Nr. M Drittes Blatt 164. Jahrgang Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonntags. Die „Etehencr ZamIIIendlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..Kreisblatt für den Krfis Gießen" zweimal wöchentlich. Ti- „randwirtschafUlchen Sei,. fragen" erscheinen monatlich zweimal. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejsen Samstag. 9. Hiai |9fä Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche» UnivcrsitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Vertag: euW öl. Reüakttoms-^ 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Die Liquidität der öffentlichen Sparkassen bildet nunmehr schon seit Jahren im deutschen Vaterlande den Gegenstand lebhafter Erörterung und sorgsamer Er- Wägung insbesondere innerhalb der Sparkassenverbände Tos in erster Linie von den Regierungen ausgehende Bestreben, die öffentlichen Sparkassen zu einer Erhöhung ihrer Effektcnbesländc bis zu einem gewissen Prozentsatz ihres Gesamtvermögcns zu veranlassen, hat bekanntlich das preu ßistlfe Sparkasscngesetz ge,zeitigt trotz des energischen Widerstandes im Abgeordnetenhaus wie auch seitens des deulsch-en Sparkassenverbandes. Begründet wurde die zum Gesetz gc- tvordcne Vorlage seitens der preußischen Regierung mit der Behauptung, daß ein großer Teil der Sparkassen nicht cfeuügend liquid sei, während demgegenüber aus Spar- tässenkrciscn behauptet wurde, der Hauptgrund des Ge setzes sei, daß sich die Regierung von ihm die Hebung der Kurse für die eigenen Anleihen verspreche. Hierbei wurde immer und immer wieder scharf betont, daß ein Zwangsgescp mancherlei Nachteile, wie große Kursverluste, Minderung der Ucberschüsse und oft die Unmöglichkeit der Befriedigung Nächstliegenden ikreditbedürfnisscs im Elcsvlge haben werde, die erhoffte Steigerung der surfe der Reichsund Staatsanleihe aber kaum zu erivartcn sein werde. Das Gesetz ist seil l. Januar 1913 in Kraft und hat die gegen cs erhobenen Bedenken, namentlich in der lctzt- criväbnten Richtung (Kurssteigerung) zun, guten Teil gerechtfertigt. Im übrigen mag zugegeben ivcrden, daß das Gesetz neben den großen Verpflichtungen, die es den Sparkassen auferlcgt, zum Teil auch eine Erweiterung des Verwaltungsrechts und einen wirksamen Schutz für die Spar lassen bedeutet. Die Verpflichtung der öffentlichen Sparkassen in Ansehung der Anlegung ihrer Bestände normiert das Gesetz dahin, daß von den verzinslich angelegtqp Vermögen in nründelsichcren Schuldverschreibungen auf den Inhaber an- zulcgen sind: 15 Prozent bei einem Eintägebestand bis zu 5 Millionen Mark, 20 Prozent bis zu 10 Millionen Mark und 25 Prozent in alten anderen Fällen. Von diesen Schuldverschreibungen müssen in solchen des Deutschen Reiches oder Preußens angelegt werden. Gemildert hat das Gesetz dagegen die früheren, zum Teil recht strengen Vorschriften über die Höhe des Reservefonds und über die Zurückbehaltung der Ueberschiisse. Einen besonderen Fortschritt für die preußischen Sparkassen bedeutet insbesondere die Bestimmung, die ihnen die freie Verwendung aller Ueberschiisse zum geineinen Nutzen zuoestebt und zwar ohne Genehmigung der Aufsichtsbehörde, sobald der Reservefonds 8 Proz. der Spareinlagen erreicht hat. Ob und inwieweit im Laufe der Zeit das preußische Spar- kaffengesetz die von der Regierung ihm entgegeugebrachten Hoffnungen rechtfertigen wird, läßt sich selbstverständlich nicht voraussehen. „Qm vivera verra!" Aber auch in den anderen deutschen Bundesstaaten ist der Ruf nacb Erhöhung der Effcktcnbestände nicht zum Schweigen gekommen. Insbesondere auch in Hessen ist die Frage unausgesetzt in Fluß geblieben und bat wiederholt lebhafte Verhandlungen im Schoße des hessischen Sparrassenverbandes hcrvorgerufcn und die Vertreter der hessischen Regierung, die mehrfach diesen Verhandlungen beigc- wohnt haben, wiesen stets mit großem Nachdruck auf die dringende Notwendigkeit hin, die Vermögensanlagen der Sparkassen durch wesentliche Erhöhung ihrer Bestände an Wertpapieren, insbesondere an Reichs- und Staatspapieren zu sichern. Die Beweggründe'für diese Forderung der Regierung sind die gleichen, die zu dem preußischen Anlegungsqesetz geführt haben. Im Vordergrund stand — und steht heute noch — der Hinweis auf die Gefährdung der Bezirkssparkassen, im Falle eines Krieges oder ähnlicher Ereignisse, falls nicht sofort ein größerer Teil der Einlagen flüssig gemacht werden könne. Die Kassen müßten allezeit gerüstet sein, einem „Run" gegenüber Rückzahlungen auch in größerein Umfange alsbald zu leisten; dies sei aber nur möglich, wenn sie sich im Belitz der erforderlichen, sofort diskontierbarer Wertpapiere befänden. Hierbei seien aber in erster Linie Reichs- und Staatspapiere, sowie Kommunalpapiere aus Inhaber geeignet. Die Regierung hatte zugleich Vorschläge gemacht, in welcher Weise das von ihr erstrebte Ziel erreicht werden könne. Es würde den Sparkassen angesonnen, sich freiwillig bereit zu erklären, jede für sich mindestens 15 Proz. ihres Gcsamlvcrmogens (Einlagen uud Reservefonds) in von der Rcichsbank bcleihbarcn Schuldverschreibungen auf den Inhaber anzulegcn und hiervon niindcstens 10 Proz des Vermögens in hessischen Schuldverschreibungen unter Umivand- lung der Stücke in Schtttdbuchsorderungcn. Bis zur Erreichung dieses Verhältnisses sollten jährlich des Vermögenszuwachses des abgeschlossenen Rechnungsjahres und außerdem 1 des Gesamtvermögens, höchstens jedoch '/, des Zuwachses zur Eintragung in das hessische Slaatsschuld- buch verwendet werden. Der Vorstand des hessischen Spar- kajsenverbandes machte nach eingehender Beratung der Rc- gikrungsvorschlnge unter deren Ablehnung den Gegenvorschlag; die Sparkassen möchten sich bereit erklären, bis auf weiteres jährlich 3 Millionen hessischer Staatsanleihe zu übernehmen unter der Bedingung, daß ihnen dieser Betrag bei Neuemissionen tirclt zum gleichen Ucbernahmekurs wie den Banken zur Verfügung gestellt würden. Tie lebhafte Aussprache, die aus einer außerordentlichen Hauptversammlung über diesen Vorschlag, stattsand, ließ erkennen, daß man zwar grundsätzlich das Bestreben nach einer Vermehrung der von der Reichsbank bcleihbarcn Es- sektcnbestünde nicht für ungerechtfertigt erachtete, jede zwangsweise Verpflichtung zum Erwerb eines bestimmten Bestandes solcher Wertpapiere aber entschieden ablehnen zu müssen glaubte, wenn nicht vielen Sparkassen die Erfüllung der Nächstliegenden Aufgaben unmöglich gemacht werden oder manche sogar gezwungen werden sollten, sich selbst erst die Mittel zur Anschaffung eines bestimmten Prozentsatzes von Reichs- und Staatspapieren anderwärts für teures Geld zu beschaffen. Tie Verhandlungen fiihrten zu der Entschließung: t „Tie Verbandssparkasien erklären dicAnnahmc der von dcrRc- rung ausgestellten Leitsätze als nicht im Interesse der Sparkassen gelegen, sind dagegen bis aus weiteres bereit, soweit dies unbeschadet ihrer Nächstliegenden Aufgaben möglich ist, aus den ihnen zum Ankauf von Wertpapieren vcijügbar werdenden Mitteln vorzugsweise hessische Staatspapierc anzukaufen." Mit dieser Entschließung ivar wohl vorerst einmal für die Vcrbandssparkassen erledigt. Ihre Folge war, daß tatsächlich auch eine größere Anzahl von Bezirkssparkassen ihre Bestände an Wertpapiere» der gewünschten Art nach Kräften erhöhte, viele aber mußten Zurückbleiben, weil sie eben alle verfügbaren Mittel nötig hatten, um das Kreditbedürs- nis ihrer Bezirke zu befriedigen. Die Frage kam deshalb auch jetzt noch nicht zum Schweigen. Die Liquidität der Süssen ließ nach Ansicht der Regierung noch immer viel zu wünschen übrig und führten zu einer nochmaligen Aussprache über die Frage im Frühjahr d. Js. innerhalb des Sparkassenverbandes, ohne daß jedoch dieser in seiner Stellungnahme irgendwie altericrt worden war. Es hat sich ergeben, daß bei allen Bezirkssparkasscn der gute Wille, den Wünschen der Regierung gerecht zu werden, im vollen Maße vorhanden lst, daß aber der Erwerb von Staatspapieren für eine ganze Reihe von Kassen in der Tat ein Ding der Unmöglichkeit ist und ein Zwang in dieser Richtung viele Kasse» direkt schädigen würde dadurch, daß sie, wie bereits oben gesagt, genötigt sein würden, sich zunächst anderwärts teueres Geld zu verschaffen, um überhaupt Papiere an- kauscn zu können. Es wird also zunächst noch recht langsam auf dem be- schrittenen Wege vorwärlsgehen, ja es wird fraglich sein, ob überhaupt eine Esfektenerhöhung in dem von der Regierung erstrebten Umfang bei vielen der kleinen Kassen sich wird erreichen lassen. Andererseits scheint uns aber auch die Besorgnis, der Mangel an einem bestimmten Bestände diskonticrbärer Wertpapiere im Falle eines Krieges könne für manche Kasse verhängnisvoll werden, wenigstens hinsichtlich der ländlichen Bezirkssparkajsen nicht in dem Maße begründet zu sein, als man anzunehmcn scheint. Tie ländlichen Bezirksspar, lassen Pflegen unbedingtes Vertrauen in allen Bcvöike- rungskreise» zu genießen. Man weiß, daß bei Anlegung der Einlagebcstcinde überaus vorsichtig zu Werk gegangen wird, wie dies ja auch Gesetz und Satzung schon von selbst gebieten: man weiß, daß der weitaus größte Teil des Vermögens der Kasse in unveräußerlichen und kaum einer Ent- wertungsgcsahr ausgesetzten Grundbesitz sicher fundiert ist, der selbst in Kriegszeiten eine dauernde Gefährdung nicht zu befürchten hat. Man weiß aber auch vor allem, daß zahlreiche Gemeinden mit ihrem vollen Gemeindevermögen als Garantie hinter den BezirkSsparkassen stehen und für alle diese etwa tresscnden tatsächlichen Verluste auskom- men Müssen. Es ist deshalb — weil diese Tatsachen im Volk seil vielen Jahrzehnten bekannt sind und weil hierdurch dessen Vertrauen zu den Kassen sich im Laufe der Zeit mehr und mehr gefestigt hat — ein sog „Run" auf die ländlichen Spartassen kaum jemals zu befürchten, namentlich a u ch nicht zu Kriegszeiten, denn gerade dann findet der Kapitalist sein Geld nirgends sicherer gestellt als bei den Bezirkssparkassen. Wollte man aber die Bezirkssparkasscn verpflichten, unter allen Umständen, Staatspapierc in einem gewissen prozentual festgelegten Umfange zu erwerben, so würde dies dahin führen, daß bei vielen Sassen, die zahlreichen, vielfach seit Jahrzehnten wicderkehrenden, quasi regelmäßigen Zuwendungen aus den Ueberschüssen zu wohltätigen und gemeinnützigen Zwecke» zum guten Teil in Wegfall kommen müßten. Ein solcher Rückgang in der Fürsorgetätigkeit der Sparkassen aber würde nicht nur nicht verstanden werden, nein er würde zweifellos auch das Ansehen der Kasse und das Vertrauen zu ihr zu mindern geeignet sein. Aber auch direkt materielle Nachteile würde eine solckht Venvaltungs- bcschränkung im Gefolge habe». Manche Wohltätigkcils- einrichtungcn und gemeinnützige Anstalten (Krankenpflege, Schulen) sind in ihrem Fortbestand oder doch in ihrer Weiterentwicklung zumteil geradezu von der Unterstützung der Bezirkssparkasscn abhängig und würden durch deren Wegfall oder wesentliche Beschränkung direkt gefährdet werden. Gerade dieser, wohl von den meisten ländlichen Bezirks- kassen geübte und auch von den Aufsichtsbehörden lebhaft geförderte vielseitige Unterstützungstätigkeit verdanken die Kassen ein gutes Teil ihrer Volkstümlichkeit und ihrer Beliebtheit, deren Verkümmerung unter Umständen recht unerfreuliche Wirkungen haben töniitc. Möge man den Bc- zirtssparkasscn bas Vertrauen schenken, daß sic nach Kräften bemüht sein werden, ihre Bestände an Wertpapieren und damit ihre „Liquidität" zu erhöhen, vermeide man aber einen allzugroßen Druck in dieser Richtung auf die Kassen auszuüben. Die Steuerbelastung in England und Deutschland. Nach dem soeben von Lloyd George dem englischen Unterhause vorgelegten Budget soll die englische Staatseinkommensteuer außerordentlich erhöht werden, so daß sie bei großen Einkommen einen Steuersatz! von 2 Schilling 7 Pence für je ein Pfund Einkommen erreicht. Das ist ein Ein ko m m e n st e u ersatz von 12,9 Proz.! Demgegenüber steigt z. B. die preußische Einkommensteuer, weiche bei den niedrigen Einkommen mtt0,6 Proz. beginnt, bet den höchsten Eintommen nur bis zu 5 Proz. Gänzlich verfehlt tväre nun die Annahme, daß der englische Steuerzahler angesichts der hohen Belastung mit direkten Steuern wenigstens von der Belastung mit Zöllen und indirekten Steuern befreit sei. Gegenüber diesem in Deutschland noch vielfach verbreiteten Aberglauben seien folgende Zahlen aus den letzten englischen Finanzberichten angeführt. Bereits nach dem englischen Staatshaushaltsplan für 1912/13 ivarcn die Z o il ei n na h m e n (Tabakzoll, Teezoll, Kaffeezoll, Zuckcrzoll usw.) mit 691 Millionen Mark und die Verbrauchssteuern (Bier, Spiritus usw.) mit 769 Millionen Mart eingestellt. Das sind insgesamt an Zöllen und Verbrauchssteuern 1460 Millwnen Mark für 1912/13, oder auf den Kops der englischen Bevölkerung eine Belastung durch indirekte Steuern von 32 Mark! Dagegen betrugen die Einnahmen des Deutschen Reiches im Jahre 1913 an Zöllen 721 Millionen Mark und an Verbrauchssteuern 624 Millionen Mark, zusammen 1345 Millionen Mark, was aus den Kops der Reichsbevölkcrung eine Belastung von 20.10 Mark ergibt Also bei den direkten Staatssteuern iw Deutschland steigen die Sätze bis 5 Proz., in Kttttfi, Wissenschaft und Leben. — Shackletons Probefahrt. Sir Ernest Shackleton wird in den nächsten Tagen die Ausreise nacb Norwegen antreten, um in den Eisrcgionen der norwegischen Gletscher die für seine Südoolarcrpcditton bergcstcllicn AusrüstungSgcgenstände sowie die seriiggcstciitcn Proviantrattoncn einer weitgehenden praktischen Erprobung zu unterziehen. Zugleich soll diese Fahrt und der Aufcnt- balt in den norwegischen Eisrcgionen eine Vorbereitung für die Anstrengungen und Entbehrungen, die der Forscher inr Bereiche des Südpols harren, darstcllcn. Fünf Mitglieder der künftigen Er- vedition werden mit Shackleton an der norwegischen Probereisc tcilnehmcn und längere Zeit in der Schneewildnis lebcn^Die Ernährung wird dabei genau dem.ErnährungSplan der Tüdvolar- exvcdilion entivrcchen; bekanntlich ist für die Südpolariahrt Thack- lctons unter der Aussicht des Oberst Bcveridgc von der englischen Militär Medizinischen Hochschule ein besonderer Ernährungsplan auSgearbciiet, der jetzt in der Wirklichkeit erprobt werden soll. Naturgemäß werden die Teilnehmer der Probefahrt in Norwegrn nicht jene Kältevcrhäjtnisse finden, wie im Reiche des Südpols: aber die zu den Versuchen ausgewählte Gegend entspricht im übrigen den Vcrhältniisen der Antarktis und ist insbesondere von heftigen Schnccstürmen häuiig iicimgesucht. Auch die neuen Automobilschlitten werden hier ihre erste Feuerprobe zu bcchchcn haben. Das neue Expedittonsichiss Shackletons, die „Endurance", vollen det zurzeit in Norwegen die Ausrüstung und wird noch im Ltmfe dieses Monats nach London überführt. Das Schiss ist kleiner als die „Aurorc" und die „Discovery", jedoch ungemein stark gebaut und ein kleines Meisterwerk des Hoizschiffbaues. Ter Kiel, aus starker Eiche, hat eine Dicke von 5V* Fuß, während die Seiten- wände zwei Fuß stark sind. Tic eingebaute neue Maschine crnrög licht eine Geschwindigkeit von zehn Knoten und kann sowohl Nilt Kohle als mit Petroleum betrieben werden. Das zweite Erpedi- tivnsi'chiii, die „Aurorc", der die Station im Roß-Meer zufäilt, wird Ende August abgeliescrt und inr November die Ausreise an- tretcn. Eine der wichtigsten Fragen bei der Vorbereitung der Exvcdition war die Erlangung von Hunden. Bei der letzten Reise hatte der schwerste Hutzd ein Gewicht von 45 englischen Pfund: diesmal wird der leichteste Hund gegen 80 Pfund wiegen. Die Tiere sind im arktischen Kanada gezüchtet und die Frucht einer Kreuzung von Wolf und schstlischem Hirschhund. Man veffpächt sich von der Widerstandsfähigkeit und der Zugkraft dieser Hunde besonders günstige Ergebnisse. — Launen des Thermometers. In einem fesselnden Auffatz der „Hcbdo-Tebats" beschäftigt sich de Varigny mit der Tatsache, bah die Quecksilbersäule des Thermometers, wenn man sie in schmelzendes Eis lenkt, keineswegs immer die Stellung einnimmt, die ihr zukommt: den Nullvunkt. Aber selbst wenn das Thermometer die richttge Temperatur van Null Grad anzeigt, wird eine Wiederholung des Vcriuches nur glücken, Ivcnn der Wärmemesser zwischen den beiden Experimenten nicht dazu vcnvcndet wurde, wesentlich höhere Temperaturen zu bc- stimmcn. Sind mit dem Thermometer höhere Wärmegrade gemessen worden, so wird sich zeigen, daß die Quecksilbersäule keineswegs wie bei dem ersten Versuch im schmelzenden Eis wieder Null Grad anzeigt, sondern man wird sehen, daß das Quecksilber etwas icher dem Nullvunkt verharrt. Das Phänomen erklärt sich durch den Umstand, daß dos die Quecksilbersäule umschließende Glas unter der Einwirkung der größeren Wärme seine Ausdehnung verändert bat und keincstvegs sofort nach dem Aushören der Wärnie zu seiner ursprünglichen Form zurückkehrt. Die Zeit, die dazu ertordertich ist, wechselt mit der verschiedenen Zusammensetzung und Art des Glases; mmi hat Thermometer beobachtet, bei denen die Quecksilbersäule erst nach einem halben Jahre wieder ihre richttge Stellung am Nullpunkt wiederiand. In der Praxis muß man in allen Fällen, in denen cs aus Genauigkeit der Tempcraturbesttmmung ankommt, vermeiden, das gleiche Thermometer zur Messung sehr isolier und sehr niedriger Temperaturen zu verwenden. Tie zuverkäisigste Kontrolle für die Genauigkeit eines Thermometers bleibt die Probe im schmelzenden Eis; die Untersuchung durch die Siedehitze des Wassers hat ihre Gefahren, die zu Ungenauigkeiten sichren können. Tie^ Verschiebungen der Quecksilbersäule kann man verhindern, indem man das Thermometer einmal einer sehr hoben Temperatur aussetzt; die Folge ist zwar eine merkbare Erhöhung des Nullpunktes, aber diese Erhöhung blecht dann ständig. Setzt man das Thermometer 24 Stunden lana einer 'Tcmveratur von 45 Grad Celsius aus, so ist für die Wärmegrade von unter 100 Grad eine sasr absolute Stettgkeit erzielt. Aber die Erhöhung des Nullpunktes bei einem auf diese Art behandelten Thermometer ist sehr erheblich und mich fortan stets in Rechnung gesetzt werden, denn sie. beträgt ost nahezu vier Grad. — Ausgrabungen. Die Verwaltung der ägyvtischen Museen entdeckte bei E l w o st a zweihundert Gräber der ältesten ägyptischen Königssamilie. Sie stammen aus der Zeit um 3000 v. Ehr. aus der Regierung der ersten Dynastie des Mencs, dessen Grab bei Ragüde in Oberägypten als ältestes Denkmal der ägyptischen Geschichte bekanm ist. — Eine kleine Enttäuschung. In dem' hübschen Villenvorort von Paris, Passy, erhebt sich in der Ruc Raynouard ei» bescheidenes Haus, das im Laufe der Jahre zu einem Wall- jahrtsort der Verehrer des Dichters der „llontes drolätiques" geworden ist. In dem mittelsten der von Bal z rc ehedem bewohnten Räume steht noch ein kleiner Schreibtisch mit einer Unmenge von Schubladen. Dort hob Balzac sein Geld auf, . . . wenn er etwas hatte. Und gerade an diesen kleinen Schreibtisch mit leinen vielen Schubfächern knüpst sich unsere Geschichte. Der Dichter hatte die Gewohnheit, wegen der größeren Ruhe in der Nacht zu arbeiten und bis spät in den Tag hinein zu schlafen. So kam cs, daß eines Mittags sein Schneider, mit einer langen Rechnung bcwafßiet, ihn aus den schönsten Träumen riß. Mit unwillig grollender Stimme klang es schläfrig vom Bett her; ,Was wollen Sic denn von mir?" — „Ich habe die Rechnung für die letzten Anzüge mitgebracht, Herr v. Balzac." Ein kräftiges „Uuunaaaah!" ,var zunächst die Antwort des seinem unliebsamen Besucher immer noch die Kehrseite zuwendendcn Dichters. Tann schaute er, sich die Augen reibend, zum Schrcchtisch hin: „Gut, öffnen Sic bitte die oberste Schublade rechts," sagte er zu dem Schneider, der ob der schnellen Erfüllung seiner gewagtesten Hoffnungen sich eilfertig cg den Schreibtisch Machte. „Da ist aber nichts drinnen!!" antwortete er bald. — „Dann also die nächste!" —— „Ebenfalls leer!" — „Noch tiefer, die nächste!" — „Auch nichts vorhanden!" — „Vielleicht in der Reihe auf der linken Seite!" Nach langem' vergeblichen Durchsuchen gelangte der Schneider zu einem Fach, das voll mit Pavieren war. Freudig rief er aus: ,„hier Hab' ich's, da sind lauter Pavierc!!" . . . Ruhig antwortete Balzac: „Das sind meine unbezahlten Rechnungen. Legen Sie die Ihrige oben auf!" drehte sich gegen die Wand und nach wenigen Minuten trieb das kräftige Schnarchen den enttäuschten Gläubiger aus der Wohnm^ hinaus. England l>ts> 12,0 Proz, des Einkommens, bei den indirekten Steuern beträgt die durchschnittlirde Belastung aus den Stopf der Bevölkerung in Deutschland 20.10 Mark, in England 32 Mark, Aur Stadt und Land. Gießen, 0. Mai 1914, " Land es Universität, Dem außerordciitlichen Professor an der Laiidesilniversitüt Dr, Werner Friedrich B r u ck ist von der Scnckenbcrgischen Naturforschendcn Ole- ssellschaft in Frankfurt a, M, der diesjährige Askenasy- Preis für botanische Forschungen verliehen ivorden, ** Ernennung, Der Forstresercndar Heinrich Zimmer in Lich wurde zum Forstasscssor ernannt, ** Eine Provinzial-Ausschuß-Sitzung findet am Mittwoch, den 13. Mai, vormittags s'i'O Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: l, Enteignung von Gelände zum Ansbau der Ed er st raste zu Gießen, 2, Klage des Hermann Reih in Butzbach gegen das Großh, Kreisamt Friedberg wegen Aushebung eines Polizeibcschls, 3, Ersuch de§ Andr, Reinhardt zu Lollar um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtsetzast, ** 01 c ft ö li b n i $ eines Flüchtigen, Wir bcrich- teten im November vor, I?,, dah in dem Geschäft der Firma Joh, Balth, Noll 2000 Mark verschwunden seien. Der dort beschäftigte Handlungsgehilfe Hermann M. der im Mürz dieses Jahres bei einem Zigarrcn- dicbstah! ertappt wurde, dann nach Berlin verschwand, hat nun, als er sich jetzt arrch wegen des Diebstahls der 2000 Mk, stark verdächtigt sah, in einem Brief au seinen Ehes ein Geständnis abgelegt. Er will die 2000 Mk, gestohlen haben, um seine Reifeprüfung damit zu mache», Tic Einjährigen-Prüsung hat er auf Grund seines Selbststudiums im Frühjahr in Darinstadt bestanden, 1500 Mk, hat er von dem gestohlenen Gelde seiner Mutter gegeben. Hoffentlich gelingt es, den Dieb noch zu fassen, denn er wollte nach seinen eigenen Angaben wieder verschwinden, •* $ct Verband hessischer Borschust - und Sparverein« tagt am Dienstag in B u y b a ch, Ter Butzbacher Verein verbindet daniit sein SOjähr, Stistungsfcst. ** D i c Z c n t r a l g c n o s s e n s ch a s t der Hess, I a n d w, Konsumvereine hält ihre 24, ordentliche Generalversammlung am Montag, den 13, Mai l, I,, in Darm stadt ab. Wir,entnehmen dem Geschäftsbericht sür das Jahr 1913, dast das Institut infolge seiner geordneten Verhältnisse und seines guten finan/kellcn Standes von der 01 c n o s s c n s ch a s t s k r ij i 3 wohl geschädigt, aber nicht erschüttert wurde Es gehörten Ende des Jahres 131 Milglicoer der Zentralgenoffcnichast an. Der Gesamtumsatz betrug rund 17,8 Millionen Mark, Der Gesamtwarenbezug, bestebeno au? Düngemitteln, Kraitsuttermitteln, Kohlen, Sämereien, Schwefel, Kupservitnol und sonstigen Waren, beziffert sich aut 567 024 Zentner im Werte von rund 1976 000 Mark, Der Geschäftsabschluß verzeichnet, nach einer Abschreibung von ,20 OM Mark zur Begleichung des Verlustes bei der landwirtschastlichen Genosien- schastsbanl, noch einen Reingewinn von 41333 Mark, Hiervon sollen nach dem Anträge des Aussichtsratcs und Vorstandes zur Speisung der Reserven 3000 Mark und zu einer öprozenttgcn Verzinsung der Geschäftsanteile 1121 Mark verwendet, ferner 6597 Mark auf neue Rechnung vorgctragcn und der Rest in Form meiner 2prozentigen Warcndividende ausgeschüttet werden, .Die eigenen Mittel iGeschäitsguthaben und Reservcnl betrugen 150 161 Mark Die Gcsamthajtjumme (209 Geschäftsanteile a 500 Mark! -- 104 500 Mark, ** Vortrag über M ittel zur Empsängnisver- ,hüt ung. Am Montag, den ll, Mai, abends 8>, Uhr, hält Herr F e l l g i c b c l, Berlin, im Aufträge des Bundes sür Mutterschutz einen Vortrag über den „Rcichsgesctzcuiwurl über den -Verkehr mit Mitteln zur Verhütung von Geburten, -— Wer sind die Leidtragenden?" Landkreis Kiesten. ' -m, Birklar, 9. Mai, Am Freitag früh hat sich der hiesige, 82sährigc, frühere Forstwart und Flurschütz Rup- pert Agel auf einer Bodenkammer erhängt. Schon vor einigen Wochen hat er einen Selbstniordversuch gemacht, konnte aber damals an seinem Vorhaben verhindert tver- dcn. Vermutlich hat den hochbctagten Mann geistige Umnachtung in den Tod getrieben, A Göbelnrod, 8, Mai, Auf seine 30jährige Amtszeit blickt Bürgermeister Tamm zurück, der wegen seines hohen Alters auf eine Wiederwahl verzichtet hat. Der Grostherzog verlieh ihm eine Ordensauszcichnung, Sein Nachfolger wurde Landwirt Hch, Weber, A Grünberg, 8, Mai, Ter Vorschußverein hat einen sehr günstigen Jahresabschluß zu verzeichnen. Ter Reingewinn beläuft sich ans 14.500 Mk,, der Jahresumsatz ans fast 2 Millionen Mark, Dagegen sank die Mitgliederzahl von 912 aus 855, Die Sparer haben 1361 870 Mark eingelegt, Kreis Büdingen. — Wenings, 6, Mai. Unter starker Beteiligung der Bevölkerung von hier und aus der näheren und weiteren Umgebung wurde heule der am vergangenen Freilag verunglückte und au den Folgen des Uusalls gestorbene Kaufmann Georg G r o t h III, zu Grabe getragen. Der Vorstand der Sparkasse, deren Direktor der Verstorbene lange Jahre hindurch loar, ebenso der Einschätzungsausschust des Finanzamlsbe-irks Büdingen, der Kriegcrvercin, der Gesangverein, der Turnverein, sowie der Zweigverein Wenings des B, H. E, legten Kränze am Grabe ihres entschlafenen Mitgliedes nieder, Gesänge des Schülerchors und des Gesangvereins verschönten die erhebende Trauerscier, — Am 6. Mai 1889 wurde Lehrer K aust als Verwalter der 3, Tchnl- stclle hicrselbst eingewiescn, so dast er heule auf eine 25jährige segensreiche Wirksamlctt zurückblickcn kann, Kreis Büdingen. AAltcnstadt, 7, Mai, Die Molkereigenossenschaft, welche eine der größten Tberhcssens ist, hat tm abgelausenen Geschäftsjahr über U/« Million Liter Milch verarbeitet. Dabei betrug der Reingewinn 2236 Mark, die Miigliedcrzahl 267 Genossen, Kreis Alsfeld. AAlsfeld.7, Mai. Zu Nieder-Gewunden und Alsfeld fanden Bezirkslehrerzusammenkünfte statt. An beiden nahm Landeskurninspektor Schulrat Schmuck- Darmstadt teil und hielt Vorträge^ über den 'Turnunterricht in der ein- und zweiklassigen Schule, Kreis Lauterbnch. KLauterbach, 8, Mai. Das Ober-Ersatzgeschäst findet in diesem Jahre im Kreise Lantcrbach ausiiahmsweise sehr svät statt. Im Anschluß an die Musleriing im Kreise Schotten wird am 38. Juni in Grebenhain, ani >. Juli in Lanter- b a ch und am 2. Juli in Schlitz die Aushebung der Rekruten abgehalten. R, Angersbach, 8. Mäi. Dem Bernehmen nach ist das vor zwei Jahren eingereichte Gesuch wegen Errichtung einer G ü t e r v e r l a d e st e l l e und Umwandlung des Haltepunktes AngcrSbach in eine Haltestelle durch das Eisenbahnministcrium endgültig genehmigt worden, so dast mit der Anlegung der Bertadegeleise und Znsuhr- straße, die mit umfangreichen Erdarbeitc» verbunden sind, demnächst begonnen werden wird. Früher eingercichte 01c suche waren an dem hohem- Zuschuß, den die ltzemeinde leisten sollte, gescheitert. Durch die stetig steigende Bieh. zncht und Versand von Zuchtvieh ist aber die Einrichtung einer Verladestelle ein dringendes Bedürfnis gcivorden, so daß sich der Ortsvvrstand entschloß, das geforderte Gcldopser zu bringen, Kreis Fricdbcrg. L, Friedberg, 7, Mai, (S i a d t ve r o r d n e t e n si t - zungl Die tdaingrabenstraßc wird am unbebauten südlichen Teil 1 Meter verbreitert, ebenso die Hanauer Straße nach der Bahnseite zu, Tie Straßensluchtlinie nach und um die Kascrpe sowie der Bebauungsplan östlich des Friedhofs werden nach den Plänen des Stadlbanamts genehmigt. Eine Verbreiterung der Reitbahn aus der Secwiesc sür das Reitcrsest wild genehmigt, da dadurch die säumen Kurven in Wegiall kommen. Die Ausstellung einer öffentlichen Fernsprecheinrichtung im Alnr des Rathauses wird genehmigt, Tic städlischen Arbeiten und Lieserungcn Ivcrde» an den Wenigstsordernden vergeben. An den Bahnsiskus sollen 1617 Quadratmeter städtisches Gelände zum Preise von 110 125 Pfennig pro Quadratmeter sür die Friedberg -Hamburger Bahn abgetreten lverden. Die wertvollen Archivatien der Landgemeinden sollen in das st ä dt i s ch c A r ch i v ausgenommen werden, Für Regale find hierfür vom Kreis 300 Mk, bewilligt wvr- -den, Tie den Schulverivaltern bisher gewährte Vergütung kommt nach der neuen Gehaltsordnung in Wegsall, Als Schulgeld für die Schillcrschulg müssen soll an erhoben werden: für d»e unteren Klassen 130 Mk,, für die oberen Klasse» 150 Mk,, Ausländer zahlen 20 Mk, mehr. Der Voranschlag 1914 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 770 549 Mk, in der Bctriebsrechnung und 428 635 Mark in der Permögensrechnung ab. Das der Steuerveranlagung zugrunde liegende Einkommen beträgt 176 094 Mk„ das Vermögen 73 786 000 Mk, Zum Ansschlag kommen 108 Proz, für Einkommen, 18 Proz, sür^Vcrmögcn, Ein Antrag der Stadtv, Ferdinand Damm und ,C Scriba über Bahnbauten wird in der nächsten nichtöffentlicl>en Sitzung verhandelt werden, s, Butzbach, 8, Mai, Der Eisenbahnervercin (Strccke Lang-Göns—Bad-Nauheim) unternahm gestern im Son- dcrzug seinen Sommeraus s lug nach B ü dingen, llnter- kunstslokal war der „Fürstcnhos" Die Belciligung war trotz des regnerischen Wetters sehr gut. Nach eingenommenem Kaffee begaben sich die meisten Leute in die Stadt, um sich die Sehenswürdigkeiten, hauptsächlich das Schloß, anzusehcn. Hieraus ging man zum Tanze über, welchem sleißig gehuldigt wurde. Um 7,59 Uhr wurde die Rückreise angetreten, r, Bad-Nauheim, 8, Mai, Das gestrige erste Sin- ionie-Kvnzert der Kurkapclle ersrcutc sich eines vortrefflichen Besuches, Pros, Win der sie in hatte zur Eröffnung der musikalische» Saison Werke von Beethoren und Brahms ge- wähft. Das Orchester lpi-lte ,,Tie W ih .' dis Hauses" von Beethoven und die Sinfonie Nr, 2 D-Dur von Brahms und errang unter Leitung seines Dirigenten Winderstcin einen guten Erfolg, Konzertmeister Schachlcbcck spielte das Konzert sür Violine von Beethoven, A Melbach, 8. Mai. Bei den Er weiter ungs- arbeiten des Bahnhofs konnte mit den Grundbesitzern keine Einigung erzielt werden. Es soll deshalb das Enteignungs verfahren durchgeführt werden, Starkenburg und Nhrinhessen. rm, Darmstadt, 9, Mai. Eine große Anzahl Marktfrauen und Händler aus Griesheim bei Darmstadl, die bekanntlich das Hauptkonlingent der Händler auf den umliegenden Märkten bilden, haben mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten, welche ihnen die neue Darmstädtcr Marktordnung bringt, eine Vereinigung gegründet mit dem bestimmten Zweck, bis zur Abstellung dieser Zustände dem Darmstädter Markt fernzubleiben und die benachbarten Märkte zu besuchen. Schon jetzt haben sich zahlreiche Händler angeschlossen, Hessen-Nassau, [1 Marburg. 8. Mai, Der Arbeiter V ö l k e l, der, wie aus Laasphe berichtet wurde, bei einer Schlägerei in Banse durch einen Wurf mit einem eisernen Meißel getroffen wurde) ist nicht, wie cs zuerst hieß, an den erhaltenen Verletzungen gestorben, sondern er liegt schwer verletzt in der hiesigen chirurgischen Klinik, Es ist Aussicht vorhanden, daß er mit dem Leben davonkommt. Sport. Taunushöhenfahrt. Wiesbaden, 8, Mai, (Priv.-Telegr.) Heute morgen gegen 6 Uhr begann hier der Start zu der Taunushöhensahrt, deren Vorbereitung der Wiesbadener Automobilklub aus Anlaß seines zehnjährigen Ttisrungsseftes übernommen hal, Tie Fahrt, die als Zuverlässigkcitsiahrt gedacht ist, führt über die 308 Äilo- meter lange Strecke von Wiesbaden über Langenichwalbach, Nassau, Montabaur, Diez, Niedernhausen, Königstcin, Bad Homburg, Wcil- burg,' Wcilmünster, den großen Feldberg nach der Platte bei Wiesbaden, An der Fahrt nehmen 26 Fahrzeuge teil. Ein schwerer Unfall, Wiesbaden, 8. Mai, Bei der Taunushöhensahrt kam, wie bereits kurz gemeldet, ejn mit Vertretern der Presse besetztes Automobil in der Nähe von Langcnschwalbach infolge des schlüpfrigen Weges ins Rutschen und schjug um. Sämtliche Insassen wurden hinausgcschlcudert. Dabei kam der Chefredakteur der Rheinischen Volkszeitnng in Wiesbaden Dr, Geulcke, unter den Wagen zu liege» und wurde schiver verletzt in das Wiesbadener Krankenhaus gebracht. Wie dort fcstgestellt wurde, hatte Tr, Geulcke sich mehrere Rlvvenbrüche zugezogen. Das Automobil wurde wlal zertrümmert. Lustscbissabrk. Berlin, 8, Mai, Heute mittag schlug der Blitz in einen unbemannten Fesselballon, mit dem das Telegraphen- bataillon Nr, 5 bei Zossen eine Funtenübung machte. Der Fesselballon wurde zerstört: Menschen wurden nicht verletzt. vermischte». * 50000 Mark unterschlagen. Aus Prag, 8, Mai. meldet ein Priv.-Telegr,: Den tschechisckzen Blättern zusolge sind nach dein Tode des kürzlich verstorbenen Sekretärs des Vereins tschechischer Journalisten IN Prag, » a w k a, Veruntreuungen von Vereinsgcldcnr in Höhe von 50 000 Kronen entdeckt worden, die er begangen hat, * E in wahnsinniger R c v o lv ersch ü tze, Ans Wien, 8, Mai, wird gemeldet: Tee osseubar gcistesgcstörlc Manrergchiifk Rrete naucr feuerte zahlreiche Schüsse aut Vorübergehende ab, traf aber glücklicherweise niemanden. Als ein Sckmtzinann Rictcnaucr sestnchmc» tvvllte, tötete sich dic- s e r durch einen Schuß in die Schläfe, *Oclbrandim Bahnhof, Ans W i c n , 8, Mai, wird gemeldet: deute abend geriet in der au der Nordbahn gelegenen Florisdorser Mincralölsabrik eine Tankgrube mit 20 Waggon Rohöl in Brand, Zahlreiche Tampslöschzüge der, Feuerwehr rückten aus, um eine Erplosivn des in der Grube lagernden Rohöles und ein Umsichgreifen des Brandes zu verhüten. Der Zugverkehr auf der Nordbahn erlitt eine kurze Störung, *JmGesängnisgestorbeii, Aus Petersburg Ivird gemeldet: Der vom Dienst suspendierte russische Konsul invVr an k- T u r t a, M,, Baumgarten, der vor einem Jahr wegen Unterschlagung von Mündelgeldern zu einer Aesängnisstrase verurteilt worden tvar, ist im Gefängnis gestorben. Kleine Cageschronik. Int Alter von 77 Jahren starb hier der Wirkt, 01eh. Ober- poslrat a, D, Griesbach, der frühere langjährige Oberpvst- direktor von Berlin, Ter Vorsitzende der deutschen Turnerschasl, Geh, Sanitätsrat Tr, G ö tz, vollendet am 24, Mai sein 88. Lebensjahr, Für diesen Tag ist neben anderen Feierlichkeiten eine Huldigung der Turner Sachsens geplant. Bücherlisch. — Das allgemeine Deutsche Kommersbuch, Wie aus einem Prosvckt, der zurzeit durch Sortimentsbuckihand- lungcu ausgegeben wird, zu ersehen ist, hat die Verlagsbuchhandlung von Moritz Schauenburg in Lahr -Baden- aus Anlaß des bestehenden Erscheinens der 400, Auslage des-Allgemeinc» Deutschen Kommersbuches einen Sonderdruck nach Entwürfen von Professor F, H, Ehmcke - München veranstaltet. Die 1000 numerierten Eremplarc dieser Sonderausgabe düritcn namentlich mir Rücksicht aus spätere Zeiten sür die Bibliotheken und Sammler von Liebhaberausgaben von Druckwerken, vor allem aber für die Hausbücherei einer jeden akademisckien Korporation von nicht zu unterschätzendem Werte sein. Märkte. FC. Wiesbaden. DIehhoi-Marktbericht vom 8. Mai. Austrieb: Rinder 84 (Ortyen 8, Bullen 5, Kübe und Färse» 71 1 , Kälber 1 A Schate 0, Schweine 19g. Geschält mittel, Schl et. Voklflelschlqe, misqemästete, höchsten Schlachtwertes int Alter von 4—7 Jahren .... Junge, fleischige, nicht ausgemästete »nd ältere ansgemäftete............49—52 Mama genährte junge und gut gegenährte ältere ......... Bul len. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtiv. , , Vollsteischige, jüngere..........40—42 Färsen. K n h e. Vollflesschige ausgeinästele Färsen höchsten Echlachtwertes........ . 48—52 Aoststelsckiige ausgemästete Kühe höchsten Schlacht,verte« bi« ,» 7 Jahren.....39—43 Akliere auSaemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe.........44—47 Mäßig genährte Kübe und Färsen , . . aa—S7 Gering genährte Kühe und Färje» . . . K q l b s r. Feinste Mastkälber...........««-68 Mittlers Mast- und beste Saugkälber. . Geringere Atast- und gute Saugkäldsr . Geringe Saugkälber..........40—51 Schake. Weidemastschase, Mastlämmcr und Masthammel . . . 44,5, Schweine. Voll fleischige Schweine von 80—100 hg Lebend. gewicht............. i . Vollfteisclstge Schweine unter 30ügLebendgewicht Vollstelschige Schweine von 100—120 k,r Lebend» geivicht .............. VoUfteischlge Schweine von 120—150 kg Lebend- gc,vicht.............. Fettjchweme über 150 kg Lebendgewicht . . Preise stir 100 Pid. Lebend» Schlachtgewicht Ate. Mt. 50-53 88-93 49—52 86—92 44—47 78-84 17 73—78 65-72 48-52 84-92 39—43 74—80 44-47 33-37 29—33 76—83 64—69 59—64 66—63 63—66 54—59 46—5 l 110—115 105-110 90-98 78—86 ,—45.59 92—94 45-47 44-46 58-60 57-59 40 48 58-60 44-45',. 4t'/,-43 55-57 52-54 Der beste Beweis sür die hohen gesundheitlichen Vorzüge des eoffcinsrcien Kaffee Hag ist die Tatsache, das; die Familien der Ärzte seine besten Abnehmer sind. Zu haben ist er in allen beffercn Geschäften. Brau6rei-Füllung Brauerei-Füllung Liebhaber einer Flasche guten Bieres verlang, ausdrückl: ! Giessener Brsuhaus-Bisr! hell und nach Münchener Art. j Sanitüts-Kraftbier: alkoholarm —extraktreich ® Ausschließlich Brauerei-Füllung & daher Gewähr für beste Beschaffenheit mpoD | Direkt vom Lagerfaß in die Flasche ^jeuz ste r/) AGGT Suppen sind die besten! Allein echt mit dem Namen MAGGI und der Schutzmarke Kreuzstern. „MAGGIS gute, sparsame Küche.“ 1. Ziehnng 5. Kt. 4. Preuss.-Süddeutsche (230. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterle Ziehung vom 8. Mai 1914 vormittags. Auf Jod« seios» n» Sommer stnd b»t« 1 gleich hob« Gewinn« gefallen, and «mir Jo einer aaf dl« Loa« gleicher Summer ln den beiden Abteilungen I and 11 Nur die Gewinno über 240 Mark, sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Obno Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 218 423 73 [500] 595 675 79 983 1144 299 380 44P 78 535 711 981 SO 2054 77 108 253 305 494 586 8Ö9 905 3017 113 35 77 215 [500] 84 329 403 1500] 609 38 797 916 4-150 432 86 96 558 95 672 791 928 43 5010 67 137 56 215 [500] 56 564 628 86 707 946 6142 [1000] 86 201 [1000 ] 32 501 607 16 701 818 31 7039 171 283 425 778 907 57 8106 89 212 308 29 50 84 557 655 79 736 93 3S3 930 45 [500] 8072 230 37 539 519 99 876 025 18026 72 121 79 207 20 64 304 629 65 72 641 [1000] 752 60 804 6 985 97 11019 166 212 625 694 T74 93 977 12049 235 01 303 15000] 494 565 644 718 919 [1000] 13015 106 72 221 363 440 605 69 787 913 14155 268 320 416 18 701 55 [3000] 827 59 15136 [500] 95 283 442 [1000] 54 [3000] 658 760 1 6110 [1000] 50 238 67 [3000] 382 408 637 89 638 [1000] 47 778 17066 100 41 315 418 77 93 526 29 92 685 901 18057 340 616 44 [1000] 639 726 40 806 1 0000 141 222 88 437 [500] 643 756 78 20099 189 90 206 27 804 7 21186 276 443 510 850 [500J 58 66 22391 [500] 538 752 81 875 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82 85 [1000] 549 702 16 73 [1000] 47063 148 339 67 97 676 97 703 48217 36 355 80 457 670 88 721 91 892 4 0091 97 440 98 662 606 737 937 50039 13000] 345 492 [ 5001 850 51145 83 447 508 [509] 740 882 52186 453 01 612 821 923 44 53140 202 426 578 G38 767 820 58 900 36 8 4006 1 500] 167 232 73 383 426 8 25 967 77 5 5351 859 923 G3 56085 90 ITC 213 75 579 603 [1000] 799 982 57063 315 37 75 [500] 492 629 748 52 99 814 [1000] 35 5 8098 466 [3000] 535 609 828 953 5 0009 23 68 181 322 84 553 62 629 [500] 752 86 864 968 60153 382 97 877 61,03 [1000 ] 99 362 404 52 71 697 736 6*087 320 24 413 41 534 56 91 716 62046 123 68 223 346 433 [ 500 ] 66 87 603 [500] 64 725 847 979 6 4007 233 391 577 826 41 64 G5l01 [600] 32 70 375 [1000] 76 SO 437 510 33 720 56 [100(7] 66,22 665 775 87 822 24 [500] 994 6 7063 93 [500] 131 283 [500] 370 4C6 579 87 744 59 [ 500 ] 949 6&Ü14 108 51 456 [500] 667 82 83 97 791 [500] 60005 184 684 710 820 63 64 69 [1000 ] 94 93 953 86 70045 [500] 169 207 24 516 55 003 71239 [500] 337 50 S27 38 97 721 SO 59 832 913 7 2099 161 75 351 401 534 628 55 77 96 717 19 77 95 808 74 967 98 [10000] 73166 [1000] 280 419 556 70 [500] 868 84 907 74025 266 634 78 799 [1000] 861 95 914 63 67 80 [500] 75023 488 [ 500 ] 884 972 70027 127 78 334 44 76 [500] 82 401 [1000] 2 12 [600] 18 596 697 866 [1000 ] 77329 88 41« 829 924 61 89 7 8270 388 422 92 504 16 39 660 84 885 7 0047 [5000] 62 110 241 398 407 609 48 95 795 855 80037 113 62 274 317 544 600 55 85 853 68 81098 100 219 366 85 734 42 59 [3000] 993 82039 250 320 48 827 37 763 802 30 [3000] 32 79 99 918 83217 80 403 796 886 84035 176 327 65 572 660 751 827 80154 226 305 34 406 588 9T5 8 6258 543 [1000] 647 703 79 652 59 8 7 073 184 310 24 401 732 [500] 33 08 843 922 88103 68 226 380 591 869 97 703 968 88211 16 452 916 00283 301 97 418 552 709 F500] 856 01040 79 182 211 56 307 76 415 130001 10 700 73 82ß 02071 125 26 39 238 395 429 667 699 714 894 930 93180 239 329 533 11000] 72 608 [1000] 71 94046 54 66 163 279 343 [ 500] 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Ziehung 5. KI. 1 Preuss.-Süddeutschc (230. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie _Ziehung vom 8. Mai 1914 nachmittags. Anf Jede gwegeae Sommer «lad twel gleich hohe Ge- wlnne gefallen, and «war Je einer aaf dl« hone gleicher Stimmer In den beiden Abtetlnngen 1 and II Kur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Kl&mmtrn betgefilgt. (Ohne Gow&br.) (Nachdruck verboten.) 176 217 98 99 429 [500] 430 52 55 547 616 20 [1000] 824 1086 122 71 258 [1000] 405 10 853 11000] J31 2058 5 26 [1000] 80 845 52 909 3027 150 93 358 [500] 85 664 969 78 4222 344 [500] 685 700 00 810 )60 81 96 [600] 5129 68 309 424 62 06 78 647 607 »9 [500] 69 [500] 808 908 [1000] 0012 210 74 919 42 61 73 7075 144 255 363 476 571 85 624 02 850 57 949 71 99 8115 70 270 459 68 541 006 752 921 28 9275 [500] 343 810 90 938 10046 120 25 328 438 739 816 951 11110 SO 203 354 610 29 42 883 [1000] 90 12021 109 [500] 13 70 203 83 364 621 717 73 80 13023 50 227 320 32 064 14054 [500] 82 90 [1000] 319 97 590 660 860 15030 247 643 714 1*021 41 65 436 507 [600] 617 [500] 71 758 813 81 085 17117 235 42 320 439 011 775 819 [500] 953 18027 182 433 82 500 10149 82 233 355 83 425 024 [600] 703 2O032 128 070 [3000] 922 28 95 97 21037 58 214 376 477 87 629 929 22147 70 [600] 367 467 508 36 42 46 664 [1000] 95 [500] 23070 89 235 350 98 491 000 [500] 778 838 [3000] 24014 62 53 247 375 725 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