Nr. 156 Der Sletzener Anzeiger erscheint Inglich, nutzer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerZamilienbläNer; zweiniai wache,illiireiL- blattfiir den Kttis Kietzen (Dienstag und Freiings; zweimal inonatl. kmid- wtrtichgftlich« Zeilfragen Ferniprech - Stnschtnfft: lür die Nedasrion 112, *ierlag u. Expesivm, öl Adresse lür Depeschen! Anzeiger Gießen. Aiwalfinr von Anzeige» lür die Tagesnumnier bis vormittags s Uhr. Erstes Blatt m. Jahrgang iehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Botofions&nid mib Verlag der vrLHI'sche« Unio.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. RedaMon, Lrpedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Samstag. l3. Juni TO Bc;rr qSvreiS: n,onatlich75D^ vierteljährlich m. 2.20; durch Abhole« tu Zweigsteller, mornitlid) 65 Pf.; burcf diePost Mk.2.— viertel« jährl. ausschl. Bestellcr Zeilenpreis: lokal 15Pf^ ausrvärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goeq. Perairtivoctlich für den polit. Teil: Aug. Goctz; füL .Feuilleton"» .Vermischtes" mrd^Gerichts- faal": llarl Neurath; für .Stadt urld Land": Kurt Be»,dt; für den Ai,zeige:,teil: H. Beck. Die heutige Nummer umfatzt 18 Seiten. ^Politische wocheufchc»«. Gießen, 13. Juni. Die Betonung des unveränderten deutsch-österreichischen chreundlchastsbündnisses ist gerade jetzt von großem Werte, da die neue Staatenschöpfung Albanien, die sich besonders aus . " -oeuiuhungen des Dreibundes herlcitet, zur Freude des sranzosrsch-rufsischcn Anhanges anscheinend schon aus dem Aussterbeetat steht. Es schien wirklich so, als werde das neue Reich des Fürsten Wilhelm nach den sensationellen Verhaftungen der beiden Italiener ganz und gar aus den Fugen gehen, da eine Mißstimmung zwischen den Schutzmächten Albaniens den Ausrührern nur Vorschub leisten konnte. Ta war es eine angenehme Ueberraschung, als der italienische JJamjlet des Auswärtigen am Mittwoch in der Kammer er- ' ei “ em ^ wieder eine Vereinbarung zwischen Wien und Rom getroffen worden. Wir haben den Wortlaut dieses Abkommens wicdergegeben, und der Kernpunkt ist. daß Albanien in seiner Unversehrtheit und Unabhängigkeit erhalten werden soll, daß man über der Krone Wilhelms die schützende Dand ausstreckt und dafür sorgen will, daß die Großmächte Enliendung von Kriegsschissen ihren e inmüligcn Willen kund tun, auf den Beschlüssen der Londoner Kon- serenz bestehen bleiben zu wollen. Alle Versuche, die nach Enad Paschas Entsernung angestcllt worden sind, die italienisch-österreichischen Beziehungen zu trüben, sind also vergeblich gewesen. Und zur Bekräftigung der Einmütigkeit des Dreibundes kommt nun noch die Begegnung des deutschen Kaisers mit dem österreichischen Thronfolger aus dessen Schloß Konopischt. Es ist noch nicht sehr lange her, daß Kaiser Wilhelm dem greisen Beherrscher Oesterreich-Ungarns selbst emen Besuch abgestattet hat, und wenn nun die offiziöse Wiener Presse auch von einem Frcundschaftsbund unseres Kaisers mit dem Erzherzog-Thronfolger spricht, so werden unsere Hoffnungen neu geflügelt. Vor einigen Jahren noch war man über des künftigen Habsburger Herrschers Denken und Fühlen noch im unklaren; man wußte oder ahnte nur, daß er ehrgeizig sei und seinem Reiche neuen Glanz verleihen wolle. Dem letzten Jagdbesuch des Kaisers aus Schloß Kono- pischt im Oktober v. Js. folgt nun diese neue Besprechung. Die Verwicklungen im nahen Osten haben es gefügt, daß auch Franz Ferdinand von des deutschen Reiches mächtigem, freundschaftlichem Einfluß die deutlichsten Beweise erfuhr. S o intim gefügt sind heute die französisch-russischen Beziehungen nicht! Man hat in Wien aus den letzten blutigen Balkankriegen die notwendigen Folgerungen gezogen: nur durch vereinte Macht der Deutschen, durch starke Rüstung zu Lande und zu Wasser können wir uns die Gefahren vom Halse halten. Es scheint, als wolle Erzherzog Franz Ferdinand künftig noch mehr als bisher des Schillerwortes eingedenk sein, daß das Meer der Raum der Hoffnung sei und daß „das grüne kristallene Feld" mit des Schisses eilendem Kiele gepflügt werden müsse. Unseren Kaiser begleitet auf ausdrücklichen Wunsch von österreichischer Seite der verdiente Reorganisator der deutschen Marine, Staatssekretär v. Tir- pitz. So wird wohl damit zu rechnen sein, daß^in Konopischt nicht nur von dem schlechten Wetter dieses Sommers die Rede sein und daß man sich nicht nur ancisern wird mit dem Knallen der Büchse: „der strengen Diana, der Freundin der Jagenden, lasset uns folgen ins wilde Gehölz, wo die Wälder am dunkelsten nachten, und den Springbock stürzen vom Fels". Wir dürfen von der Konopischter Begegnung politische Ergebnisse erwarten, vielleicht eine Aussprache über Mittcl- meerfragen. Es könnte uns sehr erwünscht sein, wenn man in Oesterreich mehr und mehr die Notwendigkeit begreift, eine Flotte zu bauen, um mit den gleichen russischen Bestrebungen Schritt zu halten. Die Besprechung zu Konopischt wird sich wohl auch daraus erstrecken, wie weit das englisch-russische Einver- nehnicn reicht. Am Donnerstag hat im englischen Unter- Hause Sir Edward Grey eine etwas vorsichtige und gewundene Erklärung darüber abgegeben. Bekanntlich war nach dem Besuch des Königs Georg in Paris davon ge- munkelt worden, es sei ein englisch-russisches Flottcnbündnis im Entstehen begriffen. Der russische Botschafter an der Seine, Herr Jswolski, hatte sich vielleicht wieder einmal im dcutsch-scindlichcn Sinne betätigt. Doch englisch-russische Bündnisgcdanken sind in England keineswegs populär. Wir haben früher die Aeußcrung.n Londoner Blätter wicdergc- geben, in denen sogar unverblümt erklärt worden war, ein Sturm des Volksunwillens würde ein mit Petersburg getroffenes Abkommen hinwegsegcn. Am Donnerstag haben liberale Abgeordnete von ihrer Regierung nochmals bestimmte Auslunst darüber verlangt, wie es sich mit den erwähnten Gerüchten verhalte und >vie dadurch die Beziehungen zum Deutschen Reiche berührt würden. Staatssekretär Grey gab etwa folgende Antwort: lAehnliche Anfragen seien im vergangenen Jahre bezüglich der militärischen Strcitkrästc gestellt worden. Prcniierminister A s - a u i t h habe damals erwidert, daß, wenn zwischen den Mächten Europas ein Krieg ausbräche, keine geheimen Abkommen beständen, welche,die Regierung »der das Parlament in ihrer Entschlußsrciheit beschränken oder behindern könnten, ob Großbritannien an dem Kriege teilnchmcn solle oder nicht. Diese Erklärung gelte heute so gut wlic vor einem Jahre. Weder saien solch: Verhandlungen abgeschlossen worden, noch in der Schwebe, welche die Erklärung Asquiths weniger zutressend machen könnten, noch sei es, soweit er beurteilen könne, wahrscheinlich, daß solche Verhandlungen ausgenommen werden. „Wenn aber", schloß Grey, „irgendein Abkommen geschlossen werden sollte, welches es nötig machte, Asquiths Erklärung zurückzuziehen oder einzuschränken, so müßte cs meiner Meinung nach dem Parlament vorgelegt werden, und das würde, wie ich vernrute, auch geschehen." Warum hat Sir Grey nicht mit einem schlichten „Rein" geantwortet? Wir dürfen e? wohl glauben, daß England keinen Angriffskrieg gegen uns zu führen gedenkt und daß cs sich weder durch Frankreich noch durch Rußland in Abenteuer stürzen zu lassen gedenkt. Aber die weitläufige Antwort Sir Greys scheint doch darauf hinzuweisen, daß man für bestimmte Fälle sich zu einem gemeinsamen Flottcn- kriegsplan gerne verstehen würde. Es ist ja immer für ein Heer oder eine Flotte interessant, wie unter diesen odep jenen Umständen zu bandeln wäre. Es könnte nichts schaden, wenn auch in Konopischt solche Gesichtspunkte einmal eine Prüfung erfahren würden. Die „Triplealliance" hat das alleinige Rechl nicht, für künftige Fälle Möglichkeiten ins Auge zu fassen. Unsere erfreulich guten Beziehungen zu England brauchen sdarunter durchaus nicht zu leiden und die Hossnung braucht nicht zu schwinden, daß auch das letzte Mißtrauen zwischen London und Berlin völlig beseitigt werden kann. Die veaegnung in konopischt. Schloß Konopischt. 12. Juni. Der Bahnhof war mit Blumen, Tannen und Blattpflanzen überaus reich geschmückt. Von einem offiziellen Empfang wurde Abstand genommen. Darin ist schon der familiäre und intime Charakter des Besuches ausgedrückt. Um 8.50 Uhr traf Erzherzog Franz Ferdinand mit Gemahlin. Frau Herzogin Sophie von Hohenberg mit ihren Kindern, dem Prinzen Max, der Prinzessin Sophie und dem Prinzen Ernst aus dem Bahnhof ein. Es folgten der Obcrsthofmcister Freiherr v. Rumerskirch, die Flügeladjutanten Oberst Tr. Bar- dolff und Dienstkämmerer Rittmeister Gras van der Stratcn- Pontholz sowie Gräfin Lanjns. Der Erzherzog trug die Oberstinhabcruniform seines preußischen Ulanenregiments. Punkt 9 Uhr lies der deutsche Hofzug ein. Kaiser Wilhelm, der preußische Hofjagdunisorm mit Stock trug, verließ den Salonwagen und schritt auf den Erzherzog zu. Die Begrüßung war ungemein herzlich. Die hohen Herren küßten einander. Der Kaiser küßte der Herzogin die Hand. Nach der Vorstellung der Gefolge reichte Kaiser Wilhelm der Frau Herzogin den Arm und verließ in Begleitung des Erzherzogs durch den in einen Blumenhaiu umgestaltcten Hos- lvartesalon den Bahnhof. In diesem Augenblick wurden aus einem Geschütz in Tuzinka, dem Jagdschloß des erzherzog- lichcn Reviers, 2k Salutschüsse gelöst. Kaiser Wilhelm mchm im erzherzoglichcn Hofautomobil, das die Kaisecstandarte aufgesteckt hatte, Platz, ihm zur Linken Erzherzog Franz Ferdinand. In weiteren Automobilen folgten Frau Herzogin von Hohenberg mit ihren Kindern und sodann die beiderseitigen Gefolge. .Die Fahrt ging über die Bezirksstraßg zunächst an Feldern und Wiesen vorbei und dann die zum Schlosse führende Straße entlang. Im Augenblick der Einfahrt ftl das Schloß Konopischt wurde auf dem kleinen Turm die Kaiserstandarte kochgezogen. Ter Erzherzog geleitete seinen Gast in das Maria- uheresien-Appartement und zog sich in seine zurück. Um 10 Uhr wurde ein Rundgang durch den Rosem garten angetreten. Der Rcgierungswechs l in Mccklenburg-Strelitz. Neustrelitz, 12 .Juni. Der Großherzog Adolf Friedrich VI. hat eine Proklamation erlassen, in der er verkündet, daß er die Negierung des meckleuburg- strclitzschen Landes angetreten habe. Es wird eine dreimonatige Landestrauer und eine sechsmonatige Hoftrauer angeordnet. Tie Truppen wurden heute vormittag vom jetzt regierenden Großherzog vereidigt. In der Residenzstadt sind die Flaggen auf .halbmast gehißt. Diele Häuser haben Trauerschmuck angelegt. Für den verstorbenen Großherzog von Mecklenburg.-Strelitz fand am Freitag nachmittag im Stcrbehause um sechs Uhr eine Drauerfeier statt, an der die Kaiserin teilnahm. Die Ueberführung der irdischen Hülle erfolgt in der Nacht auf Samstag um 12 Lhr unter militärischer Eskorte nach dem Stettiner Bahnhof, von wo sie Samstag früh 8 Uhr mittelst Sonderzuges nach Neustrelitz gebracht wird. Der des Kabinetts Ribot in der französischen Kammer. Die Radikalen, Sozialistisch-Radikalen und die Sozialisten in Frankreich haben das Kabinett Ribot wirklich schon wenige Tage nach seinem Bestehen zu Fall gebracht. Das Parlament, dessen Mehrheit heute gegen die dreijährig« Dienstzeit ist, steht nun dem Präsidenten Poincare gegenüber! Es werden nun wohl Neuwahlen stattfinden, und vielleicht wird eine chauvinistische Hetze beginnen, wie sie Frankreich noch nicht gesehen hat. Paris, 12. Juni. Die heute verlesene Erklärung der Regierung versichert, daß die Regierung, die aus zuverlässigen Republikanern besteht, ihre Existenz- nur in Verbindung mit einer republikanischen Mehrheit der beiden Kammern suchen will. Sie kündigt sodann einen Entwurf über eine Anleihe und eine sofort vorzunehmende Prüfung der durch das Finanzgesetz fcstznsetzendcn Auf der Suche nach dem Nordpolfestland. Es gibt im Nordpolarmccre ein ausgedebntes Festland oder breitet sich um den nördlichen Erdpol ein gewaltiges Meer aus? Dieses bcrülMte geographische Problem ist im Wandel der Zeiten ganz verschieden betrachtet worden. Als Nansen bei seiner denkwürdigen Polarfahrt ein großes MeereSbecken mit Tiefen bis zu •4000 Metern nachzcwiesen hatte, und Pcarys Reisen dies bestätigten, ließ man die Annahme eines Nordpolsestlandes fallen. Neuerdings aber sind die Meinungen Ivieder umgeschlagen, und gegenwärtig sindtzwei Expeditionen, die D. B. Maemillans, und die V. Stesanssons, auf der suche nach diesem gcmulmaßten Nordpol- sestlande unterwegs. Was für Gründe sind es nun, die für das Vorhandensein eines ausgcdednten Landkomplcxcs zwischen dem Nordpol und den Nordküsten des westlichen Amerika und des östlichen Asien sprechen? Schon seit Jahren hat sich ein hervorragender amcrikaniicher Ozcanoqraph, R. A. Harris, mit dieser Frage beschäftigt, und seine Methoden und deren Ergebnisse setzt Pros. Otto Baschin. der zdustos des Geographischen Institutes der Universität Berlin, in einem gehaltvollen Aussatze auseinander. Harris schickt gewissermaßen di» Flutwellen als Polarforscher aus. Längst weii: man, daß die Verhältnisse von Ebbe und Flut längst nicht so einfach sind, wie es ans der Theorie zu folgen scheint. In der Bucht von Southampton gibt es beispielsweise in 24 Stunden dreimal Hochwasser. Und für die Gezeiten der Nordsee hat Wiechert daraus hingewiesen, daß sie aus dem Indischen Ozean stammen: die Gezeiienwelle biegt um die Südspitze Afrikas nach Norden herum, durcheilt die rund 10 MO Klm. lange Strecke bis nach England in 12 Slmtdcn und erreicht im ganzen zwei Tage nach Verlassen des Jndiscknm Ozeans die deutsche Küste. Die mathematische Analyse solcher Erscheinungen hat nun bestimmte Gesetz- mäßiakeitcn nachgcwiesen: so weiß man z. B., daß die Gezciten- wellc in einem 4000 Meter tiefen Meere sich in der Sekunde um 2M Meter fortpflaizt, bei 1M0 Meter Tiese dagegen nur halb so schnell, kurz, ans der Zeit des Eintresfens der Gezeitenwalle an h-n Küsten des Meeres kann man Schlüsse aus Ausdehnung und Dieken machen, und dieser Methode, die in Wirklichkeit freilich bedeutend verwickelter ist, hat sich Harris für das Nordpolarmeer bedient. Der arktische Ozean ist ein an und für sich fast slntloses Meer: die ac ringen, dort beobachteten Fluthöhen sind Ausläufer der Flutwellen des Atlantisckpm O^ans. Wenn die Flutwellen aut ihrem Wege kein Hindcinis antreffen, Essen sie zwischen Grönland und Norwegen hindurchlausen, das Polarmeer durchqueren und in bestimmter Weise, die sich rechnerisch ermitteln läßt, an den gegenüberliegenden Nordküsten von Asien und Amerika ankommen. Nun zeigen aber die Gezeitenbcobachtungcn an diesen Küsten, daß sowohl die Zeiten des Eintreffens der Flutwellen als auch die Höhe des Tidenhubs mit der Voraussetzimg eines tiefen, ununterbrochenen Polarmccres nicht in ücbercinstimmung zu bringen sind. So kommt z. B. bei Point Barow, der Nordspitz: von Alaska, der Flutstrom nicht von Norden, bezw. von Osten, sondern von Westen, imd der beobachtete Hub der ganztägigen Gezeiten bleibt sowohl hier wie an der Nordküste Ostsibiriens noch unter dem halben Betrage des theoretisch, unter der Voraussetzung eines osscnen Polarmceres, berechneten Wertes, Dagegen fallen alle Unstimmigkeiten fort, wenn man annimmt, daß zwischen diesen Küsten und dem Nordpol ein Lcrndkomvlex existiert, und dessen Größe und Form lxit Harris nun voraus berechnet, wobei er noch die Richtung der Eisdrist, die Reisen von Drisikörpcrn im Meere, die Lotungen der Pearyschen Nordpolexpedition und andere Beobachtungen berücksichtigt hat. Die eine Ecke dieses hypothetischen Nordpolarlandes soll nördlich von den neusibirischcn Inseln i» 82 bis 83 Grad nördlicher Breite liegen: eine zweite wird nördlich von Point Barrow unter 77 Grad nördlicher Breite angenommen, nird von da aus erstreckt sich das Land wahrscheinlich ostwürls bis in die Nähe von Banks-Land, der westlichen Insel des nord- amerikanischen Archipels. Die Küste wird also das nördlich von Alaska gelegene Beaufort-Meer im Norden abichließen. Eine diitlc Ecke nimmt Harris nordwestlich von Banks-Land, nahe dein 75. Breitengrade an, und eine vierte endlich nördlich von Grand- Land, wo Peary im Jahre 1906 bereits ein hohes Land lCrocker- Land> gcjichicl hat. Im ganzen dürste also ein Gebiet von trapezotdischcr Form herauskommen, dessen Größe etwa 1300 000 Quadratkilometer be trägt, das heilst, beinahe ebensoviel wie Deutschland, Oesterreich, England und Italien zusammengcnommcn. Allerdings ist nicht gesagt, daß ein zusammenhängendes Landgebiet von dieser Ausdehnung vorhanden sein muß. Es kann sich möglicherweise um seichte Meercsteile oder einen Archipel von Inseln handeln, jedenfalls aber um ein Gebiet, das nicht vom tiefen Meere eingenommen ist. Wenn Nordvolsvrscher dicics von Harris vorausgesagte Gebiet entdeckten, so stände die Wissenschaft vor einem Seitenstücke zur Voraussagung neuer chemischer Elemente durch Mendeleicst oder zur Irechnerischcn Entdeckung des Planeten durch Lcverier. Die beiden Forschungsreisenden, die gegenwärtig aus der Suche nach diesem Lande untciwegs sind, sind ftcilich von solchem Mißgeschick verfolgt gewesen, daß sie wahrscheinlich in diesem Sommer ihr Ziel nicht erreichen können. — Volksbildungstag. Am nächsten Sonntag findet in Frankfurt a. M. die Jahresversammlung des Rhein - Mai,lischcn Verbands für Volksbildung-'statt. Die Tagung wird eröffnet werden durch einen Vortrag von Herrn Professor Fresenius, Essenheim lRheinhessen) über das Thema „Die Volksbildungs- arbeit aus dem stachen Lande". Tie Tagesordnung weist dann anschließend noch eine Reihe wichtiger Verhandlungsgcgenstände aus dem inneren Leben des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung auf. — Künstle r und Kritiker. „Lob Und Tadel mutz ja sein. Jawohl, mutz! Der Schöpfer verlangt es, wie jeder, der eine Frage tut, eine Antwort ertvartet: die Zeit verlangt es, weil sie am Zeitausdruck dringend interessiert ist und weil es ihr nicht gleichgültig sein kann, wie ihre Mandatare, dis Schaffenden, ihren Auftrag erfüllen. Der Künstler ist Bcans- tragcr der Zeit nnd der Menschheit, ebenso aber auch de, Kriffker. Beide arbeiten gcmeinsan, an der Fesfftellung der Werte, an der Bewältigung der Rohstoffe, an der Fvrmwcrdung des Ungestalteten und damit am Fvrtschreiten der Welt. . . Man spricht immer nur von dem Widerstand, den der Schassende von der Kriffk crsährt. Ich denke, daß der Widerstand der eigenen Znnstgenossen eine viel schlimmere Wirksamkeit zu entsaltcn pflegt. . . DerSchaffendc gewöhne sich daran, die Kritik als einen unaus- weichlichen, höchst beachtenswerten Faktor anzusehen, als eine Instanz, gegen deren Urteil man lediglich und ausschließlich mit neuen Werken appelliert." So lesen wir in der von Hoftat A. Noch Darm, stadt) herausgegebenen .^Jnnen-Dekoration". Und an gleicher Stelle Ivird in klugen Worten die Bedeutung der „Publizität" für den Künstler ins rechte Licht gestellt. „Das Tödliche für den Künstler ist Mangel an Widerhall. . . Das Publizierte bringt den Künstler in jedem Betracht vorwärts, setzt ihn der Kritik aus, führt ihm! Bestätigung nnd Anerkennung zu, treibt ihn voran." Daraus ergibt sich auch die Bedeutung der Knnstzeiischriften, die „in ihrer heutigen Ausbildung zu den wichtigsten Instrumenten der jiünst- wirkung und unmittelbar auch des Kunstschaffens in einem Volke zählen." Eine Durchsicht der letzten Hefte der ,^Jnnen-Tekoratwn" mit ihrem prächtigen Abdildungsmaierial aus dem Gebiet der neuzeitlichen Wohnkultur läßt den außerordentlich fördernden und anregenden Einfluß einer solchen Zcitschrist klar erkennen. Wo so starke Nnd ersreutichc ästhetische Werte geboten tocrden, da mutz sich notwendigerweise ein immer zunehmender Kreis von ehrlichen Anhängern find Freunden dieser neuen Kulturwerte bilden. allgemeinen Einkommensteuer ait. Das Gleichgewicht deS Budgets sei nur um den Preis stsrcnger Sparsamkeit und mit ijilfe der Mehrcrträgc aus den durchaus iwtigen neuen Steuern erreichbar, lieber das Dreijahrgesetz sagt di? Erklärung: Das Gesetz, welches in der vorhergcgangencn Legislaturperiode nach langen Debatten, in tnelchen alle Meinungen rückhaltslos »um Ausdruck kamen, beschlossen ist, ist soeben zur Anwendung gelangt und kann beute noch nicht wieder den Gegenstand von Erörterungen bilden, Die Militärgcsetze müssen von allen Gesetzen die größte Stabilität haben. Wenn wir den Fehler begehe» und an dem neuen (besetz rütteln, obgleich sich nichts an dem Gleichgewicht der militärischen Kräfte Europas geändert hat, so verlieren wir zugleich mit der sür uns nötigen Sicherheit den moralischen Ersolg, den wir der Annahme des Gesetzes und seiner Ausnahme im Lande verdanken. Tie Regierung wird im Parlament um die baldmöglichste Annahme des Gesetzes über die militärische Jugenderziehung ersuchen, und im Einverständnis mit der Kammer Massnahmen tressen, um den Reserven, welche einen wesentlichen Bestandteil der Armee darstellen, eine sesterc Organisation zu geben. Die Regierung wird darüber wachen, dast die Militärverwaltung aus dem Gesetz alles berausbole. was cs vergeben kann, das! sic auch nichts unterlasse, um bessiv sür die Gesundheit der Soldaten zu sorgen und eine Verzettelung der Krästip die der Verteidigung des Landes gewidmet sind, zu verhüten. Die auswärtige Politik Frankreichs wird in demselben Geiste loie bisher geleitet werden. Wir werden die Kraft, welche wir einem unveränderlichen Bündnis und unserer Entente mit einer Nation, deren ko st bare Freundschaft wir erwarben, verdanken, dazu anwenden, um, soweit es von uns abhängt, zur Erhaltung des Weltsriedcns beizutraqcn und dabei umsomehr Ersolg haben, wenn unsere Wehrmacht keine Einbuße erleidet. In dem harten Wettbewerb der Völker um die Ausdehnung ihres Einflusses must ein grostes Land seiner auswärtigen Politik täglich größere Auimerksamkeit widmen, seine Wachsamkeit und Energie verdovveln, zur Verteidigung seiner Interessen und zur Erweiterung der gewonnenen Stellungen. Täe Richtung der inneren Politik lägt sich in den drei Worten zusommcnsasscn: AusreckterhaltitNg des Laiencharakters des Staates, Steuergerechtigkeit und soziale Gcrectitigleit. Die Erklärung schließt mit einem warmen Ausruf an alle Republikaner. Nach einer sehr bewegten Aussprache wurde die von den geeinigten Radikalen Dalimier und Gen. cingebrachtc M i s, trauens - Tagesordnung niit 306 gegen 262 Stimmen angenommen. Das Abstimmungsergebnis lvurde von der gesamten Linken mit stürinischcm Beifall bebegrüßt. Die MinisterverließensofortdenSaal, um dem Präsidenten der Republik ihren Rücktritt zu überreichen. Die große Mehrheit, die sich gegen das Kabinett aussprach, hat unter den geeinigten Radikalen llebcrraschung hervorgerusen. In parlamentarischen Kreisen nimmt inan als selbstverständlich an, daß der Präsident der Republik einen der Führer der geeinigten Radikalen mit der Bildung des neuen Kabinetts betrauen müsse. Die Mißtrauens- Tagesordnung Dalimiers hat folgenden Wortlaut: „Die Kammer ist, indem sic den Willen der Wählerschaft respektiert, entschlossen, nur einer Regierung ihr Vertrauen zu bewilligen, welche fähig ist, die Einigkeit der Kräfte der Linken zu verwirklichen." R i b o t erklärte, daß er im Namen des Kabinetts die Tagesordnung Dalimiers zurückweisc und nur die von dem Linksrepublikancr Berger und Gen. beantragte^ Tagesordnung annehme, hierauf wurde über die Priorität der Mißtrauens-Tagesordnung Dalimiers abgestimmt, die, wie schon gemeldet, mit 306 gegen 262 Stimmen angenommen wurde. Arrs Stadt und La«S. Gießen, 13. Juni 1814. " Ta g e ska l ende r lür Samstag, den 13,, und Sonntag, den 14. Juni: Anlagemusik Samstag nachm. 6 Uhr, G e io e r be a » S st c l I» n g: Samstag abend 8 Uhr Inder Festhalle: Ehrenabend von P « s ch - M a r t o. — Sonntag: Nachmittags von 4—7 Uhr und abends vo» 8—11 Uhr Konzert der Kapelle Bauer. Botanischer Garten: Ceylon - Aurstellnng vormittags oon 8—12 Uhr. Nachmittags nur sür Vereine nach vorheriger Anmeldung. K ir ch e n g e I an g s e st des evangelüchen Dekanats Gießen Soimlag nachmittag 2'/. Uhr in der Stadtkirche. O b e r h e s s i i ch c r K u n st v e r e i n. Die Gemälde-Ausstellung ist Inglich von II—1 Uhr, Mittwochs von 3 bis 5 Uhr, »nd an-Sonntagen von II-3 Uhr geöffnet. O b e r h e s s i s ch e S Museum » n d G a i I' s ch e Sammlungen. Geöffnet Countaq vormiltags II—I Uhr uncutgeltlich, Museum kür Völkerkunde, Geössuet au Sonnlagen vormittags von II-t Uhr uncutgeltlich, L i ch t I v i e I h a u S: Täglich Vorstellung. Union-Theater: Täglich Vorstellung. ** In den Ruhe st and versetzt wurde der Lehrer Peter Heinrich Reinig zu Ren-Isenburg auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philivps des Großmütigen verliehen. ** Schulangelegenheitcn. Erledigt ist eine Lchrcrstelle an der katholischen Volksschule zuHcldenber- gen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. ,** Die Kr eis l eh r erv e rs am m l u n g unseres Kreises findet am 18. Juni auf der Liebigshöhe statt. Prof. Tr. Kosska spricht über das Thema' „Gedächtnis und Denken", Lehrer L i n d en str u t H-Gießcn hält einen Vortrag über „Der freie Aussatz". ** Die Techniker Hessens und der angrenzenden Gebiete veranstalten am 4. und 5.Juli aus Anlaß der Gcwerbeausstellung Gießen 1914 eine Tagung von Angehörigen aller technischen Berufe, um der Gcwcrbcaus- stcllung einen Bestick, abzustatten und durch Porträge der Oefscntlichkeit kund zu tun, welche Fragen die Angehörigen der technischen Bcruse u. a, bewegen Samstag, 4. Juli, findet zunächst eine Besichtigung der Gailschen Tampfzicgclei statt. Abends schließt sich die festliche Begrüßung in Steins Garten an, wobei neben heiteren Vorträgen aller Art Ing E B u r m c st e r über den Wert und die Wertung technischer Arbeit sprechen wird. Sonntag vormittag wird die Ausstellung unter sachkundiger Führung besichtigt, worauf eine ösfcntlichc Versammlung im Ausstellungsrestau- raut stattfinden wird. Hier wird zunächst Werkmeister Stimmer (Gießen) über „Einheitliches Angcstelltenrecht" sprechen, worauf Dr. H ö f l e (Berlin) sich über „Techniker und Volkswirtschaft" auslassen wird. Rach der Tagung und dem gemeinsamen Mittagessen, das ebenfalls im Ausstellungsrestaurant abgehaltcn wird, ist eine zwanglose Besichtigung der Ausstellung und der Stadt vorgesehen. Durch das Entgegenkommen der AussteNnnasleitung erhalten die Teilnehmer Dauerkarten zur Ausstellung, die drei Tage gültig sind, zum Preise von 50 Pfg. Für unentgeltliche Unterkunft in Privatquartier wird bei rechtzeitiger Anmeldung Sorge getragen werden. Mitteilungen, Anfragen und Anmeldungen sind an Killturtechniker Reih, Gießen, Liebigstraßc 58, zu richten. Der Ankauf der Gewinne für die Lotterie wird wei- ternhin fortgesetzt. Nach dem Ankauf des Hauptgewinns im Wert von 10000 Mark, die mit 20°,'e Abzug auch bar ausgezahlt werden können, hat sich der Loseabsatz sehr gesteigert. — Zum heutigen Benefiz „Pesch-Mario" sei nochmals daran erinnert, daß die Vorträge um 8 Uhr beginnen und daß ab 7Vi Uhr die Festshalle füsr die Karteninhaber reserviert ist. Bon heute mittag 4 llchr sind die noch verfügbare,^ Karten nur an der Ausstcilrmgsküsse zu haben. ** Stadttheater. Es wird uns vom Thcalerbureau geschrieben: Nochmals sei aus die Wiederholung der neuen Operette „Polenblut" durch das Ensemble des Großh. Kurlhealers Bad-Nauheim am kommenden Dienstag ausdrücklich hingewicsen. Das vornehme Werk steht zurzeit aus dem Spielplan aller größeren deutschen Bühnen und wird mit Recht als die weitaus wertvollste Erscheinung auf dem Gebiete der Operette seit langem betrachtet. In den Herren Ahnelt (vom Bremer Sladtlhcater), Georg Schmidt (vom Elberselder Sladtthcatcr), Kurt Harden (von Monlis Operettentheater in Berlin), sowie Frl. Hansi Martini kann unser Publikum alte bewährte Bekannte vom vergangenen Jahre begrüßen: neu einsührcn wird sich Clara Gaister Ouedenield, früher am Gärtncrplatztheaier in München, die die glänzendsten Mittel für die Ovcrettcndiva besitzt. ** Gießcncr Freilicht-Bühne, Um Mißverständnissen vorzubcngcn, sei nochmals mitgctertt, daß man von der Absicht, die diesjährige Spielzeit schon am 14. l. M. zu eröffnen, hat Abstand nehmen müssen, da der Platz bis zu diese,n Tage nicht fertig gestellt werden kann. Weiterhin sei bemerkt, daß die Eintrittskarten zur Gewerbeausstellung nicht zuin Besuch der Waldbühnc (am Fichtcnlops an der Licher Straße) berechtigen: vielmehr sind hierfür besondere Karten zu lösen, die rm Boroertauf in der Challierschen Musilalicnhandlung erhältlich sind. Näheres bringt demnächst der Gießcncr Anzeiger. X ** DicJghr eso er sammln ng des allgemeine n V e r e i n s für Armen- und Krankenpflege zu Gießen fand am 10. Juni statt. Die Rechnung, welche mit 131 207 Mk. Einnahme u, 124 642 Mk. Ausgaben, mithin mit einem Ueberschuß von 1565 Mk. abschließt, wurde geprüft und sür richtig befunden. Dem Rechner des Vereins, Herrn Freundlieb, wird daraufhin Entlastung erteilt. Dem Vorstand wird sür den Ankauf des Asprionschcn Anwesens Jndemirität erteilt. Ans dcni Jahresbericht verdient Erwähnung: In der H e l s c r a b t c i l u n g wurden u. a. an Geld- untcrstützungcn verausgabt 1053,75 Mk., sür Milch 808,53 Mark, für Kuren in Bädern und Heilanstalten 1777,20 Mk., für das Säuglingsheim 1000 Mk., sür Gewährung von Frci- betten an unbemittelte Krank? .528,60 MI. Aus dem Bericht der Abteilung sür Krankenpflege ist zu erwähnen: Was Gcmeindepflcge anlangt, so pflegten die Schwestern in 736 Familien mit 26 740 Pslegebcsohlcnen, 21 Tagepslegen und 712 Nachtwachen. Das Schwesternhaus anlangcnd, wurden auf der K r a n k e n st a t i o n 677 Kranke verpflegt mit 7089 Verpslegungstagen und 117 Nachtwachen. Das Hospiz für Damen wurde von 85 Damen mit 245 Ver- pflcgungstagen besucht. 25 stellungslose Dienstmädchen fanden an 52 Verpflegungstagen Aufnahme. In der Krippe wurden 85 Kinder mit 6794 Verpslegungstagen ausgenommen. Hier mußte der Verein zu den Kosten 3267,70 Mk. zuschicßen. Er tut das gerne in der Ucbcrzengung, daß sich die Krippe als ein unentbehrliches Glied in der Kette sozialer Einrichtungen in unserer Stadt erwiesen hat. Auch die Abteilungen für Waisenpflege und für Mietspatronate leisteten ersprießliche Arbeit. Die diesjährige Jahresversammlung erhielt ihr besonderes Gepräge dadurch! daß es die letzte war, welche Herr Kirchcnrat D. Schlosser leitete. Die Herren Landgerichtsrat S ch u d t und Pfarrer Schwabe widmeten aus diesem Anlaß dem scheidenden Vorsitzenden Worte herzlichsten Dankes für die bewunderungswürdige Arbeit, die er in 4 Jahrzehnten im Dienste des Vereins geleistet habe. Der Verein werde dies niemals vergessen. Mil Dankcsworten des Vorsitzenden schloß die Versammlung. ** Der hessische Spar lassen verband wird am kommenden Samstag und Sonntag in Darmstadt seine diesjährige Jahresversammlung abhalicn. ** D i e Maul- und Klauenseuche ist aus- gebrochen in Scheinfeld (Bäuerisch Mittelsranken) und im Bezirk Kitzingen (Bayerisch Untcrfrankcn). ** Der Großh. Eisenbahn-Wagenineistcr Otto Müller blickt heute auf eine 40jährigeDienstzeit zurück. Herr Müller, der zunächst bei der Oberhcssischen Bahn angestcllt war, ist seit 1886 Wagcnmeistcr. ** I n der Heil- und Pslegcanstalt Gießen erfreuten sich am Dienstag Patienten und Pflegepersonal eines erlesenen Kunstgenusses. Eine blinde Künstlerin, Frau Professor Hanna Lüer, Kammersängerin aus Wiesbaden, und ibr ebenfalls blinder lljähriger Sohn entzückten mit ihren künstlerischen Darbietungen die aufmerksamen Zuhörer. Frau Lüer sang mit vollendeter Technik und durchgeistigter Auffassung eine größere Anzahl von Schnmannlicdern. Sie verstand es, die Herzen der gespannt lauschenden Zuhörer zu rühren. Gar manches Auge wurde seuchl, und ein nicht endcnwollendcr Beifall criünte nach jedem einzelnen Liede. Ter kleine Künstler übernahm die Beglcilung am Klavier mil ebenso guter Technik als warmem Empfinden. Außerdem trug das kleine Wunderkind verschiedene größere Partien aus Wagner-Opern vor, die er nach nur einmaligem Hören des Orchesters frei aus dem Gedächtnis wicdergab und zwar in einer ganz überraschenden Weise, Auch er erntete ungeteilten Beifall. ** D i c Fcuersircne wird am Anfang der nächsten Woche nochmals erprobt werden und zwar vom Dach der alten .Hirschapotheke aus. Die Proben werden vormittags um 10 Uhr beginnen, ** Das Gerücht von einem Brand aufder Burg 6! l c i b e r g , das i» der Stadt kolportiert wird, ist unrichtig. Es handelt sich lediglich darum, daß die Burg wegen der Anwesenheit einer studenlischcn Verbindung bengalisch bclcuch- t e t war. Das hat ängstlichen Gemütern den Anlaß gegeben, von einem großen Brand zu faseln, dem drei Wohnhäuser zum Opfer gefallen seien. ** Achtung! S e k t e n g e fa h r! Man schreibt uns: Aus vielen Teilen Deutschlands wird das zerstörende Eindringen der aus Amerika stammenden Millenniumssekte („Vereinigung ernster Bibelforscher") gemeldet. Auf Grund eingehenden Studiums der von den Scktensendlingen zu Millionen verkauften Schriften und zahlreicher Erkundigungen aus dem Reiche hat der Evangelische Preßverband für Deutschland ein eingehend orientierendes und warnendes Flugblatt soeben herausgcgeben, das von seiner GeschästSi stelle, Berlin-Steglitz, Bcymestraßc8, zunl Preise von 2,50 Mark sür^OO Stück, 10 Mark für 500 Stück und 18 Mark sür 1000 Stück einschließlich der Portokostcn bezogen werden kann. Zur Massenverbreitung, gerade auch dort, wo noch wenig oder gar nichts von der Millenniumssekte bekannt ist, ist das Flugblatt dringend zu empfehlen. ” O eilenlliche B ü ch c r l> a l l e. Im M a i wnrdei, 2 3 18 Bande a >i s g e l i c h e N, Davon kommen aus: Erzählende Literatur 1276, Zeltschrilten 286, Jugendschrillcn 172, Literatnr- aeicknchte 13, OlcSirfile und Dramen 44, Lander- »nd Völkerkunde 78, Knltnrgelchichtc 26, Geschichte und Biographien 140, Kunstgeschichte 13, Natmwlslcnlchall und Technoloaic 98, Heer- und Leemelen 14, Hans- und Landmlrtlchakl 28, MesimdhellSlehre 2 * Religion und Philosophie 46, Siaatswtssenlchalt 24, Sprachwissen- schall 7, FiemdsprachllcheS 2ö Bände. Nach ansivärls kamen 62 Bände. ** Das Gro tzh. Hessische Regierungsblatt Nr. 14, ausgegcbcn den 12. Juni, hat folgenden Inhalt: t. Gesetz, die Teilung von Grundstücken betr. 2. Bekanntmachung, die Konzession zum Bau und Betrieb einer elektrischen Bahn betr. 3. Bekanntmachung, Anschlußgleis der Firma Wolf Strauß zu Darmstadt betr. 4. Bekanntmachung, die Bildung eines selbständigen Ortsgerichts und Standesamts sür die Gemeinde Bad-Salzhouscn betr. 5. Wahlordnung sür die Wahl der Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten im Ausschüsse der Landesversicherungsanstalt Großherzogtum Hessen zu Darmstadt (§§ 1351 ss, der Reichsversicherungsordnung). " Konkurse t» Hessen. In dem Konknrsversghren über das Dermöge» des Bäckers Heinrich Wilhelm Heller ln Dndcn- holen ln Priikimgstermm sämtlicher seit benr letzten Prniangs- lermin angemcldeten Forderungen, sowie Termin zur Belchlnff- iossilnq über die Verivertnng der Immobilien des Gemeinschnldners aut Dienstag, 23, Juni 1914, nnchmillags 3’, Uhr, vor dem Grohh. Ainlsgerichl Seligenstadt »beraumt. — In dem Konkursverlghren über das Vermögen der Firma Rndoll Rüdiger, Spengler- und FnNallotionSgelchäil in G > e ff e n, >ll mlolge eines von den Gemcin- ichnldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsverqlciche Ver- gleichstermm und Termin zur Prüsung der nachträglich angemeldete» Forderungen ani Dienstag, 23. Juni 1814, vorniittngs 8 Uhr, vor den, Großh. Amtsgericht in Gießen anberaumt. Landkreis Gießen. t. Burkhardsfelden, 12. Juni. AuS der Richtting von Gießen kommend, dnrchstog gestern ein Dovpeldccker unsere Gegend. lieber dem Ort beschrieb er eine Kurve und nahm denselben Weg wieder zurück. a. S t e i n h e i m, 12. Juni. Unser Schulhansnenbau hat in letzter Zeit guten Fortschritt gcniacht und wird diese Woche noch durch einen Verputz ein anderes Aussehen erhalten. Auch die Wasserfragc ist glänzend gelöst, indem es dem Bohrmeister Kuhn von Inheiden gelang, bei 45 Meter Tiefe eine starke Wasserader zu erbohren, die sogar dasl Wasser so hoch hebt, daß es durch natürlichen Druck 0,80 Meter über denl Boden ausläust. Kreis Schotten. b. U l r i ch st e i n, 11. Juni. In dem benachbarten Orte Ober-Scibertenrod wurden die zu dem Schulhaus- ncubau erforderlichen Arbeiten aus dem Submissionswege vergeben. Die Maurerarbeiten erhielt Maurermeister Schar- niann aus Ober-Ohmen; der Firma Sondermann & Bük- king aus Alsfeld wurden die nötigen Holzlieferungen übertragen. — Zu dem von den beiden Gemeinden Ober- und Unter-Seibertenrod beabsichtigten gcmcinsanien Bau einer Wasserleitung sollen zunächst Bobrvecsuche angestcllt werden. Erst nach der Heuernte soll damit begonnen werden. Kreis Frievberg. = Bad - Nanheim, 12. Juni. Bis zum II» Juni 1914 find 12 836 K I, r g ä st e gngelommen. Bäder wurden bis zum II. JiNij 133 716 abgegeben. Starkenbnrg nnd Rhcinhcssen. Schreckliche Bluttat im Ried. rm. Worms, 13. Juni. In Hofhcim im Ried wurde der 50jährige Bäckermeister Abt und seine Ehefrau er» schlag enundverbrannt in ihren Betten aufgesimden. Die beiden Töchter von 17 und 20 Jahren sind schtver verletzt ins Krankenhaus nach Worms gebracht worden. Der Täter hat das Zimmer in Brand gesteckt, wodurch der Mann zum Teil, die Frau gänzlich verkohlt ist. Ms der Tat dringend verdächtig wurde der Bäckergehilfe Philipp F l o e h r aus Monzernheim in Haft genommen. — Die dritte Tochter der ermordeten Eheleute ist gegenwärttg aus Besuch auswärts, Hessen-Nassau. m. Kirchharn, 12. Juni. Beim heutigen Schipeinemarkte waren 427 Tiere ausgetricben. Sougscrkel kosteten 25 bis 30 Mk. pro Paar. Der Handel war etwas langsam. (I) Frankenbcrg, 11. Juni. Gestern mittag fuhr infolge falscher Wcichcnstellung der 1.28 Uhr nachmittags hier abgelasscne Personcnzug Nr. 494 nach Bestwig auf der Station Röddenau auf die Kopsrampe. Ein Reisender wurde leicht verletzt. Der Materialschaden war nicht unerheblich. m. Neustadt, 12. Juni. Bei dem gestrigen Untvetier hat der Blitz in unserem Nachbardorfc Wahlen, Kr. Alsfeld, gezündet. Wohnhaus und Scheune des Landwirts Korell sind bis aus den Grund niedcrgebrannt. Ein sehr toertv-olles! junges Pferd wurde erschlagen. Hier traf ein kalter Schlag das Wohnhaus des Landwirts Toienbier und tötete einen Hahn, der in der angrenzenden Scheune Schutz gesucht hatte. Die in unmittelbarer Nähe der Stadt gelegenen: Wiesen gleichen einem Sec. — Die Aitt o p o st zwischen hier und Alsfeld fuhr infolge der ihr entgegenströmenden Wasscr- mcngcn gestern abend auf ihrer Rückreise in erneu Graben und stürzte um. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Mil großer Mühe gelang es den aus Gleimenhain zur Hilfeleistung herbcrgeholtcn Leuten, das Auto wieder flott zu machen. m. Fritzlar, 12. Juni. Beim Böllers chießcn anläßlich des gestrigen Fronleichnamstages platzte eins der Geschütze, wodurch der Scminarschüler Kluge, ein Sohn des Rekwrs Kluge in Geisa, getötet wurde. Schwurgericht. th. Gießen, 12. Juni. Bon der Anklage der Urkundenfälschung sreigcsprochen. Wegen Persälschung einer öffentlichen Urkunde zum Zwecke der Täuschung hatte sich die 42 Jahre alte Ehesrau des Händlers nnd Hausierers Meißner von Grünberg vor dem heutigen Schwurgericht zu verantworten. Die Anklage vertrat Staatsanwalt T r ü m v c r t. Verteidiger war Rechtsanwalt Raab. Es waren in der Verhandlung 6 Zeugen zu hören. Ter Tatbestand der Anllage war der folgende: Dem Ehemann Keißner wurde von einer Gießencr Firma ans Grund einer ausge- klagtcn Warensorderung in Höhe von 282 Mk. am Gallusmarkt in Grünberg seine gesamte Ware gepfändet, so daß die Eheleute K. wegen ihres Erwerbes matt gesetzt waren. Ta die Psandobjcktc zur Deckung der Forderung des Gläubigers nicht hinlangtcn, ließ dieser einen Posten Heugras nachpsändcn, den der Ehemann von einer sis- kalischen Wiese gesteigert hatte. Wenige Tage nach der Pfändung des Futters mußte dieses an den Fiskus bezahlt werden, da aber hicrsür kein Geld im Hause war, ging die Angeklagte zu dem Vormund ihres außerehelich geborenen Kindes, für dessen Unterhalt bei der Sparkasse eine Ablindiingssmnme lnnterlcgt ist, und ließ sich die inzwischen aiisgclauscncn Zinsen zur Auszahlung anweisen, die sic dem Ehemann gab. damit er bei der Bezirkskasse den Sleigcrprcls sür das Heu, 28,50 Mk., bezahlten konnte. Die Angeklagte lebt mit ihrem Ehemann in Gütertrennung. Als nun im Dezember die Versteigerung der Pfänder durch den Gerichtsvollzieher bewirkt werden sollte, bebauptete die Angeklagte diesen! Beamten gegenüber, das gcpsändetc HcugraS gehöre ihr, woraus der Beamte dieselbe mit ihren Anshrückzen an das Gericht verwies. Tie Angeklagte nahm die Quittung der Bezirkskasse, welckic auf den Namen des Ehemannes lautete und änderte diese dahin ab. boß fte vor bera Namen „F r a u" hinschrieb Sie hat dann unter Emreichung der Quittung beim Geridstsschreiber des Amtsgerichts Grimberg di? Aussetzung der Versteigerung beantragt und eine »tage gegen den Gläubiger ihres Ehemannes zu Protokoll gegeben 2*S» tL?“® mit bie Freigabe des Heus im Prozeßwege cr- wirkt^ Die Aussetzung des VersteigcrungStcrmins wurde vom Ämts- gerecht angeordnet, weil die Ehefrau Meißner gleichzeitig bei der Antragnellung eine Sicherheitsleistung in Höhe von 20 Mk für den Milchiger ihres Mannes hinterlegt hatte. Me Angeklagte, eine leidend aussehendc, nervöse Frau, erklärt rn der Verhandlung: Sie habe in ihrer Handlungsweise kein Unrecht erblickt, beim tatsächlich habe sic doch mit ihrem «steld bei der Bezirkskasse daS Leu bezahlt. Sie will auch nicht gedacht haben, daß sie sich mit einer Abänderung der Quittung strafbar uiachcn könne Sie will damals, als ihr die Habe verkaust werden sollte, in großer Not gewesen sein. Zwei von ihren vier Kindern lagen krank und bedurften der Milch, das heufutter hatte sie aber nötig iür die Ziege Die Beweisausnahme gestaltete sich verhältnismäßig kurz. In lden Akten des Jnterventionsprozesscs, denen die versälschte Quittung bcigelegen hat, ist! dieser mit keinem Wort Erwähnung getan Allerdings hat die Angeklagte in dem Verfahren dem Gerichts schrciber zu Protokoll erklärt, daß sie selber das Heu gesteigert und mit ihren Mitteln bezahlt hat. Amtsrichter Specht- Grünberg, der die JntcrventionSllagc der Angeklagten verhandelt hat, bekundet als Zeuge, in dem ganzest Verfahren habe die Quittung der Bezirkskasse keine Rolle gespielt, diese sei bei der Urteilsbegründung wegen der Freigabe des HeueS ohne j-dc Bedeutung gewesen. Es war ihm bekannt, daß die Eheleute Kcißner in Gütertrennung lebten, und der durch Zeugen geführte Nachweis, daß die Ehesrau aus den Mitteln, die sie für den Unterhalt ihres Kindes bezog, das Futter bezahlt hat, war für ihn als Richter bestimmend, deren Eigentumsrecht an dem gepfändeten Heu- qras durch Urteil ans,»sprechen und den Gegner zur Freigabe zu verurteilen. Tic Einstellung des Zwangsverfahrens ist erfolgt, weil die Angeklagte Sichert,eit für den Gläubiger ihres Mannes geleistet hatte. Währeich des Verhandlungstermins sah der Gegner der Frau, Rcchtsanwvlt Raabe, die Quittung der Bezirkskasse bei den Akten, er ließ sie sich aushändigen und fragte die Angeklagte, wer vor dem Namen, das Wort Frau gesetzt hat, woraus sic ohne Zögern zugab, daß sie das Wort aus der Quittung hinzugcsügt hat. Der Anwalt meinte damals^ dann habe sich die Frau einer Fälschung schuldig gemacht. Auch dem Rechtskonsulenten Jäckel- Grünberg, dem die Angeklagte im AmtSgerichtsgebände begegnete hat sic auf Besragen, ohne sich zu.bedenken, mitgeteilt, daß sie die Urkunde abgeändert hat. Ten Geschworenen wurden folgende 4 Schuldfragen vvrgclcgt: Ist die Angeklagte schuldig, in rechtswidriger Absicht, um sich oder einen anderen einen Vermögensvorteil z» vcrschgssen, oder einem anderen Schaden znzufüge», eine öffentliche Urkunde versälicht zu haben eventuell: liegt nur ein Versuch dieses Verbrechens vor, eventuell: liegt die Verfälschung einer Privatnrkunde vor, welche zu Beweisen von Rechten oder Rechtsverhältnissen von Erheblichkeit ist, oder ist auck> hierfür nur ein Versuch gegeben. Für jede der gestellien Fragen werden den Geschworenen für den Fall der Bejahung der einen oder anderen Frage Ncbensragen nach mildernden Umständen gestellt. Der Vertreter der Anklage tritt dafür ein, daß die Tat als eine vollendete Fälschimg einer amtlichen, also einer öffentlichen Urkunde zu betrachten fei. Men ch!ich betrachtet tue es einem ja leid, die Angellagte wegen einer so geringfügigen Sache bestrafen zu müssen, aber cs sei Sache einer anderen Stelle, Gnade zu üben, wenn sie nach Lage des Falls am Platz fei. Jen übrigen tritt er dafür ein, daß die Geschworenen der Angeklagten mildernde Umstände bewilligen. Der Verteidiger Rechtsanwalt Raab steht aus dem Standpunkt, daß die u»ter Anklage stehende Quittung keine össentliche Urkunde darstellt. In der heutigen Zeit, wo die modernen Städte, die Kreise, die Provinzen und der Staat Geschäfte betrieben, wie jeder Private, müsse man den Begriff der amtlichen^Urkunde enger begrenzen. Im vorliegenden Fall liege doch die Sache so, daß Meißner .heugras gekauft hat, ob dies beim Fiskus gcsdnben ist, oder ob ein Privatnrann den Verkauf abgeschlossen hat, bleibe itai dock, gleich. In jedem Fall hat für den Kaufpreis der Ware Bezahlung erfolgen müssen und eS wäre dann mich wohl eine ^Quittung ausgestellt worden. Man könne mm nickst sagen, weil die Bezirkskasse die Stelle ist, wo das vom Fislus gekaufte Heu bezahlt wird, sei diese Qufttung eine öffentliche Urkunde, sondern man müsse sagen, daß die Bezirkskasse eine Privaturkundc in der Quittung herqestcllt hat. Die Angeklagte, das ist in der Beweisaufnahme durch die Zeugen festgestellt, hat mit ihrem Geldc das Heu bezahlt — sie lebte mit dem Ehemann in Gütertrennung — sie bat also in der Quittung nichts verfälscht, sondern sie hat die Quittung nur richtiggestellt, sie hat das fatsche nur darin berichtigt. Es fehlen aber auch alle Erfordernisse der bicr in Frage kommenden Gesetzesbestimmungen, um die Tat dcr Angeklagten Unter Strafe stellen zu können. Alle die Momente, die erforderlich seien, um die Angellagte berurlcilcu zu rönnen, sind in der Beiveisauftiahmc nicht bervorgctreten. Nach der ganzen Lage des Falles mußten die Geschworenen sämtliche Schuld- sragen verneinen. Vorsorglich, obgleich der Verteidiger erklärt, er glaube nicht, daß hier ein Schuldig gesvrochcn werde, tritt er doch dafür MI, daß, im Falle doch wider Erwarten cm Schuldig erfolgen sollte, der Angeklagten dann mUdernüc Umstände nicht versagt werden. ^ 9 !adi längerer Beratung verkündete der Obmann Prv,e,sor üst Garten- Gießen den Wahrivruch der Geschworenen, durch den sämtliche Schnldfragen verneint wurden. Der -GerichtSlwf fällte daralif ein frcisprechcndcs Urteil und legte der Staatskasse sämtliche Kosten des Verfahrens ans. veleidigungrprozeh ttrumm-koeber. Gießen, 13. Juni. Vor dem hiesigen Schöffengericht kam gestern eine Beleidigungsklage zur Verhandlung, die der Sladlv Krumm gegen den Stadtv. Lochet angestrengt hatte, ^,,n Amchlus; an die bekannten Meinungsverschiedenheiten darübek, ob das Rathaus in die Alte Klinik verlegt werden solle, waren auch im Gießener Anszoiger Stimmen für und wider zum Worte gekommen Herr Krumm hatte sich z u e r st lebhaft daran be teiligt und in einem Artikel durchblicken lassen, daß es Stadtverordnete und Vertreter des Lslvicrtc^ gewesen seien die beim Erwerb von Gelände am Wißmarer Weg durch ihre 'übersvannlen Forderungen für ihren Grundbesitz den guten Willen der Stadlverwallung zu schänden gemacht hatten Darauf hakte dann Herr Locher, der sich dadurch verletzt sah ebenfalls das Wort erqrissen und in längerer Erwiderung die aiigcsührlc Krummsche Aeußcrung als eine „von Neid und Bosheit diktierte Anzapfung" bezeichnet. Es kam in der gestrigen Verhandlung, bei der Geh Justizrat Gebhardt den Vorsitz führte, Justizrat Grunewald Herrn Krumm. Rechtsanw. Kausmann Herrn Locber vertrat, in, Beisein des Klägers und des Beklagten zu folgendem Vergleich: Der Anaeklaqte, Stadtverordneter Wilhelm Locher VI. oGlkßen^rllärt, daß er die in dem Artikel vom 8. November 1 g ?3 enthaltenen, den PrivatNäger Stadtv Ed. Krumm in Gießen beleidigenden Ausdrücke mit Beiumern »unicfmmmt. Er trägt die Kosten des BersahrenS ermchlietzl'ch der dem Pr,vat- Näger erwachsenen notwendigen ^Auslagen und den Kosten du),es Veralliches Er zahlt eine Butze von 200 Mark, di- zur des AliceichuI - BcrcIns zu Gießen zu ver- -xn Angeklagte Locher wird diesen Vergleich einmal 7ri i- che Kosten im Gießener Anzeiger verössentlicheii, au ’ Nrivatkläqcr KruNiIN erklärt: daß er weitere _ 4).rr . Artikel vom 6. Nov. 1913 enthalten Borwurse, als! Angellagten Locber nicht erhoben habe und sind, gigrn d ^ Vorwurf: Der Angeklagte Locher hab- fein An^chs S^tve^m-t« 'in e i g ° ° n ü tz i g e r Weise Mißbraucht, nicht enthalten sei, und datz er diesen Vorwurf nicht erheben wolle: er habe ,enen Lrtikel lediglich in Abwehr aus vorausgegangenc Aeußcrungcii de» Herrn Locber verlaßt. Es hat uns überrascht, daß bei den Berglcichsverhand- lungen der Stadtv. Krumm us !a. mich crllärt hat, er habe (bei Her Sache in die Unparteilichkeit des Gießener Anzeigers kein Vertrauen setzen können und sei zuerst im Zweifel gewesen, ob er diesen nicht eben salls verklagen solle. Brun haben wir gerade Herrn Krumm zu allererst bereitwillig zu langen Ausführungen i» der Rathaussrage unser Blalt zur Verfltgung gestellt, und unsere Leser wissen es, daß es uns darum zu tun war, rein sachlich die Momente zur Geltung zu bringen, die für und die gegen die alte Klinik sprachen. Obgleich Herr ikrumm nicht ganz sachlich luar, sondern die Geländecrwerbsjachc am Wismarer Weg mit in die Debatte zog und seine Spitzen gegen die Vertreter des Walltors richtete, haben wir seine Ausführungen ungekürzt wicdergcgeben. Wir wollten gerade ihm gegenüber, der politisch aus sozialdemokralischcm Slandvunkl steht, nicht den Anschein erwecken, als wollten wir ihn schlechter behandeln als andere. Daß wir daun auch die erregte Zuschrift des Herrn Locber unter „Eingesandt" wicdergegeben haben, dafür müßte Herr Krumm doch eigentlich Verständnis haben. Wir brauchen nicht erst zu versichern, daß wir den scharsen Ausdruck des Herrn Loebcr uns nicht zu eigen mach len, denn über dem Artikel stand, daß wir für Form und Inhalt dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung übernähmen. Wie aber Herr Krumm im Rahmen dieser unpolitischen Sache dennoch unsere Unparlei lichten in Zweifel ziehen konnte, ist uns unverständlich. Er nimmt doch nicht etwa an, daß wir in solchen Kommunal- angelcgcnhciten ganz daraus verzichten müßten, auch unsere Meinung darzulegcn? Grr-icht^saar. Mutter und Tochter unirr Gistmord-Anklage. ^ Insterburg, 12. Juni. Unter großem Andrangc des Publikums, namenliich der Landbevölkerung begann heute der Prozeß in einer Gistmord-Asfäre, bei per Mutter und Tvckstcr aus der Anklagebank sitzen unter der Anklage, die beiden Ehemänner bezio. den eigenen Pater lind Stiefvater durch Mit aus der Dell geschasst zu haben. — Es tändelt sich um die 7 4 Jahre alte Witwe Schclelcis >nch ihre 35 Jahre alte T o ck> t e r, die KuisdierSsrau Mars auS Hamburg, früher in Insterburg. Der zweite Ehemann der Witwe Schclelcis war im August vorigen Jahres in Grigelischkcn bei Insterburg gestorben. Da Gerüchte ausiauchten, daß der Tod kein natürlicher gewesen sei, vcranlaßie die Staatsanwaltschaft die Ausgrabung der Leiche, in der taisächlich Arsen in großer Menge gesunden wurde. Daraufhin kam die Staatsamvaltschast auf die Vermutung, das; auch der erste Ehcuiann, der Bauer Drzdon, der Vater der Frau Mars durch Gift geendet sei, und auch in dessen Lcichcnteilen wurde Arsen in starker Menge gesunden. Beide Frauen wurden schließlich in Hamburg, tvohin sic übcrsiedelt waren, in Untersi>chungsl>ift genommru. ES wurde gegen bcidc 'Anklage erhoben, da sie sich bei ihrer Vernehmung gegenseitig beschuldigten. Zur Auftlärung des Sachverhalts sind über 50 Zeugen geladen. — Nach Verlesung des Erösfmtngsbeschlusses erklären beide Angeklagte, daß sie nichlschuldtg seien. — Die Frau Schclelcis gibt an, iah, sic sich im Alter von .19 Jahren mit dem damaligen; Schneider Tizdön verheiratete, mit deni sie elf Kinder hatte. Sicht davon sind groß geworden. Sie beigsten in Grigelischken ein vier Morgen großes Grundstück und dazu nach einiges Pachtland. Ehe soll nicht besonders glücklich gewesen sein, und zwar in der hauvtsachc ditrch die Schuld der Frau, Etwa viermal ging sic im Lause der Ehe ihrem Manne durch, kehrte aber immer wieder zu ihsti zurück. Von den Kindern war im Jahre 1897, als der Schneioer Tizdon starb, die Angeklagte Rosa Mars im Hause, ober auch nur, weil sic eben einem unehelichen Kinde daS Leben gegeben hatte. Dcr sparsame alte Mann war ungehalten darüber, das; die Rosa ihm mit dem Kinde große Unkosten madite. Am 13. Februar 1897 kam es zwijdßm Todtter und Mutter sowie d>cm Vater zu einein heftigen Auftritt. Schließlich tvars dev alte Mann Frau und tachter mit dem Kinde aus der Wohnung. Tic Tochter mußte bcl den Nachbarsleuten Sdmtz suchen. Am nächsten Tage schien die Versöhnung wieder licrgestellt zu sein und als der Mann Essen verlangte, reichte ihm die Ftran eins Bohnengericht. Nachdem er davon gegessen Hille, ging er in eilt Nebenzimmer, in welchem er sich cinschloß. Tort wollen ihn die Angeklagten am Tage daraus tot vorgesunden haben. Als der Borsitz-nde dcr Angellagte» Schclelcis vorhält, daß bei der .Untersuchung der Leichcntcile eine große Menge Arsen in diesen gesunden worden sei, gibt die Angeklagte zu, daß sie Arsen im Hause gehabt habe. Ihr Mann hätte davon Fliegen- gsst bereitet, — Die Angeklagte Mars gibt an, daß sie bei dem Bürgermeister BarkowSki in Stellung war. Dort Hobe sie ein Kind geboren, mit dem sie zu den Ellern zurückkchrte. Die Angeklagte Mars behauptet dann, das; wabrsdicinlich ihre Mutter dem Vater das Arsen in die Bolsn-n getan habe. —Der Vorsitzende fragt die Angeklagte ScheleieiS, welche Ursache sie sür den Tod ihres Mannes sich denke. - Die Frau erwidert, dcr Mann habe ein Bnichleidcn grljabt, daß ihm mitunter große Sdtmcrzen bereitete. Er sei wahrscheinlich eines Nachts vor Schmerzen ausgestandr», und habe aus einer Flasche getrunken, die aber keine Medizin, sondern in Wirklichkeit Fliegengist enthielt. Ihre Toditter Rstha, die sie hier des Mordes beschuldige, sei von Jugend aut verdorben gewesen, sie habe schon als Kind gelogen und gestohlen^ — Auch von anderer Seite toird der Angeklagten Mars kein gutes Zeugnis ausgestellt. Von einer Zeugin tvird die Angeklagte Mars sogar als ein Scheusal in Menschengestalt geschildert. Es gelangt daraus der zweite Anklagcsall, der Mord an dem Auszügler Schclelcis zur Erörterung. Die Angellagte MarS war bald nad, dem Tode ihres Paters nach Hamburg gegangen und hatte dort den Kutscher MarS kennen gelernt, den sic im Jahre 1912 heiratete, nachdem sie ihm ein uneheliches Kind geboren hatte. Mit diesem fam die MarS nach Grigelischken zur Mutter aus Besuch. Sie soll sid, wälzend ihres Aufenthaltes dort viel hervm- qetricben haben. Sie sduoärmte viel von Hamburg und sorderle ihre Mutter aut, dod, zu ihr nach Hamburg zu kommen. Tic Angell.Sch. behauptet, daß sie die Ausfvrdeiungen der Tochter glatt abgelehnt buhe Ihr Moni, habe sdwn lanae nichts davon wissen wollen. A»s- rättig sei ihr gewesen,, daß die Rola sid, so lebhaft nad> den Einkommens- und BerniügenSverhältnissen dcr Eltern erkundigte. WaS den Tod ihres »weiten Mhnnes angehe, so sei dcr wahrscheinlich einem Sdilaganialle erlegen. Der „Alle" hätte, nachdem ihm Rosa Schmalzbrot gereicht Halle, große Schmerzen im Kops unv im Innern verspürt. Diese Sd,merzen seien »od, schlimmer geworden, als ihm, die Rota eine Tafte mit Milch reichte. Schließlich konnte er nicht mehr spredien, er bekam Schüttelsrost und nad, viertägiger Krankbeil war er tot. Die Rosa soll dem Vater auch Sdinavs gereicht haben, der verdorben war, den Schnaps will die Angcllagls später, eben weil er verdorben war, wegqegolsen haben. Nach dem Tode des zweiten Mannes machten die Angeklagten ihre habe Geld und reisten nach .Hamburg, wo sie verhasiet wurden. — Die Verhandlung dauert fort. __ Unwetter. 5 Ruppertenrod, 12. Juni Ein Unwetter ging gestern nachmittag über unserem Ort und Gemarkung nieder, das zwar nicht besonders stark an elektrischen Entladungen war, aber große Regenmassen bradite. Es goß ununterbrochen drei Stunden lang. Die Ortsstraßcn bei der Kirche standen rasch unter Wasser. Im Un- terdors stieg die Ohm meterhoch, bas Ohmtal verwandelte sich in einen Sec. Nun drangen die Gewässer in die Ställe, Scheuern und Häuser. Das Vieh mußte aus den Stallungen gebracht werden, Von den hofreiten wurde das Kleinholz mit sortgerissen. In einem Hause drang das Wasser in das Wohnzimmer. In Ober-Ohmen herrschte die gleiche Wassersnot, Auch hier drang das Wasser in Ställe, Scheunen und Gebäude, Einem Maurermeister wurden viele Wagen voll Schlacken tortgespült. In Wettsaasen drang das Wasser in die untere Stube dcr Mühle. Großen Schaden hat daS Wasser im Felde angerichtct, id, Storndorf, 11, Juni. Ein Gewitter mit Regen und hagclsdwuer i,betezog heute nadimillag unsere Gegend. Ei» Blitz schlug in das Wohnhaus des Handelsmannes Kalmann höckister und setzte das Haus in Brand. Die daiiebenstchcnden Sckzeunen der Landwirte Weiß und hoimann gerieten ebenfalls in Brand. Sämtliche Stroh und heuvorräle tviirdcn ein Raub der Flammen. Das Bieh konnte gerettet werden, Ter Sck>ettcr. Dcr Blitz ichlug vielsad, ein, ridjtctc aber erheblichen Sdtziden nirgends an. Dagegen haben die Gärten und Felder unter de,r großen Regenmaiwn avszerordcntlich gelitten. Auch am Süd iaunus gingen verheerende llnwcllcr nieder. Kleine Tagerchronik. In dcr Nähe des Dorfes Tedelben ließ sich auf der Eisen- bahnslrrrle halbcrstadt — Braunschwcig in dcr Nacht zum Freitag ein Liebespaar vom Zuge überfahren. Das Mäddie», dessen Persönlichkeit uod, unbelannt ist, war soion tot, der Ktiedst Lacthge aus dem benachbaricil Pabstorf wurde schwerverletzt bis Krankenhaus nadi Dvlfcnbütlel gebracht. Ein Großscuer zerstörte de» größten Test dcr Ortsd,aft Lipkowitz in Ostvreuße». 32 Gchüste sind nicdergebrannt. Der Glockcnturm dcr kaiholisdien Kirche wurde zerstört, die Kirche selbst konnte gerettet werde». Aus Touloitsc wird gemeldet: Ein mit fünf Angehörigen dcr Faiiiili- des Arztes Lautre besetztes Automobil stürzte Freitag morgen infolge Einbruchs einer Brücke in den Graben. Alle Insassen wurden getötet. In den mittleren Grasschaften Englands und in Nordengland gingen am Mittwoch schwere Unwetter mit hagelschlag nieder. Mehrere Personen und viel Vieh ist vom Blitz erschlagen worden, die Obsternte hat stark gcltttcn, die Fliiftc sind über die Ufer getreten. In Granden, e x v l o d i c r t e am Freitag auf dcr Fliegcr- slatiou beim Abtülleu in den Benzintank ein B e n z i n s a ß, wobei der Unteroffizier Bertram- Gevensleben lKreis Helmstedt), Sergeant N a r st c d t - Sandau (Kreis Jcrichow 21 und die Gesrritcu K ü h n l c i n - Erlangen und Müller- Stettin getötet wurden, Ter Materialschaden ist erheblich. Büchcrtisch. — Die Bücher der Dürer schule. Die Dürerschulc hochwaldhausen verösscntlicht soeben ihren ersten Bcridst über hie Zeit von Oktober 1912 bis April 1914, Mit 15 Bildern und einer Beigabe, (5 und 37 2.1 gr. 8. 1914. Geh. Mk. 1.— Tic zufolge eines Ausrnss führender Persönlichkeiten 1912 gegründete Ncsorm-Erziehungsanstalt sür Knaben und Mädchen sucht hier über ihre Gntndgcdanlen und deren Durchführung zu orientieren. Der reich illustrierte Bcridst enthält neben der Chronik der Anstalt und der Sdstlderung des snstematisdstn Sportbetriebrs eine stieihe von Anssätzen, welche die Ziele dcr geistigen «dstilung der Zöglinge der Dürersdstile dorlcgcn )vollen, während eine weitere Abl.mndlung über mannigfalligc Gelegenheiten zu prallischer Volksbildungsarbeit beeid,tet. — Eine Darstellung des in besonderen Fonncn be,chlosscnen Gemeinsd,aftslcbenS der Dürerschule, an dein dsr Jugend zu nutzbringender Arbeit an der Schule beiei- ligt ist, schließt den Bericht ab. Aintlichrr Wetterbericht. Oeffcntlicher Wetterdienst, Gictzen. Wetteraussidstrn in Helsen am Sonntag, den 14. Juni 1914 Wechselnd bewölkt, G.nvltter, östliche Winde. Letzte I 7 ncls»'ietste»i. Die. Vcgcstiiuiist von Konopischt. Konopisd>t, 12. Juni. Uml 1 Uhr nachmittags fand im großen «peiscsaal Frühstück zu 19 Gedecken und gleicksteitig Marschalllasel für das Gefolge statt. Am Nachmittag ließ der Regen „ad,, so daß die in dem Programm vorgesehene Fortsetzung! dcr Besichtigung des erzhcrzogttchen Reviers vorgcnommen werden konnte. Die Fahrt wurde teils in Wagest, teils in Automobilen unternommen. Um l, Uhr langten die Wagen wieder rm Schloß an, wo der Tee genommen wurde. Aus besondere Einladung des Erzherzogs traten um 7 Uhr abends Graf Hans Wilcek, dessen Tochter Elisabeth, die Gräfin Kinskn. Gras und Gräfin Adol, Watdstrin, Grat und Gräsin Franz KtnSll, und Prinzessin Henriette Lobkowitz ein. Im großen Sveiiefaal fand abends 8 Uhr ein Diner statt, an dem außer dem Kaiser, dem Erzherzog Franz Ferdinand und der Herzogin von Hohenberg, die abends augelangten Gäste, die Begleitung des Kaisers und das Gefolge der höchsten hcrridmften leiluahmen. Nach der Tascl hielten der Kaiser und die höchste» Herrschaften Cercle, Wie man schlechten Teint behandelt. Nat cincS Tve,;ialistcn. Ein schlechter Teint, häßliche, slecki,ie Geüchtshant, Mitesser' Mißsarbuna und Runzeln sind meistens einer überntäninen Anväufuna von Lchiivvcticn der äußeren Hnutschicht zuzuschretden. Im normalen ^uünnd bildet diese eine dünne, transparente Schicht znm Tchui.dungen *u den Wettkämvse» müssen schristlich bi» spätestens 21. Juni 4844 an den Vorstand ersolgen. arlneldcr werden nicht erhoben. Am 48. i>. Mis. sindet Mitglieder-Versammlnng in der Miillcr'i'chcn Badeanstalt abends 8 */, Ubr statt. Schwimm- und Wasscrsporl-Derci» Gienen. 71630 Ter Vornand. ■5P »g morgen Sonntag TanZmUSIK, Z»r p nene« Welt Mu8tergüllige8 und grösstes Lichtbild-Unternehmen Dessen« 34 Bahnhofsti’asse 34 Heute Samstag abend 9 Uhr Vorführung des Sensations-Weltschlager-Films hierbei: Grosser Konzert-Abend (Kapelle 12 Mann) X0“ Keine Preiserhöhung Anfang 9 Uhr 7123 a Anfang 9 Uhr Siadtiheaier Giessen Wircktlon: Hermann Stcingoctter. Dienstag, den 10. Juni 1!N4, abends 8 Uhr: Erstes Operettengastspie! des Großherzogi. Kurtheaters Bad-Nauheim. Unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Jns.-Regts. „Kaiser Wilhelm" Nr. 116. [7086c Gewöhnliche Preise! Gewöhnliche Preise! Neuheit! Neuheit! Pdsnbtut.“ Operette in 3 Akten von Oskar Ncdbal. Kassenönnuug 7'/r Uhr. Anfang 8 Ubr. Ende !(?/< Uhr. ___ Studierende gcniclrcn PreiSermahigung. _ Heassi^^lheiin Sonntag, den 14. Jnni 1914 Grosses Gartenfest mit Konzert und Tanzmusik wozu ergebenst einladct Heinrich Kröck V., Gasthaus „Zur Stadt Giessen" Fints-Itt frei. 171851 _ Frisch gesell lachtet . ZchoEweln-urM frützWckZZMve Hahnhofslrassc 151”) empf. guten BlittugstiNch, reingeh. Ehein-, Mosel- und ausländische Weine, sowie ein vor- zügliches Glas Dortmunder Union und Münchener Löwenbräu im Ausschank Missfarbene Zähne tucttj.v bleich, wird i.d.Zahn- tcch».Rnndsch..Eb l o r o d o n st ifictctät. netrit.i warm empsoht. Herrlich erfrisch. Zahnpasta, a. aea. üblen Mundgeruch u. 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Für die musikalischen Vorträge haben die Mitwirkung freundlichst übernommen: Frau W. Klingspor (Gesang.', Frau CI. Nebelung-Knapp (Klavier), Frau M. Schudt (Gesang), Frau FI. Spohr (Violine), Herr O. Görlach (Orgel), Herr B. Hermann (Vionloncellk Herr Prof. Walther (Viola), sowie Mitglieder des akademischen Gesangvereins. Ein Teil des Reinertrags fließt der Sammlung des Roten Kreuzes zu. Der Vorverkauf der Eintrittskarten findet bei Herrn E. Challier, Giessen, Neuen weg 9, statt. Droioo rlnr Für die Vorstellung am Sonnabend: Mk. 5.—, I IClbC UCl 1 IdlZC. Mk. 4— Mk. ä-, Mk. L-. Mk. 1.— nnd für die Sonntags Vorstellung: Mk. 3.50, Mk. 3.—, Mk. 2.25, Mk. 1.50, Mk. —.75. Oeffnung der Theaterkasse V* Stunde vor Beginn. f(J 886 D Während der Pause und nach Schluss der Sonnabendvor- stellung gesell. Zusammensein mit Konzert im Stadttheater. Im Ausverkauf. Tapeten z. bedeut ermäß. Preisen. Kleinere Reste zürn Papierpreis. Tischlinoleum, Wachstuche, Buntglaspapier, Türschoner aus Zelluloid etc. Tapetenhandlnsg Senner, Lindenplatz 5. _ L 1727 Tapeten! NatnreU-Tapolen u. 10 Pfg. an, Bold-Tajieten von 20 Pfg. an in d. schönst. 11 . neuest. Muff. ManverlTvffensr.Mufferb.78 Ksdr.Ziegler, Lüaebarg . ( lftA3 D [ Luubiruuiu iui uuiiih Salcmon, Schul str. [-7058a T Jedes Quantum [* 51 Toi leite-Pa piep lief. z. V orzugspreis. Lnäg.Zrdll, Ploskstr. Haus- u.Küchenart. Verfteigernng. Montag, den 15. d.Mts., nachmittags 2' Ubr, sotten dahier Watttoritrane 6 (Darmitädler <>an7156 1.1 Ausziehtisch. 1 Sosa. 4 Waschtisch. 4 Nachttisch. IKlosettiiuhI, 1 Sessel und 2 Benillntoren: 2 .1 Pianlno, 4 Registrierkasse, 1 Schreibmaschine, 2 Gasherde. 4 Bllseit, zwei Soias.4 Schreibiisch.scä>»lg stzarlenstüble, 4» Garten- iische, 4 Vadcncinrichluna u. a. Möbel. Die Bersteigerung zu 1 findet bcstimmi statt. Born. Gerichtsvollzieher in Giestcn. rj LlLLKKLMentt I OrvlN.^Vorteil k. Sprechmaschinen- besitzer' Unbegrenzte Abwechslg. 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In 21 Jahr, üb. «009 Hes. >. Alt, v. I5-S6 I. Cafe Ebel. Kegelbahn Dienstag und Mittwoch srei! """ morgen Sonntag bei Gast- wirtBäulke, Kaiser-Allee. _ 1047971 Wo ödicit mir moracii hin? Bei diesem Wetter bleiben wir in der Nähe der Stadt und gehen alle aus den a»,> vlatz. Dort ist um 3 Uhr Eröffnung. 01795 Sonntag, dc» 14. Juni. TANZ Eintritt frei. Tanz srei. OpJima-Fahrräder] ib von unübertroffene» GUI» u.BaKbarkrtL ' l Versand ,u nledrfg- J s,enOri,inai»r»if»,. ^verlangen Sie kosten^ .«ose Zusendung meine« ffaupllaksloge». tt. IImmsnn. »onnovgrwö »" i NUimuehlnto ui ibrradwerkc. I Sonntag, den 14. Jnni er- von nachmittags 3 Ubr ab lltbuiiiis-ii.Pttisslhichtit Um >;ahlr. Beteiligung bittet 7154 D> Der Vorstand. Das sur Sonntag, d. 21. Juni niigeictzte ^diienen fallt ans. Samstag, den 20. Juni, abends 1) Uhr. Herrenabend bei Kamerad Georg. Frankfurter Strane 165. Um zabl- reiches Erscheinen bittet 7184Ö) der Vorstand