Tlr. \i 2 Der Sieszener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag?. - Beilagen: viermal u'öcbenklich «letzcnerZamtiienbiätter; zweimal n'Lcheiul.iileiz- dlaftsüttzenKteit Siehe« tTieiistag »ndFrcitngt: zweimal monail. Landwirtschaftlich« äeitfragen Fernivrech - Anschtässe: ftir di« Redaktion 112 . Verlag ». Crveditcon öt Adrclic ftir Teveschen: Anzeiger Gießen. Annahme v»!i Anzeige» ftir die Tligesninniner bis oorinittags 9 Uhr. Erstes Blatt 164. Jahrgang Samstag, 2. Mai 191.4 GNMrrDWM General-Anzeiger für Oberhessen Rofafionsöruif nn6 Verlag i>er vrühl'schr» llnia.-vilch- lind Stein-riickerei N. Lanae. Redakkion. Erpkdition »nd vruckerei: Schulftrahe 7. An^igmleg:' H? Bei". Ve;uq4preiS: monatlich 75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- tu Z,veig''tellen monatlich 6^ Pf.: durch diePostMk.L.—Vierteljahr!. ausschl. Bestellst. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfenuiq. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für beit polit. Teil: Auq. Goetz; für .Feuilleton", .Vev luischtes" und..Gerichtssaal": Karl SHeuratb; für „Stabt und Land": Die heutige Nummer umfaßt 20 Seiten. politische woehenschau. Gießen, 2. Mai. Dienstag wurde im preußischen Abgeordnetenhanc moth einmal der bekannte gefälschte V.aifcrbricf nn die Landgräsin von Homburg zur Sprache gebracht, und zlvar glaubte der Zeutrumoabgeorducte Tr. Porsch alle Schuld vom Zentrum abivälzcu zu können. Es ist ihm aber nicht gelungen, und loenn nun die Akten über diesen Fall ge schlossen werden, so darf noch einmal festgestellt werdeit, iiaß die führenden Zentrumsmänner zum mindesten schtrwre lUnterlasfungssündeu auf dein Gewissen haben. Tic Dar Ztellung des Herrn Porsch, die „Rheinisch-Westsäl. Ztg." iyabc zuerst von dem »aiserbriese Mitteilung gemacht und nach seinem Verbleib gefragt, ist nicht richtig, denn der Brief >var vorher schon in einem Trierer Zentrumsblatt und in der Münchener „Allgemeinen Rundschau" ermähnt worden. Der ZentrumSreduer erklärte, leider seien zwei Blätter seiner Partei der „Rhein -Wests. Ztg." „i u d i c Falle gegangen". Das klingt sehr merkwürdig. Wenn diese beiden Blätter, nämlich der „Aachener Volks freund" und die „Allgemeine Rundschau" des RnchStags abg. Tr. Jäger, n a ch der „Rhein.-Wests. Ztg." noch mehr zu wissen Vorgaben und eben die Fälschungen produzierten, io muß das doch etwas anders bezeichnet werden. Der „Aachener BoilSjreund" hat inzwischen dem Abg. Tr. Porsch folgendes entgegnet: „Schon vor sechs Jahren Ixit der „B a » rifchc Kurie r" den Uaiserbrief erwähnt und am 10. Dezember 1912 hat der „Deutsche SoltiTttunb", ein badischer Zcu- trumsblatl, sogar einen Sah ans dem gefälschten Brief vcr- ösjentlicht. Ter vermeintliche Briesinhalt war bekannt: das setze abzuürcitc», in ein n » tz l o > c s B c g i » n c n. Als der „Bolkssrcniid" die Angrlegenl>eit zur Sprache brachte, frei man Von alten Seiten mit Kennermiene ans b n Türen: sogar ber u in st,r i t t e n e Satz ivurdc bestätigt: io im „Bäuerischen Kurier" Rr. 8kl. int „Badischen Beobachter-" Nr. 82, in der „Augsburger Postzcitnng" Nr. 13ö und in der Korrespondenz Erzberger. Er handelt sich also nicht um deu ettoa isolierten „Bolkssrcniid" und NM die „Allgemeine Rundschau", tvic letzt die Tialekiik seststellcn möchlc." Höct.snvahrschcinlich waren die Ausstrruuugeit, die auch der Kultusminister v. Trott zu Solz nochmals als „schlimmste BruunenVergiftung' bezcichnete, schon niündlich in Kleriker- kreise» im Umlauf, bevor in der Presse überhaupt etwas davon erschien. Wer sollte ein JnterMsc daran gesunden haben, jene Fälschung zu ersinnen? Du Anfang war es, das wollen wir den Zentrumskreiseik gerne zugute halten, vielleicht lediglich ein Mißverständnis. ES tvor ettvas von dem Kaiserlichen Briese durchgesickert (zunächst ab.'r doch wohl nicht zu vrotestnntischen Cljreii); man war vielleicht enttäuscht darüber gewesen, daß der Kaiser siih nicht dirett als ein Freund und Verehrer des Katholizisinus bezeichnet hatte. Man weiß ja, tvie Klatsch zu entstehen pflegt. Ta genaueres nicht zu erfahren war — tvir können es Tr. Porsch ruhig glauben, daß Kardinal Kopp den Brief nicht aus der Hand gab —wurde ge munkelt und gctuschett, und aus einmal entstand das Gerücht, der Kaiser habe sich ab- sättig über -den Katholizismus geäußert. T-as mag dann auch dem katholisch-theologischen Mitarbeiter der „Rhein.- Wests. Ztg." zu Ohren gekomineu sein. Ter Zentrumsabgeordnete Tr. Jäger selbst bestätigt diese Auffassung in Das Variete von der anderen Seite. Von Peter Panter. In der »cucslcn Nummer der „Schaubühne" (Herausgeber Siegfried Jacobsohn, Berlin! entwirft Peter Panter, dessen kritikch-bumorvollc Petraä lungen sieb seit langem einer ganz besonderen Beachtung erfreuen dürse», das nachstehende Bild „Hinter den Kulissen eines große» Berliner Varietes". Neulich haben wir im „Wintergarten" hinter die Knlisten geguckt. Eigentlich möchte man ja den Tinge» ganz aut den Grund leben, möchte dabei sein, wie aus den Probebühncn dcr Artißen die Nummern zustande kommen, möchte sehen, wer Ivcn wie engagiert — aber inan sah auch io sckwn einiges. Tic Kehrseite dieses ersten uird einzigen Berliner Varietes stebt in geradezu groteskem Gegensatz zu deni, was sich da vorne absviclt. Es ist da hinten kein leichtes arbeiten: die Bühne ist nicht sehr tiei, und man muß mit den Reguiiitcn vor »nd zurück und wieder zurück und wi'der, vor. Aber das besorgen die paar Arbeiter in ichlurck:ciiden Filzvantinen sehr gut, und das Ganze klavvt wie geölt. Oben aut dem Schnürboden Himmeln ein vaar, und da hinten hat alles ein sehr gemächliches a.cmpo. Tie Hanskapellc schmettert die Ouvertüre, ein Potpourri aus Oiscnbach, »nd während vorn der Cancan hüvst nno^das Publikum murmelt, stehe» hinter einer straften, grobe» «oil’ leinewand — so sicht der Vorhang von hinten aus - Ezzentrics mit roten Nasen und blaue» Backen und treten l>ch zum Zeitvertreib aus den Bäuchen herum. T-ann klingelt jemand sehr scharf, der Regisseur cim Smoking' geht langsam von der Bühne, sagt mit Schwung: „Auf!" — und die Arbeiter oben brebeu den Vorhang in die Höhe. Ter Kunstmaler eooderttrom und ich, tvir dürscn an den Bühncnausgnck des Feuerwehrmannes treten „Aoh! Zick würde Sw zeigen eine fleinc_HnnitHuef Und schon kugeln sie schreiend übereinander her. -sic tchwitzcn nnler der Schminke, nnü ihre Augen sind durchaus nicht so iröhltch wie ihr Gebrüll. Im übrigen batten wir gerade Karwoche, und die Rcgicrungsräte liefen herum und paßten aut, da» auch alle hübsch fromm seien, und daß niemand mehr lachte, als es in Gemäßheit Lucas 23, 46 angemessen war. Nun gut, das Programm war denn auch entiprechnmo traurig, und bis out ein ^vaar Ausnahmen mußte der Regisseur den Humor beltreuen a.aS tat er denn redlich. Man denke sich einen mävtg gronen Raum von allerhand Gerünivcl erfüllt: aber das Gerümpel^entpuvM ttch bei Ramveulich, als strahlende Rcanisitcn, und Stuhle, Tuche, Holikeulen, Parageienkisigc lind nach einem wohlerwogenen Plan ausgebant. Ans irgend einem Grunde ist das alles entsetzlich traurig: die aniaelpanntcil Rückwandprospekte, die gewöhnlich einen sccn- battcn Saal oder irgend eine romantische Landschalt darttellen, zeigen sich hier als trübes Segeltuch, auf dem in dicken schwarzen einer Schlußerklärung, die er an die Presse versendet. Es heißt darin: Ich habe bereits in Nr. 13 der „Allgemeinen Rundschau" erklärt, daß sch meine Micteilungen von de»! verstorbenen Tr. Ä r» n i m K auic n erhallen habe, der selbst durchaus vertrauenswürdig sich am einen ebenfalls vertrauenswürdigen Gewährsmann ft ü den zu sollen glaubte. Nach dem Tcmenli der „Norddeutschen Allgemcin-'n Zeitung" habe ich dann in Nr. 16 der „Allgemeine» Rundschau" vom 18. Avril frei willig erklärt, daß der Beweis für die Richligteil des Inhalts des KaiscrbrieseS von mir nicht geführt werden kann, »nd daß ich daher meine Angaben in dieser Pcziebuna nicht aufrecht halte. Ich habe auch schon in beut ersten Artikel IN Nr. 13 der „Allgemeinen Rundschau" vom 28. März bezwciselt, ob meine Angaben den richtigen Wortlaut enthielten. Taß bei dcrartig-n Mitteilungen leicht II ebertreib n n gen und Entstellung e» unterlaufen, war mir klar. Entscheidend war sür mich ber Umstand, daß Kardinal Kopv etwa von 1902 ab den Brief an sich genommen mrd bis zu seinem Tode verwahrt lnittr Tos mußte bei mir und vielen anderen den Eindruck macken, als lägen wichtige, innere sachliche Gründe zur Gehcini- haltnn^vor. Ich bin nun von der oben erwähnten ersten zuständigen Stelle auch über diesen Punkt aufgeklärt morde». Tie Zu- rüclhaltnng des Brieses durch best Kardinal geschah »ick! wegen des Inhalts des Briefes an sich, sondern ivril der Kardinal fürchtete, daß bei der Slimmung, die damals best^tid, durch Wcitcr- tragcn einiger Stellen des Brieses von Mund zunliimd mißbräuchliche Auslegungen und Umbentungen stattsinden könnten. TnS ist die Hauptsache: nxirum haben die sührendeu Zentrumskreise, die. verpflichtet waren, der Sache nactz- zugehen und die es gewiß auch getan chaven, die Fälschung solange verbreiten lassen, ohne dagegen ein- zuschreite»? Sie lvaren im Besitz des Briefes: wenn sie ihn natürlich auch nicht veröfsentltchen konnten, so mußten sie doch öffentlich erklären, daß an den falschen Behauptungen nichts wahres sei! Tamil wäre dem Kaiser sür sein stetes Wohlwollen und Interesse dem Katholizismus gegenüber wahrlich besser gedient gewesen, als mit den nachirägUchen. gewundene» Eiitschnldigungen. Was Tr. Jäger über die Gründe der Zilrücknattung des Kardinals Kopp sagt, ist nicht stichhaltig. Wenn damals rund heraus, wie es heute ja verspätet geschieht, erklärt worden wäre, es sei an dem Briet nichts für tvie Katholiken verletzendes, wer hätte dann noch „mißbräuchlichft Auslegungen" und „Uindeiitnngen" sich gestatten können? Mau hat aber der amtlichen „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" das erste Teinenti überlassen u»d dabei vielleicht aus neuen Stoff und Anlaß gewartet, das interessante und beliebte Thema weiter aiiszudehnen. Bei der Frage nach den Gründen, die für die behagliche Zuschauerrolle der Zeiltrumsspstze» maßgebend waren, ist man natürlich aus Vermutungen angewiesen. Aber ist dabei nicht in Betracht zu ziehen, daß die Hüter des Geheimnisses der sogenannten „Berliner" Richtung angehör'en? Dieser tvar es vermutlich gleichgültig, ob in Rom und anderswo wieder einmal Mißtraue» gegen das protestantische .Kaisertum ges-i.-t wurde. Undenkbar ist es jedeiisalts, daß protestantische oder nationale Streif# irgend ein Interesse daran gehabt hätten, dem Kaiser solche Unannehmlichkciteii zu bereiten. Doppelt befremdlich wirkt diese Bruuiieuvergistung und ihre Tul- dung bei der Tatsache, daß der Kaiser so häufig. Tieneim der tatholischeu Kirche sein besonderes Interesse und Wohlwollen bewiesen hat! Während das Hauplereignis in der auswärtigen Politik, die nierikanische Berwicklung, durch eine Pause, einen Waffenstillstand und den Versuch einer Vermittlung, unterbrochen worden ist, während Graf Berchtotd nach der cr- Buchstaben „Imprägniert" steht. Dahinter quält einer. TaS ist der Mann, der vorhin mit seiner (leinen Pupp: und seinem redenden Bauch nach Vorne gegangen ist. Sie sind beide tvachs- gelb geichminit, und »UN singen sie sich eins. Ab »nd zu lachen die Leute, und das Ganze tut einem sehr leid. Tie Arbeiter unterhalten sich ilüstcrnd, der Clown geht ernst in der Kniebeuge spaziere», niemand achtet au» ihn. Tic Sache draußen ist soweit gediehen, daß der Vorhang fallen kann und sich tvicder und wieder über dem däntenden Künstler hebt. Ich dachte mir immer: !N solchem Augenblick ist der Mann von der „Tlallwachc" sprungbereit am Ausguck, um genau abznschätzcn, wir oft man noch heben und senken dürfe. Das Programm wickelte sich ab. Wir standen zwischen de» KnUn'en. Ab und zu lies uns jenrand eine Kulisse in den Leib, und wir spähten ausmcrksam durch alle Ritzen. Wir sahen die weitaus beste Nummer dieses Programms: ?lrgentina, eine famose Tänzerin, die sich mit einem süßlich bewußten Lächeln an dos Publikum scstsongtc, es nicht mehr sestsaugte, es nicht Mehr los ließ »nd mit den Castagnctten lockte »nd anstacheltc. Sie stampfte ans ihren kleinen seftcn Füßen an der Rampe entlang, durch die Erschütterung stieg der Staub doch, vermischte sich mit dem Zigarettenrauch und umhüllte alles mit einem seinen gelben Tunst. Tie Ülrgcntina schob die Schulterknochen aus eine unerhörte Weise zusammen, sic tvar nicht sehr stark dekolletiert, aber sic züngelte leicht »nd war nackter als nackt. Tann sahen wir ei» Stück Programm von vorn. Tic TeSmond trat ans »nd ihr Tan, sagte ununterbrochen: „Seht einmal, wie wenig ich anhabc! Nur ei» weißes Höschen, einen Büstenbalter aus Stoff und einen leichten Gazeschleier, dttrch den ihr hindurchsehcn könnt. .Herrgott, was bin ich nackend!" Und als wir dieses zimperliche Genrebild übcrstandcn hatten, und noch ein paar mäßige Nummern dazu, gingen wir wieder nach hinten, um das Schönste zu sehen, was dieser „Wintcrgartcil" bieten kann: die Girls. Born auf der Bühne sang Papagei Lora das schöne Lied von nnscrS alten Kaisers Lieblingsblume, und die Tränen liefen einem nur io herunter vor Lachen. „Wollen wir das noch mal singen?" hörte man den Dresseur fragen. Und sie sangen es noch mal. Aber dann kamen aus ihren Garderoben die zwölf Sunihinc Girls, und sie schwatzten und lachten leise, und es war wie in einem Vogelkäfig. Sic sahen alle aus wie dicke, kleine, gelbe Lustballons, und sie ichlcppten gleichmütig das sinnlose Zeug zusammen — diesmal waren cs^Golsschläger — womit sie nachher Wunder verrichten würden. Sic sletschtcn den Regisseur frcundlich^an, die Verständigung war mangclhast, man stand sich also gut. Tie waren einander völlig ähnlich: es war Blasvhcmie, die eine auf dem Stuhl heimlich für hübscher zu halten als die anderen. Und dann rauschte draußen,dcr eBciso linder Vorhang -ging ans lind wieder herunter, der Regisseur sagte: „SchllUluß!", und «an trug Lora heraus, der freuliche» Begegnitiiii in ?Ibbazia in einem verständlichen Optimismus schtvelql, steht Frankreich, das Land der Senso tionen, wieder einmal vor einer innerpolitischen Llbrech- »ung. Tie Ergebnisse der Kammerwahlen liegen vor. Ta der Ausgang von 2öO Stichwahlen abzuwarten bleibt, lann über die Bedeutmig dieser Wahlen noch nichts Feststehendes gesagt werden. Tie Linke, von Caillanx bis zu Janrös, er- Uärt, gesiegt zu haben, die Rechte, Barthou-Briand, trium s hiert, wie aus den Pressestimlnen hervorgeht, ebenfalls. Bei der gegemvärtigen Berschwommenheit der Parieis-är- bungen in Frankreich nimmt dies nicht wunder: man tvird erst klar sehen, wenn das Ministerium in der neu gewählten Kammer wieder einmal vor eine Vertrauensfrage gestellt sein tvird. Soviel läßt sich annehnien, daß fiir die 2lufrechi- erhaltung der dreijährigen Dienstzeit eine große Mehrheit erreicht ivorden ist. Wie es aber mit der Tecknng der Kosten, besonders der Frage der Einkommensteuer, bestellt sein wird, ist vorläufig dunkel gevlieben. In Paris selbst ist ein Ruck nach rechts sestzustellen: Tie konservativen Stim- »ie» haben zugenommen, von den 24 (Gewählten sind 14 Anhänger der Rechten. Im nllgemeiiicn tvird verniritlich die neue Kammer nicht viel anders aiisfeheu wie die alte. Vielleicht wird die bevorstehende Resorm des Wahlreckfts später einmal wieder klarere Parteiverhältnisse fdjoffctt. Tie Anhänger der Verhältniswahl haben nackt den vor liegenden Meldungen bei den Wahlen gut abgeschnitteu. Die Universität Zrai'ksurt im preußischen ribycorSnetenhaus. I in p r e u ß i s ch e n A bg e o rdn e t e n h a u s kam ain gestrigen Freitag bei der Weiterberatung des Knltusvor- anschlags auch die F r a n k s u r t e r Universitäts- frage zur Sprache, Hierzu liegen zwei Anträge Winck ler (Kons.) und Dr. Friedberg (Natl.) vor, die beide die Errichtung einer theologischen Fakultät an der Universität Frankfurt fordern, die bekanntlich eine Pribat- stistiliig ist. Ter Antrag Winckler will hierfür erforderiichen- falls Staatsmittel bereitfteilcu, während der Antrag Fried berg verlangt, iurß dies ohne Staatsmittel geschehen soll. Ter Kultusminister ist der Verwendung von Staatsmitteln nicht abgeneigt, es frage sich nur, sägte er hinzu, ob der Finauzmiuister solche bereitstellen kann. Der Vertreter von Frantsurt, der Abg. Leser (Volksp.), behandelte die Angelegenheit mit gutem Humor, er kam zu dem Ergebnis, daß der Staat, wenn er einer Stadt eine F-alnltät ausztviilgeii tvill, auch die Mittel dazu hergebeu solle. Tie beiden Anträge werden au den Audgetausschuß vertviesen. Bon besonderem Interesse waren die Llus- führungen des sreikonservativeu Marburger M-geordneteu Dr. B re d l. Er erklärte u. a.: Selbstverständlich stehe ich auf dem Standpunkte, daß zu einer richtigen Universität eine theologische Fakultät gehört, aber wir müssen doch hier die Frage auswerseu, ob es sich bei der Frankfurter Universität ivirklich um eine Universität handelt. In der staatswissenschastlicheii Fakultät werden z. B. Tinge g? lehrt, denen mau eigentlich einen Ivissenschastlicheu Charakter nicht mehr zusprechen kann. Es sollen hier Bvrlesungen über WarenkalklUation, kaufmännisches Rechnen usw. abgehalten werden. TaS kann man als Wissenschaft aber unter keinen Umständen bezeichnen. Ich glaube, daß in Franks,irt gar nicht das richtige Milieu sür eine evangelisch-theologische Fakultät vorhanden ist. und sür eine latholisch- theologische Fakultät liegt sicherlich kein Bedürfnis Vvr, nachdem wir eben erst in Münster eine neue Fakiiltät errichtet noch der Bauch bibberte. Und dann stieß mich Söderström an das Guckloch, und aus einmal waren die zwöls cuqlischen Sonnenschein» Mädchen ans der Bühne und standen in zierlichen Gruppen umher. Und dann trieb das Orchester sic an, „nd sie trieben das Orchester an, und sic schlkuderten ihre GolsschläIer und ihre Rackcts in die Lust Itznd dann, ja dann sangen sie. Sie sangen mit ihren kleinen Vogelstimmen ein dummes Lied, der Rcslektor überschüttete sie mit gelbem und weißem Licht, und ihre Augen waren vupve.nhast starr und sahen aus wie kugeliges Glas. Die taten nackt allerhand, dei Puder stäubte, und die Gesichter, die mitunter geschminkt und bewegungslos vor unfern Gucklöchern standen, waren bester Toulouse Lautrer. Und schließlich sormierten sic sich in eine einzige Reihe, die wir gerade herunter scheu konnten, und dann stürmten sie vor. so daß wir dachten, sie würden ins Orchester sollen, aber ein Trommelwirbel kommandierte ihnen Halt, und da standen sic nun in ihrer schmachtenden Schlußpose: kaltig, geschminkt, gevudert, bunt, slirrcnd, ein anbctungslvürdiges Stück Unnatur. Große Berliner tt»nste große Knnstscha» am Lehrter Bahnhof ihre Psorcen geössnet. Ter Zahl der ausgestellten Werke »ach ist sie eher beträchtlich.-r als ihre Vorgänger: die manniasaltigcn Interessen, denen sic zu dienen hat. lassen eben eine Pcrmindcrung ihres UmjaiigS nicht zu, und es iß daher müßig, immer wieder dieselben Klagen zu erhebe». Wichtiger ist, daß man durch die Anordnung und Zu- sammensassung Don_ Gruvven die Uebertichtlichkcit zu erhöhen versucht Hai und daß der Ballast des völlig Unzulänglichen vermindert worden ist. Man hat die TchrcckenSkammern an der Pcrivheric mit Glück vermieden: überall iindct nian zwischen Beianglosent loicdcr ein Werk, das interessiert, und wenn ein Saal wie der dcr^ Münchener Künstlergenosienschast ganz aus- sällt, io liegt die Schuld an den Malern, die iich hier zusammen- sanden. Das allgemeine Niveau hält sich ans achtbarer Höhe, ohne Ucbcrraschungen zu bieten: die ?Naler, die man seit langem kennt, ein Kall morgen. Bracht, Lang Hammer, Loo- schcn, Tchnltc im Hof (mit einem Bildnis des Rcichskan;» lers', Bürger, Sandrock, Engel, Tettmann, Uth, Wildhagcn, A artig, Wendel und viele andere kommen io wieder wie man sie kennt: aus der alten Sezession ist nun auch Martin Brandenburg mit neuen Varianten seiner Mär- chenstosse heimqckehrt, und ebenso begegnet man mit einiger Uebcrraschnng Ludwig von Hosmann. Als Auftakt Hai man eine „K u n st h i st o r i s ch e Abteilung" gegeben, deren Thema „Berliner Klinst der Zeit Wilhelms I." lautet. Leicht cinzusehcn sind die Gründe dieser Wahl nicht, obwoh! manch feineres Stück, io von Menzel, St cf- fiabf;:. SchüaKich muß.«bet auch öa:> betont werben: '.Di a r i>ii v i] ist von jeher besonders bedeutend gewesen durch seine theologische Fakultät. Da sollte man jetzt nicht eine .Konkurrcuzfakultäl in Frankfurt errichten Marburg wird ohnedies schon ungefähr die Hälfte seiner Studierenden an Frankfurt abgeben müsse». Lassen >vir die Frankfurter Uni versität »ich ruhig so entwickeln, wie eS dem liieiske ihrer Stifter entspricht, dann werden schließlich alle Teile auf ihre Rechnung kommen. Mexiko miZ die Einstellung der Zeinüseligkei eil. Washington, l. Mai. Huerta hat den Borschlag ans Einstellung der Feindseligkeiten zwischen den Bereinigten Staaten und Mexiko während der Be r- mi kte l n n gSa kti o» angenonrmen. Rach einer Nach- richt ans der Stadt Mexiko soll ei» Tr. Ryan, eine amerikanischer Angestellter der amerikanische» Regierung, der Flüchtlingen geholfen hat, heute als Spion hingerich« tet werden. Staatssekretär Br hau habe - obgleich er die Meldung nickt glaubt — dringende Borstellunge» bei dem spanischen Botschafter, der Huerta hier vertritt, er hoben. Washington. I Mai. Huerta hm versprochen, Tr. Rmin in Freiheit ,u feien, falls es iidi hercuisstellt, daß er ln Zaeateeas ge'anaen geilallen werde, wie der brasilianische »Nd der spanische Botichaner bcrichirt hätten. Vizekonsul Miller hat berichtet, daß er aus da-.- Versprechen unbedingtst Schutzes ieicens des Generals Zaragoßa der Bundes- lruvpen hin das amerikanische Konsulat in Ta m uiro wieder geöiinet habe. W a , b i n g t o ii, l. Mai. Admiral M a n o bestätigt, daß die Rebelten einen unter kubanischer Flagge iahrendeu Postdampser angegri iei, haben. Ter Kapitän des englischen Kreuzers „Her- inivnc", der rangältefte der ausländischen Ftottenosstziere, hat Ee- klärunge» gefordert. Tic Rebellen erwiderten, sie wollten Verbindern, daß eine Ladung die Bunder-truvvcn erreichte. Das Schiss ftcr später unter bnu Schutze des Feuers des den BimdeStriippe» gehörigen Kanonenbootes in El Paso ein. Earranza hot die Mobilisier » n g iwn 12 OOO Mann zuwege gebracht, die unter .der Führung Billa« Tamviro an grriien sollen - Ter Schwiegeriohn Eorranzas erklärt einen W a s te n st i l l sta n d mit Nvrd-Meriko für it it m ö g 1 i di. Tie Hikscleistnng des Kreuzers Tresde». Im Aincklust au die Nachrichten über die Tätigkeit des Kreuzer „De-den", die vor einigen Tggen dnrdi ftie Presse ginge», inerte, jo schreibt das Wolfs Bureau, die Tatsache interessieren, vast na ' dm jetzt vorliegenden amtlichen B e r i d> t e » außer den bereits gemeldeten Äitfrleistnngen 150 amerikanische Staatsangehörige aus Veranlassung des Kommandanten des Kreuzers „Dresden" d u r d) einen Offizier dieses Schi lies bei N a d! t aus d e III bedrohte» Hotel und in Sicherheit aus dir Schisse gebracht ivorden sind. Dentsccke» NeicÄ, Ter Kaiser in Korfu. Aus Korfu wird gemeldet: Der Kaiser hörte Freilag vormittag die Borträge der drei KabinettSchefS und des Gesandten v. Treucler Für Mittagstafel waren geladen die Königin der Hellenen, der Gesandte Graf Onattt, Admiral Soudwn und andere. 0? eneral öfter fr v. Kessel beging am I. -Mai sein 50s 'ihrig.- Militärdienstiiikiläum. Ans diesem Anlaß wurde vor der Tasel eine kurze Feier abgehalten, wobei der Kaiser dem Jubilar sein Portrait in Oel überreichte und eine K abine,ts- ordre »erlesen ließ. Bei der Tasel konzertierte die Kapelle der , Holienzollern". — Ter Kaiser verlieh dem Professor Doerpseld das Ritterkreuz des .Hausordens von Hohen zollern, dem Professor Earo den Rote» Adlerorden vierter Klasse mit der Krone Zur Abend tasel bei den Majestäten war am Freitag die .Königin der Hellenen geladen, zum Tee nach der Tasel der kaiserliche Gesandte tu Athen. 5'ra.f v. Ouadt, LegationSsekrelär v. Molike, der kaiserliche Konsul auf Korfu, Spengelitt, Kontreadmiral Souchon. eine Anzahl Offiziere der deutschen Schisse und Professor Doerpseld mit Familie. Photograph Jurgenseii von der , Hohenzollem" führte F ar b e u p h o t o g r a p h i e u vom Achilleion und seck, Brendel, Schmiltson, fesselt. Ter große Saat der M o n I, m e n t a I m a t e r e i folgt, in dem Egger-Lien E i ch- ler und der ionst durch seine reizvolle Neinmalerei bekannte Schwede Larsson den Ton angeben. Einen sehr rrifdten Eindruck macht die Sonder -Ausstellung von Aanareljen und Pastellen, obwohl eine soldie Absonderung nad> rein tech- nischen Gesichisviinkten eigentlich des rediten Sinnes entbehrt: mag begegnet denselben Namen hier noch einmal, ohne daß iid> über die Art der Künstler Neues ergäbe. Unter den deuischetz Gruppen fällt der Saal der Tüssetdorier Künstler dueck, seine größere Lebhailigkeit aus. Elsaß-Lorhringen bildet eine neue Gruppe Tas Ausland ist etwas stärker herallgezogen als sonst und zeigt das Beste im b e l g i s ch - h o l l ü n d > i ch c n Saal: ein farbig starkes Bild von M v II n i ck e 1 ! d a m, das rin Theater- Publikum im Zwischenakt zum Gegenstände Hai. fallt aus. Bei den Spaniern stellc mau den Einfluß Zuloagas fest: ein Bild von Zubiaurre mag als eine merkwüidige Synthese zwischen diesem und altiiiedrrländischrii Meistern gelten. Fügt man hinzu, daß die Plastik mit mehr Sorgfalt gezeigt wird, daß audi die Graph i f e r „Nd die Illustratoren wieder korporativ aur- tretor. und daß von moderner Baukunst einige charakteristisch« Proben gezeigt werden, so ist wenigstens der Rahmen umsd>rieb-eu. in den die diesjährige Aiisstelluiig gefaßt ist. Einen Reiz für sich wollte man ihr durch die größere Zahl von G c sa m t au s st c l- lungr» einzelner Aünstler verleiben. Nick» allein der so ttze- chrtcu ist damit gedient, und eine überragende Persönlichkeit offen» hart sich in Feinem dieser Säle. Aber man mag gern die engum- grenzle, jedock, seine Kunst des Königsbergers Carl Al beacht ausnehmcn, wie die liestönige Slillebeiikimst des Aachc-ner A. von B r a n d i s : aud> der Graphiker Paul Herrmann-Heran intrreniert. Ter ungebärdige Breslauer Friedrich Pantsch und der im Freilicht schwelgende Berliner Paul Schade- R o s i a werden idwir kritischer stimmen: bei den übrigen wird man nirfit lagen können, daß dir Ausstellung durch sic an AnziehnngS- krait gewann. Negers Nachfolger. Ter Unipersitäts- und Musikdirektor Prof. Tr. Fritz Stet» in Jena ist vom Herzog von Sachse» Meiningen als Nachfolger des Generalmusikdirektors Pros. Tr Mar R e g e r zum Leiter der Meininger Hoskapelle ernannt worden. Proiesior Stein ist 1879 in Gerlachsheiin in Baden geboren. J,„ Sommer 1906 wurde er als Nachfolger des Univer- iitä! mniildireftors Naumann nach Jena berufen, erhielt ein Jahr daraus Ben Titel Professor und wurde 1912 zum austeeordeutlidien Professor i» der philchophischen Fakullär mit einem Lehrauftrag für Musikwissenschaft ernannt. Weiteren Kreisen ist Professor Stein durch die Eiitdeduiig und Herausgabe der sogenannten „Jenaer" Jugeudsympbonie Beethovens bekannt geworden. Im vorigen Jabr feitetr er dos deutsche Tonkünstlerjest in Jena, wofür ihm viele Anerkennungen zuteil ivurden. Generalmusikdirettor Mar Reger, der Ende November 1911 das erste Konzert im Meininger Hof- Iticater dirigierte und nach Bülow der bedeutendste Leiter der berühmten „Meininger" gewesen ist, siedelt »um 1. Juli nach Jena über ivo er in der Beethovenstraße ein Vtllengrmtdstiick zu erwerben gedenkt. Er wird hier ganz seiner Muse leben und nur einmo! wöchentlich nach Leipzig fahren, um an dem dortigen Konservatorium sein Lehramt auSzuiiben. — Kurze N a d>r id) t cit aus ,Ku u st und Wissen- schast. In St. Gallen ist der bekoimtc KulturhistortkerOtto Henne am Rhyn im 86. Lebensjahre gestorben. der Nordlandreise sowie Ki n oa u sna h m c n von der Mittelmeerreise im Jahre 1914, den Nordlawdreisen in 1912/13 und den Flottenmanövern vor. Die A n kii ii s i des neuen Statthalters in Sir aß bürg. Ans Dt ra »bürg vom l.Mai wirb gemeldet : M it dem fahrplanmäßigen Zuge um 10,5-5 Ul,v traf heule vormittag von Berlin kommend der ueuernaunle kaiserliche Statthalter i» Elsaß-Lothringen, Tr. v. Dallwitz, hier ein Staatssekretär Gras v. Rödern sowie der persönliche Adjittant des Statthalters, Major v. 2trernste l, loaren vis zur Landesgrenze entgegcngesahren, um den Statthalter in Lauterbürg zu begrüßen. Hier in Straß- biirg fand im Hauptbahnhof kleiner Empfang statt: unter anderem waren zur Begrüßung erschiene» die lluterstiiats- sckretäre Frenkel und Köhler, BezirkSpräsidcnt Pühl maun, von der Generalität der kommandfercnde General des 1.5. Armeekorsts v. Deimling, der Gouverneur General- leulnant v. Eberhardt, sotvie sür den hier abwesenden Bürgermeister Beigeordneter Timme Der Statthalter begab jich nad, kurzer Begrüßung der erschienenen Herren durch den Fürstensalon zum Automobil des Staatssekretärs, um »ach dem Palais zu fahren. Tie Absperrung des Bahnsteigs war strenger als sonst. - Ter Statthalter Tr. von Tallwitz begab sid, mittags 12 Uhr kurz und, seiner Ankunft alsb-ald zur ll u i v c r f i tä t, die am I Mai ihr Stiftungsfest begeht. Ter Statthalter tourde von dem Rcttor Professor Tr. Ehiari mit einer Ansprache begrüßt. Er gab daun in einer kurzen Rede seiner Freude darüber Ausdruck, daß seine erste amtliche Tätigleit der Frier der Kaiser-Wilhelm-Universität gewidmet sei, der er selbst vor 58 Jahren als Student der Rechtswissenschaft angehört habe. Tann verlas der Prorektor den Jahresbericht und der Rektor Tr. Ehiari hielt seine Antrittsrede. T- i c Ergebnisse z u r Veranlagung z u m Wehrbeitrag im Bereich des Zweckverbandes Groß- Berlin sind nach einer amtlichen Statistik folgende: Ttrdt- lreis Berlin 74235 600 Mk, Eharlottenbairg 28100000 Mk., Wilmersdorf 11 500000 Mk., Tchöncvcrg 6 500 000 Mk.. Rentölt» 640000 Pik., Lichtend erg 560 000 Mk., Spandau 530 000 Mart, LanNreis Teltow 1f»OOOÖOO Marl, Riederbarnim 3 600 000 Act, insgesamt 144 665600 Mk. Au»lc,„v. T a v Befinden des K a i s e k s F r a >, z Josef war in der Rächt zu», Freitag ebenso gut. wie in den beiden vorhergegangenen. Tas rillgemeinb«finden ist vollkommen 'ufricdenstcllend. u e b c r das Befinden des Königs von Sch Iv e- den ist am Freitag vormittag folgender Bericht veröffentlicht worden. Die Genesung schreitet fort, jedoch langsam, da der König von der Overation sehr geschwächt war. Ter König ruht während eines große» Teiles des Tages. Er unternimmt täglich eine kurze Spazierfahrt. Schlaf und As Petit sind recht befriedigend. Die Gattin des früheren französische» F i - n a n z m i n i ft e r S C a i l l o u i; macht bemeikenc-we-te Versuche, ihre Tot in milderem Lichte ecscheiueil zu lassen. Sie lidüete am Schluß ihres Verl,»cs am Tonnerstag an den Untersuchnugs- richter Boucard das Ersuchen, den bekannten Chirurgen Töven zu verael men und begtiiickete dieieS Ersuchen mit der Eekiärvng. >ie habe stets behaupte:, bist sie nicht die Absicht gehabt habe. Ealmeiie zu löten. Nach den vom Tottor Tonen ihrem Gatten gegenüber getanen Aenßerungen könne iie and, sagen, aast die Berte Pu »gen C a l m e 11 e« keine tödlichen gcweien seien. Tonen dibe auf Grund der vo» den Werirfit»- ärzlcn abgegebenen Gutachten cvfiSit. daß Ealmcttc in vierzehn Tage» wiederhergestellt »in würde, wen» man nur die ge- w ö h n l, d> fl c n BoriichISma nt eget u g e 1 1 o f f e n und nnmrntlidi, Iccnu man dein Bluterguß Einhalt getan hätte. Ter Richter lehnte das Ansuchen der Fegu Egiltaur ab, woraus diese bemerkte, daß sie Tr. Doyen als Zeugen zur Haupt Verhandlung vorladei! lasten werde. Ein Aufstand in der v o r t u g i e s i s ch c n Conga- kolonie. Tie „Tttbunc Eongolaue" meldet aus Boma vom vom 4. April, daß in der vottugiesischen Congokolonic seit Monaten der Häuptling von San Salvador rebelliert. Es.hätten Kämpfe zwischen den vortugicsischcn Truppen und den Äusständt- idien stattgesunden. Zwanzig Weiße seien getötet worden und die Missionare hätten slilchten müssen. Näheres über die Ursache des Aufstandes und ob derselbe niedergeworten ist, weist das Blatt nicht zu berichten. Ver ..weltfeicrtog" der Sozialdemokratie. Tie Maifeier der Sozialdemokraten ist auch in diesem Jahre ziemlich rnhig verlaufen. In den Berliner Metall- industriewcrlen wurde sogar gearbcikci. Vom Auslände liegen nur solgendc Nachrichten vor: Paris, l. Mai. Bis abends 5 Uhr hat die Maifeier keinerlei Nubeftötuiig verursacht. In Paris und in der Provinz haben einige Versammlungen und Umzüge stattgesunden. In den staatlichen Streichholz- und Tabakiabriken sowie in einigen anderen Fabriken iszrd, wie in früheren Jahren, gestreikt. Rom, 1. Mai. Die Maifeier in Rom und einigen anderen Städten hatte zur Folge, daß die L ä d c u g c s ch l o s s c n wurden, die Straßenbahnen nicht verkehrten und die Zeitungen nicht erschienen. Triest, 1. Mai. Die sozialdemokratische sowie die s l o w cnische Arbeiterorganisation veranstalteten zur Maifeier nad, den önentliriien Versammlungen Umzüge. Während die Kundgebung der Sozialdemokraten ruhig verlief, kam eS bei dem Slowenen zwischen diesen u. den I t a I i e ti c r n au mehreren Punk- ien der Stadl.zu Sdilägereien, so daß die Polizei eingrelsen mußte. Ein Slowene verletzte einen Italiener schwer durdj einen 2tid> jus Herz. Aus einem Gasthause wurden aus einen Slvivenen- truvv zwei Revotverschüsse abgeteuert, die jefaoef, niemanden trafen. Die Italiener veranstalteten eine Gegenkundgebung und warfen mehrere Fensterscheiben ein. 29 Personen wurden verhaftet. ^ Petersburg, 1. Mgi. Ter 1. Mai vertief ruhig. In den Fabriken und Werken ivurdc ungeachtet einzelner Vers,id,e, einen Streik zu organisieren, in botlstcr Ordnung gearbeitet. Warsd>au, 1. Mai. Aus Anlaß der Maifeier haben in 80 Fabriken tlOOO Arbeiter gestreckt. Riga, l. Mai. 2lm t. Mai streikten 40000 Fabrikarbeiter und 850 Hafenarbeiter. Ans Stadt und Land« Gießen. 2. Mai 1914. Die Gittzkncr Freilicht-Buhne. Man tdireibt uns: Tie Gieß euer Freilicht -Bühne der Schlad» im Teuioburger Walde durd, die Ausführung von Kleists HermaitnStchlacht ins Leben trat, bat sich tnzivtschen önehr- mals mit Erfolg versucht und sich viele Freunde erworben. Tas ist und bleibt ein erhebendes Gesübl für die jedesmaligen Mit- wirkenden, die sich in jenen Sttinden genaeinsamer Begeisterung unauS>äsd,lid:e Eriimernngen gesammelt l«ben. Wenn nun bie Frcilidst-Bühne beabsichtigt, das Programm zu erweitern, d. b. für die diessähttge Spieizetl die Aussührung einiger größerer Stücke in '.Uue-iirfit nimmt, so konnte sie nur unter der einen BoranSsktzung Mt dies Wggnts denken, daß sie sich borher der Unterstüt-ung durd, die Mitglieder de» biesigen Stadtlheaters Dcrfidicrtc. tßewist: Alle Hochachtung vor den seitherigen Auf- sülwimgen, die „Hermau»stchläd»er" »sw. traben ihr Bestes ge- eben, worüber iie verfügten und — für Dilettanten ohne Frage ünstleriich-Beaditeuswertes zuwege gebracht, Leistungen, die von :r Kritik ins gebührende Licht gerückt worden sind^ Mer für die Dauer ist es kaum möglich, beruiene Dilettanten in >» großer Anzahl zusammenzubringeu. Ti« Freilid»-Bühne im» mit: ihr all ihre Gönner sind desluilb Herrn Direktor Steimwetten zu größtem Danke berpflid»«! baiitt, daß er seinem Perionat.z gestattet hat, sich an den Darbietungen aktiv zu beteiligen. Hiermit ist die Freilicht-Bühne an einem midnigen Kilometerstein angekmnmen: allerdings - und das ist die Kehrseite der itziedaille — Wird eine derartige Aendernng auch einen grö ßeren Kosteirauswand verursadnm. Solange keine Barmittel vor Händen sind und die Freilidtt-Bühne war bisher nodi niriv. in der angeneInnen Lage, solche dauernd gusziispeicheni ist man. o-nötigt, die entstehenden linkosten bnedi de» Karten-Berlaui jii- deden. Um einen einigermaßen verlaßlidirn finanziellen lieber blick zu bekommen, l/N man sich entschlossen, sog. „Sedijcr-Karlen attszilgeben und zwar zum Preise von insgesamt 9 Mart für nunierierte und 6 Mark für litmunierierte Sitzplätze, die Sorte also zu 1,50 Mark lind 1 Mark Du; bedeutet eine erhcblidie Ermäßigung dem Bezug von Einzelkanen gegenüber, da die betr. Plätze gn der Aaldkaise 50 Psg mehr kosten Diese Abon- uemeittskarten können beliebig für eine oder mehrere Porstei inngen verwendet werden, sind ansterdem übertragbar. Näheres bringt demnächst der istießener z'lnzeigcr. Diese Preise Ivtrd man keineswegs zu bod, finden, tvena man erwägt, daß alte Hanvt- und die mfisteii tzlebenrallen in den Hände» von Beruisschan svielern liegen, wodurch nad: jeder Richtung Mnsterleisttingen gesidieri werden, zumal Herr Dwarkowski die Leitung übecitommen hat und außer ihm seine Gattin. Frl. Dagnv, Frl. Jüngling, sowie Herr Höcker II. a. ihre Mitwirkung zugesagt haben. Herr E. Ehattier jr„ der vo» allem Aniang an IN int- - - i'i,nr5f:i'- 22-sie >er 3- i'ich'-e-Z ihne mit Rai und Tai zur ezoite gestanden hat, bat sid, zum Verkauf der „Sechser-Karlen" bereu getimten. Rodt ein Sddußtvvrt über Ort und Zeit der- vorgesehene» ersten Ausführungen: ^ Da vielen der Weg nad, dem eigeutlidte» Naturtheater am Fuß des SchisicnbergS- zu weit erscheint, hat man beschlossen, zunächst als Bühne ein idyllisches Plätzdieu im Philo- sophenwald herzuridite», wo Anfang IIIII i die Syicl zeit eröffnet werden wll. Mit der Aussührmtg der v e r s u n ke n e» Glocke soll der Ansang gemacht werden: an diese werden sid, voraiissichitid, Anzengrubers „Der Pfarrer von Kirch- s fl b" Und Schillers „Wallenste ins Lager" anreihen. Tie Rallen besetznng des ersten Stücks ist wie mlgt: Magda — Fran Sdirötte, Dmorkowski, Rautendelein — Fräulein Tagny, Heinrich — Stcrr Höcker, Nickelmann — Herr Dvvrkowski uiw. »nd so möge denn die Meistrrglocke, wen» and, „vettttttketl", Iveitlin hörbar eine nad, Hunderten zählende andächtige Ge meinde zuiammenruseil und dort im bewivietten Dome ihre Zanberltänge ertönen lassen. **TageSkalender lür Samstag, de» 2., und Sonntag, den 3. Plai: R a t » r f, e i ( u c r c i ii: Oeffentlieher Vortrag tut Hoiel Sckiitz. Samstag abend Hy, llhr. Zirkus Bl» menietd: SamSIag und Sonntag je zwei Borstegungen. 4 und H X A llhr. Denis ch e E r st t i n g S - W 1 11 (ä m u f e auf den Sportplätze on der Haardt, Sonntag morgen 9 llhr, nachm. 2". Ithr. W e l t v g u o r a m a: Atzerwea L i cki t s p I e l b a n Täglich Porslcllnng ll» i o n - T l> e a t e r: Tctglteh Porstellnng. iTienStag? »nd Sa»,StagS neues Programm.) O l> e r h e! I i l tl, e r K >> n st »c r c i», Tic Gemäldc-Ansstellmic, ist täglich von 11—I Uhr. Mitlivochs von 3 dis 5 Nhr, und an Somitogeii von 11—3 Uhr geöslnet. O b e r h e !! > s eh e 3 Muse » m und 6) a i l' s ch e S g m m - l» na en, Geöffnet Sonntag vormittag? II—l llhr mieickgeltlidi, Miticum >ür Völkerkunde. Geöffnet a» Sonntagen vormittags vo» II —I llhr »tieiilgelttich. Tie 21 n I g gem »I i k findet bei gutem Weller Sonntag mittag >»» ,2 t!hr statt. Spiejvlav: I. Prj»;-remrich-MgrIch von Eileu- berg; 2. Ouvertüre zur Operette „Ttgndlteitstieiehe* von Fr. v. Suppe; 3. Fantasie gi>4 der Over »Preziosgf von E. M. v Weber: 4. Tie Tkitllche» in der Luft voran 1 Marlch vo t W. Kommallei». ** 2l ll s de in tz ö Heren S ch u l d i e N st Der Groß- hcrzog Hai zu»i l.Wiai dem Oberlehrer an der Obcrreal- schule zu Mainz Dr. Wilhelm Tau dt, dem Oberlehrer an der Oberrcalschule zu Worms Heinrich Hirsch, dem Oberlehrer an der Älugustiiierschulc (Ghinnasuim und Real schule) zu Friedberg Heinrich Michel und dem Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Gießen Friedrich Schmoll den Charakter als Professor erteilt. ** P er s o » a lvLr ä n d e r n n g c n an der Reichs bank Lei der Reichsbank ivurden der bisherige Bauk- vorstand Otto in Gießen zum Bantässessor und zweiten Porstandsbeaniten der Gießener Reichsbanrstelle, der bisherige Banlbnchhalter Rigler in Bensheim zum Bankvorstand, die bisherigen Banlbnchhalter Süß en gut h in Mainz und Kaiser in Gieße n zu Bankkassierern ernannt. ** Gewerbeausstellung Gießen 1914. Für alle Gegenstände, die aus der vom 16. Mai bis 1-5. August 1914 in Gießen stattsindcndcn Gcwerbeausstellnng ausgestellt und nicht verkauft werden, ist ans den Strecken der sämtlichen preußtsch-hessischcn Eiscnbahndiretttoncn die frachtfreie Rückbeförderung bewilligt worden, Tic Sendungen sind in den Frachtbriesen »nd Besörderungsscheineir neben den Inhaltsangaben ausdrücklich als „?lusstel- l u >, g s s e n d ii n g c n" zu bezeichnen. Bei der Llufgabe zur Rückbeförderung, die spätestens 4 Wochen nach Schluß der Ausstellung erfolgen muß, ist vom ?lbsendcr vorzulegeu: Der Frachtbrief oder die Karte zum Besörderungs- schein für den .Hinweg, Eine Bescheinigung der Ausstellnnasleitung, daß die Gegenstände ausgestellt und nicht verlost oder verkauft oder vertauscht worden sind. ** Die Maul -und Klauenseuche ist im Bezirk S ch o p s h e i m in Baden ausgebrochen ** Gesellenprüfung, Am kommenden Sonntag ll Uhr sindc» in der Turnhalle chee städt. )Nädchensd»ile (Schillerstt - die lleberreidwng der Gesellenbriefe von 160 Prüflingen statt, Gleichzetttg sind dort die Geseltenstücke von 11—1 Uhr ansgestellt. .Handwerksmeister und Freunde des Handwerks bähen zu dieser Veranstaltung freien Zutritt. ** Xamenbortrag. Am Freitag uodnnittag fand int Kolosseum ein Lehr-Vortrgg im modernen Selbsttttsieren, Ondn- lieten, Haar- und Schönheitspflege statt. .Wie man uns mitteilt, sollen die Vorträge gm Montag wiederholt werden. ** Zirkus Blumenseld hatte auch in ber gestrigen Abendvorstellung eilten guten Besuch auszuweisen lind der reich haltige Spielvla» wurde wieder sehr beifällig auigenommen. Heute Samstag und morgen Sonntag lind je zwei Vorstellungen, nath- miltags 4 Mir »nd abends 8> , Ubr. Am Montag abend 8>/, Uhl finbet eine Gala Abschiedsvorstellung mit dem ganzen, ungelüez ten Programm statt. Wir maeben aus die öffentticbeu Proben, die mit Siallbesidtzigung verbunden sind, ansmerksam, ** Ter M a I ist gekommen, aber trübe, grau, regneriscki und empiindlid, kalt war sein Einzug. Die Früblingsdichtcr stehen entietzi da: alt ihr Frühtingshösten wird überfehwemmt von himmlischem Naß. Gottlob zeigt der heutige Morgen ein ettvaS heitereres Gesicht. Die küble Witterung herrscht jedoch nocki immer. Im VogetSberg ist in der jetzten Nack» das Thermo Meter soweit gesunken, wie uns aus Ulridiftein lelevtwnisch mutz geteilt wird, daß das jung« ,Grün der 9 b ft t ii um t und Pflanzen erfroren ist. ** Kleine Mitteilungen. Der Jahimarkt am Freitag, der sog, W a l pu r g I Sm g r k t, bracktte Marburg einen regen Verkehr. Der 37,ährtgc Arbeiter Gustav Nahes von Mainz uürzte in der Brüdenbauanstalt auf der Gustavsburg bei der IlussüHrung einer Llrbeit fünf 'Meter Hock, ab und erlitt lebensgesährlichc Verletzungen, Er wurde ins RodmsHosvitat ge bracht. Seim Verladen von Btüdenleilcn am alten Vinter Haien jslürztc dein Eisciibahnsililosscr Fost 5t nah atis tha„-Bi!choie- iäKim ein Ei sen stück ans das Bein „nd verursachte einen komplizierten Unterichenkelbruch. Ter Verlebte ivurde von der Sanstätswachc ins Nvchushoivital gebracht. — 'Ein Autounsall ereignete süli bei Bnttelbvrn aus der Grieo heimer Landstraße. '.11s dos Auto einer Tarmftädter Familie eben daS Tori verlassen hatte, überholte es ein Fuhriveik. dessen Lenker im letzten Auqcnlüick statt nach links nach rechts mim. Tie Pferde sprangen aus die Vorderseite des Autos, so daß der Ehaussrnr gezwungen war, mit kräftigem Ruck zur Leite zu lenken. Hierbei geriet das Auto in den Chausseegrabe» und >i b e r s ch l tt g sich. !Die Insassen kanieu mit Hautabschürsunaen und zerrissenen Klei jdern davmi, das Auto aber mußte sofort nach Vüsselsheim zur -Reparatur ab>zescklepvt werden. — Als der erst 16jährige Zimmer iniannslehrliiig Ludtvig Schmitt aus G r o ß - Ge r a u au der bei lSarmsheim ausgestellten Tampsramme eilte Schraube anziehe» wollte, stürzte er ab und zog sich schmore Brrletzniigen zu. Tie Tampiramme wird zum Bau der Eisenbahnstrecke Rüdesheim Sarmsheim benubt. Schmitt st a r b nackt kurzer Feit an seinen Per letzuttgen. — Fn Zotzenbach wurde der dortige Auszügler Adaui Schäfer II. in seiner Wohnung erhängt ansgefunden; er hatte Hand an sich gelegt. Familienzwist soll die Ursache sei». Landkreis Gießen. Beuern, l. Mai. Gestern abend tagte im Saale des Geistwirt Dietrich die Monatsversammiung des Bür gerVereins Bcucr^nnd nahm zur neuen Fried Hofsanlage Stellung. Nachdem von mehreren Mitglie dern die Notwendigkeit einer neuen Anlage per n eint ivorden war, wurde folgende Entschließung gefaßt: „Tie gut besuchte Versammlung des Bürgervereiiis Beuern lehnt einstimmig das Projekt am Stirnbera ab, nitt der Begrün düng, daß auf dem alten Friedhof fein Platz,nangc' vorhanden sei und der obere Teil desselben vollständig lrocken ;ifr. Sollte trotzdem von gewissen Kreisen eine neue Anlage erwünscht sein, so könnte man das Pfarrgrundsnick am Hofacker erwerben." Kreis Lautcrbiich. Ter Mord i» Crainfeld. — Lantenbach, I. Mai, Wie un? der Großh. Kreis» «tzt, Geh. Medizinalrat Dr. Knllinaiin mittcilt, ist der .Zustand der Frau Stein und ihrer ältesten Tochter zivar äußerst ernst, aber nicht hoffnungslos, da am 29. April weder lokale noch allgemeine KraukheitSerscheinungeu vorhanden ivarcu, die zur Annahme einer Infektion der Wunden bezw. des Gehirns und damit zu einer absolut schlechten Prognose berechtigt hätten. Kreis Friedbcrg. L Friedberg, l. Mai. Rach dem Gcichäitsbericht der Landgräsl. Hessischen Landcsbank, Filiale Friedberg, betrug der Umsatz im abgelauseneu Geschäftsjahre 292 Millionen Mark. Ein Bruttogewinn von 4 360 000 Mark wurde erzielt und ? Prozent Dividende wurden verteilt. Starkenburg und Rheinhrssrn. Tie Eise» bahn-Katastrophe i» Nheinhejscii. Zu dem Eisenbahnunglück in R i e d e r s a u l h e i m gehen uns folgende Berichte zu: tzt iedcrsaul heim, 1. Mai Der um 8,11 Uhr fällige Personcnzug 437 fuhr bei der Einfahrt in den Bahubos ans de» Güterzug 8100, dessen Maschine in der .Einfahrtweiche der freien Strecke stand. Ter Lokomotivführer des Personenzuges hatte es anscheinend übersehen, daß das Einfahrtssignal nicht gegeben war. Er gab, als er die drohende Katastrophe sah, zwar sofort Gegendampf, doch es war bereits zu spät. Mit furchtbarer Wucht sausten die Maschinen gegeneinander und bohr ten sich tief ineinander, um dann aus den Schienen zu springen. Tie Packwagen beider Züge und ein Personenwagen wurden zusammengesehoben und vernichtet. Andere Wagen erlitten weniger schwere Beschädigungen. Tie Katastrophe forderte 3 Tote und 15 Schwerverletzte. Ter Lokomotivführer Lehr (Alzey) des Personenzuges war sofort tot. ebenso die 40jährige Witwe Auttantin aus Wörrstadt und die 17jährige Elise Weibel aus _ Flonheim. Te» fünfzehn Verletzten brachten die Sanitätskolonnen der Nachbarorte und die Einwohner Riedersaulheims in kürzester Frist Hilfe. Tie Schwerver letzten kamen sofort ins Mainzer Rochus-Hospital. Ein Rettnngszng ans Mainz trat nach einer Stunde aus dem Unsaliplatz ein Beide Lokomotiven sowie inehrere Wagen sind völlig unbrauchdar geworden und lverden an Ort und Stelle abmontiert. Ter Verkehr muß durck, Um steigen aufrecht erhallen werden. Wie das Rochus-Hospital in Mainz auf Anfrage mit teilte, besteht bei keinem der verletzte» P e r s o n e » Lebe n sges a h r. Neueren Meldungen zufolge soll das Unglück daraus zurückpisühreu sein, daß heute am l Mai eine neue Vor jchriit iiber die Kreuzung beider Züge, die bisher in Klein wiitternheim erfolgte und von jetzt ab in Saulheim erfolgen sollte, in Kraft treten sollte, aber anscheinend übersetze» ward. Ter Materialschaden ist ganz bedeutend, er wird aus ellva .'KXHDO Mk. geschätzt lieber das Unglück wird folgend-.' amllichr Darstellung bekannt gegeben - Mainz. l.Mai. Heute vonniltag 8Uhr 5Mi- »ukrn stieß »er von Alzey nach Biai»; fahrende Personen zug 137 aus Stal io» Niedersanlheim ans eine zurücksetzende Aangi.'nibleilung des Güterzuges 8100. Die Ursache lonnle noch nicht ein wandsfrei irsl gestellt werden. T o t sind der Lolomotivsührcr des Pcr- svnenzuges 137 Lehr aus Atze«. Fräulein Eliie Wie l a n d ans Flonheim »ns Witwe Anna G n k t a »t i » aus Wörrftadk. Schwer verletzt wurden der Hrizer »es Personenzuges 437 Magiain von Alzey und vier Re> sende, leicht verletz - etwa lst Personen, Pier Wagen des Personenzuges und drei Wagen des Gülerzages sowie beide Lolomal.vcn wurde» erheblich beschädigt. Die Dauer Ser Gleissperrung dürfte voraussichtlich 12 Stunden de tragen. Ter Personenverkehr wird durch IInisteigen ans rechkerholken. der Gnterzugsverlehr ist eingestelli. d- Mainz, L.Mai. Von der Sanilätslvache wurden folgende schwerverlctzle Personen ins Roch» .'Hospital gebracht i Ter verheiratete '20 jährige Hilfsschasfner Lldam W o s s aus Bretzenheim, cr halle Kopsccrletzungcn, Beiletzuu gen am rechten Arm und Beinbruch. Die Frau des Tlein Hauers PH. K o r s s in a n », Juliane geb Waller aus Nack, Hausiercrin, 36 Fahre all, wohnhaft in Alzey, sie hat Kopfverletzungen, Arm- lind Beinbruch und anscheinend innere Verletzungen, .sie wollte nach Mainz zum Mochenmarkte. Tie 48 jährige Frau des Landwirts Phil, Schmitt, Anna geb. LanferSweiler aus Elsheim, wohnhast in Wörrstadt, sie hat Kopsvorletzungen, Verlust eines Ohres, Bein und Arm brache. - Tie Witwe Pb. Schneider, Katharina gev. Wieland ans Flonheim, Arm- und Beinbrüche, Äopiverletz- ungen und Hautaubschürfungen, Die Witwe wollte mit ihrer Schwester Elise Wieland aus Flonheim nach Nieder Beerbach übersiedeln, die Schwester wurde getötel. In dem verunglückten Zuge besand siel, (wie auch an anderer Stelle, zur Sitzung des Finanzansfchnsses der Zweiten Kammer, berichtet wird) der L a ndi a g s a b g e o r d- n e t e Schott, der zur Teilnahme an der Sitzung des Finanzausschusses der Zweiten Kammer geladen war. Schott telegraphierte, daß cr unverletzt sei, aber nicht rechtzeitig, nach Darmsbadt gelangen könne, Tie Beratung der Anträge Schott im Finanzausschuß mußte deshalb verschoben werden. Sport, — Deutsche Erstlings-Wettkämpfe, Tic morgen ans dem Sportplatz a, d, £>ar»t stattlindeude Erstlings Wett- kämvie versprechen einen interessanten Verlauf, d,i zum ersten Male Turner gegen Sportsleittc in volkstümlichen Hebungen im sriedlickieu Wettkampsc antrete», T»c Vorkämpse im 100 ünd 200 Meter Lausen beginnen vormittags 9 »h>-, die Endkämpse in allen Ncbuiigen nackimitiags 2>,7 Ilhr. vermischte». " Eine Rocht über »cr Saale, Eine nnangkiiehme Rocht mar einen, Fngenienr der Bernbnrger Kaliwerke beschiedr». Ee hotte ZN einer abends uiilernomnieneii Fahrt von z-lderstedt nach Mm die Trahtseilschwrbebahn Zwiiäien den Kaliwerken ge, wählt, mit der Personen überl-aupt nicht befördert iverden dürfen. Natürlich lxitte er es unterlaüen, von feiner Fahrt der die Baba bedienenden Stelle Mitteilung zu machen, Ta -»» bald nach A» tritt bei Fahrt auf den Kaliwerken Sebickiffchluß eintral, wurde der Betrieb der Bahn eingestellt, bevor dev' linternehmiingslnftige Passagier seine Faiiri beendet hatte. Er Izatte somit das ziveiiel- haste Vergnüge», die Rach! in einem kleinen Kasten über der Saale hängend z» verbringen, was ihm die Luft ZN derarligen Abrnlenen, für alle Zukunft genommen lmbe» dürste. Amtlicher Wetterbericht. Oesscntlichcr Wetterdienst, Gießen. WetterauZsichten IN Hessen am Sonnlaq, dea 3. Mai 1914 • Wechselnd bewölkt, meist »ockeu. iväriner, südöstliche Winde. Lctztc rieicl'riclitcn. B l u t t a t 'e i » e s L c b r e r s, E l l lv a » g c n . 2, Mai, Der 20 Fahre alle llnterlehrer K i r ÜI »I a i e l von Reckarsulni geriet mit dem 60 Fahre alten Oberlehrer Kienzl c r von Fagstscld in einer Wirtschaft in Schwei,Haus in einen Streit, in dessen Verlauf Kirchmaicr einige Revolocrichüsse ans seinen Vargesetzlen abgali, ohne aber zu treffen, Fn der Wohnung des Oberlehrers setzte sich der Wortwechsel fort, und es kam abermals zu Tätlichkeiten, Kiciizlcr erhielt 16 Messerstiche IN den Leib und i» die Stille, sowie einen IN den linken Unterarm, der die Schlagader durchschnitl. Der Täler ist geflohen und tonnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Der Oberlehrer dürste lanm mit dem Lehr» davon kommen. Direkt vom I.Offerfaß in Oie Flasche Ern nftino-ischci knstcnsirnp Wie unsere Kronmiitter Hutten und Erkältungen vordcngtcn. Bor einiger oi’it fticü öci Mitarbeiter einer groben Zeitschrift beim Durchselien eines alten Buches auf eine Anzahl Rezepte, die seine Großmutter darin ausgezeichnet hatte. Darunter besand sich auch eines für die Herstellung von Hnttensirnv, und das erregte sein Znteresse. da er gerade um diese Zeit von einem besonders lästigen anhaltenden Hatten geplagt war, den» kein Kraul gewachsen schien. Unter das Rezept batte aber seine Großmutter geschrieben, dieses Mittel habe ihr immer Linderung verschont. Gr entschlaf; sich daher, es mit dem Rezeptzu versuchen, und beschaute sich laut Borschrist in der nächsten Apotheke 00 Gramm Ausl) «dreifach konzentrierten) und setzte das einem einfachen Sirup mi. welchen er durch Auflösen von einem halben Pfund reinen gestobenen Zuckers in einem viertel Liter deinen Wassers hergeftcüt hatte. Dies ergab beinahe einen halben Liter Husten- sirnp, von dem er alle zwei bis drei Stunden einen Teelöffel voll einnahw. bis sich nach zwei Tagen der Husten tvirklich gelegt hatte. Gr war so entzückt von dem Resultat, dah er den Redakteur der Zeitschrift darum anging, das Rezept in der nächsten Nummer zn veröffentlichen und anderen Blättern die Erlaubnis zum Nachdruck zu geben. Nachfragen bei verschiedenen Apotheken ergeben, das; die gegenwärtige grobe Popularität des Hnnsmacher Ansu-H'.lstensirnvs, wie er kurz genannt wird, nicht nur seiner amen Wirkung bei Hutten. Heiserkeit und dergl. znzuschreiben sei, sondern auch seiner Billigkeit. Andere Zeitungen wollen beim Nachdruck dieses Rezeptes gesl. darauf achten, daü es dreifach konzentrierter Ansy sein muh. I5635§i Mittwoch, den tt. d. Mts., abends 8'/, Uhr, im Hotel E,rokber.;oa von Hessen Haupt - Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht über BcreinS- und BerbandStätigkeit 2. Recknungsablage 3. Borstandswahl 4. Arbettsprogramm pro 1914. 85751) __Ter Vorstand. WW'iiMMim» ! Öhr 0 » H *lle frdl. Zimmer. Volle Pension nach Uebereinkunft. Grosser und kleinere Säle für Festlichkeiten. (5412 den :r. Mai ans ?»nrvlan an dcr t.'abn VnHMsHS Nochmalige Eröffnung meiner ganz neu renovierten Schipßhalle 3>t reckt zahlreichem Besuch ' ladet ein "^'1 D«r Betitxer. 2.2 mm stark, braun . . . per □-Meter Mark 2.60 2.2 mm stark, kupferrot . . per □-Meter Mark 2.70 2.2 mm stark, resedagrün . per □-Meter Mark 2.85 2.2 mm stark, antikblau . . per □-Meter Mark 2.85 1.8 mm stark, braun . . . per □-Meter Mark 1.70 1.8 mm stark, feine Farben per □-Meter Mark 1.80 Iul*lä»tiaoienn, Reste 1 alle Muster #eh. durch \ ä □ m v. Ivs. 2.25 an Jcspc^laolcma, „ ! und durch, sind ohne j ä □-in v. M. 2.20 an (Tranit-Liaolenm, „ I Fehler u. 1.8 mm stark ) ä D-m v. M. 2.10 an DrnclUlaoleam, 1.8 mm stark . . per □ Meter von Mark 1.35 an Bei Knuten Extra-Offerte. Legren durch Fachleute. b T i mmv 29 C, Kujisch, Frankfurt a. M. 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Mai 1914, abends 6 tthr, im großen Saale des Hotels Großhcrzog von Hessen. Tagcs-Ordnung: ö6ö8N 1. Entgegennahme des Jahresberichts. 2 . Prüfung der Rechnung für das abgelaufcne Rechnungsjahr und Erteilung der Entlastung. 3. Saalbaufrage. Ter Vorstand. Damen-Vortrag!! über: Das Haar und seine Pflege, sowie das Sclbstsrisiere», Ondulieren nnd die Schönheitspflege findet noch einmal Montag nachi». von 4—vo,,u alle Damen höfl. cin- geladen werden. Großes Sitiaufrisicrcn. Behandlungen aller Haarkrank'«itc». Entfernungen lästiger Gcsichtshaare in 5 Minuten. ;E' Eintritt nur 3« Psg. "WVL Hvchachtcnd «jtso Frau Mcndctzky, Spez. f. Haar- u. Schönheitspflege. Sonntag, den 3 . Mai: Sportplatz a. kl. jkarät. Beteiligte Vereine: •**» E. -B. - Beamien-Vereiu, Männertnrnverein, Turnverein von 1846, Verein für Rasenspiele, Wartburg-Verein. Beginn der Vorkämpfe 9 Uhr vormittags. Beginn der Endkämpfe 2>/-> Uhr nachmittags. Bieber bei Bodheim Sonntag, den 3. Mai d. .Is. grotzeTarrzbelttstigllirg wozu sreundlichst cinladct .7801 Gastwirt Schlierbach, Bieber. Sonntag, den 3. Mai 03735 Wrojj« JanjBttpiijfn zur Pulvcrmühlc. “I“ Q0 morgen Sonntag: TanZmUSIK ZnrneneoWelt Ph ii orrnanc