Ar. 128 Der Citfttfltt Svzel-et erscheint täglich, anßer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich «tehenerZamillenbläller: Zweimal wöchenll.lireir- tlattsSrde» «reis Siehen »irtschafiliche Seitfragen Ferujvrech - Anschlüße: iür d>« Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse s«r Depeschen: «nieiger «icßeu. Annahme von Anzeige» iür di« Tagesnummer bis vormittags S Uhr. Elfter Blatt 164. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Notationrdnick wb Verlag der vriihl'schrn Univ.-Vuch- und Zteindruckerei 8. Lange Donnerstag, 4. Juni 49H Bezngsvreis: monatlich75Vs., vierteljährlich Mk. 2L0: dtirch Abhole- n. Zweigstelle:! monatlich 65 Ps.: durch diePost Alk.L.—viertel- jährl. ausschl. Bestcllg. Zeilenpreis: lokal >5Ps, auswärts SO Pfennig. Lhesredakteur: A. Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton', .Vermischtes' nnd.Kcrichts- saal": Karl Neurath; sür .Stadt und Land': 8edaktion, Lrpcdition und Druckerei: Zchulstrahe 7. An^eig«,t«U:' tz/ 8e& Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Das mohammedanische Albanerreich. Ein vorzüglicher Kenner Mausens und der neuen Balkanpolitik schreibt uns: „Neu-Turkia" nennen die mittelollnrnischen Ausrührer ihr Gebiet, das die Orte Sink, Kaivasa. Jsnnd und Pettiije, in wenigen Tagen oder Stunden vielleicht auch Durazzo umsaßt, ein Gebiet, das sich bis an die serbische Grenze hinzieht und die Gebiete von Tirana und Tibra entschließt. Ungefähr 100000 albanische Bauern sind es d-e wieder Türken werden wollen und in den genannten Distrikten die Halbinondflagge aufqepflonzt haben. Aris Lik met, der nach einer neuesten Meldung angeblich ermordete Führer der Ausstandsbewegung. hat mit den Spionen Essad Paschas täglich Konserenzen abgehalten. Man meiß, daß genau vor einem Jahre dieser selbe .gestürzte" Essad Pascha dieses mittclalbanischc Reich Neu-Turli zu- sammengeschmiedet hatte und seitdem beherrscht Hütte, lvenn ihn die Großmächte nick,! gezwungen hätten, es den, Neuwied er hcrauszugeben. Genau vor einem Jahre verständigte Essad Pascha dir vorläufige Regierung in Valona tele- graphisch, daß er in Durazzo eine neue Regierung gebildet habe, deren Wirkungskreis sich auf Zentral Mai,icn zwischen den Flüssen Dali und Schkuinbi erstrecken solle: die neue Regierung bestehe aus einem Senat, dessen Mtglieder aus den Städtchen Durazzo, üawaja, Tirana und Siak gewählt worden seien: der Präsident des Senates sei er selbst. Das war also schon Neu-Turkia. wie cs heute von neuem aus Wirren, Jntriguen und blutigen Gefechten erstehen möchte. Die mohammedanische Grundlage und der türkische Einfluß dabei ist unverkennbar und unbestritten. Nach den großen Verlusten, die die Türkei in den Balkan- kriegcn erlitten hat, können sich einflußreiche türkische Kreise erst recht nicht in den Gedanken einleben, daß ein in der Mehrheit mohammedanisches Jjand wie Albanien von einem christlichen Fürsten regiert und unter dem Schutze der europäischen Mächte vorwärts kommen könnte. Für diese Kreise gilt cs als Grundsatz, daß mohammedanische Völker auch künftig nur unter türkischem Einfluß gedeihen können Ein Verzicht auf diesen Grundsatz bedeutet nach ihrer Meinung ein Preisgeben des türkischen Staatsgedankens. Infolge der letzten Konflikte mit Griechenland, infolge der endgültigen Ucbergabc wichtiger Inseln im Aegäischen Meere haben sich auch türkische Staatsmänner in verantwortlichen Stellungen (man nennt sie nur noch nicht) diesen Ideen angeschlossen. Man hofft bei künstigcn Verwicklungen aus dem Balkan nicht nur aus die Hilfe der Bulgaren, sondern auch auf einen starken albanischen Rückhalt. Schon von Skutari aus versuchte man mit einer Armee von Agenten Stimmung für einen mohammedani- ,chcn Fürsten zu machen. Die albanischen Adels- 'amilien lvurden bearbeitet für eine gemeinsame Aktion gegen die Beschlüsse Europas. Warum, suchte man ihnen einzureden, . sind die Gebiete Albaniens, die in der Londoner Konsercuz zerhackt und zerstückelt wurden, nicht mit türkischer Hilfe zurückzugewinncn? Warum läßt sich aus dem in seiner Mehrheit mohammedanischen Albanien nicht wieder ein zum türkischen Reich gehöriges auto nomes Fürstentum bilden? Als dann die Kandidatur des Prinzen Wied von den Großmächten durchgedrückt wurde, ließ man in Konstantinopc! viele hervorragende Albanesen, die sich vorübergehend mit spezieller Erlaubnis der türki lchen Regierung dort aushielten, in die jungtürkischc Komitee zentrale rufen und verlangte von ihnen die Unterschrift zu einer Erklärung, worin sie sich für einen mohammedanischen Fürsten und gegen den Prinzen zu Wied hätten aussprechen lallen. Wer sich dieser Zumutung nicht fügen wollte, wurde mit sehr unzarten Mitteln über die türkische Grenze ge schasst. Ekrcm Bey Blora, aus der in Palona ansässigen bekannten Patrizierfamilie Blora, der vor nicht langer Zeit in Berlin weilte, hat diese türkischen „Umtriebe" jedem erzählt, der es wissen wollte. Diese Umtriebe sind seitdem energisch und systematisch iveiter geführt worden, und man hat sich dabei aus nichts anderes verlassen, als aus den albanischen Volks- und Rassencharakter, aus die nationalen Eigenschaften Freiheitslicbc, Rachgier und Gastfreundschaft, und um Neu Turkia wieder zusainmenzuschmieden, bedurste es nur eines ganz kleinen politischen Programms mit den drei Forderungen: Tragen der Waffe, Steuersreiheit und völlige Entlastung vom Militärdienst. Diese Psychologie ist durchaus die richtige. Marquis di San Giuliano, der italienische Minister des Aeußern hat sie schon herausgefühlt, ehe die Großmächte an die albanische Retorte gingen, indem er während einer Balkanreise schrieb: „Die Albaner sind vollkommene Individualisten und Anarchisten. Sie haben weder Mar Stirner noch je irgendein anderes Buch gelesen, aber sie haben sich den ersten Teil seines Grundsatzes „Ich bin der einzige" mit großer Unbesangenhcit angeeignet. Ihr outricr- tcr Individualismus ist ein derartiges zersetzendes Element, daß dort die Bildung einer Zentralgewalt ohne die Unterstützung der türkischen Regierung oder einer fremden Macht undenkbar erscheint." Den fremden Mächten ist es nicht gelungen: vielleicht gelingt es jetzt mit der Parole „Nen- Turkia!" Die Belagerung von Kruja. ' Durazzo, 3. Juni. Ueber die Einnahme von Kruja wird noch gemeldet: Nachdem die Aufständischen die Stadt angegriffen hatten, zogen sich die fürstcntreuen Behörden mit 55 Gendarmen nach einem kurzen Feuergesecht in die Festung zurück, >vo sic belagert wurden. Ein neuer Kampf fand nicht statt. Tie Belagerer habe:i die Stadt von der Wasserversorgung abgeschnitten. Ten Behörden sowie drciß-g Gendarmen wurde freier Abzug ^gestattet. Diese sind unbehelligt in Durazzo angelangt. Pom internationalen Kontrollansschutz. Durazzo, 3. Juni. Ter internationale Kontroll- aus schuß hat von den Aufständischen einen Brief erhalten, in tvelchcm diese ihrer Verivunderung über die Ankunft der Malissoren in Durazzo Ausdruck geben. Der Ausschuß beriet über die Lage und stellte fest, daß die Landung der Malissoren die Erledigung ihrer Aufgaben erschwere. Der Präsident des Ausschusses hatte darüber eine Besprechung mit dem Fürsten. ras Grotzherzo'Spoar von Hessen in Mün en. München, 3. Juni. Der Großherzog und die Großherzogin von Hessen trajcn heute nachmittag 3>/< llhr zum ossiziellen Besuch am bayerischen Los auf dem hic iicn Lauptbahnhos ein. Der dem Grollerzogspear zuget iltc Ehrendienst war dem Tonderzng bis Augsburg cntgegengesahren, wo er iich dem Groyherzogspaare pvrstelltc und cs nach München geleitete. Zu der Begrüßung am Nauvtbahnhoi waren erschienen der König, welcher bayerische General uniform trug, Prinzessin Franz in Vertretung der Königin, welche sich wegen ihres Besuch ns einige Schonung auferlcgcn muß, der Kronprinz und die Prinzen des königlichen Hauses, der M i n i st c r p r ä s i d c n t, der bayerische Gesandte am großherzoglich-hessischen Lose, der Stadtkommandant, der Regierungspräsident von Obcrbamrn, der Polizeipräsident, ferner in Vertretung der Stadt Oberbürgermeister Dr. von B o r s ch t und Bürgermeister Dr. von Brunner, die Vorstände des Gcmeindctollc- giums, sowie eine Ossiziersabordnung des bayerischen Infanterie- Regiments Großherzog Ernst Ludwig von Hessen. Bei der Einfahrt des Sonderzuges spielte die Musik der aui dem Bahnsteig autgenellten Ehrenkompaanie des Jnsantcrie-Lcibregiments die Königshymne. Ter Großherzog, welcher die Uniform des bayerischen 5. Infanterie-Regiments trug, und König Ludwig begrüßten sich herzlich mit Kuß und Händedruck. Prinzessin Franz begrüßte die Großherzogiu. Nach der Vorstellung der Gefolge und der zum Empfang Erschienenen schritten der König und der Großherzog, gesolgt von den Prinzen, die Ehrenkomvagnie ab, sowie die Vereinigung chentaligcr Angehöriger des 5. Jnsanteric- Regimcnts. Nach dem Vorbeimarsch der Ehrenkomvagnie und der Fünscrvcreinigung begaben sich die hohen Herrschaften in den Königs-Salon, Ivvraui nach kurzem Cercle hie Abiahrt nach der Residenz erfolgte. Auf de» Einzugsstraßen bereitete ein zahlreiches Publikum dem König und seinen Holum Gästen lebl-afl: Kundgebungen. In der Reiidenz erwartete im östlichen Thronsaake des Königsbaues die Königin mit den Prinzessinnen die hoben Gäste, wobei die Königin der Großherzogin die Prinzessinnen vorstellte Rach dem Empiang in der Residenz fuhren der Großherzog und die .Großherzogiu nach dein Wiitelsbacher Palais und statteten dort dem König und der Königin einen längeren Besuch ab. Später fuhren der Großherzog und dir Großherzogiu bei den Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses zum Besuche vor, sowie auch bei dem Prinzen Ernst vo» Sachsen-Meiningen. Ilm '/»ö llhr abends fand in reichen Zimmern der Residenz Familien- tasel und gleichzeitig in Trier-Zimmern Marschalltascl für das Gesolge und den Ehrendienst statt, lim 8 Uhr abends ist Fcst- vorstellung im Hof und Nationaltbeaicr. vcutscBc» Ncictz. Zur Beschleunigung der Reichstagswahlvrü- fungen. Aus Berlin schreibt man uns: Durch de» Schluß des Reichstags ist die Entscheidung über 29 Wahlpriisungen, die teils vom Ausschuß noch nicht beraten waren, über tue teils noch Erhebungen schweben, bis zum nächsten Jahre hinausgeschobeit worden. Die Arbeiten des Ausschusses müssen in diesen Fällen von neuem beginnen. Da die Errichtung eines besonderen Wahl- Vrüiungsgerichtshoses zurzeit nicht möglich ersännt, wäre es angebracht, die Beweiserhebungen zu beschleunigen Man greift mit diesem Mittel keine bestehenden Rechte an. Bet Beweiserhebungen ist es üblich, daß die Zentralbehörden ihre Aufträge dem Regierungspräsidenten, dieser dem zuständigen Landrate und dieser dem zuständigen Gericht« überreicht. Dieser Jnslanzenzug erlordert sehr viel Zeit. Viel schneller ginge es, wenn die Zentralbehörden sich direkt an die Gerichte wenden oder der Reichstag dieses Recht erhält. Es wäre dies kein außerordentliches Vorgeben, da ern Präzedenzfall bereits beim Reichsvcrsichcrungsamt besteht, dos alle Erhebnngsanträgc direkt den betreffenden Dienststellen zukommen läßt. WerdennachdemSchlußdesReichstags „kleine Anfragen" noch beantwortet? Am 15.-Mai hatte der >Abg. Basscrmann angciragt, wiciveit die Verhandlungen mit Luremburg über die Anrechnung von Invaliden- und Hinter- blicbcnenbeiträgc gediehen seien. Tic Antwort sollte schriftlich erfolgen. Ta ste bis heute ausgcblieben ist, scheint die Regierung die Meinung zu vertreten, daß durch den Reichstagsschluß die An- sragc nicht mehr besteht, also auch nicht mehr zu beantworten ist. Seit Einführung der Einrichtung sind 16 3 Anfragen gestelli worden, hiervon sind fünf nicht beantwortet ioorden._ Auslanv. Eine englische Ehrung des deutschen Boi- schastcrs in London. Aus London wird vom 3. d. M. berichtet: Ter Ehrcndoktorgrad des bürgerlichen Rechtes wurde heute nachmittag deni deutschen Botschafter, Fürsten Neue medizinische Erfindungen. — Keimfreie Lymphe. Prof. Dr. Ernst Fried- beiger hat in der letzten Sitzung der Berliner Mcd:- iinische» Gcsellschast eine neue Erfindung vorgelegt, die sür die Pockenschntzimpfung von weittragender Bedeutung sein düriie. Es ist ihm nämlich gelungen, die Lvmphe keimfrei zu machen, indem er sie in Ouarzgesäßcn den ultravioletten strahlen einer O-uarz- lampe aussentc. Durch diese Bestrahlung wird die Lvmphc völlig frei von Bakterien, während die Impfung an Kaninchen genau so angegangen ist, wie bei gewöhnlicher Lymphe, also ihre Wirksamkeit behält. Tie sterilisierte LvMvbo wird, in Glasröhren eingcichmolzen, sehr lange haltbar sein, was ebenialls einen großen Fortschritt bedeutet. Ueber die praktisch: Anwendung beim Menschen und über die Dauerwirkung des durch sie erzeugten Schutzes muß die Fortsetzung der Versuche noch genaue Ausschlüsse geben. ks. Eine neue Art der Narkose. Tie amerikanischen Fvrsckur M c l tz c r und Auer in New Bork beschäftigen sich seit längerer Zeit mit Versuchen über M a g n c s i u m s a l z e a l s Betäubungsmittel. Durch Tierversuche haben sic leltge- stellt, daß eingespritzte Magnesiumsalze eine,, narkoseahnlicb.m Zustand Hervorrufen, der nach Ablaut einiger Stunden ohne schäo lühe svolgen überwunden wird. Um nun sestzustellen, ob dmZe neue Art der Narkose auch auf den Menschen anwendbar sei. haben sie zunächst die Magnesiumsalze zusammen mit Aether angcwendet. „Sie spritzten nur ein Drittel der zur vollständigen Lähmung c^r- sorderlichen Menge Magnesiumsalze ein," so berichtet per bei IXio Spanier ift Leipzig erscheinende „Prometheus",„und mtzkn dar,ins schon bei Einatmung eines Zehntels der sonst nötigen Aelhcrme.ige tiefe Narkose eintreten. Bei den so behandelten Tieren konnten beliebige Eingriffe ohne ivahrnchmbare Schmerzäußerungcn erfolgen) Tie nunmehr versuchte Anwendnna bitter Methode mit den Menschen scheint sehr erfolgoersprecheftd Bei dem mit geringer Magneftumseinspritzung vvrbehandeltcn Patienten koirnte vollständiqe Narkose mit einem Fünftel der sonst üblichen .terher- menge otme schädliche Folgen erzielt werden. Diese neue Methode wird, wenn sic sich bewährt, die Getahren der bisherigen Narkolc I erheblich verringern." _ — Ausgrabungen atrt Goslarcr Kaiserhaus. Aus dem Harz wird uns geschrieben: Auf dem großen Platz vor dem, berühmten Kaiserhause in Goslar sind in neuelter Zett wiederholt Grabungen ausgeführt worden, die den Zweck baden, nach Ueberresten von alten Mauern und dergl zu lorlchen. Jener Platz wird „.Kaiserbleek" genannt, soviel wie Kaycrblent>e. Er ist eine der bedeutsamsten geschichtlichen Stätten DeutsÄands, denn aus ihm erhob sich einst die Residenz zweier deutscher Kacsergeschlechter tm, Mittelalter, daZ clarissimum regni domicilium, das heule in wiederhcrgestellter Form als Kaiserhaus jeden Fremden, der nach Goslar kommt, zum Beschauen anlockl. Aber aus dieser „Kaiserbleck" stand einst noch mehr, wovon heule nur noch die Ueberliefcrung Kunde gibt: der T o m zu Goslar, von Kaiser Heinrich III. yestisiet, von Payst Viktor II. im Jahre 1050 geweiht. Von diesem berühmten Bauwerk, das 1819 wegen Bau- sälligkeit abgebrochen wurde, steht heute nur noch die herrlich«: Tomkapelle, umrahmt und beschützt von mächtigen Bäumen. Tie aus dem Tome stammenden Kunstschätze und Altertümer haben in dieser einzigartigen Kapelle Aufnahme gesunden. Auch das Kaiserhaus hat seine Kapelle, die St. Ulrichskavelle, die noch heute erhalten ift und den Sarkophag mit dem Herzen Heinrich III. birgt, das zuerst im Tome beigesetzt war. Hier ist also in Wahrheit historischer Boden, und es ist zu verstehen, wenn man neuerdings durch Nachgrabungen sestzustellen sucht, was sich an denkwürdigen Igstorischcn Bauresten noch -unter der Erde besindet. Durch die Grabungen ließen sich die Grund- und Kcllermaucrn, die in größerem Umsange an der Südseite der „Kaiserbleek" ausgesun- den wurden, stellenweise noch mit Teilen der Geivölbc, in einzelnen Mauerzügen bis zu der Stelle verfolgen, wo sich einst der Tom erhob. Sie sind, weil sie zum Teil tief unter der Oberfläche liegen, wieder zugedeckt worden, nur das Fundament eines früheren Trepveniurmes dicht vor dem jetzigen Treppenturm der Ulrichskapelle ist sichtbar. Im vorigen Jahre sind unter der Leitung des Regierungsbaumeisters Tr.-Jng. Hölscher, Tozent an der Technischen Hochschule zu Hannover, wieder weitere Ausgrabungen aus der Kaiserbleek vorgenommcn worden. Gestützt aus das Ergebnis dieser Arbeiten, hat man jetzt aus der der Stadt zugckehrten Nordseite des Platzes die Ausschachtungen von neuem ausgenommen und ist, innerhalb und nördlich der Frritrepvenanlage, aui größere, bisher unbekannte Mauerreste gestoßen. Mehrere Grundmauern, darunter eine von etwa 1* , Meter Stärke, eine steinerne Türschwelle und ein Stück Steinpflaster sind bisher freigelegt. Vielleicht lassen sich von diesen und den noch solgenden Ausgrabungen wichtige Ausschlüsse über das Gebiet der alten Kaiscrvfalz erwarten. — Das Fainrlienweihscstsptel tm Hause Wagner. Der Zwist im Hause Wagner wird nun auch dte Siraj- gerichtc beschäitigen. Wie man aus München meldet, teilt Hot- kapcllmeister Franz Be idle rin einem ostencn Schreiben mit, daß er die „München-Augsburger Slbendzeituug", die das Material zum Konflikt >m Hause Wagner veröflentlichte, wegen ver- lcumderiicher Beleidigung verflagen werde. Beidler gibt als Grund an, das Blatt fahre fort, seine Frau und ihn selbst mit Schmähungen zu überhäufen und neuerdings Unrichtigkeiten zu verbreiten — Am gestrigen Mittwoch wurde am Landgericht Heidelberg has Urteil in dem Ehescheidungsorozeß des Geh Rat Thode verkündet. Däe Ehe wurde sür geschieden erklärt und als schuldiger Tail .Geh, Rat Thode erkannt, »eine nunmehr geschiedene Frau ist eine Tochter Hans v. Bülows und seiner ersten Gattin, der Cosima Wagner. -- D i e erste musikalische Volksbibliothek, die unter der Acgide von Dr. Paul Marsov ins Lehen gerufen wurde, ist jetzt, wie uns aus Leipzig geschrieben wird, eröitnet worden. Sie soll, ähnlich wie die Volksbücherei, den großen Messen Gelegenheit bieten, sich kostenlos mit den großen Werken unserer klassischen »nd modernen Meister, sowie mit allen wichtigen aus sie bezüglichen Scliitziien, Biographien. Erläuterungen und Abhandlungen vertraut zu machen. Tie Bibliothek, die in den Räumen des Jugendheims untergebracht wurde, hat bereits einen ansehnlichen Bestand an Musikalicn und Büchern, die in der Hauptsache durch Schenkungen der Stadtverwaltung und Privater aufgebracht wurden. Allen voran haben sich die beiden großen Leipziger Häuser Breitkovs und Härtel und Peters durch wertvolle Beiträge um diese gemeinnützige Gründung verdient gemacht. — Drahtlose Ncbelsignalc Eine interessante neue Erfindung, dte berufen erscheint, bei der Verhinderung von Tamoserkatastrovhen eine Rolle zu spielen, kündigt ine von der Marconi-Gesellschast herausgcaebene Zeitschrift „Wireleß World" in ihrer neuen Nummer an Es handelt sich um einen drahtlosen Apparat zur Erzeugung von Nebelsignalcn. Seit einiger Zeit haben die Sachverständigen mit diesem Apparate, dessen Signale sehr lveitreichend sind, praktische Versuche angestellt. Bei Gourock an der Küste wurde eine drahtlose Kontrollstation eingerichtet, von der Signale am Fort Matilda und an einer Boje in Roseneath Patch überwacht werden. Ter drahtlose Telcgraphie- avparat ist mit einer automatischen Acetylen-Kanone verbunden, die genügend Gasvorrat enthält, um 400 Stunden hindurch jede Minute 3 Blitzsignale und 3 Knalle abzugeben, die also insgesamt, ohne neu geladen werden zu .müssen. 70 000 Signale abgebcir kann. Tie Schwierigkeit bestand bisher darin, zu verhindern, daß die Signal-Kanone durch die drahtlosen Meldungen vorübcr- fahrendcr Schisse in Tätigkeit gesetzt wird. Diese Gefahr ist nun überwunden. Ein ähnlicher Apvarat für Nebelsignale im iEisen- bahndienste ist ebenfalls ausgearbeitet und schcmt berufen, den bisherigen Nebelsignaldienst zu verdrängen. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schast. Der Redakteur Dr. vhil. Hermann Schönleber in S t u t t g a r t ist zum stellvertreiendcn Mitglied der Sachverständigenkammer sür Werke der Literatur sür Württemberg, Baden und Hessen ernannt worden. — Zwei Berliner Größen feierten am gestrigen Mittwoch ihren Geburtstag, den 75. der bekannte Literat Paul Lindau, den 60. der bekannte Handclsjurist Ge- cheimrat Max Kemp ne r. Für Paul Lindau tand um l llhr mittags eine Feier statt, an der die bekanntesten Schrisfltellcr und Theaterleute teilnahmcn. Max Kempner hat sich den Ehrungen durch eine Reise nach Holland entzogen. Lichnvlvskp, in Gegenwatt ber Fürstin Lichnowskh und einer angesclünen akademischen Perinmmlnng von der llnivcrjiiät Oxford verliehen Der össcntliche Redner sprach von der hervorragenden Stell nnq des Kirsten, seinen vorzüglichen öffentlichen VechK-sten. u-d vag Interesse, das Fürst Lichnowsky stets für die englische sowohl rotf für tue dentsche Philosophie gezeigt habe. Dieses Hai nnMeiselhast dazu beigetragen, ihn in den lobenswerten und heilsamen Bemühungen, und in der Sache der internationalen Freundschast onzuspvrnen, Bemühungen, die durch seine Stellung als Botschafter gefördert würden. Es nmrdc ein glücklicher Tag für Lxtord sei», wenn die Universität durch die Verleihung der wohlverdienten Ehre die Bande der Freundschaft zwischen Deutschland und England fester schmieden könnte. Der Fürst Ivurde darauf vom Vizekanzler herzlich begrüßt. der den Vorsitz führte, und nahm sodann auf den Dvkwrbänkcn Platz, Später wurde zu Ehren Lichnowskys von dem deutschen Professor Fiedler ein Frühstück gegeben, an tvclchem u. a, der deutsche Botschaftsrat v, Kühlmann und Gemahlin teilnahmcn. Am Abend nmrdc von der Universität Oxford, der deutschen Literarischen Gesellschaft und dem Englisch-deutschen Klub zu Ehre» des Fürsten ein Diner gegeben, Bon Suffragette» in London wurden am Mittwoch weitere Gewalttätigkeiten verübt. Eine junge Frau, welche in der Dore-Galcrie Zeichnungen beschädigte, wandte sich mit einem Beile gegen einen Aufseher, der sie verhaften wollte und verletzte ihn schwer. Drei Frauen schlugen vor dem Hollotvay- Gcfängnis den Gesängnisarzt mit einer Reitpeitsche, Zwei andere Frauen griffen die Herausgeber zweier Belfaster Zeitungen heftig an, schlugen sie und beioorsen sic mit Leimtöpfen, — Zn Belfast wurde ein Haus von Suffragetten in Brand gesteckt. Zwei Frauen wurden verhaftet, von denen die eine MänncrUeidung trug, — Di« Suffragetten äscherten in der Pacht zum Mittwoch denPamllon auf einem Spielplatz in der Londoner Vorstadt Earlsfield ein, DicRcisedcsPräsidcntcnvonFrankreichnach Rußland, Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist der französische Botschafter P a l c o l o gu c nach Paris abgereist, um alle Einzelheiten über die für ven Monat Juli anberaumte Reise des Präsidenten Poincarö nach Rußland sestzusetzen. Von der Baqdadbabn, Am gestrigen Mittwoch ist die T e i l st r e ck e der Bagdadbahn B a g d a d - S n m i k a , die eine Länge von 62 Kilometern befitzt, abgcnommcn und dem Betrieb übergeben worden. von der deutschen Turnerschast. In der Sitzung des Hauptausschusses der deutschen Turnerschast in Leipzig wurde am Mittwoch nach einer Begrüßung durch den 88jährigen Vorsitzenden Ferdinand G ö tz und der Erledigung einiger interner Angelegenheiten beschlossen, in den Paragraph 1 der Satzung als Zweck des Äus- schufses der Turnerschaft deren gerichtliche und außergerichtlich: Vertretung zu setzen. Der Jahresbericht ergibt ein weiteres starkes Anwachsen der Turn er sch oft in, Jahre 1813 »m 450 Vereine und 65 000 Mitglieder auf 11400 Vereine und 1 188 000 Männer und 200 000 andere Mitglieder, Eine Anzahl von Sportvereinen, namentlich von Fußball vereinen, hat sich derTurncr- schast angeschlosscn. An die Reichsmilitärbehörde ist eine Eingabe gerichtet worden, ein gewisses Mindestmaß der körperlichen Aus- bildpng als Bedingung für Tienstvergünstigungkii fkstzulctzen, Tic deutsche Turnerschast tvird .sich an den olympischen Lvielen im Jahre 1816 in einer ihrer nmrdigen ForiN beteiligen. Das Verhältnis zum Sport und zu dem nachdrücklich arbeitenden Jungdeutschlandbund ist ein gutes. Im Jahre 1813 find dre Briese Jahns herausgegeben worden. Fünf Ehrenurkunden wurden verliehen, darunter an den Gcneralscldmarjchall Freiherrn von der Goltz, 161 Ehrenbriefe zvurden im Jahre 1313 gewährt und bis zum 1, April 1814 weitere 80, Die Ferdinand-Götz- Stiftung unterstützte 44 Vereine mit 12800 Mark. Tie deutsche Turnzeitung hat eine Auflage von 16 200 Exemplaren, Das Jahnmuseum in Freiburg entwickelt sich zusehends. Nach dem Jahresbericht verlos der Vorsitzende einen Briet des Gcneralield- marschalls Freiherr,! von der Goltz, der ein enges Zusammenarbci- tenber Turnerschast mit dem Jungdeutschlanddund erhofft. vie Sentraftasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften trat am Mittwoch vormittag in Tannstadt zu ihrer außerordcni- lnben Hauptversammlung zusammen. In der von rund 300 Teilnehmern besuchten Versammlung bemerkte man auch die Landtagsabgeordneten Justizrat Dr, Osann und Henrich, sowie Direktor Stein. Direktor Wolf und Präsident Ofen loch lFinthcni, Ter Aufsichtsratsvorfitzende Bürgermeister Becker (Sprendlingen) leitete die Versammlung, Direktor Mager erstattete den bereits im April gedruckt erschienenen Jahresbericht, Er betonte, daß die Entwicklung der Heffcnkaffc auch im lausenden Jahre fortdauernd günstig sei. Im Jahre 1313 sei ein Umsatz von 150 Mcklivnen zu verzeichnen gewesen imd in den ersten fünf Monaten des Jahres 1914 stellte sich dieser aus 82 300 000 Mk, Der Umsatz wäre noch größer gewesen, wenn der Wcchsciverkchr in Tarlchnswcchseln noch die frühere ?lusdchnung gehabt hätte. Ganz besonders bemerkenswert sei. daß die Hesfenkasse für die ihr angclchloffcncn Gcnossenfchasten nahezu 7 Millionen Mark bcrcit- stellen konnte, Tic Forderungen an die Genossenschaften betrugen am 31, Mai d, I, in lausender Rechnung 4 362 000 Mk. und aus Wechselkonto 2 446 000 Mk,, zusammen also 6 808 000 Mk, Vom 1, Juli ab stellt die Zentralkasse den Genossenschaften die Gebühren, die sie als Geldempfänger für den Verkehr über das Postscheckkonto zahlen muß, nicht mehr in Rechnung, desgleichen die Versicherungsprämie für die Wertversicherungen der Geldsendungen vom Sitze der Genossenschaften an die Zentralkaffe, Ter Kasse waren am 34. Mo, d, I, angeschlossen: 280 Kreditgenossenschaften, 20 Bezugs- u, Absatzgenossenschaften, 4 Molkerei» und 17 Winzergenossenschaften, 2 sonstige Genoffenschaften, 2 Zen- tralgrschältsanstalten und 2 Etnzclmitglieder, zusammen 327 Mitglieder mit 825 Geschäftsanteilen, die eine Haslfummc von 825 000 Mark bedingten, Direktor Mager Wiks des Iveitercn auf die vielfachen Vorteile hin, welche die Zentralkaffc für die Landwirtschaft als billigste Geldauelle und als Erziehungssaktor zu bieten vermag, Der Redner sprach daraus ganz besonderen Dank der Großh Regierung ans für ihre so wirkungsvolle Unterstützung, sowie dafür, daß sic in der Person der Staatskommiffars Finanzrat Dr, Michel einen so sachkundigen Herrn bestellt habe, 7luch der Darm- Itädter Bank gebühre Daitk für ihre ausgezeichneten Dienste, ebenso der Preustenkasse, der Reichsbank imd der Darmstädter fllolksbank. Der Redner bemerkte zum Schluß, daß die noch abseits stehenden 22 Genossenschaften die Interessen derjenigen Genossenschaften aujs Spiel setzten, die tzunderttansendc an die Zenlralkasic gewendet 1,-aben und ermahnte dringend, den Widerstand autzu- gebcn, denn bei einem Konkurs würden ungemein größere Kosten entstellen. Er sei sicherer Hosffrung, daß die Gläubiger rund 50 Prozent zurückcrholtcn würden, aber dazu sei rasches, gemeinsames Handeln absolut erforderlich, — Die Versammlung stimmte dem mit Beifall ausgcnommcnen Jahresbericht zu, Ter vom Vorsitzenden des AuffichlSrats erstattete Bericht über feine Täligkett, sowie über die Vorschläge zur Verteilung des Reingewinns wurde ebenfalls wie JahreSrechnung und Bilanz genehmigt, Bei der Brlchlußsassunq über die Gewinnverteilung schlug Ofenloch-Finthen vor, künftighin vom Reingewinn 10 Proz, für einen besonderen Fonds zu bestimmen, der zur Beftiedigung von Gläubigergenossenschaiten dient, Tirckior Mager hält die Grün, düng eines solchen Fonds für vcrftüht. Rach weiterer unwesentlicher Aussprache wird dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Bei der Wahl von drei durchs Los ansscheidendcn AussichtSratsmil- gliedcrn werden die seitherigen Mitglieder: Kaufmann GötI - mann-Höchst i,O,, Bürgermeister Schmidt-Echzell und Bür germeistcr Becker- Sprendlingen lRheinhcssenj wiedergcwähli. Alsdann erstattet Bürgermeister Becker für den Aufsichtsrat ftrrz Bericht über die gesetzliche Revision. Es lagen nur kleine, unwesentliche Beanstandungen (Kreditübcrschreitnngen) vor, die leicht erledigt wurden, Direktor Dr, Fitting bcstäftgt diesen Bericht, Bei den geschäftlichen Mitteilungen wurden aus Wunsch mehrerer Redner die Namen der bisher abseits stehenden 22 Genoffenschaften verlesen; Bürstadt, Babenhausen, Arctzbach, Dornhcim, Erfelden, Ober-Roden, Rimhorn, Wciten-Gesäß. Heusclstadl, Ossenbach, Burg-Gcmündcn, Deckenhoch, Homberg, Ober-Ofleiden, Monsheim, Ossenheim, Bleichenbach, Grüningcn, Queckborn, Stecnbach, Wrch- telsheim und Wendclshcim, Ein Mitglied erklärt, daß die Genossenschaften wohl von ihrer ablehnenden Haltung abgehen wüichen, wenn gewisse Differenzen, Wechselfordernngen ustv. erledigt seien und empfiehlt, dieserhalb mit dem StaatSkommissaf: zu oerlnurdeln. Staatskommissar Dr, Michel bemerft, daß er zu solchen Verhandlungen nicht befugt sei. Die Frage hange auch eng mit der Auszahlung des Notstandsdarlehens zusammen. Die noch abseits stehenden Genossenschaften sollten nicht immer rückwärts nach den Trümmern der alten Bank, fondcrn vorwärts schauen und endlich ihre Beitrittserklärung ab- gcben, die allein Sor dem Konkurs der alten Bank bewahren könne. Die 22 könnten ja einen Ausschuß wählen und sich immer noch alle Rechte Vorbehalten, Direktor Mager erklärt sich bereit, die Vorstände der einzelnen Genossenschaften zu unterweisen, wie sie ihre Geschäfte möglichst billig und einfach führen könnten. Nach weiterer Debatte »iacht 'Bürgermeister Feldmann den Vorschlag, die Vertreter der 22 Genossenschaften nochmals zu einer Befprech- ung einzuladen, an der auch Dr, Michel teilnehmen wird. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Um 2 Uhr fand im Kaisersaal ein gemeinsames Mittagessen statt. Aus StaSt «nd Land. Gießen, 4. Juni 1914. Badezeit, Ein kühles Bftd wird jetzt wieder zu einer ganz besonderen Wohltat für den Menschen, Doch damit mehren sich auch wieder die Fälle, die von dem Tode Ertrunkener handeln, Viele Menschen sind beim Baden zu leichtsinnig und ofl auch zu mutwillig! Besonders die Jugend liebt es, vor badenden Kameraden allerhand „Scherze" und „Bravour- stückchcn" auszusühren, die hin und wieder mit dem Leben bezahlt werden müssen. Hier wagt sich ein Knabe in eine, Stromschnclle, da will einer, der noch nicht recht schwämmen kann, einen reißenden Fluß durchauereu; dort wagt sich ein Kind aus unbekannten Grund, verliert den Boden nnver den Füßen und weiß sich in seiner Verwirrung nicht mehr zu helfen. Also Vorsicht! — Hier einige Verhaltungsmaßregeln gegenüber Ertrunkenen, Man lvird gul tun, jeden Ertrunkenen als scheintot zu betrachten. Fürs erste ist der Mund des Erlrunkenen zu öffnen und (wie dessen Nase) von Schlamm und Schmutz zu säubern, was aber natürlich möglichst rasch geschehen muß. Dann wird der Verunglückte auf den Bauch gelegt und zwar in der Weise, daß Kops und Brust tiefer zu liegen kommen als die Beine, Dies geschieht zu. dem Zwecke, damit das Wasser heraussließen kann, Untert-essen hat schleunigst jemand etwas Schnupftabak herbeizuhiolen. Der Ertrunkene Wirt) nun flach auf den Rücken gelegt, den Kopf etwas erhöht. Eine Prise Schnupsiabak wird ihm i'.n die Nase geblasen, der Schlund wird ihm mit einer Feder gekitzelt, Brust und Gesicht gerieben und bespritzt. Man lasse ihn an Salmiakgeist oder Essigäther riechen, Bleiben diese Hilfsmittel wirkungslos, so macht sich die „künstliche Atmung" notwendig, indem dem Verunglückten beide Arme langsam (doch mindestens tömal in der Minute) auf «nd nieder gezogen werden >aus der Erde hin von der Bimst bis über den Kopf), Das Aufziehen der Arme geschehe erst las g- sam, dann schneller, doch nicht allzu hastig, immer der A l- rrtimq entsprechend; bis zwei Stunden lang, wenn der Ertrunkene nicht früher atmen solllc. Die Zunge ist dabei dem Betreffenden herauszuzichen und sein Mund geöffnet zu halten, ** Tageskalendcr für Donnerstag, den 4. Juni: L i ch« t- spielhaus: Konzerlabend. Ansang 87, Uhr. * *• Auszeichnungen. Der Großherzog hat dein Hoskapellmeister Paul Ottenheimer den Charakter „Hoß- ratfl dem Nechnungsrat Peter W am bald, Hauptkassiersr am Großh. Hostheatcr, das Ritterkreuz 1. Klasse des PhilippSü- ordcns, dem Kammermusiker Albert Diedrich das Rittcrr- krenz 2. Klasse des PhilippsordcnS verliehen. **DerGencralstabdcs 18, Armeekorps triffst am Samstag in Stärke von 28Offizieren und den notwendigen Begleitmannschaften aus einer Uebungsreise zu mehrtägigem Äufenthalt hier ein. Die Quartiermacher kommen' heute mittag hier an, ** Gewerbcausstellung. Die am Mittwoch, den 27, Mai, ausgefallene Uraufsühnrng dl-S offiziellen Festmarsches „Handwerk hat g o l d n e n Boden" findet nunmehr am Sonntag, den 7, Juni (unter Leitung des Komponisten) im Abcndkonzert als erste Nummer des I zweiten Teiles statt, ** Anlagemusik, Da die Regimcntskapelle am Sonntag, den 7, d, Mts,, verhindert ist, so findet die Anlagemusik bereits am Freitag, den 5, d, Mts,, nachm, 6 Uhr statt (nur bei guter Witterung), Spielplan: 1, Stvts zielbewusst! Marsch von Fr, Meister; 2 . Ouvertüre zur Operette „Flotte Bursche" von Fr, v, Suppe; 3, Nachruf an C, M, v, Weber, Fantasie von E, Bach; 4, — na, denn mal los! Potpourri von E, Urbach, ** W a h l en z u m Ve r s ich er u n g sa m t, Am Dienstag nachmittag fand im Posikcller eine Sitzung der an der Wahl zum Dcrsicherüngsamt Gießen-Stadt beteiligten Personen statt. Außer der Ortskrankenlasse Gießeu-Sladt waren die hiesigen Bckricbskrankcnkassen, die Bäcker- und, Fleischeriiiiiuiigs kranken lassen, sowie die Ersatztassen ver- krcteii. Es wurde beschlossen, für die Wahl vom Kersiche- rungsamt Gießen-Stadt eine gemeinsame Liste einzu- reichen Bon den 6 Beisitzern zum Bersicherungsamt sollen 4 Mitglieder der Ortskrankenkasse Gießen-Siudt sein, da von den abzugebenden 12 000 Stimmen allein 9000 aus die zuletzt genannte Kasse entfallen. Die übrigen beiden Beisitzer sollen Mitglieder der Betriebskrankcntassen sein, Bon den 12 Ersatzleuten stellen auch die Jnnungs- und Ersatz- krankcnlässen je einen Vertreter, Auch über die Wahl zum VcrsicherungSamt Gießen-Land sind Verhandlungen wegen Aufstellung einer gemeinsamen Liste im Gange, ** Taub st ummeimGroßherzogtu m,Hessen, Nach einer Zusammenstellung des Direktors der Taubstum- men-Anstalt in Friedberg, Dr, Ritzcrt, gibt es in Hessen ungefähr 900 Taubstumme, Viele unter ihnen haben sich jetzt zu einem Verbände, dem „Hessischen Taubstummeu-Vcr- ein", zusammengeschlosscn, der die Erbauung eines Taub- stiimmcnheims für alle alleinstehende Taubstumme in die Wege leiten will, Vorsitzender dieses Verbandes ist Pfarrer Hosmeyer in Oflcnbach, Durch ihn sind, wie der „Sonntagsgruß" mitteilt, auch bereits Taubstummcngottcsdicnste eingeführt worden in Gießen, Lauterbach, Fricdberg, Darm- städt, Ossenbach, Bcnshcim, Mainz und Worms, In Offen °äch bestchl schon ein Wanderverein, dem nur Taubstumm« als Mitglieder angehören, " Verlorene Post, Von der am 16, und 17, März )",tt^a>cksitrt (Main) abgefertigten Post für Uruguay ist am nac ^ bei der Ausschiffung in Montevideo ein Sack ins Meer gefallen und bei dem starken Seegang leider nicht wieder anfzusinden gewesen. Der Sack hat keine Einschreib- scndungen, auch, soviel hat festgestellt werden können, keine Briese und Postkarten, sondern wahrscheinlich nur Druck« sachen und Warenproben enthalten, ** Zeitung und Kind, Soll man dem Kinde die Zeitung entziehen? Ueber diese Frage schreibt Engen Walther Schmidt-Leipzig in der Zesischrisi: Die „Augaa": Naturgemäß will das Kind dasselbe tun, >tws es die Erwachsenen tun sieht. Sind nicht stärkere Reize vorhanden, so will es auch die Zeitung lesen. Der wcrwollc Teil der Zeitung bleibt dem Kinde voUständig verschlossim. Es kommen also nur die lokalen und vermöchten Nachrichten in Betracht, Diese zeigen aber nicht die Wirklichkeit, sondern nur Ausnahmefälle, Der Erwachsene, der das wirkliche Leben kennt, liest hier zwischen den Zeilen, Das Kind siebt aber nicht in den Schilderungen das Tausendstel der verkehrten Verhältnisse und Menschen, die von der Regel abge,kommen sind. Hierin liegt die Gefahr des Zeitungslesens für das Kind; Soll die Schule vor der Zeftung warnen? Das würde nichts oder wenig nützen. Das einzig Richtige wäre, die Geister so gefangen zu nehmen, daß für Zeitunglesen keine Zeit mehr übrig bliebe. Dazu ist aber die Schule von beule nicht >m» stände. Die Schule, die auch gelegentlich aus Zeitungsartikel verweist, kann aber hier viel tun, Tews „Großstadtvädagogik" macht hier den beachtenswerten Vorschlag, die Schule mag das durch das Zcilunglesen erzeugte Weltbild korrigieren und aus die Ellern cinwirken, daß sie in derselben Richtung tätig sind, Deni Kinde muß die Zeitung erläutert werden, daß es das Abnorme als die Ausnahme sehen lernt, ** Ter Juni in Sinnsprüchen der Landleute, Der Juni bringt wohl nur noch selten Nachtfröste, und in diesem Monat ist auch draußen in der Nntur und in den Gärten die Blütezeit vorbei. Es kann schon manches geerntet werden, und viele Früchte zeigen sich in ihrer! besten Entwicklung, So ist der Juni der erste eigentliche Sommermonat, Nach den Wünschen der Lnndleute soll er noch keine allzu große Hitze, aber auch keine allzu große Abkühlung und nicht zuviel Regen bringen. Mr diese Wünsche der Landbevölkerung gibt es verschiedene Sinnsprüche, So heißt es: „Soll gedeihen Korn und Wein, muß im Juni Wärme sein", ,^Ut der Juni feucht und warm, wird der Bauer gewiß nicht arm", oder auch: „Bringt der Juni manchmal Regen, kommt's dem Bauer sehr gelegen, „Juni trocken mehr als naß. gibt ein volles Winzerfcrß" und tveiter: „Nicht zu naß und nicht zu kühl, nicht zu trocken, nicht zu schwül, warm und Paß und kühl und trocken, gibt's was in den Topf zu brockeift'. Viel Regen im Juni schadet deg Fluren unbedingt, und so sagt der Landmann auch nicht mit Unrecht: „Wenn naß und kalt der Juni war, so ist verdorben das ganze Jahr" »nfr ,Lm Juni große Regenflut, bringt den Bauer um Hab' und Eftrt". Winde im Juni werden für unschädlich gehalten. Deshalb heißt es in einem Sprichwort: „Wenn im Juni der Wind weht, es dem Bauer trefflich gebt' und in einem anderen: „Im Juni des Nordwinds Horn nichts mehr verderben an dem Korn". ** (Sie Einweihung der Ziegenweidc in G r o ß e n - B u s e ck hat nicht, wie uns ein gewissenloser Berichterstatter gestern mitteillc, an Pfingsten stattgesunden; sie wird vielmehr erst am nächsten Sonntag, den 7, Juni, vor sich gehen und mit einem Festzug eingeleitet werden, Landkreis Gießen. el. Holzheim, 3. Juni. Auf der Staatsstraße Holz, heim—Grüningen wurden 9 0 Isolatoren an der elck- irischen Fernleitung durch Steinwürfe und etwa 19 Isolatoren an der Telegraphenlcitung an der Straße Holzheim—Gambach durch Steinwürse zertrümmert. Der Gendarmerie in Lich ist es gelungen, die Täter zu ermitteln. Es sind 16- bis 19jährige junge Burschen von H. xÄlkendorf a, d, Lda,3, Juni, Zigarrensoibrikant Form hals tu Großen-Linden, ein geborner Meudorfer, beabsichttgt hier in der Nähe des Batmhofs eine Zigurren- fäbrik zu bauen. Die seit sieben Jahren in seinem Geburts- Haus betriebene Filiale soll damit vergrößert werden. —> Der prall, Tierarzt Tr, S chach n er, der sein neues Wohnhaus und die von ihm hier gegründete Praxis kürzlick- verkaufte, ist im Schlachthnus zu Hamburg angestellt worden, Kreis Schotten. n, Schotten, 3, Juni, Unter dem Vorsitz des Kreis- ratsDr, Merck fand in der hiesigen Turnhalle die diesjährige K reis lehr er k on fe reu z für den lgesamtcn Kreis Schotten stall. Nach einem Slppell des Vorsitzenden an die Lehrerschaft des Kreises zur eifrigen Mitarbeit und l Förderung der Jugendpflege sprach K reisarzt Dr, Best über: „Ansteckende Krankl>eiten und ihre Verbreitung durch die Schule", Im Anschluß daran wurde die Notwendigkeit der Errichtung von Schulbrausebädern betont, Lehrer Schöpp-Mainz behandelte dann das Thema: ,,AIkoholsreie Jugenderrtehung und der Berliner Kongreß für solche Erziehung". Durch Vorführung der Heidt-Jnng- sichen Rechentafel durch den Erfinder, Lehrer Heidt- Leusel, wurde der Lehrerschaft ein neues Lehrmittel für den Rechen- ranterricht bekanntgegeben. Nachdem iimI der Besuch der tziie Werbeausstellung in Gießen durch die Schulen cttipfohlen worden war, vereinigte ein gemeinsames Millag- esjen die Teilnehmer noch zu einigen gemütlichen Stunden, KSichen Hausen, 3, Juni, Ter hiesige Bürgermeister Litdwig Fischer III, hat aus Gesundheitsrücksichten sein Aitit nredergelcgt. Der Genannte bekleidete dieses Amt seck« Jlähre, , , Kreis Frievberg. L, Friedberg, 3, Juni, Der hiesige Posllnspektov rst zum zweiten Postdirektor am hiesigen Postamt ernannt worden, L, södel, 3, Juni, Der hiesige Bürgermeister hat; wegen vorgerückten Alters sein Amt niedergeleqt ; am 13, Juni findet Neuwahl statt, 1, Vilbel, 3, Juni, Am 1, Feiertag tricbem junge Leute von Fechenheim im Alker von 18—20 Jahren hiev groben Unfug, indem sie Läden aushängten, Fenster ein- schkui gen, Passanten anrempelten und Radfahrer mitSpazier- stöcken belästigten. Dp sic trotz .Verwarnung ihre 5iand- lunc-en fortsetzten, griff die Gendarmerie ein, um die Per- sonalien festznstellen. Hierbei stieß sie jedoch auf Schwierig- fcite.v. Die etwas angetrunkenen Leute widersetztcn sich und beleitngten die Beamten, andere versuchten die J-estgenom- mentin zu befreren. Schließlich gelang cs der Gendarmerie, mit Hälfe von Zivilpersonen die .Hauptradaubrüder festen nehmi'n und ihre Personasicu festzustellcn. Es dürfte hier eine exemplarische Strafe am Platze sein, Starkcnburg und Rheinhessc», ich, Bingen, 3. Juni. Vermißt wird hier scfl dem 31. Mai die 24Jahre alte Näherin Anna Sperling. Das Mädchen war mit dem 28jährigen Buchdrucker Jean Peter Dahmew, der einige Zeit in Bingen war, verlobt, löste jedoch die Verlobung auf. Gleichzeitig mit ihr ist auch der Buch- dcucker, Dahmen verschivunden. Hessen-Nassau. fc. Wiesbaden, 2. Juni. Landcsvat Decklenbura bisher Magistratsassessor in Fvanksurt a. M, der vom letzten Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden zum Landesrat gewählt worden war, hat heute seine Stelle angetreten. h. Oberursel, 3. Juni. Durch die bietstesgeqenwart eines Lokomotivführers wurde bei dem hessischen Törtchen Steinbach ein folgenschweres Unglück verhüt« Ein mit 19 Personen besetzter Automobilomnibus fuhr, da die Bremse versagte, mit voller Wucht gegen die geschlossenen Schran- kcn der Hamburger Bahn und durchbrach die eisernen Stangen. Erst als die Geleise übersahren waren, kam der Wagen zum Stillstand Eine im gleichen Augenblick heranbrauseiide Lokomotive konnte wenige Meter von der Unsallstclle ',um halten gebracht werden. h. Sindlingen, 3. Juni. Bei dem Spar- und .Kredit- verein wurde ein Fehlbetrag von 25 000 M k fest- gestellt. Der «erlust wird durch Erhöhung der Anteile der einzelnen Genossenschaftler gedeckt. sc. A u s N i e d e r h e s s e n. 3. Juni, «n ihrem goldnen hochieitstagc starb vorgestern plötzlich in Marzhausen bei d'e^bekraudcs Landwirts Albrccht LanSwirtschaft. . ^ ^°.^^lh°bst. und Frühgcmüse-Ausiicl- l u ng »m Stadt, saalbau zu Tonn,ladt. die bekaimrlich der greis obstbanverbaitd für den «reis Tormstadt Ende Juni als Jubiläums, ausstellung veranstaltet, rrnrögtich, auch den einschlägigen Gewerben „nd der Industrie, ihre Fabrikate den Interessenten vor,nt,ihren. In dieser Abteilung können Lehrniiitel. Geräte und Maschinen für den Obst- und Gottenbau. Düngemittel und Sämereien ausgestellt werden. Da der Raum hieriür nur beschränk, ist und die Rach, srage sehr rege ist. wird eS notwendig sein, sich sosort einen ge-, »lügend .grasten Platz zu sicher». Die Leitung dieser Abteilung ruht ui den Händen des Gartenarchitekten Roscnbaum, 'Dwlom Gartenmeister, Ricdlmgerstrastc 43, von dem nähere Auskunst erteilt tvrrd. «erichtrsaal. Berlin, 3. Juni. Mit einer llcberraschnng beggiin bente morgen die Beehandlunggege» de» itiihiren C b e v leutnant Theobald Brumm » Seideneck, die seit »,-breren Tage» da» Schwurgericht des Landgerichts Berlin I de. schäitigt. Bei den, Ausruf der Sache lehll« Brmnni »nd es st e l l I e sich heraus, daß Br u in m >v ährend der Feiertage g-N i, chtet war, wahrscheinlich ins Ausl and. Das Gericht beschloß gemäß 8 230, Abs. 2 der St.-P.-O.. iit Abwelen- beit de»Angeklagten weiter ,u verhandeln. Es erließ einen ha st- besehl, der aber be, dem großen Vorsprung, den der Entflohene Hai, wenig Erfolg verspricht. Univeriltätr-NacHricHten« Zweiter deutscher W i I se n sch a s t e r t a g. . h. Frankfurt a. M.. 3. Juni, beute fanden die Schlutz- sitzungen des zweiten deutschen Wissenschastcrtages statt .baupt- Monn Freiherr von Seckendorfs sprach über „Die turnerische und sportliche Betätigung des Studenten". Rektor Geb. Kirchenrat Prof. II. Eck sprach über „Die 'Universitäten Und die ethischen Güter der 9c a t« o n". In seingriffiger Weise legte er die Zusammenhänge zwischen den deutschen Universitäten und den Strömungen deutschen Geisteslebens dar, wöbet er die Hochschulen als internationale Kullur- ftätten schilderte, die ober alle ihre seinen nationalen Unterschiede zeigten. Bon jeher sind die Universitäten Führer ,m Rechts-, Starts-, Gesellschajts- und Kultuslebcn der Bölker gewesen, indem sie es waren, die die Morgenröte einer neuen Zeit anzesgten, und dann, als die neue Epoche erschienen war, die sür die Bölker fruchtbringenden ethischen Güter erforschten, sichteten und den Massen zugäugig machten. — Wir werden noch ausführlich aus den Bortrag zu sprechen kommen. lleber die Frankfurter BildungsinUtute und sozialen Einrichtungen sprachen Pros. Dr. Stein und Oberlehrer Gagel- inann. Und die Pslcgc der Naturdenkmäler legte Oberlehrer Päckelmann Barmen der akademischen Jugend eirdrmglich ans Herz. Eine Rheinsahrt von Alainz bis Caub schloß heule die Tagung. * — Im Alter von 60 Jahren ist der Astronom Dr. Phil. lRudoli Lchmann-Filhes, ordentlicher Prvtesivr an der Universität Berlin und Lehrer an der Kriegsakademie, gestorben. — Tie „Alten Herren" des B. E. — des Verbandes iarben- tragendcr Turnerschaiten aut deutschen Hochschulen, der in Frankfurt nur Turnerschail auszulun beabsichtigt — veranstalten am Samstag, den 6. Juni, eine» Kommers im großen Saale des Zoologischen Gartens, zu hem außer den Alten Herren von Frank,mit 000 Mk, Schlchifche Elekiriziläts unk» Gas.Akt -Ges., Breslau 5000 Mk., P. Högelheuner, Forst >. L. 5(XX) Mk, Direktor Baruch. Herford 5000 Mk, Karl Krause, kNaschineniabrik, Leipzig 5000 Mk, Grünzweig u. Hartman», Ludwigshaie» 5000 Mk, Gewerbebank Ulm, E. G. m.b. d„ Ulm k>000 Mk Es crhöbten die Orientalische Tabak- und Zlgarriten- fabrik „Benidze", Inh Hugo Zictz, Dresden, ihre Stiitung von 10 000 Mk auf 20 000 Mk, Bleichen u Eo., Lttvjig-Gohlis von 10 000 Mk. auf 20 000 Mk, Neckarsulmer Fahrzeugwcrke A.-G., Neckarsulm, von 5000 Mk aus 10 000 Mk * Einig. Gläubiger: „Sie könnten nicht in einem so schönen Automobil herumfadren, wenn Sic Ihre Schulden bezahlen würden." Schuldner, rasch ciniallend: „Ta haben Sic ganz recht. Ich srcur mich wirtlich, datz wir in dieser Sadyc derselben Ansicht sind." »leine lkagerchronik. Bei einem Einbruch in die Uhrenfabrik im Hause Jerusalemer straste, Ecke Zimmerstraße. in Berlin erbeuteten die Einbrecher durch Ocsfnnng von Gcldschränken Uhren und Schmucksache» INI Werte von 120 000 Mk, verpackten die Beute in Papicrkörbe, die sie aus den Boden des Hauses schleppten. As sie in dem Hause bei einem Bücherrevisor einen zweiten Einbruch verüben wollten, den Bücherrevisor aber noch zu Hause anirasen. flüchteten sic unter Hinterlassung der Beute. Bon den Tätern fehlt jede Spur. Aus Heidelberg wird vom 3. Juni berichtet: Tie Ehe des Professors Henri T h o d c und seiner Frau Daniela geb. Wagner ist heute vom hiesigen Landgericht rechtsgültig geschieden worden. Aus Landau (Pfalz) wird berichtet: Ein Mietsa uta- mobil, das vier Bäckermrister aus Herxheim »nd ein Kind, die von einem JnnlMgsausstug kamen und den letzten Zug versäumt hatten, nach Hause bringen sollte, fuhr in der Nacht zum Mittwoch bei Queichheim mit voller Wucht in ein Last- fuhrwerk. Po» den Insassen wurde der Bäckermeister Joses Ohmer sosort getötet: der Bäckermeister Doll und sein Töchterchen warben schwer, die beiden Bäckermeister Heinrich Trauih und Valentin Ohmer leich! verletzt. Ter Ehausscur wurde verhaftet. In einem .Hause in E i l e n d o r s bei Aachen entstand in der Rächt zum Mittwoch durch dort lagerndes Karbid eine Explosion. Eine Frau kam in den Flainmen um Die Bewohner des ersten Stockwerks sprangen aus die Straste. Dabei brach sich eine Frau beide Beine. Ein Mädchen erlitt schwere Verletzungen an den Armen und im Gesicht. Aus dem M ü r i tz I e e kenteite Mittwoch vormittag bei böigem Wcttcr ein Segelboot mit sieben Insassen. Der Besitzer des Bootes, Dauer, die Geschwister Höhner aus Sommcrseld und Frl. Ma- thiiscn aus Grabow bgi Oldesloe sind erlninkcn, die übrigen wurden gerettet. _._ fianOeL "Die Mitteldeutsche Kreditbank errichtet im Lause des Monats Juni in Hildes beim «in« Filiale. Märkte. ch. Rieder Ingelheim, 3. Juni. Spargel I. Sorte 45 bis 50 Mk, 2. Sorte 20—25 Mk, Kirschen 20—40 Mk, Stachelbeeren 10—12 Mk. der Zentner, Erdbeeren 60 - 80 Pjg. bas Pfund, ch. Nauheim (Rr. Grob-Gera»), 8 . Juni. Spargel I. Torle 40 —50 Mk, 2. Sorte 20 - 25 Mk der Zentner._ Lingesandt. (tfür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehen Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlci Verantwortung.) Ni c he n, 2 Juni Warum dürfen in Gießen die Cafes am Samstag abend und 1. Feiertag kein Konzert Hallen? Soviel ick, weiß, ist ui Bad- Nauheim überall gespielt worden. Run srage ich, ist Bad Nauheim vielleicht was anderes icke Gießen. Scheinbar sind IN Hessen über- all andere Gesetze. Die Militär-Kapellen haben das Recht, an losem I. Feiertag zu konzertierrn. Jetzt srage ich, warum? Zahlen die Militärmusiker vielleicht mehr Steuern wie die Zivilmunker, flmtlidicr Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst. Gießen. j Welleraussichten in Hessen am Freitag, den 5 Juni 1911: Teils wolkig. (ctU beiter, bis ans Gewitlerregen trocken, etwas wärmer, nordöstliche Winde. Letzte Nachrichten. Ein Museum sür SäuglingshUgicne Berlin, 4. Juni. Im Kaiserin Auguste-Viktoria-Haus in Weitend wird heute ein Museum sürSäuglingshvgiene eröffnet. Das neue Museum bietet ein Bild alles dessen, was aus dem Gebiete der Säuglingskürsorge bisher geleistet worden ist. Es wird aber auch zeigen, wie vieles in dieser Hinsicht noch za, tun ist. Tic Sammlung soll auch an andere Städte des Reiches leihweise abgegeben werden. Eine alpine Hütte eingestürzt. Berlin, 4 Juni. Wie die Blätter melden, ist gestern eine sür dir Berliner Alpinisten bedauerliche Nachricht bekannt geworden. Eine der neuesten Hütten der Sektion Berlin des deutschen und des österreichischen Alpenvereins, die Habachhütte bei Bramberg m Obervinzgau, ist während eines orkanartigen Sturmes eingestürzt. Ta die Hütte unbcwirtschaftet war, sind Menschen nicht um- geloiiimen. Der Kabinettswcchscl in Frankreich. Paris, 4. Juni. Es gilt als sicher, daß Pi Viani das Kabinett bilden icurb. Er bat feine Mitarbeiter last vollzählig zusammen und holst, sür das Ministerium des Acnßcrn LeonBourgroiszu gewinnen. Was das Programm des neuen Kabinetts anbetriift, so weiß man bereits, daß es da» Militär« geiey unverzüglich anwenden wird. Unter den gegenwärtigen Umstände» sei cs unmöglich, an dem Gesetz zu rühren, doch Millse tnan mit allen Kräiten dafür sorgen, die M l l t t ä r b e st ä n diä zu erweitern, besonders durch eine bessere militärische Vorbereitung der Jugend. Ter Prozeß gegen den Dieb der Monna Lisa. Florenz, 4. Juni. Der Prozeß gegen den Dieb der Mouna Lisa soll heute seinen Anfang nehmen. Er wird vorausfichtlich zwei bis drei Tage dauern. Pcrrugio wird wahrscheinlich irei- gcsprochcn werden, da alle als Sachverständige zugezogenen Psychiater ihn als nichtveraiitwortlich sür seine Tat erklärt haben. verhindert den Anfatz von Zahnhein und erhält die Zähne rein und gefund! Große Tube i M Kleine Tube 60 Pf Vermietungen 6 Zimmer 044161 Schöne ruhige 0 -Aimmerwohn. mit allem Komfort, reichlich. Zubehör und Garten Lnd- wigttrastc. eine Treppe stoch, zum 1. Oktober oder früher billig zu vermieten. Näheres bei Fr. GänS, Jmmobilien- geschäst. Seitersweg 64 1. 5 Zimmer In nächst. Nähe d. Bahnhofs 3 Zimmer Wobn. rc. nebst Winterg. evtl. m. 2 Bureau- od. Burfchenräumeu und kl. Pjerdeftall per 1. Juli d. I. ab zu vermieten. Näheres Lvatttorstrane 73 p. 16827 [ 4 Zimmer Sdiönc Wimm-Mil. Asterwcg 12 I.sof.z.v. ,6804 Brauerei Jbring. Licb. [ 3 Zimmer grflönc Wni.-Mniinil mit Zubehör per 1. Juni zu verm. 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Zu diesem Vortrag laden wir die Bürgerschaft Gießens freundlich ein und hoffen bei dem großen Interesse, welches das Thema für unsere Stadt Gießen beanspruchen dürfte, aus recht zahlreiche Beteiligung. Damen willkommen. Der Borstand. Meine Eiswagen gehen jeden vormittag in alle Stadtteile und empfehle 3282 la.kristallklaresNatureis in und anher Abonnement zu billigsten Preisen Heinrich Drechsler SSS^£ Eiökellerci und Bierbandlung. Bahnhofstr. 34 6795 llahnhofstr. 34 Heute Donnerstag, den4. Juni, abends 87« Uhr Kapelle 12 IHaun Kapelle 12 Blann Kapellmeister J. Herrmann. Hierbei: Vorführung erstklass. Lichtspiele PROGRAMM 1. Germanentreue, Marsch.....Blankenburg 2. Marinarella, Ouvertüre.....Fucik 3. Der boshafte Dienert Filmhumoreske, Musik: Schatz-Walzer Joh. Strauß 4. Eine KnnstglaHblttserel, interessante Industrieaufnahme 5 . Konzert-Einlage Unvollendete Sinfonie in Hmoll Fr. Schubert s. Moritz und die Fami'ie Rumpelmayer Großes Filmlustspiel in 2 Akten, in der Hauptrolle uORITZ PRINCE Musik: I. Akt „Die schönen Weiber von Georgien“. Operette . . . . J. Offenbach Musik: II. Akt Potpourri aus »Der Obersteiger“.........C. Zeller 7. I*at he-Journal, illustr. Filmzeitung 8. Die Furcht vor der Freude Sensationsfilra in 4 Akten Musik: I. Akt Blumengeflüster, Charakterstück . . Fr. v. Blon „ II. „ Andante a. d. V.Sin- ttt ^onie . ..... L.v. Beethoven n III. „ La Toska, Fantasie Puccini » IV. » Samson und Dalila Saint-Saens Anfang 8 1 /, Dhr. Keine kfMtÄW. Anfang 87 , Ohr. Zu dem am 13., 14. und 15. Juni d. Js. stattfindenden 75-jährigen Jubiläum des Gesangvereins Sängerkranz zu Nidda verbunden mit seiner 3. Fahnenweihe und IP Rönisch-Pianos Erstklass. Fabrikat Allein - Vertretung: Wilh. Rudolph rio (liefe ml *»a Seltersweg 91 wird hierdurch herzlichst eingeladen. Als Festmusik wird während der drei Festtage die Kapelle des 6. Thüringischen Ulanenregiments zu Hanau mi wirken. Ausführliche Festordnung beim Ver- einsvorstaud zu haben. I>er Festausschuss. 6799 Kassenschränke • Kassetten feuersicher • schmelzsicher • fallsicher • einbruchsicher 14 Schränke in verschiedenen Ausfuhr, u. Maßen im Erdgeschoß Raum 49 der Gewerbe - Ausstell. Gießen J 914 ausgest Kostenvoranschläge und Auskunft jederzeit bereitwilligst u. ohne jede Verbindlichkeit. Zwanglose Besichtigung erbeten Einzige Spezial-Kassenschrankfabrik Hessens FR. KROGMANN • GIESSEN Bahnhofstraße Nr. 30 • Fernsprecher Nr. 401 NN» Pflicht jeder Mutter ist es, durch Auswahl kräftigster Nahrung dem Kinde das Beste zu geben. Deshalb verabreiche sie den Kleinen den überaus schmackhaften I>r. Axelrod- schen Joghurt, der alle zum Körperbau nötigen Stoffe in leichtaufnehmbarer Form enthält. Aerztlich empfohlen. Täglich freie Zustellung ins Hans. 20 Pfg. pro Glas :: :: Dampfmolkerei Gießen, Gebr. Grieb Schanzenstraße 4, Plockstraße 2, Blhmarckhtraße 11 . Verkaufswagen verkehren in allen Stadtteilen. [6793D AllMcintt herein jür Arincil- uni) KranlcnKgc. Ordentliche Haupt Versammlung Mittwoch, den IO. Juni 1011, nachmittags 8 Uhr, im Schwesternhaus, Jadanncsstrabc. Tagesordnung: l. Jahresbericht. 2. Rechnung für 1913. 3. Anwesen Asorion. 4. Borslandswabl. Die Mitglieder werden hiermit aus Grund der §§ 4, 5 und 7 der Satzungen ergebenst eingeladen. 67861) Der Borstand: I). Schlosser. Baugenossensdiaftdesev.ÄrbeitervereinszuCießen Eingelr. Genossenschast mit beschränkter Hastvslicht. Eiuladttttg. Zu der Samstag, den 43. Juni 1041, abends 8'/, Ubr. im Saale der Herberge zur Heimat dahier stattffndcndco orbentlidjcn ©cneralöcrfammlnnd werden die Mitglieder ergebenst eingeladcn. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Vorlage der vorgevrüslen Rechnung »cbii Bilan» und Gewinn, und Berluiiberechnung sur 1913, sowie Erstattung des Rechenschastsberichis. 3. Berte: tungSvorschlaa bezüglich des Reingewinns. 4. Mitteilung des Ergebnisses der gesetzlichen Revision. ö. Bericht über die Eliiabctb-K-leinkinderschulc vro 1913. 6. Wahlen in den Borstand und SlussichtSrai. 7. Verschiedenes. Die Rechnung sür 1913 liegt acht Tage lang zur Einsicht der Genossen — Slevhanstratzc 17II — offen. 6819V Giehen. am 4. Juni 1914. Der Porsitzcndc des 'Aussichtsrates der Baugenossen- ichait des evangelischen Arbeitervereins zu Gienen Eingctr. Genoiienschait mit beschränkter Hastvslicht. __ Dr. Kr a us ni ü l l e r. Solbad-Bad-Salzhausen i.H. Villa Charlotte und Restaurant Schultz Altbekannte, bestempf. Fremdenpension. Groß, neuer Speisesaal. Prosp. frei. Bes. Gg. Schultz. 6621V ....... ■nuumi,,j.. l um.).T,r i'i .n.,,m........i,.t........ jj„ : Vom Unterzeichneten Verlag, sowie durch den : Buchhandel zu beziehen: | Wanderungen | j und Schifahrten | j rund um Gießen I - Preis 1 Mark ===== E Das Büchlein kommt einem wirklichen Bedürf- : E nis nach, wie schon eine kurze Einsichtnahme j E in das Inhaltsverzeichnis aufweist. 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