Ar. ||2 Der «letzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags, - Beilagen: viermal wöchentlich »ietzenerZainiliendlätler: J weimal wöchenll,ltret;- laNsSrdenrrrekÄiehen (Dienstag nnd Freitag); zweinial itionatl, kand- wirtlchaftliche Zeitsiagen Fernivrech - Anschlüsse: sür die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse Wt Depeschen: «nzetgcr Gießen. Limahme von Anzeigen sür die Tagesnmnnier bis vormittags 9 Uhr. «er via« M. Jahrgang iehener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Donnerstag, M. Mal M4 Be;nqSvretS: monatlich75Dt.,vierteljährlich Alk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goeh. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goeg; für .Feuilleton", .Vermischtes" und.Gerichts» snal": Karl Neurath; für ,Stadt und Land" Notationrdnick und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruilerei R. Lange. Redaktion, Expedition «nd vrnckerci: Schnlstraße 7. Anseigmleil:' H? Be«! Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten. Tageskalcndcr aus Aem Jahre 1814. 14. Mai: Marschall Davon st übergibt Hamburg den Russen. Tic Franzosen hatten ein Jahr schoniingsios in der Stadt gehaust, die dadurch einen Verlust von 89 Millionen Talern erlitten hatte. Rechenbergs Zungfernrede. Exzellenz Freiherr v Recheuberg, der frühere Gouverneur von Deutsch-Oflafrika, der neue Zentrum sabqe- ordnrte von Drminsbcrg-Heilsberg, hat in der Duala- Besprechung des Reichstags seine Jungfernrede als M. d. R. gehalten. Natürlich unter großem Interesse des Hauses. Die Abgeordneten sckuirten sich dicht um die Rednertribüne, nnd auch Staatssekretär Dr. Solf mit seinen Räten lauschte gespannt den Worten des „jungen" Parlamentariers. Freiherr v. Recheuberg steht in der Dnalafrage nicht auf seiten der Regierung. Die Enteignung scheint ihm nicht in zweckmäßiger Form zu erfolgen. Er will nicht die Frage entscheiden, ob die Eingeborenen wirklich die Verbreiter der Malaria sind, und er kann den Eingeborenen, denen die Form der Enteignung Schaden bringe, nicht alles Verdienst an der Wertstcigcrung des Grund und Bodens in Kamerun absprechen. Diese Ansichten des Exgouverneurs stehen keineswegs im Gegensatz zu seiner früheren Politik als Reichsbcamler. Seine politischen Gegner haben ihm von jeher nachgesagt, das; er das richtige Verhältnis zu den deutschen Kolonisten draußen nicht finden könne. Die Klagen über zu milde Behandlung der Farbigen verstummten während seiner Gouvcrneurschaft nie. Auch unter den Beamten und Osfiriercn der Schutzgebiete hatte er bekanntlich stets Widersacher, weil er die Schutztruppc verringern oder teilweise in eine Polizcitruppe verwandeln und auch den Beamtenkörper nicht weiter ausgedehnt sehen ivollte. Mit deiner solchen Politik kann man vor dem Reichstage, der sparen will, wohl bestehen. Herr v. Rechenberg war ja immer in seinem Denken und Fühlen Zentrumspolitiker, und es ist an sich nicht auffallend, wenn er die kolonialpolitischen Folgerungen seiner Weltanschauung jetzt als Parlamentarier erst recht vertritt. Neu und eigenartig wirkt es nur, daß er nun da Kritik übt, wo seine Amtsführung einer nicht immer sehr sausten Kritik unterzogen ivurde. In die Kolonialbesprechungen des Rcichsparlamcnts ist durch die Teilnahme dieser Exzellenz jedenfalls eine neue Rote gekommen. Die Unbecinflußbarkeit der Gesinnung, die politisch- diplomatische Begabung und die allgemeine Bedeutung der Person Rcchenbcrgs in allen Ehren, aber man sieht doch jetzt deutlich, daß seine Ernennung zum Staatssekretär, die beim Rücktritt Lindcqnists auch an den maßgebenden Stellen in Betracht gezogen wurde, eine Gefahr für unsere koloniale Entwicklung geworden wäre. Nicht nur bei der Mehrheit der Ostasrikancr, sondern auch darüber hinaus in den kolonialsreundlichen Kreisen der Heimat, hätte vielfach das Vertrauen darauf gefehlt, daß Rechenberg bei seinen Anschauungen in der Eingcborenenpolitik und in der Bc- jicdlungssrage das Kö.tonialamt ans eine glückliche Bahn führen könnte. Dr. Paul Rohrbach, einer der besten Kenner unserer Kolonien, hat mit Recht darauf hingewiesen, daß Recheuberg nicht nur in Ost-, sondern auch in Südwest- osrika im höchsten Grade unbeliebt war. Man hätte ihn von vornherein nicht als außer nnd über den Parteien stehend, sondern selber als Partei betrachtet. Daraus wäre wahrscheinlich bald eine Kette von Reibungen, Konflikten und verbitternden Streitigkeiten entstanden, die zum Schaden unseres Kolönialwesens hätten ausschlagen müssen. Und doch hat es etwas unbefriedigendes, daß die Laufbahn eines so außerordentlich tüchtigen Kolonialpolitikers sozusagen im Redeströme der Reichstagsdebattcn ausmünden soll. Konnte man denn der Tatkraft dieses Mannes kein neues Feld bieten? Hat Albrecht Freiherr von Rcchen- berg gar keine andere -lussicht mehr als die, für eine Par- lamentspartci gelegentlich koloniale Fachreden zu halten? Recheuberg ist nämlich von Hause aus gelernter Diplomat. 1889 trat er in den Dienst des Auswärtigen Amts, war 1893 bis 1895 BczirkSamtmann in Deutsch-Oftasrika. 1893 bis 1909 Konsul in Sansibar, 1909 bis 1996 Konsul in Moskau und Generalkonsul in Warschau. Dann brach seine diplomatische Karriere ab. Er wurde 1996 Gouverneur von Dentsch-Ostasrika, 1912 in den einstweiligen. Anfang dieses Jahres in den dauernden Ruhestand als Wirklicher Geheimer Rat nnt dem Prädikat Exzellenz versetzt. Gegen seinen Willen! Er hatte sich um das Amt des deutschen Gesandten in Lissabon beworben. Aber was erwiderte man ihm aus der Wilhelmstraße: Sie waren 1905 Generalkonsul in Warschau; n>as Sie seitdem im Bereiche des Kolonialamts getan haben, ob Sie Gouverneur und Rat Zweiter Klasse geworden sind, ist für uns nicht maßgebend. Für das Auswärtige Amt sind Sie immer noch Generalkonsul. Wollen Sie das Generalkonsulat in Antwerpen? Das können Sie haben, viefleicht auch unter Umständen den Gesandtenpostcw in Teheran (der schlimmer als eine Pensionierung gewesen wäre), aber nie und nimmer Lissabon! — Harden hat in seiner „Zukunft" nachgewicsen, wie überaus ersprießlich Rechenbcrg in Lissabon mit Sir Arthur C. Hardingc, seinem einstigen Konsuikollegen von Sansibar her. gearbeitet hätte. Tic deutsch-englische Auseinandersetzung mit Portugal über dessen Kolonien wäre nicht stecken geblieben, sondern vielleicht heute schon Tatsache. Will man es nicht doch noch einmal mit Recheuberg versuchen? Er sagt nicht nein, und dem Reiche crio.ichft sicher kein Schaden. Der Kaiser in Wiesbaden. Wiesbaden, 13. Mai. Der Kaiser ist heute morgen 7.15 Uhr von Metz konimend ans dem hiesigen Bahnhof eingetrosfen. Zum Empfang waren der Kommandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz v. Schenck, nnd der Polizeipräsident von Wiesbaden, Kammerherr v. Schenck, anwesend. Nach kurzer Begrüßung begab sich der Kaiser mit Gefolge nach dem Fürstenpavilton nnd fuhr dünn in offenen. Automobil nach dem Schloß. Trotz der frühen Morgenstunde hatte sich ein zahlreiches .Publikum vor dem Babnhof und in den Einzugsstraßen cingcfundcn, das deni Kaiser jubelnde Begrüßungen darbrachte. Die Ausschmückung der Einzugsstraßen ist reicher noch als sonst. Mit allen Zügen treffen neue Gäste ein, die aus Anlaß des Kaiserbesuchs, der Maifcstspiele nnd der zahlreichen Veranstaltungen der Kurverwaltung hier ihren Aufenthalt nehmen. Vor dem Schlosse wiederholten sich bck der Ankunft des Kaisers die .Huldigungen des Publikums, auf welche der Kaiser durch Grüßen wiederholt dankte. Nach der Einfahrt des kaiserlichen Automobils in den Schloßhof wurden die Feldzeichen der hier garnisoniercnden Truppenteile von der 6. Kompagnie des Füsilierrcgimcnts v. Gersdorff (kurhessisches) Nr. 80 unter Führung von Hauptmann v. Losberg in das Schloß übergesührt. Der Kaiser hörte heute vormittag die Vorträge des Kriegsministers und des Chefs des Militärkabinetts. Zur Frühstückstafel war der Kriegsminister geladen. Wiesbaden, 13. Mai. Aus Alterhöcbsten Befehl begannen heute abend die diesjährigen Fe st v o rst e l l u n - gen der Königlichen Schauspiele mit Gustav Freytags „Die Journaliste n". Ten Konrad Bolz gab Karl C l c w i n g aus Berlin. Das Haus war mit Rosengirlandcn geschmückt und von einer glänzenden Gesellschaft gefüllt. Unter Führung des Intendanten Barons v. Mutzenbächer erschien in der großen Hofloge der Kaiser, den das Publikum mit Hochruscn empfing. Der Kaiser verneigte sich dankend. Neben dem Kaiser nahmen Platz der Kriegsminister v. Falkcn- hayn und Generaloberst v. Schofl. — Der Kaiser empfing in der Pause einige Damen der hiesigen Gesellschaft „ich nach Schluß der Vorstellung den Schauspieler Clewing nnd die Vertreter der anderen Rollen, denen gegenüber er sich über die Vorstellung äußerst befriedigt aussprach. Nach der Rückkehr des Kaisers in das Königliche Schloß wurden dem Kaiser vom Publikum stürmische Kundgebungen dargebracht. Die Besprechung in Albanien. Nachrichten aus Korfu zufolge schreiten die Besprechungen der epirotischcn Delegierten nnd der Mitglieder des internationalen KontrollausschuflcS gut fort, so daß sich die Lage gebessert hat. Im Ministerium des Aeußcrn fand zwischen dem griechischen nnd serbischen Delegierten eine Konferenz über das -lbkommen betresfend Sa- lonik statt. Die Delegierten gelangten zn einem Einvernehmen. Man glaubt, daß in der ziveiten Konferenz das, Abkommen unterzeichnet wird. Die „Nene Freie Presse" meldet aus Durazzo: Der Miriditcnsurst Bib Do da Pascha ist hier eingetrosfen. 4009 Mann seines Stammes sind aus dem Märsche südwärts. Tie Geistlichen begleiten die Freiwilligen in den Krieg. Weitere 6000 Nordalbanescn gehen dieser Tage südwärts. Ans Mexiko. Washington, 13. Mai. Nach einer Depesche des Admirals Mayo wurde daS heftige Feuergesecht bei Tampico um Mitternacht wieder ausgenommen. Die Kon- stitutionalisten erwarten den Fall Tampicos heute. Präsident Wilson erklärte einer Abordnung von Jntereflenten des Ocldistrikts von Tampico, er werde, sobald eine der mexikanischen'Parteien dort im Mleinbcsitz sei, dieser Bor- stellungen wegen des Schutzes der Oelgucllen und betr. die Rückkehr der amerikanischen Angestellten zwecks Vorsorge für die Oelqueflen machen. Mexiko, 13. Mai. Das Dekret Huertas, nach dem jeder Handelsverkehr mit den Vereinigten Starv ten aushört, ist heute aufgehoben worden. Deutsche» Reich. EincAnfrageimRcichstagzurReichsver sichern ngsordnung. Die Abgg. Trimborn und Dr. 51eu< tznann-bofer fragen im Reichstag an, ob der Bundcsrat gemäß 8518 der Rcichsvcrsichcrungsordmrng Anordmmgen erlassen will über die Abführung der Beträge an Ersatzkassen durch die Krankenkassen. Bekanntlich zahlen Arbeitgeber derjenigen Bcr- sicherungspflichtlgcn, die einer Ersatzkassc angchörcn, ihren Beitragsanteil nicht an die Ersatzkasse, sondern an die zuständige Krankenkasse, die nach 8 518 vervslichtet loerden kann, vier Fünftel dieser Einkünfte den Ersatzkassen zazusühren. General Keim wegen Beleidigung Wctterlss zu 200 Mk. Geld st rase verurteilt. Aus Kalmar i. E. vom 13. Mai wird berichtet: Vor dem hiesigen Schöffengericht kam heute die Privatklage de? Reichs- Und Landtagsabgc- ordnetcn Abbe Wetterld und des politischen Direktors des „Nouvelliste d'Alsace Lorraine" gegen den Vorsitzenden des allgemeinen Deutschen Wchrvereins, Generals a. D. Keim, zur Berlfandlung. General Keim hatte in einem Artikel des „Tag", überschriebcn „Schwöb und Elsäfler" Wetterte Feigheit vorgcworscn. Außerdem hatte er von jämmerlichen Hetzern, von Bastarddeutschcn, alemannischer Herkunft, von entarteten Volksgenosieu und von einer Schandvrcss« gesprochen, wodurch sich Wetterte und der verantwortliche Redakteur Tötende Strahlen. Neuere Forschungen, von denen kürzlich i wieder in der Fachpresse die Rede war, ' haben überzeugend bar« geian, daß selbst innere Organe'(für die Man srühcr keine Befürchtungen gehegt hatte:, von den dunklen Encrgiewcllcn der Röntgenstrahlen angegrissen werde». Die franzönschcn Forscher Barthslem» und Darier konstatierten bedenk ichc Kops-, Herz- und Magenasscktionen bei den längere Zelt in Behandlung befindlichen Personen: auch konnten nach ergiebiger Röntgenbestrahlung dem Sonnenstich ähnliche Ersck>cinungcn sestgeiiellt werden. Die systematischen Forschungen des deutschen Röntgenographe» Aibers- Schönberg haben alsdann überzeugend dargctan, daß die .1-Strahlen imstande sind, bestimmte, im Innern des Körpers besindlichc Gewebe umzuwandeln und schließlich zu töten. Bei den zu den Versuchen verwendeten Meerschweinchen und Kaninchen ließ sich nach einer Bestrahlung von etiva 370 Minuten eine totale Abtötung der Svermatozoen seststcllen. Weitere, u. a. von den deutschen Gelehrten Frieden, Scldin. Scholtz, Philivv und von den Engländern Filden, Brown und Atsrcd T. Osgood angestelltc Forschungen ergaben anatomische Beweise für die obigen Erveri- mente sowie die Feststellung, daß sich beim Menschen, sobald die „StrahlendosiS" entsprechend verstärkt wird, ähnliche Wirkungen auf die betreffenden Organe zeigen. Die grundlegenden Arbeiten von H. Heinekc oriemierten daraus über die Veränderungen an den die Blutbereitung betreffenden Organen : hier ergab sich eine Vernichtung des lymphatischen Gewebes, sowie der Zellen der Milzpulpa iind des Knochenmarkes. Speziell die Zerstörung des Knochenmarkes (die bei den Versuchstieren nach etwa dreistündiger Bestrahlmig cinsetzte. nach 10—12 Stunden ihren Höhepunkt erreichte und nach 5—6 Tagen völlig abgeschlossen war zeigt zur Genüge. welche unheilvolle Kraft den dunklen Wellen inncwohnt. Vergessen wir indessen nicht, hinzuzufügen, daß das zerstörte Knochenmark der Regeneration sälfig ist, die, wenn keine Komplikationen störend einirelen, nach etwa 2—2Vi Wochen beginnt ünd nach 3—4 Wochen als vollständig beendet gelten kann. Weitere recht bedenkliche Schädigungen innerer Organe (n. a. nach Fcst- strklnngcn von Birch-Hirschfcld betraten den Verlust der Augen. Wimpern. Trübung der Hornhaut, Atrophie her Netzhaut-Ganglienzellen und sogar des Sehnervs. Schließlich konnte eine Zer- störuna dm weißen Blutkör,nnchen (und zwar int kreisenden Blute am stärksten) konswtiert, sowie andererieris überzeugend nachge- wieskn werden, daß die Röiugcnbestrahlung niemals einen Einfluß aus die menschliche Niere (der lange Zeit hindurch besürchtet worden war) ausübt. — D i e Auffindung von F r a n kli n - R el iq ui e n. Ist der nuesten Nummer des „Muscums-Jonrnals" wird von der überraschenden Entdeckung einer Sammlung von Probestücken aus dem Polarkreis berichtet, die von Sir John Richardson und anderen während der arktischen Expeditionen Sir John Franflins (1819—1827) gemacht worden ist und die seitdem verschollen war. Einige versteinerte Pslanzcn, die auf einer dieser Erveditionen gesammelt waren, sind im Londoner Naturgeschichtlichcn Museum ausgestellt: aber andere, von deren Vorhandensein man wußte, waren nicht auszufinden. Schließlich ergaben genaue Nachforschungen, daß sich in dem Museum des Marinehospitals Kisten in ihrer ursvrünglichen Verpackung betauden, die der Marincarzt Sir John Richardson dort nicdergelegt hat, und hierin fanden sich eine große Anzahl von arktischen Fundstücken, die von sencn Exvcditioiicn bcr- rühren. Die Sammlung, die in das Britische Museum übersührt wurde, umfaßt Mineralien, Felsstückc und valaeozoische Fossilien, von denen manche Exemplare noch von Richardson mit Zahlen bezeichnet sind. — Gin gefährdeter Sagenbrunnen. Aus Marburg schreibt man uns: In der Nähe des Dorfes Schröck unweit Marburg sprudelt in waldiger Umgebung seit vielen Jahrhunderten ein ergibiger Quell, der „Elisabeth-Brunne n", imi den die Sage einen bunten Kranz geschlungen hat. Wie die Legende erzählt, hat die heilige Elisabeth hier einst um die Psingstzcit ihr Linnen gewaschen und die Sonnenstrahlen dienten der Heiligen dabei als Wäscheleine. Wenn sie nämlich die gewaschenen Stücke in die Lust warf, blieben sie wie durch ein Wunder hängen, bis sie trocken waren. Noch heute wird die Quelle als Erinnerungsstätte an Elisabeth viel ausgesucht, doch ist der Born seit kurzem in Gefahr, seines romantischen Nimbus auf nüchterne Art beraubt zu werden. Der Genreinderat des Torfes Schröck hat den löblichen Beschluß gefaßt, eine Wasserleitung anzulegeu und an die zuständige Behörde das Ansuchen gerichtet, als natürlichen Wasserbehälter den Elisabcthauell benutzen zu dürfen. Das Bc- kanntlverden dieses Planes lfat indeß Proteste mancherlei Art herausbcschworen, so daß neuerdings soaar das Landratsamt in Marburg sich ins Mittel legte, um die Verwendung der übrigens von einem hübschen Gewölbcbau überdachten Quelle zur Speisung der Wasserleitung nach Möglichkeit zu verhindern. — Röurische Altertümer in Algier. Von einer interessanten archäologischen Entdeckung in Algier berichtet der Chesarchitckt der historischen Monumente Algiers A. Ballu. In Dschcmila, dem alten Euiucl der Römer, ist es gelungen, die Fundamente des römischen Rathauses sreizulegcn, die Stätte, in der die Senatoren jener Stadt einst tagten und die Schicksale der in Nordasrika angesiedclten Römer berieten. Die Stadt wird setzt durch methodische Ausgrabungen sreigelegt. Die Arbeiten haben ergeben, daß das alte Cuicul zwo, prächtige große Plätze erbaut hatte und eine Anzahl schöner Tempel besaß, von denen besonders zwei von hohem archäologischen Interesse sind. Auch die alten Markthallen und die großen Bädcranlagcn sonne ein Theater und eine ganze Reihe römischer Häuser wurden sreigelegt. Die Häuser brachten als Funde einen reichen Mosaikschmuck. — Pcrgolcse-Feiern in Neapel. Zur Erinnerung an Giovanni Battista Pergolese wird >m nächsten Monat in Neapel ein monumentales Grabinal, das in der Kathedrale errichtet worden ist, feierlich enthüllt: Zugleich wird auch eine Gedenktafel mit einem Bronzemcdaillon des Komponisten aus Kosten der Stadt an dem Hause angebracht, in dem er sein berühmtes „Stabat Mater" schrieb und in dem er auch gestorben ist. Aus diesem Anlaß wird das „Stabat Mater" von dem Chor und dem Orchester des Konservatoriums, zusammen über 100 Musikern, in der Kathedrale auiaeiührt werden, und am Abend wird im Theater Sacchini eine Aufführung seines zweiten berühmten Werkes, der „Serva Padrona", veranstaltet. — Ein norwegisches Musikfest wird vom 1. bis 7. Juni bei Gelegenheit der Eröffnung der Aitsstellung »nd zur Feier des 100. Jahrestages der Unabhängigkeit Norwegens von der Gcsellschast der norwegischen Musiker veranstaltet werden. Das Programm umfaßt drei Orchesterkonzerte, drei Kammermusikkon- zerte und ein Konzert sür religiöse Musik. Zur Ausführung gelangen die besten Werke der norwegischen Musiker wie Eduard Grieg, Holföan Kjeruls, Jan Sclmer, Christian Sinding, Soendsen u. a. Sie werden von einem Orchester von 90 Musikern und einem Chor von 500 Stimmen vorgetragen. — Kurze Nachrichten au s Kunst und Wissen- > ch a i t. Die Akademie der Medizin in Paris wählte den Straßburger Chirurgen Julius B ö ck e l einstimmig zum Mitglied. — Der dritte Kongreß der Internationalen Bcr- einigungfürRechts-undWirtschastsvhilosovhie findet vom 2. bis 5. Jiuii d. I. in F r a n k s u r t a. W. statt. bf? Nouvelliste, Sibcl, beleidigt suhlten. Tee Vertreter des Privat- il Konkursvcrsahre» über bas Vermöge» des Kohlenhändlers E. L. E > ch e » t l e r in Mainz soll die Schlnßverteiluna slattfinden. Der vcesügbare 'Massebeüaud beträgt Mk. 7173,18, die Summe der zu berückstchtigeuden Fo» dcrniigeli Mk, 67 325,78. — DaS Koukursoerwhren über de» verstorbenen Bankier Heb in Frankiurt a. M. ist bis aus die ^ckilustverteiluiig beendet. Die Gläubiger erbalten knapp 1 Prozent ihrer Forderungen, die rund 555 213 Mk. betragen. Zur Be» st'gung stehe» jedoch »»r 6911,21 'Mk.. wovon noch KerichiSkosten niid Konkursverwallergebühren in'Abzug kominen. — Das Konkursverfahren über de» Nachlab des Peter Schuster in Fries e»> h e i »i ivird nach Abhaltung des Schlnblermins ansgehobe». Landkreis Gießen. A Lich, 13. Mai. Die 33. Hauptversammlung des Vogclsberqer Lühenklubs findet nächsten Samstag und Sonntag in Lich statt. Nach der Tagesordnung muß die Wahl eines neuen Doriitzenoen erfolgen. Aui eine bauliche Erwcitc°i rung des alten Klubhauses auf dem Ho Herodskops zielt ein Antrag des Zwcigvcreins Taufstein-Gießen hin. Ein Antrag Laulcrbach verlangt, daß der 2. Vorsitzende, der Schristiührcr und Rechner kioistig im Orte des 1. Vorsttzenden wohnen sollen. Den Verhandlungen geht am Samstag abend eine Vorfeier voraus, während sich Sonntag nachmittag ein Festzug durch die Stadt und ein Volksfest aus der Hardt anschliehcn. — E b e r st a d t, 12. Mai. Am Sonntag, den 10. Mat, feierte» hier Herr Kirchenvorstcher Konrad Gorr II. und seine Ehefra» Anna Elise gcb, Gorr im Kreise ihrer Kinder und Enkel ihre goldene Hochzeit. Der Klrchenvorstano überbrachtc dem Jubclvaar seine Glückwünsche. Gorr ist lange Jahre Mitglied des Kirchen- vorstnndes. Pfarrer Egelhofs als Spczialvikar hielt eine Ansprache, segnete t»is Paar nochmals ein und überreichte als Geschenk der Gemeinde ein Bild. Beide Eheleute sind noch ver- hällnismäßig gesund und rüsttg. — An demselben Tage beging der alte Veteran aus dein Jahre 1848/49 Heinrich Holler I in voller geistiger Frische seinen 86. Geburtstag. h. B e t t e n h a u s e n, 13. Mai. Hier sollte am Sonntag ein Rote-Kreiiz-Festgottesdienst staltfindcn. Die Dorfbewohner sanit dem Krieger-, Gesang- und Radfahrerverein hatten sich auch pünktlich in der Kirche eingestellt- Ta aber der Pfarrer verhindert wrir, mußte man sich mit einem Lesegottesdienst behelfen. — Göbelnrod, 13. Mai. Wie wir am Montag berichteten. geriet ein junger Mann, der im Sägewerk aui der Mücke angestellt ist, mü der linken Hand in die Kreissäge. Dabei wurden dem Manne nicht die drei Mittelfinger bis aui das zweite Glied vollständig o.bgcschnitten, wie uns das Dampst'ägcwerk schreibt, viclnicbr soll die Verletzung, die sich der Mann aus eigener Unvorsichtigkeit zuzog, weit geringfügiger sein. — eotaufcnberg, 13. Mai. Von ruchloser Hand wurde dieser Tage eine uralte Eiche angczündet und durch das Feuer völlig vernichtet. Sie stand ungefähr 10 Meter von der Landstraße nach Sichertshausen zu, im sogenannten Ti esc n- b a ch. Die Eiche war eine besonders schöne Naturerscheimmg und manchem Wanderer und Handwerksburschen bekannt. Da sie völlig hohl war, konnte sie bei Regen sechs Personen genügend Raum zur Unterkunft gelvährcii. Auch manch wandernde Bären- samilie bat bei ihr Schutz gefunden. Nach forstmännischcm Gutachten war sie nahezu 1000 Jahre alt. Kreis Bstdinaen. D. Büdingen, 13, Mai, Gemeinderatssihung nachmittags 5 Uhr im Ratbause. Zur Anlage einer Sttaßc nach dem Wildcnstein must herrschattlichcs Gelände erioorben werden. Die fürstliche Rcntkammer beabsichtigt, einen Fahrweg von der Düdinger-Rinderbüger Straße nach der Pavtermühle an- zulegen, lsterzu bedafi sic städtischen Geländes. Bon der fürstlichen Verwaltung wird ein Tausch in der Weise vorgeschlagen, daß die Stadt sür dos wertvollere Gelände einen entsprechenden Kaufpreis bezahlt. Zum großen Teil ist das Gelände, das die Rcntkammer zur Anlage des Weges von der Stadt erwerben Must, Oedland. Ter Gemeindcrat kann sich zu diesem vorgeichlagenen Tausch nicht einverstanden erklären. Gemeinderat Keil schlägt vor, daß die Stadt der sürstlicheu Verwaltung sür den Quadratmeter Gelände am Wildenstein 50 Psg. bezahlt, ioährcnd die Rcntkammer der Stadt das Gelände links der 'Seentcubach den Quadratmeter mit 36 Psg. bezahlt und das Gelände rechts der Scemenbach, das nur Oedland ist, nmsonst überlassen wird, unter der Bedingung, daß der anzulegende Weg als ösicntlichcr Weg von tcderviänn benutzt werden kann. Alle Erwrrbskosten einschließlich der Meß- briese werden von jedem Teil selbst getragen. Gleichzeitig crNärt sich der Gemeinderai damii einverstanden, daß die fürstlich« Verwaltung eine Brücke über den Scemenbach erbauen läßt. — lieber die Errichtung eines O r t s st a t u t s zur Einsührung einer Filialstcuer kann sich der stsemrinderat auch heute nicht ewigen, da nach dem Butzbacher Ortsstatut Banktilialen von der Filialsteuer nicht getroffen werden. Eine Entscheidung deS Großh. Kreisamts Friedberg in dieser Angelegenheit soll noch beschosst werden. — Die Pläne zur Errichtung einer Leichenhalle liegen vor in vier Aussülirungen. Der Gemeinderai ist geneigt, die Halle nach deni Plan 4 aussühren zu lassen. Dazu soll ein Kostenvvranschlag vorgelegt werdeii. — Am Schluß der Sitzung wird voni Bürgermeister mitgetcilt, daß in dev Stadt das Gerede ginge, bei der diesjährigen Losholzverlasung seien Unregelmäßigkeiten vorgekommen. Er habe die Angelegenheit dem Kreisamt zur Untersuchung vmgelegt. Kreis Alsfeld. rtt F l e n s >1 n g e n, 13. Mai. Ter Bau de? neuen S ch »I» Hauses geht seiner Bollendiing eutqege», so daß die Einwetbung »och im Sommer b. I. erlolge» dürste. Das Gleiche gilt vo» dem neue» Schulbau der 2. Klasie zu Merlau. Beide Gebäude bilde» bei aller Einsachheit eine Zierde der Ortschaften. Kreis Schotlen. 8 S ch o i t e n, 13. Mai. Am 28. d. M. sindei die diesjährige Krcislchrer-Zusammenkunft in Schotten statt. z. Herchenhaiu, 12. Mai. Am vorigen Sonntagabend trat der hiesige Gesangverein „Eintracht" in der Gastwirtschaft des Karl Adolph zu einer Hanptversamin- lnng zusammen, um den Kasscnbestand bekannt zu geben und über verschiedene VereiNsangelegcnheiten zu beraten. Dem Schulverwalter M e n g e l, welcher Ostern die hiesige Lehrer- stclle bezog, wurde die Leitting übertragen. Dem Antrag des Vereinsdieiiers .Heinrich Nieß aus Entlafiung von seinem Posten wurde nicht stattgegeben, da Nieß in der Reihe von Jahren, wo er die Dienste des Vereins erfüllt, sich dadurch große Verdienste erworben hat und man sein Scheiden ungern sieht. Kreis Fricdberg. A Friedberg, 13. Mai. Eine B ärgermeistervcr- sammlung findet nächsten Montag unter dem Vorsitze des Kreisrats Freiherrn von Schenk im Hotel Trapp statt. t Bilbel, 14. Mai. Aus dem Ruhla II dsgeländc, das vom Militärsiskus vor zwei Jahren zum Exerzierplatz erworben wurde, herrscht seit einiger Zeit ein militärisches Leben. Das Infanterie-Regiment Nr. 81 hielt leine Kompagnicbesich- tigungeil ab, wobei der Kommandierende General anwesend war. Hebungen der >68cr in Ofscnbach und 80er in Homburg finden öfters hier statt. Vor kurzem wurde aus dom Exerzierplatz in der 95tr6eT nt rm Schießstand für 'T’IafffrinntirtticfiT; •cmtütrt. Auch die angehenden Soldaten, die Pfadsinder, pflegen ihre zpilttärtschen Hebungen hier abzuhalten, _ He? i> enbergen. 13, Mai. Ter Hilfsweichenstelker D^etz feierte -rm Sonntag seine goldene Hochzeit im -Älter von 77 Jahren, Starkcnburg und Rheinhessen. d, Mainz, 13, Mai, In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurden als Vertreter zu dem am 15, und 16, Jimi in Köln stattfinderrden 4, Deutschen Stadtctag Oberbürgermeister Tr. Göttelmann und Bürgermeister Kuhn bestimmt, — Zum Andenken an ihren verstorbenen Bruder, den Ziqarrcnhändler Math. Müller, hat dessen Schwester aus der Hinterlasscnsckmst 15000 Mk, als Geschenk der Stadt überwiesen. Das Kapital soll den Maulen M a t h,-Mülle r-St i ft un g tragen und die Zinsen alljährlich zu Weihnachten an verschämte Arme ohne Unterschied des Bekenntnisses verteilt werden. Die Schenkung wurde angenommen, Hessen-Nassau, X 5 a n ct u , 13. Mai, In der Plenarsitzung der Hanauer Handelskammer hat der Präsident derselben, Kommerzienrat F, Canthal, über das Projekt der A u s n u tz u n g d e r M a i n- wasscrkräste nähere Mitteilung gemacht. Bekanntlich hat kürzlich ans Einladung des Obervräiidenten der Provinz Hannover im Nathause zu Lanau eine Zusammenkunst von Vertretern der Städte und Kreise des südlichen Teiles vom Regierungsbezirk Kassel, sowie von Vertretern der Weser- und Mains,rombauverwaltnng stattgesundcn, in der über die Ausnutzung der Mainwasserkräfte beraten worden ist. Es besteht die Absicht, den bei Tnrchlllhrung der Kanalisierung stark ,u stauenden Main zur Erzeugung »on elck- trucher Energie zu benutzen und in Verbindung mit der Edertalsperre einen grossen Teil Vorteilbast mit ihr zu versorgen. Man rechnet damit, aus dem Stauwasscr des Mains von den hier in Betracht kommenden drei Staustuien etwa 20 Millionen Kwst jährlich zu gewinnen und sie, da das Unternehmen als Landesmelio- 'ratioit aufgefaßt wird unb die Anlage- und Erzengungskosten sich incdrig stellen werden, zu einem billigen Preise abgcben zu können, — Bei der Besprechung von Verkehrswünschen wurde be- - tont, dal, der Bau einer U in g c h u n g s b a h n , welche Bebra nicht mehr berühren wird und die Verbindung mit Berlin entsprechend abkürzen ,oll (wie jetzt die Umgehung von Elm seit dem 1, Mai se, -S )’ vvn neuem Verschiebungen im Fahrplan bedingen wird, u.ie Handelskammer Hanau wird Wünsche rechtzeitig Vorbringen. — Gelnhausen, 14. Mai, In dem Personenzug 804 Berlin-Frankfurt, der am Mittwoch abend 10,16 Uhr in Frankfurt eintreffen sollte, befanden sich auch zwei für den P r i n z-H c i n r i ch-Flu g hestimmte Flugzeuge, je aus zwei Güterwagen verpackt. Bei Gelnhausen geriet, wahrscheinlich durch Fuiiken aus der Lokomotive, das eine Flugzeug in Brand, Ter Zug wurde durch Ziehen der Notbremse zum Halten gebracht und die brennenden Wagen auf ein Nebengleis abgcschoben, wo sie mit dem Flugzeug niederbrannten, Ter Zug konnte mit etwa halbstündiger Verspätung seine Fahrt sortsetzen. Die anderen v- und Schnellzüge, die nm diese Zeit die Strecke passierten, hatten deshalb zum Teil ebenfalls Verspätungen, Weilburg, 13, Mai, Am Sonntag abend kam der H»Tierarzt Müller mil jungen Burschen in Streit, in lwssen Verlaus er so schwere BerleHungen erhielt, daß er diesen am Dienstag früh erlag. Wie wir dazu erfahren, soll Dr. Müller in angetrunkenepi Zustande die Burschen angerempelt haben, die darauf über ihn herfielen und ihn mit Stöcken bearbeiteten. Der Verletzte konnte sich jedoch noch ohne Hilse nach seiner Wohnung -begeben. Erst später sind unvorhergesehene Komplikationen etngctretcn, die den Tod des beliebten Tierarztes herbei- isührten. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, Im Lause des heutigen Nachmittags sind eine größere Anzahl junger Leute — man spricht von 6 bis 10 — von hier uird aus dem nahen Dorfe Waldhausen, die an der Schlägerei beteiligt waren, sestgcnommcn worden, von denen aber mehrere nach einem Verhör wieder entlassen wurden, Dr, Müller, der im Alter von etwa 30 Jahren stand, ist aus Magdeburg gebürtig. Er ist der einzige Sohn einer Witwe, vereinsnachrichten. o, Burkhardsfelden, 10, Mai, Einen Sängcrtag veranstaltete heute der Gesangverein „Germania" mit fünf Gesangvereinen aus der Umgegend unter Leitung ihres Dirigenten, Herrn Nicolai, Großen-Buscck. Ter geräumige Saal der Hoftmann- schen Wirtschait vermochte die große Zahl der Sänger kaum ans- zunehmen, Liedcrvorträge der einzelnen Vereine und ein gemütliches Beisammensein hielt die Sangcsbrüder lange beisammen, --- Allendori a, d, Lahn, 13. Mai, Avi Sonntag unternahm der Turnverein vom Wetter begünstigt, und bei recht zahlreicher Beteiligung einen Turngang nach der Dianaburg. Der Abmarsch erfolgte früh morgens um 5 Uhr über Dutenhofen Wetzlar und Berghauscn, Das Frühstück wurde in Berzhausen eingenommen, von wo cs dann wieder mit frischen Kräften bergauf ging. Um 12 Uhr waren die Turner am Ziel angelangt, Euva 1000 Meter von der Dianaburg fand ein Taucrlau, statt. Für die beiden zuerst Ankommenden waren zwei Preise ausgesetzt. Von den ziieist Angekommenen erhielt Ludwig Luh den 1, und Jakob Ö e e v den 2, Preis, Einige hatten sich im Eifer des Gcsechts irrgelausen und kamen nach großen Umwegen nach der ersehnten Dianaburg, Svätcr ging cs unter srischc» Turnerliedern bergab nach Ihringshausen, von Ivo aus der Weg bis Dntenhosen mit der Bahn znrückgclegt wurde, .? Bad-Rauhcim, 11, Mai, Ei» großzügig angelegtes Geländespiel veranstaltete gestern nachmittag der 5, Bezirk des TurnganS Hessen unter Leitung des Hauptmanns Dibm- Vutzbach, Weitere Ossiziere und Unterossiziere des Butzbacher Bataillons hatten sich in entgegenkommender Weise in den Dienst der Uebung gestellt. Etwa 600 Turner aus allen Vereinen des Bezirks beteiligten sich daran. Die blaue Abteilung, die die südlichen Vereine des Bezirks einschließlich Bad-Nauhcün, Steinfurth,- Ost heim und Niedcrweiscl umfaßte und sich in Övvcrshoscn sammelte, hatte die Ausgabe, zwischen Rockenbcrg und Södel einen verunglückten Prooianttransport zu schützen, Tie rolc Abteilung, die nördlichen Vereine bis einschließlich Rockenberg- Griedel, Butzbach um- sasscnd, ging von Griedel aus gegen die Stellung der Blauen vor. Das sehr anregend vcrlauscnc Spiel endigte mit dem Siege der letzteren. Auch eine turnerische Leistung (Tauziehen) am Schlüsse entschied zugunsten der blauen Abteilung, In der nachfolgenden Besprechung ircute sich der Leiter über die außergewöhnlich starke Beteiligung und sprach sich anerkennenswert über den Verlaus des Spiels aus. Er gab dabei der üossnung Ausdruck, daß solche Spiele häusiger, etwa alle Vierteljahr einmal, veranstaltet werden möchten, Tie Teilnehmer kehrten mit großer Begeisterung und Befriedigung von der Hebung zurück. Für die Rücksahrt war von der Licher Babn sür alle Teilnehmer 50 Prozent Preisermäßigung gewährt worden, — Ter Hamburger Turnverein „Vorwärts" stattete heute dem hiesigen Brudervcrcin einen Besuch ab. Etwa 100 Teilnehmer waren von Kövvern über die Kapersburg und Forsthaus Winlcrstein nach hier gewandert, wo sic vom 2, Vorsitzenden des Turnvereins von 1860, Ingenieur Wols, begrüßt wurden, In der Turnhalle war gemütliches Zusammensein mit hiesigen Tnrnsreunden, rlttiversitäts-Nackrichtc». — Der Direktor der Musterschule in Frankfurt a, M,, Geheimer Studicnrat Tr, Walter, der sich durch einen irühcrcn Aufenthalt in Amerika um die Förderung per geistigen Beziehungen zwischen Deutschland und den Bereinigten Staaten bereits große -Verdienste erworben hat, erhielt zum 1, Oktober einen Rui an die Columbia-Universität in New Aork, Tr, Walter wird, die Genehmigung des vrcußischen Kultusministers vorausgesetzt, ein Jahr in Amerika weilen und dort methodische Lehrgänge und Vorträge über den neusprachlichen Unterricht abhaltcn, — Als Nachfolger von Brwessor 'Konter ist der vraklilebe Arzt 1>r, meä, Hans Schloßberacr zmn AbteibingSvorsleber atu Institut lür Huaicne un& erverimentellc Theravie der Universität Marburg ernattnt ivorden. Berlin — Darmstadt. Darmstadt, 13. Mai, Leutnant v, H id dessen, der heute morgen um 4 Uhr 25 Minuten in Johannisthal mit Leutnant Müller als Beobachter zum Fluge nach Darmstadt startete, ist hier um st Uhr 15 Minuten glatt gelandet. Er hat die Strecke von 450 Kilometer Lustlinie trotz widriger Windverhältnisse in 4 Stunden 50 Minuten durchflogen, Lcittnant v, Hiddessen wird am PriNz-Hcinrich-Flug, der am 17. Mai hier beginnt, teilnehmen, Rom, 13, Mai, Ter Militärflieger Leutnant Landinrist bei einem Fluge Porto Ferrajo-Piombino insMecrgcstürzt, Er wurde schwer verletzt gerettet. Vas Erdbeben in Sizilien. Catania, 14. Mai. Der Direktor des geo-dlmcrmischen Instituts teilt mit, das; gestern vorm^ag in Lingualossa, Rand-azzo und Minco zwei Erdstöße des fünften und sechsten Stärkegrades verspürt wurden. Die Bevölkerung wurde von einer Panik ergriffen, doch ist Nein Schaden angerichtet worden. Der .Hauptkrater des Aetna stöbt weiter viel Rauch und Asche aus. Ogden (Staat Utah), 14.'Mai. Ein Erdstoß hat grosse Aufregung unter der Bevölkerung hervorgerufen. Bei mehreren Wolkenkratzern int Geschäftsvicrtcl der Stadt gingen die Fensterscheiben in Trümmer. Vermischter. * Im Scherz erschossen. Aus Echternach, 13, Mai, wird gemeldet: Ein luftiger Bäckermeister hatte ein geladenes Gewehr in die Wohnstube gestellt. Ein. Dien st Mädchen legte aus Scherz das Gewehr auf ein anderes an, der Schuß ging los und das getrvsscne Mädchen wurde so schwer verletzt, daß cs bald daraus im Krankenhaus« starb. * Todesurteil gegen eine amerikanische Millionärin, Tos Appcllatronsgertcht von Ncw-Orleans bestätigte das Todesurteil gegen die Millionärin Auguste E d r a d s, die im Juni vergangenen Jahres ftncn .Kaufmann namens Georg Riehl auf der Straße niedcrgeschossen hatte, da er, wie sic bei ihrer Vernehmung erklärte, sich an ihrer weiblichen Ehre vergriffen habe. Bei der Verlesung des Urteils erklärte der Gerichtspräsident, daß die Todesstrasc ldic hier zum ersten Male in den Südstaatcn gegen eine weiße Frait verhängt wurde) wahrscheinlich in lebcnslängliclic Zuchthausstrafe umgeivandclt werden würde. Die Verurtftlte war jedoch so vcrzwciielt, daß sie, ins Gefängnis zurückgcbracht, Selbstmord verübte, * Schisfsunfällc. Im Seckanal schlug ein Boot um und alle sechs Insassen, zwei etwa 20 Jahre alte junge Leute, zwei Tanten und zwei Kinder ertranken. Die Lftchen sind bisher noch nicht geborgen. — Ter Stahlschraubendampfer „Turret Hill" k c n t c r t e aus der Höhe von Southwold, Der Kapitän wurde in einem Boote pan dem belgischen Dampfer „Krenilin" ausgclcscn, Ter Rest der Mannschaft fehlt. Nach ftner anderen Meldung heißt es: Ter einzige Uebcrlcbende des Kohlcndampfers erzählt: Um 3>/, Uhr schwankte der .Dampfer plötzlich und schlug nm, Tie an Bord befindlichen 12 Personen, darunter der ilän und dessen kleiner Sohn, schliefen und sind zweifellos alle ertrunken, Ter einzige Ueberlebcndc Obermaschinis! schwamm einen! Boote zu, das er forttreiben sah und wurde svätcr von einem belgischen , Dampfer ausgenommen. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht aufgeklärt. Nach der einen Lesart soll ein Fischerboot mit dem Dampfer zusammengestoßcn sein. Nach der anderen soll er infolge der Verschiebung seines Schlvcrgewichts gesunken lein — Im Bristolkanal fließ der Dampfer „Stern", von Ncu- Seeland kommend, mit einem Dampfkutter aus Eardisf zusammen. Fünf Menschen kamen bei dem Zusammenstoß u m. Wetleraussichten in Heilen am Freitag, den In. Mai 1914: Vorwiegenv wolkig, keine erlteblickten Niederlchlägc, etwas wärmer. Letzte Nachrichten. Die Festsetzung der Nord grenze Albaniens, Rom, 14, Mai, Die „Ageneia Stefani" meldet: Tic Nachricht der „Neuen Freien Presse" über Streitigkeiten und Einstellung der Arbeiten des internationalen Ausschusses zur Festsetzung der Grenze Nordalbaniens (siehe unter Ausland), ist nnrichtra, Es sind zwischen den Delegierten Mcinunysver- schiedenheitcn aufgeraucht, aber nicht über grundsätzliche Fragen, Es kann keine Rede davon sein, daß der Ausschuß seine Arbeiten eingestellt hat. Speziell zwischen den französischen und den italienischen Delegierten haben sich Meinungsverschiedenheiten ergeben, weil bezüglich der Grenzlinie Goritzaloiaj im Ausschuß zwei Lösungen vorgeschlagcn waren. Der Ausschuß hält cs für zweckmäßig, sich über diesen Teil der Grenze endgültig auszusprechen und lvird in gleicher Weise mit seinen Arbeiten fortfahren, indem er es sich für später vorbehält, die Art und Weise, wie die beiden Vorschläge miteinander zu versöhnen sind, einer Prüfung zu unterziehen. Die Räumung Tampicos, Washington, 14, Mai, Admiral Mayo incldet, daß die Kanonenboote der Bundestrnppcn den Fluß verlassen haben und neben den fremden Kriegsschisscn vor Anker gegangen seien. Er berichtet weiter, daß die Bundestruppen um 1 Uhr nachmittags begonnen hätten, .Tampico unter Benutzung der Eisenbahn zu räumen, Lin neues Oxygettpriiparat, einzig bisher bekanntes, unerkannt wirksamstes Mittel gegen alle Magen-sind» Darmbesebwer-cn. Die glänzenden Ersolge, die bft der Behandlung selbst hartnäckigster Fälle von Magen-^ Leber- und Darmbftchwerden mit dem neuen Ozon-Präparat Stomoxvgen erzielt wurden, machten dieses Mittel in kurzer Zelt außerordentlich berühmt in der .ganzen Welt und in Tausenden von Familien als Hausmittel unentb^r- lich. Durch das Stomoxhgen werden dem Organismus die nötigen Sauerstofsmengen zugesührt, die zur Vernichtung aller schädlichen Keime, welche häufig Ursache schwerer Erkrankungen sind, beitragen. Zu gleicher Zftt aber wird dadurch die Verdauung geregelt, der Appetit gefordert und die Lebenskraft gehobelt. Ski akutem und chronischem Magcnlätarrh, nervösen Verdauungsstörungen, Magcir- ertofttcrung, Darmerkrankungen, Stuhlverstopsung sowie bei Lcber- nnd Niercnlftdcn erwies sich Ttomorngen als ftn außerordentlich wirksames, zuverlässiges und rasch wirkendes Mittel, Ter Saucr- stofi, durch die stärkenden und ernährenden Stoße, die im Stom- oxtzgen außerdem enthalten sind, unterstützt, dringt auch in die verborgensten Falten der Berdauunasorganc ein und bewirkt in Kürze vollkommene Herstellung auch jener Patienten, die durch längere SVranfbdt ziemlich hcrabgckommen und geschwächt worden sind, Wenn Sie daher au irgend einem Magen- oder Darmleiden laborieren, besorgen Sir sich sofort in der Apotheke eine Schachtel Stomoxtzgen und Sic werden sich von dessen Wirksamkeit in Kürze überzeugen, G066hv man Das echte Dr. Oetker* S Backpulper ist gesetzlich geschützt unter dem Namen Wer dies benutzt, wird stets guten Erfolg und Freude beim Kuchcnbacken haben. Man versuche: Dr. Oefker’s SdiokoIaden*Kuchen. Zutaten: 250 £r But er, 500 g Zucker, 6 Eier, das Weine fiu Schnee aekhlnpen, 500 g Mehl. 1 Päckchen von Dr. Oetkers Banillin-Zucker, 1 Päckchen von Dr. Letker'S ,,Backin", 3 EH* löfse! voll riakao, I kleine Tasse Milch oder Nahm. Zubereitung: Die Butler rühre zu Sahne, alb Zucker, Eigel'.', Vanillin-Zncker, Milch, Mehl, dieses mit dem Backm gemischt daran und zuletzt den Schnee der 6 Eiweitz. Teile die Masse, menge unter die eine Hälfte den Kakao, fülle den Teig abivechselnd in die gebettete Form und backe den Kuchen 1 bis 1% Stunden. 404 ,bv Empf. billigst ( 3W# a Tür-Vorlagen grosse Auswahl Lndg.Erüll, Ploekstr. Ia. Apfelwein in Flaschen ».Gebinden empfiehlt Cmil Schmoll, Frankfurter Straffe 7. Telephons. Wiederverk. Rabatt. I518H 'ffeinr. Jfredert Telephon 323 Plockstrasse 11 < Teine ( Ihass°£fehneiderei für fCerren und Junten Deutsche, engl, und frans. 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