W. 120 Der «iehener Anzeiger erscheint täglich, außer Soimtags. — Beilagen: viermal wöchentlich «ietzenerLamilienblätter; zweimal wöchcml.Ureir-. blattfürden «rei; Siehe» (Dienstag imd Freitag): zweimal nionatl. Land- wirtschastliche öeitsragen Ferniprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition LI Adreffe lür Deveichen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen iur die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt \H- Jahrgang GietzenerAnzei-er General-Anzeiger für Oberhessen Rotationrdnick und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und 'steindruckerei R. Lange. Montag, 21, Mai Bezugspreis: monatlich 75V1., vierrel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mt. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Bs» auswärts ■ 20 Pjenniq. Chefredakteur: A. Goetz. Peralltwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton-, .Vermischtes- und.Gerlchts- faal": Karl ^tenratt); für .Stadt und Land": Redattion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. A»zeigm!eä:' Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Die Wirkungen der hessischen Gemeinde- umlagengesetzez. Der Fmanz-ausschuß der hessischen Zweiten Kammer hatte unterm 9, Aug. vor, Js, vird in einer vergleichenden Uebersrcht über die mutmaßlichen Ergebnisse der Veranlagung nach dem früheren Gesetz vom 30, März 1901 und die tatsächlichen Ergebnisse nach dem neuen Gesetz vom 8, Juli vvhcr dargetan. Es ist darin für 101 Gemeinden der verschiedensten Art aus allen Teilen des Grosther^ogtums ersichtlich, wie sich der llmlagenbedars nach dem neuen und nach dem alten Gesetz aus die Einkommenstcucr und die daneben bestehenden Sondersteuern verteilt. Diese Ergebnisse dürfen der Auswahl der Probegemeindcn nach als typisch für die hessischen Gemeinden überhaupt angesehen werden. Um den absolut gleichen Betrag, den danach die Einkommensteuer mehr oder weniger aufbringt, als seither, werden naturgemäß die Vermögenssteuern gegenüber den Ertragsstcuern im ganzen ent- oder belastet, wobei die Höhe dieses Betrags auch von dem Umlageubodars abhängt. In Verbindung damit steht eine Uebersicht über die prozentualen Verschiebungen dieser Veranlagungen, Im Verhältnis zur alten Steuer ist hier die prozentuale Acnderung bei den Vermögenssteuern eine andere, als bei der Einkommensteuer, Ob sie größer oder kleiner ist, als diese, hängt nicht mit der Acnderung des Steuerwescns zusammen, sondern beruht darauf, daß schon nach dem alten Gesetz das Verhältnis der Einkommensteuer zu den Ertragssteuern ein sehr verschiedenes sein konnte. Wie in der regierungsseitigen Erläuterung bemerkt wird, ist in 84 von den 101 Fällen eine Zunahme des Auskommens an Einkommensteuer und eine Abnahme bei den Vermögenssteuern zu verzeichnen, bei dem Rest der Fälle, zu dem die Städte Mainz, Darmstadt, Ofsenbach und Gießen zählen, hat das Unigekehrte stattgesunden, d, h, das Gesamtaufkommcn an Vermögenssteuern ist größer, das an Einkommensteuern kleiner gewor- dcn. Im großen und ganzen sind die prozentualen Erhöhungen und Verminderungen der Einkommensteuer geringfügig und deshalb nicht von besonderer Bedeutung, Nur bei den Gemeinen Darmstadt, Gernsheim, Offeubach, Schlierbach, Bad-Nauheim, Blitzenrod, Flonheim und Gonsenheim zeigen sich stärkere Verschiebungen, die daraus zurückzusühren sind, daß von dem den bisherigen Verhältnissen entsprechenden Verteilungsmaßstab abgcwichen wurde. Dies mußte notwendig in den Ausnahmefallen geschehen, in denen der seitherige Verteilungsmaßstab aus dem gesetzlichen Rahmen herausfiel, in denen sich also eine verhältnismäßige Belastung der Einkommensteuer von weniger als 3,5 Psg, oder von mehr als 8 Psg, berechnete. Zum Teil wurde aber auch nach freiem Ermessen der Gemeindevertretungen eine anderweitige Art der Verteilung beschlossen, so namentlich in den größeren Stadien, Aus einer Uebersicht über die vorerwähnten Probegemeinden mit erheblicherer Acnderung des Verteilungsmaßstabs ergibt sich, daß, wenn man den seitherigen Verteilungsmaßstab beibehalten hätte, die Verschiebungen aus ein ebenso geringes Matz zusammengeschrumpfl wären, wie bei den übrigen Gemeinden, In den weiteren Uebersichten werden dann die Aende- rungen in der E i n k o m m e u st e u e r, das Verhältnis der Vermögens st euer» zueinander, die einzelnen Vermögenssteuern im allgemeinen, dann die G r u n d st e u e r vom landwirtschaftlich genutzten Grundbesitz einschließlich der zugehörigen Hofrciten, vom Wald, vom Eisenbahngelände und vom sonstigen Grundbesitz, ferner die Gewerbesteuern (allgemeine Gewerbesteuer und Sondergewcrbesteuer, Warenhaus und Filialsteuer, Steuer vom gewerbsmäßigen Handel mit ländlichen Grundstücken) und die Kapitalsteucr bc handelt. Im letzten Kapitel der Regicrungscrläuteruugcn ist »och eine Uebersicht über die Wirkungen der Vermögenssteuern in Einzelsällen gegeben, wobei die Zusammenstellungen von Einzelsällen aus dem Bereich der Gewerbesteuer unter Berücksichtigung der kleinen, mittleren und größere» Betriebe, sowie aus dem Bereich der Kapitalsteuer eine kurze Beleuchtung finden. Wir kommen in einem zweiten Artikel noch näher darauf zurück. Die Flucht des Fürsten von Albanien. Schneller als mau es gedacht, ist trotz der Verbannung Essad Paschas eine neue Katastrophe über Albanien hereiiv- gebrochen. Die albanische Gendarmerie unter den holländischen Offizieren ist mil den Aufständischen bei Tirana nicht fertig geworden, und Turazzo selbst mit dem Fürstcnpalast war in Gefahr, So hat sich Fürst Wilhelm mit seiner Familie an Bord eines italienischen Kriegsschiffes slüchtcz müssen. Später scheint sich die Gefahr als loenigcr schrecklich herausgestellt zu haben, und die fürstliche Familie ging wieder an Land, Die Leibwache der Malrssoren, die dem Fürsten, wie wir berichteten, eine Kundgebung gebracht hatte, ist nur in Worten groß und tapfer: im Ernstfall liefen die Leute einfach davon. Der internationale Kontrollausschuß scheint wieder einmal die ernsteste Gefahr vorläufig abgc- wcndet zu haben. Es fragt sich nur, ob Fürst Wilhelm den Aufständischen, die ihn zur Ilnlerzeichnung von Zugeständnissen zwangen, nicht zu viel versprochen hat. Jedenfalls ist die Talsache seiner zeitweiligen Flucht auch politisch als verhängnisvoll zu werten. Wir erhielten solgcndc Meldungen: Das Fürstenpaar von Albanien a» Bord eines italienischen Schiffes. Durazzo 23, Mai, (5 Uhr nachmittags, Meldung der Agcn, zia Stefani,) Infolge des drohenden Angrisfes de r Ausständischen aus Durazzo haben sich der F ü r st und die Fürstin sowie ihr Gefolge an Nord des italienischen Kriegsschisfes .,M i s u r a t a" begeben. Die „B ,Z," ineldet aus Neapel: Essad Pascha wurde im Auftrag des Ministers des Innern von Legationsrat Biancheri amtlich vernommen, Biancheri schärste Essad Pascha ein, Interviews zu gewähren. Ein Bericht brg italienischen Gesandten in Turazzo. Rom, 24, Mai, Die „Agencra Stefan!" meldet, daß der italienische Gesandte in Durazzo, A l i o t t i, an den Minister des Acußern folgendes depeschierte: Zn dem Kampfe, der von der Gendarmerie unter dem Befehl der holländischen Üssizwrc ausgekochten wurde, und in dem diese mit den Mannschaften! sämtlich von den Insurgenten gefangen genommen wurden, wurde beschlossen, das Feuer der Batterien aut das Stadtschloß an der Straße nach Tirana einzustellen, Abends kamen einige Flüchtlinge im eiligen Lause nach Durazzo und erzählten, daß die wenigen Nationalisten, welche die Waisen ergriffen hätten, zersprengt seien und daß die Insurgenten aus 'die Stadt los- r-a-'chie-ten. Me” er' r er" er, da". s ’' L i'ioache der kath" ü i > eo a v o n l i c s e n. Man beschloß in großer Eile, namens des Fürsten Mehmcd Pascha Draga als Parlamentär abzusendeir. Dieser kehrte mit der Meldung Spaziergänge durch die GewerbeaiissteUung. Gießen, 25, Mar, Als der Plan zu der Gcwerbcausstellung Gießen 1914 zum erstenmal in der Oesientlichkeit anstauchte, ^ab es eine Menge Schwarzseher, die von solch einer gewagten Sache entschieden abrieten und sich nachher verdrießlich in den Schmollwinkel Zurück- zogen, als man ihre warnenden Stimmen nicht beachtete. Aber i wie gewöhnlich im Leben haben anch diesmal die Idealisten wieder recht behalten, und in stattlicher Zahl sind die 7tussteller hier erschienen. um auf dem zwar beschränkten aber geschmackvoll und mit seinem Verständnis für Raumwirkung hergcricküelcn Ansstellungsgelände Zeugnis abzulcgcn von der Gediegenheit und Güte unseres heimischen Handwerks und unserer heiniischen Industrie, Von den zahllosen Ausstellungen, die Heuer fast in allen deutschen Gauen und anch im Ausland abgehaltcn werden, ist die Gewerbeausstellung Gießen l914 nun ja nicht die bedeutendste und vielseittgste, was ja auch ilzrem eigentlichen Zweck nicht cntipräche, aber sic ist eine der eigenartigsten und für mns auch die wichttgite. Durch ihre von vornherein scstgclegtc Beschränkung aut einen bestimmten Landcsteil gibt sie einen vorzüglichen Ucberblick über die Leistungssäbigkeit unseier hessischen und hesicn-nassauischcn Handwerker sowie über unsere Industrie, und sie zeigt uns zugleich, 1 daß nicht Nur in den leicht zugänglichen Städten, sondern auch in manchem entlegenen Dörfchen des Bogelsbcrgs ein Handwerk zu Hauie ist. das vor aller Welt mil Ehre bestehen kann. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Ausstellungsvorstand jedem einzelnen Aussteller völlig sreie Hand gelassen hat, loas bei dem Zweck der Ausstellung ja von grußem Vorteil war, wenn sich auch die Schattenseiten natürlichenveise nicht Venneiden ließen. Die Gesichts- punkte der mustergültigen Werkbnndausstcllung in Köln, wo eine strenge Jury die aus dem ganzen deutschen Sprachgebiet zusainr, en gekommenen Ausstellungsgegenstände erst genau geprüft hat, sind hier nicht nrügtich und nicht am Platze gewesen: nur ganz Unzulängliches wurde ausgcschiedcn. Hier hat jeder einzelne eine Auslese von dem ausgestellt, loas er nach täglicher Gewohnheit und Uebung in seiner Werkstatt hergcstellt hat, was er am Amboß oder an der Hobelbank, ivas er an seinen: Werktisch oder in fernem! Verrieb verfertigte, damit cs — für den täglichen Gebrauch bereitet — Zeugnis abtcge von dem Können unserer heimischen Meister, Es handelt sich also nicht darunr, sckzlankweg Mustergültiges vorzusiihren, denn dazu ist die Zahl der! Teilnehmer inrolgr der örtlichen und räumlichen Beschränkung doch zu gering, es handelt sich vielmehr darum, den Besuchern zu zeigen, loas unsere hcimischc Industrie und ivas unsere alteingesessenen Handwerksmeister zu leisten imstande sind, >vie sie ihre Ausgaben verstehen und wie sie diese bewältigen. Aber der Zweck und die Folgen der Ausstellung werden noch tiefer und nachdrücklicher wirksam sein, Ter Käufer und der Interessent lernt nein Quellen kenne», neue Handwerker, die solide Arbeit machen: die Aussteller Iverdcn in der Anerkennung ihrer Leistungen einen Ansporn haben zu gedeihlicher Wcilcrarbeit, zu angeregtem, freudigem Schasien, sic werden aber auch im Vergleich mit anderen hinzulernen, werden sich vervollkommnen und ihren Blick erweitern. Besser als sonst bei flüchtigen Besuchen lernen die ländlichen Handwerker die städtischen Käufer un s ibre Ansprüche kennen: besser als aus dem vollkommensten statistischen Material erhallen wir alle hier einen ucberblick über das werktägliche Schassen unseres Volksstanimes und einen tiefen und wertvollen Einblick in die sozialen Verhältnisse unserer Heimat, Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, ist es auch hoch erfreulich und sehr anzner- kennen, daß bedeutende Firmen, wie z, B, Schassstaedt, Heyligcn- staedt, Buderus, deren Absatzgebiet nicht vorwiegend in Oberseeste» zu suchen ist, und die deshalb kaum einen materiellen Vorteil von der Ausstellung haben werden, sich dennoch nicht bt-l Seile gestellt haben. Es ist nicht nur lehrreich, sondern auch sozial wichtig, daß nran dadurch einmal osten,ickitlich erfährt, was diese Farmen leinen und was die vielen Arbener, die sic beschäftigen, nun eigentlich schassen. Aus demselben Grund ist cs sehr bedauerlich, daß'sich unser nnchligster Industriezweig, die T a ba k- fabrikatron, nicht an der Ausstellung beteiligt hall Tag die Tabakfabrikatiou und die Herstellung von Zigarren, und weliii'S auch nur in kleinem Maßstabe gewesen wäre, für viele Besucher, namentlich aber auch für Schulen, eilt berücksichtigensnzerte's Interesse gehabt hätte, das steht wohl außer Frage, Aber freuen wir uns dessen, was loir haben, freuen wir uns, daß es den Männern, die sich seit Monaten urit den umfangreichen und mühevollen Vorbereimngen zu der Ausstellung beschästigt haben, trotz aller Besserwister gelmigen ist, so viel Schönes, Interessantes, Belehrendes zusammenzubringen, daß man stundenlang umhcrmandcln kann und immer wieder Ueberraschungen voriindet. Wer alles mit Muße und eingehend betrachten null, der ivlrd es sich zweckdienlich aus eine ganze Reihe von Tagen verteilen, aber auch daun noch wird er immer noch etwas entdecken, was ihm vorher entgangen war, demr erst, wenn man genauer zusicht, wird man bemerken, wie reichhaltig die Ausstellung iit. Da jetzt so ziemlich alle Ausstellungsgegenstände ausgestellt sind »nd wohl kaum noch etwas von Bedeutung fehlt, wollen imr heute zunächst einen kurzen Rundgang durch die ganze illusstellung machen, um einmal einen Gesamtüberblick zu gewinnen. In der Folge werden wir dann ausführlicher auf die einzelnen Abteilungen zu sprechen kommen. Schon gleich am Eingang beginnen die lleberraschungen. Aus dem verwahrlosten Hof ist ein hübscher, geschmackvoll angelegter Garten geworden, hinter dem sich der vielgeschmähte Kliniksbau frisch vcrvutzt und „auf neu gereinigt" nicht ohne eine gewisse Würde erhebt, wenn er auch im Verhältnis zu dem Schmuckhos zu massig und wuchtig wirkt. Links wird dieser, von der Stadt Gießen crsreulickierweise angekauste Garten, von der F c st h a l l c begrenzt, die Herr Architekt H, G a r n o n in schönen, schlichten Formen sehr gut angelegt und ausgestaltct hat- Im rechten Flügel der Halle hat die Bäckerinnung Gießen eine Musterbäckcrei eingmichtcl, die dadurch eine ganz besondere Bedeutung gewinnt, daß sie im Betrieb vorgeführt wird. Es zeugt von dem gesunden, sortschrittlichcn Sinn unserer Bäckerinnung, daß sie die wohl recht erheblichen Kosten nickt gescheut hat, UNI ihr Gewerbe in würdiger und sehr instruktiver Weise zu vertreten. Materielle Vortecke werden ihr daraus ja wohl nicht erwachsen, aber die edccllen wiegen hier um so schwerer, als cs wohl das einzige Gewerbe ist, das in dieser Einmütigkeit seinen Gemeinsinn bekundet hat. Vor der Festhalle mit seinem Wirtschaftsgarten, der außerordentlich rasch-beliebt geworden ist, erhebt sich der ebenfalls von Herrn Garnon entworfene Musikpavillon; er ist zugleich Ausstellungsgegenßand der Putzer und Stukkateure- Die andere Seite des Gartens rahmt das kokett zierliche Haus Nr II ein, das von Herrn Archiietten Kockerb eck entworfen ist, und die verschiedensten Gewerbe und Industriezweige beherbergt, u, a, eine gemütliche Schnavskneipc und die Ausstellung des Heilbades Salz- ichlirf, „Die Schindler-, Terrazzo- und TekorationsMälergewerbe haben hier," wie cs in dem Ausstellungsführer heißt, „Gelegenheit gesunden, ihre Künste an dein Aeußcren des Gebäudes zu zeigen," Die meisten Ausstellungsgenstände besindcn sich natürlich in dem Haus I, der ehemaligen Klinik, und ein flüchtiger Ueber- blick lehrt schon, daß sich weitaus die meisten Aussteller mit Glück bemüht haben, nicht nur auszustellen, sondern mit Geschmack planmäßig und lehrreich auszugestalten, z, B, die D r u ck e r e r e n, die das Entstehen von Farbendrucken, die Herstellung der Druckplatten sür Flach- und Runddruck, das Galvanisieren usw- vorführen, so daß zugleich eine erzieherische Aufgabe geleistet wird. Darin liegt denn auch eine Stärke der Ausstellung und eine Kraft, die in weiteste Kreise bringen muß und so ein >g!utcs Teil Volksblldung bs- wirkcn wird, Den breitesten Raum in der Ausstellung nimmt die H o l z - bcarbcitungin Anspruch, Wir iinden hier die mannigsaltigstcn Schrcinerarbeitcn, und zwar alle auf einer Stufe der Vollkommenheit, die berechtigte Beachtung findet- Neben sauberen Treppen- modellen, Türen, Erkcrvcellcidungcn herrscht natürlich die Abteilung W o h n u n g s e i n r i ch t u wg c n vor, und hier wctteisern die verschiedensten Firmen, um in geschmackvollen und werkgercch- ten Möbeln das schwierige Problem der wohnlichen Wohnung zu lösen. Früher, als das Zahlenverhältnis von Mietern und Vermietern noch genau umgekehrt war denn heute, war das, was man mit einem garstigen Schlagwort als Wohnkultur bezeichnet, etwas selbstverständliches, denn die Menschen hatten in ihrer geruhigen Lebenshaltung ein sicheres Stckgesühl; das ist heute der Mehrzahl der Menschen verloren gegangen, und die nüchterne Raunigestaltung unserer Mietwohnungen macht es obendrein fast meist zur Unmöglichkeit, sich individuell cinzurichten- Die Innenarchitekten müssen daher nach Normalmaßcn arbeiten, so daß eine geschlossene Raumivirlung mir dann eintrcten kann, wenn der gegebene Zimmcrraum zu diesen Maßen paßt- Inwieweit die aus der Gewerbeausstellung versuchten Lösungen der Wohnungskiinst als geglückt zu betrachten sind, werden wir sväter noch einmal sehen, Die Abteilungen sür Bekleidung, Schuhwerk usw- sind gut beschickt; besonderes interessant ist eine Tchusterwerkstätte mit Maschinenbetrieb in Tätigkeit, sowie die Abtellung für orthovädlsckzc Fußbelleidung- Kaum vertreten ist der Sport, am besten noch der Wintersport, vor allem in der Bellcidung, während die meisten Sportgeräte sehr mangelhaft sind- Sehr gut vertreten ist die Metallindustrie und die Wcrkzeug- iabrikation: mustergültige Badcantagen aller Art, Einrichtungen für Zentralheizung »nd zur Kühlhaltung, Bohrmaschinen, Fittings- sabrit'ation, Beleuchtungskörper, alles ist vorhanden; die Guullni- Juriiif, das; dir Insurgenten nur verhandeln wollten, wenn sic bis ans Meer gelangt seien und daß ein weiterer Verhandlungsvcrfuch unnütz sei. Infolge von Gewehrseucr und in der Bcwrgnrs, daß die Insurgenten, deren Grimm durch die Kanonad' und infolie des ,rana:isnius auis höchste gestiegen war, Durazzo plündern tonnten, bemühte ich mich,/ Maßnahmen tzu treffen, um Sie, italienisch» Kolonie in die Gesandtschaft oder aut Schiffen in Sicherheit zu bringen. Bald daraus brach eine unbeschreibliche Panik aus. Ich begab mich zu dem F ü r st c n, teilte ihm die Flucht der Nationalisten mit und bat ihn, sich m i t d e r Fürstin und den Kindern in Sicherheit zu bringen und dann die Landungsdetachcments zurückzuziehen, um ernstere Zwischenfälle zu vermeiden, Das war notwendig, weil die katholischen Malissoren ein Gegenstand der Provokation sür die Muselmanen bildeten. Es wurde beschlossen, die katholischen Malissoren aus die Schisse zu bringen, die Fürstin aber erklärte, sie würde sich nicht von dem Fürsten trennen. Man beschloß dahsr, das; auch der Fürst zcittveise sich an, Bord der „Misurata" begebe Alle Anordnungen wurden in größter Schnelligkeit getroffen. Gegen Abend machte ich mich IN Begleitung oeo rumänischen Gcianötcn sowie des österreichischen, französischen und englischen Telegierten aus den Weg, um mit den Unterhändlern Iwr Jnsnrgentcn zusammenzntres en Aus derStraste nach Tirana begegneten nur einem holländi ch m Kapitän, der unter dem Geleit von drei unbewaffneten Insurgenten, welche d»c Parla- mcntärslaggc trugen, stand und erklärte, er sei gekommen, um namens der Insurgenten dem Fürsten mitzuteilen; I dre Insurgenten wollten ihm durch Unterhändler ihre Forderungen aü den Fürsten überreichen; 2. die Gefangenen würden alle erschossen werden, wenn bis morgen abeich 8 Ulir der Rapitä.i nicht mit einem Bricie des Fürsten zurücktehr'e, der eine günstige Antwort erhielte; 3, sie forderten, daß die Waisen niemals mebr a-oen sie gekehrt würden, — Dem Fürsten wurde geraten, sich sogleich in seinen Palast zu begeben, tvo er den Kapitän empfing, uno -.en Blies, betreffend die Forderungen der Insurgenten, Unterzeichnete, Der Fürst forderte, man solle ihm die Matrosenabtcilungen als Eskorte mitgeben. Ich verhandle noch mit meinem österreichischen Kollegen über diese Frage, damit keine Zwischenjälle ein- trelen oder cs zu einem Konflikt kommt, in den die italienischen Matrosen verwickelt werden könnten. Der von den Insurgenten mit den Forderungen abgesandte Kapitän berichtet, diese seien 2000 Mann und mehr stark, Tie Bewegung scheine überhaupt einen religiösen Charakter zu haben, aber es sei nicht ausgcschlofUe 4 dis an den Prsirden die treuen Anhänger Essad Paschas im geheime» teilnehmen. Jedenfalls handle es sich/, da dieser niemals die Möglichkeit hatte, mit seinen Anhängern in Verbindung zu treten, sicherlich um ein. Erhebung spontaner Natur, Die italienische Gesandtschaft ist voll von Mitgliedern der Kolonien, von Albanesen und den diplcmnr- tischcn Vertretern, dcncn Gastsreundschaft gewährt wird, Tie Kämpfe mit den Aufständische». R om, 24, Mai, „Giornale d'Jtalia" veröffentlicht folgendes Trlegramni ihres Korrespondenten in T u r a z z o; Gestern mittag verkündete rin Kanoirenschust den Beginn des Kampfes, Es war der holländische Oberst Thomvsoii, der von den tzügeln Du- razzos aus zwei Geschütze gegen die Äiisstäiidischen befehligte, die Schüsse waren jedoch wirkungslos, Tic albanischen Truppen standen lunier dem Besch! der Majore Glnys, Rosjclma »nd des Druvt- Manns Gumpenberg, ter in der Schlacht schwer verwundet lvurde. Die Bevülkerimg Durazzos geriet in Schrecken und verbarrikadierte sich in den Däusern, weinend die italienischen Seeleute sich zur Ber teidigung der Gesandtschaft und des Fürstenvalastes zurechtmachten, Nachmittags Ivuroe der Kamps heftiger. Das Automobil eines Italieners namens Mosria brachte Tote und Verwundete in die Stadt, Zahlreiche muselmanische Frauen flüchteten in die italieiriscke Gesandtschaft ünd aus Schisse, die den Flückstlingen zur Verfügung gestellt worden waren. In der Stadt sind mehrere hundert Verwundete, Tie Verluste der Aufständiichcn sollen groß sein, D u r a z z o, 24, Mai, Das M inist« riuni hat gestern abend seinen Rücktritt überreicht. Ein falscher Alarm' entstand infolge eines Gewehrschusses, der zusällig losging, während ein österreichischer Wachiposten seine Waffe lud, The Maliilorcn haben sich geweigert, den Befehl, gegen die A u s st ä n d r - scheu zu marschieren, auszufllhren, indem sie erklärten, der Zioeck ihrer Gegenwart sei nur der Schutz des Fürsten, Tie italie- Znische Gendarmerie unter dem Befehl holländischer Offiziere marschiert gegen die Aufständischen von S ch i a f. Man hört in Durazzo Schickse von Gewehren und Maschinengewehren in der Richtung aus Schiak, > Die Europäer, die darum ersuchten, an Bord der italienischen Schiffe gebracht zu werden, und die italiönischen Matrosen sind on Bord der Schiffe zurückgekehrt. bis aus eine 30 Mann starke Besatzung, die zum Schutze der italienischen Gesandtschaft zu- Lückbliebcn. Tie Aufständischen Machten vier holländische Offiziere zu Gefangenen, Eine Abordnung der Aufständischen mit Mitgliedern des internationalen Kontrollrrusschusses, die den Aufständischen enigegengesahrcn waren, um mit ihnen zu vcrweitung vom Rohgummi bis zum Riesenschlauch ist zu sehen, Jnvalidcnsahrzcuge, Geldschränke in allen Größen, Zementwaren und Kunststein, Wand- und Bodenfliesen, Haus- und landwirtschaftliche Geräte und Maschinen, eine unabsehbare Fülle, Etwas versteckt sind die cheniische Industrie und ihre Zweig- acbiete, die hochinteressante Glasbläserei, Farbenfabrikation, Seifensiederei und die Keramik in Daus IV untcrgebracht, dem ehemaligen Laboratorium Licbigs, D a u s V ist in der Dauptsaäw dem oberhessischcn Bergbau gewidmet, und wenn der Laie diese reichbeschicktcn Räume durchsclweitet, dann Ivird er einen Einblick bekommen in die außerordentliche Bedeutung, die der Bergbau für Oberhesicn bat. Eine größere Anlage gibt ein natürliches Bild von einem Braunkohlenstollcn im Betrieb, in dem sich Jahrtausende alte Baumstämme rinden, die durch die Gewalt der Erdbewegungen zu den unglaublichsten Formen zusammcngepreßt sind. In demselben Dause sind auch verschiedene Bohrmaschinen ausgestellt, die jedermann interessieren, während die dicht dabei untergebrachteu Erzeugnisse der Salinen wohl mehr für ältere Herren Nlit guten, Lebenswandel brstinnnt sein mögen. Eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten dürfte der riesige Dandwebstuhl sein, auf dem' der Damast sür den großhcrzog- lichen Dos gewebt wird. Der an sich so einfache Wchstuhl birgt ein verwirrendes Grslecht von tausenden von Fäden, zwischen denen der Weher gelassen und ohne merkliche Kraftvergeudung sein Schiffchen bewegt, daß es zum Staunen ist. Im Raum daneben ist auch ein mechanischer Webstuhl in Tätigkeit, Autogene Schweiß- onlaacn rm Betrieb, die Sattler und Ofensetzer sind im selben Dause untergcbracht. Durch einen gewaltigen, aus Stein und Putz gebildeten Torbogen treten wir ,n die nach Plänen des Herrn Architekten Ernst S ch Mi d t hcrgeitcllte Fr redhossanlage, die ganz besondere Reize birgt und ,» der Tat „ein Platz der wehinntsvollen Betrachtung ist", wie der offizielle Führer sagt, Natur und Kunst sind hier auss innigste verichmolzen, und wenn erst die gärtnerisclnm Sil l n ** V\. a f (im K /vi i ,s S«__^ w; . ' ... • , ' ' . ,, . ausgestellt, während aut dem Platz vor dem Hauptgebäude die Erzeugnisse von Baialtstcinbrüchen sowie Pflasterciarbcitcn ausgestellt sind. Damit wäre unser Rundgang beendet, obwohl wir manches überschlagen haben, sa die PerückcnMackwr, die aber auch ut den Be- klcidungskünstlcrn gerechnet werden können, die Schlosser, Ziml- gießer, Küfer, das Fröbelseminar, die vereinten Architekten und manches andere, was noch Anspruch darauf hätte, hier erwätmt , 1 , werden, Bor allem sind das, wenn auch nicht zum eigentlickien Ausstellungsgut gehörig, aber doch mit überlieferten Rechten auf besondere Beachtung bedacht, die lieben kleinen Mädels, die ihre blanken Augen so lustig unter den neuen Strohdächern Hervorblinkcar lassen, daß man vlötzlich wieder merft, wie fröhlich eigentlich dir Frühlingssonnc scheint. Die kleinen, süßen Mädels! Beinahe hätte man sie vergessen! Also, lassen wir die Ausstellung und wenden wir uns ihnen zu. Aber, bitte! K. N, verhandeln, ftst in durazzo angekonrnien. Sie stellte das Ansuchen, mit dem Fürsten zu sprechen Der Fürst begab >ich intolgedesten m ÄegleitRng seines @)citer verweigert hat, iveil die Fürsorgekasse nicht einen Teil der Kosten übernahm, obschiin letztere nach den gesetzlichen Bestimmungen Aufwendungen sür Heilverfahren zu machen nicht in der Lage ist? Was gedenkt Großh, Regierung zu tun, um diesen die betreffenden Mitglieder der Fürsorgekasse schwer schädigenden Mißstand alsbald zu beseitigen? Zur Abänderung des Feldftrafyesetzes vom 13, Juli 1904 hat Äbg, H a u ck in der Zweiten Kammer folgenden Antrag eingebracht: Ich beantrage zu Anikel I: Dem ersten >rmtz des Absatz 4 in Artikel 17 folgende Fassung zu geben; Das Sammeln von Unkraut oder anderen Bodcner- zieugnissen, die für den Besitzer des Bodens keinen Wert haben, bleibt stroslos, cs sei denn, daß es sich um besamte Grundstücke handelt, oder von dem Eigentümer, sonstigen Nutzungsberechtigten oder der Ortspolizeibehörde verboten ist. Im Artikel 43 hinter der in der Regierungsvorlage vorgc- schmen Einfügung anzugliedcrn: „Artikel 32 Nr, 3. Artikel 36, Artikel 38 Nr, 7, Artikel 40," Deutsche» Reich. Ein Dan kerlaß des Kaisers, Der „Reichsan- zeigeV veröffentlicht folgenden aus Wiesbaden vom 14, Mai datierten Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler; Aus Ihrem Berichte habe ich mit großer Befriedigung entnommen, daß zahlreiche Deutsche im In - und Anslande freiwillige Beiträge zu den Kosten der Verstärkung der Wehrmacht geleistet haben. Es ist mir ein .Herzcnsbedürfn-is, allen, die durch solche Beiträge ihren vaterländischen Opfersinn in rühmlicher Weise betätigt haben. Meine Anerkennung und Meinen Dank aus- zusprcchcn. Dieser Erlaß ist zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Zur Frage der Auslösung der national- liberalen Sondergruvpen, Der Geschästsführcnde Ausschuß der nationalliberalen Partei hat, so schreibt die „Natl, Korrestz.", durch seinen Unterausschuß am Donnerstag, 21, Mai, unter dem Vorsitz des Abg. Dr, v, Krause in Erfüllung des ihm vom Zentralvorstande erteilten Auftrages mit den Vertretern des Reichsverbandes der Vereine der nationalliberalen Jugend und des Altnationalliberalen Reichsverbandes über die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit der Auslösung beider Verbände verhandelt. Die in durchaus parteisrenndlichem Geiste geführte Besprechung ergab den allseitigen guten Willen, etwa vorhandene Unzuträglichketten zu beseitigen. Insbesondere wurde die beiderseitige Bereitwilligkeit und Absicht scstgestellt, bei künftigen Meinungsverschiedenheiten streng darauf zu achten, daß die Auseinandersetzungen nach Ton und Form sich in den durch die Zugehörigkeit zu derselben Partei gebotenen Grenzen halten. Man vereinbarte, bei etwaigen Differenzen eine Verständigung durch Vermittlung des Geschästsführenden Ausschusses zu versuchen. Die Vertreter beider Verbände bezeichneten in eingehender Begründung die Erhaltung ihrer Verbände im Par- telinteresse als notwendig und deren Auslösung als undurchführbar, Dagegen wurde aus beiden Seiten der Wunsch laut, zu einer häufigeren persönlichen Fühlungnahme zu gelangend um Meinungsverschiedenheitenmöglich st au s- iugleichen und Streitigkeiten vorzubeugen, Ter Gctchästssnhrende Ausschuß wird nunmehr zu diesem Ergebnis der Verhandlung Stellung zu nehmen haben, Die englischen Arbeiter und Ange st eilten verließen am Samstag mittag Berlin, Zum Abschied auf dem Bahnhof hatten sich Vertreter der Berliner nationalen Arbeiterverbande eingefmrden. Tic GemeinderalSwapten in Elsaß-Lothringen, Aus Straßburg wird gemeldet; bier gingen am heutigen Sonntag die Gemeinderaisnachwahlen bei wenig reger Beteiligung vor sich. Bemerkenswert ist das Ergebnis in der Jn- dustriestadi Thann, wo die Sozialdemokraten unterlagen und im neuen Gemcinderai nicht mehr erscheinen. In Z a b e r n lwben die Nachwahlen eine wescnilichc Aenderung der bisherigen Zusammenjetzung des Gemeinderais »ich, ergeben, In M ü l h a u s e n ging in allen drei Bezirken die Kompromißliste durch. Gewählt wurden 7 Fortschrittler, 8 Zentrum und 3 Wirtschaftler, zusammen 18 gegenüber 18 im ersten Wahlgang bereits gewählten Sozialdemokraten, In Siraßburg scheint ein Tieg der Kompromißliste gesichert. In Kol mar siegte die Blocklistc, das Zentrum brachte noch 5 Kandidaten durch, Ter neue Gemeinderat setzt sich zusammen aus 22 Fort- ichrittlcrn, 5 Sozialdemokraten und 6 Anhängern des Zentrums, Aurlanv. Die griechische Kammer hat im Prinzip mit 8l gegen 26 ^-timinen die Abtretung der Insel Sas. s e n o an Albanien beschlossen. Die Reform der Landesverteidigung in Schweden, Dem schwedischen Reichstage ist eine Rcgie- ruiigsvorlage betr, die Reform der Landesverteidigung zu- gegniigen. Danach umfaßt die Wehrpflicht die Zeit vom 20. bis zum 42, Lebensjahre, während sic nach dem gegenwärtigen Gesetz vom 21. bis zum 42. Lebensjahre besteht, Tie llebungszeit der Infanterie ist aus 340 Tage festgesetzt. Die Kricgsbcreitschat lvird verstärkt, Rescrveabteilungcn werden in großer Ausdehnung organisiert. Die Flotte wird aus acht Panzerschiffen vom Tyv des Panzerschiffes „Sverige" und lü Torpedobootszerstörern bestehen. In Hernoesand wird ein Stützpunkt sür die Küstenperteidigung des nördlichen Schwedens errichtet. Die Gesamtausgaben werden auf 63 Millionen Kronen für die Verteidigung zu Lande und 30 Millionen sür die Verteidig nngzur See geschätzt. In diesm Jahre sollen 56 Millionen bezw, 30 Millionen gefordert werden. Es ist eine erstmalige W e h r st e u c r aus große Vermögen geplant, die etwa 75 Millionen einbringen soll. Au» StaSt unv Lanv» Gießen, 2b, Mai 1914. Die Straßenbahn Gießcn-Wicseck, = Wiesc ck, 25. Mai, Ebenso schnell, wie die Verhandlungen als gescheitert angesehen werden konnten, gab die Wiesecker Einwohnerschaft ihr Votum gegen den Beschluß des Gemeinderais ab, Ebensalls mit einer unzweideutigen .Klarheit, aber einmütiger und geschloffener stehen die Wiesecker hinter ihrem Beschluß, Wer noch der Meinung war, daß die Behauptung, Vio der Einwohner sind gegen den am letzten Dienstag gefaßten Beschluß zu hoch gegriffen, konnte sich am Samstag abend überzeugen, daß es in Wieseck heute nur noch sehr wenige gibt, die den Wunsch nach eznar Straßenbahn nicht haben. In der sehr stark besuchten, össenllichcn Bürgcrversammlung am Samstag abend im Zieglcrschen Saal war wohl niemand anwesend, der allen Ernstes den Standpunkt vertreten hätte, cs bei dem letzten Gemeinderatsbcschliiß zu lassen und ans die Slraßcnbahn zu verzichten. Aber der Wunsch wurde laut, daß es hoffentlich das letziemal sei, daß die Einwohnerschaft in einer solchen Weise zu der Angelegenheit sprechen muß. Dies konnte sür den Fall versprockwil werden, daß man endlich alle Experimente betr, der Liniensührmrg unterläßt, Ueier die Bei- tragsleistimg soll gegebcncnsalls eine nochmalige Versammlung entscheiden, Tic Rednerliste der Versammlung wies nicht weniger als 57 Namen auf, Gcmeinderat O b w a l d erklärte, warum der Be- , schluß zustande gekommen ist. Vier lange Jahre habe man sich • bemüht, um die Angelegenheit zum Abschluß zu bringen. Als man sich soweit glaubte, kam der Bescheid, alles, was bisher geschehen. sei wertlos. Da sei es begreiflich, wenn dem Gemeinde- rai der Geduldsfaden reiße, Bürgermeister Schombcr macht darauf aufmerksam, daß ein Gemeinderaisbeschluß nicht einfach rückgängig gemacht werden kann, sondern nur rm Vcrwaltungsstrertversahren durch die Bürgerschaft angcfochten werden könne. Als er daraus aufmerksam gemacht wird, daß ihm als Vorsitzenden doch auch einfachere Mittel und Wege zur Verftigung stehen, verspricht er, die Anssührung des unglückseligen Beschlusses auszusetzen und in einer Gemeinderatssitzung im Lause dieser Woche die Angelegenheii erneut zur Beschlußfassung v o r z u l e g c n. Dies wird an- erlanni und mit Freudm begrüßt. Zur allgemeinen Genugtuung hatte sich Prof, Dr, U r st a d t - Gießen aingefunden, welcher erklärt, daß er lieber nach Wieseck m i 1 der Straßenbahn gefahren, als wegen der Sttaßenbahn nach Wieseck gelaufen wäre. Man möge auch nicht denken, daß er als Stadtverordneter als Vertreter der Stadt oder auch nur einer Gruppe gekommen sei. Als Landtagsabgcordnetcr vertrete er auch Wieseck, er habe also deshalb die Pftichi, auch die Interessen Wieiecks zu vertreten, Ties steht in keinem Widerspruch mit seiner Tättgkeit als Stadtverordneter Gießens, Er legt sodann seine in der fraglichen Gicßener Siadlverordnetmsitzung eingenommenen Standpunkt dar nnd kommt aus den bekannten Wiesecker Beschluß zu sprechen. Er kann den Wiesecker Gemvinderäten die ausgestiegene Verärgerung sehr gut nachsühlen, aber das, was man cherausgelesen, habe nicht in dem Schreiben des Herrn Oberbürgermeisters Keller gestanden. All die Schreiben und Versprechungen seien auch in Gießen vorhanden, diese seien aber rechtlich vollkommen unverbindlich. Auch der Gang der Verhandlungen sei damals nicht richtig gewesen, der beste Weg sei der vom Oberbürgermei st er Keller vorgcschla- g c n e, der den festen Willen habe, die Angelegenheit so bald als möglich zum Slbschluß zu bringen, Bürgermeister Schombcr ersucht, sich zunächst über die Linienführung auszusprcchen und betont ganz besonders, man möge hierbei die O s s e n h a l t u n g nach Ilten B II s e ck im Auge behalten. Von verschiedenen Seiten nßrd erklärt, daß als Linienführung innerhalb Wiesecks nur die Verkehrsstraße, die Gießc- ner Straße in Betracht kommen kann, das habe Wieseck bereits in einer Eingabe an die Stadt Gießen mit 854 Unterschriften dargetan, Ter Weitersührung nach Alten-Buseck ständen keine Schwierigkeiten im Wege, Der Gemeinderat habe doch bereits beschlossen, eine neue Straße vom Unterdors nach der Alten» Busccker Straße zu eröffnen, cs stlehe dann nur ein kleiner Stall im Wege, der mit geringen Kosten beseitigt werden könne, Nrrch langem hin und her — Mitternacht war längst vore über — konnte der Vorsitzende Scherer feststellen, daß die folgende Entschließung einstimmig angenommen worden ist: „Die heute abend versammelte Bürgerschaft Wicsccks erllärt, daß als Liiriensührung der elektrischen Straßenbahn innerhalb Wiesecks nur die Gießener Straße in Betracht kommen kann. Die Gießener Straße ist die Verkehrsstraße Wicsccks und als solche der einzige Zugang nach Gießen, Tie Versammelten ersuchen den Gemeindevorstand, in diesem Sinne zu beschließen und mit der Stadt Gießen zu verhandeln. Um die Wetterführung der Bahn nach Alten-Buseck zu ermöglichen, gibt die Versammlung dem (bcmeindevorstand die Er- mächttgnng, sich ergebende Schwierigkeiten aus Kosten der Gemeinde zu beseittgcn. Ferner «wsucht die Versammlung den Gemcindcvorstand, unbedingt an der Einführung von Abonnements sestzulialten." Das erfreuliche und bedeutsame hieran ist, daß die A n - nähme dieser Entschließung in einer so stark besuchten Versammlung nicht den geringsten Widerspruch erregte und in völliger Einstimmigkeft erfolgen konnte. Es ist das jedcnsalls ein Sewfta oat>on, daß man auch in Wie,eck den festen Willen bot dieie gan^: Bahnrrage. die doch nun wahrlich genug erörrert ift! «nbltd) dem Abichluß näher zu bringen. Das Bestreben ist in Gießen auch vorhanden, es steh, deshalb zu erivarten. daß Wieieck Üblich ein Verkehrsmittel erhält und daß sich Gießen mit dem "bue Peripektivcn eröffnet. Zum Wohle Gießens und Wie'ecks mögen „ch am Grund vorstehender Entschließung neue ÄrSbctteT Me biC 3anäe än3fIe9En ^ u »u einem Der Großherzog emvfing am 23. Mai den Generalarzt Tr Walther, Korvsarzl des 18. Armeekorps, Frankfurt a. M.; die Professoren Herzog, Schaum und «chmidt von Gießen, den Obcrrealschuldircktor Tr .h >2 ch n e l l von Gießen: den Rcalschuldircktor Tr. K. Z i m m e t von Bad Nauheim. ** Ernennung. Der Großherzog hat dem Negie- rungsbaumcffter Ludwig Pfass, Vorstand des Eisen bahnbctriebsamts in Laute r bach, den Charakter als Rcgicrungs- und Baurat verliehen " G c w e r b e a u s st e I l u n q. Am Mittwoch, 27. Mai konzertiert die Kapelle Weller. Ein besonderes Interesse gewinnt das Konzert durch die Uraufführung des Festmarsches „Handwerk hat gold'nen Boden" von Willy Werner Götti g Der Komponist wird die Ausführung (Nr l des Programms) selbst dirigieren. — Der Ausstellungsvorstand teilt uns mit, daß die Dauerkarte Nr. 107» für ungültig er- klärt worden ist, da sie verloren wurde. Di« Revisoren sind streng angewiesen, jede widerrechtliche Benutzung zur Anzeige zu bringen. Außerdem wurde eine Anzahl unrichtiger Karten gestern eingezogen. — Die Ausstellungsräume werde» um 7 Uhr geschlossen und muß um diese Zeit dir Garderobe abgcholt sein. Hunde Kursen nicht mitgebracht werden, eben so werden Kinderwagen zurückgewiesen. — Das Bureau ist Sonntags wie Werktags von 8—12 Uhr und von 3 bis 7 Uhr geösfnet. Die Herren vom Aufsichtsdi.nst, die durch gelbc Rosetten kenntlich sind, werden jederzeit zu Aus kiinsten bereit sein. — Am gestrigen Sonn age war der Be such außergewöhnlich rege. Tie Wege und Räume waren säst zu klein, um den Anziehenden genügend Raum gewähren zu können. Vor allen Dingen sollten sich die Besucher einer Ausstellung daran gewöhnen, freiwillig Stock und Schirm bei dem Besuch eines Gebäudes abzugebcn. Da der Aus stcllungsvorstand für die Einrichtung einer gebührenfreien Garderobenausbewahrung gesorgt hat, sind den Besuchern viele Unbequemlichkeiten erspart Die Regimentskapelle ko» zertierte am Nachmittage und am Abend mit ihren mun teren Weisen. Fröhlich bewegten sich die Massen der Be sucher in den hübsch gepflegten Gartenanlagen der Aus stcllung und nicht wenige erfreuten sich an den durch die Fricdhosskunst gesammelten besonderen Schönheiten. Die Musterdarbietung des Bergwerks erwies sich als ein besonderer Auziehungspunkt für viele. Die oberhessischen Erze sowie deren Aufbereitung, die Bohrmarschincn und das Kartcnmatcrial, die Stollcnbauten und die Eigenarten der Braunkohlenfundc zogen viel Neugierige an. Die Wirtschaft Alt-Hessen, sowie die Festhalle waren bis zum späten Abend stark besetzt und die Besucher zollten d?m neuesten Schlager „Eleonore" des Herrn Pesch-Mario den lebhaftesten Beifall. '* Stadltheater. Millöckers bekannte Operette .Der B e t l e l st u b e n t", die am nächsten Donnerstag als zweite Gastvorstellung des Einser Knrtbealers gegeben wird, dürste sicher ein volles Hans erzielen, da da» Werk eins der beliebtesten des klassischen Opercttenrepertoires ist. In Hauptrolle» sind beschäitigt die ttcrren Schiller, Behrensen, Adel und Großer, sowie die Damen Martini, Panty und Koch. •• Lichtspieltheater. Das Programm der ersten Wochenhälste bringt ein großes Filindrama in fünf Akten .Durch Nacht und Grauen', dos das Leben »nd Sterben eines Spielers realistisch wiedergibt. Trotz der fünf Akte sind keine unnötigen Längen vorhanden, sondern immer wieder neue Momente knapp und packend heroorgehoben. Dos Stück spielt in allen Kreisen der menschlichen Gesellschasl. Neben diesem Drama ergänzen mehrere nette Komödien, eine Natur- oiifnahnic »nd dos Pathß-Jonrnot dos Programm. **VomeigenenFuhrwerküberfahren. Am Samstag nachmittag ist der Fnhrknccht eines Getreide- und Futterhändlers, Wilhelm' T r e ch s l e r, von seinem eigenen Fuhrwerk auf dem Wege zum Giiterbahiihof in der Hamm- straßc übersahrcn worden. Er erlitt erhebliche Verletzungen am Kopse und am linken Arm, die vermutlich durch Hufschläge der Pserdc entstanden sind. Der llnglückssall ist dadurch veranlaßt worden, daß der Fuhrknechl tvährcnd der Fahrt aus die Wagendeichsel kletterte, anscheinend, um etwas an dem Riemenzeug in Ordnung zu bringen. Hierbei sind die Pserdc unruhig geworden und durchgcgangen. Ein Kind wurde ongcsahren, blieb aber unverletzt. Die erste Hilfeleistung wurde dem Berlctzte» im städtischen Elektrizitätswerk zitteil :dann wurde er durch die Sanitätskolonne tu die Klinik gebracht. Der Verunglückte, der unverheiratet ist, steht im 25. Lebensjahre, ** Hausieren mit Schmuckgegenständen durch schulpflichtige Kinder. In der letzten Zeit ist c» in Gießen wiederholt vorgckommrn, daß Schullrnlvr mit Schmuck- suchen lziemlich wettlosen Nadeln, Broschen, Arnibändern, Ketten und dergleichen! dausieren. Dies ist zum Teil mit Wissen der Eltern geschehen. Ein solches Hausieren ist gesetzlich v c r - b o t e n. Nicht nur die Kinder und ihre Eltern setzen sich den Gesal/r einer emp'indüchen Bestraiung aus, sondern auch die Geschäftsleute, die die Kruder durch Zeitungsanzeigen, Briese oder sonstroie wissentlich zu diesem unzulässigen Hausieren austisten. Auch das Publikum sollte das Treiben der Kruder nicht durch Ankauf der „Lchmucksachcn" unterstützen. ** Das Ergebnis der Wehrbeitragsveranlagung für den Finanzamtsbezirk Gießen bc- läust sich aus etwas über 900 000 Mk., wovon 130000 Ml. auf die Landgemeinden cntsallcn. Die Zustellung der Bcr- anlagungsbescheide wird, wie man uns mitteilt, Ende dieses Monats erfolgen, so daß das erste Drittel des Wehrbeitrags bis Ende August l. I. zu entrichten wäre. ** Maul- und Klauenseuche. Nach der letzten Veröffentlichung im Reichsanzciger sind in Lberh essen drei Gehöfte in einer Gemeinde neu von der Maul- und Klauenseuche betrosjen worden, während die Seuche in Rheinhcssen in drei Gehöften zwei verschiedener Dörfer aus- brach. Starlcnburg blieb von der Seuche verschont. Alte Fälle waren in keiner der drei Provinzen zu verzeichnen. Ende der letzten Wvche wurde die Maul- und Klauenseuche in Finthen, Kreis Mainz, scstgcstellt, Tie Seuche herrscht fort in Rodhcim, Kreis Fricdberg, und in Ober- und Niedcr-Fngelheim, Kreis Bingen ** ® ü t c r t e ä) t S r c g i ft e r. Philipp Der» III., Schreiner in Hausen, und dessen Ehefrau Justine geh, Schäscr, haben Errungenschastsgemeinschalt vereinbart, ** Konkurse in Hessen, In Dem Konkursvcrsahreu über das Vermögen des Althändlcrs Ludwig Gräber und essen Elstsrau Fannh gcb, Ncichhais, beide in Bingen, ist zur Abnahme der Schlnßrcdmung des Verwalters usiv, der Tchlusi- ermm aus Freitag, 12, Juni 1911, vormittags 9 Uhr, vvr rm Großh, Amtsgericht Bingen bestimmt, Landkreis Gießen. r, Bonder Rabenau, 2t, Mai. Heute nachmittag iand im nahen Walde eine Feier zum Beste» des Roten Kreuzes statt, an der die Vereine und viele Einwohner von Londors, Kessclbach und Allertshausen teilnahmen. Pfarrer Hoimann von Londors hielt die Festrede. Ein alter Veteran, Jakob S ch o m - der von Kesselbach schilderte daraus in sehr anschaulicher Weise die segensreiche Wirliamkcit des Roten Kreuzes im Kriege und erntele mit seine» tdjlidücn Erzählungen vielen Beifall. Die Gesangvereine von Londorf und Kessekbach sangen ciitsvrechendc Lieder, ebenso der Jungirauenverein Londors. Besonderen Beifall fanden drei lebende Bilder: „Kriegers Ilbschied, Aus dem Schladitseld und Kriegers Heimkehr". Tie Svcndeu sür das Rote Kreuz slossen reichlich, aud> wurden viele Karten und Abzeichen verlaust. Kreis Friedberg. IV. Bad-Nauheim, 23. Mai. Die „Nauheim er Wo die" vom l. bis 7. Juni wird eine Serie auserwählter Darbietungen aunveiscn. Neben Tovvcllonzcrtcn aus der Terrasse und besonderen Bcranstaliungen im Kurhausiheater. ist es namemlidi das S o m m e r n a ch t s c st aus dem I n s c l t e i d> am 3. Juni, das durch reiche Abwechselung der Ausführungen lebhafte Än- zichungskrast ausüben dürste. Am 4. Juni findet großes K ü n st - lerkonzert de r Kurkapelle unter Mitwirkung von Madame Charles Cahier, welche unter Mahler der Wiener Hosovcr angehörte und auch seit längerer Zeit im Metropolitan Opera Hause in New Bork als Gast wirkt, statt. Der 5. Juni ist großer Verkehrstag mit Schausenste rwettbewerb sämtlicher Gewerbetreibender des Bades. Der 6. Juni bietet F e e n- und Blumentänze, sowie Pyramiden st eilen und Keulenschwingen der Turner und Turnerinnen aus der bengalisch beleuchteten großen Wiese vor dem Kurhaus. Den Schlußtag, Somttag, den 7. Juni, krönt die bisher in keinem Kurort gehörte Neunte Sinfonie von Beethoven mit der K u r k a v e l l e und Teilen der Tarmstädter Hoskapcllc, dem M u s i k v e r e i n in Darmstadt, dem Sängcrchor des Darmstädter Lehrervereins und den Solisten HosoPernsängerin Anna Jacobs, Konzertsängerin Schmidt Illing, Kammersänger Stephani, Hofopernsänger Globerger. Tie Leitung des großen Festkonzerts liegt in den Händen von Pros. A r n v l d M e n d e l s - s o h n - Tarmstadt und Prosessor Dans Minder st ein - Bad- Nauheim. Kreis Schotten. ß U l ri ch stei n, 23. Mai. Der Landbriefträger Kraft, ein noch junger Man». Vater von zwei Kindern, wurde heute vormittag vom Blitz erschlagen. Er befand sich auf dem Heimweg von seinem Botengang nach Helpershain, als ihn das Gewitter überraschte. Ta er »m die gewohnte Zeit nicht zurückkehrte, ging ihm seine Frau entgegen. Sie fand ihren Mann tot auf dein Wege liegen. Ein Loch in seiner Mütze und ein versengtes Hosenbein verrieten den Weg, den der Blitz genommen. — Sellnrod, 22. Mai. Gestern kam cs hier gelegentlich eines Waldfestes im sogenannten Glasköpf zu einer blutigen Schlägerei zwischen hiesigen Burschen und Burschen aus dem Nachbardorsc Groß-Eichen. Durch einen geringfügigen Anlaß waren sie aneinander geraten, be- ivarsen sich mit Steinen und Gläsern und zerstörten alles, so daß die Brauerei einen Schaden von 400 Mark beansprucht. Tie Gendarmerie von Ulrschstein war heute hier und stellte Untersuchungen an. Starkenburg und Rheinhessen. m. Osscnbach a M, 25. Mai. Eine schwer« Bluttat, deren Beweggrund aus Eisersucht zurückzusühren ist, spielte sich in der Nacht zum Snntag in dero Nähe des Bahnüberganges an der Biebcrcrstraße ab Dott arriet der 20, ädrige Arbeiter Alois Ö e ß aus dem Stadtteil Bürgel, der mit seiner Geliebten vorher mehrere Gastwittichasten besucht hotte, mit dem 28jährigen Arbeiter Hcnv Rabus aus der Sedansttaßc, der fid, dem Pärchen angcschloiicn, wegen dem Mädchen in Streit, der alsbald in grobe Tätlidskeiicn ausartcte. In seiner blinden Eisersucht zog Heß nach kurzem Wortwcdssel ein feststehendes Messer und brachte damil seinem vermeintlichen Nebenbuhler einen Stich in die Brust bei, der die Lunge durchbohrte. Ter Getroffene konnte sich noch ein Stück Wegs iortschlcvvcn und brach dann blutüberströmt ziisain- men. Mehrer« Augenzeugen brachten den Schwerverletzleii nach der in der Ouerstttlc bcsiiidlidien Verbandsstellc der Arbcner- Samattlcrkownnc, die tzhm die erste Hilfe zuteil werde» ließ. Besinnungslos wurde er dann ins städttsihe Krankenhaus gebracht. Er konnte bisher noch nickst vernommen werden. Der Messerheld, der zum Oklobcr beim 'Militär ciiirückcn soilte, ivurdc bald nack> Verübung der Tat sestgcnommen. Hesseii-dtassau. h. Franklurt a M., 4. Ma. Der !1 a »s m ä n n i I ch e Ber in, der »nt seine» 1500' Mitgliedern enie der gränien Stgndesvereinignngen Deinschl-md» bildet ilnd dessen Verein»- ange örtoe > igst allen Testen der Reiches z» sindeii fiiib, ieierie inniM g »nd Sonntag ieiii I n » s j I g j ä h r I g e » I » b 1 1 n u i». Der pnnz-Heinrich-Mq. Minden i. 29 , 23. Mai. Bon den Fliegern, die beute in Hamburg zum Aiiiklärungsstuge starteten, ttas als erster INN 8,45 Uhr der Zivilslieger Schauenburg aus der Minder Heide ein. Es folgten >» kurzen Abständen Leutnant Bonde. Oberleuinant Frehberg, Oberleutnant Jolo »nd Leutnant Freiherr v. Tbüna. Bis 9'; Uhr waren zehn Flieger aut der hiesigen Flugslatton gelandet. K ö l n, 23 Mai Offiziell sind in Hamburg insgesamt 37 Flugzeuge gestattet, davon sechs außer Wcttbciverb: zehn sind wegen Motordesens znrückgklchrt oder machten Notlandungen. In Minden sind bis 10 Uhr vormittags 10 Flugzeuge eingetroffen, davon nach Münster weitcrgeilogen Leutnant Bonde und Schauenburg Prinz Heinrich ist ans dem Flugvlatz in Münster emgetrofsen. »öln, 24. Mai. Im Lause des heutigen Vormittags sind solgende Teilnehmer an den, Prinz-Hcinrich-Fluge hier angekommen! Krumsiek um 6,12 Uhr, Freiherr v Frehberg »m 6,22. von Buttlar um 6,36, Beck um 7.28, Schaueichurg um 8,42. Pfeiffer landete um 10,16 Ulst, Freiherr v. Haller um 10,25, Freil>crr v. Thiina um 11,05, Osterroth um 11,19. Prinz Heinrich toeilte seit 5 Ulst früh aus dem Flugplatz. Das Wetter war morgens stark wintäg Später flaute der Wind ab. v. Beaulieu mußte bei Unna wegen Propellerbruches eine Notlaiidung vornehmen. Nach Auswechselung 1er Propeller wird er nach Köln iveiter Iliegen. Wanne, 23 Mai. Bei dem heutigen Auiklärungsilug des Prinz-Heinrich-Fluges gerieten abermals unweit des Flugplatzes Wanne-Herten vier Flugzeuge mit den Führern Oberleutnant von Beaulieu, Leutnant Clemens, Leutnant von Hidessen und Ober- lcutnant König in einen surchtbaren Gewitiersturm. Dreien der letztgenannten gelang es, zu landen. Oberleuinant König wurde von einer Erdböe ungefähr 200 Meter abgetrieben, tvobei sein Flugzeug dom Blitz getroffen Ivurdc, ohne iilm iedoch zu besdlädigen. Um 7 Ulst 30 Min. smrtete Leutnant Hidessen zum Weiteistuge nach Köln. Oberleutnant von Beaulieu mutzte in der Nähe »on Essen eine Notlandung vornehmen. Osnabrück, 23. Mai. Be« Wellendori ist aus 1400 Meter Höhe >m Gewittersturm das Flugzeug des Leutnants Bäder, Begleiter Lcutnant Bernhardt, abgestürzt. Beide sind tot. Münster, 23. Mai. Von 11,25 Uhr bis 12,20 Uhr smd zehn Flieger angelommcn. Von ihnen startete Schauenburg um 12,04 Uhr nach Köln. Weitere Starte wurden untersagt. Amtlicher Wetterbericht. Welteraussichten in Hessen am Dienstag, den 26. Mot 1 öl4 : Abnahme der Regeniälle und der Bewölkung, etwas wärmer, nordöstliche Winde. Letzte TLnctzstictzten. Rcrle des Zarenvaares nach Darm st ad t. Petersburg, 25. Mai. Der Zar und die Zann treten am 27. »lugust eine Reise nach Darmstadt an, wo ein längerer ?ti!T\-ntlialt In-abM litt ;i !' 'II ul', Das Urteil einer Oberin. Man sollte cS kaum für möglich halten, daß ei» so einfaches natürliches Mittel wie Maltzpm eine so victsciliae Icgenoreiche Wirkung cniialle» könnie. Für Stervöse, Piuiarme, Sä,wache, Genesende, Perdannngsleidende, Lungenichwackio, bei Erknllungcn, Husten, Hciserkeii, 2!voei>>longkeil ist Maltzum von Aerztcn und Publik»Ni bochoeschätzi. Eine General-Oberin von, Rote» Kreuz schrieb über Maltzpm: „Es hat ganz besonders bei »Nieren, durch strenge» Dienst überarbeiicien Schwester» vorzüalichc Eriolge erzielt." Malunmist reines Münchner Maiz-Erirali mit Nnbr- iaizen. ,1» Gießen z» haben bei: Centrnt-Droaerie Einil K a r n, K r o » e n - D r o g e r i e G c b r. 21! i ch e l, M c d i s i n n !■ Drogerie Otto Schaas. 5949D Für Erholun$sbeddrffi$e und leichtere Sommer und Winter besucht. Kranke. n Kuranstalt Hofhslm i. T. >/»Stunde v. Frankfurt».M. Prospekt® durchOr. Schulz®-Kahleyt*. Nervenarzt. Untertaillen ganz besonders preiswert aus guten Stoffen mit reicher Stickerei 3.20. 3.-, 2.75, 2.—, 1.50, 95, 75 4 Julius Schulze 6500a Besonders preiswert I Halbseiden. Taft mit 050 Futteral . . . Mlc. ** Ia. halbseid. Surah PC50 mit Naturgriffen Mk. ** Hocheleg. Damen- u. Herrenschirme, Seide u. Ha[b- dm : »0 seide, sehr solide,9.-,7.50, v A. Sa! 6511a Schulstrasse 4 iBr. Axelrod’s Joghurt] wird unter Verwendung echten bulgarischen Ferments und unter fachmännischer, gewissenhaft und bakteriologisch gebildeter Leitung hergestellt. 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Ergänzungswahl des Aussichtsrates und der Revisionskommission. Watzenborn, den 22. Mai 1914. 6481 Der Vorstand. Siaditheater Giessen Donnerstag, den 28. Mai I»l4, abends 8 Uhr: Gastspiel des Kgl. Iturtheaters Bad-Ems Direktion: Hermann Steingoetter. 2. Ermäirigungo-Kuvon ist gültig! Der Bettel Student Operette in 3 Akten von Carl Millöcker. «,»0 Freitag, 29. Mai, abends 8'/, Uhr, im Saale des Hotels Schutz: Deffentlicher Vortrag von Herrn Pfarrer Grein-Kaichcn: sGemeindcbestiinmungsrechi). Eintritt frei. 64 «! ?rtSWM lies Vereiils für wrfluciM'timmrcifjt. Dr. Steinreich verreist Vertreter sind die Herren: 6495 Dr. Klein, Ost-Anlage 37 Dr. Ploch, Asterweg 34 Dr. Schaffer, Seltersweg 38 Sooden imiuuiiotL, uuiiKm. Bahnlinie Göttlngen-Bebra - Geschützte herrliche Lage Inmitten ausgedehnter Geblrgswal- dungen Solbäder aller Arl. Inhalationen. Gradierwerke. Pneumatische Apparate und Kammern. Trinkkuren. 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