1 Kr- *02 Sanftes Blatt * 64 . Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sanntag». Tie „chleßener jaintKti)M«ttcr‘‘ werden dem ,iUiij«ifltt* »iermal wöchentlich beigelegt, da« „ttreirdta» für den Kreis «netze»" zweimal wuchentlich, Die „Landwirtschastlichen z«„. jrsgen" erscheine» »lanattich «wennal. Giekener Anzeiger General-Anzeiger für GberheHen §amstag. 2. Mai *9*4 Aolationsdrnck und Verlag der Brühl'schea UnwersitälS-Buch- und Siciudrulterei. R, Lange, Dießem Redaktion, Erpedition und Druckerei: Schul» straste 7. Expedilion und Verlag: Redaklion:^EN2, Tel.-Adr.:Anze>gerDleii«i» Mb. Deutscher Reichstag. m ____ 246 Sitzung. Freit«,, l. M a i »m Tische de« BundeSrats: Dr. Delbrück Präsident Dr. »aempf eröffnet Uc Sitzung um 1 Uhr. Kurze Aufra,en. Von den Sozialdciiiolraleii fragen Titlm»»« und andere Mi, ,lieber, ob den, Reichskanzler bekannt tzi: 1 . daß das n j a n t e r, e - R lgj n, c n , a, , , • Straj,burg i. EI,, während der chter. »i,uer»u>„alc be'i strenge: Stnltc und iagclangem RegenN-stcr zu Fewchevstüdm gen in, Gelände bis zu funslägigcr Da,er b'mmandrert worden »t. datz infolge die,er Strapazen sehr d«,e Lrkrankunaen vergekvinaien s,nd. >»folge deren die Le,«reite zcitweilia über" full! waren; 2. daßitzvei Soldaten der z.eiten Kompagnie durch die unausg«,ctzte Uebcranslrenguug >m dienst gesundbeittick gesäiwäch, ivurden. dasi sie nach kurze Erlran^inV arlen ». dasi zwc, andere Soldaicn die,er »orpagu.e au» «».weit lung ihrem "eben durch Erhängen bezn- Erschicstm ein »..^ niachten i - Wo- gedenkt der Reichs,anzlr za ,Üv um sokcho, Vorkommnissen vorzubeugcn? Generalmajor Wild «°n Hohenborn: 1 es ist nicht richtig, daß infolge von Strapaze» bei Uebnngcn dcsi41. Regiments sehr viele Erlrankunge» vorgekoinme» sind und dsi tzrc Lazarette in. folge davon übersülll waren; 2. 's ist Nicht utchjscnd, dasi Sol. ,orge oaovn ... - ^, D ^u,. date» der zweiten Kompagnie infolge Uebcraslringung gestorben sind, vielmehr handelt es sich bei zwei TodessOci in dieser Kompagnie um einen Fall von Genickstarre und:iin UngliicksjaN; S. es >,i nicht richtig, dasi Soldaten derselbe,, jtmpagnic ihrem Leben ein Ende machten; vielmehr ist nur ei, LIbsimordvcrsuch vcvgekonmien, dessen Ursache in keinem Zusamn-mang mit den in der Anfrage angeführten Gründen steht. Fm iifjigen wird d i e Beantwortung der Anfrage abgcleüil, da weder der Reichskanzler, noch der Reichstag ,n A tz g: ll g e n h c i t e n der Ausbildung der Truppen zuräntg ift. (Bei- fall rechts, Unruhe bei den Soz.) «bg. Tittnian» (soz.) fragt zur Ergänlrng leitcr an: Ist dem Reichskanzler bekannt, dasi beiden i der Anfrage erwähnten fünftägigen Hebungen die Mantfchof», in den kalten Febrnarnächicn nicht aas den Rlfidc», hcraus- kamcn und das weder für Quaitiihi, och Verpflegung »orgcforgt war? Ist dcb ckchskanzler b«. kannt, dasi einer der ums Leben gekommtien öoldaten zwei Tage hintereinander von morgen» 4 Uhr b« acfd.z 8 Uhr im Dienst war und dasi er auch in der dazwisoenllfgcndcn Rach, anstatt der vorgeschriebenen l Stunde 4 isuncv Wachtdicnft lat, so daß er 4L Stunde» nicht schlafen kontte Generalmajor Wild vo» Hohenborn: Ich hcc meinen Erklärungen nicht» hinzuzusügen. (Beifall rechts iruhc bei den Soz.j Abg. DitMiann (Soz.) fragt zur Ergänzung »ter: Ist der Reichskanzler bereit, wenn ihm Äa,al überreicht wird, aus dem sich ergibt, dasi die gegebene A»ort objektiv unzukresfcnd ist, neue Ermittlungen auzustcllen Präsident Dr. Kaemps: Das ist keine Ergänzuiher Anfrage. (Unruhe bei den Soz.) Der Abg. Birkenmatzer (Zentr.) fragt: Ist dem Rcichslanzler bekannt, dasi durch denZrchherzog, lich Badischen Geheimen Rcaierungsrat Dr. Lsietrein zu Karlsruhe in Baden ein Präparat — Malleb r _ als Heilmittel gegen J .f.ktionskrankhc^n her- gestellt Warden ij», welches!n medizinlschen Kreisen olge sei- ncr Wirkung als sehr bcdculsam erkannt worden > 2. daß diese» Präparat sich at» Heilmittel gegen die Maut- uKlauen- feuche. sowie gegen die Tuberkulose — und in tetzterHinsjcht auch bei Erlrankunge,, von Menschen — ersolgreincwährl bat? 3. dasi eine Reihe von Fachmännern, gestützt,f ihre Erfahrungen, sich zugunsten diese» Heilmittels au»,rochen haben? — Gedenkt der ReichStanzler feinen amtlicheiinftusi zur möglichst unsiangreichen Verwendung dieses Hnitielr geltend zu machen? Ministerialdirektor von JonouiereSi Bei Bcankworz dieser Frage ist eine eingehende Würdigung des Sachverh, w>S- geschlossen. Sic würde entweder eine besondere Rcgivc für das Mittel oder dessen vollkommene Dtsfdi- t i e r u n g zur Folge haben. Da keine dieser beiden Wngen als erwünscht anzufchen ist, mutz die Bcaniwortung böiger Anfragen fetz! und auch in Zukunft gr und fl ich abgelcdnt werden, wenn nicht ganz besondere Intcre des ötscntlichen Wohles Ausnahmen angezcigt -rfcheinestfen. (Beifall.) Der Schuh des menschlichen kebens aus S Die Aussprache über den internationalen Vertrag w ort- gesetzt. Ministerioldireftor v. JonquiöreS: Ich muß dem Abg. Schumann, der gestern die Aiachc etrißclcitct hat. von üornberetn scharf cntjcn» treten Er hat gesagt, nach der „Titanic"-Katastrophc nur etwac> gcichelren. weil cs sich dabei um amerikanisch i l - I \ a r u n r ? gehandelt habe; wären es Ztvischcndecker «esen, dann wäre »uckts geschehen. Diese Worte sind schon dem Hause mtt Unruhe ausgenommen worden. Ich muß mseits auch unserer 6 n t r ü st u n g über diese Bemerkung >ruck geben. Ber dem ticstranrigen „Tltmnc'-Unglück spie die amerikanischen Milliardäre nicht die erste Rolle. In Ersten ttlafje waren nur 325 Passagiere, m der zweiten 225, ab der dritten 706 i»gena„ntc Zw,schendcckcr. Dazu kamen 885 Mannschaften, Es handelte sich im wesentlichen also g um Zwischendeckes. Und gerade dieses Unglück gab Anlaß veit« gehenden Vorbeugungsmatzregeln. Im übrigen ist für das i^eben eines Zwischendeckes genau so viel wert, wie deben eines amerikanischen Milliardärs (Beifall). Natürlicknnen jo außergewöhnliche Maßregeln ohne derartige Kotastrnicht ohne weiteres in Frage. Wir waren seit langen Jahren mit solchen Unfällen verschont. Das letzte war der Untergang der „Elbe"^ahre 18L5 " Seitdem sind d.e Unfallvorschristen fortwäh auS. cebant worden,. Es ist d-nn 'Befchwovd- geführt w- dasi gebaut worv^n. v-» ___________ z u der Konferenz lein Vertreter der > ä n Nischen Arbeiter zugezogett wurde, tatsächlich aber diese Arbeiter bei den VorbercituNlie» zu der Konsc,schärt worden. Besondere Vertreter der Reeder wurden auüt zu, siczoge». nur ztuei fachverstänbize Herren, keine rmNtschc Vertreter. Die seemännischen Arbeiter bvauchtcn kesiondc- rcn Vertreter. Die Regicrnngsvcrlrcter smd doch b.. olle Bctciliptcn pleichzeststz zu uritrc'.cn. Wir batten inzensatz zu dem srzialdcniolratischen Redner die Secberu nas. s e n s ch a s t stir ditrckmus geeignet, die ihr zufallendcpnben zu erfülle». Aus vereinzelte» Vorfällen kann man dcst den Schlusi ziehen, dasi die e-eebcriifegetwifcnfchost unsähi Abg. Dr. Pflrger (Zentr.): Wir sind überzeugt, daß der vorliegende Vertrag »et ist, die Sicherheit der Schiffe aus hoher See zu erhöhciu Sec. deruf^geuosienichasten gebären zzi d«r bssrgelcitL wir bringen iljs: vollcp VcrtrauLcgen. Abg. Basscrmann (Natl.): Namen? meiner politischen Freunde kann ich dem unS vor. liegenden Vertrag zusttmmen. Wir hoffen, das cs auch aus anderen Gebicterc gelingen möge, zu internationalen Verträgen zu gelangen, so z. B. auf dem Gebiete der Frachtscbifs. fahrt. Dio Borlvürfe des sozialdcnurlratischcn Redners halten wir für unbegründet. Unsere Rcedercicu werden von vortreff. llchen Männern geleitet und die Sichcrhcitsvorsckriften, die jetzt vorgcschlagen werden, waren zum größten Teil durch unsere Reede- rcicn bereits einycsührt. Die ausgezeichnet geleiteten Seeberufs- genossenscbaften sind stets bemüht, ihren schwierigen Ausgaben ge. recht zu werden, und deshalb halten wir die sozmldcmokrotsichen Angriffe gegen sie hier für unberechtigt. Abg. Graf Westarp (Kons.): Der Vertrag ist ein großer Fortschritt. Die Sichcrbeitsvor« schriften sind wesentlich verbessert. Wir lassen un-> die Freude au dem. Vertrag durch die sozialdcmokratischc»r Angriffe nicht trüben. Diese Benmngclmrgen waren zu erwarten. Das gehört zur Agitation S Methode der Sozialdemokraten. Die Secbcrufsgenosienschaft verdient bei der Durchführung des Gesetzes volles Vertrauen. Abg. Dr. Hcckschcr (Vp.): Dieser Vertrag ist ein erfreulicher Fortschritt, den wir dank, bar begrüßen. Ls ist beachtenswert, daß die Initiative zu diesem vortrefflichen Uf bcrciulommen von Deutschland auSgegangen ist. Die Rede Schumanns lvar stellen« weise von leidenschaftlichem Haß getragen. Es ist schwer, sie mit parlamentarischen Ausdrücken zu kennzeichnen. Die deutsche Handelsmarine steht unter der Aufsicht der Sceberufs- genossenschoft und des Reichsamts des Innern an erster Stelle in der Welt. Die Unfallziffer ist für Deutschland günstiger als für England. Wenn Arbeitervertreter eine solche Gesinnung wie Schumann zeigen, dann ist es für die Arbeitgeber, wenn sie Selbst« achlung haben, schwer, mit ihnen zu verhandeln. Die Behaup« tung, daß die Reeder nur etwas getan lzaben, weil es sich bei der Titanic.Katastrophc um Milliardäre handelte, ist von unerhörtem Klassenhaß getragen. (Sehr richtig! rechts.) Das muß auch der Abg. Stollen zugeben. wenn er vom hanseatischen Geist getragen ist. (Lachen der Soz.) Sie machen es den Reedern sehr schwer, sich in Verhandlungen einzulassen, wenn Sie ihnen mit dieser Gesinnung entgegcntrctcnl Diese Angriffe muß man in der schärfsten Weise brandmarken. Dle deutsche Schisfahrt hat Großes in der Welt geleistet. . Abg. Dr. Arendt (Rv.): Der Abg. Schumann hat seine Pflicht als Sozialdemokrat voll erfüllt. Wir sind cs ja gewöhnt, daß d t c S o zraldemokra- tic i lt dieser giftigen Weise bekämpft tvird. Herr Schumann wird daher bei der heutigen Maifeier sicherlich volle Anerkennung finden. Der Vertrag bringt uns ein gutes Stück vorwärts. Er ist das Muster eines internationalen VerkchrSver- tragS. Die SeeberufSgenofsenschaft verdient tatsächlich volle An-> crkennung. Alle bürgerlichen Parteien sind darin einig. Wir sollten den Vertrag heute gleich in erster, zweiter und dritter Lesung annehmen. Abg. Behrens (Wirtsch. Dgg.)k Auch wir sind befriedigt. Die sozialdemokratischen Uebcr- ireibungen schädigen die Arbeiter nur Mt fliegenden Fabnen brauchen wir nicht ohne weiteres ins Lager der Berufsgenossen. schäften übergehen. Wir sollten prüfen, ob wir die Kontrolle nicht dem Staate überlassen sollen. Abg. Stolten (Soz.): Ich mutz mich entschieden gegen den Versuch Dr. HeckscherS wehren, mich mit meinen Freunden in Gegensatz zu bringen. Wir sind sachlich ganz einig. Die Ausdrucksweise freilich ist Sache des Temperaments. Ein Grund, sich über Schumanns Worte zu entrüsten. liegt gar nicht vor. Haben wir nicht alljährlich viele Bcrg- werksunglückc. ohne daß etwas Durchgreifendes geschieht? Bei Dr. Heckscher schlug die Entrüstung große Flammen. Er sprach davon, man wolle nicht mehr mit den Arbeitern verhandeln. Die Arbeitgeber tun cS doch nicht wegen der schönen Augen der Arbeiter, sondern aus eigenem Interesse. Wir sprechen grade her« auS. während andere ihre Gedanken hinter schönen Worten verbergen. Zur Kontrolle genügt die Sccberufs- genossenschaft nicht, wir verlangen dafür besondere staatliche Organe. Sonst wird der Antrag nicht voll durchgefühct. Abg. Dove (Dp.): Der ?lbg. Stolten hat über die Secberufsgenossenschaft grade die gegenteilige Ansicht geäußert wie sein FraktionSfrcund Schumann. Dr. Arendt hat geglaubt, fick selb st cinpu Lorbeer winden zu müssen, indem er sich gleichsam als Vater des Gesetzes aufspiclte. (Sehr richtig! links.) Es ist verletzend, daß er uns bei unserer Stellungnahme Motive eines unlauteren Wettbewerbs unterschob. Das weise ich namens meiner sämtlichen Parteigenossen zurück. (Beifall links.) Abg. Schumann-Forst (Soz.): Ich halte aufrecht, daß, wenn es sich ura Zwischendecker gehandelt hätte, das Tempo der Reformaktion nicht so beschleunigt worden wäre. Leider spielen auch bei der Negierung die Interessen des Profits einen ' i^ßen, wenn nicht ausschlaggebenden Einfluß. Was nützt die schönste Rettungseinrichang, wenn nicht genug geschultc Mannschaften vorhanden sind? Das ist der Kernpunkt meiner Bescherden. Tie Seeberufsgenosicnschast hat nicht dre Macht, ihre An .dnungen durchzuführen. Mir ist cs gar nicht eingefallen, deii 'lorsihenden der Seeberufsgenossen- fchaft verletzen zu wollen. Ich habe nur deii einen Fall angeführt, um zu beweisen, daß in der PrariS c'e RettungSeinrichtungen in traurigem Zustand sich befinden selbst ein Kapitän hat in einem Artikel erklärt, daß viele Reeder, um Geld unb Zeit zu ersparen, die Sicherheitsvorrichtungen nicht in vorschriftsmäßiger Form imstande halteii. Ich halte cs für meine Pflicht, bestehende Miß- stände rücksicbtölos aufzudcckcn. Davon wird mich auch Herr Dr. Heckschcr nicht abhalten, selb st lischt durch die Drohungen. die er gegen mich als Vorsitzender des Transportarbeitervcrbandes ausgesprochen hat. Wenn ich bielleicht unpasiende Ausdrücke gebraucht habe, so ist daran meine ungenügende Schulbildung schuld, für die ich ja nichts kann. Direkt verhandeln ja die Reeder nicht mit uns und wenn sic es in Hafenangelegciiheiten tun, so geschieht das nicht um meiner schönen Augen willen, falls ich solcbe baden sollte. Herr Dr. Hccksmer lvcih übrigens, wie ich glaube, daß sich mit mir verhandeln läßt. Abg. Dr. Arendt (Np.): Ich habe mich nicht als den Urheber des Vertrages bezeichnet, sondern nur gefreut, daß meine seinerzeit geäußerten Wünsche in Erfüllung gegangen sind. Ich habe auch den Fortschrittlern nicht unlauteren Wettbeiverb vorgeworfen. Selbst wenn ich das denken würde, würde ich es nicht aussprecheri. (Heiterkeit.) Abg. Dr. Heckscher (Dp.): Wir haben es beim Untergaiig der „Titanic" mit vollem Recht abgelehnt. bei Gelegenheit eines englischen Unglücks unsere eigenen Eiiirichtungeri zu verteidigen. Ob Unternehmer mit oen Arbeitern verhandeln wolleii, ist nicht eine Frage wirtschaftlichen Iuterejscs, sondern, fo^rolen Empfüidens. Art bei Zumctcu* M- „ ■■■■■ -"”9 des Abg. Schumann ist grundsätzlich vom ganten Hause, auch vom Abg. Stolten mißbilligt worden. Ich babc nicht gedrobi, daß Ver- l>andlungcn zwischen Untornchmerii und Arbeitern ,licht mehr geführt werden. Das ist iiicht meiii Amt. Der Vertrag wird in erster und zweiter und aui Antrag Arendt (Rp.) auch gleich in dritter Lesung cn dloc an« genommen. Tic Vorlage betr. statistische Aufnahmen der Vorräte von Ge« treibe und Erzeugnissen der Getreidemiillerri wird in erster und zweiter Lesung und aus Antrag Erzbcrger (Zcutr.^ auch gleich rn dritter Lesung o h n e Erörterung a n g c n o m m c n. ES folgt die erste Beratung de? Gesetzentwurfs betr. die ge« meinsamcn Rechte der Besitze: von S w u I d v e r s ch r c i b u n g c n. Geheimrat Delbrück cnipsicblt die Vorlage. Abg. Tode (Dp.): Ich erkenne an. daß hier ein wichtiger Notstand vorliegt. nämlich, daß wir die Möglichkeit schaffen müssen, bei Fortfall eine? Treuhänders einen neu-.n zu beftellcu ohuc Mitwirkung der Gläubigerverfammlung. Da dies wohl die Ucbcrzcugung de? ganzen Hauses ist, beantrage ich. auch hier mit der erstell die zweite Lesung zu verbinden und die Vorlage sofort auch in dritter Lesung zu erledigen. Die Vorlage wird auch ohne Aussprache in allen drei Lesungen ä n g e n o m m e n. Sonnabend 10 Uhr: RcchnungSsachen, Wahlprüsungcn, Pc« titionen. R e n n w e t t g c s c tz. Schluß 4 Uhr. Lrrftscviffcihrt. Der Plan des OzeanfluljeS. Die Pläne und Boröercitungen für den Versuch, der im Laute dieses Sommers unicrnommcii werden soll, den Rtlonirschen Dzean zu übcrilierien und damit den Preis non 200000 Mk der Londoner Tulln Marl zu erlanncn, ivcrden in einem interessanten Artikel des McClurc's Magazine beschrieben. Ter Mann, der den Versuch iinanziclt niügtich macht, ist Rodman Wananiakel, der Lolin eures reichen Kausnianns und srühcrcn Gencralpostmeisters der Vereinigten Staaten. Gevaut wird die Maschine vo» Glenn H. Eur- tip- der das Gordon-Benelt-Rcnncn in Rheims im Jahre ISX)9 gewann und der durch seine Flugboote sich einen betannlen sllamcn gemacht hat. Flugzeugführer werden ein englischer und ein ameri kanischcr Marincosirzicr sein: von den Engländern ist bereits der Leutnant Portc^geiväblt. Tas Boot der Flugmaschine Ivird Rani» genug für Führer unb die Vorräte und l >/. Tonnen Petroleum und Del bieten. Tic Grundidee des Planes ist, die >90(1 Meile» Zwilchen Neuiundland und Irland ohne Äusenibalt zu durchstiegen. Wenn die Maschine im Atlanlrschen Ozean niedergchen must, so werden die Insassen, lvie man hofft, im Boot in Sicherheit sein: sie werden jedoch keinen Versuch machen, sich lckicder vom Wasser zu erbeben und wcrtcrzuilicgc», sondern warlcn. bis sic gerettet iverden. Sieben Motoren von 200 Pserdekräflen sind jestt i» den Curlrst- Wcrkstättcn nobozu vollendet: jeder bat l Zylinder aus landen Seiten und wiegt etwa 600 Pfund. Einer von diesen soll nach eingehender Prüfung ausgewählt werden. Ter Körper der Maschine, der aus Mahagonislrcsicn gebaut ist, hat etwa die Olestalt eines Riesen- iischcs, mit einer Länge von 35 Fust und einer grössten Breite von 6 Fuß. An dem Rücken dieses Flugfisches befinden sich die beiden Decken, die eine grösttc Länge von 80 Fuß und eine Tiefe von 8 Fuß haben. Tle 12 Fuß messende Schraube mit Mahagoni Flügeln ist vorn an der Maschine angebracht. Tas Flugzeug wird Petroleum nur sür MStuichen Flugzeit mit sich führen. Leutnant Porte bat berechnet, daß sic Frland in 20 bis 24 Stunden erreichen müßten. Tabei ist die Vorausiepnng, daß die Maschine etwa 65 eng lischc Meilen, also gegen l00 Kilometer in der Stunde, fliegt, und daß der Wind N'citcre vierzig Meilen in der Stunde dieser Oiei'chwindigleit liinjuiügt. Tie Turchiübrbarkeit des Planes ist also völlig obliängig vom Winde. Nach einer langen Reibe von Beobachlnnge» mit Flugdrachcn und Sondicrbollons sind die Beamten des Wetterbureaus der Vereinigten Staaten zu folgenden Schlülscn gelangt: daß erstens die vorherrschenden Winde über den Atlantische» Lzcan von Westen nach Osten gehen, daß zweitens diese Winde in einer Höhe von zlvei englischen Meilen oder mehr mit zunehmender Geichwindig. teil und Stetigkeit wehen, und daß drittens die Winde uni so stärker werden, je näher man dem Norden kommt. Aus diesen Er- gcbnislcn daben die kühne» Flieger ihren Plan gebaut, und sie hassen mit .Hilfe der Winde ihr Ziel, den Atlantischen Ozean in der Fliig- maschinc zu kreuzen, glücklich erreichen zu können. vermischte». * Ter Schun des Walfisches. Aus den Vorichloa des Ministers der sranzösischcn Kolonien hat soeben Präsident Poin rare ein Dekret unterzeichnet, -durch das die Waliiickiiagd in den Gewässern des indischen Ozeans und des westlichen Afrikas, die dem französischen Machtbereich unterstehen, geregeli wird. Diese SchnN- maßnabmc war dringend notwendig, iven» »ichl die Wölfische völlig ausgeroltet werden sollte», die, von allen Seiten vo» den Jägern, bedrängt, sich in die llnigegend voi, Madagaskar, her Komorcii und Gabons geflüchtet haben. Schon seit mehreren Fahren hat die sranzösischc Akademie der Wilsenschastcil dafür gewirkt, daß eine iniernationole Regelung her Frage zustande komme. Tie iran zösische Regierung bat nunmehr den Aniang damii gemacht. Ed- viond Perrier, der Direktor des natnrgeichichtlichen Museums, hot als einer der ersten aus die Gefahre» hmaensteien, die den Wal - siich bedroden, niid die allgemeine Auimerksamkeit daraus gelenkt, daß der große Walfisch Grönlands bereits so selten geworden ist, dost sich die Fagd aus ihn kam» noch verlohne. Tic großen Fiichercigesclli'chaitcn haben in allen Meeren Raubbau getrieben, io daß die Norweger, die irüher in den ihnen bciiachbartcii Meere» die Walfische in größter Zahl vorhanden, heute aezivmisier sind, bis zu den Küsten Afrikas zu fahren, um ihre Industrie wcilci zu betreiben. K^»t»mrck-V«rtretev: .tdnm Klreher. Di« tattfdK Frmi im Lazarett. Die Uttbrjmlteiu' iiatürtichc Anlage der Fra.il für die vrrcmkeripftege hat ilir auch da Eingang verschafft, wo der Man» in der Krankenpflege früher Meintferrscher >r>ar, im >— Lazarett. ^ Ach Armeesch we ster lftelt vor Jahren die deutsche Fr>ru schon uii Frieden Einzaig ins Lazarett Die Rote Kreu^-Schivester zur Pflege Vernmndcter im Kriege schien die nächste dazu. Sic hatte unter dein bisher männlichen Sanitätspersonal ihre berechtigte Berufung in dar- Lazarett durch ihre Pflegctängkeit zu criveisen, und das ist ihr geglückt. Man schützt jetzt auch in den vielen Gririnsonlaza- retten Deutschlands, die mit Armeeschivesterii besetzt sind, die Rote Krcuz-Schtvester als loertvollc Kraft am rechten Platz. Sie wird dort mit militärischer Art bekannt, gewinnt Fühlung zu ihr, richtet sich sckwn im Frieden aus sie ein. Im Kriegsfall wird sie einen gut ftinktionierendcn Teil des Sanitätsdienstes Hilden, da durch den wechselnden Dienst im Lazarett eine beträchtlicl>c Anzahl von Schivestcri, mit militärischen Pslegeverhältnisscn vertraut werden. Im Ap o t he len di en st wird die Schwester im La- zarett im Ernstsalle-cuu Plcrtze sein: als. prakftsch geschulte deutsclfe Frau ivird sie in der Küchen- und Wäscheverwaltung tvertvolle Dienste leisten. Der Soldat erkennt sic als „seine Schwester" am roten Kreuz der Tracht. Er lernt ihre iveickze »and. ihre warnte Hilfsbereitschaft auf dem Kraiiienbetl ini Frieden schätzen. Manch junger Bursch träumt auf seinem Schmerzenslager von der Mutteikhcind daheim bei ihren zarten, pftegekundigen Haudreühiingen Er lmut auf sie im Kriege in der Stund« der Not. Als Helferin vom Roten Kreuz schreitet manch ernstes deutsches Mädchen, unter der Schwester lernend, durchs Lazarett. Seine Eigenart, seine niilitärische Disziplin lernt sic rennen. Auch sie will in der Stunde der Not den für das Vaterland Verwundeten bei Transporten an Ver- baird und ErftischungSstellen laben, verbinden, lagern, im Hctiiiatgebiel unter Schwestern pflegen helfen. In ernster Arbeit geht die deutsche Frau unter dem Roten Kreuz zielbewusst ihren Weg. Das Vaterland soll die Früchte ihres Strebcns ernten in ernster Stunde. Doch sic schcrfft's nicht allein' Opferfreudige Herzen und Hände müssen mit ihreni Scherflein Helsen, den hohe» nationalen Gedanken des Roten Kreuzes, durch die reale Basis der nötigen Geldmiltel zu verwirkliche». Dazu gibt 1914, das Jubiläumsjahr des Roten Kreuzes, eilt Halbsahrhundert fruchtbringender Arbeit im Dienst der tziächstenliebe, mit der Roten Kreuz-Sammlung im ganzen Deutschen Reich dem srcudigen Geber aus allen Teilen der Bevölkerung Gelegenheit. Jede Gabe trägt den Stempel des Verständnisses für die nationale Bedentniig des Roten Kreuzes und der Liebe zum Vaterland. .Hauptsaninielstelle für die preußischen Lan- dcsvcrcine ist die Kgl. Sechandlnng, Berlin W., Warkgrascn- ftraste 38. — Ein weiblicher Musen in sdirektor inDcutsch- l a n d. Nach dem unerwarteten Tode von Prof. Fischer in Köln, dem Direktor des Museums für ostasiatische Kunst, ist dessen Leitung seiner Witwe übertragen ivorden. Fischer war Begründer dieses Museums, das. seinem Sanimeltleiß seine Entstehung verdanki. Er hatte in seiner Frau stets eine eifrige Mitarbeiterin und För Herrn. Frau Fischer ist die zweite Frau, die mit der Leitung eines MnsemnS in Dentschland beauftragt wird. Man wird sich erinnern, dah die bekannte und verdiente Anthrovologin. Fräulein Pros. Dr. Mctztorf. viele Jabre bis zu ihrem Tode diese Stellung am Museum in Kiel inne hatte. — Zur Ausbildung der Bibliothekarin. Viele Frauen, die gern Bibliothekarin werden möchten, müssen diesen Wunsch aufgebcn, da in ihrer Stadt keine Ausbildungsmöglichkeit vorhanden ist. Man verlangt als Vorbildung meist eine Volontär- zest in einer gröberen Bibliothek und dazu skenntnissc in Sprachen, auch in alten, imd andere für das Fach besonder- notwendige Studien. In wenigen Orten gibt es vrivate Bibliothekarinncn- schulen, die mit einen, Examen abscklicßcn. Ilm dem Mangel an geeigneter Ausbildung abziihclfen, bat die Stadt Breslau die 2lns- büdung der Bibliothekarinnen übernonimen. Diesem Beispiel ist jetzt Magdeburg gefolgt In beiden Städten liegt die Leitung in den Händen des Stadtbibliothekars. In Breslau haben die Frauen, > die die Kurse absolviert haben, tan alle Lceliungcii iri per Stadl i sie an den Kleider»,^ man wird lic ,vac,am Uiiü fotett au» an selbst befunden. In Magdeburg soll die Ausbildung oicr Halvsahrc umiasicn und im ersten Halbjahr an einer Bolkshchliothek ersolgen. Daneben ist ein praktischer Kursus für Bnclzbindcrci au der Kunst- gcwerbeichule zu nehmen. TaS Lchulgcld beträgt für Einheimische im 1. Halbjahr öO Mk, im 3. und 4. je 100 Mk., während Aus- ivärtige das doppelte zu zahlen haben. Tie Höhe des Schulgeldes im 2. Halbjahr bleibt iyätcren Vereinbarungeii Vorbehalten. — Kindcrschutzheimc. Es ist eine ebenso sonderbare, wie betrübende Tatsache, dass wir Deutschen über ausländische Einrichtungen Bescheid wissen und sie rüchncn, ohne Kenntnis von dem »u haben, unis bei uns Gutes gcschasse» ist. Wer kennt nicht die Dr. Bernardos Homes in London, sei es aus eigener Anschauung, sei cs durch Schriften und Bücher, aber wie wenige sind darüber unterrichtet, daß wir in Frankfurt a. M. Kinderschutzberme haben, die aut ähnlicher Basis vom Jüdischen Frauenbund errichtet, unendlich viel Gutes schaffen. Vor 6 Jahren konnte das Heim gegründet werden, dem jetzt ein zweites gefolgt ist. lieber 100 Mädchen jeden Alters haben dort Schutz gefunden und sind stir ihren Berus gut vorgebildet entlassen worden. Die günstigen Berichte, die von den in . Stellung befindlichen Mädchen eingchen, üciueisen. ivie ernst die Erziehungsarbeit genommen worden ist. — E h e g e s e tz e. In fast allen europäischen Staaten stammen die Gesetze über die Ehe mch Ehescheidung aus einer Zeit, in der die Beschaulichkeit des Lebens Hand in Hand ging mit einer engen Bindung der Familie, in der der Mann allein der erwerbende Teil war, während den weiblichen Mitgliedern die Sorge für den Hauskalt übertragen war. In Zusammenhang damit stand die Auslassung über den Begriff der Ehe. In unseren Tagen ist ihr Inhalt ein anderer geworden und mag man auch diese Veränderung der Anschciunng nicht immer gut heißen, so ivird man sich doch den tierändcrten Verhältnissen anvasscn müssen. Wie stark der Zug der Zeit nach Umänderung der Ehegesetze ist, geht daraus hervor, daß seit dem letzten Jahre Reformvorschläge und Gcsetzes- cntwürte in England, Schweden und Ungarn beraten ivorden sind. Ueberall haben sich die Frauen lebhaft an den Aussprachen beteiligt, wobei sie in England sich besonders der arbeitenden Frauen an den lustigen weisen L.onnenschirmchcn aubriiigeu. schließlich wird die weiße Lommcrmodc vervollständigt durch das weiße Cape. DaS Sommercape ivird in weißen Spitzen oder weißen, Linge- rieftoffe hergestcUt und ganz und gar durchsichtig gehalten icin, so daß das Weiß des Kleides durch das Cape hindürckschimmert. Das sind etwa die Grundlinien der weißen Soinmcnuodc, und tocr iiichi gerade ein Griesgram ist, wird zugeben, datz sie hübsch und lustig genug zu werden verspricht. — D i e Rückkehr d e s D a in e u st i c f c l s. Lange genug hat in der Schuhinodc der Halbschuh eine beinahe tbran- nischc Herrschaft ausgeübt: konnte man doch die eleganten Domen der Großstädte selbst durch den winterlichen Schnee in tict ausgeschnittenen, winzigen Schultchen stopfen sehen. Jetzt fdjeint bie Mode sich — man Darf in diesem Falle iovhl mit Recht sagenz eines Besseren besinnen zu ivollen. Zmrächst bemerkt man, datz der elegante Schuh nicht mehr unbedingt die Kleinheit des chinesischen FiEnjußes haben mutz. Er wird breiter, beauemer. praktischer. Vor allem aber scheinen die Tage des Haibschuhs überbnupt gezählt. Ter nitdiige Schuh wird jetzt nur iwch zum Nachmillagstostüm getragen, während im übrigen der Damcn- stiesct, der lange genug das/Stiefkind der Schuhmode war. jetzt mehr und mehr in den Vordergrund tritt. Er hat die Form eines sehr hohen Schnür sti stets, bei dem die Schnürtöcder nach Möglichkeit zu verbergen /ind. Ter Schaft Ivird aus tollem Tuche oder aus weißem /Cheoreau-Ledcr angeseriigt, während der Schuh selbst ans Larleder ist oder wenigstens eine kurze, runde Lackkavpc zeigt. Äie man sieht, wird auch die. Schuhmode von der großen Modefarbe des Sommers, dem Weiß, bestimmt: und so geböten denn auch zu dem neuen Hoden Schnürstiefel weiße Striinpft. Es versteht sich jedoch, daß der Abendschuh nach wie voi an der niedrigen Form sesthält. Mit Vorliebe werden für den eleganten^Schuh jetzt gold- und silber- gewirkte Stoffe gtroäfütj Dieser Schuh ivird an der Seite geschlossen, und als Schljß wird gern ein Sckmruckstück oder eine Kamee verwandt. Mai 1 = 1 il i! if I fl! 1914 5 C ^ 53 -2 H •i-e ^ z tz> i| 1 s®S® COji i.|r|! 747,7 17 mI 64 NW 2 10 1. i> s *i 7ö3,4 5 3, 4,5 68 NNW 2 10 2. . n 757,1 3,3/ 4,5 67 N 2 ßorfjfie Temveraur ,i 30. April bis 1 Mai 1911 Niedrigste , 30 , . I 1314 Wetter Bed. Himmel Sonnenschein + 14,5 ’a + 5,1°. nenowinen haben, für die unter den bestebendcn Verhältnis,.,, die : iUeltöia/Oglicht ö/o!lülhtungen der §tatisn Eiekien. Möglichkeit der Ehe,weihung fast illusorisch ist. In Schweden »itib j -----n — j —;----; i . — Heiratsverbote vorgesehen för Geisteskranke und Geschlechtskranke, ,'olangc eine Getähr der Jniekkion vorliegt. Eine wesentliche Erleichterung wird für die Ehescheidung gevlant, die bei gegenseitigem Einverständnis probeweise aus ein Jahr ausgesprochen werden soll, dann aber, sobald beide oder auch nur der eine Teil es wünscht, endgültig ausgesprochen wird. Wichtig ist, daß die Scheidung auch aus den Wunsch nur eines der beiden Eheleute durchführbar ist. In Bezug aut die Kinder schlägt der Entwnrt vor. daß die Mutter, kalls ihr die Kinder zugcsprochen sind, auch die allein gesetzliche Vertreterin ist. — Ein weiblicher Kapitän. Eine Dänin, Frau von Banpinz, ist dieser Tage zum Kapitän des Damvfers. der überseeische Reisen ausinhrt, ernannt worden. Frau von Bandinz ist die erste Frau, der man genügend Umsicht und Energie zutraut, das schwere Amt des Kapitäns eines Ozeandampfers auszu- füffen. Sie ist die Frau eines Marinearztes, die im Verlause zahlreicher Reisen in Begleitung ihres Gatten sich mit der Schins- sübrung vertraut gemacht hat Tie ist bereits seit mehreren Jahren Schisiskapitän, aber bisher war sic es nur aus einem Dampfer, der die Ostsee besähet. — Die weiße Mode. Kein Zweisel mehr: Weiß ist der große Trunips der diesjährigen Sommermode! Von Kops bis zu Fuß werden unsere Damen in strahlendein Weiß prangen, und selbst der Sonnenschirm, der ihre schönen Köpfe vor der Tonne schützt, wird die Modefarbe des pommers tragen. Er ivird in weißen Spitzen oder in Batist, oder auch ganz aus weißen Tastbändern hergestellt, die volantartig aneinandergereibt sind, und behauptet die kokette, kleine gewölbte Form, die schon seit einiger Zeit beliebt ist. ?llles. was weiß ist, ist an der Tnges- ordnung. Für die Kleider bilden Spitze und Lingerie, sowie die Betbindung von Batist und Pique b'smd rs bevorzugte Stoffe. Als Volants Iverden ioeiße Bänder velwandl, die wiederum mit Musselin zusammengebracht werden — kurz, die weiße Mode sucht alle Stoffe und Mittel ausznnutzen, deren sic habhaft werden kann. Als Fassung der Tuniken, die im Schnitte der Sommermodc wicdertehren werden, ist ^-chwancnvelz in Aussicht genonrmen, der aller Wahriännnlichkeit nach in der Tommer- mode eine erhebliche Rolle spielen wird. Westen aus weißem Pigne, die an einigen eleganten Sommermodetlen zu sehen waren, werden viele Freundinnen finden. Im großen und ganzen scheint die Neigung der Mode diesmal dalrin zu geben, ganz weiß in weiß zu arbeiten: indessen werden doch Damen, die farbige Gegensätze lieben, aus ihre Rechnung komme». Zum weißen Kleide wird man z. B. auch schwarze Bänder benutzen: desgleichen lassen sich durch farbige Bänder, die dann mit der Gürteltarbc des Kleides übereinslimmen müssen, hübsche Wirkungen erziele». Aber das beliebteste Mittel, um das schnceige Weiß farbig zu beleben, werden wieder bunte Feldblumensträutzc sein. Man wird E i n g e n cm m cn h e i t des Kopfes, Schwindel, Kops weh, Lecstmniuiig und Verdrietzlichkei«, selbst auch Metinaioie, die zur Berzwciilung treibt, sind die bedenklichen und gffarrlichcii Folge,, der Stuhlverstopfung. Die moderne Medijin :uhi ihr daher in jeder möglichen Aeije bei- zukommen und b di nl iich unter den Bitterwässern am liebsten de- „Hunnadi Ja das die ersten Autoritäten aus dein Gebiete der Chemie, «ne 5 v. Licbig, Bansen, Fresenius. Ludwig usw. als hervorragendse, Repräscnianlen der Bilterwässer bezeichnet haben. Vor hem ächlasengchen zu einem halben oder ganzen Weinglas gcnommn. inst Torlehners Hunyadi J.inos Brtter- waiser am andern Aorgen 1—2 breiige, zwanglose Entleerungen hervor: l—2 Blvgläser, nüchtern getrunken, sind ein souveränes, unvergleichlich site.es und angenehmes Ablührmittel, das mehrere Stühle mit sostrger eklatanter Erleichterung und dauerndem Wob beiinhen qmrki. c */s. Iciiegilohe^ Hafermehl macht die Läuglingsmilch leicht verdaulich. verhütet Erbrechen und Duechsall. Deshalb ist es die einzig richtige Kindernahrung, wenn Muttermilch fehlt. Sfanfccsarcitsimeimcfotcii. Gießen. Aufgebot»: April 24. 2lugust Karl Ludwig Bock, Monteur, ßnrt Auguste Viktoria Käs, beide in Gießen. — 25. Otto Hermann Jakob Schmidt, Bureaugehilfc, mit Frieda Marie Christine Schnecko, beide in Gießen. —. 27. Karl Johann Georg bamel, Schneider, mit Anna Elisabetha Dorothea Wörner, beide in Gießen. — Wilhelm Emil Schön, Schlosscrmeister in Gießen, mit Lina Emilie Held in Sechsbelden. — 28. Lothar Erich Schtcisenbaum. Elektrotechniker in Daaden, mit Emma Friederike Buhl in Siegen. — 29. Georg August Emanuel Coulmann, Hauptmann und Kompagnieches in Gießen, mit Karoline Herminc Anna Kellner in Wetzlar. — 30. Karl Josevh Plattner, Glaser und Schreiner, nnt Anna Neeb, beide in Gießen. Eheschließungen: ?lpril 24. Enril Dietz, Bankbeamter in Gießen, mit Hedwig Minna Blencke in Magdeburg. — 25. Friedrich Mar Kartmann, Buchhalter, mit Minna Henriette Frie- derike Elise Werner, beide in Gießen. — Mai 1. Heinrich Karl Christian Währing. Berg-Ingenieur in Röhrigshos. mit Marie Dhilipprne Luise Anna Margarete Nowack in Gießen. Geborene: April 47. Ten, Gärtner Jakob Christian Otto Kart Georg ein Sohn. Friedrich Heinrich Wilhelm. — 20. Dem Polsterer Karl Bohling ein Sohn. Wilhelni. — 22. Dem Hilts- heizer Otto Knctsch ein Sohn, Otw Wilhelm. — Dem Gastwirt Wilhelm Kraushaar eine Tochter. - 23. Den, Dienstmann Christian Noll eine Tockrter. Helene. — 24 Dem Weißbinder- meister Karl Schäser ein Sohn, Wilhelm Philipp Karl. — Dem Schreiner Julius Rühl eine Tochter, Lieselotte. — Dem Bureau- gehilicn Karl Weber eine Tochter. Marianne Lina Frieda Wil- helmine. — 25. Dein Lokomotivheizer Karl Henschel ein Sohn, Gerhard Heinz. — Dem Streckenarbeiter Konrad Höbet ein Sohn, Wilhelm Heinrich Friedrich. — Dem Althändlcr Wilhelm Schneller ein Sohn. Karl Heinrich — 27. Dem Anwaltsgehilsen Karl .Heller ein Sohn. — 29. Dem Eisendreher Karl Marti» Schäser ein« Tochter, Mathilde. Stcrbcsälle: April 24. Karoline Thurn, aeb. Köbig, 61 Jahre alt, Ludwigstraße 4l. — 26. Christian Emil Jaiob Steuerwald, Fcldschütz, 66 Jahre alt, Neustadt 78. — Heinrich Ruvvel, Taglöhner, 47 Jahre alt, Löwengassc 9. - 28 Konrad P'eiier, Taglöhner, 35 Jahre alt, Lindcnplatz 11. — 29 Helene Hill, gcb. Schmittdiel, 27 Jahre alt, Babnhosstraßc 20. — Hedwig Dorothea Minna Hofmann, I Jahr alt, Frankfurter Straße 134. — 30. Heinrich Karl Ernst Emil Fritz Lotz. 5 Monate alt, Cderstraße 6. — Johann Burk, 2 Jahre alt, Teiiselslust- gärtchen 5. Ludwig Spuck, Gastwirt, 51 Jahre alt, Rord- Anlage 38. All,ach. Geborene: April 17. Dem Steinbrecher Philipp Hahn eine Tochter, Margaretha. Büdingen. Geburten: Dem Kaufmann Karl Rieheling eine Tochter, Helen« Louise Elisabeth. Friedberg. Aufgebote: April 22. Karl Heinrich Köhler, Bahnar- befter, mit Anna Elisabetha Dönges, Heid' in Friedbeeg-Faucr- b„ch — 23. Otto Anton Schneider. Buchbinder, mit Luise Hen- r«n»te Euler, beide in Gießen. — 25. Heinrich Joseph Limbach, Bautührer in Friedberg, mit Karoline Meher in Idstein. — 29. Otto Arno Löchner, Kaufmann in Frankfurt a. M., mit Helene Eichler in Friedberg. Eheschließungen: April 27. Johann Karl Friedrich Fleschmann, Betriebsbeamier in Mülheim a. Rhein, mit Panlina Seidel in Anstoß, Gemeinde Büschergrund. — Karl Friedrich Seiler, Friseur, mit Anna Amalie Merkt Wwe. geb. Prechll, Friseuse, beide in Friedberg. Geborene: April 21. Dem Taglöhncr Otto Linkmann ein Sohn, Willi Ignaz. — Dem Maschincnhändlcr Wilhelm Holler ein Sahn, Ludwig. — 28. Dem Schlosser Adam Klein- tops eine Tochter, Mathilde. Großen-Lindcn. Aufgebote: April 23. Heinrich Bielmetter, Streckenarbeiter, mit Ehrisnna Weber, beide in Grotzcn-Linden. Eheschließungen: April 25. Christian Albert 5saupt, Maler in Climbach, mit 2lnna Peter in Grotzen-Linden. — Johann Georg Ott, Dienstknecht in Creglingen, mit Margareta Müller in Großen-Linden. — 26. Wilhelm Jung. Hilssmontenr in Klein-Linden, nrit Katharina Nepp in Graßen-Linden. Grünbcrg. Eheschließungen: April 27. Heinrich Ritter, Metzger, mit Anna Schäser, beide in Lauter. Geborene: April 14. Dem Dienstknecht Adam Horsi eine Tochter, Lina. — 16. Dem Küfer Ernst Möller ein Sohn, Georg Konrad. — 22. Dem Landbriciträgcr Johann Jakob Hoilmann eine Tochter, Elisabeth. — Dem Stukkateur Friedrich Philipp Michel eine Tochter, Johanna. — 23. Dem Weber Peter Betz ein Sohn, August Otto. Stcrbefälle: Avril 24. Johannes Schweißguth, Rentner, 72 Jahre alt. Langsdorf. Sterbe f alle: April. JvhanneS Köhlerl., Rentner. 78 Jahre alt. Lauterbach. A u t g e b o t c: April 23. Johann Friedrich Orth, Arbeiter in Schlüchtern, nrit Elisabetha Hedrich in Lauterbach. Eheschließungen: April 4. Kart Repo, Lehrer in Psordt, mit Sophie Elisabetha Maria Sandmann i» Lanterbach — Heinrich Göttlich Kraft, Landwirt in Lauterbach, mit Katharina George in lldenbauien. — 11. Friedrich Adam Setzer, Sattler in Mandern, mit Anna Elisabetha Döring in Lauterbach. — 18. Heinrich Jacob Ruiitel, Horndrcher in Alsscld, mit Katharina Stein jn Lauterbach.. Rcb/ene: Avril 4. Den, Schmied Georg Ziegenhain eine 7-oFr. Anna Marie. - 6. Ten, Taglöhncr Johmm^ Rehbeig^ein Sohn, .Will»elm. — 16. Ten, Schloiier Wilhelm Gode ei Andreas!._____ Stfccfältc: April 1. Eliiabeiha Stoll. geh. Rahner Wwe., TDahre alt. — 29. Anna Marie Sifimnn 9n ->. :»cfiter Jöärbata Elisabeth-. — 17. Dem Taglöhncr sedrich IV. ei» Sohn, Heinrich. El, Geometcsn G e Lina. St 71 Jahrs Au Wirt, mi G c eine To Tochter, S t c! Eh nisch IV. Ballhaser 29. ?lnna Marie Schwarz, 20 Jahre alt. Lickt. lictzungcn: Avril 25. Johannes Ludwig Jäger, t Gießen, mit Margarete Eise in Lich. c n e Dem Landwirt Karl Habermehl eine Tochter, Reiskirchen. cfällc: April 26. Heinrich Menget I., Auszüger, lt. Schotte». ^ botc: April 30. Georg Spanier IV., Metzger und karic Katharine Grrndbomme, beide in Schotten, ene: Apri 26 D m Sattler Hein'.ich Tambmann Ottilie. — Dem Raurergehilftn Karl Fritz eine bina. Gefälle: April 28. Konrad Rockemer, Rentner, Wabenborn-Steinberg. l i e ß u n g e n: Avril 25. Der Wagner Ludwig Dar- l Maria Jung, beide von Steinberg. — Der Schmied iß V. mit Kaiharina Happel, beide von Watzenborn. jiie. bitte Mama! oft ruft cs so aus Kindermund, wenn Fritzc! oder Mariechen die Mutter mit der Scotts Eiiiull^'Flasche sehen. Die Kinder fühlen unwill- kürlicvie gut Scotts Eniulsion für sic ist, die ihnen Kinde !vortresslich schmeckt und die darum in jede >e gehört. rv Un1ih*r!roff§a ,in seiner rasch, j u. vorzüglich. Wirkung, ln allen ikeko