Ar. M Der Sletzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich kiehenerZaniiliendlaNer; zweunalwöchentl.llrei;: dlan snrden «reis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal inonatl- landwirtschaftlich« Zcitftagen Fernsprech - Anschlüsse: lür die Redaktion 112, Verlag ». Expedition dl Adresse lür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen lür die Togesmnnmer bis vorniittags 8 Uhr. Erster Blan M- Jahrgang ietzener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Mittwoch, r». Mai Mir Bezugspreis: monatlich75Pf., vierteljährlich Mt. 2.20: durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausfchl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goet;. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz: für „Feuilleton^, „Vermischtes^ und.Gerichts- faal": Karl Neurath; für „Stadt und Land" Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Uuiv.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: §chulstratze 7. Anze.gmwü:' si? B-c?. Die heutige Nummer umfatzt 16 Seiten. Aufruhr in Albanien. Fürst Wilhelm in Gefahr! Aus der Residenz des ehemaligen Prinzen zu Wied und drrmoligeu Fürsten von Albanien ist eine Hiobsbotschaft cin- gctroffen. die alle bisherigen Unglücksnachrichtcn übertrifft. Bor den Toren von Durazzo, in der zwei Stunden entsernlen L, rtschast S i a k, steht die Revolution, keine epirotischc, reine griechische, keine malissorischc. sondern eine — türkt s ch e! Die offiziellen Depeschen nennen den Aufruhr muselmanischen Fanatismus. Zum größten Teile find die Aufruhrer Bauern, die gegen ihre Bcis aufgebracht sind. Ihre Forderung: Befreiung vom Militärdienst und Einiichrung der türkischen Sprache statt der albanischen in den Schulen. I l b a n i c n s K a n z l e r E s s a d P a s ch a wird beschuldigt, leine Verivrcchungcn nicht gehalten zu haben, und Wilhelm I. von Albanien muß die Kanonen italienischer Kriegsschiffe nun gegen seine eigenen Untertanen zu Hilfe rufen. Kann es eine peinlichere Lage sür den Monarchen eines neuen Staatswesens geben? Wie ist diese neueste Rebellion zu bewerten? Nach den großen Verlusten der Türkei aus dem Balkan können sich gewisse türkische Kreise nicht mit dem Gedanken vertraut machen, daß ei» in der Mehrheit mohammedanisches Land wie Albanien von einem christlichen Fürsten regiert werden und unter dem Schutz der europäischen Mächte vorwärts kommen soll. Für diese Kreise, die überall ihre Agenten und Fürsprecher haben, gilt es als Grundsatz, daß Mohammeds Anhänger nur unter der Aegide des türkischen Reiches gedeihen können. Gin Verzicht auf diesen Grundsatz erscheint ihnen ein Fiasko des türkischen Staatsgedankcns auch heute, nach der Zurüekdämmung aus Europa, ja heute erst recht. Als im vorigen Jahre die Kandidierung des Prinzen zu Wied durch die Großmächte für den albanischen Thron bekannt wurde, ließ man in Konstantinopcl viele hervorragende Albanesen, die sich vorübergehend mit Erlaubnis der türkischen Regierung dort aufhielten, in die jungtürkische Ko- miteezentralc rufen und verlangte von ihnen die Unterschrift zu einer Erklärung, worin sic sich für einen mohammedanischen Fürsten und gegen den Prinzen zu Wied aussprechen sollten. Wer sich nicht fügte, wurde mit sehr unzarten Mitteln über die türkische Grenze geschafft, und obwohl die türkischen Planmachcr für ihre Absichten in Albanien damals nicht genügend viel Parteigänger fanden, haben sie den Gedanken einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten Albaniens den Großmächten zum Trotz nicht aufgegeben. Man erinnert sich wohl noch gut des türkischen Putsches Anfang Januar dieses Jahres: 200 Parteigänger Jzzet Paschas reisten von Konstantinopel nach Valona in der Absicht, bei Nacht zu landen und die Bevölkerung auszuwiegeln, um den früheren türkischen Kriegsminister zum Fürsten von Albanien zu proklamieren. Die provisorische Regierung von Albanien, noch rechtzeitig gewarnt, verhängte sofort den Belagerungszustand über Valona und ließ ini Einverständnis mit dem Kontrollausschuß und den holländischen Gendarmerieofsizicren die türkischen Abenteurer festnehmen, soweit sie ihrer habhast werden konnte. Die verhafteten türkischen Offiziere waren mit großen Geldsummen und Schecks lversehcn, ein Beweis, wie gut alles in Konstantinopel ooc- ■bereitet war. Tann kani der Prinz von Wied. Albaniens Küstenbewohner und die Intelligenz des Landes gingen ihm mit den freundlichsten Gefühlen entgegen. Aber unter der Landbevölkerung im Innern, insbesondere in den Bergen, brütete die türkische Apathie. Tie dort lebenden Bauern, die Eichener ttonzertvercin. Gießen, 20. Mai. Ars X und letzte Konzert im 123. Vercinsjahr brachte einen Herrlichen Abschluß in der Ausführung des sür Gießen und wohl gür die allermeisten Zuhörer neuen Werkes: G. Fr. Haen- !dels Jephta. Dieses Wunderwerk scheint mir an Vielseitigkeit iund Reichtum alle andern Werke dieses unerschöpflichen Meisters zu überragen, selbst seinen Messias nicht ausgenommen. Mag -dieser auch in Charakter und Form geschlossener, einheitlicher lein und mag man ihm um seiner ungeheuren Wucht und Stileinheit willen den Preis zuerkcnnen, reicher, vielgestaltiger und dabei doch unberührt natürlich slicßt die Erfindung in seinem Jephta dahin Alle Empfindungen umsaßt dieses Werk von der tiestten und «rdabcnüen Tragik bis zur lieblichstmi Freude am chaiein. Man sollte dieses Werk öfter hören, um seine Schönheiten im einzelnen ganz kennen zu lernen; sicherlich wird es gerade dem Musikfreund immer wieder neue Herrlichkeiten erschließen. Das Werk stellt insbesondere die Solostimmen vor eine große Ausgabe. Tie Hauvtschwierigkeit liegt in,einem gewissen Wechsel der Grundstimmung der Charaktere, der sich im Lause der Tinge vollzieht. Man darf etwa sagen, daß zunächst Hamor und I p h i s die Träger deslnrischen Elementes sind, der e i n - fachen, natürlichen Menschlichkeit — und daß Jephta und Hanna die heroischen Charaktere darstellcn. Später aber tritt eine Wandlung ein, weniger bei Hamor und Hanna - bei diesen zeigen sich mehr nur momentane Stimmungswechsel, am wenig sten bei Hanna —- dagegen wird Jephta unter dem Widerstreit seiner Gefühle aus dem Heroischen ins natürlich-menschliche Gebiet getragen, während in I p h i s der volle Umschwung zum Heroischen eintritt. _ . ^ Für die Solisten des geitrlgen Tages bedeutete diese Aufgabe .aus natürlichen Gründen eine säst unüberwindliche: Herr Tr. Moser hat den natürlichen Stimmcharakter für heroische Ausgaben und stand hier vor einer fast durchgehend lyrischen; sür !den Jephta wäre ein ausgesprochener Heldcntenor, aber mit der Fähigkeit, auch leichteren Stimmungen in so schöncrWeisc gerecht zn werden, wie dies Herrn Rn ge in seinen letzten Arien !vortrefflich geriet, am Platze gewesen. Frau Wern er-J cn s e n neigt, wie wir sa von früher her wissen nnd stets mit rettlosem Entzücken genossen haben, weit mehr zur Lyrik, als zn heroischen Gesängen, während Frl. von Ladiges eine im Werden begris- ifcne Heroine ist. der daher der Schluß bester geriet, als der -Anfang, obioohl ich nicht verkenne, daß sie stellenweise, insbeson-- jh«c bei tonmalerischen Gebilden, eine überraschende Leichtigkeit ßiersKiedergabc ciuwickclte (hie-und da mißriet cs freilich-auch). durchweg Analphabeten sind, erhielten nicht die leiseste Ahnung von der neuen, selbständigen Regierung: ihnen blieb es ganz glcick>gültig, wer nun die Krone Albaniens trägt, und man hat es ihnen nicht schnell genug beige bracht, daß dieser Fürst der alleinige Herrscher des Landes geworden ist und nicht ein Vasall des Padischah. Bezeichnend ist, daß, nach einem Briese, einer der mohammedanischen Land^iuptlinge in Albanien kürzlich einem deutschen Reisenden "gegenüber äußerte: „Ich höre, daß jetzt der deutsche Prinz in Durazzo residiert: meinetwegen kann er residieren, wir weiden ihn nicht stören, wir erwarten nur, daß er uns nicht stört." Man sieht, die Durchdringung Albaniens mit dem Willen der neuen Regierung ist auch in den Anfängen noch nicht gelungen. Zwischen Fürst und Volk haben sich schon während der kurzen Zeit seiner Anwesenheit die Beis eingeschoben, die dem Volle klarmachen, daß die Regierung in Durazzo .nichts leisten wird, daß sie als einzigen Segen des neuen Regimes den Kriegsdienst fordert und die mohammedanische Sprache ausrottet. Es fragt sich mm, ob es dem Fürsten Wilhelm gelingt, aus eigener, oder was gefährlicher ist, mit fremder Kraft den Sturm zu beschwören, der jetzt aus den Bergen gegen Durazzo hcrunterbraust. Tic führende Intelligenz der Mohammedaner, die zur Schaffung Albaniens tatsächlich viel beigetragen und sich für die Wahl des christlichen Fürsten eingesetzt hat, ist cs, auf die nun alles ankommt. Hält sie zu bei* Fürsten, so kann noch alles gut werden. Bricht auch diese Mauer, so kann man dem deutschen Fürstensohn keinen anderen Rat geben, als unter dem Schutze der italienischen Schiffskanonen das undankbare Land zu verlassen und bessere Zeiten abzuwartcn. Wir erhielten folgende Meldungen: Durazzo, 19. Mai. Starke bewaffnete Banden, teils muselmanische Fanatiker, teils gegen ihre Behs aufgebrachte Bauern, sind gestern in die zwei Stunden von Durazzo entfernte Ortschaft Siak cingcdrungen nnd haben den Kaimakarn vertrieben. In Durazzo sind Schutz- maßregcln getroffen worden. Wien, 19. Mai. Die „Neue Freie Presse" meldet ans Durazzo: Gestern nachmittag 6 Uhr hatte Essad Pascha «ine Audienz beim Fürsten Wilhelm, die sehr stürmisch verlief. Sie endigte damit, daß Essad Pascha seinen Rücktritt gab. Darauf organisierte Essad mit seinen 5000 Parteigängern, die außerhalb Durazzos kampierten, nnd 300 Anhängern, die in seinem Hause untergebracht waren, eine Revolte und gab heute früh selbst das Signal zum Kampf, indem er den ersten Schuß gegen das fürstliche Palais abfeuerte. Die von Oesterreich-Ungarn gelandete Batterie erwiderte sofort das Feuer. Das Haus Essad Paschas wurde beschädigt. Es gab m c h - rereToteundVerwundete. Sofort wurden mehrere Kontingente österreichischer und italienischer Matrosen gelandet, welche das Haus Essad Paschas belagerten und die Stadt besetzten. Essad schickte einen Parlamentär und bat um freies Geleit auf ein italienisches Schiss. Dieses wurde ihm jedoch verweigert und um 9 Uhr er undseine Gemahlin auf das österreichisch-ungarische Stationsschiff gebracht. Essad Pascha gefangen gesetzt. Wien, 19. Mai. Essad Pascha ist gelangen gesetzt und an Bord des österreichisch-ungarischen Kriegsschiffes „Szigetvar" gebracht worden, wo er vorläufig zur Verfügung des Fürsten verbleibt. Näheres ist noch nicht bekannt. Bei einem solchen Werke sind nun Ausagben gestellt, die mir reifste Künstlerschast voll erschöpfen kann: sicher wäre das bei Frau Paula Werncr-Jenscn auch durchaus det Fall gewesen, läge ihr eben der Geiamtcharaktcr der Hanna. So aber wurde auch diese ausgezeichnete Künstlerin erst dem Engel ganz gerecht: hier war restlos auch der SsimmmigSgehalt erschöpft. Gewiß: hier ist ja auch vielleicht der Höhepunkt des ganzen Werkes und wir können uns rau freuen, daß gerade hier auch das Gelingen auf voller Höbe war. 'Für die andern drei Solisten war die Aufgabe noch zu groß ; wir dürsen hier noch nicht den Maßstab reifster Künstlerschast anjegen, dürsen uns aber doch vieles wohlgelungenen freuen. Vortreffliche Stimmittel und musikalische Begabung sind bei allen unverkennbar und der Weg zur Höhe ist bcschritten: üluswahl der Gesangspartien nach dem Grundcharakter der Stimme dürste anznraten sein — die Beherrschung aller Register vom Hcroisch-Traaischen bis zum Lvrisch-Empfind- samcn ist doch stets nur ganz Auscrivählten gegeben. Sehr gut war die Leistung des Orchesters. Etwas mehr Ruhe in den beiden ersten Teilen des Werkes und insbesondere bei den Sologesängen hätte ich mir gewünscht: hier wurde stellenweise etwas gehastet. Die einzeln l>crvortretcndcn Instrumente, insbesondere die Bläser waren ausgezeichnet. Höchstes Lob verdient Frau Nebelung - Knapp: wir dürfen uns dazu graMlreren, neben Herrn Proscssor Trautmann eine so ausgezeichnete Begleiterin hier in Gießen zu l>abcn. Präzision und Tonschönhcit waren vortrefflich. Herrn G o e r l a ch möchte ich wünschen, daß unsere liebe Orgel nicht heimtückische Mängel hätte, die ihm ohne seine Schuld die Freude verderben und scheußlich störend wirken. Herrlich war die Orgel aber besonders bei Begleitung des Engels. Köstlich war der Kindcrchor, frisch, schwungvoll und besonders die Soprane überraschen!) klangschön: da wächst ein köstliches Gut heran, dessen Pflege wir uns angelegen sein lasten sollten. Ter Akademische Gesangverein löste die ihm gestellten Ausgaben im Rahnien seiner stimmlichen Mittel: eine erfreuliche Ausgeglichenheit aller vier Stimmen, sodoß es keine der andern zuvorzutun reizte, verdient alles Lob. Es geriet nahezu alles, wenn auch hie und da ein Einsatz etwas zu schwach Lang und die Soprane auf einzelnen boet) gehaltenen Tönen nicht ganz rein waren: solche fleinen Unsälle hängen manchmal an einer momentanen Indisposition einzelner Stimmen. Für die Naturchöre und insbesondere sür den Schlußchor wäre freilich ein weit stärkerer Chor erwünscht: da müssen gewaltige Klangmallen wirken, die hier fehlte». Aber wer denkt da nicht an frühere Jahre, wo der Chor kauu,! halb, ia nur ein Drittel so stark war, wie heute —, Durazzo, 19. Mai. Heute früh entwickelte sich ein Kampf zwischen der holländischen Gendarmerie und der Leibgarde Essad Paschas. Das Haus Essad Paschas wurde beschossen. Das Gesccht endete mit der Gefangen nähme Essad Paschas, der sich gegenwärtig an Bord des österreichiscks-ungarischen Kriegsschiffes „Szigctvar" in Gewahrsam befindet. Durazzo, 19. Mai. Ter italienische Kreuzer „Dettor Pisani" und eine Anzahl italienisckier Torpedoboote'sind hier cingctrosfen. — Die A u s ständi s chen, die sich Durazzo genähert haben, stellen die Forderung, vom Militärdienst befreit zu werden, und verlangen Einführung der türkischen Sprache anstatt der albancsischen in den Schulen. Sie beschuldigen Essad Pascha, die ihnen gegebenen Versprechungen nicht gehalten zu haben. — Wie es heißt, ist Abdi Bey gestern ans dem Wege nach Tirana getötet worden. Mitteilungen des Grafen Bcrchtold. In der österreichischen Delegation machte gm gestrigen Dienstag Gras B e r ch t o l d nach ihm zugegangcncn Mitteilungen über die Lage in Albanien solgcndc Ausführungen: Die in den setzten Tagen verschäriten Gegensätze zwischen den Anhängern Essad Paschas und ihren Gegnern führten zu Bandenbildungen in der Nähe von Durazzo, was in Durazzo selbst Anlaß zu Besorgnissen gab. Zum Schutze der Sicherheit des Fürstenhofcs verfügten die Kommandanten des italienischen u nd des österreichisch-ungarischen Stattonsschisfes in ge- geuscitigeni Einvernehmen die Landung einer Matrosen- äbteilung, doch kam as nicht zu einem Eingreifen. Die italienische Regierung, welche nur ein viel kleineres Kriegsschiff als das unserige vor Durazzo liegen hat, hielt die Torvedobootsslottille zurück, welche seit einigen Tagen dort kreuzte. Essad Pascha befindet sich zurzeit an Bord unseres Kriegsschifles. Etwaige weitere Nachrichten behielt sich der Minister vor, den Delegationen mitzuteilen. Die Niagara-Konferenz. Washington, 19. Mai. Präsident Wilson hat den amerikanischen Vertretern auf der Niagara-Konferenz mitgeteilt, daß die Regierung die endgültige Beilegung der Streitigkeiten in Mexiko als Bedingung sür die Zurückziehung der amerikanischen Truppen ans Veracruz ansehe. Der Präsident gab den Delegierten keine besonderen Instruktionen mit, sondern ersuchte sie, sich abwartend zu verhalten uird Vorschläge entgegenzunehmeu, wobei er hinzu- sügte, daß der Frieden ihm von derEntfernungHuer- t a s und der Aufrichtung einer strengen und gerechten Regierung abhängig erscheine, einer Regierung, die bereit sei, unbeeinflußt» Wahlen vorzunehmen. Die Abgesandten Huertas erklärten sich bereit, den Rücktritt Huertas zu empfehlen unter der Bedingung, daß zuvor eine endgültige Entscheidung über die Art der Regierung getroffen werde, die folgen solle. Die militärische Lage in Mexiko bereitet der amerikanischen Regierung Sorge, da ein plötzlicher Ausbruch von Feindseligkeiten gegen die amerikanischen Truppen oder Verwicklungen in Tampico befürchtet werden, die die ganze Lage ändern könnten. vcutscbe- NcicH. Der Aeltestenrat des preußischen Abgeordnetenhauses, das auch am Dienstag bei der dritten Lesung des Voranschlags war, beschloß am gestrigen Dienstag, vom 26. Mai bis 9. Juni P s i n g st s e r i e n eintreten zu lassen. Bis zum 26. Mai soll die erste Lesung der Besoldungsnovelle und fleine Vorlagen beraten werden. Nach Pfingsten wird die 2. und 3. Lesung der Besoldungsvorlage und die ersten Lesungen des Fideikommiß- und Fischercigcsetzes stattsinden. Voraussichtlich wird der Landtag wir sind eben sehr, sehr viel anspruchsvoller geworden! Und daß wir das hier in Gießen geivorden sind, verdanken wir in erster Linie Herrn Professor Trautmann. Recht verstanden ist das das größte Lob, das man einem Dirigenten spenden kann: denn darin liegt die Anerkennung, baß er das ganze musikalische Leben einer Stadt zur Höhe zu führen verstand — und das ist nicht leicht! Auch die Aufführung von üaendcl's Jephta verdanken wir in allererster Linie seinem Wirken; sie war im ganzen vortrefflich' -b- Thomas ttoschat Ter bekannte Volksliederkömvonist Thomas Koschat ist im Alter von 71 Jahren in Wien gestorben. Thomas Koschat, der Sänger des allbekannten Liedes „Verlassen bin i" ist an Arterienverkalkung, 71 Jahre alt, in Wien gestorben. Erst vor wenigen Jahren halte er sich in den Ruhestand begeben. ttoschat wurde in Biktring bei Klagenfurt geboren und hat aus der Wiener Universität Phllosophie und Naturwissenschaften studiert. Bald aber gab er sich ganz dem Vokalbcrui bin, erst als Chorführer an der Wiener tzosovcr, dann als Mitglied der Tom- und Hofkapclle. Ter Riesenerfolg seiner Lieder enthob ihn bald materieller Sorgen. Von d?m schönen Kärntnerland aus haben sich seine Gesänge, ursprünglich sür Männerguartett geschrieben, in ein- und mehrstimmigen Bearbeitungen, mit oder ohne Zither- und Klavierbegleitung in allen Tonlagen das ganze deutsche Sprachgebiet erobert, während auf ihrem geistigen Heimatboden, Kään- ten, mehr und mehr das Tentsä-c mit dem rapid anwachfenden Slooenisch zu kämpsen hatte. Koschat war eigentlich bis zuletzt froh und sangessrisch und war nach wie vor der beste Interpret manches ferner melodiösen, gemütreichen und humorvollen Lieder, zu denen er auch selbst die Dichtungen schrieb. Weitaus das verbreitetste von allem, was Koschat komponiert hat — und seiner Werke gibt es eine große Zahl — ist sein bereits genanntes „Verlassen, verlassen bin i". Es ist eines der wenigen Kunstlieder, die zu einer volkslied- artigen Popularität gekommen sind. Sehr bekannt sind seine Quartette und Chöre und die Melodien des Singspiels „Am Wörthersee", Werke, die in Text und Konlposition nach ihrer lyrischen Art und ihrem Humor an die besondere Weite der Kärntner Volkslieder erinnern und auch in der Faktur den dort heiurischen volkstümlichen Liedern und mehrstimmigen Gesängen nachgeahmt sind. — -• ^ UUI noch 6—8 Sitzungen abhalten, Hi«auf wird er bis 10 4flwe»t»-r »ettagt lverden In der zweiten JunihLlfte werden noch “■tot gröbere Kommisswnen tagen, um die ersten Lesungen der 3a> Gesetze zu bcenbcit. Wahlresorm in Baden? Tic badische Zweite Kammer ft» Landtags beriet am Dienstag über die Anträge der National Irberalen und der Fortschrittler bctr Einführung der Verhältnis Staatsministcr Frbr B. Busch erklärte, die Regierung verkenne nicht, daß der Verhältniswahl ein Ideal zu Grunde liege, aUci» sie stehe aus dem Standounkt, daß ein wirklich erprobtes System in größerem Stil noch nicht vorhanden sei. Die Regierung sei zu dem Ergebnis gekommen, daß ein znnngender Grund zur Äcnderung der Persassung nicht vorliege und daß in der Tat die parlamentarische Vertretung den Willen des Volkes Wiedergabe, — Das Zentrum, das 20 Jahre für den Proporz eingetreten war, hat sich in der Sitzung gegen die allgemeine Verhältniswahl zum Landtag erklärt . Tie Anträge bctr. Ein- chhrnng der Verhältniswahl wurden schließlich niit 35 gegen 29 Stimmen angenommen, Tic in Berlin eingetroffenen englischen Arbeiter mit ihren Frauen wurden am Ticnstag abend im Aus' ftellungsvark vom Staatssekretär a, T, De r n bürg aus englisch begrüßt mit dem Wunsche, daß es ihnen in Berlin gesallen möge uird daß sie den Eindruck tnlit nach Hause nehmen möchten, daß die Deutschen für die englische Ration ein leblgtstes Interesse haben. Rach weiteren Begrüßungen durch das Lcrrenhausmitglicd Geh, Rat von B ö t t i n ge r und andere dankte namens der englischen Gäste Mcrttcns R u g h b y für den freundlichen Enrpsang, Aurlanv. Tie Anfeindung des Präsidenten Poineare, Unter dem Titel „Ter Marsch nach dem Elhsee" schreibt der „Figaro": Man nimmt bereits den Hauptgedanken der nächsten Geictzgebungsveriode Ivahr, Es ist der Angrifs gegen den^Prä- sidenten der Republik, der seit einigen Tagen sowohl aus Seiten cher vereinigten Sozialisten wie aus Seiten der sozialistischen Radikalen in allen Tonarten, bald drohend, bald ironisch be- ; gönnen har, Hohe politische Persönlichkeiten fordern Poineare wie seinerzeit Mac Mahon auf, sich entweder zu unterwerfen oder zurückzutreten, Wcni soll Präsident Poineare sich „nterwerien? Es ist unmöglich, die Verfassung mehr zu respektieren, als er cs tut. Das, ivas man ihm in den äußersten Kreisen der Linken nicht verzeihen kann, ist die Tatsache, daß der Versailler Kongreß, der ihn gewählt hat, einen "Augenblick von französischem und nicht von, Parteigeist beseelt war. Man will keinen solchen -Präsidenten, Man sucht einen Mann, der die revolutionäre Arbeit unterstützen soll. Deswegen greift man Poineare unaufhörlich -an. Träumt man vielleicht von Präsidcntsäiastskrisc? Das würde :im ganzen Lande eine solche Verblüffung liervorrusen, daß man stich das wohl überlegen wird, denn eine Präsidentschastskrisc würde sich bald zu einer Krise des Regimes selbst gestalten und die ungeheuere Mehrheit der Bourgeoisie dürfte sich von diesem Regime lossagcn, Frankreich besitzt gegenwärtig im Elhsee eine seiner besten Hoffnungen und'man wird es nicht dazu bringen, auf diese Hoffnung leicht zu verzichten. Ein Säbelduell des Grafen Tisza, Aus Ofen- vest wird vom 19, Mai gemeldet: Um 3 Uhr nachmittags fand int Fechtsaale von Rakosh ein Säbejduell zwischen dem M i n i st e r- vräsidenten Grafen Tisza und dem Abgeordneten -Stephan Rakowskh unter den sch wer st en Bedingungen statt. Das Duell wurde mit schweren Kavalleriesäbcln ohne Ban- -dagen ausqesochtcn, wobei Hieb und Stich erlaubt war. Es bauerte 20 Minuten und cs fanden füns Gänge statt. Beim ersten Gang erhielt der Ministerpräsident aus deni rechten Arme eene Rißwunde infolge UcberbicgcnS des Säbels seines Gegners, Beim fünften Gange erhielt der Abgeordnete tRakowtßy eine 15 Zenti- hmöter lange, aber nicht tiefgehende Schnittwunde am Unterleib, ,Tie Gegner blieben unversöhnt. Das dänische Königspaar ist am Dienstag nachmittag von Poris in Brüssel eingctrofsen, Zu seinen Ehren fand abends im Stadtschloß ein Galadiner statt. Die Thronrede des Königs von Schweden, Der schwedische Reichstag wurde am gestrigen TicnStag mit einer 'Thronrede eröffnet, Tie Opfer, die ich von euch fordere, • sind keineswegs gering, aber nicht zu groß, da sie dem Wohlc des Vaterlandes gelten Verschiedene mit der Vcrteidigungsfrage zusammenhängende Vorlagen werden euch vorgclegt. So unterbreite ich euch eine Vorlage über Reformen zum Militärgesetz, .Wenn die Ursachen des lähmenden Gefühls mangelnder Sicherheit -für das Vaterland entfernt sein lverden, dann wird — das ist meine Ucbcrzeugung — das ganze Volk mit umso größerer Zu- (verficht andere große Fragen, die der Lösung harren, in Angrifs nehmen. Ich schlage Aendcrnngen der Verfassung vor, die eine anderweitige Einteilung der Staatsdepattcmcnts ermöglichen. Im -Zusammenhang mit dem Finanzplan, der euch unterbreitet werden wird, schlage ich zur Deckung gewisser höchst bedeutungsvoller Aufgaben für verschiedene Zwecke eine einmalige Vertei- digungsabgabc vor, eine Vertcidigungsstcucr ausschließlich ans größere Vermögen und größere Einkommen, Aus Stadt «nd Land« Gießen, 20. Mai 1914. Tie Straßenbahn Gießen—Wieseck. Die Verhgndluniien von Wiesrck abgebrochen, , Schneller, als manqlanben konnte, haben sich die Verhand- i Iunqcn zwischen der Stadt Gießen und der Gemeinde Wieseck erledigt, indem der Gcmcindcrat Wicsecks den Beschluß faßte, der allerdings nur mit einer geringen Mehrheit angenommen wurde, die Verhandlungen mit Gießen abzubrechen und die Zuschriften des Oberbürgermeisters unbeantwortet zurückzuschicken, Sosort nach diesem Beschlüsse wurde dann der Eintrag gestellt, die Borbercitungen zur Einführung einer Automobilverbindung ins Werk zu setzen. Einen so energischen Schritt hätte man den Gcmcinderäten Wiesecks wohl kaum zugeiraut. Wir erhalten folgenden aussührlichen Bericht über die Verhandlungen des Gemcinderats: = Wieseck. 19. Mai. Auf der Tagesordnung der G c m e i n d c r a t s si tz u n g am Dienstag abend stand als Hauptpunkt die Beratung über die elektrische Straßenbahn Gieße n—W ieseck. Daß ein „großer Tag" zu erwarten war, ging daraus hervor, daß der Gcmciudcvorstand vollzählig erschienen war, und der Zuhörerraum bis auf den letzten Platz besetzt war, Bürgermeister S ch o m b c r gibt zunächst das S ch r c i - bcndesObcrbürgermei st crs Keller bekannt, wonach die Straßenbahn der Krgisstraßc entlang, durch die Grabenstraße und Kornblumenstraße, geführt werden soll Weiter wurde darin zum Ausdruck aebracht, daß weder von einer Verpflichtung Gießens, die Bahn zu bauen, noch einer solchen von Wieseck, einen bestimmten Beitrag zu leisten, die Rede sein könne: alle Besprechungen seien als null und nichtig zu erklären, und Oberbürgermeister Keller wisse nichts von der Existenz irgendwelcher bindenden "Abmachungen. Diese Ausführungen erregten in der Versammlung eine große Enttäuschung, Es wurde an Hand des vorliegenden Aktenniaterials folgendes fcstgestellt - Am 15, Juli 1918 faßte der Gemeinderat Wieseck den Beschluß, 35 000 Mk, in jährlichen Raten *u 5000 "Mk. für Erbauung der Straßenbahn der Kreisstvaße entlang durch die Gießener Straße bis zur Philosophenstraßc zu zahlen. Am 2, August 1912 teilt Oberbürgermeister ffiocum mit. daß die Stadtverordnetenversammlung in Gießen das Angebot Wiesecks gut- gehcißen hat und der Bau der Bahn sobald als möglich in Angrifs genommen werden soll. Kurz darauf traf denn auch hierzu die kreisamtliche Genehmigung ein. Jetzt setzte eine längere Pause ein, die Angelegenheit sollte von der Regierung verzögert worden sein, was diese al>er rn Av-rec» stellte. An, 17, Juni 1913 sck,reibt Obettbnrgermcrjter Mccrun. daß die Pläne vervielfältigt sind und daß nach deren Ee- nchmigung durch die ÄnssrchtsbcHorde, dre voraussichtlich ini August 1913 erfolge, sofort mit dem Bau begonnen werde. Die Schienen könne man erst nach der Abnahme bestellen, die Lieferfrist hierfür betrage 8 Monate. Eine Beschleunigung sei nicht möglich. Das Kreis amt machte rm Sommer 1913 darauf ausmerkscurt, daß die Gießener Streck sofort kanalisiert w'erden müsse, da spätestens im Frühjahr 1914 mit dem Bau de r S t r aßen - bahn begonnen werde. Im Herbst 1913 stellte Gießen den Antrag, daß Wie,'eck das Gelände zur Weitersuh. rung nach Alten-Buseck kostenlos zur Verfügung stelle, dem wird in der Weise Rechnung getragen, daß Wieseck die Ortsstraßen kostenlos zur Verfügung Mit, Beigeordneter Schäfer erklärt, daß trotz aller gegenteiligen Behauptungen ein Vertrag, wenn auch nicht Gcmcindcrat Fr, Deibel ist derselben Meinung und erklärt, wenn zwei Vertrauensleute in einer solchen Stellung unter Berufung auf ihre Amtsergenschast "Mit- teilungen zu gehen lassen, so nxire dies Fle'ichbvd'kmte7U> mrt einem Vertrag. Man komme jetzt schon wieder mit einem neuen Plane, trotzdem Wieseck doch schon wiederholt erklärt habe, daß für Wiescck nur die Kreisstraßc und Gießener Straße in Betracht komme. Das geschehe jedeusalls in der Absicht, entweder den Bau ganz unmöglich zu machen oder vielleicht einen bedeutend höheren Beitrag herauszuschla- aen, Wieseck habe es jetzt satt, sich in einer solchen Weise Uinger Hinhalten zu lassen, er beantragt deshalb, alle diesbezüglichen Schreiben unbeantwortet a n die S t ad t Gie ß e n zurü ck zus chi ck en. Den Antrag befürworten die Gemeinderäte Becker und L, D e i-b e l, während Wacker darlegt, daß es besser und der ganzen Sach« dienlicher wäre, wenn man konsequent, aber doch nicht derart scharf vorginge, Luh beantragt, der Stadt Gießen mitzuteilen, daß die Gemeinde Wieseck auf ihrem am 15, Juli 1912 gefaßten Beschluß bestehen bleche, und daß eine andere Linienführung oder Beitragsleistung niemals in Betracht komme. Man habe cs nicht nötig, neue Beschlüsse zu fassen, die Meinung des Gemcinderats in dieser Angelegenheit sei schon verschiedentlich unzweideutig zum Ausdruck gekommen, und Ereignisse, die eine andere Auffassung veranlaßt hätten, seien nicht eingetreten, H ei n ri ch Er b ist derselben Meinung, Er meint, es sei, wenn man den Bau ganz ablehnen wolle, besser, vorher Rücksprache mit der Gemeinde zu nehmen. In der nun folgenden Abstimmung wurde der A n t r a g Luh, mit der Stadt nochmals zu verhandeln, abgelehnt, der Antrag Deibel, alle Schreiben zurückzuschicken und die Verhandlungen als abgebrochen zu betrachten, mit 7 gegen 5Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen, Luh beantragt sosort, auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen: Anschaffung eines anderen Verkehrsmittels (Automobils). Unser Wiesecker Mitarbeiter fügt noch hinzu: So wäre man also tu Wieseck und Gießen um eine Hoffnung ärmer geworden. Ob der Beschluß das Richtige getroffen hat, darf sehr stark bezweifelt >ver- dcn, Bürgermeister S ch o m b e r hätte seinen ganzen Einfluß aufbieten müssen, um das Zustandekommen eines solchen Beschlusses zu verhindern. Die völlige Ablehnung hätte auch noch erfolgen können, wenn ließen den Bau auf der Gießener Straße abgelehnt oder übertrieben hohe Forderungen gestellt hätte. Jedenfalls loird hierüber noch manches gesagt werden müssen, dadieserBeschluß mit dem Willen von 9 /io der Wiesecker Einwohner in Widerspruch steht. ** Tageskalender für Mittwoch, de» 20. Mai: Stadt- t h e a t e r : Gastspiel des Stufet Kurlhcalers : .Polen bl» i". Abends 8 Utir. 31 fab. Dürerbund! Vorlraa in der Aula abends 8'/, Uhr. Gewerbe« II s stell II ngt Konzert Donnerstag nachmittags von 4—7 und abends von 8—II Uhr. " 3lu§ dem Schuldienst. In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der höheren Bürger-(Mädchcn-) Schule zu Büdingen Johanna Göckel auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste, vom 16. Mai 1914 an. ** Offene Lehrerstelle. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schnlstellc zu Ober- Schönmattenwag, Kreis Heppenheim. “ Prüfungsausschuß für Hufbeschlag. Nach einer Bekanntmachung des Ministeriums des Innern sind für die nächsten drei Jahre zu Mitgliedern dcS Prüfungsausschusses im Hufbeschlag für die Provinz Oberhessen ernannt: Großh, KreiSvcterinärarzt Dr. K nel l zu Gießen, Lehrschmicd an der Veterinäranstalt Georg Laniberth zu Gießen, Gutsbesitzer Ockonomierat Karl Müller zu Neuhof bei Leihgestern, Kreis Gießen. Z»»i Vorsitzenden der Prüfimgs- kominissioncn wurde der Großh. Geheime Obermedizinalrat Prosessor Dr. Lorenz zu Darinstadt bestellt. •* Oberhessischer Kunstverein. Die Ausstellung ist am Himmclfahrttage von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen aeössnet. Verkauft wurde ein Oelgemälde .Eiselmaar' von Proscsior R. Kaiser-München und geht nach auswätts in Privatbesitz über, ** Zollstelle am Güterbahnhof, Um den Verkehr bei der neuen ZollsteUe tunlichst zu erleichtern, ist auf Anregung her Handelskammer vom Großh, Ministerium der Finanzen aus Widerruf genehmigt worden, daß die bei der Zollstcllc am Bahnhof in Gießen abgeserttglcn Waren vor der Dcreinnahmung oder Sicherstellung der Abgaben- und Gebühreicheträge an bekannte sichere Warenführer oder -Empfänger verabfolgt werden dürfen, wenn d-iese bei der Zollstelle Stundungsanerkenntnisse abgeben oder sich verpflichten, den Zoll usw, unmittclbgr nach der Abfertigung bei der Hauptamtskasse zu entrichten 3lußerdem ist der erste Absertigungsbeamte bei der Zollabfcrttgungssdelle am Bahnhof crmächttgt worden, Zollbeträge bis zu 20 Mk. für die Hauptamtskasse zu erheben, ** Tie Gewerbeausstellung hatte auch gestern einen außerordentlich starken Besuch zu verzeichnen, Waren bisher die Besucher Bewohner der Stadt Gießen und ihrer allernächsten Umgebung, so bemerkte man gestern nachmtt- tag sehr viele Schaulustige, die von auswärts gekommen waren, Abends war das Pnbkikum wieder „ganz Gießen", Das Aießener Orchester unter Leitung seines Dirigenten .Hermann Weller spielte um 8 Uhr und hatte zusammen mit dem prachtvollen Wetter eine große Anziehungskraft ausgeübt, Garten und Saal waren von Anfang an voll besetzt und mancher, der keinen Sitzplatz mehr erhalten konnte, wünschte, daß in Zukunft eine größere Zähl von Tischen und Stühlen ausgestellt werde. Die Musikstücke wurden flott und sicher gespielt und errangen ungeteilten Beifafl, Hervorgchoben sei aus dem inhaltsreichen Programm die Jubelouvertürc von Bach, die Wet- zelsche Gnonrrnparade und eine reizende Paraphrase über „Ein Böglrin sang im Lindcnbaum" von Eberle, Ein Trorw- petensolo „Rose vom Lina-See" von Schmidt wurde von Herrn Mahnkopp technisch einwandfrei und stimnrungs- vofl vorgetragen. ** Kleine Mitteilungen, In einem Laboratorium des Phvsikalischen Vereins zu Frankfurt a, M, entstand vermutlich durch Kurzschluß ein Brand, der für etwa 3000 Mk, elektrische 3lvvaratc vernichtete. Der Schaden ist um so bedauerlicher, ajs ldie Avvaratc die Ergebnisse einer Toktoranden- arbeit sind, — Der Wehrbeitrag aus dem Obertaunuskreis einschließlich der Stadt Homburg beträgt 1536 800 Mk, Das Kapitalvermögen vermehrte sich uml 6 Millionen Mark, — Aus Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurde der 23iädrige Student Wilhelm Bogt in Tarmstadt festgcnommen, der verdächtig ist, den Tod des bei einem Brande verunglückten Prl- vatdozenten H e y d r i ch verursacht zu haben, — In Krumstadt sind die Masern und der Scharlach ausgebrochen. Eine Schulklasse mußte bereits geschlossen werden, — In Frankfurt a, M, gab am MoMag die Ehefrau des Kraftwaqensührers Krüger aus ihren Mann einen Revolverschuß ab, weil er die Ehescheidungsklage gegen sie eingereicht hatte. Der Schuß ging fehl. Ein zweiter Angriff der Frau wurde durch die Geistesgegenwart des Mannes ver- hindett. Die Frau kam in Haft, — Mit abgefahrenem Kopse wurde heute früh in der Nähe der Station Wersau ani der Nebenbahn Reinheim—Reichelsheim der etwa 40 Jahre alte Streckenwärter Adam Lohnes aus Oberklingen gefunden. Ob ein Unfall oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht scstgestellt. Langkreis Gießen. ck, Wieseck, 19, Mai, In der Gemcinderatssitzung am Dienstag wurde neben der Straßenbahn Gießen—Wiescck noch über folgende Punkte verhandelt: Dem Kaninchenzucht- Verein wurde zur Förderung der Zucht ein Ehrenpreis bis zur Höhe von 15 Mark bewilligt. Zum Wrcsenvorstandsmitglied wurde Lichwig Weller V, gewählt, Tie Gosse in der Möserstraste soll vorläufig nach Bedarf wiederhergestcllt werden. Den Arbeiten im Pfarrhaus wurde nachträglich Genehmigung erteilt. Die An- und Abschaffung eines Bullen wurde genehmigt, Kreis Friedberg, L Friedberg, 19. Mai. Der hiesige Gew erbeverein hielt am Samstag seine Haiiptversaiiiinlung ab. Der I, Vorsitzende des Vereins, Fe ick, legte sein 3lnit nieder, an seine Stelle wurde Stadtverordneter Füller gewählt. Der Verein, welcher vor wenigen Jahren nur 99 Mitglieder zählte, hat heute 201 aut- zliweisen. Beigeordneter a, D. H > e r o >I i NI u s wurde zum Ehren- Vorsitzenden und Rentner Win d ecker zum Ehrenmitglied ernannt. LaiiSivirtschaft. Landwirtschaftliche Kreisschan zu Schotten, Die landwirtsckiaftlichc Kreissckiau, die am 23, und 24, Mai in Schotten abgchalten nsird, hat nunmehr greifbare Formen angenommen, denn unter der umsichttgen Lseitting des Vorsitzewdeni des Bau- und Dlatzausschusses, Herrn Theodor Cellarius und in Gemeinschaft nnt Kreisstraßcnmeister Fiedler ist auf dem sonst so kahlen und unwirtlichen „Bocksahl" ein bnntbrwegtes Ikusstellungs- bild hergcstcllt worden, ' ' Watteau die Stadt Schotten durch weitere Vercbnung des Matzes gemigenben Spielraum in der "Ausdehnungsfähigkeit der zu trcffenLai Einrichtungen geschaflcn hatte, war cS möglich, in schöner und übersichtlicher Weise die Gruppung der Skusstclluiigs- und Wirtschastshallen, Präniiierungs- und Vorführungsringe nsw, vorzunchnicn. Ganz besonderen Gesallen wird der Fretmde an dem Aus- stellungsvlatzc linden, weil er eine herrliche Aussicht in die nähere und wettere Aussicht gewährt und ein treffliches Bild von der typischen Bvdengcstaltung des Bogclsbergcs gibt. Die belehrende Seite einer landwirtschaftlichen Ausstellung liegt in der Ttetvertung der Ausstellungsobjekte durch sachkundige Preisrichter, in dem Vergleich der eigenen Leistungen mit denjenigen anderer Berufsgenosscn und in der BeobachtttUig der voll der Allgemeinheit für richtig erkannten Ziele und Bestrebungen, welche wieder örtlich und bezirksweise verschieden abgestnst lein können. Wer aNe diese Vorgänge und Erscheinungen eingehend kennen lernen und beobachten will, wiro seinen Besuch aus den Prämiie- runqstag am Samstag ciurichtcm müssen. Derjenige jedoch, dem dies aus Zeitmangel versagt wird, wird auch noch am Sonntag an der Elite des ausgestellten Zuchtmater,ials, welches von 10—5 Uhr in den Hallen und Vorführungsringen gezeigt wird, Studien machen können. Die tveniaen Stunden des 3lusstellungsbesuches sollen jedoch nicht ausschließlich mit der Beschäftigung mit ernsten Äcrnsssragen ausgesüllt sein, sondern auch der Befestigung und Erneuerungj- freundschaftlicher Beziehungen unter der Bevölkerung und der Freude an Gesang, Tanz und Leibesübungen gewidmet sein. Das Programm sieht deshchb (tzcsangsVorträge, turnerische?lut- führungen und Vergnügungen auf dem Jurvlatze vor, so daß wohl jedem Ausstellungshcsuchcr ncul> irgend einer Seite hin Rechnung getragen wird. Die Oberhessischen Krcisschauen erfreuen sich in der landw, BevölkemiNg großer Bcllebtheii und werden von jung und alt gerne und zahlreich besucht, um einige, der bcruflichcli Älusbildung und der Geselligkeit gewidmete Stunden gemeinsam zu verleben, Mil welch großem Interesse die Bestrebungen und Leistungen der Bogelsbcrgcr Landwirte seitens der Hessischen Regierung verfolgt werden, geht daraus hervor, daß sowohl der Minister des Innern, Exzellenz Homberg zu Vach, als auch der Vorsitzende der Ministerialabteilung, Herr Ministerialrat Schlicvhakc und Provinzialdirektor Dr, Usinger ihren Besuch zugesagt haben. Der prinz-ljeinrich-ZIug. Gießen, 20, Mai, Das erste Flugzeug aus dem Weg Frankfurt—Marburg passierte heute morgen Gießen in sehr großer Höhe um 4,40 Uhr, ein zweites um 4,50 Uhr Dann sohtten sich die Flngzeuge in ganz kurzen Abständen, so daß gleichzeitig 5—6 Flugzeuge in Sicht waren. Sic gewähtten mit ihren in der Morqensomie glänzenden Flügeln einen wundervollen Anblick, Bis 5,06 Uhr tetten 15 Flugzeuge die Höhe von Giessen vanieri. Um 5.16 Uhr folgte ein 16, Um 6 Uhr lief bei dem Benachrichtigungsvostei, auf dem Bahnhöfe die Rach- richt ein, daß LaUnani Emrich aus Flugzeug 11 wegen Versagens des Motors bei Staufenberg gelandet sei. Seine Monteure kamen mit dem Schnellzug 7,13 Uhr von Franksutt her in Gießen an, wurden von dem hiesigen Bcnachrichtigungsdienst und von dem inzwischen hier im Auto eingarosfcnen Leutnant Emrich in Empfang genommen und wsott durch.Herrn Dr, Gail mit ?lutomobil nach der Landungsstelle betördert. Inzwischen war in Frankfurt als 17, Leutnant Hcydcr gestatt« und vassimte um 7.42 Uhr die Höhe von Gießen, , StM,, 20. Mai, (Prinz-Heinrich-Fluc, f Heute ,ruh starteten Schauenburg (34) um 4 Uhr 2 Min 47 Sek, Der Apparat kehrte ,edoch wicd« um uich landete 4 Uhr 7 Min. 6 Sck,, r. im u 7,. 4 3 r ^ 6 Sek, wieder aus und kehrte aber- 5 J*5 r zurück. Wegen Defektes wird er vor mittags 1 Uhr Nicht aushcigen, Wcnlschcr (20) stieg um 1 Uhr 7 Min, 25 Sek, (7)'«2. 1 Uhr 12 Min 37 Sck,. Emrich (14) um 4 Uhr 11.,Mlw, 34 Sek,. Bonde (11) um 1 Uhr 14 Min, 12 Sek., Kästner lo) um 4 Uhr 15 Min, 57 Sek., v, Beaulieu (10) um 4 Uhr 18 Min. 9 ©rf., v, Buttlar (12) um 4 Uhr 20 Min. 40 Sek,. 1 Uhr 23 Min 13 Sek , Schlemmer (17) um 4 Upr 21 TOiit. 26 Sck,, Freiherr v Thüna <18) um 4 Uhr 26 Min, ^ l39, um 4 Uhr 24 Mn, 9 Sck,. Joly (4, um 4 Uhr 19 Mm, 40 Sck,, Geyer (15) um 4 Uhr 27 Mn, 11 Sek,, fttantfief (27) tan 4 Ufa 28 Min 39 Sek. Pasckren (28) um 4 Ufa 31 Min 30 Srf., Stiefvater (31) um 4 Uhr 40 Min., Wald (19 um 4 Uhr 52 Min. 5 Lek,. Schröder (36) um 4 Uhr 52 Mm, Braunschweig, 19. Mai. Prinz Leinrich von Preußen ist heute abend nach 7 Uhr im Automobil eingetroffen und hat im Schloß Wohnung genommen. Frankfurt, 19. Mai. Apvarat 36, Führer Schröder, ist um 5,04 Uhr gestartet. Er fliegt von hier über Mannheim, Psorzlreim, Straßburg und Spener außer Konkurrenz nach Frank furt surürf. Um 5,49 llhr wurde der Apvarat über Mannheim gesichtet. — Avvaral 28, Führer Paschen, ist um 5,49 Uhr hier gestartet. Er stiegt von hier über Wiesbaden, Kohlen» und Köln nach Frankfurt zurück. Um 6,38 Uhr wurde der Apvarat über Koblenz gesichtet. — Um 6,40 Uhr hat Leutnant Tcrno einen Probcslug von zehn Minuten unternommen, der glatt verlies: ferner unternahm Apparat 18 um 6,50 Uhr einenProbc- flug von zehn Almuten. Frankfurt a. M., 19. Mai. Paschen (28h der um 5,49 Uhr hier nach .Köln startete, ist um 9,24 Uhr von Köln kommend, hier glatt gelandet. Schröder (36) hat eine Zwischenlandung in Baden Baden vorgenommcn. Franksur t a. M., 19. Mar. Prinz tzeinrich - Flug Schrö- der (36) startete 5,04 Uhr zum Fluge außer Konkurrenz von hier über Mannheim, Pforzheim, Straßburg, Svcvcr nach Froiik suri. Er wurde 5,49 Uhr über Mannheim gesichte«. Paschen (28l startete 5,49 zum Fluge Frankfurt—Koblenz—Eöln—Frankfurt. Er wurde 6.38 Uhr über Koblenz gesichtet. Leutnant Serno unternahm 6,40 Uhr einen Probeslug von zehn Minuten, der glatt verlier, v. Thüna (18) unternahm 6,50 einen Probcslug von zechr Minuten Tauer. Lnsticbiffahrt. K a r r b i b , 19. Mai. Die Flugervcdition, die mit dem Flug in Swakormrund begann, seht ihre Tätigkeit in anderen Teilen der .Kolonie fort. Büchner startete am 18. Mm früh um 6>h Uhr in Swokopmnnd und landete um 8 Uhr bei Kilometer 136 der Otavibabu. Seine Höchstgeschwindigkeit betrug 120 Stunden-Kilo» meter. biestern stieg er mit einem Passagier zur Ablieferung der ersten Luftpost aus und erreichte Karibib. Sport. — Der Berein für Rasenspielc empfängt am lhinrinelsahrtstagc nachm. 3' . Uhr den 1. F. E. „BIetorI a"» Lrcidclbcrg, in der Vorrunde uni die A k a d e m. M e i st c r - schaft von Deutschland. Das Wettspiel verspricht um so interessanter »u werden, da dir Gäste den internationalen Spieler Wcgele mitbringen, der iDcutschlands Farben in Stockholm lund allen letzteren Spielen gegen das Ausland vertrat. Auch der V. f. R. wird eine sehr spielstarke Mannschaft ins Feld stellen, so daß der Ausgang des Spiels noch sehr ungrwißi ist. vermischte». * Ein Kind gestohlen? Ans M a n n h t i m, den 19. Mai, meldet ein Privaltclegramnl: Seit Freitag mittag 12 Uhr ist aus dem hessischen Nachbarstädtchen Viernheim ein dreieinhalb Jahre altes Mädchen, Katharina Martin, Tochter eines Fabrikarbeiters, verschwunden. Seit Freitag nachmittag hat die Einwohnerschaft von Viernheim dir ganze Umgebung mit £>ilrc eines starken Polizeitatsgebots eingehend abgcfuchl, ohne eine Spur von dem verschwundenen Kinde finden zu können. Ein unter dem Verdachte eines Verbrechens verhafteter Schneider aus Viernheim mußte wieder freigelasscn werden. Tic Polizei glaubt nun, daß das Kmd einem überaus frech ausgciührien Raube zum Opfer gcialtcn ist. und bittet überall nach dem Kinde zu sahndcn, von dem folgende Beschreibung gegeben wird: Das Kind ist für sein Aller sehr stark entwickelt, hat hellblondes L>aar, in das beim Verschwinden ein blaues Bändchen cingcslochtcn war, hat ein volles, rundes Gesicht, rote Wangen und blaue Augen. Es trug frisch gesohlte Schuhe mit neuen Lcdcrtappcn, ein rot- weiß karriertes Hcmdchcn, ein braunes Spitzcnröckchcn und Jäckchen mit Acrmcln. * Eine Räuberbande in einem Lichtspieltheater. Nachrichten ans New Park zufolge erbeuteten Diebe in einem Lichtspieltheater am Broadway gegen 4 0 00 0 M k. Der Schließbeamlc und drei niedere im Lokal befindliche Beamte wurden überwältigt und elfterer mU vorgchaltcncm Revolver gezwungen, die Runden abzuschici- ten und die Steckuhren zn bedienen, die stündlich einer benachbarten Detektiv-Agentur das Signal „Alles in Ordnung" übermitteln. Tann versetzte man den Beamten einen Schlag auf den Kops, so daß sie das Bewußtsein verloren. Von den Dieben fehlt jede Spur, Kleine Cagczchronik. Bei Rennes kentcrte aus dem Rancefluß ein mit sieben Ar- lillerifteu besetztes Boot, Zwei Insassen ertranken. Amtlicher Wetterbericht. Ocfseutlichcr Wetterdienst. Gieße«. Wetleraussichten in Hessen am Tonnerstag, de» 21, Mai 1914: Vlelsacki lieitcr, trocken, warn,, nördliche bis uordöstliche Winde, Letzte 21 >rcl 4 vichtcn. Die Hilfsfignalc des Fürsten von Albanien, R o m , 20, Mai, Die Agence Stefani meldet aus D u r a z z o: Sofort nach der Ankunft empiing Admiral Trifari den Besuch des Kommandanten des italienischen und österreichifch-ungarifchen Siationsfchiffes, die ihn über die Lage aufklärtcn und ihm mit- teilten, sie hätten ein Detachement italienischer und österreichischer Matrosen, das der Für st seiner Sicherheit wegen erbat, bereit. Während des Besuches hörte mau Kanonenschüsse und sah, daß vom P a l a st des Fürsten J> ft f 's « signale gegeben wurden. Um die Familie des Fürsten in Sicherheit zu bringen, wurden sofort Matrosen gelandet. Nach einer unter dem Vorsitz des Fürsten abgehalteneu ° Beratung gab der Fürst persönlich Trisari Instruktionen, Schließlich wurde Essad, den man als Organisator der ausstäudischen Bewegung betrachtete, durch ein von einem italienischen Offizier befehligtes Detachement italienischer und österreichischer Matrosen zur Lan- dungsbrückc und aus das österreichische Schiff gebracht. Das doppelte Spiel Essad Paschas. D u r a z z o , 20. Mai. Die Ausstandsbewegung, die in den letzten Tagen trotz verschiedener AbschwächnngSvcrsnchc eine immer bedrohlichere Gewalt annobm und gestern mit dem Abmarsch der Rebellen g^ien Duruzzo ihren gefährlicher^ Höhepunkt erreichte, bestimmte Essad, dessen doppeltes Spiel immer klarer zutage trat, Vorbereitungen zu tresten, um allen Eoenmaliiätcil gegenüber gerüstet dazustchm. Aus diesem Grunde, verstärkte er gestern abend seine sonst nur aus wenigen Leuten bestehende Leibwache ans 80 Mann. Dieser Umstand sowie das gegen Essad vorliegende Beiveismaterial, welck>cs an seiner Mitschuld an den letzten Ereignissen keinen weiteren Zweifel mehr ließ, bewogen den Fürsten, einen energischen Enp'chlnß zn sasscn und Eiiad ab- -n setzen Mit der Uebermittelnng dieser Botschaft, die nach langer Beratung heute früh um 3 Ubr von dem Fürsten bestätigt wurde, wurde sofort ein bolländischer Osstzicr und ein anderer Abgesandter de. Fürsten beauftragt, Essad wurde ausgcsvrdcrt. seine verstärkte Wache zu cutierueii und deren Waisen anszulicrern, E s sa d fügte sich anfänglich dem .Befehle des Fürsten und gab seinen Leuten den Befehl, die Waisen zu strecken. Als jedoch die abgelegten Waisen wegqcschasst werben sollten, b e sa h l E > s ad plötzlich den Leuten, sich der Waffen wieder zu bemächtigen und sich ans die Verteidigung vor- - „bereiten Essads Leute folgten diesem Beieihl, grisscn sofort zu den Gewehren und begannen bald daraus, aus bewaffnete Leute des Fürsten, die aus den Skeaften standen, zn feuern, — Tic Leute, die eine Art Nationalgardc darstrllten, waren bereits den Abend vorher beivassnct worden und bewachten alle Straßcn- krcnznngen und erwioerten sofort das Feuer, iöierbei wurde ein Monn getütet und mehrere verwundet. Gleichzeitig wurde aus den während brr Nacht nnansfällig ansgefahrenen Geschützen das Feuer gegen dasDausEssadscrösfnct, wodurch dieses erheblich beschädigt wurde. Daraufhin nahm Essad die Um, ge- stellien Bedingungen an und befahl seinen Leuten, die Waffen nicdcrznlegen und ergab sich. Er wurde daraus von einer östcr- reichisäz-italienisä'en Aiariucpakrouille noch seinem Palast geführt, wabin er sich in Generalsunisorm, von seiner Frau begleitet, begab. Bei der Ankuuit in Essads Palast erschollen aus der Menge Ruse: „Nieder Essad!" Später durchzogen die bewaffneten Nationalisten singend die Straßen, Allmählich trat Bernhignng ein. Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall, Diarrhöe, Darmkatarrh, etc Brauerei-Füllung Brauerei-Füllung Liebhaber einer Flasche guten Bieres verlang, ausdrückl: iGiessener Brauhaus-Bier hcl! und nach Münchener Art. \ JSanitüts-Kraftbier; alkoholarm —extraktreich I © Ausschließlich Brauerei-Füllung © daher Gewähr für beste Beschaffenheit z^D | Direkt vom Lagerfaß in die Flasche Fürstliche Brauerei 1 Höstntx braut seit längerdenn Zgü Zähren dar weltberühmtellöstritzer .Schwarzbier, bar mit golbnen Medaillen und vielen Sur reich innigen im ön- und Snriande anrgezeichnet ist. 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Wir wollen hiermit darauf hinweisen, daß schon ein einfacher kurzer Satz oder ein Knüttelvers, worin in kürzester und schlagendster Form auf die enormen Vorteile der Providol Seife als billiges und wirklich reelles Schönheitsmittel und auf ihre wissenschaftlich anerkannten schützenden Eigenschaften hingewiesen wird, genügt, wie z. B. „Providol, die Schönheitsseife“, oder „Providol nützt, denn Providol schützt“. Gleichzeitig stiften wir, um möglichst viele für ihre Mühe 'zu entschädigen, 400 weitere Preise ä Mk. 5 -, zusammen Mk. 2000, sodaß sich das Preisausschreiben auf insgesamt ]?1Ä 12 000 erhöht. 6361hv Die ausgesetzten Preise betragen nunmehr: 1. Preis Mk. 3000, 2. Preis Mk. 2000, 3. Preis Mk. 1000, vier Preise von Mk. 500, gleich Mk. 2000, zehn Preise von Mk. 100, gleich Mk. 1000, zwanzig Preise von Mk. 50, gleich Mk 1000 und 400 Preise ä Mk. 5 —. gleich ML 2000, zusammen 137 Preise im Gesamtbetrag von Mk. u.ooo in barem Oelde. Hier sei nur noch kurz bemerkt, daß jedermann Gelegenheit hat, ohne unnötige Kosten sich an diesem Preisausschreiben zu beteiligen; denn jeder, der uns zur Legitimation den leeren Karton eines neuen großen 50-Pfg.-Stückes einschickt, ist berechtigt, an dem Preisausschreiben teilzunehmen. Die Lösungen sind bis spätestens zum 15. Juni 1914 einzusenden und müssen imit der Aufschrift: Betrifft „Preisausschreiben“ an die Providol Gesellschaft m. b. H., Berlin NW. 256 gerichtet sein. Die Prämiierung findet am 15. Juli statt. Das Resultat und die Namen der Preisträger werden nach erfolgter Prämiierung in den Zeitungen veröffentlicht. Providol Gesellschaft m. b. H., Berlin NW. Sdidltifdic P r I i W C. > L»«.. jf’ijr •f,-w?.c r • ‘T.VvA.'i. 1 , u. ftäUilioit i. EiSvackung. tadellos lebend' frische feinste Nordseemare. soeben cingetrossen u. billigst bet 400 August Wallenfels, Gienen, Marktviair 17. Telephon 262. _ Brunnenbau Bohrungen uni Pump-An lagen billigt. 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Juni 7-10 Uhr abends..............Regimentstiapelle 1 Saslspiel des Kammerpirt:iofen l. Kümmel) Sonntag, 11. Juni 1-7 Uhr nachm, und 8->> Uhr abends . . . Kapelle Bauer Tlußerdem sind bis jehl folgende Kornette abgeschlossen: 1 . Donnerstag, 75. Juni: 5 . Schlesisches Drag.-Ktg. Nr. 15 , Hagenau i. £. (Doppelfconzert) ’. Montag, >7. Juli, abds.8 Uhr; Neumanu'sches Belangs- Quartett, Frankfurt a. M 7 . Montag, 27. Juli, abends 8 Uhr: Künstler-Waldhorn- Quartett nomKgi. hostheater in Kassel, mit dem Piston« virtuosen Karl Jahn Verhandlungen mit einer Reihe auswärtiger Kapellen schweben noch 6331C W- Mil 8«ck»Imi!miii Gieße«. Samstag, den 23. Mai abends 0 Uhr Hauptversammlung im Lokal des Herr» Kraft, Frankfurter Straße 83- Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Jahresabrechnung, 3. Borstands- wähl, 4. Festsetzung des Arbeitsplanes für das laufende Jahr, 5. Beantwortung von Anfragen. Um zahlreichen Besuch — auch Nichtmitglieder sind willkommen — bittet (6356D Der Vorsitzende: _ Simon , Stadtverordneter. Männer-Badeverein Schwimmbad, ßaclfiir Nichtschwimmer Lnft>, Licht- und Sonnenbad 6338D hie Anstalt ist eröffnet. Beitras für ordentliche Mitglieder Mk. 4.—, deren Höhne können das Bad bis zum 14. Lebensjahre uneutseltlich benutzen. Die nu-serordent- lirhe Mitslieder zahlen einen Beit ras von Mk. 5.—. Lür Schüler, deren VÄtcr dem Verein nicht anse- hören, ist der Beitras auf Mk. 2.- festgesetzt. iiuuii uui miöc vom 8. bis 15. Jnli 1914. (Bremen-Bremerliaven.Helgoland Hamburg-Friedrichsruh-Lübeck- TravemUnde-Kiel) w » S8 kreis AK.88.—. Alles eingesehlossen Ausführl. Programm kostenlos bei den durch Plakate kenntlich premachten Stellen od. direkt d. das Reisebureau L. Lyssenhop & Co., G. m. b.H., Mainz, Kaiserstr. 7 Tanz u sik Donnerstag, den 21. Mai, auf Himmelfahrt bei Gastwirt «A(IhKE, Stnifcr-SlUce 04255 Zur gefälligen Beachtung! Um dem Publikum während der Sommermonate ein wirklich Rittes und reines Speise-Eis 77777777777777777777777777777 MlllimilllliilllMii immiimmtmiu - zugänglich zu machen, habe ich mich, dem Beispiel der durch die Konditoren grösserer Städte gebildeten Konditor-Kissenosfscnschaften folgend entschlossen, diese Neueinrichtung auch in Giessen einzuführen. Meine Eiswagen führen nur aus bessern Material und bei grösster Reinlichkeit hergestelltes Speise-Eis und bitte im Bedarfsfälle auf meine Firma achten zu wollen 6203 Hochachtungsvoll Wilh. Amend / Kond. u. Wiener-Cafe Maschinen - Fabrik Kg. Karl Reit Telephon Kr. 920 GiEöSSen Marburger Str.^ empfiehlt sich für Lieferung und Men aga maschtne!9er Einrichtungen jeder Art Moderne Transmissionen .................. 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Es ladet ergebenst ein 6276 _ Der Vorstand. bringt «eine Lokalitäten 128 6 in empfelilendeErinnerung: Schott’s Weinstube Bahnhofztrasse 468 ‘ Tägl. Ir. Erdbeerbowle In. Apfelwein in Flaschen u. Gebinden emv- sielilt Emil Tchmall, frankfurter Stratze 7, Telephons. Wiederverk. Rabatt. 1518G Cafe Ebel wieder solid gutbürgerliches Restaurant Unter Zusicherung bester Bedienung bitte ich um gUttg. überzeugenden Besuch. Alhcrt Tr i n t h aninier neuer Pächler. 102030 3110] Hnuibänc Ml. 2,75, troctencs. klctugcmachtes tsichcnhol» Mk. 3,25 per Karren frei Haus. Jul.Wcüböser, Teleph.744. u. Damenverein Gabelsberger Wanderung am Himmelialirttag. Von Bnlzbach über Hausen — Hausberg - Münster-Ziegen berg - Kransberg - Forstbaus Winterstein n Bs1-hlsoh«im. Mat schneit 5 bis 6 Stunden. Abfahrt nach Butzbach morg. 6^°, für Nachzügler: 2''oder 3" n. Bad-Nauheim. Treffpunkt dort: Dnruballe. Zabl- r.iche Beteiligung erbitten 631901 Tic Vorstände. V. e. -V.«. 6. Sonntag, den 24. Mai: Hangelftein — Aspenkivvel— Elimbach—Allendors.4Stun- den. Abmarsch 8 Uhr vom Walltor. Abendessen im Vereinszimmer. [418D Sportplatz a. d. Hardt. Himmelfahrt, nachm. 3 , Uhr: Vorrunde um die akadem. Juirballmcisterichast [ 6383 .Viktoria Heidelberg Verein Amicitia gatrind l 1888 . Uliorgcn ^innnclfo&rttour nach Bubenrod. Abfahrt 1** Uhr nach Bieber. 04246 Der Vorstand. Bflimmelfahrf ta „ Frühtour Forsthaus, Hob- ivart-Schissenberg. Abmarsch um 6 Uhr vom Ludwigsplatz. 6337VI Der Vorstand. 63,4 ] Himmelsabrttag: Ausflug Salzbödeial, Fronbausen. Abmarsch früh 7 Uhr von der Ederitrane. Der Vorstand. 6ciflnpcrcin Liedcrtaskl Himmclsabrttag 04242 Familienansflug nach dem Hobcrodcergnügungslokal am Platze. Am Futze d. Kalsmunt gelegen. Pension von Mark 3.50 an. Kegelbahn. Wagen zn Ausflügen Täglich haben Sie Freude, wenn Sie Diamantine mit Sparsieb das beste und sparsamste Schuhputzmiltel benutzen. Fabrikant: Rud. Starcke, Äelle i. H. Leiterwagen v. 1—12 Ztr. 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