m. \\\ Der «letzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilirnblätter: zweimal wöchenll.Ureir- dlatlsürdenXreiLSlehkn (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. landwirtschaftliche Zeitsrogen Ferusprech - Anschlüße: snr die Redaktion 112, Verlag ». Expedition LI Adresse !ür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt M. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rofotioitsftrnrf «ntz Verlag -er vrühl'schen Unio.-Vuch- untz Steintzruckere! R. Lange. Samstag, l6. Mai BeznqSvretS: monatlich 75Pf.,vlerlel- jährlich Nik. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatliät 65 Pf.: durch die Post Pik. 2.—viertel* jährl. ausschl. Beslellq. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ auswärts 20 Pienniq« Chefredakteur: A Goey. Verautivoctlich für den polit. Teil: Aug. Goerz; für .Feliitlelou-, ,Ber» mischtes* und^Gerichls* saal": Karl 9teuralh; für ^Stadl und Land": Retzaltion, Lrpcdilion untz Druckerei: Schulftrahe 7. Anjeig-nleü:' p? Be-r. Die heutige Nummer umfaht 24 Seiten. Sur Eröffnung der Gewerbe-Ausstellung in Gießen. Gießen. 16. Mai. Heil dem in holder Mnienfchönheit erwachten Tag, der dem heimatlichen Gau politisches Gedeihen verheißen soll und an dem die wolkenvollen Ausblicke in die „höhere" Politik uns für einige Stunden verhängt werden dürfen! Wir wenden uns der seit Monaten in Aussicht stehenden Erösfnung der oberhes fischen Gew erbraus, stellu n g zu, und da stört uns weder die giftige Kritik des Genossen Liebknecht an deutscher industrieller Arbeit, noch der vom Staatssekretär v. Jagow im Reichstag so freimütig ausgedeckte Neid unserer Nachbarn über der oft- und westdeutschen Grenze. Die Ausstellung, die heute in der viel- genannten Gießener „Alten Klinik" eröffnet wird, bedeutet für unsere hessischen Lande ein auch politisch nicht zu unterschätzendes Ereignis. Sie schlägt in jenes Kapitel vom „Heimatschutz" ein, über das wir gestern den beherzigenswerten Aufruf veröffentlicht haben, in dem es heißt, daß wir unsere hessische Heimat in ihrer natürlichen und geschichtlich gewordenen Eigenart schützen und erhalten wollten. Ueber die wirtschaftlichen Borteile hinaus, die sich die Teilnehmer an der Ausstellung versprechen dürfen, gewährt diese dem Gemcinsinn, dem Staate und unserer Stadt Gießen noch Mannigfachen Nutzen: das Gute und Gediegene unseres gewerblichen Lebens wird unterstützt und gehoben, indem wir darauf hingelenkt werden, der Geschmack und die Vorliebe für Qualitätsarbeit und -Ware werden gefördert, wir erkennen, daß wir so häufig gar nicht darauf angewiesen sind, „in die Ferne zu schweifen", da für die verschiedenartigsten Bedürfnisse in unserer nächsten Nähe die allerbesten Einkaufsgelegenheiten sich bieten. Ein Blick in die überaus mannigfaltige Ausstellung, die von heute an dem Besuch offen steht, wird manchem überraschende Entdeckungen bringen! Wir dürfen es hervorheben, daß unsere heimischen Schreiner, Töpfer und so manche andere Handwerke ganz hervorragendes zu leisten imstande sind, und wir finden gerade in diesen Zweigen das Streben nach Schönheit und Stilb ollen düng in staunenswertem Maße verwirklicht. Wie ost wird die nur scheinbar billigere Fabrikware bevorzugt, und wie bald wird mancher Besucher der Ausstellung inne werden,-daß er seinen Hausrat doch gar zu wahllos zusammengesteltt habe. Wir gewahren daneben mit freudiger Anerkennung, daß in manchen wenig genannten kleineren Orten besondere Gewerbczweigc, wie z. B. Sattlerei und Jilzmanufakturen, zu hoher Blüte gelangt sind. Und die Tatsache, daß in unserer engsten Heimat Erzeugnisse des Maschinenbaues ünd der Installation weithin ins Ausland aus» geführt werden, kommt uns Mit Stolz zum Bewußtsein. Die Ausstellung der varmftädter Aünstlerkolonie. Aus D a r in st a d t, 16. Mai, wird uns geschrieben: Es ist die dritte Slnsstcllung der Künstterkolonie, die heute in Gegenwatt des Grohhrrzoglichen Paares ihre Pforten öiinet. Tic neue Ausstellung ist geeignet, die volle Auinierksamkeit aller Kunst- krcundc im Reiche aus sich zu lenken. Sie ist wieder in dem 1908 von Pros. Olbrich errichteten städtischn Ausftcllungsgebäude mit deni Hochzeitsturmc zur Seite eingerichtet worden und bildet ein Dokument moderner hessischer Kunst. Tie neue Ausstellung zeigt in jeder Richtung ein frisches, großzügiges Gepräge. Es wurde bei der GcsamMnlagc mit Erfolg darnach gestrebt, sie zu einem geschlossenen harmonischen Kunstwerk zu gestalten, was freilich unter Mancherlei schwierigen Verhältnissen nicht durchweg erreicht werden konnte. Tie Ausstcllungslcitung mit dem Vorstand des Großh. lÄabinetts, Gchcimrat Römheld an der Spitze, hatte die sehr bemerkenswerte Anordnung getrosten, daß jedem Künstler und Architekten bestimmte Räume zugcteilt wurden, in denen sie ganz nach eigenem Ermessen und unter ihrer Verantwortung die Kunst in ihren verschiedenen Formen zur GelMng bringen konnten. Ta- ncben haben sich auch zahlreiche KUuststttindc in dankenswerter Weise an der Ausstellung beteiligt, indem sic Mitgliedern der Kolonie den Entwurf oder die .Herstellung von Kunstwerken übertrugen, die leihweise zur Ausstellung überlasten wurden. Betteten wir die Ausstellung von der großen Freitreppe aus, so gelangen wir nach Durchschreiten des Vorraums zuerst in den Ghrensaol, der von Pros. Körner entworsen wurde und eine ganz wunderbar stimmungsvolle Deckenbeleuchtung erhalten hat. Prof. Hötger und Maler Pcllar haben für die künstlerische Ausschmückung gesorgt. Taran anschließend ist eine Musterbiblio- Ibek nach dem Eutwurs des Architekten M a r g o l d in cdclsteni Stil aiisgestellt. Weiter ein von Pros. Körner cntioorscncr Gar- lensaal in blau gehaltener Ausstattung mit prächtigen Mosaik bruunen und Gemälden von Fritz Oßwald, ein Tamensalon von Pros. F. 23. Klcukens, eine Pscilcrgalcric von Pros. Alpin Müller. Einen Glanzpunkt der Ausstellung bildet der herrliche Musiksaal des Grobherzogs, der von Pros, Albin Müller entworfen wurde: er soll nach Schluß der 'Ausstellung im Neuen Palast, untergebracht werden. Ein anschließender größerer „Raum her freien Kunst" bringt endlich eine Reihe von Plastiken nach dein Enttvurf von Pros. Heinrich I o b st und eine große Anzahl Bild- nisstlldien und Gemälde von Hanns Pellar. In einem von Prof 'Albin Müller entworfenen Herrenzimmer sind reiche Schätze der Holz- und Elfenbeinschnitzereien, sowie Handzeichnungen sür Buchausstattungen usw. von Pros. Klcukens zu bttrachten. Für die Erzeugnisse der Goldschmiedckunst ist ein besonderer Raum ein- »crichtct worden, der eine Fülle hcrrlich-'r Gold- und Silberarbei- 'cn von Pros. Ernst Ringel u. a. enthält. Ein Roscnhvs von Wir sind davon überzeugt, daß dieses Nebeneinanderwirken der Aussteller ihnen zu hohem Segen gereichen wird. Es ist ein friedlicher Wetteifer, der zu neuen Anstrengungen und Verbesserungen anspornt, und es ist ein dankbaresRingcn um die Gunst und Freundschast der heimischen Käufer. Wir dürfen uns sagen, daß unser Handwerk keineswegs darnietzer liegt, obgleich die Zeiten ungünstiger geworden sind. Und nun der erfreuliche Gewinn, den unser ganzes Volksleben aus einer solchen Gewerbeausstellung zieht! Die Bewohner des Hessenlandes lernen einander kennen und knüpfen Beziehungen an, die sich recht wohl als dauernd erweisen können. Ta kommen zu uns aus Marburg die kunstgeübten Schreiner, Töpser und Schneider, aus Weilburg die Verfertiger orthopädischen Schuhwerks, aus Hanau Vertreter des Edel- schmicdehandwcrks, aus Fulda die Fabrikanten der Maschinen für die Holzbearbeitung, aus Treisa die Unfertiger von Ackergeräte und viele andere mehr, und in Gießen finden die Gäste die offenste und herzlichste Aufnahme. Alles ist wohl vorbereitet, keine Kosten und Mühen sind gescheut worden, um das Bild der Ausstellung mit allen Gelegenheiten zur 'Erholung und Vergnügung anheimelnd und behaglich zu machen. Und dürfen wir uns einmal fragen, welchen Gewinn die Bewohner der alten Muscnstadt selber aus dem Ereignis zu ziehen gedenken? Als Provinzialhauptstadt darf Gießen sich wohl vermessen, auch immer mehr ein Mittelpunkt des geistigen und gewerblichen Lebens der Oberhessen zu werden. Wenn wir Kongresse und Zusammenkünfte veranstalten — müssen wir da nicht in erster Linie die Eingesessenen in unserem heimischen Umkreis an uns heranziehen, vorzugsweise die Gewerbetreibenden, die mit ihrer Scholle verwachsen sind und die besten Anknüpfungsmittcl, Austausch im Handel und Verkehr, versprechen? Landwirtschaftliche Ausstellungen, die ja zum Teil ebenfalls diese Vorteile »ns bieten, haben wir öfters gehabt, während solche gewerbliche Ausstellungen in dem Umfang der hente zu eröfinen- den in unserer Provinz immerhin eine Seltenheit gewesen sind. Es sind nahezu 20 Jahre her, daß die Gießener Gewerbetreibenden in großer Zahl an der Gewerbeausstellung in Alsfeld teilgenommen haben, die unter der Leitung der Großherzoglichen Zentralstelle am 25. August 1895 dort eröffnet worden war. Die damalige Veranstaltung sollte den „Stand der Gewerbetätigkeit in Oberhessen" dartun und blieb also ganz aus die Provinz beschränkt, während heute mit gutem Grunde auch Aussteller aus den Nachbargebictcn hcrangezogen worden sind. Die Vergleichsmöglichkeit ist dadurch erhöht, und schließlich sind die da kommen und wir doch alleBrüder eines Stammes. JmJahre 1895 stand die Stadt Gießen neidlos hinter dem kleineren Alsfeld zurück, denn es war die Absicht verkündet worden, alle fünf Jahre sollten solche Ausstellungen stattsinden, und die Stadt Gießen hatte sich damit getröstet, daß sie in absehbarer Zeit eine ganz Hessen umfassende Gewcrbcausstellung zu veranstalten haben einrich I o b st vervollständigt diese 2lbteilung der Ausstellung. m rechten Teil des Erdgeschosses des Hauptansstellnngsgcbäudes hat Pros. Sllbin Müller eine Mustcr-Äadcanlage im großen Stil ausführcn lassen, mit Brunnenraum und Luftbad, Marmorbad und Ruhcraum. Nicht ohne Interesse wird dem Ausstcllungsbesucher auch eine Besichtigung der Mietshäusergruppe von Pro:. Albin Müller sein, die aus acht mit feiner künstlerischen Empfindung und zugleich mit praktischem Sinn ausgcbauten Häusern besteht: von denen ist eins in Privatbesitz des Grobherzogs, der darin zur Erweiterung Iber Ateliers der Künstlerkolonie 6—8 Künstlcrateliers errichten ließ. Mim Betrtten der M athildcnhöhe wird der Besucher schon von weitem überrascht durch das monumentale Hauptportal, das von 6 auf hohen Säulen thronenden stplisierten Löwen gebildet wird, deren ganze Zeichnung und Ausführung inan von allen Seiten lebhaft erörtert. Gleich dahinter, im Anschluß an die prächtige russische Kapelle mit ihren weithin leuchtenden goldenen Kuppeln ist von Prof. Sllbin Müller eine mit großem Geschmack ausgeführte Baumanlage geschasscn worden und in den, daneben liegenden alten Platanenhain ist der große Restaurationsgartcn mit verschiedenen baulichen Anlagen, Ausstellungswirtschasten, Musikzelt und einer Anzahl kleiner Pavillons ausgestatict worden: auch ein Modepavillon mit Kostümentwürfen von Hans Pellar und ein zerlegbares Fcrienhaus, nach dem Eutwurs Pros. Albin Müllers sind vorhanden und noch viele andere Dinge mehr, aus die wir ebenso, wie aus die künstlerische Umrahmung des Platanenhains mit höchst ottginellen Skulpturen wir später noch näher zurückkommen werden. Nach einer für geladene Gäste und die Vertreter der Presse veranstalteten Vorbesichtigung der Ausstellung sand Freitag abend in dem prachtvollen Ausstellungsrestaurant eine von der Aus- stellnngslcitung veranstaltete gesellige Vereinigung der Mitglieder der .Künstlerkolonie, des Arbeitsausschusses und der ans allen Teilen des Reiches hcrbeigckommencn Prcssevertteler statt. — Die Oberammergauer unter Zensur. London, 13. Mai. Ter Lordkammerlherr Lord Sandhurst hat von sewcm Recht des Spielverbots gegen das Oberammergauer Passionsspiel Gebrauch gemacht. Die Oberanrinergauer Truppe wollte dicien Sommer in einem großen englischen Seebadeort das Pasiionsspiel in einem Freilusttheater zur Aufführung bringen, infolge des Einspruchs des Lordkammerherrn muß jedoch von dieser Absicht Abstand genommen werden. s — Der Arzt in China. Bis jetzt kommt in China ungefähr auf eine Mülion Einwohner ein modern gebildetcr Arzt, doch wird sich dieses Mißverhältnis im nächsten Mcnschen- alter sicherlich Vesser», da zurzeit schon 1.6 Moder« medizinische werde. Diese Aussichten sielen allmählich der Vergessenheit anheim. Oberhessen hat seitdem keine gewerbliche Ausstellung mehr gehabt. Blicken wir noch weiter zurück, so sehen wir in schwachen Umrissen eine Gewerbeausstelkung, die vor mehr als einem halben Jahrhundert in Gießen ins Leben gerufen worden war. Es war noch die Zeit der Zünfte, als mit dem „Landwirtschaftlichen F e st und V o l k s s e st", das am 26. und 27. Juli 1858 hier stattsand. auch an sämtliche Gewerbetreibende Gießens die Aufforderung erging, „alles auszubieten, um dem besuchenden Publikum zeigen zu können, auf welcher Stufe die Industrie bei uns angelangt ift". Daß aber der gewerbliche Teil der Ausstellung damals hinter dem landwirtschaftlichen zurückstand, geht schon daraus hervor, daß das Eintrittsgeld sür die landwirtschaftliche Ausstellung 12 kr. betrug, für die Gewcrbeschau dagegen nur 6 kr. Immerhin gewann das Jahr 1858 sür die Gewerbetreibenden eine Bedeutung insofern, als einige Monate später die Gießener Gewerbebank gegründet wurde, die den Mitgliedern Geld zu billigen Zinsen beschassen sollte. Im Vergleich zu der Veranstaltung vor 56 Jahren ist man heute bei der Ausstellung doch mit mehr Ernst und Sachlichkeit zu Werk gegangen. Damals stand das „Volksfest" im Vordergrund, auf das gleichzeifigc „Vogelschießen" wurde großer Wert gelegt, und ein nachdrücklicher Ausruf erging an „Gießens Fvauen und Jungfrauen", am Festzug und am Festball im Buschschen Garten sich zahlreich zu beteiligen. Leider haben wir über die Beschickung der alte» Ausstellung in den vergilbten Blättern jener Zeit keinerlei Aufzeichnung gesunden. Wieviel hat sich auf gewerblichem Gebiete seitdem verändert! Im Januar des Jahres 1865 wurden auch in der Provinz Oberhessen die Zünfte ausgehoben, die dort zum Teil noch bestanden. So gehöttcii z. B. die Orte der ehemaligen Acmter Gießen und Königsberg zu der Zunst in Gießen, während die Gemeinden deck Busecker Tals und des ehemaligen Amtes Hllttenbcrg zunst- frei waren. Ein Gewerbesteuergesetz und die Zollvereins- Verträge, die die Freiheit des Handels schufen, hatten dem Erlaß der hessischen Regierung vom Jahre 1865 vorgc- arbvitet. Wir wollen die alten Zustände hente wahrlich nicht mehr zurückivünschen. Der Zwang der Zünfte ist einer vernünftigen Freiheit gewichen, und im freien Wettbewerb kommt der Tüchtige voran. Die Schaffung der Gewerbeordnung bedeutete einen großen wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt; das Handwerk, das eine zweckmäßige Organisation und ein solides Fachbildungswcsen sich gestaltet hat, wird im hcuttgen Zeitalter der Maschine, das es sich ebenfalls nutzbar gemacht hat, den Konkurrenzkampf mit Fabrik und Großbcti^eb wohl überstehen. Das ist eine Hauptlchrc der heutigen Gießener Gewcrbcausstellung. daß wir mehr Hochschulen in China errichtet sind. Vorerst freilich macht sich der Umschwung, der sich auch in dieser Hinsicht vorbereitet, »och wenig ernsthaft geltend. Dr. Vortisch »an Bloten schreibt irr seinem neu erschienenen Buche „Chinesische Patienten und ihre Aerztc" aus eigener Anschauung: „Seit etlichen Jahren trifft man in größeren Städten auch si nok fang -- westliche Arznei- znnnier, das heißt Avothcken mit westlicher -europäischer) Arznei, an und ihr Geschäft blüht von Jahr zu Jahr mehr. Uebcrhanvt besonders seit der Errichtung der Republik werden ininiler mehr sremdländische Waren cingcsührt, und immer mehr Leute treten ans, die sich „westlicher Wissenschaft" rühmen. Skier gar .ost sind es nur minderwertige Elemente, die sich den Zug nach modernen Dingen zunutze machen, und gewisse Herren, die >sich „westliche Aerztc" nennen, !Ulrcn oft nur wenige Monate in einem europäischen Spital in Hongkong oder Shanghai als .Student" oder gar nur als „Diener"; einen Titel gebe» sie sich selbst und setzen ihn ungestraft aut ihre Visitenkarten, die ebenfalls europäischen Mustern nachgeahmt sind. Solche Herren gleichen jenem Mandarin, der mich kürzlich besuchte, so schreibt Dr. van Vloten. Nachdem er mir auf Englisch erzählt hatte, daß er mehrere Jahre in Amerika studiert und man ihn seiner juttsttschen und volkswirtschaitlickcn Examina wegen zum Mandarin gewählt habe, fragte er mich spöttisch: „Nicht wahr, Sic haben doch nur den Titel Dr. mcd. ?" > „Gewiß," erwiderte ich, „er genügt vorderhand." „Nun ja," fuhr er.lächelnd sott, „Sie sind nur Tr. Nied., ich aber bin Tr. mehrerer Arten Dir. of several kinds)." Ob er, als ich ihn erklärte, daß mir ein Tvktortitcl von Tübingen mehr wert sei als alle Doktoren - Tiplonre einer obskuren Universität in Amettka, meinen Spott Merkte, weiß ich nicht: ich hoffe nur, er ist trotz seines Tr. of scvcrat kinds ein tüchtiger Beamter." — Wie eingangs erwähnt, dürfen wir annchmen, daß sich der Arzt im kommenden Mcn- schenaltcr eine angesehenere Stellung in China erringt. - t — Muskain ußvcrgiftung. Daß eine Muskatnuß- Vergiftung möglich ist, beweist ein Aufsatz von Dr. iBcck, Stuttgart, in der Münchener medizinischen Wochenschrift. Zwei Mädchen hatten als Abortivmittel ein Gettänk z» sich genommen, das vor allem Muskatnuß enthielt. Tie folgten dabei, ivie sie sagten, einer im Volke verbreilttcn Ansicht >iber die Wirkung der Muskatnuß. Tiefer gewünschte Erfolg blieb nun zwar aus, doch bewies dieser Fall, daß eine Muskatnußoergiitung möglich ist. Die Mädchen erkrankten an schweren Vergistungserscheinungen, die erst nach einigen Tagen wieder zurückgingen. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Unter der Leitung des schivedischen Meercsiorschers Pros. Walle ngren werden diesen Sommer eingehende Untersuchungen des Ocrcsunps und zum T«l auch des Kattegat stattfinden, mtb mehr nach Qualitätsarbeit frage» müsse», die der Handwerksbetrieb am besten zu leiste» imstande ist. Möchten die heimischen Gewerbetreibende», die uns die Proben ihres Könnens zeigen, rege Unterstützung sinden, möchten alle Bewohner von Stadt und Land durch den Besuch der reich und gut ausgestatteten Ausstellrmg sich selbst und dem heimische» Wirtschaftsleben Nutzen fd>a'ffcn! Der Kaiser in Wiesbaden. Wiesbaden, 13, Mai, Der Kaiser sah gestern nach der Oper im dinglichen Schloß noch außer dem Generalintendanten Grasen von Hülsen-Häseler und dem Jntcn- dantcu Baron von Mutzcnbäctzer auch den Intendanten Gras Bhlandt-Rephd aus Kassel Und den Gesandten von Dircksen bei sich. Heute hörie der Kaiser den Vortrag des Vertreters des auswärtigen Amtes, Gesandten von Treutler, Um 12 Uhr niittags tras Prinz Heinrich aus Darmstadt zu kurzem Besuch hier ein. Der Kaiser und Prinz Heinrich speisten heute mittag bei dem Regierungspräsidenten Dr, von Meister, Der Zoll Tampico;. Brown svillc (Texas), 14, Mai, Ueber den Fall von Tampico am Mittwoch abend werden durch einen offiziellen Bericht des Konslitntionalisten-Kommandeurs in Mätcuno- ros Einzel1>citcn bekannt Am Montag abend wurden 10 Kanonen und 14 Maschinengewehre im Norden von Tampico ausgestellt und am Dienstag das Feuer eröffnet. Dar- Geschützseuer der Bundcstrnppen war unwirksam und zwei Schisse 'konnten während des Kampfes den Panucosluß hinausfahre». Der letzte Angriff auf Tamchco erfolgte lmtcr General Cavallicro Die Bundestruppen ergriffen die Flucht und wurden von Cavakltero und Gonzales verfolgt. Nach dem Bericht aus Matamoros kämpften auf konstitutionalisti- schcr Seite 7000 Mann, Eine große Anzahl von Leuten, die in den Oclländereien beschäftigt sind, wollen sofort nach Tampico aufbrechen, Washington, 14, Mai, (Reuter,) Kontrcadmiral Badger meldete dem Marinedepartcmcnt, daß Kontrcadmiral Mapo mit dem Kreuzer „Des Meines" und dem Depeschenboot „D-olphin" den Fluß Pannco hinaufgefahren sei und vor Tampico'Anker geworfen habe. Die hier befindlichen Angestellten von den O e l f e l d e r n bei Tampico haben erklärt, sic würden sofort dorthin zurücktehren. Nach Meldungen ans Tampico sind in der Stadt selbst keine Gebäude beschädigt worden, Die Er d ö l a nla ge n sind gleichfalls unversehrt geblieben, Die Ausländer werden ausgefordert, nach Tampico zurllckzukehren, da General Gonzales ihnen vollen Schutz verbürgt, — Die Zahl der bei den Kämpfen bei Tampico Gefallenen wird aus 300 angegeben. Der „New Pork Herald" meldet aus Tampico: Die Stadt ist beinahe dem Erdboden gleich ge in acht worden. Was von dem Geschützseuer verschont geblieben ist, haben die Flammen vernichtet. Die Insurgenten begraben jetzt ihre Toten und auch die Toten der Kundestruppen, Der Jnsurgentengeneral Gonzales schätzt die Verluste der Bnndestruppen auf 280 Tote und 600 Verwundete, Tic Insurgenten hätten 34 Tote und 128 Verwundete gehabt, Ausländer sind weder getötet noch verwundet worden. Die Vermittlung, Washington, 15, Mai, Der spanische Botschafter erklärte namens der Vermittler, daß die Verschiebung der Konferenz in Niagara Falls politisch bedeutungslos sei, El Paso, 15, Mai, Eine englische Firma erhob bei fbat Konstitutionalistcn Vorstellungen wegen der Verhaftung des Vertreters der Eagle Oil-Company in Monte reh, der italienischer Staatsangehöriger ist, Tie Rebellen machten die Freilassung von der Zahlung eines Löscgeldes von 10 e r zo g hat am 25, April dem Kreisschnlinspeklor Schulrat Schrod in Mainz anläßlich seines 50 j ä h r i g e n D i e n st j u b i l ä u m s am 6, Mai die Krone zum Ritterkreuz 1, Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen, ** A ii s d e m S ch n ld i c» st e, Uebertragen wurde dem Lehrer Hugo Maurer zu Nieder-Seemen, Kreis Schotten, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Bingenheim, Kreis Büdingen, ** Offene Stelle. Eine evangelische Lehrerstelle zu BischosSheim, Kreis Groß-Gerau, ist erledigt. **LegatefürStudierende, Aus der Landrichter Dr, Müllerschen Stiftung zu Darmstadt sind durch die Unterzeichnete Behörde vier Unterstützungslegate von jährlich 500 Mark an bedürftige elternlose Studierende der Rechtswissenschaft ans den Provinzen Starkcnburg oder Ober- Hessen zu vergeben, Bewerbungen um diese Legate sind binnen vier Wochen bei dem Großherzoglichen Ministerium der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschast und Eisenbahnwesen, einzureichen, ** Sonderzüge Gießen — Köln, Am 7. und 21. Juni w«K>en voraussichtlich von Gießen Sonderzüac zur Deutschen W c r kb u n d a u s st c l kn n g nach Köln fahren: es ist allerdings vorausgesetzt, daß sich eine hinreichend große Tcilnchmerzahl rechtzeitig bei der Geschäftsstelle der Deutschen Werkbnndansstellüng, Bürgermeister Heckmann in Köln-Deutz, anmeldet. Die Fahrpreisermäßigung beträgt 40—50 Prozent 3, Klasse, Die Wahl des Rück- sahrtzuges bleibt frcigestellt. Die Anmeldung geschieht am zweckmäßigsten durch die Vorsitzenden der hiesigen Vereine, welche die Teilnchmcrzahl an Bürgermeister Heckmann einreichen, ** Das Gießener Regiment aus dem Truppenübungsplatz Bad Orb, Mit deni heutigen Tage hat das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr, 116 seine Hebungen in Bad Orb begonnen, nachdem es bereits gestern die Garnison verlassen hatte, ** Haltestelle der Straßenbahn vor der G e w e r b e a u s st e l l u n g. Während der Tauer der Ge- wcrbcausstellnng ist von den Elektrizitätswerken und der Straßenbahn an dem. Eingang der Ausstellung eine Beda r s s h a l t e st e l l e eingerichtet worden, ** Eine wertvolle Zeichnung Fa ders. Eine Zeichnung von historischem Interesse für Gießen hat unser Museum erworben. Es handelt sich um eine Zeichnung des Gießener Bürgers Wilhelm Ehr, Fa her, die nach einem Original-Knpscrstich seines Verwandten Wille-Paris in den Jahren 1811—1813 hcrgestellt worden war. Es handelt sich um den Stich Wittes „Le Mareschal des Logis", welcher sich ebenfalls im Besitz des Museums befindet. Die zeichnerische Kopie, auf welcher die drei handelnden Personen nur bis zum Knie fertig gezeichnet sind, während die untere Partie des Bildes nur slizziert ist, trägt auf der Rückseite solgcnden, vom Zeichner handschriftlich mitgeteilten Vermerk: „Diese Bild habe ich im Frühjahr 1811 anaefangcn und bis Herbst 1813 daran gearbeitet. In Folge daß die Russen mir 1, November 1813 nach Gießen kamen und mein hierauf am I, April 1814 crsolglcs Etablissement waren die Ursache, daß es nicht vollendet wurde, Wilhelm' Christian Ficker," Weiter trägt das eingcrahmtc Bild den Hinweis: „An der Zeichnung selbst darf weder etwas geputzt oder noch viel weniger verwischt werden," Im Museum hat man dem Original neben der zeichnerischen Wiedergabe seinen Platz gegeben, so daß ein interessanter Vergleich zwischen dem Kupferstich und der Zeichnung möglich ist, — Die alte Wirtjchastsuhr aus dem ehemaligen Hotel züm Einhorn, die dort eingemauert war, ist ebenfalls ins Museum gekommen, ferner hat man aus dem alten Wirtshaus mehrere Fensterscheiben, in denen Namen französischer Lsfizierc und die Jahreszahl 1810 elngckritzt sind, der Nachwelt erhalten und diese gläsernen Dokumente ins Museum getan, **ZudemAutoinobilunsallinWetzlar wird uns noch mitgeteilt, daß nicht ein Gießener Herr, sondern ein Herr aus Wetzlar Besitzer des Autos ist, der Gießener befand sich als Fahrgast in dem Auto und hat den Wagen nicht gesteuert. Allerdings hat er im letzten Augenblick als er- sahrener Automobilist das Steuer ergriffen, als er sah, daß der Lenker ausgeregt wurde; leider war es aber zu spät, die Schüler vor Verletzungen zu bewahren. Die beiden angcfahrc- nen Knaben Witter und Jur neck fuhren aus einem Rade, Witter Halle sich auf die Lenlstange gesetzt, und konnten wegen dieser Spielerei auf der abschüssigen Straße nicht richtig ausweichen. Es ist daher anzunchmen, daß dir Hauptschuld die Knaben trifft, ** Vorführung von landwirtschaftlichen Maschinen. Ilm den Landwirten Gelcgenlieit zu geben, Hackmaschinen in Tätigkeit zu sehen, veranktoltel die L a n d w i r t s ch a s t s - k a m m e r am M o n t a g , den 18, M a i, um 2 Uhr in Grün - bcrg eine Vorführung von Hacknioschinen, Die Zusammenkunjt ist um 7,2 Uhr an der Neumühle bei Grünberg, " Fle i s ch a b s ch la g, Die Ochsen- und Rindsmetzger hoben beschlossen, von Montag ab einen Abschlag des Ochsen- und Rind- fleisches von 2—4 P g. cintrelen zu lassen, *’ T i c Fü r st-B i s m a r ck-F c n i pi el e zum Besten des Bismarck-Rational-Dcnknials Bingerbrück sinden täglich von 6 bis ll Uhr im Saalbau Cafe Leib, Kolosseum, statt. Es erübrigt sich, aus 'die trcsstichc Wiedergabe der einzelnen Bilder aus dem Leben des großen Kanzlers nochmals empfehlend hinzuweisen, (Näheres siche Inserat,) ** Union-Theater (Settersweg), Ein sorgfältig zu- sammengestelttcs Programm verspricht in dem unter neuer Leitung stehenden Union-Theater angenehme Unterhaltung, Vor allem ist das zwriaktige Sticrkämpfcrdrama „Dein Sttec gegenüber", zu erwähnen, das oll seiner spannenden Handlung sowie leincr inter- cssanien Milieiiichildcrung besonders ansprcchcn dürste. Außerdem ist noch zu beachten die drciaktigc Tragödie „Zerstörtes Lcbensglück", Einige prächtige Natnrausnahmcn und humoristische Sujets ergänzen den Spielplan, ** Eine polizeiliche Verfolgung mit Streichhölzern, An, Freitag abend gegen 9 lthr wollten Schutzleute zwei junge Burschen sesmehmen, die verschiedentlich Paisanteir des SeltcrswcgS zudringlich und in drohender .HalMng angebettelt batten. Die -Burschen flüchteten, gefolgt von einer großen Menschenmenge und verschwanden ln einem Gäßchen, Die oortigen Grundstücke wurden von den Schutzleuten vergeblich nach den Burschen abgesncht, wobei sich die VeiOtten zur Belimchttmg Streichhölzer bedienen nrußten. Es wäre emviehlcnswert, wenn man die Sicherhcitsbcamten mit elektrischen Taschenlampen versehe, Kreis Lauterbach, R, Lauterb ach, 15, Mai, Die Sammlungen z» dem Bismarck-Nationaldenkmal haben im Kreise Lauterbach den ansehnlichen Betrag von 969,70 Akk. ergeben. In Lauterbach selbst sind 270,15 Mk, und in Schlitz 145,60 Mk, cingegangen, Kreis Schotten, h, Gedern, 15. Juni, In zweitägiger Arbeit gelang es der Polizei, die Geschäftsverbindungen aufzudeckcn, die der Kaufmann David Grüne bäum sich für den ?ll>satz der bei der Firma Gustav Bauer n, Co, gestohlenen Tuche, Leinen und Spitzenware» geschaffen hatte. Die Hauptabsatz- quelle hatte der Dieb in dem kleinen Gedern, wo er mit dem Kaufmann Gustav- Blumenthal jnn, eine schwunghafte Hehlerei betrieb, Blumcnthasl holte sich die Sachen teils selbst von Frankfurt, teils sandte sie ihm Grüncbanm durch die Post zu. Oft aber schob der Frankfurter eine Anzahl Pakete unter die vom alten Blumcnthal bei Bauer selbst gekauften Waren unter, ein Trick, von dem der alte Herr keine Ahnung hatte, Jnsgesanit setzte Grünebaum im Lause der Jahre für etwa 12 000 Mk, Waren ab. Er verdiente selbst wenig, so an der letzten Sendung, die einen Einkaufswert von 300 Mk hatte, nur 106 Mk, Im Blumenthal- schcn Geschäft zu Gedern fanden gestern umfangreiche Haussuchungen statt, deren Ergebnis u, a, die Berhastuipgj des jungen Blumenthal war. Ferner deckte die Polizei Hchlerncstcr in Osfenbach, Griesheiin, Sprendlingen usw, auf. In Worms verhaftete man den Kaufmann Otto Kahn, Dieser hatte seiner Firma große Mengen Bi jouteriewaren gestohlen und sie an Grünebaum Iveiter verkauft, Die Zahl der Personen, die bewußt oder unbesvußt die Frankfurter Dicbcsbeute tauften oder hehlten, ist sehr groß, Grünebanm verdiente persönlich nicht viel, da auch die Hehler mit hohem Gewinn arbeiteten. Die gestohlenen Sachen füllen bet der Kriminalpolizei bis jetzt zwei Zimmer, Durch die vielen in Frankfurt vorgcnommenen Haussuchungen ist die Polizei auch aus weitere ungeahnte Spuren von Verbrechen gegen das Eigentum gekommen, die nur in losem Zusammenhang mit den Diebstählen bei der Firma Bauer stehen, Kreis Friedberg, L, Fricdbcrg, 15, Mai, Wegen des Ausbruchs der Maul - und Klauenseuche in Rodheini v, d, Höhe ist dieser Ort als Sperrgebiet und die benachbarten Dörfer als B c o b a ch - tungSgebiet erklärt worden, r, Bad-Nauheim, 15, Mai, Stadtverordnetenversammlung, Die Witwe des vor mehreren Jahren verstorbenen ehemaligen Beigeordneten Heinrich Langsdorf hat bei ihrem vor kurzem erfolgten Ableben dem städtischen Krankenhaus 1000 Mk, testamentarisch vermacht, — Der Verband der Mitteldeutschen Arbeitsnachweise hält am 20, Mai im Konzerthaus seine Vertreterversammlung ab, — Für Herstellung einer neuen Einfriedigung des städtischen Gaswerkes werden 5000 Mark bewilligt, — Vierzig Straßenlaternen sollen mit Fernzündung versehen werden, wofür 1100 Mk, angefordcrt sind. Es ist beabsichtigt, die gesamte Straßcnbeleuchtting nach und nach mit Fernzündung zu versehen, — Das Krcisamt hat die erneute Festsetzung des üblichen Ortslohnes gewünscht. Die Versammlung beschließt, cs bei dem im August vorigen Jahres scstgcsetztcn Tarif zu belassen, d Bad-Nauheim, 15, Mai, Der Blnmenvflcge durch Schulkinder schenkt man hier seit Jahren große Aus- merkfamlcil, Auch heute wurden wieder mehrere Hundert Topfpflanzen (Geranien), die die staatliche Gärtnerei zur Verfügung stellte, in den Schulen zur Pflege während der Sommermonate verteilt. Die bcstcntwickeltcn und gepslcgtcn Stöcke werden dann im Herbst mit Preisen bedacht, Ten Schülern wird eine Anleitung zur Pflege der Blumen gegeben, Kreis Wetzlar, --- Launsbach, 16, Mai, Ii Laimsbach wurde der 70sähr, Landwirt Heinrich Pseifser, cm Veteran des Krieges 1870/71 beerdigt, Hessen-Nassau. -s-Eschwcge a, d, Werra, 15, Mai, Nach den vorläufigen Feststellungen hat die Sammlung stir das Rote Kreuz in der hiesigen Stadt 2000 Mark ergeben. — Der Wchrbcitrag im Kreise Eschwcge beträgt 449 532 Mark, Starkcnburg und Rhcinhcssen. — Mainz, 16. Mai, Bei Weisenau kam gestern abend ein Boot der Mainzer Rudergcsellschaft in den starken Wellengang des Dampfers „Badenia" und schlugum. Die fünf Insassen suchten das Ufer zu erreichen. Hierbei verließen den 22jährigen Johann Reuter die Kräste und er ertrank. Die vier anderen konnten sich r etten, ____ rndlu»g der Etrachammer zunickverwiefen. die vor allem fcststcllcn soll ob auch nicht fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Tötung vorlicgt, Die Zusammen,etzung des Gerichts ist heute die gleiche ^vre vor einem <>ahr, Die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr )Bcrtog, 4,r. Spohr wirb von seinem Bruder, Rechtsanwalt Dr lSpohr t- lich jene „Zone des Schweigens" beobachten, die ihre Erklärung i» der wellensörmige» Foripslanzung des Schalls findet. Am lautesten wurde die Exvlosion in einer Entfernung von.45 und fast ebenso stark von 225 Kilometern gehört. Dazwischen liegt die Zone, von der keinerlei Meldungen eingingcn. vermischte». " Gegen unzuverlässige Bauunternehmer gehen letzt die Berliner Behörden energisch vor. Hauptsächlich in den Groiisladtcn r,t in der letzten Zeit einer grosten Zahl von Baulinicrnehmcrn wegen Unzuverlässigkeit die ivciiere Ausübung des Gewerbes gcmäst § 35 Ms. 5 der Gewerbeordnung untersagt worden. , * Feuersbrünste. Aus Sonneberg, 15. Mai. .meldet ein Privattelepramm: In der vergangenen Nacht brach in dein Geschästshause der Spiclwarcnexportfirma Kuno Otto T ress ei Feuer aus, das in kurzer Zeit den ganzen unrfangreichen Gebäudekomplex ergriff und bis auf die Grundmauern cinäschertc. Ter Schaden ist sehr bedeutend, Der Wächter Eniil Schulz wurdc unter dein Verdacht der Brandstistnng verhaftet. Er gestand ein, den "Brand im Packhause des Drcssclschen Geschäftshauses angelegt zu haben, — In Katwyk ist das katholische Sem in ar durch eine Feuersbrunst zum größten Teil zerstört worden, U, a. ist ein wertvolles n a t u r historisches K a b i n e l t v e r l o re n, — Seit den frühen Morgenstunden wütet in Moskau ein ungeheurer Brand, dem die ^Feuerwehr machtlos gegenüber steht, da das Feuer durch einen heftigen Wind immer mehr angesacht wird. Auch das kaiserliche Kleine Theater soll von den Flammen ergriffen worden sein, — Das Kloster Camille der Eainilleschcn Väter bei Exacrde (Ostflandcrn) wurde durch eine FcuerS- b r u u st z c r st 5 r t. Drei Schüler erlitte» lebensgefährliche Verletzungen, Der Schaden wird auf 300000 Francs geschätzt. vüchertisch. — Ein Preisausschreiben von 5000 Mark und eine Reise ins Sonnenland, zunächst allerdings nur auf dem Papier, verspricht der gleichnamige Navcllcnband von Gabriele Reuter (Kürschners Bücherschatz Nr, 950) „I m S o n - ncnland" Hermann Hillger Perlag, Berlin W, 9, — Gabriele Reuter nimmt unter den ichreibcnden Frauen einen längst unbestrittenen Ehrenplatz ein, Sic hat Alexandrien, ihre alte Heimat, als Hintergrund einer originellen Erzählung gezeichnet »nd Gestalten hwcingestellt, wie sic nur Tichtcraugcn znllehen verstehen, — Unser Tierarzt oder Wie kuriere ich meine Tiere selbst? In der Bespcechuug dieses Buches ist vcrschent- lich der Verlag nicht mitgeteilt worden. Es ist der Verlag von L, Schwarz &■ Comp,, Berlin, Amtlicher Wetterbericht, Oesfcntlicher Wetterdienst, Gießen. Wcttcraussichttn in Hessen am Sonntag, den 17, Mai 1911; Heiter und ireclc», tagsüber warm, lebhnße Winde ans östliche» Richtungen. Letzte 27 ach richten. Eine Reichstagsersahwahl. Stendal, 18, Mai, Bei der Re ichstag8 ersa hwa HI im Wahlkreise Magdeburg 2 wurde» bis Mitternacht gezählt für Hösch (fonf.) 12175, für Wachhost dc Wentc tnatl.) 8987 und für BeiinS (Soz.) 6907 Stimmen. Einige Orte ans dem Kreise Osterbnrg stehen noch aus. Ern Gesellschaftsabend rm Kr iegsminlstertu«. Berlin, 16. Mai, Einer Einladung des Kriegsmini st e r s mid seiner Gemahlin Frau von Falkenhahn folgend, versammelten sich gestern abend im Kricgsminislcrium zahlreiche Mitglieder des Reichstags und des Landtags und des Bundcsrals, sowie Hohe Beamte des Kricgsministeriums zu einer interessanten und anregende» Gcsellschast, Die ausgedehnten EmvsangSräume des Kriegsministeriums, an deren Eingang der KricgSministcr von Falkenhay» und seine Gemahlin die Gäste begrüßten, begannen sich von 9 Uhr ab zu füllen und an runden Tischen bildeten sich allcrwärts Gruppen von lebhafter Unter Haltung, Großadmiral von Tirpitz, Dr, Delbrück, die Staatssekretäre Krätke, Tr, Li-co, Dr, Sols und Kühn, die Unter staaissckretärc Wahnschassc und Zimmermann, der Präsident des Rcichs-Misitärgerichts Gras von Kirchbach, Generalleutnant Lcu- eart von Wcißdors und v, Grävcnitz gruppierten Um sich die Mitglieder der verschiedenen Parteien des Reichstags und des Landtags in Ichhastcr Unterhaltung, Pom Präsidium des Reichs- lags waren Präsident Dr. Kamps und Vizepräsident Geh, Rat Tove, von; Präsidium des Landtags Präsident Graf von Schwerin- Läwitz ünd Bizepräsident Tr, Pvn'ch erschienen. Die jüngsten Verhandlungen des Reichstags und des Lanbtags sowie der Verlaus der Ersatzwahl in Stendal boten einen Gesprächsstoss, der di! Gäste des Kricgsministers bis über Mitteniacht hinaus zusam- mcnhiclt. 1 Unfall des Generalleutnants von Heine mann, Metz, 16, Mai, Generallentnant von Heine mann, der Kominandcur der 34, Division, stürzte heute morgen im Walde bei Vaux so unglücklich mit dem Pferde, daß er das Bewußtsein verlor und im Automobil nach Metz gebracht werden mußte. Er hat eine Gehirnerschütterung erlitten, Lohnerhöhung für die badischen Eisenbahn- a r b eite r, Karlsruhe, 15, Mai, Der HauShaltsausichuß der Z w e i - ten Kammer nahm einstimmig einen von allen Parteien gestellten Antrag an, hcn Eiscnbahnarbeitern eine Lohnerhöhung von 20 Psg, für den Tag zu gcwähpcn. Der Mörder dcS Chauffeurs Köhler, Paris, 16, Mai. Die Polizei ist den beiden Mördern deS Kvlmarer Chauffeurs Köhler, Frutz und Lambert, aus der Spur; ihre Verhaftung scheint unmittelbar bcvorzustehen, Frutz suchte gestern seine in Bernon bei Rouen lebetrde Tante aus, ge stand ihr sein Verbrechen und bat sic um Geld, da er seit drei Tagen nichts gegessen habe. Die Frau gab ihm 100 Franks und sagte, er möge sich umbringen, um die Ehre der ganzen Familie zu retten, Frutz soll dieses versprochen haben und sodann nach Havre abgercisl sein. „Sekt-Bronte", Mancher, der am Morgen die Zeitung in die Hand nimmt, liest da die Anzeige) „Sekt-Bronte" und denkt bei gemischten Gesühscn: aha, eine neue Marke! Ja, eine neue Marke, aber eine ganz besondere, Sekt-Bronte ist ein schäumendes, wein-würzig mundendes Getränk von ganz eiaeuem Gehalt. Er perlt wie Sekt, enthält aber statt des Alkohols ein brasilianisches Naturprodukt (Matte), dem besondere Wirkungen aus den Körvcr zugeschrieben werben. Aerzte empfehlen dieses prickelnde Naturprodukt als alkoholfreies Jdealgetränk vorab bei schwachem Magen und für Kranke überhaupt, Uebcrraschcnd im (Geschmack ist für Gesunde eine Mischung der Sekt-Bronte mit Wein, wobei je nach Sorte vorzügliche Varietäten entstehen, "/ffck Heute morgen 7 Uhr entschlief nach 23-jährigem, mit grosser Geduld und Ergebenheit getragenem, schwerem Leiden sanft in dem Herrn unsere gute Mutter, Grossmutter, Schwester und Tante Frau Hauptlehrer Witwe Philippine Gelder geh. Himimann Im Namen der Hinterbliebenen: Georg Golder, Lehrer, Allemühl Fritz Golder, Reallehrer, Rheinbischofsheim Michael Himmelmann, Hauptlehrer i. P., Rappenau Katharina Karelier, Lehrer Ww., Frankfurt a. M. Giessen (Lieber Strasse 74), den 15. Mai 1914. Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mai, nachm, 5 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. 04057 Deutscher COGNAC . in Langen tv/Frankfurt a /M aus Charente-Wein destilliert Hnuptniedcrlage: Adolf Geisse, Giessen. o was Gutes wie die Kuckuck Glocke ntbt es io leicht nicht Wir baben sie. Unuersänint sollten Lie sich datier nach Llurmr-o elerkundigen. Neueste Kahrradmodelle mit Ninglager u. Dauerschmierung, Nähmaschinen all. Lmteme. haltbare Pncumaukr-, ante Laternen. Pedale, derbe Ketten und viele Neuheiten. fordern Sie den ?atalog. Unsere Vertretung ist lohnend. 36100 Deutsche Fahrradwerke Sturmvogel, Gebe. Grüttner, Berlin-Halensce 24. M MM Zöpfe, Turban, Jianr- 5 hrlirtfen, TonpÄ- Scheitel und Perücken worden billiirst an go .fortiirt. Spezialität in selten. Farben, sowie jrrnne find wrlße Haare. Zöpfe werden gefttrbt. !>amon-Kopr- unschön I Mk. [5383 H. Tiehy Selterswes 43 Ecke der Goethestraße. Färberei Chemische Waschanstalt W. SPINDLER Annahmestelle Kreuzplatz 10 3278 bei i. Kaan jr., Telephon 893. 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