m. 124 Der «kfcen« rlnzeiger erschei« tägkch, atißer S«uttags. - Beckagen: viermal wmbemlich «et«erLomIU Nattfüt Vn Kreis Sieten (Dienstag nndFreiiaq); zweimal man all. Land- ^tschastNche Zeitsragen nenijprech - Anschlüße: !ür dre Redaktion 112 , Vertag >u Expcdinon LI Abreise Kir Depeschen: Anzeiger «ieße». Annahine von Anzeigen iür die Tagesnummer bis vormittags S Uhr. Erster Blatt m. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- und Zteiudruckerei R. Lange. Zreitag, 29. Mai m Be; uqSprctS: monatlich 75'T3?., Dienet- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestcllq. Zeilenvreis: lokal 15'Bw auswärlS 20 'Bienmcu Chefredakteur: AGoerz. Perautwortlich für den polit. Teil: Aug. Goerz; für „Feuilleton-, „Vermischtes- und ^Gerichts- saal": Karl Neurath; sür „Stadl lind Land": Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Anzeigen!ett:' H? BcL Die heutige Nummer umfaht 14 Seiten. Die Wirkungen de§ hessischen Gemeinde- umlagengesetzez. ii. In dem umfangreichen Aktenstück der Regierung über die Wirkungen des neuen Gemeindcumlagengesctzes wird gleich in der Einleitung chetont, daß sich die Ausführungen darauf beschränken wollen, die Ergebnisse rein zahlenmäßig darzustellcn und zu erläutern, und daß sie dem Urteil des tlesers nur die nötigen Unterlagen geben, ihm aber nicht vor- yreifen wollen. Es ist denn auch mit außerordentlichem Eifer ein höchst reichhaltiges vnd vielseitiges Zahlenmaterial zu, snmmengcstellt und geordnet worden, das sehr wohl zu einer eingehenden Prüfung geeignet erscheint. Tie Großh. Regierung bekennt selber, daß dieses Material nicht ganz einwandfrei sein kann, und daß der Vollzug der erstmaligen Veranlagung die Finanzämter und die Veranlagnngskom- missionen vor eine schwierige Ausgabe stellte, bei der angesichts der Mrze der Zeit auch nicht immer die erwünschte Sorgfalt und Gründlichkeit «beobachtet werden konnte, auch bei der Neuheit und Schwierigkeit der anzulvendenden Vorschriften nicht in allen Punkten eine den Absichten des Gc- seßgebers entsprechende, gleichmäßige Veranlagung erwartest werden kann. Tie Ergebnisse der erstmaligen Veranlagung könnten «daher .auch keineswegs in allen Beziehungen als der Ausdruck der endgültigen Wirkung der neuen Vorschriften angesehen werden. Immerhin aber werde doch das vorgelegte Material genügen, um zu erkennen, ob und inwieweit die Wirkung des neuen Gesetzes in ihxen Grund- .zügen den an seinen Erlaß geknüpften Erwartungen nach einer gerechteren Verteilung der Gemeindesteuerlast entspricht. Es ist hierbei auch »och besonders zu beachten, daß das jetzt vorgelegte Material nur die erste, gewisserniaßcn die amtliche Unterlage für die Beurteilung bildet, die zweite Hälfte, nämlich die sämtlichen, aus den Kreisen der Interessenten, also der Bürgermeistereien und Gemeinden, wie der einzelnen Steuerzahler erhobenen Anstände, Klagen und Beschwerden, wird erst in 8 bis 14 Tagen ebenfalls in Form einer Tcnkschrift den Landständen zugehen. Während in unserm ersten Artikel das Verhältnis der Einkommensteuer zu den Vermögenssteuern im allgemeinen erörtert wurde, sollen weiterhin die Ergebnisse der einzelnen Besteucruugsartcn näher behandelt werden. Bei der Einkommensteuer kommt besonders die in Art. 51 Abs. 2 angeordnete Verteilung des grundbesitzlichcn und gctverb lichcn Einkonnncns in Betracht, wodurch das seitherige Besteuerungsrecht der Bctriebsgemcinden wesentlich erweitert wurde, und sodann die anderweitige Regelung der Einkom- nvensteuer der Staatseiscnbahnen. Wie die beigefügte Tabelle IV ergiebt, wurden im Jahre 1912 von den Staatseisenbahnen und zwar vom Großherzogtum lLandescigen- tum) insgesamt an Gemeindesteuer 447 482 Mark und vom preußischen Eisenbahnsiskus 173112 Mark gezahlt. Ta aber nach Art. 54 die hessischen Staatsbahnen nicht mehr der Einkommensteuer unterworfen sind, und außerdem die seitherigen Entschädigungen der Gemeinden wegen der vertragsmäßigen Steuerfreiheit außerhcssischer Staatsbahncn wegfallen, so stellten sich die gesamten Gemeindesteuern der Staatsbahnen für 1913 für das Großherzogtum nur auf 214 241 Mk., für den preußischen Eisenbahnsiskus dagegen auf 206 107 Mk., während sich für die Privateiscnbahnen die Gemeindesteuern von 26 481 Mk. auf 43 857 Mk. erhöhten. Der Ausfall au Einkommensteuer auf den hessischen Staatsbahncn beträgt für sämtliche hessische Gemeinden 111287 Mark, wovon auf Darmstodt 20 486 Mk., auf Mainz 26 683 Mark, auf Ossenbach 12 476 Mk., auf Worms 11607 Mk., auf Gießen 924 Mk. entfallen. Benshcim büßt 1903 Mk., Bingen 3575 Mk., Tieburg 595 Mk., Ebcrstadt 493 Mk., Gins- Heim 3943 Mk., Groß-Gerau 1772 Mk, Kelsterbach 379 Mk., Lampertheim 1215 Mk., Rüsselshcim 1355 Mk, Alzey 1218 Mark, Alsfeld 1103 Mk, Büdingen 519 Mk, Fricdberg 163 Mark, Lauterbach 801 Mk. an Gemeindesteuern ein. Von dem im Artikel 59 Abs. 3 vorgesehenen Selbstbestimmungsrecht haben vier Städte mit Wirkung vom 1. April 1913 Gebrauch gemacht: in Ossenbach bleiben die Einkommen bis 750 Mk., in Worms, Friedberg und Benshcim die Einkommen bis 500 Mk. von der Einkommensteuer befreit. Von Interesse ist das Verhältnis der Vermögenssteuern zueinander. Nach Art. 55 des Gesetzes wird die Gemeindesteuer vom Grundbesitz, Gewerbebetrieb und Kapitalvermögen nach einem einheitlichen und gleichmäßigen Satz für jedes volle Hundert Mark des sür die Besteuerung festgestell- lcn Wertes ausgeschlagen, wobei das Kapitalvermögen nur mit dem halben Wert angcsetzt wird. Nun hat in 66 Gemeinden bei Abnahme der Grundsteuer gleichzeitig eine Zunahme der Käpitalstcuer stattgcsuuden, während in 55 Gemeinden der Abnahme der Grundsteuer eine Zunahme der Gewerbesteuer gcgenübcrsteht. In 51 Fällen, etwa der Hülste der Gesamtzahl, hat die Grundsteuer abgcnommen und zugleich die Gewerb- und Kapitalsteuer zugenommen. Eine gleichmäßige «Wirkung des neuen Gesetzes auf die Art der Verteilung der Vermögenssteuern ist hiernach nicht eingetrelen. Der VermögcnSstcuerkoesfizient ist bekanntlich je nach der Steuerschuldigkeit verschieden. Ei» Bild von dieser Verschiedenheit geben die sollenden Zahlen für das Jahr 1913. Von den Gemeinden mit istädteordnung erhob Friedberg 15,6 Pf. auf 100 Mk. Steuerwerk des Vermögens, Bad-Nauhcim 18Ps., Gießen 21 Pf., Benshcim 21,6Pf., Darmstadt 21,6 Pf., Bingen 22,2 Ps., Worms 22,53 Pf.. Mainz 22,95 Ps., Alzey 28,51 Pf. und Ossenbach 34,5 Pf. Für eine Auswahl von 160 Landgemeinden ergab sich, daß in 2 Gemeinden 5 — 10 Pf., in 8Gemeinden 10—15 Pf., in 34 Ge- meinden 15—20 Pf., in 49 Gemeinden 20—25 Pf., in 31 Gemeinden 25—30 Pf., in 22 Gemeinden 30—35 Pf., in 9 Gemeinden 35 — 40 Pf. und in 3 Gemeinden 40—45 Pf. erhoben wurden. Das Vermögen ist darnach im allgemeinen mit einem Ausschlag von 15—35 Ps. für 100Mk. Steuerwerk belastet. Von der Anwendung des Sctbskbcstimmungsrcchts, wonach elternlose Minderjährige, erwerbsunfähige Personen und Witwen, deren Vermögen bei einem Gesamteinkommen unter 750 Mk. den Betrag von lO OOO Mk. nicht erreicht, von der Grund-, Gewcrbs- und Kapitalsteuer befreit werden können, haben bisher durch entsprechende Ortssatzungen nur Ossenbach und Worms Gebrauch gemacht. Einen sehr umfangreichen Abschnitt bildet in der Re- gicrungsmittcilung das Kapitel über die Grundsteuer. Sie hat von den in Tabelle 2 aufgeführtcn 101 Probcgemein- den in 71 eine Abnahme, in den übrigen 30 eine Zunahme erfahren; es ist mithin im allgemeinen das Grund- vcrmögcncntlastet worden. Diese Wirkung dürfte, insbesondere in den Landgemeinden, unmittelbar aus den Ersatz der Steuer nach dem Steuerkapital durch die Wertsteucr zu- rückzusühreu sein. Tas Ergebnis muß, so betout eine Anmerkung in der Vorlage, um so ausfallender erscheinen, als die Veranlagung sich ausschließlich auf den gemeinen Wert gründet. „Betrachtet man die fünf größten Städte «Mainz, Darmstadt, Ossenbach, Worms und Gießen, für sich allein, so ergibt sich bei allen eine Zunahme der Grundsteuer, was offenbar aus die schärfere Erfassung des durchweg hochwertigen Geländes und Gebäudebcfitzcs zurückzuführen ist." Auf die Verschiebungen bei den wichtigeren Arten des steuerpflichtigen Grundvermögens, landwirtschastlich genutzten Grundbesitz, Waldungen, Baupläne, Gebäude, wobei die Wirkung der Grundsteuer im ganzen wesentlich dadurch beeinflußt wird, wie sich der Grundbesitz einer Gemeinde nach den verschiedenen Arten zusammensetzt, sali in einem weiteren Artikel näher eingcgangen werden. _ Die Ausstandsbtwegung in Albanien. Das Wiener Korr.-Bureau meldet aus D u r a z z o; Der Kontrollausschuß erhielt gestern bei seiner Anwesenheit in Kawaja seitens der Wortführer der Aufständischen und der an der Bewegung teilnehmenden Bevölkerung die Versicherung, daß sie sich von den Aufklärungen und Zusagen des Kontrollausschusses persönlich besriedigt fühlten, daß sic aber vor der endgültigen Abrüstung noch einctz Meinungsaustausch mit den Vertretern der übrigen an der Bewegung beteiligten Landschaften pflegen möchten. Allerdings hat in Kawaja eine Anzahl Fanatiker in präziser Form den Wunsch nach derWiedcrhcrstellungdertürkischenHcrr- s ch a s t ausgesprochen, indessen haben, wie gestern in Kawaja, die Erklärungen des Kontrollausschusses auch heute in Tirana, wohin er sich begeben hat, beruhigend gewirkt und dürsten ihren Eindruck sicherlich nicht verfehlen. Hcrvor- zuheben ist, daß die religiösen Chefs von Tirana, nämlich der Mufti und der lllema, gemeinsam mit dem Kontrollausschuß sich bemühten, die Vertreter der unzufriedenen Landschaften von der Unzulässigkeit einiger ihrer Forderungen zu überzeugen. Indessen konnte bemerkt werden, daß ein ziemlich starker religiöser Fanatismus geiveckl und auch dort unter den Unzufriedenen die Forderung nach Ernennung eines mohammedanischen F ü r st e n laut geworden ist. Wie in Kawaja erklärten in Tirana die Führer, daß vorerst den Delegierten aller in Betracht kommende» Landschastcn Gelegenheit zur Aussprache zu geben sei, die in einer Versammlung der nächsten Woche erfolgen soll. Daran hätte auch der Kontrollausschuß teilzunchmen. Anhänger des Fürsten Wilhelm in Skutari. Tie „Neue Freie Presse" meldet aus Skutari: Am Mittwoch hat hier eine große Versammlung der Malissoren und Mirditen stattgefunden, wo etwa 1000 Mann versammelt waren. Prcnk Bibdoda führte den Vorsitz. Die Versammlung beschloß, eine Abordnung an den Fürsten Wilhelm zu entsenden, um ihm über die Lage und Stimmung; in Albanien zu berichten und ihm ferner mitzuteilen, daß sie bereit seien, 'gegen die aufständischen Anhänger Essads zu marschieren. Wenn der Fürst ge- ztvungen werde, den Aufständischen Konzessionen zu machen, würden diese von den Versammelten nicht anerkannt werden. Es herrschte eine sehr erregte Stimmung. Der albanische Hofmarschall in Berlin. Der „Kölnischen Zeitung" wird aus Berlin gemeldet: Zur Reise des Hofmarschalls des Fürsten von Albanien von Trotha nach Berlin wird uns bestätigt, daß sic auf keinen politischen Auftrag zurückzusühren ist. Trotha ist der Uebcrbringcr gewisser persönlicher Wünsche des F ü r stze n, die mit der politischen Behandlung der albanischen Frage nicht im Zusammenhang stehen. Ein österreichisches Geschwader. D u r a z z o, 28. Mai. Ter österreichisch-ungarische Ge- sandte hat den italienischen Admiral Trisari benachrichtigt, daß ein von Malta kommendes österreichisches Ge- Napoleon und Zosephine in vriefen. Am 29. Mai 1814 ist die Kaiserin Joscphine zu Malmaiion gestorben. Sie hat den Sturz ihres früheren Gemahls nicht lange übcrlebt, nachdem die Verbündeten cs ihr abgeschlagen hatten, Napoleon nach Elba zu beglctten, ivozu Marie Luise sich nicht hatte verstehen können. Tie Weltgeschichte braucht nicht viel mehr von ihr zu registrieren, als daß sie den jungen (tzcnera! Bonaparte heiratete, der sich svätcr als Kaiser von ihr scheiden ließ, weil sic ihm keinen Thronerben schenken konnte. Polittsch ist Josephine nie hervorgetrctcn. Aber dieser anmutigen Kreo lin verdanken wir die intimsten Herzcnszeugnissc Napoleons, der diese Frau erst mit einer ratenden Glut liebte und ihr lein Leben lang, auch nach der Scheidung noch, mit aller Zärtlichkeit zugetan war, worüber uns seine zahlreichen Briese an: sic belehren, die der Verlag Robert Lutz in Stuttgart voriges Jahr in künstlerischer Ausstattung deutsch hcrausgegeben^hat «Napo- leons Briete an Josephine. herausgcgebcn von A. Saager. ES gibt nichts Jiitcreiianteres. als diese Briefe ,u lesen, die uns Napoleon von seiner unverbüllt meuschlichsien Seite zeigen. Mit Erlaubnis der Perlagsbuchlzandlung geben wir im folgenden zwei Proben aus dein Buche, einen Brief des Generals aus dem italienischen Feldzug von 1796 und einen Brief der geschiedenen Joseplsine an den Kaiser, der in seiner rührenden Hingabe lind Liebe sür sich ielbcr und die Schreiberin sprickN und geigt, wie dieser Licbesbund trotz der Ehescheidung in Frieden >,»d Har- monic ausklingt. Hauptauarticr Tortona, Mittags, den 15. Juni 1796. Mein Leben ist ein ununterbrochener Mpdruck. Eine furchtbare Ahnung hemmt mir den Atem. Ich lebe nicht mehr. Ich habe mehr als mcii, Lebe», mehr als mein Glück, mehr als meine Ruhe verloren. Ich bin völlig ohne Hoffnung. Ich schicke Tir einen Kurier' er wird nur vier Stunden in Paris bleiben, und mir dann Tcinc Antwort zurückbringen. Schreibe mir 10 Seiten, das allein kann mich ein wenig trösten. . . Tu bist krank. Tu liebst mich, ich habe Dich betrübt: Du bist guter Hoitnung") und ich werde Dich mcku sehen! Tieier Gedanke verwirrt mich« Ich habe Tir großes Unrecht getan, daß ich gar nicht weiß, wie ich es wieder aut machen kann. Ich mache Tir Borwürie, daß Du in Paris hleibst, und Tu bist krank! Verzeih mir, meine liebe Freundin, die Liebe, die Tu mir eingeflößt hast, hat mich best Verstandes beraubt. Ich werde ihn nie. wieder stndcn. Von diesem' Hebel wird man niemals gelallt. Meine Ahnungen sind so sürchtcrlich, daß ich zufrieden wäre. Dich zu sehen, Dich zwei *) Ein Irrtum. Stunden lang an mein Herz zu drücken und dann mit Dir zu sterben. Wer pflegt Dich? Ich denke mir, Tu hast Hortense rufen lassen. Ich liebe dieses liebenswürdige Kind noch tausendmal mehr, seit ich denke, daß cs Dich ein wenig trösten kante. Was mich betrisst, so habe ich keine» Trost, keine Ruhe, keine Hoffnung, bis der an Dich geschickte Kurier zurückgekehrt ist, und Du mir in einem langen Briefe anseinandcrgesetzt hast, was an Deiner Krankheit ist, und wie lange ihre Tauer sein wird. Weirn sic gefährlich ist, so iocrdc ich. das sage ich Tir i»i voraus, nach Paris reisen: meine Ankunft wird Deine Krankheit besiegen. Ich bin immer glücklich gawesen. Nie hat das Schicksal meinem Willen widerstanden. Nun aber bin ich in dem Einzigen, was mir teuer ist, schwer betroffen. Josevhine, wie kannst Tu cs so lange aiistchcn lassen, mir zu schreiben? Tein letzter, kurzer Brief, solltest Tu cs glauben, ist vom 22. letzten Monats, und noch heute betrübt er mich Dennoch trage ich ihn immer bei mir. Tein Bild, Tcinc Briefe sind immer vor meinen Augen. Ich bin Nichts ohne Dich, ich begreife kaum, wie ich leben konnte, ohne Tick) zu kennen. Ach Josephine, wenn Tu mein Herz gekannt hättest, hättest T» vom 18. bis zum.4. mit Deiner Abreise gezögert? Solltest Tu Dein Ohr treulosen Freunden geliehen haben, die Tich vielleicht von mir enticrnt halten wollten? Ich habe jedermann im Verdacht, ich hasse alles, ivas Tich umgibt. Ich rechne darauf, daß Tu am 5. abreiscst und am 15. in Mailand eintriffft. Alle meine Gedanken vereinigen sich in Deinem Schlafzimmer, an Deinem Bette, in Deinem Herzen. Teine Krankheit beschäftigt inich Tag. und Nacht . . Ich habe keine Eßlust, keinen Schlaf, keinen Sinn für die Freundschaft, sür den Ruhm, sür das Vaterland! Tu, nur Tu — die übrige Welt ist nicht Mehr für mich vorhanden, als wäre sie vernichtet. Es liegt mir am Ruhme, weil Tir daran liegt, am Siege, weil es Tir Vergnügen macht: ghne dies hätte ich jängst alles verlassen, um mich Tir zu Füßen zu werfen. Zuweücn sag' ich mir wohl, ich beunruhige mich ohne Ursache: schon ist sie hcrgestellt, sie reist ab, sie ist schon abgereist, sie ist vielleicht schon in Lyon. Eitler Wahn! Tu liegst in Teincm Bette, leidend, doch schöner, interessanter, anbetungswürdiger als sonst: Tu bist btaß und Teine Augen sind schmach- tendcr, aber wann wirst Tu hergestellt sein? Wenn schon eines von uns beiden krank sein muß, warum kann ich es nicht sein? Ich bin stärker und mutiger, und würde die Krankheit leichter ertragen. Das Schicksal ist grausam', es trifft mich in Tir. Was mich zuweilen tröstet, ist allein der Gedanke, daß es vom Schicksal abhängt, Tich krank zu machen, aber von niemand, mich zu nötigen, Dich zu überleben. In Teincm Briese, liebe Freundin, trage Sorge, mir zu sagen, daß Du überzeugt bist, daß ich Tich über alle Begriffe liebe: daß all«'' nreine Augenblicke Dir geweiht sind: daß nie eine Stunde vergeht, in der ich nicht an Tich denke: daß cs mir nie in den Sinn gekommen ist, an cüie andere Frau zu denken: daß in meinen dingen alle anderen ohne Anmut, Schönheit und Geist sind: daß Du, Tu, nur Tu, so wie ich Dich sehe, so wie Tu bist, mir gefallen und alle Fähigkeiten meiner Seele cin- saugcn kannst: daß Tir all mein Sinnen geweiht ist: daß mein Herz keine Falte hat, die Tu nicht sichst, keinen Gedanken, der nicht Tir gehört: daß meine Kräfte, meine Arme, mein Geist, alles, alles Tein ist, und daß der Tag, wo Tn Tich 'ändern oder Ivo Tn gar anfhören würdest, zu leben, auch mein Sterbetag wäre. Die Natur, die Erde sind in meinen Augen nur schön, weil Tu sie bewohnst. Wenn Tu dies alles nicht glaubst, wenn Deine Seele nicht davon überzeugt und durchdrungen ist, so betrübst Tn mich tief, denn dann liebst Tu mich nicht. Es ist ein magnetischer Strom zwischen den Menschen, die sich lieben. Tu weißt wohl, daß ich Tich nie einen anderen lieben sehen könnte. Ihn sehen und vernichten, wäre das Werk eines Augenblicks, und hernach, wenn ich es wagte, die Hand an Deine geheiliate Person legen . . . Nein, ich würde es nie wagen, aber ich würde eine Welt verlassen, in der mich ihr iugendhasicstcs Geschöpf getäuscht hätte. Ende April 1810. Tausendmal, tausendmal zärtlichen Tank, daß Tu mich nicht vergessen hast. Mein Sohn bringt !Mir soeben Temen Brief. Mit welcher Begierde las ich ihn, und doch brauckste ich so lange dazu, denn bei jedem Worte mußte ich weinen, aber es waren süße Tränen! Ich habe mein Her, iviedcr gefunden, ganz wie es immer bleiben wird: es gibt Gesnhlc, die das Leben selbst sind, die nur mit dem Leben selbst aufhären. Es brächte mich zur Verzweiflung, wenn mein Brief vom 19. Tir mißfallen hätte: ich erinnere mich nicht mehr ganz der Worte, aber ich weiß, daß ihn ein sehr schmerzliches Gefühl diktiert hat: cs war der Kummer, keine Nachricht von Dir zu haben. Bei meiner Abreise habe ich Dir geschrieben, und wie oft wollte ich Tir seitdem wieder schreiben! Wer ich fühlte die Gründe Tcines Schweigens, und fürchtete, mit einem Brief ungelegen zu kommeu. Tein Brief war Balsam für mich. Sei glücklich, sei so glücklich, als Du es zu sein verdienst, das ist, was mein ganzes Herz Tir wünscht. Tu hast mir auch einen Teil Glück gegönnt, und zwar einen tief cnrvsundcnen Teil. Nichts gilt mir so viel, als ein Zeichen Tcines Gedenkens. Lebe wohl, mein Freund! Ich danke Dir so zärtlich, als ich Dich stets, lieben werde. Zosephinc, füt»er tu Aalt»tu einirifft und am 3, Imn zu kurzem Aufenthalt DuroM» anlaufcii wird. Dir Aufständischen sammeln sich am Skumbi, um -lziz Pascha-Brioni Widerstand zu leiste», der mit regierungstreuen Albanesen sich im Anmärsche besindet, Infolgedessen dat der Kontrollausschuß in Kawaja außer Must Pascha keine führende Persönlichkeiten vorgefunden. Dc-itsche» Reich». Der Kronprinz ist im Automobil am Donnerstag nachmittag kurz nach 3 Uhr, von der Gcncralstabsreise aus dem Münstertal kommend, in Straß bürg eingctrossen und im Hotel Stadt Paris abgestiegen. Das Herzogspaar von B r a u n i ch w e i g wird am 3. Junr abends nach München zu einem oifizrellen Besuch des Königspaarcs vou Bayern reisen. Am 7, Juni iui Bcrlanfc des Nachmittags reisen der Herzog und die Herzogin nach Gmunden, wo ein mehrwöchentlicher Slustnthalt in Aussicht genommen ist, Einweihung eines neuen Instituts für Schilfs- und Trope nkrankbeiten, Im Beisein des Staatssekretärs Tr. Sols wurde in Hamburg das neue Institut für Schiffs- imd Tropenkrankheiten eingeiueiht, Tie Festrede hielt Senator Tr. Mnmssen, der über die Änrichtimg, das stiel und den stweek des Instituts sprach und das Institut dein Direktor Obermedizinalrat Professor Dr. Rocht übergab, der mit einigen Worten das Institut übernahm. RnsiKttV. Das Wirken eines deutschen Architekten in Griechenland, Der aus Einladung der griechischen Regierung in Athen weilende deutsch» Architekt Prosessor Hugo Eber Hardt, Direktor der großherzoglich- hessischen technischen Lehranstalten in O »send ach a, M, inspizierte wiederholt die I n d u st r i e s ch i! l e n von Athen und dem PiräuS Eberhardt hat bereits einige Vorträge vor den Minister-- für Nationalökonomie und für den Kultus gehalten und hat mehrfache Besprechungen mit der Prinzessin Alice, einer eitrigen För- derru der für die wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands ungemein wichtigen Frage. Eberhardt wurde am Donnerstag vom Ministerpräsidenten Vcniselos in längerer Audienz empsangen. Ein A » f st »n d aus Samo s. Die Einwohner des Dorses Maratlwun Camvos aus Samos Haben sich gegen die griechische Herrschaft empört. Die zu ihrer Unterwerfung abgcsandten Truppen sind zu den Aufständischen übergegangen. Au» Stadt und Lauv. Gieß eg, 29. Mai 191 l. Die Wahl des neuen Beigeordneten. Die Stadtverordnetenversammlung wählte i» ihrer gestrigen nichtöffentlichen Sitzung den Regierungsbaumeistrr Günther Krenzien zu Gießen einstimmig zum besoldete» Beigeordneten der Stadt Gießen, Krenzien ist nm 15, September 1878 in Eisenach als Sohn des damaligen Postsekretärs Krenzien g'boren und evangelischen Bekenntnisses, Er besuchte das Kgl, Wilhelms- gtzmnasium in Kassel und widmete sich nach bestandener Reifevriifung zunächst der Offizierlausbahn in einem Pio- nicrbataiklon in Metz, Im Jahre 1900 bezog er die technische Hochschule in Darmstadt, um seinen Neigungen entsprechend Architektur zu studieren, Tie Ferien seiner Studienzeit benutzte er, um sich als Hilfstechnikcr bei der Baupolizei der Stadt Frankfurt io», M, und später bei dev Aufnahme romanischer Baudenkmäler in Hildesheim zu betätigen, 1903 bestand er die Vorprüfung, 1905 die Hauptprüfung für das Hochbaufach und erledigte hierauf den Vorbereitungsdienst der hessischen Staatsbauverwaltung als Restierunqsbansübrer bei dem Hochbauamt in Mainz und dem Kreisbauinspcktor des Kreises Darmstadt, Im Herbst 1908 legte er die Prüfung für den höheren Staatsdienst im Baufach ab, worauf er als Regierungsbaumcister dem berutechnischen Bureau der Ministerialabtcilung für Bauwesen und alsdann dem Kreis- bauinspcktor des Kreises Offenbach a, M, zugetcilt wurde. In dieser Stellung war er in vielseitiger Weise namentlich bei dem Bauwesen der Gemeinden tätig. Im Jahre 1911 bekleidete er eine Asfistcntenftcllc an dem Lehrstuhl für Baukunst an der Technischen Hochschule in Darmstadt, Vom Frühjahr 1912 an war er bei Neubauten einer Obren- und einer Hautklinik und seit Beginn'dieses Jahres als Regierungsbaumcister bei dem Gießcner Krcisamt beschäftigt. Kreuzten ist verheiratet und Vater einer Tochter, Seine vielseitige Ausbildung und praktische Tätigkeit ist von allen denienigf, die dienstlich mit ihm in Berührung kamen, sehr günstig beurteilt worden, so daß die .Hoffnung berechtigt erscheint, daß die Stadtverordnetenversammlung eine glückliche und dem Wohle der Stadt 'recht dienliche Wahl getroffen hat. Das Gehalt für die Beigeordnetenstelle hat die Stadtverordnetenversammlung aus 6000—8500 Mk, festgesetzt. Aus der Sitzung der Stadtverordneten, Die gestrige öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung war kurz, sie war in einer Stunde beendet. Ucbcr eine Reihe von Baugesuchen, Anträgen und dergleichen konnte man schnell hinweggchen, da die Ausschüsse alles dermaßen vorbereiten und prüfen, daß dem Plenum nur die endgültige Entscheidung zufällt, Hervorgehobcu zu werden verdient ein Antrag des Stadtverordneten W i n n , der wünscht, daß die Stadt eine Spritze für die Vernichtung der Obstbaumschädlinge anschafft und diese auch Privatleuten gegen Entschädigung der Unkosten zur Verfügung stellt. Ohne längere Auseinandersetzungen nahm man den Antrag an. Geringere Zustimmung fand anfangs der Vorschlag, eine größere Anzahl von Straßenlatercnen, die in der Nähe der Feuermelder stehen, mit einem roten Streifen mit der Ausschrist „Feue rmcldcr" zu versehen. Damit diese Aufschriften auch nachts gelesen werden kännon, ist cs nämlich irötig, die betrefsendcn Laternen die ganze Nacht hindurch brennen zu lassen, während sie wegen der elektrischen Straßenbeleuchtung bisher nur die halbe Nacht hindurch oder überhaupt nicht zu brennen brauchten. Diese Neueinrichtung . erfordert immerhin ein Mehr au Ausgabe» unter dem Titel Fcuerlöschivescn von etwa 700 Mk, jährlich, Ta« erschien einigen Herren bedenklich, sie ließen sich erst durch den Hinweis des Vorsitzenden auf die Notwendigkeit einer guten Feuerwehr beruhigen. Das Hauptlhema der öffentlichen Sitzung war die Be- » sprechung eines Gesuches der „Freilichtbühne", die in ^diesem Sommer drei Aufsührungcn plant. Man hatte dafür »» einen Platz im Philosophenwaldc in Aussicht genommen, mit dem sich jedoch die Ausschüsse, die eine OrtSbesichtiguuq vor nahmen, nicht einverstanden erllärten. Vielmehr' entdeckte man einen ebenfalls geeigneten Platz auf dem sogenannten F i ch t e n k o p f, der nahe der Sicher Straße gelegen ist, Tie „Freilichtbühne", der es darauf ankam, daß in der Meinung der Stadtverordneten Einstimmigkeit herrschte, war mit diesem Vorschläge einverstanden. Es wurde denn auch einstimmig die Stelle aus dem Fichtenkopf zur Verfügung gestellt und zu seiner Herstellung bis zu 2000 Mark und außerdem ein Garaniiesonds von 1000 Mk, bewilligt. " Tageskalender stlr Freitag, 29. Mai: Oeneut- licher Vortrag von Herr» Vkarrer Grein-Kaichen: »Die Frauen und die Wirlshanskonzessio»/ Aben>>S 8'/, Uhr, Hotel 0 ch fi tz. , ” Der Grobherzog hat dem Oberbricfträger Fried, rich Hartmann in Lanterbach die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom Deutschen Kaiser verliehenen Allgemeinen Ehrenzeichens in Silber erteilt. ' Aus dem Schuldienste. Der Großherzog hat den Lehramtsaffesior Heinrich Schcercr au? Nieder-Brcidcn- bach z»m Oberlehrer an der Oberrealschule zu Alsfeld ernannt. •• Offene Stellen. Erledigt sind: Tie mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer ft eile zu Niedcr- S ec men, Kreis Schotten. Mit der Stelle ist Organiften- u»d Vorlcsedienst verbunden. Dem Fürsten zu Stolberg- Roßla-Ortenberg steht das Präsentationsrecht zu. Tie mit eine», evangelischen Lehrer zu besetzende Lehr erstelle zu Betzenrod, Kreis Schotten. Mit der Stelle ist Ocganisten- und Vorlesedienst verbunden. — Ferner sind erledigt: Die Stelle eines S te» e r a ufse her s bei Groß!,. Hauptstcueramt Mainz. Die Stellen zweier Steueransseher bei Großh, Haliptsteneramt fflorin s. " Sie Kaiserparadc des 18. Armeekorps findet om 21. August auf dem großen Sand bei Mainz statt, ** Neue 4"°ige Gießcner Stadtanlcihe^Aus bit; gestern zur Submission gestellte 4«,»ige Anleihe der «ladt Gießen im Betrage von 4' > Millionen Mark erhielt den Zuschlag zu 94,07 °/o eine Gruppe, die sich aus dem Bankhaus Delbrück, Schicklcr & Co, Berlin, dem Bankhaus L, &ö. Werthcimber Frankfurt am Main, der Mitteldeutschen Kreditbank, Filiale Gießen, zu Gie- ßcu, und dem Bankhaus Leopold Scligmanu in Köln und Coblenz zusammensctzt. Eine zweite Gruppe, bestehend aus der Tiskontogesellschast Frankfurt am Main, dem Bankhaus S, Bleichrödcr - Berlin, Gebrüder Sir» nold-Dresden, dem Magdeburger Bankverein Magdeburg, dem Bankhaus Ephraim Meyer & Sohn-Hannover, der Süddeutschen Diskonto Gesellschaft A,-G,-Mannheim, dem Bankhaus M, M. Marburg & Co,-Hamburg, dem Bankhaus L. Pfeifser-Cassel, und dem Bankhaus Joseph Herz- Gießen hatte geboten 93,87"/°, Eine dritte Gruppe bestehend aus der Deutschen Bank-Berlin sowie deren Filiale Franksuri a, M, und der Zweigstelle Tarmstadt, der Rheinischen Kreditbank-Mannheim, der Deutschen Vcreinsbank-Frank- surt a, M. sowie deren Filiale Darmstadt, der Süddeutschen Bank, Slbteilung der Pfälzischen Bank-Mannlstim, der Firma Baruch Strauß-Marburg und der Firma Baruch Strauß Nachfolger-Gießen lzalte 93,77"'° geboten, — Wie wir hören, soll diese Anleihe am 10. Juni zu 94,90"/° zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt werden, ** Z u den Erörterungen über die elck- trischcStraßenbahnnachWicseck schreibt uns Herr Bürgermeister S ch o m b e r im Hinblick auf die gestern von uns wiedergegebene Zuschrift: Aus dem Artikel könnte herausgelesen werden, daß die Aussetzung des kürzlich gefaßten Beschlusses lediglich der Bürger- Versammlung zuzuschrciben wäre. Das ist nicht der Fall, sondern ich habe das aus meinem eigenen Ermessen getam Dem Berichterstatter wird ja wohl bekannt sein, daß die Herren am Borabend in der geheimen Sitzung schon Kenntnis davon hatten, daß ich die Slussührung des Beschlusses aussetzcn würde. 911 fo bürten sic es nicht auf ihr Konto setzen, Tie Aussetzung geschah lediglich zur Befriedigung der Allgemeinheit, und aus Entgegenkommen dem Herrn Oberbürgermeister Keller gegenüber, damit die Berhandlungen wettergcsührt werden können, ** Otic firner Stadttheater Der Bettelstudent, Das Kgl, Kurtheatcr in Bad-Ems setzte gestern mit einer guten Slussührung des Bettelstudenten sein hiesiges Gastspiel fort und batte sich höbet des herzlichsten Bcisallcs des verhältnismäßig sehr gut besuchten Hauses zu »rircuen, Herr Oberregisseur Otto S ch r f 1 e r und Herr Kapellmeister Herm, Weinack hatten sich furch eine tüchtige Vorbereitung verdient gemacht, uird da sowohl die Einzelkräfte als auch die Chöre durchaus aus ihrem Posten waren, kam eine Vorstellung heraus, die trotz einiger kleinen Unebenheiten glänzend genannt werden baff, Frl, SAarg, Koch war eine treffliche Palmatiea: Frl, Susy P a u l y gab als Lanra eine vorzügliche durchgebildete Leistung, Frl, Martini war durch eine Erkältung an der vollen Entsaltung ihrer Mittel leider etwas behindert. Als Oberst Ollendors stellte Herr Otto >2 ch i l l c r einen prächtigen Maulhelden aus bie Bühne, Als Janickr verstärkte Herr Behrensen den guten Eindruck, den er bei seinem ersten Skustreten machte, um ein wesentliches, Herr Abel war rmter den Einschränkungen, die sie kürzlich schon gemacht haben, ein gewandter Bcttelstudent, Höchst ergötzlich war Herr Grosser als Kerkermeister Enterich. 911-3 schneidiger Körnet zeigte sich Frl, Ellen H e n n i g. Das Orchester unter Herrn jWcinacks Leitung war, wie schon gesagt, gut eingespielt und beherrschte seine Ausgabe völlig, ** Stift ungssest des Korps Teutonia, Am 1, Juni 1914 blickt das Korps Teutonia aus ein 75 jähriges ununterbrochenes Bestehen zurück, Tas Stiftungsfest, welches in den Psingsttagcn in größerem Stile gefeiert werden soll, wird von einer großen Slnzahl alter Herren mit ihren Tomen, sowie von Vertretern der Kartell- und befreundeten Korps besucht werden, Tie Teutonia ist das älteste bestehende Korps und damit auch überhaupt die älteste Korporation in Gießen, Die Feierlichkeiten beginnen am ersten Psingsttage abends mit einer, BegrüßungSkneipc mis dem Korpsbause, Am nächsten Tage, als dem eigentlichen Stiftungstage, ist aus vormittags 11 Uhr ein feierlicher Korps- konvent allgesagt. Darauf findet ein Festdiner in den Räumen des Gestllschastsvereins statt, zu welchem die Spitzen der Zivil- b-hördcn sowie der Rektor der Landesuniversität bereits ihr Erscheinen zugcsagt hoben. Am späten Nachmittag ist eine Slusfahrt durch die Stadl und aus den Schisscnberg in Slussicht genommen. Am dritten Psingsttage wird man sich zu einem Frühstück aus dem Korpshause zusammensinden, Abends hält das Korps im aroßen Saal dxs Gesellschaftsvereins den Festkommers ab. Für Mittwoch, 3, Juni bildet ein Slusffug mit Tomen nach Braunsels den Abschluß der Festlichkeiten Viele der Teilnehmer haben eine weite Reise nicht gescheut, um wieder einmal in der alten Musen- stadt im Kreise ihrer Korpsbrüder frohe Stunden zu verleben und Jugendcrinncrungen aufzuirischen. Es wäre darum wohl zu wünschen, daß sich auch das Wetter für die nächstfolgenden Tage von einer freundlichen Seite zeigt, Gar manämr lalle Herr, der vielleicht jahrelang nicht mehr Gelegenheit hatte, sein liebes Großen zu besuchen, wird nicht wenig erstaunt sein über den gewaltigen Aufschwung und das rasche Emporblühen der alten Universitätsstadt, ** Iuge » dwehr Gießen, Ter große Frühjabrs-Aus- slug der Jugendwehr sindct am 2, und 3, Piingstsciertagc statt und zwar soll dicsesmol die Edertalsperre besichtigt werden. Vorgesehen ist für den ersten Tag ein Besuch von Wildungen mit seinen Quellen und der Sperrmauer bei .Hcmsitrlh, Uebcrnachtet wird in Waldeck unb am anderen Morgen geht's am Nordrande der Sperre entlang „ach Hcrzhauscn, von wo die Bah» zur Heimreise benutzt wird, ** Der hessische Landesverband vom' Blauen Kreuz, Mitglied des Deutschen Bundes, begründet am 27, Januar ^19l,! in Frankfurt a. Ml, hielt in Darmstadt im Saale des „yseierabendhauses" seine erste Jahoesversaminlung nntcr Leitung des Vorsitzenden, Pfarrer Weber-Langgöns ab, Anivescnd waren der Generalsekretär Dr, Durckhrrdt Berlin sowie Vertreter und Veremsleiter aus allen Gegenden Hessens, Ter Jahresbericht, erstattet von Obcrpsarrcr K n o t t - Schlitz, wies ein höchst erfreuliches Wachstum aus: vou süns Vereinen mit 66 Awgiiedenr tausschlicßlich der Einzslmitglicdcr) bei der Gründung ist der Verband gewachsen aus 15 Vereine mit 280 Mitgliedern, Sluch die Jugendarbeit, zurzeit 120 Hosfnungsbundmttglstder, beginnt voranzugehen. Wie das Rote Kreuz die Wunden des Krieges heilt, so heilt das Blaue firm; die Wunden, die Sllkoholnot und Elend unserem Volke schlagen, eine Not, der jährlich in Deutsch» laich so viel erliegen, wie im Kriege 1870/71 an Wunden starben. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle in Wallen! od (Ober Hessen), »»Bo n ei nemRads ah rer überfahren. Gestern abend wurde ein Arbeiter in der Sleinstraße von cinenr auswärtigen Radfahrer, der kein Signal gegeben hatte, vou hinten überfahren, Ter Slrbeiter kam zu Fall und zog sich Verletzungen im Gesicht und an der rechten Hand zu, während der Radfahrer unverletzt blieb, ** Arbeitsunfall, Ter betagte Landwirt Johannes/ Bender aus Birklar verunglückte bieser Tage dadurch,, daß ihm die linke Hand von dem W a l z w e r k d e r Schrot- m üble erfaßt und drei Finger ab gedrückt wurden. Nur dadurch, daß der Treibriemen absprang, wurde er vor Schlimmerem bewahrt, Ter Verunglückte wurde sofort in die Klinik nach Gießen gebracht, ** S ch i f s s liste für billige Briefe nach den Vereinigten Staaten, Die Portoermäßigung erstreckt sich nur aus die Briese, nicht auch auf Postkarten, Drucksachen nsiv, und gilt nur für Briese nach den Bereinigten Staaten von Slmerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z, B, Canada. „George Washington" ab Bremen 30, Mai: „Kronprinzessin Ce- rilie" ab Bremen 2, Juni: „Vaterland" ab Hamburg t>, Junis „Kaiser Wilhelm der Große" ad Bremen 10, Juni: „President Lincoln" ab Hamburg II, Juni: „Prinz Friedrich Wilhelm" ab Bremen 13, Juni: „Kaiser Wilhelm II," ab Bremen 16, Juni: „Imperator" ab Hamburg 17, Juni: „Cineinnati" ab Hamburg 19, Juni: „Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 23, Juni: „Vaterland" ab Hamburg 27, Juni: „Kronprinzcisin Ceeilie" ab Bremen 30, Juni: „Berlin" ab Bremen 4, Juli, lPvstschluß nach Ankunst der Frühzüge,) Slllc diese Schisse, außer „President Lincoln" und „Cineinnati", sind Schnelldampfer oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Slbgangc die schnellste Besörderungsgclegen- heit bieten. Es empfiehlt sich, die Briese mit einem Lcitvermerke wie „direkter Weg" oder „über Bremen oder Hambitrg" zu versehen, ** Das Groß herzoglich Hessische Regierungsblatt Nr, 13 vom 27. Mai hat folgenden Jnlialt: 1, Bekanntmachung, Aenderungen der Deutschen Wehrordnung betreffend, 2, Bekanntmachung. Befugnis zur Slbscrtigung Lvn Schaf-, Ziegen-, Lamm- und Zickcksslleii zum Zollsatz der Tarisnummcr 544 betreffend, 3. Bekanntmachung, die Absertissungsbefugnisse des Hanptsteueramts Worins betreffend, 4, Bekanntmachung, slnschlllß- glcis der Firma I, Himmelsbach in Freiburg tBadcni betressend, 5, Bekanntmachung, Slnschluöisteis der Firma Gustav Lang u, Co, zu Ofienbach a, M, betreffend, D i e n e n c P o st s ch e ck o r d n u n g, Tic soeben im Reichs- Gesetzblattc ocrüfscntlichte Postscheckordnung, die am 1, Juli 1914 in Kraft tritt, enthält eine Reihe wichtiger Neuerungen, Für Zalallarten, die jetzt bis 10 000 Mk, lauten dürfen, ist kein Höchstbetrag mehr festgesetzt. Für Schecks wird der Meislbetrag vo» 10 000.Mk, aus 20 000 Mk, erhöht, Zahlkarten und Uebcr- weisiinaen bis 3000 Mk. können telegraphisch übermittelt werden. Die Höchstgrenze für telegraphische Zahlungsanweisungen, bisher 800 Mk,, beträgt künftig 3000 Mk, Der Betrag eines Schecks kann dem Empfänger durch besonderen Boten zugestellt werden ml,re das Ausstellungsgebatlde aus der Künstlerkolonie zur Per. sugung zu stellen. Eine angere Aussprache veranlagte der zu den K ° st ^ de r F r u h l, n g s - F e s. s p s e l e im Grvsch Hos- tbeater geforderte Zuschuß von 10 000 Mk. Lierbei teilte her Redner mit, daß die Ausgaben für die Festspiele etwa 50000 Ms betragen, von denen etwa 20 000 Mk. urigedeckt bleiben Tie Kosten für die Kunstlerdirigenten betragen etwa 7000 Mk das .Künstlerhonorar der Gäste, wie Walter Soomer uiw "et™, 15 000 Mk., ''eue TKkorationen (Aida 0000s, Earmen (8900 war, zuiammen 21000 Mk Fm ganzen wurden ,m vorigen Fahre unter Leitung von Tr. Eger etwa 120000 Mk mehr am gewendet. wandern nnd Ueifen. „Wanderungen im Schwarzwald". Tie soeben er- schienene praktnche Truck,ache enthält einen Borsckckag sür eine Ibtägige Wanderung, sowie sür Rundreisen durch die anr meisten begangenen Touristengebiete des badischen Säuvarzwalde-« Tie Tour kann in Heidelberg, Mannheim oder Karlsruhe begonnen werden und führt durch das Murgtal nach dem Weltbad Baden- Baden und weiter über den aussichtsreichen .Hauptkamni der Schtvarzwaldberge unter teilweise Benutzung der hochinteressanten Schwarznnildbakm und unter Berührung von Triberg Freiburg Badenweiler, Höllental, Feldberg. Titisee, St. Blasien und Todtmoos an den Oberrhein. Tie Höhenangaben der einzelnen Orte sowie die Angaben der Entfernungen von Ort zu Ort sowie das beigegebene Verzeichnis der festen Rundreisekarten ab Karlsrulie nach der Schweiz erhöhen den Wert der Keinen Trucksck,rist, die durch die Abteilung Baden des Fnternalionalen ünenlliäzen Ver- kehrsbureaus, Berlin W. 8 , Unter den Linden 14, kostenlos übersandt wird. Universitäts-Ncrtchrichte«». s> Marburg, 28. Mai. Ter Direktor des hiesigen Königlichen zahnärztlichen llniverjitätsinstituts. Prosessor Tr. Guido Fischer, ist von seiner achtwöchigen Bortragsreise durch die Bereinigten Staaten zurückgekehrt. — Professor Tr. Otto S a ck u r, Privaldozent für Chemie an der llniveriität Breslau, wurde zum Abteilungsleiter an, Kaiser- Wilhelm-Fnstitut für vhpsikalische Chemie und Eleltrocheniie in Berlin-Dahlem berufen. — Die Universität Rostock zählt im laufenden Sommersemester 1009 immatrikulierte Stichierende, gegen 914 im Wintersemester 1915 14 und 1005 im Sommersemester 1913. Aschnahrunci im Sommer. Am Billingsgate-Fischmarkt in London, der die Attfgabe zu erfüllen hat, die sieben Millionen Einwohner der Riesenstadt und ihrer Umgebung mit Fischen zu versorgen, werden jährlich durchschnittlich etwa 500 Millionen Pfund Seefische angebracht. Diese gewaltige Zufuhr verteilt sich nicht etwa gleichmäßig über das ganze Jahr, sondern die größten Mengen werden am Billingsgate-Fiseh- markt in den Monateii^Mas, Juni, Juli. August und September verkauft. August und September weisen die allergrößten Ansuhr- zahleu aus, uild am kleinsten sind diese im Februar. Bei uns ist es leider gerade umgekehrt: Im Winter, nauientlich im Februar und März, werden gewaltige Mengen von Seefischen verlangt, häusig mehr, als herbeigeschasft werden können, und im Sommer, wenn die meisten unserer Marktsische in der besten Bersassung sich befinden und am leichtesten zu sangen sind, ist die Nachfrage gering, so daß unsere Fischer ver. hältnismäßig nur kleine Mengen an den Märkten verkaufen können. Es ist kein Zweifel, daß aut Londoner Fischmarkt die Nachfrage nach Fischen im 'Sommer größer ist als im Winter. Der Engländer weiß eben ganz genau, daß gerade im Sommer die Fisihuahrung ihrer leichteit Perdaulickikeit wegen besonders zuträg lich ist. Kabeljau-Koteletts spielen im Sommer in der Ernährung des Engländers eine viel größere Rolle als Hammel-Koteletts oder Beefsteak. Es n,»ß als eine der erfreulichsten Begleiterscheinungen des von der Staatlichen Fischereidirektion in Hamburg mit so großem Erfolge durchgesührten Berkauis billiger Seefische bezeichnet werden, daß dort im vroigen Jahre zum ersten Male bei Eintritt wmmerlicher Temperatur die Nachfrage nach billigen Seefischen nicht nachließ. Biele der Verkaufsstellen meldeten vielmehr, daß die- Nachfrage unverändert anhalte, andere, daß sie nur so weil ütrückgegangen sei, wie etwa die Kunden dieser Gesclzäfte in die Ivmmerserien gereist sind und somit als Abnehmer aussallen. Wer es nocki nicht versucht Halen sollte, dem kann nur dringend empfohlen werden, jetzt noch einen Versuch zu machen, wie bekömmliche tsterichte sich aus den billigen Seefischen mit leickner Mühe Herstellen lassen. Es empfiehlt sich, während der Hitzperiode vom Kabeljau, Seelachs oder Seehecht, auch vom mittelgroße» Schell- sisch das Fleisch von den Gräten zu lösen, dieses in Stück,' zu zerschneiden und die Filetstücke, leicht paniert, zu braten. Kleine Sck>ellissche und Schollen werden im ganzen gebraten. Das gibt zusammen mit Gemüse pder Salat ein köstliches Sommergericht, das sich, bei den billigen Preisen, zu denen die meisten der genannten Fische jetzt auch hier abgegeben nnwden, wohl ein jeder Hausstand leisten kann. In dem von der Staatlichen Fischerei- direklion in Hamburg berausgegebenen Kochbüchlein sind eine Reihe Anweisungen über die mannigfache Zubereitung der billigen Fischarten zusammengeslelit. Das Büchlein wird Interessenten auf Wunsch lastenfrei übersandt. Vermischte». * Im Pustertal und in d-n Seitengebieien erfolgten Verkehrsstörungen durch Ausbrüche von Wafserwildbächen. Bei Tellach an der Körnlenschen Grenze fanden fünf Personen den Tod in de» Fkuten. In einzelnen Gebieten jenseits des Brenners herrsch: Hochwassergefahr. — Tie Heilung eines blinden Mädchens. In einem Vortrag in der Kosmos-Gesellschait in London berichtete Pros. Alex. Erskine über den merkwürdigen Fall eines »lindes, das von der OJeburt an erblindet war und jetzt im Alter von neun Jahren seine Sehkraft wiedcrerlangt hat. „Als das Kind, Gertruds Rates. das tu Nunhead lebt, im vorige» Jahre zu mir gebracht wurde," erzählte Pros. Erskine, „glaubte ich nicht daran, daß ich es heilen könnte: aber ich beschloß doch, einen Versuch zu machen, es mit Hypnose ,!, behandeln. Als das Kind ohne große Mühe in einen hypnotischen Schlaf versenkt n>ar, sagte ich ihm, daß es nicht mehr blind wäre. Tann erweckte ich das Mädckien, und es zeigte sich, da« es tatsächlich sehen konnte. Und es beioies, daß es sich nicht nur enibildeie zu sehen, dadurch, daß es eine Anzahl Papierschntpsel. die ich im Zimmer verstreut hatte, aus- lesen konnte." Pros. Erskine erklärle den Fall dadurch, daß es sich um eine funktionelle Blindheit handelte, bei der keine Gewebe des Auges zerstört ivaren, sondern nur die Fähigkeit fehlte, den Mechanismus des Auges brauchen. Indem er dem »rndr nun während der Hypnose in seinem Unterbewutsßeni suggerierte, daß es sein Auge brauchen könnte, gewann es die normale Fähigkeit des Sehens. Wenn der Sehnerv oder andere Gewebe des Auges durch irgeicheine Krankheit zerstört gewesen wären, so würde natürlich keinerlei Heilung möglich geivesen sein. — Kostbare B l » m e n. Daß unter den kostbaren Blunien die Orchideen mit den höchsten Preisen bezahlt werden, ist bekannt, sür eine seltene Spezialität legte ein englischer Orchrdeensammler vor einiger Zeit sogar 43 375 Frs. an. Taß aber auch Blumen, die äußerlich kaum etwas Erotisches an sich haben, bisweilen mit Märchenpressen bezahlt werden, wird nur wenigen Laien bekannt sein. Für eine Viktoria Regia sind in einem Falle bereits 15 000 Frs. bezahlt worden. Erst kürzlich aber erzielten 10 Tulpenzwie beln einen Rekord- und Phantasiepreis: 12 090 Gulden. Ta- Journal des Fermes et Ehoteaur, das hierüber berichtet, erzähd auch von einer einzigartigen Rosenzüchtnng, der „Frau W. I Grant-Rose", sür Oie ein reicher Züchter aus Toublin 25 000 Frs. anlegte: und ein anderer Rosetistock, eine Varietät der Helen Gould, erzielte sogar 35 000 Frs. Allein den Rekord hält doch eine Tulpe, die 39 500 Gulden erzielte, und ein Nelkenstock, der einzigartig schöne Blumen von je 13 Zenlimeler Turchmesser trägt. Um dieses unvergleichliche Exemplar eines NelkenstockeS ;u besitzen, hat ein amerikanischer Multimillionär 170 000 Frs. geopsert. — (Sin Schlauberger. Tie „Jugend" erzählt folgendes Geschichtchen: Zwei Wirte unserer kleinen Vorstadt halten bei der Polizei die Erlaubnis zur Veranstaltung eines Familienabends mit Konzert und Tanzkränzchen bis 2 Uhr nachts für Samstag, den 24. Januar, nachgesuchl. Das Gesuch des einen wurde abschlägig beschieden, der andere erhielt Erlaubnis sogar bis 4 Uhr morgens — Ein paar Tage später treffen beide Wirte wieder zusammen. Nachdem ersterer mit einigen Kraftausdrücken seinem Aerger über die ungerechte Behandlung Luft gemacht hat, fragt er den stflllegen, welchem Umstande er eigentlich die Genehmigung seines Gesuches zu verdanken habe, „Ganz einfach," erwidert der Gefragte lächelnd, „ich Itabc am Schulst meiner Eingabe in Klammern hinzugesügt! Kaisersgeburtstagsseier." * Das liebe Hündchen Frau Müller: ,^>hrem Hunt und ihrem Manne hat iie den gleichen Kosenamen gegeben. Ei mag da manche Verwechselung geben." — „Aber keineswegs, 31 dem Hunde spricht sie immer lauft und zärtlich." vüchcrtisch. — T le Waldecker Talsperre, das größte Staubecken Europas, die innerhalb ktirzer Zeit in unserer nnmrttel- baren Nachbarschaft entstanden ist, bildet mit Recht das Ziel aller Naturfreunde. Tas riesige Bauwerk ist pünktlich sertig- gestrlli worden und alles ist der Berechnung entsprechend pro- grammäßig verlausen. Wer nicht selbst bereits Gelegenheit hatte, sich davon 31 , überzeugen, neigt heute noch immer zu einem gelinden Zweifel darüber, ob dieser „deutsche Vierwaldstüdter See" denn wirklich durch da? Edderslüßchen in so kurzer Zeit gebildet tverden konnte. In der Tat ist hier ein Gebiet entstanden, das alle landichastlichen Reize einer See- und Gebirgslandscknist in sich vereinigt. Ter See konnte in wenigen Monaten naly-zu ganz angestant werden. Ter Erbauer der Talsperre, der Künigl. Regiernngs- und Banrat W. Soldan, hat es gemeinsam mit dem Refior C. Hehler in Kassel unternommen, einen ledem Laien vetständlichen Führer über das Riesenbantverk und durch die Landschaft zu geben. Soeben liegt die 3. völlig umgearb-eiteta Auilage dieses amtlichen Führers vor uns. t >8 Abbildungen weist dieser innerlich und äußerlich vortreffliche Fülzrer auf, abgesehen von den erläuternden Zeichnungen und Karten-Skizzen. Besonders erireulich ist die Vermehrung des touristischen Tcit», in dem der Besucher der Talsperre 'Auskunft über die Verkehrsmittel zu und au der Talsperre erhält. Ter t. Teil ist (vü'deruiu der technischen Beschreibung gewidmet und enthält sämtliche Bilder hon dein Bau der großen Eperr-Mauer, von de» ersten Anfängen bis zu ihrer Pollendung und der Anstauung des Sees. Und der 2 . Teil beschreibt die ehemaligen, jetzt untergegangenen Ort schäften, sowie die Orte der Umgebung, insbesondere Schloß Waldeck. Auch die neuen Ansiedlungen mit ihren schmucken Gebäuden sind vertreten. Eine Kartenskizze gibt eine gute Ueber- sicht über das gesamte Gebiet und technische Zeichnungen erläutern die Einzelheiten der Anlage. Der Preis beträgt 4 Mark. (Verlag Elwert, Marburg 4914.) — Dunst. In die gärende Zeit der ersten sozial ischen Bewegung, in eine der ersten sozialdemokrati schen Arbeiterinnenversammlungen mit all dem ungeklärten Fanatismus, der blinde» Leidenschaftlichkeit, die die Masse in jenen Jalwen beherrschte, führt uns der Sckiriststeller Karl Frenzel mit seinem Rama» „Dunst" (soeben in Kürschners Bücherschatz Nr. 951/952 erschienen, Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9 und Leipzig). - Märkte. ka, Frankkurt a. AI., SN. Mai. Heu- „Nb El roh markt, Angekthren waren > Wagen Heu, 0 Wagen Etroh. Bezahlt wurde 'n, peu ‘,30— .»0 Ulf., ktroh (Korulangstroh) 0.00—".00 Alk., Wirrstroh 0 , 00 — 0,00 Mark. Alles je b 0 Klio, öielchäsl statt. — Tie .zul.i ren ivaren aus Obern eff?» uud aus deut Kreise Tteburg. Amtlicher Wetterbericht. Oesfentlicher Wetterdienst, Gießen. Wellerausiichlen in Hessen am CamStag, de» 30. Mai 1914: Wollig u»t> trüb, RegenjaUe, Winde ouä westlichen Richtungen. isxv’exä, Creme a»d Seife . erhalten bei regelmäßigem Gebrauch die Haut fchön, gefund und jugendfrifch. >'V«a-Self.tSt50Pf..3St. 1,40* Uws-CnauI»10.20,40,75«.«.Id. Unser krci; 7 lu 55 chrcibm von 10,000 Marti. Aus nachfolgenden Gründen sehen wir nns genötigt, nochmals bezüglich unseres Preisausschreibens von Mk. 10 009 das Wort zu ergreifen, da uns von verschiedener Seite der Einwand gemacht worden ist, daß die Bedingungen desselben nicht ganz kiar verständlich seien. i Wir wollen hiermit darauf hinweisen, daß schon ein einfacher kurzer Satz oder ein Knüttelvers, worin in kürzester und schlagendster Form auf die enormen V rteile der Providol Seife als billiges und wirklich reelles Schönheitsmittel und auf ihre wissenschaftlich anerkannten schützenden Eigenschaften hingewiesen wird, genügt, wie z. B. „Providol, die Schönheitsseife", oder „Providol nützt, denn Providol schützt". Gleichzeitig stiften wir, um möglichst viele für ihre Mühe zu entschädigen, 400 weitere Preise ä Mk. 5.-, zusammen Mk. 2000, sodaß sich das Preisausschreiben auf insgesamt I?Ik. 12 000 erhöht. G3»ilhv Die ausgesetzten Preise betragen nunmehr: 1. Preis Mk. 3000, 2. Preis Mk. 2000, 3. Preis Mk. 1000, vier Preise von Mk. 500, gleich Mk. 2000, zehn Preise von Mk. 100, gleich Mk. 1000, zwanzig Preise von Mk. 50. gleich Mk. 1000 und 400 Preise ä Mk. 5.—, gleich Mk. 2090, zusammen w Preise im Gesamtbetrag von MK. n.ooo in barem Oelde. Hier sei nur noch kurz bemerkt, daß jedermann Gelegenheit hat, ohne unnötige Kosten sich an diesem Preisausschreiben zu beteiligen; denn jeder, der uns zur Legitimation den leeren Karton eines neuen großen 50-Pfg.- Stückes einschickt, ist berechtigt, an dem Preisausschreiben teilzunehmen. Die Lösungen sind bis spätestens zum 15. Juni 1914 einzusenden und müssen mit der Aufschrift: Betrifft „Preisausschreiben“ an die Providol Gesellschaft m. b. H., Berlin NW. 256 gerichtet sein. Die Prämiierung findet am 15. Juli statt Das Resultat und die Namen der Preisträger werden nach erfolgter Prämiierung in den Zeitungen veröffentlicht. Providol Gesellschaft m. b. H., Berlin NW. Achtung! K 2/14 6830 B ZiMliSmAtiztiniiü. Freit« , ben 21. TUili 1914, vormittags 9 Uhr, sollen auf hiesigem Amtsgericht, Zimmer 1b, die den Johann Melchior Rupp (Lheleulen au Gieüen zugeschrlebenen (iJrunöüücfe: Flur III 9tr. 251 1 / 0 = 470qm Hofreite «Kaiser Allee 39) Flur III Nr. 232'ho = 371 qm Grabgarten daselbst zwangsweise versteigert werben. Die amlsgericbtliche Versüßung iit im Ortsgerichts- zimmer öffentlich ausgehängt Gies;en, den 27. Mai 1914. Grosch. Orlsgericht. K 51/14 6 )29 B ^lßflngöücrüeifjcrun t. Freitag, den 24. Fuli 1911, vormittags 9 Mir, sott auf hiesigem Amtsgericht Zimmer ls, das den Philipp WchrumEhcleulen.zuGienen i;ugeschriebene Grundstück: Flur III Nr. 250 - 341 qm Hosreire auf die Grünberger Chaussee zwangsweise versteigert werden. Tie amlsgerirlitliche Verfügung ist im OrlSgerichts- zimmer öffentlich ausgehangi Giegen. den 27. N?ai 1914. Grotzh. Ortsgericht. S i m o n. f 0 Tm‘Ti n bc c"r grotzer Verkaufs, u cr in Gieße» von allen gestern l» dielet Zeitung neu Waren. ___ Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird der Weg entlang der Main-Weser-Babn von dem Neustndter Biaduk! bis ,u», Bootsbaus vou beule an bis aus weiteres sür walichen Fubrwerls- und Radiahroerkebr gesperrt. Gieben, den 28. Dlai 1914. 8666 Grvßherzogliches Polizeiamt Gießen. Gebhardt. j in denkbar größter Auswahl. Lichtempfindliche > Papiere, Platten u. ßilms i Statioc >Album§ | und da; übrige Zubehör kaufen Sie günstig in der ßeatral - Drogerie Emi! 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Auf vielseilip Wunsch iindet heute die erste Aoi- n 7 Uhr, die zweite um 9 Uhr statt. Da der Andrang an der Abendvorstellung immer sehr stark ist, wird gebeten, möglichst die 7-Uhr- Vorstellung zu besuchen. |6668 Giessener Lichtbühne-Gesellschaft Tel. 2077. mit beschränkter Haltung. Dir. L. Hol. Strümpfe Socken Söckchen Modernste Farben Grösste Auswahl Julius Schulze 6664a Landauflage heutiger Nummer liegt ein .f d Ä"gblatt der Firma M. Noieutbal, Landwirt- ichastliche Majchiucnbaudlung, Gienen bei, auf welches htermtt besonders aufmerksam gemacht sei. 6600