Nr. 113 Der Sietzerer Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich StebenerFamiltendtätter; zweimal,vöchenttRieir- diattsürdeniireir Gießen (Dienstag und Freiiag): zweimal monatl. !an> wirtschaftliche Zeitfrage« Fernsprech - Anschlüsse, mr die Redaktion 112, Verlag n. Expedition öl Adreffe iür Depeschen. Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen iür die TogeSiiuiiiiner bis vormittags S Uhr. Erstes Blatt 164- Jahrgang Freitag. 15. Mai 1914 »zeiger General-Anzeiger für Oberhessen NotallsnsdriiS und Verlag der Srühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. VeznqSvrciS: monatlich75Pf.,vierlel- jährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.- durch diePost Aik. 2.— viertel« jährl. ausjchl. Bestell^. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und^Äerichts- scial": Karl Neurath; für „Stadt und Land": „ . ^ - .. . . _ . . Ai , u . _ Kurt Bendt; für den Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Ai,zeigen,et: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 14 Seiten. Deutsche „Umtriebe" aus Haiti. faste doch der Staatssekretär in der qestrigcrr Auslandsbesprechung des Reichstages: „Feine Beobachter werden vielleicht erkennen, daß man uns und andere Mächte mit ungleiche,n Maß mißt. Bald von Ost oder Wdst oder von beiden Serien werden wir mit Androhungen und Be- chrohungcn beworfen/' Als neuestes Beispiel für seine -tragen hätte Herr v. Jagow die Verleumdung erwähnen i und zurückwelscn) können, die sich die „Times" jetzt spaltenlang ans Washington kabeln läßt. Danach habe Deutschland mit Haiti eine Anleihe abgeschlossen, wofür die Republik ihre Zolleinl'ünfte ^verpfändet und Deutschland erlaubt habe, die Molen von Saint Nicolas als Kohlenslation cinzu- - richten. Man kann es den Herren im Auswärtigen Amt aufs Wort glauben, wenn sic die Anfragen der Presse dahin beantworten, daß die Nachricht selbstverständlich aus freier Erfiudung beruht. Das Deutsche Reich hat nicht die mindeste Neigung, die Zoll- oder Finanzkontrolle über Haiti an sich zu bringen. Tatsächlich aber waren es die Vereinigten Staaten, die bereits vor einiger Zeit an dieses Mittel dachten, um endlich Ruhe im Lande der ewigen Revolution zu schaffen, lind als der Plan der Union bekannt wurde» verlangten mehrere Staaten Europas, darunter auch Deutschland, eine Beteiligung an der Finanzkontrolle. Kaum war diesest Wunsch ausgesprochen, da wurde es wieder sehr still in Washington, und man hat von finanzieller Einmischung auf Haiti nichts mehr gehört. Als im Januar "dieses Jahres durch den neuen Änsstand der schwarzen 'Gentleman wieder einmal die deutschen Interessen auf Haiti schwer gefährdet wurden, schritten die Deutschen ebenso wie die Amerikaner vor Port au Prince ein. Der Kreuzer . „V i n e t a", der bereits zur Heimreise besttmmt war, landete 80 Mann und 2 Maschinengewehre. Der Präsident der .Negerrcpublik, Orcste, flüchtete sich an Bord des deutschen ikreuzers, um den Nachstellungen der siegreichen Aufständischen zu entgehen. Alles ging dabei nach Brauch und Völkerrecht. Gegenüber den in der Stadt Port au Prince ausgcbrochcneii Unruhen mußten die dort ansässigen Europäer und Amerikaner, die Bankinstitute, die fremden Vertretungen uiid öffentlichen Gebäude geschützt ioerdcn, und in diesen Schutz haben sich die Deutsclien mit den Amerikanern redlich geteilt. Daß die „Dineta" mit ihren 650 Mann Besatzung das "größte aus der Reede liegende Schiff war, ist ein Zufall getvesen. Deutschland hatte .nicht die mindeste Absicht, die Aklion zur Vorbereitung eines stärkeren Einslusses zu benutzen. Die Verleumder gehen ja so loeit, zu behaupten, Deutschland habe einen Druck aus die Richter des internationaleu Schiedsgerichts ausübcn wollen, das über die Ansprüche zu entscheiden hatte, die von deutschen Rcichsangehörigen gegen die Republik erhoben werden. Es ist bekanntlich ein Tribunal von drei Richtern, Deutschland und Haiti erhielten je einen Beisitzer, während der König von Belgien den Obmann und Vorsitzenden bestimmte; als deutscher Schiedsrichter wurde der Hamburger Rechtsauwalt und fortschrittliche Reichstagsabgeordnctc Dr. jur. Andreas Bluuck ausgesandt. Die Kriegsschiffslandung, das Schiedsgericht, dje Entsendung des deutschen Richters, alles war nicht mehr als recht und billig und entsprach durchaus den Handelsintercssen aus Haiti, die größer sind, als man gemeinhin glaubt. Der ganze Handel des außerordentlich fruchtbaren und an natürlichen Schätzen reichen Juscllandes liegt in den Händen von Ausländern, die beinahe die einzigen Weißen unter den zwei Millionen Haiti- uegcrn sind. Tie Deutschen besitzen fast alle Import- und Exporthäuser, sowie die Bankhäuser der Hauptstadl. Ein wenig ist auch Frankreich beteiligt, noch weniger England. Vier oder fünf Handelshäuser int ganzen Lande gehören den Amerikanern. Während die Lebensmittel allerdings zum großen Teil aus den Vereinigten Staaten eingeführt werden, besorgt Deutschland in immer wachsendem Maße den übrigen Import, besonders den der allgemeinen Bedarfsartikel. Aber auch der Export (Hauptprodukt Kaffee), der meist uach Frankreich geht, wird von deutschen Häusern vermitte t End lich haben die Deutschen (besonders zwei Banken in Port au Prince) viel Geld in Minen und Eisenbahnen stecke». Wer kann cs, wer darf e§ ihnen wehren? Nicht ein Anhaltspunkt wird zu finden sein, der darauf hindcutct, daß Deutschland diese Handelsinteressen auch nur einmal zu einer politischen Einwirkung mißbraucht hat. Vielmehr haben uns die Scherereien mit der unruhigen Ncgerrepnblik, die peinlichen Aktionen, die immer wieder die Gefahr internationaler Reibungen heraufbeschwören, wiederholt auf den Gedanken und zu der Forderung gebracht, daß ein anderer Staat, nämlich die so nachbarlich gelegene Union, das Problem Haiti zu lösen habe. Die Bereinigten Staaten hätten vor allem die Pflicht und das Recht, eine aincrikanisck>e Schutzhcrrschaft über Haiti einzurichten, wie sie schon über Kuba und die Philippinen aus- geübt werden. Ter Schwerpunkt der amerikanischen Politik liegt nun mal neiierdiugs im Golf von Mexiko und im karibischen Meere, und statt die schlechte Laune über den Miß» ersolg des mexikanischen Abenteuers an uns ausxulassen, täte die amerikanyche Presse besser, für eine „Sanierung" Haitis gccignete internationale Vorschläge zu machen. Aus Hessen. Heimatschutz, In eincni Aufrufdcs Hessischen-Bundes sürHci - ma t s ch u tz heißt cs: Der gewaltige Aufschwung unseres WirischastslebenS in den letzten Jahrzehnten ist von segensreichen Folgen, daneben aber auch von unleugbaren Schäden für unsere Kultur begleitet gewesen. Erwachsen aus vielfach rücksichtsloser Verfolgung rein praktischer Ziele, äußern sich diese Schäden >im Verlust wertvoller Kulturgüter unserer Heimat und unseres Volkstums. Eine vieliach noch minderwertige Bauweise hat den Zusammenhang mit heimatlicher Art und Gediegenheit verloren. Den schönen Hausrat unserer Vorfahren scheu wir verdrängt durch iormenarmc Fabrikware. Das Bild unserer Heimat in der Landschaft wie in Stadt und Dorf nnrd verunstaltet durch aufdringliche und geschmacklose Rcklameschilder. Ei» großer Teil imlerer Niederen Tier- und Pflanzenwelt ist in Gefahr, ausgerottct zu werden. Unsere Friedhöfe entstellen Massensabrikate an Stelle alter, handwerklicher und lünstlerisch wertvoller Grabmalkunst. D-ie Bereinigungen und die Grablegung von Wägen und Wasserlinsen haben vielfach ohne Not in Feld und Wiese das alte Flurbild zerstört. Es wäre töricht, die Entwicklung der Neuzeit aufhalten und die außerordentlichen Errungenschaften und Fortschritte im Leben der Gegenwart zurückdrängen zu wollen. Wir wollen vielmehr dem heutigen Leben und seinen Erfordernissen durchaus Rechnung tragen und uns von unhaltbarer Altertümelei frcihalten. Aber wir müssen darauf hinwirken, daß das gute Alte und Wertvolle nicht nutzlos hingeopsert, sondern in keiner Bedeutsamkeit geschätzt und gewürdigt wird. Zwischen den wirtschaftlichen Zielen und der sinnvollen Pflege des Gewordenen kann und muß ein vernünstiger Ausgleich ersttebl werden. Wir verkennen nicht, daß gerade in Hessen schon vieles gebessert worden ist. Seit Jahren ist die staatlich: Denkmalpflege bemüht, wertvolle Bauwerke und hervorragende Naturdenkmäler vor dem Untergang zu schützen. Die Staatsdaubehördcn, die Technische Hochschule, die Gewerbe- und Baugewcrkschulcn sind an der Arbeit, die heimatliche Bauweise und das Handwerk zu heben. Schon sind viele Berwaltungs- und Forstbchörden im Sinne des Heimatschußes tätig, nicht minder eine Reihe von Vereinen, wie der hessische Verein für Vogelschutz, die Vereine für ländliche HeimatS- und Wohlfahrtspflege, für Kunstpflcgr und iür Volkskunde. Ebenso beginnt man in VerschönenmgS-, Verkehrs- und Wandervcrrincn den Heimatschutz zu fördern. Seine Ausgaben sind aber so wichtig, vielseitig und dringlich, daß cs nicht ansrcicht, sic als Nebenzwecke zu behandeln. Es ist vielmehr nötig, alle im Sinne des Heimatschutzcs tätigen Krästc zu cinheit- lichctn Handeln zusammenzusasscn. Z» diesem Zweck haben wir den hessischen Bund für bcimatschutz ins Leben gerufen Er will unsere lx-ssischc Heimat in ihrer natürlichen und geschichtlich gewordene:! Eigenart schützen und erhalten. Der Hessische Bund iür Heimat- schütz erstrebt insbesondere den Schutz des heimischen Landschastz- bildrs, den Schutz der einheimischen Tier- xind Pslauzenwelt, sowie der geologischen Eigentümlichkeiten (Naturdenkmülex), im Verein mit der Denkmalpflege den Schutz der aus früherer Zeit überkommcnden Bauwerke, der Geräte und des Hausrats, der Straßen- und Flitrnamcn, die Pflege und Fortbildung der überlieferten bürgerlichen und ländlichen Baulveisc und Handwerkskunst, der Trachten, Sitten, Feste und Gebräuche. Der hessische Bund sür Hrimatschutz ist als-selbständiges Vilich dem deutschen Bund bcimatschutz angeschlossen. Der Mitglicds- beitrag beträgt 3 Mk jährlich, für Behörden und Körverscha'ten 10 Mk. 'Den Mitgliedern wird die Zeitschrift des deutschen Bun - -des Heimolschutz unentgeltlich geliefert. Beitrittserklärungen und Zuschriften sind zu richten an den Geschäftsführer Rechtsanwalt Landzettcl-D-aruütvdt. Geldsendungen an öen Schatzmeister Baurat Wagn'cr-Darnlstadt, Licbi'gstraße 25, rb. Darmstadt, 11. Mai. Der vierte Ausschuß der Zweiten Kammer hielt heute vormittag eine Berattmg ab, in der in Gegenwart eines Rcgierungsvcrtrcters, Regierungsrat Hechler, hauptsächlich über den Antrag Hartmann, bctr. den H ö ch st e r Klostcrsonbs wiederholt verhandelt wurde. Die Angelegenheit kam auch heute noch nicht zum Abschlcust, da die Regierung die zugcsagte schriftliche Antwott aus die in dem Antrag erhobenen Behauvtungen noch nicht übersandt hat, welch letztere der Regicrungsvertrcter heute für stark übertrieben erklärte. Er sagte jedoch z», die Beantwortung zu beschleunigen. Weiter wurden in der Sitzung noch die Berichte der Ausschußbcrichtcrstatter verlesen und genehmigt, über die Vorstellung des Verbandes deutscher Granitwerke wegen der Schädigung durch die neuen Friedhossordnungen sowie über die Vorstellung der Bürgermeisterei Crumstadt wegen Verlegung der Gemeindcavotheke nach Goddelau und über den Antrag Hauck und Gen., betr. die Verwendung des Ur- kundcnstemvcls. Jnbetress der Vorstellung des Otto Stuvv zu Eich wegen Verlaus von Gemeindegelände erstattete Abg. U e b e l Bericht über die von ihm vorgenommcne Besichtigung an Ort und Stelle, woraus die Vorstellung vom Ausschuß sür erledigt erklärt wurde. Von der Lau d esor ganisation der hessischen Zentrumspartei. Am Mittwoch, 27. Mai, tritt das Landeskomitee der hessischen Zentrumspartei in Mainz im „Frankfurter Hof" zu einer Tagung zusammen, die mit Rücksicht auf die im Herbste ftattfindenden Landtags- Wahlen von Bedeutung ist. Tie Tagesordnung lautet: Kassenbericht. Rückständige Parteibeträge. Bericht des Generalsekretärs. Landtagswahlen. Wahl eines Mitgliedes zum Reichsausschuß der Zentrumspartei. Mitteilungen. Der Kaiser in Wiesbaden. Wiesbaden, 14. Mai. Der Kaiser horte heule vormittag den Bortrag des Chefs des Zivilkabinctts. Zur heutigen Abcndtasel im Königlichen Schlosse waren geladen Generalintendant Graf v. Hülscn-Hacßler, der heute hier eingetroffen ist und Josef v. Laufs. — Der zweite Abend der Fcstvorstellungen brachte eine hervorragende Ausführung von „Loh eng rin" unter musikalischer Leitung von Professor Schlar. Den Lohengrin sang Kirchhofs-Berlin, den Telramiind Bischofs-Berlin, die Elsa Fräulein Schmidt und die Ortrud Frau Cahier aus Wien. Der Kaiser gab wiederholt das Zeichen zum Beifall. Die Zrau aus der Zniernationaleu Ausstellung sür Yuchoewerbr und Graphik. Dr. K. W c i ch a rdt. Betritt man durch den Haustlcingang, von der Straße des 18. Oktober her, das Gebäude der Leipziger buchgetverbtichen Weltausstellung, immer wieder an dieser Stelle gebannt durch den Blick out die ansteigenden weiten Terrassen und Freitrepvcn, über denen am Ende, eine steinerne Fermate, der dunkle Felskolotz des Vötkcrschlachtdcnknwls steht, so zeigt sich bald zur Linken, anspruchslos aber anmutig, mit dem Halbrund seines vorgebautcn Säulen -Vestibüls zum Eintreten verlockend, das von der Berliner Architektin Emilie Winkel mann erbaute Haus der Frau. Man siebt es d:m weißen Hause mit dem arünen Dach zunächst kaum an, daß es eine große Ausstellung sür sich birgt, zahlenmäßig aue-gedrückt eine Ausstellung von annähernd 2000 Nummern. Und die Frauen dürfen in der Geschichte ihrer Emanzipation dieses ihr Haus auf der „Bngra" mit Stolz verzeichnen: ist hier doch zum ersten Male innerhalb einer Weltausstellung dem „schwachen Geschlecht" ein eigener Platz eingeräumt worden. Es scheint sich wirklich aller Tckßväihe entledigt zu haben, dieses Geschlecht von Frauen: in Leipzig sind sie als erste und zur Eröffnung säst als einzige mit ihrer Ausstellung fertig geworden, womit denn schlagend erwiesen ist, daß die moderne Frau eine der verbreitetsten alten weiblichen Untugenden, die Unpünktlichkeit, gänzlich abgelegt hat. Auch ebenso gründlich wie vielseitig zeigt sich die Frau hier: das Thema „Die Frau im Buchgewerbe und in der Graphik" nnrd in 25 Räumen bewundernswert mannigfach und liebevoll abgcwandelt. Was für emsige und verständige Sammlerinnen die Frauen sind! So präsentiert sich das Schaßen der Frau aus dam Gebiete der sreicn Graphik in den letzten dreißig Jahren in Gestalt etlicher großer Privatsammlungcn kunstsinniger Berliner, Leipziger u. a. Damen. Wir wußten es im übrigen ja längst, daß die Fra« als Radiererin imd Holzschnciderin ebenbürtig dem MamWzur Seite steht: allein die radierten sozialen Dramen der Käthe Kvllwitz beweisen es hier wieder, und der grüne Salon mit den 2—300 graphische Blättern birgt auch sonst eine Füll« feiner Kostbarkeiten der deutschen, englischen und schwedischen Frcmengraphik. Als Türsüllung eines Schrankes fällt die Kopie dev Flora von Botticelli in Nadclmalerei aus, eine kunstreiche Stickerei im Werte von 3000 SIL Der neue Wiener Frauenkllw stellt in niedrigem gelbem Raum etwa hundert graziöse und oft kecke Blätter unter eigener Jury aus. Ein großer, mit weißem, gelbverschnürtem Zeltdach überspannter Saal umschließt die vielerlei kunstgewerblichen Entwürfe, die die Frau heute sür die Druck- und Textiltechntk, sür die Raum- und Kleinkunst, sür die Keramik, Spielsachen usw. liefert. Da sieht inan lusttge Silhouetten, zuml Teil in farbigem Papier, Exlibris aller Art. Bucheinbände und Borsatzvaviere, Entwürfe sür Stoffe, Tcppichinuster, Stickereien usw. Bon nebenan lockt Klaviermusik: liier, im Musiksaal, werden täglich Komvositio- nen von Frauen und von hervorragenden Künstlerinnen bespielte Walzen vorgesührt. Bon den Wänden schauen die Bilder schassender und ausübender Künstlerinnen von einst und jetzt, und neben einer imposanten Sammlung neuzeitlicher Frauenkompositionen aus allen Ländern findet man manches vergilbte ältere Notenblatt von Frauenhand. Haben doch besonders die deutschen Fürstinnen des 17. und 18. Jahrhunderts und vor ihnen schon etliche fleißige Nonnen italienischer Klöster sich gern als Tondichterlnncn versucht. Immer war die Frau eine Freundin des Buches und hier und da fürstliche Frauen wohl auch eitrige Büchcrsommlcrinnen. Die Komtesse Margarethe von Valois besaß eine Bibliothek von 18 000 Bänden. Mit Erstaunen aber sieht man hier im „Haus der Frau" wie viel emsige und sostematisch sammelnde Bibliophilin- II e n heute unter uns leben.. Da sammelt die eine Musenalmanache, genealogische Kalender und Taschenbücher mit Kupfern von Chodo- wieckl, Bücher englischer Privatpressen interessieren die andere, Fraucnbücher aus der Goethe-Zeit eine dritte, Wieben andere sammeln Schausviclcrinnen-Memoiren, Jllustrations- und Kostüm- ivcrke, Kunstrinbändc, Bücher von Frauen über Texttlwcrkc usw. Auch graphische Blätter, z. B. Napoleon-Karikaturen aus allen Ländern, reizen die SammeUust der Frauen: Jda Dehmel, die Vorsitzende dieser Abteilung, zeigt Handschttsten moderner Dichtungen, solche ihres Mannes natürlich vor allem. Wer zur Bibliophilin nicht die Mittel besitzt, kann -Bibliothekarin werden. Mehr als 500 Frauen arbeiten heute an öffentlichen Bibliotheken in pngcsähr IM SttLftcn. Man sieht die Photographien von etwa ein Dutzend Büchereien und Lesehallen, die von Frauen geleitet werben. Ein Ausdruck der innigen Verbindung der Frau mit der Literatur ist schließlich die außerordentlich angeloachsene Prelle der Frauen. Im behaglich eingerichteten Lesezimmer des „Hauses der Fraix" hängen über 130 Frauenzeitschriften aus,. Gar nicht abzusehcn ist, tvas die mit der Hand arbeitende Frau sür das Buchgewerbe leistet. Tie sortiert, i» der Papiersabrikation, wie figura aut der Ausstellung zeigt, ungefähr 200 Kilogranrm Hadern am Tage, sic stelst in der Schristgießcrcl am Tcilpult, sic legt die Bogen an die Truckinaschme, sie salzt, klebt, koloriert Postkarten und — last not least — sic sitzt an der Schreibmaschine, sie ist Buchhalterin und leitet Bureaus. Don dieser wirk ich gewaltigen Frauenarbeit im Dienste der ,'.schwarzen Kunst" bekommt man hier mancherlei Proben und statistische Ausstellungen zu sehen, doch wurde dieses Gebiet im Vergleich zur geistigen und kunstgewerblichen Tätigkeit der Fran etwas stiefmütterlich behandelt. Dafür schlt aber wohl kaunt ein Zweig gerade der künstlerischen Frauenarbeit: sogar zwei alte Mütterchen aus den: Erzgebirge sitzen eifrig über deml sogenannten Klöppel» bries, der kunstvollen ^pitzcnmustecvorlage, klavvern mit den Klöp- pclnadcln ,md weben die schönen Spitzen ihrer Heimat. Ganz außerordentlich reichhaltig ist die photographische Frauenkunst vertreten, von ihren frühesten Aniängen bis zu den vollkommensten Kunstphotogravhien, und noch ein Gebiet gibt cs, aus dem die Fran ohne weiteres mit dem Mann konkurriere» kann: das Reich der Reklame. Man mag die Suffragetten verabscheuen, aber man imiß ihnen zugcstchcn, haß die Auswahl ihrer „Votes sor Ivomcn"-Plakate, die hier a» einer Anschlagsäule vereint sind, Schlagkraft mit Humor vereint Und, um einer Weniger exzentrischen Reklamekunst zu gedenken: jeder kennt die entzückenden Reklamen und Packungen einer bckaimten Hannoverschen Kakesfabrik: weiß man, daß eine Frau -Aeiinc Koken: di: Urheberin all dieser lusttgen, leckeren und wirksamen Entwürse ist? Dreier bedeutender Abteilungen im „Haus der Frau" sei wenigstens noch mit einem Worte gedacht: da ist der geschichtsichc Rückblick aus die frühere Betätigung der Frau in Buchgewerbe und Graphik, belebt von hübschen Dioramen, welche die Aegvv- tcrin mit Paptzrusstanden so gut wie die sch-.istmalende Nonne oder Madame de Pompadour am Schreibtisch zeigen: da ist der große Musterverkaufsraum einer Frauenbuchhand'u:ig, ein höchst imposanter Laden, der die moderne Frauenliteratur aller Länder, vortrcsslich geordnet, seilhält, und da ist schließlich I einer der „Clous" der gan-zen Ausstellung — der wundervolle, von Fia Wille mit höchster Delikatesse in Formen und Farben lGrün als Hauptton, dazu Lila, Schwarz und Weiß' entworfene T eeraum, mit einer kleinen Bühne, daraus musiziert und rezitiert wird, mit begucmen Sitzgelegen heuen um blumcn- und lampen- Die Einnahme von Tampico durch die Nebellen. Washington, 14. 9tai. Der Bericht des Admirals Mayo deutet an, daß Tampico gefallen und die Rebellen bis in die Stadtmitte vorgedrungen sind. Auf der Placa lxibe ein sehr heftiger Kampf stattgefundcn. lieber Verluste an Menschenleben und über Sachschaden meldet der Bericht nichts. Die aus Tampico fluchtenden Bnndes- truppcn suchen mit der Eisenbahn Pachnco zu erreichen. Die Insurgenten halten die Eisenbahn von Tampico nach Munteren besetzt. 'Admiral M a y o ist ermächtigt, seine Schiffe ans dem Panucoslusse bei Tampico zurückzuziehen. Für den spaten Abend wird eine Zusammenkunft zwischen Mayo und dem Kommandanten der Kanonenboote der BundeStruppcn erwartet, die nach der gestrigen Räumung der Stadt aus dem Fluß herausgedampst sind. Es verlautet, daß diese Kä- nonenbootc mit mcrilanischcn Bundcssoldaten nngksüllt sind. Es wird glaubwürdig gemeldet, baß zwischen den amerikanischen Behörden und den Führern der Konstitutio- nalisten bereits Vereinbarungen getroffen worden sind, wonach die Angestellten der O c l w c r ke, die sich kürzlich nach Galvcstvn und nach anderen südlichen Häfen in den Vereinigten Staaten begaben, sosorl zurückkehren sollen. Eine dahingehende Mitteilung sei den Vertretern aller Re gierungen, deren Untertanen an den Oeljeldern interessiert sind, übermittelt worden. New Bork, 14. Mai. Nach einer gestrigen Meldung des Panzerkreuzers „California" von Mazatlan haben die Flugzeuge der Zapatisten abermals Bomben aus die Berschanzungen der Bundcstruppon herab- sallen lassen. Die Verhandlungen in Albanien. Die „Albanische Korrespondenz" meldet ans Korfu: In den Ber Handlungen zwischen dem internationalen Kontrollausschuß und den Vertretern der epirotischen Bewegung ist insofern ein Fortschritt zu verzeichnen, als in mehreren Punkten eine Einigung erzielt ivnrdc. lieber die ungelösten Fragen werden die Verhandlungen fortgesetzt. Der albanische Ministerpräsident Turk h a n P a s ch a ist am Mittwoch von Turazzo nach Rom und Wien abgcreist. Zu Rom ist Turshan Pascha bereits am Ton nerstag vom Ministerpräsidenten Salandra und dem Minister des Aeußeren di San Ginliona empfangen worden. Er stieg als Gast der Regierung in einem Hotel ab. San Giuliano gab zu Ehren Turkhans ein Frühstück. Dann hatten die beiden Minister in der Konsulta eine lange Unterredung. Freitag wird Turkhan einer Einladung des Königs zum Frühstück folgen. Deutsches Nei«L». Zum Voranschlag des Auswärtigen Amis. Ein gemeinsamer Antrag des Zentrums, der National l i b e ra l e n und der Freisinnigen ist im Reichstage zum Etat für das Auswärtige Amt gestellt worden, der einen besseren Ausbau der Auslandsstudien wünscht und für die Generalkonsuln an den wichtigsten Plätzen ein deni ddr Gesandten glcichstchendes pcn- sionssähiges Gehalt fordert. Im preußischen Abgeordnetenhaus wurden am Donnerstag zunächst einige Reste des.Voranschlags des Abgeordnetenhauses und des landwirtschaftlichen Voranschlags ohne Zeitverlust erledigt. Längeren Aufenthalt gab es sodann bei dem zum Voranschlag des Finanzministeriums gehörigen Altpensionärfonds. Hierzu lag ein Antrag v. Go ßler (Kons.) vor, eine gesetzliche Regelung der Bezüge der Altpensionäre und deren Hinterbliebenen in Preußen in der Weise »orzunehmcn, daß den Altpensionären ohne besonderen Antrag eine Pensionszulaze gewährt wird. Ein Antrag Aronsohn (Bpt.) verlangt einen Gesetzentwurf, durch den dje Ruhegehälter der vor dem 1. April 1908 in den Ruhestand versetzten Staatsbeamten und Lehrer, sowie die Witlven- und Waiscngelocr erhöht werden sollen. Gegen diese Anträge nahm alsbald Finanzminister Dr. Lentze Stellung. Seine Ausführungen gipfelten in eincin entschiedenen: Ron possumus. Wo wirklich ein Bedürfnis vorlag, da sei auch jetzt schon geholfen worden. Wenn Dr. Lentze geglaubt hat, seinen Standpunkt mit durckischlagenden Gründen verfochten zu haben» so sah er sich alsbald enttäuscht. Denn die Abgg. v. bew Sagen (Zcntr), Dr. Schröder-Kassel (Natl.), v. Oertzen (Freikons.), Dell u s (Bpt.), Strobel (Soz.) traten lebhaft für den konservativen Antrag ein, der übrigens einen früheren nationalliberalen Antrag in sich ausgenonrilien hatte. Schließlich wird ein nachträglich eingegangener Antrag des Budgetaus- schnsses, der sich init dem konservativen Antrag deckt, angenommen. Ter fortschrittliche Antrag wird damit zugleich «erledigt. Beim Voranschlag der Allgemeinen Finanzvcrwal- titng übt der Mg. Kopsch var, weil Ochsen im Preise anzogen, während die Rinder in den 5 Jahr« verhälwismäßig recht preiswert zu haben waren und im Jahre 1909 sogar ein« Tiefstand erreichten. Die Rindsmetzger in unserer Stadt folgten damals den sinkenden Preisnarmierung«, wenn auch zögernd, mit angemessenen Fleisch- prrisen mid erreicht« damit einen gewalttgen Vorsprung vor den Ochsenmetzge«: dmn sie erzielten Umsätze in den Jahren 1905 bis 1909, die den knavv« Nutz«, den sie bei billigen Preisen halten, reichlich ansglich«. Um diese Tatsache zu beweis«, führen wir die Rinderschlachtung« für dies« Zeitraum im einzelnen an: 1905 1906 1907 1908 1909 Stück: 1193 1654 1758 1808 2041 Nach diesen fett« Jahr« kamen auch für die Rindermatzger und auch für die Konsumenten von Fleisch in unserer Stadt magere Jahre, die Rindslerschmeise ging« von Jahr zu Jahr in die Höhe und näherten sich dm stets hoch gebliebenen Ochslen- sikischpreisen. Der Bedarf in Rinde« ging daher im Jahre 1910 aus 1159 Stück, die geschlachtet ward«, zurück und sant von Jahr zu Jahr mehr, bis wir 1913 die niedrigste Zahl innerhalb der zurückliegend« 14 Jahre unt 1159 geschlachteten Rindern erreicht«. 1 Beweis dafür, daß erschwingliche Fleischpreise den Bedarf an Fleischnahrung in die Höhe schnell« lass«, sind die in der Statistik angegeb«« Kälberschlachtnng« für Gießen. Während in den Jahren von 1909—1907 jährlich im Durchschnitt rund 6500 Kälber verzehrt wurden, vermehrte sich deren Verbrauch infolge sehr billiger Kälberpreise und einem dementsvrecheirden Abschlag der Ladenpreise für Kalbfleisch 1908 aus 7515, in 1909 ans 8i66 Stück, hm dann wieder mit dem An zieh« der Kalb» fleischpreise abzunetzm« und im abgelansenen Jahr den tiefst« Stand zu erreich«. i Wenn man die Zahlen der Vichschlachtnng« irr der uns vorliegenden Tabelle für Gießen sür die einzelnen Jahre betrachtet, so kann man >vvhl sagen, »aß in den Jahren 1908—1910 der Verbrauch von Fleischnahrung mi: der Bevöikerungsvermehrnng, durch Zunahme der Schlachtungen an Großvieh und Kälbern int Wachsen begriff« ivar, daß dann aber die Schlachtung« im städtischen Schlaehthof rasch abnahmen, woran allein die beträchtliche Erhöhung der Fleischpreise die Schuld trägt. Es ist Tatsache, daß unser gesamtes Metzgergewerbe über schlechten Absatz zu klagen hat. Unsere Meister ersehen aus den vorstehenden Darlegungen, daß es nur an ihn« allein liegt, wmn der Verbrauch des wichtigsten Lebmsmitteis, wie das Fleisch es nun einmal ist, in unserer Stadt zu wünschen übrig läßt. Es ist eine nicht,wegzuleugnende Tatsache, daß die Ladenvreisc sür alle Fleischsorten und Fleischwaren, ivelche unsere städtische Bevölkerung heute bezahlen muß, dem lies« Stand der augmblicklichen Fettviehpreise nick» entspricht. Ein Teil unserer Bevölkerung Hilst sich, indem es Fleisch zu billiger« Preis« von außerhalb bezieht. Die Gastwirte murr« und überlegen, ob sie nicht zur Selbst- ln'se schreiten sollen, sie woll« in der nächst« Gastwirteversamm- lnng die Angelegenheit zur Svrache bring«. Es wäre an der Zeit, daß sich im heimischen Metzgergeiverbe Männer finden, die das rechte Wort spreel,« und und «blich unter ihren Kolleg« dasür eintret«, daß die Ladenvrcise sür Fleisch, Wurst usw. den billigen Diehpreism «tsvrechcnd auch geringer tverden. Sonst steht zu befürchten, daß von gewisser Seite die Selbsthilse organisiert wird, deren Schattenseite die Bäckermeister schon erfahren! Hab«. * * Ernennungen. Der Großherzog hat dem Kreisarzt dcs Krcisgesundheitsamts Schotten Dr. Philipp Best den Charakter als Medizinalrat erteilt. ** Offene Lehrer stellen Erledigt sind: Eine evang. Lehrerstelle zu Guntersblum, Kr. Oppenheim; eine evang. Lehrcrstelle zu Schornsheim, Kr. Oppenheim: eine evang. Lehrerstelle zu Rodheim v. d. So., Kr. Friedberg; eine evang. Lehrerstelle zu Wieseck. Kr.Gießen. Der Inhaber wird vorzugsweise zur Erteilung des Turnunterrichts verwendet iverden. " Prinz Heinrich von Preußen, der Schwager unseres GroßherzogS, fiihr gestern mittag um 3 1 /, Uhr, im Automobil aus der Richtung Kassel koinniend, durch Gießen. Der Prinz, der sehr langsani durch den SclterSweg fuhr, blieb unerkannt. Von Gießen ging die Fahrt dann weiter nach Frankfurt und von da nach Darmstadt. Der Prinz hat im Nesidenzschlosse auf einige Tage Wohnung genommen, um bei dem Start bcS Prinz Heinrich-Fluges am Sonntag zugegen zu sein. •' Gewerbe« uS st ellnng Gießen 1914. Um vielen Anfragen zu begegnen, machen wir daraus ausuierksam, daß zu Ausstellcrkarten, Angestelltenkarten und Studentenkarten keine Beikarten auSgegebcn werden. Dauerkarten berechtigen die Aussteller zum Betreten der l!l»Sstellung auch vor der täglichen Eröffnung. Slusstellerkarten gelten auch sür die Veranstaltungen am Abend. Aussteller, die Bci- karten wünschen, müssen sich Dauerkarten lösen und dazu die nötigen Beilnrten. Der für die Ausstellerkarte in solche», Falle gezahlte Betrag wird zurückvergütet. ** Rpte-Kre uz-Sammlung. Weitere Ergebnisse des Rote-Kreuz-Tages werden uns. ans Lich und Darmstadt gemeldet. In Licl> enthielteii 21 Sammelbüchsen zusammen 4-11.20 Mk. Beim Volksfeste hatten die Brauereien Jhring und Heller das» Bier gestiftet, dessen Verkauf 57.36 Mk. ergab. In Darinstaüt betrugl ba§ Gesamtergebnis nach Mzug der Unkosten 15 000 Mk. ** Rhein-Main-Ga st wirte verband. Der 31. Verbands tag des Rhein-Mchn-Gastlvirtcverbands findet am 18. und 19. Mai in Büdingen statt. ** Zwei Kinder in Wetzlar von einem Auto st e r k e tz t. Am Donnerstag, nachmittags '/ 2 b Uhr, kam das Automobil eines Gießener Herrn von Braunfels her nach W^lar. An der Ecke des Schützcngartens kamen dem Automobil zwei Schüler cms Wetzlar, der 9jährige Weller und Her 11jährige Jon eck, entgegen. Sie vermochten nicht mehr anLzuweichen. Auch der Lenker des Wagens versuchte vergeblich auszulbiegen und geriet auf den Fußsteig. Der Schiiler Weller wurde durch den Anprall vom Rade geschleudert und erlitt einen Oberschenkelbruch. Man brachte den Verletzten in die Gießener Klinik. Dem Schüler Jo- neck wurde durch den Anprall eine Flcischwunde am Beine zugefiigt. »»DieneucnFeucrmclder. Wir berichteten schon vor einiger Zeit von allerlei Unfug, der an den neu ausgestellten und noch nicht einmal in Betrieb genommenen Feuermeldern getrieben worden war. Wie sehr das Neue immer noch reizt, lehrte ein unerguicklicher Vorfall, der sich dieser Tage zutrug. Ein angetrunkener Student hatte einen Feucrmelderzer stört und war erkannt worden. Freiwillig zahlte er100MarkindieArmenkasse,umsich eine AMeige zu ersparen. Man drückte daraufhin ein Auge zu, da höchstwahrscheinlich die Strafe sonst noch höher aus-, gefallen wäre, und unterließ es, Anzeige zu erstatten, ** Konsumverein Gießen und lim gegen d. Wie aus dem Inserat in h«tlger Nummer ersichtlich ist, veranstaltet der Konkumverein nächsten Sonntag eine Besichtigung seiner neuerrichteten Mineralwasser- und Limonadeniabrik sowie der Bäckerei und der übrig« Räirmlichkettm in der Schanzenstraße 16. s Damit soll eine Warenausstellnng der verschiedenen 9frtifct wt | fmtiiett fein. Der Zutritt ist mich Nichkmitgliedern gestattet , Die Sefrfmgung findet von 10—12 unb 2—5 Ufrt statt. , . . Kreis-Rechner verband. Ter Verband der 0c- Kreises Gießen stielt am Donnerstag im „Seifen* 'euer unter dem Vorsitze des Gemeinderechners Arnold (lstrü nmgen, ferne Hauvtversammlung ab. Ter Vorsitzende begrüßte besonders den Reqierun^sverireter Regiernngsrat Langer mann^nno die Geschäftsführer der allgemeinen Krt** und Land- krankenküssen des Kreises Grehen, B e ch t o l d und Schuvv. Ter Krersvcrein zählt jetzt 72 Mitglieder, von denen 65 erschien, n w^^rn ^.er Schriftführer Brücke! lLang-Göns) verlas den Jahresbericht für das Jahr 1613 und erstattete ausführlichBericht Uber die vauvtversatntnlung des Landesverbandes im Jahre 1913 zu Nieder-^ngelheim. Ter Landesverband zählt jetzt 713 Mitglieder, in -starkenburg 227, in Obcrhesscn 321 und an Rhein- >Hessen 162. Nach der Rechnungsablage des Verbandsrechners lUran, (Gedern; betrugen die Einnahmen 1070 Mk, die Ans- gabcn .1045 Mk. das Vermögen stieg auf 2640 Mk. Den Ge- mcinderechnern wurde die Versicherung gegen Einbruch dringend entvsohlen. Die nächste Hauptversammlung findet Ende August oder Anfang Ievtanber 1914 in Vilbel statt. —Ter Vorsitzende Arn old stellte fest, dast die Fürsorge und unwidcrnis- liche Anstellung der Genre,,ldcrechncr geregelt ist und erstattete in längeren Ausführungen Bericht über die Tätigkeit des Kreis* Rechnerverbanües seit der letzten Versammlung. Das Kranken, kassenwesen wurde vom Vorsitzenden, von Regicrungsrat Lange r,tt a n n und den GeschästAührern D c ch t o l d und Schupp besvrochen. Zur Grundlegung der Dienstanweisung wurde ein Auslchust gebildet, der aus den Seiten Arnold l Grüningen), Form- hals iAttendorf), Berlin (Londorf) und Sohl 'Rübbingshanien) besteht. Die sollen sich mlit dem Versicherungsamt und den Ge- schänssührerstellen in Derbiichuug setzen. Die Ausführungen des Regierungsvertreters und der Geschäftsführer fanden lebltzislen Beifall und klärten bisherige Unklarheiten in genügender Weise aus. — Die Jahresrechnung für 1913 wurde von dem Rechner verlesen, die Herren Graulich iBersrod) und L i n n c - st r u t h (Treis a. d. Lda.) zu RechnungSvrüjern bestimmt. — Anträge für die Hauptversammlung zu Vilbel sollen dem.Vorsitzenden Arnold zur weiteren Einreichung übermittelt werden. Tabei soll namentlich die kostenlose Stellung des KreisblaUcs für die Ge- meinderechner in Anregung gebracht werden. — Der Versammlung wurde ein Entwurf des Hilsstagebuchz nach dem neuen Vor- anschlag vorgelegt, nach eingehender Prüfling der Regierung soll dieser zur Begutachtung vorgelegt werden. Der Vorsitzende teilte iill lAnstrage der Behörde mit, dass das neue Rechnungswesen von Hans Reiset nach den neuen Boranschlagsbestivimuiigcn erschienen ist, es soll in den ersten Tagen den Rechnern zugestellt werden. — Die bis jetzt noch nicht sestgelegten Satzungen für den Krcisvcrband solle» der nächsten Versammlung vorgelegt werden. — Ter Vorsitzende schloß nach sünsstündigen Verl>indlungen mit dem Wunsche „Auf Wiedersehen i» Vilbel!" die Versammlung. Ein gemeinsames Mittagessen schlotz sich an. ** Im Arbeitsnachweis der Herberge zurHei- ma t werden zurzeit Landarbeiter, Schuhmacher und Schneider gesucht. Sckiwer nntcrzubringen sind Baustandwerker — nicht auch Schuhmacher und Schneider, wie es in unserem gestrigen Bericht, durch einen Druckfehler »eranlatzl, irrtümlich lautete. ** Im Lichtspielhaus, Bahuhofstratze, wird, wie man uns schreibt, von Samstag ab ein interessanter Film,„K lieg dem Kriege" vorgeführt werden. handelt sich bei diesem Film um die Darstellung eines Zukunstskrieges zwischen zwei grasten Völkern, bei deine das Flugzeug eine hervorragende Waise bildei. Tie Bilder dieses Militärschansviels fesseln schon an sich .durch die prachtvolle Kolorierung und durch die wildbewegten Klempsszenen. Was die moderne Kriegs- und Flugtechnik errungen hat, wird hier inmitten des Schlachtengetümmels höchst wirkungsvoll vorgcsührt. Neu sind auch die bei den .Schlachtenbildern verwandten Aufnahmen eines Artilleriegefechts beim Mstcuern und beim Einschlagen der Geschosse. Der Film wird .nur vier Tage bis Dienstag einschliestlich vorgeführt. i ** Güterrechtsregister. Die Errnngcnschasts- g e m e i n s ch a s t als Güterrecht ihrer Ehe haben vereinbart am 21. April 1914 Händler Hermann Bender und Ehefrau Elise geh. Besser, Landwirt Ferdinand G ö III c r t und Ehefrau Margarete geh. Gerhard von Ettingshausen; am 24. März 1914 .Landwirt Eduard Schombert in Lardenbach und Ehefrau Marie geb. Lein; am 29. April 1914 Maurer Rudolf Ester und Ehefrau Marie geb. Zimmer in Vi Hingen; am 26. Scp- itember 1913 Landwirt und Händler Wilhelm Mäscher II. »» Lardenbach und Ehefrau Lina geb. Schombert und Landwirt Wähelm Keller daselbst und Ehefrau Marie geb. Mölckicr; om l. Mai 1914 Schnhmachermeister Karl Oppcrtshäiiser zu Wetter selb und Ehefrau Elise geb. Weber; am 21. April 1914 Bahnwärter Ludwig Jost in Ettingshausen und Ehefrau Katharine geb. Rahn, Steinbrecher Karl Derzberger .und Ehefrau Marie geb. Pfeiffer und Landwirt Ludwig Vogler und Ehefrau Johannette geh. Formhals daselbst. Am 20. April 1914 haben Landwirt und Wagner Heinrich Becht III. in Gonterskirchen und Ehefrau Elise geb. Lind an Stelle der Errungenschastsgemeinschaft völlige Gütertrennung vereinbart. Ludwig Henkel, Bäcker zu Gießen, und dessen Ehe- ifrau Lina geb. George und Kaufmann Hermann An g stein uich 'seine Ehrsrau Else geb. Caselitz in Alsfeld haben Gütertrennung vereinbart. ** Grund st ücksverkehr. Ein Grundstück zu Hirzenhain, das aus den Namen des Hermann Nies von Lollar um Grundbuch eingetragen war, soll Montag, den 6. Juli 1914, vormittags 9>'» Uh,, durch dos Amtsgericht Ortenberg im Wege Iber Zwangsvollstreckung ans dem Ortsgericht zu Hirzenhain ver- ssteigert werden. — Grundstücke zu Vonhailsen, die ans den Namen des Taql. Johs. W o l s III. in V o n h a u s e it eingetragen waren, sollen Montag, den 29. Juni 1914, nachmittags 4 Uhr, durch das Amtsgericht Büdingen auf dem Dienstzimmer des -Ortsgerichts zu Vonhausen im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Kleine Mitteilungen. Bei Großauheim stürzte der 14jährige Johannes S ch ä d e l in den Main und ertrank, bevor ihm Hilie gebracht werden konnte. — Das fünfjährige Töchttrchen des Bildhauers Kirchner in Schimborn kam beim Spielen dem Herdfeuer zu nabe. Die Flammen ergriffen das Kind und verzehrten es. — Durch einen Zufall wurde am Mittwoch in einem Frankfurter Manusakturwa, cngeschäst ein großer Dieb- st a h l entdeckt, der in seinen Ansängen um Jahre zurückreicht. Ter in dem Geschäft seit 15 Jahren angestellte 33jährige Kaus- mann David Grünebaum hat in ungezählten Fällen Kleider- stofse, Wäschestücke, Tischtücher und Stickereien heimlich den Lagerräumen entnommen und sie ebenso heimlich mit in seine Wohnung, Elbestr. 22, genommen. Von hier aus verkaufte er die Sachen um einen Spottpreis an ein ganzes Heer von Händlern, Hehlern und Privatleuten. Selbst an die Kunden des eigenen Geschäfts verkaufte Grünebaliin die Waren, wobei er die Frechheit hatte, sich in der Nähe des Geschäftslokals ein Zimmer zu mieten,, von wo aus er die Kunden „bediente". Die Angelegenheit dürfte weite Kreise ziehen, da schon heute sestaestellt wurde, dast der Dieb auch in zahlreichen Städten der Nachbarschaft weitverzweigte Verbindungen hatte. Bis heute abend konnten schon für annähernd 16 000 Markgestohlene Gegenstände festgestellt werden, doch schätzt die Firma ihre Verluste noch weit Häher. Landkreis Giestcn. k. Sternbach, l4. Mai Vor fünf Jahren wurde hier die ß. Schulstelle errichtet. Durch das starke Anwachsen der Schülerzahl ist die Errichtung einer 4. S ch u l st e 11 e nötig geworden Tie neue erstelle soll am 1. Juli in Kraft treten. Voraussichtlich wird die Klasse jm Rathaussaal untergebracht Ullendorf a. d. Lira., 14. Mai. Die bisher hier bestehende Ortssperre wegen Schweinepest ist jetzt a u s - gehoben. Der Krankheit sind sechzig Ferkel, welche vier hiesige Schweinezüchter in Hannover gekauft hatten, zum Opfer gefallen. Eine llebertragung der Seuche auf cinhei- mijche Schweine ist nicht vorgekommen. Die Sperrmaßregeln haben sich demnach bewährt, --- Holzheim, 15. Mai. Am Sonntag nachmittag hält D. Kirchner aus Gießen aus Veranlassung hiesiger Einwoh ner bei Gastwirt Sames eine» Vortrag über das n e i, c Krankender s icheru ngsge setz. Ans-Hi testend a» den Vortrag findet eine allgemeine Aussprache sowie unentgeltliche Beratung auch über Unfall - und Jnvali- denversicherungsan gelegen heilen statt. Kreis Alsfeld. v - Alsfeld, 14. Mai. Am Freitag findet hier im Holest „Tentsches Haus" die Eröffnung der von der Zentral- ftir Mutter- und Säugtiiigsiürsorgc in Hessen veranstaltete Wanderausstellung „Das Kind" stait. Die Niissiellung ist dann jeden Nachmittag für jedermann bei freiem Eintritt geöffnet. Kreis Schotten. 8 Schotten, 14. Mai. Ein heiteres Vorkommnis, das viel belacht wurde, spielte sich dieser Tage zmisckxw Schotten und dem Nachbardorfc R. ab. Zwei Bauerleute luden ihre gemästeten Schweine, drei an der Zahl, in einen zu einem kurze» Transporte einfach hergerichteten Wagen und snhren vergnügt nach der Kreis- Hauptstadt. Jm Hole des Metzgerhauscs angekommen, erkundigte sich der Geselle nach den gemästeten Vtersützlern. Aber siehe da, sie waren verschwunden. Sic hatten während der.Fahrt die hinten am Wagen angebrachte Tür hinausgedrückt und die Flucht et» grissen, ohne dast cs die Fiihrlcute durch das Wagcngerafscl gemerkt hatten. Der an der Straste beschäftigte Straßenwärtcr hatte die Flüchtlinge zusammengetiicben und in das Dorf zurückgcbracht. Nach einiger Zeit kam auch der leere Wagen wieder von List. und nun wurde der zweite Transport vorgenommen, aber diesmal mit fest vernagelten Brettern. -- Ei ch e ls d o r f (Oberbessen), 13. Mai. Wie uns die Tpar- und Tarlchnskasse mittcilt, beträgt die Kasse nach Abschreibung aller Verluste bei der Landwirtschaftlichen lßenoffenschaftsbank und Hauptgenoffenschaft Friedberg Aktiva 127 373,62 Mark, Passiva 126 363,29 Mark. Mithin bleibt rin Ueberjchuß von 1010,33 Mark. A Aus dem Dogelsberg, 13. Mai. Tie Apfelbäume steben jetzt in voller Blüte. Was aber der Reisnacht vom I. Mai nicht^i»n Opfer gefallen, das gebt jetzt durch die Nässe zu Grunde. Tic Stcnipcl i» den Blüten werden schwarz, damft ist die Frucht vernichtet. Tie kalte, nasse Witterung vereitelt dazu jeglichen Jnseltenflug, so das; eine Befruchtung der jetzt »och anfbiechenden Kvospen fast ausgeschlossen erscheint Tie Aussichten für die diesjährige Obsternte sind Mithin wirklich minimal. Ten Maikäsern — cs sollte doch ein Maikäferjahr werden — hat allerdings das kalte Wetter den Garaus gemacht. Man sieht keinen fliegen. Sehr schlecht sind die Honiganssichten ftlr die Imker. Tic Bienen haben noch nicht einen Tag im Mai den reichen Blütenflor richtig ausnützen können. Sic sind in ihre Stöcke gebannt, während brausten Raps- und Avielblüten vergehen. Ein Honigjahr gibt cs dies Jahr nicht, vstlleicht ein reiches Schwarmjahr. Kreis Frievbera. --- Friedberg, 15. Mai. Für das am Sonntag auf dem Sportvlatz der Seewicse um Bk Uhr beginnende 4. Reiter fest des Vctteraner Reiter-Vereins sind bis jetzt 80 Anmeldungen cin- gelausen. . eff Butzbach, 14. Mai. Die 8. VerbandÄottcrie der Kricger- kamcradschaft Hassia hat einen Gewinn von 9279 Mark ergeben. Slarkenbiirg unö Rhein Hessen. Darmstadt, 14. Mai. Frcigesprochcn wurde der wegen tätlichen Angrisscs auf einen Vorgesetzten angcllagte K. S. aus Rüsselsheim. Er kam freiwillig zum Art.-Regt. Nr. 25 und hat sich bisher gut geführt. Eines Tages kam er mit Kameraden in angetrunkene,n Zustand aus die Stube. Der wiederholten Aufforderung, ins Bett zu gehen, folgte er nicht, und wehrte sich, als er von dem stellverttetcnden Stubenältesten, einem Gefreiten, dahin gebracht werden sollte. Erst als der Wachtmeister kam, fügte er sich. Der Anklagevertreter beantragte ein Jahr Gefängnis. Doch kam der wegen der Schwere des Falles mit zioei Kriegsgerichtsräten besetzte Gerichtshof zu der Ansicht, daß St. auch mit Rücksicht auf das Verholten des Gefreiten für die Tat nicht verantwortlich zu machen sei lind sprach ihn frei. m. Offcnbach, 16. Mai. Tie Verabschiedung des städtischen Hauvtvoranschl'ages für das Jahr 1914 erfolgte in der gestrigen Stadtverordneten sitzung nach einstündiger Beratung. Tie zu den Nebenvvranschlägen und zu dem Haiiptvvranschlog beschlossenen Abänderungen verbesscrii den Gesamtvoranschlag um 20 000 Mk., so daß die zur Ausbalaniie- ruug vorgesehene Entnahme aus dem Ausgleichsfonds von 360 000 Mark aus 360 000 Mk. herabgesetzt werden konnte. Tie Abschluß» zisscr des Haiivtvoranschlliges hot sich von 9 488 436,29 Mk auf 9 483 936,29 Mk. geändert. Die Stadtverordneten stimmten diesen Abänderungen zu und beschlossen die Kommunalsteuern mit 189 Pro;, der staatlichen Einkommensteuer und 34,5 Proz. des für die Besteuerung des Grundbesitzes, GeivcrbebetriebeS und Katnialvermögens scstgestelllen Wertes beizubehaltm, Hessen-Nassau. r. R odh ci m a. d. Bieber, 14. Mai. Hegemeister Wilhelm M ö h r i n g e r von Forsthaus Haiiia (Oberiörslerei Striivech) wurde heute nachmittag unter großer Anteilnahme seiner Behörde, seiner Kollegen und des Vereins ehemaliger Jäger und Schützen auf dem Rodheimer Friedhofe beerdigt. Ein großes Trauergesolge folgte schon von Bieber aus dem Leichenwagen, u. a. auch der Gesangverein Liederhain. Ter Verstorbene, ein geborener Huns- rücker, war in Renncrvd, Dexbach uich zuletzt 15 Jahre in Mr-ber tätig. ^ — Frankfurt o. M„ 24. Mai. Von heute ab kostet nach einem Beschluß der Fleischerinnung nur »och Kotelett- und Zuiigenfleisch 1 Mk. bis 1,10 Mk. das Psuud. Sämtliche anderen Preise für Schweinesteisch (wie Bauchstcisch, Dörrfleisch, Speck, Schmalz und alle Sorten Wurst) sind uin 10 Pfennig billiger geworden. Ir Frankfurt a, M., 14. Mai. ?ln dem Hausener Bahnübergang der Main-Weser-Bahn wurde durch die Geistesgegenwart eines Fuhrknechtes ei» schweres Unglück verhütet. Ter Bahnwärter öffnete aus Gesälligkeit einem Backsteinfuhrwerk die bereits geschlossenen Schranken, als der Gicßencr Personenzug um die Ecke heranbraustc. Der Fuhrmann, der sich mit seinem Gespann mitten aus den Schienen befand, riß blitzschnell die Pferde herum, so daß der Wagen parallel zu den Gleisen stand. In derselben Sekunde fuhr auch schon der Zug, der auch Rückdampf gegeben hatte, mcfferscharf am Wagen vorbei. Paris, 15. Mai. Die sechs Zweidecker des Geschwaders, das am 12. Mai Lyon verlassen hatte, um einen Rundsliig von 600 Kilometer vorzunchmcn, gingen gestern früh 8 Uhr -von Dünkirchen ab. In der Nähe von Blcville schlug einer der Apparate bei einer Zwischenlanoung und zerbrach. Ter Führer erlitt ernste Verletzungen. Bei D i e v ve stel bei einer Zwanqslandung der Zweidecker „Bille de Vichy" nahe aM>Strand ins Meer. ! Swakopmund, 15. Mai. Gestern veranstaltete die deutsche Flugexpedition, an deren Svitze Bruno Büchner steht, die ersten Schautlüge. Die Vorführungen verliefen ohne Zwischensall Gcrichtskaal- F. E. Biebrich a. Rh., 14. Mai. Die Krankenschwester K r i w i tz k y , die längere Zeit die Frau des Rcnmers v. Panvcr gcpstegi hatte, verbreitete nach deren Tode, Herr v. Pander habe den Tod seiner Frau dittch Ansteckung verursacht. Dies sagte sie auch noch, als zwei Aerzte die Unheltbarkeit ihrer Behauptung scstgestellt hauen. Wegen dieser schweren Verleumdung hatte has Schöffengericht auf 4 Wochen Gefängnis und 100 Mk. Geldstrafe erkannt. Tic Strafkammer setzte die Tttaje unter Berücksichtigung des hysterischen Zustandes der Angeklagten aus 14 Taae herab^ Wien, 14. Mai. (Priv.-Tcl.) In dem Prozeß gegen den Baron Heinrich Stralendorfs und die Kammerfrau B o e j t y wegen Diebstahls des Tagebuches der Gräfin Vera Esterhazy, das zu Erpreisungsverluchen benutzt worden war, wurde der Angcllagte Stralendorff wegen Diebstahls und Erpressung zu einem Jahr schweren Kerkers und zum Verlust des Adels vcrurkeilt. Die Kammersrau wurde s r eigesprochen. Vermischte». * Die Presscvcrtrclcr auf der Vaterland. Aus Euxhaven, 14. Mai, wird uns gemeldet; Etwa 120 Pressevertreter, die einer Einladung der Hamburg-Amerika-Linic zu der ersten Slussahrt der „Vaterland" gefolgt waren, begaben sich gestern an Bord des Dampfers, wo sie von dem Direktor H u l - derma NN mit einer Ansprache begrüßt wurden. Ehc'frcdaktcur Landau-Berlin dankte im Namen der Pressevertreter. Heute vormittag sand eine eingehende Besichtigimg des Dampiers statt, der Fahrgäste ftibeirnahm, und voraussichtlich gegen 3 Uhr nach- incttagS seine erste Reise antreten wird. Das Wetter ist kühl und regnerisch. * Einen Grundstein beraubt. Aus Köln wird gemeldet; Der Eirundstein zur Piuskirche in Köln-Zollstock, der om verflossenen Sonntag gelegt worden war, ist von Unb,- kannten durch Hammerschlägc zertrümmert lind der Behältm, der dic^Urkunden und Geldbeträge enthielt, beraubt worden. * I m Riesengebirgc herrschten am gestrigen Donnerstag zwei Elrad Kälte. Auf den Höhen liegt der Neuschnee 6 Zentimeter hoch. *Z»dcrBluttatbeiKolmar. Slus Pa ri s, 14. Mai, nnrd gemeldet; Die wegen der Ermordimg $>r? Kalmarer Ehausse,,reff» d l e r von der sraiizösischen Polizei einqeleitete Unter- inchung hat ergeben, daß das Verbrechen -vahrscheinlich von zwei in Rainzy bei Paris stammenden 18jährigcn Burschen namens Louis Früh und Lambert verübt worden ist. Früh ist der Lohn eines reichen Bauunternehmer», die Vdntter des Lambert iit Kassiererin bist der Ostbahngescllschast. Die beiden jungen Lciitc sind in Rainzv schon seit langem als Tunichtgute bekannt »nd sichen in dem Verdacht, mehrere Einbrnchsdiebstähle verübt zu haben. Sie unternahmen vor 14 Tagen eine Reste nach Nancy und sticqen dort unter denl Namen Jaccmcs und Richard Ncröze. Studenten aus Paris, in einem der ersten Hotels ab, aus deni sie am 6. Mai berschwanden, ohne die Rechnung bezahlt zu lmben. Wie Fra» Früh einein Derichternatter erzählte, hat sic sich kür' lich nach Raney begeben, um dort eine Rechnnng zu begleichen und eine Summe von 300 Marl zu Iw'ahlen, die sich ihr Sohn von einer dort lebenden Tante geliehen Ijattr. In dem Nancyer Hotel und auf der Polizei Ivnrde ihr dann Mitgeteilt, daß Frutz und Lambert sich zunächst nach Strnßburg begciien hoben dürften, da sie sich wiederholt nach einem dortigen Hotel erkundigten. * 100 Frauen niedcrgctreten. Ans New Bork, 14. Mai, wird gemeldet; Während der Aufbahrung der Lstcheii von^ zwei Seeleuten in Boston und Chicago kam es zu einem großen Gedränge, bei dem viele Personen verletzt wurden. In Boston wurden etwa 100 Frauen niedergetreten; mehrere davon sind schwer verletzt worden. In Chicago wurden etwa 12 Personen niedergetreten. * Neue Erdbeben auf Sizilien. Nus Catania, 14. Mai, wird gemeldtt: In der vergangenen Nacht und heute Morgen sind in der Gegend von Milo, Linguaglossa, Santa V e n e r i n a und G i a r r e wiederholt Erdstöße verspürt. Die Erschütterungen, ivelche zum Teil ziemlich heftig waren, riesen unter der Bevölkerung große Slufregung hervor. Sckiadcn ist nicht entstanden. Ter Aetna stößt noch immer Rauchwolken und Asche aus. Amtlicher Welterb-richt, Wetteraussichten in Hessen an, Lamstaq, den 16. Mai 1914 Meist heiler und trocken, ivärmer, Winde aus westlichen Richtungen. Letzte riacbeichten. Presse st im m en über die Rede des Staatssekretärs v. Jaaow. Berlin, 15. Mai. Das „Berliner Tageblatt" sagt: Das Interessanteste war die Formulierung der Worte über Rußland. Sie dürfen wohl auf allgemeine Zustimmung in Deutschland rechnen. Tatsächlich hat die russische Presse nstl der deutschen Hetze angefangen, und es war durchaus nicht unnöttg, dc,ß der Staatssekretär einmal auf das Messen van zweierlei Mast lstnwies, die in Rußland gegenüber den deustchen unb den russischen Presscäußerungen geübt wird. Tic „Kreuzzeitun g" bezeichnet die Aeußerungen des Staatssekretärs in der bczeichneten Richtung als äußerst dankenswert und begrüßt insbesondere die Entschiedenheit des Tones, und hofft, daß man die deutsche Sprache verstehen und daß man gleichsam und im Interesse beider Länder gelegentlich Folgerungen ableiten werde. Das Blatt sagt: Deutschland hat noch heute den Gedanken der traditionellen Freundschatt mit dem östlichen Nachbarn übernommen, aber Deulschland ist auch stark genug, um Rußland gegenüber seine Jnlercssen vertreten z» können. Auf die Dauer kann ein sreuird- nachbarliches Verhältnis unmöglich bestehen, wenn die russisä-e Presse weiter in dieser Weise hetzt. j Tic „Neuesten N a ch r r ch t c n" sagen; Olsen und ölsei,tlich ist Rußland und die russische Presse alz der Slörenfiitd hinzestrllt worden, auf des cnAl ion hin eine ve.hält- nismäßig maßvolle dculschc Rcaltion ersolgt sei. Osten undiöilcnt- lich ist klargcstcllt worden, daß die englische Presse nie von russischer Hetze, aber von deutscher Gegenwehr wie von einer willkürlichen und ursprünglichen Hetze Kenntnis nahni, da sic uns nicht ^uzubilliaen schien, was sic den Anwohnern der Nowa und der Seine als selbstverständlich zubilligte. Um einen Panama-ober Strohhut zu reinigen war früher viel Zeit und Geld nötig. Mft „Strobln" kann jedm auch der teuerste Hut (Damen-, Herren- oder Kinderlmt) in wenigen Minuten spielend leicht selbst gereinigt Iverden, und was von besonderem Wert ist, ohne Schaden für das Geflecht und die Form. „Strobln" hat sich in Millionen Fällen bewährt. ss 15 /, Gaslüfter Gaskronen, Gaslamven usm. um rasch zuräumen spottbillia CarlZckunck^aN 63726 Ml Hühneraugen und Hornhaut gibt es nichis besseres wie Karn« Hühner- nunentiiikiur und -Pflaster ä 50 P'a- E-utral-Drogcrie Emil Karn, Schulstr. l 5 ^ 0 04101, Jm Totalausverkauf folanae Vorrat, Pctrolcuin- Zyllnder Dutzend 50 Pfg., 60 Mg. ufro. CarlTchnnck.Bahnhofstr.öl 099e«»e&3»s>f,tftco*« H Große Auswahl ia (* w! I | Tourist.-u.Watuler-1 vögel-Utensilien * Eudc.KrttllPioekstr. • Sek««UBiltUQr.,ri. a.Snnd. I- bist. Xa. Steine, ECimssand n. ZemeatiUel. J’h.Ciea.üfeavteri. _ [5137hv| Das beste |3U9a Boiiner-Wachs erhalten Sie bei Ludg.Eröll, Plockß^r. fl Bahnlinie Frledberg- Nidda; von Frankfurt a. M. 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Ein Familienbillett von 3 Personen 7.— „ Ein Pcrsonenbillett.....2.40 „ Kassenprcis mit Solist . . . . l.— „ Kassenpreis ohne Solist .... 0.75 „ Die Liste zirkuliert. — Wie alljährlich finden die Kvnzerte Donnerstags statt, das erste am 11. Juni, Anfang abends 8y t Uhr. W. LiSber, Obennnsikmeister. Abonnements und Karten im Barverkauf sind bei verrn 6. ß ballier, Neucnweg, und beim Bortelaer der haue zu baden. 6065 I) Morgen Samstag, den 16» Mai IM groSer billigerMaof m Ißlel Felsetikelier Nei«tteu dicken boririnb. Kopfsalat 1. Sone Stück 15 Psg.. 2-.^i>rtc 2 Stück 2.5 Pfg., 3. Sone Stuck 16 Pfg., feinste d»ckc Gurken Stück 20—31» Pfg, sowie neue Älöliren, Lvla-t. Nbabardcr. «uUerkobl. Nnostiel. Radieschen. Llvfelstucn, Zitronen, sowie grobe AnSmadt In Gcniuic- vtl«n,,ca wie: vikicrtc Sellerie, Lauch. Blume,tkobl. Wtrnna, Weifikobl. Qbcrloblrabcn. desgl. Blumen- Vst »uzen. Alles änderst billig. 6133 Klein, Köln. 6 Zimmer | Nvrd-'Anl., Krtc Tammitr. (tnr.36) 6-Zim.W. l.St., io!, z. v. 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