Nr. 125 vierter Erschein« mtt Ausnahme des Sonntag«. Die „Sießener ZamMendlätter" werden dem .Anzeiger' viernial wöchentlich beigelegt, da« „ikreüblaN für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Di- „randwirllchastttchen Stil- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Blatt 1H Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Aberhefjen Samstag. ZO. Mai 1914 Rotationsdruck und Berlag der Brühl'scheo Universttäts - Buch- und Steiudrrlckerei. R. Lange, Gieüen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:b^,H2. Tel.-Adr.i'AnzeigerGlevel» _________ J!!*HU — E Die Zrage der öffentIiH-r>:chtiicheii Leden;- versichciung in lfessen. Mit Rücksicht auf das allgemeine Interesse, das sie bean- loriichen dürieitt geben wir nachstehend die Ausführungen des lt-t-ftskn zu so o l m s - La u b a ch über die öffentliche Lebens- vcrncherung in der Sitzung des Provinziattages vom 25. d M. wieder i Im vorigen Jahre uitd auch schon früher ist in dem land- wirtschattttcki n Bercin für die Provinz Lherdessen die Frage der oitentlich rechtlichen Lebensvcrjicherung angeschnitten morden und eütar tinolge eines Vortrages des Direktors der Landcshypo- thekenbnnk Bastian, den er über die Entschuldung des ländlichen Grundoentzes hielt. Er schlug als Mittel vor die Amorlisattons- hhpvthek »i Verbindung mit billiger Lebensversicherung. Etwas tpater lit die Frage im Provinzialtag von Rheinhessen behandelt worden. Aach einem Bor,rag in Darmsladt hat dann eine Beivrechung der Angelegenheit slattgeiunden, die aus Gründung einer eigenen Lebensversicherungsanstalt in .dessen abziclte Es hatte damals den Anschein, als ob der Gedanke bald Leben gewinnen wurde. Leider kam die ' ach,' aber wieder ins Stocken und tch muß konstatieren, das, daran schuld war die Stellung' nähme dcr^Großh. Rcgierimg Diese drückte bei jeder lßclegcn- heit ihre Sympathie der Apache gegenüber aus, sie hatte al»er inriltlsche lind andere Bedenken wegen der Anglicderung einer eigenen Anstalt an die Landeshnvotliekenbank und dann Zweiiellc sic daran, dass eine eigene Anstalt in Seifen prosperieren ko inte Ich glaube, durch Abwarten und durch Jägern kommen wir nicht weiter. Wir müssen uns entscheiden und zwar, komme» wir zu dem Entschlus,. das, die Verhältnisse in Hessen so liegen, das, wir keine eigene Anstalt gründen können, bann lassen wir es Sind wir aber der Ansicht, eine eigene Anstalt zu gründen, dann so schnell wie möglich vorwärts, denn fcnrd, Abwarten verlieren wir Zeit und Geld. Mein Antrag soll nur bezwecken, diese Ent schcidnng möglichst bald herbeizusühren. Mittlerweile bat der Provinziallag der Provinz Rheinhessen statlgcsunden und er hat entgegen deni Vorschlag seines Provinzialausschusses cin- stimmig einen Antrag Bambcrgcr-Sehl angenommen aus Einsetzung einer Kommission, die die Sache prüsen und später dem Brovinzialla,^darüber berichten soll. So ist die Sachlage in Hessen. Aus die Sache selbst möchte ich nur ganz kurz cingehen und zunächst ein paar Worte sagen über das, was man unter össcntlich- acchtlichcr Lebensversicherung versteht, >vas ihre Tätigkeit ist lind welche Vorteile wir von ihr erhosscn und dann möchte ich noch eiugehen aus die Bedenket, der Gr. Regierung gegen die Errichtung einer eigenen Landesanftall. Tie össentliche^ Lebensversicherung steht im Gegensatz zu der Privatoersicherung. Die össciit» Iichc Lebensversicherungsanstalt ist ein Institut des öffentlichen Rechts und öffentliche Körperschaften sind ihre Gründer. Tie untersteht nicht dem Aussichtsaull für Privatversicheruna, so», den, der Auisicht der Regierungen der einzelnen Bundesstaaten. Tie össentlichc Lebensversicherung ist ein Betrieb von Lebensversicherungen aller Art, sowohl Ser grasten Lebensversicherungen wie der kleinen oder Sec sogen. Voltsveriicherung. Ich lege auf das letztere den Hauptwerk. Ich will aus den Begriff „Volks- Versicherung" und aui den Streit, der über die Bolksversichcrung entstanden ist, nicht weiter entgehen. Ich bin aber bereit, aus Anfrage Auskunst zu geben. Tic Vorteile, die man von der össentlichen Lebensversicherung erhofft, sind einmal die, dast sic zuttächsr billiger arbeitet tvie die Privatversicherung, iveil ihre Organisation sich einerseits an die bestehende behördliche Organisation anschließt und weil dadurch eine ganze Menge Sachen wegsallen, die bei der Privatversicherung notwendig sind lAus- stchtsratgehälter, Dircktorengchälter. billigere AkguisilionSkosten usw.i Ferner ist das Prinzip der össentlichen Lebensversicherung, daß die zur Anlage gelangenden Gelder den Landestcilen und >1 reifen wieder zugute lammen, die sic durch Prämienzahlung ausgebracht haben. Tie Änlagetätigkeit ist eilte sehr große, wenn die Versicherung prosperiert. »Ul Ihnen einen Begriff zu geben, tvie die Änlagetätigkeit der Privatversicherung aussieht, möchte ich folgendes verlesen: In 1911 sind von 92 Privatunternehmen 4159 Millionen in Deckungshypothcken angelegt tvorden, und zwar 0,8 Proz. gegen 1,1 Proz. in 1909 aus ländliche Grundstücke und 99,2 Proz. gegen 98,9 Proz, aus städtische Grundstücke, Aui Groß-Berlin cntsielen von den in deti Städten untergebrachtc» Hypotheken 59,2 Pro;. ,58,2), auf die 21 Großstädte über 200 000 Einwohner 50,9 Proz. 31,1), aus die kleinen Städte 10,5 Proz. (10,7 j. Tic größte Lebens itnd Bolksveriichcrungsgesellschast Viktoria hatte von einem Vermögen von 9.50 Millionen Mark 798 Millionen in städtischen Hhpotheke» angelegt und säst ausschließlich in großen Obieklen und zwar zu einem Wert bis 50 000 Mk. --- 4 Millionen, bis 100 000 Mk. = 72 Millionen und über 100 000 Mk. -- 722 Millionen. Natürlich wird von der Privatverficheruug, tocil ihr Betrieb mehr aus den Erwerb gerichtet ist, das Geld angelegt, wo es sich am besten verzinst, während die öffentlich-rechtliche Lebensversicherung die Gelder möglichst denen zukommen lassen will, die sic ausbringcn. Das wird am besten erreicht durch die Gründling einer eigenen LandcSanstalt. Das dürste genügen, um die wirtschaftlichen Vorteile darzutun. Aber die össentlichc Lebcns- vcrsicherung hat auch noch eine ideale Seite. Zunächst regt sie, wie jede andere Lebensvernch -ui, zur Spartätigkeit an. Vor allen Dingen ist ober der ' >ie, daß in der heutigen Zeit bei dem 'Anwachsen der sozial Lasten der Staat und die Allgemeinheit in erster Linie dazu ocruscn sind, für die Zukunst der Arbeilcrbevvllerung zu sorgen, ciu nicht zu unlcrichätzcndcs Moment, da mau im Interesse der Gesunderhaltung unseres Volks- körpcrs nicht genug daraus hinmeiseu kann, daß cs Pflicht des Mannes ist, zunächst selbst für sich und seine Familie zu sorgen. Dan» ist die össentlichc Lebensversicherung auch geeignet »itb in der Lage, der cmincnlcn Gefahr der sozialdemokratischen sogen. Vollsiürsorgc gegenüber eine billig arbeitet,de Volksveriickerung Entgegen,znstellcn. Dieser Punkt ist mir mit der allcrwicht-git.- > -d Imin gar nicht genug unterstrichen werden. Es bestellt 8>c ich sürchtuug, daß in eine derartige billige sozialdemokratische Volks veriichckttltg auch andere Elemente gehen, die, wenn sic einmal in der Versicherung sind, der Sozialdemokratie mit "cib und Seele verpslichtct sind. Ich will nur noch mit ein paar Worten auf die Bedenke» der Gr. Regierung gegen Errichtung einer Lebensversick-erungsanstalt eingel.en Was zunächst die Anglicderung an die Landeshnvo- lhckenban! anlangt, so ist das in Preußen die Regel. .Hier in Hessen hat man juristische Bedenken und fürchtet Jntercssen- lonsliktc. Bei der über Hessen Innausgehenden Bedeutung der Sache glaube ich, daß die juristische Seite am besten durch das Reichsjustizamt geklärt werden sollte und ich glaube, daß sie mit Lcichtigteir zu klären ist. Bezüglich der Jntcresscnkonflikte glaube ich — ich fühle mich da in Uebereinstimmung mit den Herren in Rheinhessen und sicherlich auch mit einzelnen Herren, die hier sitzen — daß bei cftngermaßc» gutem Willen Mittel und Wege zu linden sein werden, wie man die Anstalt i» eine beide Teile befriedigende Verbindung bringt. Die Gr. Regierung sagt seiner, die einzelnen Gebiete seien von der Prioaiversiüterung so beackert, daß kein Raum für eine össentlichc Lebensversicherung mehr bleibe. Wenn man die Erfolge z. B. in der preußischen Provinz Sachsen sicht, wo große gut sundicric Privatgesellschaften sind, wenn man ferner hört, daß in der Privatvcrsicherung der Ncu- zugang in Deutschland in 1912 — 1000 400 Mk. und in 1911 noch mehr betrug, und das gerade in den Jahren, wo die öffentliche Lebensversicherung ihren Siegeslauf über säst' sämtliche Provinzen Preußens und die benachbarten Bundesstaaten bcgoirnen hat, so muß man zugeben, daß in der Lebensversicherung noch sehr viel Neuland zu erobern ist. Wenn man zwischen Deutschland und den anderen Länder» vergleicht, so sieht man, das; Deutschland i» dieser Beziehung noch sehr weit zurück ist. Die hessischen Sparkassen stehen einer Arbeitsgemeinschaft mit der öffentlichen Lebens- versichernng sehr sympathisch gegenüber und die einzelnen Kassen sind dräut und dran, mit ihr diese Arbeitsgemeinschaft abzusckstic- ßen. Ich kann natürlich auf diese Gemeinschaft nicht näher eilt» gehen, aber klar erwiesen ist, dast es im Interesse der Sparkassen liegt, eine solche einzugchen. Ich glaube auch ganz sicher, daß die Privatversicheruna, die jetzt die öffentlich-rechtliche Lebensversicherung als ihre» stärlsten Feind bekämpft, ganz gut neben dieser bestehen kann. Ich glaube logar, daß die öffentliche Lebensversicherung den Bersicherungsgcdanlen propagieren wird und dadurch auch ein Borteil für die Privatversich.-rung heraussvringi. Achn- lich lagen die Verhältnisse bei der Gründung der hessischen LandeS- hhpothcienbanl. Jeder glaubte, sic würde den Privatbanken und Sparkassen eniinenten Schaden tun. Sie besteht aber zum Vorteile beider. Nachdem nun die Sparkassen vorgegangen sind, glaube ich, daß es hohe Zeit ist, daß wir die Frage ernstlich erwägen, ob wir nicht eine eigene Landesanstalt gründen wollen. Die Gr. Regierung hat auch noch getagt, wir brauchen keine eigene Anstalt, der Verband ist ja in Hessen zngelasscn. Ja, das tvird doch jeder zugeben müssen, daß diese unbekannte Institution keinen festen Fuß fassen kann. Ter Provinzialtag von Mainz hat meiiler Ansicht nach den richtigen Weg gciundcn. Tic Errichtung einer eigenen Lebens- veriicheiiingsanstali birgt ja kein Risiko in sich. Der Verband tvird jederzeit bereit sein, die Anstatt zu übernehmen und ich glaub« sogar, daß er uns vollständig schadlos ltalien tvird. Ich bitte den Antrag »i der abgcänderlen Fassung anzunchmen. Fortschritte im Luftschiffbau. Tie Lustschissahrt ist der süngste Zweig der Technik, und doch sind ihre Leistungen so überwältigend, daß cs heute wohl niemand mehr wagt, unter spöttischem Lächeln und leichtem Achselzucken den Menschenslug als einen phantastischen Traum zu bezeichnen. Noch vor 14 Jahren erklärte der berühmte englische Konstrukteur Hiram Maxim, er halte es für ein unnützes Bemühen, einen Ballon zu schaffen, der gegen den Wind slöge. Wenn er genügend Austrieb besitzen solle, uni er kolossale Timensioneu baden und sei dam, sehr empsindlich und leicht zerbrechlich. Zeppelin hat dieses Vorurteil zerstört und lenkbare Luitschiffe konstruiert, die bei Wind und Wetter trotz ihrer-großen Dimensionen dem Steuer in jeder Richtung gehorchen Während es die sranzösischc Molorluftschiff- sahrt mit ihrem Halbstarren Snstcm nur zu leidlichen Erfolgen brachte, hat in Tculschland Zeppelin mit seiner starren Konstruktion hinsichtlich des Nntzauitriebes, des Aktionsradus und der Größe jeden Rekord geschlagen. Ter bisher größte deutsche Luitkreuzer, das Rcichsmariuclustschiss „L 2", das am 17. Oktober vorigen Jahres einer Explosionskaiastrovhc zum Ovscr siel, hatte eine Länge 9">° 1l>0 Metern und einem Turchmesser von über 16 Metern: der gesamte Gasinhatt, der in 18 Zelle» verteilt war, betrug 27 000 Kubikmeter. Von den vier Motoren entwickelte» die beiden vorderen je 150 ?8 und die Hinteren je 209 PS Von der aut 22 000 Kilogramm berechneten Hubkrait entfiel e 16 500 aui das Luftschiff mit Maschiucnaulage und Ausrüstung und etwa 1100 Kilogramm aut di- Besatzung. Höhere Leistungen im Aktionsradius, in der Mitnahme von Personen oder Kriegsmaterial bedingen eine erhebliche Vergrößerung des Deplacements der Luftschiffe. Während der Fahrt verändern sich die Verhältnisse durch den Wechsel des Lustdrucks und der Temperatur. Was das Lustschfff beim Herabsteigcn aus den dünnen Luftschichten in dichtere, trag- iähigcre Schichten an Hubkrall gewinnt, verliert cs durch die Zusammenziehung des Gases unter dem Einsluß der Drucksteigcrung. Allerdings ist ein solcher Verlust zum 'Ausgleich der Wirkung des Brennstoffverbrauches ganz erwünscht. So wie das Deplacement ist auch das Gewicht einem ständigen Wechsel uutcrworscn; es wird kleiner durch den Verbrauch an Brennstoff, Abwersen von Ballast und Ablassen von Wasser, größer hingegen durch Regen- und Schnecbclastung, die bei einem großen Zevvclinluftschist ein bis zwei Tonnen erreichen kan». Tic Sonnenstrahlung kann beim Luftschiff das Gas ohne Gefahr um 10 bis 12 Grad wärmer als die Luft machen; denn diese Erwärmung wird gemildert durch die kühlende Wirkung dcS Fahrtwindes. Tie Gcsamtgcstaltung in Form und Abmessungen muß daS Lustschiff stabil machen; der stabili- sicrenden Wirkung dienen auch die Flächen, die hinten angebracht sind, vermöge des Drucks, den sic bei Neigungen gegen die Fahrtrichtung Hervorrusen. Die neuen Zeppelinlusischiisc für Heer und Marine, die vor allem zur Ausklärung dienen sollen, weise» gegen früher einige Neuerungen aui. Die beiden großen Tcheimverscr werden nicht mehr durch eine besondere Akkumulatorenbatterie, sondern durch eine Dh-, namomaschinc gespeist, deren Antrieb von einem der Motoren in der vorderen Gondel erfolgt. Aus dem Rücken deS LustkteuzcrS ist i» der Mitte eine Plattform angebracht, die vier bis fünf Personen Platz bietet; lster kann auch ein drehbares Geschütz ausgestellt Iver- dcn, das so konstruiert ist, daß das Gelände unter dem Schiff in eincnl Winkel bis zu 45 Grad bestrichen werden kann. Die Einrichtungen für drahtlose Telegraphie sind ganz besonders vervollkommn net worden. Zur Ausnahme der junkentcleqravhische» Zeichen dienen Höremvtängcr; ein sogen, itristalldctcktor in Verbindung mit Block- lvndensatvr. Telephon imd cchiebcspule zur, Abstimmung ermöglicht eine gute Verständigung bis aus 200 Kilometer. Ter Luftleilcc (Antenne) wird von einem frei hcrabhängendcn Kupierdraht gebildet; auch alle größeren Mctallmassen und Maschinen des Luftschiffes können einen Teil des Lustleiters bilden. Beim Zeppelin- luitschifs dient das ganze Aluminiumgerippe als Antenne, während bei anderen Systemen die Gondel allein als oberer Teil des Slrah- lungSgcbildcs dient, unter Umständen nebst einem Stück der Haltetaue, die mit Kupserdraht umwickelt sind. Zut Erzeugung der StrahlungScncrgic wird eine Wechsclstrommaschine von ,500 Walt Leistung mit einem der Luslschiffmotoren direkt gekuppelt. Die Gcbc- und Empsangsapparate sind in kleinen Schränkchen eingebaut und werden abwechselnd von zwei pfunkern bedient. Einen vom Zcppclinlustschiff wcscntlicki abweichenden Typ stellt das neue Stahlluitschiff des Ingenieurs Unger dar. Tas Gerüst ist Jf rrni c u »lUtit^dtatt. Unveröffentlichte Briefe von Wnßners erster Krau, Die Tragödie von Richard Wagners erster Ehe lag darin, daß seine gute, aber beschränkte Frau die lomplizicrtcn Empsin- dungen des Genies nicht verstand und da über Ungerechtigkeit und Gransamteit klagte, wo ein tiefer blickender Geist vielleicht resigniert ffch abgeftinden hätte Durch Wagners Beziehung zu Mathilde Wesrndonck wurde ihre Eiicrsucht erregt, lind io kam es zu jener Katastrophe, unter der beioc so unsäglich gelitten und die schließlich mit der Scheidung endete. Wertvolle Aufklärungen über diese traurige Episode im Leben des Meisters bringen die menschlich ergreifenden Briese, die Minna an ihre Freu» - bin Emma Herwegh, die Ungc lind energische Frau des Dichter - Georg Herwegh gerichtet bat und zum erstenmal in den, von Wilhelm Herzog hcrauSgcgebcneu „Forum" veröffentlicht werden. Frau Herwegh hat i» einer bemerkenswerten Charakteristik die guten Eigcnichaite» Minnas, ihre Auiopfcrungsfähigk-it uns praktische Tatkraft gerühmt. „Allerdings," fährt sic dann sort, „um später IN riiicm Leben von Kamps, Entbehrungen und der ärgsten Proia noch so viel Atem zu bcbalteu, um trotz allem mit einen, Manne wie Wagner Schritt hatten zu können, ihm stets ebenbürtig zu blechen, dazu hätte es vielseitiger Naturanlagen und einer Schwungkraft bedurft, die die gute Minna wohl nie besessen, jcdcniallS zu vileqen nie die Muße gehabt hat. Ter Kern war vortrefflich. Tie Welt ivirb cs nie eriohren, was diese gute treue Proletarierscele Alles für ihren Mann gethau hat." Nachdem Minna selbst Frau Wesenoonck ausgesucht hatte, schreibt sic an Emlna am >4. Juli 1854; „'Keilt lieber Man» konnte recht gut sein und mir meine schmerzen lindern, wen» er sich nicht von geioissen Menschen herum bolen ließ, sein Her, ist gut, aber sehr schwach! Daher kommt eS auch, daß er mir ist, reckt liebe gute tröstende Briese schreibt abeck mir auch noch älterer die bösesten gemeinsten Sache» brieitich zuschleudcrt. Andere in den .Himmel erheb! und mich in Grund und Boden tritt. ToS, meine liebste Emma, krißt mir noch mein Her, ab! Weinen kann ich über diese Gemeinhcite» nur sehr selten und das ist für mich sehr schlimm; aber eS würgt mir mein Herz i», Leibe herum, als ob eS ab-,edreht würbe. Aus Deinen freundschaftlichen Rat damals, war ick, bei der bewußten Frau, benahm mich ganz, wie wir beide nicht anders gekannt, d. h. nobel, fte war auch höchst dankbar inrd freundlich gegen mich, begleitete mich noch Hand in Hand bis an die Treppe .und Alles war abgemacht und gut, lnnierher jeooch, hat i,c fich'S anders überlegt, ihrem Mann Intt sic gesagt, ich hätte sie furchtbar beleidigt, ohne ihm ,edoch die reinste Wahrlieit über das gepflogene Be-hältniS gesagt zu haben, zu Richard hat sic min gar ein Hallo gemacht tvie tief und abscheulich ich sie gekränkt, trotzdem ich delikat genug war dieser Frau nicht einmal den verhängnisvolle» Brie) zu zeigen, den ich ooch in meiner Tasche trug." Klagen über ihre» Mann wechseln dann mit Beteuerungen, di- erkennen lassen, daß sie noch immer a» ihm hängt. „Ich lebe lehr cingeschränkl und sitze dennoch auf dem Trockenen," schreibt sie am 21. Dezember 185!, „mein guter Manu schein! in Venedig selbst sehr viel zu gebrauchen wie das stets der Fall ist, wenn er allein lebt, daß nichts ihr mich übrig bleibt. Neujahr sollte ich Geld von ihm zugewiescn bclommcn, gestern jedoch schreibt er mir, dast er es selbst nöthig gebrauche, reckst hübsch das, doch ich beschcide mich und werde nick,t gerade Hunger sterben, wenn ich »ur Tach, und eine warme Stube habe, Richard ist viel lrauk in Italien, erst dorbie ihm ei» gastrisch nervöses Fieber, das ihn 12 Tage in dos Bett bannte. Seit beinahe 5 Wochen hat er eine große offene Wunde am Bein, die iorlwährend eiderie und heilige Schmerzen dabei empiand, Ter verhängnisvolle Tt>sto»' den ich seines Anlasses ivegen gar nicht liebe, scheint nur mit große» Unterbrechungen und Anstrengungen in das Leben gc- rusen werden z» können. Wollen sehen was bis dahin noch alles gcschieo. Mir icheint es als ob bei solchen Arbeiten kein Ollück dabei wäre, vielleicht irre ich mich hierin, wir wollen daher sehen, toas das Ende bringt und ob diese Oper den Leuten gefällt, ick, wünsche es von Herzen!" In, folgenden Jahre, alS noch eine letzte Wiederversöhnung der beiden Ebcgattcu ersolgr, sucht sie ^,zu vergessen und gesund zu werden," denn die Ausrcguugen haben ihre Hcrzenskraukheit sehr verschlimmert; „Meinen Mann Mit einem anderen tauschen, möchte sch nicht um eine Welt, im Gegenthcil, ich möchte in Ruhe und Frieocn in einer Ecke der Well mein biS'Tn Leben vollend verbringen, glaube das," Begeistert schreibt iie von der ersten Ausführung des .Lohcngrin" in Dresden »nd fährt dann fort; „Ich muß mich öfter an .Richards Werken erheben und erkrättigcn, sonst könnte sch keinen freundlichen Blies an ihn schreiben unter uns gesagt.) An mir hat er geiviß eine glühende Verehrerin seiner früheren Werke; mir ist als hätte ich sie mitgeschaffen da ich ihn Während dem vtlegen, alle häuslichen Sorgen alles» put meine Schultern nehmen durste. Wie so .ganz anders ivar es in den letzten Jahren unteres Beisammenseins." Sic begleitet dann Wagner aui seiner Reise nach Paris und pflegt ihn, als er dort erkrankt. „Leider ist Richard ein lehr ungeduldiger Patient der selbst dann, immer seinen Un- muib gegen mich auSströmetl läßt. Nichts will er bullen, wenn man ihn güttlich etwas einredet." Doch ist sic auch hier sehr unglücklich, da ihr Mann sic vernachlässigt. „In Paris ist mir durchaus nichts Gutes begegnet." lautet ihr Resümee dieser Reise aus Dresden vonl 15, Dezember 1861, „erst Umzug. Richards Kranckheip, Tannhänser Affäre — böse Laune von weiten R, dann Einvacken und wieder Abreisen, da hast Tu alle Meine au- genehmeu Erlebnisse von dort; die Schlimmsten ,edoch verschweige ickt Dir," „Am 24, v, M. ivar der Tag unserer sogenannten Silbernen Hochzeit, den ich sehr traurig (solo' verbrachte. Könnte ich diese 25 Jahre aus meinem Leben streichen, daun vielleicht würde ich auch wieder lustig. Nun, man muß sich nicht versündigen und inimcr noch froh sein, daß einem das Fell nicht lebendig über die Ohren gezogen worden ist . . . Bis lünitigen Avril bleibe ich hier, wohin ich dann meinen Wanderstab lenke, wissen die Götter! DaS Alles dankt man den Tristan'S." — Echo der Franc narbe i-t. DaS russische Pi j - i,i fte ri» nt für Wege und Verkehr hat einen Erlaß crös'net, wonach den Vllwaltungen de-, Moskauer Eifenbahnbezirks gestattet wird, unter gewissen Beschränkungen weibliche In- ge »teure anznstellcn. - Die Genossenschaft „Die Frauen. Wohnung" faßte aut ihrer letzten stark besuchten Generalver- sammlung einstimmig den Beschluß, ihre Anteilscheine aus 200 Mk. zu erhöhe». Diese Summe darf in monatlichen Raten von 9 Mk. eiugczahlt werden. — Das österreichische Unterrichtsministerium hat vor lurzem an di; Landesschulräte einen bc- merlenswcrtcn Erlaß gerichtet. Dieser Erlaß berechtigt auch ledige Lehrcrmuen, sich in Zukunst im amtlichen Verkehr „Frau" zu nennen. Ter Entschluß des Ilnlerrichtsminifteriums stützt sich auf eine Rundsragc an die österreichisch.-» Landesschulräte, die isch der Festlegung des Titels „Frau" gegenüber sympathisch stellen und sie als wünschenswert emptebleu. - Ter Deutsche Schrill- st e l l e r i n n e n b u n d beabsichtigt vom 28. -ns 90. Juni aul der Buchgewerbe-Ausstellung Leipzig eine» Kongreß zu ver- anstalteu und ruft damit zum ersten Male alle deutschen Frauen der Feder zu gemeinsamer Arbeit und zum Zuiammenschluß aus. - - Die A r m c II d i r e k t i o u Berlins beschloß, dem Bor - nlulldschastsamt Berlins zur llnterstützung , unger Mütter die Summe von 9000 Mk. zunächst einmalig zukommen zu lassen. — Der Kaufmännische Verband für weibliche Angestellte hielt vom 21. bis 22. Mai seine .Hauptversammlung zu Berlin ab und »eierte zugleich sein 25jähriaes Bestehen. Bekanntlich bat dieser Verband eine Jugendobtci- l u n g geschaffen, die den Zusammenschluß seiner jugendlichen Mitglieder mit gleichaltrigen Kolleginnen bezweckt und beruiliche Inte resse», Wandern und anderen geeigneten Sport fördern will. Die erste Gruppe bildete Stettin, dem bald als größte Gruppe Berlin folgte. Letzteres ist nun die Zentrale mft einer besonderen AuSlunit;nette, die allen anderen Gruppen im ganzen Deutschen Reich mit Rat und Tat -ur Seite steht. — Am 15. Mai feierte die Frauenaruppe Berlin für dos Deutschtum im Ausland Allgeni Schuloerern) ihr 25jähriges Bestehen. nmrwljntüji) in Stahl ausqeführt. um bem Fahrzeug gröfjtre Frstig- ftit }u verleiben. ES besteht nickt ans O-nerringen und eiirer festen an der Peripherie dieser Querringc liegenden Gerüstkonstrnktivn wie beim „Zeppelin" und „Schütte.Lanz", sondern aus sowohl in der senkrechten als auch in der wagerechten Mittelachse durch lausenden Länasträgern, die lediglich durch Querschotten in ihrer Lag« su einaitder geltaltcn werden. Es können, daher auch keine tuaclfdmtiaen GaSballonetsPerwendimq linden wie in den Zeppelin« luitschissen, sondern es snid langgestreckte, schlaucharttgc Gasbehälter vorgesehen, die sich zwischen oen Mittellängsträgcrn erstrecken. Ob das erbeblich gröbere Gewicht der testen Stablkonstrnktion Mid die Anordnung langgestreckter Ballonets den bisherigen Systemen gegenüber Borteile bedeuten, mui; erst die Praris ergeben. Man sicht daher mit Interesse dem Ban des Nnger-Schisses in Gotha entgegen l ein Konsortium beabsichtigt, hier ein Stahllustschiss uou 150 Meter Länge und 24 000 Kubikmeter Gasvolnmcn herzustel len. Zum Antrieb des 19 800 Kilogramm schweren Lenkballons sollen 5 Motoren von je 100 PS eingebaut werden. Nachdem das erste Schütte-Lanz-Lnilichifs bei den Probefahrten verunglückt ist, hat man bei dem Neubau die gemachten Ersah runaeu gebührend in Rechnung gezogen. Das, neue Militärluit- schiff ,,<ä L 2" hat beim auch seine erste grobe Dauerfahrt von Mannheim über .Hamburg, Berlin »ach Leipzig zur Zufriedenheit der Heeresverwaltung ausgesübit. Es wurden in 20V; Stunden etwa 1700 km zurückgelcgt. Wie aus allen anderen Gebieten der Technik, wird auch in der Luitschissahrt der rastlose Wetteifer der konkurrierenden Systeme dazu beitragen, das Luftschiff durch fortgesetzte Verbesserungen immer mehr zu einem zuverlässigen Verkehrsmittel und vollwertigen Kriegsiustrument aussubildcii. verenisnachrichte«. — M ä n n e r - T u r » v e r e i». Nachdem schon bei den vor kurzem in Gießen von dem Nercin kür Rasenfoiele veranstolteten Ivorlliche» Erstlings - Wettkämvieii Turnern der beiden hiestaen Turnvereine gelungen war, verschiedene erste, zweite und dritte Preise zu erringen, erreichte der Turner Gustav Geisse vom Männer-Turnverein unter schärlftem Wettbewerb vorzüglich ein- geübter Svortler in Wetzlar bei den Ansscheldimgs-Wettkämpie» sür die olympischen Svielc einen schöne» Eriolq, indem er im Laus Über tboo Meter in der guten Zeit von 4 Minuten 45'/, ref. Erst er wurde. Die vertauiene Zeit ist nur »in l 2 | s Sekunden schle chter als die beste Zeit, die laut Jahrbuch der denlschen^urn- kmrst innerhalb der deutschen Tiirnerschast über die gleiche Strecke erzielt wurde. ** Wandervogel, lieber Pfingsten hält der Hessenggn des Wandervogels. E. V., seinen Gautag in Wetzlar ab. Gietzener Strafkammer. Gießen, 29. Mai. Wegen Vergehens gegen das Lottericgcsetz wurde der Kaufmann M. N. aus Hamburg zu 150 Ml. Geldstrafe verurteilt. Er betreibt gewerbsmäßig den Losehaudel und hatte im Dezember v. Js. Lose der Hamburger Stadtlotterie, die im Groß- berzogtum Hessen nicht zugelassen ist, dem Metzger W. in Friedberg angeboten und einen Gcwinrwlan dieser Lotterie zugesandt Das Schöffengericht batte ihn zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt: auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde diese Strafe mit Rücksicht darauf, daß er schon sehr häufig wegen Lotterievergeheu bestrast worden ist, um 50 Mk. erhöht. Zurückgewiesen wurde die Berufung dt« Handlungsgehilfen I. K. aus Grünberg, der vom Schöiiengericht wegen fahrlässiger Körververletznng zu zehn Mark und wegen Radfahrens ohne Later ne zu ti Mk. Geldstrafe verurteilt worden war: wegen der ersten Verurteilung hatlc der Angeklagte Berufung eingelegt. Die Strafkammer stellte in lleberein- stimmung mit dem Schöffengericht fest, dab der Angeklagte Sonntag, den 26. Oktober v. IS., auf der abfallenden Straße zwischen Lauter und Grimberg den 63jährigen K. aus Grünberg mit seinem Rade umgefahren hat. Beide Gerichte fanden die Fahrlässigkeit darin, daß der Angeklagte in schnclleui Tempo ohne genügend west auszubiegen, versuchte, au dem erschreckten alten Mann vorbeizufahren. Freigesprochen wurde der Zimmermanu H. E. aus Inheiden. Ihm war zur Last gelegt: 1. drei der Grube „Friedrich" gehörige Eichenhotzbietter im Wert von 3 Mk., 2. dem Zimmermanu F. in Uwhe verschiedene Werkzeuge und 3. einen der Grube „Friedrich" gehörigen Knpter- kessel im Werte von 40— 50 Mk. ans einem Gebäude mittels Eiu- steigens gestohlen zu haben. Seine Schntzbehaubtnng, die Bretter im Auftrag von Grubenbeamteu verarbeitet zu haben, konnte nicht widerlegt werden: ebenso konnte mau seine weitere Schntzbchanp- tung, er habe die Werkzeuge nur gewissermaßen als Psaud wcg- geiwmmen, um den Ziuimermann F„ seinen Schuldner, zur Zahlung seiner Verpflichtungen zu veranlassen, nicht entkräften, so hast er in beiden Fällen aus subjektiven Gründe» ireigcsprochcu lucrdcn mußte. Bezgl. des Kupferkessels war der iimsaiiqreichc Indizienbeweis, der zwar ein hohes Blaß von Verdacht lieferte, doch nicht so schlüssig, daß eine Verurteilung erfolgen konule. Zu 2 Wochen Gefängnis wurde der jugendliche Ichrcibgchilsc E. M. aus Borsdorf wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug, Unterschlagung und Diebstahls verurteilt. Er hotte eine Zahlungsanweisung über 37 Psg, unberechtigterweise mit dem Namen des Gerichtsvollziehers R. unterschrieben, den Betrag erhoben und sür sich behalten: ferner hatte er von 15 Mark, die er für jenen eingenommen hatte, nur 10 Mark abgeliefcrr. Endlich hatte er 2 Mark seinem späteren Prinzipal aus einem Portemonnaie gestohlen. Wegen Diebstahls im R ü ck s a l l e wurde der Weißbiuocr P. B. aus Tilliugen, Kreis ObertaunuS, zu 6 Monaten Gesänguis verurteilt: er hatte im Februar d. I. seinem damaligen Dienstherr» eine Mardenallc wcggenommcn und sie zu verkaufen versucht. Bllchertijch. — T r. T ha dd ä ii s En g c r I' s m o d c r u i st l s ch e V o r - träge sind nunmehr gcjammelt im Verlag Gebrüder Mcm minger G. m. b. H. in Würzburg erschienen. Die umfangreiche Schrift des chem. kathol. Theologen enthält vier Vorträge. Der erste Vortrag, betitelt der deutsche Modernismus, ist der ernsthafte Versuch, nufere Daseinszwecke und Lebensformen aus der Menschheitsgeschichte aller Zeiten zu erlenneu. — Im 2. Vortrag über Geburt, Hochzeit und Tod im Glauben der Menschheit cntwirst Engcri eine bedeutsame Skizze. — Ter 3. Vortrag beschäftigt sich mit dem Thema: Eid oder Meineid? Hier zeichnet der Verfasser in scharfen Umrissen die Unvereinbarkeit des Mo- dcrnisteneides mit den Prinzipien der Wissenschaft und der Sittlichkeit. — Im 4. Vortrag malt Engcrk die svärlichen Züge des 'JesuHildes, die einer wissenschaftlichen Kritik standhakten. Den Schluß des Werkes bildet die Jungiranengcburt. AirchUche Nachrichten. Evangelische ÄenieinLe. 1. P s i n q st s e i e r t a q, den 3 1. M a i. Kollekte für die keisiiche ^utperstiftung. Gottesdienst. 2n der Ztadtkirche. Vormittvq? st Nbr: Vtcnrer S elf w a b c>. Vornnttnqs 9^ Nhr - Pfarrer I>. Schlosser. VormiNnps 11 Uhr: Äin&cvfirclje iiir Matthäus- und Markus- qemeinbe qemeinfam Piarrer D. Schlosser. 3n der )ohanne;kirche. Vor'nittacfs st Uhr P'arrer A n s » e l d. Vormittags 9'/, Uhr: Piarrer V e ch t o l s h e i m c r. Beichte und heiliges Adendmahl inr Lukus- und Johannes- gemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten. Vorn'ittags 1114 Uhr: 5liuderkirche für die Lukasgemeinde. Psarrer B e ch t o l s h e i m e r. 2. P f i n g st s e i e r t a a . den 1. Juni. In der Ztadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Ptarrafsistent $> o f f in a n n. Vormittags 9 1 ', Uhr: Pfarrer Sch,vabe. Beichte icnd heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus gemeinde geineinsam. ?lnmeldung vorher bei dein Psarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Zohannerkirche. Vormittags st Uhr: Siebe Stadtkirche. Vormittags 9'/, Uhr : Pfarrer 2l u s s e l d. Vormittags 11 Uhr: 5linderkirche für die IohanneSgemernde. Pfarrer ^l u 3 f e l d. Evangelischer Gottesdienst. Kilchberg: 1. Pfingstjeiertag, den 31. Mai, vormittag- 1^10 Uh^ Pfarrassi flent öüffma n n - Giegen. freier des heil. 'Abendmahls sür Stauienbcrg.'. Nachinittags ' .2 Uhr. Dekan G u ß ni a ii n. 2. Pfingslfeiertag, den 1. Juni, vormutags '/flO Uhr Dekan Gußrnan n. Katholische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag, den 30. Mai: Nachmittags uni 5 Uhr und abends mit st Uhr: Gelegenheit zur beil. Beichte. Sonntag, d e n 31. Mai, Pfing st-Sonntag: Vormittags von 6 1 /. Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. 9 uni 7 Uhr: Tie erste hl. Messe. um st Uhr: 'Austeilung der hl. Kommunion. m mn 9 Uhr: Hochmut mit Predigt. * um 11 Uhr: Hl. Blesse mit Predigt. Militärgotlesdiensi. Nachmittags um 2 Uhr: Feierliche Vesper mit Segen. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit äuv hl. Beichte. Montag, d e >i 1. I n n i , P f i n g st - M o n t a g: Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. , um 7 itlir: Tie erste beil. Messe. „ um 8 Uhr: Austeilung der hl. Komntunion. „ „9 Uhr: Hocbamt mit Predigt. „ „ 11 Uhr: Dl. Dlesse mit Predigt. Militärgottesdienst Nachmittag- um 2 Uhr: Fest-')lndacht mit Segen. Nnchinittags um 5X Uhr: Gelegenheit, italienisch zu beichten. Freitag vorntittag um 0 Uhr ist Segensmessi'. I n n g - D e n t s ch l a n d -» B u n d. Anläßlich der ersten ösfent- lichen Tagung des Jung-Deutschland-Bundes fanden anr der im- gesä/ir 10 Kilometer vor Stuttgart gelegenen Solitüde ,^riegs- üvungcn statt, die mit einem Sturm ans daii schloß Solitüde und daranisolgender Parade vor S M. Äönig Wilhelm II. von Württemberg endigten. Anschließend an diese Hebung, die an die Ausdauer der.Jungniannschafteu große Anforderung stellte, aber auch bewies, daß in unserem Nachwuchs ein durch und durch gesunder Hern steckt, wurde die Feldkost an Ort und SteNc ein-- genommen, um den lwngrig geuwrdenen Magen zu ihrem wohl eruorbenen Rechte zu verhelfen. Nicht weniger als l!000 Portionen Erbsensuppe mit Reis waren hierzu nötig geworden. Das Material, sowie die .ganzen .^ocheinrichtungen waren von der be- kanrten Rotti-Gesellschast in Pßünchen gestellt, die auch bereite billigst die Fertigstellung der Suppen übernommen hatte. Die immerhin schwierige Aufgabe, .3000 junge, hungrige Magen innerhalb oO Minuten zu befriedigen, wurde glatt gelöst, trotzdem alles kricgsniäßig im Freien abgekocht werden mußte. Jeder einzelne Teilnehmer erhielt zum Andenken an die Hebung eine hübsche Fahne in den LandcSsarben und seitens der Rotti-Gesell- schasr m. b. $>. noch einen Karton, der- als Muster der verabreichten Feldkost je einen Suppenwürfel, .Saueenwürfel, Bouillon- rofirfeff, sowie ein Fläschchen Rottii Suppenwürze enthielt. sl 3 % Ter Kinder bester Schuir acacn Krank?>eit ist außer Sauberkeit und Abhärtung eine einsachc. regelmäßige Ernährung. Zu letzierer wählt eine kluge M"tter das Nestle sche Kindermehl, eine naturgemäße, leicht verdauliche und gern genoiumeue Nahrung, welche die Kleinen vor Darni' und Alageukatarrhen schuht und das Entwöhnen bedeutend erleichtert. Probe und illustrierte Broschüre gratis und franko durch 9teitle's Kindermehl G.m.b.H., Berlin W. 57 Standesnmt-nack ricirten. Gießen. Ausgebote: Mai 22. Herinann Waldemar Glaescr, Friseur in Horstmar, mit Berta Maria Zablonski in Lünen. — 25. Wil heim ReuU, Hilssheizer in Holzpeim, mit Margarete Kubl in Staufenberg. — 26. Friedrich Ernst Otto Adols Conrad, Kaufmann in Frankfurt a. M., mit Elise Karoliue Elisabetha Ottilie Maria Franz in Laubach. Eheschließungen: Mai 2ä. Wilhelm Scheidt, Dekor« teur, mit Minna Lather, beide in.Gießen. — Otto Hermann £atob Schmidt. Bureaugehilse, mit Frieda Marie Christine schnecko, beide in Gießen. — Karl Heinrich Max Eduard 6!eorg Eid mann, Monteur, mit Lina Wilbelmine Katharine Wagm'r, beide in Gr^n. — 25. Hans Kaspar Nabholz, Landwirt in Pfessmgen (Schweizk, mit Anna Lächler in Gießen. Geborene: Mai 16. Dem Wächter bei dem Wach- und Schließinstitut Heinrich Leib ein svhu. Wilhelm Karl. — 19. Dem Schrcibgehilfeu Wilhelm Größer eine Tochter, E!ly Karoliue Elisabeth. — 20. Dem Schreiner Wilhelm Ludwig Döring einsohn, Georg Wilhelm Ludwig. — Dem Chauffeur Friedrich August Schnöring eine Tochter, Adele Klara Paula. — Dem Schlosser Emil Philipp Adam Sieck eine Tochter, Elisabeth. — 21. Dem Bibliothekar und Privatdozenten Dr. Hugo Hepding eine Tochter, Gertraut. — Dem Hausburschen Karl Boruträger ein Sohn. — Dem Kausmann Friedrich Wilhelm Pohlmaun eine Tochter, Wil- hckuiue Amalie. — Dem Schlosser Heinrich August Meyreiß eine Tochter, Marie Auguste. — 25. Dem Schausteller Hermann Wall- dort ein Sohn, Oskar Alfred. — 26. Dem Fabrikarbeiter Friedrich Karl Kr um bieget eine Tochter, Aiinna Elise. — 27. Dem Spczial- arzt Dr. Carl Klein ein Sohn, Carl. Sterbefälle: Mai 21. Adam Zugschwerdt, 73 Jahre alt, Licher Straße 74. — Friedrich Georg Krausmüller, 1 Jahr alt, Rodheimer Straße 41. — 22. Lina Peter, geh. Tickarö, 61 Jahre alt, Schanzenstraße 8. — Meta Hengst, geb. Palm, 58 Jahre alt, Wilsonstraßc 8. — 23. Susanne Griesbach, geh. Walther. 61 Jahre alt. Ederstraße 13. — Wilyclmine Moll, geb. Graf, 73 Jahre alt, Seltersweg 56. — Kommerzienrat Georg Wortmann, Rentner, 84 Jahre alt, Lubwigsvlatz 11. — Katharine Hatch. 89 Jahre alt, Licher Straße 74. — Johann Georg Heinrich Karl Schmidt, ohne Beruf, 38 Jahre alt, Lahnstroße 9. — .25. Ludwig Nickel Kaufmann, 50 Jahre alt, Walltorstrahe 43. — 26. Karoliue Heyne, geb. Bmgkl, 45 Jahre alt. Walltorstraße 5. — 28. Johs Heiß, 63 Jahre alt, Licher Straße 74. Bersrod. Eheschließungen: Mar 24. Heinrich Döring, Landwirt m Bersrod, mir Anna Wenzel in Harbach. Butzbach. Aufgebote: Mai 19. Rudolf Heist, Kreisamtsgchilte in Heppenheim «'Bergstr. , mit Henriette Emma Hoifmeisier in Butzbach 23. Heinrich Weißbrot. Fabrikarbeiter, tust Franziska Bunzek, beide in Eußerthal. — 25. Karl Jakob Wikhelni Bager, Apo' theker in Schwenirmgen a. N., mit Biargaretc Seipel in Darm- stadt. Eheschließungen: Mai 16. Wilhelm Ferdinand Stahl. Kaufmann, mtt Lina .Schmidt, beide in Butzbach. — Nikolaus Holstein, Fabrikarbeiter, mit Maria Katharina Lemp, beide in Butzbach. — 23. 2ldam Philipp August Wedler, Zimmermanu, mit Katharina Elisabetha Schmidt, beide in Butzbach. Geborene: Mai 10. Dem Baugewcrlsmeister Louis Krch ein Sohn, Fritz Karl. — 13. Dem praktischen Arzt Tr. med. Hans Karl Konrad Ohnacker ein Sohn. - 14. Dem Wäscher Ludwig Schmitt eine Tochter, Gertrude Margarete. Friedberg. Aufgebote: Mai 21. Konrad Streite, Schlosser in Frankfurt a. M., mit Emma Roth in Assenherm. — 23. Hermann Heinrich Jünger, Wirt, mit Barbara Kunigunda Branz, beide in Fricdbcrg. Geborene: Mai 17. Dem Eiscubahnschaffner Heinrich Born ein Sohn. Heinrich. — 18. Dem Dienstknecht Johann Georg Aßmann ein Sohn. Ostvald. — 19. Dem Schneider Roclot Meilidert Winterwerp eine Tochter, Maria. — Dem Bäcker Christian August Stößiizger eine Tochter, Ilse. — 20. Dem Maler Wilhelm Hain eine Tochter, Johanna Eva. ^— 22. Dem Maschinensetzer Adolf Ruppel eine Tochter, Helena Katharina. — 24. Dem Bürstenmacher Rudolf Friedrich Paul Heinrich Sckultz eine Tochter, Hildegard Charlotte Erna Margarellfa Sterbcfälle: Mai 23. Ennlie Elisabetha Heck, Privatin, 77 Jahre alt. — 25. Paul Friedrich Karl Debert, Taglöhner, 41 Jahre alt. Büdingen Geborene: Mai 15. Dem Küfer Heinrich Herzinger ein Sohn, Otto. — 20. Dem Handarbeiter Konrad Scheller eine Tochter Katharine. Tterbesälle: Mai 25. Christian Albrecht, Handarbeiter, 67 Jahre alt. Grotzen-Buseck. Eheschließungen: Mai 12. Ernst Zehr, Hütlenarbciter, mit Anna Merz, beide in Großen-Buseck. Geborene: Mai. Dem Zugabtertiger Heinrich Horni eine Tochter, Marie. — Dem Landwirt Heinrich Wagner XVI. eine Tochter, Lina. Grotzen-Li'noe». Geborene: Mai 22. Dem Hilfsbremscr Wilhelm Ferdinand Rinler eine Tochter, Emilie. Hausen. Eheschließungen: Karl Keßler, Maurer aus Garbenteich, mit Maria Schäfer. Geborene: Dem Taglöhner Hemrich^Trüller ein Sohn, Heinrich. — Dem Metzger Karl Walther ein Sohn, Georg. Sterbesälle: Ästaria Katharina Elise Schienbein. Heuchelheim. Eheschließungen: Mai 24. Karl Lückel, Installateur in Rödgen, mit Lina Gilbert in Heilchelheim. — Louis Rinn IV., Landwirt, mit Katharina Reuschling, beide in Heuchelheim. Geborene: Mai 10. Dem Mechaniker Friedrich Bender eine Tochter, Anna. Hungen. Aufgebote: Hermann Sames, Anstreicher, mit Martha Mittmann, beide in Düsseldorf. ^ Geborene: Mai 17. Tein Bergmann Philipp Geißler ein Sohn, Waller. — Dem Landwirt Hermann Moll ein Sohn, Hermann. — Dem Weber ei technikcr Peter Joses Hubert Dortants ein Sohn, Hans Kurt. Laubach. Ausgebote: Mai 26. Friedrich Ernst Otto Walt Conrad, Kanimaun in Frankfurt a. M., mit Elisabethe Karolme Elise Ottilie Marie Franz in Lanbach. Sterbesälle: Mai 24. Johannes Frei III., 72 I. alt. Lauteröach. Aufgebote: Mai 20. Ferdinand Joses Kübel, Schlosser in Laitterbach. mit Joiesinc Luise Kübel in Fechenbeun — 25. Friedlich Wilhelm Best, Postaisiitent in Rüssclsheim, mtt Luise Katharina schwarz in Lauterbach. Geborene: Mai 18. Dem Metzger Karl Hedrich eine Tochter, Marie — 25 Dem Lokomotivheizer Joset Weber ein Sohn Ioief^Leo. Sterbefälle: Mai 21. Louis Schaaf, Wirt, 50Jahr alt. Leihgesker». Aufgebote: Mai 8. Karl August Friedrich Brimotte, Me- chaniler, mit Marie Laux, beide iu Leihgestern. Eheschließungen: Mai 23. Georg Väth, Bahnarbetter, mit Christine Borger, beide in Leihgestern. Geborene: Mai 9. Dem Bahuarbeiter Heinrich Seel tf Sohn. Heinrich. — 12. Dem Hilssschassner Karl Seipp ein Soch^ Albert. — 21. Dem Bahuarbeiter Georg Laux II. eine Tochter, Elsa.^ Sterbesälle: 23. Mai. Daniel Funk. Fabrikarbeiter, 39 Jahre alt. Lollar. Geborene: Mai 21. Dem Hüttenarbeiter Adam Kühl ein Sohn, Walter Alexander Heinrich. — 23. Dem Former Daniel Riedel ein Sohn, Ällberl. Londorf. Sterbesälle: Mai 21. Margarete Fanlstich, geb. Fabel, 87. Jahr alt. Schotten. . Sterbesälle: Mai 22. Margarethe Meyer Witwe, geb. Wagner, 88 Jahre alt. Steinbach. Geborene: Mai 9. Dem Maurer Heinrich Ludwig Schmitt ein Sohn. Heinrich. — 19. Dem Maurer Konrad -chmitt eine Tochter, Anna Marie. — Dem Waldarbeiter Karl Friedrich ein Sohn, Adolf. Watzenborn-Steinbera. Eheschließungen: Mai 23. Ludwig Happel III., Landwirt, mit Emma .Harnisch, beide in Steiirberg. Geborene: Mai 22. Dem Lackierer Georg Buß eine Tochter, Anna. Ilrbcrall hört inan, wie gut Scotts Emutflsn ist. Ueberall hört man, wie gut Trotts Emulsion ist. Dem stimrire auch ich gerne bei, nachdem ich die ausgezeichnete Wirkung des Präparates an meinem Töchterchen Anna selbst crsahren habe. Das Kind konnte mit 20 Monaten noch nicht laufen, sah stets blaß aus, und seine Entwickelung wollte nicht lwrangehen. Hier hat Scotts Emulsion schnell und gründlich geholfen, denn nach wenigen Flaschen hatte die Kleine um 6 Piund zugenommen, Bäckchen wie Milch und iöiiu bekommen und eifrig mit Gehversuchen begonnen, die bald zum selbständigen Lausen führlcn. Beim Anblick der Scotts-Emulsionsflaschc lacht sie gleich voller Freude, kurz, sic ist ein frisches, fröhliches Kind geworden. Man lasse sich durch die billiger angcbotcnen Nachahmungen nicht täuschen, sondern bestehe auf Scotts Emulsion, denn überall hört man, wie gut sic ist. ScorrS Emulsion wird von un« auöskdlieb'.ii >a, großen verkauft- und zwar nie lose nacti «aiewichl oder Mai;, 'vndern nur in vcrsicflclieir L)rigi»alflasche>r in Marion mir unserer Stbutzmorke (f^irtier mit dem Dor'ch) Scott & Bowne, G. m, b. H, Frankfurt a. M. Gehalt, ft.: fZeinster Mkdizmal-6ebcrtrair 150.» prima Dlnzerin 50,0, unrerpbotpliortgjaurer Kalk 4,3 uulei-vhokspborigsaurcL 'Jtatron -./x imlo. Tragaur 3^), feinster arad. Gummi valv. 2,0. 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Ziehung S. Kl. 4 . Preuss.-Säddentsche (230. Königlich Preuss.) Klassen-Loiterte Ziehung vom 7? Müi 19U naebmiiUgs. AaT Jede reToeene Jammer nfnd mei g,«leh hohe «e- wlnne gersHtm, «uri zwar einer »af die Low gleicher Jammer I» den be iden Al tollan?en I and II Nur die Qewinne Über 240 Mark sind den beireffenden Nummern in Klammern beigefügt. (übte Oewilir.) 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