Nr. 135 Der »letzener Hitzig« erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöckwnlsich »tetzenerZomlljendlStler; znxnnal Wochen tUXreir- blatl für den Kr«i$ Hießen ses in längerer Audienz empfangen worden ist, in Kono- vfecht cintressen toird. Zur Jagd, wie die Offiziösen ver- tuhern, die zugleich hinzufügen, daß es sich hierbei um einen remen privaten Besuch handele, der lediglich dem Jagdver- gnugen diene. Es wird der Oesfentlichkeit schwer fallen, an den rein jagdürlw» Charakter dieses Besuckles zu glauben. Wird doch rr/mcrhin zugegeben, daß Erzherzog Franz Ferdinand, von oeni bekanntlich in erster Reihe die Initiative zu dein Ausbau der österreichischen Flotte ausgegangen ist, den Wunsch geäußert habe, den Staatssekretär v. Tirpitz, der die treibende Kraft bei der Verstärkung der deutschen Flotte war, näher kennen zu lernen. Auch die Begrüßung, welche die bekanntlich dem Thronfolger nahestehende Wiener „Reicl>s- post" der Könopischter „Entrevue" widmet, läßt zwischen den Zeilen unzweideutig erkennen, daß es sich hierbei trotz aller Ableuguungeu nicht um einen rein privaten Besuch handelt. Schreibt doch das Blatt, man freue sich aufrichtig, daß der Deutsche Kaiser „gerade von dem großen Flotten- organisator begleitet" ist, und es weist darauf hin, daß Oesterreich an einem Wendepunkt in seiner Floltenpolitik stehe, der niemand eine wärmere Förderung hat zuteil werden lassen, als ihr Admiral Erzherzog Thronfolger Franz Ferdinand. Cs ist in der Tat gar nicht daran zu zweifeln, daß man sich in Konopischt sehr eingehend über de» geplanten weiteren Ausbau der österreichischen Flotte, die nach dem Wunsche der maßgebenden Staatsmänner aus dem Wege der Festlegung durch ein Flottcn- gesetz nach deutschem Muster erfolgen soll, unterhalten wird. Und nicht minder eingehend über die weltpolitischen Wandlungen, welche zu einer solchen Flottenverstärkung dringenden Anlaß geben Es kommen hierfiir ebenso die Anstrengungen in Betracht, welche Frankreich zur Verstärkung seiner neuerdings sehr stark ausgcbauten Stellung im Mittclmeer macht, wie die außerordentlich« Betriebsamkeit, mit der das Zarenreich zu Wasser und zu Lande rüstet, Rüstungen, die umsomehr Aufmerksamkeit beanspruchen, zvenn man damit die mannigfachen Unfreundlichkeiten zusanrmenhält, die sich die russisch« Politik neuerdings gegen ihre beiden Nachbarn, gegen Oesterreich Ungarn wie Deutschland, geleistet hat. Der unlängst bekannt gewordene Erlaß des Zaren, wonach im Herbst drei Jahrgänge russischer Reservisten zu sechswöchigen Hebungen einberusen werden sollen, findet sein Gegenstück in den Rüstungen zur See, die besonders auch dem Schwarzen Meere gelten. Stehen doch schon jetzt dort fünf Panzerschiffe bereit, und drei weitere sind im Bau, so daß hier bei einer etwaigen Erzwingung her Durchfahrt durch die Dardanellen die österreichische Flotte immerhin ernstlich belästigt iverden tönnte, wenn sie bei einer Kooperation mit der italienischen Flotte der französischen Mittelmeermacht gegenübcrstände. Bekanntlich ist im Jahre 1912 zwischen Frankreich und Rußland ein maritimes Abkommen zwecks gemeinsamen Vorgehens der beiden Flotten sür den Bedarfsfall getroffen worden, und neuerdings werden offenbar von russischer Seite alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ein analoges russisch-englisches Flottenabkommcn zustande zu bringen, dessen Vorteile freilich fast ausschließlich auf russischer Seite liege» würden. Eben deshalb zeigt man sich an der Themse bisher noch durchaus abweisend gegen der artige Pläne, einmal, tveil die russische Dardanellcnpolitik den Interessen Englands, welches sich die freie Straße durch das Mittelmeer aus alle Fälle sickwrn rnuß, schroff zuwiderläuft, und zweitens weil die britischen Staatsmänner keine Neigung haben, den Fortgang der deutsch-englischen Bcr- ständigun^sverhandlungen durch eine Politik zu stören, die auf eine schroff gegen den Dreibund gerichtete Zentralisierung der Tripclcntente hinauskommt. Die französischen und russischen Rüstungen sind aber Grund genug für die Donaunwnarchie, an einen weiteren Ausbau der Flotte zu denken, und diese Frage, über die in Konopischt während der Jagdpausen eifrig gesprochen werden dürste, ist auch für Deutschland von sehr ernster Bedeutung, nicht nur, weil im Falle einer Blockierung der deutschen Küsten an der Nord- und Ostsee die Nahrungs- mittelzuffihr aus dem Wege über das Mittelmeer von großer Bedeutung werden könnte, sondern auch weil in Frankreich bei einem etwaigen .Kriege gegen Deutschland aus die Mitwirkung der 80 000 Mann starken Armee in Nordasrika gerechnet wird, eine Rechnung, die bei einer Sperrung des Mittelmeers durch die österreichische und die italienisck»« Flotte durchkreuzt werden würde. Dem deutschen Reiche sind durch das Bündnis mit der Donaumonarchie sehr gewichtige Verpslichtungcn militärischer wie politisckier Art auscrlegt worden, und es ist natürlich, daß wir hierfür von unseren Bundesgenossen entsprechende Acquivalenle erwarten. Sollte von diesen nicht doch trotz aller offiziösen Ableugnungen in Konopischt die Rede sein?! Da; Ministerium Ribot ist, wie aus Paris gemeldet wird, konstituiert worden. Del» tasso übernimmt das Kriegsministerium, Chautcmps das Marincministerium. Cs bleibt noch ein Minister zu ernennen, was noch iw Lause des heutigen Abends erfolgen dürste. Infolge der augenblicklichen Abwesenheit Leon Bourgeois wird die endgiltige Zusammensetzung des neuen Minfftcriums erst abends bekannt gegeben. Ribot meldete, entgegen anderen Meldungen, dem Präsidenten Poürcare, daß folgende Zusammensetzung wahrscheinlich sei: Ministerpräsident und Justiz: Ribot, Auswärtiges: Lson Bourgeois, Inneres: Pehtral, Krieg: Noulcns, Marine: Delcasse, Finanzen: Clementcl, Kolonien: Emile ChauiempS, Landwirtschaft: Dariac, Oestentliche Arbeiten: Jean Dupun, Handel: Reville, Unterricht: Dessohe, Arbeiter- und soziale Fürsorge: Maunoury. Aus Albanien. Die Wiener „Neue Freie Presse" erfährt von besonderer Seite aus Belgrad: Hier geht das Gerücht, daß die griechische und serbische Regierung den Großmächten mitgeteilt hätten, daß sie unter keinen Umständen zulasscn werden, daß ein mohammedanischer Prinz den albanischen Thron besteige. Wien, 8. Juni. Die „Politische Korrespondenz" meldet aus D u r a z,z o: Tie Meldungen von dem angeblichen Ueber- siedclüngsplanedesfürstlichenHofes rufen m unterrichteten Kreisen in Durazzo Erstaunen hervor. Der Gedanke einer Residenzvcrlegung hat bei dein Füfflcn aus volüischcn oder vcr- söiilichen Gründen niemals Raum gewonnen. Der Füfft hatte und hat der gegenwärtigen Erhebung gegenüber nur das eine Programm : Anwendung aller oeffügbaren Mittel zur friedlichen Beilegung der Streitigkeit, und sür den Fall der erfolglosen Er- schöpting derselben: Riederringen der von der großen Mehrheit der Albanesen verurteilten Bewegung mit Gewalt. Das Zeugcnverhür in der Angelegenheit Mnricchio Cbi - n i g o wurde heute abgeschlossen. In der Stadt herrscht Ruhe. Die Loge ist unverändert. In den letzten Tagen versuchten die Auf- ständischen wiederlwlt, mit dem Kontrollausschuß wieder Verhandlungen anzuknüpfcn. Aus Epirus sind die dort nicht mehr erforderlichen Truppen, insgesamt 2500 Mann, nach El hast an beordert worden, wo sic übermorgen eintreffen werden. Wie verlautet, steht Ahmed Bei Mali mit Trnpvcn an der Grenze von IMalissia zur Verfügung des Fürsten, um aus Beseht gegen Tirana vorzudringcn >md die aufständische Bewegung raschesten? zu unterdrücken. Es wird ein gleichzeitiges Vorgehen von drei seiten, von Alcssio, Durazzo und Valona geplant. Ter Vormarsch der Truppen düfftc noch in dieser Woche cffolgen. __ Der japanische Gesandte in Mexiko vermißt! London, 9. Juni. Der „Daily Telegraph" meldet au? Mexiko vom 8. Juni, daß der japanische Gesandte in Mexiko und ein Attache vermißt werden. Sie hatten fich nach Manzanilla zum Besuche des japanischen Kreuzers „Jzumo" begeben und fanden aus dem Rückwege in der Nachharschaft von Sayula die Eisenbahnverbindung zerstört. Seitdem fehlt jede Nachricht von ihnen. Die Bewohner von Sayula haben sich gegen die Regierung erhoben und sind zu den Rebellen übcrgcgangen, die Regierung hat von Guadalayara Truppen abgeschickt und sic durch eine fliegend« Kolonne aus der Hauptstadt verstärkt, da man befürchtet, daß die beiden Diplomaten in die Hände der Aufständischen gefallen sind. _ Au» Hoffen. Zum Beamlenbcsoldungsgesetz, rm. D a r m st a d t, 9. Juni. Wie wir hören, beabsichtigt die n a t l i b. Fraktion in der Zweiten Kammer eine Anfrage einzureichen, ln welcher von der Regierung darüber Auskunft verlangt werden soll, wie weit die neue Be- amtcnbesolduugsordnung Härten und Unstimmigkeiten innerhalb der Beamtenschaft hervorgeruscn hat und wie weit hierüber jetzt schon Beschwerdematertal vorliegt. Die in vielfacher Beziehung vorhandene verschiedenartige Möglichkeit in der Auslegung vieler Bestimmungen haben zahlreiche Benachteiligungen älterer Beamten gegenüber jüngeren Beamten hervorgerusen, besonders beim Stellenwechsel; es soll hier baldigst Abhilfe geschaffen werden. » bl. Friedbcra, 9. Juni. Der Wchrbeitrag des Steuerbczirks Fricdberg, Ivelcher 48 Ortschaften umfaßt, hotte folgendes Ergebnis. Asienheim 114 000 Mark, Bad- Nauheim 195 000 Mk, Baiiernheim 2500 Mk., Beienheim 1.500 Mark, Bönstadt 1200 Mk., Bruchenbrücken 6900 Mk., Büdesheim 46 000 Mark, Burg-Gräjenrode 2000 Mk, Dorheim 5300 Mk., Dornassenheim 800 Mark, Dortelweil 7200 Mk., Frlcdberg 162 000 Mk, Groß-Karben 4500 Mk., Harbeim 1600 Mk.. Helden- bergcn 5500 Mk, Holzhausen 1000 Mk., Ilbenstadt 35 300 Mk, Maiefeen 3400 Mk, Klein Karben 3400 Mk, Koppcnhein, 1800 Mk, Leidhecken 900 Mk. Massenheim 600 Mk, Melbach 18 000 Mk, Niedcr-Erlenbach 7800 Mk, Niedcr-Eschbach 8700 Mk, Riedcr- Florstadt 7100 Mk., Niedcr-Rosbach 2500 Mk., Niedcr-Wöllstadt 15 500 Mk., Ober-Erlenbach 2000 Mk, Ober-Eschbach 4700 Mk, Ober-Florstadt 100 Mk. Obcr-Rosbach 5700 Mk, Ober Wällstadt 2900 Mk. Ockstadt 2900 Mk, Okarben 2900 Mk, Ossenheim 7400 Mark, Petterweil 2900 Mk, Reichelsheim 7500 Mk, Rendel 6500 Mark, Rodheim v. d. tz, 13 200 Mk, Schwalheim 3030 Mk, Södel 1400 Mk., Staden 4800 Mk, Stammhcim 1700 Mk., Vilbel 15 500 Mk.. Weckesheim 2100 Mk., Wickstadt 2700 Mk., Wölfersheim 3405 M.k Wohl sind die eingesetzten Zahlen nicht enbgültüz, sie lassen aber doch gewisse Schlüsse zu. Ritnjt, wiffenfcbaft und Leben. -- T e Haans Abschied. Aus Tarmstadt wird uns geschrieben: Zu Ehren des scheidenden Geh. Hofrats d e H a a n fand heute mittag eine Abschiedsfeier im Theater- Foper statt, der neben den Mitgliedern des Hoftheaters und der Hofkapelle auch viele Musikfreunde beiwohnten. Nach einem Begrüßungschor richtete Intendant Dr. Eg er herzliche Worte an den Scheidenden und dankte ihm besonders auch im Namen des Großhcrzogs, der Gelegenheit nehmen würde, ihm heute abend auch in dem Abschicdstouzert noch persönlich zu danleu. Im Namen der Hofkapelle dankte Äammermusiler Mthmel herzlich für alles das, was de Haan nicht nur als leitender Künstler, sondern auch als warmherziger Freund den Mitgliedcnr gewesen sei. isie wollten ihn deshalb auch besonders ehren und hätten beschlossen, mit Genehmigung des Großhcrzogs den Hilfsfonds der Hosmusik, dessen Schaffung vor allem sein Werk gewesen sei, als „Wi l l e m - d e - Haa n - S t i s t u ng" weiterzuführen. Kammersänger Stephani würdigte die künstlerischen Eigenschaften des Scheidenden und überreichte ihm namens der Mitglieder des Hoftheaters eine silberne Blumenvase Hosrat Winter ries als ältester Freund dem Scheidenden berzlichc Taniesworte zu und zum Schluß dankte Oberbürgermeister Tr. G l ä s s i n g im Namen der Stadt Geh Rat d c Haan entgegnetc mit Worten voll tiefer Rührung und forderte zum Schluß zu einem dreifachen Hoch aus dos öostheater auf. Geh. Hofrat de Haan verabschiedete sich heute abend in einem Konzerte von dem hiesigen Publikum und mar Gegenstand zahlreicher Ehrungen Ter Großhcrzoq sprach ihkm nach Schluß des Konzertes seinen Tank aus und verlieh ihm sein Bild im Lederrahmen und mit einer selbstgeschriebenen Widmung. — R ich a r d Strauß, der am II. Juni seinen 50. Geburt s ka g «eiert, ist ein richtiges Wunderkind gewesen. Bevor er noch buchstabieren konnte, hat er schon komponiert, ein dreistimmiges Lied, eine Polka, die sog. „Schneideipolka", und sogar an eine Ouvertüre sür Orchester hat er sich gewagt. Aber seine vernünftigen Eltern, der „Horn-Strauß", so genannt, weil er der efft," Hornist der Münchener Hoikapetle war, und die Mutter, eine Tochter des Braucreibesipers Pschorr, erzogen ihn vernünitig, und niemand ist „Künstlcrmätzchen" und Genialitäts-Demonstratioucn weniger geneigt als Strauß. Beim Dirigieren „verschmäht er die schöne Linie der Stabführung, bezeichnet IM Affekt sogar sehr eckige Figuren, knickt mit den Knien ein und schwebt, in aufgeregten. Momenten aus den Zehen balancierend, weit vornübergebeugt mit ausgebreitcte» Armen wie ein großer Raubvogel über dem Orchester". Seine Kompositionen aus der Ghmnasiastenzcit, darunter ein Chor aus der Soplokleischen Elektra, wurden alle öffentlich aufgeführt und mit Beifall ausgenommen, aber das verleitete ihn nicht, das ernste Studium hintenanzusctzen. Er selber sagt: „Mein Vater hielt mich streng dazu an, die alten Meister zu studieren. Durch deren Durcharbeitung legte ich einen festen Grund. Man kann Wagner und die Modernen nicht verstehen, wenn man die grundlegenden Klassiker nicht studiert hat. Da bringen mir junge Komponisten voluminöse Manuskripte und fragen mich um meine Meinung darüber. Ich schaue mir die Sachen durch und sehe gewöhnlich, daß sie da aniangcn, wo Wagner am'gchört hat. Ich sage dann immer: „Mein lieber, guter Mann, gehen Sic nach Hause und studieren Tic die Werke von Bach, die Sinfonien von Hahdn, Mozart, Beethoven und wenn Sie das alles bemcistert haben, dann kommen Sie wieder zu mir. Ohne daß jemand die Bedeutung der Entwicklung von Haydn über Mozart zu Beethoven und Wagner vollkommen versteht, kann niemand, auch diese Jüngsten nicht, weder die Musik Wagners, noch die eines seiner Vorgänger, nach ihrem richtigen Werte beurteilen!" — Wie merkwürdig, daß Strauß das sagt, mögen diese jungen Leute meinen: aber ich gebe ihnen den Rat nach meiner eigenen Erfahrung , . — Bekämpfung des Lupus. Uns wird berichtet: Das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose, welches soeben seine 18. Generalversammlung obgchalten hat, hat seit 1908 aut Anregung des verstorbenen Ministerialdirektors Erzellenz A l t h o f t auch die Bekämpfung des Luvus in den Bereich seiner Tätigkeit ausgenommen und zur Erfüllung dieser Aufgabe eine besondere Kommission eingesetzt. Diese Kommission sieht ihre Hauptausgabe darin, möglichst vielen unbemittelten Lnvuskranken — soweit sie bcilungs- oder wcsentlich besserungssähig sind — unter Mitheranziehung anderer zur Unterstützung moralisch oder rechtlich verpilichteter Faktoren ein Heil- vcrsahrcn in einer Lllvusheilanstalt zu vermitteln. Als Luous- heilanstalten stehen der Kommission eine Anzahl von Universitäts- Hautkliniken, Lichtheilanstalten, Abteilungen für Hautkranke in größeren Krankenhäusern und Privat-Hautkliniken zur Verfügung. Während 1609 die Zahl der .Kranken, die auf Veranlassung der Kommission in Behandlung traten, 10 betrug, und für diesen Zweck von der Kommission 2297,50 Mk. ausgewandt wurden, betrug die Zahl der Behandelten 1911 schon 157: 1913: 350: die ausgewendeten Kosten beliefen sich 1911 aus 12959,54 Ml.; 1913 aus 18 999,76 Mk Tie Gesamtzahl der bis jetzt von der Lupus- Kommission vermittelten Heilverfahren beträgt 932. Die von der Kommission ausgcwendeten Mittel betragen insgesamt rund 65000 Mark, während in der gleichen Zeit von anderer Seite rund 50 000 Mk. ausgebracht wurden. Tic Zahl der in den fünf Jahren durch die von der Kommission eingeleitetc Behandlung geheilten und gebesserten Lnvuskranken beträgt 711. — W > e blinde Tiere wieder sehend gemacht werden. Man schreibt uns: Der Grottcnolm iProteus angni- neusi, ein blinder Schwarzlurch, der in den unterirdischen Höhlen» gewässern von Krain lebt, gilt den Zoologen als Schulbeispiel sür die darwinistische Lehre, daß die Funktion der Organe sich den Bedürfnissen anpaßt. Speziell in diesem Falle verhält es sich so, daß die einst sehenden Lurche ihr Augenlicht allmählich eingebüßt haben, da sie cs in den jinsteren Höhlen doch nicht brauchlcn. Sie behielten zwar die Augenanlage, aber sie war nicht völlig ausgebildet: über sie zog sich eine pigmentierte Hautschicht, die jeden Lichtstrahl verschlucken würde. Als Ersatz sür dies verlorene Sinnesorgan besitzen sic eine außerordentliche Tmvsindlichkeit durch Schwankungen und Bewegungen des Wassers. Es war nun ein außerordentlich glücklicher Gedanke des Erverimciitalphysiologen Paul Kämmerer, durch Experimente zu versuche», den Prozeß umzulehren und die blinden Ärottenolmc wieder sehend zu machen. Er setzte zu diesem Zwecke neugeborene Olmc dem Tageslicht und stärkeren Lichtauellen aus. Zunächst blieb der Erfolg aus. Tie Haut begann die Augen zu überdecken. Aber als die Bestrahlung fortgesetzt imirde, blieb die weitere Pigmententwickelung zurück. Die Augen selber aber hatten sich gegen die Norm um Rehr als bas Doppelte vergrößert. Mit derartigen Augen, an denen Linse, Glaskörper, Iris und Netzhaut ausgebildct waren, im Gegensatz zu dem gewöhnlichen Zustand, konnten die Tiere, wie Experimente einwandsjrei zeigten, wirklich sehen. So wurde ein außerhalb der Wanne zavveliider Regenwurm von ihnen wahrgenommen. Es wäre nun außerordentlich interessant, wenn ZüchMngsversuche mit diesen Tieren unternommen würden. Vielleicht werden sich dann, wenn die Tiere dauernd am Licht gehalten werden, in den folgenden Generationen, die Sehorgane weiter entwickeln, und die verloren gegangene Anjage wird durch Anpassung an das Milieu wieder erworben werden, ein weiterer Beweis für die Richtigkeit der Darwinschen Theorie. — Hcrkomers Hinterlassenschaft. Aus London wird berichtet: Nach der amtlichen Feststellung der englischen Erb- schastsbehörden beträgt die Hinterlassenschait Hubert von Her- komers 826 000 Mark. Ter Maler, der bekanntlich Ende März d. Js, starb, hat seinen drei Kindern je 20 000 Mark ausgefetzt, während der Rest fernes Vermögens seiner Witwe zusällt. dcmjmk* rr«i«v. Dal t> t e u B i T< 61 Abgeordnetenhaus nahm am Dn-ustng seine Ätzungen wieder auf Es beschäftigte fitb zunächst mit der Geseizesvorlage, welche die Dauer der Beschäftigung deck durch das Esesetz vom 28. Juni 1811 einqeführten Hisssrrchter beim Lherverwaltungsgericht bis zum 1. Avril 1917 ausdehnen lvill. Der Ausschuß bat beschlossen, die Derlängernng nur bis zum 1 April 1916 erulreten zu lassen, wodurch dem n a. auch oom Abg. Cs u ft liRart.l iieniflten llebeljtand abgeholfen würde, dass das Ansehen unseres höchsten PerwaltungSgerichls Ernbutze erleidet durch die dauernde Beschäftigung von Hilssrickneru. Ä die Regierungsvorlage erklären sich nur die Konservatwen und die Fivi- konsrrvariven, die letzteren überdies nur bedingungsweise. Das Gl,1» setz wird schließlich ,n der AuSstimßfassnng endgültig airgcnommeu. Außerdem wurde eine Entschließung des Ausschusses anaenourmen, durch die einer lieber! astung des Oberverwaltungsaerichts dauernd vorgebeugt werden soll und in der ferner dem Wunsch Ausdruck gegeben wird, dost im Etat sür 19lö ein besonderer Etat für das Oberverwaltungsgrricht geschussen loerde. TaS ÄauS begann sodann noch mit der Beratung des Entwurf? eines AuSstibrungs- gcsetzes zum tz 1 des Reschsgcseyes über Aenderungen ,m Finanzwesen vom 3. Juli 1913. Der Entwurf wurde an den Kommunalabgaben-AuSschuß verwiesen. Nächste Sitzung: Mittwoch 12. Uhr. l Besoldungs-Novelle 1 Stellvertretung des Großherzogs von Meck- len b u r g - 2 t r e l i tz. Aus N e u st r c l i tz wird gemeldet: In einem allerhöchsten Erlaß beauftragte der Großherzog den E r b - groß Herzog mit seiner Stellvertretung bei den lausenden Re- gierungsgeschällen. Der Erlag hat, wie die „Landeszeitung" meldet, solgendcn Wortlaute Adolf Friedrich, von Gottes Gnaden Großzerzog von Mecklenburg, in Anbetracht unserer Krankheit, welche uns vorübergehend an der Ausführung der Rcgierungs- täugkeit hindert, beauftragen wir unseren Sohn, Seine Königliche tzobe.it den Erbgroßherzog, bis aus weiteres mit unserer Vertretung in den laufenden Regie-ungsgeschästeil. Gegeben Berlin, 7. Juni 1914. ÜMlanfi. englische Unterhaus ist nach den Pflügst- ferien «nieder zusammengerrctcn. Die diese Woche vorliegenden Ausgaben lind unwichrig. Das politische Interesse koWvnlriert sich jetzt au? das Haus der Lords, das vor Anfang ncichster Woche nicht .Zusammentritt. Englische Unternch ni ungen in China. Wie das Rcuicrsche Bureau erfährt, sind zwischen der Taster Pioneer Coinpmih und zwei bedeutenden britischen.Häusern Abkommen zustande gekommen, um die Provinz Szctschuan durch britisches Kapital a u f Z u s ch I i e ß e n. Tie Kvnzeffion wurde von, Kaiser Kwangsue im Jahre 1899 Pritchard Morgan erteilt. Sie entbäl! das ausschließliche Recht sür die Engländer, in Gemeinschaft mit den Chinesen den großen 2 el reich tum und die M i n e r a l > e Id e r der Provinz industriell auszubeuten. Allgemeiner Ausstand in Italien. In Italien ist ein allgemeiner Ausstand des öffentlichen Derkehrsversonals ausgebrochcn. Es handelt sich um einen Proteststreik wegen angeblicher Hebelgriffe der Polizei bei Strcik- krawallen in Ankona. Der allgeineine Proteststreik in Rom dauert an. Die Läden sind fast alle geöffnet. Ter private Automobil- und Wagcnverkchr ist durch den Streik unberührt. Die Zeitungen erscheinen nicht, und dir Bevölkerung kennt die Ereignisse nur durch die Blätter in Neavel. Die Behörden haben die Versammlung untersagt, die der Generalrat der Arbeiterveieinigungen aus der Piazza' del Povolo veranstalten wollte. Gruppen, die sich aus die Piazza del Pooolv begaben, wurden von der Dsttzei zerstreut. Der Proteststreik erstreckt sich mehr oder minder auch über Bologna, Florenz, Venedig, Genua, Mailanhs, Turin, Bergamo, Terut, Bresch, Civita, Bccchia, Bari und Livorno. In Genna und Turin werden die Inhaber gezwungen^ offengelassene Läden zu schließen. In Bologna wurde der Straßenverkehr eingestellt. In M a i l a n d verkehrten die Straßenbahnen in den erste» Morgenstunden. Der öffentliche Wagenoerkehr geht in Turin weiter, wo auch der größte Teil der Läden geöffnet ist. In Florenz kam es anschließend an eine Protestversammlung der ausständigen Eiscnbahnarbeiter zu schwele n Ausschreirmigen. Ms ine Polizei eincu Trupp zerstreuen wollte, wurde ne von der Menge mit Ziegel-und Pflaster st einen beworfen. Die Beamten gaben daraus Revolverschüsse ab. Ein Polizesteutuant wurde schwer, mehrere Beamte leichter verletzt. Bon den Ruhestörern wurde ein junger Mann namens Pog- giolini getötet, zwei andere leicht verletzt. Neu binzukommcnde Bett amte zerstreuten schließlich die Menge. In der Nähe des Bahnhofes von Fabriano wurde ein Eisenbahnzug durch Ausreißen der Schienen zum tzalten gebracht. Ar»» StaSt und Can& Gießen. 10. Juni 1914. Tr in ker- Für so r ge ste 11 e sür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen Asterweg 9. Sprechstunde jeden Tonnerstag abend a bis 7'/. Uhr. ** Tie Herzogin Johann Albrcchl von Meck- I e n b u r g reiste- gestern ffn Salonwagen von Ortenberg (Hessen) nach Berlin. Ihre Ankunft von Stockheim erfolgte hier um 11.05 Uhr, die Abfahrt nach Berlin um 12.31. ** Der Besuch unserer Universität beziffert sich, wie schon mitgcteilt, in diesem Soirrmerhakbsahr auf 1552 Besiul>er. Im vorigen Halbjahr ivaren 1348 Studierende eingeschrieben, von denen 307 abgingen, während 391 hinzukamen Die Zahl der Studierenden beträgt somit 1432, darunter 32 Studentinnen; hierzu kommen 5 Hospttantin- nen, 48 Hörer und 67 Hörerinnen, so daß sich eine Gesamtzahl von 1552 ergibt, gegen 1.535 im Sommersemester 1913 unö 1605 im Sommerscmester 1912. Ihrer Nationalität nach sind 842 Hessen (darunter 16 Studenttnnerr), 539 ans m,deren deutschen Staate»! Preußen: 4M (« Studentinnen,, Bachern 48, wachsen 7, Württemberg 10, Baden 20, Mecklenburg- Schwerin 2, Sachsen-Weimar 3, Mecklenburg-Skrelitz 1, Tiden bürg 7, Braun schweig 1, Sachsen-Meiningen 2, Sackffen- Mtenburg 1, Sachsen-Coburg 8, Anhalt 3, Waldeck 1, Renß d. 8. 1, Reich j. L. 1, Lippe-Detmold 1, Bremen 2, Hamburg 6 (1 Studentin!, Elsaß-Lothringen 11. Die anderen europäischen Staaten sind mit 48 Studierenden vertreten, darunter Rußland mit 24 Stirdeirten und 8 Studentinnen. Japan und die .uirfn hat je ein Studierender zur Heimat. Aus den Bereinigten Staaten ist eine Dame bei der philosophischen Fakultät eingeschrieben. Theologie studieren 117 Herren davon 10, Hessen. An der juristischen Fakultät sind 146 Studierende, davon 108 Hessen, eingescffrieben, während der medizinischen Fakultät 358 Mediziner ,1.58 .Hessen, und 206 Trerheilkundtgc (.53 Hessen) angehören. Bon den übrigen bei der philosophischen Fakultät eingeschriebenen Studierenden hören 40 (12 Hessen) Philosophie. 13 ,9) Pädagogik 49 (39, Mathematik, 61 (52) 'Naturwissenschaften 39 (19 : Ihmiic. 29 (9) Pharmazie. 35 (34) Forfffoissenschaft. 106 (84 Landtvirtschafl, 17 (11) Geschichte, ,50 (.35, Nass. Philologie und 169 (122) neuere Philosophie. Der Borlnldunq nack studieren mit Reifezeugnis von Echmnasiei, 790, von Real- gymnasien 252, von Lberrealschtcken 306, mit Zeugnissen für das Fach 42, mit sonstigen Zeugnissen 42. ** Personalnachrichten de r O.-P.-D. in Darm, stabt. Verliehen aus Anlaß des Scheidens ans den, Dienst der Rote,Adlerorden vierter Masse dem Postmeister. Rechnungs. rat Gractl i» Langen: ferner wurde verliehen: aus An laß des 50jährigen Däenssiubilämns der Roie Adlerorden viertel Klasse mit der Zahl ...50" dem Ober-Posffekrctär, Rrchnungsra, Quetsch ,n Mainz. Das Preußischc Allgemeine Ehrenzeichen ,ir >-«lber- dem Oberbnefliägcr Hartmann in Laulerbach — Bcr> setzt: die Pastassistenten Ohl von Alsfeld nach Düsseldorf und Sternacker von Düsteldvri nach Msfeld. — Etats iv äßig angestellt: die Telegraplzcngehilsinnen Engler in ckkainz, derm- burg in F-riedberg. Knvrim in Bad-Nauheim und Lenninger in Gießen: Poschehllsrn Wenzel in Dannstadt. — Bestanden: che Postassistentenprüsiing Postgehilfe Eckert' in Sprenchingen (Sfr. Osfenbach. — Angenommen: zu Telcgraphengechlnnuen: Clemens, Raab und Wiegand m Darm stad t. Krieger in Offeubach nnö Waäy'en in Gießen. — Freiwillig rusgcschie - de n: che Tclegraphengehilsinnen Lehr in Gießen and Mandel in Darmstadt. — Entlassen: Postassistent Paul in Gustavsburg. — Gestorben: che Postfekretäre a. D. Friedruh in Mainz und Kämmerer in Darmstadt. ** Das elektrische Licht — ein Rückschritt. Als vor etwa zwei Jahren die Stadt Gießen mit dem Plane hervortrat, die Ortschaften des Kreises mit elektrischer Kraft und Licht zu versorgen, fand dieser Plan, wie man uns schreibt, allseits freudige Zustimmung und zahlreich liefen die Anmeldungen der Gemeinden ein. Einmal deshalb, weil die Handwerker davon einen Vorteil hatten, dann aber, was die Hauptsache war, weil die Ortsbeleuchtung nun eine bedeutende Verbesserung erfahren koirnte gegenüber den Pe- troieumlaternen. Tatsächlich sind jetzt die Ortschaften durch die elektrischen Lampen gut erleuchtet. Vorher sorgten die Laternen nur für geringe Helligkeit oder sie brannten überhaupt nicht. — Dieser Fortschritt ist aber nicht in jeder Gemeinde, die elektrisches Licht erngeführt hat, zu sehen. In einer größeren Gemeinde, die das Ein- und Ausschalten. selbst vornehmen kann, besteht z. B. der Brauch, die Ptratzen- iampen trotz der Dunkelheit nicht anzuzünden. Tie Einwohner dieser Gemeinde sind tatsächlich jetzt noch schlimmer daran als früher, denn da brannten wenigstens bei Abenden ohne Mondschein die Petrolenmtaternen. So bedeutet das elektrische Licht in der Straßenbeleuchtung einen Rückschritt. Wir hatten es für unsere Pflicht im Interesse der Stadt Gießen und der Ortsbewohner, auf dieses „Sparen" aufmerksam zu machen. ** 'In der Oberrealschule und dem Realgymnasium treten nun wieder weitere Veränderungen im Lehrerpersonal ein, nachdem die Trennung der beiden Anstalten schon einen Wechsel in der Leitung gebracht hatte. Ter langjährige Zeichenlehrer Professor Müller trat am 1. Juni in den Ruhestand. An seine Stelle kam vorläufig, provisorisch Schulverwalter Klein aus Offenbach, der eine erweiterte Prüfung, im Zeichnen abgelegt hat. An Stelle des wegen Gesundheitsrücksichten beurlaubten Professors Heddert ch trat Lehramtsassessor H e r b e r g aus Bingen. Prof. Geyer wurde von der Lberrealschul« an die Stelle des nach Tarmstadt berufenen Lehramtsasfessors Tr. Malzan an das Realgymnasium versetzt, und an Stelle Professor Geyers kam Lehramtsassessor Spang aus Osfenbach. Mit der Oberrealschule ist jetzt ein pädagogisches Seminar für Lehramtsreserendare verbunden. Auch die Vorschule ist mit der Oberrealschulc verbunden, so daß jetzt im Gebäude der Oberrealschulc in der Stephanstraße zwei vollständige Borschutcn mit 7 Klassen unter zwei Direktionen ihren Platz haben; die Vorschule der Oberrealschule ist staatlich dia des Gymnasiums aber städtisch: beide dienen den beiden hiesigen pädagogischen Semrnarien zur Einführung der Lehramtsreserendare in den praktischen Schuldienst. ** Steuerwese n Mit Ermächtigung des Großherzogs wurden den nachbenannten Hauptsteucramtsassistenten die dabei bemerkten Stationsortc zugcwicscii: Schulz: Mainz, Stcuernagel: Tarmstadt, Jakob Müller: Mainz, Rothermel: Osfenbach, Nik. Schmitt: Bingen, Stork: Osfenbach, Keck: Gießen. ** Forst- und Kameralverwaltung Erledigt ist die Stelle des Forstwvrts derForsttvartei Feldkrücken, Oberförsterei Illrichstein. ** Die erste Aufführung auf der Naturbühne findet am 26. Juni statt, da der Ausbau der neu- gewählten (Bühne am Fichtenkopf noch nicht vollendet ist. '"'Besichtigung. Heute wurde durch den Kommandeur des Großh Hess. Gendarmeriekorps Obersten Schmidt von Darmstadt die hiesige und auswärtige Gendarmerie in der hiesigen Gendarnrerielaserne besichflgt. '"'Das 4. Kirchengesangssest des evangeli- schenDekanatsGießen findet am 14. Juni 1914, nachmittags 2Ve Uhr, in der Stadtlirche zu Gießen statk. Dabei werden l0 Kirchengesangveretne des Dekanats milwirken, die Vereine von Annerod, Beuern, Burkhardsfelden, Gießen, Großen-Linden, Klein-Linden, Lang-Oiöns, Leihgestern, Lollar, Treis a. L., sowie die beiden Gießencr Chorschulen. Die Festpredigt wird Pfarrer Eschenröder aus Worms halten. Der Chor steht unter der Leitung von Professor Trautmann. Nach Beendigung des Gottesdienstes findet eine Nachfeier in Steins Garten statt, wobei alle Vereine durch Vortrag von Gesängen mltlmrteii. ** 1. Abonnements-Konzert der Militärkapelle. Für das 1. Abonnemenks-Könzert am Donnerstag, den 1l. Juni, abends 81/» Uhr, in Steins Garten hat Obermusikmcistcr Löber ein sehr gewähltes Programm zusammengestcllt, das die ErwaNungen bei wertem über- lrifst. Es werden n. a. gespielt: „Isoldens Liebes-Tod", Schluß-Szene aus „Tristan und Isolde", Beethoven-Ouvertüre mit dem Schlußsatz: „Die Himmel rühmen", „Ein Fest in Aransuez", Spanische Fanbasic, Große Fantasie aus dem Musikdrama „Die Walküre". Der letzte Teil bringt etwas heitere Musst. Es sei noch erwähnt, daß Herr Kümmcl- Darmstadt die Ballett-Szene (Biolin-Komposition) „Still wie die Nacht", Lied von Bolyn und ein Virtuosenstück Rondo-Polka-Eaprice aus dem Cornet ä Piston vorträgt. Es sei auch noch daraus hingetviesen. daß die Aboilnemeuts- Konzerte von der gesamten Rcgimentskapclle ausgcführt werden. ** Akademischer Warthur gb und. Am nächsten Freitag, den l2. d. M„ abends 8>/r Uhr, wird Professor D. I)r. Dicht von Friedberg in Steins Garten einen Vortrag halten über die Gegenreformation an der Bergstraße, ein Thema, das fiir »ns Hessen besonderes Interesse beanspruchen muß. Da Professor Dich! einer der gründlichsten Kenner unserer hessischen Kirchengeschlchtc ist, dürste der Bortrag, zu dem jedermann Zutritt hat, sehr fesselnd und lehrreich sein. "Vogelschutz. In diesem Frühjahr zeigt es sich wieder, daß die Ungezieferplage bei unseren Obstbäumeu, Beerensträuchern, ja selbst der Rosen in erschreckender Weise zunimmt. Alle künstlickien Abwehrmittel werden nicht imstande sein, dieser Schädlinge Herr zu werden, wenn uns nicht unsere besten Freunde und Heiser in diesem Kampfe wieder in großer Zahl, wie früher, zur Seite stehe,,: die Vögel. Aber es scheint fast, als ob' unsere Landbevölkerung in unverständiger Weise die Vogelwelt von sich sck>euche. Jede grüne Hecke wird beseittgt, jeder Dornsttauch abgebrannt oder abgehauen, auch mo er keinerlei Schaden tut, so daß unsere gefiederten Sänger keine natürllchen Nist- gelegenheit mehr snrden Es ist dringend not, hierin Wandel zu schassen. Darum, liebe Landleute, legt Schutzgehölze an sür die Bügel, wo es nur geht. Schneidet die noch vprs ab 8’- vormittags Haiger ab 8" abend» 8"“ Dillenburg 8 n 8“ Niederscheld 8" 8“ Herborn 8" 8“ Sinn 8 ,T » 8“ Edingen 8 50 9°. Katzenfurth 8' 4 9« Ehriilgshausen 9*9 Werdorf 8" 9" Aßlar 8" 9“ Wetzlar 9 07 9 ; * Dutenhofen 9" an 9" Gießen an 9*5 isschicßen der Ärtegemcrcinc. Es handelten Hecken und Zäune nrchl tut späten Frühsjahr und nicht im zeitigen Sommer, schneidet fit auch nicht zu kurz Laßt rnsbesondere Dornhecken, wo sie incmanden schaden, ungeschoren und recht wild wachsen, wie sic wollen. ** Sonderzüge (Sieben —1> a i fi «t. Anläßlich der T«»s«ndjal>rleier >» üaiger verkehren am Sonntag, der. 14 , Juni, out der Strecke Gießen—Haiger folgende Sonderzüge unter Zahlung des larilntäßigen Fahrgeldes: Gießen D»te»hos«n Wetzlar Aßlar Lßerdors EhringShausen Katze» surt Edingen Sinn Herbor» Niederscheld Dillenburg Haiger ** Pr sind Zweifel darüber entstanden, ob für die Preisschießen der ikriegervercine ein Stempel bezahlt werden muß oder nicht. Während verschiedene Kreisämter des Großherzogtums aus Grund des Artikel 10 des llrlündenstempelgesetzes die Scheibenschießen der Kriegervereine für steinpelfvei erklärten, haben andere Kreisämter je nach der Größe der Gemeinden einen Stempel von l.50—6 Mark erhoben. Die Erhebung dieses Stempels sttltzte sich größtenteils darauf, daß die Preisschießen ösfentlich abgrhalten wurden, assv cruchNicht- mitglicder sich gegen Bezahlung des üblichen Schußgeldcs daran beteiligen konnten. Das Großh. Ministerium har nun aflc von der Kriegerkameradschaft Hassia veranstalteten Scheibeuschießen einschließlich der Preisscheibenschießen für stempelfrei erklärt. Wso auch dann, loenn sich Nühtmrtglieder an dem Preisschießen beteiligen. Landkreis Gießen. Z-NeiSkirchen, 8. Juni. Gestern hielt die hiesige Spar- und Darlehenskasse ihre diesjährige General- oersammkung ab. Die Bilanz schließt bei einem Reinge>vinn von rund 2200 Mk. mit 36100V Mk. ab. Trotzdem die Kaffe an der Genoffenschaftsbank in Darmstadt 3000 Mk. verloren hat, konnte den Genoffen noch wie alljährlich eine Dividende von 6 Mk. auSbezahlt und dem Reservefonds noch etwa 1200 Mk. überwiesen werden. = Lich, 10. Juni. Die zurzeit hier anwesenden Gene- ralftabsoffiztere besichtigen nicht das Gelände für die Katsermanöver, wie erst angenommen und mitgeteilt wurde. Es handelt sich vielmehr um eine der jährlich üblichen Ge- neralstabsrcisen und Vermessungen und Beobachtungen im Gelände, die aber mit dem Kaisernrcrnöver nichts zu tun haben. w Climbach, 9. Juni. Am vergangenen Sonntag stürzte der 29jährige verheiratete Kaspar Conrad aus der steil abfallenden „Heerstraße" Climbach — Mendorf ab und zog sich sehr schwere Verletzungen zu, an deren Folgen er heute mittag starb. — Hungen, 9. Juni. Heute vormittag 8.30 Uhr wurde auf dem Uedergang zwischen Ruppertsburg und Villingcn, der nicht mit einer Schranke versehen ist, das Fuhrwerk des Gutsbesitzers Jakobi aus Utphe an gefahren; durch die Geistesgegenwart des Fuhrmanns, der die Pferkle im letzten Augenblick vom Geleise wegriß, ist ein großes Unglück verhütet und nur der Wagen zertrümmert worden. Menschen sind nicht verletzt. Kreis Büdingen. e. N i d d a, 8. Juni. Ter zu dem lSeiangwettstreit am I». ds. Mir. gewünscht«, etwa um 7 Uhr vormillaqs von Gießen abgehende Sonder,ng ist von der Eisenbahndirektlon zu Frank- lurt a. M. nicht genehmigt worden. Die Direklion will ihre lahrvlanmäßigen Züge — sür die am Wettstreit >„ Betracht kommenden Vereine kann e; ßch nur um die 6" und 9" vormittag« in Nidda emlanlenden Zöge handeln — so verstärken, daß der Verkehr glatt bewältigt wird. Kreis Alsfeld. — Alsseid, 9. Juni. Aus Einladung des Grasen von Bcrnstorss gaben sich heute eine Anzahl Mitglieder des Deutschen Jagdschutzveretns, Herren der grünen Farbe und Gäste hier ein Stelldichein. Ter in Aussicht gestellte Borttag des Grasen über „Entwicklung des Rehwildes", unterstützt von Lichtbildern, nahm über eine Stunde in Anspruch und war äußerst fesselnd und lehrreich. Nicht so sehr die Zahn- und Gehörbildung sind ausschlaggebend sür die Altersbestiininnng, als oiesmehr die Wüd- markenkontrolle. Wurde doch ein 11 Nkonote alter Bock mit regelmäßigem Sechsergeköre gezeigt. In der Hanpffache wurde dann beschlossen, Schritte zm Aenderung der neuen Bestimmungen über Schonzeiten herbeizusühren: so u. a. die Jagtest der Schnepse in der Provinz Oberhcssen anszudehnrn bis znm 15. Avril. Freudig begrüßt wurde die Schonzeit sür den „Krummen": 1. Oktober. Kreis Lauterbach. — Lauterbach, 9. Juni. An dem Gebäude der Molkerei- genossenschait am Bahnhof Nord werden gegenwärtig Kanal, sationsarbeiten ausgesührt. Als gestern abend ein Bauer sein Vieh in der Nähe der Baustelle weiden ließ, stürzte eine Kuh in einen in Ausmauerung begriffenen Äanalschachl, da die darüber gelegten Bohlen durch brachen. Nur mit großer Anstrengung konnte das Tier aus dem ca. 4 Mir. ffesen Schacht hcrausgezoge» werden. Jedoch sind die Verletzungen derart, daß es jedenfalls ab- gcschlachtet werden muß. Kreis Friedberg. L Friedberg, 9. Juni. An der Kreisstraßc zwischen dem Stadtteil Fauerbach und der Görbelheimer Mühle wurden diese Nacht acht junge Obstbäumchen um- gerissen und ihre Aeste geknickt. Bis jetzt hat man von den Tätern keine Spur. Starkenburg und Nheiichessen. d. Bingen, 9. Juni Im Rheine bei der Landebrück. der Dampfschiffe Bingen—Rüdes he im gelandet wurde die Leiche des Buchdruckers Jean Peter Dahmen aus Eleve -Rhein). Es hat sich damit die Vermutung bestätigt, daß er und seine gewesene Braut, die Näherin Anna Sperling aus Bingen, sich daj Lebe» genommen haben. d. Bingen, 9. Jani. Von einem Gerüst am Bau der neuen Rhe,»brücke Brngen—Riidesheim ist der 20jährige Arbeiter Müller aus Aspisheim abgesturzt. -Er brach das Genick und war sofort tot. Er ist das zweite Opfer der neuen Rheinbrücke. Hessen-Nassau. — H ärger, 19. Juni. Soweit sich heule überblicken läßt, wird der Verlaut der T a n s e n d j a h r s e > e r sehr glanzvoll werden. Ter Feslzua i» seiner mächtige» Zusammenstellung wird eine hervorragende Darbietung werde», während dar Festsviel der I2ö Darsteller aus der Naturbühne wohl eine „„veraeßliche Er. innen»,« für die Teilnehmer bleiben wird. Saiger selbst erscheint >m vrächtigsten Feslkleide; an einer ganzen Anzahl Sauser sind die Jahrhunderte allen vrächtigen Schmtzereiei, und Jnschrckten dlos- gelegt und alr besondere Erinnerung an vergangene Zeiten werden die alten Eladttore genau nach der Zeichnung Merlans von 1640 ausgebant. b. D iedenlo p s, 9. Juni Tie bis jetzt bestehenden Ziegen- zucht-Orlsvererne: Bredenkops (125 Mitgliüiers, Eckelshausen (62), Gladenbach (110), .Weidenhausen (61), Hartenrod (40), Raun- V»m (S3V insgesamt 451 Mitglieder, sind zu einem Krciszicgcn- zuchtvcrband zn,ammengetreten. i>- Franksurt a W.. 9. Juni. Die Stadtverord- m et en oe t j amm 1 u n g sprach sich deute einstimmig für einen vom S tädtischen Kurrstrnüitut geplanten Enveiterungsbau zur «Arbiingung der städtischen l» f m i I « c f a m m l'u n q au- »t 3UJ Bilder umfassende Sammlung hat einen Wert von mehr MS einer Million Mark und soll zukünsiig »I einer Valerie Unter Mist »nden, die II Obersichlsäse und IO Seilenkadinette enthält. Baukosten tind aus 700000 Mk. veranschlagt und werden von der Städtischen Verwaltung ausgebracht: die Stadt bezahlt an das Institut eine Unterstützung von 50000 Mk ,ährlich bU vor» lausig zum >zahre 1934. — Die Versammlung stimmte ferner grundsätzlich der Errichtung eines Erweiterungsbans für das Goethe-Museum zu. Sie sprach sich aber einmütig gegen die Hinzuziehung auswärtiger, besonders hessischer Aichs tekten zum Wettbewerb aus. Diese Maßnahme wurde damit begründet, dass die Frankfurter Architekten noch nie zu Wett» bcwerbcn in Hessen hinzugezogen seien. — Bei dem Zw « > - m r l l > o n e n » P r o j e k t d e r Errichtung eines Bolks- b > l duN gshe i m s entspann sich wegen des anzugliedernden .Schwimmbades und der Platzsrage eine lange Aussprache Die Erbauung des Schwimmbades wurde gegen die Stimiuen der Sozialdemokraten, die einen andern Stadtteil dafür wählten, beschlossen. Als Platz nahm man das große Gelände an der Fest- Halle in .lussicht. Zur Erlangung von Entwürfen soll ein Wettbewerb unter der ganzen deutschen Architektenwelt ausgeschrieben werden, «zur das Heim wurden bisher 515 090 Mk. geschenkt. X- ® e l n ft au •, en - 9. Juni. Der in Wolferode in der Mhre besindliche 14jähr. Hähnel von hier geriet zwischen die Puffer eines Lastautomobits und wurde totgedrückt. — Betzdorf, 9. Juni. Heute nachmittag brachten zwei Sonderzüge die Mitglieder des Allgemeinen Staats- erfenbahnvereins Betzdorf nach Gießen. Neben den vielen anderen Sehenswürdegteiten besuchte eine große Anzahl dre Gewerbeausfcellung. Schwurgericht. th. Gießen, 9. Juni. Verfälschung einer ortsgerichtlichen Taxe. Heute vormittag verhandelte das Schwurgericht wegen Verfälschung einer ortsgerichtlichen Taxation und ivegen dadurch versuchten Betruges gegen den 32 Jahre alten Bäckermeister Otto Lemp von Heuchelheim bei Nidda. Tie Anklage vertrat «tzerichts- ajjeffor Dr. Eckert. Die Verteidigung jührtc Justizrat Metz- Nidda. Der Tatbestand der Anklage, den der Angeklagte im großen und ganzen zugab, war der folgende: Lemp, ein Vater von sechs Kindern, hatte in seiner Heimat Melbach abgewirtschaftet und kam nach dem kleinen, 180 Einwohner zählenden Dorfe Hcuchel- heim, kaufte für 3200 Mk. dort eine Hofrcite, ohne einen Heller daraus anzuzahlen, baute in das aus einen BackoienH und erhielt! aus die Bürgsckuist des Vorbesitzers seines Hause« auch vom Müller das nötige Mehl aus Kredit. Er begann sein Geschäft zu betreiben und soll auch, wie die Zeugen sagen, ganz gut zu tun gehabt haben. Möglich ist es, daß bei seinen beschränkten Betriebsmitteln der neue Bäcker seine Las« gehabt hat, tatsächlich aber hat ihn weder der Borbesitzcr noch der Mehlhändler um Zahlung gedrängt Lemp verhandelte mit der Sparkasse in Nidda um ein Darlehen von 4200 Mk gegen hypothekarische Sicherheit. Man gab ihm dort den Bescheid, daß man ihm den benötigten Betrag gegen eine Hypothek zur eisten Stelle geben würde, wenn er ein« vrtc-gerichtlicke Taxation seiner Immobilien in Höhe von 8500 Mk beibrrngc. endet war, denn dazu sei nach dem Gesetz erforderlich, laß er dem scnigen gegenüber von der gefälschten Urkunde Gebvtuch mache, der den erstrebten Berinögensvorteil gewähren soll. Dieser Fall sei aber nicht gegeben, denn der Agent, dem die Urkunde übergeben war, konnte das Geld gar nicht gebe», er wollte das Darlehen von einer Kasse in München vermitteln. Es handle sich also hier nur um einen Versuch des Gebrau chmachcns einer versälschten Urkunde und auch nur dieser- halb könne der Spruch der Geschworenen auf schuldig lauten. Daß die Geschworenen das Vorliegen eines Betrugsveriuchs verneinen werden, hält der Verteidiger, nachdem der Staalsamvalt selber die dahin gehende Anklage dat fallen lassen, für selbstverständlich, aber ebenso selbstverständlich sei es, daß im vorliegenden Fall mildernde Umstände anzunehmen seien. Die Geschworenen folgten in ihrem Wahrspruch, den deren Ob mann Kausman» S ch i I t > n g - Schlitz, verkündete, den Ausiüh langen de« Verteidigers und besahten nur das Vorliegen eines Versuchs der Verfälschung einer Privaturkundc, b e I » h l e n auch die Frage nach mildern dcnUmständen i .Gerichtsassessor Tr. Eckert beantragte dckkauf eine Gefäng nisstrafc von 4 Monaten. Ter Verteidiger Justizrat Metz erklärte darauf in großer Erregung. das von dem Vertreter der Anklage beantragte Strafmaß lei gleichbedeutend mit einer Kritik des Spruchs der Herren Go- schioorenen. Nach dem Wadripruch fei gesetzmäßig eine Mindest - strasc von 2 Tagen Gefängnis zulässig und der Gerichtshof werde sich wohl nicht dazu herbeilassen, das Urteil der Geschworenen durch eine Strafe in der beantragten Höhe zu korrigieren. Der Borsitzende Landgerichtsrat Schmidt unterbrach hier den Verteidiger und- bemerkte, daß der Vorwurf, den dieser soeben gegen den Staatsanwalt erhoben .habe, unzulässig sei. Dessen Antrag halte sich innerhalb des Strafinaßes, den das Gesetz für die Tat zulassc. Ebenso sei der Hinweis des Justizrat» Metz aus das zu erlassende Urteil des Gerichlshofrs nicht gm Platze und er müsse ihn entschieden zurückwcisen Ter Verteidiger bemerkt: ES fei sein Recht und seine Pflicht, seine Ansicht hier vorzutragen, er lasse sich darin auch nicht durch eine Ansühl des Gerichtshofs hindern, er tage nur, was er für richtig halte. Im übrigen sei es nicht seine Absicht gewesen, den Gerichtshof mü seinen Ausführungen zu beleidigen oder gar die Mitglieder persönlich zu verletzen. Ter Vertreter der Staatsbehörde Tr. Eckert protestiert dagegen, daß er mit der von ihm beantragten Strafe eine Kritik des Spruchs der Geschworenen beabsichtigt habe: er habe nur nach Pflicht und Gewissen die Strassachk so bemessen, wie er cs der Tat für entsprccheno halte. Ter Gerichtshof erkannte aut eine dreimonatliche Gefängnisstrafe und begründete die Strashöhc damit, daß der Angeklagte nicht etwa in der Not oder in Bedrängnis gehandelt habe, daß die Begangenschoft nahezu an die Vollendung grenzt und daß immerhin, wenn sie geglückt wäre, ein erheblicher Schaden dadurch hätte entstehen können. Ter Vorsitzende bemerkt: Rach dem Spruch der Geschworenen war für die Tat des Angeklagten nach dem Gese» ein Strafrahmen von zwei Tagen bis zu vier Jahren 304 Tagen gegeben, dennoch habe sich der Strafantrag des Staatsanwalts in den gegebenen Grenzen bewegt. Es entbehre also der Hinweis des Verteidigers, daß darin eine Kritik des Spruchs der Geschworenen zu erblicken fei, jeglicher Begründung. Ter Vorwurf vei deshalb zurückzuweisen. Auch die weitere Bemerkung des Verteidigers wegen des zu sällcndcn Urteils müsse als unzulässig bezeichnet werden. Ter Gerichtshof habe erwogen, ob er den Verteidiger wegen seiner Acußerung nicht in eine Ordnungsstrafe nehmen soll Man habe aber davon abzusehen geglaubt, weil erstens der Berteidigcr erklärt hat, es liege ihm fern, den Gerichtshof zu belechigen oder dessen Mitglieder persönlich zu kränken und weil ferner die Aeußerung in großer Erregung gefallen sei. Der Maurer Störkel in Erbfladt, welcher sich auch mit der Vermittlung von Darlehen befaßt, bot Kapitalien durch Annonce zum Verleihen an, wodurch Lemp an ihn kam. Stärket kam nach Heuchelherm, um über- das Geldgeschäft mit dem Angeklagten zu sprechen und besah sich bei dieser Gelegenheit die bvtrcite des Darlehnsuchers. Ter Vermittler versprach einen Betrag von 4200 Mk von einem Münchener Geldmaan oder einer Kasse in Hanau zu besorgen, wenn ihm die ortsgerichtliche Taxation und dre Brandtaxr des Immobiliarbesitzes von Lemp eingesondt werde Das OrtSaericht in Heuchelheim taxierte die Lempsche Hvs- reite inkl des Backofens aui 3500 Mk. und händigte dem Eigentümer darüber eine Urkunde aus, welche dieser in der Weise verfälschte, als er durch Rasuren und neu Hin eiuschreiben die Täxsumme aus 8500 Mk abänderte Tic gefälschte Urkunde sandle der Angeklagte nach Erbstadt an Störkel, der aber die ossensichtliche Fälschung sofort merkte und deshalb von einer Darlehensvermittlung ab- stand. Von dem Auftraggeber verlangte er aber für seine Bemühungen eine Provision, und als dieser nicht zahlte, erstatiete er die Anzeige Die Beweisautnahme, bei der 6 Zeugen zu hören waren, gestattete sich sehr einfach: sie ergab, daß eigentlich durch den Angeklagten niemand geschädigt war. Der Veikäuier des Grundstücks ist auch wegen der Bürgschaft, die er dem Mehlsabrikanten geleistet, durch Hnpothekeneintrag gedeckt. Störkel erklärte, daß er das Darlehen nicht selber habe geben, sondern nur vermitteln wollen Nachbarn des Angeklagten gaben ihm das Zeugnis eines soliden fleißigen Mannes, dessen Bäckerei sich gul angelassen habe, er hätte sich danllt auch wohl ernähren können, wenn die Geschichte mit der Fälschung nicht passiert wäre. Durch die Berhastung des Mannes 'dieser wurde nach tOtägiger Hast aus Anordnung des Oberlandcsgcricht» Tarmstadt wieder entlassen > habe die Bäckerei einige Zeit geruht, Ivodurch ihm die Kundschaft abwendig geworden sei Die Schuldsragen, welche den Geschworenen vorgelegk wurden, lauteten: „ , I Ob das Verbrechen der Verfälschung einer öffentlichen Urkunde vorliege, 2. ob der Angeklagte schuldig des Betrugsveriuchs, 3, ob mildernde Umstände vorhanden sind. Auf Antrag des Verteidigers Metz-Nidda wurden den Geschworenen noch folgende weitere Fragen vorgelegt: Im Fall der Verneinung der Frage l, ob der Versuch der Verfälschung einer ö s i e u t l i ch c n Urkunde vorliege. Im Fall der Verneinung dieser Frage: ob die Fälschung einer Privaturkunde gegeben sei. Fair den FaU, daß auch diese Frage »crneint wird, ob ein Versuch der Persälschung einer Privaturkundc vorlieg. Für jede der Fragen beantragte der Verteidiger im Falle der Beiahung durch die Geschworenen die Frage nach mildernden Umständen zu stellen. Staatsanwalt Gerichtsasscssor Dr. Eckert meinte, cs unterliege keinem Zweisel, daß der Angeklagte eine ötscniliche Urkunde persälscht habe, aber die Beweisaufnahme habe unzweideutig ergeben. daß ein Betrugsvergehen, wie es die Anklage angenommen hal, nicht vorliege Zwar sollte der Agent Störkel mir dem ver- fälfctjtcn ortsgcrichtlichen Dokument getäuscht werden, um zur Erlangung eines Darlehens behilflich zu sein. Aber St, selber war gar nicht in der Lage, das Geld zu geben: er hat auch sofort erkannt, daß die Taxatioirsurkund« versälichl war und hat sich wegen der beabsichtigten Anleihe weiter nicht bemüht. Es handelt sich also nur um vorbereitend« Schritte zu einem Vergehen wegen Betrugs, weshalb der Angeklagte in diesem Punkt srcrzusvrcchen ist Der «erlreter der Staatsbehörde trat entichieden dafür ein, daß dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen seien, aber die Schuldtrage ivegen Verfälschung einer Sfsentlichcn Urkunde sei zu besahen. Der Verteidiger Metz- Nidda erkannte an, datz tue -lesälichte ortsacrichlliche Taxation eine össentlichc Urkunde sei, er wies aber daraui hi», doß der Angeklagte den Charakler der Urkunde nickst oekonnt habe Er war sich der Tatsache nicht bewutzt. daß es sich um eine öffentliche Urkunde handelte Es müsse aber, wenn man seinen Klienten sür die schwere Tat beftrasen wolle, der Nachweis erbracht werden, daß er den Charakter der Urkunde gekannt habe. T- aber ,ed«r Beweis dafür fehle und auch keine Erklärung des Angeklagten in dreier Hintlcht vor lieae müsse man annehmen, daß es sich um eine Privarnrkllnde fcuiteU. Die Tat des Angeklagten jtekt stch aber mcht ns-Lich haben beträchtliche Ehrenpreise gestiftet. Universitäts-Nachrichten. Die Bismarckfeier der deutschen Studentenschaft 1915. Wie im Jahre t895 die deutsche Srudentenichast einmütig zum „Alten im Sachsenwald" zog, um diesem zu seinem 80. Ge burtstage eine Huldigung darzubieten, so will unsere akademische klagend auch im Jahre der Wiederkehr seines 100. Geburtstages das Andenken Bismarcks einmütig und in erhebender Weise feiern Drr Pismarckaussckruß der deutschen Srudentenichast hat beschlossen, alle deutschen Studenten zum Soinmersonnenwcndtagc 1915 nach Friedrichsruh einzuladen, um an des großen Kanzlers letzter Ruhestätte eine weibevolte Gcdenkseier abzuhaltcu und alsdann ans der Bismarcksäule, die die deutsche Studentenschaft aus dem Hamberge bei Friedrichsruh dem Rcichsgründer errichtet hat, die von lugendlicher Begeisterung entfachten Rammen empor- lodern zu lassen Um das Fest in würdiger Weise vorzubereiten, haben sich unsere beiden bedeutenden Bismarcksorscher Max Lenz und Erich lMarcks aus eine Anregung au» akademischen Kreisen bin bereit erklärt, ein besonderes wissenschanlich gehaltenes Bismarckwcrk herauszugebcn, das schon durch seinen Namen: „Dos Bismarck jaftr", den Zweck seines Erscheinens andeutct. Als Monalsschrist soll es vom 21. Juni 1914 bis 21. Juni 1915 in 15 Nummern erscheinen Dem Gedanken entsprechend, dem die Herausgabe des „Bismarckjahres" entspringt, wird die Reineinnahme aus dem Vertriebe des Werkes dem Fonds sür das Fest der deutschen Student«,r- schast überwiesen werden. » Der „Boss,scheu Zeitung" zutolgc erhielt Proscssor H i n tz c eine Berufung an die Universität F r e i b u r g lBaden). Er wird dort Nachsolger Mcinckes werden, der anstelle von Professor Lenz von Freiburg nach Berlin kommt. Der ordentliche Professor der klassischen Philologie Dr. Otto Jmmrsch ,n Königsberg i. Pr. hat einen Ru> an die Universität Freiburg i. Br. erhalte». Ostern t907 jolgtc Jmmijch einem Rute als Ordinarius der klastischen Philologie und Nachsolger von Proscssor Richard Wünsch nach Gießen, von wo er Michaelis 1913 in gleicher Eigenschaft nach Königsberg, wiederum als Nachfolger von Wünsch übcrsiedelte. Lnstschisfabrt. Paris, 10. Jurii. 4er Lüftschifser Lepsinee, der bei der Explosion eines Ballons in Sezanne schwer verletzt wurde, ist seinen Brandwunden erlegen. Kleine Tagcrchronik. Aus mehreren Gebirgsgegenden Frankreichs wird st a r k e Kälte und S ch n e e s g 11 gemeldet. In Paris ging am Montag ei» Mit Dagel und Schnee verbundenes Unwetter nieder. Wie aus Quebeck gemeldet wird, sind vierzig Fischerschon c r bei einem Sturm am Freitag an der Küste des nördlichen Neubraunschweigs gescheitert und zwanzig Personen sind dabei ums Leben gekommen. Der Sturm wütete besonders heftig an den Kütten der Miscoz und Shippigau-Jnseln. Acht Leichen sind bereits geborgen und nach Earaguei gebracht worden. Nach Meldungen aus Geilve brach der Sturm plötzlich und mit furchtbarer Gewalt aus und viele Schoner, die nicht auf den Strand geworfen wurden, wurden an den Felsen zertrümmert Längs der ganzen Küste der SHÜ>vig»u-J»vln nstid letzt noch noch Leichen gesucht. Märlle. i«. Frankfurt a. M., 9. Juni. Heu- und Strohmarkt. Angetahre» waren 9 Wagen Heu, 0 Wan-» Stroh. Bezabtt wurde sür peu 4.20—i.'Nt Pkt.. Stroh lKornlangsKoh« 0.00—".(Xi PU., SSbct- stroh 0,00—0,00 Mark. Alles je b0 Kilo. Geschält ruhig. — Ti, Zusuyreu waren aus Oberhessc» und aus den Kreisen Dieburg und Hanau. te. Frankfurt a. M. Schwei neinnrktberi cht vom 10. Juni. Ansgetrieben waren 1732 Schweine. Pollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 45.00—48.00 Mk„ Schlachtgewicht 59.00— 81.00 Mk.. vollsteischige Schweine unter R feg Lebendgewicht 44.00— 47.00 Alt., Schlachtgewicht 56.00 — 59.00 Alk.: vollsteischtße Schweine von 100 —120 feg Lebendgewicht 45,00 — 48,00 Mk^ Schlachtgewicht 58.00—60 Mk. : vollsteischige Schweine von 120 bis 150 feg Lebendgeivicht 45.00— 48.00 Mk, Schlachtgewicht 58—60.00 Mk. Geschaü ziemlich rege, bleibt Ueberstgnd. le. Franksurt a. M., 10. Jans lOrig.-Telegr. des „Gier. Anz.-> Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen lhiesigers Mt. 22.00 -22.50, »urhessischer Mt. rr.00-.-S.50. Welleraiier Mk. 00.00 — 00.00. Roggen lhiesigers Mk. >800—1850, Gerste lWetterauers Mk. 18.50-17.50, Gerste, Franken, Wälzer, Rieb Mk. 16.50—18.00, Haie, Mk. 18.00-19.00, Mais Alk. 15 50-15.75, Weizenmehl 0 Mk. 00.00 —00.00, Weizenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenmehl III All. 00 00 — 00 00. Roggenmehl 0 Alk. 00.00—00.00, Roggenmelü 0 I Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl I Mk. 00.00-00.00, Weizenkleie Mk. 0.00 —0.00, Weizenschale» Mk. 0.00—0.00, Noggen- tleie Alk. 00.00 - 00.00, Malzte,me Alt. 00.00—00.00, Biertreber 00.00 - 00.00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. Alles per 100 kg ab hier. te. Franksurt a. M., 10. Juni. lOrig.-Telegr. des „Gießener Anzcigels".) Ra> tosielmarkt. Man notierte: klaitosteln in Waggons Mk. 6.50-7.00, im Klei nliandel Alk. 7.50— 8.00 lue je 100 kg vüchertijch. — Ei n Gedenktag. Am 10. Juni könnte der bekannte Tierzüchtcr Karl Hagenbcck seinen 70. Geburtstag begehen, wenn Nicht der im vorigen Jahre criolgte Tod seinem tatenreichen Dasein ein Ziel geietzt hätte Das Wirken dieses Mannes, der nicht nur ein großcz Ticrhändler, sondern auch ein ausgezeictmeter Tierfreund war. und bei dem sich Kaiser Wilhelm gern und oft auihielt, ist mit seinem Tode nichl beendet, sondern wird auch von der Nachunli anerkannt und wird sortbestrhen. Dafür .zeugt nicht nur der von ihm geschossene stellinger Tierpark, sondern auch der fortgesetzte und dauernde Erfolg seines Buches „V o n Tieren und Mensche n", das erste und einzigste, das Karl Hagenbcck gcschrieben hak. Welche ^roße Verbreitung dieses Buch, dos beinahe in alle zioilisierten Sprachen übersetzt wurde gesunden hat, beweist die Ankündigung des Verlages Bua, »er das Erscheinen des 100. Tausend als irumeiierte Jubiläumsausgabe anzeigt, sowie das 105. Tausend einer tvohlseilen neuen Geschcnkausgabe. Dieser seltene Erfolg erscheint bei dem reichen und anregenden Inhalt des Buches vollauf gerechtfersigt. Aircyliche Nachrichten« rialholijche Gemein-«. Sotterdienst. Mittwoch, den 10. I u n i: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Donnerstag, den 11. Juni: Frohnleichnamsfest. Vormittags von 8'/, Uhr an: Gelegenheit z»lr hl. Beichte. 9 lim 7 Uhr: Tie erste hl. Messe. „ um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. „ um 9 Uhr: Hochamt. Prozession. , um 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. MilrtärgotteSdienst. Nachmittags um 3 Uhr: Fest-Andacht. Nach der Andacht findet die feierliche Errichtung der Jnngfrauen-Kon- g r e g a t i o n statt. Abends um 84» Uhr Versammlung im Vereinshause. ,/, Uhr pünktlich, findet im unteren Saale des „(5afs Ebel" die ordentliche m»cin fs ktnderletchl, das beliebte Getrink tu» Augenblick tu bereiten Kein Surrogat • Garantiert rein • Kein Mahlen • Kein Filtrieren • Kein Satz Die Freude der Haaifraa Gratisbroschüre versendet Cefabuwerk- Mainz Haupt-Versammlung statt, zu welcher wir unsere Mitglieder zu recht zahlreichem Besuch hiermit einladcn. Dages-Ordnung: l. Jahresbericht. 2. Rechnungsablagc. 3. Vorstandswahl. 4. Anträge. 5. Verschiedenes. 6693P Daran anschließend um 9 1 /, Uhr «g _ « des Geheimen Mcdizinalrats Broiessor »r. 8»>»i»er, Stadtverordneter: Sie Cewinnang der Lahn für die Stadt Sielten. Freie Ansprache. Zu diesem Bortrag laden wir die Bürgerschaft Gießens freundlich ein und hoffen bei dem großen Interesse, welches das Thema für unsere Stadt Gießen beanspruchen dürfte, auf recht zahlreiche Beteiligung. Damen willkommen. _ Der Vorstand. Prima neue bolläudiiche Voll.Heringe Matjes-Heringe Malta kartoffeln ägypt. Zwiebeln llahnhofstr. 34 7005a Bnhnhofstr. 34 Rückhaltlose Anerkennung seitens unserer werten Besucher fand unser abgelaufener Spielplan. Xoch übertroffen wird derselbe durch den einzig dastehenden neuen Spiel-Plan! Die größte Sensation im neuen Programm ab heute Mittwoch ist das Filmschauspiel Die Tragödie einer Sängerin. Ein Lebensbild in 3 Akten. In der Hauptrolle Paola Monti! Dieser Prachtfilm, der technisch meisterhaft und verblüffend ist. zwingt durch die eigenartige, kraftvolle Handlung jedermann in seinen Bann. Ein durchaus modernes Sujet von außerordentlich packender Wirkung. Der 2. Schlager im heutigen Prachtprogramm ist iriich eingctroiicn u. billigst bei Anguß Meusels Markwlatz 17 Telephon 282 Achtung! Kammerjäger Schwarz empfiehlt sich zur Vertilgung von Ratten. Mäusen. Schwaben. Wanzen und Ungeziefer jeder Art. Schriftl. Angebote unter 7003 an den Giehener Anzeiger erbeten. Ig.Ü6Ml!ll086ll°?°. Leibwäsche nach Mast. liefert auswärt, reelle Tiirnm bei B Monaien Ziel ohne BorauSbezadlung. Ediriiil. 'Angebote uni. OKiltti an b. Gietzeuer Anzeig, erb. S challplatten»^ Abonnement! I Orvbt. Vorteil k.Sprechmsschinen- besitzer! ttnde^renzts^bwechslg. Fortwähr.Umtausch. Prosp. gratis. KarlBorbs^erlin5|Mn^(önlgs^ Zommeririicheu Gasthaus Teiilj ist herzkrank Eine glänzende Filmhumoreske von Alfred Halm in 2 Akten. Burg Hohenstein schönste Burgruine Deutsch!, (bei Bad Schivalbach» 5821 SvezialbauS s. Wanderer. Bens. 4..//, Z.l^, Prosp. d.Bes. C. Kehler. Hohenstein i. N. Telephon Michelbach Nr. 8. Svezialitat: Forellen. Dieser l-'ilm erzielte in Frankfurt a.M. einen Riesenerfolg und wurde als die beste bis jetzt erschienene Filmhumoreske bezeichnet. Zur gefl. Beachtung! (Kapelle 13 Mann) finden in Böserem Theater täglich Konzerte der erstklassig. Künstler-Kapelle Hermann (Quartett) statt. Mgtr-Gestllschast Donnerstag, den l I.Jnni: VZefangstttnde Damen und Herren Punkt II Uhr. (7014D Zahlreiches Ericheinen er. -rnünicht Der Borst and.