Nr. 139 Zweiter Blatt *64. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme dc§ Sonntags. Die „Hiehener Familiendlatter" werden dein »Anzriqer* viermal wöck)entlich beiqelegt, das „Xnisdlett für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „LandwkrtfchafUlchen Zettfragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Vberheffen Mittwoch, tf. Zun! Ilir Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Unwersiläts - Buch- und Slcindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e=®51. Rcdaktion:dqSlI2. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. hessische Zweite Kammer. rb. D a r m st a d t. 16. Juni. Am Regierungstische: Staatsminister Dr, v. Ewald, Finanzmiinster Tr. Braun, Minister des Innern v. D o m - b e r a k , Staatsrat Lorbacher, Ministerialrat S ch l i c p h a k c, ÖöIzinger, Finanzrat Ulrich. Vizepräsident K o r c l l - Angenrod eröffnet die Sitzung um 10V. Uhr. Das Haus tritt sofort in die Tagesordnung ein: Anfrage des Abg. Bähr u. Gen., bctr. den Bahnbau Hanau—Bübingen, . Finanzministcr Tr. Braun verliest als Regierungsantwort eine längere Erklärung, in der auf die Geschichte dieses Bahn- Projektes hi,rgennesen wird, dast bereits im Jahre l905 die Aktien- acsellschaft für Bahnbau und -Betrieb um die Erlaubnis zur Anfertigung von Projekten eingekommen sei. Verschiedene Gemeinden hätten zusammen einen Garantiefonds von 80OM Mk. gezeichnet, aber die Stadt Büdingen habe wiederholt bekundet, daß sie gar kein Interesse an dem Bahnbau habe und es sei auch vom Gc- meinderat Büdingen Einspruch gegen den Bahnbau erhoben worden, so lange nicht gleichzeitig auch das Seementalvrojckt mit zur Durchführung komme. An diesem Widerspruch sei das Projekt zunächst gescheitert, um so mehr, als sich auch einzelne Gemeinden direkt feindlich dagegen gestellt haben. Neue MomeiUe sind seit der Zeit nicht cingetreten. Die Regierung ist grundsätzlich zur Vergabe des Staatszuschusses bereit, soscrn mit den Gemeinden und der Stadt Büdingen eine Einigung zustande komme. Die Regierung hält evtl, auch eine elektrische Bahnlinie für erwägcnstvrrt, sie wird aber ihre Stellungnahme von den Ergebnissen der heutigen Beratung abhängig machen. Abg. Bähr (Bbd.) meint, die zarte Rücksichtnahme der Regierung auf die Stadt Büdingen gelte ivoht weniger dieser, als anderen Personen: einer habe ganz offen erklärt, daß ohne seinen Willen die Bahn doch nicht gebaut werde. Der Redner glaubt, daß die Stadt Büdingen gesetzlich gezwungen werden könnte, die Verpflichtungen zu erfüllen, die sie schon vor ihrer Sinnesänderung; cingcgangen war. Mit dem Standpunkt der Regierung, daß sic erst dann eine Vorlage machen könne, wenn die Stadt Büdingen ilwen Widerspruch aufgegeben Hab«, könneman nicht weiter kommen. Bevor man die Bahn nach Ober-Seemen fortsctzt, muß man doch einen Anfang der Bahn haben. Tie Regierung habe deshalb dies verlangen mit Reckst abgelehnt. Die Haltung von Büdingen verstößt gegen Treu und Glauben. Das Scheitern des Projektes würde für alle beteiligten Gemeinden ei» großes Unglück sein. Tie Gemeinde Bcrckheim sei durch die Verzögerung des Projektes allein hin: I4 0M Mark geschädigt worden, da fest der neuen Fcldberer- nigung die für den Bahnbau vorgesehenen Felder nicht mehr bearbeitet werden konnten. Für kleine Gemeinden sei das oft ein großer Schaden. Die große Schädigung, welche die projektsreund- lichen Gemeinden durch die fortgesetzte Verzögerung und Ungewißheit erleiden, dürfe die Regierung nicht unbeachtet lassen. Abg. Mvlthan (Zcntr.) führt aus, es sei ans den Verhandlungen zu entnehmen, daß das so dringend notwendige und .klare Projekt nur an dem Widerstand von Büdingen und einigen kleinen Gemeinden gescheitert sei. Schon 1006 hatten alle Gemeinden, auch Büdingen, ihre Zustimmung zu dem Bahnbau gegeben und sich auch bereit erklärt, Zuschüsse zu leisten. Erst später hat die Mehrheit im Büdinger Gemcinderat eine entgegengesetzte Stellung eingenommen. Die Vorwürfe des Abgeordneten Bähr gegen die RVierung sind ungerechtfertigt, da diese doch keine Vorlage cinbrmgen kann, ehe die nötigen Vorbedingungen dazu erfüllt sind. Den Widerstand Büdingens muß man übrigens doch sehr wohl ans verwaltungsrechtlichem Wege brechen können. Rach der Erklärung sei die Hälste im Büdinger Gemeinden dem Projekt feindlich gesinnt, man sollte diesen Widerstand zu brechen suchen. Ein Ausweg wäre auch der Bau einer elektrischen Bahn. Jedenfalls muß alles gescheiten, um das nun so lange vergeblich behandelte Bahnvrojckt endlich zur Ausführung zu bringen. Tic Verhandlung wird daraus unterbrochen und zunächst zur Abstimmung über die nntionale Einheitsschule geschritten. Absatz 1 des Ulrichschcn Antrags: Die nationale Einheitsschule aus der Grundlage der allgemeinen obligatorischen Volksschule cinzusühren — wird mit 20 gegen 17 Stimmen ab - gelehnt, dagegen der vom ?lbg. Dr. Osann gestellte Antrag, der die nationale Einheitsschule aus Grundlage der allgemeinen Volksschule unter Beibehaltung des konfessionellen Religtonsunterrichts fordert, einstimmig angenommen. Für Abs. 1 stimnttcn die Freisinnigen und die Sozialdemokraten, sowie die Nationalliberalen Abg. Bach, Schott und Schönberger. Abs. 2: Aufhebung sämtlicher Vorschulen, wird gegen die Stimmen des Zentrums angenommen. Zu Abs. 3: Ten fremdsprachlichen Unterricht in den höheren schulen bis zu Beginn des 4. Schuljahres hinauszujchieben, wird der AuS- schußantrag aus Ablehnung angenommen, der Antrag U r st a d t am Beseitigung des fremdsprachlichen Unterrichts in der untersten Klasse aller höheren Schulen wird angenommen. Abs. 4, den Lehrplan für die drei untersten Klassen der höheren Schulen mit dem sür das 4., 5. und 6. Schuljahr der allgemeinen Volksschule in Uebereinstimmung zu bringen, wurde dem Slusichuß- antrag entsprechend abgclehnt, dagegen der Antrag U r st a d t angenommen: Ter Lehrplan für die unterste Klasse per höheren Schulen mit dem sür das 4. Schuljahr der allgemeinen Volksschule in Uebereinstimmung zu bringen, so daß der Ucbcrtritt aus diesen in eine höhere Schule noch nach Abschluß des 4. Schuljahres ohne Schwierigkeit gescheht, kann. Punkt 5, die Zahl der Schüler auch in den Volksschulklasscn i» der Regel 40 nicht überschreiten zu lassen, wird abgelehnt, bagegen der Antrag Kvrell-Jngelheim angenommen, die Zahl der Schüler mit den Anforderungen der Pädagogik in Einklang zu bringen. Das Daus setzt daraus die Beratung über die Anfrage Bähr fort. Abg. Busold (Soz.) tritt dafür ein, daß die Stadt Büdingen energisch veranlaßt werden sollte, ihre Zustimmung zu erteilen, dann würden auch die kleinen Gemeinden nicht zurück- bleiben. Tie Stadt Büdingen sei aus einem falschen Wege: sie werde durchaus keinen Schoden von der Bahn haben, könnte im Gegenteil als Ausflugsort durch die Bahn mir gewinnen. Eine Bcrsanimlung von Interessenten habe sich auch in Gegenwart eines Kreisamtsvertrctcrs ausdrücklich für die Bahn ausgesprochen. Die Fortführung der Seementolbahn sei notwendig, damit die ganze Strecke rentabel wird, aber erst solle Büdingen—Hanau gebaut werden. Besonderen Schaden habe die Gemeinde Langen-Bcrkhain. Tie Regierung sollte in der ganzen Frage energisch Vorgehen. Eine elektrische Bahn sei nicht zu empschlcn: ein solches Projekt würde nur neue zeitraubende Verhandlungen nötig machen. Abg. Dr. v. Hclmolt (Bbd.) meint, sür die Einbringung einer Regierungsvorlage seien die Vorbedingungen erst dann erfüllt, wenn eine solidarische Zustimmung der Gemeinden vorlicgc. Der Gemeinderat von Büdingen l»abc nicht seinen früheren zn- stimmcndcn Beschluß aufgehoben, sondern nur das Ersticken an die Regierung gerichtet, das Bahnprojekt nicht zu genehmigen. Die Regierung hätte energischer austreten sollen, dann wäre man heute weiter. Turch das Zögern sei ein unverantwortlicher Schaden entstanden. Das Vertrauen zur Regierung könne dadurch nur große Einbuße erleiden. Abg. Joutz lwilds tritt gleichfalls für baldigste Erledigung der Sache ein: aus das Sonderinteresse von Büdingen dürfe keine Rücksicht genommen werden. Abg. Ulrich lSoz.s beinerkt, er halte formell den Standpunkt der Regierung sür richtig, es sei aber zu bedauern, daß die Regierung die Sach: so weit kommen ließ. Das K'reisamt hätte angewiesen loerdcn müssen, die Schuld an der Verzögerung sestzustellen imb dann cinzugreisen. Der Redner ersucht die Regierung, anzugeben, was sie denn nun zu tun gedenke. Finanzministcr Dr. Braun: Die Ausführungen des Abg. Bähr sind entschieden zurückzuweisen. Es ist ja in der Regel so, daß die Regierung bei der Sache die Schuld tragen soll. Für die Regierung war aber lediglich der .Widerstand der Stadt Büdingen und einiger anderer Gemeinden maßgebend. Es ist der Regierung gar nicht eingefallen, wie der 'ög. Bähr es darstellt, „zarte Rücksicht" aus Büdingen zu nehmen, sick> aber in Wirstichlcit in ihrer Haltung auf eine einzelne Person bestimmen zu lassen. Gegen eine solche Insinuation muß ich entschieden Verwahrung eiulcgen. Tie Herren sollten mich doch so weit kennen, daß ich nicht der Mann bin, der sich in seiner amtlichen Haltung durch die Rücksicht aus einzelne Personen beeinflussen läßt. Ebenso merkwürdig ist die Behauptung, daß im Grunde gciionimen nicht die Stadt Büdingen gegen das Projekt sei, jondern nur der Gemeinderat, der sich durch drei neucingctretcne Gemcinde- räte zu scincr Sinnesänderung bestimmen ließ. So unentschlossene Leute werden die Büdinger kaum sein, daß sie sich durch drei'Leute ihre Hckltung diktieren ließen. Ter'Abg. Bähr beschwert sich immer, daß seine Anfragen nicht beantwortet würden: er fragt aber mehr, als man überhaupt beantworten kann (Heiterkeit), der Abg. Bähr trat auch die Bemerkung genracht: „Wenn die Worte des Ministers ehrlich gemeint sind." Die Achtung vor diesem Haus verbietet mir, aus diese Bemerkung in der gebührenden Weise zu antworten. Ter gute Ton in diesem Hause und unser ganzes Zusammenarbeiten wird jcdensalls nicht gcsördcrt, wenn die Worte eines Ministers, der sür das allgemeine Wohl arbeitet, in dieser Weise angczweisclt werden. (Zustimmung.) Die Regierung kann doch eine Vorlage erst cinbringen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen dazu erfüllt sind. Und die Zustimmung der Gemeinden zu dem Projekt ist bisher nicht zu erreichen gewesen. Wenn der Gemttuderat von Büdingen seine Pflicht getan »nd seine Versprechung vom Jahre 1906 erfüllt hätte, so wären alle Hindernisse aus dem Wege geräumt gewesen, dann wären die anderen Gemeinden wohl auch gcsolgt. Tic Regierung hält die Bahn sür ein unbedingtes Ersordernis, und wenn fortgesetzt die vrojeklireundlickten Gemeinden eine Schädigung erleiden, io tragen die widerspenstigen Gemeinde» daran die Schuld, Im übrigen ist auch schon die Frage einer elektrischen Bahnlinie für diese Strecke angeregt worden und ein solches Projekt erscheint mir jedenfalls erwägenswert Ter Redner wendet sich schließlich noch gegen verschiedene Ausführungen dcS Abg. Busold ttvobci er wiederholt durch laute Zwischenrufe des 4lbg. Ulrich lttUcrbrochcn wird), und betont, daß die Regierung alles tun werde, um die vorhandenen Widerstände zu beseitigen. Vizepräsident K o r e l l-Angenrod erteilt daraus dem Abg, Bähr sür seine belcidigcitdcn Bemerkungen dem Finanzininister gegmüber nachträglich einen Ordnungsruf. Abg. Leun >Bbd.) führt aus, die Gemeinde Büdingen müßte einsach zur Erfüllung ihrer eingegangcucn Verpflichtungen im öffentlichen Interesse veranlaßt werden, evtl, durch Einleitung des Vcrwaltungsstrcitveisahrcns. Abg. B u s o l d or diesen, verstand man es bereits, Nachrichten, Befehle, und »ergleichcn durch schriftliche Mitteilung an abwesende Personen dadurch zu übermitteln, daß man die Nachrichten auf Baumblätter, potz- oder Steinplatten, einritzte oder auszeichnete, und dann diese rem Empsänger zusandtc. Auch bereiteten die alten Aeghpter schon vor etwa 5000 Jahren eine Art Papier aus dem Stengel der Pavpruspflanze, indem sie das Mark derselben in dünne Scheiben zerschnitten und diese dann in kreuzweise übereiuandergelegten Lagen unter Anwendung starken Druckes zusammenkieblen. Durch llebcrstreichen der Oberflächen der so erhaltenen Papierblättcr mit Kleister wurden diese zur Ausnahme von Schriftzeichen tauglich gemacht. Allerdings konnten dieselben immer nur einseitig beschrieben werden, da die zu den Schriftzeichen benutzte Farbe in die Pavier- masse so tief eindranq, daß sie auf der anderen Seite durchschien. Neben diesem sogen. Papvrus war auch das aus besonders präparierten Tierhäuten von Schafen, Ziegen, Kälbern und Eseln her- gestellte Pergament als Schrcibstofs in den frühesten Zeiten bekannt. Parier aus Pflanzcnsasern, wie wir cs heute ausschließlich benutzen, kam erst viel später in Gebrauch, wenngleich auch dieses bereits ein Alter von mindestens 2000 Jahren hinter sich hat. Es ist asiatischen Ursprungs, und seine Erfindung wird dem chinesischen Minister Tsaelün zugcickrieben. der 420 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung das erste Papier aus der Bastfaser des Maulbeerbaums herstellte. Bald fand man dann, daß auch Abfälle Vau Seide, Baumwolle und anderen Webstoffen, sowie die Faser verschiedener .Gräser ein ausgezeichnetes Material zur Papierbereitung bilden. Me Papiersabrrkation wurde in China aus einen hohen Stand gebracht, und es werden auch heute die aus Ostasien be, uns ein- aesührten Papiere, Und zwar namentlich die sogen. China- und Japanpapiere, ihrer vorzüglichen Eigenschasten wegen, außerordentlich hochgeschätzt. Me Güte dieser Papiere ttt wohl in erster Reihe den gulen Rohmaterialien, die das asiatische Pflanzenreich liefert, aber auch der eingehenden und sorgfältigen Verarbeitung der letzteren zuzuschreiben. Sind doch gerade das Rohmaterial und nicht minder die Verarbeitung desselben von grobem Einslnß aus die Güte des Papiers. m „ . Die besten bei uns hergestellten Papier,orten bestehen aus den Fasern des Flachses und der Baumwolle, welche lange Zeit ialt allein als Grundstoffe der Papiertabrikatron >n Frage kamen. Allerdings gelangten sie zu dieser Ehre erst, nachdem sie vorher als Webstoffe zur Bekleidung des Menschen gedient und hier ihre Rolle ausgespielt hatten. Als Lumpen wurden sie dann von dem Lumpensammler sür einige Pfennige angekaust und den Pavrer- sabrikn überantwortet. Hier müssen sie sich, nach vorheriger Sortierung und Zerkleinerung, zuerst einer gründlichen Reinigungskur unterwerfen, welche sie von dem anhastcnden Schmutze und tunlichst auch von den Farbstoffen befreit- Dieselbe erfolgt, nach vorherigem mechanischen Ausklopsen und Absaugen des Staubes, durch Kochen in den sogen. Hadernkochern, einer Art sich drehender oder schwingender Waschmaschinen, wobei als Lösungsmittel Soda oder Kalk zugesetzt wird. Tann folgt das eigentliche Mahlen der Lumpen in den sogen. Holländern. Das sind große Bottiche, in welchen an ihrem Umsange mit schräg gestellten Messern besetzte Watzen rasch rotieren, denen fest angeordnetc Meffer so gegen- übcrstchen, daß zwischen beiden nur ein enger Zwischenraum bleibt, welchen die im Wasser schwimmenden Lumpen passieren müssen und dabei zerkleinert toerden. Es ist sehr wesentlich, daß die Fasern picht glatt abgeschnitten, sondern möglichst zerrissen werden, weil letzteres der späteren Verfilzung i» der Papiermasse förderlich ist. Gleichzeitig mit dem Zerkleinern der Hadern erfolgt auch ein Bleichen derselben, zu welchem Zwecke in den Holländern gewöhnlich Chlorkalk zugesetzt wird. Nach genügender Zerfaserung gelangt der Papierstoff in den Mischlwlländer. Hier werden nach Füllstoffe zugesetzt, welche den Zweck haben, die piäume zwischen den einzelnen Fasern auszusüllen und dem Papier die erforderliche Dichtigkeit und Glätte zu verleihen. Man benutzt dazu sein gepulverten Ton, Kreide, Kaolin, Schwerspat u. dergl. Ebenso werden je nach Eriordern Farbstoffe sowie Leim zugegeben und dann das Ganze behuss gründlicher Mischung nochmals durchgearbeitet. Ter jetzt scrttge Papierbrei wird in dünner Lage aus ein engmaschiges Sieb gebracht, welches eine schüttelnde Bewegung hat und dadurch die Verfilzung der Fasern sowie auch di- Entwässerung der Masse befördert. Letztere toird nach genügender Verfilzung noch durch Absaugcn des Masters und dann durch Pressen zwischen Trockenwalzmr unterstützt. Von den Entwässerungswalzen gelangt das Papier zu den Glättwatzen behuss Einebnung der rauhen Oberflächen, wird dann durch rotterendcMesserscheiben in passende Breiten zerschnitten und in die bekannte Rotlensorm auigewickelt, oder, unter Zuhilfenahme von Querschneidern, in einzelne Bogen zerlegt, deren Maße durch passende Einstellung der Messer beliebig gewählt werden können. Während alle Arbeiten der Pavierfabrikation von dem Mischen im Holländer ab früher von Hand ausgeführt wurden, ist jetzt mit wenigen Ausnahmen der ganze Arbeitsvorgang ein maschi- neller. Der Papierbrei wird durch ein Becherwerk in den sogen. Knotensänger gebracht, der alle etwa noch vorhandenen gröberen Teile abgesondert, und gelangt von hier aus das Fvrmsieb. Dieses ist als Transportband ausgebildet »nd bringt den Papierstoff zu den Wasserabsaugern, wobei auch gleichzeitig mittels einer über dem Siebe lagernden Walze etwa gewünschte Wasserzeichen eingepreßt werden. Bon dem Siebband kommt der jetzt schon ziemlich zusammenhängende Papierstoff auf ein Filzbaud und wird von diesem durch die Trockenwalzcn gebracht, um dann zur Nacharbeit in die Glättwalzen und aus diesen als fertiges Papier hcraus- zukommcn. Tie Herstellung von Papier allein aus Lumpen war nur solange möglich, als genügende Menge solcher zu beschaffen waren. Tiefes ist aber schon seit langem nicht mehr möglich. Die Fabrikanten waren deshalb gezwungen, sich nach Ersatzswssen umzusehen, und sanden dabei schon bald, daß schließlich säst jede Pflanzen« safer als Papierstoff brauchbar sei. Viel verwendet wird jetzt der aus Baumstämmen gewonnene Holzstoff, entweder als Holzjchliss oder als Zellulose. Holzschliff wird aus rein mechanischem Wege durch Zerreiben des Holzes aus Schlcissteinen gewonnen. Er ist nur zu minderwertigen Papieren verivendbar. Besser ist die Zellulose, bei welcher neben der mechanischen auch eine chemisckn: Bearbeitung der Holzfaser erfolgt. Dabei werden alle das Papier ungünsttg beeinflussenden Bestandteile entscrnt oder doch neutra- fisiert. Außer Holz und den anderen bereits angeführten Stoffen kommen noch eine große Zahl weiterer bei der Papierbereitung zur Verwendung, so fast alle Stroh- und Gräsersortcn, von welch' 'letzteren besonders die zähen Wüstengräser gern benutzt werden, ferner die Samcnsasern verschiedener Gewächse. Auch Altpapier wandert in großen Mengen zu den Papierfabriken zurück, um Umgearbeitet auss neue seinen Lebensweg anzutrelcn. — Sein Standpunkt Eine lustige Geschichte erzählt ein amerikanischer Jahrniarktbudenbeiitzcr aus seinen Erinnerungen: ,Lch zog mit meiner Bude duiäh die kleinen Städte des Westens und hatte auch einen netten Kannibalen mit, der gehörig ausgcputzt im Publikum neugieriges Staunen und schaudernde Bewunderung erweckte. Eines Tages kam auch ein Geistlicher, und nachdem er sich den toildcn Mann gehörig beguckt hatte, fragte er einen meiner Leute: „Ist das wirklich ein Kannibale?" „Todsicher", antwortete der, „wissen Sie auch, wie der gefangen wurde? Mese größte lebende Merkwürdigkeit, mein Herr, wurde ergriffen, wie er gerade einen lasten Methodistenprediger über einem langsamen Feuer briet." 'Der Geistliche war entsetzt. „Dann muß man ihn bekehren," schrie er. „Um Himmels Willen, warum taust man ihn denn nicht?" 'Doch der Mann lehnte entrüstet ab: „Ihn bekehren? Ja glauben Sie denn, das Publikum würde 10 Cents pro Kops bezahlen, arm sich einen Christen anzuschen?" Sachverständige «u? der Landwirtschaftskammer imi) aus onbtrcn Kreisen dafür heranzuziehcn. Abg. K o r c l l - Angenrod dankt der Regierung für das Entgegenkommen und beantragt, die Besprechung erst nach Drucklegung der Regierungserklärung abzuhalicn. Das Daus beschließt demgcmäh und stimmt auch dem weiteren Antrag Körrll-Angenrod zu, die Regierungsvorlage, betr. die Diensthezügc der staatlich bestätigten For st warte, heute nicht mehr zu beraten. Die Sitzung schließt daraus um 1 Uhr. Nächste Sitzung: Mittwoch früh 9 Uhr. Es soll gleich früh mit der Beratung der Regierungsvorlage, bctr. die Revision der Or- densgesctzgcbung begonnen werden. Au» Hessen. Aus dem Finanzausschuß. rb. Darmstadt, 15 Juni. Ter Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt heute nachmittag noch einmal gemeinschaftlich mit der Regierung, von der die Zerren Finanz minister Tr. Braun und die Minicrialräte Hölzinger, Dr. Kratz, Schlicphake und Dr. Weber erschienen waren, eine Sitzung ab, in der die noch unerledigten Gegenstände für diesen Landtag beraten wurden. Zu der Regierungsvorlage, betr. die Elektrische Bahn in das Martinsviertel in Tarmstadt, liegt ein Vertrag der Regierung mit der Stadt Tarmstadt vor, nach welchem von der Technischen Hochschule der Stadt zur Verbreiterung der Strastc SO Quadratmeter ä 25 Mark zur Verfügung gestellt werden sollen, und die Stadt zu den Kosten der Herstellung eines geräuschlosen Holzpflasters einen Beitrag von 4350 Mark zahlt. Die Borlage wurde nach dem Bericht des Allsschustbcrichtcrstatters Abg. Dr. Osann genehmigt. Auf dem Bahnhof zu Wein heim bestanden leither recht verwickelte Dcsitzverhältnisse, weil dort sowohl die Züge der Preußisch-Hessischen Eisenbahngcmcinschost und der Badischen Bohnen verkehren und auch die Linien Wornis—Weiiihüin und Wcinbeim—Fürth einmünden. Zur Regelung dieser Verhältnisse hat die Regierung einen Vertrag vorgclcgt, nach welchem der gesamte Bahnhof in den Besitz Badens übergehen soll. Für den Eigentumsübcrgang ist für den hessischen Besitz an den Staat eine Derauszahlung von 460 000 Mark zu leisten, welchen Betrag die Regierung vorschlägt, zur Schuldentilgung zu verwenden. Nach dem Antrag des Berichterstatters, Abg. Molthan, erklärt sich der Ausschuh mft der Vorlage einverstanden. Dem ^Antrag Henrich- Dr. O s a n n , der Siechenanstalt der Provinz Starkenburg den gleichen Zuschuß zu gewähren, wie ihn die Siechenanstalt der Provinzen Rheinhcssen und Obcrhesscn erhalten, war von der Regierung insoscrn entsprochen lvordcn, als von dem Gesamtbetrag von 40000 Mark, der aus dem Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke geleistet wird und bisher je zur Hälfte chen beiden Provinzen zusicl, 10 000 Mark an die Provinzial-Sicchenanstalt zu Ebcrstadt abgegeben werden sollten. Tie beiden Provinzialverwaltungen hatten sich auch damit einverstanden erklärt. Dieses Abkommen fand aber bei den rhein- und obcrhefsischen Mftgliedern im Finanzausschuß Widerspruch, die sich gegen die Kürzung der Summe von 20 000 aus 15 000 Mk. erklärten. Nach eingehender Aussprache stimmte der Ausschust dem Antrag Henrich-Tr. Osann unter der Bedingung zu, dast den beiden Provinzen Rhnn- und Oberhcsscn die bisherigen Beträge von je 20 000 Mark verbleiben. Betreffs des Antrags B ä h r wegen des Bahnbaus Hanau — Büdingen^ erklärte .Finanzminist er Dr. Braun, dast der Vergabe des Staatsbeitrags zu diesem notwendigen Bahnbau nichts .m Wege stehe, sobald sich die beteiligten Gemeinden bereit erklärten, das erforderliche Gelände zu stellen. Eine Aniabl von Gemeinden weigert sich aber noch immer, besonders Büdingen elbcr, das seine frühere Zusage zurückgezogen habe. Der Ausschust faßte in der Sache keinen Beschluß, da sie bei Besprechung der Anfrage Bähr am Dienstag in der Kammer zur Sprache kommen otrd. Zum Schlnst wurde die Regierungsvorlage über den G e - 'ändeerwerb für die Wein- und Obstbauschule in Oppenheim zurückgestellt, bis die Verhandlungen mit der Oppenheimer Sparkasse eine Klärung der Sache gebracht haben. Au» Stadt und CatiS« Ziesten. 17. Juni 1914. Wandlungen im Städtebau, Als das vomge Jahrhundert uns die plötzliche, riesenhafte Entwicklung der Städte brachte, da richtete man sich bei der not- vendigcn Ausschließung neuen Geländes und bei der Aufstellung «er Bebauungspläne zuerst lediglich nach dem Grundsätze, möglichst siele Baustellen aus den zu Spekulationszwecken aitgefauften Lrundstückcu zu bilden. Bald besann man sich jedoch hier und da larauf, dast auch ästhetische Momente im Bebauungsplan mitzu- »vrechcn hätten, und da nahm man sich das geometrisch gerad- inige Muster der Rniaissance bei den Städteerwciterunqcn zum Vorbild, ohne aber bei der symmetrischen Anlage der Straßen und Plätze oft den Geist und die Form zu treffen, durch die das Paris der Rene'.ssance ein Musterbeispiel des Städtebaues gc- vorden ist. Mit der Zeft sank das System sogar zur Schablone herab. Es wurde daraus einfach schematisch ein Schachbrettmuster, hier und da von einer Diagonale durchzogen, über das aufzu- (chließende Gelände gelegt ohne Rücksichtnahme auf dessen Beschaffenheit, ob es eben oder hügelig war. Das letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts brachte dann die Reaktion. Sorgfältiges Studium der Pläne der Städte dcs Mittelalters hatte zu der Erkenntnis geführt, dast die malerischen und schönen Gruppierungen, die die anscheinend so unregelmässig gebauten alten Städte aufweisen, zum grasten Teile durch genaue Anvassung an die örtlichen Geländeverhältnisse, sowie durch schöne, geschlossene Straßen« und Platzsvrmen herbeigeführt sind. Dem gradlinigen System folgte nun die Unregelmäßigkeit, lind zwar stellenweise bis zu einem Grade, daß sie nicht nur allen ästhetischen Grundsätze» Hohn sprach, sondern auch die Forderungen des Verkehrs unberücksichtigt liest. Allmählich brach sich aber die Erkenntnis Bahn, dast man mit der Anwendung dcs mittelalterlichen Baustiles den modernen Berkehrsverhältnissen zu wenig Rechnung tragen tonne, llnfere modernen Städtebauer suchten nun den einzig vernünftigen Weg einzuschlagen, unter Verureidung jeglicher Theorie den Plan so zu entwerfen, daß er aus möglichst einsache, praktische und ansprechende Weise den Anforderungen des Verkehrs und der Hygiene . sowie den Bedürfnissen derjenigen entspricht, die in den geA planten Straßen wohnen sollen. Der erfahrene Städtebauer wird heute, an der Hand eines genauen Planes und jnach eingehendem Studium der örtlickxm Verhältnisse, die Stadt und ihre zukünftige Entwickelung und Be- dürfnisse zunächst genau kennen zu lernen suchen. Er weiß, dast von der Gründlichkeit dieser Vorarbeiten der wirtschaftliche Erfolg seines Planes abhängt und dast es seine Pflicht ist, Individualität und die Poesie der Stadt zu erhalten und auf ihre Erweiterung zu übertragen. Seine Planung wird durch einfache und klare Grundgedanken geleitet werden, wodurch sei» Entivurf übersichtlich wird, eine Eigenschaft, die wir bei unseren modernen riebau- ungsplänen sehr häufig .vermissen. Die Schönheit des Regelmäßige,I kommt wieder zur Geltung. Im Interesse der .Hygiene must für eine reichliche Durchdringung des Straßennetzes mit möglichst zusaminenhängenden Grünanlagen Vorsorge getroffen werden. Dem gesteigerten Wohnbedürfnis ist durch eine gestaffelte Bauordnung Rechnung zu tragen. In Vororten, Dörfern und Kolonien können die Wohnstraßen, obgleich man auch hier alle zwecklosen Schlangenlinien und Schnörkcleien, die den Ordnungssinn beleidigen, zu vermeiden hat, in freier Anlage dem (tze- lände angepastt werden, während in Großstädten, sowie bei Hauptstraßen, Verkehrsrücksichtcn die ausschlaggebende Rolle spielen müssen. » ** Aufwandsentschädigungen für Mili- tärpersonen. Die Bestimmungen über Auswands Entschädigungen an Familien für im Reichsheer, in der Marine oder in den Schutzlruppen --ü»llt,: Söhne haben allgemein ein freudiges Echo erweckt, wird doch so mancher sinnen Witwe oder einem armen Elternpaar, die schon mehrere Söhne zum Dienst für das Vaterland gestellt haben und seither erhebliche Aufwendungen machen mußten, über manche Sorge hin- weggeholsen, falls sie Anspruch auf Gewährung der Entschädigung machen können. Doch zeigt das Gesetz auch verschiedene Härten und hat bereits zu berechtigten Klagen geführt. Rach ß 2 des Gesetzes haben Anspruch auf Auswandsentschädigung die Eltern beziv. Stiefeltern, oder Großeltern, falls die Ellern oder Stiefeltern nicht mehr am Leben sind, oder eines der überlebenden Eltern- oder Großelternleite. Nicht selten kommt es aber vor, daß Soldaten ihre Eltern und Großeltern durch den Tod verloren haben und von ihren älteren Geschwistern, bei denen sie bis zum Eintritt in das Militär in häuslicher Gemeinschaft gelebt und zusammen gearbeitet haben, (wie z. D. in der Landwirtschaft), während der Militärzeit unterstützt werden müssen. Da schon mehrere Brüder ihrer zwei- oder dreijährigen Militärpflicht genügt haben, waren auch hier die Voraussetzungen zur Aufwandsentschädigung gegeben: aber die Geschwister können keinen Anspruch darauf erheben, weil nur die Eltern, bezwi Stiefeltern oder Großeltern berechtigt sind, den Anspruch geltend zu machen und nicht die Geschwister, trotzdem sie ebenso wie die vorgenannten. Aufwendungeil für ihren Bruder machen müssen. Vielleicht ergibt sich im Laufe der ersten Auszahlungen von Entschädigungen und den vielen berechtigten Klagen eine baldige Erweiterung der Bestimmungen, damit die angeführten Härten beseitigt werden. ** Der Hessische Sparkassenverband hielt am Samstag und Sonntag nach einem vorausgegangeiien Bcgrüßungs- abend seine 19. Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Geh. Justizrales Mickel (Tarmstadt! in den Räumen des Stadt. Saal- ba»es ab. Bon 32 dem Verband angehörenden Kassen waren 31 vertreten. Von Seiten der Regierung waren anwesend: Ministerialrat Hölzinger und Regicrungsrat Matthias, für die Stadt Darmstadt Beigeordneter Baurat Jäger. Auch Graf Solms-Laubach, Vertreter der Landwirtschaft-kanimer, der LaiEcshvpvtheken- bank, des Heffen-Nasia' ischen Tpa.Ia ienverbandes als Kassel, Hers» scld und Wiesbaden usw. wohnten der Versammlung bei. Nach der Begrüßung wurden der durch den Vorsitzenden vorgetragcne Geschäftsbericht, sowie die Rechnung und der von Derbandsrevsiar Georg erstattete Revisivnsbericht genehniigt imd dein Vorstand Entlastung erteilt. Mit Interesse wurde der Bericht des Vertreters der Hessischen Landeshypothckenbank, Geh. Finanzrat Bastian, entgegengenommen. Bürgermeister Dr. Wevers -Worms» berichtete dann über die erfolgreiche Tätigkeit der für Einführung deL Giroverkehrs eingefctzlen Kommission. Hieran schlossen sich eine Aussprache über die Arbeitsgemeinschaft der Sparkassen mit der öffentlichen Lcbenzpersichcrung und eine freie Besprechung von Fragen und Erfahrungen aus dem praktischen Sparkaffenverkehr. Zum Ort der nächstjährigen Hauptversammlung wurde Alsfeld bestimmt. An die Verhandlungen schloß sich ein gemeinsames Fcst- effcn. Mit der Versammlung war eine sehr interessante Ausstellung von Schreib- und Additionsmaschinen, Schreibmaterialen usw. verbunden. Am Sonnlag wurden die verschiedenen Ausstellungen besucht. ** Warnung. Die „Nordd Allgem. Ztg." veröffentlicht folgende wok.langebrachte Warnung für deutsche Frauen und Mädchen, die nicht oft genug erhaben werden kann: „Ein kürzlich ly Spanien vorgckommener Fall hat anss neue gezeigt, dast unsere deutschen Frauen und Mädchen, die als Erzieherinnen. Lehrerinnen, Stützen usw. in die Fremde gehen wollen, bei der Annahme von Stellungen im Anslande nicht imnier genügend Vorsicht obwalten lassen. In der Oefsentlichkeit kann daher nicht oft genicg vor zu großer Vertrauensseligkeit gewarnt werden. Rur allzu häusig verpflichten sich solche Stellungsuchendcn auf unbestimmte Versprechungen und unklare Hosfnnngen hin. Nach kurzer Zeit folgt dann die Enttäuschung. Die angeblichen Versprechungen werden nicht gehalten, es konimt zum Streit mit der Herrschaft, und meist stellt es sich dann heraus, dast bindende Abmachungen über Kündigung, Pfiichtciikreis namentlich auch hinsichtlich Bestreitung der Reisekosten, nicht vorhanden sind. Wird dann die Hilfe des deutschen Konsulats in Anspruch genommen, so kann auch dieses, dem ja keine Zwangsmittel gegen die Dienstherrschaft zu Gebote stehen, in der Regel nichts ausrickten. Gewöhnlich endet die Sache da- tnit, daß die Betreffende die stelle verliert, nur zu oft in bittere Not gerät und auf die Mildtätigkeit ihrer Landsleute angewiesenj ist Deutschen Frauen, die in Spanien Stellung suchen, tann nicht dringend genug angeraten werden, bevor sie die Reise dorthin antreten, sich mit ihrer künftigen Dienstherrschaft in genauer und zweifelsfreier Weise über die Bedingungen der Anstellung zu einigen. Es ist freilich begreiflich, dast Stellirnglinchende, die vielleicht froh sind, nach langem Bemühen einen Platz gefunden zu Ihaben, sich ungern dazu verstehen, mit Nachdruck auf die schriftliche Festlegung der Ansiellungsbedingungcn zu dringen. Aber diese an sich verständlickze Scheu sollte überwunden werden, auch wenn es sich um eine sogenannte „feine" Familie handelt. Denn bekanntlich stimmt gerade in den südlichen Ländern Europas das äußere glanzvolle Auftreten mamlzer Familien nicht immer mit den Verhältnissen innerhalb des Hauses überein, und eben diese letzteren sind es, >denen sich die ausländische Angestellte gegenübersieht. Allerdings bringen viele von den jungen Mädchen. die in das Ausland gehen, zu wenig Anpassungsvermögen an die fremden Ver- hältniffc mit. Bevor sie in das Ausland gehen, haben sie nur immer das „Interessante", das der Ausenthalt in der Fremde bietet, vor Augen, namentlich wenn es sich um ein Land wie Spanien handelt, über welches in weiten Kreisen in Denffchland noch immer ein gewisser romantischer Nimbus verbreitet ist. Sind die Betreffenden dann im Ausland selbst angelangt, so sind die Illusionen bald dahin, und sie sehen nur die Schattenseiten. Es sind Fälle vorgekommen, wo solche Mädchen schon wenige Tage nach ihrer Ankunst zum deutschen Konsulat kamen und erklärten: So ein Lebm könnten sie nicht aushalten. Das hätten sic fick anders vorgesteltt. „Konsulat hilf!" - Solche Personen sollten gar nicht erst versuchen, sich außerhalb ihrer heiniailichen Grcnzpfähle eine Existenz zu gründen: sie sind nicht dafür geschaffen." ** A n gck fi s che r e i im R Hein. Die Frühjahrsschonzeit der Fische in den schiffbaren Flüssen Rhein, Alain und Neckar endete am 9. Juni. An ihre Stelle tritt von diesem Tage ab nur die wöchentliche Schonzeit von 'Sonntag früh 6 Uhr bis Montag früh 6 Uhr. In dieser Zeft ist fode Art des Fischfangs — auch für Berussfischer •— im Gebiet des Grostherzogtnms Hessen verboten. — Die auf dir Eingabe des Hessischen Anglerbundes an die Zweite .Kammer der Stände bctr. Angelsischerci ini Rhein ergangene ablehnende Regierungsaiilwort besagt, daß ein Vergleich Hessens mit den Verhältnissen in Preußen wicht angängig sei, weil in Preußen dos »Recht zum Frefangcln i« schiffbaren Flüssen und Strömen nicht bestehe. Das Verbot des Betretens der Stromregulierungswerke lKribben, Buhnen usw.) sei im Interesse dcs Schutzes diesm Werke gegen »Beschädigungen allgemein erlassen worden. Der Ausschluß lebender, toter und künstlicher Fischchen als Köder der Angel sei deshalb angeordnet worden, »weil die Verwendung solcher Köder, namentlicki auch die als Tierquälerei erscheinende .Verwendung lebender Fischchen durch das Wcgfongen wertvoller großer Fische den Fischcrei- züchtcrn großen Schanden verursacht lzabc. Das Verbot des Fischfangs während der ganzen Frühjalzrsschonzeit (9. April bis zum 9. Juni! könne nicht erlassen werden, Iveil die Schonzeit der Fasche Und die in ihr gestatteten Ausnahmetage sich ans ein lieber- einkammen zwischen Hessen und Preußen gründet und weil ein Verbat des Fischfangs während zweier Monate das Gewerbe der Bernssffscher sck»ädigen würde. Der gesetzgebende Ausschust der Zweiten Kammer schtost sich der RegiernngSantwort in vollem Umfange an und beantragt, beim Plenum die Eingabe dcs hessischen Anglerbnndcs für erledigt zu erklären. ** Ein weiblicher Schützenkönig. Ans Gelnhausen wird uns geschrieben: Eine Sonderstellung unter den deutschen Schützenkorporationen nimmt seit kurzem ohne Zweifel der Schütze nverefti des benachbarten Wächtersbach gen, der sich anläßlich seines jüngsten Schützenfestes einen weiblichen kkönkst erwählte. Zur Ueberraschung aller gab nämlich beim Königs» schicßen das Mitglied Frau Kolb, die sich in scharfer Konkurrenz mit den besten Schützen dcs Vereins besaich, aus dsi Königsschcche den besten Schub ab. Frau Kolb handhabte die Flinte mit bewundernswerter Sicherheit, und so mußten sich die Vertreter des starken Geschlechts schließlich als gesclzlagen bekennen und die Königswürdc diesmal loeiblichen Händen anvcrtrauen. Eine selbst im Zaftalter der Frauenbewegung nicht eben allläglicheErschcinung! ** Güterrechtsrcgister. Ernst Karl Theiß von Flensungen und seine El-efrau Katharine Theiß gcb. Frank lzaben Er- rungcnschastSgemeinschast nach den -Bestinimungen des BGB. vereinbart. — Der Landwirt Heinrich Köhler zu Manlbach und dessen Ehcsiau Atargaretc geb. (Söckucr haben dnrck, Eh.'vcrrrag vom 25. Februar 1914 für die güterrcckftlichen Verhältisiffc ihrer Ehe die Errungenschaftsgememschaft dcs Bürgerlichen Gesetzbuchs »er« eiubart. *° Konkurse i» Hessen^ lieber das Vermögen der Firma Ludwig Bode n hei in er, Eckiiihwarenhaiidluiig in B ad- N anbei m, wurde am II. Juni 1SI4 das Konkuisversaliceii eröffnet. Ter Sieckilsaiiwalt inidNolar Stahl in Bad-Nauheim wurde zum Konkiirsoerwalter ernannt. KonkurStorderungeii sind bis zum 30. Juni 1914 bei dem Gerichte aiiziimeldeir. Kreis Alsfeld. di. Vadenrod, 14. Juni. »Der hier bei Landwirt Albert Scrth bcdienstetc Knecht Kaipp von Wallenrod wurde von einem Pscrde geschlagen, sodaß er nacki Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. Die Verletzungen werden als gefährlich bctrackftct. Kreis Lauterbach. »»- H a r t e r s h a u s e n, 1ü. Juni. Bei dem gestern nachmittag niedergegangencn schweren Gewitter schlug der Blitz in die hiesige Kirche ohne jedoch zu zünden. Er zerstörte einen Teil des Mauerwerks und zertrümmerte ein Fenster. Der Schaden ist immerhin ziemlich hoch. Kreis Friedberg. r. Bad-Nauheim, 16. Juni. In der heute abgehaltenen Stadtverordnctcnvcrsamn, lung wurde folgendes verhandelt: Von der 3f-»:°iqen Anleihe wurden ausgclost: Lit. A Nr. 28 mit 2000 Mk., Lit. B 6t, 75, ,e 1000 Mk., Lit. 0 15, 20, 38, 99, je 500 Mk., Lit. D 56, 65, 78, 146, 172, je 200 Mk. — Ter Waldwirtschaftsplan für 1914/15 wird genehmigt. — Eine Satzungsänderung wegen Ausschlag der Anlieger- bciträge und Bauvorschriften über die Benutzung von Straßen- gcländc finden die Zustimmung der Versammlung. — Die vorliegende Polizeiverordnirng betr. EinrichNing und Betrieb von Gast- und Schankwirtschosten niit besonderer Berücksichtigung der Betriebe in Kurorten wird befürwortet. — Ebenso ist die Versammlung bereit, die Eingabe des Gastwirtcvereins. der um Aushebung der F-cierabendstundc gebeten hatte, in der Weise zu unterstützen, dast die Polizei die Handhabung der Vorschriften sehr milde,aus- iührcii soll. — Für Herste lang der Reist- uich Forstlzausstraste »ii Chauffeban werden 8500 Mk. bewilligt. — Tie Stadt verpachtet dem Bahnfiskus aus jcderzcrtigen Wrdcrrus die Userbö- schungcn der Ufa vom LudwigSbrunnen bis zur Gemeiirdcgrcnzr gegen eine jährliche Anerkennungsgebühr von 50 Mk. Starkeilburg unv Rheinhessen. ch. B i n g e n , 15. Juni. Zur Freude der Käufer ist im nahen Sarmsheim ein Preiskrieg zwischen einem Metzger und eineni LandwiN ausgebrochen. Seit längerer Zeit kostete das Pfund Schweinefleisch dort 90 Pfg. Aus die Duucr wurde das jedoch einem Landmann zu teuer, sodah er sich cntschloh, chic Schweine selbst zu schlachten und auszuhmen. Das Fleisch verkaufte er zu 70 Psennig und erzielte trotzdem mehr, als ihm die Metzger gebotest hatten. Nunmehr hat sich der Metzger ebenfalls zu einem Prcis- abstchlag ciitschlicsten müssen. Er verkauft jetzt das Fleisch zu 6o Psennig für das Psund. ' Vereinsnachrrchten. Watzenborn, 15. Juni. Bei dem großen Gesangswettstreit in Nidda errang der Gesangverein „Germania" Watzenborn, dessen Dirigent Herr Georg Harnisch ist, in cher 2. Landklassc unter 7 Vereinen den 1. und Ehrenpreis mit 227 Punkten. A Griedel, 15. Juni. Bezirk Friedberg vom Turngau Hessen hielt gestern uich heute sein Be z i rkst u rn f e st in Verbindung mit der Fahnenweihe des hiesigen Turnvereins ab. Sämtliche Vereine des Bezirks hatten Vertreter und Wett- turner entsandt. So kam die stattliche Zahl von 2t 1 Wcttnrnern zustande: Zöglinge waren es in der Oberstufe 73, in der Unterstufe 54. An dem Festzug beteiligten sich 30 Vereine. Präsident Zeiß begrüßte die Gäste, Fräulein M. Reul sprach ein Festgedicht lind übergab die von Frauen und Jungfrauen gestistcle Fahne, Fahnenträger Sauer übernahm sic mit deni Gelöbnis deck Treue. Die Weihcredc hielt Pfarrer Egel Hof. Im Namen de» Gaues Hessen überbrachte Tuniwart Günther -Marburg Glückwünsche. Die 211 Wetturner führten dann ihre Stab- und Freiübungen und eine Mädchenabtisilung einen schönen Reigen vor. Die Preisvcrteilung zeitigte folgendes Ergebnis: 1. Preis mit 81.5 Punkten Hch. Oesterling-Friedberg, 2 mit 79,5 P. Fr. lstrieß Bad-Nauheim, 3. mit 78,5 P. K. Gebhardt-Butzbach, 4. mit 73,5 P. K. Hossmann-Friedherg, 5. mit 72,5> P. I. Fleischauer- ,Bad-Nauheim, 6. mit 72 P. Lang-Lang-GönS, 7. mit 71 P. Otto Heidt-Lang-Göns, 8. mit 67.5 P. I. Schcll-Friedbcrg und T. Petric-Torn-Asscnheim, 9. mit 67 P. Wilh. Schmidt-Torn- Assenhcim. 10. mit 65.5 P. R. SvieS-Lang-Göns, 11. W. Kost- Nieder-Wöllstadt, 12. A. Hilbert-Bad'Nauheim und W. Textor- .Kirch-Göns, 13. K. Gries-Griedel, 14. R. Est-Dorn-Assenheim, 15. G. Eichler-Dorn-Assenheim, 16. I. Falk-Steinsurth, 17. W. Rcitz-Holzheim und Hch. Edler-Butzbach, 18. I. Hest-Blld-Nauheim und K. Jstlieim-Grüinngen, 19. G. Reul-Griedel, 20. Hch. Reul- Griedel, 21. Hch. Jung-Grüningen, 22. Hch. Bommersheim-Dorn- Assenheim und G. Heuser-Nieder-Weisel, 23. P. Röder-Butzbach und I. Mathäus-Nieder-Weisel, 24. R. Mnth-Bad-Naiiheim, K. >i»rausgrill-Nieder-Weisel, F. Streb-Griedel und P. Heidt-Butzbach, 25. L. Bender-Grüningen und 5z. Mathäus-Nieder-Weisel, 26. E. Jung-Holzheim, G. Hilgcnberg-Friedberg, Hch. Bcckcr-Grüningen und K. Jung-Nutzbach, 27. R. Wissig-Kirch-Göns, 28. W. Tein- Gambach und Karl Klotz-Holzheim. 29. Kar! Pyilippi-Stciiifurlh und H. Gatzert-Kirch-Göns, 30. O. Hitzcl-Münzenberg, 31. W. Brückel-Lang-Göns und Fr. Kühtrog-Steinsurth, 32. Hch. Müller- Steinsurtb. — Zöglingsturncn. 1. Preis 84,5 P. L. Langs- dorf-Bad-Nauheim, 2. 79 P. Wilh. Batz'Bad-Nauheim, 3. 76 P. W. Stoll-Lana-Göns, 4. 73.5 P. Will,. Schotthes-Rockcnbcrg, 5. 73,5 P. H. Hüttge - Lang-Göns, 6. 68 P. G. Ambronn - Nicder- Wöllstadt, 7. 66 P. F. 5zöres-Friedberg. 8. 6»ö,5P. W. hosmann« Nirch-Göns, 9. 64,5 P. H. Geck - Ober-Mörlen, 1V. (53 P. E Ebert ii. HchvScharnicnin-Butzbacki u. K. Sck:atz-Obcr-Mör!en, 11. K. Gil- beri-Grüningen und W. Rühl-Kirch-lstöns, 12. A. Bechlold-Nieder- Wällstadt, und K. Kbaff-Holzheim, 13. O. Wächtiwshäuser-Kirch« lstöns, 14. jO. Boiler - Lang-Göns, 16. W. Maas- Torn-Aisenh.ini, 17. R. Bangel-Wölfershcim, 18. A. Riberzick-Dorn-Asscnheim und A. Hilgcnberg-Friedberg, H. Psesscr-Bad-Nauheim, 20. G. Pfeffer, Bad-Nauheim, 21. K. Jung-Holzheim, W. Hartmairnshenn-Ost- heim, H. Rupv-Friedberg, W. Herbcl-Lang-Göns, 22. P. Walter- Nieder-Mörlen, 23. R. Wistner-Gricdcl, 24. H. Balzer-Nieder- Wöllstadt, 25. O. Wefl-Lang-Osöns, 26. K. Räder-Ostheim, 27. I. Mohr Gamhach, 29. G. Birkenseld-Rockeicherg, P. Mandler-Nieder Weisel, 30. W. Lobmann-Butzbach, 31. A. Mohr-Ostbeini. — Der Tmrnusklub „Wctterau" und Zwcigvercin Friedberg - »Bad-Nauheim des V. H. C. unternahm seine diesjährigq zweitägige Bcrcinswandermrg in den Spessart und an dev Main. wandern und rreisen. ** V. So. E. Bon der Dfll in das obere Lalmtal wandelten am »Sonntag 60 Mftgliedcr des Vogelsbcrgcr Höhenklub, Zweigvcrcin Gießen, anläßlich der 3. Dercinswondcrmig. Von Nicdcrschijd ging cs zunächst noch Lhcrschctd, hinter dem der Mffticg gleich ^rSfttg emsctzte und Wer tz Stunden forid-ruerte. Reichlich ent- schädrgt für den etwas mühseligen Weg durch den großen Scheldcr Wald wurden aber die Teilnehmer durch die entzückenden Ausblicke auf die nahen Wcsicrwälder Berge, Täler. Schluchten und freundlichen Dörfchen, die sich sehr oft dem Auge boten. Nachdem man unterwegs aus einer blumigen Heide und nachher m Frechenhausen gerastet hatte, führte der Weg teilweise wieder durch prächtigen Hochwald nach Nicder^Eisenhausen, wo der Kaffee eingenommen wurde, der von schmucken Mädchen in der kleidsamen Hinterländer Tracht kredenzt wurde. Ein plötzlich eintretendes Gewitter, dos sich ziemlich lange in de» Beigen des Hinterlandes, in dessen Bereich man nimmehr gekommen war, aufhielt, veranlagte die Mehrzahl der Wanderer, von hier die Balm zu benutzen, während ein kleiner ^Te,l noch den zweistündigen Marsch, der ebenfalls land- schastlichc Schönheiten bot, zum Endziel Biedenkopf anlrar. Nach einer fröhlichen Tagung von einigen Stunden im Restaurant Balbach, wo man vorttefflich aufgehoben war, erfolgte die Heimfahrt. Sport. — Gießen, lö. Juni. Am Sonntag spielten i» Marburg zwei Mannschaften des hieiigen Sportvereins ,M e r k u r* gegen die l. tmb 2. Mannscbait des dortigen FnßbaltvereinS ,Ger- in ani a'. Zuerst traten sich die 2. Mannschaiten eiitgeqe». Dieses iirptes, weiches im Bortampf von Marburg mit <: 1 Toren gewonnen wurde, koiniie dort aut ungeivohniem Platze l t l nnent- Ichieden ansgeiochten werden .Merkurs* Mamischiit hatte sich in der Zwischenzeit schön cinqcsviett Nach diejein Spiele traten sich die I. Mannschalten aegenüber. Gießen, obwohl von Marburg ols die bessere Mannschaft anerkaniit. hotte mit viel Pech zu nrbeüen durch das Rcgeuivetter und da? aul dein Platze viel zu hoch stehend« Gras, ivodnrch eine regelrechte Baltbchaiidluiig uiiniöglich war. Nach ziemlich vkrieilten, Tvieie endete das Treffen 2:0 iür Marburg (Halbzeit 0:0). Vorsviet 4:4 zinent'chieden.) — Am vergangen«» Sonntag svietle die 2. Maniischait de? Gießener Ballspiel-llitibs von 1914 gegen den Verein I n r R n I e » s p i« l e. Da der Verriu inr Rasensviele >»it einer sebr verslärkieil Mannschait und de, Ballsviel-Klub mit ziemlich Ersatz anirai, nmßte sich der Ballsviel-Klub nach überlegenem Spiele seiiien, l^egner mit L:2 beugen Halb,eit 4: !. — Der Gießener Radsahrer-Vcrcin 1d85 errang bei dem Radsahrerscst Nt Kirchhain in der Dauerfahrt über 90 Kilometer unter starker Konkurrenz den zweiten Preis. Ferner erhielt der Verein im Preiskorso den ersten Preis. Bad-Nauheim, 15. Juni. Das Hockey-Wettspiel des „Sportklubs München" gegen den „Deutschen Hockey, klub Hannover" gelangte am letzten Sonntag auf dein Golfplatz zum Austrag. Wenn der Besuch des Platzes auch durch Ge- mittcrregen beeinflußt war, so hatten sich trotzdem zahlreiche Liebhaber und Freunde dieses interessanten Rasensports eingciunden, darunter Fürst und Fürstin zu Sol ms-Lick» mit Familie. Wohl die beiden besten Mannschasten Deutschlands matzen sich hier. In den beiden vorigen Jahren hatte der D. H. C. keine edenbürligeu Gegner, er zeigte diesen gegenüber eine so viel bessere Schulung und Disziplin, daß feine Ueberlegenhcit von Anfang an zu sehr hervortrat, als daß die Spannung, >ver als Sieger hervorgehen könne, andauern konnte. Diesmal Ivar cs anders und es entwickelte sich rin höchst interessantes, alle in Spannung haltendes Weitsvicl. Der „Münchener Sportklub" war dem „D. H. G." immer dicht ans den Fersen und cs hing ost an einem Faden, wenn die Münchener nicht das Tor schossen. KVmt es trotzdem dem D. H. C. gelang, 6 Tore gegen 1 zu schienen, so schreiben wir dies den vorzüglichen Stürmern dieser Partei uud dem mit großer Geschicklichkeit und bemerkenswerter Ruhe sein Tor verteidigenden Torwächter zu. Sehr gut gesieten uns denn D. H. C. die Verteidiger, von denen besonders der Mittelmann aufficl. Von den drei bisher in Bad-Nauheim abgc- lialtenen Hockey-Wettspielen war dieses das weitaus spannendste. 5!3ie wir hören, will der Münchener Sportklub sich im nächsten lJ.ahr hier wieder mit dem D. H. C. messen und hofft, bis dahin ^ne Mannschaft zu bringen, die die diesjährigen Selzarten aus- tvctzen kann. --- Moskau, 16. Juni. Bei dem vom ersten Maskaucr Automobilklub gestern auf der bekannten Rennstrecke bei Moskau ycranstalteten Werstrcnnen siegte Kavzow auf Opel-Pupp- chen 5 /u PS- in der ersten Tourcnwagenklasie. In der Rcnnwagcn- klasse siegte Scherupeukow in einem Opcl-Vierliterwagen mit 140 Kilometer Geschtvindigkeit. ft'Mflidiijfflfert. Berlin, 16. Juni. Das Marineflugzeug „D. 20" ist gestern nachmittag bei Helgoland abgestürzt. Verletzt wurde nieniand. Die Nachrichten über einen weiteren Unfall eines Marineslugzeuges sind unzutreffend. Gictzcncr Strafkammer. Gießen, 16. Juni. Verglichen wurde im Einverständnis mit der StaatSanwaitt'chast eine Belci- digungsfachc gcg,m den Architeften M. aus Gießen. Der Angeklagte hat die beleidigenden Aeußernngen mit dem Bedauern als auf falschen Informationen beruhend zurnrkgenommcn. Freigesprochen wurde ein l7iähriger junger Mann 2. aus Lich von der Anklage des SittlichkeiiSvcrbrcchcns. Die Verhandlung fand wegen Gefährdung der Siltitchkeit unter Ausschluß der Oeffentttchknt statt. Freigesprochen wurde auch ein früherer Fuhrmann, jetziger Taglöhner M. aus Weisenau von der Anklage der Psandveräusernnz. Ec sollte eine,! durch den Gerichtsvollzieher gepsänbetcn Wagen verlaust haben, jedoch komitc ilyn die Keanmis Volt der Psändicng Nicht nachge- wicsen werden. _ n stand in der Person der Ehefrau Marie d. geh. Schn, von Krofdorf vor Gericht. Sie hatte in einem hiesigen Rcstegcichäft, während andere Kauflustige bedient Ivurben, Stoffreste im Werte von 19 Mk. enttvendet. Der Diebstahl wurdc^abcr rechtzeitig entdeckt und ihr die Stoffe ,nieder abgenominen. Sie war heute reumütig geständig und wurde in eine Gefängnisstrafe von zlvci Tagen verurteitt. Unwetter. B. Alsfeld, 18. Juni. Alltäglich wird unsere dlegcnd von Gewittern heimgrsucht. Heute nachmittag entlud sich gegen 4 Uhr wieder ein solches, begleitet von einem wvllenbrucktzirtigen Regelt. Die Wasfcrmengen verwandelten unsere Stadt an den ttesgctcgcncn Stellen zu Seen und füllten die angrenzenden Hosrciten. In der Hosreite des Landwirts Gustav Stcuernagel schlug der Blitz in den Stall und tötete eine Kühe, zündete aber glücklicherivcise nicht. In dem benachbarten E i (a wurde eine Hosreite durch Blitzschlag in Flammen geletzt, wie dies auch in Storndors am Donnerstag geschehen ist, wobei drei Hosreite» cingeäschert wurden. Lautcrbach, 16. Juni. Ein schtveres Unwetter mit starkem Hagel und wolkenbruchartigem Regen ging heule nachininag »wischen 3 und 4>? Uhr über die hiesige Gegend, das im Felde und besonders ft> den Gärtrn großen Schaden anrichtetc. Tie Straßen der Stadt waren streckenweise vollständig überstutct und das Walser drang in den lies gelegenen Testen in die Keller. Von drn Höhen strömte das Wasser in Bächen über Accker lind Wiesen nach der Lauter, die alsbald aus ihren Usern trat und den Wicsengrund nach Angersbach in einen See vcrloandelte. An dem Bahnübergang der Schützer Straße war der Bahnlörper am etwa 100 Meter überflutet und die Schienen mit Schlamm bedeckt, so daß der gerade von Fulda kommende Güterzug Hallen mutzte, bis die Schienen ausgerauml ivaren. Ter Blitz schlug mehrmals in die elektrische Lestung der Stadt ein: viele HauSleitungen sind beschädigt. Am schlimmsten scheint das Unwetter in nördlicher Richtung gehaust zu haben, wo noch nach 2 Stunde» geschlossener Hagclschlag an- zutrefsen wir. Sb das Unwetter durch die häufigen Blitzschläge im kreise sonstigen Schaden an Gebäuden verursachte, ist noch nicht bekannt. Rach alter Sitte spielte auch diesmal die Stadtkapellc nach dem glücklichen Verlaus des Gewitters vom Kirchturm den Ehoral „Nun danket alle Gott". Hnioer{itätKacbrid>(m. Heidelberg, 16. Juni Heule tritt) 7 Uhr ist Gel eiinerat Proieffor Tr. Ferdinand Kehrer, der trübere Leiter der Frauen- klinik der Heidelberger Universität, im Atter von 77 Jahren gestorben. — Die Privatdozenten in der Leipziger medizinischen Fakultät, Stabsarzt Tr. med. Richard Secfelder, Assistent an der Augenklinik, Dr. Florus Lichtcnftcin, Assistenzarzt an der Frauenkttnik und Dr. Ernst Heller, Lberarzt an der chirurgischen Klinik, wurden zu außcrctatsmäßigcn a. o. Proscssoren ernannt. — Tic Universität Königsberg i. Pr. zählt in diesem Semester 1543 immatrikulierte Sttidierende. Dazu kommen 94 Hörer. Tie Gesamtzahl der Berechtigten ist msthin 1637. vermischte». * B e r g r u t s ch In der Nähe von S t. Goar wir insolge der vielen Niederschläge ein Bergsturz erfolgt. Nachdem die Aufräu- mungsarbcitcn schon säst beendet loaren, seyte sich das Gestein nochmals in Bewegung und es erfolgte ein abermaliger Ber g - st u r z. Ter kurz darauf durchfahrende Eilzug Köln—Kreuznach konnte glücklicherweise noch zur rechten Zrft znm Sichen gebracht werden. Ter Zug fuhr zurück und wurde auf das Talgeleis um- gcleitet. Mit einer größeren Verspätung konnte er sein Ziel erreichen. * Jugendliche Erfinder. Die moderne Jugend übt sich nicht nur im Ersinden, sondern zugleich auch im Gründen. Nickst olme Stolz berichten amerikanische Blätter, das, ein sünszehn- sährigcr Junge aus Pittsburg. A. M. O'Ncill gemeinsam mit seinem Schulkameraden Cornelius Vanderbilt tun., der 16 Jalzrc zählt, ein neues Wasserflugzeug crsunden hat. Die jungen Erfinder sind überzeugt, daß ihr Fahrzeug bestimmt ist, im Flugzeugbau eine große Rolle zu spielen: sie behaupten, durch den Einbau eines besonderen Stabilisators am Deck des Flugzeuges eine Vorrichtung gefunden zu haben, die bei plötzlichen Böen als Lnftbremse wirkt. Als tüchlige ilingc Amerikaner begnügten sich OMest und der junge Vanderbilt jedoch nicht mit dem Erfinden, sondern sie gründeten gleist) eine Gesellschaft zuni Zwecke des Baues von ihren „Lustbooten". Präsident der Gesellschaft ist der junge A. M. O'Neill. Vizepräsident Cornelius Vanderbilt jun., als Kassierer aber und als Finanzmann engagierte man den alten Vanderbilt, was zumindest praktischen Sinn und Menschenkenntnis verrät. Das Flicgkboot bat auf der Wasserlinie eine Länge von 20 Fuß, im Ganzen 34 Fuß, und der Boden ist so gebaut, daß nach dem Empvrsteigen des Bootes während der Fahrt das Wasser nicht als Widerstand wirkt und das Fliegeboot vollkommen sreigibt. Das Fahrzeug erhält einen 100 II? Motor und verfügt über eine Kabine sür zwei Personen. Die Fabrik der jungen Ersjnder ersteht in der Nähe von Beauniaris am ckstuskoka-See in Kanada, wodin das von L'Ncill kostrnuiertc Modellboot bereits abgejaudt ist. Märkte. # d&ifftcti, 17. Juni. Die Feltviebpretse in unserer Stadt stellen sich: Ochsen Mk. 88—90, Rinder Mk. 84—86, Kühe (mittlere Qualität) Mk. 70—72, geringere Kühe Mk. 62—64, Kälber Mk. 82—84: Schweine: Fleijchivare unter 2 Zentner Mk. 5b—57. über 2 Zentner schwere Tiere Mk. 50—52, Sauen 'litt. 46—48. Die Schmeinepreise haben nach Lage der Verhältnisse vorerst keine Rus-- sicht, wieder in die Höhe zu gehen. Die Megger, nicht nur allein in Giesten, klagen ungemein über einen starken Rückgang im Bedarf an Schweinefleisch und Wnrstwaren. Tatsache aber ist auch, dag bei den billigen Preisen für Schlachtschweine auf dem Lande stark für Giehener Familien geschlachtet wird. B. Laubach, 16. Juni. Der heutige Schweine» und K r ä m e r m a v f t hatte einen guten Besuch von hier und der Umgegend zu verzeichnen. Es waren 847 Stück Jungvieh aufgekahren worden. Im Kaufpreis stellte sich das Paar Läufer auf 40—70 Pik. Tie Ware gina gut ad, so daß der Vorrat nahezu verkauft wurde. fo, Frankfurt a. 12. Juni. Heu- und Strohmarkr. Ungefähren waren 7 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für veu 3.00—:'.,60 Mk^'Stroh (Kornlangstroh) 0.00—0.00 Mk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mark. 2llleS je 50 Kilo. Geschäft flott. — Die Zufuhren waren aus den Kreisen Friedberg, Hanau und Dieburg. le. Frankfurt a. M. Schwei nenrarktderi ch: vom 17. Juni. Äufgetrieben waren 1017 Schweine. Bollfleischige Schwei'ke von 80 bis 100 Lebendgewicht 44.00—47.00 Mk.. Schlachtgewicht 54.00—60.00 Mk^ vollfleischige Schweine unter 80 Lß: Lebendgewicht 44.00-46.00 Mk^ Schlachtgewicht 56.00-59.60 Mk.: vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 44,00—45.00 Mk^ Schlachtgewicht 50.00—56 ML.: vollfleischige Schweine von 120 bis 150 k? Lebendgewicht 14.0o—45.00 Mt, Schlachtgewicht 50—56.00 Mk. Bleidt Uebenland. 1c. Kraukfnrt a. M., 17. Juni. (Orig.-Tslegr. des „Gie^. Anz.-, dtlntliche Notierungen der heiltigen Frnchtmarktvreise. Weizen (hiesiger) Mk. 22.20—00.00, Kurhesüscher Mk. 22.25—00.00, Wetterauer Mk. 00.00 — 00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 18 50—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.00-18.00, Gerste. Franken, Pfälzer, Rier Mk. 17.5>»—18.00, Qaier Mk. 18.50—19.00, Mais Mk. 15.50-15.75, Weizenmehl 0 Mk. Oo.OO -00.00, Weizenmehl I Ptk. 00.00-00.00, Weizenmehl III Mk. 00 09-00.00, Rogqenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roggen.nehl 0/1 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenkleie Mk. 0.00—0.00, Weizenschalen Mk. 0.00—0.00, Roggen« fleic Btk. 00 . 00 - 00 . 00 , Malzkenne Mk. 00.0)—00.00, Biertreber 00.00-00.00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. BlleS per 100 k«r ab hier. fc. Frankfurt a. M., 17. Juni. tOrig.-Telegr. des .Gieüener Anzeiaers".) Kartoffelmarkt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Btt. 6.50-7.00, im Kleinhandel Mk. 7.50—8.00 für je 100 k£. Tic Marktpreise für Biest und Frucht und die ^iesrencr Fleisch- «nd Brotpreife am 15. Juni 1914. Schlcrchtviehpreife in F r a n t f u r t a. Dl. Fieischprkise in Bi «6 eit Ccljfcu 50 Kg. Schlachtgewicht ff, Kg. 38-90 3s> 64 —90 Ult. Kälber V, Kg. Schlachtgw. 75-93 Pf. ff. . 90—94 . Schweine I 1 /. . . 60-60 . ff. . 70 —90 . 6 etreidepreise ßr Mannheim Drotpreife in Gießer Weizeir 1o0 Kg. 2l.50- 22.00 ü)ck. ! Weißbrot 2.Kg. 62 6s 3ioggeu 100 Kg. 18.25 —18.50 Mk. sSchwarzbrot 2 Kg. 54 Psg. Wöcyentl. Uedersicht der Todesfälle i. d. Stadt Kietzen. 23. Woche. Vom 31. Piai dis 6. Juni 19U. Einwohnerzahl: anqenonnne» zu 3S S10 linkl. ISÜi) Mann Militär). CtcrdttchkeitSziffer: 17,38°/,. nach Abzuq von L öttsirr-nd«»: 7,90 Kinder Es starben an: Zusau»»«»: Erwachsene: inl vom 1. Lebensjahr: 2.—1ö. Jahr : Divlstberie 1 — — i Tuderkulofe 2(2) 10) — i (i) Lungenentzündung 3 2 1 Stblaaairfall 2'2) 2 ( 2 ) — — Vervnglückuirg 2(2) 2(2) — — Hgi.Ikiantheii 1 — 1 — Eunima: II (6) 6(3) 3 3(1) .A n m : Die in Klammer» gesetzten Ziffern geben an, wie viel 1er Todessälle in der betrcsscndei: Krankheft auf von auswärts nach Gießen gebracht« Kranke kommen. Müllersche Badeanstalt. Wasierwärme der Lahn am 17. Juni 16’ R. Letzte nndtricbttn, Ein Wolkenbruch in Stuttgart, w. Stuttgart, 17. Juni. Sin Wolkcnbruch. der gestern über der Stadt und der Umgebung niedergcgangen ist. hat überall großen Schaden angerichtet. Das Wasser stand nicht nur in den Kellern, sondern vieljach auch in den Wohnungen des Erdgeschosses. Eine Eisenbahnbrücke wurde weggerissen und Straßenbahngelcisc sehr stark beschädigt. Die Felder waren teillveise einen halben Meter hoch überschwemmt. Viel Vieh ist nmgekommen. Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu verzeichnen. Verantwortlich für „Alls Stadt und Land" i. B.: K. N e u r a t b. Fevt >>t die richtige Jcit, Säuglingen statt der im Sommer gctabrbringendcn .Kudmiich das erprobte und seit SO Jahren sieiv bewährte Nestle sche Kindermebl zu reichen. Dasselbe bat den Vorzug. nmmnIS BerdaunngSilörungen zu verursachen, dagegen aber bereits beitedende Magenbelchwcrden ioiorl zu beicuigcn. Die von einem beruhmien Kinderärzte veriasiie Broschüre über die Ernäbrnn» und Pliege des Kindes versendet aus Wunsch gratis und srantö Nenlcs Kindermebl G. m. b. H.. Berlin IV. 37. !2v»z vr. Ostlrsr'z „Bacfeln" (gesetzlich geschützt!) 4048hT Ueberall zu haben! 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Gerichtsvollzieher. Blut ist ein ganz besonderer Saft sagt Mephisto in Goethes Faust. — Es kommt besonders auf die Beschaffenheit des Blutes an. Die fehlenden Stoffe muffen erseht werden- Naturreiner Tt-auhen- Saft ist das geeignetste Mittel 1 Flasche 1.26 u. 2.50.4'.i> m Reformhaus Ä erstklassige Systeme als Weck-Rex-Bade-Dujilex eis. Eininuchgläser Fruchtsaft-Äpparale Fruchtslift-Preffen Preß-Lncke empffchlt zur Saison in groffer Auswahl und zu günstigen Preisen |7120a WürBmimii HauS- und Küchenaeräte und ienba»dluna Telephon 1S5 Nenstad! 11 verschied. Systeme empfiehlt I. B. Häuser Neustadt 56. Tel, 660. Beste ^ Abseifbürsten, Schrubber Ausklopfer. Hand - Besen Ware Teppichbes.,Schraukbesen Teppich - Kehrmaschinen zu billigstem Kehrgarnituren, Portierenfeger, Federwedel, Pinsel Preise Möbel-nnd Kleiderbürsten Linnlenm-Bohuer, Wachs finden Sie Spülbürst. Spültüch. 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