Nr. 106 Der Eichener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich OietzenerFrwilitNdläNer; S aeimal wöchentU' .elr- attsürden NreirSietzen (Dienstag und Freilag): zweimal monall. kand- wirtschoftliche Seitsragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag n. Expedition 61 Adresse siir Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags S Uhr. Erste; via« (64. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der Vruhl'schcn Univ.-vuch- und Steindruckerci K. Lange. Donnerstag. 7. Mai *9$ Bezugspreis: monatlich?» Bi., vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Bf.: durch die Bost Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestell-, Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Bieuuiq. Chefredakteur: 2l Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goerz; für ,Fe»nlleton", »Vermischtes ^ und»Derichts- faal": ^arl Sleurath; für »Stadt und Land": Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftraße 7. SVijeta^nea':’ tz? Beck! Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Was geht in Rußland vor? Non unserem Berliner Korrespondenten. Die Verurteilung der drei deutschen Luftschiffe r Berliner, Haas« und Nicolai „wegen Ausnahme »cm Plänen, Beschreibung wichtiger Punkte und Sammlung von Nachrichten" zu der drakonischen Strafe von 6 Monaten Einzelhast hat in Deutschland mehr Verblnsfung als Entrüstung erregt, denn man hat es bei uns längst als nnsrncht- bar aufgegeben, sich über die Vorgänge im Zarenreich zu Wundern und zu entrüsten. Mein der Urteilsspruch von Perm, der möglicherweise durch eine nachfolgende Begnadigung aufgehoben werden wird, bliebe trotz allem, was man von russischer Rechtsprechung schon erfahren hat,, doch unbegreiflich, wenn man nicht von der Voraussetzung ausginge, daß hierbei politische Motive niitsprechen, denen sich die Gerichtshöfe im Zarenreiche nicht allzu häufig entziehen. Das Motiv, welches in diesem Falle initspricht, liegt auf der Hand: die deutschen Lustschiffer sollen ein sür allemal davon abgeschreckt iverden, sportliche Unternehmungen in der sttähe der russischen Grenze auszusülzren, wobei ja I die Gefahr eines ungewollten Ucberfliegens der Grenze zum Schluß immer vorliegt. Man hat im Zarenreich gute Gründe dafür, sich möglichst hermetisch gegen die Außenwelt abzuschlicßcn, denn, wenn cs auch ein osscnes Geheimnis ist, daß Rußland mit angestrengten Kräften und fieberhafter Kraft rüstet, so ist man doch begreiflicherweise bestrebt, über Art, Maß und Tempo der Rüstungen einen möglichst dichten Schleier zu ziehen. Hat doch die Regierung des Zaren vor nicht allzu langer Zeit besondere Bestimmungen für die Grenzgebiete erlassen, durch welche die Zeitungen bei Veröffentlichung irgend welcher militärischen I Nachrichten, seien sie auch noch so belanglos, mit schweren Strafen bedroht werden. Man ist in Rußland zwar, wie die | Fälle Redl, Jandric und Jakob in Oesterreich gezeigt haben, init Eifer beflissen, durch Spionage und Bestechung die militärischen Maßnahmen in den Nachbarländern auszu- kundschaftcn — denn wenn man über die russische Spionage in Deutschland auch weniger erfährt und die Bestechung von Militärpersonen hier auf größere Schwierigkeiten stoßen dürfte, als in der Donaumonarchie, so weiß man doch I in unseren Rcgicrungskreisen ganz genau, daß auch bei uns ein Netz russischer Spione tätig ist — aber man mochte sich natürlich nach Möglichkeit vor den fremden Ausspähern sichern, lind so hat man an den Berliner Luftschifsern ein Exempcl statuiert zwecks Abschreckung. Ter Staatssekretär v. Ja g o w hat soeben erst im Budgetausschuß des Reichstags versichert, daß an den deutschrussischen Unstimmigkeiteu in erster Reihe die Preßhctze Schuld sei, womit er natürlich die Heye der russischen Presse meinte. Ganz im Gegensatz hierzu hat einst Fürst Bismarck — es sind jetzt gerade drei Jahrzehnte her — in Gastein zum Fürsten Hohenlohe bemerkt: „Die Russen machen iminer die schönsten Worte, aber sie rüsten fort und stehen kriegsbereit an der Grenze." Heute liegen die Dinge so, daß die Russen längst aufgehört haben, die schönsten Worte zu machen,„aber sie rüsten sort und stehen kriegsbereit an der Grenze". Diese Rüstungen und die unverhohlenen Ziele, welche das Zarenreich damit verfolgt, nicht aber, wie Herr v. Jagow sich oder anderen cinzurcden versucht, etwelche Preßauslassungen, sind der Urgrund der deutsch-russischen Spannung. Daß aber die russischen Rüstungen sich in erster Reihe gegen Deutschland richten, versichert wenigstens die sran zösische Presse, und sie müßte es eigentlich wissen, da ja diese Rüstungen mit französisckicm Gelbe betrieben werden. Die „France militaire", das Organ des französischen Generalstabs, hat offen erk.ärt, daß die Maßnahmen des Zaren reiches eine Spitze gegen Deutschland haben, ebenso wie das russisch-französische Flottenabkonuncn von 1912 „nur zum Zweck haben kann, das pereinte Vorgehen der beiden Nationen zur See an dem Tage zu bestimmen, wo sie infolge ihres Bündnisvertrages zu einem gemeinsamen Vorgehen veranlaßt würden". Nach der Mitteilung desselben Blattes ist auf französischen Vorschlag die Dienstzeit im russischen Heere um drei Monate verlängert worden, also bei der Infanterie auf 3'/*, bei den berittenen Truppen auf 4>/, Jahr, ist die Ausbildung der russischen Reservisten nach französischem Muster organisiert, sind die Dcsestigungsanlagen an der Wcstgrenze ebenso wie die dort garnisonicrten Truppen wesentlich verstärkt worden. In dieser Beziehung hat also Frankreich erreicht, was es wollte, und nur die Rechnung der Tripclententc weist noch ein Loch auf. Die Versuche, bei Gelegenheit von König Georgs Besuch in Paris die Tripelcntcntc zu einer Tripel- alliance zusannnenzuschließen, sind von englischer Seite entschieden zurückgcwiesen worden, denn man hat an der Themse keine Neigung, die bisher bewahrte Freiheit der Entschließung auszugeben und zugleich die doch den englischen Interessen mindestens ebenso wie den deutschen entsprechende Verständigung mit Deutschland aufs Spiel zu setzen. Dazu tinrfmt, daß sich gerade in letzter Zeit in Asien nicht unwesentliche englisch-russische Interessengegensätze geltend gemacht haben, und hier wird die Diplomatie Deutschlands, die des zurzeit mehr denn je gefestigten Dreibundes ein- zusetzen haben, vielleicht mit Ersolg cinsetzen können. Tann werden zum Schluß auch die Bäumtz des revanchelustigen Frankreichs und des rüstenden Rußlands nicht tu den Hirmncl wachsen. Entsetzliche Greueltaten in Epirus. Aus Albanien kommen sehr schlimme Nachrichten. Die aufständischen Epiroten, die jetzt ganz offen durch griechische Truppen unterstützt werden, sollen bet Argyrokastro einen großen „Sieg" über die Albaner davongetragcn haben und die beiderseitigen Verluste sollen sehr groß sein. Nun darf man solchen Meldungen nicht immer großes Zutrauen schenken. Tatsache aber ist es, daß der neue Staat schon einen regelrechten Krieg zu führen hat, wobei auch die Serben, die bekanntlich in einer Eingabe an die Mächte territoriale Wünsche geäußert haben, sich hineinmischen. Heute kommt eine Nachricht hinzu, die, wenn sic bestätigt werden sollte, die größte Entrüstung Hervorrufen müßte. 200 mohammedanische Albanesen sollen nämlich von den Aufständischen in einer Kirche eingeschlossen und dann gekreuzigt worden sein. Wir erhalten folgende Meldung: Turazzo, 6. Mai. Der Regierung sind Drahtnachrichten zugegangen, nach denen in Harmova, südöstlich von Tepelenis, 200 mohammedanische Albanesen, die vor den Epiroten nicht geflüchtet waren, gefangen genommen und in das benachbarte Dorf Skodra geschleppt worden sind. Dort wurden sie in die orthodoxe Kirche gebracht und sämtlich gekreuzigt. Die Kirche wurde dann in Brand gesteckt. Albauesische Gendarmen, die zwei Tage später Skodra besetzten, fanden die verkohlten Leichname vor. Durazzo, 6. Mai. Nordwestlich von Dibra überschritten serbische Truppen die albauesische Grenze und befestigten auf albanesischem Gebiet den Höhenrücken mit Geschützen. Nach einer Meldung der Wiener „Neuen Freien Presse" aus Tirana wurden die albanischen Truppen bis südöstlich von Koritza z u r n ck g e s ch l a g c n. In Tirana werden 10000 Mann mobilisiert, die sofort in den Kampf geschickt werden. Athen, 6. Mäi. Die Kämpfe iw Norden im Argyrokastro dauerten fünf Tage und endeten gestern mit dem Siege der Aufständischen von Epirus. Tsepos und mehrere andere Dörfer wurden von den Truppen der Aufständischen besetzt. Tie Verluste der Albanesen waren beträchtlich. Die .Kümpfe um Codra bei Tcpcleni waren sehr blutig. Wie versichert wird, sind 500 Albanesen kampfunfähig geworden. Auch die Epiroten erlitten beträchtlich« Verluste. Zn Mexiko gibt die Zeit des Waffenstillstandes keineswegs beruhigende Ausblicke. Es gehen allerlei Anzeichen um, die das bange Herz der amerikanischen Regierung wohl erschüttern müssen: es heißt denn auchsctzt in den neuesten Meldungen, man sei in Washington „nicht optimistisch" gestimmt. Mit Carranza haben sich die Annäherungsversuche zerschlagen, und bei seiner zwiespältigen und unzuverlässigen Haltung soll die Vermittlung jetzt ohne seine Teilnahme weitergefiihrt werden. Zwischen Villa und Carranza bestehen Streitigkeiten, und Villa hat erklärt, daß er auch mit Huerta nicht au einem Tische sitzen wolle. Ob es Huerta wirklich so schlimm geht, wie man in den letzten Tagen munkelte, ob er sich wirklich mit dem Gedanken trägt, unter Voransschickung der nötigen Gelder das Weite zu suchen, ist sehr fraglich. Die Amerikaner rüsten aufs neue, und so darf mgu sich darauf gefaßt wachen, daß nächstens wieder kriegerische Töne hörbar werden. Washington, 6. Mai. Nach einer Konferenz zwischen B r y a u und den Vertretern der A. B. C.-Staaten wurde mitgeteilt, daß man sich endgültig entschlossen habe, ohne Carranza die Verhandlungen fortzuführen. Chihuahua, 5.Mai. General Obregon, der Kommandeur des nordwestlichen Flügels der Rebellen, General G o n z a l l e s, der Kommandeur des nordöstlichen Flügels, General M atora, der Kommandeur des Zentrums, General Caballero, der Kommandeur der Landungstruppen von Tampico und andere haben es abgelehnt, mitden Regierungstruppen zur Abwehr der amerikanischen Invasion sich zu vereinigen. Washington, 5. Mai. Staatssekretär Bryan gibt bekannt, daß die amerikanischen Vermittler am 18. Mai in Niagara Falls in Kanada zusammentreten werden. Dcrit?cher Ueictz. Des Kaisers Heimfahrt. Aus Genua wird vom 6. d. M. berichtet: Tie „Hohenzollern" und die Begleitschiffe warfen heute nachmittag gegen 4 Uhr vor Porto sino Anker, nachdem sic gestern Messina und Neapel, heute Elba passierten. Das Kaisers) aar nahm den Tee bei dem Boischafler Dr. Frhrn. Mumm v. Schwarzenstein im Castell t i o n e n" haben. Neben dem noch nicht ganz vollendeten weißen, zackigen, spitztürmigen Kreml-Bau Rußlands steht Englands graues, zinnenbewehrles Tudorhaus, neben Frankreichs langgestrecktem, schimmerndem, vornehm graziösem Louisscizc-Palast Italiens kleinerer, doch in edelsten Verhältnissen gebauter Renaissance-Pavillon. Und dazu im Hintergründe der durch strenge Senkrechten gegliederte Kollektivpalast alt der übrigen siemden Staaten, die auf einen eigenen Bau verzichtet haben. Endlich Oesterreich nicht zu vergessen, dessen Pavillon dank der erlesenen dekorativen Schwarzwcißkunst Pros. Joses Hofsmanns wohl den bezauberndsten Jnncnraum der Ausstellung besitzt. Welck>e Fülle von graphischen Kostbarkeiten der ganzen Welt wird bald an dieser Straße der Völker ausgebreitet liegen! Lassen wir's genug sein für heute! Das Populärste, Lebendigste haben wir noch kaum gesehen: Das „Haus der Frau", von Frauen sür die Frauen erbaut und eingerichtet, dann die große Schule mit der Baracke und dem ländlich-sittlichen Wandervoget- haus, die Sondcransstcltung „Ter Kaufmann" und — von drüben neben denn Völkerschlachtdenkmal ragt rötlich der alte Wartturm herüber — der ganze herrliche alte Heidelberger Schloßhof in zwei Drittel natürlicher Größe (400 000 Mark hat dieser Winkel allein gekostet). Er gibt den romantisch-neutralen Rahmen sür eine Sondcrausstellung „Der Swdcnt" ab, er sott aber auch die Stätte frohen Genießcns sein. Der Frühschoppen, den der König mtt den Studenten bei der Eröffnungsfeier hier trank, ist vorüber. Setzen wir uns still nach der ersten Wanderung mit einem guten Glase in eine gemütliche Ecke und freuen wir uns, daß wir ein genaues Studiuni der Ausstellung auf Wochen und Monate verteilen können. Wir wissen jetzt, daß es sich lohnen wird. Leipzig, 6. Mai. (Privattclegramm.) Heute mittag wurde die Internationale Ausstellung sür Buchgewerbe und Graphik Leipzig 1914 aus dem Gelände der vorjährigen Internationalen Bausachausstellung am Fuße des Völkerschlacht-Denkmals in Gegenwart des Königs, des Prinzen Johann Georg und der Prinzessin Mathilde von Sachsen sowie zahlreicher geladener Gäste cröfinct. Der König begab sich in Begleitung des Direktoriums in den Rcmäsentationsraum in der Jndustriehallc, wo eine glänzende Festgesellschaft versammelt war. Nach einem Musikoortrag des Ausstellungsorchesters hielt der erste Präsident der Ausstellung, Dr. Volkmann, die Eröffnungsrede. Sodann erklärte Staatskommissar, Kreishauptmann v. B u r g s d o r f f aus Beseht des Königs die Ausstellung für eröffnet. An die Eröffnungsfeier schloß sich eine Besichtigung. Zunächst besichtigte der König die Halle des deutschen Baugewerbes, die Halle „Kultur", den italienischen Staatspavillon und sodann die Halle „Der Kaufmann" sowie den französischen Staatspavillon. Inzwischen hatten sich im akademischen Viertel in der Abteilung „Der Student" etwa 750 Die Eröffnung ver Leipziger Weltausstellung sür Buchgewerbe und Graphik am b. Mai. Don Dr. R. W e i ch a r d t. Am ersten Tage war noch keine Weltausstellung „fertig". Am ersten Schöpfungstage war auch die Welt selber ja noch nicht vollkoimnen: das Chaos begann sich erst zu gestalten. Man hätte gewiß gut getan, die Internationale Ausstellung sür Buchgewerbe und Graphit zu Leipzig, die ja bis in den Oktober währen soll, ein wenig später zu eröffnen: aber der Wunsch des Königs von Sachsen, der seine Reise nicht länger aufschieben mochte, war Maßgebend, und wenn noch vor wenigen Tagen wirtlich das ganze weite Ausstellungsgclände — größer als das der Dresdner Hygiene-Ausstellung — ein einziges Chaos schien, heut' zum Eröffnungstage sicht die Internationale Ausstellung sür Buchgewerbe und Graphik doch sür den ersten flüchtigen Blick säst fertig aus, fertig genug, um eine oberflächliche Orientierung zu ermöglichen und uns zu sagen, ob es sich denn auch furchen Laien lolmt, diese größte Fackz-Weltausstellung, die bis jetzt vavanstaltet worden ist, zu besuchen und zu studieren. 1 ' Auch der Dresdner Hygiene-Ausstellung stand Man anfangs ' ein wenig skevtisch gegenüber: bald aber erkannte man, wie tief das Wissen vom Menschen und seinem Körper, dem Träger seines Geistes und seiner Seele, einen jeden anging. Und nun hier die Ausstellung des Buches, der Schritt, des Bildes, des Trucks, zeigt sie nicht vielleicht auch elementarste Tinge, von denen wir alle wissen sollten und doch lange nickst genug wissen? Achtlos hallen wir unsere Zeitung in der Hand, ohne die wir heute säst so wenig I wie ohne die Luft leben könnten: wissen mir, wie sic entsteht? Haben wir auch nur eine klare Anschauung von der Kunst der Papierberettung, geschweige von Satz und Druck einer Zeitung, ' eines Buches? Sind wir uns überhaupt der ungeheuren Bedeutung von Buchgewerbe und Graphik für das ganze Leben jedes einzelnen voll und dankbar bewußt? Bedenken wir: Kann man den Körper den Träger deS Geistes nennen, das bedruckte Papier, Buchstabe und Buch sind die wunderbaren Vermi ttlcr aller geistigen ' Werte, von der simpelsten Anzeige bis zu den Menschheitsideen eines Goethe, eines Kant. Die snnttindzwanzig Buchstaben des ' Alphabets erhellen gleich Lampen und Sternen all' unsere Wege - aus dieser dunklen Erde, und ohne sie würden wir wieder zu armen, irrenden Tieren in sinsterem Wald. Schon a priori, glaube ich darum, dürren wir sagen: eine Wcltschau des Buchgewerbes und der Graphik geht einen jeden iM Innersten an: sie erzählt uns von nicht mektt und nicht weniger, als was seit Jahrtausenden das j! tägliche Brot des Menschengeistes war und heute noch ist und immer '! bleiben wird. Tic Ausstellung des Buck^ewerbcs ist die Ausstellung des Geistes, der geistigen Menschheitskultur. Doch sehen wir mit eigenen Augen zu! Tic hochsiewölbte Detonknppcl der alle der Kultur" lockt uns vielleicht zu- ,erst an, und wenn wir 'noch nicht davon überzeugt sind, hier sehen (und erleben wir's in hundert anschaulichen Darstellungen, wie innig Äültur und Buchgewerbe (im weitesten Sinne) miteinander verwoben sind, hier wird der Geist der Zeiten Ivirklich lebendig, und ob wir in den Bilderhöhlen. der Steinzeit verweilen, den chinesiichen Literaturtempel und das im Original aus China her- vcrvilanzle Haus eines ckstncsffchen Gelehrten bewundern, ob wir im arabischen Buchladen, in der Schreibzelle eines Mönches des Mittelalters, in alten Truckerwerkstätten, im silhoucttcngcschmückten Bicdcrmcicrraum oder im Empfangszimmer eines modernen Kul- turverlagcs uns aushaltcn, überall spricht zu uns aus ihren! graphischen Aeußerungen die Geschichte der Zeit, und wir erkennen dankbar sofort das gute, volkstümliche oberste Gesetz dieser Ausstellung, das in allen Hallen und hier von Prof. Lamprecht, dem Organisator der Kultur-Halle, besonders vorbildlich durch- gesührt ist: kein totes, langweiliges Material zu häufen, sondern alle Dinge und Werte in anschaulichstes Leben umzusetzen, zu plastischen Bildern zu formen. — Erwähnen wir gleich, daß ist einem Anbau der „Halle der Kultur", in lichten, weiten, weiß- überspannten Sälen die zeitgenössischen graphischen Künstler des ganzen kultivierten Erdballs sich ein Stelldichein geben. Die Graphik der Welt läßt sich hier in Tausenden erlesener Radierungen, Holzschnitte usw. umfassend wie noch nie überschauen. Nun ein paar kurze vorläufige Blicke nur noch in die Praxis und die Gegenwart! Ta breitet sich gleich zur Linken vom Hauptcingang der Ausstellung — vor uns schließt fern das ragende Völkerschlachtdcnkmal den Aspekt ab — das imposante Papierindustrie-Viertel. Hier wird fortan eine 70 Meter lange Riesenpapiermvschine die ganze Pavicrerzeugung vor Augen führen, und daneben noch das Original einer von den Jahrhunderten gebräunten, mittelalterlichen Papiermühle, deren Rad ein rauschendes Wasser treibt, die Bereitung der alten Büttenpapiere demonstrieren. An das Ungeheuer der Papiermaschine schließen sich die vielen Ausstellungskojcn der Tagespreise, der Zeitungen an, in deren Mitte eine Tiefdruckmaschine und zwei mächtige Rotationspressen surren und sausen. Das eigentliche buchgewerbliche Maschinenwesen entsaltct sich aber in drei großen Hallen zur Rechten des Hanpt- cingangs, von denen die eine aus Glas und Eisen weithin durchsichtig schimmert und die zusammen einen Raum einnehmen, wie er noch nie dem Maschinenwesen auf einer deutschen Ausstetluna bercitgestcllt wurde (zirka 20 000 Quadratmeter). Ebenso groß ist die Halle „Deutsches Buchgewerbe". Beim ersten Durchwandern fäfft besonders in dem einen Flügel die Ruhmeshallck des deutschen Verlages auf: da zeigen Leipzig und Berlin, Stuttgart und München in wundervoll einheitlichen Ausstellungen, was sie zur deutschen Gcisteskultur in Gestalt des Buches und der Zeitschrift beiznileuern vermögen. Jede Ausstellung hat chren „Clou": die Bugra wird ihn sicherlich in der denkbar internationalen „Straße der Na- l>ou San OVunyin eiin Um 6 Uhr 15 Mn erfolgte die Werter fahrt ikuI) C'k’nua. Von dort sind der Kaiser und die Kaiserin abends 10 Uhr 45 Minuten mittels Sonderzugs nach Karlsruhe ab»iereist. Anträge im Reichstag. Zur -weiten Lesung des M il i t ä r v a r a n s ch l a g s ist von den Abgg Rogalla von Bieberstein (Konst), Srzverger (Ztr.j und Dr, Hoppe (Rail.) der Antrag gestellt worden, den ReickEnzler zu ersuchen, sich mit den amtlichen Vertretungen der Landwirtschaft in den Einzelstaaten in Verbindung KU setzen, um mit diesen die durchschnittlichen Gestehungskosten sü r eine M ili- tär-Remonte scstzusctzen, damit an der Hand dieser Fest stellungen eine diesen entsprechende Summe zum Anlauf von Remonten in den nächsten Heeresvormischlag eingestellt wird — Tie Konservativen beantragen, die Grundsätze über die Anrechnung der Militär- und Marinedienstzeit der Militäranwärter aus das Be - s old u n g s d i e n stal t e r in allen Bundesstaaten gleich niäßig durchs«führen, und diese Vorschriften bei den Koni munak- und sonstigen Verwaltungen recht bald gesetzlich ein- zufiihren, Ferner beantragen sie Wiederherstellung der gestrichenen Bach r ichte n stelle im Kriegsmini st e- ri u m >Gesamtkosten 11 752 Ms,), - Tie T eu t schvv l- kische Partei ersucht den Bundesrat, eine Nachprüfung und Erhöhung der D e r g n t u n g s s ä tz e s ü r D o r s p a n n- leist u n ge n fiir die bewaffnete Macht vorzuuehmen, Freisahrkarten für die Reichstagsabgeordneten für die ganze Legislaturperiode, Wie uns geschrieben wird, wird der Bundesrat eine Vorlage unterbreiten, die die Giltigkeit der Freisahrkarten der Reichstagsabgeordneten aus die ganze Legislaturveriode ausdehnen wird Tie Regierung trägt sich mit der Absicht, die S e s s i o n des Reichstags diesnialbestimmt zu schließen, damit im Herbst reiner Tisch geschaffen ist. Der Bund der technisch-industriellen Beamten, die bekannte neutralgewerkschastliche Organisation der Techniker, Chemiker, Ingenieure usw. kann, >o schreibt man uns, am heutigen Tage aus ein zehnjähriges erfolgreiches Bestehen zurücksehen, Nicht nur ist es gelungen, die Mitgliederzahl aus über 24 000 zu bringen in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit, sondern, der Bund hat es auch verstanden, die Oessentlichkeit aus mancherlei Schäden, die im technischen Berus besonders kraß vorhanden waren, aus- merksam zu machen. So hat er u, a, durch nachdrückliche Hinweise aus die überaus starke Uebersllllung im technischen Berus aus eine Eindämmung des Zustroms hingewirkt. Seinen Mitgliedern konnte er säst 400000 Mark unrechtmäßigerweise verweigerte Gehälter usw,, ferner Tausende von Zeugnissen, zahlreiche Ehrenerklärungen u, dgl, er- tämpsen und zahlreiche Mitglieder durch seine allmählich ausgebaute Stellenlosenimterstützung in Zeiten der Not über Wasser halten, wie er ihnen auch durch seinen Stellen Nachweis zu guten Stellungen verhelfen konnte. Natürlich ist diese Arbeit manchen ein Dorn im Auge gewesen und so hat es dem Bund von allem Anfang an nicht an Gegnern gefehlt und durch manchen mehr oder weniger offenen Angriff haben diese versucht, ihn zu zertrümmern. Aber heute steht er fester als je gegründet und seine Mitglieder treten guten Muts in das zweite Jahrzehnt seines Bestehens hinein. Ausland. Ein Geschenk des deutschen Kronprinzen aneinenglischesHusarenregiment, Der deutsche Militärattache in London, Major Renner, hat sich am Mittwoch früh nach Aldershot begeben, um dem 11. Husaren- regiineitt, dessen Chef der deutsche Kronprinz ist, ein großes Oelgemälüe, den Kronprinzen in der Uniform des Regiments darstellend, zu überreichen. Die Uebergabe fand in der Reitbahn vor dem in voller Parade ausgestellten Regiment statt. Ein amerikanisch-italienisches Abkommen, Aus Washington lvird berichtet: Staatssekretär Brhan und der italienische Botschafter Unterzeichneten am Dienstag ein Abkommen, wonach alle Fragen, die nicht diplomatisch geregelt werden können, einem internationalen Ausschuß von fünf Mitgliedern überwiesen werden sollen. Das Frauenstimmrecht in England, Nach zweitägiger Beratung lehnie das englische Oberhaus am Mittwoch mit 140 gegen 60 Stimmen den von Selborne eingebrachien (tzesetz- eniwurs ab, der den Frauen das Parlamentswahlrecht gäben will, welche das Kommunalwahlrecht besitzen. Zum ersten Male stand im Oberhaus das Frauenwahlrecht zur Beratung, Ein englisches Ultimatum an die Regierung Haitis, Ter diplomatische Vertreter Englands überreichte der Regierung Haitis ein Ultimatum, in welchem die Zahlung einer Entschädigungssumme von 62 000 Dollars an die britischen Staatsangehörigen für die Zerstörung einer Sägemühle Studenten aus dem Schlossplatz „Alt-Heidelberg" eingesunden, wo zu Ehren des hohen Gastes ein Frühschoppen statt,and. Dar nach wurde die Besichtigung fortgesetzt. Zunächst wurde der sächsische Pavillon in Augenschein genommen, sodann der englische. Um 6 Uhr abends fand im Königlichen Palais Tafel statt, * . * — Der Ursprung des Wortes Germanen, Es wird uns geschrieben: Ueber die Einmologie des Wortes Germanen ist lange Zeit in wissenschaftlichen Kreisen diskutiert »erben, ohne daß es indessen zu einer allgemeinen Uebereinsttmmung gekommen wäre. Neuerdings hat Rudols Henning in der Zeii- sch-iit für deutsches Altertum dieses alte Problem wieder ausgenommen und ihm einige neue Seiten gbgewonnen. Als Stamm des Wortes sieht er die Wurzel stritt oder therm — griechisch thermos — warm an. Die Bezeichnung Germane bezieht sich offenbar aus Orte, und zwar aus solche, an denen warme Quellen dem Erdboden entsprangen. Sie ist zunächst nur Orisbezeich- nung, später überträgt sie sich auch aus die Stämme, die an den Quellen wohnen. Das geht daraus hervor, daß es in verschiedenen Gegenden Plätze mit dieser Benennung gibt, so am Niederrhein, in Spanien und Kleinasien, wo niemals oder wenigstens damals noch nicht Germanen gesessen haben. Schon die Vorgänger der deutschen Stämme nannten sich Germanen, denselben Nanien adoptierten später ihre Nachfolger, wie sa überhaupt die Bezeichnung Germanen sich recht spät eingebürgert hat. Die früher übliche Benennuna jener großen Völkergruppe, der Zndogerma- neu, dürste nach diesen Feststellungen also als nicht sehr glücklich zu bezeichnen sein, — 1260 Mark für einen Brief von Poe, Aus New Bork wird berichtet: Zwei Dollar für die Quartseite Manuskript war die Honorarsorderimg, die Edgar Allan Poe stellte, als er aus der Höhe seiner Laufbahn ivar, und der Brief, in dem er dieses Anerbieten machte, wurde dieser Tage bei einer Auwgraphenversteigerung mit 315 Dollar, 1260 Mark, bezahl. Der Brief war an John R, Thompson, den Herausgeber des „Southern Literary Messenger" in Richmond, gerichtet. Er trug das Datum des 12, Januar 1349: sein Inhalt läßt erkennen, daß Poe sich von der iiesen Depression, in die ihn der Tod seiner Frau im Jaltte 1347 veffetzt hatte, allmählich erholte und nun neue literarische Pläne fasste. Er hatte die erste Fassung der „Glocken" geschrieben und schlug Thompson vor, ihm sär seine Zeitschrift eine Reihe von Artikeln „Randbemerkungen" zu schreiben, wie er sie bereits ffüher in der „Demokratischen Revue" veröffentlicht hatte. , , . . während der Leeonte-Revolution gefordert wird, Dit in dem Ultimatum gestellte Zahlungsfrist läuft abends 6 Uhr ab — Tie Nachrichten von dem brittschen Ultimatum an Haitt baden das Staatsdepartement in Washington veranlasst, sofort mit dem englischen Botschafter in Verbindung zu treten und mindestens UNI einen z ei k l i ch e n A u s sch u b z u b i t t e n. Der Botschafter icklug dem englischen Auswärtigen Amt vor, durch ein Kabelielegramm eine Frist zur Untersuchung des Falles zu bewilligen,_ Ans Stadt und Land. Gießen, 7. Mai 1914. Zur Erainseldcr Bluttat. Im Krankenhause zu Lauterbach ist die älteste Tochter, Lina Stein, gestorben. Am Mittwoch nachmittag fand die Lessnung der Leiche statt, bei der auch Oberstaatsanwalt H o s m a n n aus Gießen anwesend war. In auswärtigen Blättern ist folgende Nachricht verbreitet worden: „Der Landwirt Hofmann jun, ist abermals aus der Hast enllassen worden, da er nachiveiseii konnte, daß er in der Mordnacht in eine Schlägerei verwickelt war, von der die Vorgefundenen Blutspuren stammen. Die Polizei verfolgt jetzt eine andere Spur," Wie uns die Staatsanwaltschajl ,nitteilt, ist diese Meldung vollständig aus der Lust gegriffen, Hosmann befindet sich nach wie vor in Hast, da noch immer ein Verdacht aus ihm ruht. ** Tageskalender fiir Donnerstag, den 7. Mai: Lichtspielhaus: Konzerl-Sidend, 8 A Uhr. ** Gewerbe-Ausstellung Gießen 1914. Die Vorbereitungen für die Gewerbeausstellung Gießen 1914 sind nahezu beendet und die Gebäulichkeiten zeigen sich in recht stattlicher und eindrucksvoller Wirkung, Besonders der Eingang und das Hauptrestaurant heben sich äußerst vorteilhaft heraus und bilden zusammen mit dem mächtigen Hauptgebäude und den Nebenhalten ein reizvolles und schönes architektonisches Bild, Wesentlich gehoben wird dieser günstige Eindruck noch durch den herrlichen Schinuckhos, der von Frankfurter Architekten entworfen worden ist und als ein Muster neuzeitlicher Garienbaukunst angesprochen werden kann. Auch die gärtnerischen Anlagen hinter dem Hauptgebäude offenbaren einen erlesenen Geschmack und bieten zusammen mit den ausgedehnten Friedhossanlagen, die manches bedeutende Denkmal aufweisen, ein äußerst stimmungsvolles Gesamtbild, So ist fiir die Ausstellung, an der sich über 400 Firmen in 10 Häusern beteiligen, ein großangelegter und schöner Rahmen geschaffen worden und auch das Innere der Gebäude macht einen sehr nachhaltigen Eindruck, denn dem Architekten ist es gelungen, die Räume der alten Klinik auss glücklichste auszugestatten. So ist denn alles für die am 16, Mai stattsindende Eröffnung vorbereitet, zu der dieser Tage die Einladungen ergangenl sind. Ilm 11 Uhr vorm, geht die seierlickse Eröffnung in der Festhakle vor sich, woran sich ein Rundgang durch die Ausstellung anschließt. Um 11z Uhr wird ein Festessen veranstaft-t und von 5—8 Uhr ist ebenso wie von 11 — 1 Uhr Konzert, am Sonntag, den 17. Mai, wird die Ausstellung vorm, um 9 Uhr geöffnet, an den folgenden Tagen von 10 Uhr vorm, bas 8 Uhr abends, ** Unbestellbare Postsendungen, Wie wir erfahren, erfolgen die Veröffentlichungen über die bei der Ober-Postdirektion in Darmstadt lagernden unbestellbaren Postsendungen nicht mehr durch die Zeitungen, Ueber die unanbringlich gebliebenen Postsendungen werden vielmehr vierteljährlich Verzeichnisse ausgestellt, die in dem Schaliervorraum der Postanstali am Aufgabeorte der Sendungen 4 Wochen zur Einsichtnahme sür das Publikum aus- hängen. Diejenigen unserer Leser, die wegen des Verbleibs einer von ihnen ausgelieserien Postsendung — fei es eine Wett- oder Einschreibsendung, ein Paket oder ein Brief mit Geldinhalt — im ungewissen sind, wttden deshalb gut tun, diese Verzeichnisse ein- zusehen, um sestzustellen, ob etwa der von ihnen vermißte Gegenstand bei der Ober-Postdirekiion lagett, Zutreffendenfalls würden sie sich wegen Wiedererlangung der Sendung an die betreffende Postanstalt zu wenden haben, ** ff I c in e Mitteilungen, In Ober-Ohmen erhängte sich ein Landwitt an seinem Bette, Der Mann, der in geordneten Familienverhältnissen lebte, war durch den Ankauf einer größeren Hosreite in Geistesverwirrung geraten, — In Ruppertenrod rettete ein 13jübriger Knabe ein 4jähriges Mädchen vor dem Ertrinken, — In Endbach wurde der Feuerwehttag sür den Kreis Biedenkops abgehalien, — In RodheiIN an der Bieber entstand am Sonntag mittag am Launscheids- berg auf bis jetzt unaufgeklätte Weise ein Waldbrand, — Die Gemeindeverwaltung des Dorfes Schröck bei Marburg Hai die Anlage einer Wasserleitung beschlossen, — In Neu- Isenburg erregt die Niederkunst eines 15jährigen Mädchens, das seinen Zustand bis zuletzt zu verheimlichen mwutzt hatte, großes Aussehen, Nachdem es ein totes Kind zur Welt gebracht hatte, mußte die Mutter ins Krankenhaus überführt werden, wo sie eben- salls verstorben ist. Als Vater wirb ein in den 40er Jahren stehender, verheiraitter Arbeiter bezeichnet, — In Kirn verbarrikadierten mehrme junge Burschen nachts ein Haus mit Stricken, ausgehängien Türen und Brttiern derart, daß die Hausbewohner am nächsten Morgen das Haus nur durch die Fenster verlassen konnten, Landkreis Gießen. Die Messerstecherei in Lollar. kl, Lollar, 6, Mai, Der in der Nacht von Sonntag aus Montag durch Messerstiche schwer verletzte Former Karl Hildesheim wurde heute nachmittag in die Klinik nach Gießen eingeliesert, da sich sein Befinden weiter verschlechtert hat. Es sollen innere Verblutungen eingetreten sein, Kreis Friedberg, s, Butzbach, 6, Mai, Ueber den am Sonntag von Oberst- leutnant R i ch e l m a n n - Berlin im Hessischen Hof gehaltenen Vortrag „Wie ich Ostattika jetzt und zu Wißmanns Zeiten gesunden habe", erhalten wir noch folgenden genauen Bericht: Der Vortragende schilderte Land und Leute, Weiße wie Eingeborene, und sprach seine Bewunderung über die Fortschritte aus, welche seit seiner Abwesenheit in allen Beziehungen gemacht worden sind. Früher hätten sich die Leute in der Ebene und Tälern angebaui, bei seiner letzten Anwesenheit in Ostasttka habe er die Wahrnehmung gemacht, daß sich setzt Weiße wie Farbige mehr in gebirgiger Lage anbauen, das ist aus das sehr gute Klima zurückzusühren. Da herrsche keine Schlaskrankhett usw, wie in der Ebene und Tälern, Auch gedeihen da alle unsere heimatlichen Getreide- und Gemllse- atten sowie Karwsseln, während in der Ebene das Häupter,eugnis immer noch der Kautschuk ist. Die Felle der erlegten Tickre können letzt auch an den Mann gebracht werden, während sie früher, da keine^Absatzgelegenhttt vorhanden war, weggenwnen werden mutzten, per Kautschuk hat allerdings im Preise erheblich abgeuommen, es wird aber immer noch reichlich daran verdient. Neben den Karinen sind jetzt auch moderne Molkereien errichitt, welche vor- Mliche Butter und einschlägliche Erzeugnisse liesern. Das Pfund Fleuch kost« 7 Pfennig, 3 Stück Eier 2 Pfennig, Der bauot- Wmer in unseren Kolonien ist nur der, daß alle diese Erzeugnisse durch Träger 50 -60 Kilometer weit getragen werden müssen, um wiche an den Mann zu bringen, woran die schlechtn, Bahn- und Wegeverhältntsse .schuld sind. Das Vieh, wttches verkauft wird, mutz oii sogar 200 Kilometer wtti gtttteben werden, wo es aber trotzdem am Bxsttmmungsort in gutem Zustand ankommt, da die Weideplätze am Transportweg sehr gut sind. Wegen dar schlechten Bahn- Mid Wegverhältnhie wäre es endlich an der Zeit, daß unser Rcickistag die nötigen Mittel bewillige, um diese bestehenden Mängel zu beseitigen. Der Borttagenoe hat bn seiner letzten Asttkareise auch englische Kolonien besucht und meint, wir Deutschen sollten uns bn Einstellung von Mitteln sür unsere Koionten ein Beispiel an England nehmen, da köimten wir doch noch viel Imten. Aber trotz der oben angeführten Mängel sind doch Fälle in unserem Ostaffika zu v-erzeichnen, daß es Farmer in einem Zeittaum von 12—15 Jahren bis zum Millionär gebracht haben. Was die Reffe und Eicherhfftsverhältnisse in Deutschoswjrika jetzt anbelangi, so meinte der Lortragende iffcht ohne .Humor, daß dort die Sicherheit größer sei als im Berliner Tiergarten, Wassen seien vollkommen überflüssig. In der Bevölkerung ist eine große Zunahme zu verzeichnen. Es kommt häufig vor, ^doß jetzt Eingeborene 6—8 Kinder haben, was früher eine große Seltenheit war, Ter Vortragende ging nun zur Vorführung feiner Lichtbilder über, welche er aus alle» Teilen Deuisch- ostatrikas zusammengestellt hat und die er bei der Vorführung mit großem .hunwr ettäuterte, i, Vilbel, 6. Mai. Die Regierung beabsichtigt, hier ein neues A in t sgerich ts ge b ä u d e zu errichten, da das jetzige Gebäude räumlich und auch sonst nicht mehr den An- iorderimgen genügt. ES war schon vor Jahren ein Er- weiteriingsbau vorgesehen, jedoch hat man eingesehen, daß dieser bei dem beschränkten Gelände kaum durchführbar ist. TaS Großh. Ministerium der Justiz hat wegen des Verkaufs des alten Gebäudes an Großh. Bürgermeisterei Vilbel eine Anfrnge ergehen lassen, ob die Gemeinde keine Verwendung sür das alte Gebäude habe, oder ob nicht eine geeignete Bau- stelle für einen Neubau gefunden werden könnte, bei deren Erwerb sieh die Gemeinde betätigen würde. Mit der Errichtung des neuen Gebäudes wäre ein langersehnter Wunsch erfüllt. Bodenrod, 6. Mai. Der älteste Geineinderechner Oberhessens, ja wohl in ganz Hessen, Konrad Hofmann, iss nach 52jährigtt Amtszeit im Silier von 84 Jahren gestorben, Im Jahre 1860 übernahm er die Stelle eines Gemeinderechners. Starkenburg und Rheinhesjen. rb Darmstadt, 8. Mai, Ein s chw e ceS 21 u t o m o b i U Unglück ereignete sich gestern nachmittag kurz vor 8 Uhr aus der Landstraße Matchen — Eberstadt in der Nähe des alten Eberstädter Friedhofes. Der von der Bergstraße kommende Fabrikant Regwitz aus Baden-Baden wollte in sehr rascher Fahrt einem entgegenkommenden Fuhrwerk aus- weichen. Dabei wurde das Auto so stark gebremst, daß es sich nbcrschlug. Negwitz wurde tödlich verletzt und starb nach wenigen Minuten. Der schwer verletzt« Chausfrnr wurde in das Darnislädtcr Krankenhaus gebracht, Der Staatsanwalt hat bereits an Ort und Stelle Untersuchungen vorgenomincn. - Zwingenberg a, B,. 6, Mai, Am Mittwoch fand die gut bcsuchte 2 4. Jahresversammlung des evang, Psarrvereins int Großh, Hessen statt. Der Vorsitzende, Kirchenrat S chr um ps- Darmstadi, erstattete den Jnhresb.ttchi über die Arbeit des Vereins, dem 13 Mitglieder im letzten Jahr bttiraien, Ter Rechner, Dekan Röschen- Freienseen, legte di« Jahresrechnung vor, Psr, Fritsch- Ruppertsburg erstattete den Bericht der Schttstleitung des Hess. Kirchenblattes. Man naht, eine Entschließung an, welche die Eingabe der Hand. I u n g s g e hi l sen um volle Sonntagsruhe ausnehmer und unterstützen will, Psarter D e 11 m a r - Osse,Ibach hielt einen Vortrag über Dausbibel, deren Herstellung der Verein wünscht. Besonders intttessant war der Vortrag von Pfarre, L i n d e n a u -Wonsheim über Erzieh-ungsbeihülse, Es wurde beschlossen, sür nächstes Jahr den Deutschen PsattvercinSverband nach Gießen für den allgemeinen Deutschen Psarrertag einzu- ladcn, zumal inner Verein an jenem One sein 2bjähr, Jubiläum feiert und weil die Psanvereinsbewegung von dort ihren Ansang genommen hat. — Mainz, 5. Mai, Der Hessische Landesverband des,Deut scheu Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hielt heute hier unter dem Vorsitze deS Herrn Geheimerat Tr, Dr, D i e tz - Darmstadi feine Hauptversammlung ab. Nach der Begrüßung der Erschienenen wies der Vorsitzende daraus hin, daß auch in Hessen die antialkoholische Bewegung wesentliche Fortschritte gemacht habe. In erfter Linie müßten die lokalen Vereine in der Bekämpfung des AlkoholismuS tätig sein und dafür Sorge tragen, daß die Erkenntnis von der Notwendigkeit dieses Kamvses in die weitesten .Kreise des Volkes gettagen und dort wach gehalten werde. Leider betätigen sich di» Kommunen, die doch gerade am meisten unter den Folgen des Alkoholismus zu leiden hätten, aus diesem Gebiete recht wenig. Aus dem von dem Schriftführer, Amtmann B e ch t e l, erstatteten Geschäftsbericht ging hervor, daß der Landesverband innerhalb der ihm gezogenen Grenzen eine rege Tätigkeit entfaltet hat. Er hat u, a, die Anregung zur Errichtung von weiteren Trinkersürsorge- stellen gegeben, Stellung zu der alkoholfreien Jugenderziehung genommen und aus diesem Gebiete mit Erfolg Eingaben an das Großh, Ministerium des Innern gemacht. Angeregt hat ec auch bei einzttnen Kreisämiern den Erlaß einer Polizeiverordnung, die Bekämvsiing der Trunksucht betr, nach dem Borbilde eines oberhessischen Kreisamies, Besondere Ausmerksamkeiien Hai er dem Beri einsleben in den einzelnen Verbandsvereinen zugewendet. Der von dem Schatzmeister, .Herrn Scherf, vorqeiragene Kassenbericht wurde genehmigt. In der Aussprache berichtete zunächst ein Vertreter des Kreisvereins Ossenbach über die in dieser Stadt bestehende Trinkersürsorgestellc, welche sehr in Ansvruch genommen werde, so daß wöchentlich mehrere Sprechstunden abgehalten werden müßten. Zu beklagen sei, daß häufig Fälle zu spät der Fürsorgestelle bekannt würden. Schwierig sei die Beschaffung von Arbeit sür die aus einer Trinkerheilanstalt Entlassenen, Der rührigen Mitarbeit der Osfenbacher Frauen- und Absttnentenvereine zollte er Lob, Herr Geheimerat Dr, Dr, Dietz hob hervor, daß auch bei Beschaffung von Arbeitsstellen sür die aus einer Lungenheil- anstalt Entlassenen Schwiettgkeiten entständen. In der Trinkerheil- stätte „Haus Burgwald" seien recht schöne Ersolge erzielt Wördens und es wäre zu wünschen, daß von der großen Anzahl Trinke, m Hessen, die der Heilslirsorge bedürften, die Heilstätte mehr ans. gesucht würde, Lehrer Schöpv- Mainz berichtete über seine Tätigkeit aus dem Gebitte der alkoholfreien Jugenderziehung, Jnsbeson-, dere beivrach er den erzieherischen Einfluß der Schulkinder, denen er Vorträge über das Wesen und die Gefahren des Alkohols gehalten habe, aus die Eltern, Zur Sprache gebracht wurde auch der llm< stand, daß es in der einen oder anderen Gegend in Hessen noch üblich lein soll, einen Teil der Entlohnung der landwittschaft. lichen Arbeiter in Gestalt von Alkohol zu geben. Anschließend an di- Hauviversammlung sand abends eine össenlliche Veranstaltung statt, in der Dr. Plaut- Frankfurt über die Alkoholfrage sprach. Er er« läuterte die Vorteile und die erheblichen Nachteile des Alkohols insbesondere seine psychologischen und vlwsiologischen Wirkungen, Der Vortrag, der aus die zahlreich Erschienenen tiefen Eindruck machte, wurde durch Lichtbilder ergänzt, Kreis Wetzlar. E, Krofdorf, 5, Mat, In der gestrigen Sitzung dev Gemeinde-Vertretung wurden nachstehende Beschlüsse belaßt : Für die Reinigung der Abwässer ans der im Bau hegrisfe- nen Kanalisierung in der neuen Gießener Straße soll in dem Glei- bachtale ein Komplex Rieselwiesen aus Privatgrundstücken angelegt werden und zwar ans je 150 Personen der in dem ange- schlossenen Lristeile befindlichen Einwohner t Hektar, Die Verhandlungen mit den in Betracht kommenden Grundbesitzern sollen schon setzt eingeleitet werden, — Die nochmalige Beratung über die Nachsorderung des Tiesbaimnternehmcrs A. in Gießen sür denj Bau brr hiesigen SBcfWcitiinq füljrtc zu dem Ergebnis, daß die Ansprüche abgefehnt werdeir, — Ein unmittelbar am Gemeindewald, „Distritt Katteich", liegendes Grundstück, das nach Angabe seines Beichers durch die Waldbäume in der Bewirtschaftung und Tragfähigkeit beeinträchtigt wird, will die Vertre tung zum Preise von 10 Pig, pro Quadratmeter mid Tragung der Kosten an lausen. — Den Hebammen werden Rcaekostcn und Tagegelder nach den ihnen zustehenden Gebühren sür Reisen nach Wetzlar zur Teilnahme an Vereins-Versammlungen bewilligt, sosern tti diesen ein wissenschastlicher Vortrag gehalten wird. — Zum Schluß gab der Vorsitzende der Versammlung Kenntnis von dem Ministerial-Erlaß über die Genehmigung der elektrischen Straßenbahn: Gießen—Krosdors' soweit preußisches Gebiet in Frage kommt, — Wiesbaden, 8. Mai. Aus dem Dotzhcimcr Exerzierplatz üb erschlug sich heute niittag dein, Geschütz- exerzicrcn ein Geschütz der 6, Batterie dcS hier garnilonierendcn 27, Artillerieregiments und begrub mehrere Kanoniere unter sich. Zwei Kanoniere wurden schwer und jiuci andere leicht verletzt. serngebliebcn war, nicht. Die Verhandlungen werden noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Univerkitäts«Nact,ricbten. — Der frühere langsährige Vorstand des evangelisch-thev- logi chen Seminars in Tübingen, Professor der Theologie B u « der, ist im Alter von 78 Jahren g c st o r b c n, — Ter bisherige Privatdozent für Physiologie an der Universität Hallea, S,, Tr, mcd, Ernst L a g u c u r , ist zum Lektor für allgemeine Biologie und vergleichende Physiologie an der Universität Groningen berufen. Sitzort. — D i e Teilnahme der deutschen Marine ange- hörigen an den Olympischen Spielen 1916 ist durch einen Kaiserlichen Erlaß, der im Marinevrrordnungsblatt erschienen ist, vor kurzem genehmigt worden. Tie näheren Anordnungen für die Vorbereitungen und den Umsang her Beteiligung trifft das Reichsmarineamt CtiftKbirfaltrt. Eine internationale Lustjchisfahrtskoiifcren, in Paris. Paris, 6, Mai. Der Internationale Luft- schisüahrtsverband hielt unter dem Vorsitz des Prinzen Roland Bonaparte hier eine Ko n f e r e n z ab, in welcher unter Hinweis diiraux, daß es einesteils ein leichtes wäre, die Mitnahme photographischer Apparate an Bord aller Flugzeuge, Luftschiffe und Freiballons zu verbieten, und daß andererseits die verbotenen Zonen eine schwere Bchindc rung für die Luftschiffe und die Flugzeuge und ein wahres Todesurteil für die Freiballons bilden, solgendc Wünsche qusgesprochen wurden: 1. Die Regierungen mögen untereinander die Frage brüten, ob cs möglich wäre, die verbotenen Luitzonen abzuschnsien oder dieselben ausschließlich aut den Umkreis dtr Bciesti- gungstverke zu beschränken. 2, Jeder mit einem cntiprcchenden Himveis versehene Zivilsührer eines Freiballons möge ermächtigt werden, die verbotenen Zonen, in tvelcher Hälp auch immer, zu überfliegen und daselbst im Falle bölvrer Gewalt zu landen. Zu diesem Behuf solle ein tür ein Jahr gültiger internatw- nalcr Berechtigungsschein geschaffen werden, schließlich möchten betr, der Flugzeuge Und Luftschitse die Besttmmuirgcn des deut- französischen Abkommens aus alle dem internattonalen Lnst- schisierverbandc angehörenden Länder ausgedehnt und hierbei die Bcrwaltungsmaßnahmen iniglichst vereinfacht werden. Der Deutsche Luftschiffcrverband war bei der Konferenz durch v. Hergesell, Berson uud Rasch vertreten, Frankfurt a, M,, 6, Mai, Die Lustschiffe der Delag „Viktoria Luise" und „Sachsen" tverden gegen den 10, Mai eine größere Fernfahrt von Frankfurt a, M, nach Baden-Baden und von Potsdam nach Leipzig unternehmen. Die Luftschiffe bleiben dann eine Zaftlang in den genannten Häsen, von wo aus sie täglich bei günstiger Witterung Passagicrfahrtcn in die Umkreise unternehmen werden. Auch sind der 'genügender Beteiligung größere Passagiericrn,'ahnen geplant, Potsdam, 6, Mai, (Brivallelegramm,) Die Verlängerung des Luitichiffkreuzers „Sachsen", der bisher in Hamburg stationiert war, ist aus der Luitschisswerft Potsdam vollendet toorden, Ter Kreuzer führte heute seine erste Probefahrt aus. Rabat. 6 Mai Ter Fliegerleutnant Saint Lagne ist aus einem Erkimdnngsslng von Meines abgestürzt. Er erlitt einen Tchädclbrnch und war sofort tot. Der ihn begleitende Pionier tvurdc leicht verletzt. Arbeiterbewegung. L a n g c n ö l s bei Laubau, 8, Mai. Seit gestern morgen sind säst sämtliche 700 in dem Betriebe der hiesigen Schlesischen Holz- industlic-Gcwcrkschast beschäftigten Arbeiter in den Ausstand getreten. Tie Ursackzc des Streiks soll in Meinungsverschiedenheiten mit der Direktion zu suchen sein. Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern sind cingcleitct. Die Gräfin Tiepolo vor Gericht. Sl San Relüo, 5. Mai, Die Verhandlung gegen die Hanytmaimsfran Maria O g - gioni geh, Gräsi» Tiepolo hat bisher die erwarteten Ueber- raschungen nicht gebracht, und heute noch stehen sich die Ansichten darüber, ob die schöne Venezianerin zur Wahrung ihrer gefährdeten Frauenchrc zum Revolver gegriffen oder ob sic einen gefährlichen Mitwisser ihrer Geheimnisse beseitigt habe, ebenso schroff gegenüber, wie nirmittelbar nach der blutige» Tat, Tic bisherigen Zeugenaussagen haben sich für die Angeklagte nicht als ungünstig erwsesc». Auf Grnnd der bisherigen Vcrhandlungsergcbnissc, die sür den Gericküshos nicht ausreickücn, um sich ein Bild von der Schuld oder der Schuldlosigkeit der Angeklagten zu machen, wurde die Ablaltung einer Ortsbesichtignng in der Villa des Ehepaars angeoidnct. Wir die Besichtigung ergab, ist der Raum' zwischeni dem Bett und dem Nachtkästchen in dem Zimmer so sag, daß von einem ernstlichen und lange dauernden Kamps nicht gut gesprochen werden kann. Das Arbeitszimmer, das der Gerschtshof ebenso eingehend besichtigte, entpuppte sich als ein fast ärnilichcr^Raum, der mehr als 'Aufbewahrungsort bcimtzt wurde, — Sonstige wesentliche Aufschlüsse ergab die Besichtigung, der die Angeklagte «erichtssaal. th, Gießen, 6, Mai, Standgericht in der Zc » g - h a n^s k a s c r n e. Die beiden MuSkcttcrc W, B, und H, B, von der Leibkompagnie des Jns-Regts, Nr, 116 standen gestern vor dem Slandgcncht, um sich wegen unerlaubter Entscrnung, ivegen Ungehorsams und wegen Beharrung im Ungehorsam zu verantworten. Am 2, Ostcrseicrtage sind die beiden Leute erst nachtS um 3 Uhr in die Kaserne zurückgekehrt, obgleich ihr Urlaub schon um 12 Uhr abgclausen war, Sic sind dann über die Umfriedigung des Baues kingestikgen, haben den Anrui des Postens unbeachtet gelassen und lind davongclauien. Beide Leute sind bereits wiederholt mit Tiszivlinarstrasen belegt, Sic gebe» die Vergehen, deren sie beschuldigt sind, glatt zu, bestreiten aber mit aller Entschiedenheit, den Anruf des Postens gehört zu haben, Tas Standgericht erkannte gegen jeden der Angeklagten aus je 18 Tage strengen Arrest, sprach aber nur ein Schuldig wegen llr- laubsübcrschreilung mrd wegen Einsteigcns IN die Kaserne ans, Degen Nichtstehenblcibens beim Antritt des Postens wurde ans Freisprechung erkannt. Beide Angeklagten erkannten die Rechtskraft dcS Urteils sosort an, W, F r a n k I, r t, 6, Mai, Vor der Strafkammer standen heute fünf internationale Taschendiebe, die im Ottober vorigen Jahres in Frankfurt sestgciwnimen wurden, nachdem sic lahrclang in bcn Hauptstädten Europas ihr Gewerbe aus- geübt hatten, Ihre Sp.zialiiät bestand in der Bcstehlung von Personen, die aus einer Bans größere Beträge empiangen ltatten, Tie AngcUagten iszeniertcn dann aus der Straße ein Gedränge, wobei sie die betreffende Person, ans die sie es abgesehen hatten, bcstah'cn. So nitwendeten sie am 29, Oktober 1913 einem Bankbeamten beim Umsteigen aus der Straßenbahn die Brieftasche mit 1200 Mark. Die Angeklagten sind der 45 Jahre alte angebliche Kaufmann Matteo Noscnzo ans Borde»t , der in Italien der Polizei als Anarchist bekannt ist, der IZjähriae Ba u- donnct ans Brüssel, der in Frankreich bereits 12 Jahre Ge- sängnis verbüß! hat und dann bei seiner Deportation nach Ca- yciinc entsprungen war, der Pferdehändler Casson ans Reims, der Mechaniker Berta aus Nizza und der Kaufmann Etchc- koba aus Paris. Alle fünf Angeklagten wurden zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, M a n n h c i IN , 6 , Mai. Bor der ersten Zivilkammer des Landgerichts iand heute die Verhandlung in der Zivilklage Ab re sch gegen v. Harder statt, nach der Rechtsanwalt v. Harder zur Zahlung einer Summe von 18 000 Mk. nebst Zinsen an das Bankkonto „Puerto Blanauez" bei der Dresdener Ban! gezwungen werden soll. Ter Angeklagte v. Harder ließ zunächst geltend machen, daß er keine Begründung sür die Bestreitung der Forderungsberechtigung angeben wolle, weil dadurch Abrcsch wichtige Fingerzeige, sür sein Verhalten in dem gegen ihn schwebenden Ttrasversahren erhalten würde. Von dem Beklagten wurde deshalb Aussetzung der Verhandlung bis zur Erledigung des Ttrasversahrcns beantragt, dem jedoch die Vertreter des Klägers widersprachen. Tas Gericht lehnte die Aussetzung des Verfahrens ab. Ter Beschluß über das Ergebnis der hciitigcii Verhandlung wird am 12. Mai vcrlündet werden. Gin schwere; vampsernnglück, Ter Cunarddampser „Franconia" meldet drahtlos nachMewnork, er habe in einem Boot treibend 13 Mann und einen Toten von dem Sonntag nacht südlich von Kap Race verbrannten englischen Frachtdampfer gefunden, der Eoluinbian heiße, und bringe sic ein, Tie Geretteten durchlebten 40 Stunden hindurch die furchtbarsten Strapazen, Ein zweites Boot mit 2 Offizieren und 17 Mann wird noch vermißt- Die „Franconia" sucht danach, — Ter Dampfer „Manhatta" meldet drahtlos, daß er den Kapitän M c, Donald und 13 Mann von der „Eoluinbian' in einem Boote auffand und rettete. Er setzte die Nachfor schnngcn nach dem Verbleib des dritten Bootes der „Co lnnrbian" fort, in dem sich noch 19 Personen befinden. Die Gesamtzahl der Geretteten beträgt bis jetzt 27, — Beamte der Lighland-Linie in Newyork erklären, daß die „Columbia n" keine Fahrgäste an Bord hatte, und daß die Mannschast aus 60 bis 70 Personen bestand. Die Cunard- Linie hat folgende Meldung von der „Franconia" erhalten: Wir suchen nach dem vermißten Boot, Die Geretteten leiden an den Folgen der Erschöpfung, Sie erklären, daß sic 40 Stunden im Boot waren. Das Feuer brach am Sonntag aus und fast Utimittelbar darauf erfolgte eilte Reihe von heftigen Explosionen, und der fuulentelcgraphische Apparat wurde zerstört. In einem Telegramm aus Sablc Island wird der Bericht des Kapitäns der „C o l u in b i a n" über die Katastrophe des Schisses mitgcteilt. Der Kapitän meldet: Das Feuer ist am Sonntag niitternacht bei der Lucke 1 ausgcbrochcn. Es wurde sosort Alarm gegeben und ein Schlauch gegen die brennende Lucke gerichlcl. Einige Minuten darauf ereignele sich eine schreckliche Explosion und z c r st ö r t e den M a s ch i n e n r a u m und den Marconiapparat. Die Mannschaft verließ die „Eoluinbian" um 12' - Uhr in drei kleinen Booten, Das Schiss war in Flammen gehüllt. Der fünfte Maschinist starb im Boot, der zweite wurde bei der ersten Explosion getötet. Ein Hilismaschinist ertrank bei dem Versuche, ein Boot zu erreichen. vermischter. * Dieer st eGläubigcr versa mmlungbertn Kon kurs geratenen Firma W, Wcrtbeim G, m, b, H, Hot vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte stattgefundcn, Der Konkursverwalter berichtete, daß den Pasiiven in Höhe von etwa 2b Millionen Mark nur wenig mehr als 1 >/- Millionen Mark an Aktiven gegenüberständsn, * Z u in Fall I a st r o w. In dem Konilikt an der Handelshochschule sind die Aeltestc» der Kaufmannschaft nicht gewillt, auch nur einen Schritt von ihrem Standpunkt abzuweichcn und den Dozenten wird nichts übrig bleiben, wie verschiedene Morgenblätter meinen, als die Vermittlung der staatlichen .Aussichtsinstanz anzurusen. * D i e Zigarre nasche. Es wird uns geschrieben: Gut gemeint, aber »an Fachkcnntnis nicht getrübt, spricht sich ein Artikel im gestrigen Gieß, An»,, der aus den „Mußestunden" entnommen ist, über die Farbe und Beschaffenheit der Zigarre,i- asche aus, Weiße und haltbare Asche soll demnach einen Schluß aut die Güte des zu der betr, Zigarre verwandten Tabaks zulüssen, O sancta srmplicitas! Als ob cS nicht fachbckannt wäre, daß Pfälzer Tabake vielfach am iveißcsten brennen, während Havannas, St, Felix u, o, Qualitätsmarkcn oft nichts weniger als „schöne" Asche im Qaiensinne zurücklassen. Es spielen eben beim Rauchgcnuß nicht etwa nur der indifferente „weiße Kalk", sondern viclmelj-r die aromalisckten ätherischen Oclc und die bei der Verbrennung entstehenden Produkte der trockenen Dcstillatton eine Rolle, * Kundgebung tschechischer Handclsakademi- k c r. In P r a a verübte der Isck-echischc Handclsakademiker H a j c k vor den Augen iciner Kameraden im Schulgebäude S c l b st NI o r d. eine Mitschüler bezeichnen den Lehrer Professor Liebe schein als den Schnldtragendcn, Heute nach Schulschluß veranstalteten/ 300 Schüler und Schülerinnen vor der 'Anstalt große Kundgebungen, bedrohten und beschimpften den Professor, Die Polizei verhaftete zwei Schüler und vertrieb die Leute, 'Abends wiederholten sich die Kundgebungen. * Ten Bruder erschossen. Die „Neue Freie Presse" meldet ans Leoben: Ter dem hiesigen Landwehr-Regiment zu- gcteilte R c g i nr c n t S a r z t Felix v, M c n z wurde nach Mitternacht von seinem Bruder, dem Artillcric-Lbcrleutnant Friedrich v, ffltnj, durch mehrere Schüsse aus einem Arincc- rcvolvcr lebensgefährlich verletzt. Der Verwundete schoß sich dann aus dem eigenen Revolver, wahrscheinlich in vollem Äc- wußtsem der tödlichen Verletzung, eine Kugel ins Herz und starb in wenigen Minuten, Der Oberleutnant stellte sich sosort der Polizei, verweigerte aber jede Angabe über die Ursache des Attentats, Man glaubt, daß er das Attentat in momentaner Sinnesvcrwirrung begangen hat, "Ein englischcrFischdamvferausgebracht. A»S Wilhelmshaven, 6, Mai, wird gemeldet: Der Fischerci- krcuzer „Ziele n", der zum Schutze der Fischerei kreuzte, hat heute nachmittag nördlich von Norderney den e n g l i s ch e n F i s ch- da m ps er „G. J). 1120" aus Grtmsby aufgebracht, der in einem verbotenen Gebiete tischte, ^ IIehe rschw ein mutigen in Rußland, Ans Usa, 6, Mai, meldet uns ein Privattclegramm: Vom Ural werden starke Ucberschwemmungen gemeldet, Tie Vorstadt am Bjclasluß steht unter Wasser, Ter Verkehr mit der Stadt wird durch Boote auf- rechterhalten. In der Stadt gab es zahlreiche Erdrutsche, wodurch auch die schönste Kirche bedroht wird — Ter Tschussowasluß überschwemmte bei Perm mehrere Fabrikgebäude: auch Menschen sind dabei umgekommen. Meine Tageschronik. I n d c r M a st v i e h - A u s st c l l u n g z u B c r l i n ist unter den Rindern die Maul- und Klauenseuche ausgebrochcn, Jnsolgedcsscn hat nian die Ausstellungs-Abteilung sür Rinder geschlossen. Die Abteilungen der übrigen Tierarten werden davon nicht betroffen. Im Alter von 71 Jahren starb in Berlin der Charakter- komilcr Jacaues M orway, der zu den beliebtesten. Tchousvi.'lcrn Berlins gehörte und zuletzt dem Hcrrnffldtheater verpflichtet war. Bei Baggerarbeiten der Lcivziger Ballgesellschaft des Westens wurde am Ende des geplanten Elster-Saalc-Kanals ein k>- Meter langer S t o ß z a h n eines Mammuts gesunden. Als der Autosührcr Nisch in Luxemburg mit seinem Wagen heimkebrte, rannte das Auto gegen ein Drahtseil, das zwischen zwei Bäumen über die Straße gesvaunt war. Der vordere Teil des Autos wurde zertrümmert, der Führer leicht verletzt, I» Paris starb die Gräfin Edmond de Pourtalös im Alter von 78 Jahren, Tie Verstorbene hat am Hose des zweiten Kaiserreiches eine sehr hervorragende Rolle gespielt. vüchertisch. — Da s Bismarck-Nationaldenkmal wird nach den Plänen der Proseisoren Kreis und Lederer aut der Elisenhöh« bei Bingerbrück errichtet werden, Tie Kosten für dieses Denkmal belaufen sich bekanntlich aus ungefähr den Millionen Mark, Ein großer Teil dieser Bausummc ist bereits durch Stiftungen und Beiträge ausgebracht, aber cs bedarf noch einer nmsaiicndcn Tä- tigfeft des Vereins zur Errichtung des Bismarck-National-Denk- mals, um die noch fehlende Summe auszubringen. Zu diesem Zwecke hat der Vorstand des Vereins die Firma Carl Rudolf Bremer u, Co, in Köln mit der Herausgabe der ersten offizielle» Ansichtspostkarten des geplanten Denkmals nach den Entwürfen der Proseisoren Kreis und Lederer beaustragt. Die Firma hat eine Serie von sechs Karten sertiggestellt, die einzeln in säst allen Papier-, Buch- und Postkartenbandlungcn zu haben sind. Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen. Mai 1914 ?o.Üd * O ä f if A ss-x« CO.o |.e| Weller 6.1 2“| 741,7 10,8 7,9 82 WNW 4 10 Gewitter 6. 742,4 10 3 8,4 89 NW 2 10 7. 5 ' 741,4 10 0 8,0 87 S 2 10 Höchste Temperatur am 5.—S, Mai ISlt -- IS.s'iA Niedrigste , , b.—S. , 1314 = 86”, Niederschlag: 0,7 mm. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichtcn in Hessen am 'Freitag, den h. Mai 1911: Fortdauer der bestehenden Witterung, meist wolkig, Ncgeniälle, Tcniperatur wenig geändert. Letzte Nachrichten. Der Krieg in Albanien, Durazzo, 7, Mai, Nach Telegrammen, die der Negierung zugcgangen sind, drängen griechische Banden mit Geschützen und Maschinengewehren nnanf- hal'tsam über Ciafsa und Kicok vor und besinden sich nun- mehr fünf Stunden vor Berat. Von Süden dringt eine Kolonne gegen Berat vor. Die albanische Stellung ist nach Süden gedrängt worden. Die Bevölkerung ist von einer Panik ergriffen worden. 1 1 ? Wollen *1«* bis 10009 ulk. verdienen t V SpäiSjÄgi in bekannt hochfeiner Qualität empsiehlt H. Heyne, Apjelivciiikellerti a Wastlorslr. 5. Zum Bquariuin Tclcph. 322. ^ kWM-IWSWL I artike!» allärgrössten Stils (Decken- u. Wanddielen) I zu verkaufen. Die äulierst einfache Fabrikation 1 und deren Vertrieb eignet sich für jedermann, lässt I sich auch an vorhandene Geschäftszweige leicht 1 angliedern. Sanz bedeatendc Erfolge sind mit diesem I Massenbauartikel bereits erzielt und grosse Ans- I füknwgen hergestellt worden. Wir besitzen viele 1 Schntzrechte durch D.R.G.M., ebenso ein dentsebes 1 Heicbsfsatent. Viele Bezirke sind bereits vergeben. 1 Beste Referenz. Erforderlich einige 1000 Mk. Pro- 1 spekt und Vertreterbesuch kostenlos. 5801 A Sächsische ff>tclen-Indns£rie, O^chatz 1. 8. -LahplirvStiife^ Der Haut zyträglichste. wohlfeilste Toilette* 6e»fe,Stück 20 Pfennig. 5 Stück 95 Pfennig. Angefertigt vom langjährigen Fabrikanten der PfeHringseife. C. Na'umanOj Offenbach a. M. i Jede Pääf iasisiaii j braucht eine Patontplättmaschlnc von dar ForeterWäscherci-naschinenfafcriAHniMcli 4 Hammer j 75C0St.Im Betriebe. Forst LL. 163 Offerte kostenlos. In keiner Familie sollte ein wirkl. guter LEkiSr fehlen! ülai-enheil, Boonekamp, Unäerberg'Boonekamp, Bsrga- rootle, Harabcrgsr TropZea, Alter Ennst-Rsm, Tnans- perle, Zwetscfcen- and Kirschvaifer, Steinhäger ns«. zu billigsten Preisen 3775 Sotthilf Röhrte, Giessen • fei. 344. 1 9REN'.!A0OB Kinderwagen Klappwagen reizende Weisheiten reiche Auswahl billige Preise Reparaturen sofort AngustKilbinger Seltersweg 79 üu Visitkarten billisrst Briihl’sclie I>ruckerel 'P empfebl. raein, loronl. unge- Idiujcfell., deshalb sehr beköraml. u. gesunden Tabaft. 1 Tabakspfeile umkrall zu 8 P!d. meiner berühmten Tabake franko gegen Hadm. Bille anzugeben, ob nebenllchende Ge- lundheltspfelfe oder eine relmgefdinlüle 5olzpfelfc oder eine lange Pf. eruiünfdit. Hallortntabak .. 5. Aaqd.Hanastrr „ 6.50 8 .. poff. ÄanaOrr .. 7.50 8 „ZiranLf jtanalltr „ 10,—. AntscrSkälter .. ,Z.Sg ß. Koller,Bruehsal ~ Fabrik.W«ltru(.(Blil(i|)f !liUI!lll llilllll llilllll iimiii QewerbeausstellungGießen 1914 Z für Oberhessen und angrenzende Gebiete Mai-August . Illlilll Protektor: Se. Kgl.Hoheit Großherzog Ernst Ludwig von Hessen u. bei Rhein Dauerkarten und Bei karten für die Ausstellung sind von jetzt an zu haben bei: llilllll Richard Buchacker, Zigarrengeschäft, Neuen Baue 11. Telephon 877 Ernst Baiser, Papierhandlung, Mäus- burg 11. Telephon 615. Heinr. Driesch, früher Eberh. Metzger Nacht., Kolonialwarenhandlung, Seltersweg 70. Telephon 781. 8. Loeb, Zigarrengeschäft, Bahnhofstraße 52 A. Telephon 804. Louis Scharmann jun., Zig.-Geschäft, Lindenplatz 3. Telephon 635. Dauerkarten für Studierende werden vom Hausverwalter Ritter verabfolgt. Preise Dauerkarte................5 Mark Beikarte..................60 Pfg. Dauerkarte für Studierende........3 Mark einschließlich Garderobe und Toilette V o Aufruf. In allen Städten und Dörfern des Reiches wird das 50-jäHrige Bestehen des Roten Kreuzes gefeiert. Dabei erinnert sich die Nation anerkennend und dankbar des unermeßlichen Segens, den dies Werk der Nächstenliebe und vereinten Hilfsbereitschaft in Krieg und Frieden ansgestrent hat. Fast jede Familie hat im Lande der allgemeinen Wehrpflicht in Zeiten schwerer Prüfung einen Angehörigen ins Feld zu schicken. Die Leiden der opferfreudigen Söhne unseres Volkes zu lindern und zu heilen, ist deshalb Sorge und Pflicht aller Volkskreise. Das Jubiläumsjahr des Roten Kreuzes gibt Anlaß, sich dieser allgemeinen Menschenpflicht zu erinnern und ihr sichtbaren Ausdruck zu verleihen. ssoiv Ich bitte die Bürgerschaft der Stadt Giessen, alle Veranstaltungen zu Gunsten des Roten Kreuzes nach Kräften zu unterstützen. Gießen, den 7. Mai 1914. Ter Vorsitzende des Ortsausschusses: Keller, Oberbürgermeister. Mitglieder des Ortsausschusses: Albgch, Lehrer. Alles, I)r. Professor, Kreisschulinsvektor. Ausseid, Pfarrer. Baur, Dr., Direktor des Renlgym- uasiums. Bayer, Dekan. Bechtolsheimer, Pfarrer, Becker, Baurat. Bichler, Brauereibesiver, Bock, Alfred, Schriftsteller. Bücking, Landgerichtsdirektor a. D__Ebel, Dr, Oberbibliothekar, Stadtverordneter. Eck, Dr„ Ged. Kirchenrat, Rektor der LandeSuniverfität. Frau Ged. Kirchenrai Eck. Eichenauer, Stadtverordneter, von Eicken, Dr. Professor. Em,uelius, Koni vier,ienrat, Beigeordneter. Frau Kommerzienrat Emmelms. Erle, Universitäts-Sekretär. Fader, Stadtverordneter. Frees, August, Kausmann, Friedberger, Stadtverordneter. Gail, Dr., Geh. Kommerzienrat. Frau Geh. Kommerzienrat Gail. Gebhardt, Ged. Justizrat, Avitsgerichtsdirektor. Frau Ged. Justizrat Gebhardt. Gebhardt, Regierungsrat. Grünewald, Justizrat, Betgeordneier. Frau Justizrat Grünewald. Grünewald, I., Hosrai. Güngerich, Dr., SandgerickuSprändent. Frau Landgerichtspräsident Güngerich. Habenicht, Stadtverordneter. Haber, körn. Geh. '.dledizinalrat, Stadtverordneter. Heichelheim, Geh. Kommerzienrat, Stadtverordneter. Heichelheim, A„ Baukdirekior. Heil, Daniel, Rentner. Helsrich, Stadtverordneter. Helm, Stadtverordneter. Henselb Dr, Geh. Schulrat. Heuser, Dr., Oberbibliothekar. Hirschseid, Dr., Rabbiner. Frau Professor Höblbaum. Hosmann, Oberstaatsanwalt. Horeyseck, Pb., Schneidermeister. Horn, Dr. Professor. Huhn, Stadtverordneter. Jann, Real- lehrer, Stadtverordneter, von Jordan. Obersileutnanl. Kausmann, Rechtsanwalt. Kircher, Schlossermeisler. Klingel- hässer, Generaileutnant z. D. Klingsvor, Kommerzienrat. Knaust, Hauvtlehrer. von Knobelsdorfs, Oberstleutnant und Be.zirkskommandeur. Koebler, Forstmeister. Krausmuller, Dr. Professor. Lange, Richard, Buchdruckereibcsther. Leib, Siadtvcrordneter. Leist, Dr., Geh. Justizrat, Professor. Lennns, Louis, Brauereidircktor. Leuterl, Dr., Univ.- Pros. a. D. Löber, Stadtverordneter. Mann, Oberaktuar, Mell, Geh. Justizrat. Meyer, Hans, Architekt. Fräulein Emmy Aicttenheimer. Miitermaicr, Dr., Professor. Müller, Gustav, Bankvorstand. Müller, Bankdirektor, Borstand der Reichsbankiielle. Müller, Valentin, Lehrer. Frau Oberstleutnant Naumann. Niemann, Ernst, Bahnhoss- restauraicur. Oncnbäckcr, Dr., Ftnanzrat. Petri, Stadtverordneter. Plank, Siadtvcrordneter. Prätorius, Land- gerichtsdirektvr. Röhr, Earl, Kausmann. Frau Geh. Medizinalrai Riegel. Sander, Dr., Rabbiner. Schaas, Hauvt- lebrer. Schäfer, Postdirektor. Säiafsstaedi, Konnnerzienrat, Stadtverordneter. Schimmelsennig, Oberst imd Reai- mentskonnnandcnr. Frau Obers» Schimmelsennig. Schlosser, D.. Kirchenrai. Schmeckenbecher, Landgerichis- direktor. Schneit, Dr., Direktor der Oberrealschulc. Schroeder, Major. Schwabe, Pfarrer. Schwan, August, Weinhändler. Schwieder, Tb., Apothekenbeüber. Seid, Dr., Gerichts-Assessor. Siege«, Dr., Oberstabsarzt a. D. Siege«, Dr., Regierungs-Assessor. Simon, Stadtverordneter. Sommer, Dr., Geh. Medizinalrai, Stadtverordneter. Stoeriko, Dr., Geb. Schulrat. Fräulein Jda Strack. Frau Geb. Hofrat Streng. Todt, Hausverwalter. Trant- mann, Professor, llniv.-Musikdirektor. Trauiwcin, Forstmeister. Trümvert, Staatsanwalt. Urstadt, Professor, Stadtverordneter. Usinger, Dr, Geheimerat, Provinzialdirektor. Kran Gebeimcrat usinger. Weicker, Regierungsrat. Wiener, Landgcrichlsrai. Wimmenauer, Dr., Geh. Fors«at, Stadtverordneter. Winn, Heinrich, Stadtverordneter. Zimmermann, Etsenbahndircktor. Neues Leben bringt der Frühling in Wald und Flnr hervor. Xeoew lieben bringt Ihrem Körper eine Kur mit 1> r. Axelrotls Jo^hart. Der Frühling ist der beste Zeitpunkt zu einer durchgreifenden Regeneration des Körpers. Nichts aber eignet sich dazu so sehr, wie gerade — = Dr. Axelrods Joghurt. 20 Pfg. pro Glas bei täglich freier Znstellnng ins Haus. Dampfmolkerei Giessen, Gebr. Grieb Ä Verkaufswagen verkehren in allen Stadtteilen. 5786 Maschintnbautr-Gesangvercin. Samstag, 9.Mai, abends 8 Uhr in der Turnhalle, Ostvaldsgarten Feier des 30jähr. Bestehens Konzert — Theater — Ball Sonntag, de» io. Mai 5791D Ausflug mit Tanz nach der „Karlsruhe". Wir bringen dieses zur nochmaligen gcsälligen Kcnnluis unserer geschätzten Ehren- und Passiven Mitglieder. Der Borstand. Braunfels a.d.Lahn V. ^ Prosp.,450—6.50^, Jam.n. Bercinb. vou klükUiaeb, Tel.54 (tUltdlf i.Eisvackunk'tadellos lebendfrische feinste Nordseeware, soeben eingetrosfen u. billigst bei 400 August Wallenfels, Gienen, Marktplatz 17. Telephon 262. ffpfiöiimin llordoji. Montag, den II. Mai d. I., abends 8'/, Uhr, in der Rest. Darmstädtcr Haus, Walliorstr. 6: Geiler alversammlrmH mit folgender Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Rechnungsstellung. 3. Vorstandswahl. 4. Verschiedenes. 5787 D Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Liebigshöhe. Ain Sonntag', der« 10. Mai IHilifärkonzerf ansgeführt von der Kapelle des hiesigen Infanterie- Regiments „Kaiser Wilhelm“ unter persönlicher Leitung des Obermusikmeisters Herrn W. Löber. Anfang 4'/r Uhr. [03884] Eintritt 45 Pfg. u itlfreil üsnh 0.80 und 1 Mk. Bahnhofstrasse 34 Ralinhofstrasse 34 Heute Donnerstag, den 7. Mai abends 8 7 2 Uhr Kapelle 13 Jlnnn Kapelle 13 Ulann Kapellmeister J. Herrmann. 5788 a Hierbei: Vorführung erstklass. Lichtspiele PROGRAMM 1. Florentiner Marsch........ v. Fucik 2. Ouvertüre zu „Wilhelm Teil“ .... Rossini 3. Christian ist cingeladen, Filmhumoreske. Musik: Frühlingskinder, Walzer . Waldteufel 4. Geheimnis des Eies, wissenschaftlicher Film 5. Gebrochenes Herz, Filmschauspiel in 1 Akt Musik: Paraphraseüb. 2 Rosenlieder . . Oscheit 6. Path£-Jonrnal, illustrierte Film- Zeitung 7. Konzert-Einlage Sinfonie Nr. 6 (mit dem Paukenschlag)......Haydn 8 . Max als Tango - Eehrer in Berlin, große Sensationskomödie, in der Hauptrolle: Max Linder Musik: Großes Potpourri „So tanzen wir heut“............Oldhouse a. Die Dämonin großer Schlager in 3 Akten. In der Hauptrolle: Melle Mistinguett Musik. I. Akt: Große Fantasie aus „Bajazzo“......Leoncavallo Musik. II. Akt: Große Fantasie aus „Rigoletto“ .......Verdi. Musik. III. Akt: Mädchenlaunen. Charakterstück, „Narcissus“ . . Nevin Ähr Keine Preiserhöhung Das Rätsel ist gelöst. Diamantine ssol mit Sparsieb ist die beste und sparsamste Schuhcreme. Fabrikant: Rud. Starcke in Melle i. H. Motor-Räder NeuesteModelle d.Wanderer-fferke Preise n. Hatal. auf Anfrage Ersatzteile n. Separat, blll. Bezirks-Vertreter: LudwigSchlnnd F ahrrad-Handlung ( i'nib 55 Pfg. Reformhaus _S Kreuzblatt.» I 551 Oartendünger und beste, keimfähige Same reien empfiehlt 13815 __ÜÜ_ Emil Karn, Scdulstratze. I>r. Molls Joghurt genussfertig IST täglich frisch “OB Reformhaus Krenzplatz 5. 55,8 Ia. Natura-Aepfelwein i. Flasch.. Siphons u.Gebind. Hch. Trcchöler, Steinstr. 48. Telephon 581. Wirte r.Bd Wiet’.erverfeänfer _ Vorzugspreise. 15253 Ia. Apfelwein in Flaschen » Gebinden emv- stcbii Gmil Schmall, Frank- snrler Slrahc 7, TeievbonW, Wicderverk, Rabatt, |5t8D 1 KarWies Ins. prompt u, bist, I“* 9 i.Rnbsamen, Gießen. Empf. billigst ( S439 a Tür-Vorlagen grosse Auswahl Lndg.Kröll, Plockstr. 3110] Hauspänc Mk, 2,75, trockenes, klcingcmachtes Eichenholz Mk, 3.25 per Karren frei Haus, Jul.Wellböscr. Teleoh,743, - a -. .» g . , sicherster * ä n IRollenschiitz Adler-Drogerie Seltersweg 39, Otto Tchavs Verein f. Rasenspiele Giessen Heute abend 9 Uhr Schotts Weinstube, Bahnhos- strabc, _ 5798 V. H. C. Zweig-Verein Giessen ^ Sonntag, den 10. Mai: 2. Vereins-Wanderung Butzbach—Hausen—Munster —Maibach—Michelbachtal — Cransberg — Ziegenbera — Ostheim. 6 Stund. Abfahrt 8 03 Uhr (Eilzug). Führer: F. Lauckhard u.W.Frohnhäuier. xzü./v, mn iw «*»■