Die heutige Nummer umsaht 18 Seiten. Tagcskalender aus -cm Jahre 1814 . 30. Mai: Erster Pariser Friede. Frankreich erhält seine Grenzen von 1792. Deutsche Patrioten hatten vergebens die Rückgabe von Elsaß-Lothringen an Deutschland erholst. Zum Pfingstfest. Die Bezeichnung als das „liebliche Fest" ist für das Pfingstfest zu einer sprichwörtlichen geworden, und wir wün- sözen gewiß alle, daß der Ucbergang vom Wonnemonat zum Brachmonat auch diesmal halten möge, was wir uns von ihm versprechen, Tenn an diesem Hochfest des Frühlings treibt es uns — und gerade vor allem den Städter, der nicht in so inniger Verbindung mit der Natur lebt wie die Landbewohner — hinaus ins Freie, Wie ein einziger, mächtiger Himmelsdom erscheint uns die Erde, worin Millionen und Abcrmillionen von Menschen in feierlicher Andacht sich zu einem Dun versammeln, das bei aller Pfingstfröhlichkeit doch auch eine Art Gottesdienst darstellt. Und eben deshalb hat die Kirche leinen Anlaß, diese psingstlichen Wallfahrten zu beanstanden, Tie natürliche, sich gleichsam von selbst ergebende Bedeutung des Psingstscstes als der Frühlingsseier steht ja nicht etwa im Widerspruch zu der kirchliche» Bedeutung des Festes, sondern vielmehr in vollem Einklang mit ihr. Das Pfingstfest ist das Fest der Erinnerung an die Ausgießung des heiligen Geistes, Dieser aber ergießt sich auch jetzt noch wie zu den Zeiten der Apostel über die Menschheit, Wir müssen ihn nur verstehen lernen, uns bemühen, ihn in uns aufzunehmen, diesen heiligen Geist des wahren Ehristentnms, den heiligen Geist der Liebe und Güte, der Gerechtigkeit und der echten Menschlichkeit, Das ist.ja der Kern, ist der wahre Sinn jener Lehre, die der Stifter der christlichen Religion vor mehr als neunstehn Jahrhunderten verkündete, deren Sinn aber freilich im Lause dieser langen, wandlungsreichen Zeit oft genug verdunkelt oder entstellt worden und die auch heute noch von ihrer vollen Anerkennung weit, allzu iveit entfernt ist. An jenem ersten Pfingstfest, an dem das Christentum aus dem engen Kreise seiner bisherigen Anhänger heraustrat und zur Weltreligion wurde, ist mit der christliche» Lehre zugleich die Erkenntnis gepredigt worden, daß das menschliche Geschlecht, wieviel trennende Schranken auch im einzelnen blechen mögen, doch eine große Gemeinsamkeit bildet. Eine Gemeinsamkeit, die, wie sehr die Art und die Form des Strebens im einzelnen voneinander abweichen, in letzter Linie dem gleichen hohen Ziele zustrcbt, dem sittlichen, dem geistigen und dem materiellen Fortschritt des Menschengeschlechtes, Freilich, wer wollte verkennen, daß wir von den Zielen, welche die christliche Religion den Menschen gesteckt hat, noch weit entfernt sind, daß über die Liebe, die sie uns zum Gebot gemacht hat, noch oft genug die Mißgunst und der Haß triumphieren. Brauchen wir doch nur an die jüngsten unfreundlichen Auseinandersetzungen auf dem Gebiete der internationalen Politik zu erinnern, um zu zeigen, daß das Gebot „liebet euch untereinander" jedenfalls für die Natio neu, die nicht in Ententen oder Bündnisse zusammengeschlossen sind, nicht gilt und oft genug auch — wie ebenfalls Vorkommnisse der allernencsten Zeit erweisen — selbst für die Bundesgenossen nur nnvollloinmen. Noch immer entscheidet über Recht oder Unrecht im Völkcrleben — die Um Wälzungen auf dem Balkan haben uns dafür blutige Be weife geliefert — in höchster Instanz der blutige Zweikamps der Nationen, und wir wissen, daß ebenso wie die beiden ersten Friedenskonferenzen auch die in Vorbereitung befindliche dritte nicht den Grundsatz aus der Welt schaffen wird, über den unsere Entwicklung eben noch nicht hinausgckvm- men ist: das letzte Heil, das höchste liegt im Schwerte! Aber dürfen wir uns darüber ivundern, daß die politische», wirtschaftlichen und zum Teil konfessionellen Gegensätze zwischen den verschiedenen Nationen stärker sind als das Band der menschlichen Gemeinsamkeit, wenn wir sehen, wie wenig noch unter den Genossen ckines Volkes der heilige Geist der Liebe und Versöhnlichkeit, sondern vielmehr der unheilige Geist der Unduldsamkeit und Gehässigkeit herrscht? Da mag vielleicht am Psingstsest die Mahnung stärker auf uns wirken, uns von dem unheiligen zu befreien und uns mit dem heiligen Geist zu erfüllen, mit dem Geist der Liebe und Güte, des Verstehens und der Duldsamkeit, Ter Frühling draußen, dessen wir uns erfreuen, vergeht und muß sich alljährlich erst erneuern. Die Jugend-Frühlingszeit im Leben des Menschen vergeht und kehrt nicht wieder, Ter Frühling im Gemüt aber braucht niemals zu vergehen, wenn er darin einmal Wurzeln geschlagen hat, wenn wir uns so recht mit jenem heiligen Geiste erfüllt haben, von dem das Pfingstfest zu uns spricht. Auf diesen Geist aber setzen wir unsere Hoffnung, und er verleiht uns, auch wenn manches um uns herum uns „kränket und bange macht", Siegesgewißheit, Tenn der Glaube an den Geist ist nach einem beherzigenswerten Worte „ein fröhlicher Glaube", weil er der Glaube ist an die siegreiche Macht des Guten in der Weltgeschichte, Li» neuer Sturm in Albanien? Durazzo, 29, Mai, Starke Gruppen von Aufstü n - di scheu sammeln sich bei Tirana, In Schiak herrscht große Erregung, doch ist die Lage in Durazzo unverändert, Tie Verteidigungsmaßnahmen wurden verfchärst. Infolge von Nachrichten aus Epirus sind zwei Geschütze nach Valona geschickt worden, Durazzo, 29, Mai, Die dem Fürsten treue Stadt Kuza fragte telegraphisch an, wie sie sich gegenüber der Ansstandsbewegung verhalten solle. Der Fürst erwiderte, die Stadt möge ruhig bleiben und nur im Falle eines Angriffes Widerstand leisten. Nach einer weiteren Meldung ans Durazzo besteht die Hoffnung, daß die Anfang der nächsten Woche stattfindende VerfammlungderHäupterderauf ständischen Bezirke zufriedenstellende Ergebnisse zeitigm wird. In der Bewegung, die in erster Linie einen stark mohammedanisch-religiösen Charakter hat, macht sich eine gegen die Beys gerichtete Nebenströmung bemerk!,ar, Ter internationale Köntrollausschuß beschloß im Hinblick darauf, daß die Bewegung von jungtürkischerSeite äuge zettelt und geleitet wird, die Mächte um ernste Vorstellungen in Konstantinopel zu ersuchen. Das neue albanesische Kabinett dürfte sich solgcndcrmaßen zusamniensetzen: Turkhau Pascha: Vorsitz, Musid: Justiz, Nogga: Finanzen, Arbeiten, Posten und Telegraphen, Turtuli: Unterricht, Fürst Bib Dida: Aeußcres, Achiu: Inneres, Abdib: Ackerbau, Die letzten drei hüben noch nicht zugesagt, — Der Fürst hatdie Mä chteumÄuf- stellung einer kleinen Abteilung von internationalen Truppen an der Grenze und an der Küste ersucht, D u r a z z o, 29, Mai, Terwisch Bet, E l b a s s a n i, einer der H a u p t s ü h r e r de r Au f st ä n d i s ch e n, ist nach fünftägiger (Änschließung gefangen genommen und von der Gendarmerie gefesselt in das iöefängnis von Valona gebracht worden, — Der hiesige Polizcidirektor ist verhaftet worden, tveil er das Gerücht verbreitete, Essad Pascha werde in einigen Tagen zurückkehren, — Die Für- st i n besucht die in den letzten Kämpfen Verwundeten täglich. Mexikanische Gräuel. E a g l c p a ß (Texas), 29, Mai. Eine Meldung des Re- bcllengenerals Obregon bestätigt die Nachricht, daß 35 B u n d e s o f si z i e r e, die am 24, Mai in Tcpic gefangen genommen, auf dem dortigen Kirchhof erschossen wurden, Admiral Howard und der deutsche Konsul verwandten sich für die Offiziere im Namen der Menschlichkeit. Obregon antwortete, daß damals, als der Räuber Huerta Madero ermordete, die Mächte sich beeilten, seine Regierung anzucrkennen, die Menschlichkeit aber wäre vergessen worden. Es verlautet, daß in den letzten Kämpfen bei Paredon 35Frauen,dic den Truppen folgten, n e b st 3 0 0 M a n n Bundestruppen gelötet wurden. Nach der Schlacht wurden 57 Bundcsossizicre, darunter General N u» n o z, ein Neffe von Pocfirio Diaz, hingerichtet. Untergang einer großen Dampfers. Ein schreckliches Schifisunglück auf hoher Ser, das lebhaft an das der „Titanic" erinnert, meldete gestern mittag der Draht, Noch hat irant keine ausführlichen Nachrichten darüber; nur hört man, daß ein großer Ozeandampfer mit voller Besatzung und mit vielen Passagieren »ntcrgcgangen sein soll, und zwar unter denselben Umständen, urir «inst der Schnelldampfer „Titanic" der White Star Line, das Schwesterschisf der .Lsthmpic", Auch der Ozeandampfer, dessen Katastrophe jetzt gemeldet wird, ist an einem Eisberg zerschellt. Die Eisgesahr ist ja für den Seeverkehr ersah- rungsgernäß die schlimmste, tveil der herancilcnde Eisriese leider nur zu oft viel zu spät erkannt wird uiw das Schiff iricht rechtzeitig wenden kann, um einem Zusammenstoß mit ihm rasch noch zu entrinnen. Die „Titanic" sank im April 1912, Tie Schrecken dev Katastrophe sind ja noch in aller Gedächtnis. Bei sternenklarer und windstiller Nacht fuhr der Ozeanriese mit 21 Seemeilen Geschwindigkeit, um einen Rekord zu schlagen. Obwohl der Kapitän durch Funkenspruch eines anderen Schiffes und durch Treibeis genügend gewarnt war, steuerte er mit Volldampf drauf los. Es -ertranken 1635 Menschen, Tie Schilderungen der furchtbaren Szenen, die sich auf dem Deck des sinkenden Schiffes, in den Rettungsbooten und in den Fluten abspielten, riefen in der ganzen Welt Entsetzen und Trauer hervor. Man ineldet uns über die neueste, entsetzliche Dampser- katastrophc, von der wir gestern nur noch in einein Teil der Auflage Notiz nehmen konnten: Quebec, 29, Mai. Nach einem hier eingetroffencn drahtlosen Telegramm ist der Dampfer „E m P r c ß o f I r e - land" der Canadian Pacific-Cisenbahngesellschast infolge Zusammenstoßes mit einem Eisberge gesunken. Der Dampfer hat 14 000 Registertonnen und entwickelte bei 18500 Pferde- nt. 125 Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Bettagen: viermal wöchentlich GiehenerHamiliendläUer: zweunal wöchentl.Areir- dlatt fvr den Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüffe: für die Redaktion 112, Verlag n. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießer». Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt m. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schrn Univ.-Vuch- und §teindruckcrei R. Lange. Samstag, 30. Mai OH Be; n gsor tS: monatlich75Ps.,vierteljährlich '10k. 2.20: durch Ablwle- u. Ziveigslellen moklarlich 65 Pf.: durch dieVosl Mk.2.— viertel« jdbrl. ansscpl. Bestellst. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ auswärts 20 Psemüq. Chefredakteur: A. Goey. Perautworrlich sür den polü. Teil: Auq. Goet;; sür .ftemlletou-, „Vermischtes* uud„Gerichts» saal": Karl Neurath; sür ^Stadt und Land-; Redaktion, Lrpedilion und Druckerei: Lchulstraße 7. Anj-ignucü:' Spaziergänge durch die Gewerbeausstellung. iu, Gießen, 30. Mai. Bevor wir UnS dem zweiten Stockwerk des Hauptgebäudes zluwendcn, das in manchen Einzelheiten noch nicht völlig vollendet ist, wollen wir uns erst einmal auf dem übrigen Gelände lumschen und beginnen dabei zweckmäßig mit dem Platz vor dem Haus 1. Hier haben die Erzeugnisse der Stein Industrie Platz gefunden. Die Großh. Bürgermeisterei Gießen führt in gefälliger Ausführung Splitt, Pflastersteine und eine mächtige Basaltplatte vor. Die Ätzs fischen Stern brache G, mb. H. Londorf bei Gießen bringen Basaltlava (Lung- stein' ans "den BrHchen bei Londorf und Basaltlavatuff aus dem Bruche Michelnau bei Nidda. Die M a r b u r g e r r c t: ä ft c i n- brüchc Dreihausen haben in Form eines Kammes ihre Basalt- und Pflastersteine ausgebaut, Hch, R e u ß. Tiesbauunter- lnehmer in Friedberg i. Hess., der sich in der Hauptiaa>c mit der Ausführung geräuschloser Straßen sowie Kanal- und Eisen- bahnbautcn beschäftigt, ist mit seinen Erzeugnissen gut vertreten. Bon der bei unserem letzten Spaziergang bereits entgehend be- richt"'n Ausstellung* von Jean Dern u. Co. Gießen sind hier die Beton- und Zementwaren ausgestellt sowie Sternzeug. Ans der Rückseite des Gebäudes haben die Zementwarenfabriken W. Rinn VIII. in Heuchelheim und Heinrich Bol km an n in Montabaur sehr interessante Betonbauten ausgestellt, darunter Brücken und Durchlässe von großer Spannweite und bedeutender Dragkutv In einem besonderen Pavillon haben >saa und I u g har d t, Gießen, Zementröhren,, Kunüfteine, Platten, Kamine sowie Baumaterial aller Art ausgestellt. Heinrich Schmidt IX. in Großen-Buseck hat einen schönen Bienenstand ausgestellt. Tie nach Plänen des Architekten Ernst Schntidt hergcrichtetc Ausstellung für Friedhofskunst durchschreitend, deren eimreyende Betrachtung ivir uns ftir später aufsparen, gelangen wir zu dem Haus VII, in dem die verschiedensten Gewerbe untergebracht sind. W. Dürbeck N a ch f. (Inh. Albert Höß) Giesten stellt eine große Anzahl von Herden und Oefen aller Art und vieler L>pstem-e aus, darunter sehr schöne Stücke. Jnr nächsten Raum sind wieder Werkstätten nn Betrieb zu sehen. Die ZmnglcNrel Johannes Zufall, Gießen, hat eine große Anzahl von Zmnwaren ausgestellt: Kruzifixe, Svielwaren und manches andere, desten Herstellung man gleichzeitig 'beobachten kann. ,^n seiner Zneleur- Werkstätte zeigt Alois Schnritt, Gleßen, getriebene Metall- arbeiten verschiedenster Art, und mit Internst werden die Ausstellungsbesucher selten, wie rasch und sicher der sreundllchc Mann seine Arbeite» ausiüdrt. In dem 'Saal nebenan ist der gropc TllmastnMs'iibl ausgestellt, auf dem die Firma Conrad Löst, L a u t c r b a ch, die Damaststosst sür den großherzoglichcn Haushalt herstcllt. Dieser größte Äcbild-Webstuhl, dessen Arbeitsweise von dem sehr entgegenkommenden Webmeistcr aufs genaueste erklärt wird, ist äußerlich betrackttct ein sehr einfaches Instrument ttnd der Laie schüttelt verwundert den Kops, wenn er das flinke Weberschifsä)cn sieht, das surrend zwischen den Fäden dahinschießt und dabei die zierlichsten Muster bildet. In Wirklichkeit hat das Schisscheii mit dem Muster wenig zu tun: dieses wird vielmehr durch einen besonderen Mechanismus hervorgcrufcn, der am Kopfe des Webstuhls angebracht ist. Zur Bespannung des Stuhles, aus dem gegenwärtig 15 680 Fäden lausen, sind II Tage nötig. Auch ein kleiner Webstuhl ist hier in Tätigkeit, Im nächsten Raum führt Albert G o d o s a r aus Georgeuhammer bei Grünberg seine mecha- niichc Wollweberei vor, die sich hauptsächlich mit der Herstellung moderner Anzugstosse beschäftigt. Autogene Schweißapvarate verschiedener Größe in Tätigkeit zeigen die Wcberwcrke aus Weidenau a, d, Sieg, und man sicht staunend, wie starke Metall- stückc sich unter dem' Einfluß der Stichflamme biegen und formen lassen. Der nächste Raum gehört den Sattlern, Aug, K i l b i n g e r, Gießen, bringt neben einem eleganten Jagdwagcn, der allgemeine Aufmerksamkeit erregt, fertige und haltstertigc Kaiser, Sportgeräte und eine große Anzahl Sattler- und Lederarbciten zu den verschiedensten Zwecken, Ebenso zeigt Friedrich Groß, Gießen, eine reichhaltige Sammlung von Sattler- und Ledcrwaren, Eine lesonderc Sehenswürdigkeit bietet die Grotzstldacr Gcschirriabrik Louis Völsing in einem sehr sauber und geschmackvoll gearbeiteten Prunkgeschirr für eine Brauerei, das von jedermann bewundert wird. Weiterhin bringt dieselbe Firma vcfichicdenc Geschirre in Messing, Neusilbcr und echt silbervlatticrt. Besonders beachtenswert ist dabei, daß die sämtlichen, sehr sauberen Gegenstände Handarbeiten sind, In Haus VI, das anscheinend noch nicht ganz beschickt ist, finden wir sehr schöne Wagen aller Art von Johannes Stumps in Lauteibach, Auch I, u, D, Eifert in Lauterbach haben Wagen ausgestellt. Einen massiven Lastwagen zeigt Wag- nermeister G e r l a ch aus R o d h e i m a, d, Ä, Die Käserei Ehr, Langbein in Butzbach bringt eine große Anzahl verschiedener Buttermaschinen, Holzbadewannen und Waschtyaschrnen, Badewannen, Waschmaschinen und Pslanzcnkübel sind auch von Julius Fritz, Bad-Nauheim, ausgestellt. Ebenfalls Küserwarcn haben Fricdr, Köhler, Zell, Wllh. Wagner, Großen-Buseck, Transmissionsstile aus Draht, Baumwolle Und Hans, sowie Nhrenseile, einen kleinen Freiballon und landwirtschaftliche Seilerwaren bringt Wilh, Nebhuth, Gießen, in übersichtlicher Zu- sanimenst-llung, I, u, H, Grieb, Gambach, sind mit einer Anzahl sehr schön ausgeführter Mühlen- und landwirtschaftlichen Maschinell vertreten, dafiinicr Sichtcmaschincn, Maschinen zur Erzeugung von Futtcrschrot, Spritz- und Schälmaschinen, Laud- wirtschastliche Holzwaren aller Art hat Wilhelm Baum an II I,, Getteuau i. d, Wettcrau, ausgestellt, Louis Bender, Krofdorf, zeigt mustcrgcschnitzte Waschmaschinen sowie Waschpressen und Fruchtpressen, Von Heinrich Bläser in Kestrich (Vogclsbergs sind eine Anzahl schöner Ttcinarbciten in Terrazzo und Mosaik zu sehen, darunter ein Trcppcnauigang, — An der Bierstube Alt- Heisen und dem Bergwerk vorbei, dessen Sehenswürdigkeiten wir in einem besonderen Artikel behandeln werden, gelangen wir zu den etwas sehr versteckt gelegenen Ausstellungsräumen im Liebig- laboratoriuni. Hier hat die Seifenfabrik R, Stcriibcrg einen großen Aufbau aus Haushalt,„igsseiseu, Scistuvulvcr und Wachs errichtet. Die Lacksabrik Wilhelm Z „ r b u ch zeigt Roh- stossc sür die Lacksabrikation sowie fertige Lacksabrikate nnb Lackanstriche, Tic Gießencr Stempel - und F a r b c n s a b r > k Joseph Kreuter bringt Gummi- und Metallftempcl in den vcrschicecnsten Aussühipingci, sowie eine sehr reichhal ,ge Ausstellung von Gravstrarbeiten und Bereinsabzcichen, Von 01g, Ta hm er, Gießen, sind Blechslaschen mit und ohne Packkorb, zur Och und Lackbesördcrung vorhanden, P a u l M a » n s e l d bringt mechanische und optische Instrumente, Tie Wcrkstätte sür Präziswnsmechanii Gott bold He mpcl, Gießen, hat phvsikal.-analhtischc Wagen und Probierwagen, Rathelometcr und Forsttcchmschc Instrumente ausgestellt, Besmiders interessant, weil im Betrieb vor- gcsührt, ist die Glasbläserei von Otto E. Kobe, Gießen, Marburg und Münster i. W. Neben den kompliziertesten Gegenständen sür Laboratoriumsbedarf sind Lehrmittel und wissenschaftliche Apparate in reichhaltiger liebersicht ausgestellt: gesponnenes und anderes Glas ist ebenfalls vertreten Den Hauptanziehungspunkt sür oielc Besucher wird aber doch die Glasbläserei au sich bilden, denn.es ist außerordentlich interessant, diese Tinge entstehen zu sehen, deren hervorragende Beschasscnhcit in wissenschaftliche,, Kreis scn bekannt und sehr geschätzt ist. Nun zu den Töpfern, Schon äußerlich fällt die Marburgcr Firma John Schneider durch ihre reichhaltige Ausstellung auf. In die ganze Fassade des Liebiglaboratoriums hinein sind eine Menge Schüsseln, Basen, Krüge und zusammengesetzte Platten mit figürlichem und land- uhostlichem Schmuck ausgcbaut. Das Ganze gibt ein Begriss von der Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit der Firma. Zum Teil wird in diesem Betrieb genau nock> so gearbeitet wie es im 16, und 17, Jahrhundert in unserer Gegend üblich war. Man fertigt sogar immer noch genau dieselben Muster, wie Kannen. Krüge und Wappenteller mit dick aufgelegtem ornamentalen Schmuck, Von besonders dekorativer Wirkung sind eine Anzahl Teller uni> Schüsseln mit naiv primitiv gezeichneten Tieriiguren, deren Konturen eingckratzt sind und die uns m ihrer ganzen Austastung an die köstlichen alliialirnischen Sgrassiati des 15. Jahrhunderts er- förtten tim Geschwindigkeit von 20 Knoten. Er War für 432 Passagiere erster, 320 Passagiere zweiter und 340 Passagiere dritter Elaste eingerichtet. Die Besatzung zählte 200 Mann. Tie Zahl der mi Bord befindlichen Passagiere ist unbekannt. Nähere Einzelheiten fehlen noch. lieber 700 Opfer, 350 Ueberlebende. Quebec, 89. Mai Die letzten Nachrichten vom „Ein- preß of Jrelarrd" brachte die Funkenstation Fathcrpoint: einen unr 3 Uhr morgens abgegebenen Funkeniprnch. Danach hatte der Dampfer. 30 Meilen östlich von Fatherpoint einen Zusammenstoß mit einem anderen Schisse und begann zu sinken. Aus da« Signal „8. 0. 8." de« „Einpreß of Frr- Itnib" antwortete der Regicrnngsdampser Das plötzliche Aushören der drahtlosen Verständigung scheint anzuzeigen, daß der „Emprcß os Ireland" gesunken ist. Ter Dampfer ist am 28. Mai mit 1200 Passagieren einschließlich der Besatzung an Bord nach Liverpool abgcgangcn. Quebec, 20. Mai. Ter Dampfer „Emprcß os Ireland" ist auf dcni St. Lorenz-Strom gesunken aus der Höhe von Father Point, nach einem Zusammenstoß mit dem Kohlendampser „Ster- stad", nicht mit einem Eisberg, wie es in den ersten Mitteilungen hieß. Zuerst war der kanadischen Regierung gemeldet worden, es sei der Dampfer „Hannover" des Norddeutschen Llonds. Gegen 3-' , Uhr wurde der Regierungsdampser „Heureka", umgeben von Rettungsbooten, von Father Point aus auf der Unglücksstcllc sichtbar. Vom untergegangenen Dampfer war nichts mehr zu sehen. Quebec, 29. Mai. 3 50 Ueberlebende des gesunkenen „Enipreß of Ireland" sind in Rimousti gelandet. Alle Anzeichen deuten auf einen schweren Menschenverlust hin. Eine Anzahl Passagiere wird vcrniißt. Wahrscheinlich sind über 6 0 0 uni gekommen. Tie Kollision fand bei dichtem Nebel statt. Ter Dainpser sank binnen zehn Minuten. Aus Rimouski ist folgender: ausführlicher Bericht cingetrofsen: Tie „Emprcß o f Ircland" führte 77 Passagiere erster. 200 zweiter und 504 dritter Klasse an Bord. Das Schist erhielt durch den Zusammenstoß mit dem „Storstad" ein großes Leck und sank zehn Minuten daraus. Das Wasser ist an dieser Stelle 19 Faden lies. Biele der Geretteten waren erheblich verletzt. 22 starben nach ihrer Bergung. Ter Zusammenstoß erfolgte um 10 Uhr nachts aui der Höhe von Fatherpoint. Ter „Storstad" bciand sich ans der Reise nach Quebec. Er traf die „Empreß, of Ircland" etwa mitschifss in schräger Richtung und riß den Tchiffs- rumpt 'fast bis zur Mittellinie auf. Das Schiff sank, bevor viele Passagiere das Unglück gewahr wurden. Tic funkmtelcgraphischen Hilierufc wurden von dem Lotsenboot „Heureka" in >0 Meilen Entfernung und von dem Tampser „Lad» Evelyn" aufgesangen. Tic beiden Schifte fanden die wenigen Rettungsboote, die von der „Emprcß of Ircland" losgemacht worden waren und bargen die Insassen. Tic ,Ladv Evelvn" nahm 33g -Personen auf, die „Heureka" 60. Tic meisten Passagiere erster Klasse scheine» UNI- gekominen zu sein, darunter Sir Hcnrn S e e t o n uno der Schauspieler Irving nebst Gattin. Das Unglück geschah so schnell, daß die Passagiere sich nur in Nachtgcwänderu retten konnten. Alles Gepäck ist verloren. Die Ilcberlebcnden bciinoen sich in einem kläglichen Zustande, alle haben grotzc Leiden ausgcstanden. Die Schiffstrümmer treiben im Lorenz-Strom aus viele hundert Meter, weit umher. Tie grotzc Mehrzahl der Geretteten besteht aus der Schiffsmannschaft, weil zurzeit des Zusammenswßes alle Paslaarcrc sich in den Kabinen besanden. Ter zweite Ingenieur und deck'Schiffsarzt sind gerettet. Tie von der „Lady Evelvn" Geretteten geben Schilderungen von deni Unglück, die gn den Untergang der „Titanic" erinnern. Sic mußten ins Wasser springen und wurden dann von den Booten aufgciischl. Tie meisten der Ueberlcbcnden befinden sich i» einem hysterischen Zustande und vermögen nicht, zusammenhängend zu berichten. Die Schornsteine der „Emprcß os Ircland" ragen bei Ebbe über das Wasser hinaus. Jnsolgc des Lecks strömte das Wasser in den Maschinenraum und verursachte eine Explosion. Ter Kapitän sprang von Bord, als das Schiss im Waiscr versank. Ein Passagier Taviez aus Montreal erzählt, er und seine Frau seien erst erwacht, als das Wasser bereits in die Kabine cindrang. Sie stürzten an Teck, ivrangcn in das Wasser, wurden jedoch durch die Strudel in die Tieje gebogen. Als sie wieder emvoriauchien, gelang es ihnen, eine Holz- planke zu ergreijen und sie wurden dann in einem Boot geborgen. Als Ursache des Zusammenstoßes der beiden Dampfer wurde der furchtbare Sturm angegeben, der gestern längs der Nord» atlantischen Küste wütete. An der Stelle, wo d' „Emoreß os Jrrland'4-gesunken ist, ist der Lorcnzstrom 18 Kilometer breit und 20V Meter tief. Tie Ueberlcbenden litten furchtbar unter ihren Bein- und Armvcrletzungen sowie durch die Kälte. Kapitän Rondell war zu erschöpft, um eingehender berichten zu können. Bon 140 Mitgliedern der Heilsarmee, die sich aus dem Schisse besanden, sind nur 20 gerettet worden. Alle hiesigen Acrzte und Einwohner nahmen sich der Erschöpften und Verletzten an. Tic „Emprcß os Ireland" war ein vrächtigcs Schiss, das mit allen modernen Einrichtungen versehen war, und besaß für alle an Bord befindlichen Personen Rettungsboote. Nach dem Zusammenstoß neigte das Schiss nach Backbord, was das .herablassen der Rettungsboote hinderte. Berücksichtigt man dieses und die lrerrschendc Finsternis, so grenzen die Rettungen, von denen man bisher hörte, ans wunderbare. Der Dampfer „Storstad , rettete ebenfalls unter großer Aujovjernng viele Sanffvruchige und dampfte langsam nach Quebec. Die beiden Beamten, welche den Dienst für die drahtlose Telegraphie versahen, sind gerettet, ebenso der erste Ingenieur der „Emvreß oi Ireland' „Looi> Evelin", und „Heureka" brachten hauptsächlich Frauen und Staber nach Rimouski und kehrten dann an die Unglücksstcllc zurück, um diese weiter obzuiuckien. Tic „Emprest os Breloifd" war aus 580 Pfund versichert. ' „ . „ Ter Tampser „Storstad", der einer norwegischen Gesell schast gehört und am 17. April Venedig verlassen hat und am 18. Mai in Quebec angekommen war, ist nicht gesunken. Er ist aus der Fahrt hierher und hat, wie verlautet, einige Ueber- lebcndc der „Emvreß of Ireland" an Bord. Tic letztere sank in 18 Faden Tiefe . London, 29. Mai Einzelheiten über das SchiNsungluck aus dem St. Lorenzstrom sickern n,ir langsam durch. Tie Eanadian Paciftc Eiscnbatmgesellschaft, teilte dem Rcuters'chen Telcgraphcn- durean mit, daß die „Emprcß os Ireland" 78 Passagiere der ersten, 2l0 der zweiten, 490 der dritten Klasse an Bord und 413 Mann Besatzung halte, so daß 1i92 Personen sich aus dem Schisse besanden. Deutscbe» Reich. Bei der Stichwahl im Wahlkreise Magdeburg 2 (O st e r b u r g - S l e n d c> kl wurden von 3l 617 Wahlberechtigten 27 815 Stimmen abgegeben. Davon erhielten Wachhorst de Wentc snatl.l 15118, Hösch lkons.l 12 697 Stimmen. Ausland. Ovtimismus der Vermittler in Mexiko. Alis Niagara Falls wird heute gemeldet: Die Pläne zur Schaffung dem Präsidenten Wilson sowie General Huerta zur Billigung vor- fricdlichcr Zustände in Mexiko sind im wesentlichen fcrtiggestellt und gelegt worden. Ans Stadt «riS Land. . Gießen, 30. Mai 1914. Pfingsten. Aus der Urzeit der christlichen Kirche lverden uns sonderbare Vorgänge berichtet. Als ob Feuer vom Himmel falle, so senkt sich der Geist Gottes urplötzlich in die Seelen der Menschen. Tie einen reden in mancherlei Sprachen, „mit anderen Zungen", wie die Apostelgeschichte in Luthers Bibelübersetzung sagt, die anderen weissagen, wieder anderen ist die Gabe verliehen, das Zungenreden auszulegen. Völlige Klarheit über diese Vorgänge zu schassen, wird der Wissenschaft unserer Tage nicht gelingen. Ter Zcitabstand ist zu groß, die Geschichtsschreiber jener alten Zeit haben mit anderen Augen gesehen als die modernen Menschen, die psychologisch und religionsgeschichtlich ganz anders geschult sind. Aber zweierlei ist klar. Einmal dies, daß jene Menschen in Jerusalem, Cäsarea, Korinth und Antiochien davon überzeugt waren, vom Geiste Gottes, dem heiligen Geiste erfaßt zu sein, und sodann das andere, daß sie den Beweis für die Wahrheit dieser Tatsache erbrachten, indem sie Leistungen a.iswiesen, die durch die Kraft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe hoher standen als Zungenreden und Weissagen. Was Angelus Silesius in seinem „Ehcrubinischcn Wandersmann" sagt, das galt für jene Christen der ältesten Zeit: „Ich bin die Reb im Sohn, der Vater pflanzt und speist, Die Frucht, die aus mir wächst, ist Gott, der heilige Geist." Sic dienten den Menschen in heiliger Geduld. Der ärmste Sklave in der Großstadt Rom und der durch die Wüste streifende Beduine waren ihre Brüder, denen sie Trost, Frieden, Hilfe zu bringen hatten. In dem verkommenen Volke, das die dunklen Gassen der Hafenstädte am Mittelländischen Meere bevölkerte, sahen sie das Ebenbild Gottes und gaben sich Mühe, cs von der Schönheit eines reinen und guten Lebens zu überzeugen. Sie hoben die Kranken auf, die vernachlässigt in den Winkeln der syrischen Städte lagen, und pflegten sie ohne Entgelt, ohne Anerkennung, oft unter .Hingabe des eigenen Lebens und der eigenen Gesundheit. Aber in diesem Tun haben sic an sich die beglückende Wahrheit des Paulinischcn Wortes erfahren: „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder." Pfingsten, das Fest des heiligen Geistes, gilt zugleich als das Geburtssest der christlichen Kirche, weil damals in Jerusalem 3000 Menschen sich an die Urapostel anschlossen und sich taufen ließen. Viele in unseren Tagen sind der Ansicht, daß man diesen Geburtstag nicht lange Zeit mehr feiern wird, weil der Todestag der Kirche nahe sei. Man braucht nicht, wie es Theologen aller Konfessionen tun, mit großen, pathetischen Worten die ewige Bedeutung der Kirche zu behaupten und kann doch sagen,' daß sie sich seither als einen ungeheuer langlebigen Organismus erwiesen hat. Sie hat der Wucht der Anklagen, die man »von Jahrhundert zu Jahrhundert ihr in das Gesicht geschleudert hat, stand- gehalten, Königreiche in Ost und West sind seit dem Psingst- sestc des Jahres 33 in Staub zerfallen, Dynasften, die slkft einst machtvoll regten, sind in ihrer Ahnengrust zur Ruhe gekommen, tausendmal hat man inzlvischcn die Landkarte revidiert, aber die Kirche ist noch da, auch wenn sie getcilv ist, auch wenn gerade die Besten unter ihren Gliedern jeden Tag Anlaß haben, mit dem „Cherubinischen Wandersmann" zu seufzen: „Ach, daß lvir Menschen nicht, wie die Waldvögelein, Ein jeder seinen Ton mit Lust zusammen schrcin!" Trotz des Erdenrestcs, der ihr bis auf diesen Tag nnhastet, ist die Kirche immer noch die Gemeinschaft, ohne die rcli- giöses Leben zu leicht in die Niederungen der Unkultur und minderwertigen Schlvärrnerei herabglertet, die (Gemeinschaft auch, in der der nach Wahrheit, Frieden und einem festen Lebensziel suchende moderne Mensch am sichersten den Standpunkt findet, von dem aus er sein eigenes Leben mit Lust und Leid, mit Dulden und Arbeiten, mit Sieg und Niederlage in das große Weltganzc cingeglicdert und von der ewigen Liebe getragen sieht. Je mehr die Glieder der Kirche sich von dem Geiste Gottes stillen lassen, um so mehr wi^> diese, auch wenn die äußeren Formen der Anbetung verschieden sind, sich dem Ideale nähern, eine heilige, christliche Kirche und die Anstalt zu sein, die Geschlecht um Geschlecht zuin Lichte Gottes führt, H. B. ** Tagcskalcndcr. Gewerben us st ellung: Erster Psingslseiertog MUUärkonzert 4—7 Uhr. 2. Pfingslseiertag Konzert der Kcwelle Wester 4—7 Uhr und von 8 — II. 3. Psingstseiertag Konzert der Knvelle Wester 4'/, — 6V, und 8—10 Uhr. Weitere Pfiuystkouzerte in Gießen und der näheren Umgebung werden verantznllet: Steins Garten: 1. Psingstseiertag, abends 8'/. Uhr Militärkonzert. Lieh, gs höhe: Dienstag (Z. Psingstseiertag), nachmittags 4 '/, Uhr Militärkouzert, .Jagdichlößckren'Tuten Hosen: t. Pfiizgleiertag, nach- mittags 4 Uhr: Gastspiel der Kapelle ans ,Alt-Heslen». ,S ch ü tz c n g a r l c n" zu Wetzlar: I. Psingflsetertag, »ach- inittaas 4 und abends 8 Uhr Militärkouzert. Minneburg (beiWctzlarl: I. Pfimnlseiertag Militärkouzert. » »i o n -T h c a I e r: Täglich Darstellung. L i ch t s p i e l h g » 5: Täglich Vorstellung Ob e r h e s s i I ch c r K n n stv e r c i n. Die Gemälde-AnSstestung ist täglich von 1l—I Uhr, Mittwochs von 3 bis 5 Uhr, und nn Sonntagen von 11—3 Uhr geöffnet. 0 b c 1 1) e (! i (c!) c 3 Muse» nr » » d G a > I' s ch e S a m m» ln» ge». Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr »nentgelllich, Al u l e u m f it t Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—l Uhr unentgeltlich. »»Schulwesen. Ernannt wurde der Lehrer an der Volksschule zu Obcr-Rainsiadt Georg Heinrich Guyot zuni Rcallchrer an der Lndwigs-Oberrealschule zu Darmstädt mit Wirkung vom l.Juni 1914 an unter Befassung in der Kategorie der Volksschullehrer. — Ueb ertra gen wurde am 26. Mai d. Js. dem Schulamtsaspiranten Franz Peter Hart in a n n aus Ober-Olm, eine Lehrcrstcllc an der Volksschule zu Mörlenbach. »» H a u p t st a a t s k a s s c. Ter Sergeant der Garde- Unterossizier-Kompagnie Karl Möller wurde zum Kanzlei- wärter bei der.Hauptstaatskasse ernannt. »* T i e M a n l - u n d K l a u c n s e u ch e ist erloschen im Viehhof zu Frankfurt a. M. — Ausgebrochen ist die Seuche im Magerviehhof zu Friedrichsfelde bei Berlin, im Viehhof zu München und in Rchau (Bayerisch-Oberfranken). ** Gewerbe-Aus st ellung. Bei dem Konzert der Kapelle Weller werden verschiedene Kompositionen des Musikdirektors i. P. K r a u ß c zur Aufführung gelangen, darunter der Turner-Marsch 1883. ** Ober hessisch er Kunstvercin. Die Gemälde- Ausstellung ist auch an den beiden Pfingstfeicrtagen geöffnet. Die Sammlung von Professor Lulteroth verbleibt nur noch bis zum kommenden Donnerstag, an deren Stelle gelangen Pastelle und Lelgcmälde von H. Giebel und K. Manskopf zur Ausstellung. »* Scftülerkonzcrt. In Steins Garten veranstaltete Fränlei,, E.i abeth Felchncr mit ihren Schülern eine rmisi- talischc Matinee, der, wie man uns schreibt, eine zahlreiche Zuhörerschaft mit inniger Freude beiwohnte. Das sehr abwechslungsreich zusammengestellte Programm umfaßte Solo- und Enseniblcspiel. Alle gaben ihr Bestes und die präzise Aussührung legte Zeugnis ab von dem guten Geschmack und der liebevollen Sorgfalt der erfahrenen Lehrerin. Den Schluß bildete die temperamentvoll geleitete Kindersymphonie von .Hahdn. ** Zevlon-Aus st ellung. In der Zeit vom 12. Juni bis 12. Juli beabsichtigt die Tirekiron des Botaniichen Gartens eine Ausstellung von Kolonialpslanzen urch deren Erzeugnissen im Palmenhausc des Botanischen Gartens zu veranstalten. Es soll dadurch einem größerem PubliftiM Gelegenheit geboten werden, die meisten tropischen Kulturpflanzen in großen, zum Teil blühenden und fruchttragenden Exenrplaren kennen zn lernen. Außerdem wird Innern. In diesen streng traditionellen Stücken haben sich die Mar- burgcr eine gesunde Originalität bewahrt, was man dort, wo sie der Moderne gerecht zu werden suchen, oft nicht in dem Platze behaupten kann. Der Einfluß, unserer besten heutigen Künstler könnte hier noch außerordentlich siuchtbar sein. — Keßler u Burg, Wieseck, haben in den oberen Räumen eine kleine Ausstellung ihre: Gesäße und Gcbrauchsgeschirrc zur Schau gestellt. Erfreulich ist die gute technische Durchbildung der Glasuren und die reich- entwickelte Farbenskala, wenn auch die Aussührnna des Dekors vieliach noch etwas ängstlich und kleinlich ist. Bemerkenswert sind ihre Versuche, den Farbenschmel, der römischen und griechi schen Gesäße nachzuahmen. Ein Kunststück, das bis zur Stunde eigentlich noch niemand restlos geglückt ist. — Eine gute Auswahl seiner Arbeiten zeigt Leonhard Bauer-Lauterbach. Man sieht hier aus den ersten Blick den dauernden Einiluß moderner Künstler, die ganz im Geiste des Materials schaffen. Dieser Meister verschmäht alle mechanischen Hilssmittel und lärmt selbst große Gesäße zunttgcmäß mit der Hand aus seiner Drehscheibe. Mit seinem primitiven Malhörnchen gießt er dann akkurat und ungeheuer sicher die kompliziertesten Verzierungen aus seine Vasen und Tövsc. Technisch sind seine Arbeiten ganz vorzüglich Er ist ein wirklicher Künstler in seinem Fach. Aus derselben Tüvierei sind die im Ausstellungsraum der Brühl'schen Truckcrci ausgestellten Blumentöpfe, die nach Entwürfen von Frl. Minna Weber in Lich angcsertigt sind. — In demselben Raum schen wir auch Er zevgnissc aus der Werkstatt Heinrich Scitz I.-Homberg, dessen Technik und Farben noch sehr entwicklungssähig sind. Das trübe, regenverschleierte Gesicht der letzten Tage hat dem guten Besuch der Ausstellung keinen Abbruch getan. Als cs am Mittwoch und Donnerstag vom Himmel goß, da waren die Gänge der Ausstellungsräume voll von Menschen, und auch dem Wirt schastsbetrieb wurde tüchtig zugcsprochcn. An beiden Tagen ver zeichnete die Kasse eine Reineinnahme von je 350 Mark. Und ist es ein Wunder? Wenn uns die Wonnemondsreuden draußen im Freien verkürzt sind, so sind wir ja daraus angewiesen,, nachzuprüfen, wie cs in den Werkstätten der Menschen aussicht, und da drückte man sich denn auch gerne ein Stündchen länger au den gastlichen Bierttschen der Festhallen herum, wo das Ausfallen der Konzerte im Freien desto lebhafteren Verkehr entwickelte. Der Festwert, Herr Kemper, pflegt dann nach Ablauf jeden abends seine Zufriedenheit über die Ereignisse auszusprechen. ES gibt Leute, die mit seiner frohen Laune nicht übcreinstimmen, begreiflicherweise, weil sie mit ihren Interessen dabei weniger aus ihre Rechnung lömmen. „Den lieben Gott da droben, cs können ihn alle zugleich nicht loben. Einer will die Tonn, die den andern beschwert; dieser will« trocken, was jener feucht begehrt." Mit diesem Spruch, der uns über die Launen des Wetters hinweghilft, müssen sich auch die Gießencr Wirte abiinde», die infolge des Wirtschastsbetricbes auf der Ausstellung eine Einbuße verspüren. Aber sic haben einen Trost und eine Hoffnung: wenn das Bummeln in die Wirlschastsräume der Ausstellung den Reiz der Neuheit verloren hat, wenn der „Kuhstall" in „Alt-Hessen" nicht mehr so „ziehen" wird wie im Anfang, werden die ungetreuen Gäste zurückkommcn, „brüllend die gewohnten Ställe füllend". Vorläufig geht es da oben noch hoch her. In der großen Hauvt- scsthalle, die mit ihrer vornehmen Einrichtung und der prunkvollen Beleuchtung allen Bedürfnissen nach einem weiteren Saalbau abgeholien zu haben scheint, erklingen die verlockendsten Töne einer kleinen Kapelle, untermischt mit den Vorträgen des Komikers Pcich Maria, der sein Publikum schon kennen gelernt hat und ganz genau weiß, daß. wie jede andere Philosophie, auch der Humor seine Grenzen hat. Hier sitzt nämlich die Hauteoolöc von Gießen, an deren Tchicklichleitsgefühl^md Kunstverständnis nicht zu -Weiseln sich im übrigen Speisen und Getränke wohl bekommen lall.^n einer Ecke des großen Saales hat der Ausstellungsvorstand seinen Stammtisch ausgeschlagen, wo er seine vertraulichen und gemütlichen Konferenzen abhält und auch auf den Ausstellungsfrühling das schöne Wort anwendet: „Man weiß nicht, was noch werden mag". Auch in den Nackimittagssttiichen kann mau interessante Beobachtungen machen: wie die biederen Leute aus der Umgegend erstaunt und überrascht Umschau halten wie sie voll Zutrauen und Neugier auch die anliegende Muster- baclerei dc-treten, die ja für diesen Zweck geschaffen wurde und die uns die angenehmen Taste der frischen Backwaren entgegcnströmen Las aus der Westseite des Ausstcllungsgcbictes gelegene ari ml ° Wirtschaftslokal „Alt-Scsscn" bedarf zuirä, einer Beschreibung seiner originellen und künstlerischen Aeußcrli reit. Auch hier entwickelt sich bei Konzert und Vorträgen bis den fpaten Abend hinein ein reges Leben. Ter Raum ist nach d Muster berühmter Vergnügungslokalc (Mt-KSln, Leivzig, Fra surt: mit altertümlichen und heimatlich anmutendcn Wanddc rationen umrahmt, und was hier nach den Angaben des Architekten H. G a r n o n geschaffen wurde, ist in der Tat sehenswert. Zwischen charakteristischen oberhelffschen Fachwerksbauten treten wir durch einen mittelalterlichen Torbogen, den das Gießencr Stadtwappen schmückt, in das Innere der Halle. Wer aber kleine Winkel und niedrige Räume erwartete, der wird sehr überrascht: wir befinden uns hier unter azurblauem Himmel inmitten eines großen Platzes, der von alten, schönen Gießencr Fachwerkshäuscrn eingeschlosscn ist. Uifter den vorzüglichen Wandmalereien lausgcsührt von Herrn Karl Nicraad aus Essen: sehen wir den Landgraf-Phrlippsvlatz mit dem ehemaligen Wachtlokal, dem Krcisamt sowie dein alten Schloß. Das alte Rathaus und andere alte Sehenswürdigkeiten von Gießen schließen sich harmonisch au. Das links vom Ein,rang in die .Halle einspringende Giebclbäuschen, in dem sich die Apotheke befindet, ist ebenfalls ein wahres Prachtbild Alt-Hessens, und cs ist wirklich lobenswctt, tvie hier die Platzgcstalttrng ausgcnutzt wurde. Das Bild wird durch einen Daum belebt, der lrnks vom Gfkbel- häuschen siekft und in dessen Aesten i-rn Storch sein Nest eingebaut hat. Ter von der Querwand im die Halle einspringende Schuppen wurde mit seinem starken Dach sehr geschickt zur ?ln- lagc einer Terrasse ausgenützt, die sich über die ganze Brette der Halle erstreckt und genügend Platz bietet zur Ausnahme eines großen Teiles der Gäste. Eine breite Treppe, die wie die Terrasse selbst von einen, schinucken Geländer aus Birkenholz cingeschlossen ist, sührt hinaus, während der Raum in dem Schuppen zu einer Halle ausgenutzt lvorden ist, in der — Likör bind.Sekt zum Ausschank gelangt! Trotz der hier von iveiblichcr Hand ausgcbotencn teuren Genüsse ist es der bereits envähnte „Kuhstall" weil wir an den Wänden die Perspektive eines alt- hessischen Hoscs Ifaben. In diesen Lokalitäten geht es also sehr animiert zu. Die Musiker, unter Herrn Z i r n , sind mit althessischcn Nnilorinen angetan, und der Komiker Gries weiß, daß er im Gegensatz zu seinem Kollegen in der anderen Festhalle auch die derberen Realitäten des Lebens besingen darf. Selbstverständlich sind auch sür einen großen Teil der genannten „Hautevolee" von drüben diese Darbietungen eine erwünschte Abwechselung. Wir schließen unsere hc»- tigc Betrachtung mit dem Wunsche, daß die Illusion noch lange Vorhalten möge und daß die Gewcrbcausstellung in Oberhessen,und darüber hinaus die Beachtung finden ffföge, die sic vollauf verdient! bcr größte Teil der wiffensthaftlichen Ausbeute zwei« Reifen -- dcii Jahren 1912 imd >M4, welche ftzeheinreat tz-amsen uni, Gorteninweklor Rehnelt nach Zcvlon unternahmen, ausgestellt seiin Ter Eintrittspreis ist st> mäßig gestellt, daß auch der Minder bemettelte im Stande sein soll, die tropischen tzdutzpstonzen. wie Kaffee, Tee, Kakao, Zimmt, Pseffer, Tabak und kmnderte anderer Drnge kennen zu lernen und an der Hand von tziau^altnngs. und Gebrauchsaegenstäiiden einen Einblick in das Leben »nd die Ge wvhnl^iten der eingeborenen Bevölkerung von Zeplon zu tun Wir werden ans diese, namentlich für Schulen interessante, Ausstellung uoch znrückkonrmeu, " Die elektrische Straßenbahn nach Wies-eck läßt die Gemüter nicht zur Ruhe kommen, und so liegt nn§ denn heute eine ganze Anzahl von Zuschriften vor. die sich in der Hauptsache mit der Linienführung bekräftigen, aber auch aus Dinge eingehe», die der Sache nicht förderlich sein können. Wir sehen daher davon ab, diese Zuschriften zu veröffentlichen, ziimal ivir sicher sind, daß Herr Oberbürgermeister Keller allen berechtigten Wünschen Wieseek? entgegenkommen wird, soweit es sich mit den Jntereffen der Stadt Gießen verträgt. ** Prozeß Grünewald-Winkler, Wie wir hören, hat Landtagsabgeordneter Tr, Winkler gegen das Urtbil der Strafkammer Gießen das Rechtsmittel der R e - Vision eingelegt, ** Schwere Brandwunden erlitt die llNpihrige Tochter einer in der Mühtstraße wohnenden Fnmilre, als sie BohnerwackiS flüssig machen wollte, Tie Masse sing plötzlich Feuer, und noch ehe sich das, Mädcheii von seinem Schreck erholt hatte, waren seine Kleider in Brand geraten Mit schtveren Brandwunden au Armen und Beinen wurde das Mädchen auf Anordnung des Arztes durch die Sanitäts- iolonne in die Klinik gebracht, Tort ist die Bedauernswerte ihrem Leiden erlegen, "Silbernetzochzeit feiern heute Eisänbahnbetrlebssekretär Richard Komplet und seine Gemahlin, Mrtha, geb, Semmler, dahier. Landkreis Gießen. p, Großen-Linden, 29, Mai, Ain 2. Juni d, I, findet die Einweihung der Ziegen weide des hiesigen Zuchtvereins statt, 4- Lich, 29. Mai, Das Fest dersilbernenHochzeit begingen gestern Metzgermeister Hertnann T i e tz und Frau, - Tie bei dem Waldgottesdienst in der Meilbach erhobene Kollekte für die Baseler Mission belief sich auf nahezu 100 Mk, -m, Inheiden, 30, Mai, lliach heftigen Wahlanfechtungen und langen Verhandlungen wurde die Wahl des Louis Dietz zum Beigeordneten vom Kreisamt bestätigt und er in sein Ami eingesührt, Kreis Büdingen, 8 B i s s es, 29, Mai, Hier wurde der Landwirt Philipp Spengler II., Sohn des im verflossenen Winter verstorbenen BürgermeiestrS Spengler, mit 63 Stimmen einstimmig znm Lrtsoberhaupt gewählt, — Präzeptor Luzius, Besitzer oeS Knabe,iinstituts „Forsthaus Echzell", hat einen größeren Waldkomplex in unmittelbarer Rahe der Anstalt zur Anlage eines Fußball-, Spiel-, und Tennisplatzes angekaust, K Bleichenbach, 29. Mai, In letzter Zeit wurde in der „Bleiche" ein massenhaftes Absterben der Hechte beobachtet, Jedensalls handelt es sich um eine epidemisch auftretende Fischseuche, Kreis Alsfeld. (V) Alsfeld, 29, Mai, Heute fand hier die 6, Oberhessische Zuchtvieh - Auktion, veranstaltet vom Landwirtschafts Ausschuß für die Provinz Oberhessen statt. Zur Versteigerung kamen 128 Simmenthaler Bullen, sowie l I Sim- menthaler Kühe, Kälber und Rinder sowie 14 Eber, (12 Edelschwein , 2 Landschweineber,) Verlaust wurden von den Bullen 26, von den Ebern die Hälfte des Austriebs, während von den Kühen keine zum Zuschlag gelangte. Es war prachtvolles Zuchtmaterial vorhanden, wofür als Beweis gelten kann, daß für einen Bullen 855Mk, uni für einen Eber der ansehnliche Betrag von 220 Mk, erlöst wurde, Kreis Friedberg, L, Friedberg, 29. Mai, Die Bezirkssparkasse Mathildenstift für Friedberg und Umgegend hat einen Geschäfts- Überschuß von 343 305 Mark zu verzeichnen, Tie Bestände der Sparkasse belausen sich auf 13322 713 Mk, Im Jahre 1913 wurden neu eingelegt 2 853 248 Mk, L, Fried b erg, 29, Mai, Am 3, Psingstskiertag werden die vor 25 Jahren vom hiesigen Lehrerseminar abge- gnngenen Lehrer in Friedberg im Hotel Traps, zusammen- tinternen. Am gleichen Tag werden die Lehrer, welche 1858, 1859 und 1860 vom Seminar zu Friedberg abgingen, eine Zusammenkunft in Frankfurt haben, Butzbach, 28, Mai, Ter dritte Deutschnationale I u - gendtag des Main Wefer!ärn» lener Landesrrgtexung um geeignete Maßnahmen zu ersuchen, Gutsbesitzkr Willers. der tränier d-es Gutes im Groß-Glockner- geblei tra gestern i» Wien ein und hatte mit Vorstandsmitgliedern des Alpenvereins und auch mit dein Staatsminister Sydoiu Untcr- reüunge». Kleine Tagerchroiiil. Tie „B Z a, M," nieidei aus Triest: Ein Militär- Lastautomobil, in dem sich ein Hanptmann, acht Soldaten und ein Geschütz beianden, stieß gegen das eiserne Gitter einer Villa und stürzte um Der Hauptmann und zwei Soldaten wurden mit lebensgefährlichen Berletznngen unter dem üraitwagen her norgczoge», Tie übrigen Soldaten wurden leicht verletzt, Ter Ehanlieur ivurde verbatlet, Tie in Rußland i e st a e ho l t e » e n beiden deutschen Fliege rofslziere nmrden am Freitag abend cm lassen nnd werden nach ihrer Garnison zurückkehren. Aus Groß Heck g, Niederrheln wird gemeldet: Bei dem Brande des Mnivrsens des Bäckermeisters Homberger send dessen drei Kinder verbrannt. Amtlicher Wctkcrtzrricht. Oessentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetlerauslichten in Hessen am Eoiinlag, de» 31. Mai 1014: Wechselnd bewolll, vorwiegend trocken, wärmer. Letzte Nachrichten. Eine Herausforderung zum Duell. Dresden, 30. Mai, Ter Leiter des Städtischen Museums Pros,-Dr, Richter, der über 70 Jahre alt ist und der früher auch Stadtbiblioihckar war, wurde von dem neuen Direktor der Sammlung der Städtischen Bibliothek zum Duell h e r a u s g e f o r d c r l, Richter lehnte die Forderung ab. Als Ursache der Tuellsorderirng wird eine Beschwerdeschrist angesehen, die Richter an die Stadtverordneten gerichtet hat, weil sein Amtsnachfolger absälligeKrttik an seiner Tätigkeit übte. Der Ehrenerklärung für Richter, die die Stadtverordneten abgegeben hatten, schloß sich auch der Oberbürgermeister Beutler an. Ein Raubmord in Schlesien, Hirschberg i. Schl,, 30. Mai, In Kunzendorf verübte die W a l d w ä r t e r i t o di t c r Warmer einen Raubmord an einer Witwe Rauba ch. Die Täterin ivurde verhaftet. Deutsch-französische Berständigungs- konferenzen, Basel, 30, Mai, Bis gestern abend waren zur Teilnabine an der Verständigungskoiiserenz 16 deutsche und 14 französische Parlamentarier eingetroijen. Sowohl der deutlche Ausschuß als auch der ftanzösiickze traten gestern abend zu Besprechungen zusammen, Für heute vormittag ist eine gemeinsame Beratung vorgesehen. Von der deutschen M i l i t ä r m i s s i o n in der Türkei, 8 o n st a n l i n o p e l, 30, Mai, Der bisherige Generalstabschef der deutschen Mililärmission Oberst v, Strempe l ist zum O bergo n verneurdertürkischen Prinzen ernannt worden, die sich zu ihrer militärischen Ausbildung n a ch D e u t s ch l a n d b e g e b e n. Gestern ist Strempel vom Sulla» in Privataudienz empsangen worden. 'Sei |_ • «Hofaoork^k->- o».is» » » » aritlich | II f*OV et Fä Sile bevorzugtj K P. 234631 1 [100 DI Untiboriroüan in 8. raschen u. vorzüglichen Wirkung, ln aillen Apotheken. Veredeltes Teerpräparat zum Waschen der Haare. Der enorme gesundheitliche Wert der Kopf- und Haarwäsche mitPiravon ist anher» ordentlich schnell erkannt worden. Wer sich einmal daran gewöhnt hat. 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ÜMiitagstifch, ZReicßf). h%6endßarte /. Feiertag Kraftßrähe mit Markklößchen Ostender Steinbatt, Sauce-Colbert ' Rindslende, engl, mit jungem Gemüse Steierisch. Kapaun Salat — Kompott Ananas-Bombe . //. eßeiertag Hummer-Suppe Seezungenfilet in Weißwein oder Kalbsrücken auf Mailänder Art Junge Hamburger Gans Salat - Kompott Gemischtes Eis Jedes Quantum f 4 “ 53 Toilette-Papier lief. z.V orzugspreis. Lnrig.Kroll, Plocbstr. H au s- u. Küchenart. Hämorrhoiden- Leidende, die alles ohne dauernden Erfolg angewandt, verlangen sofort kostenlose Auskunft in verschloss. Kuvert ohne Aufdruck durch Apotheker Dr. A. Uecker. G. m. b. H. in Sorau Kreis Niewerle (N.-L.) Erprobte ffl irfintq von Cbermcöcrd Herba-Seisc noffen FlechtkN t Zn Ftccken >»> Dies bezeugt Herr P. M. Wachmann in Kobylin, indem er schreibt: Weil Ihre Herba - Seife meiner Tochter die nassen Flechten binnen 14 Tagen geheilt und jelzt eine ganz klare Haut vorhanden ist, sage ich sowie meine Frau den besten Dank. 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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Gatten, Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Herrn Christian Burk Bezirksagent der Stettiner Feuerversicher.-Gesellschaft nach kurzem, aber schwerem Leiden im Alter von 42 Jahren heute morgen 10 Uhr zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familien Christian Burk und Andreas Mörschel. Trais-Münzenberg, Garbenteich, Steinbach, den 29. Mai 1914. Die Beerdigung findet, statt am 1. Pfingstfeiertag, nachmittags 3'/» Uhr, in Trais-Münzenberg. 6722 Danksagung. Nur Sic viele» Beweise Herzlicher Teilnahme bei den, Vinicheiden unseres lieben Cbnlichlnienen, sowie sür die zahlreichen Blumensoenden innen wir innigilen Dnnk. 6723 filsi! Llhmidt Will. II. fiinöcr Familie Schi. Eichen. 30- Mai 1914. Statt Karten Kätha Bierau Ernst Hebstreit Verlobte | Pfingsten 1914 04477 Giessen Ihr eYerlobuug beehren sich ansnseigen *£ina 7 /lüHer lernst dritter Tßfieseek 6ber=ÖJimen Pfingsten I9IU Abonnements-Konzerte Die Kapelle bcs Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" 12. Grofih. Hess.) Nr. 116 erlaubt sich zn einem Zpllus von Abonnements-Konzerten einzu- laden. — Die Konzerte sinken in Steins Garten statt, wozu ein mnsik- und kunstliebendes Publikum höflichst eingeladen wird. Der AbonnementSpreis für 6 Konzerte beträgt: Ein Familienbillett von 4 Personen 8.— Mk. Ein Familienbillett von 3 Personen 7.— Ein Perjonenbillett.....2.40 " Kassenpreis mit Solist . . . . 1._ " Kassenpreis ohne Solist .... 0.75 ” Die Liste zirkuliert. — Wie alljährlich finden die Konzerte Donnerstags statt, das erste am 11. Juni, Anfang abends 8'/, Uhr. W. Löher, Obcrmusikmeister. Abannen,ents und Karten im Borverkans sind bei Herrn