Nr. M Zweites Vian M. Jahrgang Erscheint täglich mit AuLnahine des Sonntags. Die „EichenerFamillendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Krc’.sblalt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Tie „kandwirtschaftlichen Seilfragen" erscheinen monatlich zweimal. ©elfter Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen , Dienstag. i9. Mai Rotalionsdnick lind Verlag der Br üblichen Universitäts»Buch- »nd Sieindruckerei. R. Lange, Gießen. Rcdaklion, Expedition und Druckerei: Schulstrabe 7. Expedition und Verlag: es 51. 9!ebattion:e=® 112. Tcl.-Adru AnzeigerGiehen. Kirdjc und Schule. Der «Bange I. H a !I v t v c r c i ,1 für deutsche ?ln- sredl er und Auswanderer in Witzcnbauscn an der Werra tagte in diesem Jahre in Witzenhauicn, Der Verein will, so schreibt man uns, unter der Losung: „Mehr Wachsamkeit in der Auswanderernirsorgc" durch seine anfllärenden Veröffentlichungen und Auskünfte dazu beitragen, dass tausende Bon deutschen Stammesbrüdern in fremden Ländern Bor dem Untergang bewahrt blechen. Er will deutsche Auswanderer Bor der Habsucht und Geldgier gewissenloser Menschen retten, deutsche Glaubensbrüder Bon einer planmäßigen Zerstreuung durch fremde, anders gläubige Mächte retten und darum die deutsche Auswanderung, die zu einer natürlichen Lebensäußcrung unseres Volkes geworden ist, in deutsch-evangelischem Geist »ich Sinn beeinflussen und leiten zum Nutzen der Auswanderer wie »r Heimat, Dieses Ziel kann der Verein aber nur in stetiger Fühlung mit der Kirche und Schule erreichen ; er wendet sich darum an Pfarrer und Lehrer mit der dringenden Bitte, die Verösfcnilichungen und beratende Mitwirkung des Vereins bei Auswanderungen in reichstem Mast in Anspruch zu nehmen. Auf diese Art könnte jeder Volkserzichcr sich über die wichtigsten schwebenden Auswandcrungsfragcn unterrichten und so gcwissermasten im kleinen eine gute Auskunftsstcllc für Auswanderer werden. Wie wichtig und dringend notloendig eine derartige Aufklärung ist, so lange die Ausivandercr sich noch in brr Heimat befinden, erhellt an> deutlichsten daraus, das; jährlich 40—50 000 Auswanderungen stattsinden, eine Zahl, um die sich zü kümmern es sich wahrlich lohnt. Es must heute als erwiesen gelten, daß infolge der geheimen Tätigkeit ausländischer Werber eine sehr Niel größere Zahl Deutscher jährlich auswandert, als durch Reichsstatistik Bcrmerkt wird. Durch fremde Schifffahrtslinien werdet! Biele deutsche Bauernfamilien in Gegenden verschleppt, wo wirtfthastliches Fortkommen und die Bildung deutsch-evangelischer Schul- und Kirchcngcmeindcn unmöglich ist. Hier wird nur die größte Wachsamkeit in Auswanderungsfragen seitens der Kirche und Schule Abhilfe schassen können. Zu unentgeltlicher Auskunff in allen Auswanderungsfragcn ist der Verein «Geschäftsführer ist Pfarrer Grisebachi gern bereit. Aus Qcücn. Der vierte Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei für das Großhcrzogtum Hessen findet am SO, und 21, Juni in Darmstadt statt. Das Programm weist gesellige Veranstaltungen, Sitzungen des engeren Ausschusses und eine Landesparteiversammlung auf. Die Tagesordnung der letzteren, die morgens um 9'/ s Uhr beginnt, enthält neben geschäftlichen Berichten und Wahlen den Bericht des Abg, Urstadt über die Tätigkeit der Landtagsfraktion und des Abg, Henrich über die kommenden Landtagsivahlcu. Den Kassenbericht wird Sani- tätsrat Dr, Kolb erstatten, Reichstagsabgeordneter Keinath, der am Sonntag abend in einer von der Darmstädtcr Rational- liberalen Partei Unberufenen, auch von zahlreichen Partei- sreunden des Landes besuchten öffentlichen Versammlung über die Stellung der nationalliberalen Rcichstagsfraktion zu den politischen Tagesfragcn sprach und für seine Ausführungen außerordentlich starten Beifall erntete, wird, wie uns geschrieben wird, einer schon früher gegebenen Zusage Folge gebend, in einer Anzahl hessischer, im Wir- kungsbezirk der Freien Vereinigung hessischer Rational- liberaler liegender Orte dasselbe Thema behandeln, Tie Sersammlungen finden voraussichtlich in nächster Zeit statt. Der veleiüigungsprozeh Grünewald-winkler. G i e st e n, den 18, Mai 1914, Um 10>/2 Uhr wurde die Verhandlung wieder ausgenommen. Die Beweisaufnahme hatte am Samstag ihr Ende gefunden und die Parteien ergriffen das Wort zu den Plädoyers, Justizrat Gr, begann damit, dast er ausfüffktc, feig fei derjenige, der um persönlicher Nachteile willen eine sittlickfe Pflicht verletze: deshalb könne man dem Tuellgegncr nicht den Vorwurf der Feigheit machen: es habe aber auch niemand das Recht, die Anhänger des beschränkten Ducllzwanges feige zu Heiken: wenn Männer in seinem Alter und seiner Stellung sich dazu entschlössen, eine Deutsche Werkbund-Aurstellung Köln Erste Eindrücke, Von Franz Brückner, Köln, 14, Mai, Die lebensfrohe, schaffensfreudige Metropole am Rhein hat dem Deutschen Wcrkbunde ihre Tore geöffnet. Am Ufer des deutschesten Stromes, angesichts des einzigartigen, von den Türmen des Domes und der anderen mittelalterlichen Kirchen überragten und in symplwnischcm RbBthmus gesteigerten Stadtbildes erstreckt sich das unvergleichliche Ausstellungsgelände, in weicher Schwingung sich dem Stromlauf anpasfcnd und belebt von herrlichem alten Baunrbestand, der den anziehenden Rahmen für die Ausstellungsbauten bildet. Aus dieser künstlerischen Schau zeigt der Deutsche Wcrkbund zum erstenmal vor breitester Oesfenllichkcit, was er in den sieben Jahren seines Bestehens in stiller, emsiger Arbeit zuwege gebracht hat: über Theorien und Worte hinaus soll diese Schau ein Ausdruck der neuen künstlerischen Tat sein. Der innerlich gefestete, abgeklärte Gedanke des Werkbundes will nun mehr auch mit dcni Selbstbewußtsein und der werbenden Kraft eines gereisten Könnens vor das unbefangene Urteil des A"tclandos treten. Und kaum eine Stadt, fern von den großen deutsch, Kunstzentren, ist eher dazu berufen, diese künstlerische Sehe ' in ihren Mauern aufzunchmen, Ws Mittelpunkt des großen rhemisch-wcst sälischen Industrie- und Wirtschaftsgebietes der Brennpunkt des neuen deutschen werktätigen Geistes, ist Köln recht der geeignete Play für diese Ausstellung modern-deutscher Werkkunst, Köln steht auf altem Kulturboden, wunderbare Reste einer tausendjährigen Kultur haben sich in unsere Zeit hinübergerettet, und das neue Köln steht gerade heute in der Epoche eines machtvollen Aufstiegs, der aufs innigste bestrebt ist, die vcrlorcngegangcnen Fäden einer großen Kulturtraditton im Geiste unserer Zeit wieder anzuknüpfen. Und zugleich ist Köln die Brücke zwischen Ost und West, die berufene Vermittlerin zwischen germanischer und romanisck)cr Kultur, An der Grenzsäzeide der Wcstmark ist diese Ausstellung erstanden, als I ein Ausdruck her neuen deutschen Formt, die die Herrschaft des I deutschen Gedankens in die Welt wcitertragen und befestigen wird, sicherer als Politik und Heeresrüstungcn, Qualität und Form: mit diesen Worten umschreiben sich die Grundgedanken des Deutschen Wcrkbundes, Tie Qualitätsarbeit fördern, den Willen zur Arbeit, zur besten Arbeit wecken: das ist das große Ziel, Tenn das deutsche Volk besitzt heute jene nationale Kraft, in allen Dingen, die es gestaltet, seine Wesens- eigene Art auszudrücken, Ter bewegende Gedanke ist die Durchdringung des ganzen künstlerischen Lebens mit einer architektoni- fschcn Gesamtidec, Wieweft der Gedanke der Zusammenarbeit zwischen Kunst, Handel, Gewerbe und Industrie beute schon durcdacdrungen ist. Forderung anzunebmcn, so müßte es sich um schwerwiegendere Tinge als um Verbalinjurien, wie im vorliegenden Falles han- dcln, etwa um einen Angriff auf die Familieuchrc: obwohl er grundsätzlich diesen Standpunkt teile, sei er um feiner Freunde willen in diesem Falle bereit gencesen, die Forderung anzu- nehmen. Er ging alsdann ausführlich auf die geschichtliche Entwicklung des vorliegenden Falles ein. Er verlangte, ohne einen bestimmten Antrag zu stellen, höhere BFtrasung des Privatklägers, indem er daraul Hinweis, daß einer Beleidigung seiner Person andere Bedeutung bciznmcfscn sei, als der Beleidigung irgend eines anderen, nicht im öffentlichen Leben stehenden Privatmannes: ihm hätten Stadt und Land die höchste» Ehren, die sie zu verleihen hätten, zucrkannt und seine Kollegen hätten ilm in den Vorstand der Anwaltskammer berufen: zudem habe er, gegen den schon ftühcr des öfteren zu Unrecht ähnliche Beschuldigungen erhoben worden seien, den Vorwurf der Feigheit »nd der Sa- tisiattionsuniähigkcit besonders schwm cmpftcnoen. Für sich als Widcrbeklagtcn nahm er den Schutz des 8 193 in Anspruch, wollte aber diesen Schutz Tr, W, nicht zugcbiiligt wissen, — Rechtsanwalt Schneider ergänzte alsdann in einigen Pundcn die Ausführungen des Privatklägers, Nachdem um 2 Uhr eine lystündige Pause gemacht worden war, crgiit Tr, W, das Wort: er machte den Eindruck, als sei er körperlich nicht wohl und erklärte mich, daß er ein ärztliches Zeugnis in der Tasche habe, das ihm bescheinige, daß cx nicht vcrhandlungssähig fei; trotzdem wolle er versuchen, zu verhandeln, einmal um eine nochmalige Ausrollung des grasten Prozcß- stoifcs zu vermeiden und sodann, um seinen politischen Gegnern keinen Stoff zu ausfallenden Bemerkungen zu geben. Während seines Vortrages verlor er mehrmals den Faden; trotzdem war es eine rednerische Leistung, die er vollbrachte, namentlich, als er aussührte, er habe in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt. Er betonte, daß er niemand um deswillen die Ehre abivrcchc, weil er das Duell verwerfe, und behauptete, dies a»ch dem Priöatkläger nicht vvrgeworsen zu haben: wenn er von Feigheit gesprochen habe, so habe er damit nicht lediglich die Vorgänge hei den Verhandlungen mit den Kartellträgern im Auge gehabt. Er habe ausdrücken wollen, dast Privatkläger nach den „singulären Anschauungen eines kleinen Gesellschaftskreises" das Recht verloren habe, mit der Masse seine Ehre zu verteidigen. Das Hauptgewicht seiner Ausftihrungen legte er aus die Erörterung der Frage, ob er in Walwung berechtigter Interessen gehandelt habe. Er fand temperamentvolle Wo«c, wie schwer ihn der Vorwurf, er sei ein Ki-arettkünstlcr, er sei nicht ernst zu nehmen — Vorwürfe, die die Frankfurter Zeitung schon früher ihm gemacht — getroffen habe. Nach langer Beratung wurde gegen 11 Uhr das Urteil verkündet: es lautete: I, Die Berufung des Angeklagten und Widerklägcrs wird zurückgcwiesen, II, Aus die Berufung des Privatklägers und Widerbeklagten werden — unter Zurückweisung dieser Berufung hinsichtlich Pos, II des angesochtencn Urtests — die Entscheidungen dieses Urteils unter I, IV nnd V aufgehoben und wird statt dessen erkannt: 1, Der Angeklagte, Rechtsanwalt Dr, Philivv Winkler in Oppenheim, 38 Jahre alt, katholisch, wird weaen Beleidigung im Sinne dzr §8 186, 200 StGB in zwei Fällen zu Geldstrafen von 3 00 und bOOMark — hilssweise dreißig bzw, fünfzig Tagen Gefängnis — verurteilt: dem Privatkläger wird das Recht zuerkannt, den entscheidenden Teil des Urteils innerhalb 14 Tagen nach Zustellung einer Aussertigung des Urteils je einmal im „Gießener Anzeiger", „Tarmstädler Tageblatt", „Darmstädter Täglichen Anzeiger", „Mainzer Tageblatt" und in der „Landskrvnc" in Oppenheim auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekannt zu machen, 2, Der Privalkläger und Wiedcrbeklagter wird voü der Beschuldigung i, S, des § 186 StGB, in einem Falle sreigesvrochen, im übrigen wird das Verfahren über die Widerklage eingestellt. 3, Die Kosten des Verfahrens in beiden Instanzen, einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen fallen dem AngcUagten zur Last mit Ausnahme der gegen die Mitangeklagten Redakteure (Pos, III des angesochtenen Urteils) erwachsenen Kosten, welche der Privatklägcr zu tragen hat. Der wesentliche Inhalt der Begründung wurde etwa, wie folgt, mündlich mitgeteilt: Gegenstand der Privatklagc sind die Veröffentlichungen, die der Angeklagte in Nr, 5 der „Landskrone", Nr, 10 des „Mainzer Tageblattes", Nr, 10 des „Darmstädtcr Tageblattes" nnd Nr, 11 des „Darmstädter Täglichen Anzeigers" im Januar 1913 mitgeteilt hat. wie weit wir heute auf dein Wege einer durchaus modernen Auffassung der Architektur und des Städtebaus gelangt sind, das will diese Ausstellung zeigen. Und gerade in letzterem Betracht darf man heute schon ein sachliches Urteil fällen, bei cincjm knappen Ueberblick über den architektonischen Rahmen, in den diese moderne Kunstschau gefaßt ist. Alle A u s st e l l II n g s g c b ä u d c stehen vollendet da, wenn auch die innere Ausgestaltung und Einrichtung noch einige Frist wird beanspruchen müssen. Schon im architektonischen Gesamtbild verkörpern sich in lebendigem Auswirken die schaffenden Kräfte unserer Zeit, würdig und mit innerer Selbständigkeit, Klar, in strenger Konscgucnz und in harmonischem Ausbau präsentiert sich der Grunüplan dieser Ausstellung: der Entwurf rührt von dem Beigeordneten Bürgermeister der Stadt Köln, Landesbanrat a, D, Karl Re hör st her, dem geistigen Urheber und Organisator des Ausstellungsgedankcns, jenem Manne, dom die moderne Regeneration der alten Stadt in großzügig-architektonischer und städtebaulicher Beziehung am ehesten zu danken ist, und der mit einer hinreißenden Begeisterung, mft nie ermüdender Schasscnskrait und einer opferniutigen Liebe zur Sache den großen Gedanken in die Tat uinzusctzen wußte, Deutschlands beste Architekten sind aus den Plan getreten, sie alle ordnen sich sachlich dem großen Gesamtplan unter; eigen- starke baulünstlcrischc Schöpfungen sind erstanden, die doch nie den Eindruck einer aufdringlichen Prätention und eines selbstherrlichen Ucbcrschwangs erwecken möchten. Gleich hinter dem wuchtigen Portalgebäudc von Karl Moritz -Köln teilt sich die große Ausstcllungsachse: zur Rechten sühnt eine breite Mlee, flankiert von der langgestreckten Verkehrshalle, die H u g o Eberhard- Ossenbach schuf, und den Scftcntrakten der reizvollen „F a r b e n s ch a u", hinauf aus das alte Festtrngsort, das tnft seinen« prächtigen Äaumwuchs unberührt blieb und nun als Krönung das „Teehaus" trägt, eine Schöpfung von Wilhelm Kreis, in seiner Zierlichkeit und freudigen Anmüt etwa an den Baugedanken des späten Rokoko erinnernd. Zur Linken nimmt den Blick die ausgedehnte Ladenstraße gefangen, von Oswin H em v e l-Dresden erbaut, die mit ihren 48 Läden dem unmittelbaren Handverkauf und zugleich der Veranschaulichung modern-ästhetischer Delorationstünst dienen wird. Am Rheinuscr erhebt sich das „Kölner Haus", das Ludwig Psasscn- d o r s - Köln erbaute, ein zmn wenigsten eigenartiger Bau, der mit einer Sonderansstcllung von dein heutigen Stande der Kölner Handwerkskunst Zeugnis geben soll, Tie vorgelagerte Platzanlage wird in ihrem Charakter bestimmt durch den anziehenden Bau der „Farbenschau" von Hermann Mnthesius, Ein Weg zum Teehaus kreuzt die Ladenstraße: m«t offenen Terrassen zum Rhein liegt do« das Hauptcase, errichtet nach Entwürsen von Adelbert Ric- mehcr, inr Rechten baute Mnthesius seinen Pavillon für die Hamburo-Kmerika-Linie, Die Ladenstraße mündet auf den Haupt- Diese Veröffentlichungen sind fast gleichlautend und werden vom Oiericht als gleichlautend angesehen. Hierin wird dem Priöatkläger der Vorwurf der Feigheit gemacht. Die Strafkammer lrisst folgende Feststellungen: Ter Angeklagte hatte zwar das Recht, sich gegen Angriffe, die IN der Presse gegen ihn erhoben werden, zu wehren, allein er niar, weil die Vorgänge in der Kammer selbst unter dem Schutze der Immunität stellen, nnd weil außerhalb der Kammer vom Privatkläger keine Beleidigungen erfolgt sind, nicht berechtigt, gegen die Person des Privalllägcrs, um die Angriffe der Presse von sich abzuwehren, in beleidigender Weise vorzugehen. Daß er dies Recht nicht hatte, war dem Angeklagten, der Jurist und Abgeordneter ist, zur Genüge bekannt. Damit entfällt die Anwendbarkeit des 8 193 StGB, Es war daher nur noch zu Brüten, ob die Veröffentlichung selbst den Tatbestand der 88 186, 200 StGB, erfüllt, Tic Frage ist zu bejahen. Der Angeklagte bat auch selbst zugegeben, daß der Vorwurf der Feigheit eine Beleidigung sei. Nach dem Ergebnis der Verhandlung hat die Strafkammer angenommen — ebenso wie die 1, Instanz —, daß der Angeklagte persönlich an die Wahrheit der von ihm behaupteten Tatsachen geglaubt hat: das Gericht hat aber ferner scstzustcllcn, daß diese Tatsachen objektiv unwahr sind. Es ist nicht nur nicht erwiesen, daß der Privatkläger feige gehandelt hat, sondern das Gericht hält cs für seine Pflicht, positiv sestzustellen, daß der Privat-i klüger in der Tat bcicit war, die Genugtuung mit der Wassc zu gewähren. In dem Artikel der Nr, 12 der „Landskrone" vom 28, Jan, 1913 wird dem Privatlläger der Vorwurf der S a t i s f a k I i o n s - unfähig kefft gemacht und zwar der Satissaktivnsunfähigkeit, losgelöst von der Auffassung irgend welcher Kreise der Gesellschaft, Ter Brief vom 22, Jan, 1913, den Rechtsanwalt Hill im Auftrag des Angeklagten an den Privatklägcr geschrieben hat, enthält denselben Vorwurf. Ter Angeklagte hat auch weit zurückliegende Vorkommnisse herangezogcn, um den Borwurs der Satis- saktionsunsähigkeit zu begründen. Dieser Vorwurf enthält eine Beleidigung i, S, des 8 186 StGB,, denn durch diesen Vorwurf wenn nicht damit die Bemerkung verbunden ist, daß diese Sattssaltionsiinsähigkeit beschränkt wird auf die Auffassungen bestimmter Kreise, wird ausgesprochen, daß der Gegner nicht würdig sei, mit dem betreffenden als Gegner im Duell zu scchten. Von der Wahrnehmung berechtigter Interessen kann aber hier ans den oben angeführten Gründen ebenfalls keine Rede sein. Zu berücksichtigen ist, daß zwar diese Auslassung in der „Landskrone" Nr, 12 vom 28, Jan, 1913 sich an eine Veröffentlichung in Nr, 10 der „Landskrvnc" anschlicßt, die die Bemerkung enthält, „er hat ein bißchen schnell von der Stellung der Forderung Abstand genommen". Allein diese Auslassung gab dem Angeklagten unter keinen Umständen einen Grund, neue Angriffe zu machen; er mußte sich sag^l, daß gerade diese Porwürse von dem Privatklägcr sehr schwer empfunden würden. Der Brief an Rechtsanwalt Hill ist an sich beleidigend: es ist aber hier mit Recht dem Angeklagten der Schutz des 8 193 zugebilligt worden: es war daher mit Recht hier auf Freisprechung erkannt worden. Zur Widerklage ist folgendes zu bemerken, Gegenstand dieser sind sämtliche Punkte, welche in dem Sitzungsprotokoll angegeben sind. Diejenigen Punkte, die zuM Gegenstand die Beleidigung durch die Presse haben, konnten nicht mehr Grund zu einem verurteilenden Erkenntnis abgebcn, weil Verjährung nach 8 22 des Preß- gesctzes eingctreten war. Bezüglich dieser Punkte hätte der Border- richter aus Freisprechung erkennen müssen. Der Angeklagte hat hervorgehoben, daß- er nicht speziell die Veröffentlichung in den Zeitungen zum Gegenstand der Widerklage gemacht habe, sondern auch die Einsendung der Manuskripte an die Redakteure; allein es genügt hier aus jene Rcichsgerichtsent-chcidung hinzuweiscn, nach der eine Scheidung zwischen der Einsendung der Manuskripte und der Veröffentlichung nicht gemacht werden kann, weil beides als eine einheitliche Handlung anzusehen ist. Es bleibt die Erörterung der Widerklage übrig, insoweit das Gericht 1, Instanz ans Verurteilung des Privatklägers erkannt tat. Hier hat die Strafkammer der Berufung des Privatklägers stattgegcben und die Widerklage abgcwiesen, weil der Angeklagte bei der Abfassung des Schreibens in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt hat und Umstände, die die Absicht der Beleidigung erkennen ließen, nicht vorliegcn. Was die Ttraizumessung betriff so kommt in Betracht, daß es sich um Beleidigungen ungemein fchwerer Art handelt, und daß als Mittel der Verbreitung die Presse, jene gefährlichste Waffe, benutzt wurde. Die Strafkammer hat nicht, wie die erste Instanz die beiden Beleidigungen gleich gewertet, sondern sic bewertete die ausstellungsplatz, eine Anlage, die in städtebaulicher Beziehung von besonderem Interesse ist. Gerade in der Ausgestaltung dieses Platzes dokumentiert sich am stärksten jene Energie des Willens zur knappen nnd doch festlich gehobenen Form und der hinreißende Schwung eines prägnanten und ganz persönlichen Baugedankcns, Dem Rhein gegenüber erhebt sich, mit seiner mächtigen Kuppel den Baumkomvlcr beherrschend, das Hauptausstellungsgebäudc von Theodor Fischer-München, Im übrigen wird der Platz umrahmt von der in seierlich-pathetiickfen Formen gehaltenen Fest- Halle von Peter Behrens, von dem reizvollen Bau des Oesterrcichischen Hauses, das Joses Hass mann entwarf und schließlich von den breithingelagerten Baulichkeiten des Wein und Bicrrcstaurants nach den Plänen von Bruno Paul, Ein schöner Durchblick öffnet sich von der Hauvthalle aus zu dem scinahgewo- gencn Bau des „Sächsischen Hauses" von M, H, Kühne, Das graziöse HausderFrau nach dem vreisgekrönten Entwurf der Architektin Frau Knüppelholz-Roesen schließt sich an, ferner das Bremcn-Oldenburghaus der Architekten Abbehuscn und Blcndcrmann und das monumental-eindringliche Fabrik- und Bureaugcbäude von W a l t er Gr o v i u s -Berlin, Ihren harmonischen Ansklana find« die grosfe Zentralachse in der Anlage des neuen niedcrrheinischen Dorfes, die unter der künstlerischen Oberleitung von Georg Matzendorf -Essen errichtet wurde. Nennt man noch den entzückenden und gerade für den künstlerischen Geist eines Henry van der Velde so überaus charakteristischen Bau des Wcrkbundtheatcrs, so hat man die größeren Baulichkeiten dieser Schau erschöpst. Eine Fülle kleinerer Gebäude reihen sich gleichwertig an, so das Aielierhaus, die Kolonialanlage, die Ausstellungen für moderne Gartenkunst, das Krankenhaus, das eigenartige Glashaus, die Friedhofsanlagen, die Etagen- und Reihenhäuser u, a, m. Die architektonische Gcsanttstimmung läßt den eigenschöpferischen Willen erkennen, jene innere Zucht und den wirklichen Respekt vor der Forderung des Tages, vor dem sttengcn Bewußtsein, daß nur das aus einer solchen Schau Daseinsrecht hat, was dem unmittelbaren, klar erfaßten Bedürfnis der modernen Zeit einen kraftvollen und natürlichen Ausdruck gibt. Zahlreiche Werkkünste find in reichhaltigen Sonderausstcllungen vertreten, alle Einzclgebietc von Gewerbe und Industrie, soweit sie der Veredlung durch die Kunst zugänglich sind, vereinigen sich in übersichtlichen Materialgruvvcn, Was hier über die äußeren Rahmen gesagt wurde, das wird auch für die innere künstlerische Ausgestaltung gelten dürfen, wenn demnächst einmal «n innen und außen abgerundetes Bild über die geleistete Arbeit gewährt ist. Aber heute schon darf man sagen, daß, alles in allem, Diefe Ausstellung eine machtvolle Kundgebung, ein wirkungsvolles Bekenntnis für den neuen deutschen Stil ist. Beeidigung, die in dem Borwurf der Zatissakiionsuniähigkcit bciland, crtzrbli,ch schwerer Es mußte bei der Ausmessung der sirasc auch der Umstand in Betracht gezogen werden, bah beide Parteien inr öffentlichen Leben eine Rolle spielen und auch in der Gesellschaft eine Stellung einnehvlen. und dag der Privatkläger mit Rücksicht aus die Vergangenheit die ihm gemachten Vorwürfe sehr schwer empfinden musste. - ' Bel der Verhandlung am Samstag brachte Tr. Winkler auch einen Artikel des „Giehener Anzeigers" zur Sprache, den wir am 13. Dezember 1912 mit dein Vermerk „Vom Abg. Stint- Wald erhalten wir heute noch folgende Zuschrift" abgkdruckt hatten. Wir hatten damit, um Berichtigungen von vornherein zu vermeiden, ,-rnr Ergänzung unseres gleichzeitig verösscntlichlen Landtagsbcrichtes bringen wollen, und die Zuschrift des Abg Grünewald beschäftigte sich lediglich referierend über die Vorgänge in der Kammer. Da hieß cS in einem der letzten Absätze der Zuschrift u. a. auch: „Mil der Person und den Exkursen des SD>s. Winkler auf das persönliche und politische Gebiet sich zu beschäftigen, lehne er lGrünewald) ab, da er den Abg. Winkler nicht ernst zu nehmen vermöge." Herr Iustizrat Grünewald bestritt am Samstag, die letzten Absätze der Zuschrift uns wirklich iuqcstellt z» haben und erklärte, sie seien von anderer Seite, entweder von Darmstadl aus oder von einem Herrn der Redaktion in Giessen, hinzug-'fügt worden. Wir sind aber in der Lage, an der Hand des Manufkrivtes jener Zuschrift Nachweisen ,u können, das; Herrn Justizrat Effünewald ein Irrtum unterlaufen ist und das; die Ausführungen unter dem Vermerk „Vom Abg. Grünewald erhalten wir heute noch folgende Zuschrift" in der Tat ganz von ihm herrühren. Wir haben 'selbstverständlich ein erhebliches Interesse daran, dies klarzustellen, da sonst auf unsere Redaktionsführung ein ungünstiges Licht fallen würde. Ta der Herr Vorsitzende des Gerichts am geprigen Montag unsere schriftliche Bitte, den Sachverhalt kurz richtig stellen zu wollen, zurückwies, muhten wir an dieser Stelle a?if den Vorgang zurückkommen. Für das Gericht war, laut verkündetem Beschluss, die Sache unwesentlich, da Veriährung eingctrcten ivar. Gießen, 19. Mai. ** Tageskalender sür Dienstag, de» 19. Mai: S?on- zertverein: Jeohia-Oratorimn i» der Ltadtkirche abends 7 Uhr. Gewerbe-Ausstellung: Konzert 8 bis ll Uhr, Kavelle Weller. Gerich»sa<»t. Colmar i. E., 18. Mar. Das Landgericht verhandelte heute in mehrstündiger Sitzung gegen den Zeichner I. I. W o l tz (alias Hansi) wegen seines Buches „Mon Village". Ter Staatsanwalt beantragte 6 Monate Gefängnis Und 150b Mart Geldstrafe. Das Gericht erklärte sich aber nicht sür zuständig, da das Buch hochverräterische Tendenzen enthalte, und verwies die Angelegenheit vor das Reichsgericht. Entsprechend dem Anträge des Staatsanwaltes wurde darauf Woltz wegen Flncht- verdachts verhaftet. Büchertisch. Der Kronprinz: Gedanken über Deutschlands Zukunft. Von Tr. Paul Lima». Verlag von Wilhelm Köhler, Minden in Westfalen. Dieses Buch bat schon vor seinem Erscheinen ein je nach der Parteistellung merkwürdig verschiedenes Aufsehen erregt. Wälzreird die radikale Presse das Buch, ohne es zu kennen, mit heiligen Schmähungm begrüßte. stellte die obscktive bürgerliche Presse fest, daß mit einem solchen Buche eine politische Rotwendigkeit erfüllt wird und daß nienrand mehr zu einem solchen Werke berufen sei, als der Verfasser. Und in der Tat kann man jetzt, wo das Buck, erschienen ist, mit Uebcrzeugung seststellen, daß hier ein Werk geschallen wurde, dessen Bedeutung für unser nationales Leben über die Gegenwart hinaus anerkannt werden wird. Denn in diesen Umrisseir einer Gestalt, die uns Deutschen lieb und wert bleiben soll, hat der Verfasser den Kaiser der Zukunil nicht nach byzantinischem Muster, sondern in der ehrlichen Weise eines deutschen Mannes geschildert, und nicht mit pädogogiickter Trockenheit. sondern in der lstnreihenden Art des sür sein Vaterland begeisterten Historikers. Was er mit dem Buche bezweckt, das sagt er im Vorwort: Er will nicht ein Lebensbild des fürstlichen Mannes schreiben, der einst, wenn das Geschick sich vollendet, wohl die Kaiserkrone tragen :vird, der aber entscheidende Taten noch nicht vollbrachte und nur als Zuschauer von bevorzugter Stelle aus den Ereignissen folgte. Wer weil schon jetzt der Parteikamps sich des jungen Namens bcmächiigt und weil man, indem inan ihn aiigrejjt, sich auch eine Waise sür den Kamvs gegen den monarchischen Gedanken zu schmieden sucht, deshalb iv»UI dieses Buch die Besinnung im Volke erwecken, damit nicht das ätzende G,ff der demagogischen Phrase ihm die Freude an dem Kaiser der Zukunst, an diesem jugendlichen Fürsten zerstöre, der doch ernst nur dann sein schweres Werk durchführen lann, wenn das Vertrauen der gesamten Natron ihn geleitet. Tos Buch bringt keine Enthüllungen oder Pikantcrien, cs ist auch, wie der Vcriasscr hervorhebt, nicht mit Wissen und im Auftrag des Kronprinzen geschrieben. Aber cs soll das Vertrauen in die Zukunft wecken und den Pessimismus zerstöre». Das Buch klingt aus mit dem Worte, das in Goethes „Tasso" Leonore von Alfonso braucht: „Doch läßt sich ihm vertrau'», und das ist viel." Gegen Hautstörungen empfiehlt ’" i ’^Gebrauchter MypphoI b nseif e deren Gehall an edlem Myrrholin mit seinen antiseptischen, heilenden und neubildenden Eigenschaften nach 20-jähriger Erfahrung die sicherste Garantie bietet. Stück 80 Pfg. 4537b Vtrsebitng non LlrÄnnkublimbtittll Die beim Neubau der Kreisstraße Bcrsrod- Reiskirchc» ersorberlichen Arbeiten und Lieferungen sollen nach Losen getrennt öffentlich vergeben werden. Zcirhnnngen, Arbcitsbeschreibungcn und Bc- dingnngen liegen während der Dicnststnndcii ans dem Geschäftszimmer des Unterzeichnete» (Negie- rungsgebände. Landgraf Philipp-Platz 3, Zimmer Nr. 22) zur Einsicht offen, woselbst auch Angebotsvordrucke abgegeben werden. Die mit entsprechender Aufschrift versehenen Angebote sind verschlossen und postirci bis Dienstag, den !>. Juni l. I. vormittags 10 Nhr bei dem Unterzeichneten cinznreichen. Zuschlagsstist 3 Wochen. Gießen, den 15. Mai 1914. Der Großherzoglichc Krcisbaninspektor. ""'6 Hechler, Banrat. Vergebung von vanarbeiten Zum Neubau des Herrn Kreisarzt Or. Best in Schollen habe ich nachstehende Arbeiten zu vergeben: Treppenarbeiten, Eisenlieferung, Flaschner-, Glaser-, Schreiner-, Schlosser-, Schmiede-, Maler- und Tapezierer-Arbeiten. c , S9 ss Die Unterlagen können am Montag, den :I8. d. Mts., von mittags 2 Uhr an, bei dem Bau- tleiter Herrn Jaus im Restaurant „Zum Post- jhäuschen" in Schotten eingesehen werden. Angebote stnd ebendaselbst mit entsprechender Aufschrift versehen am Mittwoch, den 20. d. Mts., abends 7 Uhr, abzugeben. Zuschlägsfrist 8 Uhr. I. A. Architekt Braun. Stuttgart Friedrichstr. 18. Telephon 11155. NR Alle Anfragen in obiger Bausachesind an den Bauleiter Herrn Jaus in Restaurant Posthäuschen zu richten. Allßtmcilie MkriinlenW Kiksjtli. Di« Beiträge zur Kranken- und Jnvaliden- vcrsicheri—q pro März 1914 können noch bis zum 25. Mai 1914 ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 16. Mai 1914. 6270V _ Der Vorstand. PiUMilMiisiW des CMitutliidicii Arbeitervereins »» Gießen cinactr. Gciiosscnichast m. beschr. Snitpsticht Bilanz für das Jahr I 9 8 3. Passiva. .M 1. Per Zinien-Kvnto 62.98 2. „ Geswästsanieil- Aktiva. ,* 1. AnKavital-Kouto SOG.— 2. „ Jnimobilien- Konto 382890.41 3. „ Mobilien Konto 176.— 4. „ Kassa Konto 2787.06 386653.47 1. Mitglledcrstand Ende 1912 Zugang in 1913..... Storno 12823.55 3. „ Anlehcn-Kto. 332764.35 4. „ Svareinlagen- Slonto 411.82 5. „ ReiervefondS- Stonlo 3662.— 6. „ Svczialrcserve- iondS Konto 27070.63 7. „ Slraßenkosten- bcitrags Konto 1225.77 8. „ Trottoir-Bei- trags-Konto 1900.— 9. „ Kanalisations- Kon, o 1700.— 10. „ Häuscr-llnier- hailungs-Konio 3000.— 11. „ Gewinn-Saldo 1432.37 38G053.47 . . 105 . . 2 Abgang in 1913............... g Stand Ende 1913............. föl 2. Das Miigiiedergntbaben betrug Ende 1912 13159.51 - ölt" Das Milgllederguthnbcn betrag, Ende 1913 12823.!» Stbgang ,n 1913........... !nr>.9H v: f. 3. Die Hastsumme der Genossen betrug “ Ende 1912 ............. 26900. - Mk Die Hastsumme der Genossen beträgt Ende 1913 ............. 26200.— „ Abgang in 1913 . . . 700.- Mk. Gießen, den 19. Mai 1911. Panacuostcnschall de» cvanacliickirn Arbeitervereins z» Gießen cinactr. Gcnosscnichal» m. bejchr. Hai,Pflicht. _ Wolfs. _ Haas. >63020 Bullen - Versteigerung Freitag, de« 22 . Mai 1914, nachmittags 3 Uhr, soll im alten Schulsaal dahier ein der Gemeinde Annerod gehöriger Bulle versteigert werden. Annerod, am 18. Mai 1914. Großherzoglichc Bürgermeisterei Annerod. Horn. p 1 * 1 Mercedes! 1250 Mk.:*“ 1650 AUem-Verkaut: Schuh-Haus WilheimBenner Marktstraße 34 6316 -» Fernsprecher 596 ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■«■■■■■■■■■Bll .Lacke, t fin^eü Medizinal-Drogerie zma Krenzplatz Kreuzplatz 9. _ Q'99a _ Fernsprecher 706. Spar-u.Lorschußverein^ollllr e. G. m. u. H. Generalversammlung. Am 29. Mai 1914, abends 8'/, Uhr, findet im hiesigen Rathause die dritte Gencralversamm- lnng statt, wozu wir sämtliche Mitglieder hiermit ergebenst einladen. Tagesordnung: 1. Zweite endgültige Beschlußfassung über di« Auslösung und Liquidation der Genossenschaft. 2. Wahl der Liquidatoren. 3. Neuwahl des Aussichtsrats. Lollar, am 18. Mai 1914. Der Vorsitzende des Aussichtsrats. Schmidt. 6273 Bekanntmachung^ Die Holzobstibr in den Domanial- und Gemeindewatdungen der Oberiörslcrei Treis a stumda ist von DienSlaa. den 19. d. MtS., ab wieder gestaltet. 6284 v DreiS n. st da.. 18. Mat 1914. _ Großberzogiiche Obcrförstrrei Treis. prima. Ik.l.'lO.rhrenRlftKer I alle Sorten 30 Mg. Gg. Korb, Uhrmacher 04091 t«t»I Nttblilr. 2, Ecke Babaiiofstr. Kuverts mit Firma vrühl'sche Univ.-Vnlckerei, R. Lange. Sietzeu. liefert billigst Cllipsiwic 04,16 louristen-Ziieiel wasserdicht, u. 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Mts. ab insasern eine Berbilliaung des Fahrpreises der Siraßenbahn ein, als von diesem Tage ab aniiait seither ll, 14 Fabrmarke» sür 1 Mk. abgegeben werden. _ 63158 Die durch Ableben frei gewordene Sielle eines Feldschützen bei der Stadt Gießen ist alsbald zu besetzen. 21!it der Stelle ist ein AnsangSgehalt von 1125 Mark, steigend alle 3 Fahre »>» 95 Mark bis zun, Höchstgehalt von 1600 Mark verbunden. Außerdem wird eine Teuerungszulage von 120 bis 170 Mark jährlich gewährt. Die Anstellung eriotgv in widerruilicher Weise mit Anspruch aus Ruheaebalt und Hinierbliedenenversorgiing- Bewerber müssen aestind. nüchtern, zuverlässig und mit den Besitzuerhältnisse» der Feldgemartung Gießen vertraut sein, sowie die Fähigkeit zur Erstattung schriftlicher Anzeige» besitzen. Meldungen nebil Lebenslauf und ausführlicher Darstellung des bisherigen LebenSgangeS find „nler Anschluß von Zeuamssen bis ivätestenS I. Juni ds. IS. bei dem Oberviirgermeister der Stadt Gießen einzureichen. !626733 - Es sollen vergeben werden Dikiistliß, Sen 26. Mai d. Z., vsrmittnB 16 Nhr, 1. Tachdeckerarbeiteu: Kavelle aller Friedhof, Turn- . balle der Oberrealschule. 2. Spenalerarbeite»: .Kavelle alter Friedhof. 3. Schreinerarbeiteil; Kapelle neuer Friedhof, Schnlbans West-Anlage. 1. Weikbiuderarbeiten: Kavelle alter Friedhof, Kapelle neuer Friedhof. ?l>niicrst«g. Sen 28. Mai d. oormittagS 10 Nhr, 1. Weikbiuderarbeiten: Höhere Mädchenschule, Stadt» Mädchenschule, Stadtknabenschule, Schulhaus in der West-Anlage, Schlachthof. (02816 Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen auf dem städtischen Hochbauamt zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zu dem genannten Termine dorthin einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Krasvrrstrigerniili der Stadt Metzen. Die Stadt Gieffen Intjt Montag, den 25. Mai dS. FS. folgende Grasnutzungen öffentlich meistbietend versteigern: 1. vormittags 0 Uhr an Ort und Stelle die Grasnutzung von den städtischen Grundstücken bei der Kläranlage in der Nabe der Margaretenbiitte: 2. vorniittagS 10 Ubr an Ort und Stelle die einmalige Aberntung der Wieieckböschungen unterhalb dcS b'iienbabnviaduktS. Zusammenkunft in der Hamm» strafte am Eisenbahnübergang,- 3. vormittags ll Uhr an Ort und Stelle die Grab» Nutzung vom Obstbaumstttck bei der 5sasernc zur einmaligen Aberntung: 02866 4. nachmittags 2V 4 Uhr in der Nestauration von Melchior Schäfer Witwe. .Kaiser-Allee l, die Grasnutzung von sämtli^en Feldwegen für das ganze Jahr: 5. nachmittags 5 Ubr an Ort und Stelle die (KraS- nutzung vom Ariedbof am Nodtberg für das ganze Jahr. Die Grasnullnng von den Schneisen und Wegen iin Giefteuer StndNvald wird Moiitnq, Stil 2S. Mai 1614, nadunittajd 2 Uhr, tn der Reüauration von Melchior Schäfer Witwe, Kaiser» A llee 4, öffentlich meistbietend versteigert. _ 028">6 Eisvcrkanf im städt. Schlachthof. Hotels, Gastwirtschaften, Konditoreien, Bäckereien, Jischhnndlungen. Delikatessengeschäsie usw. werden auf das im städtischen Sckilachthof hergestellte KristaÜeis binnewieien. DnSsetbe wird in Blöcken von je 25 stx ,„m Preise von 30 P!n. iägiich vom Eistancr im Schlackstbot von 5 Uhr morgens bis 6 Uhr abends abgegeben. 5817 8 3279a Warum? geben Sie für elegante Stiefel oder Halb* schuhe Mk. 7.50 bis 9.50 aus, wenn Sie im Schuhhaus Wolff schon für Mk. 3.95 und Mk. 4.95 welche haben können! * Alle Wege führen nach Seltersweg 19", besuchen Sie mich vor Pfingsten und Sie werden von dem Gebotenen überrascht sein. »Sie müssen nicht denken“, ich wollte Ihnen alte zurückgesetzte Ware verkaufen nein alles neu angefertigte Ware, hochmodern in jeder Beziehung. — Nehmen Sie von meinen Pfingstpreisen Notiz. 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M., nachmittags 4 Uhr, auf dem alten Friedhofe statt. Allein-Verkauf für Gießen u. Umgegend W. Herbert Marktplatz 2 neben der Engel-Apoth. Weisse Waschkleider Damen-Blusen Panama-Mte Herren-Anzüge Decken, Gardinen etc. werden wie neu bei kürzester Lieferzeit durch die Reinigung. G023D Färberei Holland TeleoliOD 1 Chera. Waschanstalt Gardinen-Wäscherei Marktplatz Reichen Blumenflor und üppiges Wachstum bei Balkon- und Zimmerpflanzen erzielen Sic durch Anwendung von Sfittiuuinns Skiaiiuendünger. Ztt Italien liel Heinr. Halm, SamenhäDilluny Semtadt 8. 15621] Telephon 403. HalstreieSporthemden Schillerform 3.20 Sport-Strümpfe Sport-Gürtel Sport-Kragen Netzrucksack „Gnom“ 30 Gramm schwer, bequem in der Westen- I Pf) lasche zu tragen. 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