Nr. 105 Der Sictzencr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich »ietzenerIamiliendiätter; zweimal »vöchentl.ilreir- dIattsürden»r«i;Si«hen (Dienstag nnd Freitags; zweimal monatl. land- «irtschastliche Zeitsragen ilerttiprech » Anschlüsse: Kr die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse fiir Tepeichen: Anzeiger Kietze». Annahme von Anzeigen iür die Tagesnuninier bis vormittags S llhr. Erster Blatt 164. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.Ruch- und Steindruckerei R. Lange. Mittwoch, 6. Mai 1914 Ve;nqSpreiS: monatlich75Vf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Psenniq. Chefredakteur: A Goetz. Berairtwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für »Feuilleton", »Vermischtes" uud„Gcrichts- faal": Karl Neurath; für »Stadt und Land": Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Schulftrahe 7. Anze,g?n!7ü( H? Beck! Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten. Die Verstaatlichung der Eisenbahnen in England. Infolge ihrer Beschäftigung mit der Homerule-Bill, besonders der Ulsterfrage, und zuletzt auch mit der Erweiterung des Drewerbandes zu einem Dreibund hat die deutsche Presse bisher einer Frage wenig Aufmerksamkeit geschenkt, die seit der Jahreswende England beschäftigt und bei der es sich um nichts mehr und weniger handelt, als um die Verstaatlichung des englischen Eisenbahnnetzes. Der deutsche Leser, b&c seit Ende der 70cr Jahre des vergangenen Jahrhunderts an den Begriff der Staatsbahnen gewöhnt ist. wird sich hierbei vor allem erst klar machen müssen, daß die 37 500 Kilometer des englischen Eisenbahnnetzes einigen siebzig Gesellschaften gehören, und daß im Gegensatz zu Deutschland, wo der Betrieb tadellos sunktio- niert, dies bei dem Jnleressenwiderstreit der verschiedenen Gesellschaften in England nicht der Fall ist. Die englischen Eisenbahnen waren die ersten, die gebaut wurden; trotzdem hat cs ihr privater Charakter mit sich gebracht, daß sic an Organisation des Betriebes, Sicherheit usw. manches zu wünschen übrig lassen, weil eben dcr Dividcndcnhungcr derAktio- närc Verbesserungen, die natürlich Geld kosten, aus das aller- notwendigste Maß beschränkt. Gewiß, man würde sich zu organisatorischen und technischen Fortschritten entschließen, auch die Löhne der Eisenbahnangestelltcn ausbcssern, wenn eben nicht die Verwaltung eine so ungemein teure wäre. Wohl haben die Eisenbahngescllschastcn schon längst durch Verträge alle Konkurrenz bei den Personen- und Frachttarifen ausgeschaltet, aber ihre Vielheit macht aus den zahlreichen Uebergangsstationen mehrere Stationsgebäude usw. nötig, sie bedingt ein überaus zahlreiches Personal und vor allem das riesige Abrechnungshaus (Clearing House) in London, wo Tausende von Beamten tagtäglich damit beschäftigt sind, aus Grund der Fahrkarten und Frachlbriese zu berechnen, wie viel an Gewinn aus diese und jene Gesellschaft entfällt. Der Gedanke an eine Verstaatlichung des gesamten englischen Eisenbahnbetriebes ist durchaus kein neuer. Besteht doch schon seit ungefähr siebzig Jahren ein unter Gladstonc zustande gekommenes Gesetz, der sog. Cheap Trains Akt, nach dem der Staat das Recht hat, alle Eisenbahnlinien anzukausen, die nach dem Jahre 1844 gebaut wurden. Es sind diese 33 800 Klm., doch ist die Preissestsetzung mit ihren rund 1176 Millionen Pfund (23 Milliarden Mark) «ine so immense, daß man davor zurückschreckt, wenn auch die Rentabilität aus 4 Proz. angenommen wird und sich durch Vereinheitlichung des Betriebes noch so große Summen ersparen ließen, daß man wirklich an Verbesserungen mancher Art denken könnte. In London tagt jetzt ein Ausschuß, der sich mit der Frage der Eisenbahnverstaatlichung beschäftigt. In letzter Linie waren für ihre Einberufung wohl zwei Momente maßgebend, nämlich erstens die Abnahme der Betriebssicherheit aus den Bahnen und zweitens das sich immer mehr verschlechternde VerhÄInis zwischen den Gesellschaften und ihren Angestellten, das, wie öftere Streiks beweisen, die Betriebsmöglichkcit nicht selten in Frage gestellt hat. Eine größere Betriebssicherheit kann nur dadurch geschossen werden, daß die Organisation vcreinsacht, die dadurch bewirkten Ersparnisse aber nicht in die Taschen der Aktionäre fließen, ttuttft, wi?ic»ict)aft und Leben. — Kritiker und Publikum. Herr Professor Krüger schreibt uns: „Ter Gicßener Korrespondent der in Fricdbcrg erscheinenden Reuen Tageszeitung (Rr. 08 vom 28. April» bat es für richtig gehalten, im Zusammenhang einiger Bemerkungen über die Kritik der Opernaussührungen in Gießen aut einen Satz aus meinem Feuilleton über Kritiker und Publikum auszugrcisen, in dem die Anwendung verschiedener kritischer Maßstäbe an dem Beispiel des Akademischen Gesangvereins und des Vereins Sänger- kronz erläutert wird. Ich habe gleich nach Erscheinen meines Feuilletons auf mir gemachten Vorhalt hin den Vorstand des Vereins Sängerkranz in längerem Schreiben über den -rinn merner Bemerkung ansgcklärt. Ilm zu verhindern, daß aus jener Friedbcrger Notiz Folgerungen gezogen werden, die das gute Verhältnis unserer Vereine trüben könnten, erkläre ich hiermit gerne, daß mir bei meiner Bemerkung irgend welche Herabsetzung des Vereins Sängcrkeanz sernge egen hat, dessen Leistungen Ith noch vor kurzem dankbar anzuerkcnncn Gelegenheit hatte." — Hoch bedeutsame Kleistsundc, die teilweise ganz neues Licht auf das Leben des unglücklichen Dichters werfen, hat der Direktor der städtischeri Sammlungen in Dresden, Pros. Ar. Mind« Bauet, gemacht. Aus Dresden wird uns darüber^tolgendcs niitgctcilt: Prof. Minde-Pouct, der erst vor etwa einem Jahre aus Brombcrg nach Dresden berufen wurde, hat im Nachlasse der Familie der Marie v. Kleist, der Cousine des Dichters, »wie im Nachlaß des preußisckx'u Ministers v. AltenftMi Briefe an die beiden Genannten ausgesunden, die UNS die wahren Beziehungen Kleists zu seiner Base offenbaren und uns einen Einblick in die Köurgsbcrgcr Zeit gewähren. Aus den ausgesundencn Brieten ergibt sich, daß die angebliche Pension, die Kleist von der Königin Luise bezogen haben solj, in Wahrheit von Marie v. Kleist stammt, die den frommen Betrug erfand, um den stolzen Dichter zur Annahme der »ntrrsrütznng zu bewegen. Auch die Ehescheidungs- anqelcgenheit Maries erscheint jetzt gcklärtt ihr Mann war der Schuldige, denn er stellte den Antrag aut Scheidung der Ehe, um eine andere Frau heiraten zu können. Auch geht aus dem Briel- wcchsel hervor, daß von den, bisher vermuteten Liebesverhältnis Kleists zu seiner Cousine keine Rede sein kann, er mithin auch durch diese Bezichunmn nickst in den Tod getrieben worden ist. Die Briese an den Minister v. Altenstcin geben Auskuntt über Kleists amtliAe Tätigkeit in Königsberg Er hatte sich besonders der Befreiung der Zünfte und Gewerkschaften zu wrdnic», lat dies anfangs auch mit Begeisteruna, doch wurden seine Klagen über körperliche Beschwerden bald so stark, daß man deutlich cmpsrnde!, wie sehr er sich aus dcnr Amte herausschnt. Ferner hat Pros. Minde-Pouct die lange vermißten gerichtlichen Protokolle über die Auffindung der Leichen Kleists und der Frau Vogel gesunden. sondern zu technischen Verbesserungen verwendet werden. Das aber ist nur aus dem Wege der Verstaatlichung zu erreichen. Und auch nur so lassen sich die Lohn- und Ärbeits- verhältnisse der Angestellten bessern. Was die Gegner der Verstaatlichung gegen diese an sühren, will zum Teil nicht viel besagen. Denn wenn sic sich darauf berufen, daß die Ausschaltung der Konkurrenz den Reisenden in England gerade nur das Mindestmaß der Bequemlichkeit verbürgen würde, so läßt sich dem ent- gcgenhalten, daß Sicherheit des Betriebes höher einzu- schätzen ist als der Komfort, mit dem jetzt diese oder jene Gesellschaft die Reisenden auf ihre Linien zu locken sucht. Und wenn zweitens das Awvachscn des Beamtentums aus politischen Gründen befürchtet wird, so kann man darauf entgegnen, daß kein Kabinett es wagen würde, Eisendahn- angestcllten für ihre politische Haltung Vorschriften zu machen, wenn es vom Sturm der öffentlichen Meinung nicht fortgesegt werden will. Der dritte Haupteimvand gegen die Verstaatlichung, daß sich nämlich bei dem Ungeheuern An- kaufspreise, und wenn die gcivünschten technischen Verbesserungen und Lohnerhöhungen Platz greisen, die Eisenbahnen nicht mehr rentieren, bedars dagegen ernsterer Erwägung. Tenn die Dividenden der Gesellschaften kann man jetzt kaum glänzende nennen. Immerhin rechnen Kenner der Verhältnisse damit, daß der Staat, wenn er die 23 Milliarden Mark in Form von 3 bis Zsizprozentigen Staatspapieren bezahlt, jährlich einen Reingewinn von mindestens 120 Millionen Mark erzielen würde, und außerdem bei Vereinfachung der Organisation noch die nämllche Summe aus Verbesserungen aller Art vcnvcnden könnte. Wie dieses Exempel stimmen soll, ist allerdings eine sehr schwierige Frage; man tappt dabei völlig im Dunkeln. So wird auch die Verstaatlichungslommijsion nur schwer zu einer Entscheidung gelangen können. Sie steht vor einem weitausschauendcu Problem, das sich nicht von heute aus morgen lösen läßt. Die wirren in Mexiko. Washington, 4. Mai. Nach einer Meldung des Generals F u n st o n haben die M e x i k a n e r verlangt, daß die WasserwerkebeiVeracruz ihnen übergeben würden. General Funston hat um Weisungen gebeten. Schüsse wurden nicht abgefeuerk. Der amerikanische Panzerkreuzer „Washing- ton", der sich auf der Fahrt nach Veracruz befand, ist bei Kctz West ausgehalten worden und hat Befehl erhalten, eiligst nach der Nordküste von San Domingo zu gehen, da unter den Ausländern infolge des Bombardements von Puerto Plata eine Panik herrsche. Das Verhalten Villas. T o r r c o n , 5. Mai. Die Antwort V i llc s ans die Auf- sorderung der Anhänger Huertas, sich mit seinen Streitkräften ihnen anzuschließen, um die Amerikaner zurückzu- trciben, war eine vollkommene Ablehnung. Der Rebcllen- sührer erllärte, die Anhänger Huertas hätten die Intervention der Fremden für die eigenen Zwecke hcrausgefordcrt. Das Verhalten -er Rebellen des Südens. Veracruz, 5. Mai. In einem Aufruf, der vvn Zapata am 1. Mai unterzeichnet ivordcn ist und der gestern veröffentlicht wurde, wird bekannt gegeben, daß die Insurgenten des Südens heute die Stadt Mexiko angreifen wollen und über Huerta und General Blanquet das Todesurteil anssprechen. Durch diesen Aufruf wird die Mel- Ivciter die Sektionzbefunde, vvn denen einer aus der Zeit unmittelbar nach dem Tode stammt, während cip zweiter vier Wochen später abgcfaßt ist und deutlich den Einfluß der Familie Kleist verrät. Ein Tagebuch der Auguste v. Pannwitz über eine Reise in die Schweiz enthält »verwickle Auszeichnungen über Kleists Aufenthalt in Frankreich und in der Schweiz, während Briese des Staatsrats v. Stacgcmann noch über den Selbstmord Auskunft geben. Verschiedene Gedichte, so die „Germania an ihre Kinder", tauchen in neuer Fassung aus. Prof. Minde-Pouct wird seine wertvollen Funde in einer demnächst erschienenen Biographie Marie v. Kleists veröffentlichen. — Schutzmittel gegen dic Diphtherie. ES wird noch in Erinnerung sein, daß vor etwa zwei Jahren der Entdecker dcS DivhtheriehcilserumS Prof. v. Behring in Marburg mit einem Schutzmittel vor die gelehrte Welt trat, das nach seinen Angaben die Eigcnschast besitzen sollte, vor der Ansteckung mit Diphthericgist zu schützen, was also wieder einen Markstein in der Bekämpiung dieser verheerenden Volksseuche bedenken würde. Tat airch das alte Diphtheriehcilserum vollauf seine Schuldigkeit, verkürzte den Verlaus der Erkrankung und verhinderte ihre Geffihr- lichkcit, so gewährte es doch nur rinen geringen und kurzdauernden Schutz, wenn es dazu benutzt werden sollte, gesunde Individuen, etwa bei einem Diphthcricsall in der Umgebung, vor der Ansteckung zu sichern. Da es aber die letzte Ausgabe aller ärztlichen Krinst ist, Krankheiten zu verhüten, so blieb daö Bestreben von Behrings darauf gerichtet, einen Impfstoff zu finden, der ähnlich wie der Knhoockenimpistosf vor den schwarzen Pocken, gegen die Gifte der Tivhthericbazillen „immunisiert". Das neue Mittel, das Behring stir diese Zwecke darstellte, besteht aus einem Gemisch von Torinen der Bazillen und dem bekannten Antitoxin. Wie theoretisch gut begründet und an Tierexperimenten ausgeprobt, war dock» eine sorgiältigc Prüfung am Krankenbett, wie von vornherein festftand, durchaus nottvendig, bevor cs seinen Weg in die weiteren Kreise ffnden kann. Von solchen klinischen Nachprüfungen liegen jetzt die ersten Berichte vor. So veröffentlicht Dr. I. Baucr- Düsscldors seine Erfahrungen, die er damst gemacht hat, in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift. Wie andere Beobachter konnte er scsfftrllen, daß insojgc Abspaltung des Antitoxins im Blute der Geimpften der Antitoxingehatt ansteigt. Die praktische Folge davon- war, daß Personen, in deren nächster Nähe Diphtherie- kranke sich befanden, »nie Acrzte, Wärter, von der Erkrankung verschont blieben. Bei den Bazillenträgern, d. h. solchen Individuen, die Diphtberiebazillen beherbergten, ohne bisher er- krankt zu sein, war die Wirkung nicht ganz so zutage tretend. Sic erkrankten z»var ebensalls nicht, aber es gelang auch nicht, die Diphtberiebazillen im Rackzen abzutöten, so daß sie auch »oetterhtn eine Gefahr für ihre Umgebung bilden. Dennoch steht zu hoffen, düng widerlegt, daß Zapata und Huerta zusammenwirkten und Zapata auf Bcracruz marschiere. — General Fun- st o n ließ heute Feldgeschütz« landen, nachdem er ersahren hatte, daß die mexikanischen Bundcstruppen Vvn der Hauptstadt aus Artillerie gegen Vcracruz vorführcn, die vermutlich für den General Maaß in Solcded bestimmt ist. Die Kämpfe um Tampico. Washington, 5. Mai. Wie Admiral Mat> o meldet, dauern die täglichen Fcuergesechte zwischen den Bundes- truppen und den Konstitutionalisten bei Tampico fort. Mapo hat dem Marinedepartcment mitgeteilt, er werde keine Schwierigkeiten haben, mit den ihm zur Verfügung stehenden Strcitkräften Tainpico zu nehmen, wenn dies für ratsam gehalten iverdc. Adnriral Badgcr in Vcracruz hat an das Marinedepartement berichtet, Huerta habe den Zollbeamten in allen Häsen des Staates verboten, nach Häfen in den Vereinigten Staaten bestimmte, oder von dort koinmende Schisse' abzufertigcn. Deutsche» Reich. Im Reichstage sind die Parteien übereingekommcn, die Arbeiten am 16. Mai abzuschließen. Neben dem Voranschlag sollen nur Koukurrenzklauselgesetz und Besoldungs- Novelle verabschiedet werden. Die Präsidien desReichstags und des Landtags haben dem Kronprinzen zu seinem Geburtstage Glückwünsche im Austrage der Parlamente übermittelt. Die Nachrichten st eile im Krieg sm in i st c - rium und die dcntschePresse. Der Gescsstistsführendc Ausschuß des Reichsverbandcs der deutschen Presse richtet zu dem Beschlüsse des Budaetansschusses des Reichstags, der die für die Nachrichtenstelle iin Kriegsministerium angesorderten Mittel abtehnt, nachstehende Bittschrift an den Reichstag; An den hohen Reichstag richtet der Reichsverband der deutschen Presse als die berufene Vertretung der deutschen Redakteure ohne Unterschied der Parteien die dringende Bitte, entgegen dem Beschluß des Budgetausschusses, die Mittel sür die Nachrichtenstelle im Kriegsministerium unverkürzt zu bewilligen und auch weiterhin den Ausbau des Nachrichtendienstes den Bedürfnissen der Presse entsprechend fördern zu Helsen. Die Nachrichtenstelle i,n Kriegsministerium ist in der jetzigen Gestalt aus Anregung des Reichsverlxindes der deutschen Presse hin geschaffen ivorden und bewährle sich nach dem einstimmigen Urteil der Zeitungen aller Parteien durchaus. Das Kriegsministerium unterstützte durch diese Einrichtung die Presse in dankenswerter Weise in der Erfüllung der Aufgaben und erreichte damit, daß die Nachrichten, deren Verbreitung aus Gründen der Landessicherheit nicht wünschenswert ist, von der deutschen Presse nicht veröffentlicht iverdcn. Ter in dem Budgetausschuß ausgesprochenen Befürchtung gegenüber können wir seststellen, daß die Nachrichtenstelle sich j e d e r p o l i t i s ch e n B c c i n - flusjungen der Zeitung enthielt, wie sie auch selbstverständlich das Material der Presse aller Parteien gleichmäßig und ohne jede Bevorzugung zukommen ließ. Sehr bedauern »vürden »vir auch, wenn einem in dem Bnd- etausschuß geäußerten Wunsche gemäß anstelle der jetzigen citung des Nachrichtendienstes durch aktive Ossiziere inaktive gesetzt »vürden. Wir sind soivohl nach den langjährigen Erfahrungen im Reichsmarineamt wie nach der kürzeren iin Kriegsministerium der Uebcrzeugung, daß die Besetzung dieser Stellen mit aktiven Offizieren sich als durchaus zwcck- daß durch Modisikationcn und Verbesserungen der Methodik auch hier sich mit dem Sckiutzmitiel Erfolge erzielen lassen werden. Weitere Sachuntersuchungcn dieses oiclversprechenden Schutzmittels sind gemäß der Bedeutung der Angelegenheit überall im Zuge. — Von der Forschungsreise des Dr. de Fil i ppr durch Z c n t r a l - A s i e n sind in Rom Nachrichten eingetroffen, die über die Fortschritte der Expedition berichten. In cinein vom 22. Mär; aus Ladakh in Kaschmir datierten Briese berichtet der Gelehrte, daß er im Begriffe »stehe, die Vorbereitungen zur Uebcrschreitung des Tschang La-Passcs zu treffen, UIN auf diesem Wege das Sck»yok-Tal zu erreichen. Die Ucberwindung des über 6000 Meter hohen Passes, mit der großen, die Vorräte und Instrumente mit sich führenden Kara»vane bietet bei den Schnce- vcrhälmisscn gewalligc Schwierigkeiten; 60 Mann und ebcnsoviele Ochsen arbeiteten bereits seit Anfang März an der Frcilcg»ing einer Straße durch den Schnee. Tr. de Filippi vermag schon jetzt mitzuteijcn, daß die gesammelten geologischen Beobachtungen die bislicr herrschenden Ansck-auungcn über den Ausbau und die geologische Geschichte des oberen Tals des Indus erheblich verändern werden. Ein großes Material von Photographien ist zusammen- gebracht. „Iin April wird einer von uns in die Rupschu-Sleppcn ziehen, um Studien über Erdmagnciismus und Schwcrkrait an- znstcllcn; Dainelli wird nach Svili ausbrechen, um nach Fossilien zu forschen, und ich werde von Schyok aus zur Tcpsangcbene aus- brechcn." — R adi umfunde in den Silberminen von Colorado. Ter amerikanische Staatskommissar sür Bergwelks- wcicn macht in einem Bericht über das Minenwcscn in Colorado die Auffchcn erregende Mttteilung, daß IN den Bergwerken des Eagle-County, iin westlichen Colorado, imnitten bcr Silbererzstollen uncnvartct reiche Radiumsunde eriolgt sind. Und zwar fand man Carnotit. „Wenn inan mir noch vor einem Monat gesagt hätte, daß Silber Und Carnolit zusammen gesunden werden könnten, hätte ich lachend den Kops geschüttelt", äußctte der Kommissar in einem Gespräch mit einem Interviewer. „Aber die Tatsache und ihr Vorkommen in den Silbererzen des ^Eagle- CounN» ist nunmehr erwiesen. In einer Ladung von 25 Tonnen Erz mußte man kürzlich 5 Tonnen Carnotit scstlstclleii und die Sendung ergab einen Urangehalt von 8 /io 0 /?- Hätte man das Carnotit für sich allein versandt, so wäre ein Gehalt an Ura- ninm von 4»“o feststellbar gcwcftn." Es ist das erste Mal, daß unter Tag Carnotitadern gefunden werden. Bisher entdeckte man cs in den Radiumseldern nur an der Oberfläche. Im Eaglc-Tounth ruht tici umer Tag dos Carnotit in enger Verbindung mit den Silbererzen. _ • ■ entfprcd&eitb erwies', weshalb! wir aus die Gründe, aus denen für diese Aufgabe inaktive Offiziere nicht in dem gftum'n Matze geeignet erscheinen, nicht näher eingehrn mochten. Der Reichsverband der deutschen Presse bittet daher den hohen Reichstag, zu dessen Wohlivollen und «erstiuidntS für die Bedürfnisse der Presse er Volkes Vertrauen hat, die Forderungen für die Nachrichtenstelle im ikrtegsministeriuni unverändert zu bewilligen. Der kaiserlicheStatthalterDr. v. Dallwitz wird sich am kommenden Freitag nachmittags gelegentlich des Besuches des Kaiscrs aus der Ho h kö nigs- b u rg beim Kaiser melden. Am Montag abend ist in Straßburg die Schvester des Statthalters, Frau Gräfin von Rödern, die seinem Hauslvesen vorstcht, eingctroffen. Tlurlanv. Ein französischer Flieger, der auf deutsches Gebiet sich begab. Wie aus Nancy gemeldet wird, ist der französisch Militärflieger, der am Montag bei st. Marie aur-Cbßues aus deutschem Gebiete landete und dann ivieder nach Frankreich zurückslog, ein Hauptmann Zar apo f f. lieber sein Verhaften nach der Landung lauten die Meldungen ziemlich widersprechend. Nach dem einen Bericht soll Zaraposf, welcher einen Sappeur alS Fluggcnossen bei sich an Bord seines Blörioteindeckers hatte, eine Biertelstuiche vergeblich auf die Ankunft der deutschen Behörden gewartet und sodann, da es von neuem zu regnen begann, zurückgeflogen sein. Nach eincni anderen Berichte scieii deutsche Zollwächter und Gendarmen herbei- geeilt, doch habe Zaraposf, als er sic erblickte, seinen Motor in Gang gebracht, sei davongeslogen und in Bricy gelandet. — Das französische .ürieqsministerium hat von dem Kom- inandeur des 6. Armeekorps, General Sarrail, einen genauen Bericht verlangt. Dem „Pcttt Pariften" zufolge tverde .Hauptmann Zaraposf bestraft werden, weil er vor der Ankunft der deutschen Behörden davongeslogen sei und zwar voraussichtlich strenger, als der kürzlich wegen des gleichen Verhaltens mit 15 Jagen Stubenarrest bestrafte Hanptmaun Fort, Ter französische Kriegsmini st er Noulens hat in einem Erlaß an die Korpskommandanlcn angeordnet, die militärärztlickzen Ausschüsse möchten sich bei der Prüfung der jungen Soldaten vor Augen halten, daß nur gesunde und kräftige Leute eingestellt werden, da schwächliche und kränkliche Rekruten nur ein Hindernis für die Ausbildung der anderen bilden und häufig an der Verbreitung epidemischer Krankheiten die Schuld tragen. Die jungtürkische Partei hielt, wie aus Konstantinopel berichtet wird, am Montag nachmittag unter dem Vorsitz des Ministers des Innern, welcher den Leiter der Partei, den Großwesir, vertrat, ihre Hauptversammlung ab. Diese stellte das Arbeitsprogramm für die ani 14. Mai beginnende Parlamentsscssion fest, welche bis zum 23, Juli dauern soll. Das Programm umsaßt außer dem Budget die Revision der Verfassung sowie der Gesetze betr. die Villajctsvcrwaltung, serner den Entwurf eines Straf- gesctzcs, Gesetze über den Volks sch ulunterricht, die Rekrutierung usw. Es werden Bestimmungen getroffen, um unnötige Debatten zu vcrineiden. Jeder Gesetzentwurf soll vorher in besonderen Partcisitzungen beraten werden. D a s r u ni ä n i s ch e P a r l a m e n t ist, nachdem es den Antrag auf eine Revision der Verfassung in allen drei Lesungen angenommen hatte, ausgelöst worden. Die Neuwahlen beginnen am 31. Mai. Die lonstttuicrcnde Versammlung ist aus den 18. Juni einberufen. Heer «nS Flotte. Kiel, 5. Mai, Das Kanonenboot „Panther" ist heute nachmittag nach langjähriger Tätigkeit auf überseeischen Stationen hierher zurückgekchct. Beim Einlaufen in den Hasen wurde der „Panther" von den Besatzungen der Kriegsschiffe mit Flaggensignalen und .Hochrufen begrüßt. Arbeiterbewegung. Ein Kutscher-Ausstand in Hamburg, Hamburg, 5.Mai. Da die Arbeitgeber des Spedi- tions- und Tronsvortgcwerbcs sich geweigert haben, den am 30. April abgclanscncn Tarifvertrag auf der von den Kutschern vorgeschlagencn Grundlage zu erneuern, haben diese den Ausstand beschlossen. Vorläufig streiken 800 Mann. Ans Stadt und CanS. Gießen, 6. Mai 1911. T r inker-Fürsorgestell« für Stadt und Landkreis Gießen, Gieße» Asterweg 9. Sprechstunde jeden Donnerstag abend 8 bis 77, Uhr. ** Die Sattenauäga6'c für die Gewerbe- ausftellung erfolgt von heute an in den Geschäften von Richard Buchackcr, Ernst Balser, Heinr, Driesch, S, Loeb, Louis Scharmann jun. Für die Studierenden werden die Karlen durch den Hausverwalter Ritter ausgegebeu, ** Ro te- K re uz - Feier, Zur Feier des ,50jährigen 10, Mai ein Rote-Äreuz-Tag veranstaltet, Tie Vorberer- 10, Mai ein Rote Kreuz-Tag veranstaltet. Die Vorbere- ttingcn zur Ausgestaltung der Feier in unserer Stadt sind in vollem Gange, Wie wir hören, sind außer einem Fest- g o t i e s d i c n st, bei dem die RegiinentSmusik Mitwirken wird, ein Konzert in der Süd-Anlage um 11 Uhr vormittags und eine allgemeine Feier in der Turnhalle um 8 Uhr abends geplant. Diese wird durch eine An- spräche des Oberbürgermeisters cingeleitet werden: es find ferner der Vortrag von Liedern, ttirnerische Vorführungen sowie ein Radsahrerrcigen in Aussicht genommen. Die Gießener Vereine haben sich in dankenswerter Weise in den Dienst der guten Sache gestellt und ihre Mitwirkung ziigesagt. Ein von der Sanitätskolonne gestelltes lebendes Bild wird den Schluß der Darbietungen bilden. Nach Beendigung des offiziellen Teils ist ein Tanz vorgesehen. Tie Eintrittspreise sind ans 1 Mk. für die vorderen und auf 30 Pfg. für die rllchvärtigen Plätze festgesetzt, um den weitesten Kreisen der Bevölkerung die Teilnahme an der .Veranstaltung zu ermöglichen. Es einpfiehlt sich dringend, rechtzeitig für Eintrittskarten zu sorgen, da bei dem beschränkten Raum der Turnhalle und dem zu erwartenden großen Andrang der baldige Ausverkauf der Karten in Aussicht steht. Borverkaussstellen befinden sich in der Musikalienhandlung von Ehallier, in der Buchhandlung von rees und in den Zigarrengeschäften von Buchackcr und odt. ** Gin Doppeldecker überflog heute morgen um 9 Uhr Gießen in der Richtung Kasscl-Franksurt, "Der 12. Bezirks schmicdetag der Provinz Hessen- Nassau, des Grobherzogtums Hessen und des Fürstentums Waldeck tagt am 16. und 17. Mai ia 3 b ft ein. ** Sensenmänner. Ein Leser schreibt uns folgende be- herzigenswette Worte: Regelmäßig wie der Wechsel der Jahreszeiten stellen sich mit diesen die verschiedensten Hausierer in den Dörfern ein. Kaum weckt die sich im Frühjahr einskellendc „Leere" der Scheune im Lanbwitt die Hoffnung aut frisches Futter, dann konimen sie schon, die Sensenmänner, und bieten ihre Ware an, die aut Grund der hohen Preise den Ruf besonders guter Qualität erhalten haben. Es ist erschrecklich, welche kolossale Ausdehnung der unreelle Hausierhandel mft Sensen in den lebten Jahren angenommen hat und welche Unmenge Geldes von lvnd- srcniden Menschen sortgeschlcopt wird! Den fremden Leuien werden Preise für eine Sense gezahlt, für die man bei eintzciinl- schen, ortsangesefsenen Kausleuten zwei Exemplare von gleicher Qualität erhält, Ter Reiz des Fremden und die unreellen, lzohen Preise erwecken den Glauben an die besonders gute Qualität der „Hausicrcrfensen", Es wird darum an die gute Einsicht der Landbevölkerung appeUiert, das Geld zu sparen, Gar zu viele fremd« Menschen, denen das Uinhirwandern besser gefällt, als stete, harte Arbeit, haben es daraus abgesehen! Die angesessenen K a u f l e » t e spicken di« Gemeindekaffe mit ihren Steuern, nicht die Hausierer ! ** Güterrechtsregister, Gütertrennung haben vereinbart: Emil Frischmann, Kausmann zu Gießen, und dessen Ehefrau geb. Großkops, Philipp Zecher, Hüttenbote von Lollar, und dessen Ehesrau Katharine geb, Schäler, Gerhard Rohrbach I,, Schuhmacher zu Lollar, und dessen Ehesrau Marie geb, Schmidt. Heinrich Schön II, Schlossermeister zu Gießen, und dessen Ehesrau Luise geb. Ranft, — Großh, Hosrat Joseph Alexander Koch und dessen Ehesrau Elisabeth geb, Sichardt von Sichartshoscn zu D a r m st a d t haben durch Ehcvcrtrag Er- rungenschastzgemeinschast vereinbart, ** »lei ne M it teil u ngen. Aus bisher nicht ermittelten Gründen vergistcte sich die Tochter eines Gastwirts in Lauterbach, — Am Samstag nachmittag wurden in Laudenbach a. d, B. zwei Schulmädchen im Alter von 9 uich 7 Jahren von einem Auto übersahren. Das ältere war sofort tot, während das jüngere schwer verletzt wurde, — Der erste Maisonntag brachte der Stadt Lampertheim den ersten Wstincntcntag. Gnttcmp- lcr aus Wornis, Mannh-lm,Heidelberg u.Karlsruhe, von Blaukreuz- lern ausLamxerth:im,Viernheim n.Nordlzeim hatten sich unter dem Vorsitz des Piarrers Rvos in dem Gasthause „Zuni Darmstädter bos" zusammengesunden, Sanitätsrat Dr. B r i e g l c b -Worms sprach über „Geselligkeit mit und ohne Alkohol" und Reallehrer Pohl-Worms über „Ter neuzeitliche Gedanke der Abstinenz und seine vraklischc Bedeutung für die neuzeitlichen Menschen". — Bon dem Brückenmeister und von Peter Kessel aus Nierst e i II wurde eine männffchc Leiche bei der fliegenden Brücke gelandet. Landkreis Gießen. y. G ro ße n-Li nd e n, 5. Mai. Am Freitag abends 8 Uhr findet im Rathause öffentliche Gcmcindcvcr- tretersitzung mit folgender Tagesordnung statt: I. Wiederherstellung des zweiten Pfarrhauses. 2. Anbau au Faselstall. 3. Grasnutzuugeu. 4. Gemeinde-Acker beim Friedhof. 5, Pflasterung im Hose der Kleinkinderschulc. cu. Beuern, 2.Mai, In einer allgemeinen Bürgerversammlung kam die Stimmung der Bürger durch den Beschluß zuin Ausdruck, daß die bisherige Begräbnisstätte durch eine Entwässerungsanlage trocken gelegt werden soll, kl, Lollar, 5, Mai, Auf der Bertrctcrvcrsammlung des Stcnographenbezirkes Gießen, die mit dem Wcttschreiben in Schotten verbunden war, wurde einstimmig beschlossen, den nächsten Steno- grapheniag des Bezirks (Frühjahr 1915), mit dem wieder ein Wettschreiben ftir alle Stufen verbunden wird, dem Stenographcn- vercin „Gabelsberger" Lollar zu übertragen, ^ Kreis Lauterbach. Die Mordtat in Crainfeld. — Crainfeld, 6. Mai. Die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft nach dem mutmaßlichen Mörder des Händlers Stein haben in den letzten Tagen, soweit bekannt wird, nichts wesentlich Neues ergeben. Nachdem der junge Hofmanu, wie mitgeteilt, am Samstag auf Grund der Blutflecke, die der Gerichts- chemiker Dr. Popp in den Kleidern Hosmanns feststelltc, wiederum verhaftet worden war, soft man gestern zu einer neuen Verhaftung geschritten sein. Ein Bewohner von Obermoos schielt der Tat verdächtig, da die von der Tochter gegebene Personalbeschreibung aus ihn paßt. Ter Verhaftete soll jedoch ivieder s r ei g e,l a s s e n sein, da er sein Alibi Nachweisen konnte. Eine Bestätigung dieser Nachricht konnten wir von der Staatsanwaltschaft nicht erhalten. Inzwischen hat der Gerichtschcmikcr Dr. Popp in dem Hofmanu scheu Hause zu Salz zahlreiche andere Gegenstände bei einer gestern erfolgten zweiten Haussuchung beschlagnahmt. Das Hauptgewicht wird neuerdings aus den Eigentümer des Mordbeils gelegt. R. Maar, 5. Mai. Die am Anfang des Jahres abge- lausenc Pachtzeft der hiesigen Fel d j a g d sollte nach einem Gcmeinderatsbeschluß für 1750 Mk. jährlich gegen den bisherigen Pachtpreis von 1550 Mk. an den früheren Jagdpächter, Baron Albrecht Riedesel Freiherr zu Eisenbach in Sickendorf, freihändig vergeben werden. Das Großh. Ministerium erteilte für diesen Preis jedoch nicht die Gene h m i gnng, da von der Großh. Lbersörsterci Laulerbach die Jagd auf 2000 Mark geschätzt wurde. Nachdem nun von dem Pächter noch 50 Mk. uachgeboten wurden und zu befürchten stand, daß bei einer öffentlichen Verpachtung der gebotene Preis überhaupt nicht erzielt werden würde, ist nunmehr die Genehmigung für 1800 Mk. erfolgt. Kreis Schotten. ^Schotten, 5. Mai. Am verslossencu Sonntage fand in der „Tchützenhalle" die 9. Hauptversammlung der hiesigen Svar- nnd»Darlchns lasse e. G. IN. u. H. statt. Das Aüssicytsrats- müglied, Lehrer Karl L i n ck - Rudingshain, begrüßte die zahlreich erschienenen Genossen. Die bisherigen Mitglieder des Vorstandes und Ansjichtsratcs wurden wiedergepählt. Die Kasse wurde in eine solche mit beschränkter Hastpslicht umgeändert, die Haftsumme aus 2500 Mark festgesetzt. Die Veröstentlichungen gcichehen nicht mehr in der „Genosst-nschaftszcitung" zu Tarmstadt, sondern lin „tzessenlande". Der Reingewinn im abgelausencn Geschäftsjahre betrug 6000 Mark. An dem Verlustkonto, das bei der Genossenschaftsbank in Darmstadt 25 0110 Mark betrug, konnten wieder 2000 Mark abgeschrieben werden, so daß die Derlustsummc nur noch 18 00(1 Mark beträgt. Dem Reservefonds wurden 800, der Betrlcbsrücklage 300 Mark zugcschricbcn. Die Geschäftsanteile wurden mit 5 Prozent verzinst. Die Zahl der Mitglieder betragt 410. b. Eichclsdors, 5. Mai. Tie Spar- und Dar- lehnskajsc ist in Liquidation begriffen. Tic Passiven betragen 128 363 Mk., die Aktiven rund 10 800 Mark. — Völzberg bei HartmannShain, 4. Mai. Balthaser Jinhos, der in den Hirzenhaincr Eisenwerken beschästigt ist, erlitt heute an seiner Arbeitsstätte einen Unfall. Er war an der Eisenbatmdrehscheibe dcS Betriebes beschästigt und blieb mit dem Fuße in einer Vertiefung hängen, stürzte und brach dabei den Fuß g e l e n t-Kn öchcl. I. wurde von einem Arbeitskollegen mit der Bahn nach Hause gebracht. Kreis Friedberg. --Bad-Nauheim, 6. Mai. Seit Ende Ülprll weilt der als Komponist wie als Dirigent gleich berühmte Felix o. Sein« gartnerinDarmstadt.um dort am Hostheater die vorbereitenden Proben zu seiner am 17. Mai zur Uraufführung gelangenden. Oper „Ka-in und Abel" zu leiten. Diesem Umstande ist es zu danken, wenn Weingartner sich zü einem Wohltätigkeltsronzerte der Bad-Nauheimer Kurkapellc und des Darmstädtcr Hosorchestcrs am 12. Mai rmeigennützig zur Verfügung stellt. Starkeuburg und Rheinhcssen. Das Nieder-Saultieimer Eisenbahnunglück. Wie die Eisen bahndirektion Mainz der „Frkf. Ztg." mitteilt, lag die U r s a ch e des Unsafts in dem U ebersah re n des „.Halste zeigenden Einfahrisignals durch den Pcrsonenzug tzkr. 437. Tie annähernde Fahrtstel- luug dieses Einsahrtsignals nach dem Unsalle >var auf den Umstand zurückz^isühren, daß ein entgleister Wagen auf die Signalleitung fiel und dadurch den Signalarm etwas hob. Ter Pecsonenzug stieß, nachdem er das Einsahrtsignal um 200 Meter überfahren hatte, auf eine Rangierabteiluug des Güterzuges 8100, die im Begriff war, in dem von diesem benutzten Einfahrgleis aus den übrigen Zugteil zurückzusetzen. Die Abteilung hatte dabei die gleiche Fahrrichtung wie der widerrechtlich einfahrende Zug 437. Eine Kreuzungs- Verlegung der beiden Züge hat ivedcr aus Anlaß des Fa.hr- planwechsels zum 1. d. M. noch überhaupt stattgefundcu. Eine solche kann daher auch nicht Anlaß zu dem Unfall gewesen sein. Das Befinden der im Mainzer Krankenhaus unter- gebrachten Verletzten hat sich, wie wir erfahren, bedeutend gebessert. Auch der im Alzeyer Krankenhaus liegende Heizer Magsamcn befindet sich außer Lebensgesahr. Ter Kausmänn Krämer wurde aus dem Alzeyer Krankenhaus, auf Veranlassung seiner Angehörigen, in seine Privat- mohnung übergeführt. Sein Befinden ist immer noch uw- verändert. * rm. Da r mft ab 1, 6. Mai. Die 15. Berlrcterversammlung der Sterbekasse für Mitglieder des Hessischen Landesgewerbe- Vereins und des Verbandes Deutscher Gewcrbevcr- eine tagte am Sonntag unter dem Vorsitz des Bauunternehmers Stadtverordneten S a m c s - Darmstadt und wohnten als Vertreter der Hessischen Handwerkskammer Gewerbcrat F a l ck - Mainz, sowie Vertreter ans Württemberg den Verhandlungen bei. Tic Jahresrechnung, welche der neue Gcjchästssührcr, Direktor P ä ch ausgestellt hat, weist einen Reingennnn von 4151 Mk. aus. Im letzten Viencljahr sind 45 Mitglieder mit einem Versicherungs- kapital von 33 M0 Mk. neu bcigctrctcn. Ter Rechner wird entlastet. Der Uebcrschuß wird zur Verteilung von einem Monatsbeitrag und zur Gründung einer Esfektenreserve von 100 Mk. Verwender Tie nächstjährige Versammlung soll in Gießen stattsinden. — B e nsheim, 5. Mal. Ein gefährlicher, 16 Jahre alter Geisteskranker in Bensheim a. B. hat den Tod eines 7 Jahre alten Knaben verursacht. Er nahm dieser Tage den Knaben mit aufs Feld, zog ihn dort aus und brachte ihm mit einem' alten Messer am Körper verschiedene Risse bei, die sich entzündeten, so daß der iftinge jetzt estorbcn ist. Tic Obduktion der Leiche ergab das Vor- aiidcnscin eines Giftes in der Leiche. Ter Geisteskranke wurde in eine Anstalt gebracht. d. Mainz, 5. Mai. Ter Bezirks verein Mittelrheinischer Mincralwassersahrikantcn hielt seine Frühjahrsversammlung im evangelischen Vereinshaus in Mainz unter dem Vorsitze von F o u gu e t - Kreuznach ab. Der Vorsitzende begrüßte besonders den anwesenden Vorsitzenden des Verbandes deutscher Mlneralwassersabrikanten Herrn Tr. Lobm'an-Berlin-Friedenau. Zum ersten Schttftsührcr nmrde K o e ck r i tz-Mamz- Mombach gewählt. Koeckritz sprach über die Einführung des Flaschenpfandes in Mainz und Umgegend, das unbedingt zur Notwendigkeit geworden. Die Sache müsse durchgeführt werden. Herr Steinhäuser -Frankfurt bemcrtte, daß dott noch viele Schwierigkeiten zu überwinden seien, um daS Flaschenpfand obligatorisch zu machen. Dr. Lohmann sprach sich über die Flaichenpsandfrage eingehend aus. Er kriiisicrtc den verderblichen Flaschenmißbrauch, der nicht allein vom Publikum durch Füllen der Flaschen Mit allen möglichen Flüssigkeiten, sondern auch von vielen Mlneralwassersabrikanten dadurch betrieben werde, daß sie die Eigentumsslaschen ihrer Konkurrenten füllen und in den Handel bringen. Dadurch entständen dem rcclen Fabrikanten ungeheure Verluste. Der Redner schlug verschiedene Mittel vor, um dem Unfug zu steuern. Die Ortsg ruppc Mainz bcanttagtc die von allen deutschen Polizeivcrwaltungcn erlassenen Verordnungen egen den MitzbrauchvonMineralwass er-undBier- laschcn in Plakatform in allen in Frage kommenden Wirtschaften, Spezcrciläden usw. zum Aushang zu bringen, um das Füllen der Flafchn mit Oelen, Benzin und sonstigen schädftchen Flüssigkeiten zu verhindern. Der Antrag wurde dem Borstande jut Bearbeitung überwiesen. Auch wurde auf Antrag der Mainzer Ortsgruppe der unlautere Wettbewerb der Chabeso-Geselkschaft und -Fabrik besprochen. Tic Ehabcsogetränke seien nichts aichcrcs als Brauselimonaden, die statt Weinstein- oder Zitronensäure Milch- sänrc enthielten und nichts gegen die anderen Brauselimonaden voraus hätten. Mit der angepriescnen Löbensvcrlängerung werde nur Unfug getrieben. 15 Fabrikanten wurden in den Bczirksvcrein neu ausgenommen. = Mainz, 5. Mai. Aus der Handwerkerstube eines Mainzer Pionierbataillons wurde ein Soldat dadurch schwer verletzt, daß er leichtsinnig mit der Nähnadel an einer Sprengkapsel herumstocherte. Die Kapsel explodierte und riß dem Unvorsichtigen mehrere Finger ab. Die Verletzungen sind io schwerer Art, daß der Mann aus dem Dienst entlassen werden muß. Hessen-Nassau. -f HerSfeld a. d. Fulda, 5. Mai. In dem benachbarten Dorsc Heringen a. d. Werra stürzte gestern ein vierjähriger Junge in der elterlichen Scheune ab und brach die Wirbelsäule. Der Tod trat sofort ein. = Cronberg, 5. Mai. Das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen ist heute nachmittag aus Schloß Friedrichshof zum Sommcraufenthalt eingetroffen. — Bad Soden a. Taunus, 5. Mai. Heute nachmittag 51/2 Uhr traf die Prinzessin von Anhalt mit Gefolge • ioic im Vorjahre in Bad Soden zu einem längeren Kuraufenthalt ein und nahm im Grand Hotel .Europäischer Hos" Wohnung. F. C. Soden a. Taunus, 5. Mai. Beim 53. Verbandstag der Erwerbs und Wirlschastsgenossenschastcn am Mittclrbcin bemerkte der Vorsitzende, Justizrat Tr. A l b e r t i - Wiesbaden, daß das GenbssenschastSwesen im abgelausencn Jahre herbe Schläge erlitten habe. Tis V 0 r s ch u ß k a s s e Sindlingen, die infolge der nachlässigen Kontrolle ihres AussichtSrats und Vorstandes in Unordnung geraten sei, habe 1913 50000 Mk. abqeschriebcn, von d:nen der Änsiichtsrat «.Vorstand 25 0:10 M. gedeckt habe: in diesem Jahre hätten die Mschreibungen 25 000 Mk. betragen, von welchem Betrage Aussichtsrat und Vorstand 19 000 Mk. decken mußten, so daß zurzeit von den Mitgliedern nur 6000 Mk. aus dem Geschästsguthaben aufzubringen seien. Innerhalb 14 Tagen fände eine Hauptversammlung statt, in der die Genossenschaft li- guidrere. . (hl B a d D 0 m b u r g v. d. H., 5. Mai. Die Stadtverord- nctensitzung bewilligte als Nachkrcdit für die Kur und Dadeverwaltung etwa 30 verschiedene Posten ln Höhe von 15 929 Mark. Ebenso genehmigte man einen Nachkredit von 3840 Mark für die Bauverwaltung aus Forderungen, die bis zum Jahre 1910 zurückreichen. -ft Rotenburg a. d. Fulda, 5. Mai. beute vormittag kehtte Prinz Christian von Hessen-Philippsthal- Bar ch s e > d , der längere Zeit in Kairo schwer krank an Unterlcibstvphns darnicderlag, vollständig genesen in das hiesige landgräsliche Schloß zurück. In seiner Begleitung dcsanü 1 >ch Cc'tite Mutter Prinzessin S&ifijcfm, die ihn während der Krankheit gepflegt hatte. 4- Eschwege a. d. Werra, 5.Mai. Tie Rechnung der Sparkasse des Kreises Eschwege vom Jahre 1912 schließt bei einer Einnahme von 10 811875 Mk. und Ausgabe von 10194050 Mk. mit einem Bestände von 417 825 Mk. ab. Der Reingewinn betrug 66 739 Mk. gegen 67 361 Mk. im Vorjahre. Die Einlagen beliefen sich Ende 1911 aus 16101 721 Mk. und Ende 1912 aus 16391957 Mk. Der Sicherheitsfonds beträgt 830 799 Mk. An Sparkassenbüchern waren am Schluß des Rechnungsjahres 21 499 Stück im Umlauf. Die Verwaltungskostcn im Jahre 1912 betrugen 29 147 Mark. Gertchtrsaal. Straßburg, 5. Mai. Bor der ersten Zivilkammer des Landgerichts Slraschurg war Termin in einer Sck)adenscrsatz- Nage der „Straßburger Neuen Zeitung" gegen die „Deutsche Tageszeitung" in Berlin angesetzt. Die „Deutsche Tageszeitung" hat der „Neuen Zeitung" Teutschicindlichkeit vorgcworscn und inbczug aus den Leiter des Mattes den Tialektdickster Stoshovt behauptet, daß deinsclben jedes dcutsckmationale Wesen fremd fei. In diescnr 'Artikel, der aiüäßlich der Zabcrner Vorgänge geschrieben war, erblickt die „Straschurger Neue Zeitung" eine Kredit- gesährdung. Rechtsanwalt Tr. Hcrtzer als Vertreten der „Deut- sck)cn Tageszeitung" stellte den Antrag auf Ablehnung des ßte- richtsasseisors Müller wegen Besaugenheit, da Müller als Mitglied der BolkSpartei dcni Kläger nahe stehe. Das Gericht erklärte heule, über die Ablehnung des Antrages nicht enpckteiden zu können, weshalb die Angelegenheit aus den 19. Mai vertagt wurde. Menden, 5. Mal. Zwei Arbeiter hatten aus einem Maskenball eine Bärensührergruvpe dargcstellt. Ter eine, der als Bär tanzte, war vom ikvps bis zu oen .Füßen mit Stroh umivickelr. In vorgerückter Stunde versiel der Bärensührer auf die Idee, das Stroh, in dem sein Freund steckte, anzuzündcn. Dieser erlitt so schurre Brandwunden, daß er bal» nachher unter großen Schmerlen starb. Der Anstifter des verhängnisvollen Scherzes ivurdc jetzt zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Luitschiffahrt. Mannheim, 5. Mai. Wie die Luftschisswerst Schntte- L anz mitteilt, liegt das Luftschiff „S. L. II" sahrtbercii in Leipzig, wird aber Nicht inehr nach Berlin übergeführt ivcrdc», wie das zuerst geplant war, sondern man wird dos Lustschisf direkt nach Liegnitz, seineni vorläusigcn Standort, bringen. vernrischtc». * Der erste elektrische Vcrsuchszug hat aus der Zossencr Borortsstrecke seine Lausprobc bestanden: er ist als Sondergüterzug in besonderem Fahrplan von der Eisen bahn tzauptwerkstalte T c m p c l h o f nach B i t t e r f e l d ab gegangen. Demnächst solt auch mit dem Versuchsbetrieb nns den Erweiterungsstrcckcn für elektrische Zugb-esörderung Dessau-Zerbst und Bitrerfeld-Leipzig begonnen werden. * Großfeucr. Aus Innsbruck, 5. Mai, meldet ein Priv.-Telegr.: In Stcnichc brach gestern abend ein Feuer aus, das bis 3 Uhr morgens andaucrtc. 8 5 Häuser sind c i n- geäschert worden. 83 Familien, zwei Drittel der gesamten Einwohnerschaft, sind obdachlos. * Die W a h l w e i b e r. Aus Tewaburh, 5. April, wird gemeldet: Tie Äahlwciber haben vcriucht, die Wasserleitung im Pcnistcnc-Distrikt in die Luft zu sprengen, indem sic eine Bombe unter das Ventilhaus legten. Glücklicherweise ist der Zünder auSgcgangcn. «Ge st ändniscines Mörders? Ein Soldat Luders, der sich wegen Fahncnilucht im Dresdener Festungsgeiängnis bciindct, hat, angeblich oon Gewissensbissen getrieben, das Geständnis abgelegi. daß er mit Hilft eines Mannes, namens Schmidt, im Grunewald bei Berlin einen anscheinend den besseren Ständen an- gchörigen Spaziergänger durch Messerstiche ermordel, die Leiche beraubt und vergraben habe. Tann sei er mit einer Prostituierten, namens Haiitichmann, nach Metz gereist und habe diese, als er sich mrt ihr entzweite, im Wülde bei Ade« nicdergcschoßcn und die Leiche cbcnsalls vergraben. Es sind Nachsorschungcn cingclcitet worden. * Unfall auf einem französischen Schießplatz. In der Nähe des Artillerieschießplatzes Eon n e l l c s bei Eaen scheuten, nach einer Meldung ans Paris, die sechs Pferde eines Munitionswagens vor einem Auto und gingen durch. Das Gefährt überrannte eine Gruppe von Fußartilleristen. Zehn Soldaten wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Ein Kanonier, der von dem Wagen abgesprungen war, erlitt einen Beinbruch * Schiit > n Not. Uebcr das Schicksal des Dampfers, den der Dampscr „Tchdlitz" der- von itjm_ abgcsandtcii drahtlosen Meldung zufolge 150 Meilen süd-süd-östlich von Tadle Island brennend angetrossen hatte, sind keine weiteren Nachrichten cin- gelauien: auch der Name des Schusses ist unbekannt. Das Marine- dcvarlcment ist der Ansicht, daß die Passagiere von Schissen ohne drahtlose Telegraphie ausgenommen worden sind und daß diese bei der ersten sich, bietenden Gelegenheit Meldungen seichen. Kleine Tag-schronik. Die Stadt Augsburg errichtet mit 500000 Mark Grundtapttal eine Beleih un gs an stalt für zweite Hypotheken zur Förderung des Kleinwohnnngsbaucs. Im Gouvernement K i c l c c ist in der Stadt Skala ein Brand ausgcbrochcn. Dreihundert Häuser stehen in Flammen, auch der Verlust von Mcnscktenleben ist zu beklagen. Nach einer Blältcrmeldung aus Biserta sank bas den Dienst zwischen Ssax und Djerba versehende tunesische Segcl- s ch I f t „Ferga". 16 Personen sind ertrunken. Sands!. X A i ch a i i c n b u r g , 5. Mai. In ihrem Jahresbericht äußert sich die Handelskammer Obersrankcn nach dem Gcschäits- bericht der Gewerkschast Wittelsbach u. a. Ivic solgt: Bezüglich des Alberzvorkommens wurden in verschiedenen Rcvicncilcn Auf» schlußarbeiten vorgenoinmcn uich 97 neue Schächte in Erz erstellt, so daß jetzt insgesaurt 782 Fund- und Auffchlnßschächte imd in 60 Arbeiten etwa 577,1 Meter Strecken und etwa 150 Meter Tagesschurs nebst mehreren hundert Bohrlöchern in Erz sieben. In den ausgcschtosscncn e,n>a 2000 Hektar ergibt sich als Mittel von 405 Schächten eine Mächtigkeit der tlcbcrdccknng von t,99 Meter», des Erzes von 3,14 Metern. Der Frage der Ausberci- tung galt in der Berichtszeit die Hauptarbeit. Es gelang, sie völlig zu klären. Belanntlich stellen, so lautet der Bericht weiter, die III ihrem Aussehen den o b c r h e s s i s ch cn B rau ncise Iler z c II ähnelnden Albcrzc ein mechanisches Gemenge von Erzstücken lvon Kopsgräße dis zur Staubieinheit)^ und losen Tandcn lvon 3 Millimetern Korngröße bis zur Staubscinbeil! dar, innerhalb dessen alle Erzbestandkesje (ohne Rücksicht aus ihre Größe' bei nur 8—10 Proz. verwachsener Kieselsäure einen Eisengehalt von 50 55 Proz. aiiswctscn. Ausgabe der Ausbcreltung ist daher, die losen sandigen Beimengungen in möglichst weitgehendem Maße aus dem Rohcrz auszuscheiden und die verbliebenen Erze, soweit sic nicht grobstückig sin», für die Verhüttung stückbar zu mackün. — Außer der Gewerkschaft Wittelsbach haben im Iolire 1913 in Lberiranken die Gcwcrkschaiteil „Kleiner Johannes" in Arzbcrg, „Bavaria" in Pegnitz und „Langenhöhc" in Bayreuth Eiftnerzgrubc» abgcbaut. Die Gewerkschaft „Kleiner Johannes", die im Jahre 1912 in Pegnitz den Betrieb eingestellt hatte, nahm Ende 1913 die Förderung wieder auf, Tic beiden anderen Unternehmungen wurden im Berichlsjahre erst gegründet. Märkte. eil. Rieder-Filgelhelm, 5. Mat, OMtinatff. Spargel 1 . Sorte 52-56 'Ulf., 2. Solle 30—35 Mk., Rhabarber 5-6 'Dir, der Zentner. Amtlicher Wetterbericht. Oeffcntlicher Wetterdienst, Gießen. 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