Nr. m Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, a»ster Eonntagr. - Beilagen: viermal wöchentlich rieheitttLamilienbläller; -»vermal wochentl.Nreis- dlatt sür dcn Kreis Sichen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land» wirtschaslliche Scilsragen Fernsprech - Anschlüsse: 'nr die Redaktion 112 , Verlag ». Expedition 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen ß:r die Tagesnunnner dis vormittags S Uhr. Erstes Blatt M. Jahrgang ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Donnerstag, U. Juni I9N Bezugspreis: monatlich75Pf.,v»enel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- »u Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost 2)ik.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ ausivärls 20 Psemnq. Chefredakteur: 2l. Goetz. Pcrantivortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für „Fenilleto»»", .Vermischtes" und„Äcrichts- saal": Karl Neurath; für .Stadl und Lander Rotationrdnick vnd Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei l». Lange. Redaktion, Lrpcdition und vriukerei: Schulftrahe 7. Anzeigen!'-:):' H?B-ck! Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Die Unruhen in Italien. Um die Gründe und Zusammenhänge des derzeitigen ttllgcmcincn Ausstandes in Italien und der blutigen Ün- ruhcn zu verstehen, muß man sich erinnern, daß Rtinistcr- Präsident Salandra bald nach seinem Amtsantritt seicr- lich erklärte, er werde alle die Staatsautorität schädigenden Bersairmlungen. hauptsächlich die mitimilitaristischcn und anarchistischen Veranstaltungen rücksichtslos unterdrücken. i!lls nun die Arbciterkammcrn verschiedener Städte aus Anregung der Arbeitcrkanimer in Ancona sür den 7. Juni, den Nationalfeiertag, antimilitaristische Kundgebungen an- sagtcn, war sür Salandra die Gelegenheit und die Pflicht gekommen, sein Versprechen wahr zu machen. Gr wies die Präsekten an, die Kundgebungen zu verbieten und übernahm dann in der römischen! Kammer die volle Verantwortung für seine Anweisungen. Unterdessen lam es zu blutigen Zusammenstößen in Ancona. Wer dabei angcfangcn hat. wird ja die Untersuchung ergebe». Gin nach Ancona gesandter Generalinspektor hat sestgestcllt, daß die Karabinieri, die von ihren Schußwassen Gebrauch machten, vorher einem Steinhagel ausgesetzt waren und erst dann angesangen haben zu schießen, nachdem mehrere von ihnen durch Stein- Würfe verwundet worden waren. Jedenfalls haben die Ausrührer in Ancona den Konflikt zwischen den Arbeitern und dem Militär hervorgeruscn, und cs klingt wie Hohn und Bosheit, wenn dann wegen dieser Zusanimcnstöße der allgemeine Ausstand der „gesamten Arbcitertlasse in ganz Italien" vom Gcneralvorstand der italienischen sozialistischen Partei beschlossen wurde. Es ist ein allgemeiner Ausftand ans Trotz und Haß. nicht etwa eine Bewegung zur Erlangung neuer wirtschaftlicher Vorteile, sondern ein RevolutionSscldzug, der der Regierung Salandra die Zähne zeigen und womöglich einen cinpsind- lichen Biß ins Fleisch beibringcn will. Der Beschluß des i^encralvorstandes wurde sofort dem in Ancona residierenden Zentralvorstand der italienischen Eiscnbahnangestellten zugesteUt. Das ist höchst charakteristisch. Beginnen muß jeder richtiggehende „Generalstreik" mit einem Giscnbahnstreik; ruht der Güterverkehr, so sind die Städte ohne Lebensmittel. Schließen sich dann die städtischen Arbeiter dem Eisenbahn- strerk an, so bleiben die Städte bald ohne Licht, ohne Wasser,^ ohne Reinigung. Zu dem Lebensmittelmangel tritt die persönliche Unsicherheit und die Gefahr von Krankheiten. Seit Sonntag wird jetzt die Hauchtshadt Italiens nicht mehr gefegt und gesprengt; die Kchrichttübel werden auf die Straßen ausgeschüttet, so daß überall Staub und übelriechender Unrat umherlicgcn und uncrträgtiche Fliegcnschivärme den Rtüll umschwirren. Ter inodcrne, anarchistische General- streikler rechnet eben planmäßig mit den Bedürfnissen und Ginpsindlichlciten der großen Städte und ihres Bersorgungs- apparates, in vorwiegend agrarischen Staatswesen tvörc ein Generalstreik aus haß nicht durchzufllhren. Tie Mehrzahl der Bevölkerung wäre nicht in Schrecken zu bringen. In einer „bestreikten" Stadt macht sich z. B. sofort der Mangel an Milch bemerkbar, der Hauptnahrung der Säuglinge, und die Säuglingssterblichkeit steigt denn auch bereits nach wenigen Tagen in unerhörtem Maße. Tie ganz Unschuldigen lerden am meisten. Daß mau auch bei dem neuesten italienischen Ansstand vor allem mit der Not und der Angst des Bürgers rechnet, beweist der Umstand, daß prompt die Arbeiter in den Ausstand traten, deren Tätigkeit ans die Be" sriedigung der elementaren menschlichen Bcdürsiiisse gerichtet ist. Tie eigentliche Industrie, die Texsilindustric nnd Schwerindustrie spielt dabei eine untergeordnete Rolle: denn der Gegner, die bürgerliche Gesellschaft kann sich ja lange halten, ohne neuer Kleider und ohne neuer Maschinen zu benötigen. Man läßt also die eigentlichen Industriearbeiter zunächst ruhig an der Arbeit und verläßt sich daraus, daß der Stillstand der Fabriken dem Vcrkehrsstreik ganz von selber folgen muß, weil cs den Fabriken sehr bald mi Kohlen sehlt und auch an Rohmaterial, womit dann auch die mit Wasserkraft betriebenen Fabriken lahmgclegt sind. Ter allgemeine AuSstand aus Haß rechnet im Endziel damit, das; die Städter, wenn sie ohne Brot, ohne Licht, ohne Wasser usio. bleiben, ivcnn ansteckende Krankheiten zunehmen, wenn die Kinder im jüngsten Alter leiden, schließlich ihre Regierung zu zwingen wissen, das zu tun, was in den Wünschen der Streikzentrale liegt. Diese Taktik ist in der Absicht und im Erfolg nichts anderes als t e r r o r r i st i s ch; sie unterscheidet sich von der Taktik des anarchistischen Boin- bcnschreckens lediglich dadurch, daß sie nicht einzelne bedroht und schädigt, in denen man die Spitze und die Urheber der Gesellschaftsordnung erblickt, sondern der allgemeine Ausstand ans Haß will die ganze Bevölkerung durch Schädigung und Drohung fiir Leib und Leben niederznzwingen. Er vergißt aber, daß überall da, wo die Gesamtheit von Nöten betroffen wird, es die Allcrärinstcn sind, auf die schließlich alles Leiden abgewälzt wird. Und an dieser Niedertracht nnd Unsinnigkeit wird er sich schließlich den häßlichen Schädel einrennen. Die Bürgerschaft der italienischen Städte und weite Arbeitcrkceise schließen sich jetzt mit der Regierung zusammen, und sie werden des Terrors Herr werden. Neue Unruhen. Rom, 10. Juni. In Palermo ist heute nacht der allgemeine Ausstand erklärt worden. Er wurde bisher nur teilweise durchgcsührt. In Turin fand eine Versammlung vor der Arbeiterkammer statt, an welcher trotz des Regens mehrere Tausend Personen teilnahmen. Nacktdcm mehrere Reden gehalten waren, bildeten die Versammelten einen Zug, der durch die Straßen zog nnd sich dann ohne nennenswerte Zwischenfälle auslöste. In Ancona verlies der Morgen ruhig. Der Ansstand ist ein vollständiger. Heute vormittag beabsichtigte die Eisenbahndircktion: zwei mit Soldaten bewachte Züge abgchen zu lassen, die Züge mußten aber wegen des auf ossener Strecke von den Zlusständrgep aiigcrichtetcn Schadens zurückkehren. Die Krenzör „Pica", „San Giorgio" und „Argodat", sowie drei Torpedobootszcrstörer sind in Ancona angekommen. In Faoma wurden heute morgen abermals Steine gegen die Truppen und die Polizei- bcamten geworfen, welche die Ausständigen auseinander- trciben wollten. Tie Truppen gingen mehrmals vor, die Veranstalter der Kundgebung versuchten jedoch am Ponto di Wezzo Widerstand zu leisten^ indem sie die Karabineri und Soldaten mit Stcincn bewarsen. Sic umzingelten in der Farnescestraße ein Haus, in welchem zwei Osfizierc wohnten, die einige Schüsse in die Lust abseucrtcn. Tie Truvpen rückten heran nnd gingen gegen die Menge vor, die sie mir Steinwürsen empsing. Tic Mengp wurdc schließlich zerstreut. Mehrere von den Vcrhaitetcn sowie eine Anzahl von Karabineri und Soldaten wurden verletzt. Bari, 10. Juni. Heute morgen zogen Gruppen von Aus- stländigen durch die Stadt und forderten die Schließung der Läden, was auch geschah. Die Polizei zerstreute mehrmals die Ausstälidigen, ohne die Waise zu gebrauchen. Tie Polizeibeamten wurden mit Steinen beworfen; zwölf Polizeibeamte nnd Karabinieri wurden verletzt, ein Beamter erlitt Quetschungen, mehrere Verhastnngen wurden vorgenommcn. Die Ausständigen gaben R e v o l v c r s ch ü s s c aus den Obersten der Karabinieri ab, der jedoch unverletzt blieb. Der Eisenbahnbetrieb. R o m , 10. Juni. Trotz des allgemeinen Ausstandes wickelt sich der Eisenbahnbetrieb in säst ganz Italien normal ab. Nur zwischen Ancona und Bologna ist die Bahnstrecke bei Fabriano, Jmola und Facnza beschädigt und der Betrieb unterbrochen. Der gestrige Abend verlies in allen großen Städten ohne besondere Zwrschensältc. Heute vormittag verkehrten in Genua die Automobile und die Fubrlvcrke. Alle Läden sind geössnct. Auch in Turin sind nicht alle Gcschästc geschlossen. In Neapel begann der Ausstand ernst z» werden; aber die Straßenbahn verkehrt und die meiste» Läden sind geössnct. Ern Versuch, die Arbeiter im Erscnbahiitunnel bei Grazie zum Ausstand zu veranlassen, wurde durch die Polizei vereitelt. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommcn. Gegnikundgcbungcn gegen den Ausstand. Florenz, 10. Juni. Heute nachmittag durck/zog eine große Schar von Burgern die Straßen unter Protcstrnsen gegen die Gewalttaten der Ausständigen. Jede ihnen begegnende Abteilung von Soldaten wurde mit dem begeisterten Ruse; Es lebe Italien! Es lebe die Armee! begrüßt. Vor der Präsektur ries die Menge: Es lebe der König! Tic Menge, der rine Fahne vorausgetragen wurde, zog dann vor den Vacchio Palast, wo es zu immer begeisterteren Ktrndgebnngcn kam. Tie Abordnungen der Umzügler begaben sich schließlich zum Präfekten Und zum Bürgermeister. Rom, 10>. Juni. Heute nachmittag wurde in der Stadt ein Flugblatt verteilt, das die Bürger zu einer Kundgebung für die Armee aussordert. Einige tausend Personen bildeten einen imposanten Zug mit Fahnen an der Spitze, der sich durch mehrere Straßen nach der Piazza Venezia beioegte. In den Straßen, durch die der Zug kam, waren an vielen Fenstern Fahnen hcrausgehängt. Damen winkten mit Taschentüchern und warfen mit Blumen. Aufforderung zur Einstellung des Ausstandes. Rom, 10. Juni. Der Sekretär des allgemeinen Arbcitcrvcr- bandes richtete an alle dem Verbände angchörenden Arbeitcrkam- mern ein Ruichschreiben, in welchem die E i n st c l l u n g des Au ist a Ildes vor Mitternacht gcsordcrt wird. _ Noch ist Albanien nicht verloren. Trotz des neuesten Zwischenfalles in Durazgo beharri Italic n bei seiner bisherigen Politik, nnd der italienische Minister des Auswärtigen hat in der Kammer eine hocherfreuliche staatsmännischc Rede gehalten, ans der hervorgeht, das; die volle Einigkeit zwischen Italien und Oesterreich noch besteht und daß die Mächte entschlossen sind, die Autoritär des Fürsten Wilhelm nach Möglichkeit zu stärken: Rom, 10. Juni. Der Minister des Aeußcrn, San Giu- l i a n o, antwortete vor dem sehr besetzten Hause auf die Ansiagc über die Verhastung des Obersten Muricchi und setzte die bekannten Tatsachen auseinander. Es sei dem Gelaichten überlassen worden, sestzusetzen, welche Genugtuung er erhallen müsse, im Hinblick aus die Notwendigkeit, das italienische Prestige zu wahren, aber auch im Hinblick auf das Interesse Italiens an der Festigung des albanischen Staatswesens, seiner mit Rücksicht ans die besonderen in Durazzo herrschenden Stimmungen und Zustände. Nach dem Zwischenfall sei zwischen Italien nnd Ocstcrrcich-llngarn ein neuer Meinungsaustausch erfolgt und die beiden Regierungen seien übercrngckommen. t. ihren Vertretern in Albanien gleichzeitig entschiedene Weisungen zu geben, damit sie im E i n v e r II e h m c n miteins ander Vorgehen; 2 ihr möglichstes zu tun, um den Fürsten in seiner Macht zu erhalten: 3. jede Bevorzugung Italiens oder Oesterreich-Ungarns in Wirklichkeit sowohl als auch dem Anschein nach zu vermeiden und ebenso die größte Rücksicht auf die internationale Kontrollkommission zu nehmen: 4. die anderen vier Mächte zu ersuchen, sobald alsmöglich Kriegs schisse sür jede Macht nach Durazzo zu Die vuse Ser deutschen Schauspielkunst. Tie „Düse der deutschen Schauspielkunst", so nannte Ernst v. Possart in seiner Grabrede Coiistanze Dahn, die am 12. Juni vor einem Jahrhundert das Licht der Welt erblickte. Tic Bezcich- mmg ist wohl nicht besonders glücklich gewählt, aber sie ist in Nachschlagewerke nnd Lexika übergcgangcn und nnrd nun wogt der Eonstanze Dahn, deren Kunst eigentlich mit, der der großen sJtalienerin nichts anderes gemein hatte, als daß Beide wirklich originell in ihrem Schassen waren, dauernd anhastcn. Ter Vergleich ist deshalb schon hinkend, weil die Dahn vom Schauplatz der Bühne abtrat, als die Düse eben erst überhaupt zur Welt gekommen war. Aber Eonstanze Dali» tvar auch eine Große im Reiche der Bnhncnkunst, tmd sie war dazu die Mutter des Tichtcrs Felix Dahn. Sie war französischer Herkunft; als Jcröme, der König von Westsalcn, eine ganze Anzahl französischer Künstler nach Kassel vcrpflanzlc, wurde auch dort der Kapellmeister Lc Gabe ansässig, und ihm wurde bald, nachdem die sran^ösisckze Herrlichkeit in Kassel in die Lust auigeslogen war. das Töchtcrchen Constanze am 12. Juni 1814 geboren, also als Deutsche bereits, und so konnte Constanze le Gane eine deutsche Bühnenkünstlerin und Mutter eines deutschen Dichters werden. Das erste ipurde sie ungemein srnh. Bereits mit zehn Jahren wurde sic als „Wunderkind" von ihrer Mutter durch die Lande geführt, /sie gastierte als „Donauwcibchcn" in einem nach dem Französiicknm sitt sie eigens bearbeiteten Stück „Die Puppe". Das entzückende sou- brettcntalent des Kindes erireutc. erschreckte aber auch manchen wegen der Frühreife, die sich dabei osienbarte. Tie Kleine verschwand dann einige Zeit von der Bühne, um von neuem in Hamburg fünf Jahre später ihre ciqcntlichc Thcaterlansbahn zu be- äinnen. imd ihr Talent zeigte sich zum erstcii Male, als demrich Marr 1831 nach Hamburg kam, um in der dortigen Erstaufführung des Faust", der zwei Jahre vordem in Braunschweig die Ersi- aussülstung erlebt hatte, den M^phisw zu spielen. Mehr noch als er wurde Constanze le Gaye als Gretchen beimindert, vor allen, vom Heldendarsteller Friedrich Tabn, der seine Kollegin im 'Jäbre 1834 heiratete und acht Tage nach der Geburt seines ersten Sohnes Felix mit ihr nach München übersiedelte, um am dortigen Hos- tbeater ein gemeinsames Engagement mit ihr anzutreten. In München war Constanze Dahn ein Menschcnalter eine Zierde der Coibühne trat aber schon 1865 dauernd zuruck. sne stand trotz vierzigjähriger Tätigkeit auf den Brettern noch in der Vollkraft ihres Könnens, und wohl nur mißliche Familienverhältnisie bezogen sie, der Bühne zu entsagen; ihr Gatte, der sich von ihr Iwtte scheiden lassen, war inzwischen eine Ehe mit einer anderen Kollegin. Marie Hausmann, eingegangen. Tic zog sich in ein stilles Heini am Chiemsee zurück, >vo sie am 26. März 1894 Itarb. Sie ist während ihrer langen Laufbahn tr. allen weiblichen Rollen- fäckstrn ausgetreten, und nnc sie einst in der Jugend als Gretchen, Pariser Taugenichts und Jungfrau von Orleans die Bewunderung erregt hatte, so entzückte sie bei den von Dingelstedt veranstalteten Münchener Musterausführungen als Minna von Barnhclni und später noch als alte Fadct und als „Störenfried". Auch aus ihren zweite» Sohn, Ludwig Dahn, der Bühnenkünstler wurde, hatte sie künstlerisch cingewirkt. — Ein Dichter, der auf der Landstraße starb. Ernst Ortlcpv war's, der vor fünfzig Jahren so unglücklich endete^ ein Mann, der in jungen Jahren im Ruhmesglanz sich sonnen durste, zuletzt aber elend unlerging. Zn Troyssig bet Zeitz in der Provinz Tachcsn im Jabrc 1800 geboren, als Sohn eines Geistlichen, kam er mit zwöls Jahren nach Schulpsorta, wo er so große Begabung und Fleiß zeigte, daß er noch als Schüler Goethes „Iphigenie" ins Griechische übersetzte. Mit 19 Jahren bezog er die Universität Leipzig, um dort Theologie zu studieren, mußte aber krankheitshalber das Studium ausgeben und kehrte zum Vater zurück, der inzwischen Propst in Schkölen geworden war. Tort begann er nun seine literarische Tätigkett mit einer romantischen Tragödie „Ter Cid". Die revolutionäre Bewegung vom Jahre 1830 trieb ihn nach Leipzig, wo er als politischer Dichter schnell zu Ansehen gelangte. Sein „Oslerlied sür Europa" fand eine begeisterte Aufnahme, nnd dieses wie ähnliche seiner Dichtungen („Psingstgedicht sür Europa", „Polens Stcrbelied", „Allgemeines Neujahrsgedicht für die deutsche Nation" nsw. iisw.h die in Flugblättern weite Verbreitung fanden, ließen ihn der Regierung gesährlrch erscheinen, daß er ausgewieicn wurde. „Mangelnde Subsistenzmittel" gaben der sächsischen Regierung die Dandhabe, den politisch mißliebigen „Auslandes' auszuweisen, der nun in einem andern dcutichen Staate Unterkunft suchte. Er fand sie in Stuttgart, wo er unermüdlich tätig war. Er veröfsentlichte zahllose Zettgedichte in Flügblättern- die ihm aber natlttlich wenig cinbrachten, veranstaltete allerlei. Anthologien, schrieb auch Romane, lvrischc Gedichte, übersetzte einzelne Werke von Byron und Shakespeare, konnte aber trotzdem zu keiner gesicherte» (sicistenz kommen,-und so kehrte er gebrochen geistig und körperlich zerrüttet in die Heimat zurück. „Tas Glück hatte ihn ganz veriassen, und so verlor er sich selbst," heißt es in einem Nachruf auf Ortlepp, womit angedeutet ist, daß er buchstäblich zum Bettler und Trunkenbold herabsank. Zumeist lßelt er sich in Schkölen, dann in Hamburg und zuletzt in Naumburg auf, von wo aus er zeitweilig nach Schulpsorta zu pilgern pflegte, wo ihm, dem noch in seiner üefftcn Verkommenheit ost dickterischc Produktionen gelangen, ein Wohltäter in dem Pro- scssor Keil lebte, der unermüdlich sür ihn wirkte und immer vor» neuem die liitcrarischc Welt aus den Unglücklichen aufmerksam machte. So lourdc Ortlcpps Elend der hauptsächlichste Anstoß zur Begründung der S ch i l l e r st i s t u n g , aus deren Mitteln er auch eine der ersten Gaben erhielt, die aber nicht mehr imstande war. ihn aus seinem Elend zu erheben. Als er sich wieder einmal auf solcher Pilgcrsahrt »ach Schulpsorta besand, kam er elend aut der Landstraße .um. Man zog am 14. Juni 186 4 seine Lcick>e ans dem Mühlgraben (Kleine Saale bei dem Dorsc Almrich in der Nähe von Schulpsorta. Ob er freiwillig in den Tod gegangen, ob er verunglückte, ist nicht bekannt geworden. In neuerer Zeit hat man übrigens einen Teil von Ortlepps Gedichten gesammelt. — Das Rhein-Mainis che Vcrbandstheatcr (Frankiurt a. M., Paulsplatz 10.), dessen Existenz infolge finanzieller Schwierigkeiten in Frage gestcllll toar, ist durch Sammlung eines Garantiefonds von 3000 Mark für die Spielzeit 1914 lo vorläufig Ivieder iichcrgestellt worden. Ang.'iichts des diessährißcn Fehlbetrags von über 5600 Mk. (der z. T. durch außergewöhnliche Umstände bedingt war: wird der gesammelte Garantiesonds siei- lich nur dann genügen, wenn die Nachfrage nacki Vorstellungen sich wieder aus einer so ersreulickwu Höhe hält, Une im Winter 1913/14. Tie Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigcr in Berlin bat dem Theater sür 1914/15 eine Subvention von 1000 Mark zugcsagt, die allerdings durck, eine Erhöhung der Schanipieler- gagen verschlungen werden wird. Es wird indessen den Vorstellungen zweisellos zu 0!ute kommen, daß die Schauspieler besser gestellt sind, als srüher. Voraussichtlich wird die Genossenschaft dem Theater im nächsten Jahre noch weitergelzendc Unterstützuwgen gewähren. Der Spiclvlan des Verbandstheaters sür 1914/15 weist von llassischcn Werken „Ton Carlos". „Emilia Galotti" und Molliers „Geizigen" in derAortrcsflichen Derdeulschung von Ludwig sFulda aus, ferner das seine Goldoni'sche Lustspiel „Tie Wirtin" (La Locandiera). Auch für die Jugend geeignet sind „llriel Acosta" und das Schauspiel des jüngst verstorbenen Tichtcrs Paul Hcvsc „Hans Langen". Einen Lustspielabend bestreiten Goethe („Die (9c- schwister": und Björnson („Die Neuvermählten"). Tie neuere Literatur ist vertreten mit „Heimat", „Nachtasyl" und „Haubenlerche", sowie mit einer Komödie des Wieners Carlwers „Das grobe Hemd". Endlich hat der Spielplan durch Benedix Lustspiel noch ein Stück, das Gelegenheit zu harmloser Heiterkeit bietet. Es ist zu hoffen, daß das Theater sich mehr und mehr in den Orten deS Rhein- Maingebietcs einbürgert. In vielen kleineren nnd größeren Städten ist es in den sieben Jahren seines Bestehens zum dringenden Bedürfnis geworden. ! — Eine kontraktlich ausbcdungenc Mesalliance. Dos Thema der Mesalliancen ist in den letzten Tagen wieder vielsach besprochen und dabei der mannigsachen Widerstände gedacht worden, die dcranige nnstandesgemäßc Heiraten in der mtfmbrn; 5. Schrillt mj lmtmteQmftt, damit alle Mächte der' an Albanien grenzenden Staateu die ausdrückliche Erklärung abgeben, daß Europa einmütig s c st i st, seinen Beschluß, die Ilnversebrlheit, Neutralität und Unabhängigkeit Albaniens genräsi den Beschlüssen der Londoner Konferenz aufrecht ju. cr- hatten. San (Ruliano hob seine alle Ueber^leugung hervor, das! in An» betracht der Lage in Albanien nnd der Beziehungen der Vertreter der versänedenr» Mächte an Ort und eotclle cs unbedingt Kot- wendig sei, stets mit großer R u ftc die verschiedenen Zmiichensälle zn-b c t rach t Ml, ivtlriic die Regierung, das Parlament imb das Land von der Richtung abziclnm können, die sie, >oie sie bei oerschiedeneii Gelegenheiten! bewiesen hätten, mit vollem Bewußtsein versolgeu. Der Ministrir sagte: Dies ist der Weg, aiy dem große Böller ihren großen Einfluß in der Welt erwerl>en und verdienen müßten, (Lebhafter Beifall,) Keine Einmischung des deutschen Kaisers, Köln, 10, Juni, Zu den Meldungen aus Durazzo, daß der Losmarschall des Fürsten von 'Albanien in einer besonderen Audienz von Kaiser Wilhelm die Zusage militärischer Unterstützung erhalten habe, ineldet der Berliner Derichserslatter der „Kölnischen Zciiüug" aus Berlin, daß den Stellen, die unterrichtet sein müßten, von einer besonderen Audienz des albanischen Hofmarschalls bei dem Kaiser nichts bekannt ist. Auch sei die Meldung von der Entsendung eines großen Tolles des deutschen Triippenlonlingentks »ach Sklitari unzutreffend sei. Richtig sei, daß die deutsche Regierung zu gesagt habe, sich an der Kundgebung in den albanischen Gewässern durch Entsendung eines K r i c g s > ch i s,f e s zu beteiligen. Hierin beständen zwischen den Großmächte» keine Meinungsverschiedenheiten, 'Ei,.es besonderen Ratschlage? an den Fürsten, a u s z u b a r r e n . habe cS von keiner Seite bedurft. Insbesondere sei der Kaiser nicht in die Lage gekommen, einen solchen Rai zu erteilen. Neuer Mul in Durazzo, Durazzo, 10, Juni, Gelten, Nachmittag hielt der Fürst Revue über die gesamten gegenwärtig in Durazzo stehende» Truppen ab, die sich aus Mirditen, Malissoren und Gendarmerie zusammensetzten Während der Revue wurden dem Fürstcnpaar begeisterte Huldigungen bereitet, Ani Abend lvurde eine große Anzahl Gewehre und Munition sowie ein Geschult nach Älessw zur Ausrüstung der dortigen Malissoren abgesandt, — bosmar- ßhall ». Trotha ist hierher zurückgekehrt. Das Kabinett Ri bot. Paris, 10. Juni, Bon den Mitgliedern des neuen Kabinetts haben sich Ribot, Bourgeois, Delcassö, Chau- tempch Elementes, Peytral, Jean Dupuv, Maunoury und Dariac für die dreijährige Dienstzeit, Tessane und Reoille gegen sic ausgesprochen. Die feindselige Stimmung, mit welcher die Radikalen in ihrer gestrigen Sitzung das Kabinett aufnahmen, kommt in den radikalen und forialisttschen Blättern in der schärfsten Weise zum Ausdruck — Der „Radical" erklärt: Das Ministerium Ribot bilde eine Herausforderung nach den radikalsten Wahlen, welche cs jeuials gegeben hat. Das Ministerium Ribot gehört nicht zu jenen zweideutigen Regierungen, welche Stimmenthaltung gestatten. Es wird das Zentrum und die Rechte für sich, und alle Gruppen der Linke» gegen sich hoben und deshalb muß es, falls nicht ganz unwahrscheinliche Verletzungen der Parteidisziplin Vorkommen, gleich bei seinem ersten Erscheinen in der Kammer unter den feindlichen Stimmzetteln der Radikalen und Sozialisten und der ehrlichen Linksrepublikancr zusammen» brechen. Die „Lanterne" schreibt: Was immer Herr Ribot morgen tu» und erklären wird, die Parteien der Linke» werden ihm einmütig antworten: Sic waren der Feind des Volkes, wir werden ihnen unser Vertrauen nicht bewilligen, Iaurös schreibt in der „Humanitö": Man >vird versuchen, durch trügerische Versprechungen und verdeckte Drohungen die Republikaner ladm zu legen. Aber ich hege die feste Ueberzcugung, daß diese sich nicht täuschen lassen werden. Das Ministerium Ribot wird entweder gleich an seinem ersten Tage in der Minderheit bleiben, oder es wird, wenn es gilt, nur eine gcnz verschwindende Mehrheit haben, deren Hauptbestandteil die Rechte und das Zentrum bilden werden. Wird das Kabinett Ribot dann noch die Kraft und die Bcrivegenbeil haben, weiter zu bestehe»? Das Blatt BriandS, die „P e t i t R e p u b l i q >i e", fordert die Republikaner auf, zu dem Ministerium Ribot Ber- trauen zu haben, denn es werde nicht rückschrittlich sein, habe doch Ribot bereits unzweideutige Zusagen betr, die Finanz fragen gemacht, welche alle anderen Angelegenheiten weit überragen, Tie gemäßigte republikanische Presse bringt dem neuen Ministerium lebhafte Sympathie entgegen, Die konservativen und nationalistischen Blätter haben zwar an einzelnen Persönlichkeiten des Kabinetts mancherlei auszusetzen, wünschen ihm aber gleich- Regcl zu überwinden haben. Daß aber auch in hohen Kreisen die Anschauungen je nach der Zweckmäßigkeit wechseln, zeigt ein Fall, iu dem eine unstandesgemäße Heirat von dem Mitglied eines Dvuasteiigcschlechts geradezu gefordert lvurde. Es handelt sich »m das sehr alte Tnnastcngcschlecht der Grasen zu Erbach, und der Fall ist um io interessanter, als gerade in diesem Ge schlecht noch vor wenigen Jahren ein harter Kamp) durch langwierige Prozesse geführt wurde und eine unstandesgemäße Heirat eines Grasen zu Erbach gelöst wurde, locil er sonst seine Zugehörigkeit zu dem Geschlecht verlieren sollte. Jener andere Fall spielte im 18. Jahrhundert, In dem Geschlecht waren Erbschaflsprozcsse und in deren Folge Landesteilungen au der Tagesordnung gewesen, was einen ungemein schädlichen Einfluß aus die Bdr- mögensverhältnisse des Hauses halte, L 0 schlossen denn zwei Brüder einen Vertrag. Grgs Ludwig von Erbach machte sich in diesem gegen seinen jüngeren Bruder verbindlich, keine standesgemäße Ehe cinxugehe», um nicht durch abermalige Teilung de» Glan, und das Ansehen des Hmises zu vermindern, Graf Ludwig von Erbach aber scheint ein ,chr flotter Herr gewesen zu sein, der durchaus nicht der Else entsagen wollte. Er Ivar ein lehr großer Jggdsreund, der mrist auf seinem Jagdschloß Krähcnberg lebte und dann auch dort ini Jalnc 1781 von seinem Bcrtragsrecht Gebrauch machte, indem er mit einem einfachen Bauernmädchen Ehristine Sofie Küchler eine morganatische Ehe cinging. Er legte dieser seiner Ehe- gattin und den mit ihr erzeugten Kindern den Namen Trcuberg bei. Gras Ludwig von Erbach lvar damals kein Jüngling mehr, der sich leichtsinnig in die Ehe stürzte, sondern ein Mann von 5«? Jahren, Vielleicht leitete ihn der Wunsch, in einer drohenden Krankheit ein liebendes Weib um sich zu haben, denn er ward später von schweren Leiden gevlagk! und zehn Jahre nach seiner Eheschließung starb er in Heidelberg, wo er Heilung luchte, — A usderamcrikani sch en Bevölkern ngs st allst, k. Aus Washington wird berichtet: Nach den nun vorliegenden amtlichen Stalistiken des amerikanischen Volks,zählamtes erreicht die Zahl der in den Bereinigten Dlaaten lebenden Weißen von ausländischer Abstammung insgesamt 32 248 382 Kopie bei einer Gesamtbevölkerung von 81 7319,57 Menschen, Ties sind die Ergebnisse der Volkszählung des Jahres 1910, Unter dem fremden Element werden 10 374 200 Personen gezählt, deren Muttersprache Englisch ist. Das deutsche Element steht an zweiter Stelle mit 8 817 271 Köpfen oder 10,8°» der Gesamibevö!kerung. In weitem Abstande folgen die Italiener mit 2 151000 oder 2,61°/» der Gesamtbcvölkerung, die Polen mit I 770 000 oder 2,1 dieJuden mit 1 876 600 oder 2,1»» d«-Schweden mit >485000 oder >,8°», sie Fraiizosen mit 1 357 OM oder 1,7»» und die Norweger mit 1009100 Kopsen oder 1,2»° der Gesamkbevölkcrung der Bereinigten Staaten, wohl eine lange Lebensdauer, da es Frankreich ven der „Tyrannei der geeinigten Radikalen" befreie, Paris, 10, Juni, Ribot stellte heute mittag dem Dräsl- denten Poincare im Elhsse die Mitglieder des Kabinetts vor. Die Mrnistcr treten morgen nachmittag jit einer Mimstcrrats- sitzung zusammen, um die Fassung der ministeriellen Erklärung sestzustclle». Am Freitag erscheint die Regierung vor der Kammer, Die Gruppe der geeinigten Radikalen hat bereits beschlossen, die Regierung über ihre Politik vor der Kammer zu befragen. vcntsche- Reich. Veranstaltung einer Kleinhandels -„Enquete", Am TienStag fand, wie lürz gemeldet, im Rcichs- tagsgebände eine Vorbesprechung über die Frage der Veranstaltung einer Kleinhandelsenqnete statt. Aus Einlcr düng des Staatssekretärs Dr, Delbrück hatten sich eine große Anzahl von Kommissaren der verbündeten Regierungen, inehrcrc Mitglieder des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses, Vertreter des deutschen Handetsrages -sowie einiger großer Tetailtisteirverbände und sonstige Sachverständige eingcsunden. Den Borsitz- führte in Vertretung 'des Staatssekretärs, der durch eine gleich-zeitig stattfindend« Sitzung des Rüstungs- und Liesernngücmsschujses verhindert war, der Direktor im ReichBamt des Innern Caspar- An de» einleitenden Bortrag des Referenten des Reichsamts dcS Innern schloß such eine lebhaste Aussprache, in ivelcher alle einschlägigen Gesichtspunkte eingehend erörtert wurden, Tie Besprechung dauerte nach einer Mittagspause bis in die Abendstunden fort. Am Mittwoch lvurde, wie uns mitgeteilt wird, die Beratung im engeren Kreise der Regie- rungsvertreter fortgesetzt. Zur Besteuerung der Znndholzersah mitte l wird uns geschrieben: Zurzeit besteht n i ch t die Absicht, dem Reichstage eine Vorlage über die Besteuerung der Zünd- holzersaymittcl vorzuschlagen, Lb der Zündholzindustrie Erleichterungen gewährt werden können, steht noch nicht sest. Man ist an zuständiger Regierungsseite der Ansicht, daß die Zündholzinduslrie selbst zu einem Teile Schuld trägt an der augenblicklichen schlechten Konjunktur, Eine Verstaatlichung der Zündholzinduslrie ist gänzlich ausgeschlossen, das Reich ist jeder Monopolbildung abgeneigt. R e i ch s t a g s a b g, Lesers. Aus S t u ttgart wird gemeldet: In N e u h a u s e n aus den F-ildcrn. wo er seit 1898 als Pfarrer und seit 190-4 als Dekan wirkte, ist am Mittwoch früh 8 Uhr der R e i ch s t a g s a b ge o r d n c t e Leser nach schwerem Leiden gestorben. Leser, der seit 1903 den 17, würtlembcrgischen Wahlkreis Ravensburg vertrat, gehörtr der Z c n t r u m s p a r t c i an. Er war vor 14 Tagen an einer Nierenschrumpsung hoffnungslos erkrankt aus Berlin zurückgekchrt. Das Befinden des Groß-Herzogs von Meck- len b u r g-Strelitz besorgniserregend. Aus Neu- Strelitz vom 10, Juni wird gemeldet: Der heute vormittag um 9>/. Uhr ausgegebene ossiziellc Kranlhcitsbericht über das Befinden des Großherzogs von Mecklcnburg-Stre- litz lautet: In dem Befinden des Großherzogs macht sich jetzt eine große Schwäche geltend, so daß der Gesundheitszustand sehr besorgniserregend- ist. Berlin, gez. Bier, Schillbach . Ueber Bücke Bürget Hofsorgen schreibt die „Vossische Zeitung": Durch eine freundliche Indiskretion wird folgendes Schriftstück und Zeitdokumcnt bekannt: Vertraulich, Scine hochsürstliche Durchlaucht der Fürst haben gelegentlich der inusikalischen Abendunterhaltung im fürstliche, i Residenzschlosse am 30, v, M, die Wahrnehmung gemacht, daß die meisten Damen im falschen Anzug erschienen waren, d, ff. nicht ausgeschnittene Kleider trugen, wie es vorgeschrieben war, sondern halbhohen Ausschnitt- Seine Durchlaucht der Fürst haben das Hofmarschallamt beauftragt, dies zur Kenntnis der bei Hose verkehrenden Damen zu bringen und lfaben sich dahin ausgesprochen, daß Damen, welche in Zukunft nicht in der auf der Einladung vermerltcn Toilette erscheinen, durch die Herren Kmnmer- herrcn usw. auf den falschen Anzug aufmerksam gemacht werden. Seine Durchlaucht der Fürst verlangen nicht den sogenannten Berliner Ausschnitt, ivohl aber, daß z. B. die Aermel ganz kurz gehalten und aus alle Fälle ohne Futter sind. Es muß unter allen Umständen ein sichtbarer Unterschied zwischen halbhoher und ausgeschnittener Toilette bestehen. Bückcburg, de» 6, Tczeniber 1913. Fürstliches Hosmarschall Amt, Wie heißt es doch bei Restroy: Ja, die Welt steht auf kein' Fall mehr lang, lang, lang. Auslanv. Eine französisch-deutsche Zollkonferenz. Der Ausschuß für den Handel Frankreichs mit Deutschland und zahlreiche deutsche Teilnehmer des iniernationalen Han- delSkammerkongrcsses hielten am Mittwoch in Paris eine Sitzung ab, in welcher nach eingehender Erörterung der gegenwärtigen Zollschwierigkeiten in einem Bcschlußantrage der Wunsch ausgesprochen wurde, daß eine französisch-- deutsche Zollkonferenz möglichst bald zusammen- trcten möge, um die Frage zu prüfen, in welchem Maße die beiden Regierungen zu einer auf den, Grundsätze gegenseitiger Zugeständnisse beruhenden Verständigung gelangen können, D> i« e u r o p ä i s ch e F a h r p l a n k o n f e r e n z für den Winterdienst 1914/15, verbunden mit einer Wagenbeistel- lungskonserenz, ist am Mittwoch in Bern eröffnet ^vordem Bertretcn sind die Eisenbahnverwaltungen von 19 Staaten, Neue vermiitlungsversuche in Mexiko. Niagara- Falls, 10. Juui. Zwischen den Bermitt- lern und den mexikanischen Delegierten haben lange Besprechungen stattgesunden- Wie man erfährt, haben die Gegenvorschläge der Bereinigten Staaten die Mexikaner nicht vollständig zufrieden gestellt- Tie Mexikaner haben aber ihre Zuversicht ausgesprochen, daß die Meinungsverschiedenheiten in einigen weiteren Besprechungen bciaelegt werden lönnen. Es wird sogar vorausgesagt, daß anfangs nächster Woche eine Einigung erzielt werden wird, Provinzial-Aurschutz der Provinz Oberhessen. Gießen, 10, Juni, Anwesend: Provinzialdirektor Geheimerat Dr, Ilsinger als Vorsitzender und 4 Mitglieder, Beginn 9, Ende 11»/, Uhr, Aus der Tagesordnung der heutigen Sitzung stand außer der Stadtverordnetenwahl ein Antrag aus Enteignung von Gelände zum Ausbau der Eder st ratze und der Paral- lelsti.'aßc zur Stein st raße von der Schott- straßc bis zur Eisenbahn zu Gießen, Ter Enteignungsantrag war durch einen gestern eingclaufenen Schriftsatz aus eine Fläcize von 3'/,» Quadratmeter begrenzt worden. Da über diese Fläch« wahrscheinlich Eiirigung erzielt wird, wurde die heutige Verhandlung aus Antrag der Parteien ausgesetzt. Die Stadtvcrordnctenwahlen wieder vor dem Propiuzial-Ausschntz. Die Stadtverordneten wähl zu Gießen im Jahre 1913, Ter Kreisausschuß des Kreises Gießen hatte bekanntlich die Stadtverordnctcnloahl für ungültig erklärt und je >/»° der entstandenen Kosten den ^Reklamanten Psaff-und Kumpf sowie die übrigen 8 /io der Stadt Gießen auferlegt. Nach Ansicht des Kreisausschusses hatten die Reklamanten nur teilweise obgcsiegt, weil auf ihre Reklamation hin nur die Wahl der drei Riedrigstbestimmtcn fiir ungültig erklärt worden war, während die Nichtbestätigung der übrigen 14 Gewählten auf die Beanstauduug durch den Großh, Krcisrat zurückzusührcn sei, - Ter Anwalt des Joh, Gg. Pfaff verfolgte hiergegen Berufung an den Provinzialausschuß und begründete sie damit, daß cs eine teilweise Aufhebung nicht gebe und auch einerlei sei, ob die Reklamanten ihre Absicht direkt oder durch Vermittlung des Großh, Kreisrats erreicht hätten. In der heutigen Sitzung wurde der Berufnngsantrag, der sich nur auf die Kostencntscheidung bezog, auch aus die Hauptsache ausgedehnt, und dahin erweitert, auch ans Grund der Einwendungen des Berufungsklägers sämtliche Wahlen für ungültig zu erklären und der Stadt Gießer, sämtliche Kosten des Verfahrens aufzubürden, Ter Provinzialausschuß gab der Berufung statt und erkannte unter Aufhebung der Entscheidung des Kreisausschufses dahin, daß ans die Beanstandung des Grvßh, Kreisrats und die erhobenen Einwendungen die Wahl sämtlicher Personen für ungültig erklärt werde. Tie Kosten des Verfahrens fallen, ivweit darüber nicht bereits rechtskräftig entschieden ist, der Stadt Gießen zur Last, Zu der Verhandlung wird uns noch geschrieben: Bauunternehmer Joh, Gg, Pfaff hatte gegen die zweite Entscheidung des Kreisausschufses am letzten Tage vor dem Eintritt der Rechtskraft des Urteils Berufung angemeldet. Er hat dann innerhalb einer ihm gestellten Frist die Berufung damit begründet, daß ihm zu Unrecht ein Teil der Kosten (zirka 100 Mk.) des Versahrens auferlegt worden seien und später noch die Entscheidung des Kreisausschusses damit nngesochten. daß auch die Wahlen von Brück, Haggen- müllcr und Fourier als nicht gültig aufzuhebcn seien, unter demselben Gesichtspunkt, der für die Ungültigkeitserklärung der Wahl der übrigen 14 Mandate maßgebend gewesen sei. Es sei, wie der Kreisausschuß festgestellt habe, bei deni Wahlakt gegen die güttigen Bestimmungen verstoßen worden und infolgedessen müsse daher die Wahl der 17 Mandate für ungültig erklärt werden. In diesem Falle hätte auch die Stadt Gießen die gesamten Kosten des Verfahrens zu tragen. Es sei nach der Städieordnung bei allgemeinen Wahlen, wie sie in der Stadt Gießen im Gegensatz zu Bezirkswahlen vorgenommcn werden, überhaupt nicht statthaft, einzelne Mandate für ungültig zu erklären, Ter Vertreter der Stadt Gießen, Magistratsassessor Tr. Seid, widersprach der Ansicht, daß bei dem Wahlmodus, wie es in Gießen geübt wird, nicht auch ein Teil der Mandate für ungültig erklärt werden könne. Er wies darauf hi», daß Psaff seine Berufung innerhalb der gewährten Frist nur damit begründet habe, daß ihm zu Unrecht ein Teil der Kosten auferlegt worden sei. Nach den klaren Bestimmungen der Städieordnung könne aber eine Entscheidung, wie sie der KreismiSschuß gefällt habe, wegen der Kosten überhaupt nicht angesochten werden. Tie weitere Begründung der Berusiing sei verspätet geschehen und könne keine Berücksichtigung sinden. Naciidem das oben schon wiedergegebene. Urteil gefällt war, hat der Oberbürgermeister den VorschlagSanSschuß zu einer Sitzung am Freitag herufen, um dazu Stellung zu uchinen. Wenn die Stadt keinen Einspruch erhebt, wird das Urteil 14 Tage nach der Zustellung rechtskräftig. Ta bis zur Zustellung des Urteils aber mindestens drei Wochen vergehen, wird das Urteil im günstigsten Falle in der zweiten Hälfte des Juli rechtskräftig, wenn die Stadl Gießen keinen Einspruch dagegen erhebt. Wann die neuen Wahlen stattfinden werde», entscheidet die morgige Tagung der beiden Ausschüsse. Aus StaSt un- Land, Gießen, II. Juni 1914. " Ta g es kale nde r sür Donnerstag, II. Juni: SteinS Garten: I. Abonnenicnts-Konzeit. Abends 8)4 Uhr. lSolisl: Herr Sliimmel.) G e w e r b c - A n s st e I l » n g: Konzert der Kavclle Weller. Dnrgerverein (Sieben: Vaupl-Persginmlnng abend» 8h, Uhr in, Cols Ebel, viera»! um 97, Uhr: Lesscntlicber Vor- ,,ag des Geh. Medizinalrats Proleffor Dr. Sommer: .Die Ge- nnung der Lahn snr die Stad! (Sieben. 8 ** Landes-Universität. Ter Großherzog hat den Privaldozenten Dr. phil. .Hans Freiherr v. Liebig zum außeretalsmäßigen außerordentlichen Professor an der Landesuniversität ernannt. ** Gewcrbeausstellung Gießen. Es hat sich das Bedürfnis hcrausgestellt, a» männliche Personen über 18 Jahre, die sich hier auf kurze Zeit besuchsweise auf- halteu, besondere Karten zur Ausgabe zu bringen und die Geschäftsleitung hat deshalb veranlaßt, daß den Inhabern von Dauerkarten und Aus schuß Mitgliederkarten solche Karten aus Antrag auf dem Ausstellungsburcau ausgefolgt werden können. Die Karten berechtigen zum beliebigen Besuch der Ausstellung während dreier aufeinanderfolgender und auf der Karte anzu- gcbcnder Tage und kosten I Mk. Von den Vorverkaufsstellcii und der Ausstellungskasse werden diese Karten nicht aus- gegeben. Wr männlich« Personen unter 18 Jahren und für weibliche Personen, die sich besuck>Swcisc hier aufhalten, können von den genannten Karteninhabern Beikarten zu 60 Pfg. gelöst werden. — Benefiz Pesch-Mario. Die Direktion der Festhalle I. Kemper & Co. hat dem beliebten Vortragskünstler Pesch-Mario zu Samstag, den 13. Juni, abends 8 Uhr, einen Benefiz- und Ehrenabend bewilligt. Wohl selten hat sich ein Künstler so schnell die Symvalhien der Gicßencr erworben, wie Herr Pesch-Mario. Nicht allein, daß er durchaus cinwandsreie Vorträge bringt, auch das, was er bringt und wie er es bringt, hat ihm den für Gießen außergewöhnlichen Zulaus und Beifall gesichert. Wer hat seinen „Abend int Gesangverein „Jupheidi" gesehen, ohne nicht Tränen zu leinen „Cftarlt)'', das schwarze Gigerl, seinen v,.'nippe ftlapp", seinen „Natzi", der von ver Ziehung kommt. Sann nicht zu vergessen das säst jeden Abend verlangte . Ob -sie vielleicht". Damit am Bcnesizabend möglichst die besten ® bes Programms zum Vortrag kommen, wird Herr Pesch-Mano pünktlich 8Uhr beginnen und mindestens acht “ lö l e ,? n ™ aI "uflreten. Die Karlen zum Vorverkaufsprcis von .Kt Psg. cinichlicßlich Programm sind in der Zigarren Handlung Loeb, bei der Kasse am Eingang der Ausstellung wwie in der Festhalle bei den Kellnern zu haben. Ta nur «enau so viel Karren zur Ausgabe gelangen, wie die Fenhallc Platze saht, cmpsiehlr sich baldige Anschassnnq der Karten. ‘^\ c 3'irma A. I. Tröster, Butzbach, Fabrik landwirtschaftlicher 'INaschinen, bringt vom Sonntag am ihre laird- nnrtschastliäwn Maschinen und Geräte im Betrieb zur Borführung. _ ,,** ®ern^eruttflSpfIit der sausaIIge - ft eilten. Bei der Durchführung der Krankenversicherung hat es ,ich herausgestellt, daß die Hausangestellten, welche Tienste höherer Art verrichten, z. B. Hausdamen, Gesellschafterinnen sowie Lehrer und Erzieher ortskassenpilichtig sind, auch wenn sie in die häusliche Gemeinschaft des Dienst - berechtigten ausgenommen sind. Abgesehen davon, daß dadurch die Tienstberechkigten, deren Dienstboten der Land- krankcnkaste angehören, genötigt sind, wegen den in die Häus- lichkeit aufgenommenen Personen mir zwei Kassen in Verkehr zu treten, spricht auch die Achnlichkeit der Verhältnisse gegen eine getrennte Zuweisung der beiden Gruppen zu ver- lchiedenen Kassen. Dazu kommt, das; eine Unterscheidung zwnchen Dienstboten im Sinne des 8 165 Abs. 1 Nr. 1 RVL. einerseits und den in die häusliche Gemeinschaft autgenom- rnencn Angestellten in gehobener Stellung und Lehrern und Erziehern >,8165 Abs. 1 Nr. 2,5) anderseits vielfach Schwierigkeiten bereitet, da sich in manchen Fällen, z. B. bei Kirr dermäochen und Kindersräulein, nur durch eine eingehende Prüfung der tatsächlichen Verhältnisse scststellen läßt, ob wesentliche Dienste niederer mechanischer Art zum Inhalt des Dienstvertrags gehören, oder ob Dienstleistungeil höherer, -mehr selbständiger intellektueller Natur, die mehr leitender und beaufsichtigender Art sind, verrichtet werden. Aus diesen Gründen hat der Bundesrat bestimmt, daß Angestellte, die -häusliche Dienste verrichten, Lehrer und Erzieher, sofern sic in die häusliche Gemeinschaft des Ticnstberechtigten ausgenommen sind, vom 1. Januar 1915 an Mitglieder der Landkrankenkasfen sind. ** Zu der Crainfelder Bluttat wird uns aus Friedberg geschrieben: Ter hier wohnhaften Familie Heinrich Krämer, die früher in Grebenhain die Bahnhofswirtschaft gepachtet hatte, war vor ungefähr 4 Jahren ein Holzbcil von dem alten dofmann, dem Vater des wegen Mordverdachtes in Untersuchung sitzenden .Hofmann, gestohlen worden. Tiefer Tage las nun die Frau Krämer die Aufforderung, daß sich der Eigentümer des Beiles melden solle. Eie machte ihren Mann daraus aufmerksam und dieser verständigte die hiesige Polizei, sowie das Amtsgericht Herbstein, die das Beil zur Feststellung der Jdendität mit dem früher gestohlenen hierher sandte. Herr Krämer beschrieb das Beil vorher ungesehen so genau, daß man nicht mehr zweifeln konnte, daß cs dasselbe sei. Herr Krämer, sein Sohn und seine Tochter sollen erklärt haben, sie könnten unter Eid ausü sagen, daß dieses Beil dasjenige sei, das ihnen in Grebenhain gestohlen worden sei. '* Gießen als Ausflugsort. Ter Verein für Geschichte und Altertumskunde zu Frankfurt a. M. trifft am nächsten Sonntag früh 8.52 Uhr hier ein Am Vormittag besichtigt er unter Führung hiesiger Herren die Stadt und das Museum. Nach einem gemeinsamen Mittagstisch im Hotel Schütz findet ein Besuch des Schiffen b e rgs statt. Tie Rückfahrt nach Frankfurt er- solgt abends 8.51 Uhr. •* Fronleichnam. Die katholische Christenheit begeht heute da? Fest zur Verehrung der geweihten, nach der Lehre der kathol. Kirche in den Leib Jesn verwandelten Hostie, da? Fronleichnamsfest. Es wurde infolge einer Vision der Nonne Jnlicma zuerst in der Diöcese Lüttich gefeiert, 1264 von Papst llrban IV. für die ganze Kirche «„geordnet, aber erst seit 1311 allgemein eingesühft und ist eines der glänzendsten Feste der kalh. Kirche. I» einen, großen Teile Deutschlands ist dieser Tag gesetzlicher Feiertag, so auch in Nheinhessen. "Ceylon-Ausstellung. Tie im Palmenhouse des 'Botanischen Gartens staltsindcnde K'olonial-Ausstcllung, die am 12. ds. MtS. vormittags zum erstenmale dem Publikum zugänglich sein wird, lfietet in ihrer Gesamtheit ein Bild tropischen Charakters. Bon der Erwägung geleitet, daß die- jenigeu Gewächse das yrößte Interesse des Publikums sin- den, deren Erzeugnisse in jedem Haushalt eine Rolle spielen, hat man dem EtNMMg zunächst Kaffee, Tee, Kakao, Reis, Zuckerrohr »sw. zair Aufstellung gebracht. Auf den Tabletten am Fenster entlang stehen di- lebenden Pflanzen,^während in den Schaukästen und auf Tischen der andern Leite das ergänzende Material Platz gesundei, iw: Im Mittelbau des Raumes ist das Modell einer singlsalcsisclzen. Hütte, einen .Torskramladen darstellend, umpflanzt von indischen Rosen und überragt von blüheuden und fruchtenden Bananen, cep- lanifchen Ziintbäumen und Palmen eirtstanpeit. In der Auslage dieser Hütte findet man Lebensmittel, Cbfr und primi- mitive Haushaltungsgegenftändc der Eingeborenen, wie sie der Geschäftsinhaber selbst baut und verfertigt. In der zivei- ten Abteilung sind die Gewürze, Tel und arzncigebende Pflanzen, Nahrungsmittel der Eingeborenen, Manihok, Yamswurzeln, Brotfruchtbäume, Eingeborcuen-Kartofftln, ferner Bauiitwolle und eine Sammlung tropischer Nutzhölzer zusammeugestellt. In der dritten Abteilung findet der Bc- 'suclrer eine große Auswahl von dem aus Ceylon gescunmeltcn Material nach der Art des Vorkommens in Pftanzen des Strandes, der Flußufer, des Urwaldes ufw. geordnet. Einen Teil der Rückwand nimmt ein 13 Meter langer Wedel der Raphiapalme ein In der vierten Abtellung find olle Clegen- stände vereinigt, ivelche auf das Leben und Treiben der Eingeborenen Bezug haben. Man sieht hier Spitzenardeiten, Holzschnitzereien aus Ebenholz, Zierrat aus Messing, ein sinqhalesischeS Bett, Muftlinstrumente. einen Palmenschirm, eine Eingeborenen Apotheke, eine singhalesische Totenbahre, Schmetterlinge und hunderterlei anderer Ttiigc. die uns in die Umgebung und Gedankeitweft eines alten Kulturvolkes einen Einblick tun lassen. Mehrere hundert Bilder nach eigenen photographischen Aufnahmen vervollständigen das Ganze Um den Wünschen des Publikums entgcgenzulommeu, ist aus allen Schildern die deutsche Bezeichnung vorangestellt worden. l ** Stadttheater. Es wird uns geschrieben: Am -Dienstag den 16. d. M., findet das erste diesiährige Gaft- sviel des Bad-Nauhcimcr Kurlheaters statt, das eine Wiederholung der reizenden neuen Operette ,.P o l c n b l u t" von Oskar Redbal bringt, die vom Em,er Ope«ttenensemdlc bereits einmal gegeben worden war. Damals war der Besuch wegen Eröffnung der Gewerbeausstellung ziemlich schwach und es ist zu hoffen, daß die diesmalige Aufführung wefent lich besser besucht sein wird, da das Werk unzweiselhait die wertvollste Neuheit im Lverctlengebict seit einer Reihe von Jahren darstelll. Da die Auiführung eine Wiederholung ist, sind die Preise zu dieser Vorstellung ermäßigt worden, d. b. es gelten g e w ö h n l i ch c P r c i s c und keine Overettenpreise. ** Der Tierschutzverein für das Großherzog- tum Hessen hält am 27. Juni seine diesiährige 39. ordentliche Hauptversammlung in Alzen unter dem Doelitz des Geb. Ober schulrats Tr. Scbeuerman» ad. Nach Erledigung der Tagesordnung hält Professor Tr. deineck einen Vortrag über: „Tie natürliche» cchutzmitlcl der Tiere und Pflanze» gegen Wstterungs- einflüssb'. ** T i c neuen Feuermelder, die nun seit einigen Tagen fertig gestellt find, können im Fall eines Brandes von Jedermann benutzt werden. Hierauf werden vom Feucrivehrdcpoi am Oswalds Garten sofort 44 Mann der Feuerwehr durch Klingeljignal zusammertgcrufcn, bei deren Alarmierung es sein 'Bewenden behält, wen» cs sich UNI einen kleinen Brand handelt. Noch sind mijcrc Tnrmwächrer auf dem Lladlturm in Tätigkeit für den Fall eines mittleren oder größeren Brandes. Erst lvcnn die AutomobiliPritzc in Bereilschaft stehl, also die schnellste Lösch bcreitschast vorliaudc» ist, loas erst im Lause dieses Monats der Fall fein wir», Hit die le»tc Stunde der Feuerwache aul dem Ltadtturm geschlagen. Hoffentlich wird unsere Stadt von größeren Brände» verschont bleiben, so daß die Sirenen nicht nötig haben, im Ernstfall unsere Feuerwehren z» alarmieren. ** Zur bevorstehenden Heuernte macht der Vogelschutz-Verein für das Großherzogtum Hessen aufmerksam auf den Schutz der Wiesenschmätzer. Er schreibt uns: Aus dem blumigen Wicfengrundc Hingen überraschend schöne Laute eines kukz abgeriilenen. mit einige, schmatzenden Konsonanten beqon neuen oder abgrichloifcnen Gesangs. Auf einen höheren Wiesen- pflanze fitzt der Sänger, ciuc kleine, kurze Bogelgestalt. Es ist der Wiesenschmätzer oder das Bramikchiche». Erst beim Abstiegen des Vogels erkennen wir in der blendenden Tonne seine bunte Färbung, die weiße Zeichnung an Flügeln und Schwanz. Reizend sieht anch fein Nestchc» aus, das er aul Dikjen am Fuße größerer Pflanzen baut, wegen der grünblauen, etwas rötlich bespritzten Eier, von denen in zwei Beuten jedesmals 4—6 in den Monaten Mai-Juli bebrütet werden. Leider wird während dieser Zeit gelegentlich der Heuernte das Nestchcn oft ousgemäht, ehe die Jungen aus- geilogcn sind. Wohlmeinende Landwilte pflegen desltztlb häufig Grasbüschel zur Teckung des Nestes bestehen zu lassen. Es hat sich aber gezeigt, daß die stehcngebliebenen GraSbüschel das Nest erst recht den Feinden ;Raben und-Raubtieren' verraten. Datier wird empfohlen, solche bodenständigen Neste flach zu übermüden und ihnen in den Tagen der Ernte Vorsicht angedcihen zu lassen. ** P o st s ch e ck v e r k e h r Im Reichs Postgebict ist die Zahl der Kontoinhaber im Poslscheckvcrkehr Ende Mai 1914 auf 91522 gestiegen. ^Zugang im Monat Mai 940.) Auf diesen Postscheckkonten wurden im Mai gebucht 1818 Millionen Mark Gutschriften und 1611 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurden 1733 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gefamtgulhaben der Kontoinhaber betrug im Mai durchschnittlich 212,6 Millionen Mark. Im internationalen Postübcrwcisungsverlehr wurden 8,9 Millionen Mark umgcsetzt. ** Kalilauge als Straßen sprenginittel. Bekanntlich bstdet die Vcrweiidungsmöglichkcit der Kalc-Eudlaugen eine der am meisten die Kalisirdustrie interessicrenbe Frage. Ta die Ableitung der Kalilaugen in die Flüsse aus Gründen der öffentlichen Gesundheitspstcge beschränkt bleiben muß, io bleibt den Kaliwerken die große Sorge, wie sie sich am billigsten der Cndlaugen entledigen können. In neuerer Zelt ist man nun daraus Versalien, die Kalilauge als Strahensvrengmiltel zu be nutzen. Ueber die Erfolge m>l diesem Verfahren berichtet setzt das Bürgermeisteramt in Mülhausen i. E.. wo man mit der Ver locndung von Chlormagncsinmtange bei der Ttraßenbesprengung gute Eriolge gemacht hat. Tieie sogenannte Kalilauge wird bereits seit vier Jahren in Mülhausen verwendet, und zwar, da sic sehr kältebeständig ist, in der Hauptsache im Winter zur Bor- besprenaung bei der Trockcnrcinigung der asphaltierten Straßen. Auch die Makadamstraßen wurden im Sommer damit besprengt. Die Erfolge waren in beiden Fällen gut. Ans den asphaltierten Straßen wurde zwar durch die Besprcngung, trotz spärlicher Verwendung der Lauge, etwas Straßenglätte hervorgerufen. Diese tonnte jedoch durch eitze leichte Sandbestreuung vermindert werden. Auf den Makadamstraße», bei denen die Verwendung der Lauge in der Mischung von l: 2 erfolgte, während bei dem aspl-alticrten Straßen I Teil Lauge und 9 Teile Wasser kam, ließ der Erfolg nichts z» wünschen übrig, und die Staubentwick lang lvurde zufriedenstellend zurückqchalten. Ter einzige Grund, der obige sparsame Verwendung der Chlormagnesiumlauge bedingt, liegt für Mülhausen noch der Darlegung des dortigen Bürg, mcistcramtes lediglich in der erheblichen Löhe der Kosten. Zwar ist die Lauge selbst sehr billig. (25 Mark die 10 000 .Kilogramm.' Ta sie aber aus dem norddeutschen Kaligebiet bezogen lverden nmß. so stellt sich die Fracht sehr hoch ft. M. 144 Mark für 10 000 Kilogramme Tie Füllung eines Sprengwagens von 1500 Liier, mit dem rund 3000 Quadratmeter besprengt werden können, kommt daher i» Mülhausen aus etwa 10 Mark zu stehen. Landkreis Gießen. 4. Sit (6, 9. Juni. Ein Stück „Ali-Lich" nach dem andern muß den Forderungen der Neuzeit weichen. So wird der alte Festungswöll mit jedem Jach mehr abgetragen, um der großen Tomvszicgclci das nötige Lehmmaterial zu liefern. Auch in die alte Stadtmauer, die teilweise noch vorzüglich erhalten ist, ist jetzt eine neue Bresche gelegt worden. Tie ist an der Ohlengasie abgetragen worden, wodurch eine neue Verbindung der Oberstadt »ul der Tuimgassc und dadurch mit dem neueren Stadtteil an der Gicßcner Straße hergestellt ist. m. Lich, 10. Juni. Am II., 12. und 13. Juli ds. Js. findet dahier das 30. Fest des Lahntalsängcrbundcs, verbunden mit einem Wertungssrngcu, statt. Tos Fest wurde in den Jahren 1863 und 1896 hier abgehalten. Kreis AlSfelü. V. Alsfeld, 10. Juni. In der gestrigen Gemeinderatssitzung befaßte man sich mit dem städtischen .Beitrag zur hiesigen höheren 'Bürger (-Mädchenschule. Durch das neue Oiesetz über die Kosten der höheren Schule veranlaßt, hat sich das Kuratorium der Schule an die hiesige Stadtverwallung mit der Bitte gewandt, den jährlichen städtiichen Beitrag nach dem jeweiligen Bedürfnis z» richten, da dnrch den schwankenden Schülerinnenstand die Schule in manchen Jahren finanziell gut stünde, aber auch in anderen, wie auch dieses Jahr, mit dem glcichbleibenden Zuschuß der Stadt von 1.500 Mark nicht aus- sommen könne und so inanchmal der weitere Bestand der Schule in Frage gezogen sei. Ter Gemeinderat beschloß, nachdem die Angelegenheit durch die Finanzkommiision beraten und zu diesem Beschiusse gekommen war. der höheren Bürger-(Mädchen-'Schule künftig den Charakter als städtische Anstalt im Sinne des Gesetzes von, 11. Mai 1901 betr. die höheren Bürgermädchenschulen zu geben, wonach die Stadt Alsseld die sachlichen Ausgaben und zwei Trittcl der dnrch Schulgeld oder sonstige Einnahmen nicht gedeckten persönlichen Ausgaben nach dem Gesetz über di« Kosten der höheren Schulen vom 21. März 1914 übernimmt. Gegen den Beschluß stimmten 6 Gemeinderäte. Kreis Lautcrbach. = BermutShain, 9. Juni. Gestern wurde Gastwift Ernst Psann stiel unter großen, Trauergesolge zu Grabe getragen. Psannstiel war 71 Jahre alt. Kreis Friedberg. 8 Bad-9! anheim, 9. Juni. Dem Rentner GlciS wurde, nachdem kürzlich in seinem Hose schon einmal vergistere Wurst gesunden worden ist. ein wenvoller Jagdhund vergiftet. Das Ticr ist heute bereits cingegangen und wurde nach Frankfurt zur Untersuchung gebracht. Das ist in diesem Fahre nun schon der vierte derarsige Fall. Das Gericht beschäftigt sich noch mit den srüheren Fällen. — Tie Schwcinezählung vom 2. Juni er- mittzstte für unsere Stadt 818 Schweine. Am 2. Juni 1913 konnten 679 und am 2. Dezember 1913 651 Tiere gezählt werden. Starkcnburg und Rhcinhessen. rm. D a r m st a d t, 10. Juni. Tie Stadtverordneten beschlossen in ihrer heutigen Sitzung, die Mannschaften der ständigen Feuerwache in ein festes Tienswerhältnis der Stadt zu übernehme,I. Gleichzeitig soll auch eine Neuregelung der Dicnst- einteilung der Feuerwache durchgcführt werden. Eine längere ^Aus» spräche ticranlaßte der beabsichtigte Unchau der städtischen Sparkasse, für den 250OM Mk, davon 73 MO Mk für den Ge- ländeerwerb beanspiucht werden. Nach nichtöffentlicher Sitzung sinder das Proickt Annahme. Tas Gesuch des Verbandes der Staats- und Gemeindeardeiter und des städt. Arbeitervereins um Herabsetzung der Arbeitszeit in den städt. Betrieben soll nach genauer Prüfung besonders auch auf die sinanzicllc Wirkung im nächstsährigen Voranschlag Bcrüch'ichtlguug finden. Hessen-Nassau, h. üerborn, 9. Juni. Fabrikmeistcr Ludwig Haar feierte sein diainantcues ArbeitSjubiläum im Ttcnste der Tabakfabrik I. Wchell. l Frankfurt a. M., 9. Juni. Am Samstag sprang der 62jälrige Kaufmann Louis Strauß von einem sahrniden Stra- ßenbatmeagen ab. Er zog sich dabei Verletzungen zu, die am Monlag seinen Tod herbeisührtcn. (h Vom Fcldbcrg, 10. Juni. Die Kas feehä u- ser aus dem Fuchstanz sind gestern früh aus bisher nicht ermittelten Ursachen bis aus die Grundmauern nieder- gebrannt. Eine Rettung der leichtgebaulcn Holzhäuser war bei ihrer einsamen Lage und dem herrschenden Nebel, der den Brand fast unsichtbar machte, unmögtich. — Birstein, 10. 3»,u. Tic Autoniobil-Gesellschast des Kreises Geliikausei, scheint von dem Vorhaben, ihre 21 u t o i» o b i [p o ft , ivelche in Lichenroth endet, auch bis Hartniannshain durchfahren zu lasten, abgekomnien zu sein. Schon am I. Mai sollle der Verkehr dorthin eröffnet lverden. Es iväre sehr zu wünschen, ivenn uns ein schnelleres Fortkommen dieser ?lrt nach nördlicher Nicht,»>g ermöglicht würde, und auch den Touristen iväre damit ein großer Vorteil erwachsen, ivril nia» damit von Frankfurt auS eine Stunde früher den Bogclsderg erreicht als mit der Bahn, h. Bad Homburg p. b. H., 10. Juni In der heutigen Sitzung her Stadtverordneten wurde u. a. eine Vorlage ein- gebrachl über die Uebcrnahme der Garantie für ziveitc Hhvo- thekcn Nach einer langen Aussprache, in der ein Teil der Stadtverordneten die Garantieleistung auf kleine Wohnungen beschränkt wissen will, während der andere Teil die Unterstützung beim Bau oon 6—8-Zimmcrwohnnngen im Interesse der Kurgäste fordert, wird die Borlagc an die vereinigten Ausschüsse überwiesen. h. S a l m ü II st 1 1 , 9. Juni. Nach monatelangem Leiden ist lier Fräulein Joscsinc Schell geswrben, die bei der bekanMcn Revolverassäre in 1er letzten Sylvesternacht von ihren, Vetter, dem Cvmnasiasten Anton Wolf, durch einen Schuß schwer verletzt wurde. h. Okriltcl, 9. Juni. Im Main ertrank ein 6jähriges Bübchen, das seinen Hund waschen wollte. Der Vorfall wurde erst nach einiger Zeit bemerkt. veretnsnachrichten. — erb ft ein, 10. Juni Sonntag, den 21. Juni, findet hier das BezirkS-Krieqeriest des Bezirks Herbste,» statt. LanSwirtscltttzft. - Zentral-Ziegen markt in Darmstabt (Pferde- marktplatz' am 14. Juli 1914 betreffend. Ter LandwirtschastS- kammcr-Ausschuß für die Provinz Starkenburg wird auch in diesem Jahre wieder zu Darmstaüt einen Zemral-Ziegenmarkt veranstalten. Zugelassen werden nur Tiere, welche Mitgliedern von Ziegenzuchtvcreinen, die vom Landwirtschastskammer-Ausschuß an» erkannt sind, gehören. Ueber jedes aufgetriebene Tier ist! ein ordnungsmäßiger Abstammungsnachweis mitzubringen. Ans dem Markt ist für Gemeinden und Züchier die beste Gelegenheit, reinrassiges Zuchtmaterial käuslich zu erwerben. Der Lanbwirtschasts- kammer-Ausschuß für Starkenburg ist zu jeder weiteren Auskunft gerne^bcreit—^ m " (ßcriditflaaL Hanau, 10. Juni. Tic Strafkammer Hanau verhandelte heute gegen die 17,5 I a hr e a l t c n fr ü he r e n G VJN- nasia steil Anton Wolf aus Salmünster, der in der Shl- pestcrnacht. um sich in den Besitz von Geld zur Teckung seiner durch noble Missionen entstandenen Schulden zu setzen, einen Revolver« II schlag auf seine Verwandten ausgeführt hatte. Mutter und Tante wurden schwer verletzt, während der Anschlag aus Bruder und Schweller abgewehrt werde» konnte. Tie Anklage lautete ans Mordversuch in vier Fälle». Ta aber am Sonntag die Tante gestorben ist und in der Gerichtsverhandlung die ärztlichen Sachverständigen ausfagten, daß der Tod die Folge der Schußvcrletzung darstelle, wurde der Angeklagte wegep Mordversuches in .drei Fällen und Mordes in einem Falle zuscchsJahrenGefängnisvcrurteilt. Kleine Tagezchronik. Aus Marseille wird gemeldet: Vorgestern wurde, als in vielen Gegenden Frankreichs F r o st herrschte und Schnee frei, ein Land mann wenige Kilometer von Marseille entfernt erfroren aufgesunden. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 12. Jimi 19H; Ziemlich heiter, warm, ösNicti« Winde, Gewitterneigung. Letzte ZZacbricbtcn« E i ii Antrag der Sozialdemokraten im preußischen Abgeordnetenhaus. Bctlin, ll. Juni. Ein schleuniger Antrag der Sozialdemokraten im Preußischen Abgeordnetenhaus verlangt die Einslclliing des Tisziplinarversahrcns gegen den Abgeordneten Liebknecht, das vor dem Ehrengcrichtshos der Rechtsanwaltschaft in Leipzig schwebt. Der Antrag wird von einer Anzahl sorffchrfttlichcr Abgeordneter unterstützt. Tas Endedes allgemeinen Ausstands in Italien. Rom, 11. Juni. Tas Zentrakkomitee der italienischen Gewerkschaften hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, die Beendigung des allgemeinen Ausstandes in ganz Jtalieit jür Mitternacht seftzusetzen. A,«h eine am Nachmittag in Mailand abgehaltene, von 30 0M Personen bcsuchte Volksversammlung beschtvß hie Wiedcrausnahme der Arbeit für heute ftüh. Hitze in Nordamerika. New York, 11. Juni. In ganz Nord-Amerika herrscht eine furchtbare Hitze: infolgedessen find Mhlreiche Todesfälle vorgc- kommen. Hier sind 15 Personen am Hitzschlag gestorben: in Chikago bei 34" 6. im Schatten 11 Personen. In Kansas wurden 536° C. im Schatten gemessen, in Vigo 35, säst alles hält sich nachts über auf den Straßen und Plätzen auf. Neben semcm medizinischen Werte hat der natürliche Fachingcr Brunnen auch große Bedcutwig als drättsches Getränk. o n / e . Ab 1 i. Juni neue Attraktionen nnd 7oi2 e hnmoristische Darbietung. Gewerbe-Ausstellung Gießen Festhalle Tttglich Auftreten de» Herrn Pesch Mario. Reichballioe Speisekarls. Diner und Souper in allen Preislagen. Alt-Hessen,grüble Sehenswürdigkeit slerAnssioilung Gegen Lösung einer Biermarke, die in Zahlung genommen wird, freien Eintritt 67841) Um geneigten Zuspruch bittet Kemper A Co. gibt wetterfesten Hochglanz und färbt auch bei Regenwetter nicht ab Alleiniger Fabrikant: Carl Gcntner ln Göppingen. SRENNABQß SC in sie?'wagen BCBapjp wagen reizende Neuheiten reiche Auswahl billige Preise Reparaturen sofort AugiifttKilbinger Selters weg 79 ^ UM 5 Zimmer In nächst. Nähe d. Bahnhofs 5'Zimmer-Wobn. re. nebst Wintern, evtl, m.2 Bureau- , od. 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Ministerium des Inner» hat durch Ber- ingnnq vom 8. Juni 1914 iür den Krailivagenvertebr die nach 8 24 der BundeSratsverordnnng vom 3 Februar I9w eriorderliche Denehmigung stir das ganze Geostherzoginn, erteilt. Wir bringe» dies zur öffenllichen Kenninis und ivarne» das Publik»», vor den Gesahren, die mit einer knegsniäbigen Ballonveriolgung durch Antomobiie ver- bunden sind. Gießen, den 10. Juni 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V,: H e m m e r d e. Betr.: wie oben. An die Grotzh. Bürgermisiiereien der Landzemelnden. an das Grotzh. Poli,eiami Gießen und Gioßh. Polizei- lommijsariai Arnsburg, Wir veriveisen aus die obensiehende Bekanntmachnna und beaustragen Sie, die Polizeiorgnue cnilprechend >u bedeuten. Tie Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden werden außerdem beaustragt, die Einwohuerschast in ortS- üblicher Weise zu warnen. Gießen, den 10. Juni 1914. Großherzoglichcs Kreisamt Gießen. j V-A.: Hemm erde, *