Nr. IM Zweites » Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „«ießencr Zamilienblättcr" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich bclgelegt, das „KreisWctt f8r den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Tie „landwirtschaftlichen Zeitsragen" erscheine» monatlich zweimal. Blatt J64. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejjen Donnerstag, 7. Mai Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schcn UnwersftälS - Buch- und Sleindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e-K öl. Redaktion: e=^> 112. Tcl.-Adr.: AnzeigerGießen. Aus Hessen. < Aus dem Finanzausschuß. rb. Darmstadt, 6. Mai. Der Finanzausschuß der Blttittn tammfr trat heute vormittag zur Abhaltung seiner 150. Sitzung in der gegenwärtigen 35. Landtagoperiodc zu samMcn. Er hat also noch mähr Satzungen ablzalten müssen als das Kammcrvlenum, welches im vorigen Monat die Feier der 100. Kanrmcrsttzung beging. In der heutigen Sitzung erledigte der Ausschuß ohne Regierungsvcrtreter zunächst verschiedene kleinere Beratungsgcqenstände: Tie Vorstellung der Witwe des Gendarmcriewachtmcislers Alles-Tarmstadt, betr. eine Gnadenpension, wurde abgclehnt, desgleichen der Eintrag des Ahg. Tn Boxhcinecr. betr. den Bau einer Rhein-Gierfähre bei Nordheim. Die Vorstellung des Georg Pfeiffer II. aus Reichcnbach. bklr. den Balmbau Bensheim Lindcnscls, wurde mit Rücksicht aui den in Aussicht stehenden Bau einer elektrisckicn Bahn sür jene Strecke als erledigt erklärt. Weiter wurde die Darstellung der Gemeinde Wlndhauscn, die Oberförstern von Storndors nach Windhausen zu verlegen, vom Ausschuß abgclehnt, da scstgeücllt wurde, daß erst gelegentlich der vorjährigen Voranschlagsbera- tungcn die Kammer die nötigen Mittel sür die Erbauung einer Obersörsicigvolmung in Storndors genehmigt hat. Ter Borstcl- tung des Verbandes deutscher Kinderlwrtc zu El>arloltenb»rg um Gewährung eines Staatsbeitrags konnte vom Ausschuß nicht zn- gestirnmt werden, weil die Zwecke des Verbandes in Helsen mein durch die Gemeinden und deren Verwaltungen zu befriedigen sind. Der Ausschuß beschästigte sich alsdann nochmals mit dem Antrag Reh und Genossen, worin gewünscht wird, daß auch an Mitglieder der landwirtschaftlichen Gcnosseftschaften Darleh-Ni adle geben werden sollen. Da die sinanzicllcn Konsequenzen dieses Antrags nicht übersehen werden können, und cs sich hier nicht etwa um die Hergabe von Geldern an einzelne Genossenschaften, sondern an Einzelpersonen handelt, lehnte der Ausschuß mit allen gegen eine Stimme den Antrag ab. — Die Vorstellung des Landesvcreins technischer Lehrerinnen um einheitliche Regelung her Gehalts- und Anstellungsverhältnisse der Handarbeitslehrerinnen wurde dahin erledigt, daß der Ausschuß rin Ersuchen an die Regierung zu richten beschloß, nach welchem die Gehalte sür Handardeitslehrcrinnen, soweit sic voll beschäftigt sind und eine staatlich anerkannte Fachvrüsung abgelegt haben, analog den Gehalten her Bolksschullehrinnen behandelt werden solle». Ter Antrag W o l s - Stadecken, der dahingeht, eine andcrweite Regelung betreffs der Nebcrschrcibungskostcn vor.zu- nchmen, mußte abgelehut werden, weil hierdurch eine Einbuße des Staates um 75 00Ö Mk zu gewärtigen sein würde. Dem weiteren Antrag W o l s - Stadecken, d»p Gemeinden die Kosten der Kcller- kontrolle abznnebme» und aus den Staat zu übertragen, wurde dagegen zugcstimint, ebenso wurden die Herdübcrivachmigskostcn nach dem Antrag Schott, insoweit sie nach der Dordcsinfcktion entstehen, als vom Staate zu übernehmen als gerechtfertigt anerkannt. Dem weiteren Antrag Schott, in Wöllstein ein neues Finanzamt zu errichten, konnte aus Gründen der Staatsverwaltung nicht entsprochen werden, er wurde deshalb bei der Abstimmung abgelehnt. Der Antrag Schönberger, die Staalsbeiträgc der Kirchen- und Rcligionsgcsellschaften betressend, wurde in ein Ersuchen an die Regierung umgestaltet, mit den kirchlichen Behörden wegen Wlösung der Bervftichtungen des Staates in Verhandlungen einzutreten. Ter weitere Antrag Schönberger, betr. die Erhebung der Staatssteucrn durch die Gemeinden, wurde bei der Abstimmung abgelehnt, ebenso der Antrag Breidcnbach aus Errichtung einer Gcstütsstation in Reichelsheim in der Wetterau. Tie nächste Sitzung des Ausschusses findet am kommenden Freitag statt. Ausführung von Feldbercinigungen. Man schreibt uns von gut unterrichteter Seite: Die Zahl der beschlossenen Fcldbereinigungen hat seit einiger Zeit beträchtlich cibgcnomincn. Gegenwärtig sind im ganzen Lande nur 10 beschlossene und noch nicht begonnene Unternehmen, darunter 5 ans dem Jahre 1913 vorhanden. Um einesteils diese wichtige, den landwirtschaftlichen Betrieb so sehr verbessernde Einrichtung den hierfür geeigneten Oiemarkungen so rasch als möglich zu vermitteln, andererseits das vorhandene Gco- mctervcrsonal sachgemäß beschäftigen zu können, hat das Ministerium angeordnet, die Beschlußfas- sung neu er Unter nehmen in geeigneter Weise anz» regen. Hierbei soll in erster Linie an die zurückstehenden Gemarkungen in solck>en Gegenden gedacht werden, in denen die Feldbereinigung bereits in größerem Umfange durchgcfnhrt ist, und wo cs daher gilt, die bestehenden Lücken ansznslltlcn. In zweiter Linie kommen die Gemarkungen in Betracht, in denen noch keine Parzellcnvermessnng ausge- führt ist. Dies sind im Großhcrzogtum 288. Endlich sollen aber auch solche Gegenden ins Auge gefaßt werden, in denen die Fcldbereinignng bisher in nennenswertem Maße noch nicht Boden gefaßt hat: cs wird im ganzen Lande nicht viele Gemarkungen geben, in denen die Durchführung des Fclbbercinigundsverfahrcns als von vornherein ganz unnötig oder auslichtslos angesehen werden darf. — Für die Unterstützung bedürftiger Gemeinden stehen jährlich 10 000 Mark im Staatsvoranschlag zur Verfügung, mit denen in einer größeren Anzahl von Gemarkungen bemerkenswerte Beihilsen geleistet wurden. Aus den Reichstagsausschüssen. Aus dem Budgetausschnß. :: Berlin, 6. Mai. stack) Erledigung ciniqcr Reste aus dem Militärvoranschlag qing der Budgetausschnb heute zur zweiten Lesung der B e s o l - düng s Vorlage über. Ter Berichterstatter beantragte, an den Beschlüssen erster Lesung scstzuhalten. Der Schatziekrctär erklärte, daß in dicsein Falle eine unüberbrückbare Kluft zwischen den Regierungen und dein Reichstag bestände. Tic Regierungen nehmen an, daß die Beschlüsse erster Lesung Folgen nach sich zielen, können, die sich noch nicht übersehen lassen: sie seien dahin nicht in der Lage, diesen Beschlüssen bci-utretcn. Das sei eine ausdrücklich fest gelegte Meinung der Regierungen. Ein Rationalliberaler hedaucric diese Haltung der Regierungen: sie werde große Mißstimmung unter den Beamten Hervorrufen, um so mchlr, da die Kommission sich in bescheidenen Grenzen gehalten und viele Wünsche zurück ? cstcckt bade. Ein Konservativer schloß sich dem am Ein Sozialdcmo rat erklärte den Beitritt seiner Partei zu den Beschlüssen erster! Lesung, obschon sic ihr »ich- weit jgenug gehen. Ein Zentrums n^gsied und ein Fortschrittler schlossen sich dem Bedauern über die ablehnende Haltung der Regierungen an. Hieraus wurden die Bescchl üssederer st enLesungein stimmigangenommen. — Die Komnrission ging damr über zur Beratung wefterer Dorauschtogsrestc, die mit Besoldungsfragen im Zusammenhang stehen. Infolge her Ablehnung der Besoldungsvorlagr beantragten der Berichterstatter und Mftberichterstatter auch die Ablehnung der Mchr-forderung sür den Stallservice der Offiziere in Höhe von 1,2 Millionen Mark. Es sei umnöglich, den Offizieren eine Erhöhung zu bewckligen, wenn die Regierungen die Ausbesserung der Unterbcamtcn ablehnen. Der Ausschuß schloß sich dieser Auffassung an und lehnte die Mchrsordcrung ab. Zum Boransckzlag der allgemeinen Finanzvcrivaltung teilte der Berichterstatter mit, daß die Einnahmen sür 1913 wesentlich hinter dem Voranschläge zurückgeblieben seien, und daß man auch den Boranschlagsansatz sür 1914 kaum erreichen werde. Zu der Zcttungsnrcldung, wonach einige ausländische Staaten Gegen maßregeln gegen die gevlante Besteuerung ausländischer W eine beabsichtigten, teilte der Reichsickzatzsekretär mit, daß der Gcsctzeniwurs sür die Besteuerung von 'Auslandwcineii alle Stadien der Vorbereitung durchlaufen lmbe, so daß nur noch die Beschlußfassung des Bundcsrats ausstehe. Das Ergebnis des Wchrbcitragcs stehe noch nicht fest. Tic Notizen über Uebcrschüsse stammten nicht aus dein Sctiatzami und seien wohl zu optimistisch. Nach den bis- lzerigcn wenigen Eingängen einzclstaatlicher Gcsanrtrechnungcn dürfe man aus nicht mehr als 1200 Millionen rechnen, so daß also keine Mrzung der dritten Rate in Aussicht.steht. Der Spionage Ausschuß trat heute in die zweite Lesung des Oiesetzcntwurfcs über den Verrat militärischer Geheimnisse cm. Es lag ein Ausgleichsantrag aller bürgerlichen Parteien vor, der auch die Zustimmung der Regierungen gesunden hat. Diesei Antrag streicht den § 1 der Vorlage, verzichtet also damit auf die Festlegung des Begriffes des militärischen Geheimnisses. Hieraus ergeben sich eine Reihe weiterer Aendcrungen, die nun, statt von dem militärischen Geheimnis zu sprechen, vielmehr die darunter z» rechnenden Tinge besonders auszählcn. So bestraft ft 2 mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren oder bei mildernden llmständcn mit Gefängnis nicht unter t Jahr jeden, der vorsätzlich Schriften, Zeichnungen oder andere Gegenstände, deren Geheimhaltung im Interesse der Landesverteidigung ersorderlich ist, in den Besitz oder zur Kenntnis eines anderen gelangen läßt und dadurch die Sicherheit des Reiches gefährdet. Ebenso wird bestraft, wer vorsätzlich Nachrichten, deren Geheimlialtung im Interesse der Landesverteidigung erforderlich ist, an eine ausländische Regierung oder an eine Person, die im Interesse einer ausländischen Negierung tätig ist, gelangen läßt und dadurch die Sicherheit des Reiches ge- gcsährdet. Tic wichtigste Acnderung betrifft den 8 9. Nach der Regierungsvorlage bcdrolit er mit Gefängnis oder Festung bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bis zu 5000 Mk. jeden, der fahrläisia ein militärisches Geheimnis in die Ocssentlichkeit gelangen läßt oder ein militärisches Geheimnis, das ihm krast seines Amtes, Beruscü oder Gewerbes oder eines von amtlicher Seite erteilten Austrages zugänglich war, an einen anderen gelangen läßt und dadurch die Tickierheit des Reiches gefährdet. Rach dem Ausglcichsantrage bezieht sich diese Strafandrohung nur noch auf den, der fahrlässig Schristeu, Zeichnungen oder andere lßegenstände, deren Geheimhaltung im Jntercisc der Landesverteidigung erforderlich ist und die ihm krast seines Amtes oder eines von amtlicher Seite erteilten Austrages zugänglich waren, in den Besitz oder zur Kenntnis eines andern gelangen läßt und dadurch die Sicherheit des Reiches gefährdet. Gemäß diesem Aus- glcichsanttagc wurde das Gesetz von den bürgerlichen Parteien gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Der Wahlprüfuugs-Ausschutz erklärte beute für gültig die Wahlen der Abg. Witt (1. Marien- wcrder, Ro.! und Tr. P a ch n i ck c (3. Mecklenburg-Schwerin, Vp ). Sic beschloß Beweiserhebungen Über die Wahl des Aög. Gras Schwcrin-Löwitz (1- Stettin, Kons.!. Der Ausschuß für Hausierhandel und Wanderlager setzte heute seine Beratungen fort. Der Vorsitzende empfahl angesichts der unsicheren Lage der Arbeiten des Reichstages, die Beratung der ersten Lesung zu Ende zu ftihren und die zweit« Lesung eventuell bis zum Herbste auszusetzcn. Es soll vom Berichterstatter ein unverbindlicher Bericht über die erste Lesung abqciaßt werden. Ter Ausschuß beriet dann weiter den Zentrums- antrag, der für das Wandergewerbe die Bcdürsnisfragc ctnführcn will. Der Antrag wurde nebst vielen anderen abgclehnt. Dagegen ein anderer Zentrumsantrag angenommen, der die Einschränkung des Lohnhausierhandels.fordert. Der Ausschuß vertagte sich schließlich auf unbestimmte Zeit. Die veisetzling der Geh.)ustizrats vr. Sgid Gutflcisch. Gießen, 6, Mai. Am Mittwoch nachmittag um 4 Uhr hatte sich in der Kapelle des neuen Friedhofes eine große Trauergemcinde eingefundcn, um dem Geheimen Justizrat Tr. Egid Gut- fleisch die letzten Ehren zu erweisen. Ter Sarg war von den vielen Kranzspenden überschüttet. Von den Spendern seien genannt: Provinz Ober- Hessen und Kreis Gießen, Stadt Öftesten und Stcidtverord- ncten-Bcrsammlung, Landcsunivcrsilät, philosophische Fakultät, Hessische Anwaltskammer, Verein der oberhessischen Anwälte, Zentralausschuß der Fortschrittlichen Bolkspartci und Vorstand der Fortschrittlichen Bolkspartci sür das Großherzogtum Hessen, Gewerbebank Gießen, Fraktion der Fortschrittlichen Volkspartei in der Zweiten hessischen Kammer, Verein der Fortschrittlichen Volkspartei für den Wahlkreis Gießen, Verein der Fortschrittlichen Volkspartei Worms, Hessische Landes-Hypothakenbank Darmstadt! weitere Kränze spendeten: Franz Jo>ef Fürst zu Bsenburg, die Herren von Ricdesel, Fürstlich Bsenburgischc Rentkammer, der Nationakliberale Verein Gießen, Exzellenz Dr. Feodor Gnauth u. a. Tie Trauerfevr begann mit Gebeten des Dekans B a p e r. Als erster Redner nahm Justizrat C a u s ö-Mainz, der Vorsitzende der Hessischen Anwaltskammer, das Wort: Der Tod hat eine tiefe Lücke in die Reihen der hessischen! Rechtsanwälte gerissen, in tiefster Trauer stehen wir an der Bahre eines hochverdienten Kollegen. Wenn das Wort wahr ist — und es ist wahr — daß der Anwalt sein soll ein Diener des Rechtes, sonst aber ein freier unabhängiger Mann, dann war der Verstorbene das Vorbild eines Anwaltes. Durch seine hervorragenden Gcistcsgaben, durch seinen bewundernswerten, nie ermüdenden Fleiß, und nicht zuletzt durch die strenge Rechtlichkeit und Laitter- t'eit seines Charakters hat der Verlebte schon als junger Anwalt sich das Vertrauen des rcchtsfuchende» Publikums, die Hochachtung und Wertschätzung der Gerichte und die Liebe und Anhänglichkeit seiner Kollegen in reichem Maße erworben und bis zu seinem Lebensende bewahrt. Sein reiches Wissen und Können hat der Verstorbene in den Dienst der Gerechtigkeit gestellt und so war er ein Diener des Rechtes in des Wortes schönster Bedentnirg. Der Mann, ans den Ehren auf Ehren gehäuft wurden und dem weftere Elzren zugedacht waren, wollte nicht einem anderen Stande angchören als dem Anwaltsstande, mit dem er mft allen Fasern seines Herzens verbunden war, er wollte bleiben ein Amvalt des Rechts, ein freier, ein unabhängiger Mann. Emen solchen Mann haben wir mit Stolz zu den unseren gezählt und er ilzat ganz bald seinen Plaß in den ersten Reihen der hessischen Anwaltschaft gefunden. , In jimgcn Jahren hat ihn das Vertrauen seiner Kollegen bereits in die Vertretung des Anwaltsstandcs, in den Vorstand der Hessischen Anwaltskammer beruscn, dort war ein reiches Feld ilmi geboten, dort hat der Verlebte mit dem größten Eiscr und vollstem Verständnisse die Interessen unseres Standes im Ganzen aber auch die Interessen jedes Einzelnen von uns Ivahrgcnom- men und geschützt. Dort war es sin» vergönnt, umgeben von der Dankbarkeit und denr Vertrauen ieincr Kollegen, ein Jubiläum zu feiern, wie es in den Annalen der deutschen Anwaltschaft sicherlich selten ist. Im Jahre 1904 hatte der Verstorbene nämlich das Fest seiner 25jährigcn Zugehörigkeit zum Vorstaudc der AnwattSkammer zu begehen. Und als er durch das Vertrauen seiner engeren Kollegen im Vorstände zum Vorsitzenden der Hessischen Auwatlskammer beruscni worden war, hat der Vcrswrbene, der ein Meister der Rede war, der mft überzeugten »nd.überzeugenden Worten zu wirken verstand, die Geschicke der hessischen An)valtschast Jahre hindurch mft der ihm eigenen Klugheit unt Ucbcrzeugungstreue gelenkt und geleitet: er hat das Ansehen bei hessischen Anwaltsckiatt zu erhalten, z» vcrtvahren und zu stärker verstanden. Tank, tiefen Dank schulden wir ihm alte für sein! ausovscrungsvollc Tätigkeit. Der Verstorbene tvar keine Kanrpses- natur, wenn aber der Kamps unvernicidlich war, !vc:in er du Interessen seines Standes bedroht sah, dann ist er nüt Encrgft ftir die Interessen des Anwattstandcs cingctrctcn, dann hat ei für sic gekämpft und gestritten. Der Heimgang eincS solchen Mannes hat uns alle mit Trauer und Schmerz criüllt, er hat aber auch die Etiuucrung an das wach gcrusen, was er sür uns getan. Als rin äußeres Zeichen dieser unserer Geftihlc lege ich namens des Vorstandes der Hessischen Anwaltskammck diesen Kranz an der Bahre des Dahingeschiedencn nieder. Wir, die wir innerhalb des Vorstandes mft dem Verstorbenen viele Jahre hindurch zusammen gearbeitet haben, »nd die wir durch die Bande persönlicher Freundschaft ihm noch näher standen, wir betrauern in dem Heimgegangenen auch den lieben Freund, den guten Kollegen. Und, als am letzten Sonntag icns die Traucr- kunde, die längst gefürchtete, ereilte, daß der stille Dulder aus- gclittcn, da wußten wir, daß der Besten einer von uns gegangen und daß rein treues Freundesherz zu schlagen aufgehört habe. Treu hat der Verstorbene gestanden zu dem Staude, den» er angchörtc, Treue hat er seinen Freunden und Kollegen entgcgcngebracht. Einem solchen Manne die Treue auch noch über das Grab hinaus zu bewahren, ist eine heilige Ehrenpflicht, ich gelobe sie im Namen der hessischen Rechtsanwälte. Möge ihm die Erde leicht werden, seine Kollegen werden ihm ein treues Andenken bewahren. Für den Verein der oberhcssischen Anwälte sprach Geh. Justizrat Metz-Gießen: Im Namen und im Auftrag des Vereins der oberhessischen Anwälte und im Namen sämtlicher Anwälte unserer Provinz widme ich dir, lieber Freund, tvackcrer Mitstreiter und hochverehrter Kollege, den letzten Gruß. Wohl hat vor mir mit treffenden Worten der Vorsitzende lunsercr Anwaltskammcr der großen Verdienste gedacht, die der Verstorbene sich während Jahrzehnten um die .gesamte Anwaltschaft unseres Landes erworben hat. Ebenso zeigt die heutige ansehnliche Trauer- Versammlung, in welch weiten Kreisen die durch sein Hinscheidcn entstandene Lücke schmerzlich empfunden, wie seine Tätigkeit überall vermißt wird. Es darf aber demgegenüber doch wohl mit Recht gesagt werden: „Ten schwersten Verlust habe» nächst den Schwestern des Verblichenen, wir, die Kollegen, die Anwälte des Landgerichts- bezirks Gießen erlitten, mit denen der Talpiigeschiedcue während 40 Jahre durch die Bande täglichen Zusammenarbcitcns eng verbunden und verwachsen war, mit denen unser hochverehrtes Ehrenmitglied ständig die Leiden und Freuden des Berufs geteilt hat und denen allen vom ältesten bis zum jüngsten er stets ein warmer Freund und Berater war. Unser hochverehrter Kollege hat nie gefehlt, loenn es galt, cinzutrcten für die Interessen unseres Standes, mochten wir min zusammcngetreten sein zu ernster Beratung oder zu heiterer Geselligkeit, die nach getaner Arbeit niemand so zu schätzen wußte wie er. . Wie erinnern wir uns alle heute noch gern, wenn er uns im Frciindeskreise erzählte von seinen Erlcbniss.m als Mzessist, wenn er uns so manches mitteiltc aus seiner Tätigkeit in dem alten schriftlichen Verfahren, welches die meisten heutigen Juristen ja nur noch aus Erzählmigcn der Alten oder aus historischen Studien kennen. Wie erfreute er uns oft, wenn er erzählte von seine» Besuchen der Juristcntagc oder des 1878er Anwaltstages, an dem er mit nun längst dahingcschiedenen Freunden und Kollegen tcilgc- nommen hatte. Wie denken wir aber vor allem dankbar daran, wie er es verstand, wenn in ernster Beratung Meinungsverschiedenheiten mcs- tauchten, und die Geister heftig aufeinanderplatzten, die Wogen zu glätten und uns in seiner ruhigen und milden Weise aus den rechten Weg zu führen. Dasselbe Bild unseres dahingcschiedenen Freundes finden wir bei seiner Tätigkeit im Reichstag, im Landtag, in der Stadtverordnetenversammlung, im Kreis- und Provinzialtag, im Verein und in der Partei, das Bild unerniüdlichsler, gründlicher Arbeit, verbunden mit dem freundlichen und liebenswürdigen Wesen, das ihn auszeichnete, init der Fähigkeit, ausznglctchcn und zu versöhnen. Es hat unserem lieben Kollegen schwer gefallen, seine verschiedenen öffentlichen Aemter niederzulegcn, wie ihm ja das selbstlose Wirken sür die Allgemeinheit und im Interesse seiner Mitbürger geradezu -um Bedürfnis, ja zur ztocitcn Natur geworden war. Am jch,»ersten aber siel es ihm, wie er mir, der cs mir infolge gcmeinschastlicha': Tätigkeit auf verschiedenen Gebieten vergönnt war, ihm versönsi^ besonders nahe zu treten, öfters erklärt hat, den Vorsitz nicder- zulcgcn in unserem Verein und im Vorstand der Anwoltskammer. Daß er dies bald tun mußte, hatte er vorgeahnt! Hat er mir doch, als ich im Juli 1910 zum ersten Male seit dem Jahr 1879 bei unserer regelmäßigen Vereinigung zur Feier des Schlusses des Gcrichtsjahres wegen eines schweren Krankheitsfalles in meiner Familie fehlen mußte, sagen lassen, daß ich ihm das nicht habe antun dürsen, wisse man doch nicht, ob wir das Fest noch einmal zusammen begehen könnten. Er hat leider wahr gesprochen. Wenige Tage vor dem 4. Februar 1911, als wir uns vorbereiteten, den Tag festlich zu begehen, an dem Guffleisch vor 40 Jahren jum Hos- gerichtsadvokaten ernannt worden war, erkrankte er und von da an haben wir ihn nicht mehr in unserer Vereinigung gesehen. Wir dürfen wohl airnehmen und wollen uns daran halten, daß unser verehttcr Kollege der ganzen Schwere seiner ikrankhett sich nicht voll beivußt war. Wir Ueberlebenden und insbesondere wir Kollegen wollen aber aus unserer Erinnerung die letzten Jahre streichen und cm dieser Stelle nur des Mannes gedenken und uns die Persönlichkcät vergegenwärtigen, die tnir als sähig- sten und tüchrigsten Mitarbeiter unter uns haben wirken sehen, den hervorragenden Juristen, Redner und Anwalt, den bewährten Führer urid Berater, den Vorkämpfer sür Freiheit und Recht, den trenesten und liÄenswiirdigsten Freund und Kollegen. Wir werden sein .Andenken stets hoch in Ehren halten. E ruhe in Frieden! SDfccrKlvgenm'iffer Keller wÄ»mcte dem Ehrenbürger »nd Inngjährrqen Stadtverordneten der Stadt Gießen folgende Worte: bvchansehnlichc Trancrversannnlung! Ein Ehrenbürger imd Stadtverordneter der Stadt Gienen ist nach einem durch Arbeit und Erfolg reich gesegneten Leben dahingegangcn. Nicht mitten aus dem schassenden Leben ist er abberusen worden. Schwere Krankheit Ix>t seit Jahren ihn gezwungen, vorzeitig ausznrnhen von verzehrender Berufsarbeit und den Kämpfen und Mit hcn ö s s c n t l i ch c r, politischer Betätigung, ja es schien, als hätte der Allbezwinger Tod die erlösende Hand, die er nun aus ihn gelegt, schon seit langem schwebend über ihm erhoben. Wenn wir so schon seit längerer Zeit die vielgestaltige lind reiche Wi k amleii die es hervorragenden Mannes vermißen mußten, so e r neuern sich hier an diesen, Sarge die schmerzlichen Gcsühlc, die sein Heimgang in uns nachrust. Denn ein Mann von ungewöhnlichen Geistesgabcn, gewaltiger Arbeitskraft und seltenem Gemein- sinn ist von uns geschieden. Als vielgesuchter Anwalt von glänzender Beredsamkeit und bewundernswertem sueistitchen Scharssinn, als Abgeordneter des Reichstags und,hessischen Landtags, als Mitglied der Vertretungen von Provruz, Kreis und Stadt, wie in zahlreichen ander» Ehrenämtern hat er eine eifrige und segensreiche Tätigkeit emsallct und vermöge seiner vornehmen Gesinnung, seines geläuterten Urteils und des Gewichts seiner Worte, die selbst an den höchsten Stellen Beachtung fanden, aus den mannigfachsten Gebieten großen und nachhaltigen Einfluß ausgeübt. Dem deutschen Reichstage gehörte er von 1881 bis 1884 als Abgeordneter des Wahlkreises Gießen und von 181)0—1893 als Abgeordneter des Wahlkreises Fricdberg an. Im hessischen Landtage wirkte er von 1888—1893 als Vertreter des Wahlkreises Gießen- Land und von 1900—1911 als Abgeordneter der Stadt Gießen. An der Sozialgesetzgebung des Reichs, an der Vcrwaltungsresorm und der Steuergesetzgebung unseres engeren Vaterlandes hatte er hervorragenden Anteil. Ihm war die P o l i ki k keineswegs Beschäftigung seiner Mußestunden : sie crsüllke das ganze Wesen dieses ausrechten, liberalen Mannes, der immer zur Stelle tvar, wo cs galt, die Idee eines gesunden Fortschritts zur Geltung ^u bringen und die Gesetzgebung wie das Staats- und Gemeinweien in freiheitlichem Sinne vuszugn'tolten. Wenn der Entschlaicnc somit weit über die Grenzen unserer Stadt, ia unseres Landes hinaus seine Kraft betätigte, so wurzelte doch seine Daupttätigkeit in der Stadt Gießepi, und mit Stolz und Freude dürfen wir es bekennen, daßerunserwar, daß ihm Gießen zur zweiten Heimat geworden ist, wie er ja auch in Gienener Erde die ewige Ruhe finden wird. Das Vertrauen unserer Bürger hat ihn zu allen Ehrenämtern in Reich, Land, Provinz und Kreis bcriifen und am nächsten stand er uns, den erwählten Vertretern der Stadt. Seit dem Jahre 1884 gekörte er ununterbrochen der Stadtverordnetenversammlung an, und aus keinem tstebietc des vielgestaltigen lommunolen Lebens ist ein entscheidender Schritt getan worden, ohne daß zuvor die Meinung des Entschlafenen gehört worden wäre. Tenn die reiche Erfahrung, der ,charie Verstand, der weite Blick, die Gewandtl^it der Rede und die Versöhnlichkeit des Wesens gewährten ihm in der Stadtverordnetenversammlung einen hervorragenden Einfluß, Das im einzelnen zu berühren, was im Stadtvorstande seiner Anregung, seiner Unterstützung und seiner Mitarbeit zu danken ist, ist ebensowenig möglich wie der Fülle unschätzbarer Dienste im besonderen zu gedenken, die er in sonstiger Eigenichait unserer Stadt getriftet hat. Zusammenfassend aber dars ich sagen: IN i t der Entwicklung der Stadt Gießen ist seit einem Menschen alter und für alle Zukunst der Name Gutfleisch unlöslich verknüpft Zum Zeichen ihrer Dankbarkeit hat unsere Stadt ihm die höchste Würde zuerkannt, die sic verleihen kann. Am 20. Oktober 1914 beschloß die Stadtverordnetenversammlung einstimmig, den Stadtverordneten Ge Heimen Justizrat Dr. Gutslcisch in Würdigung der großen Verdienste, die er sich sowohl als Stadtverordneter, wie.auch als Vertreter der Stadt in der Zweiten Kammer der Landstände in langjähriger Tätigkeit um die Stadt Gießen erworben hat, zum Ehrenbürger zu ernennen. Nunmehr hat die Stadt Gießen und die Stadtverordnetenversammlung dem Heimgegangenen Ehrenbüroei- und Stadtverordneten Kränze der Dankbarkeit und treuen Erinnerung aus d>m Sorg gelegt. Die Blüten werden „zcrsallen und die Blätter dahin- wellen: unvergänglich aber wird bei uns dauern das Andenken an Dr. E g i d G u t f l e i s ch, Ehrenbürger und Stadtverordneten der Stadt Gießen. Für die Provinz Oberhessen und den Kreis Gießen sprach Provinzialdircktor Geheimerat Dr. U s i n g e r sol- gende Worte: Im Namen der Provinzialvcrtretung von Lbcrheisen sowie der Vertretung des Kreises Gießen rufe ich dem Verstorbenen mit diesem Kranz die letzten Grüße ins Grab nach. Er hat beiden Vertretungen jahrzehntelang, dem Provinzralausschuß allein beinahe 34 Jahre angehört. Verhältnismäßig kurz nach dem Jy- kraittrelen der 1874er Verwaitnngsgcietzc ist Dr, Gutfleisch in den Provinzialausichuß eingetrcten. Wenn die Rechtsprechung dieser Körpcrschast von da ab für ganz Hessen Bedeutung gewann und in gewissem Sinne vorbildlich wtirde, so ist dies mit ei» Verdienst des Verstorbenen, der aus öisenilich-rechtlichem Gebiet staunenswerte Kenntnisse briaß, die ergänzt wurden durch tel- tcnen Scharssinn und uncrlchütterltckez Rechtsgeiühl, gepaart mit von Herzen kommendem Wohlwollen, Vier meiner Amtsvorgänger und auch noch ich durften in dem Berblichener, einen hochgeschätzten uneigennützigen, nie versagenden Mitarbeiter und Ratgeber erblicken. Mit allen Phasen seines Denkens und Fuhlens lang er an der Provinz Obcrheiscn, und srcudig hat er noch miterlcbcn können, wie seine Bestrebungen aus Hebung des materiellen und ideellen Wohlstandes der Provinz gerade in letzter Zeit Früchte zu tragen begannen, die in vollem Umfange erst eine spätere Generation villlcken wird, Wälzrend eines in rastloser Arbeit verbrachten Lebens hat er sich durch seine Tätigkeit, wie überall so auch bei uns ein Denkmal gefetzt, das dauernder sein wird, ivic ein Gebilde von Menschenhand. Möge ihm die Erde leicht sein! Im Nanicn der Landesuniversität legte der Rektor Professor 1>. Eck einen Kranz am Grabe nieder und würdigte in kurzen Worten die großen Verdienste des Verstorbenen, die er sich um die Universität erworben hatte. Für die philosophische Fakultät, deren Ehrendoktor Gutslcisch war, überbrachte der Dekan, Professor Dr, Horn, die letzten Grüße. Im Austrage des Zentralausschusses der Fortschrittlichen Volkspartei Berlin und des Vorstandes der Fortschrittlichen Volkspartei sür das Großhcrzogtum Hessen sprach Landtagsabgeordncker D en rich-Darmstadt: Ter Zentralausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei in Berlin sendet ihrem langjährigen treuen Mitgliedc und die Fortschrittliche Volkspartei für das Großherzogtnm Hessen ihrem bewährten allverehrtcn Führer letzte Grüße. Zum äußeren Zeichen bin ich heaustragt, diese Kränze an der Bahre des Verblichenen nicder- zulegen. , In diesen Tagen wird von allen Seilen in Wort und Schritt dargetan, welch hohe Wertschätzung der Verstorbene ,m ganzen Lande und über seine Grenzen hinaus erfahren hat, auch chckt denen, die im Drange der Politik uich der Wettamchauung nicht mit ihm gleichen Sinnes waren. — Was sein Hinscheiden für nns bedcuiei, die wir ihm politisch näher treten dursten, das zu schildern, sei mir erlasse». Man wird einem Manne, wie dem Heimgegangenen, nicht völlig gerecht, wenn man es unternehmen wollte, seine Leistungen einzeln auizuzählen. Eine derartige hervorragende Persönlichkeit will als Ganzes beurteilt und bewertet sein und in diesem Sinne wird der Verstorbene auf immer in unserem Gedächtnis weiter leben. Seine Talen, sein Werken gehSrt der Geschichte unseres Heimatlandes an und wird dort sür alle Zeiten eine ehrenvolle Stelle cinnchmen. Wir aber, die wir uns im Geiste mit ihm eins fühlen, wir wollen uns daS Versprechen geben, n»is die hohen staatsbürgerlichen Tugenden des Heimgegangenen zum Vorbild zu nehmen. Er selbst ruhe in Frieden, Stadtverordneter Petri übcrbrackste eine Kranzspende der Gewerbebank Gießen und rühmte in kurzen, treffenden Worten, mit welcher Hingabe sich der Geh, Justizrat Dr, Gutfleisch den Aufgaben und Zielen der Gewerbebank gewidmet hatte. Er hob hervor, daß das erste Ehrenamt des Verstorbenen das eines Aussichtsratmitgliedes der Gewerbebank gewesen seil Justizrat Landtagsabgeordneter G r ü n e w a l d- Gießen sprach im Namen der Fraktion der Fortschrittlichen Volkspartei in der Zweiten hessischen Kammer folgende Worte: Die Fraktion der Fortschrittlichen Volkspartei des besstschcn Landtages hat mir den Auftrag erteilt, Blumen an der Bahre ihres dahingcschiedenen Führers niederzulegcn und ihrer Trauer Ausdruck zu geben. Nachdem viel Schönes, Gutes und Wahres bereits ausgesprochen worden ist, kann ich aus kurze Worte mich beschränken. Der Abgeordnete Herr Dr, Gutsleisch war viele Jahre Führer und Leiter der Fortschrittspartei im Hessischen Landtage, Sie war klein der Zahl ihrer Äditglieder nach, aber groß und cm- slnßreich durch die überragende Macht der Persönlichkeit ihres Führers, einer Persönlichkeit, die allein eine Partei bedeutete Dem Streite abhold, sachlicher Arbeit ergeben, ein Meister der gesetzgeberischen Tätigkeit und vornehmlich der schatten Formulierung der Gesetzcsvorlagen, hat Herr Dr, Gutsleisch cr- solgreich an der Leitung der Geschicke unseres Landes mitgewirkt und wir begegnen den Spuren seiner Tätigkeit allerwege. Versöhnlich und vermittelnd war Herr Tr. Gutsleisch geschätzt bei allen Parteien uich alle, nicht minder auch die Regierung hörten gerne die Ratschläge des ersahrenen und klugen Politikers. Seine Verdienste »m die Förderung der politischen Idee, der er sich gewidmet hatte, und der wir, seine Nachsolger, dienen, werden nie vergessen werden, er soll uns immerdar ein Vorbild parla<-> mentarischer Tätigkeit bleiben: sür alles, was er der Partei und dem Lande getan hat, sei unser Dank ihm bezeugt. Ten Verein der Fortschrittlichen Volkspartei für den Wahlkreis Gießen vertrat Stadtverordneter Eichenauer- Gießen, Er brachte zum Ausdruck, daß der Verein eiu treues Mitglied und einen geschätzten Berater verloren habe| die Größe des Verlustes könne man erst jetzt ermessen, wo seine Stimme fehlen werde. Der Redner schloß mit dem Gelöbnis, daß d-cr Verein Weiterarbeiten wolle in seinem Geiste und Sinne für Freiheit und Vaterland, Einen Kranz des Vereins der Fortschrittlichen Volkspartei Worms legte Oberlehrer Michel-Worms an der Bahre nieder. Anstelle des verhinderten Präsidenten der Hessischen Landes-Hypothekenbank Darnistadt, des Direktors Bambur- ger, grüßte Drrektor Bastian das Mitglied des Aufsichtsrates zum letzten Male und legte einen Kranz am Sarge nieder. Gcrichtsjaal- Ein Streit im Hause Wagner. 4- Bayreuth, 5. Mai. Ein unerguicklicher Streit, der allerlei Geheimnisse aus dem Familienleben Richard Wagners an die Oesientlichkeit gezerrt hat, ist unter den Erben des großen Meisters ansgebrochen und soll in den nächsten Tagen durch Spruch des hiesigen Landgerichts seine formale Erledigung sindcn. Wie bekannt, ging Richard Wagner, nachdem seine Ehe mit der Schauspielerin Minna Planer geschieden war, eine freie Ehe mit Cosima v. Bülow, der Tochter von Franz Liszt ein. Dieses srcic Verhältnis währte etwa vier Jahre, bis Eosima v, Bülow von ihrem Mann, dem berühmten Dirigenten, geschieden war und Richard Wagner sie heiratete. In der Zwischenzeit waren dem Verhältnis drei Kinder entsprossen: Isolde, Eva und Siegfried, Alle Welt hat bisher angenommen, daß bei diesen drei Kindern, obwohl die Frau Cosima noch nicht geschieden war, die Vaterschast Wagners unbestritten sei. Wagner selbst bat auch einmal in einem Geburtstagsgedicht iich ziemlich unverblümt als Vater der Isolde bekannt, gerade des Kindes, dessen 'Abstammung von Wagner setzt von den übrigen Erben vestrittcn wird. Der ganze Streit scheint sich als Erbschansstreir darzustellen, da die Frage der Teilung des Nachlasses bei dem lwhen Alter der Fra» Cosima bald akut werden dürste. Die Freunde und Anhänger Wagners hätten es natürlich lieber gesehen, wenn die Angelegenheit unter Ausschluß der Oessentlichleit erledigt worden wäre, zumal das Erbe recht beträchtlich ist und daher die Frage der Erbberechtigung einer Person eine mehr oder weniger untergeordnete Rolle spielt. Die berühmte Sparsamkeit der Frau Cosima scheint auch hier treibend gewesen zu sein. Die ganze Angelegenheit kam aus folgende Weise i» Fluß, Frau Isolde Beidler. die Gattin des Hoskapellmeisters Franz Beidler, war in den letzten Jahren mit ihrer Mutter in Auseinandersetzungen geraten, die ursprünglich wohl ihre Ursache in verschiedenen künst- lerischen Anschauungen von Cosima und Siegsricd Wagner einerseits und. Franz Beidler andererseits hatten. Im letzten Sommer nun erhielt Frau Jsoida Beidler von ihrer Mutter Cosima einen Brics, der adressiert war: „An Frau Isolde Beidler, geh. von' Bülow", Dieser Bries vcranlaßte eine Rückfrage der Tochter an die Mutter, und diese antwortete mit der ziemlich unzweideutigen Erklärung, daß die Frage gerichtlich entschieden iverden solle. In der ersten Verhandlung, bei der der Vertreter der Frau Cosima er- folglvs den Ausschluß der Oesscntlid lest beantragt hatte, wies der Rechtsbeistand der Frau Isolde Beidler daraus hin, daß ebenso wie Isolde auch die Kinder Eva und Siegfried außer der Ehe geboren seien, daß Wagner aber nie ein Hehl daraus gcniacht habe, daß er der Vater sei. Nur die Tochter Daniela habe immer als Tochter von Bülows gegolten. Dieses verwandtsckiastliche Verhältnis der vier Kinder sei auch in der Todesanzeige Wagners, die der damalige Oberbürgermeister von Bayreuth abgesaßt hatte, zum Ausdruck gekommen. Frau Cosima Wagner bernst sich zum Beweise riir die Richtigkeit ihres Standpunktes daraus, daß das StandeSomtsregister nur eine Isolde v. Bülow kcnne^ Tie Gegenpartei erkennt dies an, behauptet aber, daß die Standesanits- register unrichtig seien und. entsprechend umgeändcrt werden müßten, Sic wesst ferner daraus hin, büß Haus v. Bülow um die fragliche Zeit bereits ein ichwerkranker Mann war und daher als Vater nicht in Frage kommen könne. Und diese Lenke sprachen von einer Prosanation Wagners, als cs sich darum handelte, den Parzisal sür Bayreuth allein zu bewahren, . Wir werden über den Ausgang des unerquicklichen Erbschasts- streites berichten, _ _ «RcrirfitsfaaL K öl n, 0. Mai, DaS Schwurgericht hat den Arbeiter Ernst Georq Tetzlaff aus Danzig wegen Raubmordes zum Tode verurteilt. Ter .Hausdiener Johann Rangette aus Magdeburg wurde wegen Beihilfe zum qualifizierten Raub unter Einrechnung nner kürzlich über ihn verhängten Gefängnisstrafe zu 12 Jahren und einem Monat Zuchthaus sowie zu 10 Jahren Ehrverlust ver- urteilt. Beide hatten am 25. November 1913 die 73jährige Witwe Caspar in Wiesdorf getötet und beraubt. zrertttifcgteft. a,. ® U c f " b “ 6" u n 91 ü ck. Nach Blättermeldungen . Brunn hat am Dienstag abend aus der Station So ko In cm Zugzusammenttoß stattgcfunden, bei dem 30 Personen sch, und zahlrnckw andere leicht verletzt wurden, — Amtlich wird zu d Un,all vvn sokolnitz unterm 8. Mai gemeldet: Gestern n> tttcistc in der statwn Sokolnitz ein einfahrender Güter,ng ei aus dem Nachbargcleise mit der Lokomotive bis über die P kreuzung stehenden Güterzuq von der Seite, so. daß die z ersten Wagen dieses Zuges gegen das erste Gelcis „mgewor wurden. „II selben Slugcnblick suhr aus diesem Gleise ein aus Gegenrichtung vvn Prerau kommender Personenzug ein und s: aus einen umgcstürzten Wagen, Die Lokomotive, ein TiensNvagei» und die zlvri nachsolgenden Personenwagen entgleisten und wurden beschädigt. Hierbei wurden zweiRcjscndcschwer und vi«r- zc hn F a hrg ä stc leich t verletzt. * D i e Explosion des Dhnantltlagers in Pa- nama ist durch ein Büschs euer entstanden. Die meisten der Getöteten sind Feuerwehrleute, die das Magazin zu retten versuchten. Märttr. th. Kletzen, 6, Mai, Der dieswöchentlichc Viehmarkt hatte einen Vorrat von etwa 1000 Stück Großvieh und 400 Kälbern, Schon in der vorigen Woche entwickelte sich am Platze ein lcbhastcr Handel in guten schweren Milchkühen, die hoch bezahlt wurden, und mit Beginn des Vormarkts bereits vollständig geräumt waren. Am Bormarkt wurden nur fette Rinder und gute fette Kühe gehandelt, doch waren auch dafür nur Preise zu erzielen, die einen krästigen Ruck nach unten zeigten, Käufer waren dafür die Metzger aus Wetzlar, Herborn und Dillenburg, sowie die Ein- käuscr sür die Rheinland«», Am Markt selbst war der Handel in Zuchtvieh nur mit einem kräftige» Abschlag der Preise zu machen, der sich je nach der Güte der Ware zwischen 30 und 40 Markfür das Stück bewegte, so daß die Verkäufer Geld bei dem Geschäft beilegten, Ter Vorrat geringwertiger Schlachtlühc wurde von Einkäusern aus der Gegend bei Tarmstadt zu Spottpreisen angc- kaust. Der Kälbcrmarkt wollte im Anfang überhaupt nicht ziehen. Für die Ware war noch am Montag pro Zentner Schlachtgewicht 90 Mark von Kießener Metzgern bezahlt worden und daraus süßend, war das Angebot sür gute Stücke aus 95 Mark gestellt. Tie Handelsleute konnten ihre Ware nur unterbringen sür 75—80 Mk, und selbst zu diesem Preise hielt cs schwer, den Vorrat zu räumen. Es wurden bezahlt sür das Stück: Tragende und frischmelkend« Kühe l, Sorte Btt. 500—MO, 2. Sorte Alk. 40O-4«o, 3. Sorte Mk 300—370; tragende Rinder I. Quai, Mk, 420—500, 2. Qual. Mk 3.30—400; Fahrküöe 1. Qualität Mk, 470—540, 2, Qual, Mk, !60-440, 3. Qual. Mk. 30 —1 0. Bezahlt wurde pro Zentner Schlachtgrwicyt: Leite Rinder Mk. 86-88; leite Kühe l. Qual. 'Mk. 70—72, 2. Qual. Mk. 63—65. 3. Qual, lsogenaniite Wiirst- fiilie) Mk. 53—62 ; Kälber I. Qual. Mk, 78 —80, 2, Qual. Alk. 75—77, leichte Tiere ivaren nicht a»> Markte. Einige Paare Fahrocküen brachte» Mk, 1000—1100 vro Paar. Milchware ivar diesnial in 2. und 3, Qualität überständig »nd war selbst »ach Schluß des Marktes unter Preis nicht anznbringe», Jette Schweine kosten beute für Gießen Mk. 38—69 der Zentner Schlachtgewicht, Gute fette Ochse» sind mit Mk, 86,-88 zu haben. — Nächster Markt am 19. und 20, Mai: nin zweiten Tage auch Krämermarkt ans Oswalds Garten. I-, Fricdberg, 6. Mai, Trotz der schlechten Witterung war der heutige Wochenmarkt gut besucht. Viele Landlente ivie auch die hiesigen Gärtner brachten ihre Ware zu Markte. Biele Geniüiepflaiizen standen ,»>n Verkaufe da, 'Mailraut und sonstige Gemüse, als Salat, Spinat, Spargel usw. Die Kartoffeln sind im Preiie in die Höhe gegangen. Während seither der Zentner,,»r 4 Mk. kostete, kostet er jetzt 5 und 6 Mk, Butter ivird mit 1,50 Mk. das Plnnd bezahlt, Eier das Stück 8 Psg„ Käsematte da? Pfund 20 Pig., Käie das Stück 6 Plg, Tie Gärtner hatten viele Blumen- itöcke Mid Blniiiensträntze gebracht. Um 1 Uhr war der Markt jl> Ende. X Ruppertenrod, 6. Mai. Ter heutige FrühjahrS- niarkt zeigte eine starke Anstahrr an Jnngschioeinen, Die Nachträge entiorach nicht dem Angebot. Ter Handel stockte und hatte n«iig Fluß trotz der billigen Preiie. Diele differierten gegen die vorjährigen aus dem Markte um 10—20 Mk, lür das Paar. Dieier Abschlag der hohe» Ferkelpreise entspricht dem billigen Preise lstr die fetten Schweine, die mit 41 Pig. sür daS Pinnd Lebendgewicht bezahlt iverden. Derkauit wurde das Paar Ferkel gerinaster Sorte niit 43-50 Mk., mittlerer 50—55 Mk,, bester 55—80 Mk. Trotz dieser billigen Preise blieben viele Ferkel unverkanit. Kt!. Wiesbaden. D le hh o i-Ma rkt b eri cht vom 6, Mai. Austrieb: Rinder 7t (Ochsen 15, Bullen 6, Kühe und Färsen 50), Kälber 315, Schale 27, Schweine 458. Preiie iür lOOPid. Geschäst mittel. Lebend- Schlacht- Ochse». _fleroicf)t_ Pollsletschlge, aiisqemästete. höchsten Schlacht» Ivettes im Alter von 4—7 Jahren .... Junge, stelschige, nicht ausgemästete und älter« onSgemästete............49—52 Mäßig genährte junge und gut ge- genährte ältere . * ..... B»! le \u Doll fleischige, ausgew, höchsten Schlachtw. Vollstetschige, jüngere..........40—42 Färsen. Stil De. Pollileischige ausgemästete Färsen höchsten Schlnchtivertes...........48 -52 Poll fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtivertes bis z» 7 Jahren..... Aeitere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe.........44—47 Mäßig genährte Kühe und Färsen , . . Gering genährte Kühe und Färsen. . . Kälber, Feinste Mastkälber...........66—68 Mittlere Mast- und beste Saugkälber, . Geringere 'Mast- u»h gute Saugkälbee Geringe Saugkälber..........46—51 Schake. Weidemastschai«' Mastlämmer und Masthammel .... 44,50 Schweine, vollsteischtge Schivetne von 80—100 kg Lebendgewicht .............. Pollfleischige Schweins unter 80 KZ Lebendgewicht 44,48 Bollfleischige Schweine von 100—120 kr Lebendgewicht .............. Voltsteiichige Schweine vo» 120—150 kz Lebend- gcivicht.............. 44-45'/ Fetisch weine über 150 Lebendgewicht Ltmbnrg a. h. Lahn. 6. Mai. F schuIttSvreis vro Malter, Roter Weizen sNaffauischer) 16,60 Ml., weißer Weizen sangebanie Fremdsortcnj 16,10 Mk^ Korn 12,10 D!k^ Gerste lFutier) 0,00 Mk„ Brangersle 00,00 Mk, Haier 8,50—0,00, lMk., Erbsen 0,00 w!k. Kartoffel» 50 Kilo 2,40—0,00 Atk, Butter das Psnnd 1,20—0,00 Mk,, Eier das Stück 7 Psg, ob. Ricber-Jngclhcim, 6. Mai, Ob st markt. Svargel I, Sorte 55—65 Mk., 2. Sorte 35—38 Mk,, Rhabarber 4 — 6 Mk, Aepiel 18 Mk. der Zentner. kirchliche Nachrichten. Jtzraelitische Religionsgcmcinde. Gottesdienst in der Synagoge lSüd-Anlage). Samstag, den 9 Bla« >«>« Vorabend: 7.30 Uhr, Morgens: 8.30 Uhr, Predt«» M a ch m t t t a q s: 4.00 Uhr. Sabbatausgang: 8.5« 'it* Israelitische Nelia!s«;aeketll»»F». Sabbat sei«« am 9 M a i 1914: Freitag abend 7.35 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Prebtzl, Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbat-ÄuSganq 8.50 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.00. abends 8.50 llpr. Mk, 50—53 49—52 86—92 44—47 78-84 43—46 40-42 73—78 65-72 48 -52 84-92 39—43 74—80 44—47 33—37 29—33 III 66—68 63—06 54—69 48-51 111-11: 105-11C 90—98 78—86 i—45 # 50 92—94 45-47 44-46 58-60 57-59 58-60 44-45'/, 417,-43 ! markt. 55-57 52-54 Durch» Kinder- mehl ^Krankenkost. Hervorragend bewährt« Nahrung. Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung Spezial-Angebot in Korsetten! Wir hatten Gelegenheit, von unserer Einkaufs-Zentrale 300 Muster-Korsetts sehr preiswert zn erwerben. Es sind dies einzelne, tadellos gearbeitete, modernste Formen, welche wir sehr preiswert abgeben. Der sonstige Verkaufspreis ist wesentlich höher. Preise dieser Korsetten sind: 7.50, 6.00, 050 u. L— D803& 5.00, 3.50 ' Mk. Modehaus A.Salomon&Cie. Schulstraße Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unseren lieben Philister Herrn Heinr. Kalbhenn (Gi. 53, Gd.) Pfarrer i. B. zu Giessen, am 4. ds. Mts. zu sich zu nehmen. Der Giessener Wingolf. I. N. u. A. Friedrich Koch, med., dzt. X. M Geiler» abend cntidüiei fand nach turicm schweren HcibentmscrgciicbteS.einzigeSSöhnchcn Alfred 03862 im Aller von 2 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Eitern: Lokomolivheizer Wilhelm Troh u. ^rau. Gieften lGlaudrechlslr. 10). 8. Mai 19H. Tic Beerdigung findet Jreitag, den 8. Mai. nach- niinagS Al - Uhr, ans dem neuen Jriedhos sinn '- Zw T.Ti .w. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schmerzlichen Verlust sagen wir innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Karl Himmler, Lehrer. Allendorf a. Lahn, den 7. Mai 1914. 03869 Für die vielen Beweise der herzlichen Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Wilhelm Volk und Sohn. Grossen-Linden, am 4. Mai 1914. 5734 Ein Mcislcrkurs für Taincilfchncidcriuiic» wird in der Gewerbeschule zu Gieren bei aus reichender Bctciligunq in der Zeit vom 8. bis 27 . Juni d. I. an Nachmittagen abgehalten. Die llnterrichiserletlung liegt in Händen der Frau Damenschneidcrmcisterin Wunderlich,Gießen. Das Unterrichlsgcld von 20 'Mark ist zu Be ginn des Kurses zu entrichten. Beihilfen können an bedürftige und unbcmittclle Kursteilnehmer auf Grund vorgelegtcr amtlicher Bescheinigungen ge währt werden. Die Anmeldungen haben baldigst bei der ilnterrcichnelen Behörde zsi erfolgen. Darmstadt, den 6. Mai 1914. Grohh. Zeniralstellc für die Gewerbe. N 0 a cf. 5795 d 4 Zimmer Steiustratze 37 1 ist eine schöne 4l-3immcr- Wotinung mit all. Zubehör »er 1. Juli er. zu vermieten. Näheres Kirchcnvlatr 11 _ im i*rtben. 4237 Scltersroeg 39 3 Zimmer edianc Z-Zim.-Wshiniiig mit Zubehör per 1. Juui zu oerm. NähMüblstr. 3.15475 Schöne kleine 3-Zimmer Wohnung auf 1. Juni d. IS. zu vermieten. 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