Ur. m 5 t(tes Blatt I64. Zahrgcmg Donnerstag, Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Donnerstag, 28. Mai 1914 Bezugspreis: monatlich75Vf^ vienel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- ru Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Post 2?lk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestell^ Zeilenpreis: lokal löPf^ auswärts 20 Pfeuniq. Chefredakteur: A. Goey. Verantivortlich für den polil. Teil: Aug. Goetz: fü^ ^Feuilleton", .Vermischtes" und,Gerichts» saal": Karl 9tcuralh; für .Stadl und Land": Redaktion, Lrpedilion und Druckerei: Schulstraße 7. Auze,g?n!est:' o. BeL Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Der £afl (Element Bayard. Der französische Großindustrielle Clement Bayard und seine drei Begleiter sind gewiß keine Bcrussspionc, keine bezahlten Ausspäher gewesen Deshalb hat sie die Kölner Polizei auch wieder freigclassen, nachdem schlüssige Beweise für Spionage bei den Verhafteten nicht vorzufindcn waren. Die Polizei hat allerdings auch ihren Fehler gemacht dadurch, daß sie 36 Stunden brauchte, um zu diesem Ergebnis u kommen. Aber die Sympathie der Oesfenilichkeit ist doch urchaus nicht für den „Märtyrer" Clement Bayard, der sich jetzt in drohenden Erklärungen ergeh: und eine Entschädigung fordert, für die ihm kein Gericht auch nur die kleinste Summe zubilligen wird. Fest steht, daß der Pariser Jndu- striekönig und Kommandeur der Ehrenlegion in seiner Neugierde auf deutschen Lustschissplätzen zu weit gegangen ist und die Grenzen des Zulässigen überschritten hat. Er versichert, photographische Apparate seien nicht in seinem Besitze gesunden worden, tatsächlich hat er in Fuhlsbüttel und an anderen^ Lorten Ausnahmen von Lustschifshallen machen lassen. Sollten diese Aufnahmen noch in den Händen der deutschen Polizei sein (wir meinen natürlich nicht die beschlagnahmten harmlosen Ansichtskarten), so übergebe man doch schleunigst diese Photographien einem gerichtlichen Sachverständigen! Tic Gcntlemcnspione arbeiten nämlich neuerdings genau so eifrig wie die bezahlten Ausspäher mit der Sterevphotogrammetric. Auch Amateure können mit jeder kleinen .Handkamera stereoskopisch photographieren, indem sie nämlich aus beliebiger Entfernung von dem betreffenden Gegenstand, Festungsanlagen, Geschützen.Schissen, Lustschifshallen usw. zwei Aufnahmen machen, die zweite um ca. 65 bis 75 Millimeter (Augendistanz i zur Seite gerückt. Das so gewonnene Stereoskopbild stellt ein dem aufgenommenen Gegenstände vollständig gleichwertiges Modell dar, das ebenso betastet und ausgemesscn werden kann, wie das Objekt selbst: die äußersten Feinheiten können da studiert werden. Es ist das Ideal der Spionage, und man darf sogar annehmen, daß ein so erfahrener Techniker wie Clement Bayard mit diesen Methoden, (die Konkurrenz) aus- zuspionicren, gründlich vertraut ist. Hier liegen Gefahren, denen auch das neue deutsche Spionagcgesetz nicht begegnen kann. Hier hilft tatsächlich nur ein vielleicht zunächst übertrieben erscheinendes Ueberwa- chungssystem der Polizei, und die Berichte des Kölner Polizeipräsidenten und der Hamburger Polizeiverwaltung haben einen Einblick in diese Tätigkeit gewährt, der nun der Pariser Großindustrielle als sicherlich nicht ganz unschuldiges Opfer anheimgesallcn ist. Mißgriffe oder Fehler der Polizei sollen keineswegs beschönigt werden, aber man höre doch die Fachleute der Militärlujtschifsahrt, aber auch der Privat- iocrsten. Dauernd iverdeu jetzt die Luftschiffwersten, die Ballonhallen und Flugplätze von fremden Aushorchern umlauert. Es sind durchaus nicht immer Personen, die in Fllh- lung mit irgend einem Staate stehen, sondern sehr oft Leute, die auf eigenes Risiko arbeiten und Dinge zu erfahren suchen, die sich auf Umwegen zu Geld machen lassen oder die, loie z. B, im Falle Clement Bayard, durch Verwertung in den eigenen Fabriken von größter Bedeutung iverden. Von schlimmster Bedeutung natürlich für bas ausspionisrte Land! Das preußische Kriegsministerium, der 'Große Generalstab und das Auswärtige Amt wissen in ganzen Aktenbergen ein Lied davon zn singen, wie wir Tag für Tag Schaden da durch erleiden, daß Geheimnisse unserer Rüstungsvorberci- tungcn in die Hände der Gegner fallen, ohne daß die Leffcnt- lichkeit durch einen Spiouagcprozeß etwas davon erfährt, ja ohne daß auch nur ein Spion ergriffen und verurteilt! werden konnte. Ein Beispiel: Aus der letzten Berliner Lusl- sahrzeugausstcllung stand in der Stunde der Eröffnung ein Flugzeug, das mit einem Maschinengewehr und mit einer besonderen Zielvorrichtung ausgerüstet Mar. In der gleiclzen Stunde noch wurde jenes Flugzeug auf Veranlassung des Prinzen Heinrich von Preußen wegen seiner hohen militärischen Bedeutung von der Ausstellung entfernt. Aber cs war hereits zu spät. Bald daraus konnte man die Abbil- düngen und Konstruktionen in de» ausländischen Fachzcil schriiten finden. Tic llcberwachung hatte zu spät eingesetzt. Tic llcberwachung dieser strafrechtlich fast nie zu fassenden Spionage erstreckt sich bekanntlich aus die sog. „erlaubte Ausspähung" der bei den Regierungen akkreditierten Mili tärbevollmachngten, Militärattaches und Marineattachös und gehört zu den delikatesten und.schwierigsten Aufgaben der politischen Polizei. Wiederholt hat cs da schon sehr unangenehme Zwischenfälle gegeben. !AlS die Dreyftlsafsäre zur Abberufung des deutschen und italienischen Militäratta chös in Berlin und Rom geführt hatte, wollte Fvankreicl) die ganze Einrichtung des militärischen Gesandtschastsbci- gcordneten abschaffen. Es ist nicht dazu gekommen, und die Schwierigkeiten der polizeilichen „Fühlung" haben sich seitdem nicht verringert. Die Behörden erfüllten hier eine Aufgabe, die durch Mitlaufen kleiner Fehler und Unvollkom- mcnheiten in ihrer ernsten Bedeutung nicht geschmälert wird. Auch nicht durch die Drohung Clömcnt Bayards, daß man noch mehr von ihm hören werde. Aus Albanien. D u r a z z o, 27. Mai. Ter K o n t r o l l a u s s ch u ß hat sich nach Ka w aja begeben. Der italienische Gesandte Baron A l i o 11 i ist nach Schiak abgegangen, um ein Abkommen mit den Ausständischen zu schließen. Aus Schiak wird gemeldet, daß die Aufständischen neuen Zuzug aus dem Innern des Landes erhielten. Tic Ausständischen in Schiak sollen mit denjenigen von Kruja ein Gefecht gehabt haben. — Tie Fürstin besuchte morgens einige Verwundete. Fn der Stadt ist alles ruhig. Nach übereinstimmenden Berichten der in Schiak gefangen gewesenen Fremden rekrutieren sich die Aufständischen aus Kroja, Tirana, Schiak, Pektin und Kawaja. Tie eigentlichen Leiter der Bewegung, die sich in Tirana auf- haltcn, blieben unsichtbar. Die Gefangenen konnten fest- stcllcn, daß sich unter den Aufständischen 15 besser gekleidete Türken befinden. Ebenso sahen sie gut eingerichtete Offiziersmenagen, jedoch keine Offiziere. Auch katholische Dörfer nehmen an der Bewegung teil. Nach Kawaja sind 700 regierungstreue Albanesen im Anmarsch. Der Kontrollaus» schuß begibt sich morgen dorthin. Unter den Aufständischen befinden sich solche, die zum Fürsten halten, eine andere kleine Partei erklärt sich für den Sultan. Die Mehrzahl ist unentschlossen. Es wird immer klarer, daß es sich um eine von langer Hand vorbereitete und mit Ausnützung verschiedener lokaler Unzufriedenheiten groß gezogene Bewegung handelt, deren Anstifter bald Farbe bekennen dürsten. Bei dem internationalen. Kontrollausschuß sind Telegramme von der Bevölkerung in Elbassan, Berat, Koritza und Balona eingelausen, welche dringend vor Zugeständnis s e n an die Aufständischen warnen. Es tritt immer mehr zutage, daß die Rebellen hinsichtlich der Forderungen nicht eines Sinnes sind, sondern in verschiedene Gruppen zerfallen, deren jede andere Beschwerden hat, und daß die ganze Bewegung zwar eine muselmanische ist. daß jedoch die Person des Fürsten erst nachträglich hineingezogen worden ist, Tie Forderungen der Alifständischen, Tie Aussländischen haben an den Kontrollausschuß eine Zuschrift gerichtet, in der sie als Zweck der Volksbewegung folgcndeWünschc anführen: 1. Ter Souverän Albaniens möge den Religionsunterricht, welcher die Grundlage unseres Glaubens ist, heben. 2, Tie Persönlichkeiten, denen der Souverän Rcgicrungsgewalt übertragen hat, sind Leute, welche seit langem die Bevölkerung verfolgten und noch verfolgen. Während wir dieses unser einziges Ziel auseinandcrsetzcn wollten, verwandte die Regierung gegen uns Kanonen und erschütterte dadurch unsere Sicherheit und unser Vertrauen. Infolgedessen wünschen wir die Herrschast und die Verwaltung des Ottomanischen Reiches, zu dem wir seit jeher gehören. 3. Tollte die Erreichung dieses Zieles unmöglich setn, legen wir unsere Sache in die Hände der Großmächte, um vor der gegenwärtigen Regierung gerettet zu werden. Wir bitten danach zu handeln und cinitwcilcn, bis unsere Forderungen zu einem Ergebnis sühren, gns vor jeder Art von Bedrückung seitens der Regierung und ihrer Häupter zu schützen. Die Malissoren. D u r a z z o, 27. Mai. Der F ü r st berief die Malissorenhäuptlinge zu sich und dankte für ihre Bereitwilligkeit, mit der sie den Schutz seiner Person übernommen hätten und bat sie, da keine Gefahr für sein Leben drohe, wieder in die Heimat zurückzukchrcn. Tie Malissore» marschierte» gestern nach Skutari ab. Dir Bewachung drs fürstlichen Palais. Dur azzo, 27. Mai. Das Palais des Fürsten wird von je 60 österreichisch-ungarischen und italienischen Matrosen bewacht. Der Fürst sucht Verbindung mit Berlin. Durazzo, 27. Mai. Der.Hosmarschall des Fürsten, o. Trotha, ist, wie verlautet, in besonderer Mission nach Berlin abgereist. Tie Verluste der Aufständischen in den letzten Kämpfen mit den Rygierungstruppen sollen ziemlich bedeutend sein. Obwohl die Aufständischen strenges Stillschweigen bewahren, dürften sie über l00 Tote und Verwundete gehabt haben. Tie Regierungstruppen und Freiwilligen zählen 20 Tote und Verwundete. Unter den Toten ist «in gewisser Berger, angeblich aus Schlesien. Kirche «inv 5dtule. Eine Rede des Papstes an die Kardinale. Rom, 27. Mai. Im Konsistoriumsaale fand die feierliche llcbcrrcichung des Kardinalhutes an die ucucrnannten Äardinäle statt. Ter Papst saß auf dem Thron, neben ihm Kardinal M e r r y d c l Vak. Der Papst setzte den neuen Kardinalen, die vor ihm niederknietcn, den Kardinalshut selbst auf das Haupt. In seinem und seiner Kollegen Namen hielt Kardinal B e g i n , Erzbischof von Quebec, eine Ansprache, auf welche der Papst mit einer kurzen Rede erwiderte.^. Daraus begab sich der Papst in seine Gemächer, wo er die neuen Kardinälc empfing. Später besuchten diese den Kardinal Merry del Val. In seiner Antwort auf die Ansprache des Kardinals Begin zollte der Papst den neuernannten Kardinalen Lob und sagte, aus Spaziergänge durch d e Gcwerbcausslellung. Gießen, 28. Mai. II. Nachdem wir uns kürzlich über den Umfang und die Reich- baltigkeit unserer Gewerbcausstellung im allgemeinen unterrichtet haben, können wir uns nun der Betrachtung im einzelnen zu- wcnden An Hand des Austcllungsiührers betreten wir d n mit hübschen Rohrmöbcln von Valentin E l s c s s e r im rheinhessische» Hamm eingerichteten Porraum und wenden uns zunächst &cm ehemaligen Pförtncrzimmer zu, in dem JeanTernL Co. l Inh. 2. Gutmann ihre ilicscnteclm,scheu Wand- und Bodenb: klcidungen ausgestellt baden. In verschiedenen geschmackvollen Mustern in dtc Verwendungsmöglichkeit der Chamotteplattcn genügt von der ein sachen Nützlichkeit ausgebend, bis zum künstlerischen schmuckbau, sowohl in ihrer Dienlichkeit zu Wannenbädern und «vülstetnen als auch zu Zicrbrunnen, Kaminen und Kachelösen, wie wir ne nicht nur in dem eigenen Ausstellungsraum, sondern^auch in den Räumen des Reg-Baumeisters Schön, der Firma S ch a f i st a c d t und der Möbelfabrik von Tb. Brück sehen. Weiterhin stellt die Firma noch maschinell gestampiie Basaltröhren aus. Betonsinkkastcn verschiedener Svftcmc, Bauwcrkllücke in Kunststein und Zcmentwarcn, sowie allerlei Gegenstände auS glasiertem Ttcinzcug. Die drei nächsten Räume sind den Druckereien qewidmct, die nicht nur ein vollendetes Zeugnis von dem hohen Tkand der Buchdruckcrkunst in Gießen geben, sondern auch sehr lehrreich und planmäßig aiidgestatiet sind. Zn dem ersten, sehr gcschmackooll ein- gerichteten Raume hat die B r ü h l ','chc Universitäts-Buch- und Steindruckcrei. R. Lange eine reichhaltige Ausstellung von Driickarbeiten für alle Zivccke veranstaltet. Tic Sammlung zeigt in gedrängter Form, daß jede Drucksache ansprechend und zweckmäßig hergestclli werden kann, indem sic vom einfachen Ge- ichäst-brics bis zum vollendeten Kunstdruck ansteigt, wie er iich vor altem'in den künstlerischen Wandkalendern zeigt. Daneben ist m besonderen Kästen die Herstellung von Druckplatten iür »lach- und Runddruck veranschaulicht, sowie die von Galvanos. Besonders lehrreich dürste die Entwickelung des „Gieftcner Anzeigers" iem, die in einem besonderen Schaukasten vorqeiührt wird, und dabe, zugleich einen Uebe-blick über die Kulturgeschichte der Presse gibt, weil itc zeigt, welchen Ausschwun, das Zcitungswesen in den letzten hundert Jahren genommen hat. .... ..... Tie Uebersicht über den Kunstdruck wrrd durch die im nächsten Raume untcrgebrachtc Ausstellung der Hof - und llniocrsi- tätsdruckereiOito Kindt ergänzt, die neben gediegenen Arbeiten in Werk- und Akzidenzdruck vor allem ein anschauliches Bild über das Verfahren beim Drei- und Vierfarbendruck gibt. Für den Laien dürste die Vorführung einer Tvvograph-Letzmai'chine, wie sie auch für die Herstellung unseres Blattes verwendet werden, von ganz besonderem Interesse sein. Tie Maschine, die etwa dreimal so viel leistet Ivic ein Handsetzer, setzt und gießt die ganze Zeile selbsttätig, hat aber allerdings den Nachteil, daß wegen eines Druckfehlers die ganze Zeile neu gesetzt werden muß. Dabei geschieht es dann mitunter, daß ein Fehler auSgcmcrzi wird und ein neuer entsteht. Weiterhin sehen wir wie bei der Ausstellung der Brübl'schen Druckerei noch eine Anzahl von Jllustvationsdrucken und künstlerisch auSgcsührte Bucheinbände, vor allem von dev jetzt leider mit den Rheinlanden verschmolzenen „Kunst der Heimat". Besonders reizvoll sind die nach Entwürfen von Pros. F. W. Klcukens Helge» stellten Arbeiten, wie die zum „Buch Esther", zum „Hohen Lied" und zu „Taphnis und Chloe". Auch der nächste Raum ist noch den Druckern gewidmet. E h r I st und Herr bringen neben den bereits bet den anderen Druckereien besprochenen Arbeiten für den privaten und geschäftlichen Bedarf den höchst interessanten Entwicklungsgang der Steindruckerei vom ersten Entwurf bis zum fertigen Bilde. Auch die Herstellung mehrfarbiger Schriftsätze wird sehr instruktiv vor- gcsührt. Im selben Raum hat Willi Woclkc eine Anzahl van Entwürfen für Kunstgewcrbe und Graphik ausgestellt, so daß diese Abteilung dev Ausstellung in nahezu vollkommener Weise ausgcbaut ist, indem sie ein cinheitlickstS Bild von dem heutigen Stand der Druckerkunst und der verwandten Gewerbe gibt. In dem letzten Zimmer aus dieser Seite haben die F r i s e u r e und Perückenmacher ihre Arbeiten ausgestellt, so Arno Feigen span und Heinrich T i ch v aus Gießen, sowie Joh. Friedr. Wuvsttus aus Alsseld. Wenn man all die hiev zur «chau gestellten Haararbeiten sieht, dann begreiit man erst richtig, wie gut es unsere Damen haben, die ihre wunderbaren Haar- bauten wie einen Hut aus- und absetzen können. Im selben Raum zeigt Jos. Rotschtld II. aus Alsfeld Bürsten und Pinsel aller Art, teils fertig, teils in der Bearbeitung. Im gegenüberliegenden Zimmer hat die srete Glaser- rnnung Gießen ihre Erzeugnisse untcrgebracht. W. Schmitt bringt gerahmte Bilder, B. Wals Buntglas und Blcivergla- sungen. Fenster mit Stellhebeln, Dopveltenster und Schiebefenster stellen M. Wadcnpsuhl, W. Rotermcl, G. Luh, H. Fijlmann, B. Bierau und H. Arnold aus. Tie vereinigten Maler und Weißbtndcr zeigen ciniache Tünchcrarbeitcn und Schnruckanstrichc.^Hvlz- und Wand- bemalung, Marmorimitation und Verputze Jn.-ressant ist eine Gegenüberstellung der alten und neuen Malwetse iür Zimmer- wände, die L. Petry II. zur Schau stellt. Ein Versuch, Oel- sarbe gegen die Ausscheidungen des Zementvcrputzes nstderstands- sähig zu machen, ist ebenfalls zu sehen, jedoch sind die Versuche, wie man uns sagt, noch nicht abgeschlossen. An dieser Ausstellung sind noch beteiligt: G, U. Belttz, I. Ftnk, Ehr. S ch m t d t, G. Wagner, Th. Nauhetmcr und tz. L a u n s- b a ch. Eine sehr gute Ausstellung haben die Gicßcner Tchlosscr- mcister zuwege gebracht. Einen großen Raum nehmen dabei, dem erzieherischen Zweck der Ausstellung entsprechend, die Arbeiten im Geschmack vergangener Zeiten ein. To sehen wir eine ganze Anzahl, von hoher bandscriigkeit zeugender, Tchmuckgcrätc, wie geschmiedete Blumensträuße von verblüssender Natürlichkeit, getriebene und gebogene Gegenstände aller Art. Martin Dörre zeigt gute Schlösser und ganz reizende, matcrialgcrechte Kcrzen- haller und lßeucrzeugstäuder, Kars K r a i l i n g stellt neben gediegenen Türüeschlägen u. a. eine prächtige Laterne und eine schöne Truhe aus. Das aus einem Stink getriebene Bildnis feiner Frau verrät eine vcrblüsiende Kunstsertigkcit, und man ist baß tu, staunt, daß das spröde Eisen solchen Feinheiten anzupasscn ist. Besonderes Aussehen erregt auch ein getriebener Bilderrahmcn, dessen Vcrsertigcr aber nicht sicher zu erkennen ist, da die Bezeichnungen der wünschenswerten Klarheit ermangeln. Hcrm. P r ü s ch o l i> bringt ein hübsches Geländer, G. Euler seine mustcrgeschütz- ten Tische und Bänke. Karl H o h m e i e r zeigt Anlagen für Blitzableiter. Hch. Schön hat einen hübschen Bjumentisch in getriebener Arbeit ausgestellt. Einen spätgotischen, bemalten Türbeschlag nachchem Entwurf des Architekten A. Tauber in Marburg hat A. Stumps aus Homberg geliefert, von dem auch das Aushängeschild auf dem Weg nach dem Friedhoi, ein Grabkreuz und eine Vase mit Strauß hcrrührcn. Tie Schrcinervercinigung hat den nächsten Raum innc. G. Haubach bringt eine schöne Balustrade aus Eichenholz mit Sitzplatz, die in ihrer Form und ihrer Farbe sehr anziehend wirkt: außerdem eine Haustüre und das Modell zu einem Fcn- ster, denen Flügel nach außen und innen zu öffnen sind. Louis Beil hat ein Büfett aus massivem Eichenholz ausgestellt, einen holländischen Ausziehtisch, Bilderrahmen u. a Besondere Beachtung iindet das Modell zu seiner bewährten Schutzvorrichtung für Tacharbciten, das am Liebigmuieum auch in natürlicher Größe zu sehen ist. Karl Hahn ist mit einer Treppe samt Wandvertäse- lnng, einem Bücherschrank, einer Truhe und einer schönen Flügeltür vertreten. Joh. Lenz bat neben anderem ein Büfett aus cnchenholz und ein Küchenbüsett beigesteuert. Auf dem Flur sind einige große, sehr gefällig wirkende Türen von E. D. Müller ausgestellt und ein Erkeieinbau von Fr. Zciß in Griedel. Lauter schöne, hervorragende Arbeiten, die unseren Schrcincrmcistern ein ehrendes Zeugnis ihrer Tüchtigkeit ausstellen. Aus dem Flur hat die Firma A. Reinig eine wohl geordnete, reichhaltige Sammlung ihrer vielartigen Stahlwaren ausgestellt: neben Messern für alle Zwecke ein riesiges Besteck von sauberster Arbeit. Auch der Werdegang eines mehrtecligen Taschenmessers ist in allen seinen Tellen übersichtlich veranschaulicht. m Gegenteil, die Zahl derjenigen ist nicht gering, die nicht vor einer willkürlichen Auslegung meiner Worte scheuten, Ich bedarf eurer Mitarbeit, sowohl in deir Diözesen, als in der Kurie und den Kongregationen, denn die Kraft und die Würde, wozu ibr erhoben worden seid, soll zuvorderst unter den Verteidigern der Wahrheit stehen Prediget aller Welt, besonders den Gläubigen, dag nichts de in Herrn und daher seinem Statthalter svmisjsällt, wieder Z wies valtinderLehrc: denn Satanus kann alles dabei gewinnen und zieht seinen Nutzen daraus, Tressct Vorsorge, das: die Priester iu lischt zu leblfastem Verkehre mit Leuten stehen, deren Glaubenstrcue verdächtig ist. Verhindert'die Lektüre nicht nur der ganz schlechten Zeitungen, sondern auch derjenigen, welche nicht die volle.Billigung der Kirche haben Wenn ihr Leute trefft, die sich ihres Glaubens lind ihrer Ergebenheit für den Papst rühmen, es aber ablehnr», sich klerikal ucnncn zn lassen, sagt ihnen, ergebene Söhne des Pontifex seien diejenigen, die ihm und seinem Willen gehorchten. Höret nicht auf, immer ,von neuem zu sagen, dass der Pap st die katholischen Gesell s ch a s t c n liebe, die das moteri.-llc Wohl ihrer Mitglieder bezwecken, aber saget auch, der Papst habe erklärt, das geistliche Wohl müsse bei ihnen immer an erster Stelle stehm, Konscssionell gemischte Vereinigungen und Bündnisse mit Nichtkatholiken sind erlaubt, aber der Papst bevorzugt die Vereinigungen, die sich um die Fahne drängen, die ruhmreicher ist als alle anderen, nämlich die Fahne der Kirche, Das ist das Feld, aus dem Ihr Euren Eifer betätigen sollt. Bittet Gott, der alle, die an ihn glauben, ausnimmt, uns zu inspirieren und Eintracht zu geben, damit alle Katholiken geeinigt sind, Ter Papst schloß mit dem Segen, Der Nachfolger Lovvs. Zum Fürstbischof von Breslau ist am Mittwoch vom Domkapitel der bisherige Biichos von Hildesheim, Tr, Adolf Bertram, gewählt worden, Bertram, als Sohn eines Kaufmanns 1859 geboren, war lange in der Verwaltung seiner Leimatsdiözesc tätig, bis er 190 > dort Bischof wurde: literarisch hervorgctreten ist er durch Artikel und Schriften namentlich zur hildcshcimischen Kirchen- und Kunstgeschichte, politisch darf er als unbeschriebenes Blatt gelten, d, h, man wird feine Wahl als Erfolg der „Kölner" hinstellen, und in der Tat gehörte Bertram zu dem Ausschuß der Bischöfe, der an einer der christlichen Gewerkschaften günstigen Behandlung der Gewerlschaftsfrage festgehalten hat — oder festzuhalten suchte, Tenn den römischen Weisungen, die in anderer Richtung gingen, haben die deutschen Bischöfe erheblichste Zugeständnisse machen müssen. Und wie Bertram sich zur oberschlesischen Polensrage stellen wird, mutz abgewartet werden. Deutsche» Reich. Der Kaiser ist am gestrigen Mittwoch aus Anlaß der Hundertjahrfeier des Gardeschutzenbataillons aus dem Kasernenhose in Lichtcrselde eingetrossen, wo das Bataillon und 3000 ehemalige Gardeschützen Aufstellung genommen hatten. Der Kpiscr überreichte das Säkularfahncnband mit einer Ansprache und nahm den Vorbeimarsch entgegen. Anwesend waren u, a. der Kriegsministcr, der Kronprinz von Sachsen in Begleitung des, Generalleutnants v, Earlowitz und Abordnungen zweier sächsischer Regimenter, Der deutsche Kronprinz, Generalstabschef von Moltke, 18 Generale und 30 Generalstabsossiziere haben Mittwoch früh 8,30 Uhr von Freiburg aus eine Generalstabsreise über Colmar durch das Obcrelsaß angctrcten. Der Finanz-Ausschuß der bayerischen Zweiten Kammer nahm einstimmig den Gesetzentwurf betreffend die Erhebung eines ZuschlageszurReichs- erbschasts steuer an. Das Gesetz bezweckt einen Zuschlag von 25 Prozent für die Staatskasse und findet seine Begründung in der Notwendigkeit, im Budget für 1914/15 das Gleichgewicht zwischen den Einnahmen und Ausgaben herzustellen Man rechnet mit einer Mehreinnahmc von 1 700000 Mk, In der badischen Zweiten Kammer wurde von dem Nationallibcralen Rebmann folgender Antrag eingebracht: Vor kurzem hat die bayerische Staatsregierung um die nachträgliche Genehmigung von rund zwei Millionen Mark nachgesucht, die sie als niedrig verzinsliches Darlehen einer Rheindampffchiffahrts-Gcsellschaft zur Verfügung ge- stellt hat. Damit ist neben der badischen und der preußischen Gruppe von Schiffahrtsinteressenten auch eine bayerische Gruppe in den Wettbewerb um die Rheinschiffahrt eingetreten, An die Großhcrzogliche Regierung loird die Anfrage gerichtet, ob und in wiefern die Bildung dieser neuen Gruppe die badischen Interessen berührt, und ob nicht durch Vereinbarungen zwischen den beteiligten Regierungen Abmachungen getroffen iverden könnten, durch welche ein Zusammenarbeiten der drei Gruppen ermöglicht und die unerfreulichen und schädlichen Wirkungen des uneingcschränk- tcn Wettbewerbes hintangchalten werden könnten. Aurlanv. Erfolg eines Nürnberger Lieferanten in Amerika, Aus Pittsburg wird vom 27, Mai gemeldet: Nach einer scharfen Aussprache übertrug das Schulamt von Pennsylvanien einer Nürnberger Gesellschaft vertraglich die Lieferung von Bleistiften für die öffentlichen Schulen, Einige Redner wandten sich gegen das Tarifgesetz, daß den Ausländern es ermögliche, die Amerikaner zu unterbieten. Andere Redner lobten das Gesetz, das den deutschen Lieferanten es ermögliche, den Ring der amerikanischen Fabrikanten zu brechen, _ _ Au» StaSt und »an», Gießen, 28. Mai 1914. Gießen—Wicfeck. In der gestern abend abgehaltcnen Gcmeindcratssitz- ungzuWiescck stand wieder dieStraßenbahnGieße n — Wiescck aus der Tagesordnung, Bekanntlich iahte der Ge- mcinderal am 19, ds, Mts, mit knapper Mehrheit den Beschluß, die Verhandlungen mit der Stadt Gießen abzn- brechen und alle Schriftstücke an die Bürgermeisterei Gießen zurückzuschickcu. Am 23, ds, Mts, protestierte eine sehr stark be- suchtc östcutlichc Bürgerversamrulung gegen diesen Beschluß und verlangte in einer einstimmig angenommenen Entschließung, daß mit der Stadt weitervcrhandelt wird, Bürgermeister S ch o m b c r sah sich also gezwungen, dem nahezu einstimmigen Willen der Bärgerschait Rechnung zu tragen und einen Weg zu suchen, aus welchem ein Wciterkommeu möglich ist. In der gestrigen Sitzung erklärte zunächst Bürgermeister Schomber, daß er die Ausführung des am 19, d, Mts, gefaßten Beschlusses aussctzen müsse, da die erwähnten Schriftstücke wichtige Dokumente für die Gemeinde seien. Ebenso könne er sein Einverständnis nicht dazu geben, die Verhandlungen lnrzcrhand abznbrechcn. Er lege dem Gcmcinderat die Angelegenheit erneut zur Beschlußfassung vor und hofft, daß heute abend ein Beschluß zustande lommt, der ein Weiterarbeiten ermögliche. Zunächst müsse man sich über die Linienführung ans- sprcchcn, Ter Plan der Feldbahn komme nicht mehr in Betracht. Ter frühere Beschluß, der Krcisstraßc entlang bis ins Herz Wicsecks zn bauen, bestehe noch und eine andere Linienführung komme nicht in Frage, Diesen Ausführungen schließen sich die Gcmcinderäte Wacker, Daniel E r b , L u h und S c i b c r k an, Fried r, Deibel will den am 19. Mai gefaßten Beschluß nicht ganz beseitigt wissen.und stellt den Antrag, das ganze vor- bandcne Aktenmalerial als Protokoll zusammcnzusassen und den Verhandlungen zugrunde zu legen. Hat 'ich die Stadt Gießen bis zum 1, Juli nicht im zuskimmenden Sinne geäußert, tritt der Beschluß wieder in Krast und die Vcrhan-rnngen gelten als abgebrochen, Damit sind Luh und Becker nicht einverstanden; sic halten besonders die Frist für zu kurz, Bürgermeister Schomber legt nochmals dar, in welcher Weise sich der Gang der Verhandlungen abwickeln wird. S ei b c r t ist der Meinung, daß eine Erhöhung des Beitrags über 35 000 Mark nicht zu befürchten sei, so lange der Gemcinderat au dem früheren Beschluß ielthält O ß w a l d befürchtet das Gegenteil, da nach dem in Gießen angenommenen Antrag der Verkehrsausschuß als Linienführung nur die Graben- und Kornblnmenstraße in Betracht komme, Diese Liniensühruug sei wesentlich teurer, und cs werde dann wohl auch mit einer höheren Forderung an Wieieck herangctreten werden. Wacker erklärt, daß der Beschluß keine Tatsache sei, au der nicht gerüttelt werden könne, sondern nur ein Vorschlag, Mau müsse aber unbedingt au dem früheren Beschlüße scsthatten, dann sei auch nicht zu befürchten, daß mau mit höheren Forderungen komme. Hiermit schließt die Aussprache, In der Abstimmung wird der Antrag des Bürgermeisters, auf der Grundlage der früheren Beschlüsfe mit der Stadt Gießen weiter zu verhandeln, mit großer Mehrheit angenommen, * **DerGroßherzog empfing am 27, Mai den Oberbürgermeister Keller von Gießen, ** Kein Besuch des Zarenpaares inDarm- st a d t. Zu Meldungen verschiedener Blätter, die einen Besuch des Zarenpaares in Darmstadt für den Herbst dieses Jahres in Aussicht stellten, wird vom Hof marschallamt der anftlichen „Darmstädtcr Zeitung" mitgeteilt, daß am Darm- Gegenübcr hat Joh, Lenz eine Ausstellung geometrischer In- strnmente veranstaltet: außerdem bringt er im ersten Stockwerk , ein Helles Schlafzimmer aus Eschcnholz mit reichen Einlegearbeiten, eine ausgearbcitcte Kommode und ein Tischchen alter Einlegearbeit, Schnell- und Kcttenwagen verschiedener Systeme hat St. Lchinidt ausgestellt. Eine reichhaltige Sammlung von schonen Trcchslerwaren hat H, Scheid II, ans Großen Buseck hcrgerichtet. Paul Jox aus Ober-Bessingen hat das zierlich gearbeitete Modell einer Srockwcrkstrcvvc und G, A Haincr, Gießen, ebenfalls ein sorgfältig ausgcsührtes Trevpenmodcll aui- gcftcllt, Emen Beschlag für eine Kirchcntür, deren Bande geschmiedet und getrieben sind, ist von H, Am eil dt ans Grimberg an gefertigt. Von demselben Meister sind ein Türklovser iGrnn- bergcr Wappen). ein Schlüssel, dessen Griss Petrus mit dem vimmelchchlüncl darftellt, ein Standleuchter lKaiscr Roibart im KyNhänscri, fowie eine Türfüllung und ein aus Eisenblech gc- trrcbeucr Kopf, In dem rechten Flügel, des Erdgeschosses Hot Fr, K r o g m a u fine ganze Reihe von Kassenschräirkcn und Kasteiten verschieden “, r J. ausgestellt, die die Lciüungsiähigkcit dct Fabrik im best, Lichte erscheinen lasten, Tic wnchilgc Eingangslürc zu ein? Kastcngewolbc und der im Feuer bewährte Geldichrank verleih, ' Ä im 3s m ,j n m ' 1 dem großartigen, icderloscn Schl, des Werkmeisters W, Öafsclbach aus Rodheim lBieber, au für dieicurgeil bewndere Anziehungspunkte, denen Äassenschrän sonst cm sagenhaftes Möbel sind. Im nächsten Raum hat die Firma H, S ch a i i st a c d t, der Erzcugnistc zu bekannt sind, als daß wir darüber »och e Wörtchen zu verlieren hätten, eine mustergültige, vollständige A läge lur Heilzwecke erngerichtet, die auch dem absoluten Laien ein vollkommenen Einblick >n die Leistnngsiähigkcit der Fabrik n, . hydrotherapeutische Hestkunn gewährt Eine neuzeitliche Bat einrichtung sowie vcr>chicdcue einzelne Armaturen, Aovarate ui vervollständigen bieie hervorragende Ausstellung, Im nächsten Raum stellt die Firma B ä n n i n g « r ihre », fd»ebenen Fittingsarten in sehr origineller Weise aus- befände lehrreich ist die venvickcltc Herstellung der Fitlings, von den man am Schlüsse der ubersichllichet, Darstellung mit Staun ersieht, daß das Erzeugnis dieses langwierigen Prozesses n 15 Psenma kostet, waö man anderen Prozessen nicht nachrühm kann. Tic Firma Petri und Lehr in Oiscnbach hat ein reiches Lager von Jnvalitengeräten aller Art znsammengestclll, aber es ist wohl eine Eigeninmlichkcil aller gesunden Menschen, daß sie an diesen Dingen ohne sonderlichen Anteil vorübergehen. Trotzdem wird man mit großem Interesse all die vielen Hilis- mittcl sehe», die die moderne Technik den Wcgnnscrtigen zur Beringung stellen kann. Die Maicknneniabrik von G. K, Reit (Gießen) bringt Schnell- bohrmaschinen aller Art in Präziiionsanssührnngen an die Lesfcni- lichkeit. Sie darf sür ihre Erzeugnisse die Bewertung als sanbersle Qualitätsarbeit in Anspruch nehmen, wodurch sie ja auch ihren Rnf begründet hat. Die Greßencr GnmmifabrikPoppen, Co, ver- anschanlicht den Werdegang der Gnmmisabrikatlon vom Roh- gummi bis zum fertigen Stück in ,eder Art, Eine besondere Sehenswnrtlgkcit dürste ein Gnmmischlanch mit 1 Meter lichter Weste sein, Georg A vv e l, Gießen, zeigt in sehr instruktiver Weite die Einrichtung einer modernen Niederdruck-Warmwasserheizung, die allen Nttr denkbaren Anforderungen in vollkommenster Weise genügt, Edgar Borrmann bringt Herde, Oesen, Wasch- und Wring,nascknncn sowie landwirtichaftl, Geräte, Engen Kauis- M a n n, der auch die Beleuchtung in den Fluren und Treppenhäusern der Ausstellung installiert bat, zeigt Belenchlnngskörver aller An, Eisschränke und Büfetts liat H, Reger (Licht anSgc- gestcllt. Ans tem Flur stehen Gewschränke aus der Fabrik von W, H assel ba ch in Rodheim, Auch die Fabrik von E, Horst hat hier ihr Lager nusgcschlagcn. Neben einem reichen Lager von Zementwarcn und Kunststeinen sind Fußbodenbeläge und Wandbckleiditngen zu sehen, sowie eine reichhaltige Sammlung von Bauartikeln, ' Wir sehen also, daß die Reichhaltigkeit und die Güte der Ausstellung schon gleich im Erdgeschoß nichts zu würischen übrig läßt, da sich Leitung und Aussteller estrig bemüht haben, ein möglichst vollständiges und abwechselungsrcichcs Bild von der Leistungsfähigkeit unserer Gewerbe zu geben. Man muß gestehen, daß ihnen das glänzend gelungen ist, und jeder Besucher wird sich schon bei einem kurzen Rundgang davon überzeugen, wie viel mehr erst bei häufigeren Besuchen, die ihm die Möglichkeit geben, auch in die Einzelheiten der Ausstellung einzudringen, K. N. > -;- städter Hose von einem im August dieses Jahres bevorsieken- den Besuche des Zarenpaares in Darmstadl nichts bekannt ist, " Offene Stelle. Erledigt ist die Stelle eines Steueraussehers bei Großh. Hauptsteneranit Offen bach. ** Der Verband mittlerer Vcrwaltungsbeam- tcn hielt in Worms seine diesjährige .Hauptversammlung ab, die von Kreisamtsbnrcauvorsteher S ch n c l d e r - Heppenheim an der Bergstraße geleitet wurde. Der Berband zählt 135 Mitglieder und es wurde mit Rücksicht auf die günstigen Verhältnisse der Verbandskasse beschlossen, den Beitrag von 5 Mk, ans 3 Alk, herabznsetzen, Ueber die Verbandszcitschrist berichtete Kreisamts- gehilfc Bechtold-Gießen, Als Ort der nächstjährigen Tagung wnrdc Gr.-Geran gewählt, ** T i e Vorstellung des Arbeitsausschus- ses zur Erhaltung des Liebt g-Laboratoriums in Gießen, betr.: Gewährung von staatlichen Mitteln wurde vom ersten Ausschuß der Zweiten Kammer zurzeit für erledigt erklärt. Wir lesen in dem gedruckten Bericht des Ausschusses: Tie Regierung gab am 15, Febr, 1913 folgende Antwort: „Das Ministerium des Innern beehrt sich ans die Amsrage vom i. Februar u. Js, zn erwidern, daß die in Frage kommende Eingabe des Arbeftsausfchufie-.- zur Erhaltung des Liebig-La- boratorinms in Gießen uns Veranlassung gegeben hat. mit dem genannten Arbeitsausschüsse in Berhandlangen über die Begründung seiner Vorstellung einzntrcten und ihm zunächst nahe zn legen, die Stadt Gießen um Gewährung eines Zuschusses zn dem glcickwn Zwecke zn bitten. Ehe die Stadt Gießen hierzu Stellung genommen bat — was zurzeit noch nicht geschehen ist — sind wir nicht in der Lage, Entschließung darüber zu treffen, ob eine Vorlage wegen Gewährung von staatlichen Mitteln für die Erhaltung des Liebig- Laboratorinms in Gießen statthaben soll oder nicht. Da der Arbeitsansschuß eine Abichrist seiner Vorstellung zu nnferen Akten gegeben hat, beehren wir uns das Ihrer Ansrage vom 1, Februar 1912 beigeschlossene Original jener Vorstellung anbei zurückzureichen," Der Finanzausschuß richtete sodann in den Sitzungen vom 10. August 1913 und vom 30, April 1914, die Ansrage an Großh, Regierung über den Stand der Verhandlungen mit Gießen, Es wurde erwidert, daß die Verhandlungen noch nicht zn Ende geführt seien; in der letzten Sitzung wurde darauf hingewiesen, daß sich die Verhandlungen mit Gießen durch Wechsel des Oberbürgermeisters verzögert hätten. Bei dieser Sachlage und dem bevorstehenden Schlüsse des Landtags bleibt dem Ausschuß nur der Antrag übrig: die Vorstellung zurzeit sür erledigt zu erklären, ** Verkauf eines Gelände st rcifens des Großh, Landeseigentums an die Stadt Gießen, In den gedruckten Berichten des Ersten Ausschusses der Hess, Zweiten Kammer finden wir folgende Notiz: Die Stadt Gießen benötigt zum Ausbau der Lony st ratze von dem Gelände des Gymnasiums einen Streifen der Straße entlang mit im ganzen 6,8 -Quadratmeter Flächeninhalt, Wie den übrigen Anliegern soll der Quadratmeter dieses dem Großherzogtum-Landescigentum gehörigen Grundstückes mit 22 Mark bezahlt werden, Ter Ausschuß beantragt: die Zustimmung zu dem Geländeverkauf zu erteilen, ** Ter offizielle Ausstellungs-Katalog, dessen Erscheinen wir kürzlich schon erwähnt haben, stellt sich in seinem handlichen Format und seiner Übersichtlichen und geschmackvollen Druckanordnung als ein schöner und vorzüglicher Führer durch das gejamte Ansstcllungsgebiet dar. Dabei erhält er durch eine Anzahl anregender und wertvoller Aufsätze eine besondere Bedeutung und über den Tag hinaus dauernden Wert, Eingeleitet wird der Katalog durch ein von Prof, Dr, Kransmüllcr verfaßtes Vorwort, in dem er den Zweck, die Absichten und die Aufgaben der Ausstellung erläutert- Hieran schließt sich ein genaues Verzeichnis der einzelnen Ausschüsse. An der .Hand übersichtlicher, in zwei Farben ansgeführter Pläne gibt Archfteki H, Kockerbeck einen genauen llcbcrblick Über die gesamte Ausstellung, indem er in knappen Zügen ein anschauliches Bild von dem Reichtum der Ausstellung entwickelt, die hessisches und hessen-nassanisches Gewerbe im besten Licht erscheinen läßt. Das über 400 Namen umfassende Ausstellcrverzeichnis ist einmal nach Führnngs- nnmmern geordnet und einmal in alphabetischer Reihenfolge wiedergegeben, so daß man sofort jeden Namen und jeden Gegenstand nhchschlagen kann. Ein reich illustrierter Aussatz von Dr, D, Molz gibt einen lehrreichen llcberblick über Handwerke und Winterarbeit im Vogelsberg, Divl.-Jng, Tr. G, S t ö ck l e behandelt in anregender Weise DicJndnstrie O b c r h e s s e n i. Für die auswärtigen Besucher wird ein R n n d - gang dyrch Gießen besonders willkommen sein, denn sie erhalten hier eine knappe Anweisung zu einem Neinen Spaziergang durch Gießen, bei dem sie in kurzer Zeit alle Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen können. In dem angehängten Gc- schäststeil finden sich ein Geschäilsverzeichnis der Anzeigenteil- nehmer nach Geschästszweigcn geordnet, sowie wirksam ausgestat- tete Geschästsanzeigen zahlreicher Firmen, ** I m Lichtsvielhaus fanden gestern die ersten beiden Aufführungen der Flotowschen Oper „M a r t h a oder der Markt zu Richmond" statt, Ter Bearbeiter hat das Buch der Oper für den Film mit Sorgfalt eingerrchltet, hat alle Längen, die ans der Leinwand ermüdend wirken würden, gestrickfcn und durch Herans- schälnng der fortschreitenden Handlung das Werk recht wirkungsvoll gestaltet. Bedeutender noch ist die Behandlung des musikalischen Teiles, der ebenfalls dem Inhalt entsprechend »mgearbeitet worden ist und sich in der Hauptsache aus die Wiedergabe der rein melodiösen Stellen beschränkt. Trotz der Kürzungen bietet die Over einen hohen Genuß, was zum großen Teil den guten Leistungen der mitwirkenden Sänger und des verstärkten Orchesters zuzuschrerben ist. Es muß hervorgchobcn tvcrdcn, daß der gesangliche und instrumentale Teil der Oper nicht durch ein Grammoplion, sondern durch eigens zu dem Film engagierte Künstler wiedergegebeit wird, wobei der ans dem Film mit aufgenommene Kapellmeister die Harmonie ausrecht erhält. Eine eigenartige, aber künstlerisch durchaus Nicht wertlose Nenernnq, wenn sie auch für die Entwicklung des Films an sich auf keinen bedeutenden Fortschritt An- spruch machen kann. Die mitwirkenden Sänger haben wohl guten Grund, ani dem Programm nicht genannt zu werden, immerhin ist von ihren Leistungen nur Gutes zn sagen und cs ist anznnehmen, daß eilige von ihnen vor ihrem Film-Engagement ersten Theatern angchörte». Das Lichtspielhaus war in der Nachmittagsvorstellung gut besucht, abends ousverkanit. Die Oper tmrd täglich ziveunal bis zum Freitag gegeben, **, Kleine Mitteilungen, Bei einem ehelichen Streit stach in Schlüchtern ein Ehemann seine Frau mit einem Messer nieder. Die Frau kam lebensgefährlich verletzt in das Krankenhaus, — Beim Uebcrschreiten der Straße wurde Geheimer --anitätsrat Dr, Wolfi in Griesheim von einem Radiahrcr angcsahren und zu Boden gerissen, Dr, Wolfs erlitt hierbei einen Armbrnch, — In S i l b e r g gerieten die Kleider eines nut «trerchhölzern spielenden Mndes in Brand, Ehe Hilfe herbeieilen konnte, war die Meine bereits verbrannt, — Beim Hantieren mit einer Tynamitpatrone crvlodierte diese und zerriß dem leichtfertigen Burschen, einem jungen Manne ans Lolzhausc», be>de Hände, — Im Kaisermanöver ist als Hauptauartier einschließlich für die fremden Offiziere Friedberg für die Zeit vom 14, bis 18, September bestimmt worden, — Die Stadt Öaiget feiert am 14., 15. und 16. Juni die Tausendjahrfeier, Landkreis Gießen. eu, Bcucrn, 25, Mai, Das zweijährige Söhnchen der Eheleute Greb siel in einem unbeivachten Augenblick in 'bie Miskkaute, in der sich Wasser angesammelt hatte, und fand den Tod durch Ersticken. Kreis Alsfeld. x Nieder-OH men, 27. Mai. Da das Gelände zu de,, Erweiterungsbauten des Bahnhofes nicht auSrcicht, weil va^ Flußbett der Ohm zu nahe am Bahndamm vorüber- suhrt, so muß das Flußbett verlegt werden Mit dieser Arbeit sind gegenwärtig etwa 40 Arbeiter beschäftigt. Kreis Schotten. Ä Schotten, 27. Mai. Ter Kreis-Obst- und Garten- bauverein hat beschlossen, einen Blumenschmuck- ^>?ttbewcrb für die Gemeinden Laubach, Schotten und Mittel-Seemen abzuhalten. Kreis Fricdberg. L Friedberg. 26 . Mai. Tas l. Orch e st er k on, ert nnserer Regimen t Stapel Ic <188, unter Leitung von Ober- «uiiftfincifter Paget land im vollbesetzten Eaalbaa statt. Tas Publikum war sebr beiriedigt. Besonders gefielen die Solovorträae ans der Trompete und dem Xylophon. - Tie städtische P o I > - technische 'Akademie ist in diesen, Sommeriemester gilt besucht. B,S jetzt find eingelchrieben 210 Besucher gegen 192 im vorigen Seine,er. Neu eingetreten find 64. r. Bad-Nauherm, 27. 'Mar. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurde als Nachtrag zum Ortsbaustatut beschlossen: Bei in Zukunst h.-rzustellenden Kanälen werden von dem 'Anliegern als Höchstbelrag iür den lausenden Meter 40 Mk. erhoben Ueberschrcitungen dieses Kostenansatzes fallen der Stadt zur Last. — Tie Versammlung genehmigt. daß städtische Gelder bis zur Lohe von 100 000 Mk. bei dem Spar- und Vorsdmßvcrem angelegt werden können. — ivüc berste'lung der verlängerten Kurstraßc vom Badhags bis zur Lutherstrafic werden (>OOo Mk. bewilligt. Tie Arbeiten sollen m, Herbst vorgenomme» werden. — Am neuen Friedhof soll ein Wagenschupvcn zur Unterbringung von drei Leichenwagen und sonstigem Gerät errichtet werden. Tic Kosten belauicn sich aus 5600 Alk. — Für die im August stattstndendcn Offiziers- und internationalen Tenniswettkämpfc bewilligt die Versammlung iür ztvcl bei hiesigen Geschäftsleuten zu laufende Ehrenpreise 250 Mk. Ttarkcnburg und Rhcinhessen. n, Osscnbach a. M., 28. Mai. lieber die Mitwirkung der Stadt bei der Beschaffung zweiter bhpotheken hat der Ossenbacher baus- und Grundbeslnervercin der Verwaltung eine Denkschrift unterbreitet, nach der die Gründung eines H y p o t h e k c n > n st i t u t e s auf genossenschast- lichtr Basis erstrebt wird. Tie Stadt soll dabei die G a r a n t i c- lcistnng übernehmen, die sür diese wenig Risiko bedeutet, da die Stadt durch die Tätigkeit eines Treuhänders davor gesichert wird, daß Schuldverschreibungen über die vorhandenen Untcr- lagshypoihclcn hinaus ausgegcbeu werden. Sic soll zunächst sür etwa eine M i l l i o n Mark Schuldverschreibuiigeii als Bürg- schast übernehmen. Wie uns dazu mitgeteilt w,rd, hat die Stadt ihre Unterstützung im Prinzip zugesagt. — Tic hiesigen Hand- wcrksvelcinigungcn hoben sich zusaminengcjchlossen und ein L a n d- wcrkskartell gebildet, das den Zweck verfolgt, die Interessenvertretung seiner Eiuzclkorrorationen aus allen Gebieten des ötsenilichen Lebens nach dem Grundsätze der Solidarität durch- zusühren. d. Mainz, 27. Mai. In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurden die neugewählleu Stadtverordneten in ihr 'Amt cingesührt und vom Oberbürgermeister verpflichtet. Adelung beantragte, daß besondere Teputationen gebildet werden, in denen auch Frauen vertreten sein können. Ter Oberbürgermeister will in Gcmcinschast mit dem Scniorcnkonvent die Sache prüfen. Kreis Wetzlar. w Krofdorf, 27. Mai. In der letzten Gcmcinderatssitzung wurde bcschlosicn, im 'Anschluß an die im Bau befindliche „Neue Gießcner Straße", soll die „Apothekcnstraße" ebenfalls ausgebaut und die erforderlichen Arbeiten zur Vergebung ausgeschrieben werden. — Tic Forderung einiger Gleiberger Einwohner iür Ablösung des Frei backrechtes im dortigen Gemcindeback- haus wird als zu hoch zurückgewiesen. und cs soll mit den Nutzungsberechtigten wegen Ermäßigung des Betrages weiter verhandelt werden. — Tem TurnocrcinKrosdors wird zur Errichtung einer T u r II b a l l c esu Bauplatz au der neuen Schule, unmittelbar am Spiel- und Sportplatz, unentgeltlich zur Versügung gestellt. — Ucber den Bau der elett rischen Bahn Gießen— K ros - d'vri gab der Borsitzendc der Versammlung Kenntnis von dem Beschluß der Stadtverordneten-.Versammlung Gießen, wonach von dem Balmbau mit Rücksicht aus die Schwierigkeiten, welche das preußische Ministerium bereitet, vorläufig abgesehen werden soll. Tic Versammlung wählt daraushin einen Ausschuß, der bei der Kgl. Regierung zu Koblenz und nötigenfalls bei dem Ministerium in Berlin zur Förderung des Projektes persönlich vorstellig werden soll. — Im Anschluß au die Derhandlungcn der letzten Sitzung wird ein Grundstück „An der Kaltcich", unmittelbar am Gcmcindewald, zum Preise von 15 Psg. für den Quadratmeter augekallst. — Wie im Vorjahre wird den in dürftigen Verhältnissen lebenden Familien der Gemeinde das Was- sergeld erlassen. — Ferner wurde ein zum Ausbau der „Neuen Gießcner Straße" noch erforderlicher Stressen Gartenland zum Preise von 3 Mk. sür den Quadratmeter erworben. Hessen-Nassau. m. Neustadt, 27. Mai. Im Gasthaus Gies fand eine jVersammlung der Spa rka s l c u b e a m I e u und Spa rkasse n v o r st ä n d c n des Kreises Kirchhain statt. Als ^erster Punkt wurde die Eingehung einer Arbeitsgemeinschaft der Sparkassen mit dem Verband össentlich rechtlicher Lebensversicherungen behandelt Ta die neue Einrichtung den Svariasscnbco.mtcu sehr viel Arbeit verursacht, wollen diese das Lpscr doch im Interesse der Allgemeinheit bringen, und es sollen in den 5 Städten des Kreises Kirchhain die Körperschaften ersuch! werden, die Arbeitsgemeinschaft der Sparkassen mit der ösfcntlich-rcchtlschcn Lebcns- und Volksvcrsichcruug zu beschließen. h. F r a n k s u r t a. M., 28. Mai. Der Tircklor und Gcschäfts- sührcr der Frankfurter Sozictätsdruckecci lFrankfurtcr Zcittingf, Theodor Eurti, ist heute von seinem Posten zurück- g -treten. Eurti, ein geborener Schtvcizer, war IUI Kriege 1870>71 Berichterstatter der „Frankfurter Zeitung" und dann Redakteur dieses Blattes. Von 1879 ab leitete er dann die „Züricher Post", deren Ehes er blieb, bis ihn 1894 das Volk des Kantons St. Gallen zum Mitglied seiner Regierung wählte. Mitglied des Nationalrats der Schweiz war er von 1881—1902. In diesem letzteren Jahre ^berief tivan ihn als Nachfolger Leopold Sonnc- mairns an die Spitze der „Frankfurter Zeitung", Direktor Eurti, der im 66. Lebensjahr steht, nimmt seinen Wohnsitz in Straßburg. h. Frankfurt a. M., 26. Mai. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte heule die Abhaltting einer Internationalen 'Ausstellung sür W e l t iv i r l s ch a s t und Verkehr im Jahre 1918, hie eine Weltschau über alle Länder und Völker werden soll. Für die ersten Vorbereitungen wurden 10 000 Mark bewilligt. Tagegcn sprach man sich gegen eine vom Magistrat für 1917 geplante Ausstellung „Jugend und Volk im 20. Jahrhundert" aus, um die Kräslc iür die große Ausstellung nicht zu zersplittern. — Eine kleinere Ausstellung „Tie Ledrr- industric" stndet allerdings 1916 statt. — Für den 1915 ly er tagenden Deutschen Marine-Kongreß bewilligte die Stadlverordnetenvcrsammlung 15 000 Mark. h. C r o n b c r g , 26. Mai. Ter Begründer der weltberühmten Cronbergcr Erdbeerkultnren, Peter B » ch S b a u n>, ist im Elfter von 69 Jahren gestorben. Buchsbaum machte vor 30 Jahren, als die Banmichulkulturen nicht mehr lohnten, die ersten Versuche mit dem Massenanbau von Erdbeeren, eine Probe, die glänzend gelang und den Ausgangspunkt der heute blühenden »nd bereits mehrere tausend Morgen umfassenden Kulturen bildete. X p a n a u, 27. Mai. Tie Stadt Hanau hat bei der Versicherungs-Altiengesellschast „Wilhelms" in Magdeburg eine Anleihe im Betrage von 500000 Mk. gegen 4 Pro.z. Zinsen bei 1 Proz. Amortisation zum Kurse von 94,25 ausgenommen. Tie Anleihe ist bestiinmt ftir die Bestreitung der Baukosten zur Errichtung einiger militärischer Gebäude (Eisenbahn-Regimenter). h K ö n i g st e i n , 27. Mai. Die Frankfurter Lokalbahn- Gescllschait hat die Erlaubnis zu den Vorarbeiten sür die geplante elektrische Bahn von Frankfurt nach Cron- berg und Königstein erhalten und wird bereits in den nächsten Tagen mit den vorläufigen Vermessungen beginnen. Gericbt»saal. Bonn, 27. Mai. Zwei S t u d e n t e » batten >m letzlcn Wintersemester an ackt Professoren, an den Rektor, sowie dessen Gattin »nfiätige anonpme Br>e'e ge:ch>iebc». Auch waren st« in das kunüliistorilche .Institut eingedrungen »nd batten Bänke. Lehr- niittel und Kmiltaegenstände beschädin und zerstört. Tie Strgl kammer verurteilte fie beide» Ncbcltäler zu 16 bezw. 7 Monaten Gesänanis. Ter LtaatSanivnlt butte Geiänqnisstraie» von 3 und 2',', Jahren beantragt. Tie Verhandlung iand unlcr AnSschluß der Oesseutlichkeil statt. London. 27. Mai. In dem Bestechungsprozeß im Zusam- mrnhange mit den Armccliefcriingen wurde -einer der Angeklagten, der frühere Oberst vom Infanterieregiment in Borkshire Whitaker, zu sechs Monaten Gcsängnis verurteilt. _ e.'tmtrtnfiabrt. Swinemü » de, 27. 'Mai. beule mittag ging 6'Kilometer von Banfi» c>» ans.deinrnd bemannter Freiballon nni die Lee nieder. Ter 2ot>enko>nma»dcur ist hinausgesahre», um näheres z» ermitteln. Petersburg, 27. Mai. Die Petersburger Telegravhen- Agcntur meldet aus Rypin tGouvernemcnr Plozkf, das; gestern in der Nähe von Rypin ein mit deutschen Qssizieren bcmaunlcr Acrovlan niedcrgegangen sei. Tic Offiziere wurden sestgenommcn. Der Aeroplan wurde an der Grenze btschossen und beschädiat. Windhuk, 27. Mai. Ter Flieger Büchner ist von O k a - h a n d j a kommend auf dem hiesigen Rennplatz glatt gelandet. Er hatte bähen von 1700 Meter zu überwinden. Starke Lufiwirbel machten in Tcufclsbach und Brackwater Notlandungen notwendig. Wissenschaft nnS Lcbcn. — Fritz Stcinbach tritt in den Ruhestand. Aus Köln, 27. Mai, wird gemeldet: In der geheimen Stadtverordnetenversammlung teilte der Oberbürgermeister mit, daß Generalmusikdirektor Stcinbach aus Gesundheitsrücksichten sein Abschiedsgesuch eingercicht habe. Tie Versammlung nahm das Gesuch an. — T i e Meistersinger in Paris. Aus Paris, 27. Mai, wird gemeldet: Gestern abend iand im Theatre des Cbamps Elysecs die erste Aufsührung von Richard Wagners „Meistersinger" In deutscher Sprache unter Leitung des Generalmusikdirektors Felix Weingartner statt Weingartner und die deutschen Tarsteller wurden von dem zahlreich erschienenen internationalen Publilum außerordentlich gefeiert. — Zoologische Forschungen in der Torres - straße. Von einer sür das Carnegie-Institut unternommenen Forschungsreise nach der Torresstraße ist Dr. Alsr. ffl. Mayer nach Washington zurückgckehrt. Nach „Peterm. Mitt." war seine Ausgabe die Untersuchung „nd Sammlung der niederen Lebewesen, die die nur geringe Tiefen erreichenden Teile des Korallenmeers bcvölkern. Ter längste Aufenthalt wurde aus der Insel Maer in der Gruppe der Murrayinicln genommen, von wo aus mit einem kleinen Boote die verschiedenen Mceresteilc längs des Großen Ko- rallcnrisscS besucht wurden. — Spuren Andrecs gesunden? Aus S t o ck h o l in, 27. Mal, 'wird gemeldet: Wie dem schwedischen Ministerium des Aeufiern von der schwedischen 'Gesandtschast IN Pe'rersbura übler dem 2o. Mai mttgeteift wird, ist dort aus JlikutSk Onsibt- ricn! solgendcs Telegramm cmgcgangen: Ich teile mit, öatz'Spu- 4 en des Nordpolsahrcrs und Lustschlsiers An - drcc gesunden worden sind. Man fand in einem cntiernt liegenden Urwald Reste eines alten LuslbaUons und setzte die Nachforschungen fort'. Wer in Schweden interessiert sich iür die Sache? Bergiiigcnicur Grokowskn. — Eine Zeitung in Göteborg, die „Handels och Sjeoefartslidning" (Seefahrts-Zeitung wandte sich an Professor Otto Nordcnskioeld, der den Inhalt des Telegramms anzwcisellc, da der Ort des Balloniundcs zu weit von dem Auisticgorte Andrees in cpitzbergen gelegen sei. Wenn die Ballonrcste in Westsibiricn gefunden worden seien, so wäre e-s wahrscheinlicher gewesen, daß es sich um 'Andrces Ballon gehandelt habe. Eine direkte Unmöglichkeit, dass der Ballon IN Ostsibirien gelandet sei, besteht jedoch nach Ansicht Nordcnslioclds nicht. _ vrrnrisÄite«. "EinegesährdeteEisenbahnbrücke. 2lus Kopenhagen, 27. Mai, wird gemeldet: Tic Eisenbahnbrücke zwischen Masnedsund »nd M a S n e d o c ist heute vvrmittag von einem Dampfer angcraniit worden. Tic Brücke ist iür die Züge unpasficr- bar, nur Reisende mit Gepäck, die Post und Expreßgut werden per Schiff von und nach Seeland besördert, während das andere Frachtgut vorläufig liegen bleibt. * Verschwunden. Leipzigs 27. Mai. Der Inhaber der Rauchwarcn-Kommfifions-Firma Simon Ebensicin ist unter Hinterlassung einer Schuldenlast von etwa 100 000 Mark seit Montag flüchtig. Seine Frau ist am Dienstag srüh ebenfalls abgcreist. * Schncesall. Aus Karlsruhe, 27. Mai, »>ird gemeldet : Seit heule »acht herrscht in den Hochlagen der Vogesen starker Tchneesall bei 0 Grad. Die Bcrgkämme vom Eljasscr Belchen nach der Schlucht hin sind mit einer Ncuschneedcckc überzogen. Kleine Tagerchronik. Aus mehrercnGcgendenFrankreichs werden arge Unwetter, sowie heftige Wetterstürze gemeldet. In den Bergen der Auvcrne trat starker SchneefaU ein. AuS Deutich-Oftasrika meldet ein Telegramm des Gouverneurs, daß Tar-cS-Salamfürpestsrei erklärt worden ist, da dort seit dein 9. Mat kein Pcstiall vorgckommen ist. In P e r m brach während des AbendgottesdiensteS in der Kirche der Gcistlichen-Schule ein Feuer nus. Mehrere Personen wurden getötet und zahlreiche andere mehr oder weniger stlfwcr verletzt. Der E x p r c ß z n g auS Wellington ist mit voller Geschwindigkeit 40 Meilen von Anckland init einem Güterzug zusammen ge stoßen. Zwei Passagiere lviirden getötet, sieben verletzt. Eine s n r ch t b a r c Hitze fordert in Nord- Amerika viele Qpfcr. Seit 1880 war kein so heißer Ndai zu verzeichnen. Lingcsanöt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stebeuden ?lrtikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Veranlwortung.) Die Wirsccker Slraßenbahn. Wicscck, 28. Mai. Ein Wieseckcr, der von dem Gcfichtspmikt aus, daß die Straßenbahn der Allgemeinheit dienen soll, die Vorf'chtügc der Linienführung PrütE niuft uuumwimdcn zugcben, daß unferc Berkelns- vcrhültnijf'c feit 10 Jahren sich geändert haben und in den nächsten Jahren noch mehr ändern werden, weil die Mehrheit der zu- Üinftigen Fahrgäste der Trambahn nicht mehr in der Nähe der Gießcner «traßc wohnt, sondern sich nördlich »ach der Mar- burgcr Straße zu au gesiedelt hat. Tic ganze bauliche Entwickelung unseres Torfes ist durch den Bebauungsplan nach Norde» gerichtet, daran ändert auch nicht die Tatsache, daß die Gießcner Straße die Hauptstraße iür den Durchgangsverkehr bildet. .Wenn aber die Slraßcnbahit Grabcn- st r a ß e — Kornblu m cnstraßc bis zum Lindcnplatz ge- ftihrt wird, so ist erstens die glatte Weitersührung des Verkehrsmittels, woran auch die Allgemeinheit Wiesecks ein Interesse hat, gewährleistet und zweitens ist dann die Benutzung der Straßenbahn für die Mehrheit der Bevölkerung bcauemcr. ZwefielloS haben heute schau die meisten Bewohner von Wicscck, besonders die Arbeiter, die .täglich an ihre ?lrbeitsstätte nach Gießen müssen, Wohngelegenheit zwischen der Gießener Straße und der Marburgcr Straße gesunden, n>as sich mit der zunehmenden Bebauung unseres Orles noch verstärken wird. In der Gießener Straße wohnen meist nur Geschäftsleute und Landwirte, die ja wohl auch einmal in Gießen zu tun haben, die aber niemals ein Stammpublikum als Fahrgäste der Bahn bilden werden. Tic bisher abgchaltenen Versammlungen waren nur immer einberusen, ui» Sttmmung zu machen iür die Strecke aus der Gießener Straße. Man ließ eine Erörterung über eine andere Linienfühning überhaupt nicht zu. Wollte jemand aus eine andere Linicnfiihrung ciugcheu. so wurde er andauernd unterbrochen, so daß ihm die Lust verging, seine Ansicht oorzutrageu Tic Straßenbahn noch., wenn sic der All- genieinhcit dienen soll, in der Mitte des Orts ihren vorläufigen Endpuillt finden, sie soll nicht nur den Bewohnern der Gießener Straße bequem liegen und den dortigen Geschäftsleiiten Verkehr bringen, sondern sic soll auch bequem den Leuten erreichbar sein, die nördlich der Gießener Straße wohnen. Ich möchte daher den Vermittlungs-Vorschlag machen, die Strecke nicht au der Grabenstraßc, sondern an der Ecke der Ludioiaftraße und Gießcner Straße ab- z u zwe igen: damit ist möglichst allen Interessen g-dient. Ter Plan, die Bahn die Schulstraße hinaus,zuiühren. läßt sich, wie Fachleute versichern, wegen der Kurve und der starken Steigung nicht aussührcn. Unrichtig ist jedenlalls. daß 90 Prozent aller Bewohner Wiesecks die Bahn in der Gießener Sttaße htbeu wollen, daran ändern auch die Unterschriften, die man gesammelt hat, nichts. Slmllicher Wetterb-richt. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wctterausiichtcn in Leiten an, fircitaa, d--> ?:>. Mai 1914: Weckilelnde Bewölkung, meist trocken, et>vas wärmer, nördliche Winde. Letzte nodiriditct:. Aus dem türkischen Parlament. K o n st a n t i n o p e l, 28. Mai. Die Kammer nahm heute eine Reihe von Gesetzen an, die bereits vorläufig in Kraft getreten waren, insbesondere den Straferlaß sür die Bevölkerung der Zwölf Inseln, wie er schon im Vertrag von Lausanne vorgesehen war, ferner die Aushebung de? Zollzuschlags, der während des Krieges gegen die Valkaustanteii verfügt worden war. Weiter bewilligte die Kammer drei Provisorische Budgetzwölstel. Die gesamten Ausgaben betragen 8 774 123 türkische Pfund, von denen 2169198 Pfund für die Armee und Marine bestimmt sind. Tätlichkeiten spanischer Abgeordnet er. M a d r I d, 27. Mai. Als sich der radikale Tcpulicrte R o d c- rich Sorlano heute in den Wandelgättgen der Kammer mit seinen Freunden unterhielt, eilte plötzlich 'Antonio Maura, der Sohlt des früheren Mimsterpräsidenten, auf ihn^zu und versetzte ihtn, che die Deputierten es verhindern konnten, mehrere Hiebe mit einem Stock und mit der Faust. Soriano firlutetc statt ans der Nase. Ter Angriff war durch das Worr Fernling verau- laßt worben, welches Soriano ivährend oes Tumultes „i der gesttigcn Sitzung mit Bezug aus den Vater Maura-s gebraucht hatte. Da3 Lösliche der Kaffeebohne in Pulverform. In Kaltem und heissem Wasser momentan klar löslich - ohne Rückstand sofort trinkfertig — garantiert rein. Zu haben bei: Heinrich Driesch, Seltersweg 70; Emil Fischbach, Seltersweg 24 . 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