Nr. 101 Erlcheinl täglich mit HuSnoIjme bt? Sonntag?. lie „«ietzrner Zamilirndlätter" roerben bem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, bas „KrnsMatt str den ttretr »ietz««" zweimal wöchentlich. Ti- „landwirtlchaftlichen r«il- srngen" erichrinen monatlich zweimal. 164. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejsen Freitag, 1. Was 1914 Rotationsdruck und Vertag der Brühl'schen Universitäts - Blich- uild Steindnickerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition unb Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: b-^51. Redaktion: 1 12. Tell-Adru AnzeigerGießen. Mb. Deutscher Reichstag. 245. Sitzung, Donnerstag, ben 30. April. Am Tische bcs Bunbcsrats: Delbrück, Kraetkc, Kühn. Vizcpräsibcnt Dr. Paoschc eröffnet bie Sitzung um 2 Uhr 15 Min. Eingcgangcn ist bas Rcnnweitgcsetz. Die meltiendurgische versassungssrage. Auf der Tagesordnung steht zunächst die sozialdemokratische Interpellation über die Vorlegung eines VerfassungscntwurfS für die mecklenburgischen Großherzogtümer. Die Interpellation lautet: Ist der Reichskanzler bereit, dem Reichstag einen V c r - fassnngsentwurf für die mecklenburgischen G r o ß h c r z o g t ü m e r vorzulegen, in dem für die Wahlen zur Volksvertretung das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht vorgesehen ist? Staatssekretär Dr. Delbrück erklärt sich bereit, die Interpellation heute zu beantworten. Ab». Hcrzfclb (Soz.) begründet die Interpellation. ' Trotz aller Verhandlungen und Reformbestrebungen besteht heute noch das alte ständische mecklenburgische Grundgesetz, während in allen anderen Staaten moderne Verfassungen erlassen sind. Allen Versuchen des Reichstages gegenüber, hier einzugreifen, hat sich der Bundesrat ablehnend verhalten. Die mecklenburgische Regierung selbst hat schon die Hoffnung aufgegeben, daß mit Hilfe des Bundesrates und Reichstages endlich eine Verfassung zustande kommt, nachdem alle Verfassungsentwürfe von den Ständen verworfen worden sind. Der Groß- Herzog hat schließlich sich entschlossen, eine Verfassung dem Lande aufzuoktroyieren, falls auch ein letzter Versuch einer Verfassungsreform am Widerstand der Stände scheitert. Hätte sich die Rcichsrcgierung hinter den Großhcrzog gestellt, so wäre die Verfassung in Krafl getreten. Aber die Reichsrcgierung bat sich gegen eine Oktroyicrung erklärt und so ist sie unterblieben. Die Machtlosigkeit des Landesherrn gegenüber den Ständen ist noch niemals so deutlich zutage getreten. Jetzt muß der Reichstag helfend eintreter. Eine vernünftige Steuergesetzgebung wird durch diese Stände verhindert, und der Organisator der Niederlagen der mecklenburgischen Großherzöge wurde nachher Pre- micrministcr. Wie bezeichnend ist der Fall des Landrats v. M a l tz a n - M o l tz o w , der einen Gerichtsvollzieher beleidigte und den man nnt allen Mitteln der gerichtlichen Klage zu entziehen suchte. Diese Zustände sind gänzlich unhaltbar. Auf den Gütern der Stände ist die Bevölkerung in den letzten hundert Jahren zurückgcgangcn, während die Bevölkerung des Reiches seitdem um 265 Prozent zugenommen hat. Ist das Deutsche Reich dazu da, Uganda zu kultivieren und sich nicht um Mecklenburg zu kümmern? Die Eisenbahnen sind völlig rückständig, ebenso die Schulen. Galizier, Polen und Ruthenen arbeiten auf den Gütern. Hier muß das Reich helfend eingreifcn. Wir verlangen das Rcichstagswahlrecht und rechnen dabei auf die U n t e r st ü tz u n g der Liberalen. Der Bundesrat kommt immer nur mit leeren Ausreden. Die föderative Grundlage des Reichs fordert gerade, daß auch Mecklenburg eine Verfassung erhält. Wir erwarten, daß die Mehrheit des Reichstags hinter uns steht. Die Zuständigkeit der Reichsgesetzgebung ist über allen Zweifel erhaben. Auf Jahrzehnte hinaus ist an eine Verfassung in Mecklenburg nicht zu denken, wenn der Reichstag nicht hilft. Es ist eine politische Schmach f ü r D en t sch l a n d. wenn jetzt liidjts geschieht. Es gibt kein Land in Europa, in dem so traurige Verhältnisse herrschen wie in Mecklenburg, wo die Bevölkerung völlig rechtlos ist. Der Reichstag muß helfen. (Beifall der Soz.) Staatssekretär Dr. Delbrück: Der Standpunkt der Verbündeten Regierungen zur mecklenburgischen Vcrfassungsfrage ist in diesem Hause wiederholt dargelegt worden. Ich habe selbst Anfang 1910 und Ende 1912 die Ehre gehabt, hier darüber Ausführung zu machen. Der Standpunkt der verbündeten Regierungen hat sich scitdcni nicht geändert. Der Reichskanzler ist daher in voller Ucbercinstiinmung mit der Auffassung sämtlicher Burrdcs- rcgicrungcn nicht in der Lage, der in der Interpellation gegebenen Anregung zu entsprechen. (Bravo! rechts.) Mecklenburgischer Gesandter Freiherr von Brandcnstein: Ich kann mich der oben abgegebenen Erklärung namens meiner Regierung nur anschlicßcn und bemerke im Gegensatz zu den Aus- sührungcn des Abgeordneten Dr. Hcrzfeld, daß oic großherzoglichen Regierungen wie srüher so auch heute auf dem Standpunkte stehen, daß ein Eingreifcn des Reiches in die Verfassungsverhältnisse eines Einzelstaates nicht erwünscht ist. Ich würde mich mit dieser Erklärung begnügen können, wenn sich nicht doch in den Ausführungen des Abg. Herzfeld eine ganze Reihe von Ausführungen befände, die meines Erachtens die tatsächliche Lage in Mecklenburg nicht richtig wicdergebcn. Ich kann nicht auf alle Einzelheiten ein- gcbcn. möchte nur ein Beispiel ansührcn. Wenn der Abgeordnete sich darüber beschwert, daß in Mecklenburg eine Steuerreform nicht zustande gekommen ist, und zwar durch die Stände, so stelle ich fest, daß eine solche eingeführt ist g a n z g l e i ch a r t i g derjenigen in Preußen. Das ist doch ein wesentlicher sozialer Fortschritt. (Sehr richtig! rechts.) Das wird auch in Mecklenburg durchaus als solcher angesehen. Wenn der Abgeordnete ferner die mecklenburgischen Eisenbahnen besonders tadelt, so glaube ich an dieser Stelle auch darauf nicht zurückkommen zu sollen. Das wird Sache der mecklenburgischen Eisenbahnverwaltung sein. Daß der Fall von Maltzahn hier zur Sprache käme, habe ich nicht erwartet, ich habe die Akten nicht hier. Soviel ich mich erinnere, hat der Abgeordnete den Sachverhalt doch auch nicht ganz richtig dargestellt. Der Landrat v. Maltzahn war auf das Gericht nach Güstrow zitiert worden, um dort vernommen zu werden. Er ist da herein- gelommen und hat — ich gebe das ohne weiteres zu — ein bißchen Derb, sich zu einer unrichtigen Aeußerung Hinreißen lassen: Von einem solch jungen Mann lasse ich mich nicht vernehmen! (Na jal ler den Soz., Unruhe.) Es ist dann weiter von dem Beamten ein Strafantrag gestellt worden und es wurde gewünscht, daß der übliche Ausgleich geschaffen werde. (Unruhe bei den S^.) Das ist ja sogar vorgeschriebcn. Es wurde angeregt den Strafantrag znrückzuziehen und der Gerichtssekretär wurde angewiesen von seiner Behörde, danach zu verfahren. (Hört! Hört bei den Soz. Unruhe.) Es kommt doch nur darauf gn. obein öffentliches Interesse für eine solche Klage vorliegt, nur in einem solchen Falle braucht die Beleidigung verfolgt zu werden. (Unruhe bei den Ter Chef der Justizverwaltung ist der Ansicht gewesen, daß es nicht vorlag. Lediglich aus diesem Grunde hat er die Verfügung getroffen. Das Privatklagcverfahrcn ist aber seinen Weg gegangen und in den letzten Tagen durch einen Vergleich entschieden worden, in dem der Landrat anerkannte, daß er zu weit gegangen sei. Damit ist die Sache erledigt, daraus kann der Justizvertvaltung kein Vorwurf gcmacht werden. (Lebhafte Unruhe bei den Soz.) Ich bin nun der Ansicht (Zuruf bei den Soz.: Echt mecklenburgisch! Unruhe). Der Chef der JustizverwaUung ist der Ansicht, daß er hier das Rechte tut. (Lachen bei den ^oz.) Dann hat der Abgeordnete geklagt, cs gebe in der Ritterschaft keine Fortbildungsschulen. Ja haben Sie denn aus den Rittergütern in Preußen Fortbildungsschulen? Sie finden sich doch wohl bloß in den Städten. Auf diese Ausführungen kann ich mich bloß beschränken. (Unruhe bei den Soz. Beifall rechts.) Auf Antrag des Abg. Haase (Soz.) wird die Besprechung der Interpellation beschlossen. Abg. Dr. Spahn (Zentr.): Ich kann nur die Erklärung wiederholen, die wir schon bei früheren Angelegenheiten abgegeben haben. Wir haben an sich den Wunsch, daß äKedEIenburg eine Verfassung erhält. Wir halten aber den Reichstag nicht für zuständig, aus sich heraus einen solchen Antrag zu stellen. Wenn wir vom Bundesrat eine Vorlage bekommen (Zuruf der Soz.: Die verlangen wir ja!), dann werden wir dafür sein. Wir halten aber den Reichstag nicht für befugt, darauf hinzuwirken, daß die Vorlage cingebracht wird. Abg. Rolaud-Lückc (Nntl.): Im Namen meiner politischen Freunde habe ich zu erklären: Wir haben den lebhaften Wunsch und die Pflicht, die Aufmerksamkeit des Reichstags auf den mecklenburgischen Notstand zu lenken und eventuell die Unterstützung des Reichstags zur Beseitigung dieses Notstandes zu erwirken. Der Inhalt der jetzigen Interpellation ist allerdings nicht geeignet, die Wünsche, Mecklenburg zu einer angemessenen Verfassung zu verhelfen, vorwärts zu bringen. Aus diesem Grunde sind wir augenblicklich nicht in der Lage, in eine Erörterung hierüber ein- zutreten. Wir behalten uns vielmehr vor, anläßlich eines nächstens von uns einzubringenden weiteren anderen Antrags näher auf die Sache cinzugehcn. Abg. Dr. Wcndorsf (Vp): Die Antwort des Staatssekretärs kann uns nicht befriedigen, und die Antwort des mecklenburgischen Vertreters steht im Gegensatz zu gewissen Acußerungen führender Männer in Mccklen- burg-S t r 2 l i tz. Dort hat man ein Eingreifen des Reichstags geradezu g e w ü n sch t. Es geht in Mecklen- burg so nicht mehr weiter. Diese treue deutsche Bevölkerung hat Anspruch auf eine Beteiligung an der Verwaltung. Die mecklenburgische Rückständigkeit ist leider sprichwörtlich geworden in Deutschland. Dieses prachtvolle Volk, dieses herrliche Land tut uns bitter leid, daß cs nicht zu seinem Rechte kommen kann. Ich erinnere da an einen Fall, der unseren Kollegen S i v k o v i ch betrifft. Seine Kollegen haben als Lehrer eine Gehaltszulage bekommen, er nicht, da seine Kollegen mit seiner Vertretung zu viel zu tun hätten. Mecklenburg kann nur zu seinem Rechte kommen, wenn der Reichstag hilft. Es ist für uns eine heilige Pflicht, für eine Verfassung Mecklenburgs zu kämpfen. Abg. Dr. v. Grnese (Kons.): Der Streit um die mecklenburgische Verfassung ist so alt wie die Reichsversassung selbst. Eine Einmischung des Reichstags würde dem föderativen Grnndcharakter des Reiches nicht entsprechen. Das war stets und ist auch heute noch unser Standpunkt. Der Begründer der Interpellation hat nicht bewiesen, daß der Reichstag zuständig ist. Das ganze Mecklenburgische Volk würde eine solche Einmischung als eine Erniedrigung betrachten. (Lachen links.) Bei dieser Interpellation bandelt es sich anscheinend um einen Bruderzwist zwischen Sozialdemokraten und Demokraten. Man will den Liberalen bei den Wählern das Wasser abgrabcn. Ich werde an der richtigen Stelle für eine wirklich gesunde Entwicklung der mecklenburgischen Verfassung wirken trotz der Abneigung mancher meiner Freunde. Abg. Sivkowich (Vp.)r Die Stände treiben eine Machtpolitik s an s gene. Sie sagen immer: Nun gerade! Die sozialdemokratische Interpellation hat keine Aussicht auf Erfüllung. Unsere Anträge sind viel sachgemäßer und praktischer. Regierung und Reichstag sind gleichberechtigt. Dorum bedauern wir die Zurückhaltung des Zentrums. Die mecklenburgische Regierung verhielt sich nicht immer so ablehnend wie beute. Andeutungen des Herrn v. Bassewitz lauten anders. Das mecklenburgische Volk läßt sich durch Herrn v. Graefe nicht täuschen. Das Reich ist kompetent. Unsere mecklenburgische Heimat verdient eine zeitgemäße Verfassung. Abg. Herzsclb (Soz.): Es ist sehr bemerkenswert, daß der Leiter der Zentrumspartei eines der wichtigsten Rechte des Reichstags glatt preisgibt. Es ist unser Recht, den Bun'oesrat vorwärts zu treiben! Wie wollen denn die Liberalen die Verfassung in Mecklenburg durchführen? Ohne den Reichstag geht es nicht. Die einzige Rettung Mecklenburgs ist die Sozialdemokratie. Der Reichstag, der nicht vorwärts kommt und sich mit solchen Redensarten begnügt, ist weiter nichts als eine Schwatzbude. Vizepräsident Dr. Paasche: Sie dürfen den Reichstag nicht Quatschbude nennen. (Heiterkeit.) Ich rufe Sic zur Ordnung. Abg. Herzfeld (Soz.): Ich sprach nur von einer Schwatzbude. Dar Reichstag soll endlich Taten zeigen. Damit ist die Interpellation erledigt. Einige Rechnungssachen werden ohne Aussprache erledigt. Die posldaWsschiffsverbindongen mit überseeischen Ländern. Es folgt die erste Lesung eines Gesetzes über die Postdampfschiffsverbindungen mit überseeischen Ländern. Staatssekretär Dr. Delbrück: Die Stellungnahme des Reiches zu den Dampfersubvcntioneu hat sich etwas geändert. Die Gründe, die dazu geführt haben, sind im ivcsentlichen wirtschaftlicher Natur. Die Subventionen bestehen jetzt etwa 80 Jahre, und bevor die verbündeten Regierungen jetzt mit einer neuen Vorlage kamen, mußten sie prüfen, ob die wirtschaftlichen Voraussetzungen, die zu den Subventionen geführt haben, noch bestehen. Danach hieß es weiter: ob und in welchem Umfange die bestehenden Linien vervollkommnet werden sollten, und in welchem Umfange, entsprechend diesen Erwägungen, die Sulwention ermäßigt und erhöht werden sollte. Wir sind deshalb mit den Reedereien und in erster Linie mit dem ersten Unternehmer, mit dem norddeutschen Lloyd, in Verhandlung getreten. Die erste Frage war, ob die Verbindungen hinreichcn oder ob sic zu verbessern und zu vermehren sind, und weiter, ob der Einfluß der Ptcichslcitung auf den Betrieb der Linien zu entbehren oder aufrecht zu erhalten oder abzuschwächen sei. Auf eine Anregung des Reichstages sind wir dem Gedanken einer Ausschreibung näher getreten. Unmittelbar darauf gab auch die Hamburg-Amerika-Linie, die in den Postdampferdicnst nach Ostasicn hcreinkommen wollte, Anregung zu einer solchen Ausschreibung. Auf Grund dieser Verhandlungen wurde dann eine Art beschränkter Submission ausgeschrieben, mit dem Ergebnis, daß sämtliche Angefragtcn, mit Ausnahme der Hamburg- Amcrika-Linie, die Abgabe von Geboten ablchnten. Die Hamburg-Amerika-Linie erklärte eine Subvention für O ft a f i e n nicht für erforderlich und wollte vom 1. Oktober d. I. ab monatliche Fahrten nach Ostasicn ohne. Reichshilfe einführen. Damit konnte eigentlich das bisherige Subventionssystem für Ostasien in Wegfall tommen, zumal auch der Bremer Lloyd aus dem Angebot der Hamburg-Amerika- Liuie die Lionsequenzen zog und auch seinerseits auf die Subvention verzichten wollte. Ein solches Angebot ist kein Wunder, tvenn inan die Verschiebung der tv i r t sch a f t li che n Verhältnisse seit 1886 betrachtet. Tie Erwägungen, die damals Bismarck vcranlaßtcn, die Vorlage 311 machen, gingen dahin, überhaupt erst die Grundlagen für feste toirtschaftlichc Beziehungen mit Ostasicn zu schaffen. Inzwischen ist aber der Verkehr von 48 Millionen auf über 391 Millionen gestiegen. Bei dieser glänzenden Entwicklung des Verkehrs ist ein Verzicht auf die Subvention erklärlich. Auch die Rentabilität jener Linien ist günstiger geworden. Daher müßte versucht tverden, ob sich auch nicht mit geringerer Subvention ein entsprechender Dienst aufrecht erhalten läßt, um so mehr als wir durch den Verzicht auf die Subvention unseren Einfluß auf bie Gestaltung des ostasiatischen Dienstes nicht aufzugebcn brauchten. Der Lloyd hat sich bereit erklärt, mit dem Reich einen entsprechenden Vertrag abzuschließcn. Die Bedingungen sind etwas freier gestaltet worden, und namentlich erschien cs zunächst bedenklich, baß bas Reich auf bie ihm zu stehen b: Genelpnigung der Tarife verzichten solle. Mer der Lloyd hat bisher nur solche Veränderungen vorgeschlagen, die sämtlich nachher genehmigt wurden. Wir glauben also, daß der P 0 st d a m p f e r d i< n st i u Ostasien auch ohne Subvention in einer den Bedürfnissen des Reiches entsprechenden Weise fortgesetzt entwickelt werden kann und wird. Etwas anderes ist cs mit ben australischen Linien. Auch hier sollten 1886 nur Grundlagen für neue regelmäßige Handelsbeziehungen geschaffen werden. Und in der Tat ist der Verkehr seitdem von 26 auf 116 Millionen, gestiegen. Diesen Verkehr bewältigen in der Hauptsache zwei deutsche Frachtbampfer-Linien. der Norddeutsche Lloyd und die Deu t sch-Osta sia ti sche Dam pfschi ffahr t s - Ge sc llschaft. Es ist kein Zweifel, daß die subventionierten Linien auf die Entwicklung deS Verkehrs großen Einfluß gehabt und dadurch, daß sie regelmäßig die deutsche Po st dampferflagge in den australischen Gewässern zeigten, das Ansehen der deutschen Schiffahrt und des Reiches gemehrt haben. Im übrigen hat aber die australische Subvention die auf sie gesetzte Erwartungen nicht erfüllt. Es konkurrieren zwei große englische Gesellschaften mit erstklassigen Schiffen, die schneller und öfter fahren als die unserigen. Schließlich muß der Verkehr auf sie übcr- tvandcrn. Es ist auch zu bemerken, daß die deutschen Postdampfer überwiegend von ausländischen Passagieren lxstctzt sind. In Australien kommt nur noch in Frage, ob wir die Linie auf- gcben oder erheblich höhere Mittel gegenÜBer dem englischen D i e n st c i n st c l l c n. Wir erwarten, das die Vorlage dem Interesse des Reiches und der Handcswclt dienen wird. Auf Antrag des Abg. Dr. Spahn (Zentr.) wird die Vorlage ohne Aussprache an die B u d g e t k 0 m m i s s i 0 n verwiesen. - Der Schutz des menschlichen Lebens aus See. Es folgt die erste Beratung des internationale n V er- t r a g s zum Schuhe des menschlichen Lebens auf. See. Staatssekretär Dr. Delbrück: DasfurchtbareUnglückdcrTitanic vor zwei Jahren bat die Anregung zu diesem Vertrage ergeben. Die Katastrophe hat also die eine wohltätige Folge gehabt, daß eine Reihe von Vor. schlügen zur Verhinderung künftiger ähnlicher Fälle gemacht worden sind. Man hat eine Konferenz eingesetzt. Das Ergebnis ihre: Beratungen ist dieser Vertrag. Der Vertrag zielt auch dahin, die Schwierigkeiten, die der deutschen Schiffahrt im Auslande durch das dortige Recht gemacht werden, zum Teil zu beseitigen. Die Aufgaben der Konvention waren von vornherein beschränkt auf die Passagierschiffahrt. Die Fragen der Frachtschiffahrt wurden ausgeschaltet, weil man sonst übcchaupt nichts erreicht hätte. Zu Sicherung der Seefahrt soll ein internationaler Dienst zur Beobachtung des Eises geschaffen werden. Die zur Durchführung des Vertrages erforderlichen Vorlagen werden rechtzeitig dem Reichstage zugehen. Abg. Schumann-Forst (Soz.): Grundsätzlich kann man mit dem Vertrage einverstanden sein. Aber es ist schlimm genug, wenn die Reeder erst durch solche Unglücksfälle an ihre Pflicht erinnert werden müssen. Hätte es sich nur um Zwischcndeckpassagiere gehandelt, dann wäre es zu dieser Reformation wohl gar nicht gekommen. (Oho-Rufe.) Die Reeder betrachten die ganze Sache nur rein geschäftsmäßig. Wir bedauern lebhaft, daß die Regierung die Vertreter der see- männischen Arbeiter nicht mehr berücksichtigt hat. Andere Länder haben die Führer der Arbeiter zur Konferenz zugezogen.'nur Deutschland nicht. Wir brauchen ein Reichsschrffahrtsamt. Ein Vertagungsaatrag wird angen omm-en. Präsident Dr. Kaempf beraumt die nächste Sitzung auf Freitag 2 Uhr pünktlich: Kurze Anfragen, Getreidestatistik; Äenderung des Gesetzes betreffend die Schuldverschreibungen, vorher Fortsetzung der Beratung des Vertrags , zum Schutze 'der menschlichen. Lebens auf See. Ver«i«soachrichtev. -m. Großen-Buseck, 29. April. Tie am vergangenen Sonntag hier abgebaltene Bundeshauptversammlung des^ Radfahrerbundes Ober Hessen war sehr gut besucht. Präsident Io ke l-Hungen leitete die Tagung. Bei der Wahl des Vorstandes wurden für die nächsten 3Jahre gewählt^Zement- Waren fa brisant Jäkel-Hungen zum Präsidenten, Ir. Roth 1 7-- Steinbach zu dessen Stellvertreter, Gercnd Hungen al^Schrist- sührcr, Gg. Abendrot h -Münster als Rechner, als Jahrwart Schreiber - Treis-Horloff, als Stellvertreter W c b er Londorf, 3 t c n l-Bcttenhausen, Alba ch-Hattenrod, B er l in II.-Großen- Buseck zu Beisitzern. U. a. wurde beschlossen, in Oberhesfen an allen gefährlichen Stellen der Verkehrswege W a r n u n g sta - fel n aufzustellen, was von allen Radfahrern wohl mit Jrcudrn begrüßt werden dürste. Ferner wurde für sämtliche Vereine des Bundes die Anschaffung eines einheitlichen Abzeichens beschlossen. Ter Bund soll gerichtlich eingetragen werden._ Lansrvirtschcrst. — U c 6 e t bie Bekämpfung b e 3 G r b r I o h c 3. Ten meinen Acrqer beim Gartenbau bereiten lins wohl bie Erbilöhe burrt) das Abfressen ber mrien GemLseoslänzchcn. Eine Menge Mittel werben nun gegen dieses Ungeziefer angepriesen. Sie kosten in der Regel viel Geld und dabei ist ihre Wirkung meistens frag, lidt. Deshalb fei nächstel>cnd ein Mittel angegeben, lote man diese Gesellen billig und sicher »ertilgen kaum Man nehme sich ein Brellckien von der Breite der Beete und bestreiche es aut einer Leite mit Raupenleim oder Wagenschmiere, Damit fahre man in einer Volte von 30 ;!tm , mit der bestrichenen Leite nach unten, rasch über das von Erdflöhen befallene Beet bi». Diese werden dadurch erschreck! und suchen sich durch Springen der Gefahr zu entziehen. Dabei Hüpfen sie gegen das bestristtrne Brett, woran sie natürlich hängen bleiben. Wiederholt man dies mehrmals am Tage, so wird man das Ungeziefer bald weggcsaitgen haben, D Ans dem Bogelsberg, 20, April, So reichlich ber Tisch für bic Bienen brausten gedeckt ist, sie ziehen nicht den gewohnten Nutzen daraus. Die Rächte lind zu kalt. Dadurch honigen die Blüten schlecht. Auch vermögen die Bienen durch die Morgen- kalte den Ausslug nicht auszusühren. Zur Hauptsache sind die Bienen dieses Jahr in ihrer Entwickelung zur Volksstärke durch das späte Frühjahr sehr zurück. Statt volllräftig in der Zahl, sitzen die Völker aus der jungen Brut, um hier die nötige Stockwärme zu erhalten. Und brausten blüht alles aus einmal, Ta steht noch die Tumvsbotterblume in Blüte, die sonst in, März erschien, und schon prangt der Raps in vollem Blütenschmnck, Ta blühen »och die Kirschen und schon öffnen Birn- und Apfelbäume ihre Blüten- sträuste. Zu viel aus einmal in der Blüte, und die Bienen könnens nicht ausnützen. Ja, die guten Jmkcrjahrc sind selten. Aniveil'ritäts-Nacdricbtsnl. — Geh, Reg,-Rat Prof, Tr. Hergescll, der bisherige Direktor der Meteorologischen Lande sonstalt für Elsast-Loth- ringen, wird in den nächsten Tagen nach Lin den borg bei Berlin übersiedeln, um als Nachfolger des nach Gießen verzogene» Geh. Rats Aß mann die Leitung des tönig- lichen aeronautischen Observatoriums und eine Professur an der Berliner Universität zu übernehmen. — Ter Bibliothekar au der Königlichen und Universitätsbibliothek in Breslau Tr, phil, Heinrich Berger ist vom 1. Mai ab in gleicher Eigenschaft an die Universitätsbibliothek in Bonn versetzt worden. Aus Saarbrücken schreibt man uns: Ter Chemiker am Staatlichen Hygienischen Institut in .Hamburg Tr. Ferdinand G u t h wurde zum Abteilnngsvorsteher am Kgl. Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten in Saarbrücken ernannt. des Sanitätsrats Tr. Willim, früheren Herzogin Paulnie von Württemberg, wirb uns geschrieben: Tie Zahl der Prinzessinnen, welche die Frauen von Bürgerlichen geivorden sind, ist äusterst »ein, viel kleiner als die Zahl der Prinzen, die bürgerliche Frauen ehelichten. Frauen setzen sich eben nicht so leicht wie Männer in bewustlen Gegensatz zu Ueberliesernngen und zu Vorurteilen. Eine Vaterschwcster der deutschen Kaiserin, die Prinzessin Henriette zu Schleswig-Holstein, »mnv am 2S. Februar 1872 zu Primkenau bie Gemahlin des Tr, Hieb. Friedrich ESmarch, der Wittver unt Vater van drei Kindern war. Er erhielt am l, Juni 1887 dev preußischen Adel und ist, ein Wohltäter der leidenden Mensch heit, ani 23, Februar 1008 in v el als Professor der Ehirurgie an der dortigen Universität. Wirklicher Geheimer Rat und Generalarzt gestorben, Tann iinden Ivir noch im Hause Bourbon jene Prinzessin Alieia, jüngste Tochter des Jnfanten Ton Carlos, Herzogs von Madrid, die sich »ach Aushebung ihrer ersten Ehe mit dem Prinzen Friedrich von Täiönburg-Waldenburg mit dem ilalienischeir Leutnant a, T, Lino Tel Prele verheiratete. Auch die vor einigen Jahren verstorbene Jnsanttn Josepha von Tva- nieii, Großtante des Königs Alvhons XIII., die eines Herrn Jojs Güell y Rente Gemahlin >oar, gehört hierher. Und aus älterer Zeit wäre die Prinzessin Karoline von Hessen-Philippsthal zu nennen, die sich als Hofdame des Königs Jeröme mit dem westfälischen Oberst Grasen de la Bille jur Ilion vermählte, sich jedoch schon 1814 von ihm trennte und später einen, bürgerliche» Fabrikanten heiratete. Sie starb am 4. August 1872 in einem römischen Kloster, wo sie freiwillig 'Aufenthalt genommen hatte. * T i e verschleierten Gefangenen, Ter bekannte belgische Schriftsteller Carton de Wiart, der zurzeit das Amt des belgischen JiistjznnnisterS bekleidet, hat nach einer Meldung des Brüsseler Soir ein gutes Werk getan, das hossentlich bald in anderen Kulturstaaten Nachahmung findet. In einem Erlaß an die Polizeibeamten sowie an das Gerichts - und Gefängnispersonal legt der Minister den Beamten die Pflicht aut. Gefangene und Unlersiichungsgeiangene unter allen Umständen nach Kräften gegen die Neugier der Menge zu silnitzen. Tie Polizei- und die GerichtS- beamlen sind angewiesen, ber der Begleitung oder lleberiührnng von Geiangenen aus den Bahnhöfen, in den Straßen und auch IN den Gängen und Korridoren der Gerichtsgebäude dafür zu sorgen, daß den Verhafteten die Temütignng erspart bleibe, vom Publikum angestarrt zu werden, Tie Verhältnisse im Brüsseler .iustizpalast stellen der Erfüllung dieies Erlasses große Schwierig- leiem entgegen: die Verhafteten müssen hier, um vor ihren Richter zu gelangen, die War-erännre der Zeugen bnrchguecen. Daraufhin hat der Minister verfügt, daß die Gefangenen das Recht Kaden sollen, bis z» dem Augenblicke, da sie deni »nlersuchimgs- richter gegenüberstehe», ihre Gefichtszüge unter einem Schleie, zu verbergen. Märkte. ke. Wiesbaden, 30. April. Ben- und Strohmarkt. Angeiahre» waren: !5 Wage» mit He» und Stroh. Man »eherne: £>eu höchster Preis 5,90 niedrigster Preis 3,20 Alk., TnrchschnittsoreiS 3,53 SPIarf. Stroh (RichtÜrohs höchster Preis 2,70 Mt., tiiedrigster Preis 2,50 OJlf.; Durchschnittspreis 2,57 Mt, Krnnimslroh Höcht er Preis 0,01 Alk., niedrigster Preis 0,00 Alk,; Dnrchschnittsvreis 0,00 Alk. — Fruchtmarkt. Haler höchster Prers 9,0;, Alk,, niedrigster Preis 8,60 Alk,; Durchschnittspreis 8,36 Mk. Alles per 50 Kilo. — Herbor», 30. April. Aus dem heute abgehaltene» 4. dies- jährigen Markte waren anigelricben 131 Stuck Rindvieh und 641 Schtveitie. Es wurde bezahlt siir Feltvieh >t»d zwar Ochsen t. Qualität 01—94 Alk., 2. Qualität 88-00 Mark, Kühe »iid blinder I. Qualität 88—88 Mk., 2. Qualität 80—85 Mk. für 50 Kilo Schlachtgewicht. — Aus dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 40—60 Alk.. Läuter 65—80 Alk. und Emlegschrvelne 80—120 Alk. das Paar. Der nächste Markt findet am 18. Mai 1014 statt. Gine Etzrs Hauses wird immer Rücksicht gc- nonnnen, wenn sie aus einem besonderen Grund Vorschlägen, einen Tag frei zu lassen. Nun bitten wir darum. Zahlreiche Politiker dieses Hauses haben morgen gewisse Verpflichtungen übernommen und wünschen am 1. Mai frei zu haben. Darum iü es gerechtfertigt, wenn dieser Wunsch erfüllt wird. (Lachen rechts.) Wir verlangen nicht, daß Sie, wenn Sie die Sitzung auchallen lassen, sich mit uns in bezug auf die Feier des 1. Mai. solidarisch erklären. (Große Heiterkeit bei den bürgerlichen Parteien.) Es handelt sich lediglich darum, daß Sie den Wunsch der größten Partei des Hauses berücksichtigen. Wir sind selbftver- ständlich eifrig bemüvi. die Geschäfte des Hauses zu fördern. (Lachen rechts.) Es ;oU daher feine Minute verloren gehen. Wir schlagen daher vor, anstelle des morgigen Sitzungstages ein oder zwei Abendsihungen abzuhalten. (Lachen rechts.) Abg. Graf Westarp (Kons.): Der Antrag i,t wohl geeignet, im höchsten Maße Erstaunen hervorzu ru f e n. . Sehr richtig! rechts.) Er hangt zusammen mit den sozialdcmokranschen Maifeiern. Diese Veranstaltungen baben den Zweck, durch Arbeitsniederlegung und Arbeitseinstellung für die republikanischen Ziele der sozialdemokratischen Partei zu demonstrieren. (Sehr richtig! rechts.) Man wünscht nun, daß der Reichstag auch morgen die Arbeit cinstcllt und sich an dieser De- nronstration beteiligt. (Sehr richtig! rechts, Lachen der Soz.) Wenn die sozialdemokratischen Abgeordneten das Bedürfnis haben, den 1. Mai zu feiern, so wird sie kein Mensch daran hindern, den Sitzrrngen fernzubleiben. Ich glaube, die Verhandlungen werden ganz gut verlaufen, denn die sozialdemokratische Förderung der Geschäfte kennen wir. (Sehr richtig! rechts.) Die Maifeier ist eine Einrichtung, die lveder leben noch sterben kann. Wenn den bürgerlichen Parteien anacsonnen wird, dieser Veranstaltung durch ibre Beteiligung neues Leben einzuflöhen, so ist das e i n e ft a r ü c Zumutung, die wir mit aller Entschiedenheit zurückwciscn. (Lebhafter Beifall.) Dbg. Basscrmanu (Natl.): Ich muß auch meinerseits bitten, es bei dem Vorschläge des Präsidenten zu belassen. Wir haben uns über diese Frage bereits im (^cniorcnkonveut eingehend unterhalten. Die bürgerlichen Parteien haben sich einmütig dagegen ausgesprochen. Ein Vergleich mit der Fahrt nach Hamburg kann gar nicht anyeücllt werden. Denn in diesem Falle handelt es sich um eine Einladung, die an den gesamten Reichstag zur Besichtigung des größten deutschen Schiffes gerichtet wurde. Ick möchte grundsätzlich Widerspruch dagegen erheben, daß aus Anlaß eines Parteifestes ein Sitzungstag des Reichsrags ansfällt. Das ist nicht angängig. Das würde Konsequenzen haben. Andere Parteien könnten ähnliches verlangen. Aus diesen Gründen lehnen wir den Antrag ab. (Be.ifiall.) ' Dbg. Dr. Haase (Soz.): Die Veranstalter der Maifeier richten ihre Einladungen an das ganze deutsche Volk. (Große Heiterkeit rechts.) Wenn die Konservativen dieser Einladung folgen würden, dann würden sie von ihren irrigen Anschauungen, soweit sie belehrungssähig sind, befreit werden. Präsident Dr. Kacmpf: Sic dürfen einer Partei nicht vorwerfe», daß sic nicht belehrringsfähig ist. (Heiterkeit.) Abg. Hanse (Soz.): Am 1. Mai wird uuch für den Bolksfrieden demonstriert. Das sollte das ganze Volk mit machen. (Lachen rechts.) Die Maifeier lebt und marschiert. Wenn Graf Westarp den Mut hatte — ich will mich parlamentarisch ausdrücken — und sagte, die Geschäfte könnten auch ohne uns gefordert werden, so erinnere ich daran, daß das deutsche Volk bei den letzten Wahlen bewiesen bat, wer seine Geschäfte fördert. Das find die Sozialdemokraten mit 111 Mandaten. Und wir werden weiter wachsen. (Lachen jb. d. bürgerl. Parteien.) Der Antrag, morgen die Sitzung ausfallen zu lasten, wird darauf gegen die Stimmen der Soz. abgelehnt. Auf Antrag Scheidemann wird aber beschlossen, die Sitzung jschon um 1 Uhr zu beginnen. Schluß 6% Uhr. Des?!jsifdjte*. * Automobilunfall. Bus Liebenwalbc wirb ge- melbet: Alls ber Chaussee zwischen Liebenwalbc und Hammer stürzte gestern bas Automobil eines Ziegeleibesitzers beim Ausbiegen in be» Chausseegraben, wobei der Chauffeur getötet wurde. * Vergiftungen. Aus Wilmersdorf wird gemeldet: Gestern abend erckraukten der Bäckermeister Struck, seine Frau, zwei Gesellen und eine Nichte des Bäckermeisters unter Vergis - tungserscheinungen vermutlich nach dem Genuß von Schabefleisch. * Prinzessinnen als bürgerliche Ehefrauen. Zu dem in diesen Tagen in Breslau erfolgten Tod der Witwe Die Patienten finden im Kaffee Hag, dem coffeinfreien Bohnenkaffee, den gleichen Geschmack des Kaffees, ohne eine Erregung des Herzens zu verspüren. Gehetmrat Exzellenz v. Lerchen tBortrag ,sHerzneuroie und deren Behandlung"). Kursblatt 6cs Eichener Anzeiger- _voirr 30. April__ mitgeteill von ber Bau! für Handel und Industrie Niederlassung Siegen Rank-Aktien. ReickSbonk . . . M. 1000/3000 Frankfurter Bank . . Di. 10UO Badische Baut ... 2lr. 1U0 Bohr. Hyp.- n. Wechselbk. s. fl. 500 Berliner Handelsq. . M. 500 1000 da. Hyp.-Bk. Lik. A M. 1000 da. da. Lit. U 'ih. 1000 DrcSl. DiSkantabank Mk. 600/1200 Commerz.u.LiSkonto-Bauk M. lOvO Tarmstädter Bank . . -L ); , 1000 Bants. Handel». Industrie) Trutsche Bk. S.I-X M. 600 1200 Efjekt.- u. Wechselb. lr. 100 BeremSbank . . . M. 600 TiSkonto-GejeUschast M. 600, IJijO Tresdner Bank . . 600 1200 Eisknbahn-Nenten-Bk, . M. 1000 j Franks. Hhpothek.-Bank M. 1000 to. Hvp.-Kred.-B. L'k. tOV/l'JW LftNleld. Bdkr. sGrerz) Au. L.M. 1000 Mitteldjche. Ll redilb. . M. 300----- "ialib. hTrscht. ©.I-VI^O oOu/UiM) ! Nürnberg. DereinSbk. M.300/1200 L)ep.-Ung. Bank . . kr. 1400 Qesi.-Länderbank . . i.ft^OO! Lest.-LirrdU-Anstalt. . i. fl. 260 ^salz,jche Bank ... M. 1^00 -preux. Bodenkreditbank ‘ilc. 200 | to. Hyp.-Akr.-Bl. M. 600/1200 Schern Zirebztdk. M. 6 OO/I 0 OO, 1_'00 «ihcm. Hyp.-Bank . 600/1200 Echasthaus. Bankver. . 2)t. 1000 Südd. Bovcnlreütt-Bank . M. 600 Ungar, rtredttbank . . 0 . si.200 Unroudank (Wien- . . b. fl. 200 Wiener Bankvercm. . i-.sl.200! Württbg. Bankanstalt. 600/1200 to. rteremsbarit Di vf den dt 1 5 8h 6.95 131.50 0 9 195.50 6.". T 1-8 10 13'«, 14 297.50 9 V, 6'/, 6 V, 110.25 67. *>v, 110.50 6’ 6 e'/. Ö V, 117,80 12*». 12';. 241.75 6 6 112.- 6 117.75 10 10 188.— SV, »V, 150.30 9 10^81.— 9' . 10 2! 8.50 s 8 155.50 07 . =‘U VI, ch ' 116.51 7 7 110.30 11 12 249.50 SV, 142.10 v}. TV, 127 50 «o 5 /» IO“/» 194— 122.50 8 b 51.— 6 6 113— 7 7 127.25 9 9 193.— 7 V, 5 109.59 8 SV, 177Ü-0 lH uv. - — 8‘ , SV. T‘> T V, 130.50 7 7 7 133.80 Pfandbriefe. 4 Ber . Hyp -Bk. <°r. Pomm^ obgest. 80 °/ 9 92.- L7, do. do. adgest. 80*/, 83,70 4 Frk. Hyp.-Bk. (Sn 11 95.- 4 fco. fco. S-r. 16 u. 17 uuk. 1910 95.- 4 fco. fco. Srr. 18 95.- 4 do. fco. Skr. 20 96.— 37, fco. do. S-r. 12, 13 86.40 fco. fco. Skr. 15 • • * • • 86.40 SV, Frs. Hyp.-Bk. Ser. 19......86.40 3 1 /, fco. da. Kommunal Ser. 1 unk. 1010 86.b9 4 Frl. Hyp.-Kred.-Ber. E.lö.19.21-27,31,34, 35-39-42 94.— 4 fco. to e. 43 unk. b. 1913 . . . 94.'tO 4 fco. do. S. 46 kündb. ab 1908 . . 94^0 4 do. to. S. 47 . • 94.50 37. fco. do. e. 44 unk. b. 1913 . . . 37, fco. do. g. 28-30, 32 (nlgb.) . . . 86.50 37, do. to. S. 45 (tilgb.) 86.50 47, Laudw. . tlkkdilbcin! Pjandbr. T-V . — 4 lo. ; De. L n. X-P. 85.- 4 Hambg.Hyp.-Dk. S.141-340kündb.ab190ö 9t.b0 4 fco. fco. S. 341- 400 unk. d.I910 H4.o0 4 fco. fco. S. 401-470 unk. b. 1913 94.50 Hambg. Hyp.-Bk. Ser. 1—190 u. 301*310 fco. fco. ©er.ol 1*350 uuf.b. 1913 Diecklb. Hyp. it. Wbt. Ser. 1 ver>. a 125 fco. d». Ser. 3 abgeft...... fco. fco. Ser. 2 u. 3 liinbD. ao 192 j bV. 4 1 /, % 4 4 4 4 4 37, 3 ; , 3/, 3 1 /, 4 Preuß. 3V, fco. 85.50 85.50 83.40 83.40 fco. fco. fco. fco. de. da. fco. fco. 4 »V. fco. fco. fco. Hyp. B. Zs', kündb. ab lyQ 5 . fco. fco. 4 do. fco. S. 19 unk. b. 1909. 4 fco. fco. S. 22 uni. b. >912. 4 do fco. E 25 unk, d. 191 t] 4 do. fco. E. 27 unk. b. 1915. 3% fco. fco. S. 23 unt. d. 1912. n fco. fco. S. 26 uni. d. 1914. 27 . fco. do. S. 17 u. S, 18 . 37 . fco. do. S. 24 uni. d. 1912, 4 Rhein. Hyp. Mannheim kündb. ab 1902 4 da. fco. fco. tünfcb. ab 1907 3 1 /, fco. fco. ....... . 3 1 /, fco. fco. vnk. b. 1914 ... . 3 1 /* fco. fco Kommunal. . . . . 4 * Westd. Bdkr. Hyp. (Köln) S. 1 u. 2 . . . 4 fco. fco. fco. Ser. 5 unk. b. 1909 4 da. fco. da. Ser. 6 mi£ b. 1911 4 da. fco. fco. Ser. 7 unk. b. 1913 93.80 87__ 94.— 94.— 94.— 94.— 95.30 87.60 87.60 85.30 85.3) 94.50 94.50 84.70 84.50 85,— 94.— 94,— 94.— 94.- Westd. Bdkr. Hyv. (Köln) S.3 kinrdb. 1905 bn. fco. fco. Ser. 4 kündb. 1906 *Südd. Bofcen Kr. S. 53 u. 51 kündb. 1906 fco. drS incl. Ser. 52 . kt aatl oder vrov inzi al-garaa^. Hess. LaudcS-Hyp. Bank Ser 12—13 . n. 14—15 . fco. do. Eer.I—11 unk.1909 fco. fco. ftow. -öbl. S. 5—6 n, 7—8 . fco. fco. Kommunal Serbln.II unk. 1909 Rastauische LandeSb. Lit. F. Ö. U. K. n. L. do. fco. * 1L X F. . . Kasseler LandeS-Ereduau^. uuk. . . , 84.— 84. -- 96.60 83.— 96.'«) 96.90 84.50 96.90 84*50 91.5) 91.50 Divers© Obli^ati^en. Buderus r. 103..... Ttsch. Luxemb. cono. , , ’ fco. r. 102 . . ' I 94.40 nger Hyp -Bk. Ser. 2 .... 94.69 4 l / J Eisend. Ncntenbank...... do. Ser. 6..... 94.60 4 fco. fco. . ... 94.25 do. Ser. 7 kündb. ab 1906 94.89 4 1 /, Eisenivkrt- Lollar r. 102 . fco. Ser. 8 unk. b. 1914. 94.50 4'/, Elkllr. llverl Homburg r. 101. 90.70 fco. Ser. 9 „ , . . 94.50 4 D. Atlant Telegraf 93.50 fco. obgeit...... 86.— 4 Frauten-Ällee, garant. o. Frankfurt . fco. kündb. ab 1905 . . 86.— 4 Franlf. Hof r. 105 97.— fco. kündb. ab 1907 86. — 4 Reue Boden r. 102 . Ser. 10...... 86.- 37, do. da. r. 101...... 47, Ung. Lotalbahn S-ri- I r. 10o' , H,P>»h-,-^Ali..Ä. ouf80%a()3i 92.30 84.— 4% do. do. Serie II r. 102 . 87.30 Verzinsliche Iiose. 1 Badische Prämien Serie II. . Tlr. 100 o Donau-Regulrerung ... . y. st. 100 3»/,Golhacr Präm. Psanfcbr. I .* Tlr. 100 l0 - 00 . II . Tlr. 100 3 Hamburger v. 1864 .... Tlr. 50 3 ^oüanvi,che Komm. 0 . 1871 *. b.fi *100 3»/,Koln.M,ndener . . 2 -,.' ,00 3»/,Lübecker v. 1863 . . *. xtr 60 2»/,Lun»cher v. 1853 . . * * jt r ’ öü 3 Madrider abgest. . . , ^r' 100 s 4 Memmger Pram. Psanfcbr. . Tlr' 100 4 Oestcrr. 0 . 1860 .....i. fl! 500 3 O'.denburger.......Tlr. 40 6 Russische v. 1864 . , alt.K. dibl. 100 5 Rusiische v. 1866 . . . alt. K. Rbl, 100 ' 27, Stuljlivechelib..Raab.Ära; . . 150 27, do. do. ex. 'ä. Sch. . ö. st. 150 ! fco. > Ltnrechtscheizu - . fl. 11.-50 143.2C 141.— 179__ 128.40 110.40 Unverzinsliche Uose. DugSburi?r . fl. 7 Braunsch'v?-; ..... Tlr. 20 Fninläninsch! ..... Tlr. 10 -.- Frekburger . . ... . Fr. 15 — . - enna . ...... Sire 150 ^iailänd-c ...... Sire 45 _._ Mailänder ....... . Sire 10 Meinrnger ....... . t.fl. 7 37.- Qestr. v. 1864 ... ... . i-. fl. 100 Ocjlr Llredit v. 1853 . ... . t.fl. 100 540.— Türlilchk........ Fr. 400 165.— .. ..... Ullima . Sr. 400 Bcuetmuec . , . . . . . . Sire 30 1 ftanblnxltt hörst Äschass.Masch.Pa? yieu: Boden A. E. Brauerei BmdiNg. Henmiigrr. ^ fco. Pc. .'Ut. 1 Stcntpif . - p ll>lamzer- Akt. * Rerremneyec n Stern«,Obere.) I Werger . . 3 emeutf. itailitaöt Erzcm.'Bafc. Anilin ^Bleiil.Süb.Br. H Gries lj. VsTicttr. „ Alberc . . . D. G. S. Schckdc- anstalt . . . Holzvcrkohlg.-Ges. Dt. Atl. Tcl^rapi, Elektr. Bi,e Borz. ^ Allgem. Berlin „ La^meqer . „ Schuckere n Slem. L HalSkc ^ Untern. Zürich Farbwerke Höch,t. KunstseifceFsr.a.M. Masch. rilei)er. „ Griizncc ^ Fab.eLSchleich. Hamb.-Äm.-Pcktft. Rordd. Llvuo . 6ecli»er i-arle. 11 ^.-. Bochumer Guz ^4.10 ^ufcerus Elsen 187.20 ^oueorüta Bergb. 125.— Dt. Luxemb. Bzw. 127.— ^>ellr.Llchlu.urasl 117.30 ^kchweiier Bcrgw. 170 60 o'ugou iJtanuilafct 116.6Q „ Borz. Ali. 19,.— Get,euk,rch. Brgw. 60.— -Varpener ^ 136.— ^as^er Ersenw. 631.5«) ycmmoo: Zement i 78.30 yi&ccma Bcrgiu. 262.-50 Völch. Eiseai». 449.— Vumoold Masch. . Laurahülte. . (621.70 MutyeunerHergm. jo05,— Rorfcfc. Wollkämm. 127.70 ^derjchles.E.-Znd. —.— Pchonrx Bergio. 244.50 RycimRass.-Bgiv. —.— Rhein. Slaylwerte 148.— Riedeck Montan . 214.70 Schiej. Berg-Zint —.— Wegelm & Hübner j 635,75 Weileregeln Alkali | —„ Borz. Att.! 337.50 266.- 101 .— 129.80 114.— 144.50 222.25 164.75 369 — 126.30 129.— 224.75 122.25 123.- 181 — 178.25 154.25 126.75 315/25 115 50 143.60 158.10 142.— 63.80 235.75 197.70 160.10 194.25 151/75 201.30 99.10 m i*' § s ! ■ 1 1 e res s an te s An ge bot!! Ich war bei der Zusammenstellung meiner Frühjahrs- und Sommer - Neuheiten bemüht, meiner Kundschaft etwas ganz hervorragendes su bieten Beachten Sie gefälligst die nachstehenden Preise Diese Schul-Stiefel sind hergestellt aus zartem, haltbarem Oberleder, holzgenagelt oder durchgenähter Boden. Normalformen, engl. Absatz Grösse 22—24 Mk. 2.28 Grösse 25—26 Mli. 2.40 Grösse 27—30 51k. 2.60 Grösse 31—35 Mk. 3.15 Eine Menge branne Stiefel sehr billig, nur wenig mehr Grösse 23—26 Mk. 2.95 Grösse 27—30 Mk. 3.50 Grösse 31—35 Mk. 3.95 WoHf Schuhhaus Gießen, Seltersweg 19 C, A. Hartmann vormals Otto Rathscr.lag Fernruf 2064 Seltersweg 817 « Aussteuerhaus Wäsche-, Betten-und Steppdecken-Fabrik Neuwäscherei ISS Licht- und Kralt-Anlage in Marburg Haupt-Katalog und Muster stehen .. gerne zu Diensten 24a Flechten. Es wird Sie interessieren zu erfahren, ba|3btc Tun- Salbe meine Hände von einer Art nässenden Flechten nach 3-wöchigem Gebrauch befreit bat, nachdem ich über % Jabr mit allerhand Laiben vergebliche Versuche gemacht batte. Seit meinem Erfolge habe ich auch bei jeder vassenden Gelegendeit die Dun-Salbe cmpsodlen und besonders ein Kollege, der öfters rissige Hände bekam, hatte guten Erfolg. Die Salbe eine- Spezialisten, die recht teuer war, hatte nicht- geholfen. D.-N. Lehrer <8g. U. Vorzüglich gegen Keuchhusten. Katarrh, Bronchitis, Influenza und Altbma. Zu haben in Avothcken oder durch Vermittlung der Fabrik Hans Heih in Tarmftavt, Roüdörfer Stratzc 22. 1B. Dun-Salbe 1.30 M., D.-Pillen 1.30 M.. D.-Zäxfchen 2.— M. Prospekt kostenlos und frei. Fsu^fring - Lano Mn - Sei f e Der Haut zuträglichste, wohlfeilste Toilette* 6eife.StOck 20 Pfennig, 5 Stück 95 Pfennig. Angefertigt vom langjährigen Fabrikanten deTpfeiiringseife: C. Naumann, Offenbach a. M.j Damenfrisieren Shampoonieren — Kopfwäschen — mit neuestem Wannluftstrom-Trockenapparat Frau Bernh. Dosch Neuen Baue 12, Ecke Weidengaase Damen-Frisiersalon separat Ankauf von Wirrhaar. Hochmoderne iien- null KinMite zu äußerst billigen Preisen Hullorineo ÄÄS 3,25,4,75 liyüoroifin aus Strohgeflecht, v. 1.75 m. an Sfibick garnierte Hüte 7.M, 8.25 M.U, höh. mit 5% Rabatt ZMp Modellhüte F. Her, §pezial-Pu!zsa!on, SnSer Steinweo 15 pari. Alleinvertreter: Franz Vogt & Co., Giessen Fernsprecher 1054 Goethestrasse 32 Einzige Spezial-Reparatur-Werkstälte f. alle Bureainnasdiineo a. Platze Verlangen Sie kostenlose und unverbindliche Vorführung. 5391 I v. erfüllt alle Wünsche. Machen Sie deshalb keine Versuche mehr mit Schubputjmitteln zweifelhafter Güte, deren es so viele gibt. püo ift überall zu haben! _3s» TofaS - Ausverkauf mam VON SchuhwaPett. Kn» Um schnell zu räumen, verkaufe zu jedem annehmbaren Preise. 03516 Heini'icli 8 i»m H eustad h 9 • sirche emeftreauHn ’ der ich bm unrklub outen Kot erinlen. möchte^, • emr jehmackhuM sämige Dnaten-Äau« nur out ' -das ?tüei,z» lOP^hinreuhend für JJcr foatn~ r...... .................. L. Jiur wht mit nttnetr Sdiuferamke. . -fiier übemll hoben. -iBorlien 5 ie äneaüerfudt. ft garantiert dieser Bahfenf Aus reiner Wolle hergestellt auf jedem Etikett und Umband und die Aufschrift Fabrikat der Stmwoltepinnefei Altona-Bahrenfeld nicht einlaufend nicht filzend Das Beste gegen Schweifäfufj M- Qualitäten. t