Nr. M viertes Blatt Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Di« „»ietzener ZimIIIenbläNer" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, dar „iireikblaN für de» Kreis Siegen" zweimal wöchentlich. Die „landwirtschaftlichen Seitsragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Sberhejsen Mittwoch. 20. Mai Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- slratze 7. Expedition und Verlag: e=^51. Redaktion:e=^ 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Der handelspolitische Ausschuh des Sundes der industriellen trat in Erfurt KU einer Sitzung zusammen, der als Vertreter des Reichsamts des Innern Geheimrat Miller beiwohnte. Ter Vorsitzende des Ausschusses, Landtagsabaeord- neter Fabrikbesitzer Claus;, berichtete über die Schritte, die der Bund der Industriellen bei der Reichsregierung für die von ihm erstrebte Umgestaltung des Wirtschaftlichen Ausschusses getan hat. Auf Grund eines Vortrags, den der Geschäftsführer des Bundes, Dr. R. Schneider (Berlins) kiber die handelspolitische Lage erstattete, fand eine eingehende Aussprache über die allgemeinen Richtlinien sür die Vorbereitung der künftigen Handelsverträge statt. Der Handelspolitische Ausschuß beschloß ein- stimmig folgende Leitsätze: 1. Jrgendivelche Minimal- und Maximalzvllsätze sind weder sür die landwirtschaitlichen nocfi sür industrielle Erzeugnisse neu einzuführen Säion die bisherigen Mindestvertragszölle bedeuten ein« einseitige Bevorzugung der Landwirtschaft und erschweren wesentlich die Erlangung von ausländischen Zugeständnissen zu Gunsten der Landwirte. 2. Eine Erhöhung der heute geltenden Zollsätze sür Getreide und Lebensmittel ist ebenso abzulehncn wie die Einführung neuer Zollsätze aut bisher zolttreie Lebens- und Genußmittel. Wenn ftir die Erlangung günstiger Handelsverträge oder sür die Abänderung von Zollmaßnahmen des Auslandes deutschcrscus Kompensationen sich erforderlich machen, so muß gleichmäßige Behandlung für Landwirtschait und Industrie eintrctcn. 3. Die Fcrtigindustrie, insbesondere die Eisen verarbeitende Industrie, hält ilire Stellung in dicier Beziehung sür solidarisch mit derjenigen der Roh ' und Halbzeugindustric, insbesondere der Groß eiscnftioustrie Tie hält es daher sür notwendig, daß die Roh- und Halbzeugindnstrie mit der Fcrtigindnstrie geschlossen gegen die zoll- und handelspolitischen Ansprüche des Bundes der Landwirte aut- tritt. Gegensätze innerhalb der Roh- und Halbzeugindustric einerseits und der Fertigindustric andererseits über das Maß ihres inländischen Zollschutzes können innerhalb der Industrie ausgeglichen werden. — Hieraus berichteten die Handelskammersyndici Dr. Dietrich (Plauen) und Dr. Cratz (Offenbach) über die Geschäftsordnung und den Arbeitsplan für die Unterausschüsse, welchen der Handelspolitische Ausschuß des Bundes der Industriellen für die einzelnen Geschäftszweige die Vorarbeiten für die künftigen Handelsverträge überträgt. Arbeiterbewegung. . ~ Mächtz a, 19. Mai. Seit 8 Tagen streiken die bei brr Bmrfirma Eurich hier zwecks Errichium; des Himnrcl- bachscben Sägewerks beschäftigten Arbeiter. Der Ausstand ist aber durch bedeutenden Zuzug auswärtiger Arbeiter gestern beendigt worden, ohne daß die Ausständigen ihre Forderungen durchsetzen konnten. Die Firma zahlt den Erdarbeitern den schon vor dem 'AuSstand gebotenen Stunden- lohu von 37 Pfennig. Au» Stadt und Land. Gießen, 20. Mai 1914. ** Stadttheater. Nochmals sei auf das heutige erste Gastspiel des König! Kurthraters Ems hingewiescn, das in Oskar Nedbals „P o l e n b l u t" die meistgegcbcne Operette des letzten Jahres bringt. Tic gestrige Aufführung dieses Werkes in Mar- burg bedeutete einen großen Erfolg, an dem in erster Linie die Damen Pauli, Martini und Koch und die Herren Schiller, Behrensen und Abel beteiligt waren. — 1. Ermäßigungskupon hat Gültigkeit. ** Der Akademische Dürerbund, der nunmehr 10 Jahre an mrserer Universität besteht, bietet als studentische Vereinigung mancherlei Probleme, die bisweilen in der Lcffcnt- lichkeit erhebliche Unklarheiten hervorrutcn Es wird deswegen der Vortrag, der Mittwoch, den 20. Mai, im großen Hörsaal von Herrn Ferdinand Eckhardt über die Ausgabe des Akademischen Türerbundes gehalten wird, einige hier einschlägige Fragen behandeln. **Techniker-TagunglnGießen. Die Gießener Technikcrschasl veranstaltet am 4. und 5. Juli aus Anlaß der Gewerbcausstellung eine Tagung von Angehörigen aller technischen Berufe. Am Samstag, dem 4. Juli, wird eine Besichtigung der Gailschcu Dampsziegelei stattsinden. Einen Vortrag über Wert und Wertung technischer Arbeit wird B u r m e st e r - Gießen halten, lieber einheitliches Ange- stclltenrccht spricht Stimmer-Gießen. ** T i e Landwirischastskammer für das Großherzogtu m Hessen veranstaltet am conutag, dem 24 Mai, nachmittags 3 Uhr, in R o h r b a ch (Kreis Büdingen) int Gasthausc Jäger einen Vortrag über: „Gründung und Ausgaben eines Ziegenzuchtvereins". Vortragender ist der Großh, Landwirtschastslehrer Wagner-Büdingen. ** Gottesdien st in der Friedhofskapelle. Am Himmelsahrtstage findet wieder wie alljährlich nachmittags um 2 Uhr in der alten Friedhofskapelle ein Gottesdienst statt. ** Jügendwehr. Am letzten Sonntage veranstaltete zum ersten Male der Verein Jngcndwehr einen Ausflug mit der der Schule entlassenen Jugeich. Insgesamt beteiligten sich außer den Führern 53 junge Leute, von denen sich allein 32 von der Gcwerbeichulc gemeldet hatten. Mit der Biebertalbahn iuhr die Jugend 1.50 Uhr ab Bieber. Hier teilte sie sich in zwei Parteien. deren eine den oberen Wall am Gipsel des Tünsberges besetzte. um das Durchbrechen der Räuber nach dem Turm zu hindern. Mit großer Lust und Liebe bezogen die Jungen ihre Posten und waren tief betrübt, als die bösen Räuber aut Schleichwegen doch ein Tritiel ihrer Leute auf den Gipfel des Berges brachten und dadurch die ihnen gestellte Aufgabe erfüllt hatten. Nach kurzer Ruhepause begann der Abstieg.über FeUingshausen, das mit lautem Tang durchguert wurde, nach Vetzberg, und von hier durch Rodheim nach der Schmitten, wo am alten Turm Lager bezogen, Feuer gemacht und abgekocht wurde. Herr Baron van der H o o v hatte die erforderlichen Hillsmittel zur Verfügung gestellt. Und wie sckmieckten die Linseniuvpe und die in Hessen hcrgestellten Frankfurter Würstchen! Nachdem die Lager- und Feuerstätte wieder in Ordnung gebracht war, hielt der 2. Vorsitzende der Jugendwehr. Rechtsanwalt Kaufmann, eine .Ansprache, in der er Zweck und Ziele des Vereins darlegte und die Hingen Leute aufforderte, sich auch an den weiteren -rwnntagsaus- slügen der Wandergruppe der Jugendwehr zu beteiligen. Tann wurde der Heimmarsch angetreten. In Gießen zog die Jungmannschaft unter srohem Gesang um 0 Uhr ein, uni auf Oswaldsgarten entlassen zu iverdeii mit dem Hinweise, daß am 2 . und 3. Pfrngstseiertage ein zweitägiger Ausflug nach der Edertal- sperre stattfinden werde. "DieGießencrEisenbahner in HomvAr g. Ein Sonderzug führte gestern Hunderte von Eisen bahn- beamten mit ihren Angehörigen cms dem Bereich des Gießener Eisenbalmgebrctcs nach Bad Homburg. Hier besichtigten die Eisenbahner unter sachkundiger Führung die Saalburg, die Jupitersäulc und andere Sehenswürdigkeiten der Taumishähen. Später zogen die Gäste nach Homburg hinab, wo sie sich im Kurparkr ergingen, die Erlöserkirche besuchten und auch dem Schloßpark einen Besuch abstatteten. Nach einem fröhlichen Beisanrmensein in verschiedenen Lokalen fuhren die Gäste, denen es in Homburg außerordentlich gefiel, gegen 0 Uhr wieder nach hier zurück. ** Versendung von Paketen während der Psingstzert. Ter Staatssekretär des Reichspostamts gibt bekannt: Tic Versendung mehrerer Pakete mit einer Postpaket- adrcsse ist für die Zeit vom 25. bis einschl. 30. Mai weder im inneren deutschcir Verkehr noch im Verkehr mit dem Ausland — ausgenommen Argentinien — gestattet. Nach Argentinien können auch in dieser Zeit nrehrerc, jedoch höchstens 3 Pakete, mit einer Postpaketadresse versandt werden. ** Ein seltsames Testament. In dem Dorse Oppertshausen in Kurhessen hat ein Gastwirt den Dors- musikanten letztwillig ein Legat von 1000 Mark ausgesetzt mit der Berpilichtung. daß die Musiker alljährlich am Geburtstag vor dem Gcburtshause des Stifters eine halbe Stunde urusl- zjcrcu müssen. Unterbleibt das nur einmal, dann ist das Legat verfallen. Tie Zinsen des Kapitals soUen an dem Geburtstage bis aus den letzten Heller verkneipt werden. ** Gütcrrcchtsregister. Koch Georg Wilhelm Hvs- ma nn Und dessen Ehefrau Marie Johanna gcb. Lemke zu Bad- Nauheim haben durch notariellen Ehcvcrtrag vollständige Güter - tremiung unter 'Ausschließung der Verwaltung und Nutznießung des Mannes am Vermögen der Frau vereinbart. '* Konkurse in Hessen. I» dem KonkurSversahren über das Vermögen des Heinrich Türner, früher Hotelbesitzer in Wies baden, dann in Mainz, und dessen Ebeirau, Sofia, geb. Hahn, ist Termin zur Gläubigsrverlannnlung aut Montag, den 8. Jitni 1911, vormittag» II Uhr, zu Mainz bestimint. - Das Konkursverfahren über den Nachlan des Kausmanns Karl Gustav Hermann Heinrich D i e h m in D a r m st a d t ist nach ersolater Abhaltung des Schlußtermins ausgehobe» worden. — An Stelle deS btslierigen Konkurs oerwallerS im Konkurs über den Nachlaß des Schuhmacher» Heinrich Ludwig oo» Orte» birg, Nectmers I. Kämmerer, jetzt in Remheim, ist der Kaufmann Heinrich Weckesser von Ortenberg bestellt und wird als solcher beibchalten. — Da» Konkurs» versa re» über de» lllachloß der Johann Wetzel I. Eheleute in Nacken heim ist mangels Masse eingestellt. — I» dom Kon- kuiSverlahren über da» Vermögen des Adam Waisen st ädter in R ü s s e l S h c i m ist zur Beichlußkasluua über GrundstückS- verkaul in den Gemarkungen Dieburg und Flörsheim eine Wtäubigcr- versammlung a»l Mittwoch, 27. Mai 1914, vormittags 9 Uhr, ein- berusc». — I» dem Konkursverfahren über dar Vermögen des Kot lenhändlers Ernst Ludwig Eichentler in Mainz, Inhabers der Firma .Ludwig Eichentler' daselbst, ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Ein- ivettdunge» gegen dar Schlußverzcichnis der bei der Verteilung z» berücksichtigenden Fordernnge» »nd zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Lermöqensslücke der Schlußtermin auf Samstag, 13. Juni 1914, vormittags 9',', Uhr. vor dem Großh. Amtsgericht Maiuz bestimmt. — In dem Konkursverfahren über daS Vermöge» des Henry Bülch, Kaukmann und Inhaber der Firma .Alexander Honig' in Worms, ist zur Prükung der nachträglich anaemeldeten Forderungen, zur Abnahme der Lchluß- rechiumg des Verwalters der Schlußtermin auf Mittwoch, den 10. Juni 1914, vormittags 1ü Uhr, vor dem Großh, Amtsgericht WorniS bestimmt. Kreis Büdingen. § Büdingen, 18. Mai. Heute fand fand im „Fürsten- doiiaalc" unter dem Vorsitze des Schulrates B a l d a ll > eine Zusammenkunii der Lehrerbezirke Nidda und Büdingen statt. Lehrer Heidt-Leusel führte seine neue Rechenmaschine vor. Kreis Alsfeld. Or Alsfeld, 18. Mai. Hier wurde die heliische Wanderausstellung „Das Kind" durch Bürgermeister V öl sing und ine Vertreterin der Zentrale für Mutter- und Säuqlingssürjorge Fräulein S ch n b e r t - Darmstadt eröffnet. Als Vertreter der Behörde nahm Kreisrat Dr. Heinrichs teil. In den Reden wurde aus das hohe Ziel der Ausstellung hingewiesen: Verringerung der Säuiftingssterblichkcit und Heranziehung eines gesunden, kräftigen Geschlechtes. Die reichhaltige Ausstellung zeigt die Behandlung, Ernährung und Pflege der Säuglinge, ihre Beüei- duag, die Enlkeinrung der Milch bei künstlicher Ernährung, ferner die Körperpflege, die Beschaffenheit des Spielzeuges usw. Vergleichende Tabellen und graphische Darstellungen wirken ebenfalls belehrend. Die Ausstellung erfreut sich eines guten Besuchs. Kreis Lauterbach, * Schlitz, 18. Mai. Bei großer Beteiligung beging gestern der Ortsgewerbeverein unter dem Vorsitz des Vuck- druckereibcsitzerS Guntrum die Schlußfeier der diesjährigen Gesellenprüfung. Sämtliche 17 Prüflinge konnten aut Grund ihrer ausgestellten Arbeiten für bestanden erklärt werden. Tie Festansprache hielt Stadtviarrer Boeckner, während die Gcsellenbriese von Svenglermeistcr Adolph überreicht wurden. — Jnl benachbarten Hemmen begingen der Landwirt Johannes Hilpert und seine Eheftan Elisabeth geb. Rockel in geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldnon Hochzeit. Der Kriegerverein brachte dem Jubelpaar ein Ständchen, und Psarrer Fuchs überreichte trat einer Ausbruche das Bild des Grcktz' Herzogs, das mit seinem Namenszug versehen, von der Großh. Kabincttsdirektion übermittelt worden war. Die Zahrhundcrt-Ausstellung in Darmstadt. Aus D-armstadt, 19. Mai, wird uns gemeldet: Heute vormittag ll 1 ', Uhr wurde im großherzoglichen Schlosse die Jahrhundertausstcllung Deutscher Kunst 1650 bis 1800 in Gegenwart des Großherzogs, des Prinzen August Wilhelm von Preußen, der Spitzen sämtlicher Behörden und sonstiger hiesiger Gäste und auswärtiger Vertreter der Kunst erö-ffnet. Veranstalter der Ausstellung ist der Großherzog, Patrone sind Kronprinz Rupprecht von Bayern, Prinz August Wilhelm von Preußen und Prinz Johann Georg von Sachsen. Der Leiter der Ausstellung, Prosessor Dr. Biermann, sprach in einer längeren Aussprache über den Zweck und die Aufgabe und die geschichtliche Bedeutung der Ausstellung und legte dar, nach welchen Gejrchtspunltcn das Bild der Ausstellung zusammengestellt worden sei. Er dankte darauf dem Großherzog, dessen Initiative die Ausstellung zu verdanken sei, dem deutschen Kaiser und allen anderen deutschen Fürsten, den Behörden und Mitgliedern des Ausschusses und allen Mitarbeitern, welche das Werk gefördert haben. An die Eröffnung her Ausstellung schloß sich ein Rundgang an. Die Ausstellung ist im Residenzschloß in den Räumen des früheren Landesmuseltms untergebracht, enthält gegen 2000 Nummern und hat es sich zur Aufgabe gestellt, von den deutschen Kunstschaffen vom Ausgang des dreißigjährigen Krieges bis zum Beginn des 19. Jahrhundert einen möglichst ausgedehnten Ueberblick zu gewähren. Der deutsche Kaiser hat aus seinem Privaibesitz eine Anzahl öffentlich bisher noch nicht gezeigter, wertvoller Werke zur Verfügung gestellt, ebenso fast alle deutschen Fürsten und deutschen Museen, Bibliotheken, Akademien, die Nationalgalerie in Berlin, die königlich baherisehe Staats- galerie und zahlreiche Privatpersonen. Aus Oesterreich haben Kaiser Franz Josef und andere fürstliche Persönlichkei- ten bedeutende und wertvolle Werke der Ausstellung zur Verfügung gestellt. Auch die Schweizerisch Kunst ist in einer eigenen Abteilung vertreten. Die Ausstellung währt bis Mitte Oktober ds. Js. _ Erstes deutsch e s Dolkstrachrensest. Aus Mainz wird uns geschrieben: Ter Verein zur Erhaltung der Volkstrachten im Herzogtum Gotha, der seit seinem Bestehen mancherlei Erfolge zu verzeichnen hat und stch eines großen Jn-- tcresseü namentlich von noch Trachten tragenden Dörfern er- fteut, wird sich an dem ersten deutschen Trachtenfest in Mainz beteiligen. Tnrch den Verein sind viele alte Volks- und Spinn- stubcnlieder und die Trachten wieder zu Ehren gekommen. Tie Schutzherrin des Vereins, die Herzogin Viktoria Adelheid und ihr Gemahl haben die bisherigen Veranstaltungen zu wirklichen Hermatsesten erhoben. Vom Gothaer Trachtenvercin hat sich bereits eine Tetlnehmerzahl von über 400 Perionen gemeldet. In letzter Stunde hat sich noch eine Trachten-Bereinigung aus dem Rcnchtal (Schwarzwaldi gemeldet, die mit eigener Kapelle und ihrer privilegierten Bürgergarde unter Gewehr am Donnerstag früh hier am Hauptbohnhvi eintrilft. Ferner hat ein zweiter Hochzeitszug aus dem Badischen Oberland sein Erscheinen in Aussicht gestellt. Eine weitere schöne Festnnmmer ist durch ein Kinderballett gesichert, das Mittwochs und Sonntags zweimal in Original Schwälmer- und holländischer Tracht Kinderrcigcn und Baucrntänzc zur Aufführung bringt . Nach einem Schreiben aus dem Großh. Zivilkabinett wird der Großherzog aller Voraussicht nach in Begleitung des Prinzen Johann Georg von Sachsen den Zug an sich vorüberziehen lassen. — Eine neue H and!chrift des Theokrit entdeckt. Aus London wird berichtet: Tem bekannten englischen Archäologen Monins Johnson, der im Auitrag der griechisch- römischen Abteilung des Egypt Exploration-Fund in A n t l n o e im oberen Aegypten Ausgrabungen leitet, ist ein ivertvollcr Fund geglückt. Unter den zahlreichen Papyri und anderen Dokumenten, die bei den Grabungen zutage gefördert werden konnten, entdeckte er eine Anzahl Papyriblätter sowie zahlreiche weitere kleinere Papyri-Fragmente, in denen die Idyllen des Theokrit auigezcich- net waren. Der Paonrns entstammte dem Ende des 5. oder dem Anfang des 6. Jahrhunderts. Tie wvhlerhaltenen Blätter sind ziemlich groß, einzelne von ihnen enthalten mehr als 500 Zeilen. Man sieht, daß an dem Originaltexte von anderer Hand nachträglich Aenderungen und Randbemerkungen cingeiügl worden sind. Bisher war Theokrit unter den ägyptischen Papyri kaum vertreten: die einzigen Ausnahmen bilden ein kleines Fragment der 13. Ode aus Oxyrhynchus, ein Bruchstück in Berlin und einige größere Pergamentblätter in Paris und Wien. Da die mittelalterlichen Handschristen Theokritsichtr Dichtungen nicht weiter als bis zum 13. Jahrhundert zurückreichcn, wird der neuentdeckten Handschrift ganz ungewöhnlich hoher Wert beizumessen sein, wiewohl die Arbeft der Zusammensetzung und Entzifferung der Fragmente erst jetzt beginnen wftd. Der Fund wftd gemeinsam mit einer Anzahl anderer Papyri ans Antinoö voraussichtlich noch im Lause des kommeriden Jahres veröffentlicht werden. — Die Antographen - und Bilder sammlnng Erich Schmidts unter dem Hammer. Unter lebhafter Betelliguita wuioc am Montag bei Martin Breslauer der erste Teil der bedeutenden Sammlung Erich Schmidts versteigert. Es waren vertreten die kgl. Bibliothek in Berlin durch Ober- bibliotlickar Pros. Mann, das Märkische Museum, Berlin, das Germanische lLationalmuseunt in 'Nürnberg durch Dr. Neuhaus: ferner waren zahlreiche Privatsammlcr von außerhalb anwcsend. Ein eigenhändiges Manuskript von Anzengruber, der Anfang seines Romans „Ter Sternlteinhos" mit Widmung an Erich Schmidt erzielte 75 Mark . Tie kgl. Bibliothek erwarb Briete von Ludwig, ?lchim v. Arnim sür 36, 51 und 71 Mark. Ein musikalisches .Albumblatt von Johannes Brahms brachte 140 Mark, ein Band von Stephan George mit eigenhändiger Widmung er reichte den hoben Preis von 200 Mark . Der Homer des Tizian, der zweimal des Malers Namensinschrift zeigt, ging ans 325 Mark. Ern Brief Bürgers, drastisch wie gewöhnlich, siel dem Germanische» Nationalmnseum stir 4l Mark z» .Tie Sammlung des Professors Tarmstädter, die mit der kgl. Bibliothek vereint ist, kausteine Handschrift des berühmten Buchdruckers und Hellenisten Eom- melinus zu Heidelberg für 105 Mark. Ein Briet Darwins brachte 45 Mark Tic hüchuen Preise erzielten die Goethe-Handschriften. Ein Stammbuchblatt mit der Inschrift „Ars longa memoriae Goethe", darunter links „Bila brcviS" M. Radziwill und rechts davon: „Ich wünsche dir jene kurz und dieses lang" W. Tischbein in Rom, brachte 650 Mark. Ein eigenhändiger Briet Goethes wurde sür 36h Mark an Frau Hoesch-Ernst verkauft. Ein eigenhändiger Vierzeiler Olvetl^s Weimar, (15. Tezcmber 1825): „Liegt dir Gestern Nar und offen — Wirst du Heute ftäftig fretj: — Kannst auch ans ein Morgen hoffen — Das nicht minder glücklich ftv" — brachte 2510 ÄNork, jerner die Goethcjchen Bffftenkarten 80 Mark. Ein eigenhändiges Manuiftipt Lavaters brachte 135 Mark. Ansichten von Goethes Haus in Weimar und tyoetheN Gartenhaus 110 Mark. „Weither und Lotte", zeitgenössisches Bild in Tempera-Farben, 180 Mark, ein Brief von Wieland, vier volle Seiten, 160 Mark. — Tie Fortsetzung der Versteigerung sinket Dienstag vornftttag statt. — Schutz der Bä nute. Zum Schutz der Baumpftanznngc» an öffentlichen Plätzen und «traßcn hat der Lberpräsident der Provinz Brandenburg, wic die Hol,weit berichtet, eine Polizei- Verordnung erlassen. Danach ist die Fortnahme von Bäumen an diesen Stellen verboten, ehe die Genehmigung der zuständigenl Ottspvtizeibehörde eingeholt und erteilt ist. Ausgenommen von dieser Borschrfft bleiben die Provinzial- und Kreis-Chansscen. Bor allem sollen die Bäume in ländlichen Ortichalten nicht an- getastct werden dürien, die zum Auffangen des Flngfeuers bestimmt sind. Die Genehmigung zur Wegnahine von Bäumen an oder aut öffentlichen Wegen außerhalb der Ortschaiten darl mir dann erteüt werden, wenn ausreichende löcivähr für die Wiederherstellung einer neuen Dstanzung geleistet wird. Aus die Ueber- tretungen dieser Vorschriften find Strafen gesetzt. Kreis Schotten r Laub« ch, 18. Mai. Ein auswäriigcr Unternehmer beabsichtig, am Miste des Ramobergs eine Gastwir,schal- zu errichten urrd ist bereits beim Stadkvorstand wegen Gesändekauss vorstellig geworden. JÄtenfalls bringt man in weiti'rl'n Kreisen denr denen Umerneftnrer Interesse entgegen und wirb die Errichtung eines Neubaues sicherlich von vielen Einwohnern begrünt weichen. - Der Gemrinderat da! in seiner letzten Sitzung ^den Beschluß gcsastt, für den schönsten Bluinensenstcrichmuck eine Pränrie von 12 Mark zu bewilligen. Kreis Friedbcrg. t Vikbel, >20 Mai. Bei der Sammlung zinn Besten des Roten Kreuzes ginge» ein: in Vilbel 297,70 Mf,, in Harheim 31 Mk niid in Petterweil 80 MI. Starkrnliurg und Nheinhessen, — Ober-Abt st einackl, 17. Mai. Das 8. ^Kebirgs- turnsest des Odenwald-Jahngauc? n>„idc am Sonntag gc- seieri. Mit dem Fest ,vor Turngang und Welturnen verbunden. Der diesige Turnverein leierte gleichzeitig lein Fahncnweihlest. Die Festrede dielt der Ortsgeistliche. Trotz des ungünstigen Weiters war die Beteiligung von auswärts gut Hessen-Nassau. s ) Marburg. 20. Mai. Wie deute sestgestellt wurde, brachte der Wehr beitrag im streife Marburg ingcsamt etwas iiber 944 000 Mk. ein. Der gröstte Teil dieser Summe entfallt auf die Stadt Marburg. — In der gestern abend abgebaltenen Sitzung der Stadtverordneten wurde der außerordentliche Etat der Stadt Marburg auf rund 827 500 Ml. bestimmt. Unter den Aiisgaben befinden sich auch, 18000 Mk. für eine neue Feuermcldeanlagc. Q Weilbnrq, 19. Mai. Nach dem Berwaltungsbe- richt des Oberlahnkreises ist der Fiäckiengehalt des Kreises mit 390535 Quadratkilometern unverändert gebllebeu. Er umfaßt die beiden Städte Wetkburg und Runkel und 83 Landgemeinden, Die BevöllcrungSzahl des Kreikes beträgt 40 858, davon find 27 001 Personen evangelisch, 8382 katholisch, 99 andere Christen, 198 Juden und 5 sonstiger Religion. Kreis Wetzlar. X O) b c r a u c ui b a ch , 19. Mai. Bei der wirtschastlichcn Zusammenlegung der hiesigen Grundstücke I,nudelt es sich um eine Gesaintiläckie von 582,2 Hektar, Die Iaht der Bewohner, die sich ausschließlich mit Landwirtschaft beschäftigt, ist in jüngster Zeit sehr zurückgegangen. — Launsbach, 19. Mai. Der Gastwirt W ö r n e r .hielt in seinem Garten ein Paar P s a »c n , die die Bewunderung der Besucher und Borbeigehcuden erregten. Besonders der Hahn bot mit seinem bunten Gefieder einen prächtigen Anblick. Bubenhändc haben am Sonntag abend aus dem Schweife 40—50 der schönsten Federn geschnitten, wodurch die Schönheit des Tieres au> ein Jahr bin ist. Man niinml an, daß die^Tal ein Racheakt ist. Bielleicht geling! cs um so leichter, de» Täter zu fassen, da er das benutzte Messer am Tatort liegen ließ. Neue )aqdvorschriftrn für die hegezett. (Io einem Teil der Auslage wiederholtst Soeben verössentlichl das hessisibe Regierungsblatt eine Der- „rdnniig betr. die Eimührnng neuer Schonzeiten. Es werden folgende Abänderungen getrosscn: Tie Hegezeit der Ha sei, beginnt ime bisher am l. Februar und endigt statt seither 31. August, jetzt erst am 30. Sipteinber. Auer-, Rackel-, Dirk-, Hasel-, Fasanen- und Trut H ä b n e: bisherige Hegezeit vom l. Juni bis Ende August, jetzt Rs 15. September. Enten: bisherige Hegezeit vom l. März bis 30. Juni, jetzt vom 1. Februar bis 15. Juli. Waldschnepfen: bisher 1. Mai bis Ende Juni, jetzt 1. April bis 15. September. S'umvfschncpscn. Trappen, Brachvögel und Kibitze: bisher l. Mai bis Ende Juni, jetzt 18 April bis 15. Jult. M uisclwili>: Schonzeit und .Heegezeit während des ganzen Jahres. Das wichtigste bei dicier erfreulichen Neuerung ist die Ausdehnung der Hasenbcgezeii bis Ende September, die Verlängerung der Schonzeit für Enten um 1>,h Monate »nd die der Waldschneptc lim 3>» Monate. Auch die Berlängeruttg der Schonzeit sür die Waldhüdnerarlen, Fasanen und Trutwild bis zum 15. Serstember stellt eine bed.„lende Verbesserung dar. Dan die Schnepfen schon vom 1. April ab Schonzeit haben sollen, wird >a manchem Re- vierinhaber in den hohen Lagen des Odenwaldes, Bvgelsberg »sw. nicht gan, angenehm sein, ebenso manchem der frühere Beginn der Schonzeit sür Enten, jeder rechte Weidmann wird sich aber sagen, daN ohne Omer die dringend notwendige Schonung dieser edlen Wildartcn umnöglich erreicht werde» kann und daN es daher sreudig zu begrüßen ist^daß gerade die hessische Regierung hier allen übrigen deulichen Staaten mit guten, Beispiel vorangeht. Der beste Kenner unserer Schnepie — Freiherr von Berg- StraNburg — schrieb kürzlich: . daß der Schnepie» z u g in Süddeutschland in der Regel Anfang Avril in der Hauptsache beende! ist, daN die Männchen noch streichen, wenn die Weibchen schon brüten, . . . daß im April in der Hauptsache Tchncpse» erleg! werden, welche bei uns brüten, — also Eier und teilweise schon Junge haben — darüber kann nicht der geringste Zweitel bestehen und deshatb ist es unwcidniänmsch und umnrnschslch, sie dann noch zu schieße» " Durch die neue Schonzeit wird vor ollem auch verhindert, daß Schnepie» geichossen werden, die ihr zweites Gelege erbrüten. Rach Freiherrn von Berg „brütet dir Waldschncpse in Süddcutschsand i» großer Zahl regelmäßig zweimal, Io daß im Juli und August zahlreiche Gelege und noch mrtrt ausgcwachlcne Iungschnepsen vorhanden sind." Diesen zweiten Gelegen wird also die verlängerte Schonzeit besonders zu gute lammen. Es ist zu hassen, daß dadurch der Bestand der Lagerschnepsen sich bei uns in nicht allzulanger Zeit beträchtlich vermehrt. Fast ganz dasselbe gilt sür die Enten, die ja aus zahlreichen hessischen Revieren, wo iik npch vor einer Reihe von Jahren reaelmäßig in größerer Zahl bttltelen, vollständig verschwunden sind. Auch hier wird mancher Revierinhaber bedauern, daß er im Februar keine mehr schießen soll, während wohl jeder Jäger mit der Berlängerung der Schonzeit bs, zum 15. Juli ohne weiteres einverstanden ie>» wird, da jeder die Be Ahachlung gemacht hat, daß Anlaiv) Juli sehr viele Junge,itev in den meisten Jahren noch kaum flügge sind, die, wen,, die älie» weageschoiien tverden, meist -ingehen. Tie Zeitschiü, des A D. I. B schreibt am 25. April: „Die Anregung zur absoluten Schonung und Einbürgerung der Wildente ist nnt Freude» zu begrünen. In verschiedenen Städten ist man schon dazu übergegangen, zur Bekümpsung der Mückenplage in Anlagen, Parsen, Sladtsorsten ulw. vorhandene Gewässer mit Wildenten zu besetzen. Tie -ladt Konstanz hat an geregt, eine allgemeine Schonung der Wildente aut dem ganzen Bodenseegebiet in der weiteren Umgebung der Stadt cinzu- sühren," Tie Ausrottung der Wildente in viele Revieren, in denen sie früher brütete, soll an de,n Ueberhandnehmen vieler Jnlektcn. lästigen Gewürnis und namentlich auch der Schnalen die tzanvt- schuld tragen Die sür die Jagdlai'e nmnchm -namentlich Ansitz Reviere einschneidende, ne» eingeßibrte Schonzeit des Halen während des ganzen Septembers wird zwelselloS ganz allgemeine Billigung finden, gilt doch dieselbe Schnnzeitbedimmung schon seit langem in allen größeren anderen deutschen Staaten und wurden auch in Hessen in den IN besseren Händen dusrndtichen Revieren kerne Hasen vor dem 1. Oktober geschossen. Die hessische Jägerei hat also allen Grund, sür diese nenctt schanzen Vorschriften dankbar zu jein. _ vereinsnachrichte». — Der Evang. Arbeiterverein Gießen unternimmt am Himmelialirltaq einen nröheren Familienaustlun über Krofdvri, Waldbaus, Fell.r 1 rnsh 2 u.sen, Crumbach, Dünsbercr nach der Redmühle, wobei unterwegs abgekochr werden sotl. Die Rückfahrt erfolgt von Bieber. ^ ... tt. Langsdorf, 17 Mai. Der hiesige, 130 Rditgliedcr zahlende, dem Gan Heise» angchörende Turnverein ist letzt auch dem Jungdeutjchland Bund als Mitglied beigetreien. Er hat wahrend seines 10 jährigen Bestehens, dank der guten Führung leines Turnwarte? Georg Rc > tz, schon auf den verschiedenen Turmciten über 30 Preise errungen Grünit, gen , 18. Mai. An, Donnerstag unternimmt der Gesangverein der Adam Jstieimischen Stiftung bei günstiger Witterung einen Waldausslug, R. L a u t c r b a ch , 18 Mai. Der R e ch n e r v c r b a » d des Kreise? Lauterbach unternahm am Samstag mit einer Teilnehmer- zahl »•>■: 37 Mitglieder» einer, gemeinsamen Ausflug in das Schlitze, land und zwar zunächst nach der Stadt Schlitz selbst mit dem Endziel Bad-Salzschliri. Mit dem Zug 11.82 Uhr vormittags ,n Schlitz oukommeud, tourdc nach einer kurzen Besichttguug der Gräilich Görtzichen Parkanlagen in der Gastwirtschait Reinhardt am Marktplatz da? Mittagessen eingenommen. Hieran schloß sich, ein Spaziergang über die östliche» Bergrücken an dem ForstlmtlS Willing vorbei nach dem Sängersbera und herab nach Bad-Salzschlirj, wo man im Kurgarlen einige Zeit den Klängen der Kurkapelle zuhörte. Die kalte Ostluit machte den Ausenthalt im Freien nicht angenehm und so verlies sich einer nach dem andern in das nahege- legcnc Hotel Paradies, tvo eigentlich der schönste Teil des Tages erst ansing, leider aber auch zu spät, denn die Kollegen aus dem südlichsten Teile des Kreises mußten schon frühzeitig aufbrcchcn, um noch ihre Heimat zu erreichen. r. La Ubach, 17. Mai. Bom schönsten Maiwetter begünstigt konnten heute die beiden hiesigen Gesangvereine „H a r m o n i e" und „Eintracht" sowie der Turnverciu die vorgesehene Wald- vartie zur Ausführung bringen. Unter Porantritt der Kapelle „His- chen"-Llch bewegte sich ei» Zug durch vettchiedeue Straßen der Stadt aus den Ramsberg Dort herrschte bald fröhliches Treiben. Musik Gesang und Tanz wechselten miteinander ab und rasch verflossen die Rachmittagsstunden. Die beiden Gastwirte Böhne und Hechler hatten in ausreichendster Weise für gute Speisen und Getränke gesorgt. W e i t e r s h a i » , 18. Mai Gestern sand hier im Saale des Wirts Schwöbel ein Probesingen des B u >, d c s l i c d e s , sür das im Juli hier stattsindcnde Bundcsseft des Obm Lumdatal- Sängerbundes statt. Es hatten sich sechs Vereine mit über 200 Sängern cingesunden. Die zum Bund gehörenden Vereine aus dem Vogelsbcrg probten vor 14 Tagen aus der Mücke. Die Leitung hatte Lehrer I u d e r t h a l - WeiterShai». -- OberBreiben hoch, 18. Mai. Gestern hielt hier die Schwaben - Antritt - Sängervereinigung ihren diesjährigen S ä n - gertagab. Lehrer Jung, Ober-Breidenbach, erössnete den Sängertag mtt einem Hoch aus den Kaiser Die erschienenen sieben Vereine trugen den porgeschriebenen Bnndeschor „Jetzt gang ich ans Brünnele" einzeln vor. Hiernach hielt der zweite Vorsitzende des Bundes, Lehrer Walter, Hopsgarren, einen Vortrag über das deutsche Volkslied Er zeigte, ivic das Volkslied entstanden ist, was sür Stosse cs enthält und wie es im Volke verbreitet tvnrbe. Zum Schlüsse ermahnte er die länger, dem deutschen Volksliedc treu zu bleiben. Sodann brachten die Vereine ihre sclbstgcwählten Chöre zu Gebär. Das Schlußwort sprach der Bundesdirigent, Lehrer Fink, Zell. Der Deutsche Wissenschafter-Be rband hält seinen Verbarrdstag während der Pfinqftlcjertage in Frankfurt am Main ab. x Eisenach, 15. Mai. Der von der Deutschen B«ur- s ch c n s ch a f t beschlossene Bau eines B ,, r s ch e n s cha f t s ha „ - se? unterhalb des B u rschrn scha s t sdc n knra l ? ans derGö- pelskuppc ist jetzt in Angrifj genommen worden. Die B a u s u m m e beträgt 120 000 Mark. Der Bau soll am 1. April 1915 sertig- gestrllt sein. Als Privatdozeuten habilitierten sich an der Akademie sür Sozial- und Hirndclswissenschasten in Frankfurt a. M. Proiessor Dr. med. et. vhil. Moritz Bauer. Dozent an Dr, Hochs Konservatorium, sür da? Gebiet der Mniikwijseitschajt und Tr. pbil. Allred Brill, Assistent an der Sternwarte de? Phn sikaltschci, Verein?, jür das Gebiet der Astronomie, Beide beginnen ihre Lehrtätigkeit bereits im lausenden Semester. — Professor Dr. Eduard Hermann an der Universität Kiel hat einen Ruf als ordentlicher Proiessor sür vergleichende Sbrachsorschung an die F r a n k f u r t c r Universität erhalten. — Der Proiessor am Mvhammadan Anglo Oriental Eollege in Aligarh l Indien Dr. Joseph H v r o w i tz hat einen Ru> aus den Lehrstuhl der scmittlchen Sprache» an die llniverjttät Franksuri a. M. erhalten. Prot. Horowitz, der zugleich den, Lehrkörper der Berliner philosophischen Fakultät als Privat- dozent angkhörtt in >874 zu Lanenbnrg in Ponimcrn geboren — Der Visionler, ordentlicher Honorarvroscssor an her Uni- vkttitöt Königsberg ,. Pr., Dr. Phil. Rudolph Schubert begebt am 21. Mai seinen 70. Geburtstag. — Bon der Kaiserlichen Leopoldimsch-Carollnischen deutschen Akademie der Naturtor,cher in .Halle a. S. wurden als Mitglieder ausgenommen. Geheimrat Pros. Dr. Friedttch Marti u s, Direktor der nredizintschcn Klinik in Rostock, der Phhsiker Prosessor Tr. Friedrich Paschen an der Universität Tübingen, der Dozent an der Technischen Hochschule zu Danzig und Ober- lelwer am donigen Kgl. Gdmnaslum Dr. Walther Wange- r i n »nd der zz. ». Prosessor sür Neurologie an der Wiener Universität Tr. Otto Marburg. verntzischte», * Eisenbahn Unfall. Ans Elberfeld, 19. Mai, wird amtlich gemeldet: Heute früh 8.40 Uhr fuhr der von Langenberg kommende Personenzug 1516 auf den im Bahnhof Vohwinkel haltenden Perjonenzug 830 auf. Der Lokomotivjiihrer des Zuges ll>18, ein Postbeamter und zwei Reisende wurden leicht verletzt. Beide Lokomotiven sind beschädigt Der Packwagen und ein Personenwagen der vierten Klasse wurden zertrümmert. Die Schuld trifft anscheinend den Fahrdienstleiter. * Berhastetc Schmuggler. Aus Dresden wird gemeldet: Zwei Holländer, die bei Neukirch 80 Pfund Saccharin über die österreichische Grenze ichmuggclten, wurden von österreichijckwn Beamten vcrioigt und sestgenommen. *Da in pser unglÜck. Aus Melbourne 17. Mai sReu- lerl, wird gemeldet: Aus dem Dampfer „E a i r i ch i l l", der sich aul der Fahrt von R a II r » nach Stettin bciand, brach am 31. März b-i Reruckland die Schwanzwelle. Die Mannichast blieb acht Tage auj dem -chikl, aber als man keinem anderen Schii, begegnete^ verließen 15 Weihe und 19 Chinesen das Schiss. Rach einem bei dem Rorddcutjchc» Llohd aus Rabaul iNeuglllnea eingegaugenen Telkgranim sandte die Agentur des Norddeutschen Llond den Dampfer „Sumatra" aus, um nach dem Damvter „Cairichill" zu suchen An Bord befinden sich Kapitän und Ojii ziere, sowie ein Teil der Mannschast. * Sic Staatskasse für Unfallversicherung , n Neapel wurde von Advokaten, Aerzten und Kontoristen UN, vier Millionen Lire geprellt. In über !090 Fällen wurden Versicherungssummen erschwindelt. 23 Personen wurden verhaltet. * Qneckkilberlicht und Eierle gen. Einen merkwür digen Zusamnienhang zwischen den, Lichte der Quecksilberlampe und dem Eierlegen der Hühner hat nach einem Berichte der „Nature" ein englischer Landmann durch Zufall herausgesunden: er beleuchtet seit kurzem sein Hühnerhous Nkit^ einer Quecksilberlampe, die 2>/> Meter über dem Boden hing. Seine 10 Hennen begannen daraushin außerordentlich eifrig Eier zu legen. Während er im Februar durchschnittlich nur ein oder zwei Eier am Tage bekommen hatte, stieg eine Woche nach Anbringung der Lampe die Eicrerzcu- gung aus 15 bis 20. Der Einwand, daß im März die .Hühner überhaupt wieder mehr zu legen beginnen, kann zur Erklärung nicht herangezogen werden, denn als durch einen Zuiatl die Lampe zerbrach, siel die Eiererzeugung sofort wieder auf den srühcren tiesen Stand. ' Si| dem Bureau A.: „Warum ist der Herr Qber- sckrctär heute so süchtig?" B.: „Dem lmbcu die Kollegen, wie er eben ein bißchen cingenickt war, heimlich statt der Alben . . ein Traumbuch hingclcgt!" Mnrtte. eb. Ricder-Iugeihcim, 19. Mat. Ob st markt. Spargel I. Sorte 59—57 Mk., 2. Sorte 30—35 Mk., Rhabarber 8—5 Mk., Stachelbeeren 20 Mk. der Zentner. le. Frankfurt a. M. Schwei nemarktberkebt »am 20. Mai. Antactrieben waren >37! Schweine. Pollsteischige Schweine von 80 bis 100 lrg Lebendgewicht 47.00—50.00 Mk„ Schlachtgewicht 6-.00—04.00 Mk., vollsteifchige Schweine unter 80 lrg Lebendgewicht 47.00-40.0N Mk„ Schlachtgewicht «0.00-82.00 Mk.: vollNetschiq- Schweine pon 100—120 lu- Lebendgewicht 47.80—50.00 Mk., Schlachtgewicht 60.00—63 Mk.: vollsteifchige Schweine von 120 bis lbO Lg Lebendgewicht 47.50—50.00 Mk., Schlachtgewicht 60—63.00 Mk. Geschalt langsam, bleibt Ueberstand, lc. Frankfurt a. M., 20. Mai. lOriq.-Telegr. de? „Gieß. Anz,"t Amtliche Notierungen der heniigeit Friichtmarktpreile. Weizen ihieligerl Mk. 21.50—22.00, Knrdejnicher Mk. 21.50—r2.00, Wslteraner Mk. 00.00-00.00. Roggen khieligeri Mk. 17.50-17.75, lKerste lWetteraueri Mk. 16,75-17.77, lsterste. Franken, Mälzer, Ried Alk. 17.50—18.00, Haler Mk. 17.50-18.25, Mais Mk. lö.00—15.75, Weizeninebl 0 Mk. 00.00-00.00, Weizenmehl I Mk. 00.00-00.00, Weizenmehl M Alk. 00 00-00.00, Roggcnniehl 0 Mk. 00.00—00,00, Roggenmchl O l Mk. 00.00—00.00, Röggenmehl l Mk. 00.00-00.00, Weizenklsie Mk. 0.00— 0.00, Weizsnschalcn Olik. 0.00—0.00, Roggen- lleie Mk. 00.09 - 00.00, Alalzkeime Mk, NO.ON-00,00, Biertreber 00.00-00.0», Futtergerste Alk. 00.00-00.00. Alles per 100 Lg ab hier. le. Fraukilirt a. M., 20. Mai. (Orig.-Telegr. des „Gießcner Anzeigers".) Kartossclmarkt. Ma» nolierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 8.50 — 0.00, int Kleinhandel Mk. 7.60—0.00 sür je 100 Lg. »le nach. A p t> <7 f a s ' n, l v011 l2 Uhr mittags bis 12 Ohr stehende» fiel iilXj nachts nur für dringende Fälle sicher anzutreffen : D ^ Am Himmelfahrttas; <2l. Hai): Itr. Heyerlioff, Süd-Anlage (neben der .Tohanneskirche). I>r. Ploch, Asterwen 31. Für dringende Fälle Ist sicher anzutreffen: - D 5 ®/, Am Himmi'ltahrttaK (21. Hai): Hetz, Seltersweg 81. XlUUU&l LI Fernsprecher 608. TLirchlicds Hadbriditcn. Lvangelijche Semeinöe. Sottkidicnjt. dl IN H1 m IN e l > a l, r t s I n g e, den 21. 33! a t: 3n der Lladtkirche. Vormittags ltz/, Uhr: Pfarrer I'. Schlosser, der Johannerkirche. Vormittags »'/, Uhr: Pkarrer A » s i e l d. Vormittags ll Uhr: Kinderkirche sür sie Johnmiesgeineinde. Psarrer Aus selb. 3» der alten Zriedhosskapellc. Nachmittags 2 Uhr : Psarrer Bechtolsh eim er. ttatholische Gemeinde. Sottesdienst. Mittwoch, den 20. Mail Nochntittagr »m 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Donnerstag, den 21. Mai: Fest Christi Himmelfahrt. Vormittags von 67, Uhr an: Mekegenhei! zur hl. Beicht«. , um 7 Uhr: Tie erste hl. Mess«. „ um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommuniom „ um 0 Uhr: Hochamt mit Predigt. „ um 11 Uhr: Hl. Melle mit Predigt. Militärgotlesdienst. Nachmittags um 2 Uhr: Fest-dlndacht mit Segen. viaspsra-Gottertzienst. In Hungen um 97, Uhr. I» Pich UN, 9'/, Uhr. Müllcrsche Badeanstalt. 27 a l l e , w ä rtn e der Lahn an: 19. Mailö'Il. Meteorologische Scobachtungen der Station Sirtzen. Plai 1914 § V % o.S l*i! * w bi AH ^ to s§ & I eo if 1 Pli COx» Wetter '.9 2 ir 7 :,3.9 23,9 6,0 27 KE 2 0 Sonnenschein 19. 9“, 754,3 17,1 8,5 69 NNE 0 Klarer diinniel 20. 7" 755.6 15,5 9,5 72 N 2 0 Sonnenschein Höchste Temveralur am 18.—19. Mai 1914 = + 23,9 . Niedrigste , „ 18.—19. „ 1314 = „ 115”, Niederschlag: 0,0 mm. D r. Oetker's „tz c l l k o v s" ist die Schutzmarke für das echte „Backin"-Backpulver und die übrigen Fabrikate „Tr. Oet- ketts", die wohl in jeder Küche Verwendung linden. Ter heutigen Nummer liegt eine Beilage mit Back- und Einmachrrezepten bei aut deren erster Seite unten auch zwei helle Köpfe abgrbildrt sind, deren Namen oft genannt werden. Wer dir Namen dieser beiden hellen Kövie aus einer Postkarte der Firma Dr. Kl. Oetker, in Bielefeld mitlellt, erhält postsrei Dr. Oetker's Schulkochbuch — ein praktisches bürgerliches Kochbuch mit über 200 Rezepten — zn- gesondt hv 6324 Eine reizende Nenbett, welche dir Kinder spielend Geschick lichkei, erlange» läß, „nd gleichzcitta Anregima verlchasi, erhalt aus Wunsch jeder Leser dieser Zeilen koste,lirrl von tlkritle'? Kinder- mrhl-Gesrltsdial'. Berlin IV. 57. Es ist dies eine Aiisschneidevnvve Mi, drei »eridnedenen, aderliebsten Gewänder». Ivomi, die Kinder lebr aern und lange spielen. Aul Wunsch wird mich e,ne Probedose des berühmwn Kinderniehls umsonst betgesügl. 850sz Daß man Wohltaten nicht ausdränqen soll, das ist eine uralte Weisheit. unserer schneälebiaen Zeit die 2^clt eine Wodltat aber muh man das Gute, das r --........ .------ VZU.U uuv für .................. veoeulet. immer wieder in (jrrinncrima Drinnen. Darum bnrt man auch immer wieder darauf hiuweiseu dah Fans achte Sodener, die in ihren wirlsnmeu Bestandteilen eiir reines Produkt der Kur;ivecken ärztlich veroidneten Bad Lodener ^emeinde-Heilauellen:i und 1K sind, sich üet alten OntrtrvfinM hn,< Ofi................. ___ ___ ^ IU-II o II.10 in 1IIIV, HU) ut’1 uueu ".".'sterben der AlmungSorgaiw, bei Husten, Heiserkeit, Ber- :e. glänzend bewährt haben. Die Lchnchttt kostet > ist überall erbäliltch. 542»» , schletmung___ l.„.. n „.J 83 Psg. und ist überall erbäliltch.