Nr. 15? Erstes Blatt 9 164. Jahrgang Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, auber Sonntags. - Beilagen: viermal wöcbenrlich Oießener^amiUenblätter; «vermal wöchenll.Krrir- blaN sürden Kreis Ziehen (Dienstag nnd^reilag): zweimal monatl. Land« wirlschafttiche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüffe: für btc Redaktion 112, Verlag u. Expedition 61 Adresse für Depescben: Anzeiger ß das Aerovhon ohne weiteres Ucbertragungen zwischen beweglichen Stationen (Schissen. Acroplancn) ermöglicht und somit speziell eine Verwendung im Seedienste und zu Kriegszwecken vei- ckorlcht Die l»on Colin und Jeance erreichten Verbesserungen gestatten ein T elevlionieren dis aui 200 und mehr Kilometer unter be- anders günstigen Umständen, bis aus zirka 100 Kilometer bei normalen lieber tragungsverhältnissen. Der gegenüber allen anderen Systemen erst alte Fortschritt besteht in der Verwendung von sogenannten filtrierten Hertzwellcn, mit deren Hilfe ^sämtliche „Nebens- geräusche" zum Verschwinden gebracht werden, so daß die menschliche Stimme mit ihrer Klangfarbe überraschend klar zur Wiedergabe kommt. Man hat (wie dies bei den kürzlich zwischen Paris und Bowes, in l03 Kilometer Entsernung, gewechselten Gesprächen sestgfftellt wurde) geradezu den Eindruck, als ob sich die sprechende Person in unmittelbarer Nähe befinde. Man dars sich nach dem Stande dieser jüngsten Verbesserungen der sicheren Hoffnung hingeben. daß die allgemeine Anwendung der Telephonie ohne Draht bereits für die nächsten Jahre und in weitem Umfange bevorsteht; sind doch soeben Marconi Gespräche von London nach Berlin geglückt! — Eine Holberg-Uraufführung in Dresden. Aus Dresden, 12. Juni, wird uns geschrieben: Ludwig Hol- bergs Meislerkomödie „Herr Villgeschrey" oder „Der Mann, der keine Zeit hat" erlebte im Kgl. Schauspiel- hausc bei seiner Uraufführung in der famosen neuen Uebersetzung und Bearbeitung Karl Mvrburgers eine fiöhlicheAuferstehung. Die Hauptgkstalt mit ihrem ewigen Lärm um nichts, der Mann, der vor lauter unnützem Beschäftigungssinn zu nichts kommt, dabei aber reichlich Gelegenheit findet, das Haus auf den Kovi zu stellen und das größte Unheil anzurichlen — wäre nicht ein guter Hausgeist da — gehört zu den ganz echten komischen Figuren und sührt über alle Zcitsotire ins Menschliche hinein. Holbcrg bvlt zwar nicht das letzte heraus, aber er läßt diese Figur da mit so viel Witz und Laune und glänzender Thealerkunst agieren, daß er auch das moderne Publikum auss lusbigste zu untcrhalten- wciß Besonders, wenn er eine so seine Jntcrvretation wie am Dresdener Königlichen Schausviclltausc findet. Das effpicltc sich den vollen Ersolg damit, wie es den köstlichen Stil des Werkes zu wahren und doch lebendig zu sein wußte. Hanns Fischer, der auäi die Regie führte, gab die Hauptfigur nicht eben so wirkungsvoll als möglich, aber dafür mit um so feineren, lietcren Reizen. Tie Pernille, Alice Vcrdcus, stand ausgezeichnet an ihrem Platze, von dem aus sie die ganze Vcrwechslungssarce des Stückes herzhaft komniandicrt. Sind noch die wirklich entzückende Leonorc der Jenny Schaffer und die ungemein komische Haushälterin der Blcibtreu zu nennen, besonders aber Meyers Tchlaufitr, der in seinem halben Dutzend Veikleidungsrvllcn voll sprudelnder Laune war. Von G r i e g s orächtigcr Streichmusik der Suite im alten Stil „Aus Holbergs Zeit" akkomvagnicrt, wirkte die Komödie so frisch denn je und wurde bei ihrer Wieder- crstehung aufs fieundlichstc begrüßt- Alfred Günther. — Ein elsässisches Museum rn Nancy. Soeben ist in Nancy das „Elsässifche Museum" eröffnet, das aut Betreiben des M. Deutsch de la Meurthe mit Untmtützung der Handelskammer und zahlreicher sranzösischer und elsäliischer Persönlichkeiten geschaffen worben ist. Die „Maison Msaciemnt' ist cm kleines Kons, das ikrsprüngsich in Zügendorj stand und als ein wahres Juwel des elsässischcn Hausbaues aus dem 18. Jahrhundert gelten kamt. Las alte Bauwerk, das durch die Schönheit, die Anmut und die Einsachheit seiner Architektur entzückt, befindet sich numnchr bereits 5 Jahre in Nancy: es wurde seiner- zeit in Zützenborf sorgsam Stück tür Stück abgebrochen und zur Ausstellung in Naney wieder ausgeöaut. Mit leinen zierlichen Balkons und dem reizvoll absallenden Lache, mit der schön geschnitzten Tür Ntü> den kleinen mit holzgeschnitzten Pilastern geschmückten Fenstern erregte cs von Anfang an das Entzücken der Kenner. Natür.ich hat dies elsässifche Haus auch seine Geschichte, es trägt noch heute die Namen seiner ersten Besitzer, Harg Rcb und Margneritc Stoltz, und an der Eingangstür haben sich auch spätere glückliche Bewohner verewigt, Jakob, Moritz und 8lnna Marewitz. Schon damals bei der Ausstellung im Jahre 1908 entstand der Plan, dieses Juwel elsässischer ländlicher Baukunst in Nancy zu erhalten, und daraus entwickelte sich das Projekt eines ständigen elsässischen Museums. Das nötige Kapital wurde herbeigebracht, und nun enthält dieses clsässischc Haus von Nancy eine hübsche^ Sammlimg von Möbeln, Geräten und Religuien aus dem Elsaß des 18. Jahrhunderts. Da sieht man Spinnräder und Wcbevahmen, am Kamin stehen Bierkrüge, man sieht die schönen halzgeschnitzten Betten, die einfachen Stühle, Sessel und Bänke, alte Pendeluhren und alle die mannigfachen Geräte, die ein Haus wohnlich und gemütlich machen. Mit Stolz aber weisen die Franzosen darauf hin, daß nun gleich Straßburg auch Nancy sein eigenes „Elsässisches Haus" hat, das die Erinnerung an die Vergangenheit lind an die Kultur des Elsaß' künftigen Geschlechtern vor Augen sühren wird. " liiic» vj u c 11 ) euenrmais in Chicago. Unter großer Teilnahme fand am Samstag in Chicago die feierliche Enthüllung eines Goethedcnkmales statt, die sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung des Deutschtums m der Stadt Chicago gestaltete. Ter deutsche Botschafter Grat Bernstorff hielt eine Ansprache und legte im Namen des Großhcrzoqs von Sachsen einen Kranz an dem Denkmal nieder und drückte dem Denkmalkomitee das Interesse des Groß- Herzogs an der Einweihungsscicr aus. Auch die Straßburger Universität sandte ein tclegravhisches Glückwmischschrerbcn der LchiUcrvcrern der Stadt Frankfurt und die Akademie der Kumte m M ü n ch c n ließen Kranze an dem Denkmal nicder- legen. Professor Caruth von der Univeffität von Californien hielt die Festrede. Ter Ernwcihungssticr ging ein großer Umzug aller deutschen Vereine voraus. Der Schöpfer des Denkmals ist Professor Hahn- München. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schast. Der Kammervirtuofin Maria Wieck in Dresden ist der Titel Professorin der Musik erteilt worden. Sie ist 1832 tu Leipzig geboren. bcm fo ist. fährt Jaurüs fort, tlonn besteht zwischen Bivta ni und uns eine tiefe Kluft. Wie kommt cs dann, daß Oürunri den Beisbmd Retraults, Müloys und Augagucurs gefunden hat? Bi Viani erklärte einem Bericksterftatter, der ihn über die Frage des D r e i j das Großkreuz des Carolordens und dem russischen Gesandten Poklevsky das Großkreuz des Ordens vom Stern von Rumänien. Die Kotiopifdjfer Begegnung in amtlichem Lichte. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bespricht in ihrer Wochcnrundschau aucki den Besuch des Kaisers auf dem Landsitz des österreichisch-ungarischen Thronfolgers in Böhmen und erklärt u. a.: Es braucht nicht näher ausgeführt zu werden, daß ein Beisammensein von drei M a r i ne fachmän n ern, wie es der Kaiser, sein Wirt und der Großadmiral sind, auch auf den Inhalt ihrer Gespräche nicht ohne Wirkung gewesen sein wird. Hiervon abgesehen, müssen wir, in Uebereinstim- nrung mit der „Wiener Abendpost", die politischen Deutungen, die einige ausländisckie Blätter dem Kaiser- besuch in Konopischt unterschieben wollen, als irrtümlich bezeichnen. Der wirkliche Wert der Zusammenkunft tvird durch solche Enlstellungsversuche nicht berührt. Der Abschied. Konopischt, 13. Juni. Um 3 3 /i Uhr fuhren der Kaiser, der Erzherzog-Thronfolger, die Gräfin Hohenberg und die Gäste in den Schwarzwald, in das zur Konopischter Domäne gehörige Revier. Auf dem Hubertusschlosse wurde der Tee eingenommen. Der Kaiser stifte im Speisezimmer mit den höchsten Herrschaften, während die Gaste auf der Veranda des Schlößchens den Tee einnahmen. Um 6V< Uhr kehrten die Herrschasten nach dem Schloß zurück. Nach der Tafel verabschiedete sich der Kaiser in überaus herzlicher Weise von der Gräfin von Hohenberg. Dann verabschiedete er sich von den Gästen der Tafel und bestieg mit dem Erzherzog Franz Ferdinand, welcher Admiralsnniform trug, das erzherzogliche Automobil. Der Erzherzog geleitete den Kaiser auf den Bahnsteig. Der Kaiser dankte dem Erzherzog in überaus herzlicher Weise und gab seiner großen Freude und seinem Entzücken über den tvunderschönen Aufenthalt Ausdruck. Dann verabschiedete sich der Erzherzog zunächst von dem Staatssekretär von Tirpitz. Um 10 Uhr 50 setzte sich der Hofzug zur Fahrt nach Wildpark in Bewegung. Aus Albanien. Durazzo, 13. Jüni. Am Nachmittag forderte die Lokalpolizei den Bürgermeister Gicoraskowitsch auf, sieb aus deni Gendarmericposten zu stellen. Dann führte sie ihn in die Wohnung, in der auch sein Bruder wohnt, der Dolmetscher der russischen Delegierten beim internationalen Kontrollausschuß ist. Es wurde eine Haussuchung vor- genommeu, die nichts Belastendes ergab. Der Bürgermeister wurde im Hause seftgehalten, wo er sich einem Verhör unterziehen mußte. Die Polizei soll sich bei mehreren muselmanischen Zeugen erkundigt haben, ob es wahr sei, daß der Bürgermeister gesagt habe, die Aufständischen hätten recht, die Erfüllung ihrer Forderungen zu verlangen. Die Zeugen sollen geantwortet haben, sie wüßten nichts davon. — Der russische Delegierte des internationalen Kontrollausschusses begab sich zu Turkhan Pascha und protestierte lebhaft gegen das Vorgehen der holländischen Gendarmerie. Deutsches Reich. Die Jahresversammlung des Hansabun- d e s'. In Köln fand am Samstag in der Weickbunderusstel- lung die Jahreshauptsitzuug des Hansabundes statt. Der Präsident, Geheimrat Ri eher, gab einen Rückblick auf die fünfjährige Tätigkeit des Bundes und erklärte, wenn auch der Hansabund für die Erhaltung der jetzigen Schutzzollpolitik eintrete, müsse er doch den von mehreren Seiten geforderten lückenlosen Zolltarif sowie jede Erhöhung der bestehenden Agrarzölle ablehncn. In das Direktorium wurden neugewählt: Chefredakteur Falkenberg vom Vorstand des Bundes der Feftbesoldeten, Berlin-Frieden au, Oberin- geirieur Kischka-Baildon-Hütte bei Kattowitz, Wilhelm Reinhardt-Leipzig, Kommerzienrat Seiler-Nürnberg, Hofrat Sigismund-Berlin und Dr. Spitzer-Barmc». Nachdem der Fabrikbesitzer De t t cr-Berslau den Bericht des Finanzausschusses erstattet hatte, sprach der Geschäftsführer des Hansabundes, Regierungsassessor Dr. Kleefeld-Berlin, über die Arbeit des Hansabundes im Jahre 1913, der jetzt über 60 Landes- und Bezirksgruppcn, 565 Ortsvcreine, 1679 Vertrauensmänner und 1870 korporativ angeschlossene Vereinigungen zählt. Ten .Hauptpunkt der Verhandlungen bildete eine Anzahl Vorträge über den lückenlosen Zolltarif und seine Folgen fiir Industrie, Handel und Gewerbe, an die sich ein Bortrag des Professors Dr. Hö n ig e r-Freiburg über die Hypothekennot schloß. Henri Schwarz-Hamburg sprach über Wohnungsfürsorge für Privatangestellte. Ausland. Hatte Sir Edward Grey Hintergedanken bei seiner Erklärung über ein Abkommen mit Rußland? Die „Westminster Gazette" schreibt: Wir finden mit Bedauern in dem „Manchester Guardian" die llnter- stellung, daß Grey beabsichtigte, in seiner klaren, präzisen Antwort, die er am Donnerstag im llnterhause über das angebliche englisch-russische Flottenabkommen gab, sich einen Ausweg offenzuhalten. Es wäre höchst bedauerlich, wenn dieser Gedanke in der Presse des Auslandes Verbreitung fände. Wer sowohl die Frage als auch die Antlvort ansieht, wird sehen, daß. kern Raum für einen solchen Verdacht vorhanden ist. Es besteht kein Flotten- abkommen, es bestehen keine Verhandlungen für ein Flottcn- abkommen zwischen England und Rußland. Höfliche Rücksicht sowohl auf eine auswärtige Macht, als auch auf das Unterhaus erheischte, daß die offene Negierung von einer Erklärung unserer konsfttnttonellen Praxis begleftet würde Aber wer Greys Charakter und Methode kennt, kann keftien Augenblick dem Gedanken Raum geben, daß jene Erklärung die Wahrheit verhüllen sollte. Au» Stadt und Land, Gießen. 15. Juni 1914. "Hoftrauer. Wegen des Ablebens des Großherzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg - Strelitz ist eine Hoftrauer vom 12. bis zum 25. Juni 1914 angcordnet worden. " Der Großherzogempfing u. a. den Dr. med. Gmeiner, Professor an der Universität Gießen, den Dr Hohlweg, Professor an der Universität Gießen. ** Ge werbeausftellungGießen 1914. Ehrenabend für Herrn Pesch-Mario. Der außerordentlich gute Besuch, den die Feschalle seit dem Tag ihrer Eröffnung gefunden hat, ist neben der tüchtigen Wirtschaftsführung zweifellos auch ein Verdienst des Herrn Pesch-Mario, der mit seiner vornehmen und vielseitigen Vortragskunst zui- gewöhnlich rasch der Liebling des Publikums geworden ist. Es wurde deshalb auch allgemein freudig begrüßt, daß die Ausstellungslcitung und Herr Kemper ihm einen Ehren- abcnd bewilligten, der bedauerlicherweise allerdings auch der osfizieUe Abschiedsabend war. Wie groß die Sympathie ist, deren sich Herr Pesch-Mario hier zu erfreuen hat, das wird am besten dadurch erwiesen, daß die Festhalle schon eine Stunde vor Beginn der Vorträge vollständig besetzt war, und daß eine ganze Masse Leute, die sich nicht früh genug für Karten gesorgt hatten, abgciviesen werden mußten, Herr Pesch-Mario hat diese Sympathien aber auch verdient; denn er ist einer der so seltenen Humoristen, die wirklich Hmnor haben, ein Humorist, der zugleich ein vornehmer Mensch ist. Er nracht nicht bloß Späße, er gibt in seinen Vorträgen zugleick) ein Stück Weltanschauung und Lebenskunst, weil er ein lauterer, lcbcnsstarker Optimist ist. lind darin liegt denn auch das Gcheiinnis seines Erfolges, daß er mit seiner ganzen Persönlichkeit hinter seinen Darbietungen steht, denen eine geschmeidige, gut durchgebildete Vorlragskuust und eine bewundernswerte Mimik den letzten Schliss verleiht. Sein rheinischer Humor, der sich durch vier Wochen hindurch von einer stets neuen Seite gezeigt hat und immer wieder Neues und Gutes brachte, feierte auch am Samstag abend wieder außerordentliche Triumphe. Herr Pesch-Mario brachte aus seineni unglaublich reichhaltigen Spielplan die beliebtesten Stücke und zwar in so großer Menge, daß allein schon die dynamische Leistung bewundernswert ist. Bon 8 bis 12 war er fast dauernd auf der Bühne, während sich die Zuschauer im Schweiße ihres Angesichts köstlich vergnügten und immer wieder klatschten und klatschten. Es würde zu weit führen, wenn wir hier erzählen wollten, was Herr Pesch-Mario alles brachte, und wer dabei war, der w-ird es ja vielleicht noch wissen; die anderen können sich heute abend darüber unterrichten, denn Herr Pesch-Mario hat versprochen, auch heute, an seinem eigentlichen Abschiedstage, denselben reichhaltigen Spielplan zu bringen. Daß ihm am Samstag auch besondere Ehren und 'Angebinde zuteil imlrden, ist selbstverständlich, und neben Blumen und Kränzen wunden auch dauerndere Andenken gespendet. Im Namen des Ausstelluugsvvrstandes überreichte Herr Prof. Krausmüller unter lebhaftem Beifall der Anwesenden ein oberhcssisches Kaffeegeschirr, indem er besonders darauf hinwies, daß Herrn Pcsch-Wario keinerlei Richtlinien gegeben worden seien über das, was er bringen dürfe; er habe ganz aus eigener Machtvollkommenheit sein Programm gewählt, und es freue ihn, daß der Künstler damit allgemeine Anerkennung gefunden habe. Mit langandauernden Beifallskundgebungen schloß der Abend sinnentsprechend. — Damit der Absckned heute nicht gar zu schmerzlich werde, wollen wir noch nritteileu, daß Herr Pesch-Mario nach einem mehnvöckstgen Gastspiel in Hagen jedenfalls wieder für einige Wochen hierher kommen iwtb. — Der Verkehrsausschuß hat der Königl. Eüenbahn- dircktion in Kassel folgendes Gesuch um Bewilligung von S 0 nn ta g s ka r t cn für die Strecke Marbu rg — Gießen eingereicht: Die Königliche Eiscnbahndrrektioii bitten wir ergebenst, aus der Eiseubahnstrecke Atartmrg—Gießen die Einführung von Sonntagssahrkarlen genehmigen zu wollen. Würde es schon bisher in der Gießener Bevölkerung als ein Nachteil für die Gießencr Geschäftsleute empsunden, daß 2onutagegarten nach Gießen auf der Station Marburg nicht aus gegeben unrrdcn, so daß daS wohlhabende Hinterland vollständig von Gießen ab- gcschnitten war, so macht sich setzt während misercr Ausstellung dieser Mangel ganz besonders fühlbar. Der Verkehr nack> Gießen von Stationen, welche Sormtagskarten ansgeben, ist weü bedeutender als der von anderen Stationen. Besonders von Mnrbnr,'i fehlt hier der Verkehr gänzlicki, obgleich aus diesem Bezirk die Ausstellung reichlich beschickt wurde und dort muh großes Interesse hauptsächlich in den breiten Schichten des Mittelstandes und des Arbeiterstandes dafür vorhanden ist. Durch eine Verbilligung der Fahrt von Marburg nach Gießen ist eine bedeutende Verkehrssteigcrung mit positiver Sicherheit zu eiwarten und die Vorteile hiervon wird nicht nur die Stadt Gießen und unsere Ausstellung haben, sondern auch nicht zum geringsten Tell die Eisenbahn-Behörde. Die Königliche Eisenbahn-Direktion bitten wir, unser Gesuch einer wohlwollenden Prüfung zu unterziehen imd die baldige Einführung der Sonntagskarten Marburg—Gießen rnzuordncn. Mit vorzüglicher Hochachtung Der Verkehrsaisschuß. ** Die Entwürfe für den Umbau d>r alten Klinik sind am Samstag im Sitzungssaal der Stadtverordneten ausgestellt worden. Der Besuch ist sehr rege, doch sind es zumeist Fachleute, die sich einfinden und an den Plänen oft scharfe Kritik üben. ** Arbeitsjubiläum. Heute konnte der Dreier Heinrich Adolph aus Klein-Linden auf den Tag zurückblicken,an dem er vor 25 Jahren als Lehrling bei der Firma H. Schasffhedt eingc- tretcn ist. Aus diesem Anlaß wurde er von den FirmenJnhabern mit einer goldenen Uhr und mit einem reichen Geldgfchcnk bedacht, auch wurden ihm! von den Beamten und von seinei Arbeitskollegen Geschenke überreicht. Wie üblich, fand der Jubiar seinen Arbeitsplatz sestlich geschmückt vor. Es ist dies, wie uni berichtet wird, in den letzten Jahren der 7. Jubilar geivesen, den de Firma Schassstaedt beschäftigt, ein gutes Zeichen dafür, daß sie cs versteht, sich gute Arbeitskräfte daueriw zu erhalten. ** I n d i e Klinikeingeliefert wurde amSams- tag der Wcißbinder Philipp Bender von Krofdorf, der in die Scheuertenne gestürzt war. Er hat schwere irn ere Verletzungen erlitten. *• Bei den Ausschachtungsarbeiten zum Neubau des Hotels Einhorn löste sich am Freitag ein alte Wand und stürzte ein. Während der eine Arbeiter sich rasch in Sicherheit bringen konnte, wurde der Arbeiter Lei' aus Gleiberg bis an die Brust verschüttet. Er konnte rasch herauSgegraben werden und erlitt nur einigeHantabschürsiigen. ** Gewitter. Nachdem gestern den ganzen Tagüber der Donner von allen Seiten her um unsere Stadt gesollt hatte, ging gegen 7 Uhr ein kurzes, von heftigem Rgen begleitetes Gewitter nieder. ** D i e Feuer streue, die jetzt auf der alten Hrsch- apotheke angebracht ist, wurde heute vormittag mit grßcr Ausdauer erprobt. Ob das Getöse wett genug hörbar ist, muß erst noch festgestellt werden. Kreis Schotten. Laubach, 14. Juni. In große Gefabrgeriet ein Fuhrknecht aus Utphe, der zwischen Villingen und NnpertS- barg die Bahnstrecke kreuzte, als gerade ein Zug heranbanstr. Es gelang dem Knecht in, letzten Augenblick noch, die jiferde herumzureißen. Der Wagen wurde vollständtg zertriniiiert, Pferde und Mann blieben unverletzt. Hessen-Nassau. X Altenkirchcn, 14. Juni. ?luf Grube Petcrsacki verunglückten 4 Bergleute dadurch tödlich, daß der ördcrkvrb herabstürzte, in dem sie sich befanden. Die Unglücklüen nwrett auf der Stelle tot. Sic waren Familienväter und sämicki in der Umgebung von Altenkirchcn ansässig. r. Fellingshausen, 12. Juni. Heute stand „ni Krieger- verem seit ungefähr vierzehn "Tagen zum drittciima- an dem Grabe eines Kameraden. Der Veteran Jobs. S ch m i d UI wurde ziir letzten Ruhe bestallet. Er hatte den Feldzug 187171 bei detn Jnj.-R«gt. Rr. 83 in Kassel mügcmaiht. ■ , b aiettnfopf 14. Juni Die Serdbuchgesellschaft des Kreises Biedenkopf wird sich mit 20 Tieren an der Ausstellung IN Hannover lvtelligrn und »war mlit ll Tieren aus dem Grunde Breidcnbach, 2 aus dem Bezirk Rodhcim, 3 aus dem Bezirk Btedenlovk und 1 aus dem Bezirk Battenberg. Die Tiere wurden heute verladen. 1 \®« e r ' 2uni. Haiger begeht in diesen Tagen seine IMO-Jahrseicr Morgens 6 Uhr wurde die Feuer durch Glockengeläut- und Kanonenschüsse eröffnet. Bon der Kirchcnterrasse brachte der Posauncnchor einige Choräle zu Gehör. Mi! den erste» Morgenzügen kamen Tausende von Menschen an Um 8 Uhr sand ein IugendgottkÄnenst statt, den Pfarrer Hei de fuß. Haiger. hielt. Um 1» Uhr begann der Festgottesdienst, cingeleitet durch cmc Fettmotette ms Krrchenchors. Tie Feslpredigt hielt General- suHernttenoent O h l y, Wiesbaden, ein geborener Haigerer über Hebr. 13. 7—9. Nach dem Gottesdienst fand ein Gang durch die iAltertumsausstellung statt, in der alte Dokumente. Werkzeuge Trul>cn, Holzwiegen, eine Zchntkiste. Münzen und Bibeln zu sehen waren. Um 2 Uhr wurde unter ffciem Himmel ein Gottesdienst der katholischen Gemeinde abgehaltcn: die Ansvrack^ hielt Pfarrer Noll, Dillcnburg. Anschließend an den Gottesdienst fand auf dem «estvlatz nahe dem Bahnhof ein Konzert statt. Um 5 Uhr begann das Festsviel „Der Bogt von Harzer" Darsteller waren 130 Bürger und Bürgersfraucn. Tic 'Titelrvlle hatte Helmut Wittgc vom Stadltheater in Koblenz übernommen. Gleichzeitig fanden auf dem Haarwasen Jngendsvielc der Jünglingsvereine statt. Pfarrer Sie. Steubing, Schierstem, hielt dabei cmc Ansprache. Sport. - Regatta in Worms. Bahnlänge etwa 2500 Mir. Jiingman». «ierer. I. Mainzer Rudervsrein 6 Min. 45 Sek.. 2.Lüdwigs- balener Rv. 6:53'/,. Rg. Worms iind Rq. Heidelberg autqegeben. Sicher mit 2 Längen gewonnen. — Erster Vierer- I. Mainzer Rndergeseltschast 8:34'/,, 2. Nasteler Rg. 8 37'/,, 3. Mannheimer sttk. nach 980 Meter abgestoppt. Nach scharsem Renneii nitt l'l, Längen gesiegt. - Jungmann-Einer: I. Mainzer Rnder- vereinsJ. Fremersdorss6:55'/,, 2. Mainzer Rq. (Th.Schmitt)7:88, 3. Kastrier Rg. cr Rg. tK. Jödts 7:09. Sicher gewonnen. — Akademischer Vierer: 1. M a n n h e i m e r Ruderklub 6:54'/,, 2. Gießener Rg. 6:57'/,. Mit 1'/, Längen gesiegt. — Junior-Achter: l. Rudergesetlschast Worms 6:12, 2. Mainzer Rv. 8:13'/,. 3. Ludwigshasener Rv. 6:lf>'/,. Rach Kamps mit '/, Länge gewonnen. — Doppel-Zweier: 1. Frankfurter Ruderklub 6:47'/,, 2. granksurtcrRv.8:48'/,, Mit 1 Länge gesiegt. — Jungmann-Biercr: I. V inger Rudergesellschast 8:38, Rg. Worms 6:48'/,. 3. Mannhciiner Rg. 6:32, 4. Ludwigshatener Rv. ausgegeben. Leicht gewonuen. - Erster Achter: I. Mannheimer R u d e rv e rei II A IN i c i tia nai,nia"5Mi>i.49Sek.;2.Offenb. R.Kl. ,.Germaiiia"5 Min.49'/, Sek. — Erster Senior-Vierer. I. Gießener R.-Kl. ,H a 11 i a" 8 Min. 20 Sek.: 2. Fraiikturter R-V. .Undine" 6 Min 23"/, Sek. — Senior-Einer. 1. Wnssersportverein Mainz tiiQafdit. I ffb. m.Pf. ^aHorenfaBaft „ 5.- Äanaflrr Ä 6.60 fl Aanafter „ 75 _ 1 AanaRer „ 10 - |8 „ L-iiserktLlter „ 13 5o | ]E. KölIep.BPüehsalS ~ Fäbrik.Waltruf .CBadeill?-^ Hs .. A-a».--' b8 „ öol. Aät §8 „Prentt A m ! l 3 *- 7 W estaurant Seltersweg 91. Stadttheatee 1 Giessen Direktion: Hermann Steinsoetter. Dienstag, den 16. Juni 1914, abends 8 Uhr: Erstes Opereüengastspiel des Groöherzogl. Kurtheaters Bad-Nauheim. »Mer Mitwirkung der .Novelle des hiesigen Jni.-Rems. Kaiser Wilhelm" Nr. »6. !"08Kc Gewöhnliche Prcüc! Gewöhnliche Preiiel Neuheit! Neuheit! Oucrcttc in Z Akten ven OSkor Nedbal. Kassenönnung 7>/,Uhr. Anfang 8 »dr. Ende 10»/, U&r. Studierende geniesten PreiSermästiguna. Älllllflilllllfffffffllf!! Z Dnier dem Protektorat Sr. Kgl. Hoheit des Großfierzogs von Ressen W = llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllimilllllllllllllllflllll E llilllllllll T | Inden Ausstellungs-Anlagen | 1 täglich von nachmittags 4 Uhr an: 1 I KONZERT 1 = «8080 sillllHIIIIIII||||liilllllllllllllllllllll!lllllllll|[ Offene Wunde. 26 D Sehr gern bestätige ich Ihnen, das; mir die Dun- .Salbe bei meinem offenen Bein sehr gute Dienste getan hat, nachdem ich fast ll Jahre lang mit und ohne Arzt die verschiedensten Mittel ohne iedcn Erfolg angewandt hatte. Hofheim b. Worms Dl. S. : Vorzüglich gegen Brand-, Biß-, Schuß- und Stichwunden, Hämorrhoiden. Karbunkel nud Drnsengeschwnre. — Zu haben in Apotheken, oder durch Bermitletung der Fabrik tsanS Heitz in Darmstadt. Roßdörscr Sttastc 22. Prosvekt kostenlos und frei. 1 B. Dun-Salbe 1.30 M. D.-Pillcn 1.30 Mk„ D.-Zävfchen 2 Mk. C. A. Hartmann vormals Otto Rathschlag Fernruf 2064 Seltersweg 81'/.. 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