Nr. U9 Der <f)tntr Snzeiger tt|dxmt töflltd), nuBet Somrtng«. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerHimilienblälter; zweimal ivöchenll.Krei;- dlan für den ilrei; Siegen (Dienstag nnd Freiiaa); zweimal monnll. kand- wietichastliche Seitsragen Frrniprech - Anschlünc: kür die Redaktion 112, Verlag >,. Expedition 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme »an Anzeigen tür die Tagesililinnier bis vorniittaqs S Uhr. Erster Blatt 164- Jahrgang Samrtag, 23. Mai *9$ General-Anzeiger für Oberhessen Rofcfionsirtid und Verlag der Brühl'schen Univ.-B»ch- und Stcinöruderci H. Lange. Redaktion, Lrpcdition und Druckerei: Schulstrahe 7. Bezugspreis: monatlich7ZM., viertel- jährlich Mk. 2.20: durch Alihole' u. Zweigstellen monatlich 6ö Pf.; durch die Post Pik. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellst, Zeilenpreis: lokal 15Pj^ auswärts 20 Piemnq. Lhefredakteur: A. Goeq. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goeq; für .Feuilleton", ,Ver« mischtes" und^lAcrlchts- saal": Karl Dtcuvatb; iüc ^Stadl ulld Land-: Krirt Bendt; für sei, Ailzeigentell: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 18 Seiten. TagcSkalcndcr aus dem Jahre 1814. f!4. Mai: Dir Franzosen räumen Magdeburg, das von den Preußen besetzt loird. Apolitische Wochenschau. Gictzen, 23. Mai. Äm Mittwoch hat die erste Session des „roten" Reichstags ihr friedliches Ende genommen, und die Wetter- schwüle, die nach dem Scheitern der Besoldungsvorlage infolge der bekannten sozialdemokratischen Anträge zum Voranschlag die politischen Gemüter bedrückte, ist schnell vorübergezogen. Trotz des Mißvergnügens, das sich gegen die etwas l)alsstarrige Regierung geltend machte, blieben die „Genossen" bei ihren verfassungswidrigen Vorschlägen allein, und mit einer Auflösung des Reichstags Mlrde cs nichts. Wem wäre auch damit gedient gewesen? Wäre das Volk, einerlei welcher politischen Richtung, ersreut gewesen, wenn es zu den Wahlen mobil gemacht worden wäre, nur um zu entscheiden, ob die Gehälter der Untcrbeamten ab- änderungsbedürstig seien oder nicht? Glücklicherweise war die große Mehrzahl der Abgeordneten verständig genug, um die Dinge nicht auf die Spitze zu treiben. Wir haben im Reichstag eine ähnliche Lage erlebt, wie sic, ebcnsalls bei Besoldungsrcformgcsctzen, im hesslsckwn Landtag entstanden war. Auch das Ministerium Hombergk war, bei der Regelung der Lehrergchälter, eigenwillig einen Schritt hinter der Zweiten Kammer stehen geblieben, die sich vor eine Entscheidung gedrängt sah, ob sic es auf einen Konflikt anlommcn lassen wofle oder nicht. Auch die hessischen Parlamentarier in ihrer überwiegenden Mehrheit stellten die großen Gesichtspunkte voran und gaben als die klügeren nach, von der Regierung hoffend, daß sie in der Zukunft durch eine klarere, großzügigere Polisik sich wieder in ein besseres Ansehen setzen werde. Im Reichsparlament aber, das jetzt in die Ferien gegangen ist, macht sich eine gedrückte und düstere Stimmung geltend. Zuerst war es der Abgeordnete Erzbcrger, der vor einigen Tagen im „Da>g^ lebhaft darüber klagte, daß die Regierung den Reichstag hochmütig behandle, daß die beiderseitigen Beziehungen mangelhaft und oft ganz unterbrochen gewesen seien. In der Tat haben wir in der letzten Zeit häufig vom Regierungstische das Wort „unannehmbar" gehört, so z. B., abgesehen von der Besoldungsvorlage, bei der Beratung über die Koukurrenzllausel und die Novelle zum Militärstrasgcsctzbuch. Vielleicht war es die Nachwirkung der Machtprobe von Zabern, und die Regierung hat der mißvergnügten Rechten zeigen wollen, daß sie im deino- kratiscksen Streun der Zeit doch noch ihr Ruder führe. Allein es ist charakteristisch, daß gerade die Zentrumspolitiker besonders offenkundig ihre Abneigung gegen das starre Verhalten der Regierung aussprechen. Auch die „Köln. Voiksztg." beschuldigt nämlich die Regierung, daß sic ohne Grund das Parlament hcrausfordcre. Der Reichstag habe doch gar nicht so übel gearbeitet, und eigentlich könne nur die Sozialdemokratie von dem Verlauf der Session unbefriedigt sein. Das Blatt wirst der Regierung Planlosigkeit und Systemlosigkeit vor. „Noch in den letzten Wochen und Monaten kam eine Vorlage nach der anderen an den Reichs- ■ 11 ....... -.=«.1 1 .i Hestflufführungen der Sühnen in verlin. Die Kunstinsiüutc Berlins rüsten sich, um den ans allen Teilen des Reiches herbeistrümenden Besuchern der Reichshanptitadt in der ersten Halste des Juni das Ergebnis der zu Ende gehenden Saison vorzusührcn. Während die Berliner Bühnen in den Vorjahren um diese Zeit ein einzelnes, sür den Sommer ausgewähltcs, Stück cn suüc zu spielen pslcgtcn, bringen sie dieses Jahr das Beste, was in dieser Saison hcrauskam und Ersolg hatte, noch Aals unter Mitwirkung ihrer ersten Kräfte. Eines der intcressan- testcn Programme versprechen entschieden die Reinlzardt-Bühnrn. Das Deutsche Theater bringt den weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gewordenen Shakespeare«Zyklus. der zurzeit zehn verichieocne Stücke des großen Engländers umsaßt. Diese Stücke erscheinen in der Zeit vom 31. Äai bis 14. Juni in den Neueinstudierungen Max Reinhardts nnd in der Premicrcnbcsctznng. Der Spiclolan ist folgendermaßen festgesetzt: 31. Mei: Ein Sommernachtstraum, 1. Juni: Ter Kaiiiinann von Venedig. 2. Juni: Hamlet, 3. Juni: Biel Lärm NM Nichts, 4. Juni: Romeo und Julia. 5. Juni: König Lear, 6. Juni: Ein Soiirmcrnachtstraum, 7. Juni: Othello, 8. Juni: Was Ihr wollt, 9. Juni: Hamlet, 10. Juni: König Heinrich IV., I. Teil, 11. Juni: König Heinrich IV., 2. Teil, 12. Juni: Ter Kaufmann von Venedig, 13. Juni: Was Ihr wollt, 14. Juni: Ein Sonrmcrnachtstranm. In den Haiivtrollen werden u. a. folgende Künstler Nnd Künstlerinnen, die auch hier zum Teil durch ihre Gastspiele bekannt sind, nriiwirken: Victor Arnold, Albert Baisermann, Rosa Berxens, Paul Biensseldt, Wilhelm Dicgclmann, Mari, Dietrich, Camilla Eibcnschntz, Gertrud Ensoldt, Este Heims, Lcopoldine Constantin, Mcrander Moissi, Johanna Terwür, HanS Waßnrann, Eduard von Winterstein. Die Kanimcrspielc des Deutschen Theaters, die vornehmlich der Pflege des modernen Repcrwircs gewidmet sind, bleiben auch in diesen Tagen ibreni Programm treu. Sie bringen zur Feier von Frank Wedckinds 50. Geburtstag das Wesentlichste seines Lebensn>erkes zu einem Cyelus vereinigt. Dieser Cyclus beginnt gleichsalls am 31. Mai, endet am 14. Juni und umsaßt sieben Werke des Dichters. Alle diese Werke werden von Frank Wede ki'nd selbst insccniert, nnd er nnd seine Gattin Tilly Wcdekind svicicn die Hauvtrollen. Neben diesen Vorstellungen aber in ihren ständigen Theatern hat die Direktion des Deutschen Theaters den Zirkus Busch gepachtet, um in ihm — der zu dem Jnnen- raum einer Kirche nmgewandelt ist — auch während der Festwochen dos Carl VollnweNcr'sche „Mirakel", mit der Musil von Prosesior Engelbert Hunrperdinck nnd in der Neuinszenierung Mar Reinhardts darzustellcn. Dieses Mysterienspiel erlebte bekanntlich seine Uranfsührung in der „Olhmvia" in London und wurde dann vom Ensemble des Deutschen Theaters in vielen Städten des Jn- Unt> Auslandes gcsvielt. Tic Berliner Premiere fand erst Ende vergangenen Monats statt. Das Werk ist seit der Premiere in dem I lag, an deren sachgemäße Erledigung kein vernünstigev > Mensch mehr glauben konnte. Es schien oft, als ob jedes Amt aus seinen Kopf Gesetzcsvorlagen mache und mit dem Reichstag weiter wurstele." Es ist etwas wahres an dieser Kritik. Die Regierung! hätte immerhin, >vic früher schon an dieser Stelle aus- geführt wurde, ihre Absichten nicht bis zuletzt so geheim zu halten brauchen; auch die geduldigsten Parlamentarier sind schließlich daran interessiert, zu wissen, ob sic nicht „sür die Katz" die angenehme Frühlingslust entbehren. Der Anblick der vielen unerledigten Gesetzesvorlagen löst keine rechte Befriedigung aus. Wenn im Herbst der Reichstag seine Beratungen wieder ausnimmt, gibt cs zunächst eine interessante politisch)« Entscheidung: die Präsidentenwahl! Tann wird sich zeigen, ob, wie die „Köln. Volksztg." hosst,/Regierung nnd bürgerliche Parteien in besserer Stimmung sich wieder zusammcnsindcn. Essad Paschas Verrat und Verbannung hat uns nicht sonderlich überrascht. Wenn wir uns Vorhalten, daß der Pascha im lebten Kriege den Montenegrinern die Stadt Skutari überlieferte, obgleich sic sich noch hätte halten können, so daß man also anzunehmen versucht war, Essad habe sich bestechen lassen, wenn wir uns erinnern, daß Essad Pascha zweifellos anfänglich dazu neigte, selbst der Herrscher von Albanien zu werden, so ist sein Abfall vom Fürsten Wilhelm nicht verwunderlich. Nur das hätte man nicht erwarten sollen, daß derselbe Pascha, der vor wenigen Wochen an der Spitze jener albanischen Abordnung in offiziefler Rede dem deutschen Fürsten die Krone Albaniens anbot, so bald einen Mordanschlag gegen den Erkorenen anstiftcn würde. Essad Pascha hat dies vollbracht, und wenn die Untersuchung vollgültige Beweise zutage fördert, wird Fürst Wilhelm vielleicht doch noch zu einem wirksameren Strafmittel übergehen, als es die Verbannung nach Tripolis ist. Es ist erfreulich, daß man in Durazzo auf der Hut gewesen ist und den drohenden Anschlag rechtzeitig vereitelt hat. Die Großmächte werden gut daran tun, dem harmlosen Kontrollausschuß nicht afl ihre Pläne und Zwecke anzuvcrtrauen. Es wird sich vielmehr als nötig erweisen, daß österreichische und italienische Hilfe immer nahe ist, wenri dem albanischen Thron Gefahren drohen. Noch sind sie nicht beseitigt. Wir haben heute die Meldung zu verzeichnen, daß die Aufständischen Tirana besetzt hätten, und die 150 Mallissorcn, die in Durazzo angeblich zum Schutz des Fürstenhauses angekommen sind, verbürgen durchaus keine friedlichen Zustände. Wer kann es wissen, ob sie, wie Essad Pasck>a, nicht anderer Meinung werden? Die Leute griechischer Abkunft in Epirus werden auch nicht für alle Zukunst beschwichtigt sein. Für den Augenblick hat vielleicht der Kontrollausschuß dcni Kriege Einhalt getan. Ob aber trotz Erfüllung mancher Wünsche der Epirotcn frübcr oder später ein ehrgeiziger Agitator nicht die Glut wieder schüren wird — wer tänn's wissen? Bei dieser Sachlage war es richtig und geboten, daß Fürst Wilhelm den unzuverlässigen Doppelspieler zunächst von seiner Seite entfernt hat. Essad Pascha dgrf in Albanien, wie die Untersuchung auch ausfalieu mag, keinerlei Rolle mehr spielen. Alles muß drangesctzt werden, daß die beiden in erster Linie mitinteressierten Großmächte, Oesterreich und Italien, einig bleiben und dem jungen Staatswcsen helfend zur Seite stehen. Daß man in Frankreich die österreichisch- italienischen Truppenlandungen nicht gerne gesehen hat, ist ja erflärlich, aber es ist kaum anzunchmen, daß einige aufgeregte Pariser Presseorgane aus die Eniwicklung der Tinge in Albanien irgendwie einzuwirken vermögen. Vie Vermittlung in de» mexikanischen wirren. N i a g a r a falls, 21. Mai. Die südamcrikanischcn Vermittler hatten gestern abend unformeflc Besprechungen mit den amerikanischen und heute abend mit den mexikanischen Delegierten sür sich. Sic haben bisher noch keiner Partei bestimmte Vorschläge gemacht. Washington, 21. Mai. Ein Telegramm des Generals Carranza an den hiesigen Agenten der Konstitutio- nalisten besagt, daß die Häsen von Tampico und Ma- tamoros, die sich in der Gewalt der Konstitntionalisten besindcn, dem internationalen Verkehr offen stehen. Essad Pascha Aiististir zu einem Mordanschlag gegen den Fürsten? Durazzo, 22. Mai. Auf Grund einer Anzeige der Angestellten E s s a d. P a s ch a s , daß dieser vier Leute gedungen, mit Bomben ausgerüstet und nach Durazzo entsandt habe, um auf den Fürsten am 19. Mai ein Attentat zu verüben, ist die Untersuchung ein ge leitet worden. Eine Patrouille wurde auf das Gut Essad Paschas in der Nähe von Sink abkommandiert, welche mehrere verdächtige Personen verhaftete und Gewehre und Munition beschlagnahmte. Die Untersuchung gegen des Hochverrats verdächtige Vcrtrauens- ieutc Essad Paschas dauert fort und hat täglich weitere Verhaftungen zur Folge. In der Stadt herrschte abends Ruhe. Die Nationalisten haben überall starke Wacht- abtcilnngen ausgestellt. Tie gelandeten Marineabtcilungen werden weiterhin ans ihren Posten belassen. — Der österreichische Kreuzer „Admiral Spann" ist hier eingetroffen. Durazzo, 22. Mai. Gestern nacht trafen aus Skutari unter Führung dreier Geistlichen 130 katholische Malissoren ein, um sich dem Fürsten als Wache zur Verfügung zu st eilen. Sie verbrachten die Nacht im fürstlichen Palais und wurden heute in den von der Regierung soeben angekanften und für die Ministerien bestimmten Gebäuden untergebracht. Die „Neue Freie Presse" meldet: Der albanische Ministerpräsident Turkhan Pas ea t er: Täglich Vorstellung. L i ch t i p i e 1 h n u S: Täglich PorÜelllNig C b e r b e 1( i | rt) e t fl ii n fl» e r e i li. Neinälde-AiiSitellnng »ft täglich von 11—1 Ubr, Mittwochs von 3 bis 5 Ul)t, „nd a» Sonntnoen von 11—3 Ubr geöiiiiet. Ob erb« Isis che» 31»f c u in » nd Gail' sche Sammlungen. Geössnet Sonntag vorniittags II—l Ubr unentgeltlich, 31 ui eu in für Völkerkunde. Cäeöffiiet an Sonniggen vormittag» von II—1 Ubr unentgeltlich. Ciniguiigsnmter zwischen Mieter und Hausbesitzer. Zu der von uns kürzlich gebrachten Notiz erhalten wir von Herrn Rechtsanwalt Raab folgende Mitteilung! „Ich habe aus der letzten Tagung des Landesverbandes der Hess. Hau sbesitzervc reine die Frage der Errichtung von SchiedSämlern für Mietstreiligtiüten an- geschnitlcn. Tie Zeit war jedoch sür die Besprechung dieser Angelegenheit zu kurz; ich habe deshalb in einer Eingabe dem Landesverband „zur Erwägung anheimgegebcn, ob es sich nicht empfehlen möchte, die dem Landesverband an- qeschlostenen Vereine zu verpflichten, für ihre Mitglieder m Mietsstreitigkeiten das schiedsrichterliche Verfahren cinzuführen und in den Mietverträgen demnach solches vorzusehen." Es ist zu erwarten, daß der Landesverband, dieser Anregung folgend, in seinen nächsten Tagungen sich mit der Frage des schiedsrichterlichen Verfahrens befassen wird. Sollte im Laichesverband die Einführirng nicht beschlossen werden, dann wird der Verein in Gießen für seinen Bezirk die Angelegenheit im Auge behalten und voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres der Regelung näl-ertreren. ' Aus dem Schuldienste. Ueberlragen wurde dem SchiiNf,-Rcgt, Nr. 98: der Hguplniaun und Batteriechef v. Moren ho Neu „» Groß!,. Art-Korps, I. Großb. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 2b als Mitglied zur Art-Prüf.-Komm.: .Hauptmann v. Tümpling im 2. Großh. Hess. Fcloart -Regt. Nr. 61, zum Stabe d. Grotzh. Art-Korps, 1. Großb. .Hess. Felbart-Rcgts. Nr .25. — Aus sein Gesuch zu d. Res-Ossisieren d. betr. Tr.-Tecle übergepibrt! der Leiitn. v. S yd ow c. Leibg.-Jns.-Rgt. (1. Gr. Hess.) Nr. 115. — Zn Leutnants mit Patent vom 24. Mai 1912 befördert: die Fähnriche! v. Frankenberg u. Ludwigsdori, Gras von Rechteren Liinpurq im Leibg.-Jns.-Regt. <1. Großherzogl. Hess.) Nr. 115. Walter im Ins.-biegt. Kaiser-Wildelm ,2. Großherzogl. .Hess. Nr. 116, Tcllcnbach im Jns -Leib-Regt. Großherzogin 3 Großherzogl. Hess.) Nr. 117, Licht im Garde-Trag.-Regt. l>. Großlierzogl. Hess.) Nr. 23, dieser unter Versetzung in das Man.-Regt, von Kahler lSchlcs.f Nr. 2, Bodcnbendcr tm 2. i9roßherzogl. Hess. Feldart.-Regt Nr. 61. — Z» Fälmrichen befördert! die Unterossi.üere! Schmidt im 5. Großherzogl. Hess. Ins.-Regt. Nr. 168, Henn in der Großherzogl. Hess. Tram-Abt. Nr. 18, ** Lbcrhessischer Kunstvcrein. Die seit acht Tagen neue Ausstellung der Sammlungen der Professoren R. Kaiser-München, Luticroih-Hamburg und der Einzcl- werke von E. Paul »nd H. May-Düsseldorf ersreut sich täglich eines sehr guten Besuches. Einig»' dieser Bilder bleiben nur noch kurze'Zeit ausgestellt. Aus der Sammlung Pros. Kaisers wurde auch das Gemälde „Pappeln", Motiv bei München, verkauft und geht nach Frankfurt in Privatbcsitz über. ** D i e Wahlen z u ni B c r s i ch e r n n g s a m t der Stadt Gießen finden am 2t). Juni statt. Es sind zu wählen 12 Beisitzer und zwar 6 Arbeitgeber und 6 Arbeitnehmer Gewählt wird nach dem System der Verhältniswahl. Die Vorschlagslisten sind bis zum 6. Juni ds. Js. beim Vcrsichcrungsamt cinzurcichen. Die Beisitzer zu den Vcrsicherunasämtcrii werden gcwäblt durch die Vorstands- mitgliedcr der Krankenkassen. Außer der Ortskrankenlässe für die Stadt Gießen nehmen die Betriebstrankenkassen, die Bäcker- und Metzgcrinmingskrankeniässc, sowie verschiedene kaufmännische Krankenkassen an der Wahl teil. ** Gewerbcausstellung. Wie man aus dem Besuche der Ausstellung ersehen kann, ist das Interesse der Bevölkerung in stetem Wachsen begriffen. Aus aller- Munde hört man die gleiche Befriedigung. Wie gut der Gedanke war, jetzt eine solche Veranstaltung zu treffen, beweisen die zur Schau gestellten Arbeiten und die Teilnahme des Besuches selbst schon aus entfernten Gegenden. Alle Volksschichten steht man unter den Besuchern vertreten, Handwerksmeister, Landwirte, Lehrer mit ihren Schulklassen, Eiewerbevereine, Industrielle und Schriftsteller von nah und fern. Ganz abgesehen von dem eigentlichen Inhalte der Ausstellung darf man wohl ruhig sagen, es gab in Gießen kaum ein passenderes Ausstcllungsaeländc, als das zur Benutzung gewonnene. Es überrascht allgemein, im an- genchmsten Sinne des Wortes, wie die Ausnutzung der Freiflächen und der Gebäude vorgenommcn worden ist. Die gan.ze Ausstellung ist mit Glück in das Bestehende hineingcbaut und zeigt ein einheitliches geschlossenes Bild von nicht geringer Schönheit. Selbst die „alte Klinik" hat wohl noch nie ein solch freundliches Gesicht gezeigt wie jetzt, da ein frisches gewerbliches Leben seinen Einzug in ihr gehalten hat. Schön heute lassen sich Wahrnehmungen machen, wie belebend diese Ausstellung auf die Gewcrbc- tätigkcit einzuwirken vermag. Die Kauflust ist rege geworden und zeigt sich in allen Abteilungen fast gleichmäßig vertreten. Man sicht daran wieder, sür wirklich gute, schöne und preiswerte Meisterarbciten sind stets, bei geschickter Darbietung, Käufer vorhanden. Das Handwcrt und Kunstgewerbe zeigen Arbeiten von hohem charakteristischem Werte, leine Alltagslösungen und keine Kopien, Arbeiten, welche von der Liebe zur Heimat und deren Eigenart durchdrungen sind und alles und jedes von selbständigen Gc- danlen getragen, erscheint im Sinne moderner künstlerischer Tätigkeit. Auch die Industrie zeugt von derselben Auffassung. Man betrachte nur die ausgestellten Arbeitsmaschinen, die Werkzeuge, die Heizkessel und die Radiatoren: ferner die chemische Industrie, die Töpferkunst, die Glasbläserei, die mechanischen Werkstätten, die Wall- und Lein 'n- wcberei, die Zinngießerei. Sodann das liebliche Idyll „Die Fricdhosslunst", die ttzartenkunst, die Musterbäckerei und bic Wirtschaftsbetriebe wie in „Alt-Hessen" und in der Festhalle. Ja, wenn man dann zu einer kleinen Stärkung sich in den letzteren niedergelassen hat und empfängt die köstlichen Darbietungen eines Vortragskllnstlers, wie Herr Pesch-Mario einer ist, mit seinem schier unerschöpflichen und wirklich reinem Humor, dürfte einem jeden nahe liegen, heute ist es in der Heimat schön und möge es doch immer so bleiben. " Sonderzngc für die landwirtschaftliche Kreis schau in Schotten. Für die landwirtschaftliche Kreisschau sind zum Sonntag die sonst i»> Winter üblichen Sonderzüge 4184 und 4183 nach Schotten eingestellt worden. ** I m Akademischen Dü rerbund sprach vergangenen Mittwoch Herr Ferdinand Eckhardt vor einem in Anbetracht des Themas bedauerlich geringen Zuhörerkreis über „Aufgaben des Akademischen Dürer- bnndes". Ausgehend von dem Kernsatze des großen deutschen Türerbundes, gemäß dem eine Hebung unserer Kultur vor allem durch künstlerische Bestrebungen zu gewinnen fec, rn welchem Zusammenhänge von Dr. Avenarius der Begriff „Ausdruckslultur" geprägt wurde, kam der Redner aus die ersten Jahre des Akademischen Dürerbundes hier zu fprechen, der vor allem die soziale Seite, die Pflege deck Volksbildung im Sinne der Ausdruckskultur verfolgte. Er zeigte, wie mit dem Abnehmen der ersten großen Begeisterung zum Fortbestand der Bewegung des Akadcmisclfen Bundes die lose, intercorporative Vereinigung aufgegeben werden mußte, und sich somit ein kleiner Kreis von Freunden enger zusammenschloß. Auch verschob sick, das Tätigkeitsgebiet; vor allem wirkte hier mit, daß allmählich auch junge Leute, 1. und 2. Semester, hinzukamen, so daß die Betätigung im Sinuc der Ausdruckskultur sich mehr auf ben eigenen Kreis beschränkte. Dort fanden fährlich, wie allgemein bekannt, einige össentlichc Veranstaltungen und ge- fchlossene in weiterem Kreise auch weiterhin noch statt. In- zwischen war nun eine mächttge Bewegung aus der dcutschen Jugend hervorgcwachsen, der F-reischar. dre schließlich letzten Eudes zu dem bekannten Zusammenschluß der „Frcideut- schcu Jugend" im Vorjahre aus dem Hohen Meißner führte. Es ist überraschend, wie verwandt sich diese Betvegung der des Alädemisck>en Dürerbundes erweist. Nur ein Unterschied ist von größerer Bedeutung, er liegt darin, daß der Aka- tcmische Dürerbund sich aus dem Besbreben ausbcrut, die Ausdruckslultur zu sördcru, jene andere Bereinigungen aber ausdrücklich immer ihre ÄbsichtSlosigkeit betonen. Dieser seiner besonderen Aufgabe niuß sich aber der Dürerbund durchaus bewußt bleiben, aus der sich für ihn dann seine Einzelausgaben wieder herausentwickeln. In cstner anschließenden Aussprache wurde die jetzige Organijation des Akademischen Dürerbundes hier, der nicht mehr interkorpo- rativ sei, sondern die Studenten von anderen Bereinigungen nur als Gastmitglieder aufnehme, angegriffen, ferner von zwei Herren der Abstand der Freischar bezw. Freideutschen Jugend vom Akademischen Dürerbund betont und schließlich von einem Mitglied des Berliner Alademischen Dürerbundes der dortige Standpunkt charakterisiert, der zu einem Anschluß an die Freidcutsche Jugend geführt habe. Dieser Anschluß wird auch vom hiesigen Akademischen Dürerbund erstrebt, doch schloß die Aussprache nach der Gegenüberstellung der verschiedenen Standpunkte, ohne sich mitsiolchen Zukunftsfragen beschäftigt zu haben. T c ch ii i k c r t a g n ii g. Anläßlich der Technikertagung wird auch Dr. H ö s l e - Berlin über „Techniker und Bolksivirischast" in der össcntlichcn Versammlung sprechen. ** D i c Gießencr Sektion VI der Hess. «Nafs. B a u g e w c r k s - B e r n s s g e n o s s« n s ch a f t hält^am Sonntag öonmttag in der Wirtschaft Kobel ihre diesjährige Sektions- b c r i a m m l u n g ab, nachdem bereits am Samstag nachmittag eine Sitzung des Sektionsvorstandcs stattgcfundcn hat. **KleineMittcilungcn. Im Zorn n>ars ein Schlosscr- meister in O b c r l a h n st ei n seinem Lehrling ein Stück glühenden Eisens an den Kops. Die Verletzungen waren so schwe'!, daß der junge Mann nach kurzer Zeit verstarb. — Auf der Höchster Landstraße bei Soden platzte gestern an einem mit fünf Personen besetzten Automobil ein Reisen. Der Wagen geriet dadurch aus der Fahrtrichtung und fuhr mit voller Gewalt gegen einen Baum, an dem er zerschellte. Von den Insassen ivurdc ein Herr Oken aus Essen getütet. Tie übrigen Fahrgäste erlitten leichtere Verletzungen: sic fanden im Höchster Äranken- hansc Aufnahme. Der Führer kam mit dem Schrecken davon. Landkreis Gießen. Elektrische Straßenbahn Gießen—Wieseck. — Wieseck, 23. Mai. Wie nicht anders zu erwarten, gibt sich die übergroße Mehrheit der Wiesecker Einwohnerschaft ke in esw eg s m it dem Beschluß der letzten Ge m ein dcrat ssi tznn g zufrieden. Bereits heute abend 9 Uhr findet im Ziegler'schcn Saale eine ösfentliche Bü r ger v e rsam in lnng statt, um darüber schlüssig zu werden, wie der Ban der elektrischen Straßenbahn doch noch zustande gebracht werden kann. — Trais-Horloff, 22. Mai Wir werden gebeten, mätzutcilen, daß die Arbeit in der Tiesbau- u. Baggergesellschaft m. b. H., nur zeitweilig wegen Differenzen mit der Gewerkschaft Friedrich ruht. — Billingen, 22. Mai Gestern wurde, wie alljährlich, das Waldscst im nahen Borgclbcrg gefeiert. Turner, Sänger und Schüler trugen abwechselnd zur Verschönerung des Festes bei. Pfarrer Köhler wies in einer Ansprache aus die Bedeutung des Voten Kreuzes hin, da bei dieser Gelegenheit die Rotc-Kreuz-Karten und Slb.zcichcn vertäust werden sollten. — Bei der in voriger Woche veranstaltctcn Notc-Kreuz-Sammlung sind 100 Bkk. cingcgangcn. A Grüriingen, 22. Mai. Einen Verlust von 235 Mark zeigt die Spar- und Lcihkasse im abgeschlossenen Geschäftsjahr: die Einnahmen betragen 216 250 Mk., die Ausgaben 216 485 Mk., der Mitgliederstand besteht ans 75 Genossen. KrciS Friedbc.g. A Aus dem Kreis F r i c d b c r g , 22. Mai. Die R c ch - n u n g dcc K r e i s k a s s e zeigt eine ölcsamteiniiahme von 609 496 Mark und eine Ausgabe von 590 862 Mk., so daß ein Kasscnvorrat von 18 633 Mk. verbleibt. Tic Gemcinden hatten einen Beitrag von 307 000 Mk. zu leisten. Ausgegeben wurden: Krankenpilege 42 502 Mark, an Kriegsveteranen 25 625 Mk, für Straßenbauten und ihre Unterhaltung 226 780 Mk., an die Provinzialkasse 139 870 Mk. m. R o ck en b e r g, 22. Mai. Heute mittag brach in der früheren Klösschcn Wirtschaft hier ein Brand aus. Als das Feuer nach vieler Mühe gelöscht war, fand man bei den Ansräumnngsarbeitcn die Leichen von verbrannten K i n d c r n. Man nimmt an, daß die Kinder in W- wesenheit der Eltern mit Feuer spielten und dadurch den Brand verursachten, § Bingenheim, 22. Mai, Die erledigte Lehrer- stclle wurde'dem Lehrer Hugo Maurer, der bisher in Nicder-Seemen war, übertragen. Es waren 16 Bewerbungen cingclausen, — Mannschaften des Telcgraphcnbataillons aus Koblenz übten am Mittwoch in der Richtung Friedberg- Ranstadt und wurden gestern in Reichelsheim und Ranstadt einquartiert, Kreis Alsfeld, § Elpenrod, 22 Mai. Das siebenjährige Töchterchen des hiesigen Lehrers Sch. befand sich bei seiner Großnrut- tcr hier 'in der Küche. Während bie Frau sich zum Keller begab, machte sich das Mud am Herd« zu tun. Seine Kleider fingen Feuer und das Kind rief um H>ilfc. Tic Groß- mutter kam zu spät, da das Kind schon lichterloh brannte. Das Mädchen erlag bald seinen Brandwunden. Starkenburg und Rheinhessen. — Darin stadt, 23. Mai. Die Landwirtschafts- kammer Tarmstadt erüsfnci am 1. Juli 1914 den zweiten sünsmonatlichen Hallshaltungskursus sür das Jahr 1914 an ihren Haushaltungsschulen zu Langen und Lindheim. Der praktische und theoretische Haushaltungsunterricht erstreckt sich aus die Anleitung im selbständigen Kochen mit Rücksicht aus die Bedürfnisse des ländlichen und bürgerlichen Tisches, Zube- reilung und Aufbewahrung der Speisen, in der Käsebereitung, Fcdrrviehvslegc, Gartcnwirtsckiast, im Waschen und Bügeln, Rcin- halten des .Hauses, Buchführung. Da in diesem Kurse auch ein sehr gründlicher Handarbeitsunterricht, in welchem das Stricken, Wäsche - Schnittzcichnen, Wäschezuschneiden, Hand- und Ma- schinennähcn. Ausbessern erlernt wird, da seiner auch allgemein bildende Fächer wie Aussatz. Rechnen, Singen, Ge- lundhcitslhere und Krankenpslegc gelehrt werden, ist die Teilnahme an dem Unterricht nicht nur sür Töchter von Landwirten, sondern auch denen des Mittelstandes zu emp- schlen. binzuweisen ist noch auf die gründliche Ausbildung in den lausenden Arbeiten im Obst- und Gemüsebau, besonders auf die Konservierung, das Einmachen des Obstes und der Gemüse. Ebenso werden^ der Ernte und Winteraufbcwahrung des Obstes und der Gemüse große Beachtung geschenkt. Daß zur Erlernung eines so großen Lehrplanes wie des oben angesührten ein mehrmonatiger Lehrkursus notivendig ist, ist als selbstverständlich zu betrachten. Wenn auch in letzter Zeit vielfach kurze Wandcr» Kavshaltuilgskuric crric&tpt mtiibtn, auf btne» in wenigen Wochen die Einführung in einige Oblieqenbeiten de? HnusdalkeS bezweckt werben fall, fo muß doch icder Later. Cfer feiner Tochter bie gründliche Ausbildung in den hausmütterlichen Pflichten geben kaffen will, feinem Kinde erneu längeren Unterricht zukommen kaffen Für Unterricht und Logis find für den Kursus für Hei finnen 25 Mk., von Nichtheffinnen 40 Mk. zu bezahlen Die Losten für Verpflegung lxtrechncn fich nach der wirklichen Aufwendung. Anmeldungen zur Teilnahme NN dem am I. Full 1914 |u Langen und Lindhcim beginnenden Kursus find an den O r t s - tchulausfchust der doushaltiings schulen Langen M d Lindheim zu richten — D a r in st a d t, 22. Mai Ter Prinz JohannGc- -org von Sachsen ist gestern abend junt Besuch am Hfroßhcrzogiichcn Hof hier eingetroffen, nm die Fahrhrm dert-Äusstellung, zu deren Patronen er gehört, zu bcsich. ügen. Der Prinz wird heute abend wieder abreisen. Kreis Wetzlar^ h. KSnigstcin, 22. Mai. Die Stadtvcrordnctenversamm- Inng genehmigte grundsätzlich den Bau einer elektrischen Bahn von Frankfurt nach Königstein. Ueber die Grund- und Erwerbskvsten soll der Finanz- und Berkchrsausschnß die vorbereitenden Schritte einleiten. x Kinzenbach, 22. Mai. Heute nachmittag wurde Veteran Adam B e p l e r im Alter von 75 Jahre» zur letzten Ruhe gebettet. Er hatte seiner Dienstpflicht im ttzardc- iArtillerie-Regiment genügt und a» den Feldzügen 1864, 1866 und 1870 71 teilgenommen. Hessen-Nassau. ( ) Marburg, 22. Mai, In der vergangenen Nacht sgegön 2 Uhr verunglückte in dem Dorse Gisselberg ein mit Ausflügler» besetztes Automolnl dadurch, daß es gegen einen vor einem Hause stehenden Ackerpslug und dann gegen einen Baum geschleudert wurde. Die Insassen, darunter auch eine Dame, kamen mit leichten Verletz» n g em davon. Das Automobil wurde stark beschädigt. --- Wiesbaden, 22. Mai. Die Königin von Schweden traf heute vormittag in Wiesbaden ein und reiste nach kurzer Konsultation des Augenarztes Dr. Pagenstecher wieder ab. X Hanau, 22. Mai. Tie Stadt Hanau ist ringshcrum von Bahnlinien umschlossen, die die Hauptverkehrsstraßen sperren und eine Ausdehnung der elektrischen Straßenbahn unmöglich machen. Diesem Uebelstande soll jetzt teilweise ab-- geholfen werden durch die Höheilcgung des Bahnkörpers von der Station Wilhclmsbad bis zum .Hanauer Ostbahnhos aus der Strecke Frankfurt-Hanau. Nach langen Perhandlungeu ist jetzt ein mit der Eisenbahnverwaltung abgeschlossener Vertragsentwurf zustande gekommen, dem in der heutigen Stadtverordnctenfitzung zugestimmt worden ist. Die Stadt Hanau soll von dem für die Ausführung des Bauprojekts'erforderlichen, auf etwa 3 Millionen Mark veranschlagten Kosten, einen Beitrag von 300 000 Mk. übernehmen. Dieser Kostcnbeitrag besieht aus einem Barzuschuß von 240000 Mk.^und in Naturalleistungen, die mit 60 000 Mk. bewertet werden. — Die Genehmigung durch den Ressortminister muß noch erfolgen, kann aber als zweifellos angesehen werden. Die Mittel kür die Ausführung des Projekts sollen im StaatshauWaltsvlanc für 1915 angefordert werden. — Weiter beschlossen die Stadtverordneten die versuchsweise Einführung der Schulzahnpflege in den Volksschulen der Stadt Hanau. Die Eltern der zu behandelnden Kinder haben für jedes erste Kind einen Beitrag von ,ähr- lich I Mk, für Fedes weitere Kind einen Beitrag von jährlich bQ^Pfg. an die Stadtkasfe zu zahlen . verniischte«. *DreFckhrtder „Vaterland" von der Quarantäne bls zum Pier in New Bork war ein einzigartiger Triumph' zug. Ununterbrochen ertönten die Sirenen der Fahrzeuge, wÄrend rrcsige Menschenmengen von den Ufern, den Dächern und den Fenstern der Wolkenkratzer mit Tücher- und Flaggrnschwcnken das Schiff jubclich begrüßten. Zahlreiche Fahrzeuge und Zollkutter mn den Vertretern der Hamburg-Amerika-Lirue an Bord sowie die Vertreter der Stadt und 100 amerikanische.Journalisten fuhren deni Dampfer entgegen; ein Schm war allein von Zeitungs- vmnographcn besetzt. Die hiesigen Blätter widmen dem Dampfer „Vaterland" spaltcnlange lllustricrte Artikel. Tie Passagiere außer» sich voll enthufiasllscher Bewunderung über die Manövrier iahlgkeit und den Mangel an Vibration des Schisses. Larlislc, der Erbauer der „Titanic" erklärte, er hätte nicht den Bau eines derartigen Lchisses für möglich gehalten; als der „Jniperator" gebaut war, glarchtc er, damit sei das letzte Wort gesprochen. Nnnmchr erkenne er an, daß die deutsche sclnifsbaukunst unbegrenzt und die höchstentwickelte der Wett sei. In ähnlichem sinne äußerten sich die anderen Sachverständigen an Bord des „Vaterland". Der Ricsendompscr hat durchschnittlich 23,2 .Knoten zurück gelegt. * Do otsun f älle. Aus Odessa wird gemeldet: fünf dem K a m a f l n ß sind der S a r a p n l der Direktor der Realschule, ein Lehrer und ein Schüler bei einem Bootsunglück ertrunken. Kleine Tageschronik. In Güttingen ist der ereilt Chargierte einer Verbindung beim Abfpttngen ans einer Drofchlc zu Boden gestürzt. Er brach das Genick und war sofort tot. wandern und Reisen. Räder und Sommerfrischen. — Scelisberg (Schweiz). Seelisberg ist ein herrliches Bergdorf auf der Fclfenterrasst über dem Bfcrwaldstättersee Es ist kaum möglich, ein entzückenderes Landfchaftsbild zu finden, als es das 800 Meter über dem Meer liegende Bcrgplaleau bietet' ein Landfchaftsbild von zaubcrisckwm, wcchselvollcm Reiz und großartiger Aussicht. Unter sich der blaue Sec, aus dessen Fluten die senkrechten Felsen ausstcigen, welche blühende Atvmattcn und Wälder Und blitzende Schneegcsildc tragen. J-m Westen schaut das smaragdene Hügelland herein, schön und anmutig wie ein Märchen. Die große Natur von Seelisberg füllt das Auge mit Schönheit und die Seele mit Ruhe. „H o t e l - P e n s i o n Bellevue in Seelisberg" erfreut sich eines vorzüglichen, wohlbcgrün- detcn Rufes. Das Haus ist durch modernen Neubau mit großer Halle crnieitcrt. Tanebc» die große Aussichtsterrasse mit der wundervollen Fernsicht und schattigen Anlagen. Ein verwandtes Haus ist „Hotel Müller n. Hoheneck in Engelberg", ebenfalls vergrößert, neu ausgestattet und vortrefflich geführt. Eugelbcrg liegt 1019 Meter ü. M. in dem bekannten l>err- lichcn Hochtal der Zcntralschweiz, 2ff-> Stunden von Luzern. Beide Hotels sind vorzugsweise von deutschen Gästen besucht. Letzte Nackrichten. Prinz -Heinrich- Flug, Hamburg, 23. Mai. Zu der AufflärungsubunH sind zwischen 4l/z und 6 Uhr 40 Flieger aufgestiegen. Ein Flugzeug mit Hauptmann von Detten am Steuer und Haupt- mann von Falkcnhain als Beobachter stürzte auf die Groß- borsteler Rennbahn. Beide Flieger sind leicht verletzt. Wegen Motorschadens mußten zwei Flugzeuge Zwischenlai,düngen vornehmen. Das Wetter war sehr böig. Großfeucr in einer Spinnerei. G c b w c i l c r , 23. Mai. Gestern abend brach in der Spinnerei von Bvuchart und Söhnen Großseuer aus, deiu 2 0 Maschine» und 20000 Spindeln zum Opfer sielen. Amtlicher Wetterbericht. Weiteraussichten in Hessen am Sonutag, den 24. Mai 1914 : Wolkig, leichte Regeulälle, etwas kühler, nordwestliche Winde, viel- nck> Gewitter. I'ahrrad-Verücter: Idain Klrrher. [5582ss Warum Ihr Magen schmerzt. Ein vernünftiger Rat. Magenschmerzen, verschiedentlich auch Indigestion, Dtispesie» Blähung, Sodbrennen u. dergl. bekannt, wird gewöhnlich irgend einen, unuattirlichen. anormalen oder gar kränklichen Zustand des Magens zugeschrieben. Dabei trisst man mit keinem das Wirfmuc. Im Gegenteil, in den weitaus meisten Fällen m der Magen völlig gesund und normal, der Schmerz und die Bedruckung sind lediglich überflüssiger Säure lind Gärung des Sveisebreies zuzuschrciben,- allerdings, tvenn man der Sache nicht auf den Leib geht, dann kann die fvrtwäbrende Überreizung der Magenwände durch die Säure mit der Zeit zu ernsten Stärungeit des Viagens selbst führen. Irgend eine Arzenei ist aber vor der Hand nicht am Vlntzc, während die Entfernung des sauren Sveisebreies vermittelst Magenournve natürlich auch nicht angeht. Mau entsäuert daher den Sveisebrci im Magen und beseitigt die Gärung vermittelst eines halben Teelöffels voll biserirler Magnesia, die man in ein wenig Wasser nimmt. Also eine ganz einfache Sache. Biserirte Magnesia neutralisiert die Säure: ihr korrigierender Einflusi ans die genossene Nahrung befähigt selbst schwache Magen, diese ohne Schwierigkeit zu verdauen. Man sollte biserirte Magnesia immer im Hanse haben und iedes- nial eine Dosis nehmen, sowie man dir Anzeichen kommender Gährnng spürt. Es nmfs aber inserierte Magnesia sein, denn andere Magnesia eignet sich wohl aut zu Zahnwasser u. dergl., aber lvcmger gm zu dem hier beschriebenen Zweck. mui* .Haarunterlag. Lockendreher sow. alle sonst. Haararbeilen werden schön und dauerhaft angeseriigt in dein 16668 Spei.-Damcn - Frisier- und Haar-GeschüTt Hermann Blank BZw. Navlansgasse 2. Ui 150 Brenn hol; 1.15 der Zentner Mk. für Gärten re. liefert jedes Quantum vroinvt die Firma Kmil ll«pst, ttipöcn.n« Bekanntmachung. Am Samstag, den 3». Mai d. Fs., nachmittags 3 Uhr, findet zu Lich im Gasthaus zum Löwen unsere diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung. 1. Rechnung 1918. 2. Voranschlag 1914. 3. Beratung einer neuen Geschäftsordnung für die -Herdbuchkörungen, Revisionen und Iungvieliaufnahmen. 4. Gewährung eines Freiabonnements aus die „süddeutsche landwirtschaftliche Tierzucht" für bic Vertrauensmänner. 5. Beraluna von Bestimmungen für die Verleihung von Aufzuchtsprämien. 6. Beschickung der Wanderausstellung Hannover. 7. Die diesjährigen .Herdbuchkörungen, Revisionen und Iunaviehaufnahmen, Auktionen, Faselmärkte und Tierschauen. 8. Terminsbestiminung für dre Stallschau und Ernennung eines Preisrichters. 9. Mitteilungen. 10. Anträge und Wünsche. Zur Teilnahme werden eingcladen die Vorstandsmitglieder, die Vorsitzenden der Ortszuchtvereine, die Bezirksvertreter nndVereinsmitglieder, soivic die Freunde und sonstigen In ereffenien unserer Zuchtbeitrebungen. ferner auct) die Grosih. Bürgerinelster derjenigen Ge- ineinden, weiche korvorative Mitglieder sind. Ein recht zahlreicher Besuch ist erwünscht. Zugleich werd. n alle Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, insbesondere diejenigen, in deren ^ emeniden Mitglieder unseres Vereins sind, ersucht, vorstehende Bekanntinachung in ortsüblicher Weise veröffentlichen zu lassen. Glesien. den 20. Mai 1914. Der Direktor deS Kreisrinderzuchtvereins Giesien lSimmentaleri. Welcker, >6469 Bv Gronberzoglicher Regierungsrat. Kaufhaus Giessen Bahnhofstrasse 14 Balkon- lind 8 riii)pcH= 6 cr«iiicn empfiehlt [04324 I. Lieh, Gartiierci Schiffeiiberger Weg. seltr schön | 75 Pfesini$s 1 I Kaufhaus Gießen ; 14 Knlinhof«tr. 14 Schellfische at. Kablmu i. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden des Rentners AllgUSt MoiltdllUS I. sagen innigen Dank die trauernden Hinterbliebenen. 6432 Heute morgen 10 1 /, Uhr verschied sanft nach langem, schwerem Leiden unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Nichte Frau Lina Peter geb. Dickore im vollendeten 61. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Schanzenstr. 8), den 22. Mai 1914. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 5 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 6421 T odesanzeige. Heute morgen 7 Uhr entschlief nach langem Leiden meine liebe Mutter, unsere gute Schwest'-r Frau Susanne Griesbach, geh. Walther Witwe des Feldwebels Julius Griesbach. Um stille Teilnahme bitten Georg Griesbach. Karl Waltlier. Ludwig Walther. Giessen (Ederstr. 13), den 23. Mai 1914. Die Beerdigung findet Montag, den 25. ds. Mts., nachm. 4 1 /,, Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 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Die Beerdigung findet Montag nachmittag 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 6435 Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass heute morgen unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Tante Frau Wilhelmine Moll geb. Graf im Alter von 73 Jahren nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 6472 Gg. Appel und Frau geb. Moll Giessen (Seltersweg 56 ), 23 . Mai 1914 . Die Beerdigung findet Montag nachmittag V -6 Uhr auf dem alten Friedhof statt. Damen-Strümpfe Baumwolle, engl, lang, ohne Naht, schwarz und farbig, echtfarbig, solide Qualitäten 3 Paar zu Mb l 50 , l 25 , Iw, 85 Pie. echtschwarz und modefarben Paar P, 1°5. Ä. Koltcrhoft Söhne Scltersweg 20. Oi*b Stsslil Vertreter sind die Herren: I>r. Büchner, Frankfurter Strasse 12, I)r. Geyer. Seltersweg 81, l>r. Meycrlioff, Süd-Anlage, an der Johanneskirohe. 6469 prima, I3k.l.20, C lircngliisei* alle Sorten 30 Pfg. Gg. 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