Nr. 1,8 Der SIctzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Siehenerjamiliendlätter: zweimal wöchentl.Iireir- blaNsürdenüreirSichen e die größte Person in der Gottheit sei. Zugleich lwbe er gedacht, das in dieser Zahl auch das Geheimnis der Freimaurer liegen könne, dos ihm auf diese Weise osscnbar werden solle, und bade ya, eingebildet, daß das Ausheben dreier Finger das ,rrelmaurcrzcichen sei." Daraus habe er die Rache der Freimaurer gemrchtet. Auch der wirkliche Woyzeck trifft seine Geliebte am dem ^anz- hodcn, mit llpew Iiebenkubter tanzend. An sich ai 'i dieses nicht außergewöhnliche Moment kein Gewicht zu legen, wenn nicht Woyzeck im Bericht erzählte, wie er „im Bette an die Kirmse und an seine dort anivcscnde Geliebte voller Eifersucht dachte, Violinen und Bässe durcheinander zu hören glaubte, und, nach dem Rhythmus der gewöhnlichen Tanzmusik, ihr die Worte unterlegte: immer drauf, immer drauf." Ebenso wiederholt Büchners Wozzeck die Worte, die Marie im Vorbeitanzcn mit dem Tambour gcslüslert hat: „immer zu, immer zu". Endlich, um die Kette zu schließen, glaubt Wovzeck — im Bericht wie im Stück — nach diesen Worten eine sichtbare Mahnung zu hören: „stich die Woostin sZwickwölsim tot!" Die parallele Verknüpfung dieses Details spricht noch stärker als die Ucbereinstimmung im allgemeinen Umriß und in der Namengebung, die nicht zufällig sein kann. Von dem Prozeß ist damals in ganz Deutschland die Rede -gewesen, und Büchner hat schon als Knabe davon gehört. Es ist sehr interessant, wie er die Geschichte umgestaltet hat. Bor allem Ijat Büchner den heiklen Punkt in Woozecks Vorgeschichte beseitigt, daß dieser eine Frau, mit der er ein Kind bezeugt. seit zehn Jahren verlasien hat. Es bedarf keiner näheren Ausführung, warum der Dichter, dem an der Vertiefung des Charakters und an der Zusamincnballung des Geschehens lag, die Umgestaltungen vornahm. Nietzsches ttampf gegen die ererbte Lebensform. Heber Nietzsches leidenschaftlich^ Verneinung der üblichen «e» bcnswcrtungen schreibt Woligang Schumann im zweitenMai- hcjt des Ku,istn>ans (Verlag Georg D. W. Callwey, München,: Das Ererbte wandelt sich nicht so rasch wie die Einncht dev Einzelne», und der ungeheure Widerspruch zwischen dem Geistigen Mid der allgeineincn Lebensform ist es, der Männer wie Wagner, Rousseau. Tolstoi oder Nietzsche im Kontra,t grost iverden ließ Aus dem Benmßtscin dieses Gegensatzes her das ständige mißtrauische Nein auf Nietzsches Lippen trotz des glühenden Wunsches nach Bejahung bis zuletzt. Sein Nein aber stutzte sich mcht vor allen Fragen und Gegenständen ans die gleiche Motivation, Einnral verneinte er einfach, weil er nicht einsah, einmal weil er die Folgen fürchtete, einmal, weil er vielleicht die Tat. aber nicht die Gesinnung des Tuenden billigte, einmal aus philosophischem Tent'en, oft aus Instinkt, oft aus psychologischen Bedenken. Er teilte das Säncksal aller vielseitigen Kritiker, viel uidjr Nein zu wissen als Ja.. Urrd die strenge Unerbittlichkeit seines gei- stigeii Wollens lxitte ihr besonderes Schicksal im Gefolge. Er empsand die „Last der Jahrtausende", das Minderwertige und innerlich Unbcgrüiidete der Lebensformen und grng daran, sie zu erleichtern. Dazu bedurfte er eines Standpunktes jenseits der Zeit — Siicc liegen die Motive seines Wortes „Jenseits von Gut und liöse" und seiner Einsamkeit — vor allem aber eines (ungeheure.: Krastgesühls, denn wer alles renqs um sich cin- reißen wi.i, sei es auch nur, um seine Festrgkeri^zn erproben, beraub: sich säst aller unserer gewohnten KraitStutz«?: — mn Siegt die Quelle seines übersteigerten Selbstbcwußtseins. Und endlich bcdars er eines Standpunktes überlzaupt, eines wenn auch kleinen Bezirkes, aus dem er ja sagen kann ohne von seiner Einsicht Lügen gestraft zu ,verden; diesen Bezirk hat Neetzsche lange vergeblich gesucht, er ist über dem Suchen, das ihm geniale Lichtblicke brachte, zugrunde gegangen. Wenn man die „Umwertung aller Werte" io betrachtet, ergibt sich als ihr eigentliches Wesen die innerste Gezwungenheit zum Verändern, nicht die olßlosophische Notwendigkeit neuer Wertsctzungcn. Nietzsche ist ein Phänomenologe der differentiellen Psychologie wie wenige und er ist einer der großen Vorläufer der Soziologie: leider, so kann man vielleicht sagen, sprach er sich noch immer allzu oft in vhilosophischer Form aus. Man denke sich das Leben als eine Millionen- oder Milli- ardcnstadt und den einzelnen Geistigen als ihr jkind, der es nicht mehr erträgt, in den engen Mauern und Formen zu leben. Er zieht aus, gleich jeneni Coriolan. entdeckt neue Möglichkeiten, tausendfach wandelbare Möglichkeiten, und nimmt seinen Platz ein vor den Toren. Nun umgibt er die Stadt im Geist mit einem Kranz von Geschützen, Laufgräben, Bclagerungsbauten. Er erspäht die schwachen Punkte ihrer Anlage, er läßt probeweise ein vaar Schüsse abgeben, u. gewahrt berauscht ihre Wirkung, er p ant weiter, erkundet die Zufuhr, die Lcbcnsbcdingungen, die Soldatcnvcrteilung. die Kommandoverteilung, die Stimmung, dieGcld- ».Warenlager der Stadt: er rüstet sich zu ihrer Zerstörung, — aber er sieht von Jahr zu Jahr doch wieder die Stadt wachsen, ins Unendliche loachsen, seine Macht erscheint für die Ausgabe zu gering: er vermehrt sie. er zieht alle Denk- und Wasscnkräste heran — immer wieder überwächst die Aufgabe die Kräfte. Fast schwindet das Selbstvertrauen, und nur künstliche Atmung kann ihm zuletzt noch Lebcnslrast geben. Zum Sturm, zum Frontangrifi von allen Seiten ist cs nie gekommen, der Tod hat den Feldherr» abberusen, ehe seine Mörser speien dursten. Daraus nun kam aus der Stadt ein Bürger, betrachtete dieses Coriolans Geschütz und fand es vott veraltetem System. Er betrachtete seinen Angriffplan und fand, daß in zehn Büchern, die er gelesen hatte, ideorctisch richtigere Angriffpläne standen. Betrachtete das Leben des vergeblichen Belagerers und fand, daß es vernünsiiger und sinnvoller sei, in der Stadt und nicht vor ilsten Mauern seina Tage zuzubringen. Fand dies alles, ging hin und schrieb sein Buch: Ter falsche Feldherr. Einige fanden sich aber auch, welche dieses Feldherr» Pläne durchjorschtrn und sich an kühnen Anlagen und dem genialen Wurf des Ganzen freuten. Einige fanden, daß er über das Wesen der Stadt viel Richtiges und Bedeutsames erkundet hatte, neben manchem Fehlgrisi, den sie verstanden, da er sa Feind und Außenseiter gewcsco war. Einige fanden endlich, daß er wieder einmal eins jener seltenen Beispiele gegeben hatte von Heldcn- sinn und Helßenwollen und errichteten ihm Denkmäler und priesen ihn der Jugend. Tenn sie liebten die Stadt nicht so sehr, daß seine Gegneriebait oeaen sie ibnen dies verboten hätte. fall? erschienen war, zu der Entfernung Essäbs. Der Fürst dankte in kurzen Worten. Durazzo, 20. Mat. Essad Pascha hißte bei seiner Kohitulalion eine weiße Fahne, istach seinem Eintreffen auf dem Kriegsschiff „Szigetvar" wurde ihm der Säbel adgenommen. Essad, der in der Kapitänsbafute interniert wurde, wird als Offizier in Festungshaft behandelt. Najch einer Akitteilung von unterrichteter Seite läßt der Fürst von Albanien eine Untersuchung gegen Essad Pascha durchführen, von deren Ergebnis die Entscheidung des Fürsten über das weitere Schicksal Essad Paschas abhängt Hier erwartet man, daß die Angelegenheit ohne Aufschub erledigt wird Wie die „Tribuna" mittcilt, drangen am 19. Mai, 4Uhr morgens, die Nationalisten unter Führung von halländischen Offizieren in den Konak Essad Paschas ein und erklärten ihn für verhaftet. Essad schloß die Tür auf und feuerte mehrere Revolvcrschüssc gegen die Holländer ab, worauf ein heftiges Gewehrseuer begann. Auch sieben Kanoucn- schüsse wurden abgegeben und zwar, wie Augenzeugen versichern, von österreichischen Offizieren, welche vier Tage zuvor in Turazzo eingetrosfen waren, um dem Fürsten beschütze zu übergeben, vom Fürsten aber noch zurückgehalten worden waren. Nach den ersten Kanonenschüssen zeigte Essad Pascha eine weiße Fahne, worauf Moltedo zu ihm in den Konak ging. Essad ergab sich ausdrücklich den Italienern. Eisads Frau flehte den italienischen Offizier an, ihren Mann zu retten. Durch diplomatische Verhandlungen wurde festgelegt, wie Essad abgeführt werden sollte. Admiral Trisari kam aus eine Aufforderung des Fürsten in den Palast, und es wurde beschlossen, nachdem der Fürst zugcsagl halte, daß Essad nichts geschehen solle, diesen durch ein ilaticnisch-öster- reichisches Pikett abführen zu lassen. Um 8 Uhr vormittags wurde Essad Pascha, nachdem er dem italienischen Dragoman seine Revolver übergeben hatte, von einem gemischten Pikett in Begleitung des Sekretärs des Fürsten Armstrong unbehelligt auf den österreichischen Kreuzer „Salvator" gebrackst, wo er zu seiner Sicherheit zur Verfügung des Fürsten festgehalten wurde Er b e - teuerte seine Unschuld in >eder Hinsicht Bei der Beschießung seines Konaks waren drei seiner Diener gelötet worden. Wien, 20. Mai. Die „Albanische Korrespondenz" meldet aus Durazzo: Essad Pascha hat durch Agenten die Landbevölkerung aufrcizen lassen und ihr den Befehl erteilt, gegen Durazzo zu marschieren: die Bewegung nahm jedoch für Essad eine ungünstige Wendung. In Tirana und Schjak erhoben sich die Bauern gegen die Grundherren und töteten mehrere Beys, darunter zwei Mitglieder der Familie Toptani. Einer Blättermeldung zufolge sei mit Zustimmung Oesterreichs und Italiens beschlossen worden, Essad Pascha nach Tripolis zu deportieren Durazzo, 21. Mai. Essad Pascha ist gestern auf Befehl des Fürsten von dem österreich-ungarischen Kriegsschiff „Szigetvar" an Bord eines italienischen Schiffes gebracht worden, das nach Brindisi in See ging. Vor seiner Freilassung Unterzeichnete Essad Pascha ein Protokoll, in welchem er sich verpflichtete, sich in die inneren und äußeren Angelegenheiten Albaniens nicht mehr einzuinrschen. Abends um 11 Uhr ist Essad Pascha mit seiner Frau in Brindisi angekonnnen Beide reisen nach Neapel weiter. Die weiteren Schritte des Fürsten. Der Fürst hat die demissionierenden Minister ersucht, ihre Portefeuilles zu behalten. Der Minister des Post- und Telegraphenwcsens Hassan Bei-Prisckitina hat einstweilen zu seinem Ressort die von Essad Pascha bisher innegchab- ten Ministerien des Krieges und des Innern übernommen. Die Aufstandsbewegung der Bauern vor Durazzo ist friedlich b e i g e l e g t. In der Stadt herrscht vollkommene Ruhe. Der albanische Ministerpräsident Turkhan Pascha ist am Mittwoch nachmittag von Oscnpest nach Wien abgereist, von wo er sich nach Berlin begibt. Pariser Pressestimnien. Paris, 20. Mo,. Di« Blätter beschäftigen sich lebhaft mit den Vorgängen in Mbanien. Der „Tcmps" schreibt: Die Verhaftung Essad Paschas war nur dadurch möglich, daß österreichische und italienisch« Truppen in Turazzo gelandet wurden. Hierdurch nnrd ein europäisches Problem aufgeworfen. Wir wollen die Wsichten Oesterreichs und Italiens Nicht verdächtigen, aber itir Vorgehen bedarf, um gültig zu sein, der Zustimmung der anderen Großmächte. Wir wollen keine Scknvicrtgkeüen hcrvorruien, aber wir verlangen, daß die sra»- zösijche Diolomatie die Mächte des Drcibnndes daran erinnert, dan die Trivcl-Entnite existiert. Wir wollen, daß Frankreich, feine Verbündete» und seine Freunde die sich darbietcnde gün-z stige Gelegenheit benutzen Als wir im Jahre 1907 infolge der Ermordung mehrerer unserer Landslcuic gezionngcn waren, in Casablanca Truppen zu lande», als die Revolte von 1911 uns nötigte, den General Monier nach Fez zu schicken, wußte! jedermann in Deutschland, daß Frankreich nur der gebieterischen Notwendigkeit Rechnung trug. Das hat die deutsche Regierung rrmuligt. Einsprüche zu erheben, welche ihr schließlich den Kongo eingetragen haben. Wir wollen den gegenwärtigen Stand zu keinen Gcbietsvergrößerungen benutzen, aber da die Diplomatie des Dreibundes, und insbesondere Deutschlands, Nils in ocr- schiedenen Punkten zu Leibe rückt, wünschen Nur. daß Frankreich IN jenen Punkte», wo man seines guten Willens bedarf, z,l verstehen gibt, daß dieser gute Wllle entsprechend vergolten werde. Ist dies hinreichend? Das „Journal des Debats" schreibt: Wenn Italien und Oesterreich-Ungarn, die ein unabhängiges Mbanien verlangten, in Verlegenheit geraten, dann können sic sich nur selbst die Schuld zuschrciben. Ws sie im Jahre 191» die Errichtung eines unabhängigen Albaniens verlangt haben haben sie eine unversiegbare Quelle von Zwistigkeiten geschassen' Es »t nur gerecht, wenn sic die ersten sind, die darunter zu leiden haben. schlecht zu der Fest- Tas „Journal des Debats nähme Essad Paschas: Die aus Ersuchen des Fürsten Wilhelm von den Mannschaften der fremden s,atwns,ch„se durchgeführten Polizei,na,mabmen hatten teincsloegs den Clwraktcr einer Intervention. Sie hätten ebensogut von ruülschen. englischen oder französischen Mannschaften dnrchgeiübrt werden können, wenn diese auf der Reede von Durazzo anwesend geivescn wären. Um aber in dieser Hinsicht sedcs Mißverständnis zu zerstreuen und für den Fall, daß die österreichischen und italienischen Zusicherungen nicht genügend erscheinen sollten, könnten die anderen im internationalen Kontrollausichuß vertretenen Mächte gleichfalls Schiffe nach Durazzo enticnden. Vorläufig ist da nichts anderes zu tun. Die Lage in Durazzo Durazzo, 20. Mai. Der gestrige Nachmittag und Abend verlieicn ohne Zwischenfall: die Nationalisten durchstreiften den ganzen Abend die Straßen. Die von den holländischen Ossizieren gclrostenen inilitärischen Vorkehrungen wurden unverändert ausrcchterhalteu. Es verlautet, daß Leute Essad Paschas den nationalistisch gesinnten Mafar Bcv und Mulnrü Bey getötet, Rcsek Beg und Abdl Bey, sänitlüb Mitaliedec der Familie Toptani, schwer verwunde! hätten. Ter Leibarzt des Fürsten, Dr. Berzhausen. begab sich im Auftrag des Furlten mtt Verbandszeug nach Tirana. Das Kabinett bot gestern abend dem Fürste» mündlich seinen Rücktritt an. Cattaro, 20. Mai. 'Der kleine geschützte Kreuzer „Ad- irriml prfarft Tiarf) ^5) U t Ü } A 0 SU QCQCIt- Oie mexikanische Zrage. Niagara Falls. 20. Mai. Die Unterhandlungen wegen der mexikanischen Frage haben heute nachmittag offiziell begonnen. „ . _ . . - Die Lage in Mexiko. Aus Mexiko C i t v wird vom 20. Mal gemeldet: D i e La ge wird a l^ sehrernu an gesehen Man befürchtet, daß in einigen Dagen ein Au fit and ausbrechcn wird. Die Telegraphenleitung nach uc-an Luis Potofi iß durchschnitten. Es heißt, daß lne Konittlutionalisten Geiadaliara angreisen. Huerta ha! eine Erklärung abgegeben, dav er die mexika- .lschen Friedensdelegierlen ermächtigt habe, feinen Rücktritt an- jubieten, falls dies zur Lotung der mexikanische» Frage notig ie>. Dentschsr Reich. Der Kaiser stattete am Mittwoch nachmittag dem Reichskanzler einen längeren Besuch ab Der Vorschlag eines Reichstarifs für die Arbcits- und Gehaltsverhältnisse der R e ch t s a n w a l t s b u r e a ii b e a m l e n ist vom Vertretertag des deutschen Anwaltsvereins mit der Begründung abgelehnt worden, daß die Verschiedenheit der örtlickzen Verhältnisse die Festsetzung und Beobachtung gleichmäßiger Grundsätze nicht gestatte Deshalb hal>en die Vertreter der heteiltgten Bureauangestelllenorgailijationen fVerhand Deutscher Rechtsanwalts- und Rotariatsbiireaubeamten Wiesbaden, Verband Deutscher Burcaubeamten, Verband der Bnrcanangestcliten Deutschlands, Bund süddeulsckfer Aiiwaltsgehilscii-Verbände) beschlossen, einmütig gegen diese sachlich nicht gerechtfertigte Stellungnahme der Or- gantsatiou der Rechtsanwälte Verwahrung einzulegen, zugleich aber überall da, wo lokale Auwaltvereinigungen bestehen, mit diesen in örtliche Tarisverhandlungen einzu- treteu Es wird zu diesem Zwecke die Abhaltung eines Allgemeinen Deutschen Anwaltsange st eilten-Tages geplant, der am 7. Juni in Leipzig statl- sinden und zu einer einmütigen Kundgebung der deutschen Anwaltsangestellten ausgcstaltet werden soll. Tie Betriebseinnahmen der preußischhessischen Staatseiscnbahnen betragen im April 1914 gegenüber ?lpril des Vorjahres im Personenverkehr 11,8 Millionen Mark, gleich 2,3 Prozent mehr, im Güterverkehr 3,6 Millionen, gleich 2,6 Proz. weniger, insgesamt unler Berücksichtigung einer Mchrcinnahme aus sonstigen Quellen 9.8 Millionen, gleich 4,89 Prozent melzr 1914 fiel das Osterfest in den Monat April, im Vorjahre in den Monat März. Der April des laufenden Jahres hatte deshalb zwei Feiertage inehr und zwei Werktage weniger ats der April des Vorjahres. In diesem wurden überdies die Einnahmen aus dem Güterverkehr durch den damals aus- brecheuden Streik der Bergarbeiter ungünstig beei.mlußt. Die englischen Arbeiter in Berlin. Aus Anlaß des Besuches der englischen Arbeiter und Angestellten fand am Mittwoch abend eine vom Empfangskomitee veranstaltete Massenkundgebung für den Frieden zwischen Deutschland und England in dem Riesensaale der „Neuen Welt" auf der Hasenhaide statt. Die weiten Räume waren Kopf an Kopf gefüllt. Die Gesangvereine des deutschen Werkmeisterbundes trugen einige Lieder vor. Alsdann begrüßte Staatssekretär a. D. Dern- b u r g die Engländer i» englischer Sprache namens der eigentlichen Kameraden der Gäste, der deutschen werktätigen Bevölkerung und der deutschem Arbeiterschaft. Der Gcncralsupcrintendent von Berlin, Lahusen, begrüßte die englischen Gäste im Namen der evangelischen Kirche Berlins, ebenfalls in englischer und deutscher Sprache. Andere deutsche und englische Redner schlossen sich an. — Die Abordnung der englischen Arbeiter und Angestellten wurde Mittwoch nachmittag in der Halle des Bundcsrats im Reichstagsgebäude durch den Staatssekretär Dr. Delbrück in Vertretung des behinderten Reichskanzlers empfangen. Staatssekretär Dr. Delbrück dankte dem englischen Sprecher in herzlüifen Worten für die dem Reichskanzler aus Anlaß des Tra.uersa.lles in dessen Familie bezeugte Teilnahme. Er versprach, diesem davon Kenntnis geben zu motten und fuhr dann fort' Eines herzlichen Empfanges können Sic sicher sein. Erblicken wir doch in Ihrem Kommen ein neues Zeichen dafür, wie stark das Gefühl der Ziisammengchörigkeit des deutschen und eng- lischen Volkes gerade aus kulturellem Gebiet entwickelt ist. Tie englischen Arbeiter und Angestellten folgten am Mittwoch vormittag einer Einladung der Stadt Berlin nach dem Rathausc als Gäste und wurden vom Oberbürgermeister Mermuth willkommen geheißen. Auslanv. Die deutschen Entschädigungsansprüche nach dem südafrikanischen Krieg. Im englischen Unterhaus fragte Godsre« Baring lUnionists an, wie die gegenwärtige Lvge bezüglich der Forderungen sei, welche deutsche Slaatsangehörige erhoben hätten, deren Eigentum wahrend des südafrikanischen Krieges zerstört oder beschädigt ivordcn sei und wie hoch sich die Fordes rungcn bezissertcn. Parlarncntsuntcrsekrctär Ae l and erwiderte, die Angelegenheit erfahre eine sorgfältige Prüfung, aber die brittsche Regierung müsse sich Mt der südafrikanischen Regierung in Verbindung setzen, bevor diesbezügliche Mitteilungen ge-, macht werden könnten. Die Höhe der Forderungen betrage 121 000 Pfund. Im englischen Unterhaus wurde der Gesetzentwurf über die Trennung von Kirche und Staat in Wales in dritter Lesung Mt 328 gegen 251 Stimmen angenommen. Der Entwurf, der vom llnterhause nnnmehr in drei autetnandcrsolgen- den Sitzungen angenommen worden ist, geht jetzt an das Oberhaus. Nach der Parlamentsakte wird eine Ablehnung durch die Lords nicht verhindern, daß der Gesetzentwurf in kurzer Zeit Gesetz wird. An» Stadt nnd Land. Gießen. 22. Mai 1914. Zum Umbau der alten Klinik. Das für den Wettbewerb zur Erlangung von Plänen über die Einrichtung der alten Klinik für Zwecke der städti- ichen Verwaltung eingesetzte Preisgericht hat in seiner zweiten Sitzung am Mittwoch die Entscheidung gefällt Von den eingereichten 14 Entwürfen wurden als die besten erachtet die Entwürfe mit den Kennworten: „Barbara" "^Ue Raume neue Bezeichnungen", „Provisorium", „Achte , 4-"^Preisgericht verteilte die zur Preisverteilung vc fugbare Summe von 2000 Mk. in folgender Weise' 600 Mk. dem Entwurf mit dem Kennwort „Barbara Verfasser. Karl Schön. Regierungsbaumeistcr a.' OUU Mk. dem Entwurf mit dem Kennwort: „Alte Räun neue Bezeichnungen. .Verfasser: Architekt Hai Meyer, Weben. 500W21. dem Entwurf mit dem Kennwort: „Provisorium*, Verfasser: Architekt H. G a r n o n , Gießen. 406 Mk. dem Entwurf mit dem Kennwort: „Achte das Alter", Verfasser Georg Mohr, Gießen, Landgrafenstraße 5 Der Wettbewerb ergab, daß die in der Raumbedarss- nachweisung ausgeführtcn Räume einschließlich Reserven in den vorhandenen Gebäuden zweckentsprechend unkergebracht werden können. » ** Zum Leutnant befördert wurde der Fähnrich W a l t e r im Ins.-Regt. Kaiser Wilhelm <3. Größt,. Hess.) Nr. 116. ** Gewcrbeausstellnng Gießen. 'Tie Gewerbeaus stcllung hate auch am Donnerstag wiederum einen außerordentlich starken Besuch aufzuwciscn. Nachmittags waren die Ausstellungsräume von Fremden überfüllt, während man sich abends in dem Garten und den beiden Rcstaurationsräumen drängte. Eine haupl- anzichung für die Gartenbesucher bildete das Nachmittags- und Mcndkonzert der Kapelle Bauer, die feljrn beifällig ausgenommen wurden. Auch am nächsten Sonntag sollen wiederum 2 Konzerte lvon 4—7 u. 8—11 Nhrl stattsinden, deren Ausführung der Gieße- ner Regimcnt-kapclle übertragen worden ist. Am Mittwoch wurde die Ausstellung vom Ministerialral Schticphake und Oberregierungsrat Dr. Graes vom Ministerium des Inner», Mteilnng für Handel und Gewerbe,, besucht Tie Herren sprachen sich sehr anerkennend über die zahlreiche Beteiligung an der Ausstellung und die ausgestellten Gegenstände aus In den nächsten Tagen wird auch der Minister des Innern erwartet. — Von den Ansstcllungs- leiter» wird darüber Klage geführt, daß gestern mehr als 40 Herren entdeckt wurden, die. trotzdem sie über 18 Jahre alt waren, mit eine Reihe von Besuchern sestgesteltt, die ans Karten cingctrctcn sogenannten „Beikarten" die Ausstellung besuchten. Ebenso wurde waren, welche au> einen anderen Namen lauteten. Die Betreffenden wurden zur Anzeige gebracht.' In Zukunst sollen auch die fälschlich benutzten Karten vernichtet werden. ** D i e O pc ret t en g a st svie l e des Emser Kurth e a t e r s begannen am Mittzooch abend Mt einer hübschen Auflührung von „Polenblnt", die bei dem nur mäßig besetzten Hause sehr starken Beifall fand. Die gefällige Musik ^kebdals Iveist einige hübsche Lieder auf, die zum Teil wiederholt werden wußten, und die Regie Herrn Schillers, sowie die Einstudierung durch Kapellmeister W e i n a ck taren das übrrgc, um dem Stück zu einem schönen Erfolg zu verhelfen. Es bandelt sich um einen jungen, verbnminelten Gutsbesitzer, dessen Besitzungen dadurch wieder in die Höhe gebracht iverden, daß sich eine verschmähte Polentochter als Wirtschafterin bei ihm verdingt, in der Absicht, ihm den Kopf zu verdrehen, und chn daittt sitzen zu lassen. Sie verliebt sich wider Erwarten auch in ihn und so endet die Geschichte mit einer Verlobung. Die Darstellung war sehr lobenswert. Herr Otto Schiller war ein ausgezeichneter San Jan. Hans, 'Martini als Helsna spielte und sang ganz entzückend. Herr Abel war ein angenehmer, aber namentlich im rednerischen Teil Nicht durchweg besriedignder Graf Bolsslaw Einen Prachtkerl von einem Tr»'ttcl stellte Herr Beh- tensen hin. Eine ausdrucksvolle Tänzerin gestaltete Frl. Paul v, der in Frl. Koch eine resolute, sehr angenchni wirkende Mutter zur Seite stand. Eine ausg^cichnete Figur machte Herr Grosser als Mlrski. Die Kapelle tat unter Herrn Wetnacks Leitung ihre volle Schuldigkeit und ging gut mit. ** Stadttheater. Nachdem die Ausführung der reizenden Operette „Polenblnt" evident erwiesen hat, daß das Eniler Knr- theater über vorzügliche Kräfte und ein tadelloses Zusammenspicl verfügt, ist sicher zu erwarten, daß das ziocitc Gastspiel am D o n - nerstag, de» 28. Mai, einen besseren Besuch aufzulveisen haben wird, zumal da die hier stets gern gesehene klassische Operette „Ter B e t t c l st u d c n t" zur Slusfnhrung gelangt. BiNetbcstellungen bittet man an die Kasse des Stadttheaters zu richten. ** I m Lichts pielhausc wird, wie uns die Direktion mitteilt, von morgen ab der in allen Städten so riesiges Aufsehen erregende Riesen-Kunslsilm „Dnrch Nacht und Grauen" vorgeführt. Das ,L>amburger Fremdenblatt" schreibt über diesen Film: „Der Film: „Durch Nacht und Grauen" zeichnet sich vornehmlich durch die Schönheit der kolorierten Bilder ans. durck, die die Interieurs einen lebenswahren, warmen Ton erhalten. Tas Stück ist reich an starken Kontrasten und führt in die Tiefen mcnschlichei' Verderbnis und menschlichen Kummers, und zwar in realistischer' Nacktheit. Unumwundene Anerkennung verdienen Regie und Darstellung Ar die packende Bilderfolgc und das dramattsch bewegte Gestenjviel." ** Güterregister. Gütertrennung haben verein- batt: Eberhard Ranft, Wirt und Weistbinderineister zu Allen- d o r s an der Lumda, und dessen Elxesrau Eltsabethc geb. Lotz. ** Grundstücks» erfeljr. Ein Grundstück zu Gießen, Walltorstraßc 41, das auf den Namen des Johann Jakob L a t h c r und der Marie Lather geb. Deibel, dessen Ghefraul, in Gießen, als Gesamtgut der ErrungcnschastSgenieinschast, eingetragen war, soll Freitag, den 10. Juli, vormittags 9 Uhr, durch das Amtsgericht Gießen im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Ter Bersteigcrungsvermerk ist am 17. Januar 1914 in das Grundbuch eingetragen worden. — Grundstücke zu Gießen, Krosdorser Straße 17, die aus den Nampii der Eitler, Emilie geborene Eckhardt, Witive des Karl Euler IV., eingetragen waren, sollen Freitag, den 10. Juli, vormittags 8’ , Uhr, durch das Amtsgericht Gießen im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Der Bersteigerungsvermerk ist am 30. Avril 1914 in das Grundbuch eingetragen worden. — Grundstücke zu H i tz k i r ch c n, die aus den Namen des Schmieds Georg Birk in Hitzkirchen cingetrager waren, sollen am Samstag, den II. Juli, vormittags 10 Uhr, auf dem Tienstzimmer des Großh. Ortsgerichts zu Hitzkirchen im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Der Versteige- rungsvcrmcrk ist am 28. Oktober 1913 in das Grundbuch eingetragen worden. I ** Die Arbeiten an der Umgehungsbahn. Bon der Umgchungsbahn sind die Arbeiten zu Los 2 ausgeschrieben. Das Unterbietungsverfahren Hai die merkwürdige Erscheinung gezeigt, daß der Unterschied zwischen dem Höchst- und Mlndestfordcrndei, rund 600000 Mk. beträgt. Die höchste Forderung ist rund 1.300 000 Mk., die niedrigste über 700000 Mk. Es handelt sich um 570 000 Kubikmeter Erdbewegung, die Errichtung eines mehrere Kilometer langen und bis 20 Meter hohen Dammes, sowie um Erbauung von fünf Brücken und Durchlässen. ** Schlägerei. Am Mittwoch abend entspann sich gegen 11 Uhr in einem Hause der früheren Schützcnstraßc eine Schlägerei, in deren Verlauf der eine der beiden Kämpen übel zugerichtet wurde. Ein vorübergehender Schutzmann konnte dem Lärm, der sehr die Nachbarschaft in Mitleidenschaft zog, ein Ende machen und Ruhe stiften. **JnderLahngeländeteLeiche. Gestern morgen wurde die Leiche des Arbeiters Becker aus Ensbach unweit der Mühle aus der Lahn gezogen, nachdem ein vorüberfahrendes Motorboot die Leiche ans Ufer gespült hatte. Es ist anzunehmen, daß Becker seinem Leben selbst ein Ende gemacht hat. Er wird seit sieben Tagen von seiner Familie vermißt, lieber die Gründe zu dem Selbstmord fehlt noch die Aufklärung. ** Kleine Mitteilungen. Bei der Motorensabrik in O b e r u r s e l stürzte die 62jährige Brigitte Möller infolge eines Schwindelansalles in den Bach. Sic erlitt hierbei schwere Verletzungen, die nach kurzer Zeit ihren Tod herbeiführten. — Ein schwerer Unsall ereignete sich in dem Geisenheim er Kaolinwcrkc. Beim Ueberfahren einer Drehscheibe stürzte cin Sandwagcn um. Der Ar- better Wendltn Kilian aus Geisenheim geriet unter den Wagen. 'Der Verunglückte brach etncn Untcrschcnkcl, ferner erlitt ex verschiedene Quetschwunden. Landkreis Ticken. ' ^ Heuchelheitn, 22. Mai. Die Rote Kreuz-Sammlung ist mich in Heuchelheim gut ausgefallen. Es mar ein 'Betrag von 100.65 Mt. zu verzeichnen. ck. R e i s k i r ch e n, 21. Mai. Heute nachmittag 4.30 Uhr landete hier der Ballon „Gladbeck", Eigentum des Niederrheinischen Vereins für Luslschifsahrl. Ter Führer Apotheker Dieckmann, der mit dieser Fahrt seine 51. Fahrt vollendete, war morgens 10.30 Uhr in Dortmund ausgestiegen. Außer einigen vertikalen Böen hatte der Ballon ruhige Fahrt und glatten Abstieg. A Hattenrod. 21. Mai. Ein Waldgotlesdiensl land wieder, wie alljährlich, am Hiininsliahrlstage in dein Wnld- dislrikt M a i b n ch liait. In Anbetracht de? I>erriichen Wetter» hatie iich eine grabe Meiriche,imenge ans der Nachbarichaii ein» gelunden, besonders aus bei» Crtcii EtliiiasKanle», Burkhards eiben, Oppenrob, Etcinbach, Aldach, Lich, Blnnsier, Eber- und Nieder- Bessingen. Kreis Büdingen. A Büdingen, 21. Mai. Ter 31. Bcrbandstag des Rhein-Main-Eo st wirteverbands fand unter recht zahlreicher Betecligung statt. Tie Verhandlungen leitete bcr Ber- bandsvorsttzende Ha u st- Darmstadt, der beipnders die Vertreter der Regierungsbehörde und der Stadt, sowie den Vertreter der batzerischcn Gastwirte, P e te r- München, begrüßte. Bürgerntkistcr Fendt begrüßte den Gastwirteverband im Namen der Stadt, Krersamtmann H im men, für das Kreisamt Bei den nun tol- genden Verhandlungen wurde anstelle der allgemeinen Fortbildungsschule Fachunterricht gefordert. Für die Kellner- und Koch» lehrlinge sei unbedingt Fachkenntnis, Buchiübrung und Unterricht in fremden Smachen ersorderlich. Ter deutsche (öastwirieverband hat 3000 Mark zur Verfügung gestellt zur Unterstützung iur Lehrer, die an einem itzuriuS für Fachunterricht für das Gastwirtegcwcrbe teilnetmien. Es wird verlangt, daß die sogen, alkoholsreien Köst- bäuser unter Konzesjionsvslicht gestellt werden. Bei Erteilung von Konzessionen im Gastwirteaewerbe müsse die ZuvcrlässigkeitS- frage besser gevrüst werden. Vorher se, das Gutachten der örtlichen Gastwirtevereinigunq zu hören. Gegen die spanischen Weinstuben nrüsse ganz energisch vorgcganaen werden, um gegen die fremdländischen Weinsälschungen anzulämpsen. Vor allem soll für eine Aenderung der hessischen Stempelgcsetzgcbung gewirkt werden. Bei Konzessionsgesuchen soll die Bedürfnisfrage strenge geprüft werden. — Als Ort des Berbandstages 1915 wurde Heppenheim bestimmt. Durch Zuruf wurde der Verbandsvorstand wicdergewäblt t l. Vorsitzender Haust, Stellvertreter Deppeiiheimer, Schriftführer Lind, Rechner Trautmann, Beisitzer Fink und Freund, sämtlich in Darmstadt. Starkenburg und hihcinhcsscn. = Darmstadt, 22. Mai. Ter verhaftete Student Bogt hat eingestanden, den Privatgelehrten Hcvdrich überfallen und niedergeschlagen zu haben, weil dieser ihm wegen unerlaubter Beziehungen Dorwü,rsc machte. Die Untersuchung hat ergeben, daß Vogt den am Boden liegenden Gelehrten init Spiritus übergossen und angczündct hat. Er scheint in einem Zustand plötzlicher geistiger Umnachtung gehandelt zu haben. ch. Bingen, 21. Mai. Der im Kreise Bingen aufge- brachlc Wehrbcitrag stellt sich auf 400000 Mk. Davon entfallen allein auf die Stadt Bingen 250000 Mk. Hessen-Nassau, d. U si n g c n, 21. Mai Ter Kreistag setzte den Kreishaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1914 in Einnahmen und Ausgaben auf 150750 Mark fest. Zur Erhebung kommen 27 Prozent KreiSstenern. h. AusdemTaunus,21. Mai. In Gegenwart einer nach Tausenden zählenden Festgemeinde wurde heute mittag bei O b k r- j o s b a ch die Grundsteinlegung für das Erholungsheim des Verba »desdeuts cherHandl» ngsgehilfenzuLeip- zig vollzogen. Nach dem Empfange der Gäste aus dem Niedernhäuser Bahnhof durch die Oberjosbacher Gemeinde begaben sich die Teilnehmer in endlosem Zuge nach dem Baugelände, überall, be- sonders in Jssbach selbst, herzlich begrüßt. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand die Begrüßungsrede des Verbandsdirektors Kl c i s und die Weihcrcde des Reichstagsabgeordncten M a r - guardt aus Leipzig. Später fanden gemeinsame Mittagessen und ein prächtiges Waldiest aus dem Heimgelände statt. Das Heim wird sich aut einem 15 000 Quadralmeicr großen Wald- und Ackcr- grundstück erheben und Raum sür etwa 100 Gäste bieten. h. B a d S o d c n a. T., 21. Mai. Aus Anordnung der Regierung hat die Gemeindevertretung eine Neuordnung der O r t s z u - lagen sür die Lehrer beschlossen, die diesen erheblich bessere Vorteile als bisher bringt. Er erhalten die Lehrer vom 8. bsis 10. Dienstjahre 50 Mk., vom 10. bis 15. Jahre 75 Mk, vom 15. bis 20. Jahre 100 Mk. und vom 20. Jahre ab 150 Mk Ortszulagen. verelnsnachrlchten. — Gießener Turnverein von 1848. Begünstigt von ■ herrlichem Detter unternahm der Verein am HimmelsahrtStag unter Leitung des Turnwarls Erb und zweier Vorttirner eine Tageswanderung nach Salz Hausen — Nidda. Etwa 50 Turner und Turnerinnen hatten sich in aller Frühe am Bah» hoi pingesunden, um den Zug 5.37 Uhr bis Grünbcrg zu be nutzen. welches auch > -7 Uhr erreicht und durchgucrt lourde. Ein frohes Wanderlied hallte in den engen Gallen wider: verstohlen zeigte sich hier und da ein Kops hinter den Gardinen, um nach einem trästigcn Hallo sofort wieder zu verschwinden. Im flotten Tempo ging es durch das Brunnental nach dem nahen Wald, von wo aus man einen schönen Rundblick gcnicßen konnte Ganz prächtig nahmen sich die mit Mischwaldungen bestandenen Berglehnen aus, aus welchen die weißgekleidete Birke mit ihren grünen Wipfeln ganz besonders hervorragtc. _ Wald, Feld und Dörfer wechselten in bunter Reihenfolge ab, bis >tm 8 Uhr das Städtchen Laubach erreicht wurde. Ein h'iidKr Aufstieg, unt Laubaäi lag im Rücken. Inzwischen verlangte auch der Magen seine Rechte und es ivar bald ein geeigneter Play zum Lagern gefunden. Nach > .-ständiger Rast erfolgte wieder der Aufbruch Die Sonne spendete schon reichlich ihre warmen Strahlen, so daß der lnnter Fricdrichshütte wieder beginnende Wald mit^ Freuden begrüßt wurde. Laut tönte der Kuckucksruf durch die Stille und ein vielstimmiges Konzert der gefieberten Sänger erschallte. Froh. Turner und Wanderlieder halse» den Weg verkürzen und man war angenehm überrascht, als sich um ll Uhr schon das an mutig gelegene Törfchen Ulvba zeigte. Hier wurde daß Mittags- mabl eingeiiommen und nach längerem Disentbalt der Wcslermarsch angetretcn. 1 -3 Uhr zog die muntere Schar in Salzhausen ein und nahni nacki einer Labimg aus den Sprudeln die letzte Wegstrecke nach Nidda auf. Im ausgesuchten Restaurant Null- manu herrschte bald reges Leben. An einer gemeinsamen Tafel vereinigte man sich zu einem kleinen Kommers. Turnwart Erb dankte für die rege Beteiligung und ermahnte die Turner, auch weiterhin festzuhalten an der edlen Turnerei. Trotz der großen Strapazen kam auch der Humor noch zur Geltung und allzu früh schlug die Sttinde des Aufbruchs. Mit der Balm wurde die Heimfahrt angetreten, so daß die Teilnehmer gegen 10 Uhr wieder in Gießen waren. _ kl Lollar, 2l. Mai Vom schönsten Maiwetter begünstigt unternahm heute bei guter Beteiligung der Stenographen- verein „G a d e l s b e r g e r" Lollar einen Ausilug. Ter Weg führte über Kirchberg. der Main-Weierbah» entlang, über Schloß Friedelhausen nach dem romantisch im Lahntale gelegenen Tich- tcrshauien, wo be, Wirt Binqel Einkehr gehalten wurde. Die Veranstaltung galt als eine Keine Siegesfeier sür die beim Wett schreiben in Schotten liru Preisen ausgezcichnetcu Mitglieder In der Tischrede gedachte der Vorsitzende, .Herr Kaufmann Hugo Haas, der eitrigen Tätigkeit des Untcrrichtsleiters, des Herrn Bureauoorstehcrs Martin Jung. Gießen und ermahnte die Kunst genossen zu weiterem Fleiße. Bei deitcren Vorträgen, Tanz und dergl. vergingen die Stunden nur allzu schnell. Bei guter Stunde trat man den Heimweg an und mit Gesang zogen die Teilnehmer in Lollar ein. ^vc>r». Akademische Futzballmeifterichaft »an Deutschland — (9 i c ü e n , 2i. Mai. A»i dom Soielptnize an der Hardt troff» sich firme uachiniltaa in der Vorrunde um die akademüche äuhdall elsierschait polt Deutschlaud der I. F. C. B tkt ori a Heidelderg iiud die akademische Mauni-c-ait des Vereins iur R a l e u I p j e I e vUeieu. Tie Heideliera-r Gäue waren die bei ipeltem iileil gcue Partei I» Zusam,»c»icue und Tempo. Zur erkies Tor stet tu der 2 >. Minute, Gie en ioizte und glich daun auch noch ein weiteres Tor HeidelberaS aus. so daß mit . nlbjeit das Spiel 2:2 staub. Bei n Anltob giuaen die Gäste euergiläi vor und errangen kurz hintere»ander zivei To e. loädlciid verschiedene iveitere Vorstöße Heidelberg; der bri nute Giehener Torwäc tev uereitelle. Zu»> Srtiliiii vermo I le Gieße» der Hei-clderger Eli nur no ein Tor enlgegeuzuste len Gl-'nzende Leistungen rot der internationale Fußballst-ieier Wegele von der peieelbergei Mannlchait. Das Spiel endete iouach »nt 4:3 Toren iiir Heidelberg. Landwirtschaft. — Grünbcrg, 19. Mai. Gestern ließ die Landwirtschaft s k a IN m e r stlr das Großhcrzogtum Heksen unter Leitung des Ockonomtcrats Weitzel von Lich bei der Ncunuihlc zwei F r u ch t h a ck m a k ch i n e n im Betriebe vorsührcn. Aul einem mit der Drillmaschine besäten Acker mit Hafer fand die erste Bor sührung statt, die zur allgemeinen Zufriedenheit verlies. Es waren etwa i>0 Zuschauer erschienen, die zum größten Teile aus den Orten Queckborn und Lauter gekommen waren. Auch Wetter seid, Röthges, Ettingshausen und Nicder-Ohmen waren vertreten. Lelonomierat Weitzel begrüßte im Namen der Landwirtschasts« kammer die Erschienenen und hielt dann einen kurzen Vortrag über die Hackmaschine», wobei er auf die großen Vorteile hin- wicch welche die Behackung nicht nur der Hackirücht-, sonder» auch der Halmfrüchte dem Landwirte bringt, indem, außer Beseitigung deS Unkrautes, durch das Hacken Licht, Luft und Sonne in den so gelockerten Boden viel leichter eindringen und das Wachstum der Pslanzen bedeutend iörüern können. Tic eine Hackmaschine, eine „Hasffa". ivar aus der Fabrik von Tröster in Butzbach, ar bcilcte vorzüglich und war leicht zu bedienen. Die andere war eine „Hallcnffs"-Maschine aus der Fabrit von Zimmcrmann in Halle, gestellt vv» Schiescrstein in Lich. Auch diese Maschine ging gut. Tic Messer sind i» Parallelogrammen geführt und passen sich infolge der varanlauicnden FührungSrvllcn, unabhängig voneinander, den Uncbeuhcitcn des Ackerbodens au. Leider war dies aber bei der Vorführung gestern nicht ganz der Fall, weil die einzelnen Teile, wohl wegen ungenügender Oeluug, sich nicht spielend genug bewegten. Zu jeder Hackmaschine sind 2 Personen zur Bedienung und l Person zur Leitung.des Zugtieres nötig. Nach Behackung des etwa 3,/, Morgen großen Haser- ackers, wobei eine Anzahl Landwirte abwechselnd die sc mit einem Pferde beipannten Maschinen bedienten, wurde die Vorsührung an einem mit Winterweizen bestellten Acker fortgesetzt. Von großem Vorteile beim spacken der Halmfrüchte mit der Hackmaschine ist es, wenn schon bei der Drillsaat möglichst gleichmäßig und nicht zu enge gedrillt wird. Deni durch die langauhalteudeu FrühsahrS- regcn in diesem Jahre außerordentlich sestsitzenden Ackerboden tut die Lockerung durch das Behacken besonders nötig. A Lauterbacki, 20. Mai. Der Landwirtsckiaitskammer- Aiisickust für Oberhesse,, hat aus der hiesigen Jungviehweide eine B u l l e n - A u s z u ch t st a t i o n sür Simmentaler und Bogels- bergcr Bullen eingerichtet. Einen Beweis datür. daß auch die Pferdezucht im Vogelsberg im steten Auiblühcn begriffen ist, liefert die große Zahl der ausgetriehencn ein- und zweilährigcn Fohlen, sic beträgt 48. Bingen, 21. Mai. Der Stand der Reben in den Ge- marlüngen des Kreises Bingen ist sehr gut. Nachdem wärmeres und trockenes Wetter eingetreten ist. mlachl di-' Entwicklung der Reben gute Fortschritte. Dort wo dist jungen Bläktcr infolge der kühlen Witterung etwas gelb geworden waren, haben (Tie jetzt be reitS ihre grüne Farbe erlangt. Den Gejcheinansatz ist durchweg zusriedcnstejlend. Da sich auch der Frostschaden nur wenig be» merköarslnacht, schauen die Wiirzer zurzeit voller Hoffnung in die Zukunft. — In der nächsten Zart ivird die Bekämpfung des H e n - w u r m s mit Nilöffmpritzmitieln ihren Ansaug nehmen. Tic Wein- und Obstbauschule Oppenheim lässt kein Mittel unversnchi, um eine möglichst große Zahl der WeinbergShesitzer für diese B.'kämpsungs weise, die sich im letzten Jahr sehr gut bewährt har und die iich dcSlsttlb schon viele Freunde unter den Weingutsbesitzern erworben hat, zu gcivinncil. Nunmehr werden in einer ganzen Reih: von wcinbaiitreibcnden Orten scitcirs der Schule prailiscksti Unterweisungen m der Nikoiinbclämpimig veranstaltet. - Lnftscbincihrt. Friedrichs Haien, 21. Mai Das Marinelustschiff „L. 3" ist heute marg.m 7 1 . Uhr zu einer ZSstündigcn Taueriahrt aufgc- stieqen. An Bord befand sich die Marineabnahmekoinmission. Das Lustschiss hat um 10 Uhr Basel passiert. Das Endziel der Fahrt ist Johannisthal. Gsrichs^kaaH. Ein best rasier Hetzer in Elsaß-Lothringen. Straßburg i. Eli., 20. Mai. Ter Kommandierende General des 15. Armeekorps p. Deimling hatte gegen den verantwortlichen Redakteur des „Journal d'Alsacc-Lorrain e", Jung.Straiantrag gestellt wegen eines Artikels vom 5. Dezember v. I., in welchem erzählt worden ivar, daß angeblich zwei Offiziere vor dem Kasino aus dem Dcoglieplatz einen vorübergehen den Zivilisten durch das Wort „Wacker" beleidigt hätten. Daß Landgericht. vor dem heute in der Sache Termin anstand, erblickte in dem Artilcl eine Beleidigung des preußischen Osiizierskorps. Das Urteil lautete aus 400 Mark Geld st rase, eventuell 40 Tage Hast, Einziehung der betreffenden Nummer des „Journal", Vernichtung der Platten »ich Publikation in der „Straßburger Post" und im „Journal d'Alsacc - Lorraine", sowie Tragung sämtlicher Kosten Ter Staatsanwalt hatte zwei Monate Gciängnis beantragt. Königsberg i. Pr., 20. Mai. Die Strafkammer vcr» bandelte heule gegen den Mauteur Richard H cliS, zuletzt m Berlin ivohnhast, wegen Vergehens gegen das Lvionagegeietz vom .4. Juni I-lütz. Tie Lessciillichkeit war anögeschlosseii. Tas Uileil gegen de» Angeklagten lautet aus fünf Jalirc Gelängnts und Ziilässigkeil 4 der Polizeiaussicht. Di« Begründung des Urteils erfolgte in nicht östentlicher Sitzung. vermischte». * Ein sehr umfangreicher Waldbrand pernichteie die Forsten von K'itamis auf der Insel Hokkaido iJapan. Die Gewalt der Flammen konnte im Laufe des Tages nicht gebrochen n-erden, da der Holzbeftand infolge her großen Dürre sehr trocken ist. Die ganze Bevltlkerung beteiligt sich an den Löscharbeücn. 13 Personen sollen verbrannt sein. * Tie Ueberlcbcndcnvom „Columbia n". Brüssel, 20. Mai. Gestern sind an Bord des TampserS „Manhattan" zwölf der Ueberlebcndcn der „Columkiian" in Antwerpen an- gekommcn. Kurz vorher trafen an Bord des Dampfers „Kroonland" 13 aichcrc Gerettete deS Dampfers ein. Nachdem die 25 Mann ver- einiit ivaren, brachten sie ihrem Kapitän Macdonald eine itumml aber übcrwälligcnde Kundgebung dar. Die Geretteten können sich nicht genug tun, in dem Lvlbe, das sie dem Käpitän und den Ossi» zieren für ihren Mut und ihre Geistesgegenwart zollen * F! u ch t aus dem Harem. Aus Triest» 20. Mai, wird gemeldet: Hier ist an Bord des Llonddampiers „Leopolis" die Tochter Jzzet Paschas eingetroffen, die mit Mazda Pascha verheiratet ist. Wegen angeblicher Mißhandlungen ist sic aus dem Harem ihres Gatten eniilohen. Sie hat um den Schutz der österreichischen Behörden gebeten. * Gin Kamps mit Frauenrechtlerinnen. London, 21. Mai. Eine Anzahl Frauenrechtlerinnen versuchte heute nachmittag in den Buckinghampalast cinzudringen, um dem König eine Petition zu überreichen. Tic Polizei zerstreute die Maniiestantinnen. Frau Pank hur st wurde am Cuigang des Palastes verhaftet. Bei der V'rhaitung kam es an der am Htzdepark gelegenen Ecke des Schlosses zu einem Haitd- gemengc zwilchen Anhängern und Anhäitgerinnen des Frauenstimmrechts und den Polizcibeamten. Vielen Beamten wurde der Helm vom Kopse geschlagen. Im ganzen sind 48 Personen verhaftet worden, darunter drei Männer. * Dampferunglück Aus Nalvcston, 2l. Mai, ivird genieldct: Das aus einen drahtlosen Hilferuf hcrbcigeeiltc Sckslacht- ichiss „Connecticut" rettete etsva 100 Passagiere des! hundert Meilen nördlich von Tampico gestrandeten und zerschmetterten Dampfers „Atlanta". Tic Passägtere setzten sich zum größten Teile auS Ausländern zusammen, die von GaGeston, wohin sie sich geflüchtet hatten, nach den Oclscldern vow Tampico zurückkehrcn wollten. Meine Tagerchronik. Der Dampfer „Vaterland" ist am Donnerstag vormittag 7 Uhr 47 Min. bei der. Quarantäncstation in New Bork ein getroffen. Bei dem Athletenwett st reit in Heidelberg ivurde dem Arbeiter Schwegler das Rückgrat gebrochen, so daß er alsbald starb. Märkte. L. F> iedberg, 20. Mai. Der heutige Worben markt war ielir aut teelänctt und währte bis t Uhr. Butter kostete das Pinud I 40 Ist., Eier das Stück » P>a. Käse st PIg., Kälematte das Pfund 2: P>a., Kartosie!» der Zentner st Tstars. Biel Eolat, Spargel», Frübgeniüse, Blninenstöcke, Maihlmne» nsw. waren zum Berkaus gebrack». Mit AnSnahnie der Bluinenstöckc wurde alles a»s- vei kaust. vriefkasten der Nedaktion. tAuonuiiic -tusragc» bleiben «nberücksichtigt-f — m. n. 25. Sic fragen an, ob wir ein Mittel g e g e. Zahnschmerzen lennen. — Neuerdings empfiehlt man als ein sehr wirksames llNittcl gegen heftige Zahnschmerzen, besonders dann, wenn der Zahnnerv bloßgclcgt, folgende Mischung: Aus 5 Gr. Agua destillata kommen 0.2 Gr. Cocainmur und 0,3 Gramm Ar de earbol. Mit dieser Fjüssigleit beseuchtet man Wattebäuschchen und bringt diese in die hohlen Zähne Müllerschc Badcanstall. W at! e rlv ä 1 IN e der Lahn am 22. M at 17° u. Ainlltckicr LSetlerlerickil. Ocssentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetterausiichlen in Heilen am SamSlag, de» 23. Mai 1811» Wolkig, trocken, Gewltleriieigniig, lndivestff-'be Winde. Letzte 21«scHricl)tc«k. Eine Landungsbrücke cingestürzt. Berlin, 21. Mai. TaS „'Kleine Journal" meldet: Heute nachmittag stürzte in dem benachbarten Caputh eine T a m p s e r l a n d u n g s b r ü ck e ein. 20 Personen, die auf den Dompscr warteten, sielen i ll S Wasser, konnten aber trotz der entstehenden Panik gerettet werden. Nacki Angabe eines Augcnzcugrti ist das Unglück daraus zurückzuiührcn, daß die Vrüclcnpieiler bcreils angelault u. die Brücke zu stark belastet war. Kongreß des Jungdcutschlandbundes. Stuttgart, 21. Mai. Hier nahm heute der Erste Kongreß des Jungdeutichlandbundcs mit der Erüiinung der Ausstellung sür Juugdeutichlandbcdarf, der auch der Kultusminister v. Haber- maß teilnahin, unter dem Vorsitz des GcncralseldmarschallS Frci- hcrrn o. ü. Goltz seinen Anfang, .heule nachmittag saud die erste Hauptveriammlung statt, hei der General p. Jung über das Wesen und die Wirkung des Jungdeutschlandbundes sprach. Tic Versammlung nahm einstimmig einen Antrag au, der die baldige Einiührung eines Nachweises ausreichender kör perlt chcrVvrbildungs ürdene in jährig.freiwilligen Dienst sür wünschenswert halt. Tic Ortsgruppe Stuttgart per- anstallcte einen Begrüßnngsabend, der mit Orchester, Männcc- chörcn, lebenden Bildern und turnerischen Vorführungen von Mitgliedern des JnngdeutlchlandlnmdeS ausgestalt.-t war. Oberlehrer T h u IN Nt entbot die Grüße der Ortsgruppe, während Oberbürgermeister L a II t c n i ch l a g c r die der Stadt Lbcrbrachle. uuä eia bleaäeaä seböaer Teint. — Alles dies erzeugt die echte S teckenpferd-Seife (die beste Lilienmilchseiie), von Bergmann Sc Co., Radebeul, Stück 50 Pfg. Ferner macht der Cream „Dada“ (Lilienmilch- Cream) rote und spröde Haut weiß und sammetweich. Tube 50 Pfg. Bi ühl’sche Universitäts-Druckerei. 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Flur 5 Nr. 121 = 206 qm Olrahnovlen am umevften Niegelvfad, zwischen den Wegen Flur 0 Nr. 122 — 321 qm •’öofreitc daselbst. Die amisgerichiliche Ber- sügung iit im OnSgerichlS- zimmer öffentlich auSgehängt. thieffen. den 28. März 1911. GrotzHerzogl. OrtSgerichi. Simon. ßewerbe-Aussleliuno Gießen 1914 Karten-Uebersicht Es gelangen folgende Karten zur Ausgabe: 1. Tageskarten zu 1.00 Mk. Sonntags, 0.70 Mk. werktags. Diese berechtigen zum einmaligen Betreten der Ausstellung. 2. Dauerkarten zu 5.00 Mk. auf Namen lautend. 3. Beikarten zu 0.60 Mk. auf Namen lautend für dem Hausstand angehörende Mitglieder einschl. Dienstboten, aber ausschließlich Söhne von 18 Jahren. 4. Studenten karten zu 3.00 Mk. auf Namen lautend. Die Kartensorten 2, 3 und 4 berechtigen zum beliebigen Besuch der Ausstellung und des Festplatzes und aller von der Aus- i Stellungsleitung getroffenen besonderen Veranstaltungen (Kon- I zerte, Beleuchtungen, Tänze, Oesangsvorträge, turnerische und sonstige sportliche Vorführungen). Die Dauerkarten und Beikarten werden ausgegeben von den I Firmen: Ernst Baiser, Papierhandlung, Mäusburg 11 Rieh. Buchacker, Kgl. Pr. Lotterieeinnehm., Neuen Baue 11 Heinr. Driesch, Zigarrenhandlung, Seltersweg 70 I Karl Kabel, Hotelier, Liebigstraße 9 Sally Loeb, Zigarrenhandlung, Bahnhofstraße 52 Wilh. Moeser, Zigarrenhandlung, Seltersweg 63 Louis Scharmann, Zigarrenhandlung, Lindenplatz 3, und an der Tageskasse. Die Studentenkarten gelangen durch Herrn Ritter (Universitätsgebäude) nur an in Gießen immatrikulierte Studenten zur Ausgabe. 5, Kongresskarten zu 0.50 Mk. werden bei gemeinsamer Bestellung nur an auswärtige Teilnehmer hier stattfindender Kongresse verausgabt, lauten auf Namen und berechtigen wie die unter 2—4 genannten Karten zum beliebigen Besuch der Ausstellung und des Festplatzes, jedoch nur während der Dauer der betreffenden Tagungen. 6. Arbeiter karten zu 0.40 Mk. gelangen an Arbeitgeber i nd Arbeitervereinigungen zur Ausga e jedoch nur bei Abnahme von mindes cns 20 Karten. S.e berechtigen zum einmaligen Betreten i er Ausstellu g. 7. Karten für Schüler und Militär zu 0.20 Mk. geang na Schulen und Militärbehörden zur Ausgabe,je:!och nurb i Abnahme von mindestens 20 Stück. Sie beredt igen zum einmaligen Betreten der Ausstellung. Anmeldungen für die unter 5, 6 und 7 genannten Karten sind mindestens einen Tag vor Benutzung unter Einsendung des Geldbetrags beim Ausstellungsvorstand schriftlich anzumelden. D e Abnehmer hakt n für vorschri tsmäß. Ge rauch der Karten. 8. Karten für Mitglieder der Ausschüsse. D esesind zur Au gabs gelangt und haben die gleiche Berechtigung wie d e Dauerkarten. 9. Karten für die Aussteller wie Karten unter 8. Beikarten können zu Ausstellerkarten nicht gelöst werden. 10. Karten für Angestellte. Diese Karten lauten auf Namen und berechtigen den Inhaber nur zum Betreten der Ausstellung, solange das Gebäude geöffnet ist (abends 7 Uhr). Die unter 8,9,10 genannten Karten werden nur vom Ausstellungsbureau ausgegeben. DER AUSSTELLUNGS-VORSTAND. K. 4/14 6368 B Zivongs-Persteilicrunli. Freitag, den 10.Juli1914, vormittags 9)ldr, soll das im Grundbuch von GieHen den Johann Jacob Lather Eheleuten zugeschriebene Grundstück Jl. 1 Nr. 1399 — 322 qm Hcüreite Walltor- strane 41 aus hiesigem Amtsgericht Zimmer 18 zwangsweise versteigert werden. Die amtsgerichtliche Verfügung iü im Ortsgerichtszimmer öffentlich ausgehängt Gienen, den 30. Mai 1914. Grofzherzogl. Ortsgericht. Simon. Iv. 47/14 63(59 B Danhsvtrsttiijttunjj. Freitag, den 19. Juli 1914, vorm. 8 3 /i Mir, sollen auf hiesigem Amtsgericht, Zimmer 18, die nachbenannten der Karl 9!ebe Ehefrau in Ernsthausen, früher K arl Euler I V. Witwe dahier, zugeschrie- benen Grundstücke zivangs- iticifc versteigert werden. Jl.28 Nr. 277-130.,m Grabgarten, Laggärteu in den b ntersteu Schiehgärten. Fl. 28 Nr. 278 — 599 qm Hofreite daselbst (Krosdorser Straffe 17). Die amtsgerichtliche Verfügung ist im Ortsgerichtö- zimmer öffentlich ausgehängt Gieffen, den 29. Mar 1914. Groffh. OrtSgericht. Simon. Versteigerung. Ticnötag. dcn 20. Mai, nachm. 2 Udr, verstoigere ich 'Neustadl 53 dahier gegen Barzahlung: 1. 3 Schieffautomaten: 2. 2 Pferde, > Wagen, eine Ncaiitrierkaiic, Iwaoiüiter. I Schicivmaichine. Wem und Liköre, Tee. Kakao, Zigarren. >Lauikranz>zum Mnrustellgehörig). IMaff'cn- ichrank. Ivollsl. Ben, eine» Kieiderichrank. ein Soia. Garlenliichc und Stühle und andere Möbel. Persteigcrung zu 1. findet bestimmt statt. 6376 Born, GerickitSvollzicher in Gieffen. Versteiqerunq. Donnerstag, den 28. d. M., nachmittags 3 Ulrr, werden im PsandlokalSeltersweg 1t versteigert: LKassenschräuke, 1 Sekretär, 1 Pianino, zwei Warenschränke, 2 Schreibtische, 1 Wagen, 2 Hunde, eichene Bohlen. Fichten- und Tannenstammholz, 1 Küchenschrank, Sofas, Kommode, Schokolade, Ansichis - Postkarten, Wachsvögel u. a. ni. Johann, Gr.Pfandmeister. ,63751 Die Ausführung der Widerlager und Stüizmauer für die Wegeübersührung bei km 124,1+21 soll verdungen werden. Es kommen etwa 1250 ebm Betonmauerwerk und 490 edm Erdaushub in Frage. Die Bedingungen u. Zeichnungen liegen hier zur Einsicht aus. Das Angebotsheft kann gegen portofreie Einsendung von 1 Mk. 39 Pfg. (nur Postanweisung», soweit der Vorrat reicht, von hier bezogen werden. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift „Angebot auf Ausführung der Widerlager und Stützmauer für die Wegcüberführung bei km 124,1 + 21" bis zum Er öffnungstage am 2.Juni 1914, vormitiags 11 Uhr, bei der unterzcichneien Bauabtei- luug einzureichen. !(>372ick Zuschlagsfrist 3 Wochen. Dillenvurg. den 14. Mai 1914. Königliche Eisenbahn- Bau-Abteilung. Das beste |3119a Loduer-VacUs erhalten Sie bei I.«ag.LrüU, klovkstr. tmipivgie <1210 Touristen-Stiefei wasserdichi. v.Mk. 10.50 an Damen- und Herren-Stiefel in allen modernen Formen, schwarz und farbig von Mk. 8.5V an, Halbschuhe in iehcv Aussühruna. mit niederen u. hoben Absäven von Mk. 8.90 an, Knaben- und Mädchen-Stiefel extra stark, in allen Preislagen, Sandalen und Hausschuhe in Riesenauswahl, nur solide, erprobte Q-ualit. 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Sayunasänderungen 3. Berichiedencs. Um zahlreiches Erscheinen bittet __Ter Vorstand. In allen Teilen DeniichiandS mit Erioig eingerichtete Fabrikation aus einen vielfach geschützten fs»bv Masseii - Artikel der Bau - Brauche welcher bei einer Umwälzung des bisher Bestehenden um 60°/o billiger ist u. einen Bruttoverdlenst v. 609°/» abwirft, ist arrch für nbflcgrcnitc ^ejirfe Mns an solo. Firmen od. gutiit. Bauiachinanii sofort zu vergeben. Je nach Gröffe deS Gebietes Alk 2000.— dis 5000.— erforderlich, (steil. Offerten unter Nr. 4118 an -e>naic»itcin & Vogler 21. ©., Frankfurt/M. erbeten. KUNSTJAHR DAPMSTADT TQd-4- KUNSTLER KOLONIE AUSSTELLUNG 16. AAAI-H. OKTOBER JAHRHUNDERT AUSSTELLUNG DEUTSCHER KUNST H9.AVAI-A.OKTOe>ER 1 Frisch eingetroffen Mk Matjks-Htmgt per Stück IG Psa. Mk ital. Kartojfcln 3 Pfund 35 Psg. MeHmcbelilW'L KtoBciflitidc.litroiicn per Stück 5 Psg. 10 Stück 48 Psg. Saucrfraut «s |r b H. Heyne Wallorstr. 5. Tel. 322. TRAUE It II V T F. I A. 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