Nr. X09 Zweiter Erschein! täglich mtl Ausnahme ixs Sonntag?. Tie „«ebener SamilienMättcr" werden dem »Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, da? ,,«reir»1«tt für den Xteir Sieben" zweimal wöchentlich. Tie „rondwirtschastllchen zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Blatt t64- Zahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Sberhejsen Montag, is. Mai Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn UnwersttätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^§*51. Redaktion:d^Al12. Tel.-AdruAnzeigerGießen. Mb. Deutscher Reichstag. 253. Sitzung vom Sonnabend, den 9. Mai 1914. Am Bundesratstisch: v. Falkenhayn. Präsident Dr. Kacmpf eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 15 Minuten. Der Milärelal. (Fünfter Tag.) Die Beratung wird fortgefcht beim Kapitel: Militär» Justizverwaltung. Abg. Kuncrt (Soz.): Die Zahl der Soldatcnmitzhandlungcn können wir nicht fest, stellen, wir kennen nur die Zahl der Gerichtsverhandlungen. Diese haben wohl abgcnommen. aber damit ist noch nicht bewiesen, daß auch die Mißhandlungen abgcnommen haben. Der Kern des UehelS ist unsere rück st and,ge Militärgerichtsbar. k e i t. Der schon vor sechs Jahren von uns gefaßte Beschluß aus Vorlage einer Kriminalftatistik ist vom Bundesrat in der schnödesten Weise abgelchnt worden. (Präsident Dr. K a e m p f rügt diesen Ausdruck.) Gegen ungerechtfertigte Befehle der Vorgesetzten müßte den Soldaten ein N o t w e h r r e ch t zugestandcn werden. In Bezug auf den strengen Arrest reichen selbst die Bcfugnifie der russischen Offiziere nur halb so weit als die der deutschen Offiziere. Selbst Knebelung kommt bei uns noch vor. Das ist entehrend für diejenigen, die solche Strafen ver. hängen. Seit Jahrzehnten ist keine Reform der Militärgerichts» barkeit durchzusetzen. Dieses gemeingefährliche Verfahren der ReichSreglerung muß entschieden gebrandmarkt werden. (Vize» Präsident P a a s ch c ruft den Redner zur Ordnung.) Gegen solche Infamie müssen wir Front machen. Generalmajor v. Langermann: Dir können nicht mehr tun, als Ihnen die Zahlen der Kriminalstatistik bekanntzugeben. Wenn S,e uns nicht glauben, können wir es nicht ändern. Eine Reform der Militärgcrichtsbar. keit w,rd sich vor der Reform der Zivilgerichtsbarkeit nicht durchführen lassen. Die Gerichtsbarkeit der Militärjustiz überhaupt zu entziehen, können wir nicht gutheißen. Daß Gesundhcits. schädigungen durch strengen Arrest erfolgt sind, ist nach der Statistik unrichtig. Die Kriininalstatistik des Heeres ist günstiger als die zivile Statistik und sie weist eine Besserung im Laufe der Jahre aut. Abg. Weinhausen (Dp.): Mir geht aus meinem Wahlkreise ein mich aufs tiefste bewegender Br,es zu. Ein vor neun Jahren in China vom Militärgericht verurteilter ehemaliger Soldat erhält heute noch Briefe von der Militärverwaltung mit der Aufschrift: .An den ehemaligen Militärgefangenen Soundso." Hier wird ein ohnehin bedrücktes Gewissen in schwerster Weise mißhandelt. Ist ein derartiges Verfahren Regel oder Ausnahme? KliegZminister v. Falkcnhayn: Mir ist nicht bekannt, wie in solchen Fällen im allgemeinen Verfahren wrrd. Billigen könnte ich ein Verfahren, wie hier dargestellt, nicht. Ich hätte es gern gesehen, wenn ich vorher über die Sache unterrichtet worden wäre. Dann hätte ich heute schon sagen können, daß ich bereits ein» gegriffen habe, um derartigen Vorkommnissen für die Zukunft vorzubeugen. (Beifall.) Abg. Schmidt-Meißen (Soz.): Die Militärverwaltung bestreitet immer, daß der Boykott aus Politischen Gründen verhängt wird. Das Gegenteil läßt sich aber an vielen Beispielen Nachweisen. In Sachsen sind wir damit keineswegs besser daran als in Preußen. Ich allein könnte über hundert derartig boykottierte Lokale anführen. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Als der Redner sich anschickt, diese Lokale nacheinander aufzuzähien, ersucht ihn Vizepräsident Dr. Paasch e, sich kürzer zu fassen, da noch 49 Redner zum Mili- läretat vorgenierkt seien. (Große Unruhe.) Na ja, aber einige Beispiele muß ich doch noch anführen. (Heiterkeit.) Als Dr. Poaschc den Redner zum zweiten und drit» ten Male mit demselben Hinweis unterbricht, fährt dieser fort: Ja, jetzt komme ich erst zu den interessanten Fällen. (Heiterkeit.) Allen Versicherungen vom Bundesrat zum Trotz muß eS dabei bleiben, daß hier das Militärverbot immer aus politischen Gründen verhängt worden ist. Söchs. MiliitärbevoNmächtigt. General Lencknrt v. Weißdorf: Das Militärverbot wird nur verhängt von dem militärischen Befehlshaber, der für die Disziplin seiner Truppen verantwortlich ist. Soweit möglich, werden die wirtschaftlichen Interessen der Inhaber geschont. Aber allein der militärische Befehlshaber ver- mag zu beurteilen, ob das Verbot dauernd oder nur für einige Tage zu verhängen ist. Soweit er nicht aus eigener Wahrnehmung entscheidet, stürtzt er sich auf das Urteil der Polizeibehörde. An dieser Handhabung halten wir fest und lassen nicht nach im Interesse der Disziplin. Denn eine Truppe ohne Disziplin und Ordnung ist nicht brauchbar. (Beifall rechts.) Zurückweisen muß ich die schweren und sicher ganz ungcrechtfertigen Angriffe auf die sächsischen Gendarmen. (Beifall rechts.) Im übrigen gehe ich auf die Erörterungen des Abg. Schmidt nicht ein. Sie geyören in ihrer Mehrzahl zu dem Ministerium des Innern. Ich habe ihm im vorigen Jahre bereits gesagt, sie in Sachsen vorzubringen; das kann ich nur wiederholen. Abg. Keil (Soz.): Auch in Württemberg sind solche Militärverbote vorgekommen. Mit solchen Mitteln hebt man die Disziplin nicht. Württcmb. Militärbevollm. Generalmajor v. Gracwcnitz: ES ist nicht Sache einer Militärbehörde, festzustcllen. was ein sozialdemokratischer Verein ist. Das ist Sache der Polizei- Behörde. _ Abg. Schöpflin (Soz.)k Ist der KricgSminister bereit, mit den Generalkommandos e,n Einvernehmen herbeizuführen dahin, daß die jetzige Handhabung des Militärboykotts gemildert wird? Generalmajor Wild v. Hohenborn: Wir nehmen gern Notiz davon, daß der Abg. Schoepflin keine völlige Beseitigung, sondern nur noch e,nc Milderung des Mllitar- Verbotes verlangt hat. (Unruhe b. d Soz.) Wir habe, feil einiger Zeit Milderungen eingeführt und sind nach den gemachten Erfahrungen ganz zufrieden damit. Für wertere Milderungen werden wir aber nicht zu haben sein. Abg.Zimmcrmann (Natl.): Tie bei der Landesaufnahme beschäftigten Kupferstecher sind durch die Einführung des jedigen Akwidshstem- schwer ge,chad^gl worden. Wünschenswert ist. daß der Kartenvcrlauf dem Buch. Handel freigegeben wird. Generalmajor v. Scheeler: Wir haben -ine grundlegende A-nd-rung in der Besoldung der Kupfcrsteckcr bcrcüs ms Äuge gesicht. TaS ützigr. aus Gcball und Akkord kombinierlc System entspricht UN, ereil Wunden Nicht. JBu der .Geldbcrpflcgung' befpricht Abg. Held (Statt.): die Schädigungen der Offiziere durch das dauernd« Verweilen in kleinen Garnisonen. Sie müssen verbittert werden, wenn sie in den kleinen Garnisonen jene geistigen Anregungen vermissen, die den Kameraden in den großen Städten geboten sind. Die erforderlichen Versetzungen von Reserveoffizieren zum Train muß in allen Fällen sofort erfolgen, damit die Offiziere Gelegenheit haben, den schweren Traindienst gründlich zu erlernen. Der hohe Wert eines guten Trains sollte in der Armee genügend gewürdigt werden. Generalmajor Wild v. Hohenborn: Wir verkennen die Nachteile der kleinen Garnisonen nicht. Eine regelmäßige Verschiebung läßt sich praktisch nicht durchführen, da jedes Offizierkorps ein geschlossenes Ganzes bildet,' ^ssen Charakter man nicht durch fortwährende Aenderungen ; * ann \. Es ist auch schwer, die richtige Auswahl aus den Offizieren für die Versetzungen aus den Grcnzgariiisonen zu tref» fen. UebrigenS haben sich die Verhältnisse gebessert insofern, als [ die Offiziere jetzt nicht mehr so lange in den Grenzgarnisoncn ! bleiben. Die Hebung des Trains wird seit Jahren eifrig i betrieben. Ein weiterer Ausbau ist geplant, seine Durchführung, j hängt von der Bewilligung deö Reichstags ab. Insbesondere soll die Wehrhaftigkeit des TrainS besser als bisher ausgebildet, werden, von einer Aenderung des NamcnS haben wir aber abgesehen, da der Train unter diesem Namen mit Ehren an den Kriegen teilgenommen hat und deshalb selbst die Beibehaltung des Nainens wünscht. Abg. Ponschab (Zentr.)' tritt für Besserstellung der Waffenmeister ein, bi« 1 zu mittleren Beamten aufrücken möchten. Generalmajor v. Wild: Diesem Wunsche kann nicht entsprochen werden; dagegen spricht ihre handwerksmäßige Beschäftigung. Auch in das Zivilbeamtenverhältnis können sie nicbl überführt werden. Abg. Erzbcrgcr (Zentr.): Man könnte doch gehobene Unterbeamtc auS ihnen machen und sie dadurch besserstellen. Generalmajor Wild v. Hohenborn: Diesen Wunsch finde ich begreiflich, kann aber keine bestimmte Zusage machen. Abg. Pauly-Cochem (Zentr.): In der landwirtschaftlichen Bevölkerung wurde cs sehr unan» genehm empfunden, daß zur Zeit der Ernte die Einziehung von Reservisten in großem Umfange erfolgte. Das ist inzwischen besser geworden und ich möchte der Militärverwaltung den Dank dafür aussprechen. In besonderen Notfällen sollte den Soldaten aus familiären Gründen die Erlangung des Urlaubs erleichtert werden. Abg. Schwabach (Natl.): Die Einwohner der Kreise Memel und Heidekrug wünschen dringend die Errichtung eines Bezirkskommandos in Memel. Die beiden Kreise werden schon immer von der Militärverwaltung recht stiefmütterlich behandelt und auch bei der letzten großen Hecresvermehrung sind ihnen keine neuen Garnisonen gewährt worden. Generalmajor Wild v. Hohenborn: In den Uebungsbestimmungen wird die weitgehendste Rücksicht auf die Verhältnisse des Weinbaues genommen. Der Wunsch des Abg. Schwabach wird in wohlwollende Erwägung gezogen. Ab». Znbeil (Soz.): Den Zivilberufsmusikern wird die Existenzmoglichkeit immer mehr durch die übermächtige Konkurrenz der Militärmusiker erschwert. Die Militärmusiker haben aus dem Gelds der Steuerzahler so viele Vorteile, daß die Zivilmusiker in dem Konkurrenzkampf sehr benachteiligt sind. In den Berliner Militärkapellen haben viele Musikmeister Minister-Einkommen. Die Militärkapellen spielen überall, sogar bei Schweine, und Schlachtfesten. (Heiterkeit.) Das Generalkommando hat abgclehnt, mit dem Zentralverband der Zivilberussmusikcr in Unterhandlungen zu treten über einen Einheits-Mindesttarif für Zivil- und Militärkapellen. I Die Militärkapellen unterbieten fortgesetzt die Zivilkapellen. Von ihnen wird die schlimmste Schmutzkonturrenz geübt. Die Militärmusiker werden von den Kapellmeistern ausgebeutet. Die Militärkapellen wirken gemeinsam mit Ulk-Bauernkapellen am Bockbiertrubel mit. Seit Inkrafttreten der Ange- l stclltcnversicherung bevorzugen die Wirte natürlich erst recht die Militärkapellen, um die Versicherungsbeiträge zu sparen. Die Militärmusik muß auch in steuerlicher Beziehung als reiner Ge- toerbebetrieb^ betrachtet werden. Sie verbreitet die Gassen- hauermelodien. Es gibt einen Militärkapellmeister, der komponiert nicht bloß, er dichtet auch! (Zuruf des Abg. Schultz- Bromberg: Unerhört! Große Heiterkeit) Nein, das ist nicht unerhört! (Erneute Heiterkeit.) Da heißt es z. B.: Untern Linden, Untern Linden Geh'n die kleinen Mägdelein. Hast du Luft mal anzubinden. Wandere munter hinterdrein. Bist du am Pariser Platz — Schwubs, da ist sie schon dein Schatz! (Antauernde schallende Heiterkeit.) Das soll Kulturarbeit sein! Generalmajor Wild v. Hohenborn: Das warme Herz, das der Vorredner offenbar für die Zivil- Musiker hat, haben wir auch. Wir verübeln den ehrsamen Stand nicht, daß er für sein Recht eintritt. Aber auch wir haben unsere Existenzberechtigung. Wir haben viele einschränkende Bestimmungen erlassen,'daß wirklich darin nicht weiter gegangen werden kann. Musik wird jetzt in geradezu schrecklicher Weise gehoben. In Berlin kann man kaum noch ein Glas Bier trinken, ohne Musik. Und mancher denkt wie Wilhelm Busch: Musik wird oft nickt schön empfunden. Weil stets sie mit Geräusch verbunden! Es gibt eine Ueberproduktion von Musikern. Aber es sind nicht bloß Deutsche, sondern Ungarn, Slowaken, Russen usw. Das vorgetragene Gedicht galt einem Fastnachtsfeft. Da gehen die Wogen wohl einmal zu hoch. Indessen gebe ich zu, daß hierbei der KAlturfaktor etwas unter den Tisch gefallen ist. (Heiterkeit.) Im Ernst gesprochen, unsere deutsche Volksmusik ist ein Kulturfaktor und wird von den Militärkapellen gepflegt. Freilich immer Oratorien spielen — das können Sie nicht verlangen. (Heiterkeit und Zustimmung.) Und unsere kleinen Städte verlangen Militärmusiker. (Sehr richtig!) Es ist zu unserer Kenntnis gekommen, daß einmal ein Kapellmeister seine Stelle verkauft hat. Das darf nicht sein! (Sehr richtig!) Wir haben gerichtliche Entscheidung angerufen, und ich gebe Ihnen die Versicherung, de-rartiges wird nicht wieder Vorkommen! (Lebh. Beifall.) Aber wie wird solche Stelle manchmal besetzt? Zu einem Obersten, der den »Feuerzauber" nicht von einem Straußschen Walzer unterscheiden kann (Heiterkeit), kommt sein alter Kapellmeister, er könne nicht mehr und empfehle den und den als seinen Nachfolger. _ Der Ober st fra gt seinen Adjudanten, der allenfalls den Zapfenstreich und „Heil dir im Siegerkranz" pfeifen kann (Große Heiterkeit). Sie einigen sich bann, daß der Empfohlene die Stelle erhält. Aber wie gesagt, seitdem wir aufmerksam geworden sind, werden Verkäufe nicht mehr Vorkommen. (Lei'h. Beifall.) Wir brauchen Reserve-Musiker, um die Kapellen auf der Höhe zu erhalten. Aus demselben Grunde können wir auch den Gewerbebetrieb nicht entbehren. Das Volk will, daß sie auf der bisherigen Höhe bleiben. Dem, wie Sie (zu den Sozd.) es nennen, öd<;n Kaserncnlebcn schafft die Musik die besten Stunden. Selbst Herr Noske hat verlangt, die Marschmusik solle man den Soldaten nicht nehmen. Ucber wie viele trübe Stunden hat die Musik unsere Leute vor Metz und Paris hinweggcholfen! Und wie erhebend war es, wenn cö über die Schlachtfelder klang: »Heil dir, im Eiegerkranz" und »Nun danket alle Gott". (Lebh. wiederholter Beifall.) Abg. Ponschab (Zentr.): Die Konkurrenz der Militärmusiker muß insoweit auSge» schaltet werden, als sie nicht billigere Preise als die Zivilmusiker stellen dürften. Abg. Gunffer (Vp.): Die Forderung deö Deutschen MusikerverbandeS. den Militär» kapellen jeden Wettbewerb zu verbieten, geht viel zu weit. Die Militärkapellen leisten zweifellos Kulturarbeit. Die Klagen der Zivilmusiker zeugen von einem gewissen Futterneid und einem Mangel an Solidarität. Gerade Huren von der sozialdemokratischen Fraktion habe ich oft schon in Lokalen mit Militärmusik getroffen. (Gr. Heiterkeit.) Selbst Herr Zubeil hatte Freude an den Verben. Er schmunzelte. Es tut ihm wohl nur leid, ooß er in seinen alten Tagen nicht mehr mitmachen kann (Heiterkeit.) Generalmajor Wild v. Hohenborn: Die Musikbeiträge der Offiziere sind schon reichlich hoch. Sie betragen in manck^en Garnisonen für einzelne bis 120 Mark jährlich. (Hört! Hört!) Abg. Belzer (Zentr.) fordert eine Garnison für Hechingen, die auch das Wachtkommando für die Burg Hohenzollcrn stellen könnte. Mindestens sollte ein Bataillon dorthin verlegt werden. Generalmajor v. Hohenborn: Auf der Burg Hohenzollcrn liegen ein Offizier und 36 Mann. Das muß genügen, zumal auch der Kaiser als der älteste des Geschlechts Hohenzollcrn damit einverstanden ist. Montag 11 Uhr: Weiterberatung. Abcinöerung de; hessischen Leldsirafgesctzes vom 13. )uli s9i)-s. Der Ziveitcn Kammer ist folgender Gesetzentwurf betr die Abänderung des Feldstrafgcsctzes vont 13. Sitli 1904 zugegangen: Artikel I.: Das Feldstrafgesctz vom 13. Juli 1901 wird dahin geändert: 1. Im Artikel 17 Absatz 4 erbält der 2 . Satz folgende Fassung: „Ern Antrag auf Bestrasting ist nur erforderlich wenn die bandlung gegen einen Angehörigen begangen ist." 2. Artikel 24 Absatz 2 wird gestricky-ii 3. Im Artikel 28 Absatz 1 werden die Worte „oder aus Fahrlässigkeit (Artikel 27>" gestrichen. 4. Im Artikel 39 Absatz 2 werden die Zifsern „3, 4" gestrichen. 5. Im Artikel 43 Absatz 1 werden nach dem Worte „bedürfen" die Worte einqcfügt: „mit Ausnahme der Anordnung nach) Artikel 39 Nr. 2 /'. Artikel II.: Das Gesetz, das Verfahren in Forst- und Fcldriigesachen betreffend, in der vom l. Januar 1905 an geltender» Fassung (Regierungsblatt von 1904 Seite 356) wird dahin go ändert: l. Ärtikel 5 erhält als Absatz 3 salgende Bestimmung: „Strafanträge bedürien nicht der im § 156 Absatz 2 der Straf* Prozeßordnung vorgesehenen Form. Sie können insbesondere bej de» mit dem Feld- und Polizeischutz betrauten Personen auch ntüntilfcf) angebracht werden." 2. Im Artikel 26 wird zwischen Absatz 4 und Absatz 5 salgende Bestimmung als besonderer Absatz eingcsügt: „Im übrigen finden die Bestimm,mgen des Deutschen Gerichiskostengesetzes mit der Mastgabe entsprechende Anwendung, das, her Berechnung einer Teilgrbühr die im Absatz 2 scstgesetztc Gebühr von 1 Mark zu Grunde zu legen ist." In der Begründung wird ausgeführt: Das F-eldsirasgesetz vom 13. Juli 1904 hat in Anlehnung an neuzeitliche Feldstrafgesepc anderer Staaten in weiterem Umfange als das alte Feldstrafgcsetz den Strafantrag als Voraussetzung der Strafverfolgung geringfügiger Feldfrevel vorgesehen. Dagegen macht sich seit einiger Zeit in landwirtschaftlichen Kreisen ein lebhafter Widerspruch geltend. Es wird darauf hingewiesen, daß die besonderen Verhältnisse aus dem Lande dein Geschädigten häufig die Stellung eines Strafantrags unmöglich wachten. Er müsse verwandtschastliche, nachbarlickw oder sonstige Rücksichten nehmen und sei aus diesem Grunde häufig ge- zwungen, von einem Strafantrag abznsehen, selbst wenn er an sich die Bestrafung des Täters wolle. Blieben solche Fälle vereinzelt, so seien sie unbedenklich, werde aber, wie dies auf dem Laube der Fall sei, «ine solckw zlvangsweise Rücksichtnahme allgemein, so leide der Feldschutz und damit die landwirtschaftliche Bevölkerung unter solchen Zuständen auf das sck,werste. Diesen Klagen kann eine gewisse Berechtigung nicht abgesprochen werden. Die aüsstchenden Feldfrüchte bedürfen zweifellos eines energischeren Schutzes als die Sachen, die sich in Verwahrung des Berechtigten befinden: sie sind gewissermaßen dem Schutze der Ocsscnllichkeit anvcrtraut: vergreist sich jemand an ihnen, so ist neben dem privaten Interesse das öffentliche Interesse insofern in besonderer Weise berührt, als durch den begangenen Feldfrevel an den Tag gelegt ist, daß der Schutz der Oeffentlichkeit hier nicht ausgcreicht hat, um den Berechtigten vor Eingriffen in sein dem öffentlichen Schutze anvcrtrautes Eigentum zu bewahren. Es hat deshalb auch die Allgemeinheit ein hervorragendes Interesse an der Vcrsolgung selbst geringftigiger Feldfrevel, weil eben jeder Frevel gewissermaßen den stillen Vorwurf begründet, daß der öffentliche Schutz versagt habe. Aber abgesehen von dieser theoretischen Erwägung ist es vor allem das prak- tisckw Bedürfnis der Landwirtschaft, das, nachdem es zu wiederholten Malen durch ihre berufsmäßige Vertretung, die Landwirtschastskammer, konstatiert worden ist, dazu nötigt, das Erfordernis des Strafantrags möglichst einzu schränken. _ . Nach dem geltenden Rechte ist ein Strafantrag notwendig, wenn der Täter Felbfrüchte von unbedeutendem Werte oder in geringer Menge zum alsbaldigen Verbrauch entwendet. Hierunter fallen die meisten Obstentwen- düngen durch Kinder. Die Ansicht weiter Kreise der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung geht dahin, daß gerade diese Fülle trotz chrer Geringfügigkeit im EcryzcILalle durch die HüilfigVeit ihres Borkommens der Landtvrrtsckzafl groben Schaden zufügen, das, andererseits aber auch gerade in diesen Killen der Gesclzä-dastte unter Hinweis aitf die cheringsügigkeit des Schadens oder auf die Jugendlichkeit des Täters zuin großen Nachteile fiir den Feldschuti überredet wird, von einem Strafantrag abzuscheiu Mit Rücksicht hierauf hat der vorliegende Enltpurs die Streickrung des Artikels 24 Abs. 2 des Feldstrasgesetzes vorgesehen. Die fahrlässige Kldbeschädigung ist ein außer' ordentlich häufiges Delikt. Betrachtet inan dasselbe nickt vom Gesichtspunkte der krinnnellen Schuld, sondern von demjenigen der schußbcdürstigcn Interessen, so ist kein wesentlicher Unterschied ztvischcn vorsätzlicher' und fahr lässiger Feldbesctuidigung; cs ist im Gegenteile die Gefahr fahrlässiger Beschädigung die größere. Es ist daher das Verlangen landwirtschaftlicher Sixcifc, daß der Strafantrag bei fahrlässigen Feldbeschädigungen fallen gelassen werde, unrso berechtigter, als vielfach Feldbeschädigungen, die als vorsätzlich begangene und daher ohne Strafantrag verfolg- bare Handlungen angezeigt werden, sich nachträglich als fahrlässige erweisen und beim Nichtvorliegen eines Strafantrags zum Schaden des Fcldschutzcs »ngciühnt bleibep. Ter Entwurf bestimmt daher, daß das im Artikel 28 des geltenden Feldstrasgesetzes für die Verfolgung fahrlässiger Feldbeschädigungen aufgestcllte Erfordernis eines Strafantrags fallen zu lassen sei. Das gleiche gilt isnr daS Erfordernis eines Strafantrags in den Fällen des Artikels 39 Abs. 1 Ziffer 3 und 4 des Feldstrasgesetzes, nicht dagegen auch für die Fälle der Ziffer 5 daselbst, weil der Tatbestand der Uebertrctuug des Artikels 39 Abs. l Zisser 5 eine nahe Verwandtschaft mit dem Hausfriedensbrüche des § 123 des Strafgesetzbuchs zeigt und eine ausdrückliche Konstatierung des Willens des Berechtigten, daß strafrechtliche Verfolgung eintreten soll, in Form des Strafantrags der> Natur der Sache entspricht. Von einem Teil der landwirtschaftlichen Bevölkerung wird daS allgemeine Verbot des ll n kr a u k sa in - me l n s auf Aeckern ohne daß es des ausdrücklichen Verbots des Eigentümers bedarf, gewünscht. Die Erfüllung eines so weit gehenden Wunsches erscheint durrb die Interessen der Landwirtschaft nicht geboten. Daß das Unkrantsammeln auf bestellten Aeckern Schaden verursachen kmiu, darf ohne weiteres zugegeben lverdcn. Seine Strasbartcit ist aber schon durch 8 368 Ziffer 9 des Reichsstrafgesetzbuchs ge- sichert, der das unbefugte Betreten von (härten oder Weinbergen, das unbeftigte Betreten von Wiesen oder bestellten Aeckern vor beendeter Ernte sowie das unbefugte Betreten von solchen Aeckern, Wiesen, Weiden oder Schonungen, welche mit einer Einfriedigung versehen sind oder deren Betreten durch Warntmgszeichcn untersagt ist, ohne daß es eines Strafantrags bedarf, unter Strafe stellt. Eine doppelte Bestrafung von Unkrautsammlern, einmal wegen Betretens des Ackers und sodann wegen Wegnahme von Unkraut, liegt aber sicher nicht in der tzlbsicht jener Kreise, würde auch niit dem öffentlichen Rechtsgefühl sich schlvcrlich vereinbaren lassen. Es darf ferner anerkannt werden, daß auch das Nn- krautsammeln crrif Aeckern, die sich in Vorbereitung für die dcmnächftige Bestellung befinden, Schadet stiften kann. Da aber das Betreten solcher Accker durch Artikel 39 Abs. l Ziffer 4 des Feldstrasgesetzes unter Strafe gestellt ist und der für die Strafverfolgung durch das geltende Recht verlangte Strafantrag für die Zukunft wegsallen soll, so ist die Rechtslage hier für die Folge nicht anders, als sie oben in Ansehung des Unkraulsammelns auf bestellten Steckern dargelegt worden ist. ES bleibt hiernach nnr daS Unkrantsammeln auf solchen Aeckern übrig, die weder bestellt, noch fiir die Bestellung vorbereitet sind. Auch dies allgemein zu verbleien, erscheint nicht gerechtfertigt. Den» einmal kann das Betreten solcher Accker keinen Schaden anrichten; sodann ist aber auch das Sammeln von Unkraut für sich nicht schadenbringcnd, sondern eher nützlich für die Landwirtschaft. Das Sammeln von Unkraut auf brach liegeudcu Aeckern wird denn auch nur insofern beanstandet, als es Gelegenheit zur Begehung von Feldfreveln bietet. Diesem Nachteile kann aber mirch einen wirksamen Fcldschutz, ferner durch das vom Feldstrafgesetz zugelasscnc Einzelverbot des Eigentümers oder Nutzungsberechtigten oder durch das allgemeine Verbot der Ortspolizeibchörde, das sich namentlich dann empscPen wird, wenn das Unkrantsammeln in einer Gemarkung zu einem Mißstand ausgewachsen ist, entgcgengelvirkt werden. Nach Artikel 43 des Feldstrasgesetzes bedarf eine ortspolizeiliche Anordnung über das Einschließ cn der Tauben zur Saat und Erntezeit einer kreisamtlichen Genehmigung. Tie Landwirtschastskamnier ist der Ansicht, daß kein Grund vorliegc, eine so allgemein übliche und unbedenkliche ortspolizeiliche Anordnung von kreisamtlicher Genehmigung abhängig zu machen. Schon vom Standpunkte der Vereinfachung der SiaatsvcrwaltungSgeEliäfte glaubte man der Anregung Folge geben zu können. 2k»»s Hessen« Dauer der Ferien an den Volksschulen. Abg. Urstadt und Genossen haben in der Zweiten Kammer beantragt: Die Klammer wolle beschließen, an die Großh, Regierung das Ersuchen zu richten, daß bei der Revision des Polksschnlgcsetzes die Volksschule bezüglich der Gesamtdauer der Ferien den höheren Schulen gleichgestellt werde. In der Begründung wird ausgcsührl: Rach der bisherige» Ordnung dauern die Ferien an den kälteren Schulen eine Woche länger als an den Volksschulen. Durch den Antrag Stephan wird für die höheren Schulen noch ein Tag mehr verlangt, während an den Volksschulen am letzten Schultag vor den Ferien sämtliche Stunden gehalten iverden müssen, Tie Notwendigkeit der Ferien ist fiir beide Ichulstufen die gleiche. Die kürzere Dauer an der Volksschule erweckt den Anschein geringerer Einschätzung ihrer Arbeit und muß aus Schüler, Ellern und Lelfrer kränkend wirken. Die vuala-Lnteignunq im vudgetausschuh der Reichstags. ** Berlin, 9. Mai. Bei der Besprechung der Denkschrift des Kolonialamts über die Duala-Aiiäre cmviahl der Berichterstatter, an die Stelle der Ent- cigiiung eine sehr scharte Baukonirolle und eine durchgreifende Sanierung mit strengen gesundheitlichen Vorfchriiten treten zu lassen. Das würde wohl praktisch auch eine räumliche Trennung uon Schwarzen und Weißen herbcisührcn. Die angeiorderten Mittel sollte der Ausschuß schon aus Zrundsätzltchen Erwägungen in diesem Falle bewilligen. In der u.rlcgrammaffärc tressc die Zentralstelle in Berlin kein Vorwurf, aber auch die Kolonialstclle sei in mancher Hinsicht entschuldbar. Richtig war das Verfahren allerdings nicht. Ein Sozialdemokrat wandte sich gegen die Enteignung. Ter Staatssekretär Dr. Sols teilte mit, daß nach be- stimmlen Nachrichten die Duala versucht haben, andere Stämme zu gemeinsamer Auslehnnng der deutschen Herrsch a j t z u verleiten. Der B e r i ch t e r st a t t e r erklärte die Sanierung nochimals für notwendig, meinte aber, daß man solche Eingeborene, die den hygienischen Vorschriften genügen, in den europäischen Häusern wohnen lassen köirne. Ein Zeiltriims- mit glich wirs daraus hin, daß die Dual« selbst erst vor kurzer Zeit sich ihre heutigen Sitze geraubt haben. 'Gleichwohl mühte im Falle der Enteignung volle Entschädigung gewährt tverden. Dr Gefahr eincr Anslehmmg müßte die Regierung sosort durch die Verhaltung der Rädelsinheer entgegentreten. Ein Mitglied der wirtschaftlichen Bereinigung gab zu erwägen, ob man sich nicht mit der Enteignung eines Teilgebietes begnügen könne. Es müßte anä> schonungslos gegen die Rassenscktande des geschleclst- lichen Zusammenlebens cingeichritten werden. Ein Sozialdemokrat sprach sich gegen die Bodenspekulation auch der Weißen chis. Ein Ratio na (liberaler hielt nach Lage der Dinge die Enteignuug sür den einzigen Weg zur Sanierung des Gebietes. Mit Rücksicht ans die rasche Entwicklung Dualas durch Eisenbalnien und Hasenbautcn müsse die Enteignung ans einmal erfolgen. Voraussetzung sei eine Entschädigung nach dein heutigen tvirklickieii Wert. Jedes Zurückwrichen wäre jetzt cii schwerer Fehler. Bon Vertretern der bürgerlichen Parteien wurde hieraus eine Entschließung eingcrcicht, die schließlich i» folgender Fassung gegen die Sozialdenwkraten angenommen wurde: Ter Reichstag stimmt »er Vortage zu mit der Maßgabe, daß 1. nicht nur für das zu enteignende Land genügende Entschädigung gewährt wird, sondern auch für alle anderen den Ent - eigneten durch die Enteignttng entstehenden wirtschaftlichen Schäden: 2. das durch die Enteignung vom Fiskus erworbene Land im Sinne der Landordnung von Kiautschon verwaltet und verwertet: 3. den Eingeborenen ein nnmittclbarer, in einer ihren wirtschaftlichen Bedürfnissen genügenden Breite Zugang zum Fit,sie iichcrgcstcllt: 1. mit allem Nachdruck in Kamerun feder Landwirtschaft. G r o ß e n - L i ii d c n , 10. Mai. Der Kreis-Obst- und Gartcnbauverein Gießen hielt heute hie« seine diesjährige Hauptversammlung ab, die sich eines guten Besuches zu crireuen lzatte. Bürgermeister und Landtagsabgeordncter Leun begrüßte die Erschienenen, sprach seinen Dank aus, daß rnan Äroßrn-Linden als Ort der Tagung bestimmt habe und wünschte den Verhandlungen guten Erfolg. Hieraus ergriff der Vorsitzende, Regierungsrat Langcrmann das Wort. Er dankte zunächst iür die BegrüßungSwortc des Vorredners, Alsdann begrüßte er Herrn Dr. b o s s m a n n - Friedberg, die Vertreter des Biencn- züchtervereins und auch die anwesenden Herren Bürgermeister der dem Verein als Mitglied angehörendcn Eiemeintnm Er betonte hierauf, daß der Verein im vergangenen Jahre ein Ausblühen gezeigt hebe, wie »och nie zuvor Im Lame des Jahres 1913 sei die Mitgliederzahl von etwas über 1000 aus über 1600 in die Höhe gegangen. Auch das iitmnzicllc Ergebnis sei crsrenlich, da das verflossene Jahr einen Restbetrag oon 200 Mk. gebracht habe. Ties sei besonders einer größeren Zahl von Bürgermeistern zu verdanken, die veranlaßt bitten, daß die Gemeinden. mit einem erhöhten Jahresbeitrag als Mitglied dem Verein beigctreten seren. Der Voranschlag sei inr allgemeinen eingehalten worden, in manchen Fällen sei sogar niedriger gcwirtschastct nwrden. Außerdem habe der Verein auf Grund Zeines einstimmig gefaßten Vor» standsbeschlusses im vorigen Jahre gelegentlich der Hnndertiahrscier der Völkerschlacht bei Leipzig, den Gemeinden des Kreises ie einen Eichenbanm zur Verfügung gestellt. Nur wenige Gemeinden hätten die Anvslanzuiig eines ErinncrungsbaumeS abge wmjm w - j*svn rnkVOikUN SRnuA ä sgWsr&ss SfJSä. A I >•» Wattt Umt. Srf*ä&i9unfl. tat. mt tation Formen annimmt, durch welche die politische Ruhe gefährdet wird. Hanpiversamm'ung der Sesellschast für Sozlaircform. Unter sehr zahlreicher Beteiligung von Delegierten aus allen Kreisen des Reiches, von Reichslnqs- und Landtags- abgeordnetcn aller Parteien, mit Ausnahme der Sozialdemo kraten, wurde am Samstag in den Bismarcksälen in Bcr- l i n die außerordentliche Hauptversammlung der Gcsellschast für Sozialresorm von dem Staatsminister a, D. v, Berlepsch mit einer kurzen Begrüßungsansprache eröffnet. Das Reichsamt des Innern hatte die Geh, Rcgierungsräte icfahrt im^.2r, v. Specht, die badische Regierung Geh, Regierungsrat Dr, Bitimann entsandt. Regierungsra! Siefahr t begrüßte die Versammlung im Auftrag des Reichs amts des Innern mit der Versicherung, daß das Rcichsamt des Innern die Verhandlungen mit lebhaftem Interesse verfolge. Hierauf sprach Professor Keßler (Jena) über das Koalitionsrecht. Es fand eine ausgedehnte Aussprache statt. Dann sprach Rcichstagsabg. Dr, Bell (Essen-Nuhr> über Erfinderschutz. Der Präsident der Deutschen Bühnengenossenschaft, R i ck e l t, hielt einen Vortrag über die Lage des deutschen Schauspielerstandcs, Berlin, 10, Mai. Heute fand eine große Kundgebung sür die Fortführung der deutschen Sozialreform statt, zu der die Gesellschaft sür soziale Resorin geladen hatte. Der Saal in der Hasenheide in der „Neuen Welt" ivar voll besetzt. Staatsminister a. D. Berlepsch wars einen Rückblick auf die Entwicklung der dentsckien Sozialpolitik, schilderte kurz die Gegner, die von der angrkündigtcn Pause in der Sozialpolitik einen Stillstand erhoisten und fragte: Soll diese Resorni aushörcn? Professor Ernst Franckc, zweiter Vorsitzender der Gesellichafl, hielt sodann einen einleitenden Portrag, 19 Diskussionsredner beantworteten darauf die erwähnte Frage mit einem ausdrücklichen „Nein". Staatsminister a. T. Graf Posadowsk h-W e h n e r schilderte drei Ursachen der nencrwach- ten Abneigung gegen die Sozialpolitik, nämlich die der politischen, wirtschaftlichen und vsväwlogischen Art. Der Generalsekretär des Gesamiverbandes der christlichen Gewerkschaften, Steger- Wald, forderte stir Qualitätsarbeit, der die Industrie ihre Ueber- legenlieit verdanke, analisizicrte Arbeiter und damit den Aufstieg der arbeitenden Klassen. Von den weiteren Rednern hob Pro- iessor Tr. Gustav v. Schm oller hervor, daß ein Abschluß in der Sozialpolitik schon deshalb nicht möglich sei, weil sie erst eine Umwandlung des Denkens und Fühlen! der Menschen bewirken muß, um zur Wirksamkeit zu kommen. Das dauere durch Generationen, ja durch Jahrhunderte, wie man es an der Entwickelung des Zunftwesens im Mittelalter beobachten könne. Dr. Jahn vertrat eine Reihe wenig zahlreicher Berufe, die bisher von der Gesetzgebung vernachlässigt seien. Oberbürgermeister Dominicus- Schöneberg wies ans die sozialen Ausgaben der Gemeinden hin, besonders in der Wohnungsfrage, der keine andere Organisation ge- Ivachsen sei, Fräulein Margarethe B e h m gab dem Tanke sür die Gesetzgebung zu Gunsten der Heimarbeiterinnen Ansdruck, legte aber dar, daß ganze Teile dieser Gesetzgebung bisher unaus- gesübrt geblieben seien, Auch deshalb sei ein Stillstand in der Sozialpolitik nicht möglich. weitere Krtcgsoorbmitungen der vereinigten Staaten? Washington, 9. Mai, Die gestern abgehaltene Beratung über die Frage, ob General Funston Verstärkungen gesandt werden sollen, zeigte, daß innerhalb des Kabinetts eine Meinungsverschiedenheit besteht. Einige Mitglieder des Kabinetts vertreten die Ansicht, daß durch die Absendung von Verstärkungen die Fricdcnsvermittlung gestört werden könnte, andere hielten die Verstärkungen für notwendig, um gegen einen Angriff längs der Eisenbahn und gegen die Wassertverke gerüstet zu sein. Fnuston erklärte, er würde 15 000 bis 18 000 Manu nötig haben, ■» Beraeruz und die zurzeit besetzten Außenbezirke zu Italien. Tie Entscheidung über die Höhe der Verstärkungen wolle er dem Gcneralstab überlassen. — Während Kricgssekretär Garrison erklärte, es seien keine Abweisungen erteilt worden, wird jetzt be- lannt, daß Kontrakte über die Charterung melnerer Handelsschiffe abgeschlossen und Vorbereitungen zur Absendung von 50 000 bis 60 000 Mann gctrosfcn worden sind. Die Anstrengung der Rebellen. Washington, 9. Mai, Nach Berichten, welche aus dem Äauviguartier der Rebellen hier eingctrossen sind, hat General Earranza befohlen, die Unternehmungen gegen Tampico und M a z a i l a n zu einem raschen Abschluß zu bringen. Verstärkungen rücken auzl die beiden Plätze vor. Huerta hat die Vermittler in Kenntnis gesetzt, daß sich die mexikanischen Vermittler heute über Vcracruz und Key West nach Niagara Falls begeben werden, T o r r e o n , 9, Mai, General C arran za ist hier ein- f etrosfen und hat Torreon zu seiner Hauptstadt er- l ä r t. General Billa empfing ihn am Bahnhof und geleitete ihn dann zu seinem Hause, Washington, 10. Mai. Kontreadmiral M a h o meldete, daß die Aufständischen eiligst einen Sturmangriff aufTampico vorbereiten. Das Marinedcpartemcnt wies Mapo an, alle Amerikaner von Tennpico und Umgebung fortzubringen. Der englisch« Vizekonsul benachrichtigte die britische Botschaft, daß zwei englische und ein amerikanischer Bergbcamte von den Bundestruppen in der Nähe von Guadalajara getötet worden seien. — Der Fall Mazatlans scheint nahe bevorzustehen. Ein Erlaß Huertas. M c x i k o , 9. Mac. Der Präsident Huerta erließ ein Dekret folgenden Inhalts: Jeder Handelsverkehr mit der Union hört auf. Kein Schiff, das unter der lUnionsflagge sährt oder amerikanischer Herkunft ist, darf in incrikanischcii Häjcn citilausen. Die aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommenden Waren werden dem! Gericht übergeben. man amrchine, aus dem Transport geschehen, nicht lebenssähig sei. Er habe sich sofort an Len Vertrauensmann des betreffenden Ortes gewandt und hierauf die Mitteilung erhalten, daß der Baum doch weiter wachset würde. Der Redner dankte den Vertrauensmännern der einzelnen Orte, die fest sür die Interessen des Vereines gearbeitet hätten, so daß man gnte Erfolge zu verzeichne» habe. Die Mitglicderzahl habe zugenommen znm "Dci- sviel in: Birklar um 14, Gießen 22, Hungen 12, Lang-GönS 59, Langsdorf 22 (neugegründc! , Wahcnborn-Steinberg 56. Die Ortsvcreine Gießen, Lang-Gö>>s und Watzenborn-Stcinbcrg hätten die Mitgliederzabl 100 überschritten. In dem neuen Jahre sei wtlberum die Veranstaltung von Bezirksscstcn, so besonders in Gcllnbcrg, geplant. ' Ucbcr den Geschäftsbericht sprach Dr. H o s fma n n- Friedberg. Nach diesem haben im vergangenen Jahre in den einzelnen VcrsammlungSbczirken rnsgttoml 55 Veianstaltiingen stattge- sundcn, die zum großen Teil mit GratiSderlosungcn verbunden gewesen seien. Wenn der Verein weiter so wachsen tvürde, so winde er bald den größten obcrhesnschen Verein, den Kreis-Obst- iiiid Gartenbauverein Fmedberg, überftiinelt haben. Ganz besonders wichtig sei es, daß in den Gemeinden, in denen man die Feldbereinigung durchsührtc, inan sich rechtzeitig mit deni Feld- bereinigiingsauSschujse wegen Sckiasiung geeigneter Obstanlagen in Verbindung setze, er verwies hierbei aus die in Lang'Göns gemachten Erfahrungen. Er bat die anwesenden Vertrauensmänner, in allen Fällen, wo Versammluiigen anberanmt seien, der Geschäftsstelle rechtzeitig von lokalen Wünschen Mitteilung zu machen, damit cs ermöglicht werde, daß man durch Mitnahme von Anschauimgsmalcrial usw. die einzelnen Ziele näher erläutern könnte. Der Dorsixende gab hiernach daS Ergebnis der Rechnung bekannt. Die Einnahme betrage 1308,21 Mk. und die Ausgabe 1106,02 Mk., so daß ein Mehr von 202,19 Mk. vorhanden ser. Ter Voranschlag wurde hieraus wie folgt festgesetzt: Einnahmen: l. Rest aus vorderen Jahren 202,19 Mk., 2. Rückersatz an Mit« gliederbeiträgcn 1600 X 50 Pfg. 800 Mk., 3. Sonsttge Beiträge rund 550 Mk. — 1550 Mk. Ausgaben: 1. Vorträge und Versammlungen 600 Mk., 2. Verlosungen 200 Mk., 3. Geschästs- sührung 100 Mk., 1. Reservefonds 600 Mk., 5. Für Rechner und Schristsührer 50 Mk. — 1550 Mk. • Hieraus ergriff Dr. H o f s m a n n - Fricdberg das Wort zu einem Vortrag über „Ländliche Blumenzucht und Blumenschmuck". Der Vorsitzcnln sprach dem Redner den Dank der Vexsammlnng aus und bat, besonders die Kinder zur Blumenzucht anzühalten, denn tvenn man bei ihnen erst die Liebe zu Blumen anregelt könnte, dann würden auch sie nicht mehr die Blumen am Wsege abreißen und dann wieder achtlos wegwerfen. wauocr» und Reisen, väder und Sommersrische« Gricbens Reisesührer. Der Schwarz tvFckh. 18. Auflage lBand 36). Mit 10 Karten und I Panorama. 2 50 Mk. Verlagsbnch!>andlung Albert Goldschmidt, Berlin W. 35. Der Führer erfuhr eine sorgfältige Ncubearbestung von einem guten Kenner des ganzen Scknvarzwaldes. Vor allcw sind die ffir den Reisenden so wichtigen 'Angaben über Unterkunft und Verpflegung wie der Vcrkehrsvcrbältnisse genau kontrolliert und erqänzt worden. Vollständig umgeakveitet wurde das am meisten besuchte Gebiet des „Fcldberges" wie das des „Sckmuiusland" unter Berücksichtigung der vom Schwarzwaldverein vorgcnommenen Markierungen. Außerdem wurde neben Baden-Baden dem Luftkurort Triberg und dessen Umgebung besondere Beachtung geschenkt: auch die Beschrechung der Toitten riü Ejztal ist entsprechend ansffihrlicher gehalten. Eine wertvolle Bereicherung erhielt das sorgfältig revidierte Karlenncalerial in der Ncuausnahme der „Karte des mittleren Schwarzwalds" und des „Panoramas vom Merkurturin". — StraßburgundUm» gebung, mit ?lusslügen in die Vogesen. 8. Ausl. 80 Pfg. (Band 46). Mit 2 Karten und einem Grundriß. Goldschmidt, Berlin. Die soeben erschienene 8. Auslage von Griebcns Sonderführer „Ttraßburg" weist gegenüber den vorigen erhebliche Vorzüge auf. Der Verlag ging von dem Gedanken aus, daß Straßburg als beliebte Kongreßstadt wie als häufige Fahrtuntcrbrechungs- station besonders viele Gäste zu mchntägigem Besuche beherbergt, die auch gern einen Blick in sein hochinteressantes Hinterland „Vogesen", wollt das schönste aller deutschen Mittelgebirge, und in die elsässische Landschast tun. Er hat deshalb den Anhang „Ausflüge" durch knappe Beschreibung der schönsten und interessantesten Touren in die Hochvogesen (Kolnrar und Drei-Aehren, Schwarzer und Weißer See, Münstcrttil und Schlucht, tzttoßer Belchen), wie in das romantische, an mittelalterlichen Baudenkmälern überreiche oberelsässischc Rebland und nach den Schlachtfeldern von Woerth erl>ebtich ettveitert. Meteorologische veobachtungen der Station Sichen. Mai 1914 £®. | ü| P S3Q W — "x G ' & 1 % S S «3 gf i J-o-2 -o^o *S § COx» Wetter l». 2 i 748,4 11,3 .7,0 70 WNW 2 10 Beb. Himmel 10. v" 749,1 8,9 5,9 70 NW 5 Bew. w ii. r" 748,3 8,3 6,6 81 s 2 10 Beb. . Döchsie Temperatur am 9.—io, Mai ISI4 — 11,8’O. Niedrigste , , 9.—10. , zglt = 6 4” Das Urteil einer Oberin. Alan sollte cs kaum für möglich halten, daß ein so einfaches natürliches Mittel wie Maltznm eine so vielseitige segensreiche Wirkung emialien könnte. Für 'Nervöse, Rlntarme, Schwache, Genesende, VerdanungSleidcnde, Lungcnschwache, bei Erkaltungen, Husten, Heiserkeit, Avvctitlosigkeit ist Maltznm von Aerzten und Publikum hochzeschätzt. Eine General-Obcrin von: Roten Kreuz schrieb über Maltznm: »Es bat ganz besonders bei »Nieren, durch strengen Dienst überarbeiteten Schwester» vorzügtichc Erfolge erzielt," A! a l tz n in ist reines Münchner Matz-Erlrak, mit Rubr- lalzen. In Gießen zu haben bet: E e >, t r a l - D r o g c r i e Emil Karn, Kronen-Drvgeric Gebr. Michel, Medizinal- Drogerie Otto Schaaf, öS49O 2 . Ztehimg 5 . Kl. 4 . Prenss.-Süddentsche ( 230 . Königlich Prenss.) Klassen-Lotterle Ztehunjf ▼0"» S. Mal l»14 vormittags. Amf }•<» gmigea« Nanwnr «ind swol glalrh Inh« G«- «(Bne cpf*öj«n. Und imr )« «ln#r aaf die Los* gleicher Ifenserp.r In den hetden Ibteilonxen I and Ik 2*ut die GewjjBc Uber 140 Mark sind den betreuenden Vorweorn in Krimmern belgefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) „ _ - 219 »1 521 34 [30001 814 37 70 [500] 99 794 900 If.V, 71 - flt0 ^ 219 3»2 400 515 f30001 613 64 81 723 815 74 2057 80 92 [1000 ] 345 436 [1000] 025 33 839 3230 321 27 043 700 804 4009 44 318 631 81 853 936 0025 98 341 0S Bl 432 40 671 15001 037 Ol39 59 437 052 88 815 42 [1000] 905 07 [1000] 7053 168 UOOOj 87 208 4M MO 747 00 72 822 984 92 8474 84 538 840 910 »150 258 745 843 920 34 1O02C 95 330 300 419 620 967 11281 308 405 44 93 503 700 79 870 84 97 988 [5000) 91 94 12140 341 71 1500 ] 681 844 930 80 13057 113 324 643 73 750 77 90 [500] 850 73 14040 95 414 546 070 708 15031 339 »4 491 829 960 07 1*067 93 156 068 80 706 807 33 [10C01 90 17003 48 50 69 80 132 87 531 60 644 727 1-308 582 84 797 802 970 1-033 lC00l 227 360 523 040 702 59 814 38 933 73 90 *0229 [1000] 39 48 57 [1000] 02 [1000] 335 91 754 839 21133 405 88 22143 49 53 218 354 56 558 832 088 23001 UOOO] 49 94 310 75 409 074 837 77 94 [1000] 944 24102 51 235 590 731 845 963 92 23049 201 324 97 401 2 665 723 20 884 2 8340 603 2 7 049 175 290 787 978 83 [ 3000] 2-158 [500] 077 (500] 747 988 2*020 90 276 [500] 353 593 670 770 [1000 ] 807 94 912 19 3*040 179 395 410 67 598 629 93 729 817 40 931 49 72 31130 270 ll000] 97 433 544 00 95 637 98 703 912 M 32036 100 79 212 324 29 70 507 51 704 839 33194 294 329 50© 59 09 681 835 99 991 #4007 [500] 19 432 779 35267 [3000] 77 556 642 33010 14 120 332 [5001 87 982 37005 19 159 60 [1000] 90 210 85 327 978 1500] 3*199 228 [1000] 62 ',6 3*336 42 95 415 609 840 64 [500] 72 925 27 4*138 61 466 00 053 79, 841 85 [500] 41010 15 38 508 701 863 (1000] 900 42 326 88 426 35 612 1500] 36 620 48 740 846 900 4*155 70 203 423 92 506 92 90 964 m 44771 [500] 900 40 45097 258 429 [5000] 81 501 06 015 46 735 [1000] 40529 30 617 40 760 862 905 4 7 209 428 518 07 702 821 (500] 4*030 135 67 225 332 518 800 [1000] 76 80 913 94 4*951 150 70 277 375 595, «25 784 860 923 30 ft*040 146 [1000] 218 85 594 815 78 51194 272 97 [500 ] 422 799 [3090] 835 924 67 5*094 180 351 67 53 481 041 05 721 43 5*034 174 213 25 70 89 350 412 59 568 83 730 64270 302 07 658 [500] 652 711 30 927 64 [3000] SS023 158 291 419 25 838 38 [1000] 54 98 900 25 53 56151 93 232 85 723 51 924 [1000] 74 57032 [3000] 110 230 30 344 403 [3000] 543 [1000] 705 826 83 [3000 ] 89 984 5*001 185 531 [3000] 47 G56 59043 [500] 434 [000] 742 040 *0367 403 59 540 57 772 978 61200 17 57 92 833 066 721 6*050 74 339 608 046 63104 402 597 [1000] *4020 33 79 167 [500] 342 [3000] 513 25 31 694 773 6 5106 388 434 03 098 [500] 707 090 63262 303 [500] 443 599 095 [1000] 712 821 44 98 919 300?I 78 67117 47 256 322 79 [500] 003 091 8*055 229 47 94 413 [500] 20 [500] 623 33 [3000] 54 787 6*033 40 [1000] 52 [600] 103 45 98 [500] 377 430 841 929 70093 99 [30001 474 71272 307 98 439 588 90 875 7*078 92 108 43 56 93 220 54 300 438 063 782 013 73.81 [5001 345 73 518 650 [1000 ] 77 700 901 74030 109 UOOOj 69 202 78 94 679 89 703 [1000] 827 926 51 90 7 $022 24 30 ISO 436 [ 500] 77 508 43 65 627 74 719 [600] 07 848 7*435 540 48 91 602 92 780 894 908 [3000] 82 77118 207 310 [3000] 53 687 78039 52 70 508 672 737 52 7*460 644 47 [500] 773 13000] 879 995 ■ M »O004 364 400 76 522 603 [3000] 805 35 940 43 81583 707 8*029 65 204 23 76 [500] 455 [1000] 503 89 696 754 800 941 8*072 70 90 105 01 79 81 259 609 [1000] 94 754 887 942 77 [500] 96 »4263 [500] 381 414 23 50 500 003 [500] 74 907 8 5048 451 607 837 900 86332 05 420 593 [1000] 011 740 955 58 87030 09 343 410 060 737 [500] 8*163 217 433 96 520 621 756 809 994 8 0010 23 62 79 310 42 411 16 525 005 0*216 99 511 [500] 779 909 91005 119 227 490 720 55 (5001 71 77 912 47 [500] **297 339 97 537 653 87 708 »91 922 9*108 208 327 90 564 75 93 723 38 94081 [500] 401 13 34 572 863 023 45 *5009 88 191 370 818 69 81 96113 72 397 416 507 69 672 [3000] 790 019 914 18 »7030 44 [500] 62 211 [500] 633 61 808 93 98170 414 53 511 15 701 11 9*103 438 75 561 83 604 13 730 849 903 1*0096 236 602 [3000] 70 90 920 [1000] 93 [500] 101034 103 244 331 422 [3000] 780 879 1 0* 239 607 16001 13 45 710 818 962 103159 381 94 597 98 010 771 849 906 10405t 104 00 206 [500] 44 00 92 [3000] 339 CI 928 105099 211 317 437 59 90 543 903 1 0*075 125 238 373 470 640 68 638 [500] 107021 70 11000] 207 62 85 542 012 35 99 805 92 941 108097 224 371 682 760 09 938 109044 315 407 880 938 83 110095 194 290 [1000] 350 421 568 611 65 782 ,3 77 91 958 [1000] 60 [500' 111134 264 [ 3000] 304 620 601 860 1 1*033 [1000] 715 009 15 37 70 88 113058 [500| 180 249 353 687 [500] 782 803 14 62 961 114016 75 [1000] 167 99 303 566 961 [500] 115038 419 41 63 80 700 832 49 116204 27 [3000] 490 523 26 49 606 [10001 43 65 91 833 40 989 1171ST 99 293 469 583 710 118097 [500] 12« 303 9t 600 [500] 90 940 [1000] 97 11*010 79 233 305 14 00 75 052 l*O000 120 34 262 C. '3 680 892 1*1034 87 272 406 [1000] 63 [500] 613 539 45 53 1**019 185 226 336 425 65 805 123CV5 42 112 15 237 373 [800] 435 52 686 [1000] 933 35 124210 328 437 80 026 750 600 125159 72 221 02 340 73 409 66 94 95 587 729 839 903 126188 334 60 447 723 80 530 39 914 56 127115 32 09 243 [600] 65 [8000] 422 537 735 693 12*194 845 83 93 472 99 [500] 920 12*086 101 275 3/7 547 774 948 130042 192 474 510 18 834 131007 577 132320 554 58 653 707 72 81 94 UOOO] 890 133145 69 74 227 408 78 593 852 925 134217 [3000] 308 400 13 1 35171 90 [500] 325 494 531 138225 30 308 420 33 507 [500] 013 38 739 72 821 137002 187 392 475 561 638 1500] 070 138146 367 440 057 985 139143 44 72 202 31 330 401 18 21 003 739 924 40 44 71 140 038 89 156 07 [3060] 227 055 796 859 953 99 141037 143 [1000 ] 99 [500] 203 70 [600] 523 028 142352 1500] 511 [500 ] 53 057 711 38 915 14*031 102 431 75 84 546 71 774 83 [500] 968 144019 177 433 553 145037 110 314 500 [600] 745 929 11000J 146119 21 279 85 33 2 527 [600] 891 717 65 826 14 7 27 7 474 54 0 4 9 5 0 623 3 6 77 4 8 25 1500 ] 907 [1000] 11 06 1 48 162 78 83 369 414 049 7 26 62 83C* 932 1 40 0 54 57 198 227 343 664 UOOOO] 58 826 71 80 956 150129 337 91 457 63 065 720 07 858 932 91 181003 108 493 529 868 932 152073 434 543 71 91 686 733 00 76 15*049 222 347 479 651 [500] 814 [1000] 88 1 5 4030 145 09 294 746 57 [1000 ] 72 915 57 155010 85 116 59 300 96 511 18 81 710 77 824 39 156000 ISO 37 48 210 [1000] 13 385 490 817 19 15 7 039 50 139 73 345 [1000] 468 932 15*250 83 304 66 412 21 [500 ] 38 53 550 743 1 5*106 90 519 23 [3000] 94 808 07 [1000 ] 700 10*121 43 331 62 438 589 [1000] 745 78 800 [500] 31 81 161182 369 493 638 041 (1000] 95 708 28 895 132027 [1000] 90 262 74 524 61 855 16*018 50 173 220 71 94 357 78 407 62 79 87 024 727 37 833 [3000] 971 164 022 7 5 258 -403 59 85« 910 18000)' 165012 229 85 [3000] 321 32 6« 470 879 732 [500] 979 1 66035 7 8 204 408 97 864 [600 ] 800 72 1V / 43 322 654 974 16-101 81 422 571 677 888 162004 UOOO] 20 60 179 232 77 342 03 83 635 859 62 89 17 0046 [3000] 04 279 300 34 07 446 77 527 84 017 723 171048 67 139 285 [»000] 610 881 920 99 17*011 14 35 41 270 318 432 605 722 54 319 [500] 36 30 963 17*131 491 533 869 72« 864 174000 337 514 859 1500] 932 1 7 5014 90 24 1 48 65 [3000] 0« 481 763 [1000] 949 1 7 8 500 59 667 843 05 88 C00 177118 [500 ] 210 408 [500] 717 88.3 1 7 8059 [ 3000 ] 63 84 109 452 565 610 52 900 24 179017 55 172 77 341 924 47 18*002 83 103 200 [1000] 311 47 56 418 72 752 83 98 863 932 43 181002 230 303 30 [600] 420 695 013 60 61 764 882 85 920 87 182007 47 354 60 93 442 54 96 805 183009 50 135 95 276 488 600 707 47 65 81 87 825 96 924 184318,90 434 98 085 1U5214 83 438 528 898 1 86116 22 86 253 527 629 7 02 97 996 187189 99 [500] 237 336 30 600 601 964 1 86014 76 84 113 282 522 95 635 40 90 776 [1000] 18*299 [500] 307 658 775 1*0003 82 394 441 086 982 1 9 1 227 500 [500] 670 [500] 740 89 924 1*2068 135 200 45 [30001 557 [3000] 95 785 833 [600] 81 193023 50 214 307 13 69 478 511 081 97 773 82 00 099 194148 90 218 40 60 309 1500] 78 556 635 79 950 1 9 50*4 121 53 [3000] 489 648 71 638 717 89 801 19 51 94 900 95 1 9*170 204 349 523 047 88 040 1*7113 302 819 31 918 19*072 [600] 124 98 290 97 424 730 31 68 827 [3000] 911 83 10*071 136 233 314 27 444 04 838 49 2C*0O0 17 [500] 296 301 482 014 [1000] 93 824 [1000] 910 201038 49 7« [1000] 466 [500] 654 810 31 71 78 908 202192 294 552 88 «12 20 35 940 62 20 3 257 [1000] 301 16 519 41 47 91 687 742 85 87 806 29 91 20 4 000 9 29 42 71 2 0 5 529 89 067 8 1 705 845 91 971 86 20*150 304 523 878 207151 205 309 534 768 [500] 933 208215 39 [500] 972 95 209025 110 60 246 75 87 00 [1000] 387 518 27 2« 62 056 811 97 920 21*078 93 [600] 107 473 643 827 211087 408 988 [lOOO] 90 2 1 2024 79 80 259 370 505 [500] 785 92 841 213167 75 312 074 807 [500] 24 917 214037 271 478 584 662 [3000] 76 2 1 5079 323 400 33 697 [500] 609 55 781 97 855 919 21*031 160 287 430 79 [ 500] 510 812 [1000] 83 2170S2 231 [1000] 369 091 93 719 23 67 2 1 8022 244 433 71 96 650 703 50 894 990 2 1 9106 17 417 501 634 905 30 220000 [40000] 106 18 387 403 819 91 983 22 1 071 144 60 94 [500] 269 423 60 70 013 22*082 165 210 388 032 38 725 62 81 822 74 [600) 22*015 02 113 285 408 63 550 80 072 878 911 2 24146 47 [500] 269 368 437 611 855 917 225014 198 285 419 661 [500] 64 82 705 55 828 940 22*190 [10000] 275 414 836 50 950 227039 51 191 242 338 515 750 61 818 41 [1080] 22 8003 37 63 [1000] 88 119 203 69 [10001 498 737 931 37 22*040 67 70 380 445 63 507 760 847 [800] ßfl 93 [1000] 23 0096 ITT 202 23 [3000] 342 411 43 73 95 52t 821 26 36 908 23 1 228 78 367 444 040 953 2 3 2192 209 [3000] 70 301 565 73 614 809 33 45 [1000] 60 82 2 3 3039 585 663 94 99 924 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prilmien *n 300000 M, 2 zu 500000, 2 zu 200000. 2 zu 150000, 2 zu 100000. 2 zu 75000. 2 zu 60000, 4 zu 50000. 4 zu 40000. 24 zu 30000. 36 zu 16000. 94 zu 10000. 226 zu 6000, 2996 tu 3000, 5066 tu 1000. 8278 tu 600 M !. Ziehung S. Kl. 4 . Preuss.-Suddeutsche (230. Königlich Preirss.) Klassen-Lotterle Ziehung vom 9. Mal 1914 nachmittags. Auf Jede gesogene Kammer sind zwei fleleh nahe Gewinne gefallen, and zwar Je einer auf die Loa» gleicher Kammer la den beiden Ahtehanven I nnd II Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern belgerilgt (Ohne Gewehr.) (Nachdruck verholen.) 443 708 909 1170 [30001 339 44 484 89 537 757 894 [500] 907 2325 66 408 85 508 77 [3000] 813 19 98 920 66 *338 414 525 36 777 87 828 60 4059 113 258 73 369 70 [600] 459 568 [500] 674 771 902 89 5033 103 259 413 13000] 25 734 98 1500) 871 »083 395 513 19 34 69 748 61 820 997 7003 62 209 408 544 668 75 [600] 762 [1000 ] 905 11 8155 65 1500 ] 330 44 430 [1000] 580 700 57 880 924 »132 41 [1000] 381 445 69 600 711 13 OOOOl 972 99 1*004 20 114 213 53 [500] 325 605 74 85 773 80 [500] 81 810 1300001 35 11021 80 86 123 57 88 99 [500] 372 591 691 802 8 1500] 43 958 1 2099 102 »7 527 82 804 [ 500 ] 979 [500] 1*022 30 150 489 622 716 46 907 [3000] 14012 [500] 20 [500] 35 333 491 600 604 751 59 809 45 908 98 15009 177 [3000] 224 59 391 435 [1000 ] 589 702 (500] 895 1*273 390 400 713 16 84 98 S 17695 741 1*144 344 702 802 936 43 1*137 56 [500] 329 45 70 99 620 70 752 [500] 61 804 72 [1000] 922 67 96 20007 122 61 283 430 97 714 [500] 22 831 937 21223 42 506 679 [1000] 728 813 21 997 22104 207 320 432 567 903 87 2*055 116 412 14 [3000] 92 573 711 805 32 24222 353 [1000 ] 83 496 624 79 K39 25965 121 246 71 582 562 795 977 2*177 294 364 419 22 536 [500] 067 SS 798 872 096 27019 81 481 707 11 90 2*016 76 [1000] 106 ( 600 ] 07 70 305 44 [500] 72 610 39 620 [1000] 2*346 429 528 686 734 01 92 930 UOOO] 3O097 216 322 512 057 [500] 921 65 75 [ 3000] 31003 23 101 68 93 [500] 508 603 780 |50O] 801 5 13 03 32040 03 199 504 649 837 [1000] 915 30 3*002 34 188 604 10 534 783 859 999 3 4031 131 54 97 293 [3000] 653 833 81 957 84 35100 18 69 [1000] 213 {51 390 424 629 654 713 819 [500] 71 [3000] 4*038 >99 140 75 94 2SS 431 95 645 634 [600] 85 702 91 814 20 90 [ 600 ] 37030 293 400 517 083 3*014 46 85 179 379 531 711 23 807 934 93 [500] 39012 127 010 24 84 718 [1000] 27 [500] 34 93 [500] 811 48 59 4*062 184 317 499 603 [6001 727 42 [509] 75 837 '4 1 004 34 101 88 97 253 372 [600 ] 507 090 42106 236 531 700 43136 356 415 664 874 950 44160 293 336 437 47 69 83 578 702 87 821 97 [1000] 4 5030 42 77 91 14 4 3 24 973 ( 500 ! 4*286 618 [1000 ] 813 [600] 85 47062 1655 221 311 [500] 61 439 575 681 720 4*090 361 67 [3000] 420 96 674 723 834 49142 [1000] 74 [1000] 230 744 02 874 5*219 82 98 319 [500] 410 856 [1000] 98 888 902 21 00 51056 236 [500] 886 907 50 52341 772 5*109 56 94 343 524 91 681 714 34 990 54085 118 688 724 55035 44 218 452 90 546 671 [500] 706 [500] 891 913 5*330 50 [1000 ] 456 685 92 G25 807 78 5 7 363 651 042 830 900 5*052 130 606 917 39 5*356 00 81 475 909 83 814 96 9,2 96 *0642 70 722 085 61108 529 [500] 68 79 923 62117 271 342 412 729 833 84 97 63082 [509] 132 274 364 488 505 7 [1000] 12 723 813 965 64029 228 616 93 741 [5001 811 09 65l07 254 393 1500 ] 429 777 921 [500] 66087 209 [1000] 416 42 45 49 66 93 602 3 632 720 83 [1000] 070 922 32 « 7078 272 325 401 46 [1000] 572 [3000] 742 90 803 905 6*140 653 873 70 626 6*191 323 64 «7 54 1 96 048 62 [3000] 813 49 09 973 [500] 7*339 56 043 833 7 1 011 12 63 81 244 96 348 88 [1000] 413 608 77 989 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