m. O? Zweite; Btaft 164. Jahrgang föcldjeinl täglich mt! der Sonntags. ®' e „Äi<$entT Kämilienblätler" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelcgt, da? „Lrcirdlim für de» tirrir Sictzeu" zweimal wöchentlich. Die ..rmidwirtschasttichen Seit- sr«gea" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Aiyeiger General-Anzeiger fiir Gberhejsen Zreitag. 8. Mai Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universitäts - Buch- und Sleindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^s*51. Redaktion:d^II2. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Staatsfefretär Srey über die deu!sch-engliich:n vezichungen. London, 6. Mai. Heute wurde im Unterhaus die Beratung über den Haushalt wieder ausgenommen. Am Schlüsse der Sitzung gab Staatssekretär Grch über die Frage der Kaperei eine wichtige Erklärung ab, die eine Aendcrung in der Haltung der britische» Regierung andeutet, und entwarf die Bedingungen, unter denen die Regierung bereit sei, die Vorschläge der Unverletzlich" keit des Privateigentums zur See in 'Erwägung zu ziehen. Sir Edward Grcy wies darauf hin, daß die Frage der Blockade von der Entschließung Morrel ausgeschlossen worden sei. Tie Regierung würde keine Entschließung in Erwägung ziehen oder atinchmen, die sic der ÄbschasftWg des Rechtes der Blockade in Kriegszeiten ausliefern wurde. Unsere Haltung gegenüber dem in der Entschließung ausgesprochenen Grundsätze ist niemals unversöhnlich gewesen, wie dies in den 'Weisungen zu Tage trat, die die englischen Abgesandten bei der Haager Konferenz im Jahre 1910 erhalten haben. Es pflegt angcnmn- men zu werden, daß die anderen Nationen des Festlandes uur auf ein Wort von uns in dieser Frage warten, uml ihre Flottenausgaben herabzusetzen. Ties pflegt insbesondere in Bezug auf Deutschland angewendet zu ivcr- den. Während die gegenwärtige Regierung im Amte ist, hat sie niemals die geringste Andeutung von irgendeiner kontinentalen Macht und sicherlich nicht von der deutschen Regierung erhalten, daß ihre Flottenausgaben in irgendeiner Weise verknüpft seien mit der Frage der Unverletzlichkeit des Privateigentums zur See. Wenn wir bloß zu d e m glücklichen Stande der Dinge gelangen können, der von Zeit zu Zeit ohne ein Bündnis oder bindende Verpflichtungen zwischen einzelnen Mächten und mit glücklichstem Ergebnis erreicht wird, dann würden wir, wie ich glaube, das Bestreben nach einer raschen Besserung i n d e m Rüstungsaufwande sehen. Der Staatssekretär ging dann zu der Frage des überseeischen Handels über und legte dar: Wir dürsen nicht zwischen uns und irgendeiner fremden Macht einen Stand der Tinge herbeifuhren, demzufolge die fremde Macht beschließt, daß sie im Kriegsfälle keine Gefahr oder die Gefahr einer sehr beschränkten Verpflichtung läuft, während wir selbst der Gefahr unbeschränkter Verpflichtung ausgesetzt bleiben. Wie überlegen auch immer unsere Flotte gegenüber irgend» einer kontinentalen Flotte sein mag, welche Seesiege tvir auch immer erringen mögen, es kann keine Rede sein von einer Invasion oder Eroberung unsererseits. Wenn wir aber annchmen, daß unsere Flotte unterliegen sollte oder vernichtet würde, würden wir diese Gefahr laufen. Wenn tvir so die Operationen unserer Flotte beschränk», so daß sie auf das andere Land keinen Druck auszuüben vermag, würde der Krieg lange Zeit fortgesetzt. Die ganze Kriegslast würde auf unserer Flotte ruhen, nicht auf der des Feindes. Tics hieße den Krieg zu einer sehr einseitigen Sache machen. Zugleich tväre ein Stand der Dinge geschaffen, der uus mit Gefahren gewaltig belasten und ein großes Land auf dem Festland begünstigen würde. Lassen Sie uns die Bedingungen prüfen, unter welchen wir unsere Abgesandten anweisen können, eine Entschließung über das Eigentum auf hoher See anzunchinen. Eine dieser Bedingungen ist die Frage der Blockade, über die wir ein Einvernehmen mit den anderen Ländern zu erzielen wünschen, außer daß sic ein solches in der Londoner Seercchts- deklaration haben, die der 'Admiralität genügt. Sehr strenge Bedingungen wären hinsichtlich der Konterbande notwendig, so daß sie nicht als eine Ausrede verwendet werden könnte, um in Kriegszciten die Unverletzlichkeit des Eigentums anfzuhcben. Endlich ist ein Abkommen notwendig, daß Kaussahrteischiffc nicht in bewaffnete Schisse verwandelt werden dürfen. Ich habe eher meine persönlichen Ansichten geäußert, als die Ansichten der Regierung, aber ich habe die Stellung angedeutct, die tvir im Haag einnehmen könnten, wenn wir auch nnsere Hände freihalten müssen. Ter Staatssekretär schloß, er könne den Antrag Morrel, demzufolge die Regierung Verhandlungen mit den fremden Ländern einlcitcn müßte, nicht annchmen. Ich wünsche, sagte Grey, ich möchte verstanden werden, daß wir Bedingungen haben müssen. Aus den licichstagsausschüficn. :: Berlin, 7. Mai. Der Budget-Ausschuß bcrhandcltc heute zunächst über den Kolonia 1-N achtrags- voranschlag, der eine zweite Rate von fünf Millionen Mark für die L a ndw ir t schas t sba n k in 2 ü dw e sta fr i ka sor- dcrt. Ter Berichterstatter empfahl, nur die Hülste zu bewilligen, damit der Ausschuß noch länger einen Einslutz aus die Entwickelung der Dinge behalte. Es sollte darin kein Mitztrancnsvotum gegen den Leiter der Bank liegen, sondern nur eine gewisse Bremse gegen atlzugroßcn OvlimismuS. Gcmätz diesem Anträge wurden statt der süns Millionen zunächst nur 2>/z bewilligt. Der Ausschutz ging dann zur Beratung der T a m v s c r - SubvcntionsVorlage über. Es wurden lebhafte Bedeuten geltend gemacht, ab die Kürzung der UMerstützungen des Reiches nicht eine Schädigung der Schiffahrt mit sich bringen werde. Tic Streichung der Unierstützung, besonders iür die Australlinie, sei sehr bedenklich. Es sei doch von hohem Wert, wenn dre deutsche Flagge in jenen Geavässern gejrigt tverde. Ein Sozialdemokrat wandte sich gegen die ganze «ubvcnlionsvorlagc. Ministerialdirektor Dr. v. Io n g u i e r c s gab zu, dal; die Äuigabe der A u - st r a l l l n i c ein wunder Punkt sei. Die Linie habe aber den berechtigten Aniorberungen des Verkehrs doch nick: zu genügen vermocht: in der Post- und Passagierbefördenmg blieb sic hmler den englischen Lünen zurück. Der Lloyd habe erklärt, er könne eine verbesserte Australlinic nicht unter zehn Millionen Unterstützung einrichtcn. So hätten sich die Regierungen denn schtvcrrn Herzens entschlossen, die Sache aufzugeben und die nicht ganz wcgzuleugnende Schädigung des deutschen Prestiges in Kaut zu nehmen. Der Vorschlag, die Australlinie in Verbindung mit der Saanoalinie wieder herzustcllen, sei viel zu vage: und . dasselbe gelte von dein etwaigen Hcranziehen des Panamakanals. / Der Staatssekretär des Innern bemerkte, daß die Rrichsvcrwaltung sich wiederholt mit der Frage der Einwirkung des Panamakanals auf die deutsche Handelsschissahrt beschäs - tigt habe: sie sei aber zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen wie Eirgland, daß nämlich dieser Kanal für die europäische Schiitährt keine wesentlichen Umwälzungen ergeben tverde. Ebenso äußerte sich ein Vertreter des Auswärtigen Amts. Ein Vergleich der Entfernungen ergebe, daß sich durch den Kanal die Ost- und Westküste Amerikas, bezw. Amerika, Australien und Ostasien, wcientlich näher gebracht werden: an Europa aber werde durch den Panamakanal ausschließlich die Westküste Amerikas und Neuseeland näher gebracht: dagegen bleibe der nächste Weg nach Australien und Ostasien inrmer noch die Fahrt durch den Snczkanal. Es komme hinzu, daß der Suczkanal an zahlreichen bedeutenden Handels ländern vorbcistlhrt, in denen Zwischenhäfen vorhanden sind. Der Staatssekretär des R e i ch s v o st am r 4 bemerkte, die deut- schc Flagge werde auch bei Eingehen der Australlinie nicht ver schwinden. Sic werde eben aust den Frachldampscrn lochen. Es komme nur eine Brictvost von drei Tagen im Monate nie uns in Betracht. Zur Paketbcsördcrnng würden in Zukunft alle Tamv- scr, die von Hamburg abgehen, hcrangczogen werben, und diese werden dann alle die Postflagge führen. In de: Passagierbcsör- derung würden wir wohl niemals mit den englischen Linien loctt- kisern können, Ter Staatssekretär des Kolonialamts befürwortete die Subvention der Samoalinie vom national- und wirtschastsvolitischcn Gesichtspunkte aus. Schon 30 bis so Millionen europäischen Kapitals sind in Samoa angelegt. Die Linie liegt auch im Interesse der Beschaffung der Arbeitskräfte. Ein Antrag mehrerer Parteien will die Regierung ermächtigen, den regelmäßigen A u st ra l d ic n st unter angemessener Beihilfe des Reiches lns 191G weitcrzuftihren und in entsprechende Verhandlungen darüber einzutrcten. Der Staatssekretär des Innern meinte, der Antrag werde aus große Schwierigkeiten stoßen, der Rcichsschatzsekretär hielt ihn sogar für undurchsührbar. Ein Zentrumsmitglied verglich die jetzige Lage mit der Zeit der Vcrhaudlungrn über die Weltausstellung in San Francisco. Schon zum zweftcnmal trete der Reichstag entschlossener für die Zukunst des deutschen Volkes rin, als die Regierungen. In Zukunft werde der Australhandel mehr an Amerika herangcrückt. In einem solchen Augenblick dürsten wir »ns krinesialls zurückziehen. Inzwischen war rin Z e n t r u m s a n t r a g eingegangcn, der für die Missionare aus den vom Reiche unterstützten Tampscrlinien freie Ausreise fordert. Der Antrag wurde angenommen, ebenso der Antrag, betrcfsend die Australlinie und dann das ganze Gesetz, gegen die Sozialdemokraten, I Der Budget-Ausschuß hat damit seine Arbeiten bis ans die Dnala-Entrignungsfrage beendet. Diese soll am Samstag früh oder Montag abend zur Verhandlung kommen. Der Sonntags-Ausschuß setzte heute die Beratung über die Beschäftigung der Angestellten in dm Kontoren fort. Ein Zentranrsmitg.icd beantragte, sür die Gcschäitsrciscndcn eine Tonntagsbeschäjtigung bis zu einer Stunde zuznlassen, Ein Ausglcichsantrag der bürgerlichen Par- leien will der höheren Verwaltungsbehörde die Möglichkeit geben, in Gewerbebetrieben eine Beschäftigung bis zu zwei Stunden zuzulassen, soweit cs sich um die Abiertigung und Beförderung von Gütern handelt, Ter Antrag wurde angenommen. Ein anderer Antrag der Ausgleichsvarteicn, der die Arbeit in den Kontoren untersagt, wurde ebenfalls angenommen, die Zulassung einer Arbeitszeit für Gesckzäftsreiscnde abgclchnt. IM Sveditions- Und Schisssmak.ergcwcrbe soll eine Beschäftigung bis zu S Stunden er.aubt sein. Eine längere Erörterung knüpsle sickf an den 8 3, betreffend die Ausnahmebestimmungen lür gcsetzes- treue Juden, Ein Mitglied der wirtschaftlichen Vereinigung bekämtpftc den Paragraphen, ebenso rin Sozialdemvkral. Ein Zen- trnmsrcdncr war dafür, ein anderer dagegen. Die einschlägigen Bestimmungen wurden schließlich mit 17 gegen 4 Stimmen a b - gelehnt, einige Mitglieder enthielten sich der Abstimmung, Angenommen wurde rin ZcntrumSantrag, der die Verlängerung der Sonntagsarbeit in solchen Fällen ausschlictzt, in denen sie schon nach 8 165b der Gewerbeordnung kürzer bemessen ist. als nach dieser Vorlage. Die erste Lesung toar damit beendet. Ein Natio- nallibcralcr bat die Regierungen, für den Fall der Schließung des Reichstages, den Entwurf im Herbst sosort wieder einzubringcn. Sitzung Scr Stadtverordneten. Gießen, 7, Mai 1914, In der Sitzung waren anwesend: Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten Emmelius und Grüncwald und die Stadtverordneten Petri, Schasfstädt, Jann, Leib, Friedberger dabenicht, Urftabt, SomMer, Fabcr, Heftrich, Simon, Vetters, Wimmenaucr, Ebel, Eichcnauer, Winn, Plank, Huhn, Heichelheim, Helm, Löber. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung uM 4,20 Uhr und schlug zu Urkundspersonen die Stadtverordneten Schafsstädt und Vetters vor, womit sich die Versammlung einverstanden erklärte. Darauf machte Oberbürgermeister Keller einige Mitteilungen. Zunächst gedachte er des verstorbenen Geh. Jnstizrates Dr. G » t s l e i s ch , des srülfkren langjährigen Stadtverordneten und Elfrenbürgers der Stadt Gießen. Tie Versammlung ehrte den Verstorbenen durch Erheben von den Plätzen. Vom Oberbürgermeister a. D. M c c u m und von den Ehrenbürgern der Stadt Exzellenz G n a u t h und Gchcimrat E a s s k n waren Beileidstelegramme an den Oberbürgermeister gesandt worden. Ein Gesuch des Gastwirts Fritz T e i g l e r um Zuftihrung von Wasser usw. wird der Bctricbsdcputation überwiesen. Ter K r o n b a u c r s ch e Q u a r t e t t v c r e i n hat der Stabt den Erlös seines Wohltätigkcitskonzertes in der Höhe von 820 MI. überwiesen. Ter Vorsitzende spricht den Tank der Versammlung aus. Der Vorsitzende teilte auch mit, daß 'Stadtv, Jann bereit sei, über die Ziele des Bürgcrkindcrgariens in der Stadt - verordncten-Sitzung, wie es vom Siadtv, Sommer angeregt worden sei, einen Vortrag zu halten. In einer der nächsten! Sitzungen würde Herr Jann zu Worte kommen, — Stadtv, Jann weist darauf hin, daß in der Gewcrbeansstellung Frl, M o c s c r eine interessante Ausstellung von (Gegenständen ans dem Kindergarten veranstalte, — Stadtv, Heichelheim regt an, daß der Vortrag des Herrn Jann den Stadtverordneten sckzristlich zu- gestcll! ivcrdcn möchte, ' Ein Antrag des Stadtv. Ebel, betr. die Befreiung der widcrruilich angestelltcn städtischen Beamten von der Versicherungspflicht nach dem Angcstclllen-Vcrsicherungsgcsctz, wurde dem sozialpolitischen, Rechts- und Finanzausschüsse überwiesen, Kreditbrwilligungen. Der Vertrag über die Instandhaltung der Anlagen vor dem U ni v e rsit ätsg eb äu d c wurde erneuert. Bei dieser Gelegenheit sprach Stadtv, Sommer die Hoffnung aus, daß die Verschönerung des Platzes nun endlich in Angriff genomincn werde, Oberbürgermeister Keller versicherte, daß sich demnächst der vorberatendc Ausschuß mit der Frage beschäftigen werde. Zum Ausgleich der Rechnung des Städterweiicrungs- sonds sür das Rechnungsjahr 1913 ist die Bewilligung eines Darlehens aus der Sladlkasse von 100 000 Mart erforderlich, da der sür 1913 vorgesehene Betrag von 100000 Mark laut Beschlutz der Stadtverordneten-Versammlimg vom 18. September 1913 bereits sür 1912 Verivendung gesunden hatte, — Stadtv. Winn bringt in Vorschlag, die Grundstücke innerhalb der Stadt aus dem Slädicrweiterungssonds auszujcheiden und ihn aus die Häuser an der Peripherie zu beschränken. — Stadtv. Sommer wünscht, es solle festarstellt werden, was innerhalb der Ttadtaren-e» non her Stadt angetanst worden sei, — Oberbürgermeister Keller schlägt vor, man wolle möglichst bald ringehcnd darüber beraten, wie die Verhältnisse zu ändern seien. Der 'Antrag des Finanzausschnffcsl wird angenommen. Tic Verlegung der H o ch s p a n u u n g s kre u zu n g Heu- ch c l h c i m-K lci» Linden eriordcrt einen Kredit von 15 050 Mark. Tic Bctriebsdeputaliou hat bcaittragi, den Kredit zu bewilligen, da ein Vertrag zwischen der Eiscnbahndircklio» und der Stadl besteht, wonach die Dirckfton die Hochspannungsleitung widerruflich genehmigt hat, während die Stadt für die Tragung der Verlcgungelosien vcrpilichict ist. Ter Antrag wird angciiomiiicn. Für die Kosten der F c l d b c r c i n i g u n g ist ein Kredit von 27 900 Mk. zu bcioilligen. Das Gelände beträgt 1 637 000 Quadratmeter. Der Kredit ist entweder in fünf Zielen bei einer Verzinsung von 4> , Proz. oder in einer Summe zu bezahlen. Es wird die Zahlung in Zielen empfohlen und beschlosten. Tic Stadt Gießen hat die Kosten der Untersuchung für das Marktvich, das nach Beschluß der Stadtverordneten schon am Montage vor dem Markie ausgetricbcii wirb, zu zahlen. Es wird vorgeschlagc», an diesen Gebühren drei Ptcnnig für jedes der etwa 700 bis 900 Tiere z» entrichten, mit dem Hinweis, bat; man sich am Standgcldc schadlos halteil könne. Der Ausschuß halt den Zeitpunkt, das Staiidgcld zu erhöhen, noch nicht sür gekommen, da man den Preis ganz erheblich steigern kann, wenn die geplanten Bauten aus dem Mchmarktc hcrgcslellt ivordru sind, Stadtv. Emmelius bemerk!, daß es sich dabei vorläufig nur um einen Versuch bandeln könne. Ter Antrag des Ausschusses, du Zahlung von drei Pscnnigcn zu leisten, ivird angenommen. Die Kosten der höljcren Schulen, Fair die Kosten der höheren Schulen lzat die Stadt erhebliche Beiträge zu leisten: zur Beratung steh: der Zuschuß für das Land- gras-Ludwig-Ghninasinm. Wie Oberbürgermeister Keller anssührtc, hat die Stadt bisher an Kosten sür höhere Sckiulcn folgende Beträge zu leisten: die Gesamtkosten der höheren Mädchenschule: sür das Realgymnasiuni und die O b e r r e a l s ch u l c ist vereinbart, daß die Stadt das Gebäude und das Mobiliar stellt »nd alle sachlichen Kosten trägt. Tie persönlichen Ausgaben, die nach Abzug des Schulgeldes nockt zu decken sind, werden von Staat und Stadt je zur Hälfte getragen. Tie Geiamlkosten der Vorschule des G n »i n a s i u in s trägt gleichfalls die Sladt. Nach dem neuen Gesetz über die Kosten der höheren Schulen vom 21. März 1914 ist die VciiragSvslicht der Städte zu den Kosten der höheren Scktiilcn ne» geregelt worden. Danach sind die Gymnasien, Realghninasien, Oberrealschulcn und Realschulen Staatsaiislallen und werden vom Staat unterhalten. Tic Städte haben jedoch recht erhebliche Zuschüsse zu leisten. Sie haben das S ch u l h a u s mit den ersorderlichcn Ncbenanlagcn und der Wohnung sür den Schuldiencr kostenlos zur Verfügung zu stellen und zu unterhalten. Von den lausenden Ausgaben haben die Gemeinden zu bestreiten: 1. die s a ch l i ch c n Ausgaben nach Abzug etwaiger zu ihrer Deckung verwendbaren Einnahmen: 2. von den durch Schulgeld, Mietriunahmen sür Dienstwohnungen und etwaigen sonstigen nicht gedeckten persönlichen Ausgaben eine Summe, die zwischen 20 und 50 Proz. schwankt lind nach dem Verhältnis bemessen ist, in dem die Zahl der einheimischen Schiiten zur Gesamtschülcrzahl sieht. Danach hat die Stadt aus Grund des neuen Gesetzes für das hiesige Gymnasium 29 479 Mark jährlich bcizutragen, während bisher für das Gymnasium keinerlei Beitragspflicht der Stadt bestand. Die Schuldeputation beantragt: Für den nach dem Gesetz über die Kosten der höheren Schulen der Stadt für das Landgras-Ludwig-Gymnasium zusallendcn Beitrag einen Kredit von 29 479 Mark zu bewilligen. Oberbürgermeister Keller teilte noch mit: Die Oberbürgermeister der größeren hessischen Städte haben im Mai 1912 wegen dieser weiteren Belastung der Städte beim Landtag Vorslellniigen erhoben, jedoch ohne Erfolg, Ich bemerke, daß die Beiträge der Stadt für das Realgymnasium und die Oberrealichule nach dem neuen Gesetz sich etwas vermindern werden. Es besteht auch die Möglichkeit, daß die Stadt sür die höhere Mädchenschule, deren Kosten sic bisher allein bestreitet, einen kleinen Staatszuschuß nach dem neuen Gesetz erhalten kann. Hierauf wird in einer der nächsten Sitzungen zurückzukommen sein. Es ist von Interesse, zu erfahren, daß die S t a d t jetzt sür höhere Schulen etwa 163 000 Mk, und sür die Volksschule «etwa 263 000 M,, insgesamt also i ür S ch u l- zweckc etwa 426 000 Mark an Nettoausgabcn zu l c i st e n hat, abgesehen von den Auswendungen für die Kaufmännische Fachschule, Gewerbeschule und Aliceschulc. Stadtv. Eichciiaiicr bemerkt, das: man aus diese Ausgabe gesaßt sein mußte. „Es ist bedauerlich, daß im Landtage eine Mehrheit ist, die sich bemüht, die Steuerlast entgegen der gleichmäßigen Verteilung in Stadt und Land aus die größeren «tadle allein zu wälzen." Ter Antrag der Schuldeputation wird aiigenommcu. Der am 15. April neu ringetretene Schuldiencr der O b e r r e a l s ch u 1 e hot ein Anrecht aus D i c n st w o h n u n g und freie Heizung. Da eine Dienstwohnung nicht vorhanden ist, ist man gezwungen, ihm den Mietpreis seiner Privatwohnung in Höhe von 450 Mark zu ersetzen und ihm die Kosten für Feuerung zurückzu- crstatten. Tie Schuldeputation stellt einen dahingehenden Antrag, der von der Versammlung angenommen wird. Mit der Reinigung der Schulräume in der Vorschule des Gymnasiums wird der Schuldiener Reuschling bcauitragt und ihm ein Kredit von 200 Mark auf Antrag der Schuldeputation bewilligt, da er bezahlte Kräfte süä diese Arbeit zuhilfe! nehmen Muß, Straßenbahn Gießen—Krofdorf. Jnbctrefi der geplanten Straßenbahn Gießen—Krokdorf ist dem Oberbürgermeister Keller vom Negierung svräsi. deuten in Koblenz ein Schreiben zugegangcn, worin diese, Forderungen an die Stadt stellt, auf die die Stadt unmöglich elngchcn kann. Die Betriebsdeputation und der Verkchrsausschuß, denen Herr Keller das Schreiben zur Keniltnisiiahme vorlegtc, beschlossen daher cinstinimig, der Sladtverordncicn-Versammlimg folgenden Beschluß zur Annahme zu empfehlen: Die Ttadtverordnctcn-Vcrsammliing nimmt Kenntnis von der Zuschriit des Regierungspräsidenten in Koblenz an den Ober- lnirgcrmeislcr der Stadt Gießen vom 6. April 1914, wonach der Preußische Herr Minister der öffentlichen Arbeiten die vrojefticrte Straßenbahn Gießen—Krofdon für die meußische Strecke nach Maßgabe des vreußffchen Klcinbahngesctzcs genehiiftgen wird unter der Voraussetzung: „daß in der Genehniigungsurkunde zum Ausdruck gebracht wird, daß die preußische Strecke nur als Teil des Gesamt- untcrnebinens der städt, Straßenbahn in Gießen — einschließlich einer Linie von Gießen nach Wieseck — genehmigt wird, daß demnach diese Genehmigung, abgesehen von einer nach 8 13 des Klcinbahngesetzes sestgeUcllten Zeitgrcnzc nur solange Geltung behält, als eine Fortsetzung des Unternehmens aus hessischem Gebiete, sei es durch Fortsetzung über den jetzigen Endpunkt lftnaus oder durch Abzweigungen, nicht ftattsindet: sollte eine solche Fortsetzung demnächst beabsichtigt werden, so muß die Entscheidung, ob »nd gegebenenfalls unter ivelchcn Bedingungen eine weitere zeitliche stlusdehnung oder Erneuerung der Genehmigung für den preußischen Teil .stattsinden soll, Vorbehalten bleiben," 'Sie Stadtverordneten Versammlung erklärt, fmfi der Stadt ©iesen der Lau der Dahn unmöglich ist, insolange diese die Entschließung der Stadt Gießen hinsichtlich der Ausgestaltung ihres «trastenbahnnetzeS hemmenden Bedingungen aufrecht erhalten bleiben. Vorstehender Beschlust soll dem Regierungspräsidenten in Koblenz und dem Btlrgermeister in Krofdors zur Kenntnisnahme übermittelt werden. Stadtb W i n n meint, die Forderung bedeute einen Eingriff des preußischen Regierungspräsidenten in die Rechte der Stadt und emvsiehlt eine Beschwerde bei der hessischen Regierung Stadtverordneter ll r st a d t bedauert, hast dadurch auch die Ausführung der Wiesecher Bahn gehemmt fei; Oberbürgermeister Me- cunr habe stets aus die Notwendigkeit hingewiesen, dast beide Bahnen, die Wiesecher lind die Krofdiirser, zu gleicher Zeit gebaut wer- den müstten, da man dadurch große Ersparnisse machen nnirde, Oberbürgermeister Keller bezweiielt es, dast durch den gleichzeitigen Ban erhebliche Ersparnisse zu machen sein würden. Der Beschluß der Betricbsdeputatiou und des Berkehrsausschusses wird genehmigt. Fahrpreis der Straßenbahn, In der Stadiverorductensihnng vom 16. März^stellte Stadtv, Ebel den Antrag, es möchte eine Prüfung der Frage erfolgen, wie eine stärkere Freauenz der städtischen Strastenbahu zu erzielen sei. Betriebsdeputatiou ünd Derkehrsansschust haben sich eingehend nri! der Frage beschästigt und besünvorten nicht die Einführung von Abonnements, beantrage» dagegen eine Verbilligung der Fahrmarken, indem anstelle der bisherigen 11 Marken 14 Fahrmarkea, für eine Mark ansgegeben werden sollen. Tue Ausschüsse meinen, dast gerade durch diese Verbilligung der gesamte Verkehr gehoben würde, denn 1912 betrug der Gewinn durch Fayrmarken nur 12,9 Pro,, der Gesamtfahr- einnahnie, 1913 nur 11,6 Proz. Der Vertrieb der H-ahrmarkcn soll auch in Geschäften stattsinden. Mit der Einführung der Abonnements habe man in verschiedenen Städten schlechte Ersah- rungen gemacht. Stadtv. Ebel hätte gewünscht, dast man mit Abonnements den Versuch mache, angesichts der vorgeschlagenen Verbilligung der Fahrmarken will er icdoch seinen Antrag sollen lassen. Er meinte, dast der Preis von ll) Psennigen für ein Gepäckstück zu teuer sei, man solle nur dann 10 Pfg. dafür nehmen, wenn das Gepäck den Raum einer Person in Anspruch nehnie, Stadtv. Heichelheim ist gegen die Einführung von Abonnement? ; aber auch von einer Erhöhung der Fahrkartenzahl aus 14 für 1 Mark verspricht er sich keinen Eriolg, es erscheint ilmr völlig ausreichend zu sein, wenn man sich zu der Ausgabe von 12 Fahrkarten entschließt. Oberbürgermeister Keller widerspricht dem Vorredner, er erwartet eine erhebliche Steigerung des Verkehrs und empiiehtt den Antrag anzunehmen, zumal eS sich vorerst nur um einen Versuch handele. Stadtv. Vetters rät, kein Mittel unversucht zu lassen, um den Verkehr zu steigern. Beigeordneter G r_ii n c io a I h meint, es müsse eine Gewölmung der Leute an die Fahrmarken Eintreten, dadurch würde man das Ziel erreichen. Er besiirchtet, dast mit den Marken ein Nebenhandel betrieben wird und emvsiehlt die Aufstellung von Automaten. Dem Stadtv. S ch a i s st ä d t erscheint auch die Einsührunq von zwölf Marken für ausreichend: den schlechten Verkehr sucht er nur darin, daß Gießen eben noch -ii klein ist. Stadtv. Urstadt hält es für ausgeschlossen, daß man gegebenenfalls sväler von 14 Marken aus 11 Marken wieder zurückgeht, da dann das Publikum ein gewaltiges Geschrei erheben würde. Von diesem GesichtSvunkte ans sei er für 12 Marken. Er gibt den Rat, doch zugleich versuchsweise Abonnements einzu- sührcn. Die könne man leicht wieder aulfteben, da sie nur einen kleineren Kreis beträfen. Ter Vorsitzende erklärt, daß ein Rückgriff auf 11 Marken, wenn er sich als nötig erweist, durchaus kein Wagnis sein tverde, da andere Städte noch viel höhere Wechsel hätten eintreten lassen. Stadtv. Friedberger ist für den Antrag, hätt jeovch die finanzielle Seite des Unternehmens für bedenklich. Seiner Rechnung nach müßten bei den neuen Preisen 1000 Personen mehr als bisher die Bahn benutzen, wenn dieselbe Ertrag erzielt Iverden soll, wie bisher. Stadtv. Sommer stellt sich auf den Boden des Antrages und äußert technische Bedenken gegen die Einführung von Abonlic- MeritS. — Stadtv. Ebel und Wimmenauer treten für vier- zehn Marken ein. — Auch Stadtv. Heichelheim hält seinen Vorschlag nicht aufrecht, sondern befürwortet die Lieferung von 14 Marken für.1 Mk. ' I Die Abstimmnng der beiden vorliegenden Anträge der Ausschüsse ergab: 1. N i ch t einführung von Abonnements: gegen eine Stimme angenommen; 2. Ausgabe von 14 Fahrmärken für 1 Mk.: gegen eine Stimme angenommen. Diese neue Regelung wird voraussichtlich am> 1. Juni in Kraft treten. ' Beförderung von Sunden auf der Straßenbahn. Die Betriehsdcvutation und der Vcrkchrsausschust empfehlen einen Antrag, wonach widerruflich die Mitnahme von Hunden in die Straßenbahn zu genehmigen sei. Tie Ausschüsse haben dazu eine Reihe von Sonderbestimniungen ausgestellt. Für die Hunde, die aus der vorderen Plattform Platz finden sotten, muß der volle Fahrpreis eines Erlvachsencn entrichtet werden. Beigeordneter Grüncwald stimmt dem Anträge zu, weil cs eine Tiergnälerei sei, Hunde hinter dem Wagen nachlausen lassen, wie das vielfach geschehe. Es werden sicher Unannehmlichkeiten eintreten, aber einen Versuch sollte man anstetten. — Stadtv. Heichelheim befürchtet große Unrnlänglichk.iten, er stimmt gegen den Antrag. Oberbürgermeister Keller teilt mit, daß eine Umfrage ergeben habe, daß in den meisten hessischen .Städten Hunde In der Straßenbahn zulässig seien. — Stadtv. Llöbcr spricht mr den Antrag. — Stadtv. Vetters ist nur dafür, daß man solche Hunde mit in den Wagen nehmen darf, die getragen werden können. Eine Tierquälerei bei Nachläufen erscheine ihm nicht erwiesen zu sein. l Stadtv. Urstadt hegt Bedenken dagegen, daß Hunde aus der vorderen Plattform untergebracht werden, da sie den Vrekechr behindern. Der Vorsitzende hält ihm entgegen, daß es noch bedenklicher wäre, wenn die Hunde durch den Wagen aus die hintere Plattform geführt würden Stadtv. Sommer stellt solgendcn Antrag zur Ergänzung des Antrages der Ausschüsse: „Große Hunde sind ans Weisung des Wagensührers aus die hintere Plattform zu bringen, über die Größe des Hundes entscheidet der Wagenführer." In der Abstimmung wird der Antrag der Ausschüsse gegen drei Stimmen angenommen: auch der Antrag Sommer wird angenommen. Baugesuche. Die Hoch- und Tiefbangesellschast vorm. Winn u. Co. bcabssch- tigt einen Bebau ungsplanfürdieobereMarburger Straße anfzusühren. Es handelt sich dabei um Einfamilienhäuser. Das Gesuch war schon einmal gestellt und abgeschlagen worden. Heute wird es von der Baudeputatron he- sürwortet wenn sich die Unternehmer verpflichten, die Straße dort anzülegen und die Men für Gas- und Wasserleitung und Kanalbau zu tragen. Die Kosten sollen von der Stadt zurnckver- aütet werden wenn sich die Häuser erwiesenermaßen rentieren. Die Ausgaben für den Kanalbau werden nicht zurückgezahlt. Ter Antrag der Baudeputatron wird gegen zwei «Slinmirck angenommen. Ein Antrag der Stadtv. Sommer, Simon umd Winn zur Anlage eines neuen Fußweges vom Wartweg zur Ebelstraße, der einen Kredit von 550 Mark erfordert, wurde angenommen. Ein zweiter Antrag der Stadtv, Sommer, Simon und Winn zur Verbesserung des A u l w e g c s wurde zurüikgestellt. Die Daudepntation beantragt, eine vorschriftsmäßige Ein- sriedigung des Grundstückes Bahnhosstraße 23/25 (Steinberger) zu erwirken. Ter Antrag wird angenommen. Ern Gesuch des F. Schmidt um Bclassung eines owiiben- ausbanes am vaus Settersweg Nr. 83 und ein Baugesuch der Rudergesellschast für Rodheimer Straße 24 wurden ge- Iiehmiet. Abgelehnt wurde das Baugesuch des K. lind L. W e h - r u m für Ecke Wetzlarcr Weg und Friedrichstrahe. Das Baugesiich des Paul Eim für Friedrichstraste 10 und 12, das einen Disvens von 8 47 der Allgemeinen Bauordnung erforderte, wurde genehmigt. Beim Baugesuch Franz Schmidt für Seltersweg wurde die Errichtung einer Giebelwand genehmigt, die Errichtung einer Betonwand im Treppenhause jedoch verboten. Zu dem Baiigeiuch Kart Schlüter für Südanlage wurde die Genehmrgung nrcht er eilt- Das Geluch I H e i I D r o ii n e t wagen Anbringung von Schaukasten am Hans Markistraße 17 wurde zum dritten Male abgeschlagen, weil man eine Störung des Verkehrs besnrchtet. Ein Baugesuch W. Horn für den Krcnzplatz wurde bewilligt. Ein Dangeslich Sack u. Jughardt für Süd-Anlage 20 wurde bewilligt, ebenso die Anlage der Scheuer des landwirtsch-astlichen Instituts, Gesuche. Das Gesuch des Joses Kemper zu Hagen i. W. um Erlaub- nis zum Schau kwlrtschastSbetrrebe i.t der Gewerbe- ausstellung wurde bewilligt. Ebenso das Gesuch des Franz Go von für Neuenweg 31. Verneint wurde die Bedürfnisfraaci beim Schankwlrtschaftsgesuche des Adolf G e ß n e r, Alleestraße 20. Das Gesuch ivurde abgelehnt. Schluß der Sitzung 6'/» Uhr. Lanowirtscbaft. — Die Z ii g t > e v e an Soi> »- und F e st t a g e II. Jetzt in der schönen Jahreszeit eUen viele hinaus in die Felder, Wälder lind Berge, sei es zu Fuß, z» Rad oder z,i Wage». Möchten aber alte diejenigen, die ihren Ausflug z>i Wagen unternehme», auch daran denken, ihre Fährte» deii Zugtieren iiicht ziir Oval werden zii lassen. Gerade bei folehen Landpartien, wo die Rückkehr ae- Ivöhiilich erst spät in de. Nacht eiiolgt, müsse» Vierde, die wochen- tags »>ir a» langsameii Schritt gewöhnt sind, stiiiidenlana traben, oder es muß ei» einzelnes, oit noch ficincS oder Ichwnches Pserd ein Fnhi werk ziehen, das mit 6 bis 8 Personei, besetzt ist. Ferner achte mmi daraus, ob die Wege weich oder ansteigend sind. Müssen sich die Tiere sehr aiistrenge», so sollten an schlechte» Stellen oder bergan die rüstigeil Leuie aussleigcn und nebenher gehn. Sport-, — Internationale Wintersport-Aus st ellung Salzburg 1914. In der Zeit vom 1. August bis einschl. 15. Sevtember wird in der Stadt Salzburg und zwar in den Räumen des Gcwerbc-Förderungs-Jnstilutes für das Herzogtum Salzburg eine internationale Wintersport-Ausstellung stattfinden, nach längerer Pause wieder die erste grobe Unternehmung dieser Art. Ter Zweck der Ausstellung ist: Vorführung aller Sportgeräte und Gebrauchsgegenstände, die bei uns zur Ausübung aller Zweige des Wintersportes verwendet werden, lind zwar in historisch-sportlicher, wie auch in gewerblich-technischer Richtung, einschtießlich der Herstellung solcher Gegenstände. Dann Vorführung aller jener Einrichtungen, welche zur Hebung des Wintersportes und des Fremdcnvcrlehrs im weiteren dienen. Lande durch Bilder, Dioramen usw. Gegenstände der Ausstellung bilden: 1) Die historische und sportliche Entwicklung des Wintersportes. 2) Gewerbliche und industrielle Erzeugnisse aller Art, soweit sie aus den Wintersport Bezug haben. 3) M uster - werkstätten nrit Kraft- und Arbeits-Maschinen, Werkzeugen, Materialien II. dergl., zur Herstellung von Wintersport-Geräten und Wintersport-Artikeln. 4) Einrichtungen für Unterkunst, ,Verpflegung und Reise, X Rücksichtslose A ii l v m o b i l s a h r e r. Fortgesetzte Klagen über rücksichtsloses Fahren von Kraftfahrzeugführern veranlassen den Allg. Deutschen Automobilklub c. V. wiederholt, sich an seine Mitglieder zu wenden. Zum Beginn der Fahrsaison hatte er schon in einem Aufrufe gebeten, sich selbst immer zu kontrollieren, ob auch die Beschränkungen, die nun einmal durch das Gesetz aufcrlcgt sind, nicht überschritten werden, da sonst Gcsahr sei, daß bei einer bevorstehenden Gesetzesrevision die Beschränkungen nicht herabgesetzt, sondern sogar noch verschärst würden! Damals schloß er mit der Bitte: Vorgeschriebene Geschwindigkeitsbeschränkung respektieren und bci unübersichtlichen Paslagen besonders langsam fahren! Wo Rücksicht aus Menschen und Pserde es erfordert, Auspussklappe nicht 'öffnen und eventuell Motor abstcllen! Bei Staubplage und bei nassem Wetter langsamer fahren! Für Fuhrwerk. Fahrräder und Motorräder frühzeitig zur Durchfahrt freie Bahn. lassen. Das wird heute wiederholt, in dem er schreibt: „Es laufen speziell aus Badeorten und Sommerfrischen lebhafte Klagen darüber ein, daß die reisenden Automobilisten vor den Dotelsrnstern nachts bei Ankunft und früh bar Abfahrt mit ganz Unnützem Geräusch den Motor laufen lassen Und dm andern Gästen die Ruhe rauben. Weiter empfindet man es unangenehm (besonders IN Kurorten', daß ans den Ortsstraßen und benachbarten Landstraßen, auf weiche die Erholungsuchenden auch angewiesm sind, andauernd mit aflener Ausvussklavve gerast werde. Wir lassen an dieser Stelle die Frage ganz unberührt, inwieweit überhaupt von Mitgliedern unseres Clubs Anlaß zu all den Klagen gegeben wird: wir bitten nur darum, andauernd nach obigen Gesichtspunkten selbst zu verfahren und den A. D. A. C. im Kampse gegen alle Elemente zu unterstützen, die uns die Existenz erschweren. Das A. D. A. C.-Schild ist das Kmnzeichen eines anständigm rücksichtsvollen Fahrers, das bleibe unser Ziel!" Leipzig,?. Mai. Heute vormittag 9 Uhr begann vor dem vereinigten zweiten und dritten Strafsenat des Reichsgerichts der Spionageprozeß gegen dm früheren Volksschullehrer Stroh, geboren am 1. Dezember 1880 zu Rcichsteet, Kreis Straßburg, wegen versuchten Verrats militärischer Geheimnisse. Der Angeklagte, der seinerzeit wegen Sittlichleitsverbrechens aus dem Schuldienst entlassen und bestraft worden ist, ist noch mehrfach wegen Urku'ide-ifälschung, Betrug und versuchter Erpressung vorbestraft Stroh wird beschuldigt, im Jahre 1913 versucht zu haben, sich Besestigungspläne von Straßburg zu verschaffen in der Absicht, sw einer sreinden Macht zu verraten. Die Verhandlung, zu der 12 Zeugen geladen sind, findet unter Ausschluß der Oesfontlichkeit statt. Metz,?. Mai. Das Kriegsgericht der 34. Division verhandelte heute gegen den Musketier Stoffels vom hiesigen Königs- intantericregiment Nr. 145 wegen versuchter Spionage und verurteilte den Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstande wegen Verabredung zur Spionage und Fahnenflucht im ersten Rucktalle zu fünf I a hr t» Gefängnis und erneuter Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. Aus der Ver- handlung, die ein Helles Licht verbreitete über den Betrieb des französischen Spionageburcaus ging hervor, daß Stossels nach prantreich deseriierte, in eincm Grenzorie, wo er sich anihielt. von einem als Berrraumsmann nnttmrlenden Schreinermeister mr, dem Spionagekommissar in Conslans zusammengchracht wurde und von diesem gegen das Versprechen von 5000 Franks Belohnung dm Auftrag erhielt, sich nach Metz zurückzubegeben, um dort ein deutsches Maschinengewehr oder wenigstens Teile davon zu stehlen und dmi sranzvsischen Spionagebureau auszuliescrn. Der Spionagekommissar gab Stosfegls zu diesem Zwecke beson dcre Werkzeuge mit, die ihm bei der Tat behilflich sein sollten und auch 20 Franks bar. Stossels war auch gewillt, den Auftrag aus- zusührcn und begab sich nach seiner Ankunft in Metz nach Mon- tignh, um in den dortigen Maschinengcwehrschupven einzubrechen. Dabei überfiel Um' aber die Angsttz und cr ließ augenblicklich von dmi Vorhaben ab. Ter Kriminalkommissar, der ihn festgenommcn hatte, äußerte sich als Zeuge über daS Verfahren der französischen Spionage-Agenten und erklärte dabei, diese Fälle seien ihm nichts Neues: sie kämen sehr häufig vor und es geschehe sogar, daß die Agmten dm Lmten lebensgefährliche oder gesundheitsschädliche Werkzmge zur Ausführung ihrer Aufträge mitgäben. Koblenz, 7, Mai. In dem gestern vor dem hiesigen Schwurgericht begonnenen Prozeß gegen den Ackerer Helm aus Winningen, der beschuldigt wird, am 2. Avril den Förster Bauer bei dem Forsthause Remstccken mißhandelt zu haben, so daß cr ein Auge verlor, ferner den Staatsanwaltschaftsrat Großmann beleidigt zu habm unld in die! Wohnung oes Landgcrichtsdircktors Manger eingedrungen zu sein, wurde heute das Urteil gefällt. Helm wurde zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr 5 Monaten Gefängnis verurteilt, ohne Anrechnung der Untersuchungshaft, SanLel »ui verkehr. — Der Jahresbericht der Großh. Handelskammer Gießen für das Jahr 1913 ist im Druck erschienen. Darin werden die Aussichten für 1914 günstig beurteilt: „Es darf gehofft werden, daß eine Zeit der Beruhigung in politischer Hinsicht eintreten wird, welche zweifellos wieder einen sicheren und lebhaften Gang des gesamten Erwerbslebens IM Gefolge haben wird. Dafür sprechen auch noch andere Zeichen. So dürfte zunächst der am 3. Oktober des Berichtsjahres 1913 beschlossene und sofort in Kraft getretene neue Zolltarif der Bereinigten Staaten von Amerika dem deutschm Außenhandel, da er Zollermäßsgungen auch sür viele Erzeugnisse der deutschen Industrie bringt, eine wenn auch keineswegs zu überschätzende Förderung gewährm. Ein noch weit günstigeres Zeichen für die künftige Gestaltung der Wirtschaftslage ist doch die Tatsache, -daß die deutsche Landwirtschaft auch lin Berichtsjahre eine recht gute Ernte erzielt hat. Und nach den bis letzt vorliegenden Berichten Sachverständiger ist auch sür das Jahr 1914 auf eine gute Emte zu hoffen „Bei alledem," so heißt es in dem Bericht werter, „muß allerdings vorausgesetzt werden, daß die deutsche Volkswirtschast in der kommenden Zeit von neuen Lasten sozialpolitischer Natur jeglicher Art verschont bleibt. Denn es darf nicht verschmegen werden, daß man schon jetzt in cinzelnm Kreisen auch aus eine Arbeitslosenversicherung, sür welche bisher jede brauchbare Grundlage fehlt, hiichrängt. Es muß daher mit um so größerer Genugtuung begrüßt toerden, und auch beruhigend wirken, wenn der Staatssekretär Dr. Delbrück in seiner großen programmatischen Rede in der Sitzung des Reichstages vom 20. Januar ». a. sagte, daß eine verständige Sozialpolitik in den Grenzm des wirtschaftlich Möglichen und int Einklang mit der allgemeinen Wirtschastspolitik blcibm muß. ES darf wohl daraus gefolgert werden, daß das geivaltige Werk der deutschen Sozialpolitik Mit der Reichsversicherungsordnung und der Angcstelltenversichcrung als abgeschlossen zu betrachten und daß jeder weitere Fortschritt auf diesem Gebiete nur unter dem Gesichtspunkte der Erhaltung unserer imrtsck>astlichen Welt- stellung anznstreben ist." Märkte. ob. Biiige», 7. Mai. Ter Zutrieb zum heutig«» Vieh- »i.arkt war recht zutriedenstelleiid. Insgesamt ivarc» 450 Tiere auigesahreu. Ter Handel coar bei reger Nachsrage sehr flott. Die Preise waren sür Schlachtvieh lest, für Zuchtvieh stark gestteaen. Bezahlt winden iür das Paar erstklassige Fahrochsen 1199-13-9 Mk., geringere 950—1059 Mk., für das Stück Fahrknhe 480—550 Mk., trächtige Kühe 520—600 Mk., trischmelkende Kühe mit Kalb 550 bis 580 Mk, desgleichen ohne Kalb 400—b30 Mk., trächtige Rinder 480 —550 Mk., halbjährige Rinder 120 —150'Mk., sährtge 200 bis 230 Mk. Schlachtvieh erbrachte im Zentner Schlachtgewicht: Fette anSgemästele Ochsen 94—96 Mk., fleischige, nicht ganz ausgeniästete 90—92 Mk., geringere 86—38 Mk,, fette ausgeniästete Rinder 81—83 Mk., fleischige, nicht ganz ausgeniästete 78-82 Mk., geringere 70—75 Mk., seile ansgeinästele Kühe 75—80 Mk., fleischige, nicht ganz aiiSgemästete 70—75 Mk., geringere 68—70 Mk,, Masikälber 108—110 Alk., Mastkätber geringeren Schlachtiverles 96—100 Mk., feite Kälber 90—92 sfltk., seile Schweine 62—65 Mk., fleischige 58—60 Mk. — Ter nächste Viehmarkt wird am Dienstag, den 19, Mai, abgehalten. Io. Wiesbaden, 7. Mai. ben- und S trotz >na rkt. Angeiahre» waren: 13 Wagen mit Heu, 5 Wagen mit Stroh. Man notierie: Heu höchster Preis 4,00 Pik., niedrigster Preis 3,00 Mk., Turchschnittspreis 3,47 Mark. Strotz IRichtstroh) höchster Preis 2,40 Pik., niedrigster Preis 2,00 Pik,; Turchschnittspreis 2,20 Alk. Krummstroh höchster Preis 2,00 P!k., »iedrigister Preis 0,00 Mk.; DurchschnittSvrei- 0.00 Ptk, — Frucht markt, Hafer h-chster Preis 9,20 Mk., niedrigster Preis 9,00 Mk; Durchschnittspreis 9,15 Mk. Alles ver 50 Kilo. Meteorologische vcobachtungen der Station Stehen. Mai 1914 li| || r 1 w S 1 HO if Wecker 7. 2 76 740,1 ' 12,9 9,0 81 s 2 7 1 7. 5“ 740,6 11,8 9,5 92 SSW 2 10 | Regen 8. 7" 739,9 12,4 8,9 63 SSE 2 10 Höchste Temperatur am 6.-7. Mai 1911 = 13,0' 0. Niedrigste . . 6.-7. „ 1314= 78". Niederschlag: 6,7 mm. W Sleichsucht unö 8 Hlutarmut verfchwinöen W !H sobald Sie zur Förderung Ihrer Blut- ES- bildung täglich morgens und abends == den weit und breit bekannten, tau- ==£ sendfach ärztlicherseits empfohlenen W Koffeler hafrr-Nakao jj trinken. (Nur echt in blauen Kar- ==§ tons für 1 Mark — niemals lose!) Dr.Weinreich’s Um nicht minderwertige Nachahmnngen zn erhalten, achte iaau stets anf den Namen „Dl\ WöinTGicH^. 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IngenlGur-AKQdarnl« * ' - «***•“■ VÄ* :«at*cn nad Kaltart»chMk. i _ i»wwm ® “ TRAUE R »IC T P E Cie, j Empfehle einen Gelegenheitsposten Herren-Anziige in allen kuranten Grössen von sehr guter QE __ Stoffqualität u. soliderVerarbeitungp.St.M.“*»" Ferner in grosser Auswahl: Wasch-BSusen Wasch-Anzüge Wasch-J oppen Loden-Joppen Lüster-Sakkos etc. bei billigst gestellten Preisen. Car! Horn Telephon 395 Marktstr. 28 ' inn 5810a Ich hatte Gelegenheit, einen grossen Posten Hutformen, nur moderne Sachen I (letzte Neuheiten) besonders preiswert zu kaufen. Dieselben verkaufe ich zu I enorm billigen Preisen und offeriere, solange Vorrat: | Serie I. Hutformen in Phnntasiegeflechten Durchschnittspreis Mark | Serie !!. Hutformen in Litzengeflechten Mark Serie!!!. Hutformen in Litzen- und Tagal-Ge- flechten Mark ' Echte Panamas A75 Mark 12.75, Die Litzenhüte repräsentieren den doppelten Wert Garnierte Damen- und Kinder-Hüte enorme Auswahl zu hervorragend billigen Preisen. 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