein. Die Ausführung findet am Samstag 6 l / s Uhr statt. ** D i e 32. allgemeine Psarrkonscrcnz der evang. Geistlichen der Provinz Oderhessen findet nächsten Mittwoch, vorm. V 2 II Uhr, unter dem Vorsitz de? Super- intendenlen Geh. Oberkonsistorialrat v. P e te r s e n -Darm- stadt in Steins Garten statt. Hauptgegenstand der Verhandlungen wird ein Vortrag von Pfarrer Schultc-Großen- Linden sein über: „Der Pfarrer und der Friedhof in Ober hes sen". ** Seinen 80. Geburtstag feiert morgen Herr Geh. Rat Profestor a. D. Tr. Richard Heß. ** Ortskrankenkasse Gießen-Stadt. Am Frettag abend fand im Pvstkellvr die zweite Ausschußsitzung der .Krankenkasse ftatt. die in der Hauptsache aus der Beratung der Dienstordnung für die Angestellten der Kasse bfftand. Der Boffitzende des Ausschusses, Fabttkant Horst, eröfsncte die Sitzung. Zu Beisitzern wurden bestimmt die Herren Bernhard n. Schuvv-, zum Schttstführer Bureauvorstcher Lenz. Nach eingehender Ans- svrache wurde die Diensiordnung sowie der Bttildungsvlan in getrennter Abstimmung genehmigt. Zur Erledigung etwaiger weiterer Anstände bei der Prüfung der Dienstordnung durch das Oberversichcrungsamt wurde eine aus den Herren Braun, Ftttz, Kumvf, Mann, Raab und Schmidt bestehender Ausschuß gewählt. Zu Punkt 2 der Tagesordnung wurden einige kleine Aen- derungen der neuen Krankenordnung genehmigt! ! * Beisitzer zum Versicherungsamt. Für die am 20. l. Mts.^anqesetzte Wahl der Vertreter zum Dettichernngsamt Gießen-Stadt wurde sowohl von Arbeitgeberseite, wie auch von seiten der Versicherten nur je ein Wahlvorschlag et»« gcreicht, wodurch die Wahl illusorisch wurde und die nachstehenden Herren als gewählt gelten dürften: a' Ardeitgedert Ludw Raab, Rechtsanwalt, Fr. Mao, Direktor, Ga Haubach, Schreinermeister, Adolf Klinqspor, Fabttkant, Ehr. Schmidt 2„ Weißbindermeister, E. L. Sack. Metzgermttstcr. bk Arbeitnehmer: Rich. Andrä, Geschäftsführer. Hch, Noll, Geschäfts- fübrrr, Hch Bechtold. städt. Arbeiter, Jobs. Diehl, Schneidermeister, Karl Loth, Fräser, Trohe. K Mandler, Packmeister. "DicBaugenossenschaftdesEvang. Arbeiterverein s hielt am Samstag abend ihre .haiivtversamm» l u n g ab. Nach Eröffnung der Sitzung und Begrüßung durch Pros. Dr. Kransmüller erstattete Prokurist Wolf Bettcht über das abgelaiifene Vcrttnsjahr. Eine Bautätigkeit wurde im letzten Jabre nicht entfaltet, weil kein geeignetes Gelände zur Verfügung stand, und weil die Beschaffung zweiter Hvvoihekeii große Schwiettg- keiten bereitet. Die Nachfrage nach Einzelhänschen war auch im letzten Jahre rege, dagegen nach Wohnungen in den Mtethäuiern gering. Nach dem Rechenschaffsberichi betrugen die Einnahmen der Genossenschaft im letzten Jahre 44 063,45 Mk.. die Ausgaben 4l 276,39 Mk. Bon dem Reingewinn von 1432,37 Mk. sollen 4 Prozent Dividende an die Mitglieder »ertttlt, der Rtti dem Häusernnterhaltungskonto überwiesen werden. Die Klttnkindev- schule der Genossenschaft erffeui sich eines guten Besuches, auch das ftnanzielle Ergebnis ist dank der Unterstützungen befttedigend. Bei den Wahlen wurde Architekt H 0 m a n n als Vorstandsmitglied, Landgerichtsdirektor Schmeckenbecher und Fabrikant Lüttgen als Mitglieder bes Auffickitsrats wiedcrgewähli. Zur all- sähttgen Revision der Häuser und Wohnungen ivurde eine aus den Herren Hamann, Kirchner und Neuling bestehende Kommission gebildet, linier Ansdruck des Dankes an die Vorstandsmitglieder schloß Pros. Dr. Krausmüller die Versammlung. ** Eine zweite Feuersircne ist an der Ober- Realschule angebracht worden. Sie wird heute mittag um 3 Uhr erprobt werden. Landkreis Gießen. B. Großen-Buseck, 2l Juni. Am Dienstag feiern Herr Solomon Berlin und Frau Chlothilde geb. Krämer bas Fest ihrer silbernen Hochzeit. = SoIUt, 21. Jnni. Am Dienstag leiern Lehrer Da ab und Frau silberne Hochzeit. Kreis Friedberg. I, Fr iedde rq, 21. Juni. Heute nachmittag ging ein groß«? Unwetter, Hagel mit starkem Regen, nieder. In den Gatten und ans dem Felde richtete e? große» Schaden an. — Ein Auto üderiuhr gestern abend a»s der Allee am Bnraberg das Pferd eine? hiesige» BanunternehmerS, so daß eS getötet werden mußte. Starkendurg und Rhkinhessen. m Heusenstamm, 22.I»ni. Die Ge n offen sch a st s- krisiS, die über die Spar- unb Darlehnskasse I herein- gebrochcn ist, nimmt größere Formen an, als man anfänglich ermattet batte. Das Destzit, das man zuerst mit 62 OOO Mk. angegeben hatte, ist nunmehr ans rund 400 000 Mk. an- gewachscn. Die Angelegenheit hat jetzt die Staatsanwaltschaft in den Hände». In einer stürmisch verlaufenen Mitgliede» versanimlung, die gestern nachmittag abgehalten wurde, wurde die Spezifizierung des Fehlbetrages »ach den Feststellungen des Bücherrevisors Zinndors-Ofseubach bekannt gegeben. Die Mitgliederversammlung beschloß, z» dem neuen Vorstand eine zwcigliedettge Kommission zu wählen, die die Verhältnisse der einzelnen Genossenschaftsmitglieder auf ihre ZohliingSsähigkcit pttisen soll. Bis zuin 30. September soll sedeS Mitglied zur Herbeiführung einer Sauiening vorerst 100 Mk. einzahlen. Hessen-Nassau. ff Frankeuberg, 21. Juni. Aus Anlaß des heute hier obgehaltencu 12. Vcrtrepertags der Innungen, Land- rotrttr- und ©croerfcestrane Kür Hessairs und des Fürstentums Waldeck, wellten heule zahlreiche HandwerkSmetsrer in unserer r-ladl Die Abschaffung des Paraqraphen 100 g der Gewerbe. Atmung wurde beantragt und der Befähigungsnachweis gewünscht. Syndikus Thanhciser sprach über die geplante Abänderung des Handwcrkmgcsctzez von 1897 und erwähnte die abänderungsbc- dünngen Bestimmungen Am Schlüsse der etwa vierstündigen Verhandlungen wurde beschlossen, anher dem nächsten in Ejchwcge stattnndeuden Lxrndwcrkertag im nächsten Frühjahr einen solchen in Hanau stallsinden zu lassen, li Frankfurt n. M., Ll.Juni. In der Jnnenwandung eine? Eisenbahnwagens, der regclniähig zwischen Franksuri und Chnr laust, wurden bei Ausbesserungsarbeiten 38 Kilogramm Saccharin gefunden. «F-crictnfttaal. Haftpflicht des Arztes für Fahrlässigkeit bei der Krankenbehandlung, rtür ärztliche Kunftfehlcr und ebenso sür s o n st i g c Versehen bei Behandlung oder etwa nötiger »eberwachung der Patienten kann der Arzt, ivenn ihm eine Fahrlässig, kert zur Last iäUt. ,, v s l r c ch t l s ch s n Anspruch genommen werden. Er hastet sür den durch sein Berschen entstandenen Schaden sowobl aus Grund des mit dem Patienten oder dessen Vertreter nbgcschlosftncn Vertrags über die ärztliche Dienst, leistnng, als auch ans Grund unerlaubter Handlung, Das lichtere deshalb, weil durch eine fatsche ärztliche Behandlung zugleich der Körper des Patienten widerrechtlich verlccht wird (8 823 58C59.). Deshalb ist der Arzt aus dem Gesichtsvunktc der unerlaubten Handlung dem Patienten auch zum Ersätze des im- motcriellen Schadens "Schmerzensgeld, Entschädigung sür Verunstaltung) nach 8 847 DGB. ersatzpflichtig, ein Anspruch, den das Gesetz bei bloß vertrogSrechtlicher Hastung nicht gcwäbrt. Das Reichsgericht hatte sich kürzlich mit zwei interessanten Fällen ärztlicher Schadenspilicht zu beichöftigen. Der praktische Arzt Dr. St, in G i e h e n bat am 26, Mai 1911 den 4 Jahre alten Sohn des Buchhalters Sch, wegen starken Nasenblutens behandelt. Er stillte die Blutung, indem er einen Wattebausch in ltricklore Essigsäure tauchte und damit die Nase bestrich. Die ätzende Säure hatte zur Folge, bah eine scharte Wunde entstand und durch den sich an dieser bildenden Schorf die Nasen- öffnunq gänzlich »ugewachsen ist. Es wurde svöter oo» einem anderen Arzt eine Operation vorqenominen, Das Kind ist aber schwer geschädigt worden, weil cs, abgesehen von nervösen Erscheinungen, dauernd verunstaltet ist und auch heute noch ein Röhrchen in der Nase tragen muh. Der Vater des Knaben erhob sür sich und sür dos Kind Klage gegen den Arzt aus Ersatz der durch die späterö Behandlung cntstondmen Kosten von 878 Mark und aus Feststellung, daß der Beklagte allen durch die schlerbaste Behandlung des Noscnleidens entstehenden Schaden, und jtvar auch den Nicht- oermögensschaden, ersetzen muh. Das Landgericht G i e h e n und das Obcrlandesgcricht Darm- stadt verurteilten den Beklagten nach dem Klageanträge, Das Oberlandesgericht rührt aus, dah das Vorgehen des Beklagten nicht der Vorsicht entsprach Utld gegen die Regeln der ärztlichen Kunst verstieh. Nach dem Gutachten des Sachverständigen war sür den Arzt die Gcsabr der Verwachsung der Nase infolge der Aetzung ohne weiteres erkemibar. Er muhte wissen, dah eine Naienbebanbluna nötig war und durfte sich deshalb nicht damit begnügen, den Eltern zu sagen, sie sollten das Kind zu ihm bringen, wem, etwas nicht in Ordnung sei. Er hätte sich vielmehr selbst um den Knaben kümmern müllcn und sich nicht aus die nach seiner Behauptung von dessen Vater gelegentlich abgegebene Erklärung verlassen dikscn, es ginge dem Jungen gut. Selbst wenn in dieser Beziehung ein Verschulden der Eltern vottiege, so könne sich doch der Beklagte dem Kinde gegenüber nicht darauf berufen. — Das Reichsgericht hat die Revision des beklagten Arztes zurückgewiescn und das Urteil des Oberlan» bcsgerichts bestätigt, Sport. Mainzer Regatta. Mainz, 23, Juni, Dahnlänge 2400 Meter, slichetides Wasser stromabwärts. Zu den Rennen sind 24 Vereine genannt. Das Wetter ist sonnig und sehr gsinstig. Für den Vormittag des 20, waren zwei Vorrennen vorgeieben, dir aber nicht geiabren wurden. Die Ergebnisse der Hauptrennen sind solgendc: 1. T a g, Rbein-Viercr: 1 91 fab. Ruderklub Rhenus-Bonn 7 Min, 44% Sek,, 2. Wassersport». Düsseldorf 7:56, 3. Dinger Rg, 8:15, 4. RN, Wiesbaden aufgegeben. Mit '/»Länge gesiegt, — Zwei er ohne Steuermann siel aus. Der Preis wurde dem allein gcni'ldctcn Mainzer Rndervercin, ohne dah er ruderte, »ach den neue,, Wcttsahr Bestimmungen zugcsprochen, — Junior-Einer: 1. Mainzer Rudergesell schast (PH, Schmitt! 8:25%, 2. Gichencr Rg (». Jödt) 8: 26, 3, Rkl, Rbc- nansa Koblenz (E, Meyrei 8:35, 4 Wassersport», Düsseldorf (S>. Müller, 8:45, 5. Kastei er Rg. lL, Kern) 8:46, Im Ziel mit 1 Meter gewonnen. — Zweiter Vierer ohne Steuermann: l. Kölner Klub sür Wassersport 7:37, 2, Mainzer Rv 7:55% Ucberlegen gewonnen, — Gast »Vierer ^.Mannheimer Rndervercin Amicitia 7:40, 2. Kastclcr Rg, 7: 45, 3, Mainger Rg, 7: 54, Amicitia führte durchweg und siegte sicher mit 2 Laugen — Jnngmann-Achtee: 1. Osscnbacher Rudergescllschast Undine 7:15, 2 . Mainzer Rv. 7:16, 3. Mannheimer Rkl, 7:21, 4, Rg, Oberrod 7:35. Nack schönem Endkamvi mit V, Länge gewonnen — Aniänqer-Viercr: 1. K a - steter R udcrgesell schast 8:04, 2. Rkl Oppenheim 8:17, Leichter Sieg, — Erster Einer, Rbeinmeisterschakt, I, Mainzer R n de r v e r ei II 'R. Psez- 8:19, 2, Franksurter Rv. (5. Düring) 8:26, 3. Mainzer Rg. iTH, Schmitt) 8:28%, 4. Rkl Rhcnania- Kvblenz (E, Metzer) 8:34, 5, Giehener Rg, (K, Jödt) 8:38. 6, Kölner Rkl, sür Wassersport sG, Nünningbos) aufgnieben,^ Piez übernahm alsbald die Führung und siegte überlegen mit 3 Längen, — Erster Vierer ohne Steuermann. Preis des Deutschen Ruder- Hopper Rll. Zürich, Maiirz lag bei ,500 Meter mit l Länge in Führung, als der Schlagmann von Zürich unwohl wurde und aus dessen Zuruf das Revuen auigab. — Zweiter Achter: 1. Kölner Klub sür W a s s e r s v o r t 7:06, 2, Waiiersvortv. Düsselbors 7 08 Franksurter Germania 7:15, 4, Mainzer Rv, 7:19, 4 Kastrier Rg auigcgcbcn, Jnsolge Kollision doppelter Start unter Ausschluß von Monnbcimer Amicitia, Nach abwech>elnder Führung mit 1 Länge scktön gewonnen, 2. Tag. Sonntag, den 21. Juni. Junior - Vierer 1. S ch w c i n s n r t c r Ruder-Klub Franken 8 Min, Sek : 2. Mainzer Ruder Verein 8:7». SchaeseS Bord au Bord Rcuncu, Mainz führt von Ansang an, ,mb verliert erst im Endspurt mit halber Luitkastenläwic, Ruder- Klub Griesheim o. M. und Franksurter Ruder-Gesellschaft Germania geben während des Rennens aus. — Doppel -Zweier ohne Steuermann: 1. Kölner Wassersport 8:12, 2. lllmer Rkl. Donau 8: 16 und 3, Franksurter Rv. von 1865 8:39, Köln führt von Ansang an und gewinnt überlegen mit zwei Längen, Frankfurt konnte infolge salscher Slcucrnng nicht gefährlich werden. — Junamann Vftrer: 1. Ruder-Gesell schait Worms 8:6, 2 Mainzer Rv. 8:8 und 3 Mannheimer Rkl, 8:13, Bürger Ruder-Gesellschaft und Manubeimcr Ruder-Gesellschaft geben während des Rennens aus. Unter Führung oon Mainz kommen die Boote nabe dem Ziel, wo Worms mächtig vorgebt und siegt, _ Zweiter Vierer, l. Mannheimer Ruder-Verein Amicitia 7:55: 2, Kastrier Ruder-Gesellschaft von 1880 8-0- 3 Kölner Klub für Wassersport 8:4: 4, Mainzer Ruderg, von 1902 8: 4 und 5. Wystcrsporl-Dcrein Düsseldorf 8:8, Sehr scharfes Rennen, das Mannheim im Endspurt mit 19? Längen gewinnt — Einer (Rlieinpokal), Mainzer Rudcr-VeretN ^-»- »ri«< Klub „Rhenus", Bonn 7:56 und 2, Mannbciinrr Rkl, 8:4, Sehr spannendes Rennen, das Bonn mir zwei Längen gewinnt. Gieß, Ruder-Gesellschaft von 1877 sähet nicht, — Jungmann-Einer, 1. Mainzer Ruder-Geseil schast von 1902 (Schmitt) 8:19; 2. Gießcncr Ruderg, von 1877: (Jödt) 8:25; 3, Kastrier Ruüerg, »on 1880 (Kern) 8:34t 4, Rkl. „Rhenania", Coblenz von 1877/97 (Meyer) 8:37 und 5, Wassersport-Verein Düsseldorf 8:38, Unter abwechselnder Führung von Mainz und Gießen kommen die Boote bis 300 Meter vor das Ziel, wo Mainz seinem Gegner wrgläust und mit drei Längen siegt, — Junior-Achter. 1. Mainzer Ruderoerein 7:10; 2. Offen da chcr Ruderg, Undine 7:11: 3, Frankfurter Ruderg, Germania 7: 16; 4,Ruderg, LPorms 7:18; 5, Frankfurter Ruderverem von 1865 7:25, Unter FülMing von Okfcndach und Mainz kommen die Boote bis 1000 Meter vor das Ziel, wo Germania mit einer Länge vorgeht. 500 Meter vor dem Ziele spurtet Main^r Ruder-Verein und gewinnt nach hanem Kamps mit knapp einer halben Länge. — Dritter Vierer: l, Rudcr-Gesellschas! Worms 7:45, 2. Schwesnsurrer Rkl, Franken 7:46%, 3. Rkl, Griesheim a. M, 7:58 und 4. Rkl, Wiesbaden von 1888 8:6, Im Endsport von Worms mit % Längen gewonnen, — Ermunterungs-Vierer: 1. Mannheimer (Ruber-,Ü I u b 7: 57, 2. Mannheim. Rg, 8, 3. Mainzer Rg, von 1902 8:17, 4, Wormser Rv, 8:19 und 5, RN. Ovvenbeim 8:25, Vom Mannheimer Ruder-Klub, der die ganze Strecke führt, mit 14/, Längen nach Belieben gewonnen, — Erster Achter (Sieger von 1913 Mainzer Ruder - Verein): l, Mainzer Ruder-Verein gebt in 7 Min. 32 Sek, allein über 'bic Bahn, Die Rennen wurden häufig von mäßigem Regen beeinflußt, aber nicht besonders ungünstig. Während der Regatta überflog ein Zeppnin-Lustichiss die Rennbahn, Die Verteilung der Preise fand sofort im Bootshause statt. — Da s allg, Tennis-Tournicr Gießen 1914 gewann durch die Teilnahme der besten Tournierspielerinnen von Nauheim sehr viel an Bedeutung, aber es ist lcbhast zu bedauern, dah, keine Giehener Spielerin cs wagte, den auswärtigen Domen die hübschen Preise streittg zu machen, Die Ergebnisse von gestern lind: Tamcn-Eiuzclspicl o, V, Vorichluhrunde: Frl, Brei- dcnbach — Frl, Hoddcs 6:2, 6:3. Frl, Stoll — Frl Käufer 6:1, 6:3. Schlußrundt: Frl, Breidenbach — Frl, Ttoll 4:6, 6:2, 6:1, — Tamcn-Einzcljpicl m, V Vorschluhrunde: FIr, Stoll (—15'/«), Frl, Hoddes (0) 6:5, 6:4, Frl, Kayser H- 5 /t): Frl, Breidenbach (— 30) 6:4, 6:0. Schluhrundc: Frl, Kayser — Frl, Stoll o, Sv, — Damen-berren-Toppel- splelo. V Vorschluhrunde: Frl, Hoddes-Lohnert : Frl, Brciden- back-Enge:hardt 9: 7, 6: 4, Frl, Stoll-Speth : Frl, Kayser Schinit- gcn 6: 4, 3: 6, 7:5, Schluhrundc: Frl, Stoll-Speth : -Frl, Hoddes- Lohnert 6:3, 6:3, — Herrcn-Dovpelspiel o. V, Vorschlußrunde: Speth-Engelhardt : Schmiigcn-Schodcck 0:6, 6:2, 6:2, Lohnert-Dictz: Bauer-Döhring 6:2, 7:5 Schluhrundc: Speth-Enqcihardt : Lobncrt-Dietz 6: 3, '6: 2. — Die Sieger sind: Damcu-Einzelspiel o, (9V 1. Preis Frl, Breidenbach, 2, Preis Frl, Stoll, - Domen-'Ltnzcllpiel NI. V, 1, Preis Frl, Kayser, — Hcrreii-Einzclspiel o. V 1. Preis Schmitgen, 2. Preis Lohnert, 3. Preise Engelhardt und Sprlh, — Herren-Einzelspiel m. V, 1. Preis Svcth, 2. Preis Engelhardt, 3 Preise Dictz und Kautz — Damcn-Herrcu Doppelspiel o, V 1, Preis Frl, Stoll-Speih, 2, Preis Frl, Hoddes-Lohnert, — Herren-Doppelspiel o, V, I, Preis Spetlz-Engclbardt, 2, Preis Lohnert-Dictz. — Trostspiel: I, Preis sind, med, Döhring, 2, Preis Schadeck. 3, Preis sind, Med, Bauer, — Tos Tournier war in scher Beziehung ein voller Erfolg, Roch der Prcisvcrteilimg war geselliges Beisammensein, IN dessen Verlauf der Giehener L a Ivn-Te n n l s->Clü b 1914 gegründet wurde, Ende Juli sind Städtewettspiele gegen Butzbach, Nauheim und Frankftlrt geplant. rrniversitäts-Nachrkchten. — D i c Erössnung der Universität Fronk- surt ist für den 18, Oktober vorgesehen. An ihr Ivirb auch der Kaiser teilnebmen, — Wie verlautet, soll die neue Hochschule den Namen Senckenberg-Goetbc-llnioersität erhalten, — Ernannt wurde der o, Professor Geh, Hosrat Dr, Richard Reitzcnstein zum ordentlichen Professor der llassischen Philologie an der Universität Göttingcn unter gleichzeitiger Verleihung des Charakters als Gcheimer Regserungsrat, Prof, Reitzen- stksn wird der Nachsolgcr des verstorbenen Geh, Rats Pros, Leo, Früher dozierte er in Breslau, leincr Vaterstadt, in Giehen und Strahburg, — Der Prioatdozcmt in der Leipziger theologischen Fakultät Lic, thevl, Dr, vhil, Hans W i n d s s ch wurde zum ordentl, Prosessor an der Reichsuniversität Leiden mit dem Lehraustrag für altchristliche Lfteratur uich Exegese des Neuen Testaments ernannt: er tritt dort an Stelle des an die Harvardunivttzsftät (Chicago) gehende» Proscffors Kirsopp Lake, veriha o. Suttner f. _ Wien, 21, Juni, Die Schriftstellerin Baronin Bertha v, Suttner, Trägerin des Nobelsrredenspreiscs, ist gestorben. Die Schriftstellerin machte hier eine Entfettungskur durch, bei der sie sich in Behandlung eines Univcrsitätsprofes- sors befand, Bor etwa drei Wochen erkrankte Frau v, Suttner, und heute mittag trat sanft und friedlich der Tod ein. An dem Sterbelager weilte als einzige Verwandte die einzige Schwester ihres verstorbenen Gatten, Luise Freiin v, Suttner, Eine Viertelstunde nach dem Tode Frau v, Suttners traf der Schriftsteller Balduin MrMkr im Slcroehausc ein, welcher 30 Jahre lang an der Seite der Verstorbenen für die Frie- densidee geivirkt hat und gerade jetzt mit ihr den internationalen Weltfriedenskongreß in Wien vorbereitete. Ungenügende velanntmachung neuer Lisenbahn- verbinöungen. ' Seit l, Mai d. Js, verkehrt zwischen Köln und Leipzig ein für den durcizgehendcn Verkehr höchst wichtiges Schncllzugsvaar, das dem Publikum sowie besonders den Verkehrsbureaus, inlskunst- gebenden Hotelangestellteu u, a., wie der Bund Deutscher Ber- kehrsvcreine festsiellen uiuhte, vielfach noch nicht bekannt ist. Es hvnl-elt fich tlm den O-Zug Nr, 213/, 11 mt: 1. und 2. Klasse und Speisewagen, der Köln bbs, inittag 12 Uhr verläht und berefts abends 8,23 in Leivzig Hbf, eintrifit. Der Zug sähn äuherst beschleunigt und kürzt die Falmzei! Köln - Leimig und umgekelnt gegenüber den bi-A>er beürlwnden Scknelzügcu z. Tz um 1% Stunde ab. In umgekehrter Richttmg fährt der Zug ebenso beichtcunigt. Er verläht Leivzig Hbi- vorm, 9,29 Mn imd trifft bereits 5,59 Uhr nachmittags in Köln Hbf, ein In beiden Richtungen hält dieser Zug nur in Elberfeld (sowrtige Anschlüsse oon und tiach Tüsscl- dorsi, Barmen, Hagen, Schwerte (sosvttiger Anschluß oon und nach Dvrlmnnd), Paderborn, Goslar, Halbcrstvdt und Halle a, S, In Leivzig Hbs, sind in beiden Richtungen sofortige Sckmellzugs- am'chlüsie nach und von Dresden—Wien vorhanden. In Köln findet imminclbarer Schnellt»gsanschluh von bezw, nach Aachen — Brüsiel—Ostende statt. Es handelt sich also um eine vorzüglich« Jnternatronale Durchgangsverbindunq, zu deren Beibehaltung das Publikum durch rege Benutzung und die Auskunftsbureans und sonstigen Auskunft gebenden Stellen durch entt'vrechende Hinweise beitrogen sollten. Infolge der geringen Kenntnis von dieser günstigen Verbindung ist die Benutzung der Züge bisher ziemlich gering. So gibt es übrigens noch manche andere ausgezeichneten deutschen Schnellzugsverbindimgen, die dem großen Publikum verhöltnismäßig wenig bekannt sind, z, T. aber auch unbeachtet bleibstt. Im Jnteresje der Verteilung des Verkehrs und der Vee- meümng der UeberfüNnng der Züge, sowie auch der Leitung des Fremdenverkehrs nach den abseits der großen Heerstraße gelegenen Landesteilen, die vielsach recht sehenswert sind, ist cs echc dankbare Ausgabe der Berkehrsvcreine, Reiicbuoeaus, Hotels nsw,, die Reisenden aus solche Schnellzugs Verbindungen aufmerkfam zu Machen. .Wir denken hiurbci z. K. an die vorzüKichcn Ts-Züge »ou Dortmund—Düsseldorf über Gerolstein—Trier—Saarbrücken nach Sttußbnrg, an die dz re kt cn Schnellzüge über die Scdlvarztoaldbahn Ottenburg—Triberg—Singen—Konstanz—Tirol, an Ine direkten Verbindungen "Colmar—Mülhansen t. El)—Freiburg iASr.— ro* naucschingen—München, Frankfurt a. 3R.—Bctzdori—Köln u, a m, Lkkftscbiffahrt. Der O stma r ken flng. Breslau, 21, Juni, Unter grobey, Andrangs des Publikums erfolgte heute morgen bei schönstem^ Weiter der Start zum Oste markenftug, dem Prinz Friedrich stgismund, Lberbüraermcister Matting, Bürgermeister Trentin und Landrat Wichelhaus beu- wohnten, Ter Start der 28 Wettbewerber begann kurz nach 4 Uhr und wickelte sich glatt in 25 Minuten ab. Um 7,40 Uhy vaiilerten bereits 23 Flieger Gsttlitz, Sergeant M a rkgr a i nahm bei Licgnitz eine Zwiichcnlandung vor. Bei dem neuen Start brach dos lmke Rad des Fahrgestells, Markgraf gab den Weiterilug aut und montierte den Apparat ab, Posen, 21, Juni, Bis 9,30 Uhr waren 18 Flieger ut Posen ein getrosten. Erster war Bruno Langer, Bis 10,30 Uhr such 25 Ftiegcr gelandet. Es sdchcn noch Eckardt und Scherst aus. vermischte». Das Gnibenunglülk in Kanada. London, 20, Juni. DaS Grubenunglück in der Hilcreet- mine ist das schlimmste in der Geschichte Kanadas, Der G c - sanitverlust an Menschenleben beträgt 197. Die Explosion hat in einer Tiesc von 1200 Fuß stattgcfunden, Don den unter Tage gewesenen Bergleuten sind nur4 0, vondcncn 27 unverletzt sind, gerettet worden, Sofott nach dem Eintresten der Nachricht von dem Unglück in Calgary wurden Hilsszügc abgeiandt. Lange Zeit konnten die Freiwilligen nicht einsahren, da aus dam Schacht dichte Rauchwolken quollen und Flammen emporlodcrten, * Eine Stiftung. Laut testamentarischer Bestimmung hat der vor 14 Tagen verstorbene großbritannische Konsul für Mannheim, Tr, Paul Lad^enburg, wie die „Neue Badische Landcszeitung" meldet, der Stadt Mannheim für wohl- tättge und gemeinnützige Zwecke 1 00000 M a r k g c st i s t e t und dem B ea m t e n - P c n i i o n s > o n d s der Süddeutschen Diskontogesellschast 50000 Markübcrwiesen, sowie nockt einige llcincrc Stiftungen gemacht, 'Das Eisenbahnunglück bei E a r r b r l d g c. Aus London wird gemeldet: Es steht jetzt ziemlich fest, daß bei dem Unglück bei Carrbrtdge sieben Personen ums Leben gekommen sind, Bier Leichen sind bis jctztt geborgen worden, davon war eine fünf Meilen von der Unsallslelle sortgesckuocmmt wurden. Drei Personen 'werden noch vermißt. Das Hochwasser hatte die Brücke über den Fluß Baton, einen Rcbensluß des Dulnan, unler- spült und außerdem waren durch die Erschütterung der Brücke die Scklicnen leicht verbogen worden. Ein Wagen stürzte in den sünszig Fus; unter der Brücke dahin st tönten« den Fluß, ein anderer Wagen hing unter der Brücke, wurde aber durch die Kbippclnng vor dem Dcrabfallen bewahrt, 91us dem in den Fluß gestürzten Wagen wurde nur eine Person gerettet, den in dem herablänaenden Wagen beftndlichcn Personen gelang es mit Hilfe !>cr Passagiere in Sicherheit zu kommen. * Die Entschuldigung, „Kellner, nun riechen Sic einmal diesen Fnsch , , , Und den wagen Sic einem Stammgast porzusetzcn?" Der Kellner, mit unschuldiger Miene: „Lieber Herr, bei dtescr Hitze verdirbt der Fisch ja, ehe er geangelt wird,'' Kleine Taacrchronik. Die Passiven des Wiener Bankhauses Plcoa, dessen Chef Schober verhaltet worden ist, betragen Blättermeldungen zu- solge 7 Millionen, das Defizit orne Million, Amtlicher Wrtterdericht, Oeffcnllicher Wetterdienst, Gießen- WetterauSiichtcn in Hessen a,n DicnStag, den S2. Juni 1914: Wolkig, ze iweifc Hecker, vcellach Gewiltcr, ctwaS kühler, westliche Winde, Letzte Hnebridtfctt. Der Kaiser und die Rote-KreuK-Sammlung. Hamburg, 21 Juni, Nachdem der Kaiser bereits einmal vier jungen Mädchen, die ihm aus Anlaß des Rotcn- K'rcuz-Tages Postkarten anbotcn, EKldbeträge gegeben hatte, wurde er abermals an der Landnngsbrücke „von drei Damen überfallen" wie er sich scherzend ausdrückte. Der Kaiser faßte sich an den Kopf und sagte dann: „Ach, meine Damen, jetzt habe ich aber gar kein Geld mehr," Dann, s«li an die Herren seines Gesolges wendeitd: „Bitte, meine Herren, schnell etwas Geld," Die Herren griffen in die Tasche und reichten dem Kaiser einige Geldstücke, die dieser in die Büchsen steckte. Am Nachmittag, als der Kaiser an Bord der „Hohcnzollcrn" spazieren ging, und eine Barkasse mit den Zeichen des Roten Kreuzes vorüberfuhr, winkte er den Führer heran, und abermals erhielten die jungen an Bord befindlichen Damen namhafte Geldbeträge, Parteitag der Fortschrittlichen Bolksparter, D a r m sl o d t, 22. Juni. Gestmn Hai hier ster dritte Parteitag der Fortschrtttlichen VolkSpattei begonnen. Es »ourde eine Entschließung angenommen, in der es beißt: die Fortschrittliche Volks- xarle> tritt sür die polfti'che und kultttrelle Vorwärtsentwickelung des Landes mch gegen alle diesemgen ein, die diese Fvttentwicklnng hindern wollen, Deutschland auf der Lyoner Ausstellung, ! L v o n , 22, Juni, Die deutsche Abteilung der Lyoner Ausstellung wurde gestern durch das Präsidium des Komitees deutscher Aussteller, Geh, Rat Lucas, Berlin, Geh, Rat Prof, Dis, Berlin, und Oberbaurat von Kramer, Nürnberg, mit einem Bankett eröffnet, an welchem nngesähr 120 Vertreter d«w deutschen Wistenschaft und Industrie und Vertreter der französischen Behörden tellnahme». Eine internationale Flugwolhe, Wien, 22.Juni, Auf dem Flugplatz Aspern begann gestern die Internationale Flugwoche, die mit Preisen in einer Gesamthöhe von 131 000 Kronen ausgestattet ist. Aus Deutschland beteiligen sich die Flieger Stiploschcck, Jngold, Stösfler, Helmut Hirth und Heinrich Schulz, In der Daucrkonkurrenz wurde Jngold erster. Englische Auszeichnungen, London, 22, Juni, Der König hat Lord Kitche- ner zum Earl (Grasen) und den Südpolarsorscher Maw- son zum Kniqht (Ritter) ernannt. Einen für Tanren wichtigen Vortrag läßt die hiesige Firma Hermann Mcttcnbcimer lFub.: <£. Hasch ft » Statt Karten Kräftiger Sonntagsjunge angekommen Franz Funk und Frau Anni geb. Zörb Me i | Dnlerdem Protekloral Sr. Kgl. Hoheit des GroOherzogs von Hessen = iiimiiiiiimiiiiimiimiiiiimiiiiiiiiMiiimiiiiiiimiiiiiiiimmimiiiiim = | In den Ausstellungs-Anlagen g Z täglich von nachmittags 4 Uhr an: Z fKONZERT | M G805C == ?Pllllllllllllllllllllllllll(lllllllllllllllll:llllllllllllllllllllllllllll lllllllllllllililllllllllffH Siadtiheaier Giessen Direktion: Hermann Steinffoctter. Dienstag, den 23. Juni 1914, abends 8 Uhr; Lord SpSeen eine nächtliche Szene von Oswald. Das 3eii Napoleons Schwank von Oestreicher, sowie das Cabaret - Ensemble bestehend ans Alfons Fink, Sofie Stöckel, Carl Christoph. Allen Xäher!“ In den Tnsje^zetteln. 17373 6 Einladung Am Dienstag:, 23. Juni, abend 8'/, ihr pünktlich findet im Großen Hörsnal der Universität ein V ortragf statt. Herr Prof. Dr. Xesser wird sprechen über: Zu reger Beteiligung an der folgenden freien Diskussion ladet ein 7475D Das Präsidium. Waschanstalt Schwan kltkir. Betrieb Znh.8r.Gtto Liebigsttiisc liZ Uebernahme aller Arten Wäsche Berechnung nach Gewicht u. Stück Spezial-Abteilung: tzerren-Ztärkewäschi Garantiert schadlose Behandlung ?«> Verdingung. In drr SuinnmienlennnaSlndie von Cbcriucp soll dr Ausbau drr Folgeeinrichtungen öffentlich »ergeben werde und zwar: Üirla 15000 cbm Erdbewegung, „ 42000 lfd. m Wege, „ 5700 lid. n> Graben, „ 876 lfd. in Zemenidurchlastrohre und Sliri stücke von 0,3 bis 1,0 m Lichtweib ,, 1610 m Drainage. Termin hierzu ist anberaumt auf Sonnabend, de 27. Juni. vorm. 11 Udr, in der Wirlsdiast von Johanne Schmidt zu Oberwev, Massenverzeidmis und Zeichnungen liegen im Dien? gebaude der Königlichen Svezialkommission I sn Wevla Zimmer Jir. 2 , wahrend der Dienttflunden zur Einsicht au Verschlossene Angcboic sind bis zu diesem Termin a die Königliche Svezialkommisnon I zu Wevlar ein»: reichen oder bet Beginn des Termlncs uorzulegen. Die Oeffnnng crioigl an dem genannten Termin. Die Angebote sind als solche kenntlich zu mache, 73201 it.iu ui« luiuft icnniiu . weil deren Erönnuno erst im Termin ersolaen soll _Königliche Svezialkommission I. Der Spar- und Vorschuß-Verein zu Lollar, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht in Lollar, ist in Liquidation getreten und fordern wir die Gläubiger gemäß § 82 des Ge- nosscnschaftsgesetzes hiermit auf, sich bei uns zu melden. Lollar, 18. Juni 1914. Die Liquidatoren: Geißler. Moos. 7332 Betreffend Kanalgebühren. Der Verein der Hausbesitzer macht sein» Mitglieder darauf ausmerksam, daß das zweite Ziel der Kanalgebühren erst im Juli sällig ist. In dem Kanalgebührenzettel steht infolge einer Druckfehlers Juni. ’«*°n _______ Der B orstand. Bekanntmachung. Das Umlagckataster der fand- und sorstwirb schastlichen Bcrnssgcnossenschast sür die Gemarkung Allendors a. d. Lahn sür 1913 liegt vom 23.d.Mts. ab zwei Wochen lang aus dem Bureau der unter: zeichneten Bürgermeisterei offen. Allendors a. d. Lahn, am 20. Juni 1914. Großh. Bürgermeisterei Allendors a. d. Lahn. _ Volk. _ 7452 Das Umlagekataster der land- und sorstwirl- schaftlichcu Bcrussgcnossenschast sür das Großherzogtum Hessen vom Jahr 1913 liegt 2 Wochen lang, nämlich vom 22. Juni bis 6. Juli d. I., au' der Unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht de, Beteiligten offen. Reklamationen sind nach Ablaus der Offenlegung innerhalb eines Monats bei dem Borstand der Berussgenossenschast in Darmstadt zu erheben. Eberstadt, den 20. Juni 1914. Großh. Bürgermeisterei. Görlach. 7444 Bekanntmachung. Das Umlagekatastcr der land- und sorstwirt- schastlichcn Berussgenossenschast sür das Groß- herzogtum Hessen für das Jahr 1913 liegt vom 23. d. Mts. an während 2 Wochen auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche dagegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungsfrist bei dem Vorstand der land- und forstwirtschaftlichen Berussgenossenschast in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr finden. Großen-Linden, am 22. Juni 1914. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 7450 Bekanntmachung. Das Umlagekatasler der land- und forstwirt- schastlichcn Berussgenossenschast sür die Gemarkung Klein-Linden liegt vom 24. d. Mts. ab zwei Wochen laug auf dem Bureau der Unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Etwaige Widersprüche gegen die Veranlagung sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungsfrist bei dem Vorstand der Berufsgenossenschaft zu erheben. Klein-Linden, den 20. Juni 1914. Großh. Bürgermeisterei. _ Jung. _ 7443 Bekanntmachung. Das Umlagckataster der land- und sorstwirt- schastlichen Berussgenossenschast sür das Großhcrzog- tum Hessen für das Jahr 1913 liegt 2 Wochen lang nämlich vom 23. Juni 1914 bis 7. Juli 1914 aus hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster ausgenommen oder nicht ausgenommen, sowie dagegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablaus der Offcn- legnngssrist bei dem Vorstände der land- und forstwirtschaftlichen Berussgenossenschast in Darmstadt zu erheben. Spätere Widersprüche werden nicht berücksichtigt. Lollar, den 20. Juni 1914. Großherzogliche Bürgermeisterei Lollar. Schmidt. 7443 Das Umlagekatastcr der land- und forstwirt- schastlichen Berlissgenossenschast im Großherzogtum Hessen der Gemarkung Rödgen sür 1913 liegt 2 Wochen bei der Unterzeichneten Stelle zur Einsicht offen. Rödgen, den 22. Juni 1914. Großh. Bürgermeisterei Rödgen. Kraushaar. 7454 Bekanntmachung Die Umlagckataster der land- und forstwirtschaftlichen Berussgenoffenschast für die Gemarkungen Watzenborn-Steinberg und Obersteinberg liegen vom 23. d. Mts. an 2 Wochen lang aus dem Bureau der Unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Watzenborn-Steinberg, den 20. Juni 1914. Großh. Bürgermeisterei Watzenborn-Stcinberg. _ Hirz. _ 7471 Heiigras-Versteigerung der Fürstlich-Solmsische» Rentei Lich Es wird hiermit zur össentlichen Kenntnis gebracht, dnh die am 17, dS. Ml», abgebntlene Versteigerung des Hcugraic» von den Fürstlichen Wielen in der Gemarkung Lid, oberhalb der Stadl nicht genehmig! worden ist. Dieselbe soll nochmals nächsten DonncrSlag, den 25. bä. Mi», abgehoben werden. Die Zusammenkunft ist ans der Fürstlichen Wiese gegenüber der Peinmiihte vormittags 8 Ubr, 7443 D Die aus den l 8 , d», Mts. vormiliaaS 8 Ubr anberanmlc Versteigerung des Heugrases von den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Nieder- Bcssingen konnte wegen der ungünstigen Willerung nicht nbgebalien werden. Dieselbe soll nächiien Freitag, den 26, d», Mts, statt» sindew Die Zusammenkunsl ist vormiilags 8 Uhr bei Mühlsachsen, Lich, den 20 . Juni 1914. Fürstlich Sotmsischc Rentei.