Br. «, Der Sietzever Unzelger erscheint täglich, außer SonntagZ. — Beilagen: viermal wöchentlich SietzkmrLaimIirndlilter; smc>m(ri.niöcfien(LKttU= biaujür ben Kreis (Sie&tn (Dienstag unbSrcttag); zweimal monatt. Landwirtschaftliche öcitfragtn Ferirsprech - Anschlüße: lür dt« Redaktion 112 . Verlag ». Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Togesnunimer dir vormittags S Uhr. Lrftes Blatt *6$. Jahrgang Freitag. *9. Zum *9*4 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotation?6w nicht nannte, von denen er aber ganz leise andeutungsweise sagte: „Wir haben große Schwierigkeiten zu erörtern gehabt: es ist außerordentlich schwierig, gewisse Zwischenfälle zu schlichten." Damit war nichts anderes gemeint, als die überaus schwierige englisch-russische Verhandlung über die l r a n s p c r s i s che Bahn, die sozusagen durch die Konvention von 1907 einen Querstrich von Norden nach Süden zieht und allerlei illusorisch zu machen droht, was damals über russische, englische und neutrale Sphären in Persiens vereinbart wurde. Sir Edward Greh erklärte schon vor zwei Jahren, im Juli 1912, in einer Rede, wenn die Iranspersischc Eisenbahn gebaut werden solle, müsse sich England eine große Aktiv nsfrciheit bezüglich der Bauten, der Leitung, der Verwaltung, der Vertretung der britischen Interessen, der Frackft und Personentarife und insbesondere bezüglich der — Spurweite ausbcdingen. Das war kurz nach der Pariser Konferenz, in der man sich bemühte, eine Stn- dtcngesellschast für die iranspersischc Bahn und ein Kapital von 100 000 Pfund Sterling zusammenzubrtngen. England — so „herzlich" cs sich auch mit Rußland versteht — will doch Vorsichtigerwerse die trans-persische Bahn mit indischer Spurweite bauen, damit die russischen Militärzüge nicht ein fach wciterfahren können. Schon Lord Curzon, der ehemalige Generalgouverneur Indiens, betrachtete das russiscki-englisckio Abkommen mit Persien mit größtem Mißtrauen, weil der britischen Herrschaft in Indien gefährlich. Bisher hatte man immer getrachtet, Rußland von Indien so fern als möglich zu halten, und nun soll aus cininal eine Bahn gebaut werden, die im Ernstfälle russische Truppen in wenigen Tagen an die indische Grenze führen könnte. Das mit der verschiedenen Spuriveite ist nämlich auch kein wdsicheres Schutzmittel. Tie Technik kann über Nacht Eisenbahnwagen mit verschirbbareii Achsen cinrichten, die beide Spurweiten befahren können. Man sieht, Englands Pläne in Persien hoben nicht nur einen, sondern mehrere Haken. Sie sind auch nicht, wie Greh meinte, „eine Sache, die nur uns (England und Rußland) betrifft". Es besteht vielmehr zwischen der russischen und der deutschen Regierung eine Abmachung, wonach in dem Augenblick, da Rußland, England oder irgendeine andere Nation an den Bahnbau in Persien geht, die russische Regierung gcmeinsani mit Deutschland an den Kauter die beiden Länder in gleicher Weise interessierenden Strecken zu schreiten hat. Es handelt sich um die Bahn nach Mesovolamien bezw. die Linie Bagdad-Aleppo, die mit Teheran und Täbris in Verbindung gebracht werden soll. Davon hat Sir Edward Greh auch Nichts gesagt. Sache der deutschen Divlomatie wird cs sein, ihn gelegentlich daran zu erinnern. Es lift das eben unser persisches Geheimnis! Die kritische Lage in Durazzo. Durazzo ist nicht von den Aufständischen gewonnen worden, was Sensationsmeldungen verbreitet hatten. Am gestrigen Donnerstag nachmittag herrschte Ruhe in der Stadt. Wer weiß aber, was der nächste Tc^ brachte oder bringt. Tie Mirditen, die dem Fürsten ihre Hilfe leihen, allerdings nur als „Verteidiger", tvic sie sagen, sind von den Aufständischen geschlagen worden. Daß mittlerweile einige Kriegsschiffe der Großmächte eingetroffen sind, mildert drc persönliche Gefahr, in der Fürst Wilhelm schwebt. Durazzo, 18. Juni, 1.35 Uhr nachmittags. (Agcnzia Stefane, Bisher l-errscht Ruhe. Soeben tvurdcn die Verstärkungen, die aus italienischen und österreichisch-ungarischen Matrosen bestanden, zurückgezogen. Heute früh um 5Uhr fuhr der von der albanesischen Regierung gecharterte österreichisch-ungarische D am p fer „H erzeg o w i n a" an der Küste entlang und feuerte mehrmals auf Schiak und Katva.ja. — Der Kontroll- ausschuß trat heute zusammen, um Protest zu erheben gegen das Verschwinden des Brieses, den die Aufständischen an sie gerichtet haben. Durazzo, 18.Juni. Der gestrige Kampf hörte bei Sonnenuntergang auf. Die Hospitäler sind mit Verwundeten überfüllt. Man wollte die Mirditen zu einem neuen Sturmangriff bewegen, sie weigerten sich aber und erklärten, sie würden sich nur zur Verteidigung von Durazzo schlagen. In der Tat begaben sie sich in die Laufgräben. Um 7 Uhr abends besuchte der Fürst die Verwundeten, die von italienischen und österreichisch- ungarischen Matrosen aufgelesen wurden. Es ist unmöglich, die Zahl der gefallenen Mirditen genau anzugeben. Man glaubt, daß ungefähr 200 getötet und ebensovicle verwundet wurden. Um 9 Uhr abends verursachte ein falscher Alarin eine neue Kanonade und lebhaftes Gcwchcjeucr. Um 10'., Uhr war die Sladt wieder ruhig. Uebrr die Niederlage der Mirditen wird weiter gemeldet: Tie Nkrrditen, die etwa 1090 Mann stark waren, wurden von Marc Gion und Jssa Botjelinatz befehligt. Zwei Bataillone niarschicrten aus der Straße nach Schiak in gedrängten Kolonnen, als sic die Hügelketten er reichten, zerstreuten sie sich in die Ebene und suchten hinter Gebüschen Deckung. Rechts und links von der Straße tour den. zwei Geschütze nach vorn geschasst, die den Hügel bei Rasb ul beschossen. Als die Mirditen dicht vor der feindlichen Stellung ankamen, wurden sie heftig von den Aufständischen angegrissen und auch von einem Maschinengewehr beschossen. Die Angreifer stürmten von dem Hügel herab und drängest bis zum Weißen Sec vor und sührlen ein erfolgreiches Umgehungsmanöver aus, trotzdem die beiden Geschütze ihre Stellung änderten. Die Mirditen wurden geschlagen und flohen. Einige konnten die über die Lagunen führende Brücke nicht mehr erreichen, warfen sich ins Wasser und ertranken, andere wurden umzingelt und n i c - dergc metzelt. Gegen Mittag brach in der Sladt eine Panik aus. Bei dein Kampfe ist eine Kanone in die Hände der A u s si ä n d isch c n gefallen, die andere wurde beschädigt. Die A u s st ä n d i s ch c n drangen nicht in die Stadt ein, sondern machten in bet Sbcnc Halt, wo sie in regelinäßigen Abständen die Angrisse bis zum Abend forlsetzten. Bei diesen Kämpfen wurden zwei weitere Kanonen beschädigt. Nur eine, die wieder ausgebessert worden war, sandte von Zeit zu Zeit ihre Kugeln hinaus in die Ebene. Der Fürst ritt bei den gestrigen Kämpfen die Geschützstellungen ab. Er sprach der freiwilligen Bedienungsmannschaft Dank und Anerkennung aus und bedauerte, daß er wegen des Mangels an einer eigenen, geschulten Geschützmannschaft auf die Hilfe der Freiwilligen rechnen müsse. Nach Augenzeugen sind die Verluste der Regierungstruppen deshalb so groß, Iveil die Rebellen nicht nur vorzügliche Stellungen bezogen hatten, sondern auch sonstige militärische Fähigkeiten auswiesen, die von guter Organisation und strategischer Beziehung zeugten. Der von der albam-' schcn Regierung gecharterte Lloyddampjer „Gisela" ist heule nachmittag hier cingctrossen. Die Haltung der Italiener. Rom, 18. Juni. ..Vita" wünscht dem Fürsten von Albanien, er nwgc seine Aufgabe mit wachsender Auwrität durchführen. Es sei töricht, zu glauben, daß Italien sich der Festrgnng des Fürstentums feindlich zeigen könnte. Die Mächte hätten bewiesen durch die Entsendung eines Kriegsschisses nach Durazzo, daß sie derselben Mriuung seien. Folglich stehe die Autonomie Albaniens mehr als je unter der Kontrolle Europas. Italiens Programm sei: looalstcs Desinteressement mit dem einzigen Ziele, in Albanien die Rübe zu sichern, die der festeste Schutz der italienischen Rechte im Mriatischen Meere sein müsse. Tic Turiner „St an, va" vcrüficntlicht eine Korrcivondenz ans Durazzo, in der die mutige Haltung des Fürsten in wärmsten Ausdrücken hcrvorgehobcn wird. Der Fürst habe sich in die Feuerlinic begeben und erklärt, er würde sich nicht einschissc», selbst wenn die von den italienischen und den österreichisch-ungarischen Matrosen vor dem Palais errichteten Perschanzungcn sielen. Lieber wolle er aut den Stuten des Palais bei der roten Fahne mit dem schwarzen gldler stechen. ,.G io r n a l c d ’ 3 t al io" schreibt zu den letzten Nachrichten aus Durazzo: Wir haben die Hosinung und das Vertrauen nach dem guten Beispiel, welches der Fürst im Lause des Montags den Soldaten gegeben hat. daß auch dicscsnial der Angriff der Aus- vie Eroberung des größten hochgebirgsgletschers der Welt. Die berühmte Bergsteigerin Fanny Bullock Work man dre schon so Bedeutendes IN der Bezwingung der höchsten Giviel der Erde geleistet Hai. setzt ihre Eroberung der Riescnberge des tzimalaia fort und bat nunmehr aus ihrer neunten Ervedition in die Schnee- und Eiswelt dieses Gebirges den größten Gletscher, den es außerhalb der Polarkreise und in einem Hochgebirge übcr- bauvt gibt, den Stachen oder Ro sen- G l et s ch e r im östlichen Feil de- Karokoruu, bestiegen. Den ersten ausführlichen Bericht über diese für die Geschichte des Alpinismus denkwürdigc Tat bietet Mrs. Dorkuian in Harvcr's Magazine. Ter erste, der diesen Gletscher erblickte, ivar der Colonel H 2krachen, der im Oktober 1848 von seiner Zunge aus drei Kilometer emporstieg, ol ne aber von seiner imgebeurcn Große und Bedeutung eine Ahnung zu erhallen. Eine genauere Untersuchung Icuet- erst Mr-. Bullock Workman im Jahre 1911 ein. als jie 1911 zwei Wochen damit ocrbrachic, sein Becken zu erforschen und zwei seiner größten Abflüsse genauer zu studieren. Sic erklomm damals einen Berg von 21 000 Fuß Höhe, aber dann setzte so schlechtes Wetter ein, daß sie de» Gletscher selbst nicht besteigen konnte und UNI kehre» mußte. Ans ihrer letzten Ervedition nahm sic die schwierige Aufgabe Mit neuen Kräften i» Angriff, rer Glet- scher fuhrt feinen Namen mit Unrecht., den» selbst an den untersten Rändern a>bt es nur eine sehr spärliche Alpenflora, und ein paar winzige Schneerosen. di- die Bergsteigerin nach langem Suchen entdeckte, geben gewiß kein 'Anrecht auf diese Benennung. Nicht nur durch seine Größe steht er einzigartig da, sondern auch dadurch, daß er sich nicht von seiner Zunge und dem dahin führenden ^al erobern läßt. Zwischen das locnig bewohnte Nubra-Tal und die Gletscherzunge legt sich der breite reißende Nubra-Fluß. und die vier der fünf Furten, die durch diesen Fluß führen, sind in den füm Sommermonaten, der einzig möglichen Zeit für Bcrg- befteigiingeil im Himala>a, völlig ungangbar. Der Weg zum Rosen-Glctscher muß also von Baltistan aus unterilommen werden und nachdem der Reifende die letzte Vorratsstation. Goma im 'Saltoro-Tal, verlassen lzai, muß er seine Schar von La,t- kulis ia sogar seine Viehherde, und das Holz für das Lagerfeucr mit 'sich ncbmcn. gegen 10 Kilometer über die schwierigsten Kleticher steigen, den eisigen Maohond-Paß in 18 400 Fuß Höbe überschreiten und dam, aus einem seiner langen westlichen Abflüße nach dem Roien-Gletfcher hinab kommen, der etwa 16 000 tiuß doch ist und eine Ausdehnung »on 35 Kilometern hat Als Mrs. Workman Ende Mai von Kaschmir zu dieser Ervedition aut- bmcv wurde sie non ihrem Mrann. der als Pboiagravd und lGIcrschersorscher der Expedrtron angchörre, und crne» von der indischen Regierung gestellten Tovogravhen begleitet. Außerdem stand ihr als Hauptstütze der ausgezeichnete Bergführer Cvvrien Savoifc zur Seite, mit dem noch zwei andere iiatienifche Führer und zwei Träger gekommen Ivare». Mit der Schar der die Lasten tragenden Kulis batte nian wieder sehr viel Ungelcgenhcitcn: doch nachdem sie noch i» den letzten Dörfern von Baltistan mit zaube. rischen sog. Tawiz-Amulcttcn versehen worden waren, konnte »m 4. Juli der Ausstieg beginnen, der zunächst über höchst gefährliche, und schwierig zu nehmende Eishügel nach den! Balivhoud-Gletscher hiuaufführte. Kurz vor der Höhe dieses Gletschers, den die Ein- geborncn wegen der merkwürdigen 'Abzweigung der Zuflüsse vom Mittelpunkt den „Schmetterling-Gletscher" nennen, überraschte sie ein furchtbarer Schnccsturm, sodaß sie drei Tage lang bei entsetzlicher Kälte warten mußten. Dann trat plötzlich vrächriges Wetter ein, und nmi wurden die Führer Savone und Ren vorangeschickt, um den Abstieg zum Bilaphond-Past zu untersuchen. Mrs. Workman machte unterdessen mit ihrem treuesten Träger Cheiwz Photographien in der interessanten Glctfchcrwelt. Die beiden glaubten sich ganz sicher: desto größer war das Entsetzen der Bergsteiaeri», als Chenoz plötzlich lautlos vor ihr in einem liefen Abgrund verschwand. Sie konnte ihm nicht Helsen, da er das eine Seil bei sich trug, und das andere die beiden Führer mitgenommen hatten. Sie mußten erst herbcigkholt werden und so blieb Chenoz fast zwei Stunden lang in dem treten eisigen Grab, bevor Hilfe kommen konnte. In Verzweiflung stand Mrs. Workman mit den Kulis an de» Abgrund: endlich kamen die Führer, und Reh ließ sich am Seil herab. Nach zehn Minuten hatte er Chenoz gesunden und brachte ihn heraul, aber Rettung war nicht mehr möglich, und der Träger starb. In tiefer Trauer begrub ,na„ ihn bei dem düstern Lager von Ali Bransa, wo sie nun zwei Tage blieben: dann ging die Wanderung weiter, zunächst über ein 19 000 Fuß hohes Schneevlofcau, und dann zweitausend Fuß. herab iinter den schlechtesten Schnccoerhältnisscn, wobei die Steigung nie weniger als 60 Grad betrug. Endlich war man auf der Höhe von 21 000 Fuß, die den Roscn-Gletscher bekrönt. Im dieser gigantischen Welt voii Riescngipseln, deren eilige Häupter. 26 000 bis 27 000 Fuß emvorstelgen, bot der Roscn-Gletscher einen grandiosen Anblick mit seinen ungeheuren wilden Eisströmen, die sich in unabsehbarer Ferne in das Gebirgschaos verloren. MrS. Work- man nannte diesen Gipfel über dem Gletscher, den sie als Erste erklommen, die „Zauber- oder Tawiz-Svi tzc". Gefahrvoll Ivar der Abstieg von dem eisumvan^rien Kegel in diesem Tausende von Kilometern weiten Schnee- und Eisreich der Berge und Gletscher. Nachdem sie die Höhe des Gletschers von 16ÖOO Fuß erreicht hatte, unternahm nun Mrs. Workman inu ihren Begleitern die schwierige Arbeit, ihn in ferner ganzen Länge von Zö Kilometern hcrabzustergen und genau zu untersuchen. Besonders wichtig für die Eriorschung war der ober« Teil, von dem aus die ganze Gcbirgsgruvpc geographisch ausgenommen und drei Wochen lang iür die eingehenden Untersuchungen ein Lager aufgcschtagen wurde. Auch hier wurden die Reisenden durch Schnecstürme arg belästigt: bei gutem Wetter jedoch gingen sic von hier aus an neue Eroberungen. Dabei entdeckte Mrs. Workman noch ein 6 Quadratkilometer großes i-chneeplateau von 2l000 Fuß Höhe mit zwei Spitzen, die sic das Silberlbron-Plateau und die Silberthron-Svitzen nannte. Bon diesem Plateau aus lokalisierte und vhotogravhierte sie eine Berggruvpc von über 26 000 Fuß Höhe, die iie »ach König Georg V. benannte, während iie einem der Gipset den Namen Kö- »igiir-Marv-Spitze und einem andern Hardinge-Lpitzc gab. Auch einen unbekannten Gletscher, den KonduS, entdeckte sie. — TasFricdmannscheTubcrkuloscheilmittek. Tic „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die lebhaften Erörterungen in den medizinischen Fachblättcrn und in der Tagcs- vresse über das Friedmannsckfc Tubcrkuloschcilmittel beschäftigten die Medizinalvcrwaltung schon längere Zeit und gaben Anlaß, die, fabrikmäßige Herstellung des Mittels zu prüfen und Aeußerungcn hervorragender Aerzte aus verschiedenen Teilen des Staates über ihre Erfahrungen mit der Anwendung cinzuhole». lieber das Ergebnis der Ermittelungen fand neuerdings eine Besprechung im Ministerium des Innern unter Zuziehung klinischer, pathologischrr und bakteriologischer Sachverständiger statt. Es rrgab sich eine llcbcreinstimmung der Meinungen dabin, daß von einor ausgesprochenen Heilwirkung des Mittels in Fällen von Lungen- wie sonstiger Tuberkulose nicht q^e s p r o ch c n werden könne. 'Aichcrerseits wurden sogar direkte Schädigungen nach Anwendung des Mittels scstgestellt. die teilweise aus dieses selbst geschoben werden müssen und sich teilweise daraus erklären, daß cs bisweilen niit fremden Bakterie» verunreinigt in den Verkehr gebracht wird. Tic Erfahrungen vcranlaßten eine Reibe angesehener Kliniker von der Verwendung des Fried- mamischcn Mittels überhauvt abzusehcn. Von eincni Verbot der Anwendung des Mittels muß Abstand genommen werden, weil dem deutschen Rechte die Beschränkung des Arztes in der Wahl dev Behandlungsverfahren fremd ist. Es muß der gewissenhasten Prüfung des einzelnen Arztes überlassen bleiben, ob und in welchen Fällen er das Mittel noch weiterhin anwcndcn kann. Die Maßnahmen, die von der Medizinalvcrwaltung ergriffen und »och in Aussicht genommen werden, um zu verhüten, daß das Mittel in verunreinigtem Zustand in den Verkehr gelangt, fanden die Zustimmung der Versammlung. jjfa frqcb qi furütIst, sein An- leben in Albamen zu festigen, Italien bat alles Inter- e I ft daran, daß di c Herrschaft des Fürsten b c - lenig, werde und daß er die schwere, ihm von Europa an- vertraute Ausgabe lösen könne, die albanesischen Stämme allmählich »u einem organischen Staaiswcien zu verschmelzen. Jede andere Lösung der albanischen Frage bietet in der Tat viele ungewisse Tunkte und eine Reihe von vielleicht unüberstcigbarcn Hindernissen, Ter volltische Sinn der Italiener ist naturgemäß dem Hgsardsvielen abgeneigt. Sieg einer mexikanischen Kanonenbootes? Washington, 17, Juni. Es wird bckanntgcgcben, daß das Kanonenboot „G u c r r c r o" der mexikanischen Regierung das Kanonenboot „Tampico" der Konstitu- t i ona listen in der Nähe von Mazatlan besiegt hat. Rach einem Bericht des Kontreadmirals Howard haben der Kapitän und der e r st c M a s ch i n i st d e s „T a m v i c o" Selbstmord begangen, Mexiko, 18, Juni, Ter Kongreß ist vertagt worden. Man erwartet, daß Huerta ihn für Tonncrstag oder Freitag zu einer außerordentlichen Session cinberuft. Aus ßcficn. Ersatzwahl im Landiagswahlkreis Alzcy-Gau-Ldernheim, Alzen, 18, Juni, Bei der heute erfolgten Ersatzwahl im Landtagswahlkreisc Alzen-Gau-Ldernheim, die durch die MandatSnicdcrlegung des bisherigen Abgeordneten Dicht erforderlich wurde, erhielten I ust i z r a t C a l ni a n (Natl,) 2522 Stimmen, Knell lF, Vp) 1817 und Lückcl (Soz.) 346 Stimmen. Aus einigen Orten steht das Ergebnis noch aus, doch dürste dies an dem Ergebnis nichts ändern. Reich. Der Ausschuß des Preußischen Abgeordnetenhauses für das Kommunalabgabengesetz nahm bei 8 38 (Veranlagung von Personen mit weniger als 900 Mk, Einkommen) einen Zcntrumsantrag an, der eine Ausdehnung des Kinderprivilegs auch bei der Gemcindebestcucrung dieser Zen- siten vorsieht, D c r B u n d c § r a t hat einem Anträge dcsGroßhcrzog- tums Sachsen zugcstimmt betressend die Prägung von Trei- marckstücken in Form von D e n k m ü II z e n aus Anlaß der im Jahre 1915 bevorstehenden Jahrhundertfeier der Annahme der Großherzogswürdc und des Bestehens des Großherzogtums, — Beschluß wurde ferner gefaßt über die Vorlage betreffend die Acnde- rung der Ausführungsbestimmungen zum Erbfchaftsstcucrgcsetz, über die Vorlage betreffend die Befreiung von 16 eingetragenen Genossenschaften des Regierungsbezirks Posen vom Geicllschasts- stempel, über die Vorlage bctrcsscnü die Aenderung der Salzabgaben und der Befreiungsordnung, über die Aenderungen der Aus- führungsbcstimmungen zu dem Gesetze betreffend die Schlacht-, Vieh- und Fleifikcheschau vom 3, Juni 1900, über die Vorlage betreffend die Bestimmungen über die Fachausschüsse für die Hausarbeit, über die Vorlage betreffend die Weitersührung der Post- damvfcrvcrbindung mit Australien, über den Entwurf eines Gesetzes wegen Aenderung der Zivilprozeßordnung und über die Vorlage betreffend die Versetzung von Orlen in eine andere Ortsklasse des Wohnungsgeldzuschuß-Tarifs, Die Betriebseinnahmen der vreußisch-hcsli- schen Staalscisenbahnen betrugen im Monat Mar gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 6^2 Milionen Mark, gleich 8,90 v, tz, weniger, im Güterverkehr k,6 Millionen Mark gleich 4.23 v, H, mehr, insgesamt unter Berücksichtigung der Mindereinnahmen aus sonstigen Quellen 2,0 Millionen Mark gleich 0,93 v, tz, weniger, Tie Zahl der Werktage war in den beiden Jahren gleich. Der Mar des laufenden Jahres hatte einen Sonntag mehr infolge der veränderten Lage des Pfingstfestes, aber einen Feiertag weniger als im Vorjahre, Trc Beisetzung des Großhcrzogs von Mecklen- burg-Strelitz saich am Tonncrstag mittag mit großem Gepränge in dem Erbbegräbnis in M i r o w statt, Ter regierende Großherzog gab deni Leichenwagen, der von acht Pferden von Neustrelitz wach Mirow gezogen wurde, zu Pferde das Geleite, Auslanv. Die Wcttcrkatastrovhe in der französischen Kammer, Der konservative Abgeordnete Binder meldete eine Anfrage an über die infolge des jüngsten Unwetters in Paris vor- gckommcnen Unglückssällc und verlangte, daß die Erörterung darüber sobald als möglich stattiinden solle, Ter Minister der öffentlichen Arbeiten Renault crftärtc, daß er die Kammer in der nächsten Woche über die Ergebnisse der eingeleitetcn Untersuchung untcrriuften u>erdc und schlug vor, die Angelegenheit Freitag, den 26, d, M, zu erörtern, Ter Lecinlgtc Sozialist L a u g h c behauptete, daß die )Erdsenkungen hauptsächlich auf die schle überhasten Arbeiten de rBauunter nehmer zurückzuführen seien und verlangte, daß in die von dem Minister der öfsentlichcn Arbeiten eingesetzten Unterinndikats entsandt würden, Ta der Minister der öffentlichen Arbeiten diese Forderung unbeantwortet ließ, erhoben die Sozialisten einen furchtbaren Lärm, so daß der Kammerpräsident Teschancl sich schließlich ge- nötigt sah, die Sitzung zu unterbrechen. Der mißglückte Versuch eines Anschlages aus den Zaren, Tie „B, Z, a, M," meldet aus St. Petersburg:, Kurz nachdem die beiden Sonderzüge mit der kaiserlichen Familie und dem Gefolge aus dem Wege von Kischinew nach St, Petersburg die Station Kosatin verlassen hatten, wurde von dort ein gewöhnlicher Postzug abgelasscn. Unweit der Statton Tfchudnow erfolgte eine gewaltige Explosion, Tie Lokomotive wurde umgeworfen, mehrereWagen entgleisten und eine Anzahl Passagiere schwerverletzt, Tic Ergebnisse der Untersuchung loerden streng geheim gehalten, doch unterliegt es keinem Zweifel, daß es sich um einen Anschlag aut den Zarenzug gehandelt Hai, der nur durch die verspätete Er- vloi'ion der auf die Schienen gelegten Sprengkörper unbeschädigt davon gekommen ist. Die rumänische Thronrede, Tic Session der rumänischen Konstituierenden Versammlung wurde am Tonncrstag mittag vom König mit einer Thronrede eröffnet, die besagt: „Ich bade die Uebcrzcuguug, daß Sic das große Werk der Reoision der Verfassung, das die Grundlagen des Staates zur Sicherung einer langen Periode friedlicher und gesunder Entwicklung befestigen soil, zu einem gedeihlichen Ende führen und daß Sie cs in der .tzerbstsessian vollenden werden, indem Sic die berechtigten Interessen im Geiste der sozialen Harmonie zu einem Ausgleich dringen. In dem Augenblick, da Sic an ein Werk von so großer Bedeutung gehen, habe ich die ganz besondere Befriedigung, scst- stellen zu können, daß sich die guten Beziehungen zu allen Staalcn im Interesse des Friedens noch mehr befestigen, Getreu diesem ständigen Ziel unserer Politik tverden wir über die Erhaltung des Gleichgewichts aut der Balkan. Halbinsel wachen, zu welchem wir im vergangenen Sommer so mächtig bcigctragen baben. Wir werden unsere Bcmübungen mit den Bemühungen aller derer vereinigen, welche für die Befestigung des europäischen Friedens kämpfen, Ter Besuch, welchen der Kaiser von Rußland mit seiner Familie uns in Konstanza abstaticte, ist, abgesehen von der innigen Genugtuung, mit welcher mich die mir stets vom Kaiser von Rußland so warm bekundete versönliche Zuneigung erfüllt, auch ein Beweis der hohen Stellung, welche Rumänien durch seine kluge Politik sind durch den mächtigen Aufschwung aller Kräfte des Königreichs in Eurova erworben hat. Der Besuch .ist gleichzeitig für Rumänien ein Bewais des Wertes, welchen das mächtige russische Reich unseren Bemühungen für Heu Frieden beimißt, sowie eure neue Seile der ruhmvollen Waffenbrüderschaft des Jahres 1877, und der immer freundschaftlicheren Beziehungen, die zwischen beiden Ländern bestehen," Ter König wurde im Parlament mit besonders herzlichen Kundgebungen begrüßt. Die Thronrede wurde wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen Auf der Fahrt brachte die zahlreiche Mcuschenmeuge dem König lebhafte Ovationen dar. Eine Note der Türkei an bis Großmächte, die am Mittwoch abend den Botschaftern in Konstantinopcl übermittelte Note, die vom Großwcsir unterzeichnet ist, sagt im wesentlichen: Die den Mächten von Griechenland angezeiglcn angeblichen Vorkommnisse entsprächen nichl der Wahrheit. Die Pforte gebe zu, daß Unzuträglichkeiten vorgekommen seien infolge des Aufstandes, daß Tausende, die aus Anatolien auswandern mußten, in Gebiete, die von den Balkanstaaten besetzt waren, eingewandert seien, — Die Pforte hat ihre Botschaster beauftragt, den Kabinetten eine Note zu überreichen, in der dargclegt wird, daß die griechische Regierung durch die U e b e r t r e i b u n g der Nachrichten über die Auswanderung der Griechen die öffentliche Meinung ausrege, während die türkische Regierung alles mögliche tue, um die Auswanderungsbewegung cinzudäm- men. Wenn die Mächte es wünschten, könnten sie in privater Form zum Minister des Innern Talaat Bei Vertreter entsenden, um die Lage sestzustellen. Deutsche Tlolottien. Telearaphcnverbindung zwischen Süd» westafrika und Togo, Wie aus Windhuk gemeldet wird, ist die Telcfunkcnverbindung zwischen S ü d w e st - a f r i k a und Togo hergestellt und wird nach erfolgter Abnahmeprüfung in den öffentlichen Dienst eingestellt. Es gelingt bereits jetzt, Telefunkcn-Tepeschen von Südwest über Togo nach Nauen bei Berlin zu senden, wobei 8200 Kilometer drahtlos überbrückt werden. Diese Entfernung entspricht der von Deutschland nach Siam, Kreislehreroersammlling. Gießen, 18, Juni. Sämtliche Lehrerinnen Und Lehrer des Kreises und der Stadt Gießen hatten heute auf der Liebigshöhe eine amtliche Lchrcr- veriammtung unter dem Vorsitze des Provinzialdirektors Tr, Usrnger, Von der Kreisschulbehörde hatten sich ferner cin- gesunden, Kreisschulinspektor Professor Tr, Alles mid Kirchen- rat Pfarrer S t r a ck-Leihgestern, Provinzialdirektor Tr, II fing er begrüßte die Lehrer und dankte für die tatkräftige Unterstützung, die sie im, Verein mit Geistlichen und Bürgermeistern der Roten Kreuz-Sammlung erwiesen hätten, Krcis- schulinspektvr Prof, Tr, Alles macht einige geschäftliche Mitteilungen über die Tierschutzvcrcine und BcsuchderGewcrbe- a u s st e l l u n g, bei gemeinsamem Besuche sollen die Korten zu bedeutend ermäßigtem Preis <50 Pfg, die Person) überlassen werden Bei der Kürze der Zeit wurde iür heute von dem gemein- samen Besuche abgefchen, Tagegen meldeten sich auf Anlrage des Lehrers Val, Müller zahlreiche Lehrer für einen noch zu bestimmenden Nachmittag zur gemeinsamen Besichtigung der 'Ausstellung, Lehrer V, Müller hatte zwecks Zusammenstellung einer tzetmatkunde für den Kreis Gießen an die Lehrer Fragebogen hinausgesandt. Er dankt für die Fülle de§ eingc- gangenen Materials, das er bearbeitet hat, und bittet noch um einige kulturgeschichtliche Mitteilungen, z, B, über Sitten, Trachten. und Gebräuche, Darauf folgten zwei Borträge, Privatdozent Tr, K o s f k a sprach über „.Gedächtnis und Denken", Lehrer Li n d c n st ru t h-Gießen über „Der freie Aussatz in der Schule", Beide Redner ernteten lebhaften Beifall, Darnach fand ein gemeinsames Mittagessen statt. Die Lehrer des Bczirksoercins Grünberg trugen unter Leitung des Lehrers Roth mehrere schöne Mannerchöre vor, wofür sich die Versammlung sehr dankbar zeigte. Ans Stadt nnS LanS. Gießen, 19. Juni 1914. ** Tagcskalendcr Wir Freitag, den 19. Juni: Alldeutscher Verband: Vortrag: Zur rufsijchsn Frage. Abends Uhr, G e w e r b s - A it S st e l l u n g : Konzert der RegimentskapeNe. Anlagemusik nachm, S^llhr lnur bei gutem Wetter), ** Provinzialausschuß sitzungen, Tagesordnung für Samstag, den 20. d, Mts. vormittags 3 jO Uhr: 1. Gesuch der Johannes Kirzinger Ehefrau zu Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschast im Hause Seltersweg 75, 2, Klage des Hermann Reitz in Butzbach gegen Großh, Kreisamt Fricdberg wegen Aufhebung eines Polizeibefehls, 3, Klage des Viehhändlers EliaS Hofmann in Fricdberg gegen den Gr, Bürgcrnteister zu Friedberg wegen Aushebung eines Polizeibefehls, 4, Klage des Ortsarmenverbands Friedberg gegen den Ortsarmenvcrband Echzell wegen Unterstützung des A, Kaufmann, — Tagesordnung für Samstag, den 4, Juli l, Js„ vormittags! 3' t 9 Uhr: 1. Klage der Firma Göbcl u, Appel zu Gießen gegen Gr, Polizeiamt Gießen wegen Versagung der Erlaubnis zum gewerbsmäßigen Betrieb von Autodroschkcn, 2, Gesuch des Otto Wenzel in Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschast in dem Hause Brandgasse 4, 3, Antrag der Gemeinde Steinfurth aus 'Ablösung der der Gesamtfamilie Löw von und zu Steinsurtb ohliegendcn Verpflichtung zur Anschaffung und Unterhaltung des Fasclviehs dieser Gemeinde, ** Gewerbe-Ausstellung Gießen 1914. Für Montag, den 22, Juni, ist ein billiger Tag angesetzt, fürs den das Eintrittsgeld aus 40 Pfg, bemessen wurde, — Tic Frist zur Einreichung des Fragebogens für das Preisgericht laust endgültig am 25, Juni ab, — Die Besuche von nah und fern, Schulen und jeglicher Art von Vereinen zeigenj ihr Interesse für die Leistungen des heimatlichen Gewerbe- sleißes, — In der Abteilung'Wohnungseinrichtungen haben inzwischen auch angemessene Verkäufe stattgefunden, ** Sehenswürdigkcitcn von Gießen, Es ist vielfach der Wunsch ausgesprochen worden, den Besuchern der 'Ausstellung Gelegenheit zu geben, auch wochentags die reichet: Schätze unserer Museen kennen zu lernen. Die Museumsleitung will diesem Wunsche gerne entsprechen. Das Lbcrhessische Museum und daS Bölkermuseum können bis auf weiteres Mittwochs und Samstags von 3 bis 5 Ubr gegen ein Eintrittsgeld von 20 Pfg, für die Person besichtigt werden. Der Erlös ist zu wohltätigen Zwecken bestimmt, Falls von Vereinen usw, eine Besichtigung an anderen Wochentagen gewünscht wird, so wird um vorherige Anmeldung gebeten, ** Das zweite Abonncmentskonzcrt der St- gimcntskapcllc hatte sich trotz des nicht besonders günstigen Wetters eines recht guten Besuches zu erfreuen, Herr Obermusik» Meister L ö b e r hatte wiederum einen abwcchslungsreicheit und vielsertigen SpielÄmi zusammengestellt, der sehr viel Anklang fand und der Kapelle starken Beifall cintrug. Der erste Teil des Llbeitds war Richard Wagner gewidmet und brachte außer dem ausgezeichnet wirdergrgebencn Vorspiel zuui Fliegenden Holländer den 'Abschied Wotans sowie Stücke aus Cola Ricnzi und Meister.- inger, die sehr freudig ausgenommen wurden. Den zweiten Teil >cs Adends^bestritt I, Strauß, der vor allem mit seinen Rosen aus dem Süden und dem hervorragend gespielten Vorspiel zur Fledermaus glänzte. Der mft seiner Parade der Zinnsoldaten in den weitesten Kreisen rasch bekannt gewordene Jessel war durch einige sehr hübsche Ehtrafterstucke vertreten, van denen namentlich die Nacht im Svietwarenlagcr ganz reizend war und oicl Anerkennung fand, Herr Obermusikmeister Läbcr mußte sich zu einigen Zugaben entschließen, ** Engel in dcr Kunst. Zu den am Samstag, den! 20. Juni, und Sonntag, den 21, Juni, im Sladtlheater statt- sindcnden Wohltätigkeitsvorstellungen „Engel in der Kunst" wird uns mitgeteilt, daß die Preise für Speisen und Getränke während der Busfetpause derart gehalten seien, daß jedermann sein Scherslcin für den guten Zweck beitragen könne. Die Orchesterplätze sind auch verkäuflichst ** 'Aus dem Bureau des StadttheatcrS, Am kommenden Dienstag wird ein erstklassiges Ensemble Wiener Künstler gastieren, das einen „Wiener Lustspielabend" mit Äabaret geben wird, der z, B, in Wiesbaden großen Beifall gesunden hat. Es sei schon heute auf diesen interessanten Abend hingcwiescn, der in den beiden Schwänken „Lord Spleen" und „Das Bett Napoleons": zwei komische Schlager ersten Ranges bringt. Näheres ist aus den Theaterzetteln ersichtlich, — 'Am übernächsten Dienstag, den 30, Juni, findet wieder ein Gastspiel dev Nauheimcr Operette statt und zwar gelangt die reizend« neue Operette „Ter lachende Ehemann" von Eyßler zur Ausführung, ^ ** D ie Freilicht-Bühn e geht allmählich ihrer Fertigstellung entgegen. Nach übereinstimmendem Urteil aller Besucher, die sich täglich an Ort und Stelle in großer Anzahl cinsinden, ein Meisterwerk des Erbauers, des Herrn Bautechnikers Köhler, Nach seiner Vollendung wird der Platz eine beachtenswerte Sehenswürdigkeit darstellen, Beß der Herstellung sind die Erfahrungen des Herrn Ober-Regisseurs und Dramaturgen Ä, Dworkowski, der die meisten deutschen Waldbühnen kennt, in glücklicher Weise verwertet worden, so daß die unserige eine Anlage werden dürste, dis ihresgleichen im Jnlande kaum wiederfindet, Bon einem Freunde der Freilicht-Bühne wird eine Untcrtrethalle (Zeltdach- in unmittelbarer Nähe des Zuschauerraums in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt werden. In der Chal- lierschen Musikalienhandlung sind die Eintrittskarten im Vorverkauf und die im Preise wesentlich ermäßigten, und zudem übertragbaren Scchserkarten erhältlich, ** Der Lchrkursus für Installateure der elektrischen Branche, der in der Gewerbeschule seit drei Monaten abgehaltcn wurde, ist gestern beendet worden. Daran teilgenommen haben 18 Spengler- und Schmiedemeister, darunter 16 nicht Gießener Handwerker, Wenn überhaupt ei« Bedürfnis für einen zweiten derartigen Kursus vorliegt, sollte man denselben im Winterhalbjahr abhalten, da in dieser Zeit die auswärtigen .Handwerker eher Zeit haben, um dreimal in der Woche nach Gießen zu kommen, ** Krankenversicherung, lieber die Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen des neuen Krankenversichc- rungsgesetzes besteht in den beteiligten Kreisen noch sehr viel Unklarheit, Besonders die Frage, wann vorüber- gehe ndcDien st lei st ungen nichtvers icherungs- V f l i ch t i g sind, ist von besonderer Wichtigkeit, Vorüber- gehendeDienstleistungen bleiben nach einer Bestimmung des Bundesrates u, a, versicherungs f r e i, wenn sie von Personen, die überhaupt keine berufsmäßige Lohnarbeit verrichten, nur gelegentlich, insbesondere zur gelegentlichen Ausbisse, ausgesührt werden und auf weniger als eine Woche entweder nach der Natur der Sache beschränkt zu sein pflegen oder im voraus durch den Arbcitsverlrag beschränkt sind. Ebenso sind vorübergehende Dienstleistungen versicherungs- frei, wenn sic von Personen ausgesührt'werden, die wohl berufsmäßig Lohnarbeit verrichten, ivährend vorübergehender Arbeitslosigkeit aber nur gelegentlich, insbesondere zur gelegentlichen Aushilfe, ausgesührt werden und sofern die Arbeiten aus höchstens drei Arbeitstage entweder nach der Natur der Sache beschränkt zu sein pflegen oder im voraus, durch einen Arbcitsverlrag beschränkt sind. Auch sind solche Arbeiten versichernngssre^die zwar in regelmäßiger Widerkehr, aber nur ncbcnher^nid gegen geringfügiges Entgelt von Personen ausgeführt werden, die sonst keine berufsmäßige Lohnarbeit verrichten. Als geringfügig gilt ein Entgelt, wenn er für den Lebensunterhalt während des Zeitraums, innerhalb dessen die Beschäftigung in regelmäßiger Wiederkehr ausgeübt wird, n i ch t w e s e n t l i ch ist. Als Entgelt kommt bei der Krankenversicherung nicht nur bare Vergütung, sondern auch Naturalbezüge (Kost, Wohnung, Kleidung usw,) in Betracht, ** Ihre silberne Hochzeit feiern morgen Herr Steuer- aufsefier Wilhelm Fischer und Frau, ** Ein seltener Fall, Daß ein Dorf seit langen Jahrzehnten feilt einziges Fest gefeiert hat und daß dort erst vor kurzem der erste Verein seine Zelte ausschlug, verdient im Zeitalter der Feste und der Bercinsineicrei besonders vermerkt zu werden. Der kleine Ort Fürfu rt bei Weilburg war bislang so „rückständig". Jetzt hat er aber das Versäumte nachtz)eholt uild ist damit in die Reihe der „Kulturgeineinden" eingerückt, 2lls wichtigstes Kulturbedürs- nis wurde ein Kegelklub mit dem Nchmen „Fortuna" gegründet, der jetzt seine Bannerweihe feierte und damit dem Orte nach langen Jahrzehnten wieder ein Fest brachte, ** II in Verwechselungen vorzubeugen teilen wir aus Wunsch mit, daß cs sich bei dem dieser Tage mit einem Vergleich beendeten Prozeß des Architekten M, nicht um den Architekten Meper handelte, sondern um den Architekten Dipl,-Jng, P, Müller, * v Giiterrcchtsrcgister, Karl Alwin Ludwig Benndorf und dessen Ehefrau Martha Wfttzelmine geh. Schopper zu Bad Salzhausen haben durch Vertrag vom 6, Mai 1911 vor Königlichem Amtsgericht Kötzschenbroda die Verwaltung und Nutznießung des Mannes an dem Vermögen der Frau ausgeschlossen, Adolf Kunz Molker in Winnerod und dessen Ehefrau Anna ged, Rcdmann haben durch notariellen Vertrag vom 15, Mai 1911 Gütertrennung vereinbart, ,Dcr Schuhwarcuhändler Leopold Strauß und Ehefrau Thekla geh, Sommer, beide zu Sprendlingen, haben Gütertrennung vereinbart. Der Kaufmann Vhilivv Gärtner und dessen Ehefrau Elisabelhc geb. Zulaus zu Rod- heim v, d, H, haben durch Vertrag vom 18, Mai 1914 unter Aufhebung ihres icilhcrigcu Gütersiandes Errupg.-nschaftsgemeiu- scktast vereinbart, Ter Land- und Gastwirt Konrad Becker und dessen Ehefrau Katharine geh. Mest zu Gleintenham haben durcki Ehevertrag vom 25, Mai 1914 die Errungcnschastsgemciw'chaft des Bürgerlichen Gesetzbuchs vereinbart, " Konknrse in Hessen, lieber das V-ruiögen des Kau!- mannes Adolt Sund in Worms-Neuhanfen wurde ain 16. Juni das Konkursversahren eröffnet. Der Bureatworsteher Jean S cd vier in Worms wurde zum Konkursverwalter ernannt. Kon- kurslorderungen sind bis zum 20. Juli 1914 bei dein Gerichte an- zumeldeu, Kreis Büdingen, A Nidda, 18. Juni Unterm Apfelbaum vvm Blitz getroffen und schwer verletzt wurden der Landwirt I, Weidmann und seine Frau, 8 Echzell, 18, Juni, Der 12jährige Sohn des Direktors A, vom benachbarten „Römerbrunuen" fuhr im Walde an einer abschüssigen Stelle auf einem Fahrradc wider einen Baum und blieb bewußtlos liegen. Der Arzt stellte emc schwere G.e,h irnerschütterung fest. — Bon etnent-Soeu* loagen fiel der hiesige Landwirt £?., wurde überfahren und erlitt einen Beinbruch. 8 Calbach, 18. Juni. Der seitherige Bürger- rneisterRaab wurde mit 65 Stimmen wiedergewählt. Der Gegner, Adolf Crispens, erhielt 23 Stimmen. Kreis Alsfeld. "A Alsfeld, 18. Juni. In Grebenau ist das Söhn- chen des Landwirts Jakob in der durch den Regen gefüllten Mistgrub« ertrunken. h. © t o 6 - 5e1 b a, 19. Juni. Im Saufe des Monats Juli wird in, Anschluß an die Jahresverlammlung daS bvjährige Jubiläum des hiesige» Spar- und Vorschubvereins, Gel. m. b. ö., festlich begangen. Mit dem goldenen Jubiläum des Vereins fällt auch dai bvjährige Jubiläum seines Rechners und eigentlichen Gründers, des SelirerS i. P. 2 ch irr i r nr u n d, zu- lammen. In büjähriger unermüdlicher Tätigkeit hat er, getragen von derir Vertrauen des ganzen Bezirks, deiii Verein eine achtung- gebietende Stellung unler de» ländlichen Sparkassen Oberhessens verichasst. Zurzeit verwaltet die Kasse Über 1"/, Million Mark Spareinlagen aus 57 Ortschaften der »äbereii und weiteren Um- gebinig. Für die Sicherheit dieser Einlagei, haftet autzer de» Geschästsanteileli der 86 Mitglieder der Kasse ein Reservesonds von 8100g Mark. Dank der ebenso geschickten wie vorsichtigen Verwaltung blieb der Nereli, ivährend eines ögjäbrige», lebt,asten Gesebältsbetriebes von Verlusten inst gänzlich verschont. Sie betragen i» dem lange» Zeitraum im ganzei, noch nicht 600 Mark. Obivohl der Verein erhebliche Slenerlaskeii si'ir Staat und Gemeinde zu tragen hat, war es ihn, doch inöglich, alljährlich kleinere oder gröbere Beträge siir geineinnützige iiiid wohllättge Zivecke auszugeben. Kreis Lautcrbach. (id L a u t e r b ach , 18. Juni. Wenn das Unwetter am Dienstag auch schlimm gehaust hat, so ist der Schaden aus den Feldern und in den Gärten der Stadl und der Umgegend dach nicht so groß, als zuerst zu befürchten war. Gegenwärtig beginnt, da seit heute günstige Witterung herrscht, das Setzen der Pflanzen, mit denen nran sehr im Rückstand war. Auch die Heuernte kann jetzt langsam ihren Anfang nehmen. (id) Engelrod, 18. Juni. Pfarrer Grauling verläßt nunmehr unsere Gemeinde, da ihm die zweite Psarr- stelle in seiner Heimat Grünberg übertragen worden ist. Obwohl ihm die Gemeinde seine Beförderung gönnt, so ist bei der Beliebtheit des Pfarrers, der bald zehn Jahre auf der hiesigen sehr entlegenen Stelle war, das Bedauern über sein Scheiden in dem ganzen Kirchspiel allgemein. ^ Ober-Moos, 18. Juni. Die hiesige Gemeindc- jagd wurde zu einem jährlichen Pachtpreisc 'von 500 Mk. an die Freiherren Ricdesel zu Eisenbach auf 7 Jahre freihändig vergeben. Der seitherige Pächter, Max Gehria von Frankfurt, zahlte einen Pachtpreis von 480 Mk. jährlich. — Trotzdem der Bogclsberg und besonders die hiesige Gegend sehr wasserreich ist und in unmittelbarer Rahe drei große Teiche vorhanden sind, mangelt es in der hiesigen Gemeinde an Trintwasscr, und schon einige Jahre ist man auf der Suche nach Quellen zu einer Wasserleitung. Die Schürfungen hatten aber immer ein negatives Ergebnis. Der Ort liegt ziemlich hoch, so daß Höhcnucllen fink ein Reservoir ohne Pumpstation, dessen Kosten man vermeiden ivill, nicht gefunden werden können. Die Schürfungen sind neuerdings nneder in Angriff genommen und man erhofft diesmal ein günstiges Ergebnis. Die stete Blitz- gesabr in der hiesigen Gegend, der auch unsere Kirche, mit drei Wohnhäusern und Scheuern vor 4 Jahren zum Opfer fiel, hat daS Bedürfnis für ausreichendes Löschwasser ebenfalls sehr fühlbar gemacht. Kreis Schotte». = Burkhards, 18. Juni. Rach einer Feuerwchr- bcsichtigung, die dieser Tage stattfand, wurde nach einem Vorträge des Kreisamtmannes Schäfer-Schotten die Umwandlung der Pslichtfenerwehr in eine freiwillige Wehr beschlossen. Die Uniformen für Spritzen- und Hvdrantenmann- schast schafft die Gemeinde an, die einen Zuschuß aus der Landesbrandkossc erhält, während die übrige Mannschaft die noch fehlenden Uniform,sKcke sich selbst beschafft. Hessen-Nassau, d. Biedenkopf, 18. Juni. Zu dem alle sieben Jahre geleierte» und durch leine Eigenart weithin bekannten G r e n z g a n g- i e ft, das diesmal vom 13. bis lö Augnst slattsinbet, beginnen eben bie Zusammenschlüsse her Bewohner. Die Burschen bilden Bnrjchenlchasten, die nach den einzelnen Gasthäusern benaiuu werden; der Zusammenschlnb der Mämiergeiellichasten eriotgt nach den Straßen, Jede Gesellichait wäl>It unter sich einen Führer, der beim Grenzbegang siihrt. DaS älteste Protokoll finden wir ausgezeichnet vorn Grenzganq 1693. ä. Dillenbnrg, IS. Juni. Infolge einer notwendige» Unterführung unter der fünfgleisige» Slaotsbah» verschwindet auch der letzte Rest der uralten Totenktrchc aus deur alten Friedhase. Die hochzeitsseierlichfeiten aus Schloß Arnsburg. A r n s b u r a, 18. Juni. Heute am 18. Juni hatte Schloß Arnsburg und sein weit ausgedehnter Schloßbczirk ein reiches Fcstgcwand angelegt, in Tannengrün prangten die Gebäude und von den Zinnen wehten Fahnen in solmsschen und hessischen Farben. Der Fcstschmuck galt der Vermählung der Gräfin Luitgarde zu Solms-Laubach (geboren 1873) mit dem Leiter unserer auswärtigen Politik, dem im 51, Lebensjahr fftehenden Staatssekretär Gottlieb v, Jagow. Gräfin Luitgarde ist eine Tochter des im Jahre 1900 verstorbenen bekannten Grafen Friedrich zu Solms-Laubach, des eifrigen Förderers der Landwirtsckiast und Gründers des Gymnasiums zu Laubach, und der verstorbenen Gräfin Marianne, einer geborenen Gräfin zu Stolbcrg-Wernige- rode. Die Braut ist somit eine Urenkelin des 1822 verstorbenen Grafen Friedrich zu Solnis-Laubach, der eine bedeutende politische Rolle besonders aus dem Kongresse zu Rastatt gespielt hat, 1813 die Oberleitung das Lazaretts- Wesens von ganz Deutschland übernabm und als erster Oberpräsident der Rheinprovinz um deren Neuorganisation, sich unvergängliche Verdienste erworben hat. Die Gräsin ist außerdem die Kusine der Großherzogin von Hessen und der Landgräfin Karolinc von Hessen, sowie nahe verwandt mit der gekrönten Dichterin, der Königin von Rumänien, deren Vater, Fürst Hermann zu Wied, ein Bruder der Großmutter der Gräsin gewesen. Lebhafter Verkehr herrschte im Gebiet des sonst so stillen Schloßbezirks, denn aus der Umgegend waren zahlreiche Zuschauer zugcströmt. Es ioar ein Ereignis für die Gegend. Gestern abend fand im Schlosse eine Vorfeier statt, bei deren Schluffe die Ruinen der einstigen Abteikirche in bengalischein Lichte erglänzten. Heule vormittag vollzog der Standesbeamte der Gemeinde Eberstadt bei Butzbach im Schlöffe die standesamtliche Eheschließung, woraus um ein Uhr der Hockzeitszug durch den Schloßpark seinen Weg nach der zu einem Betsaal umgeschasfcnen Vorhalle der einstigen Klosterkirche, ,,dos Paradies" geheißen, nahm. Nur die nächsten Verwandten des Brautpaares waren zu der Feier geladen, so die Brüder der Braut, die Grasen Wilhelm, Friedrich-Ernst, Karl, Georg-Reinhard, Johann-Albrecht zu Solnis-Laubach, ihre Schwestern, die Prinzessin Elisabeth I, L. Reuß, Prinzessin Magdalene I. L. Reutz und Frau von Schwertzell von und zu Willingshausen, sodann der Fürst und die Fürstin zu Solms-Hohensolms-Lich, die Gräfin-Witwe Emma zu Solms-Laubach geborene Prinzessin zu Isenburg und Büdingen, ihr Sohn, der minderjährige Standesherr Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach, der Bruder des Bräutigams, Günther von Jagow, Fideikoinmißhcrr auf Rühstäot, Erbjägermeister der Kurmark Brandenburg usw. Rach einem Orgelspiel und Gesang hielt Pfarrer Nebel von Laubach die Traurede. Dann begaben sich die Hochzeitsgäste mit dem Neuvermählten Paare an der Spitze unter Orgelspiel aus dem Betsaal nach dem Schlosse zurück, wo Gratulationscour stattsand, an die sich in dem Großen Speisesaal das Hochzeitsmahl anreihtc. Gegen 6 llhr reisten die Neuvermählten nach Frankfurt a. M., von da nach der Schweiz, wo sie dreiwöchentlichen Ausenthalt nehmen. Lanörvirtichaft. Die 2 7. Allgemeine Deutsche Landwirtschast- liche Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaits- gesellschast, die in .tz a n it o » e r in Verbindung mit dem 150. Jubiläum der Königlichen Landwirtschastsgesellschast Hannover vom 18. bis 23. Juni abgehalten wird, ist am Donnerstag in Gegenwart zahlreicher Gäste von dem Präsidenten der Deutschen Land» wirtschastSgescllschast, dem Fürsten Adali zu rpchoumburg-Lipvc, eröffnet worden. — S ch o t t c n , 18. Juni. Die Hauptvers am m l u n g des Oberhessischen Ob st bauvcreins findet am 28. Juni hier statt. Das Programm für den Sonntag ist wieder, wie immer, ein sehr reichhaltiges, Vormittags II Uhr findet eine praktische Vorführung mit Romperir 6 statt, bei welcher Gelegenheit das Sprengmittel in allen Anweudungssormen gezeigt wird. 'Trefspunkt s ,11 Uhr alt der Krone), Hm 2 Uhr werden die städtischen Obst- baumpilanzungen aus der Marzwiesc besichtigt und um 3 Uhr lvünktlich) findet die Hauptversammlung im Saal der Krone statt. Ter Schluß wird so sein, daß man beguem um 5 Uhr fahren kann. Ter Besuch dev .Hauptversammlung wird manchem Gelegenheit bieten, ein schönes Städtchen des Bogelsberges, eine reizvolle Landschaft kennen zu lernen. Es läßt sich damit eine schöne Bogels- bergtour verbinden, z. B. ein Marsch van Nidda nach Schotten, durch ein reizvolles Tal, oder von Laubach nach Schotten usw. usw. Bei^genügeiw frühem Ausbrechcn kann man beguem uin ll Uhr in Schotten sein, Verpflegung usw. ist hier in jeder Preislage zu Koben und sehr gut. Daher richten wir an alle Mitglieder des O, L. V. und Freunde der Sache die Aufforderung: Auf naä) Schotten am 28, Juni! Das Passagirrlufkschiss Biktoria-Luise, W Frankfurt, 18. Juni. Das Passagierlustschifi „Viktoria Luise", das seit kurzer Zeit wieder in Frankfurt stationiert ist, wird von hier aus bei günstiger Witterung tägliäf Pafsagier- sghrten unternehmen. Ter Preis für eine Fahr! von 1* bis 2 stunden Dauer ist aus 100 Mark pro Person festgesetzt worden. Außerdem sollen bei genügender Beteiligung auch größere Fernfahrten von dreistündiger Tauer zum Preise von 200 Mk ünternommen werden. Nach Städten, die im Umkreis von Frankfurt (in einer Entfernung von 50 bis 150 Kilometern' liegen, sonnen auch Fahrten mit Landung, Passagieriahrten imb Rück fahrt nach dem AusgangShafen beranstaltct werden: der Fahrpreis richtet sich hierbei je nach Entsernung und Höhenlage des Orts. vermischte». Bei einem Brand in Kiel drei Menschen umgekommc». In Kiel brach am Donnerstag früh in dem Keller eines Wohnhauses Feuer aus, das schnell sich bis zum Dach vcrbrcitelc. Die Feuerwehr fand drei Leichen und rettete 14 Personen über Leitern. Drei Feuerwehrleute sind an Rauchvergiftung erkrankt. Das Feuer ist gelöscht. Ueber das Unglück erhalten wir noch iolgendc Meldung: Heute nacht um 3 Uhr bemerkte ein Wachmann der Wach- und Lchließgcscllschait, daß aus dcni Dache des Hauses Gasstraßc 13 Rauch emporstieg und alarmierte fofort die Feuerwehr, die in wenigen Minuten zur Stelle war. Aus allen Fenstern des Gebäudes riefen Men scheu um Hilfe. Da die beiden in Verbindung stehenden und nebeneinanderlicgcndcn hölzernen Treppen des Hauses bis. zum Dachstuhl hinauf in hellen Flammen standen, befahl der Branddirektor Freiherr v, Moltkc sofort das Hcran- rücken aller Reservefahrzeuge und dienstfreien Leute, zwei Seiten des Hauses wurden Leiter gän ge empor gerichtet. Zuerst wurde ein jungesMäd- ch e n , das i n F l a m m e n st a n d , gerettet. Außerdem wurden 12 Personen mittels ousgerichteten Leitern durch Feuerwehrleute gerettet. Als die Feuerwehrleute int brennens den Treppcnhause vordrangen, fanden sic unten e i n c n v e r- branntcn Mann. Wie sich später herausstellte, war es der Schmied Ellert, der in der zweiten Etage als Einlieger wohnte. Er hatte das Feuer zuerst bemerkt und di« Bewohner der unteren Stockwerke geweckl. Als er sich selbst! retten wollte, ist er in den Flammen umgekommen. Aus dem Dachboden wurden in einer Kammer ohne Fenster zwei vollständig verkohlte Leichen gefunden. Das Feuer wurde mit sechs Rohren bekämpft. DaS ganze Rettung s w c r k vollzog sich in wenigen Minuten. Bon den Feuerwehrleuten wurde Wachtmeister Eggers ziemlich schwer verletzt. Zwei Mann sind leicht an Rauchvergiftung erkrankt. Das verletzte Mädchen wurde in das Krankenhaus übergeführt. * Der Wasserschaden in Württemberg infolge der Unwetter der letzten Tage ist in großen Teilen des Landes so stark, daß von der Zcntralleitung für Wohltätigkeit eine allgemeine Hilfsaktion cingeleitet worden ist, — In das Obcramt Brackenheim, wo verschiedene Straßen auch am Donnerstag noch gesperrt waren, mußten zur Hilfeleistung Infanterie aus Heilbronn und Pioniere aus Ulm entsendet werden, * Die Königin von Schweden an einem Augenleiden erkrankt. Aus Stockholm wird berichtet: Proi. Pagen stechet, den die Königin Viktoria von Schweben aut der Reise nach Baden konsultierte, stellte fest, daß die Königm auf dem linken Auge am Star leidet. Die Krankheit ein» wickelte sich in den letzten Monaten schnell und führte bereits völlige Blindheit aut den, Auge herbei. Er hofft indessen, daß die Königin bei einer Operation teilweise das Augenlicht auf dem angegrifienen Auge wieder gewinnt, Tie Operation wird gegenwärtig nicht für rati'am angesehen, Kleine Tageschronik. Die „D. Z. a. M," meldet aus Brandenburg a. H.: Zwischen Werder und Brandenburg suhr das Automobil des Fabrtlbesitzcrs Pr achtel aus Berlin, als cs einem radfahren- dcn Arbeiter ausweichcn wollte, gegen einen Baum Das Automobil wurde vvllstäudig zertrümmert. Tic 70 Jahre alte Frau Prächtcl erlitt schwere innere Verletzungen, denen sic erlag. _ Ihre Tochter, Frau Fvbotto, erlitt mehrere Rippcnbrüchc, doch ist ihr Befinden nicht beiorniserrcgcnd. Der Chauffeur und zwei andere Insassen des Automobils blieben unverletzt. Der radelnde Arbeiter erlitt einen Schentelbruch. Müllcrschc Badeanstalt. SBofierroärme bet Lab» am 19. Juni 14" K. Amtlicher Wetterbericht, Oeffentlichcc Wetterdienst, Eietzen. Wetteransiichten in besten am Samstag, den tO. Juni 1914: Meist heiter, trocken, wärmer, Gewitlerneignng. Letzte tladiriditen. (juwcleit des Kaiscrvaares auf der Kölner Werkbund -Aus st cllung. Köln, 19. Juni. Ter Rhein Hot gestern die Hochwassergrenze überschrit!»i. so daß die ersten Einschränkungen in der S ch i s i a h r t eingetreten iiiid. Auch die Nahe und M o s e [ sind stark angeschwollcn. — In der Werkbundausstcllung lind gestern zwei Koster mit kostbaren Juwelen des Kaiser- Paares eiiigetrofien. Es ist der „Bossischen Zeitung" zufolge der Fürsprache des Professors Lukas v. Eraiwch zu danken, daß das Kaiservaar in die.Hergabe der Juwelen zu einer Ausstellung ein- gewilligt hat. Zum Schutze der Juwelen ist ein besonderer Sicherheitsdienst eingerichtet. Mordversuche vor dcni Schwurgericht. Zwcibrücken, 19. Juni Das pfälzische Schwurgericht verurteilte gestern den Fabrikarbeiter Wilhelm Ebcmann aus Ludwigshasen, der wegen zweier Mordversuche aus einen Meister und einen Mitarbeiter angeklagt war, die cr infolge eines beruf(icficit Zerwürfnisses mit einer Eisenstange und einem Backstein schwer verletzt hatte, zu sieben Jahren Zuchthaus. Ruhe in T ura zz o. D u r a z z o , 18. Juni. 7.10 Uhr abends. sAgeneia Steiani.s Tie Ru he hält weiter an. Der russische Kreuzer „Terez" ist vor Durazzo eingctrosscu. Im italienischen Krankenhause be- finden sich 40 Verwundete, die von vier italienische» Marineärzten behandelt werden. Tas englische Kriegsschiff hat eine Abteilung zum Schutze der Gesaudlichast gelandet. Ein F l i c g c r w c 11 r e n n c n um bie Erde. San Francisco, 19, Juni. Im Zusammenhang mit der Weltausstellung in San Franeiseo soll im Mai nächsten Jahres ein Flicgerwcttrcnnen um die Erde stattfinden. Die Ausstellungsleitung hat für diese Konkurrenz Preise im Werte von 150000 Dollar gestiftet. Verantwortlich für ..Aus Stadt und Land" s. B.: K. Neurath. lll verleiht ein zartes reines Gesicht, rosiges jugendfrisches Aussehen und ein blendend schöner Teint. — Alles dies erzeugt die echte S teckßnpferci-Sei£e (die beste Lilienmilchseife), von Bergmann L Co., Radebeul« a Stück 50 Pfg. Ferner macht der Cream „Dada“ (Lilienrailch- Cream) rote und spröde Haut weiß und sammetweich. Tube 50 Pfg. pi^ti^dtck /ij/l MUuüger Fabrikant: Carl Gontner ln Göppingen. Staufenberg 1 . Sonntag, den 21. und Montag, den 22. Juni 3»-jähriges Stiftungsfest verbunden mit einem 7631 Dfllfötnmli'tfcn Wertmigs-LiiM unD Wiltiliveihc Für gute Speise» und Getränke ist bestens gesorgt. Selbst frisch geschlachtet. Es ladet freundlichst ein Der Festwirl: Ludwig Zecher V. AN und Jung macht die Erfahrung da« Original Schmidt'! 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Die lebenden Bilder werden von Gießener Damen u. Kindern gestellt. Für die musikalischen Vorträge haben die Mitwirkung freundlichst übernommen: Frau W. Klingspor (Gesang), Frau CI. Nebelung-Knapp (Klavier), Frau M. Schudt (Gesang), Frau H. Spohr (Violine), Herr 0. Görlach (Orgel), Herr B. Hermann (Vionloncell), Herr Prof. Walther (Viola), sowie Mitglieder des akademischen Gesangvereins. Ein Teil des Reinertrags fließt der Sammlung des Roten Kreuzes zu. I taM M »1 Der Vorverkauf* der Eintrittskarten findet bei Herrn E. Challier, Giessen, Neuen weg 9, statt. HmöIoq rlor Dlöl'rö* Für die Vorstellung am Sonnabend: Mk. 5.—, 1 leibe uer 1 ldize. Mk. 4.-. Mk. 3.-. Mk. 2.-. Mk. 1.- und kür die Sonntags Vorstellung: Mk. 3.50, Mk. 3.—, Mk. 2.25, Mk. 1.50, Mk. —.75. Oeffnung der Theaterkasse J / 2 Stunde vor Beginn. [6886D Während der Pause und nach Schluss der Socnabendvor- stellnng gesell. Zusammensein mit Konzert im Stadttheater. 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Das Luftschift wird mittels elektrischer Funken nach dem System der drahtlosen Telegraphie bewegt und gesteuert. — Um gütigen Zuspruch bitten Kemper & Co. 7357 0 ällHWIllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIII^ I liir Oberteil und aspzemle Gebiete | | Dnter dem Proleklorat Sr. Kgl Hoheit des Gnfiherzogs von dessen I H imiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiimiiiiiiiiiimiiiiiifiiitiitiiitii =j | ln den Ausstellungs-Anlagen | I täglich von nachmittags 4 Uhr an: 1 ! konzert! 68U5C . = lIIlMMMMilllllllllMWWMIMMIWM Bezirks-! ui*nfahs*t :: des II. Bezirks im Gan Hessen :: verbunden mit der Feier des sfesles desTurnvereinsl am 20., 21. und 22 Juni PROGRAMM. 71,5 Samstag, 20. Juni: Abends 8 Uhr Fackelzug unter Beteiligung sämtlicher Vereine Klein-Lindons nach dem Festplatz: daselbst Begrüßungs-Ansprache. — Turnerische Aufführungen. Gesangsvorträge der hiesigen Gesangvereine und Konzert. Sonntag, 21. Juni: Von 8 Uhr an Empfang der auswärtigen Turner. 8“Uhr Kampfrichtersitzung im Bernhardshäuser Hof. 9 lJ Uhr Beginn des Einzelwetturnens. 12 Uhr Mittagessen auf dem Festplatz. I 30 Uhr Aufstellung des Festzuges. 2 Uhr Abmarsch desselben. Nach Ankunft auf dem Iestplatz Ansprache, allgemeine Freiübungen- Anschließend Tanz, Volksbelustigungen und Gesang der Gesangvereine Klein-Lindens. 6 30 Uhr Preisverteilung. Abends turn. Aufführungen, Damenreigen und Tanz, liontag, 22. Juni: 9 30 Uhr Frühschoppen mit Konzert auf dem Festplatz. 2 Uhr Aufstellung des Festzuges. Nach Ankunft aut dem restplatz turnerische Aufführungen, Gesangsvorträge und Tanz. Jugendfest der Schüler. Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle des Kaiser- Wilhelm-Regiments Nr. 116. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Es ladet ergebenst ein der Festwirt Hch. Bernhardt. Der Festausschuß. I—————— —4 I Große Auswahl in ( 4aM | \ Tourist.- u.Wander- % | vögel-Utensilien [ Endg.KrollPlqeki.tr. fchaUplaifen-~~ ■X ÄIWMLMLNS! 1 Größt. Vorteil f-Sprechtnaschinen- besitzer! Unbegrenzte Abwechslg. Fomvähr.CmtauÄch. Prosp.gratis. jCari Borbs. Berlin 54 Bene Kcmgitr. 38. Gewerbe-ÄussteHung Gießen. nTinnrFmiiii m imMiiiiimimmiimi um in um iii'.iii.ini in immmirmnm Festhalle KONZER I beliebten Kapelle Z i r n. Alt-Hessen nierYe s 'duo Streng dezentes Familien-Programm, sowie die beliebte Stimmu itgs - Kapelle. [7221D Zoologischer Garten, Frankfurt« Vom 12. Juni bis 5. Juli 1914: IVfarqnardtsCvrosseYülkerschau Die Menschenrassen des Niltais Fellachen, ßarabra, XuItu, Bischari, Dinka. Jlänner, Frauen und Kinder. (Dromedare, Zugochsen, Pferde, Esel, Schafe, Ziegen, Zebus, Büffel.) 7094h v Vorlöhrumi des Ländwiilscliails-Betriebes dieser Völker. Geöffnet von 9—12t .. und 2Vs— 8 Uhr. Vorstellungen: 10, 11V». 4. 5 V* und 7 Uhr- z . um Zoologischen Garlcn wie gewöhn- . heh. Zurschaustellung 20Pfennig extra. .Sonntag, den 21. Juni, während des ganzen Tages Eintrittspreis für den Garten 50 Pfg. (Kinder unt. 12 Jahren 25 Pf.)* Aquarium 20 Pf. Neue Holl. BollHeriuge Matjes-Heringe Italienische Kartoffeln empfiehlt 7049 I. M. Schulhof Marttftr. 14. Tel. 119. Im Ausverkauf. Tapeten z. bedeut, ermaß. Preisen. Kleinere Reste zum Papierpreis. Tischlinoleum, Wachstuche, Buntglaspapier, Türschoner aus Zelluloid etc. Tapatenkandlnng Beaner, Lindenplatz 5. f n4727 Blut i st eil t ganz beioitbcrcr Saft faflt Mephisto in Goethes ,Vaust. — (Ls kommt besonders auf die Beschaffenheit des Blutes an. Die fehlenden Stoffe müssen ersetzt werden. Naturreiner Icauben- Saf I ist das (iccinnctitc Mittel 1 siasche 1.25 u. 2.50^.( ,m Reformhaus man 5 Lommcrsriichcu.GaitbauS Burg Hohenstein schönste Burgruine Deutsch!, (bei Bad Lchwaibach. 5821 LvcziatbauS i. Wanderer. 'lifiii.4. //,3.1. «'.Proip.d.Bes. IS- Kebler. vodettitem i. N. Tcleubou Michcidach Nr. 8. Lvcrialitat: Forellen. I.i6äkrkrAii2. Lonutaa. den 21. Juni: Herren-Ausflug Bieber — Kirchners — Nolls» hausen—Gladenbach. 4 Std. Abfahrt 8" Uhr. Rege Be» teillguna erwünscht. (7349D