Br. NS Ter ««ebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich «ietzenerZamIliendlätteri zcveunalwvchenll.lirei;- dlatl für ben Kt«i$ Gießen «Dienstag und Freitag); zweimal monatl. landwirtschaftlich« Seitfraqen Fernsprcch - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag n. Expedition öl Adresse lür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt i64- Jahrgang Blomag, 18. mal M4 Siehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'jchen Univ.-Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaltion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 1 . Bezu gSpretK: moliatlich75Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole' m Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts. 20 Pfennig. Chefredakteur: 21. Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goeg; für „Feuilleton", „Vermischtes" und^Gerichts- saal": Karl Neurath; für „Stadt und Land^: Kurt Bendt; für den 2lnzeigenteil: H. Beck Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Vas Spiel mit dem Zeuer. Der übliche Maifeierstreik im Zarenreiche hat die russische Presse erst jetzt in den Stand gesetzt, auf die in die Formen der diplomatischen Höflichkeit gekleideten Vorhaltungen zu antworten, welche der Staatssekretär von Jagow im Reichstage an die Hetzblätter vom Schlage der „Nowoje Wremja" und Konsorten gerichtet hat. Tie Taktik, welche die Petersburger und Moskauer Zeitungen dabei einschlagen, zeichnet sich nicht durch den Reiz der Neuheit aus. Nach dem alten Trick jenes Diebes, der, als er verfolgt wurde, aus Leibeskräften schrie „haltet den Dieb!", um so die Verfolger von sich abznlenkcn, erhebt die russische Presse gegen die deutsche den Vorwurf, daß diese ange- sangen habe. Wenn gerade die „Nowoje Wremja", die seit Jahrzehnten plangemäß diese Hetze betreibt, und auf deren gefährliches Treiben schon im Budgetausschuß des Reichstags hingcwicsen wurde, in jenen Ruf einstimmt, dann weiß man wirklich nicht, ob man mehr diesen Mut oder diese Verlogenheit bewundern soll. Wer es darf wohl daran erinnert werden, daß anfh ernsthaftere Blätter jene Hetze betrieben haben. Erklärte doch vor nicht langer Zeit das militärische Fachblatt „Raswjicorschir": „Ter Arniee muß täglich zum Bewußtsein gebracht werden, daß man sich zum Kriege rüste, um die beiden germanischen Reiche zu zerschmettert,." Und die „Petersburger BörscnzeiNing", die als das Organ des russischen Kriegsuriuisteriums gilt, fügte bedeutsam hinzu, baß die Armee zum Kriege gerüstet und bereit sei. Alle diese und andere Kundgebungen sind längst vor dem heftig umstrittenen Artikel der „.Köln. Ztg." erschienen, und wenn für irgend ein Land, so gelten für Rußland, wo die Presse durchweg von der Regierung abhängig ist, die Worte, die Fürst Bismarck im Jahre 1882 gesprochen hat: „Jedes Land ist lauf die Dauer doch für die Fenster, die seine Presse einschlägt, irgend einmal verantwortlich. Die Rechnung wird mi irgend einem Tag präsentiert in der Verstimmung des anderen Landes." Eber hat Herr v. ^Fagow wirklich recht gehabt, und hat er auch nur aus innerer Ueberzcugung gesprochen, als er alle Schuld der bösen Presse zuwälztc und versicherte, daß das offizielle Rußland der Prcßkampagnc der pansla- vistischen Blätter nicht nur fernstündc, sondern sogar unangenehm davon berührt worden sct? Wir nehmen vielmehr an, daß es sich hier um eine diplomatische Nüance handelt, und daß der Staatssekretär damit sagen wollte, die Regierung des Zaren habe alle Ursache, diese Preßkam- pagn.ö nid)t sortdauern zu lassen, sagen wir ruhig, nicht weiter zu schüren. Denn bei dieser Geschichte von der Presse handelt es sich doch nur um offiziöse Märchen für große Kinder. Tic Presse ist der Spiegel der öffentlichen Meinung, und die Hetze der russischen Blätter ist der Ausfluß der panslavistiscl>cn Stimmung gegen Deutschland und nicht weniger gegen Oesterreich. Ist es etwa die Presse, welche die Rüstungen in Rußland betreibt, welche Deutschland und Oesterreich mit einem Spionagestzstem überzogen hat, welche den Vorstoß gegen die deutsche Militärmission in der Türkei gemacht, welche die deutschen Luftschifscr verurteilt, die Aktion gegen die deutsche Industrie eingeleitel hat und den festeren Zusammenschluß der Tripclentcnte betreibt? War cs, so fragen wir, die Presse oder die Regierung des Zaren? Aber wir verlangen von der Regierung keine Antwort, denn wir wissen, daß sie aus diplomatischen Gründen das Beste, waS sie weiß, doch nicht sagen dars. Selbstverständlich sind unsere leitenden Kreise über alle diese Tinge ebenso genau insormicrt wie darüber, daß die treibenden Kräfte hierbei vielleicht noch mehr als an der Newa jenseits der Vogesen zu suchen sind. Sind cs doch die Milliarden Frankreichs, mit denen die russischen Rüstungen betrieben werden. Trägt man sich doch in Fr an kre ich, das deutsche Sozialdemokraten im deutschen Reichstage leben lassen!, noch immer mit der Hoffnung, die Regimenter des Zarenreiches der Revanche dienstbar zu machen. Die „France militaire", das Organ des französischen General- stabcs, hat es ja offen erklärt, daß die russischen Rüstungen eine Spitze gegen Deutschland haben, ebenso wie das russisch- französische Flottcnabkommcn dem gleichen Zwecke diene. Also daß Frankreich und Rußland einig sind wenigstens in dem Sinne, daß Frankreich auf die Revanche hosst. und Rußland, weil es die französischen Milliarden braucht, so tut, als ob es dereinst für die Revanche marschieren werde, darüber kann kein Zweifel sein. Und trotz alledem glauben wir nicht, daß man in Rußland die ernste Absicht hat, denn man ist durch die zahlreichen Spione zu gut über die deutschen Rüstungen unterrichtet« und der Zar weiß, daß ein verlorener Krieg eine verlorene Krone bedeuten würde. Auch erweist sich der Dreibund gerade jetzt als ein stärkeres Friedensinstrument denn je, während das Kabinett Asquith es rund heraus abgclehnt hat, der Tritte in einem Kriegsbunde zu sein, und die deutsch-englischen Verhandlungen nach der Versicherung des Herrn v. Jagow zwar langsam, aber stetig fortschreiten. Wenn also das russische Spiel mit dem Feuer, wie es der Staatssekretär nannte, auch nur ein Spiel ist, so ist es doch immerhin ein sehr gefährliches, und deshalb war es gut, daß Herr v. Jagow seine Warnung nach Rußland richtete, die formell an die Adresse der Presse, tatsächlich aber an die der Regierung des Zaren gerichtet war. In Rußland versteht mau eine kräftige Sprache besser als eine freundliche, wie das ein englischer Staatsmann, Lord Palmerston, einst mit den Worten ausdrücktc: Die Politik Rußlands war stets, seine Uebccgriffc so weit gehen zu lassen, wie die Apathie anKwärtigcr Rcgieruirgen es erlaubt, aber stets zurückzuweichen, wenn es aus entschlossenen Widerstand stößt. Eine amtliche Acußerung der „Norddeutschen Allgcm. Zeitung". Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in ihrer Wochenrundschau: Die zweitägige Aussprache über die auswärtige Politik stellte die Ilebcreinstimmung der bürgerlichen Parteien des Reichstages mit der amtlichen Leitung der auswärtigen Angelegenheiten des Reiches klar und bestimmt fest. Tic Blätter aller Partcirichtungen unterstreichen dies erfreuliche Ergebnis. Zutreffend wird mchr- sach hervorgchvben, daß Staatssekretär von Jagow seine Darlegungen in voller Ucbercinstimmung mit den Absichten des Reichskanzlers gemacht hat. Das Gewicht seiner Rede kann dadurch nur vcrstärft werden, daß die wesentlichen Sätze sorgfältig erwogen und scstgelcgt Ivaren.- In der allgemeinen Bewertung der Lage ist der Staatssekretär über die Feststellung einer fortschreitenden Entspannung nicht hinaue-gegangen. Er machte kein Hehl daraus, daß Elemente der Unsicherheit noch weiter vorhanden und wirksam .sind und indem er offene Worte über die russische Preßkamvagne sprach, bczeichnetc er die Gefahrenquelle deutlich, Lwlocit bisher Aeußerungen der ausländischen Presse vorliegcn, scheinen alsbald Bestrebungen eingesetzt zu haben, gerade in diesem Punkte den Eindruck der Worte des Staatssekretärs zu verwischen. Es hat sofort jenes von ihm gekennzeichnete Spiel begonnen, das Deutschland in der internationalen Meinung ins Unrecht zu setzen sucht, indem es die Preßangrifie aus die deutsche Politik durch Schweigen deckt und die notgcdrungene Abwehr als einen unberechtigten Angriff erscheinen läßt. Einige französische Blätter bemühen sich nachzuweisen, daß die -■ ------------ ■ r— Störenfriede in Deutschland sitzen: aut denselben Ton sind auch die Entgegnungen der r u s s i sch e n Presse gestimmt. Ueberschcn ivird dabei, daß der Staatssekretär chauvinistisckw Aeußerungen der deutschen Presse durchaus ablehntc. Daß cs an solchen Prcßerzcug- Nissen auch bei Mts nicht fehlt, ist unbestritten. Ebenso aber weil! alle Welt, daß die deutsche Regierung Slusschreiiungen dieser Art stets weit von.sich gewiesen hat. Auch ein englisches Blatt illustriert die Richtigkeit der Bemerkungen des Staatssekretärs, indem es einseitig für die russische Presse Stellung nimmt. Das Blatt legt dabei in die Rede des Staatssekretärs ganz UN tzutrefscnd Angriffe gegen die englische Presse und glcichzcitis ein Werben um ihre Sympathie hinein, das vergeblich bleiben müsse. Demgegenüber loärc zu bemerken, daß von Sympathie und Antipathie in dem, was v. Jagow sagte, überhaupt nicht die Rede war. lins wird cs vollauf genügen, wenn die englische Presse auch in der Beurteilung der deutschen Politik mit dem gleich- am europäischen Maße messen würde, lvic Deutschland es ür sich in Anspruch nclMcn kann, in dem lstntcr uns liegenden Abschnitt der Orientwirren eine gut europäische Politik gemacht zil haben und zwar wesentlich im Verein mit England. Gerade aus dem Bode» der Balkanpolitik entivickellc sich bekanntlich die vertrauensvolle Annähcrimg der Kabinette von Berlin und London, aus die der Staatssekretär unter dem Bestall des Reichstages hin- gewiesen hat. _ * Au» Hessen. Abänderung des Fischereigesetzes vow 27. April 1881 und 2V. April 1911. Der ülbtz. Dr. Winkler beantragte in der Zweiten Kammer, zu beschließen: Tie Zweite Kammer der Landstände ersucht die Groß hi Regierung um Vorlage eines AbändcrnngS- entwurfs zum Fischereigesctz vom 27. April 1881 bezw. zu dessen Neufassung vom 29. April 1911 nach der Richtung, daß entweder die Angclfreiheit des Artikel 48 ganz aufgehoben oder doch in wirtsamcr Weise eingeschränkt wird. vcntsche» Neich. Im preußischen Abgeordnetenhaus standen am Samstag zumeist kleinere Vorlagen auf der Tagesordnung. Von größerer Bedeutung war lediglich das Eisenbahnanlcihe- g c s e tz. dem sich denn auch das Hauptinteresse zuwandte, »nd zwar waren cs, nachdem der Staatsvertrag mit Oldenburg über die Veräußerung der Wilhelmshaven—Oldenburger Bahn angenommen worden war, die Linie Altona-Neumünster und die Verbindungen mit Dänemark, denen die, wie immvr sehr zahlreichen »nd gründlichen, Reden vornehmlich galten. Für di» Fehmarn- Linie' konnten sich die Abg. Graf v. d. Groeben (Kons.), Brütt (Freik.), Gras Moltkc (Freik.), Hoss (Vp.) und Waldstein^ (Vp.) durchaus nicht erwärmen, da sic von ihr eine empfindliche Schädigung der Provinz Schleswig-Holstein befürchten, und der Ministei o. Breitcnbach vermeidet es, mit Rücksicht aus die Verhandlungen, die gegenwärtig mit Schtvedcn und Dänemark schweben, sich durch eine Erklärung zu binden, er gcht indes zu. daß die jetzigen de,usch-dänischen Verkehrswege verbesserungsbedürftig sind. Entgegen deni Ausschußantrag, der die Bittschrift betr. die Fehmarn- Linie durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt wissen will, begründet Abg. Fürbringer einen nationalliberalen Antrag, welcher gleich einem Zentrumsantrag Ucbcrwestnng als Material fordert, was nach Lage der Dinge zweifellos das Richtige gewesen wäre. Das Haus beschließt indes Uebergang zur Tagesordnung. Der Rest des Eisenbahnanleihcgesctzes wird ohne Ausivrachc in zweiter Lesung erledigt. Hierauf wurde noch ein von den Abg. Ecker-Winsen (Rat.) und Frhrn. v. Los eder einzelne von einem ganzen Hofstaat von Statuen und Statuetten belebt, über 2000 im ganzen — , die sich ihrem Postament entsprechend verjüngen: Provheten, Patriarchen, Heilige, Jungfrauen und Märtyrerinnen, die ganze himmlische Hierarchie ist hier zwischen Himmel und Erde so harmonisch vereinigt, wie nirgends sonst. Bei dem nicht unanstrengenden Aufstieg sieht der „Bergsteiger" durch kühngewölbte Oeffnungen, je hoher er gelangt, die üppige Stadt in immer kleinerem Maßstab, aber desto übersichtlicher sich zu seinen Füßen ausbreiten, als stände sie Modell. - Vom höchsten Gipfel, der berühmten Madonnina — 105 m über dem Tomplatz — umfaßt der Blick vollkommen all die vielen Verglömme — Giebel und Zacken, das ganze Meer von Türmen mit seiner gespenstig starren Bevölkerung: ein märchenhaftes Meisterwerk der Filigrankunst — im edelsten Marmor Sonst läuft die Besteigung von Kathedralen und Kirchtürmen ja meistens eins eine Strapaze hinaus, aber di.- des Mailänder Doms verlohnt allein eine-Reise nach Mailand. Uebertkesjen tut sie nur die des Campanile von San Marco: »eben diesen beiden sinkt selbst die Ersteigung der Pcterskuppcl zu etwas Alltäglichem herab. Die Mailänder sind von dieser Wahrheit auch tief durchdrungen: sie hängen mit ihrem altersgeweihten Dom und seiner Madonnina sp innig zuiammcn, daß sic es iich um nichts in der Welt nehmen ließen, ihm wenigstens zweimal im 'Jahre einen Massenbesuch abzustattcn, das erstemal, um den cinziehcnden Sommer zu begrüßen, das zweitemal, um dem scheidenden ein wehmütiges Lebewohl nachzurnfen. Und stets tritt die heitere Gemeinde des heiligen Ambrosius diese Fahrt in das Zauberreich Seiner Majestät des Marmors so wohl verproviantiert mit Speise und Trank an, als gälte cs zum wenigsten den Gaurisankar zu besteigen. Oben angclangt, wird ausgepackt: wie auf Almen lagert man sich aut den schneeigen Marmorsluren mit zwanglosester Selbstverständlichkeit und verzehrt sein Miigcbrachics mit dem gesunden Appetit homerischer .Helden. Stets jevoch blechen sie des Respekts, den sie der Gottheit schulden, so bewußt, daß c-t wohl zu manchem Rausch, aber nie zu irgendwelchen Ausschreitungen kommt. Besonders auch ftir junge Liebespaare ist solch ein Ausslug von tiefster Bedeutung. Gibt es doch, hauptsächlich für die einfacheren Leutchen, keine zuverlässigere Verheißung eines glücklichen Ehestandes, als das Jawort in der unmittelbarsten Nähe ihrer lieber Madonnina zu tanschen. Niemand darf sich rühmen, das Mailänder Volksleben zu kennen, der nicht wenigstens einmal xino dieser eigenartigen Agapen mitgemacht, ebensowenig wie jemand behaupten dürfe, er kenne den Dom, wenn er ihn nur von außen bewundert. Aber der Märchenban mit allen seinen Wundern schwindet, sobald man das Auge hinausschwcisen läßt, hin zu der Alpcn- lette, die aus der Ferne in zartesten Farben herübcrlenchtet, über Städte und Flecken, deren Namen — Pavia, Certosa, Novara — uns eine ganze Welt heraufbeschwören. Und fast stets lassen sich die eisgckrönten Gipfel des Monte Biso, Montblanc, Monte Rosa, Mont Cenis, Jungftan, Ortlcr, Generoso und vieler anderer hochragend, deutlich unterscheiden. Alles in allem läßt sich eine genußreichere, belehrendere und billigere Bergbesteigung nicht denken als diejenige des Mailänder Zauberbaucs -*■ 194 Stufen, und nur rund 20 Pfennig Ein, trittsgcld! — D i e sämtlichen Lübecker Theaterkritik er haben ihre Besprechungen eingestellt, da die Ortsgruppe Lübeck des Verbandes der Äühncnangestclllen in einer Broschüre gegen sic fc» Vorwurf erhob, die Künstler durch leichtfertige, unfähige Kritik wirtschaftlich zu schädigen. k* 1 ’ Stugfit, 3arf)berftäuf>iqen, fProscfibeteUigten und WeriefitSbe- cmtfn in lebtm Gericküsgebäude ®elcgtn$cit jiu neben, sich durch einfache speisen und alkodolsreie Getränke zu erfrischen , 3 u t 3. 2 e f u it g des Voranschlags für Südwesi - a > rilaist ein Antrag von Abgeordneten aller Parteien des Reichstags gestellt worden, die Ambolandbahn erst zu bauen, wenn Nchergestellt isl, daß die Grundeigentümer und Bestter von Berank» lsgeirchtsamcn und Abgabensonderrechten im Wirrschaitsbereich der Bahn zu einer ihrem Interesse an der Bahn entsprechenden -mstung zugunsten des Schutzgebiets herangezogen werden. Gemein der als wählen in Elsaß-Lothringen ,Iin I V, Mai liaben in Elsaß-Lothringen die alle sechs Jahre sich wiederholenden Gemeinderatswahlen statlgesunden. Bemerkenswert ist daS Ergebnis von Zabern, wo 15 Kandidaten der Unabhängigen bezw, der vereinigten bürgerlichen Parteien gewählt wurden. Davon wurden wiedergewählt Biirgermeister Knöpfler und Buchdruckereibesitzer Hermann W i e b i ck e. Neun Nachwahlen sind eriorderlich, In Mühlhausen wurden 17 Sozialdemokraten (bisher 8) gewählt: davon sind die stlibgg. Emmel, stNarlin. Sehilling, Wiekn und Gaell wiedergewäblt, 19 Nachwahlen sind dort eriorderlich. In dom indusiriereichen Thann (Oberelsaßi ist ei,»aufsälliger Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen zu konstatieren, während die Fortschrittspartei einen Achtungserfolg zu verzeichnen hat. Gewählt wurden 17 Unabhängige, davon sind 11 wiedergewählt, ifiir sieben finden Nachwahlen statt. Der Zcntralausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei, der ain Samstag im Reichstagsgebnude unter deni Vorsitz dos Abgeordneten von P a y e r - Stuttgart tagte, beschäftigte sich u, a, eingehend mit der Haltung der Partei bei den Stichwahlen, Schließlich wurde beschlossen: Bei den Stichwahlen empfiehlt sich dringend die Geschlossenheit aller Parteiinstanzcn, bei großen Entscheidungen ist die Stellungnahme der Parteileitung zu überlassen, Ferner wurde aus Antrag des Abgeordneten W i e m er beschlossen, den nächsten Parteitag im September 1914 in Eisenach abzuhalten. Der Ausschuß beschästigte sich ferner mit der Stellung der Partei zu der Handwerker-, Agrar-- und Arbeiterpolitik, Es wurde beschlossen: Ter Zentralaus- schnß hält cs zurzeit nickst für angebracht, besondere Leitsätze für die einzelnen Berufsschichten neben dem Programni aufzustellen, Darauf wurden die Verhandlungen auf Sonntag vertagt. 2lu»lanv. Die Rededes Herrn v, Jagowzind die russische Presse, Aus Petersburg wird berichtet: Tie nationalistischen Blätter besprechen die Rede des Staatssekretärs v, Jagow in dem Sinne, daß die Schuld an dem Preßselözug in Wahrheit ausschließlich bei der deutschen Presse liege. Nur vereinzelt wsird die sried- liche Tendenz der Ausführungen des Staatssekretärs anerkannt und gewürdigt. Ein italienisches Geschwader in Diprazzo, Aus D u r a z z o , 17, Mai, wird berichtet: Ein aus dom Panzerkreuzer „Bittorio Pisani" und zehn Torpedobooten bestehendes italienisches Geschwader ist unter dom Befehl des Herzogs von Udine hier eingetrossen. Der Panzerkreuzer„Goeben"in Konstanti- n o p e l, Ter Panzerkreuzer „Goeben" ist mit dem Konteradmiral Souchon in Konstantinopel eingetroffen, Ter Kommandant der deutsclien Mittelmeer-Tivision, Kontreadmiral Souchon, wurde Samstag nachmittag mit dem ersten Tragoman der deutschen Botschaft, Weber, vom Sultan in Audienz empfangen und übermittelte ihm die Grüße des Kaisers, Der Sultan dankte ihm in freundlichster Weise, Das Königspaar von Dänemark ist am SamStag nachmittag 3 Ilhr in Paris eingetrossen und am Bahnhof Bois de Boulolche vom Präsidenten der Republik und Frau Poincarö vom Präsidenten des Senats und dem der Kammer, den Ministern und anderen Persönlichkeiten empfangen worden. Tie Truppen präsentierten, Geschütze feuerten Salut und die Kapellen der Republikanischen Garde und verschiedener anderer Regimenter spielten die dänische Nationalhnmne und die Marseillaise, In der Nähe des Bahnhofes hatte sich eine Menge Menschen versammelt und begrüßte das Königspaar, Der Präsident der Republik und Frau Poinearo gaben am Samstag abend im Elhsee zu Ehren der dänischen Mase- stäten ein großes Diner, Geladen waren die Gefolge, die Mitglieder der Regierung, die Präsidenten und die Bureaus des Senats und der Kammer sowie das diplomatische Korps, darunter auch der deutsche Botübaster Freiherr von Sckzoen mit Gemahlin und der bayerische (Gesandte Freiherr von Ritter zu Gruenstein, Der König und die Königin von Dänemark empfinge» am Sonntag vormittag die Großherzogin von Mecklenburg- Schwerin, Mittags sand in der Privatwohnung des dänischen Gesandten ein von dem Köniaspaar zu Ehren Poiucarös und seiner Gemahlin veranstaltetes Festmahl statt, dem u, a, Ministerpräsident Doumergue beüoohnte. Ber dem Galadiner brachte Präsident Poinears einen T r i » k s p r u ch aus, in dem er nach einem Hinweis aus die Jahrhunderte alte» herzlichen Gesm- nungen Frankreichs für Dänemark sagte: Frankreich empsindet sür das dänische Volk die größte Bewunderung und Sympatbic, Frankreich kennt die von der dänischen Nation gegebenen edlen Beispiele an Tatkrasl und Arbeit, Es hat mit Interesse ihre großartige wirtschaslüche Entwickelung und besonders die Krast und Eigenart ihrer Literatur veriolgt. Ich weiß, wie sreundlich Dänemark alles ausnimmt, was aus Frankreich kommt. Die Regierung der Republik wird alles, was von ihr abbängt, tun, in Zukunft die die beiden Länder verknüvsendeu industriellen und moralischen Bande zu besestigen »nd ihre traditionellen Beziehungen z» krästigen, Ter König antwortete mit lebhaften Worte» des Dankes sür den glänzenden Empsang und sür die Sympathien, welche Frankreich anlätzlich des Todes seines Vaters ihm bekundete. Er habe ganz besondere Ursache, Frankreich zu lieben, denn hier sei das ihn und die Königin verknüpsende Band geschlossen worden. Er hoffe, daß sein Besuch als Beweis sür seinen Wunsch angesehen werde, die Beziehungen zwilchen Dänemark und Frankreich, dessen leidenschastliche Liebe zum Fortschritt die Bewunderung der ganzen Welt errege, immer fester zu knüpsen, Stadt „nd Land. Gießen, 18. Mai 1811. LU. Berufung. Der Privatdozent Dr. R. Dem oll hat eine» Ruf nl8 ordentlicher Professor der Zoologie an die Technische Hochschule in Karlsruhe erhalten. ’* 21 uS dein Schuldienste. Uebertragen wurde am 13, Mai d. I. dem SchulamtSaspiranten Philipp St ix aus BischosSdeim, KreiS Groß-Gera», eine Lehrerstelle an der evangelischen Volksschule zn Hof he im, KreiS BenSheim. — In den Ruhestand versetzt wurde am 9. Mai d, I. der Lehrer au der Volksschule zu Hainhause», im Kreise Ofsenbach, Heinrich Kaiser wegen Krankheit vom 1. Juli 1914 an. " Ehrung deS Freiherrn von Wolzogen, Ter Grobherzog hat am 1b, Mai dem Schriststeller Ernst Freiherr» von Wolzogen zu Dormstadi das Ritterkreuz de4 LudewigS-OrdenS verliehen. »* In, G i c ß e n e r T e l e g r a p h e n a m t e wird aus Anlaß des „Prin z-Heiurich.Flugs 19 l 4" in den Nächten vom St», zum 21. und vom 21. zum 22. Mai ununterbrochener Telegraphen- und Fern- dienst abgchalten iverden. Die Gebühr sür Nackstgcspräche im Orte beträgt wie gewöhnlich 20 Psg, "StadttheaterGießcn, GastspieldcsKgl, KurtheaterS Bad-Ems am Mittwoch, den 20. Mai. Eine vornehme Neuheit im Opereftcngenre, die an allen großen Buhnen, so auch am Frankfurter Opernhaus fort- während mit größtem Erfolge ans dem Spielhlan steht, wird' als erste unserer Operettenaufführungen gegeben werden, „P o l c n b l u t" von Ncdbal, — Das Personal, das gestern in Marburg eine Vorsaison sür das neue Koni gl Kurtheate, Bad-Gms mit außerordeutlickzeni Erfolge eröffnet hat, ent- Istilt auch einige gute alte Betannte, Frl, Martin, und »errn Großer, Außerdem eine Reihe von Kräften erster Buhnen, die sich auch hier sicherlich bald die Gunst des Publikums erobern werden. Nach den Vorbestellungen tfl r ^L c für die Vorstellung sehr rege, — Der erste Ermaß,gungs- koupon hat Gültigkeit, „ , . ** Krieg dem Kriege, Ein buntbewegtes Bild von den Schrecken des modernen Krieges mit Luftschiffen und Fkngzeugen bietet das Lichtspielhaus mit dem drci- aktigen Filmschauspiel „Krieg dem Ikrtear". Der »um hat die Liebes- und Leidensgeschichte eines Mädchens zum Vorwurf, das Bruder und Geliebten in den feindliehe» Parteien gegeneinander lämpscn und fallen sieht. Hinzu kommt noch, daß der feindliche Offizier, der den Geliebten tötete, ihr Bräutigam wird: als si« dessen durch ein Amulett, das der tote Freund crus ihrer H>and erhielt und ders nun der Sieger tvÄgt, gewuhr wird, gehl sie ins Kloster Weit mehr als diese nicht sehr befriedigende Fabel fesseln die Vorgänge ans dem Schlachtfelde, die kriegerischen Operationen der Lcmdarmee und besonders die Kämpfe und Verfolgungen der Flugzeuge. Ilr dem Aufbrenncn einer Lustichifslottulc und dem Sprengen einer Mühle erreichen die aufregenden Schlachtenbildcr ihren Höhepunkt, **'2ie Gießener Wandervögel feierten gestern am Georgtempel im Schissenberger Wald chr Frühlings- fest. Schon ans der Ferne hörte man den fröhlichen Gesang uich zahlreiche Spaziergänger sahen dem bunten Treiben zu, Buben und Mädchen, etwa hundert an der Zahl, kamen frühmorgens am Wandervcxgelheim, das seit etwa einem Jahre in einem der Torhäuschen am Walltor eingerichtet ist, zusammen und zogen nach dem Festplatz, an dem auch gewöhnlich die Aufführungen der Freilichtbühne stait- finden. Vertreten waren die Ortsgruppen Dillenburg» Marburg, Bad-Nauheim, Wetzlar und sogar die Poscner Ortsgruppe, Die Lollarer und die Klein-Linbcner, die ebenfalls erwartet wurden, fanden sich nicht mehr ein. Die Ellern und Angehörigen kamen nachmittags gegen 4 Uhr, stllt- deutsche ' Volkstänze und Reigen wechselten mit Kasperltheater und dem Gesang schöner Volkslieder unter Begleitung von Mandolinen, Geigen und Mampfen, Den Glanzpunkt des Tages bildete das heitere Hans-Sachs-Spiel „Der bös' Rauch"", das ein Mädchen und zwei Buben ganz geschickt aufführten. Zum Schluß erhielten die Sieger vom Sackhüpfen ihre Preise, Mit fröhlichem Gesang wurde um Uhr per. Heimweg angetreten, ** Der Hessische Hebammen-Verbandstag wrrb Anfang Juni in der Festhalle zu Bingen abgelialten werden. Die Tagung wird unter dem Vorsitz von Fräulein K, Winkler- Darmstadt stehen, 2lus der Reihe der Fachvorträge sind zu erwähnen: Vortrag des Herrn Mebizinalrat Der, Kupserberg, Direktor der Grvßh, .Hebammenlehranstalt Mainz über ein noch zu bestimmendes Thema, Vortrag des Herrn Professor Dr. Walther-Gießen über „Fehlgeburten", Vortrag des Heren Obermedizinalrat Dr. Baiser- Darmstadt, Vortragender Rat im Ministerium des Innern sür öffentliche Gesundheitspflege u. a. ** Dic Warenausstellung des Konsum- Vereins Gießen und Umgegend, die gestern im Kontor und dem Sitzungssaal des genannten Vereins stattfand, hatte sich eines guten Besuches zu erfreuen. In übersichtlicher Weise hatte es die Leitung verstanden, eine Anzahl ihrer Artikel denen von drei Konkurrenzfirmen gegrn- überzustellen. Auch sehr viele andere von dem Konsumverein geführten Artikel waren in Packungen und dergleichen zur Schau gestellt. Großes Interesse erregte die Besichtigung der neueingerichteten Limonadenfabrik und der Bäckerei, io daß wohl alle Besucher mit voller Befriedigung die freundlichen Räumlichkeiten des Konsumvereins verlassen haben. ** „Z. 8" über Gießen. 2lm Sonntag vormittag gegen 8 Uhr überflog das Militärluftschiff „Z, 8" in geringer Höhe unsere Stadt, Das Lustschiff befand sich auf der Fahrt von Leipzig, wo es bisher stationiert war, nach seiner neuen Halle in Trier, Das Großherzoglich Hessische Regierungsblatt Nr, 12 v, 14, Mai hat folgenden Inhalt: 1, Verordnung, die Verleihung des Enteignungsrechts an die Stadt Kreuznach zu>n Erwerb von Gelände sür die Bahn Kreuznach sLandesgrei.se> — Sprendlingen - St. Johann bctr — 2. Bekanntmachung, Aende- rung der Postordnimg vom 20, März 1900 betreffend, — 3. Verordnung, die Ausführung des Jagdstrasgesetzes, insbesondere An- forderungen wegen der Hegezeit betreffend, — 4. Bekanntmachung, die Uebertraaung von Bezirkskassegrschästen an das Großherzogliche Steueramt Pfungstadt betreffend, — 5. Bekanntmachung, die Einteilung der Beitragsbezirke betreffend, **■ Grundstücksverkauf, Grundstücke zu Ober-Mör- l e N, die auf den Namen des Gemeinschuldners, des Metzger- meisters Julius Chriiostomus König in Bad-Naubeim eingetragen waren, solltti Montag, den 13. Juli 1914, nachm, 3>,s Uhr, durch das ?lMtsgericht Bad-Nauheim in Ober-Mörlen ini Saale der Wirtschaft „Zur Waldlust" im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden, * v Güterrechtsregistrr, Ter Geflügelhändler Johann Jakob L a u n h a r d t von Ober-Ros bach und dessen Ehefrau Marie Katharine geborene Gras haben unter Aushebung ihres bisherigen Gülerstanves Gütertrennung vereinbart. *’ Konkurse i» Hessen. I» deni KoukurSversahren über das Vermögen des Willy Beckert und seiner Ehelrau, Martha, ged, Dannenield, in A l s s e l d ist insolae eines von de» Wemein- schnldnern gemachte» Vorschlags z» einem Zwangsvergleiche Ver- gleichstermn, ans TienStag, den 2S. Mai 1914. vormittags 9% Uhr, vor dem SlnitSgericht in Alsleld enberanml. — Ueder das Vermöge» des KauimannS Hermann D e t c r m a n » zu D a r IN st n d t ist am 1b. Mai das KonkurSveriahren eröffnet morde-, da er zahlnnaSnnIähig ist »nd seine Zahlnnqe» eingestellt hat. Ter Antragsteller »nd Kanbnann Heinrich H i l s d ö r s z» Darnistadt ist znm Konkursverwalter ernannt worden, KonkurSiorderungen lind dir zum tz. Juni 1914 bet dem Gerichte anzumelden. Es Ivird zur Beschlußlaffuiig über die Beibehaltung deS ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters usw, an! Montag, 15, Juni 1914, vormittags 10 Uhr, vor bei» Amtsgericht I Darmstadt Termin an beraumt. Landkreis Gießen. 33. Hauptversammlung des V. H. C. _ ^ A Siefj, 17. Mai, t Der Vogelsberger Höhcnklub hielt am Samst und Sonntag IM Gasthaus Stein zn Lich unter sehr starker r letltgnna seine 33, Hauptversammlung ab. Gestern abe war Vorseier tm schön geschmückietr Steins Saalbau am Bah ho,, Pospekreiär Rau hielt die Begrüßungsansprache, für I Gaste sprachen Dein-Ofsenbach und Bruchhäuser»Dari stabt, Ehorlieber, Gesangsvorträge, ein Theaterstück und Ta füllten den Slbend aus. . Am Sonntag vormittag wurde von den Gästen die Sta das Schloß und der Park besichtigt. Um 10>-', Uhr begannen ! Verhandlungen der Hauptv«r,ammluna unter dem Bor des 2. Präsidenten Scheibe!-Ossenbach, Bürgermeister D ö m e r begrünte die Gäste im Namen der Stadt. Postsekretär R ( >>n Antrag des Zweigvereins Lich. Er übergab dem Hauptberc em, Bild vom Sicher Schloß, das zur Ausschmückung des neu Klubhauses dienen soll. Der Versammlungsleiter widmete dem verstorbenen 1, Vorsitzenden Oberamtsrichter N > sp e l - Schotten einen llkachrus und teilte mit, daß am Gackerstein zu Ehren des Verstorbenen ein Gedenkstein errichtet werden solle. Bei Feststellung der 'Anwesenheitsliste ergab sich, daß von den 47 Zweigver- einen 40 mit 4524 Stimmen vertreten waren. Nach dem Jahresbericht zählt der Verband 47 Zweigbereine mit 4639 Mitgliedern, 309 mehr als im borigen Jahre, Der Verein Einartshausen hat sich ausgelöst, Rechner L i n k - Rudingshain teilt die Jahresrechnung mit. Die Gesamteinnahmen betrugen l0 247,46 Mark, d,x Ausgaben 10101,12 Mark, der Neberschus beträgt somit 146,34 Mark, Das Berbandsorgan „Frsschauß kostete 2920 Mark, Zinsen wurden 1630 Mark gezahlt, sür den Ernst-Ludwig-Turm auf der Herchenbainer Höhe wurden 400 Mark ai-geb«ii. Für Schüler- und Studenten-Herbergen beträgt die Einnahme 950 Mark, die .Ausgabe 258 Mark, der Fonds wuchs aus 692 Mark. Äeuder-Franksurt erllärt, daß sich die Herbergen sehr gut bewährt hätten, die Zahl der Nächtigungen betrug 276, Tie Herbergen sollten künstig nicht nur höheren Schülern und Studenten zugänglich sein, sondern irrte im Sauerland der gesamten Jugend gegen eive geringe Vergütung, Der Vorstand wird beaustragt, in diesem Sinne zu wirken und die Herbergen weiter auszubauen. Die Abrechnung des Klubhauses ergibt, daß das neue Klubhaus 20 067 Mk, gekostet hat. Für den Ernst-Ludwig-Turm' aus der Herchenbainer Höhe sind bis jetzt über 6000 Mk^ gesamänelt, im letzten Jahre wurden von den Zweigvereinen Ofsenbach und Tausstein-Gießen allein 2500 2Nk. gespendet, Ter massive Turmbau ist zu 20000 Vtk, beranschlagt, Ter Vorsitzende Ludwig vom Zweigverein Herchenhain spricht dasür seinen Dank aus. Das Gesamtvermögen des V,-5a,-C, beträgt 73 000 Mk,, die Schulden 40 000 Mk., so daß ein Verm!ögen von über 32 000 Mk. oerbleibt. Durch Zuruf wurde einstimmig Kreisrat Tr, M e r ck - S ch o t t e n zum 1. Vorsitzenden, als weiteres Vorstandsmitglied Dr, Bru ch- hä » i e r - Ulrichstein gewählt. Die Hauptversammlung 191üerhältBüdingen, Das Höhenfest sür 1914 übernimmt Schotten, Der Hertzstausflug 1914 ist nach Gelnhausen, 1915 nach Butzbach, Ein 9Intrag Lauterlmch, betressend Vertretung bei Dctupt- versammlungen, wird angenommen. Laut Antrag Ossenbach wird beschlossen, daß künstig das Vereinsorgan „Frisch! aus" aM 1, jedes Monats erscheinen soll. Der Zweigverein Tauptein-Gießen beantragt eine Erweiterung des Klubhäuser durch einen Spülraum', Tausstein Gießen stiftet dazu 300 Mk,, Frankfurt 150 MI'„ andere Zweigvereine wollen ebenfalls Beiträge leisten. Es wird beschlossen, die Erweiterung gleickzzeitig mit der Erneuerung des alten Klubhauses vorzunehmen. Für die Wiederherstellung werden 2000 Mk, vorgesehen. Ein 'Antrag Schlitz wird abgelehnt. Der Voranschlag für 1914/15 wird in Höhe von 8800 2Äk, angenommen, 400 Mk, Beitrag sür den Ernst Ludwigsturm werden sür 1914/15 gestrichen, Heyer-Alsseld überreicht zur Ausschmückung des neuen Klubhauses zwei Bilder von Msseld, welche das Rathaus und die Fuldergasse darstellen, S ch i s s m a n n - Hungen dankt dem Vorstand sür die Arbeitsleistung im abgelausenen Jahre, An die Tagung schloß sich ein Festzug durch Lich und ein Volkssest aus dem 5pardtberg. * eie. Wieseck, 17. Mai. Am Dienstag abend S'! 2 Uhr findet eine öffentliche G e i» e i n d e r a t s s i tz u » g mit folgenbet Tagesordnung statt: I. Tie 8 t r a ß e n b n h n W i e s e ck — Gießen-, 2. Gesuch des Kaninebenznebtvereins IN» Etilluna eines Ehren- preises; 3. Wahl eines Wieseiivorstaudsnütgliedes I 4. Naehträgliche Genehmianna von 'Arbeiten; 5. Abschaffung eines Bullen, — Lang-Göns, 17. Mai. Die Sammlung der Gemeinde Lang-Güns für das Rote Kreuz ergab rund 223 Mk. Sie wurde durch 2Nitglieder des hiesigen Krieger- Vereins ausgesührt. /;) L e i h g e st e r n , 18, Mai, Für die auf hellte abend 8>/z llhr anberaumte Ge ine in d e r a t s s i tz un g ist folgende Tagesordnung scstgelegt: 1. Prüfung der Wirtschaftsrechnung, 2. Errichtung ‘ einer zweiten Transformatoren- station, 3, Erweiterung des Friedhofs und Anschaffung eines Leichentoagens, 4, Garten für die dritte Lehrerstelle, 5, Ver- tragsfestsetzung für den Wiescnpsleger, 6, Gehaltsaufbesserung der Jndustrielehrerin, ck, Reiskirchen, 17. 2Nai. In körperlicher und geistiger Rüstigkeit begingen heute die pensionierten Bahn- tvärtersehelcute Joh, Spaar die goldene Hochzeit. Durch die Beliebtheit des Jubelpaares wurde die Feier zu einem Fest, an dem die ganze Gemeinde teilnahm. In der überfüllten Kirche segnete nach einem Gesänge des Gesangvereins der Ortsgeistliche Pfarrer Gomb el das Jubelpaar ein. Dem Paare waren von nah und fern Geschenke zugc- sandt. Pom Großherzog war sein Bildnis mit eigenhändiger Unterschrift eingetrossen, vom Dragoncrregimcnt 91t. 24 in Darmstadt, bei dem der Jübilar 9 Jahre gedient hatte, eine Geschichte des Regiments mit Widmung und ein Gcldge- scknmk, von der Bahnbchörde, bei welcher beide von 1870 bis 1895 bedienstet waren, ein Diplom und ein größerer Geldbetrag, vom Ortsvorstand eine Bibel, und weitere Geschenke von Freunden und Bekannten. Der Jubilar ist 83, seine Ehefrau 80 Jahre alt. Kreis Lautcrbach. R. Bermuthshain, 17. Mai, Durch Spaziergänger wurde heute nachmittag in einem Fichtenbeskande zwischen Station Oberwald und Hartmannshain nahe des Bahnkörpers die Leiche eines älteren, ziemlich gut g-kleideten Mannes gesunden, die den Umständen nach schon einige Zeit an dieser Stelle g.'leg.m hat. Da die Leiche an den Händen und im Gesicht bis zur Unkenntlichkeit an gefressen war, konnte die Persönlichkeit des Mannes noch nicht sestgestellt werden, doch wird vermutet, daß es sich um den 70jährigen Rentencmpsänger Johannes Greb aus Ober-Moos handelt, der seit etwa 3 — 1 Wochen vermißt wird und wahrscheinlich sei» Nachtlager im Walde aufgeschlagen hat, wo er infolge der damaligen kalten Nächte erfroren sein dürste. Kreis Schotten. ß Ober-Seibertenrod, 18. Mai. Die hiesige Gemeindeverwaltung hat den Ban eines neuen Schul Hauses beschlossen, da das alte den gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf Uutcrrichtslokal und Lehrcrwohnung nicht mehr entspricht, Starkenburg und Rheinhessen. ^ Darm sta dt, 16, Mai. In der zu Eberstadt gehörigen Villcnkolonie Ludwi g s h ö-h e war gestern in einem .Hausedurch eine Gasexplosion ein Brand entstanden. 'Als dieser gelöscht war, fand man bei den Ausräumungs- arbeitcn den Besitzer dieses Hauses, den Privatgelehrten Heydrich vollständig verkohlt vor. Ein bei ihm zu Besuch weilender Herr namenx Koch wurde ohnmächtig aufgefunden, Er wurde in das Krankenhaus nach Darmstadt gebracht und dürste mit dem Leben davonkommen, w, Mainz,^ 16, Mai, In dem rheinhcfsischen Orte Kuntersblum ereignete sich (gestern nachmittag ein schreckliches Brandunglück, indem in der Wohnung einer Arbeiterfamilie, während die Eltern auf dem Felde waren, Feuer ausbrach, Bon den drei in der Wohnung zurückgelassenen Kindern fanden herbeieilende Nachbarsleute zwei Kinde r im stiller von zwei bis drei Jahren in Flammen sichend vori das eine Kind war bereits vollständig verkohlt, das zweite konnte noch lebend gerettet werden. Das dritte und älteste Kind war unverletzt geblieben, ch, Bingen, 16, Mai, In Bingen ist abermals eine Sperre der Vieh Märkte etngetreten. Diese wurde tpegen des in Nieder-Jngellieim neuerdings fcftgcfteHten iyaile§ von Mnul- und Klauenseuche über die biesiqen Märkte verhängt. Hessen-Nassau. ff Marburg, 16, Mai. Der Abdeckereibcsitzcr Gary beabsichtigt bekanntlich auf Drängen der Stadt Marburg, seine» Geschäftsbetrieb nach einem.Gelände bei dein Torfe Güttingen zu verlegen. Gegen Kiesen Plan haben die dortige Gemeinde und sonstige Interessenten Einspruch erhoben. In einer gestern hier abgehaltenen Kreisaus- schustsitzung wurhe dieser für berechtigt erklärt. X. Hanau, 1& Mai. Zwei - tödliche Unglücks- sälle haben sich in Hanau und in der Nähe zugctragcn. In den deutschen Klinker- und Ziegelwerken zu Meeryolz lain^ beim Brechen von Steinen der Italiener Angela zu Fall und stieg sich dabei den Stiel seiner Hacke in den Unterleib. Im Landkrankcnhause zu Hanau ist er an den erhaltenen schweren inneren Verletzungen gestorben. — In der Lagerhalle des Hofbrauhauses Hanau wurde der 55jährige Fahrbursche Eichhorn von seinen eigenen unruhig gewordenen Pferden durch einen Huischlag in das Gesicht und in die Schläscgegend getroffen. Er war sofort tot. — Die Sammlung für das Rote Kreuz hat in Hanau durch den Verlaus entsprechender Abzeichen etwa 6800 Mk. ergeben. X Gelnhausen, 16. Mai. In der heutigen Stadt- verordnctensitzung wurde vom Bürgermeister Tr. Schmidt Kenntnis gegeben von den der Stadt Gelnhausen zugesallenen Stifunaen der in Hanau verstorbenen Rentnerin Frl. Marie L i n d e n b au e r. Tie Stadt Gelnhausen hat 18000 Mk. als Stiftung zur llnterstüpung in Olelnhuscan wohnhafter hilfsbedürftiger Personen, austerhalb der Armenpflege, erhalten, ferner ein Zwanzigstel des Nachlasses zur Errichtung einer Unterstützungskasse für Arme. Die Höhe des Nachlasses der Verstorbenen ist auf 1800 000 Mark zu schätzen, so daß die letztgenannte Stiftung etwa 90000 Mark betragen wird. -s-Eschwege a. d. Werra, 17. Mai. In dem benach- barten Großalmerode kam gestern nachmittag ein lOjähriger Junge mit dem infolge einer Reparatur am Boden liegenden Leitungsdraht einer Starkstromleitung in Berührung und wurde sofort getötet. Landwirtschaft. F. Schotten, 15. Mai. Gestern fand unter dem Vorsitz des Krcisrats Tr. Merck die diesjährige Hauptversammlung dcS land wirtschaftlichen Bezirksvercins Schotten statt, die sich zahlreichen Besuches erfreute. Der Verein hatte im Jahre 1913 einen Umsatz von 31 796 Mk. für den gcmemschast- lichcn Tüngcrbczug, an dem sich die meisten Gemeinden beteiligten, wurden 15 019 Mk. verausgabt. Der Voranschlag sür 1914 ist in Einnahme und Ausgabe auf 1239 Mk. festgesetzt. Für die Kreisschau in Schotten am 23. und 24. Mai l. Js. wurde ein Ehrenpreis von 100 Mk. bewilligt. Dem Kreisrindcrzncht- vercin Schotten für Vogelsbergcr wurde für Jungviehaufzucht- prämicn ein Beitrag von 100 Mk. gewährt. Für die Kreis- haushaltungSschule wurden 400 Mk., für Prämiierung von Dienstboten 30 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten, die zur Turch- sührung des Düngerbezugs erforderlich tvarcn, wurden von Herrn Gutsbesitzer Theodor C c l l a r i u s - Schotten, dem stellvertretenden Direktor des Vereins, übernommen, wofür ihm der Vorsitzende den Dank der Vercinsmitglieder aussprach. Mit Ende dieses Monats scheidet der bisherige Vereinsrechner S t e n l wegen Wegzugs aus dem Verein aus. Für seine gewissenhafte Geschästs- sührung drückte ihm der Vorsitzende, Kreisrat Dr. Merck, seine Anerkennung und dm Tank des Vereins aus. Der Vorstand wurde ermächtigt, die Stelle des Rechners selbst zu besetzen. Hieraus hielt Sekretär Schwarz vom Landwirtschaftskammerausschust Lbcrhcssen einen Vortrag über Hutwcidcn Meliorationen im Kreise Schotten, der mit grobem Interesse ausgenommen wurde. Zuni Schluß verbreitete sich der Vorsitzende, Kreisrat Dr. Merck, über die Frage der Feldbereinigungen im Kreise Schotten, woran sich eine lebhafte Aussprache ansckstost. Nack der Versammlung fand ein gemeinsckmitliches Eisen der Versammlungsteilnehmer im Gasthaus „Zum PosthäusrMn" statt. ver prinz-HcinriH-Zlug. h. Bon 41 Fliegern, die sich sür den Prinz-Heinrich-Flug 1914 gemeldet hatten, starteten heute srüh in Darmstadt, dem Ausgangspunkt des Fluges, 25 Flieger für die erste Etappe Darmstadt—Straßburg-Frankfurt, 19 Flieger legten dir 400 Kilometer lange Strecke glatt ohne jeden Unfall zurück und landeten im Lause des Vormittags auf dem Frankfurter Flugplätze. Leider forderte der erste Etapvenilug ein Opfer. Bei Herren alb im Schwarztvald stürzte das Flugzeug 19 ab. Während der Führer, Leuwant W a l tz , unverletzt blieb, fand der Beobachter Leutnant Müller den Tod durch Verbrennung. Notlandungen mußten vollziehen Flugzeug 14 (Oberleutnant Emrich und Oberleutnant Leonhard» bei Bruchsal, Flugzeug 28 iPaschcn imd Leulnant Eren dt) be, Olernhcim a. Rh. Außerdem stürzte das Flugzeug 16 bei Gernsheim im Schwarzwald ab und ging in Trümmer. Tie Flieger, der bekannte Leutnant »an Hidesten und Leutnant Müller blieben wie durch ein Wmider unverletzt. Flugzeug 25 ging bei Mannheim infolge Notlandung nieder. Die Landung der übrigen Flieger vollzog sich in Frankfurt glatt. Nur Nr. 29 (Führer Schlegel) machte mit seiner Mercedes-Taube einen Kopssturz und zerbrach dabei de» Propeller. Es landeten und starteten hier sür die zweite Etappe Franksurt— Köln—Frankfurt folgende Flieger: Sir. Flieaer Beobachter Landung in Fraoksurl 3. Obrl, Haipelmann Obrl.Zinnner-Vorhans 9 Uhr 22 Min, öS Sek. 4. Obrl. Ioly Obrl Feleity 9 23 . 42 . Cbrl. Kaüner Obrl. Niemöller 9 32 . 17 . 6. Obrl. Kolbe 2t. Rohde 9 1" . 04 . 7. Ctnl. Ladewig 2t, Trenkumnn 9 9 . 56 , 8. 2t. Pfeiler Obrl. v. d. Hagen 9 . 09 . 9. „ Bretzel! 2t. Meifcher 9 7 . 05 . 10. Ct’tl. o. Beanlie» bptm Kocrdk 8 18 11. 2t. Boude 2t. Aiüller 9 29 . 53 „ 12. 2t. i). Buttlar » v. Schröder 9 14 . 41 . 15. Cbil. (Äeyer , Kühn 9 20 „ 07 . 12. 2t. Schlemmer Obrl.- König 9 86 . 25 . 18. „ u. Thima 2t, v Kleist 8 32 20. . Deutscher Obrlt. Bogel v. Falkeustein 9 3) ' 20 27. Kruutsiek 2t. Blaaeiuann 9 22 29. Schlegel 0 Svaug 9 40 34. Schauenburg r H»lg 9 03 38. Viktor Stoeffler r Kraule d'Bvis 8 g 25 39. T Helen öauvtinaiin Gheibel 11 03 25. Friedrich Oblt. Beters 8 „ 1 0 . abds. Auch die zweite Etappe, die von Frankfurt über Wiesbaden, Koblenz nach Köln und zurück über den Westerwald nach Frankfurt führte, verlies nicht ohne Unfälle. Bei Mainz stllrzie das Flugzeug 6 ab und verbrannte. Der Führer, Oberleutnant Kolbe, blieb unverletzt, dagegen erlitt sein Begleiter, Leutnant Roh de vom Fustarr.-Rcg. 7, sehr schwere Verletzungen. Leutnant Pfeifer wurde aus der Hinfahrt bei Georgenborn (Taunus) mit dem Flugzeug 8 flügellahm. Sodann zwang ein Benzinrohrbruch den bekannten Flieger S t o e s s l e r bei Eschenrod im Taunus zu einer Notlandung. — Den aus Köln zurückkchrcndcn Fliegern wurde aus dem Flugplatz Franksttrl von der großen Zuschauer- mcnge ein stürmischer Willkommcngruß zuteil. Prinz Heinrich von Preußen weilte nachmittags kurze Zeit aus dem Platze, NM dann wieder nach Darmstadt zurückzukehren, Leutnant Waltz, der bei Herrcnalb abstürztc, wobei sein Begleiter den Flammentod fand, traf hier ein und erstattete sofort dem Prinzen Bericht. Sodann begab er fich in das Krankenhaus. Die Organisation für rasche Hilfeleistungen bei etwaigen Unfällen hat während des Fluges ein ganzes Netz »an Kraftfahrzeugen und Motorrädern über den Bezirk ausgespannt, die in wenigen Augenblicken an jeder Unglticksslelle erscheinen können. In Frankfurt standen allein 30 Automobile mit Acrzten und Sanitäts- mannschastcn zur augenblicklichen Ausfahrt bereit. Nur die Pressevertreter konnten sich einer besrncheren Fürsorge nicht erfreuen. Sie dursten den Startplatz nicht betreten, während dies. zahlreichen anderen Personen, besonders Damen, die dienstlich. dort gar nichts zu tun hatten, ohne weiteres gestattet Ivurdc. Im erfreulichen tffegcnsatz hierzu wird aus Darmstadt berichtet, daß man dotck, wie im vorigen Jahre ;. B. auch in Gießen, dm Journalistm den Zutritt zu allen Plätzen bereitwilligst gestattete. Ebenso war der Frankfurter teleplwnischc Nachrichtendienst sür die Presse sehr mangelhaft eingerichtet. Es stand nur cm Fernsprecher zur Verfügung, und dieser stinktioniertc meistms nicht. Frankfurt a. M, 17. Mai. Oberleutnant Kolbe, der um 10.18 Uhr von Frankfurt nach Köln wcitergeflogen war, ist auf dein Rückfluge nach,Frankfurt bei Hechlsheim bei Mainz abgcskürzt. Der Führer blieb unversehrt, der Beobachter Leutnant Rohdc erlitt schwere Verletzungen. Der Apparat geriet in Brand. Köln, 17. Mai. Die K ontrollsta tion aus der Werkbundausstellung haben bis 2 Uhr nachmittags vierzehn Flieger überflogen,.die dort ihre Meldetaschen abgewvrsen haben. Fünf von ihnen landeten dann auf dem Kölner Flugplatz Butzweilcrhos, während die übrigen ohne Landung sofort nach Frankfurt a. M. zurückkehrten. Im Laufe des Nachmittags haben die fünf hier gelandeten Flieger ihren Weiterflug nach Frankfurt a. M. fortgesetzt. Sport. — Kiel, 16. Mai. Bei der Zweiten Berbandswcttfahrt des Kaiserlichen Jachtklubs aus der Kieler Föhrdc siegte in der A l-Klaffe der neue „Meteor" des Kaisers vor „Hamburg" und „Gerniania". In der Klasse der alten Jachtm erhielt „Kaum" den erste», „Aar" den zwcitm Preis. In der 19 Meter-Klasse erhielt „Wcndula", in der l5-Mctcr-Klasse „Jsa- bella Alexandra", in der 10-Mctcr-Klasse „Pcsa", in der 8- Metcr- Klasse „Ultra" (ging allein über die Bahn) und in der 5 Meter-Klasse „Maja" den ersten Preis. vermischte». * Zedernsch Windel. In den achtziger Jahren des vorigen Jalnhunderts hat Rustchm Pascha als Gouverneur im Libanon z»nr ersten Mal in der alten Welt die Idee der Naturschutzpark - bcwegung zur Tat gemacht, indem er dm „ZedcrnhainSolomons" als unantastbares Naturdenkmal erklärte. 'Andachtsvoll und verständnisinnig lächelt über diese Großtat, wer in der Geschichte des Orients beschlagen ist. Der Tianatempcl in Ephesus und Salomons Bauten, das berühmte Zcdcrnöl, der Bücherschrcin der Römer, die wohlriechenden Zedernharzc: mit wenigen Schlag- Worten leuchtet die Herrlichkeit dieses Baumes auf. DerGcgen- wartSmcnsch denkt zunächst an seine Zigarrenkiste und an dm Bleistift, — Da ist es nun nicht unintcressaitt, zu erfahren, daß dar Zedcrnhal, sehr weich und leicht ist, sich zu Bauzwecken kaumi verwenden läßt und keinerlei schätzenswerte Eigenschaften besitzt. Salonron hat seinen Temvcl mit irgend einem Konifcrenbolz gebaut, das Zedernöl gcwaim man aus dem abessinischcn Lebensbaum. wohlriechende Harze stammten vvn einem Wacholder. Das Gravbit des Bleistifts umschließt eine HüNe aus Holz vom virgi« Nischen Sadebaum und die edlen Havannaimporten sind in Äist- chen aus lZedrclaholz verpackt, das gar von einem Laubbaum stammt. — Die Zedern des Libanon wiegen sich im Wind; sie sind es nicht, die die Menschheit belogen haben. : >_ Amtlicher Wetterbericht. Ocsfentlicher Wetterdienst» Gießen. Wetterausfichte» in Hessen am Dienstag, den 19. Mai 1914 : Wechselnde Bewölkung, vielst trocken, warm, zeitweilig auffrischende „ordöüliche bis östliche Wliide. von Mk. 1.35 an per Meter, in allen Karben. Franko und »cbon verzollt inß Haus geliefert. Reiche MusterauSwahl unigehend. 241V G. Henneberg, vofl. I. M. d. deutschen Kaiserin, Zürich. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Guido Günther in Wieseck eingetragen: Die Firma ist erloschen. 6224 0 Gießen, den 14. Mai 1914. Grostherzogliches Amtsgericht. Danksagung-, Alle die noch Ansprüche an den Nachlaß des verstorbenen Fräulein Susanne Weidig, Gießen, Neustadl haben, ersuche ich, dieselben innerhalb 14 Tagen bei mir geltend zu machen. Später einlaufcnde Forderungen können nicht niehr berücksichtigt werden. «„x. Apotheker Müller, Gelnhausen. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme, die wir beim Heimgange unserer teueren Entschlafenen erfahren durften, sowie lür die vielen Blumenspenden sagen wir herzlichen Dank. «-.? Familien Carl und x\ugust Kiemmrath. prima, Mk.1.20, ihrcnßlttser I alle Sorten 30 Pig. Wo. Noch, llflrninchcr [04091 jetit BIQhlstr. 2, Ecke Bafanhotstr. , Fussboden- Lackfarben, — Oelfarben, Pinsel, Parkett-Wach» in Central-Drogerie Finil Karn, Schnlstrasse. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen sagen wir hierdurch herzlichen Dank. Prinzeß-Rock wie Abbildung mit reicher Stickerei Mk.6. 50 im'.D. Wunderlich, Hoflief., Nürnberg, zu 1 Mk. u. 2 Mk. v. FL bei W. Nil- binger, Drogerie, Gietzen. [SOODI Ailg. Dealseh. Frauenvereio Ortsgruppe Gießen. Anskunftftelle für Zrauendenise. Frauen u. Mädchen erbauen unentgeltlich Rat und Auskunft sür alle Berusc im alten R atbauS, Marklvtatz 14, Diensiag nachmittags von ü'l, bis TV, Uhr. O>-" Rechtsschutzstelle. 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Juni (3. ffingslfeiertag), 7 bis 9 Uhr abends Mittwoch, den 3. Juni, 8 bis II Uhr abends......... Freilag. den 5. Juni, 7 bis 10 Dhr abends.......... Sonntag, den 7. Juni, 4 bis 7 Uhr nachmittags....... Sonntag, den 7. Juni, 8 bis II Uhr abends.......... Mittwoch, den 10. Juni, 8 bis II Uhr abends........ Freitag, den 12. Juni, 7 bis 10 Dhr abends ......... Gastspiel dos Kammervirtuosen Sonntag, den 14. Juni, 4 bis 7 Dhr nachmittags...... Sonntag, den 14. Juni, 8 bis II Uhr abends......... at von Hessen «2580 Kapelle Weller.. . 30 Kann Kapelle Bauer.. . 20 Manu Kapelle Bauer .. . 20 Mann Regimentskapelle. . 20 Mann Kapelle Weller.. . 20 Manu Kapelle Bauer .. . 20 Manu Regimeolskapellfi. . 20 Manu Kapelle Weller.. . 20 Mann Kapelle Weller.. . 20 Mann Depimeulskapelle. . 20 Manu Regimentskapelle. . 20 Manu Kapelle Weller,. . 20 Manu Kapelle Weller.. . 20 Mann Regimentskapelle. . 20 Manu Regimenlskapelle. 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Festorediger: Herr Bsarrer Bnder von Marburg. Bersch. Ansprachen werden gehalten werden. Es ladet sreundlichst ein «230 I. A.: Qlili,. Psarrer. .li! den 20. Mai 1914, 7,9 Uhr abends, Vortrag von Herrn Ferdinand Eckhardt I! 1 Grosser Hörsaal der Universität Eintritt frei. 04081 Eintritt frei. am I. und 2. Pfingst-Feier&age zu Wieseck bei Snflroirt Wilh. Bieran, ßieiener Straße. Siegerpreise 12 Mk., Ehrenpreise 9 Mk., 1. Preise 8 Mk., 2. Preis 6 Mk., 3. Preis 4 Mk. Preis richler: Th. Viehmann-Auerbach und Konrad Rüb- samen-Gießen. Anmeldebogen sind zik beziehen von Heinrich Klös-Wieseck, Gietzener Straße. Anmeldeschlußl Sonntag, den 24. Mai 1814. Die Ausstellungs-Leitung. 1. IcnWs PolkstraUtnseß in Mainz am Rhein um 30. bis 25. Mai 1014. Vom 20. bis einschl. 25. Mal. täglich 3 bis 4 Musikkapellen auf dem Feslplalz. Vest-Programm : Mittwoch, 20. Mal: Abboiei, der auswärtigen Trachtler und Vereine. Abends 8 Uhr in der Stadtballe: Feierlicher Be- grttßungshotumers unter Mltwlrknnq Mainzer Ve. eine. Bevaeretaz, 2l. Mai tBeavIlesltegl: Allgemeiner deutscher Detegierlentag. — Frübichovvenkonzerl ans d. Festvlatz. — Vormittags 11 Uhr: Bletoriecker Preleteeteag von Uber SOOO Personen. — Nachm. 4Uhri. d. Stadlballe: Preisschub» vintttn. Bauerniänze. Heimaisitien. Dorsbrauch. Bauern» kontert. — Abends i. d. Stadlhalle: Rlttnchner Walzerabend. FreUag, 22. Mai: Rbelnfa rt nach Rttrtesheim. Abends« Uhr i.d. Stadlhalle: Vortrag von Chören. — Thüringer Hahnenschlag, Svinnstnbenball, MaaaeapIaNIa von über ISO Peraonen, geleitet o. Gg. Grünbouer, Chiemgouer Botködichler. »aninlag. 22. Mat, nachmittogs 3 Uhr - Blnderlent. — Militär- und Landlerkonzertc, Lbrnnplnttln nnä »aebendcöüeltanr. Bortrag von Chören und Brillanl-Fenerveck Sonntag. 2«. Mal : Konzert u. Tanz a.d.Festvlatz. — TWlrtrng von Chören u. Konzert in der Siadtholle. — Rnperlscber RammeNana. Abends 9 Ubr: Feierliche Preiaverleiluno. Montag, 21. Mai: Mainzer Volkclan. - NnchmittngS 2 Uhr: Beginn deaOchaenbrnlenn. AdendS «Uhr: Anaacbnelden den Oebaen. Konzerle. Schlustboll. BroBea Brlllaul-Fenerwerk. JUntrtUagryUn!.Featplali n. Sladtballa: Am 20.21. u.22.Mai inwfn aSÄiü; & ®S 30 ® fl1 - ~ Kinder b.zuioglabr. o°rÄ;r «n,eiSlinbet eine Dutzendkarle. - Dntzendkarten» ^2« M t ,Emtr»t iür Volkstrachtler srei. — Während den Weilknmvien ,n der Stad,Holle am 2t. »Mai: 1 Mk — 2 Mk Balkon. Tlschvlatz. — 3 Mk. Balkon nnm.rW, ipblji Alle« ™cve durch die »es.bücher''und'su!.°Pr°°raL' ___ Der Festausschuß. 1 iniliuiiihnHiKO Solquellen bewahrtes Heilbad l*ci: Katarrhen der Sooden Bahnlinie Göttlngen-Bebra - Geschützte herrliche Lage Inmitten ausgedehnter Geblrgswal- dungen Solbäder aller Art. Inhalationen. Gradierwerke. Pneumatische Apparate und Kammern. Trinkkuren. Auskunft und Pro spekte durch die Badeverwaltung. *• 4205hv AtmunKBorf?ane. Herzleiden, Blutarmut Prauenk r a n kheite n ,R h e.um at i8mu8,Gicht Skrofulöse Rachitis, Rückständen von Influenza, Lunpen- u. Rippenfellentzünd. -Werra StadifcSiesiter Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Mittwoch, den 20. Mai 1914, abends 8 Uhr: Gastspiel des königl. Kurtheaters Bad-Ems Xovität! Novität! IPolesalbliit _ Ctfcrcttc in 3 Akten von QScar Nedbal. s«r«6 6a8 rnoüernc Kleidungsstück. Kür Sommer, für Touren, für die Reise! Aus gutem Mako, Panama 5.50 5.00 J 00 nf) Tt A.Salomon & Cie.,Schnlstr.4 NuDMisWlkngrMs i nuD srllkuks Auzcdui! Wir vergeben die FabrikmionSberechtigung und den Alleinoeriricb auf »Niere Ersindung iür abge» grenzte Bezirke. ES handelt sich UM einen ans Sand „nd Zement herznitellenden Massenartikel der Banbranche welcher in alles bisher aus diesem Gebiete Sinne» wandte eine vollständige Umwälzung bringt. Denkbar einfachste in einer Stunde zu erlernende Fabrikation. 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