Kr. ,30 Der Siebener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich »iebenkr.gamiliendlötler: i wennal wöchentl.ilreir- loNIürdenilreir Sieben (Dienstag und Freitag); -wennnl monatl. lond- wirlichnftllch« Seitfragen Fernsprech - Anschlüße: für die Redaktion 112. Berlag ». Expedition bl Adresse für Depeschen: Anzeiger Sieben. Annahme von Anzeigen liir die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt ,64. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Zamrtag. 6. Juni ,9,4 Die heutige Nummer umfahl 16 Seiten. Tagcskalcndcr aus Vom Jahre 1814. 7. Juni: Kaiser Alexander von Rußland und König Friedrich Wilhelm III von Preußen kommen auf ihrem Besuch nach England in Dover an. politische Wochenschau. Gießen. 6. Juni. Das bedrohte Durazzo, der schwankende Thron des Fürsten Wilhelm, das Scheitern der Vermittlung des Kontroll- ausschusses, das alles schasst uns wieder einmal spannende und unruhige Stunden, aber unser deutsches Lebensintercsse hängt nicht daran. Gewiß würden wir cs bedauern, wenn unser Landsmann, der nsuc Fürst von Albanien, seiner Krone beraubt, beschämt und niedergeschlagen zurückkehren müßte, allein im Grunde war es nur ein privates Wagnis des Fürsten, womit deutsche Interessen nicht aufs Spiel gesetzt worden sind. Daß es nicht ganz leicht sein würde, in Albanien den Königsthron einzunehmen, wußte man. „Sei im B e - s i tz e, und Du wohnst im Recht, und heilig wird'? die Menge Dir bewahren." Der Fürst von Wied aber kam als ein völlig Fremder, war nicht im Besitze eines natürlichen Anspruches, und nur weil Albanien von der Gnade der Großmächte überhaupt lebte und als selbständiger Staat geschasscn worden war, glaubte man, ihm auch einen Regenten bestimmen zu können. Die Geschichte lehrt uns, daß Königskronen ererbt oder erftritten werden. Kaum je wurde durch ein willkürliches Protokoll ein Reich oder eine Dynastie geschasscn. In einem Berliner Blatte haben wir gelesen. Fürst Wilhelm hätte sich mit einem Goldregen bei den Albanern cin- führen müssen. Run ist es ja wahr: Die Albaner sind staatsrechtlich und ökonomisch etlvas heruntergekommen, aber gar zu niedrig sollte mau ihr Volksgcsühl doch nicht einschätzen, und Leute, die sonst den Ursprung der Monarchie als von Gottes Gnaden auszugeben geneigt sind, füllten auch bei der albanischen Jürstensrage nicht einfach aus den Geldbeutel schlagen. Wenn der Fürst sich als tapfer erweist, wenn er allen Stürmen trotzt und die Aufrührer niederzwingt, wenn cs ihm gelingt, die sich regenden Gelüste der Serben und Montenegriner durch geschickte Politik abzuwenden, dann wird sein geschichtliches Verdienst ihm vielleicht doch noch die Krone erhalten, und in seinen Untertanen wird die Treue uich Anhänglichkeit Wurzeln schlagen. Ter Gedanke einer Flottcn- demonstration, mit dem einige Großmächte sich tragen, rechnet noch mit solcher Möglichkeit. Deutschland und Eng land sind, wie erklärt wurde, bereit, im Einvernehmen mit den ülerigen Mächten ein .Kriegsschiis an die albanische Küste zu entsenden. iDoch die nächsten Entschlüsse müssen vom Fürsten Wilhejm ausgehcn. Es heißt, er wolle ausharren und habe Tirrazzo neu befestigen lassen, um cs gegen die Angriise der Aufständischen zu verteidigen. Daneben steht aber auch die Möglichkeit offcu, daß er nach Skutari sich begibt, wo er iumiiicu der internationalen Truppen einer größeren Sicherheit sich erfreuen würde. Es ist endlich auch nicht ausgeschlossen, daß der Fürst ai.is dem schönen österreichischen Schiss, dessen Einrichtungen er vorgestern besichtigt hat, oder auf irgendeinem anderen Fahrzeug, die Heimfahrt anzutreten gedenkt. Wenn er selbst keine Tatkraft entwickelt und sich von energischem Austreten nichts mehr verspricht, so können ihm auch die Großmächte nicht mehr Helsen; er wird dann am besten zurücktreten. Ob dann ein mohammedanischer Prinz mehr Glück haben wird als er, mögen die Götter wissen. Das junge Staatswesen wird von inneren nnd von äußeren Feinden umlauert. Wenn es wahr ist, daß die Montenegriner und die Serben sich bereits anschicken, über die Grenze zu treten, so wäre eine warnende Kundmachung der Großmächte unab- weislich. Diese sollten sich wenigstens die Möglichkeit schassen, jeden Augenblick eingreisen zu können. * , . In der innerpolitischcn Stille nach dem Psingstfest liefert die Sozialdemokratie wieder einmal das Tagesgespräch. Ihr Sitzenbleiben beim Kaiserhoch hat noch einen regen Gedankenaustausch hervorgerufen. Im preußischen Herrenhause ist bekanntlich ernstlich erwogen worden, was gegen das ungebührliche Verhalten der Genossen und ihre wachsenden Anmaßungen geschehen könne, und der Streit darüber hat sich in der Presse sortgesponnen. Es war zweifellos ein Mangel an guten Manieren, der die sozialdemokratische Fraktion bewog, sitzen zu bleiben, als das Kaiscrhoch ausgebracht wurde. Früher haben die Herren bekanntlich immer fluchtartig vorher den Saal verlassen. Der „Vorwärts" erklärt in seiner neuesten Nummer, die Genossen seien bisher wegen ihrer „Flucht" immer verspottet worden, und darum habe man cs mit einem andern Mittel versuchen müssen. Als ob die Unentwegten ihrer politischen lleber- zeugung etwas vergeben hätten, wenn sie mit den andern Mitgliedern des Reichstags sich von ven Sitzen erhoben hätten! Tie sozialdemokratische „Taktik" bezeugte aber nicht nur einen Mangel an guten Manieren, sondern sic bedeutete in ihrer Wirkung auch eine politische Einbuße für die eigne Partei. Ter „Vorwärts" freilich meint, es sei für die Sozialdemokratie eine Genugtuung, daß die Reaktionäre „vor Wut heulten" und daß die Liberalen „in ihrer Kinder stube" in lautes Weinen ausbrächen. „Mögen", so schließt das sozialdemokratische Zentralorgan seine Epistel, „vor der Demonstration die Ansichten über ihre Zweckmäßigkeit geteilt gewesen sein, die Wirkung gibt ihren Befürwortern recht." Nach dem „Vorwärts" fühlt sich d/e Sozialdemokratie also geschmeichelt, daß wieder einmal so viel von ihr die Rede ist: man versteht es, daß das Blatt seinem Leitartikel die Ucberschrist „Kindisches, allzu Kindisches" gegeben hat. Aber wird den Genossen ihre Kinderei wirklich etwas eiubringen? Zur gerühmten W i r k u n g der taktischen Tal hat cs auch gehört, daß zwei sozialdeniokratische Führer ebenfalls über die Folgen des Sitzenbleibens sich ausließen. Ob der „Vorwärts" die Veröffentlichungen der sozialdemokratischen Abgeordneten Wolfgang Heine nnd Edmund F i s ch c r in den „Sozialistischen Monatsheften" auch als nutzbringend für seine Partei ansieht? Heine legt dar, daß es den Konservativen gelingen werde, den Vorfall „in den politisch zurückgebliebenen Gegenden" mit Erfolg auszuschlachten und daß die Sozialdemokratie den Schaden davon haben werde. „Der ncnlichc Akt", so schreibt Heine wörtlich, „verletzt die Rücksicht, die der Reichstag von seinen Mitgliedern, und die jedes Mitglied von jedem andern fordern kann, die wir vorkom- mendenialls auch für uns fordern, und die nur im äußersten Fall wichtigster höherer politischer Interessen außer acht gelassen werden darf, weil auf ihr die Arbeitsfähigkeit und das äußere Ansehen des Parlaments selbst beruht." Ter Genosse Heine redet seiner Fraktion weiter ins Gewissen: cs widerspreche dein Grundgedanken des Parlamentarismus, den Kaiser persönlich für die Politik der Regierung verantwortlich zu machen. Der Schlachtruf „für oder gegen den K a i s c r!" bedeute eine Verfälschung und Verschleierung der politischen Probleme, und die Sozialdemokratie müsse demnach darauf bedacht sein, die Person des Monarchen aus den Kämpfen um politische Fragen möglichst auszuschalten. Auch der Genosse Fischer schreibt: Solche Kundgebungen (wie das Sitzenbleiben) „wirken nicht einmal agitatorisch. mit der Zeit werden sic langweilig und wirken dann lächerlich". Außerdem bildeten sic, so fügt er hinzu, ein großes Hindernis für die Mitarbeit au der staatlichen Verwaltung. In der Tfit hat sich die Sozialdemokratie mit ihrer Kundgebung gegen den Kaiser völlig isoliert: selbst das „Berliner Tagebl.", das oft die Genossen in Schutz zu nehmen geneigt ist, spottet ihrer und heißt sie Philister, die den Zopf hinten tragen, „sie mögen sich drehen und wenden wie sic wollen". Es ist sehr charakteristisch, aber wirklich kein Zeichen von politischem Weitblick, daß das oberste sozialdemokratische Zeitungsorgan über diese Wirkungen dcS parlamentarischen Verhaltens seiner Fraktion eine ttzenuI- tuung äußert, die derjenigen gleichkommen mag. wie sic etwa von rabiaten englischen Frauenrechtlerinnen nach irgend einer Sachbeschädigung gehegt wird. Hier wie dort ist der unausbleibliche Erfolg, wie der Genosse Heine ganz mit Recht besorgt, eine „Erweiterung der Kluft", die unä von solchen politischen Geistern trennt und — ein vermehrtes Drängen nach gesetzlichem Eingreifen. Aber schließlich werden solche vollzogenen Maßregeln bcini „Vorwärts" immer noch Genugtuung auslöscn. Die Zeiten haben sich eben geändert, und das Demonstrationsbedürfnis der heutigen sozialdemokratischen Führer übersteigt alle andern politischen Erivägungen. Tie bürgerlichen Parteien brauchen sich über solche Wandlung keine grauen Haare wachsen zu lassen! Albanien und die Stimmung der Großmächte. Paris, 1. Juni. Der „Temps" erklärt, daß die Meldung der „Köln. Ztg", wonach die Großmächte bezüglich einer Flotten! undgebungvorDurazzo einig seien, verfrüht sei. Ein solches Einvernehmen der Mächte bestehe nicht, gewisse Regierungen hätte» einen derartigen Vorschlag überhaupt noch nicht erhalten. ES sei klar, daß eine Flottenkundgebung in keiner Weise zu einer Lösung der albanischen Frage beitragen würde, cs wäre viel dringender notwendig, daß der Ministerrat das Abkomment von Korfu genehmige, damit die Epirusfrage erledigt werde. Tic Großmächte seien durchaus bereit, dieses Abkommen zu ratifizieren. Sollte es sich bewahrheiten, daß der italienische Gesandte Aliotti in dieser Frage eine andere Politik verfolgt wie seine Regierung und daß er den Fürsten zu einem Widerstand ermutige? Angesichts der ohnehin schwierigen Lage wären solche Ränke sehr beklagenswert. Belagerungszustand in Durazzo. D ura zzo, ö. Juni. Die Verhängung des Belagerungszustandes erfolgte auf einen Beschluß des Ministerrats, der ferner beschloß, die M a l i s s o r e n sofort gegen die Aufständischen zu schicken, die Ausführung dieses Beschlusses jedoch verschob, um die Ereignisse Abschieds-Abend für Gertrud Geifersbach. D a r m st a d t, 5. Juni. Von den verschiedenen Abschiedsvorstellungen der jetzt zu Ende gehenden Spielzeit des Hostheaters konnte wohi keine so allgemeines Interesse in Anspruch nehmen, wie der heutige Abend unserer Heroine Gertrud Genersbach. Es wäre überflüssig, aus die schlechthin vollkommene Leistung dieser großzügigen Künstlerin näher cinzugehen, der ungehenere und wirklich ties empfundene Beifall nach Schluß des ernsten Musikdramas „La Boheme" von Puccini war Beweis genug dafür, daß diese bedeutende Gcstaltcrin im Verlause ihres fünfjährigen Wirkens an der hiesigen Hosbühne durch ihre Kunst die ungeteilte» und vollauf berechtigten Snmvathie» des Tarmstädlcr Publikums sowohl, als auch der Kunstkritik im weitesten Maße erworben hat. Zugleich war auch das Gesamtnivcau der Aufführung, deren Besetzung schon von früher bekannt ist, erfreulich. Die Leistungen des Quartetts Globcrgcr, Schützendorj, Semper und Bertram, als auch von Olga Kallensee (Musette) niachten der Gefeierten alle Ehre, die ihre-Partie (Mimi) mit hinreißender Eindringlichkeit verkörperte. Den minutenlang anhaltende» Beifallssalven dankte sic mit sichtlicher Rührung. Nach der Vorstellung fand noch eine kleine Sonderfeier zwi scheu den ansgebautcn Kränzen, Blumen, Einzclspende» und sonstigen Anerkcnnungszcichen für die Kollegen und Freunde statt, bei welcher Intendant Dr. E g e r niit tiefgefühlten Wor len des Tankes der Künstlerin als ein Zeichen besonderer Anerkennung des Großhcrzogs die Silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft überreichte. Am Theaterausgang harrte inzwischen trotz des starken Regenwetkcrs eine tausend köpsigc Menge, die der Scheidenden nochmals ihre herzlichen Snmpathien und Abschiedsgrüße durch laute Ovationen ausdrückte. t Fr. N. — Altertumstunde. Aus Kön > g >tein , 4 Juni, wird uns geschrieben : In der Kloslcrgasse wurden bei Fundamcnlie rungsarbeitcn für einen Neubau gröbere Reste der ehemaligen Stadtgräben sreigelegt. Die Tovpelgräben batten eine Diese von drei, und eine Breite von sünt Metern und liefen in einem Abstand von acht Metern parallel nebeneinander her. Durch die Ausgrabungen ist es minmehr möglich, die Größe Alt-Königsteins zu bestimmen, zugleich erbrachten sie aber auch den Beweis, daß der Ort König stein ursprünglich in einem Zusammenhänge mit der Barg stand. — Die Vollendung der Florentiner Domkup- p e t. Die Galerie ztvischen dem Tambour und der Kuppel des Doms zu Florenz, die seit 400 Jahren unvollendet ist, mag >» ihrer nackten Häßlichkeit wohl noch jeden Besucher der Medicäcr-Stadt verletzt haben, und so mancher hat melancholische Betrachtungen darüber angcstellt, daß dieser klafscndc Riß den Eindruck eines der wundervollsten Bauwerke beeinträchtigte. Nun endlich soll dieser „Schönheitsfehler" des Toms ausgcmerzt und die Galerie doch noch zu Ende geführt werden. Wie Walter Biehl in einem Aufsatz der Kunstchronik des näheren aussührt, ist ein Programm- entwurs ausgearbeitet worden, nach dem die Vollendung der Domgalerie durch einen internationalen Wettbewerb in die Wege geleitet werden soll. Ein beißendes Svottwort Michelangelos soll ja daran schuld gewesen sein, daß die Weitcrsührung der Arbeiten an der Galerie unterblieb. Der große Meister, der selbst ein neues Modell entworfen hatte, nannte die Kreits in Angriff gcnommcnc Galerie boshaft einen „Grillenkäfig". Das Fragment an der Südostseile des Oktogons verdient diese vernichtende Kritik aber gewiß nicht. Ter Entwurf geht auf ein Modell zurück, das 1509 unter der Leitung Baceio d'Agnolos auszuführcn begannen wurde. Es ist eine tüchtige Arbeit der reisen Hochrenaissance, die im ganzen den Linien der Kuppel, dieses Brunclleschischcn Meisterwerkes, tresslich angcpaßt ist. Wie Basars erzählt, wurde die Arbeit 1515 auf Betreiben Michelangelos abgebrochen. Aber auch sein Modell kam schließlich nach langen Verhandlungen nicht zur Aussühntng. Es ist sehr die Frage, ob ein nwderner Künstler dem Empfinden Brunclleschss so nahe kommen wird, wie es Baccio tat. Jedenfalls werden alle die Architekten der ttzegcn- wart, die sich an der Weltkonkurrenz beteiligen, die Anweisungen beherzigen müssen, die der große Baumeister der Kuppel in seinem Bauprogramm vom Älpril 1420 gab: „Außen führe man über den Rundsenstern des Tambours einen Rundgang herum, welcher aus Kragsteinen ruhe, mit durchbrochener Brüstung von ungefähr zwei Ellen Löhe, nach dem Muster der unteren tler neu Kuppeln: oder aber zwei Umgänge übereinander, aus einem schön geschmückten Gesims ruhend: und der obere Umgang sei unbedeckt." — Photographisch wirksames Blut. Bemerkenswerte Erfahrungen mit der Röntgenbestrahlung, die bekanntlich aus Menschen nnd Tiere nicht nur eine örtlich begrenzte Wirkung aus- übt, sondern den ganzen Organismus beeinflußt, sind in jüngster Zeit bei der Bestrahlung des Blutes und Blutserums gemacht worden. S. W e r m e l setzte nach den ausführlichen Mitteilungen in den „Naturwissenschaiten" und der „Zeitschrift für Elektrochemie" menschliches und tierisches Blut bei zwei 'Zentimeter Rührenabstand einer starken Bestrahlung aus — dieses Blut wirkte dann IN der Dunkelkammer auf photographische Platten wie X-Strahlen ein, unbestrahltes Blut aber nicht. Außer dem Blut selbst zeigten in gleicher Weise die Blutkörperchen wie auch das Blutserum für sich allein nach der Bestrahlung photographische Wirksamkeit. Diese Versuche wurden mit Blut von Hammeln und Pferden und mit Menschenblut ausgeiuhrt, wobei letzteres sich noch drei Wochen nach der Bestrahlung als wirksam erwits, also sozusagen die Röntgenencrgie in sich ausgc- speichert h»ne. Auch in seinen physiologischen Wirkungen kommt bestrahltes Blut den X-Stiahle» gleich: man kau» bei Patienten anstelle der Behandlung mit Röntgcnstrahlen Einspritzungen mit bestrahltem Serum vornehmen, und umgekehrt zeigt das Blut von Patienten, die der Röntgenstrahlung unterworsen waren, photographische Wirkungen. Platten, die zur Verhütung der 'Wärmcwirkung des Körpers durch ein 0,5 Zentimeter dickes Holzbrcttchcn von der Hautoberiläche getrennt waren, zeigten nach drei- oder vierstündigem Anstiegen am Handgelenk, am Fuß oder in der Herzgegend schwache Abdrücke, die sich als Konturen von Knochen oder Blutgesäßen deuten ließen. Ganz allgcnrcin zeigt das Blut bei bestrahlten Tieren ein Sinken der Anzahl der weißen Blutkörperchen. Da die intensive Röntgenbestrahlung sehr häufig den Organismus schwer schädigende Wirkungen hat, besteht künftig die Losfnung, daß unter Umständen die Verwendung befirahlten Blutes als geeigneter unschädlicher Ersatz rintre t e n kann. Von ärztlicher Seite wird der höchst interessanten Entdeckung eine vor torgsrurster klinischer Erprobung iierechttgle Skepsis cntgcgcngcöracht und u. a. Haram knngewstksen,' dal; es noch strittig ist, ob es' sich bei den ganzen Erscheinungen: nicht um eine einfache Verstärkung der Phosphoresccnz handelt. Wie dem auch sei — die unantastbaren Tatsachen der photographischen Blutwirkung allein sind eine der merkwürdigsten natur- wisscnschastlichen Feststellungen, die je im Laboratorium gelangen und große praktische Perspektiven erössnen. — Dasvotlkommcne Rettungsboot. Katastrophen, wie die der „Empreß oj Jrcland" oder der „TitanM' würden nicht so viele Menschenleben verschlingen, wenn aUe Schute mit dem „Lundin-Rettungsboote" ausgerüstet wären — so meinen die Fachleute der amerikanischen Regierung, die dieses „vollkommene Rettungsboot" jüngst geprüst haben. Das Rettungsboot besteht nach der Beschreibung des „Technical World Magazine" eigentlich aus zwei ineinaudcrlicgendcn zylindrischen Gebilden, die am Ende abgcstumpst sind; das ganze Boot in aus- klappbar, bietet bei einer Länge von rund zehn Metern Platz sür über 50 Menschen, hat seine eigene Maschine, die eine Gcschwin- digtcit von sechs Seemeilen gestattet, und ist außerdem mir Einrichtung sür Funkentelcgraphic versehen. Die wichtigsten Einzelheiten des Rettungsbootes find: daß es weder umkipven noch versinken kann: bei einer Prüfung wurde ein solches Rcttuugs- boot bemannt, dann wurde cb mit einer Trosse umschlungen und nun versuchte man cs durch einen Kran umzukippe». Das Umkippen gelang natürlich zuerst, aber das Boot richtete sich so- sort wieder aus. Selbst ein Zusammenstoß mit einem Eisberge, so lautet das Urteil der Fachleute, würde das Rettungsboot wahrscheinlich nicht zum Sinken bringen, weil cs doppelte Wandungen hat. Es wäre in der Tat ein gewaltiger Fortschritt der Sicherheit aus der See, wenn das Boot alles hiejte, was man von ihm verspricht. Solange nicht aussührltck>c Nachrichten über seinen Bau vorlsegen, muß man natürlich mit einem Urteile zurück halten. aijurcinten und angesichts der Weigerung einiger Malissoren, die Insurgenten zu bekämpfen, Die geäugstigte Bcvöl kerung flüchtet auf die absahretlden Dampfer, Die Lage ist fortgesetzt ernst. Die „Albanische Korrespondenz" meldet aus Durazzo: Aach Verhängung des Belagerungszustandes über die Stadt brach unter den hier leben den Italienern eine P a - tii l aus. Sie ergriffen sämtlich die Flucht, Der Kvntrollausschust am Ende seiner Bemühungen, Rom, 5, Juni, Tie „Agcnzia Stesani" erhält folgende Einzelheiten über die Unter handln» ge »der Ans- ständischen mildem internationalen KoNtroll a u S s ch u ß, Am Dienstag morgen schickten die Aufständischen dem Kontrolüuisschnß einen Brief, in dem sie erklärten, sie hätten non der Landung der Malissoren gehört und erwarteten Mitteilungen des Ausschusses, Da der Ausschuß während der ersten Verband lungen den Aufständischen zugefichert hatte, daß Malissoren nicht mehr nach Durazzo gebracht werden würden,,war die Bedeutung des Briefes hinreichend klar. Infolgedessen beschloß der Ausschuß, dem Fürsten durch seinen Vorsitzenden ein Memorandum zu übersenden, in welchem er sein Bedauern ausdrückte über die Nicht- befragung, ob es angemessen sei, 80» Malissoren nach Durazzo zu berujen. Während hierüber der Ausschuß den Ansständischen gegenüber die Perpslichtuug übernahm, lehnte der Ausschuß die Verantwortung für die Anwesenheit .zahlreicher Bewaffneter in der Stadt ab, welche ihm die Erfüllung seiner Ausgabe sehr erschweren, und drückte weitere Zweifel über den Erfolg der Konferenz mit den Aufständischen aus. Am Mittwoch mittag begab sich der Ausschuß nach Schiak und beriet vier Stunden mit den Oberhäuptern der aufständischen Stämme, Diese wiederholten den Wunsch, einen muselmanischen Fürsten unter türkischer Souveränität zn haben. Gegenüber den Erklärungen des Ausschusses, daß dieses unmöglich sei, erklärte sich die Versammlung einverstanden, einen n i ch t m u s e l - manischenFürsten unter der Souverän itätderTür- k e i anzunehmen. Einstimmig weigerten sich jedoch die Aufständischen, den Fürsten von Wied anzuerkennen, Während der Beratung hoben die Aufständischen den unerwarteten Empfang mit Kanonenschüssen hervor, der ihnen bereitet wurde, als sie am 23. Mai sich Durazzo näherten, um dem Fürsten ihre Wünsche vorzulegen. Der Ausschuß, welcher die Nutzlosigkeit einer Fortsetzung der Verhandlungen erkannte, kehrte nach Durazzo zurück und teilte dem Fürsten das Ergebnis der Untrredung mit und erklärte sein Mandat für beendet. Der Fürst behielt sich die Entscheidung vor. Der ttabmettLwechsel in Frankreich. Parts, 5. Juni, Aach seinem Besuche bei Poincare hatte V i v i a n t im Ministerium des Inner» mit den Parlamentariern eine Besprechung, denen er Ministerporteseuilkes übertragen will. Morgen mittag wird er wahrscheinlich folgende Liste dem Präsidenten unterbreiten: Präsidium und Ministerium deS Aeußern: Bi Viani, Justiz: B ienve n u -Martin, Inneres: M a l v p , Krieg: M e s - s i m N, Marine: G a u t h i e r, Oeffentliche Arbeiten (Fernand-David, .Handel: Thomson, Ackerbau: Roh- naud, Arbeit und soziale Fürsorge: Justin Goda rt, Kolonien: Millies Lacroux und Unterricht: Rene Renault, Leon Bourgeois lehnte hauptsächlich aus Gesundheitsrücksichten die Uebernahme des Ministeriums deSAuswärtgen ab. Com des soll daS Unterrichtsministerium, dos ihm Biviani angeboten hat, aus Familienrücksichten und um sich seine politisckje Freiheit zu bewahren, ablehnen, ebenso Pey tral das/Finanzministerium, um Vorsi^ender des Finanzausschusses des Senats zu bleiben. vcntscbe» Reick». Derchemal-lgcLandwirtschaftSminlsterFrhr, v Hammer st cin-Loxten ist in der Nacht zum Freitag in Loxten gestorben. Der Vaterländische Frauenverein hielt am Freitag mittag im Abgeordnetenhause in Berlin seine sehr gut besuchte 48, Mitgliederversammlung ab. Anwesend jvaren u, a, die Kronprinzessin als Vertreterin der Kaiserin, Der Wortführer, Staatsminister Möller begrüßte die Kronprinzessin und gedachte der Toten des letzten Jahres, Der Schriftführer des Hauptvereins, Oberverwaltungsgerichtsrat Kühne erstattete ausführliche Mitteilung über die Rote Kreuzsammlung, ihre BedeMung für Kreigsvorbereitlmgen und Rote Kreuzvereinigungen, Ter Geschäftsführer, Oberstabsarzt a, D, F r i e d h e i m gab in dem Rechenschaftsbericht einen allgemeinen Ueberblick über die außerordentliche Entwickelung des Frauenvereins. Die Mitgliederzahl beträgt rund 5 9 2 000. Neben dem großen Erweiterungsbau des Krankenhauses des Zweigvereins Frankfurt a, M, sind die Neu- gründung des SäuglingS-Eeeilienheims des Zweigvereins Hannover und das hobenlohe-Schwesternheim Walchensee deS Provinzialvereins Be-lin hervorzuheben, Frau Dr, Friedenthal- Nieolossee sprach über „Fürsorge für die aus den Säuglingsheimen entlassenen Kinder", Ein Gesang des Domchors: „Ich hebe meine Augen auf" von Albert Becker, schloß die Sitzung, Der Versammlung war am Donnerstag abend ein von etwa 400 Vereinsmitgliedern besuchter Begrüßungsabend in den ErsrischungSräumen des Abgeordnetenhauses vorangegangen, v '■■■ _ 2Iu»lan&. Englische Auszeichnungen für deutsche Seeleute, Der König von England hat folgenden deutschen Seeleuten die silberne Rettungsmedaille verliehen: Dem ersten Offizier Ernst harzmeier, dem ersten Bootsmann Karl Rapreger, den Matrosen Karl Tews, Arno Leich, Karl Nilion, Christiano Vanelli und Paul Lüdecke von dem Hamburger Schiff „Deutschland" für die Rettung der schiffbrüchigen Mannschaft der „Countv of Devon", die im Februar im Nordatlantischen Ozean aufgcqeben wurde. Das Handelsamt hat dem Kapitän Karl Manzke ein silbernes Tafelgeschirr, dem ersten Offizier Ernst Sarzmcicr einen silbernen Becher, dem Bootsmann Rapreger und den genannten übrigen Matrosen Geldgeschenke überreicht. An» Stavt unv Land. Gießen, K. Juni 1914. ** Tageskalender für Sonntag, den 7. Juni: Gewerbell u s st e t l» n g: Nachmittags 4—7 und abends 8—II Uhr Konzert der Novelle Weller. O b e r h e f f > f ch e r K » » st v e r e i n. Die Gemälde-AnSstestuna Ist täglich von 11—1 Uhr, Mittwochs von 3 bis 5 Uhr, und au Sonntagen von 11—3 Uhr geöffnet. Ober hessisches M „ f e n in und Gail' fche S a in m - lnnqen. Geöffnet Sonntag vormittag; 11—1 Uhr unentgeltlich, Mnseum iür Völkerkunde, Geöffnet an Sonntagen vormittag? von II—l Uhr imentgelilich. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung, U u i o u - T l> e a t e r: Täglich Vorstellung. ** Prüfungskommissionen zur Abnahme der Meisterprüfungen, Das Ministerium des Innern hat die nachgenannten Herren zu Mitgliedern der Prüfungskommission zu Gießen auf die Tauer von drei Jahren ernannt: Vorsitzender: Ludwig Traber, Baumeister und Großh, Hauptlehrer, Gießen, Stellvertretender Vorsitzender: Ludwig Huhn, Architekt und Stadt verordneter. Ständige Beisitzer: LouiS Petri II., Weißbindermstr, und Stadtverordn,, Heinrich Witrn, Bauunternehmer und Stadtverordneter, Weitere Beisitzer: (Wohnort: Gießen, falls kein anderer genannt' August Deibel und Balthasar Schomber, Bäckermeister: Otto .Heger, Mandagistenmstr,, Adam Reinig und Ludwig Roth, Messerschmiedemstr,; Martin Schmall, Bildhauer- und Steinmetzmstr,, und Jobs, Köddi'ng, Bildhanermstr.; Adolf Bourgeois und Paul Richter, Buchbindernistr.: Albin Klein und Joseph Weinerl, Buchdruckermstr,: Heinrich Ruckstuhl und Carl Heck, Dackjdeckermstr,: Oskar Graes lind Oskar Seume in Butzbach, Denlistmstr,; Karl Schwan und Heinrich Scheid in Großen Bnseck, Drehermstr,: Andreas Müller und Leinrich Lehr, beide in Lollar, Feilenhanermstr : Heinrich TickM »nd Wilhelm Baiser, Frijeur- und Perückenmachermstr,: Balthasar Bieran und Bernhard Wols, Glasermftr,: Karl Brück und Karl Noll, Gvldarbcitermstr; Job, Köhler und Karl Schwan, Gravenrmstr,: Wilh, Weißbäcker, Bürstenmachermstr,; Georg Appel und Rudolph Rvdiger, Jn- stallationSmstr.: Ludwig Toll und Heinrich hettler, Kvnditormstr,; Heinrich Schultheis und August Kretschmar, Kürschnermstr, :^Wilh Kvhlermanu und Julius Äellhöfer, Küsermstr,; Eduard Trautmann, Kupferschmiedemstr,: Georg Bellas und Karl Leib, Lackierermeister: Martin LooS, Lithograplnuimstr,; Marlin Abermann und Georg Becker, Maurermstr,: Wilhelm Schmidt und Gotthold hempel, Mechanikermstr,: Jakob Braun und Heinrich Simon, Metzgermstr,: Johannes hosmann, Pslästerermstr,; Louis Katt- rein, Posameniiermstr,: Frau Frieda Sievcr, Putzmachermstrn,; Christian Spieß und Friedrich Groß, Sattlermstr,: Karl Krailing und Hermann Leycrzapf, ^chtossermstr,; Johs, Heß und Heinrich Becker, Schmiedemstr,: Jakob Schreiner und Robert Tchich, herrenschneidermstr,; Susanne Dippel und Marie Wunderlich, Damenschneidermstrn,; Wilhelm Keil und Karl Schwenk in Lich, Schvrnstetniegermstr,: Wilhelm Müller uich Georg hanbach, Schreinermstr,; Karl Berg junior und Ludwig Bernhardt, Schuh- mackiermstr,; Valentin Brauer, Seilermstr,: Martin Schmall, Bildhauer- und Steinmetzmstr,, und Jakob Atzbach, Steinmetzmstr,: Jods, Klinkersnß und Adolf Noll, Tapezierermstr,: Otto Schmidt und Georg Spies, Uhrmachermstr.: Louis Faber und Heinrich Svies, Wagnermstr,: Eugen Groß, Malcrmstr, Karl Renting und Ehr, Schmidt, Weißbindermstr,; Georg Schnbecker, Zimmermstr •• In d en Ruhestand versetzt wurde der Werk- meister am Landeszuchthaus Maricnschloß Gttstav Feyh aus sein Rachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom I.Iuli 1914. Aus diesem Anlaß wurde ihm die Krone zum Silbernen Streu; des Verdienstordens Philipps des Großtnütiqen verliehen. ** Ernannt wurde am 27, Mai ds. Js, der Schrcib- gehilse am LandeSzttchthatts Martenschloß Josef Gt, t) o t zum Werkmeister an dieser Anstalt tust Wirkung vom I.Jttli 1914. **TagnngdcrLandcshauptleute, Unter dem Vorsitz des Landeshauptmanns in Hessen, Riedesel Freiherr zu Eisen- bach, findet am 2, Juli in Posen die diesjährige Tagung der! Landeshauptleute der preußischen Provinzen und der Landeshauptleute in Nassau und in Hessen statt. Mit der Tagung wird n. a. die Frage betreffend Heranziehung der Antomobil- best her zn den Kosten der Wegeverbesserung behandelt, weiter über die Einführung der allgemeinen Viehver- jtchernng durch die Provinzial- oder Bezirksverbände, sowie über den Entwurf wegen Abänderung des Kommunat-Ab- gaben-Gesetzes beraten, **■ Der evangelische hesfenbnnd für Jünglinge hält gm 14, Jnm in Fr tedberg sein Bun Hesse st ab: damit ist das 1, Stiftungsfest verbunden, ** D i e Technische Hochschule zu Darmstadt zählt in diesem Semester 913 ordentliche Studierende, .350 außerordentliche Studierende, 38 Hörer und 120 Gäste, hiermit beträgt die Gesamtfrcucnz 1421, Die Studierenden verteilen sich auf die einzelnen Abteilungen wie folgt: in der Abteilung für Architektur 277, in der Abteilung für Jngenieurwesen 257, tu der Abteilung für Maschinenbau 328, in der Abteilung für Papieringenieurwesen 49, in der Abteilung für Elektrotechnit 183, in der Abteilung für Chemie 128 und in der Allgemeinen Abteilung 41, Der Staatsangehörigkeit nach sind 950 Reichsdeutsche, davon 459 Preußen und 281 Hessen, ferner ,313 Ausländer, davon 176 Russen, ** Der Ballon „Gieße n". Die Tanffahrt des Ballon „Gießen" wird, toie gemeldet, Sonntag, 7, Juni, stattsinden. Die Füllung beginnt um 6V2 Uhr, der Aufstieg wird voraussichtlich gegen 9 Uhr erfolgen. Im Namen der Stadt wird Herr Stadtverordneter h, Eichenauer eine Ansprache halten. Darauf folgt der Taufakt, vollzogen von Ihrer Durchlaucht der Frau Fürstin zu Solms- hohensolms-Lich, Die Führung des Ballons hat Herr Pi ivcttdozettt Dr, StuchleN - Marburg übernommen; außerdem werden an der Tausfahrt Herr Stadtverordneter Loeber als Vertreter der Stadt, Herr Privatdozent Dr, Peppler als solcher des Vorstands des Vereins für Luftfahrt, ferner Herr Assessor A, Seih er t und vielleicht noch eine Dame teilnehmen. Alles unter der Voraussetzung, daß das Wetter die Fahrt gestattet, " E n g e l i n d e r K ii n st. In dem Anzeigenteil unseres heutigen Blattes ist eine ausführliche Uebersicht über das zum Besten des Roten Kreuzes vorgesehene Wohltätigkeitsfest enthalten, aus die wir ihres guten Zweckes halber besonders Hinweisen, ** Unfall i tti Rangierbahnhof, Mehrere Rottenarbeiter waren gestern mittag in den Gleisanlagen be- schäfligt, als gegen 5 Uhr eine Rangierabteilung ihre Wagen abstieß. Die ledigen Arbeiter Euler aus Lang-Göns und Atzbach überhörten anscheinend das Warnungssignal und wurden von einem Wagen erfaßt, Euler verlor den linken Arm, Atzbach wurde zur Seite geschleudert und erlitt erhebliche Verletzungen am Kopse. Beide wurden sofort in die Klinik getragen, " Unter Pockenverdacht wurde ein russischer Ingenieur, der in Stockheim weilte, in die hiesige Klinik ein- geliefert. ** Z w an gsv e rka u f. Das 574 Quadratmeter umfassende Anwesen von Nöding am Riegelpfad, ortsgerichtliche Taxe 22 840 Mk„ wurde dem Inhaber der 2, Htzpothek, Weinhändler Küchel, auf sein Höchstgebot von 16 000 Mk, zugeschlagen, ** In der Herberge zur Heimat kehrten im Mai 1221 Wanderer ein (gegen 1201 im Mai 1913), Bon den Gästen nahmen 472 Herberge gegen Arbeitsleistung an (4081, toährend 749 Selbstzahler waren (793). Im Arbeitsnachweis der Herberge wurden von den 1l8 offenen gemeldeten Stellen 116 besetzt und zwar 22 außerhalb und 94 in Gießen, Die untergekommenen Arbeitskräfte bestanden aus 58 Handwerkern und 58 ungelernten Arbeitern, Unter den in Arbeit gekommenen Handwerlern waren 12 Schreiner, 5 Schuhmacher, je 2 Schneider und Friseure, je ein Bäcker, Glaser, Fensterputzer, Metzger, Schmied, Spengler, Gärsiter, Dachdecker usw, ** Viehmarkt in Gießen, Bei dem am 3, und 4, Juni abgehaltenen Viehmarkt waren ausgetrieben 1279 Stück Rindvieh und 156 Schweine, Der nächste Markt findet am 23, und 24, Juni 1914 statt, ** Wiesen an öffentlichen Wegen sollen am Rande Dornenschutz haben oder eine Tafel haben, welche das Betreten verbietet. Die Städter haben ja vielfach keine Ahnung, daß sie überhaupt Schaden anrichten, wenn sie das Gras zertreten oder sich in einer „blumigen Wiese" nieder- lassen, Aber sie sind auch durch die städtische Polizei so ans „Verbote" e»igelebt, daß sie unwillkürlich jede Warnungstafel beachten. Führen Fußpfade oder PrivatwegeDurch Wiesen, so schlitzt der Anlieger sich am besten, wenn er die Wege recht gut imstande hält und sie event, mit Lksche befährt. Einen guten Weg hält man gerne ein, während ein morastiger zum Betreten des Rasens verführt und sogar oft zwingt, ** Dev Wonnemonat Mai Nach Berichten der Franl- iurter Wetterwarte war der Monat Mai 1914 der regenreichste tNaimonat seit dem Jahre 1857, Mit 109,2 Millimetern Niederschlagsmengen überragte er das Durchschnittsmaß um 234 Pra - zent. Am Montag, den 25. Mai, sielen allein 38 Mittimeter. also an einem Tage mehr als ein Drittel der gesamten Monats menge. Tie großen Regengüsse führten naturgemäß auch zu emp iindlichen Tempcralnkstnrzeii, die im Durchschnitt 1,4 Grad unter, dem Durchschnitt lagen. Der 25, Mai brachte sogar eine *Ä1>- kühlnng bis aus 6,1 Grad, eine seit 1867 nicht beobachtete Er scheinung, Landkreis Fließen. kl, Lollar, 6, Juni, Morgen, den 7, d, M„ findet in der hiesigen Schule zum -ersten Male eine Ausstellung von Handarbeiten der Schülerinnen stakt, Tie Ausstellung ist bei freiem Eintritt von 2—7 Uhr nachmittags geöffnet, kl, Lollar, 5, Juni. Ein starker Automobilverkeh" herrscht wieder auf der hiesigen Ortsstraße, wobei durch allzu rasch fahrende Fahrzeuge aber eine Plage hervor gerusen wird. Um die Beseitigung dieser Mißstrinde herbeizu führen, hat eine große Anzahl hiesiger Bürger eine Beschwerde an die Bürgermeisterei und den Gemeinderat zu Lollar gerichtet. In der letzten Gemeinderatssitzung de schlossen nun die Gemeindeverireter, die Beschwerdeschrist dem Kreisamt Gießen mit der Bitte zu unterbreiten, die Fahrgeschwindigkeit auf der Ortsstraße zu Lollar aus 10 lim zu vermindern. Sehr zu begrüßen ist auch bas scharfe Vorgehen der hiesigen Gendarmerie gegenüber dem raschen Fahren, Ein besonders starker Verkehr mit Kraftfahrzeugen war an den beiden Pfingsts-iertagen zu bemerken, wo an jedem Tage 150 bis 200 Fahrzeuge unfern Ort durchfuhren. ' '— Lang-Göns, 6, Juni. Am 9, Juni sindet hier der Vieh-, Züchtvieh- und Krämermarkt statt. Dieser Markt war bis vor genau 25 Jahren einer der bedeutendsten Viehmärkte in Mitteldeutschland, Kreis Lautcrbach. ~ Saut erb, ach, 5. Juni, In dem Hövelsschen Basaltsteinbruch aus dem Vaitsberg verunglückte gestern nachmittag der 16jährige Arbeiter Möller von Angersbach dadurch, daß ihm ein mit Steinen beladener Rollwagen auf dem Transport nach der Bahnverladestelle über das Bein fuhr. Die telephonisch benachrichtigte freiwillige Sanitätskoloiinc leistete dem Verunglückten die erste Hilfe und verbrachte ihn durch zwei ihrer Mitglieder mit einer Krankentrage nach dem hiesigen Krankenhaus. Starkenburg und Rheinhessen. D a r m st a d t, 5, Juni, Tie elektrische Bahn nach der Bergstraße wird nunmehr sehr bald in Angriff genommen iverden, nachdem die letzte der noch mit ihrer Zusage rückständige Gemeinden Matchen in der gestrigen Gemeinderatssitzung nach Erläuterungen des Direktors Möller von der Heag de» vorgelegten Plan uns den Vertragsentwurf einstimuiig genehmigt hat. Damit ist das letzte Hindernis beseitigt, Hessen-Nassau. (p' Fellingshausen, 5, Juni, Am Mittwoch geriet ans Grube Eleonora in Bieber der Bergmann Heinrich Wagner ans Fellingshausen auf bis jetzt unaufgeklärte Weise unter den Förderkorb, wobei ihm beide Beine und Arme gebrochen wurden. Auf Anordnung des sofort herbeigeholten Arztes wurde der Verunglückte in einem Auto in die Klinik nach Gießen gebracht, wo er heute morgen gegen 10 Uhr seinen qualvollen Leiden erlag, h, Frankfurt a, M„ 5, Juni, Die Polizei verhaftet», den 23jährigen Schlosser Friedrich Gleichmann, der in kurzer Zeit nicht weniger als 45 Einbrüche verübt hat. Auch sein Helfershelfer, ein gewisser Morgenstern aus Dresden, wurde gestern in Karlsruhe festgenommen, h, F r a n k f u r t a. M>„ 6. Juni, Durch die Explosion einer Erdöllampe entstand gestern abend kurz nach 10 Uhr in dem Htaluse Rödelheimer Straße im Stadtteil Bockenhcim ein Zimmerbrand, der von der Feuerwehr in nahezu einstüudiger Tätigkeit gelöscht wurde. Bei der Explosion erlitt die Wohuungsinhaberin, eine Schuhmachersrau, lebensgefährliche Brandwunden im Gesicht und an der Bnist, so daß sie dem Krankcuhause zugesührt werden mußte. Auch das l 1-jährige Kind, das die Fra» auf dem ArmI trug, als die' Lampe explodierte, erlitt Brandwunden, —> In einer Mansarde der Faltstruße 53, ebenfalls im Stadtteil Bockenheim, verursachte diese Nacht ein Dienstmädchen einen Brand, indem es 1 bei brennendem Licht einschlief. Das Licht siel um' und setzte das Bett in Flammen, Den Haus'- bewohnern gelang es, den Brand zu ersticken, fo. Wiesbaden, 5. J»m. Die heutige Stadtverordne t e n - V ersa m m l nng stimmte einem Antrag auf Bewilligung von 447 860 Mk. für die Jnnkiiausstattimg des Museums z». Für den Einbau eines Rnndhorizonts im Königlichen Theater, wie ihn bereits alle größeren Theater ihr eigen nennen, wurden 10 000 Mk. bereitgestellt. Schöffengericht. Gießen, 5, Juni, „Umgcsttegc n". Wegen Betrugs erhielt ein Fuhrmann von hier eine G c l d st v a s e von 25 Mark, Er war im März ü, Js, in einen Wagen^ der roten Linie der elektrischen Straßenbahn eingesttegen und hatte dem Wagenführer angegeben, er sei aus der grünen Linie umgestiegen. In Wirklichkeit war er erst am Marktplatz eingeltiegen. Er war geständig. Falsches Spiel, Ein Taglöhner von Ruttershausen hatte verschiedene Arbeiter, die in der gleichen Fabrik wie er aibetteten, veranlaßt, gemeinschastlich Mit ihm 15 Lose der Eisenacher Geldlotterie zu spielen. Er lieh sich von jedem Mitspieler 1 Mk, geben, um die Lose zu bezahlen, fandte aber das Geld nicht ein, sondern verwandte cs für sich. Das Gericht nahm ihn wegen Unterschlagung in eine Geldstrasc von 25 Mark, Unter Ausschluß der Oefsentlichkcit erhielt ein jugendlicher Schlosser von Klein-Linden wegen tätlicher Beleidigung eine Geldstrafe von 30 Mk l ' tt ] 1 1 ii c i i ) K *. Der Schuß ant Aschermittwoch, Ter Fuhrmann Sch, von hier hatte mit einer in Scheidung lebenden Frau ein Liebesverhältnis, Als die Frau an Fastnacht ohne sein Wissen einen Maskenball besuchte, verlangte Sch, wiederholt und unter Drohungen, die Frau solle mit ihm nach Hanse gehen. Gegen Morgen begab sich die Frau schließlich in Be gleitung ihrer Schwester durch die Bahnhosstraßc nach Hause, wurde aber von dem Angeklagten Sch, eingeholt, belästigt und iimhergcstoßen. Die hentigcn Mitangeklagten Kellner I, Kt, von liier und der Hausbursche F, K. von hier versetzten dem Sch,, als er trog Verwarnung die Belästigungen sortsetzte, trat gehörige Tracht Prügel, Sch, ergritt die Flucht, die beiden setzten ihm aber nach und hieben den Sch, nochmals gehörig durch, Nackchen» fhf> i>to Streitenden ttneber getrennt Satten, sprang Sd). dem nach feiner Wohnung zu «ebenden SH. nach und gab aus einem Revolver einen scharfen Schuß gegen ftl. ab. Die ShtgeL trat aber den S'L ntdjt, fwtbern das unbeteiligt auf der Strafte stehende Dtenst- m a-d.ch.e n L. B- von stier. Die Kugel drang in das Kniegelent ein und isk bis heute noch nicht entfernt. Wegen des verhäng, .^-wol l e n Schusses must Sch. nun aus 1 Monat ins "®‘e.f angnts, während die beiden Kl. und K. wegen Körper- Verletzung ftirm Nachteil des Sch. te 20 Mt (Geldstrafe erhielten, wobei dos Gericht ihre gute Absicht bet ihrer Htlssbereikschoft ftrcfnntbcrub in Betracht zog. ©crid)»>faaL, iHorens, 5. Jum. Ser wegen Diebstahls der „Mona angeklagte P errugia ist zu vterundfünszrg Wochen Gefängnis verurteilt worden. . Sport. , Berlin, 5. Juni. Zu dem heutigen groben Armee- Jagdrennen aus der Grunewalb-Rennbahn erschienen dchmidt, Ballod, Freindt, Hohendorf. Hanuschke, Krieger, A. Schmidt. Hanuschke und Stiefvater mußten wegen Mo- tordesekts nach Johannisthal zurückkehren. Als Erster traf in Leipzig Schüler D. F. W.-Doppeldecker nach 1 Stunde 5 Min. ein, als Zweiter Janisch L. B. G Eindecker in 1 Stunde 11 Minuten. Weiter sind in Leipzig gelandet: R. Böhm, A. Schmidt, Freindt, Friedrich, Rupp, Langer, Hösig, Rosenstein, v. Lössel, Ballod, Linnekogel. Oelerich. Reiterer, Schlüter. Krieger, Kahnt. Beck. Höhndorf, Krumsiek und H. Schulz. Dijon, 5. Juni. Fliegerleutnant Gironne und der ihn begleitende Pionier sind heute vormittag infolge einer Motorexplosion über dem Gehölz bei St. Martin-^u-Mont aus einer Höhe von 720 Metern abgesLürzt. Beide wurden getötet. vermischte». * Deutscher Artilleristenappell in Bremer- h a v e ,i. Alle Deutschen, die einst am Rohr der Geschütze ihren Fahneneid abgelegt haben, sollen sich vom 11.—14. Juli in Bremerhaven zu einer gewaltigen nationalen Kundgebung vereinigen. Ta dieses Fest eine seiner wichtigsten Außfaben darin sieht, das deutsche Nationalbewutztsein kundzntun und zu stärken, so hat es diese Ausgabe auch aus das Deutschtum im Auslaiche ausgedehnt, das oft so schwer um seine Existenz zu kämpse» hat. Mit dem Fest ist auch eine Fahrt nach Helgoland verbunden. Näheres ist aus der heutigen Anzeige des Gieß. Art-Vereins z» ersehen. * 160 Millionen unterschlagen. Aus New Bork wird berichtet: Die Amerikauer sehen mit Sorge von Ighr z i 4Zahr in ihrem Lande die Summe der Unterschlaguiigeu und Unter- schleife in bedrohlichem Maße zunehmen, und nicht ohne Grnnd beschäftigen sich die Vertreter der Volkswirtschaststehre mit der Frage, worin diese Zunahme der Unredlichkeit ihre Erklärung findet. Tie National Tureth Company hat nun auf Grund eine» umfangreichen statistischen Materials zusammengestellt, welche Summe die Unterschlagungen während des Jahres 1913 erreichen. Ta» Ergebnis ift, daß im pergangenen Jal^e in den Vereinigten Stauten nicht weniger als 160 Millionen Mark, unterschlagen worden sind. Man sucht dieses sozial bedenkliche Sympwm durch die schlechten Gehälter zu erklären, mit denen sich viele Angestellte und Kassieret begnügen müssen, die dann mit 300 oder 400 Mark Monatsgehalt be, amerilanischen Kosten der Lebensführung große Familie» er halten sollen. Einen großen Anteil au den Unterschlagungen haben auch die Kantionsfchwindeleten, bei denen die Arbeitgeber sehr sorg los das ihnen als Kaution anoertraute Geld ihrer Angestellten an- getastet haben. Ferner weiß man auf den zunehmenden dang zum Luxus bei den Frauen hin, die durch ihre Extravaganzen und durch ihre Sucht, den rastlos wechselnden neuen Moden zu folgen, direkt, aber vor allem auch indirekt, Anlaß zu Unterschlagungen werden. * Der Sammler. „Jedes Buch in meiner Bibliothek ist mit einer eigenhändigen Widmung des Verfassers versehen." „Wie haben Sie das nur fertig gebracht?" „Ich habe nie ein anderes — geliehen." Kleine Tageschronik. Aus München wird gemeldet: Die Ehefrau Jung, die wegen Gatten morde» dom Schwurgericht Zwciblückeii zum Tode verurteilt worden war, wurde begnadigt. Tie (Todesstrafe war seinerzeit in lebenslängliches Zuchthaus umge- wandelt worden. Die Frau saß 3 0 Jahre im Zuchthaus. Ter verstorbene frühere Hotschausvieler Adolf L a n d v o g t hat der Stadt Berlin 60000 Mark zur Errichtung einer nach ihm zu benennenden Stiftung vermacht, die ans ihren Einkünften kranke, gebrechliche oder durch Slter erwerbsunfähige Kraiilenvflegerlitnen, und zwar Privatschwestern, die keine Fürsorge als Mitglieder von Schwesterverbänden genießen, unterstützen soll. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Prag: In Wölkau bet Krumhau fuhr ein Schnellzug auf einen bereits entgleisten P e r so n e >1 z u g. Bo» 28 Verletzten sind 8 schwer verwundet. Ter Materialschaden ist ielyr groß. Aus KotaIIge im Kongogebiet wird gemeldet, daß zwischen K a m b o v e und Äomotonde ein Elsenbahnzug entgleist sei. Bier Eingeborene seien tot und 44 verletzt. Universitäts-Nachrichten. — Der Mathematiker Sonoraretofeffor Tr. vhil. Max Simon an der Universität Straß bürg begeht am 8. d. M. seinen 70. Geburtstag. — Ter Privatdozent für Musikwissenschaft an der iUt unebener Universität Tr. Eugen Schmitz ist als Nachfolger des verstorbenen Tr. Robert Hirschseld zum Direktor am Mozarteum in Salzburg berufen worden. Er ist 1882 zu Neu- burg a. D. geboren. LinacsanSt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 6. Juni. Wiederholt ist es setzt »orgekommen, daß die Wagenführer der elektrischen Bahn, besonders vormittags, nicht mit Marken versehen waren: letzten Samstag, den 6. l. M., waren sic um V,10 Uhr noch nicht im Besitz von solchen: es wurde die Auskunft erteilt, daß die Tütchen erst morgens nach Leerung der Kassetten zurecht gemacht würden, sodaß eine Ausgabe erst um 11 Uhr erfotgen könne. Durch eina solch verfehlte Betriebseinteilung hebt man wahrlich nicht den IVerkchr. Auch zur Beschaffung der notwendig gewordenen größeren Marlenzahl ist reichlich Zeit gewesen. Sandel. Vom Zentralverband deutscher Industrieller. Köln, 5. Juni. In der Abgeordnetenvcrsammluiig des Zentralverbandes deutscher Industrieller teilte der Geschäftsführer, Regierungsral Schweighosier-Berlin den Ge schäitsbericht mit, wonach die M i t g l i e d e r z a h l um 12 Verbände und 41 Einzelsirmen gewachsen ist. Tie neuerdings mit der Begründung der Deutschen Geseltschast für Welthandel zwecks gemeinsamen Vorgehens der beiden großen industriellen Zentral organisattonen verfolgten Bestrebungen seien erfolglos geblieben. Der Zentralverband beschloß deshalb die Errichtung einer besonderen AuslandsabteUung für sich, die zur engsten Fühlungnahme mit den heimischen Jnleressenkreisen und zur Förderung der deutschen Anslandsbeziehungen berusen sei. Der Redner be- svrach die schwebenden Fragen der Gesetzgebung, namentlich bezüglich der Sozialvolitik. Es wurde ein Beschlußantrag angenommen, in welchem der Zentralvorstand eine weitere Belastung der deutschen Industrie durch Eiuschränkimg der Arbeitszeit, gerade angesichts der Berührung der Existenzbedingungen weiter industrieller Kreise durch die bevorstehende Neuregelmtg der Handelsverträge für ganz besonders unangebracht erachtet Sodann wurde eine Entschließung zur Kaligesetz-Novelle angenommen, durch deren Bestimmungen sowohl aus allgemeinen ftnanzvolitischen und staatsrechtlichen Gründen wie auch im 3ntei» esse der deutschen Kaliindustrie Widerspruch erhoben wurde. _ Amtlicher Wetterbericht. O essen Ili che r Wetterdienst. Gieße». Wctleraussichten in Hessen am Sonntag, den 7. Juni 1914; Fortdauer bet bestehenden Witterung, vereinzelte Regenlalle: nordwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Königsberg, 6. Juni Der Geh. Medizinalrat Pros. Tr. Ludomar Hermann ist im Alter von 76Jahren gestorben. Die General st abreis e an der Grenze:. M e tz, 6. Juni. Der Kronprinz und der Grosze General- stab reisten heute früh 8 Uhr nach Diedenhosen ab. Von, hier werden sie über Trier nach Kftllburg in der Eifel Weiterreisen. Etn Automobilunglück aus der Straße Tübingen-Rotte n barg. Tübingen, 6. Juni. Ans der Staatsstraße Tübingen» Rottenburg suhren gestern nachmittag zwei Rennwagen der Pariser Auiomobiliabrik Tarant, die ftch auf einer Pr»befahrt von Paris nach Wien befanden, in kurzem Abstand Mit etwa 80 Kilometer Stundengeschwindigkeft ltintereinander her. An einer besonders scharfen Kurve schien mm der vordere' Wagen durch Staubentwickelnng dem Führer des zweite» Wagens die Onen- tienmg derartig beeinträchtigt zu haben, daß dieser bei dem sebneilen Tempo von der Straße abkam und in den Graben geriet, wobei der Venter des Automobils Stesanotto Giovanni von dem sich überschlagende» Kraftwagen zu Tode gedrückt wurde. Der Kraftwagen wurde vollständig zertrümmert. Ein Wahnsinniger aus einem Kirchturm verbarrikadiert! Wien, 6.Juni. Der Bauenibursche T raste, der in Großhöslcn bet Ledenburg in Ungarn sich a u f d e in Kirchturm verbarrikadiert hat, und von dort die Menge mit Schlissen begrüßt, hat bereits 14 Personen verwundet, von denen vier gestorben sind. Weiter wird geineldet, der W a b n s i n n i g e habe zwei Gewehre und eine Pistole zur Verfügung. 50 Gendarmen uinstehen den Turm. Auch die Feuerwehr der umliegendei, Törser ist an- gerusen worden Nach jedem Schuß, den die Belagerer auf den Wahnstnnigeit abgeben, läutet er, womit er anzeigt, daß er nicht getroffen worden ist. Die Bevölkerung ist von etnev Panik ergriffen worden. LL LL Lernen soll der Mensch an dem, waS er erlebt. Wer im vorigen Sommer während der großen Ferien die trostlose Regenzeit milgemacht bat, wer frierend in der Sommerfrische saß und seinen Schnupfen pflegte, der wird auch die Nutzanwendung ziehen, daß nian für alle Fälle sich vorsehcn und zum Reisegepäck auch ein vaar Schachteln Fays achter Sodener —man achte auf den Namen Fay! — legen soll. Fays Sodener kosten &> Pfg. die Schachtel und und überall erhältlich. 342*8 J Aeltestc Gegcufeitigkeitsanstalt der Schweiz ^ ohne Nnchschußpflicht , : Deutsche, schweizerische u. französische Staatsaaisicht Hohe Dividenden :: Liberale Bedingungen t Höchste Sicherheit 4 Sicherheitsfonds Mk. 115 000 000.— ♦ Für die deutsches Versichernugen sind die ♦ i DecknngshapOaliea in deutschen Werten bei deutschen % 7 Behörden hinterlegt. Z ♦ Kostenlose Auskunft erteilt: 4524D <* ; Oberinspektor Wilh. Reisig, Frankfurt a. 1»I., Rohmerpl.27 ; PttHjcheMiml-Kttßchcriliijis- GeseWst in Stettin. Wir bringen hierdurch zur Kenntnis, daß unser Vertreter in Krofdorf Herr Fr. Drentli infolge vorgerückten Alters unsere Agentur abgetreten hat. Wir bitten unsere Versicherten, sich in allen Verücherungs-Angeiegenhetten nunmehr an Herrn Otto Koch in Krofdorf ivenden zu wollen. Tie (General-Agentur Frankfurt am Main. Bernhardt. t**26 Victoria zu Berlin Allgem. Pcrjichcruugs-Aktieii-Gcsellschast. Größter Bermögensbestand aller deutschen Versicheruugsgesellschaslen Resultat bis Cnde 1913: 1. Gesamtvermögen.......102)312427 Mk. ü. Entnahme»......... SObO'/lj») „ 3. (Beiamiübcrictmn....... " 4. fflefnimbejtanb in Lebe» .... 244981 d440 „ Gezadlic Tivldeiidcn: In Leben f. 1878108", . IN Unfall 40"/„ IN BolkSvers.25°/„. Renten-, LebenS . Bolks-, Unsall-. Kinderuniall-. Haft- pllicki-.Auioiiiobil-. LebenSinnaOlbeEiienbabnnnalück-, Vnlorenversi-berung. Bieioria-Feuer- und Einbruch- dlcbilabt-Verücherung. 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In Szene gesetzt von Fräulein Spielberg, unter künstlerischer Leitung von Fräulein von Bojanowski und Fräulein Reineck aus Weimar, verbunden mit musikalischen Vorträgen unter Leitung des Herrn Prof. G. Trautmann, Grossh. Univ.-Musikdirektor. Den Prolog hat Frl. Lullu Wilson zu sprechen freundl. übernommen. Die lebenden Bilder werden von Gießener Damen u. Kindern gestellt. Für die musikalischen Vorträge haben die Mitwirkung freundliebst übernommen: Frau W. Klingspor (Gesang), Frau CI. Nebelung-Knapp (Klavier), Frau M. Schudt (Gesang), Frau H. Spohr (Violine), Herr O. Görlach (Orgel», Herr B. Hermann (Vionloncell), Herr Prof. Walther (Viola), sowie Mitglieder ^ des akademischen Gesangvereins. Ein Teil des Reinertrags fließt der Sammlung des Roten Kreuzes zu. Der Vorverkauf der Eintrittskarten findet bei Herrn E. Challier, Giessen, Neuenweg 9, statt. n P Ai C Q rlnt* Plö-f- 70 * Für die Vorstellung am Sonnabend: Mk. 5.—, i reibe uer i idizc. Mk. 4 .-, ml ml 2 .- ml 1 .- und für die Sonntagsvorstellung: Mk. 3.50, Mk. 3.—, Mk. 2.25, Mk. 1.50, Mk. —.75. Oeffnung der Theaterkasse Vs- Stunde vor Beginn, f6886D Während der Panse n. nach Schluss der Sonnabendvor- stellnng gesell. Zusammensein mit Konzert im Stadttheater. BurgervereinGiessen Donnerstag, 11. Juni er., abends 8 l / 2 Uhr pünktlich, findet im unteren Saale des „CasA Ebel" die ordentliche Haupt-Versammlung statt, zu welcher wir unsere Milglieder zu recht zahlreichem Besuch hiermit einladen. Tages-Ordnung : I. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Vorstandswahl. 4. Anträge. 5. Verschiedenes. 6693 D Daran anschließend um 9'/, Uhr Vortrag des Geheimen Mcdizinatrats Professor Dr. Sommer, Stadtverordneter: in Stf Freie Aussprache. Zu diesem Vortrag laden wir die Bürgerschaft Gießens freundlich ein und hoffen bei dem großen Interesse, welches das Thema für unsere Stadt Gießen beanspruchen dürfte, aus recht zahlreiche Beteiligung. Damen willkommen. Der Borstand. iel-Haus Bahnhofstrasse 34 688514 Heute zwei Film-Sensations-Premieren Tragödie i.3 Akt. v. Dr. Quedenfeldt Ein Filmprachtwerk von gewaltiger Sensation InUniform Die Erlebnisse eines Provinznotars im Soldatenrock. Groß. Lustspiel-Schlager in 3 Akten. In Berlin über 1000 Aufführungen! Gesangverein JSiiMit“, Wieseck feiert am 13 ., 14 . und 15 . Juni 1914 sein 20-jähriges Stiftungsfest verbunden mit Gesangswettstreit. Das Wettfingen findet am 14. Juni, vormittags 9 4 /, Uhr im Saale Wilh. Dorseld statt. Eintritt hierzu Mark I.—. fttp- Eintritt zum Festplatz: Sonntag 3» Psg., Montag 2« Psc.. -Mg Der Festplatz befindet sich in dem hdrrlich gelegenen Wiesengrunde an der Wieseck. Es ladet herzlkchlt ein Der Festausschtrß. Billigster Verhau! sämtlicher Vorräte in Herren-Konfektion: Arbeiter-Kleidern Manufaktur- und Weisswaren etc. Bitte die ausgelegten Preise zu beachten H. Kaess Nachfolger Kreuzplatz 15 Wilh. Horn Telephon 773 V/prtri A iiwL'iin ft >» bck. zuverl. Weise üb. Familien-, Vermögens- u. Ge,chastsverbältn.. sowie »eim. «MlMUlllir Aus. Vorlebenrc. Beobachtung.. Ermittelung. inEHeichcidunas-uAlimcn tcuvroz., Verbindung», all. Pl.d.W. Langjabr.Eriahrung. Pa. Rcicr».a. allererst, Krciicn! Solide Preise. Direktion: Frankfurt a. 11. Am Salzliaus 6 :: Uweignebeniicllc: Ci I ESSEX, Srbillcritr 15. Sprechstunden v.12—>/-3Uhr mittags u. 6'/,—8>/>Uhr abends.-^«, Frankfi* Oelekllv - Zentrale und Privat - knskunflei GjM ÜMgeaeintr Verein siir Armen- unD Krnnkenvjlegt. Ordentliche Haupt Versammlung Mittwoch, de» Iv. Juni 1811, nachmittags 5 Uhr, in, Schwesternhaus, Jobannesstrahe. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnung sür 1813. 3. Anwesen Asvrion. 4. VorstandSwabl. Die Mitglieder werden hiermit aus Grund der §§ 4. 5 und 7 der Satzungen ergebenst cingelade». 678(51) Der 'Vorstand: D. Schlosser. mm Gewerbe-Ausstellung Gießen Festhalle Täglich Auftreten des Herrn Pesch Hario. Reichhaltige Speisekarte. Diner und Souper in allen Preislagen. Alt-Blessen,größte Sehenswürdigkeit derAnsstellnna Gegen Lösung einer Biermarke, die in Zahlung genommen wird, freien Eintritt. 6784D Um geneigten Zuspruch bittet Kemper & Co. Monatsvcrsammlnttfl Samstag abend 8 Uhr im Vereinslokal, West-Anl. 64. Wichtige Bcivrcchuna betreffend den Avvcll ehemaliger Artilleristen in Brcmerbavcn. 6831 Arlilterillen. die sich noch an de». Feste bcieiligen wollen, werden gebeten, sich sobald wie möglich beim 1. Vorsitzenden. L. Bcrnbardt, Schulstr. 16, an;,,melden, auch wenn sie dem Verein nicht angehören. Absadrt mil dem Erirazug am 16. Juli nach Bremerhaven, verbunden Mil Helgolandiahrl uiw. Der VorgtanN. Bienenzüchter-Verein Giessen u. Umgegend. Sonntag, den 7. Juni, nachm. vn-|nnumimg 3 Utzr. bei Kraft. Gienen. F-rank- snrter-Strahe 81. — Tages-Ordnnng: Praktiichc Arbeiten. Bebandlnng der Schwarme. Beitrags erlicbnng. — Hoffe auf rege Beieiligung. 6881 Dutenhofen, Gast! Am Sonntag, den 7. 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