Nr. |00 Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, anbei Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich GstßenerHimillenblätttr; »tveimal wöchentt.tzreis- hstttfürdentzreirSieben (Dienstag nnd Freitags; zweimal monall. kond- »irtschaftliche Seitsragen Fernsprech - Anschlühc; iür bte Redaktion 112, Verlag n. Expedition öl Adresse Iür Tcveichcn: Anzeiger Gieße». Annahme von Anzeigen iür die Tagesnnnimer bis vornnttags S Uhr. Erstes Statt M- Zahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Donnerstag, 30. April Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Die Zrie-ensvermittlung in Mexiko. BudgctcmSsch»ß des Reichstags hat Staatssekretär b. Ja go w eine Erklärung über die Lage in Mexiko und die Stellung des deutschen Rciclses dazu abgegeben (Siehe -■ Blatt.) Natürlich haben wir dadurch absolut nichts Erschütterndes über die Ursachen der mexikanischen Wirrnis, noch über die Kriegslage oder die künftigen Aussichten vernehmen können. Ter Staatssekretär ist über alles das genau >o im Ungewissen, wie das grosse Publikum. Köstlich ist ein Satz in dem halbanitlichen Bericht; Tic Behauptung, das; Erdölintcresscntcn ihre Hand im Spiele haben, hat auch der Staatssekretär in den Zeitungen gelesen, er permochte sic aber nicht nachzu- Piiifen. Sb es nun gerade nützlich war, diese Ahnungslosigkeit der Regierung der Lesscntlichkcit so unumwunden Preiszugeben, ist etwas sraglich. Herr v. Jagow erklärte noch, die Regierung habe immerdar gewünscht, daß im Interesse der Deutschen in Mexiko und ihrer Unternehmungen recht bald wieder Ruhe und Ordnung eintretcn möge. Das ist ein bißchen selbstverständlich. Trotzdem kann man mit dem wenigen, das die deutsche Regierung bei den Wirren^ zu tun vermocht hat, zufrieden sein. Wir haben zum Schutzdienst zwei kleine Kreuzer an der mexikcv- nisäien Küste, und der Konimandant des einen Schiffes, der „Dresden", hat dein Ansehen des deutschen Reiches durch sein entschiedenes Eintreten für amerikanische Flüchtlinge, die er vordem Pöbel in Tampico rettete, einen guten Dienst geleistet. Staatssekretär Bryan hat dem deutschen Botschaj- 1er in Washington für diese Tat bereits Dank abgestatteti Unser gehobenes Ansehen tonnten wir denn auch, wie Herr v. Jagow erklärte, dazu benützen, vorsichtig vermittelnd zu wirken, und die Schritte der südaincrikanischen Republiken werden von Deutschland unterstützt. Im übrigen hat Herr v. Jagow recht; Tic Haltung Deutschlands muß neutral sein. Nur für den Grundsatz der offenen Tür wollen wir eintreten. Aus den heutigen neuesten Meldungen ist aber leider noch keinerlei Aussicht zu entnehmen, daß rin Krieg verhindert werde. Der „Waffenstillstand", dessen man sich heute freut, wird kaum von langer Dauer sein. Tie Friedensvermitbler haben sich, obgleich sie optimistisch sind, doch einstweilen nur vertagt. Wir erhalten folgende Meldungen: » Washington, 29. April. Die Friedensvermittler waren gestern zusammen und vertagten sich erst heute früh Ueber das Ergebnis haben sie sich nicht geäußert, doch schienen sie optimistisch gestimmt. Der brasilianische Botschafter teilte Staatssekretär Brhan mit, daß der nächste Schritt der vermittelnden Mächte dahin ziele, einen W a s s e n st i l l st a n d zu erwirken. Washington, 29. April. Carranza hat den vermittelnden Mächten erklärt, er sei bereit/ die Vermittlung anzunchmcn und über den Gegenstand zu verhandeln. El Paso, 29. April. Wie aus Chihuahua berichtet wird, sind Villa und Carranza überei,igekömine», daß, die Rebellen mehr Zuschauer in den mexikanisch-amerikanischen Wirren bleiben sollen, außer wenn das Gebiet der Rebellen angegriffen werde. Eagle Paß, 29. Avril. Die Vorhut der Rebellen be setzte Piedras N e gra s. Ter Befehlshaber der Bundestruppen Guajardo ist an seinen Wundön gestorben. Ter Anführer der Rebellen erklärte, er werde heute bei seinem Einzüge die amerikanische Flagge salutieren. F» Veracruz ist eine amerikanische Zivilregicrung eingesetzt ivorden. Ter Amerikaner Robert I. K e r r hat die Regierung übernommen. Washington, 29. April. Wie Kontreadmiral Flct- ch e r meldet, sind gestern abend 109 Amerikaner und 28 andere Ausländer aus dem 'Binnenlande in B e r a c r u z ange- komnicn. So gut wie alle Ausländer in der Nähe von Du rango und Torreon haben das Land verlassen. Zwei von dem britischen Gesandten bestellte So n Verzüge, welche die englische und die amerika,rische Flagge führten, verließen gestern abend mit Flüchtlingen die Hauptstadt. Unterwegs. nehmen sie noch weitere 600 Flüchtlinge auf. Bundestruppen u,ch sechs Vertreter der verschiedenen Gesandtschaften begleiten die Züge. Ein britisches Kriegsschiff in P u e r t o M e x i k o wird bis zur Ankunft der amerikanischen Transportschiffe den Schutz der Flüchtlinge übernehmen. Die Hauptstadt war gestern ruhig. Seit Sonntag sind keine Kundgebungen vorgclömmen. Erschießung gefangener Amerikaner? Beracruz, 28. April. Nach einer Meldung, die noch der Bestäligung bedarf, sind wieder sechs Amerikaner aus dem Gefängnis von Cordoba genommen und erschossen worden. Ein Anierikaner soll in Casa Malenpan getötet worden sein. Tampico durch Ansammlungen von Oelmengen gefährdet. Washington, 29. April. Tie Stadt Tampico ist infolge der Ansammlung riesiger Oelmengen in den großen Bohrlöchern nahe bei der Stadt sehr gefährdet. Das Staatsdepartement hat daher die in der Nahe stehenden Konstitutionalisten ersucht, zuzustimmen, dieses Gebiet für neutral zu erklären. Die englische Gesandtschaft in der Stadt Mexiko bemüht sich, Huerta zu veranlassen, die Maßnahmen zum Schutze der Stadt zu unterstützen. Hochzeit im Hanse Huerta. Präsident Huerta verfügt über ein nicht eben gewöhnliches Maß von Kaltblütigkeit, die durch nichts zu erschüttern ist. Das bezeugte erst in diesen Tagen wieder die behäbige Ruhe, mit der er die Hochzeit seines Sohnes Viktor, der den Rang eines Majors in der mexikanischen Arme« bekleidet, mit Fräulein Concepcion Hermandez unter Entfaltung allen standesgemäßen Pomps feierte. Während sich Mexikaner und Amerikaner blutige Kämpfe liefern und das Land von der feindlichen Invasion bedroht ist. setzte sich der Präsident ganz gemütlich an den Schreibtisch und fertigte die Hochzeitseinladungcn an das diplomatische Korps aus. Tic Herren der verschiedenen Gesandtschaften hatten ausnahmslos der Einladung entsprochen, aber das Erstaunen der Hochzeitsgesellsäiaft war begreiflicherweise nicht gering, als man als einzige Dame des diplomatischen Korps Frau OShaughnessy, die Gattin des amerikanischen Gesandten, das Haus des Präsidenten betreten sah, die man unter den derzeitigen Verhältnissen am wenigsten hier erwartet hatte. Mit Nonchalance beivcgte sich die Amerikanerin unter den Hochzeitsgüsten und, als diese sich zum Zuge ordneten, ergriff sie den Arm eines ob dieser Auszeichnung wenig erbauten höheren mexikanischen Offiziers, schritt im Zuge mit zur Kirche und nahm dort mit der harmlosesten Miene von der Welt zur Seite von Frau Huerta Platz. Nach vollzogener * Trauung trat sie >vie die anderen Gäste an das junge Paar heran, um diesem wie den Brautcltcrn ihre Glückwünsche auszusprechen. Au» Hessen. Ans dkm Finanzausschuß. rb. T a r in st a d t, 29. April. Ter Finanzausschuß der Zweiten Kammer trat beute unter dem Vorsitz des Ahg Tr. Osann wieder zusammen und schritt zunächst gemäß den Bestimmungen der landständischen Geschäftsordnung zur Wahl eines Schristsührcrs und dessen Stellvertreter. Als solche wurden die Herren Abg. Dr. Weber und Henrich bestimmt. Dann wurde in die Tagesordnung eiuge treten und die Vorstellung der Allg. Radsahrcr-Union, der Bürgermeister und des Deutschen Radsahrcrbuiides über die Besteuerung der Fahrräder, welche die Kammer bereits bcschästigtc, aber an den Ausschuß wieder zurückvcrwi^en wurde, erledigt. Ter Ausschuß be barrle indessen aus seinem srüherc» Beschlüsse, daß eine Aenderung, der jetzigen Sätze und der veranlagten Personen nicht statttindcn kann, weil hierdurch die Stcmvclcingängc sich verschlechtern könnten. Tie Vorstellung der Straßcnwärtcr über dciinitivc Anstellung muß vorerst iür erledigt erklärt werde», mit Rücksicht aus die Neu bearbeitung der allgemeinen Bauordnung, mit welcher auch die Dienstverhältnisse dieser Beamten geklärt werden. Der Antrag von 26 Mitqlieocrn der Ersten Kammer, betr Abänderung des G c m e i n d e u m I a g c n g e s c tz e s lwt die Znstinrmung der Regierung soweit geinnden, daß cilze Vorlage gc- scrtigt werden soll, in welcher insbesondere die Verhältnisse zwischen Ertrags- und gemeinem Wert bei bebauten und unbebauten Grundstücken klar gelegt werden soll. Diese Vorlage wird der Kammer in 14 Tagen gedruckt zugehrn, und cs wird beschlossen, den Antrag der Ersten Kaimncr bis zum Eingang der Regierungsvorlage für erledigt zu erklären. Dann wird Gelegenheit gegeben sein, die Frage der Gemeindcbesteucrung, in Bezug aut den Ertrags-, den Mittel und den Gemeinen Wert im Plenum der Kammer zur Verhandlung zu bringen. Ter Finanzausschuß stinrmi weiter der Vorlage zu, betr. die Staatsbeihilse an die Gesellschaft für Auto-mobilbctricb Wein- Heim- Trösel von je 25000 Mark jür das Jahr 1913 11 Bei Beratung der Regierungsvorlage, betr. die Förderung der Kras twa gen l i n i eit wurde die Grenze des Zuschusses mit höchstens Vs des Betrages, um den die Betriebs- und sonstigen Einnahmen in einem Jahre hinter den Betriebskosten zurückbleiben, für zn gering erachtet. Ter Ausschuß ist dafür, die Grenze auf die Hälfte scstzusttzen, auch sollen nicht nur solche Linien, .welche das ganze Jahr IN Betrieb sind, sondern auch die sog. Saisonlinien die Staatshilst erhalten. Bet Art. I Abs. 2 entsteht ebenfalls Widerspruch und es soll nochmals mit der Regierung verhandelt werden. Der Vorlage der hessischen- technischen Lehrerinnen über einheitliche Regelung der Gehaltsbezügc der Hand arbcitslehrerinnen steht die Regierung ablehnend gegenüber, weil die allzugroßc Verschiedenheit in den einzelnen Orten eine allgemein« Regelung nicht ermögliche, und erst >ni Jahre 1909 die Regelung soweit wie möglich crsolgl war. Der Ausschuß schloß sich der Regierung an. Der Vorstellung des B o l k s l i c d e r v e r - eins Franksurt, betr. einen Staakszuschuß zu den Theatervorstellungen des Rhein-Main-Vcrbandcs soll dahin stattgcgcben werden, daß auS dem Betrage des Fonds iür allgemeine und gemeinnützige Zwecke aus dem nächsten Staatsbudget dem Verband entsprechende Bcihilsc zugesührt werde» soll. Bestimmte Summen konnte der Ausschuß nicht sestsetzcn. Nächste Sitzung Donnerstag. Mn-erideale. Eine umfangreiche Untersuchung über Kinderideale hat der Münchener Forscher Tr. Heinrich Mayer mit Unterstützung zahlreicher Lehrer und Lehrerinnen an 3600 Schülern und Schülerinnen städtischer Volksschulen in München und oberbayerischcn Landschulen ausgesüh'lt. Aus den Antworten der Schulkinder aus eine Reihe von Fragen ist iestgcstcllt worden, in welcher Richtung sie im Lause ihrer Entwicklung ihre persönlichen Ideale, die ihres Berufes, ihrer Lektüre und ihrer Freundschaft suchen, und das Ergebnis dieser gründlichen Untersuchung, einer für Eltern und Er- zieher gleich wichtigen, experimentell-pädagogischen Studie, erscheint soeben in Buchsorin im Verlage der Jos. Köstlichen Buchhandlung lKemvten und München) unter dem Titel „.Kinderideale". Der Inhalt eines besonders fesselnden Abschnittes sei hier heraus- gegrissen; welche Ideale entnehmen die Kinder aus der Geschichte, aus der Sagenwelt und aus der Kunst? Im vierten Schuljahre werden solche „geschichtlichen" Ideale, wie sie hier genannt werden mögen, nur selten genannt, erst vom fünften Schuljahr an treten sie häufig aus. Tie folgenden Angaben beziehen sich alle aus diese Zeit vom 13. bis zum 16. Lebensjahre. Die Einwirkung des Lehrplanes läßt sich in Mayers Zusammenstellungen deutlich erkennen, denn in der^ö. Klasse werden die Germanen, Hermann und Siegfried, als Ideale erklärt, im sechsten Schuljahre Rudolf von Habsburg, Kaiser Ludivig nnd und Dürer, im siebenten Friedrich der Große und Navoleo», »nd allmählich treten auch die Klassiker in pe» Vordergrund. Von den Knaben wurden Karl der Große und Hermann am häuiigsten, nämlich je 19 Male, als Ideale angeführt; weiter kommen Schiller (17), Siegfried (15), Napoleon 14-, Teil und Goethe (11), dazu „Schiller und Goethe" (einmal), Bismarck und LudwigII. (l0, Friedrich der Große <91 »nd Dürer (7). Tic meisten anderen Ideal- geslalicn werden nur 2 oder I mal genannt. Bei den Mädchen steht als Idealgestalt obenan Tckiiller 19 mal) (neben „Schiller und Goethe" 2 mal', dann kommt die Königin Luise (10, Maria Theresia >7), Goethe (6) und Dürer 15). Vergleicht man die Antworten der Knaben mit denen der Mädäwn, so fällt einem der Unterschied in der Anzahl der Idealgestalten auf: bei den Knaben finden sich 5,4 verschiedene Namen, bei den Mädchen aber nicht 75, die ihrer Zahl entsprächen, sondern nur 30. Tic Knaben finden also überhaupt um das 2'/,lache mehr historische Idealgestalten, als die Mädchen. Noch mehr steigert sich dieses Mißverhältnis, wenn man die Kinder zählt, die diese Ideale gewählt haben; 191 Knaben und 84 Mädchen. Man kann sagen, so meint Mäher, ha-- Interesse der Knaben für historische Personen ist dcm der Mädchen um das dreifache überlegen. Er verweist dabei au» ähnliche Ergebnisse, zu denen andere Forscher gelangt sind. Während sich unter den 75 hisloriichen Namen der Knaben nur eine einzige Frau bestndct, nämlich die Königin Luise, bestehen die 30 historischen Namen der Mädchen fast durchaus aus Männern; nur acht weibliche Gestalten sind darunter zu finden; nämlich Königin Antoinette, Isabclla Braun, „eine Germanin", Königin Lulsc„Tus- nclda, Iphigenie, Maria Theresia und Gertrud, die Frau Stauf- sachcrs. ' Außerordentlich fesselnd sind die Gründe, die die Schulkinder sür die Wahl ihrer Idealgestalten angegeben haben. Im 5. Schuljahre ist Hermann das Ideal der Knaben, weil er lavier, ein Held, ein tapferer Osstzicr war, weil er die Römer besiegt hat, weil „Hermann große Siege gewonnen hat und viel Ehre; denn er ist überall bekannt geworden und ich möchte seinesgleichen sein". Karl der Große ist das Ideal, weil er (5. Schuljahr) tapfer, klug iind geschickt ist, weil er (6. Schuljahr) gute Eigenschaften gehabt hat, mächtig, mutig, gescheit und gereck>t war, und es her, seitdem zulctzt die Leitung eines großen Berliner Theaters die Hand zur Aus- sührung eines so peinlichen Werkes reichte, wie dieses Schauspiel „F r e i h e i t" von M ax H a l b e cs ist. Tie Kainmerspiclc des Deutschen Theaters machte), sich am Dienstag dieser unerklärlichen Verirrung schuldig. Patriotische und deutscl>e Ge- fühle mögen cs gewesen sein, die dem Dichter der „Jugend" die Feder führten, als er dieses Stück schrieb; doppelt bitter, wenn aus so fruchtbarem Boden to große künstlerische Ohnmacht wucknrt. Im Munde redseliger Marionetten, die mit grober Hand nach dcm Tchwarz-Wciß-Prinzip gemalt sind, wirken diese Worte vaterländischer Begeisterung als leblose Phrasen und nur schwer überwindet man das bedrückende Gesühl, daß hier Erhabenes nnd Großes mißbipucht ward, um einen Theaterabend zu süllcn. 1812, Napoleon zieht nach Rußland. Ein junger Schwärmer, cin Tugend- bündler, zetteil Verschwörungen gegen Napoleon an. Ein kaltherziger Tanzigcr Senator, ein Anhänger Napoleons — der Verfasser dachte hier an ein kleineres Gegenstück zu dcm großen Korsen - vcrsolgt ihn und bringt ihn vors sranzösische Kriegsgericht. Allein dieses Senators Sohn, ein schwacher, redseliger Träumer, ist Freund des Konspirators; und gerät nun mit in des Schicksals Mühle. Ta gibt der Vater, um seinen Sohn zu retten, beide zum Tode Verurteilten frei. Das wäre der Kern der Handlung. Um sie herum gruppieren .sich allerlei Nebenfiguren, ausnahmslos Opfer des napoleonischen Danziger Senators; ein alter Herr, der einst reich war und durch den Verrat des Senators arm und zum Philosophen ward, eine »atürlichse Tochter des Senators, die von einer gewissenlosen Mutter der französischen Soldateska als Beute geboten wird und schließlich bei dem Versuche, den Pulvertnrin zu sprengen, als Opfer französischer Kugeln fällt. Französisckic Offiziere, die Nicht mehr Menschen, sondern wahre Bestien an Fühllosigkeit sind. Und in mitten von diesem Chaos lebloser Puppen — nur ein in iran- zösischc» Diensten stehender bayrischer Ossizicr trägt incnfd>lid>c Züge und macht Max Halbe keine Sck-ande — fallen „UN die großen Worte, die in solcher Atmosphäre wesenlos bleiben müssen. Ein schmerzlicher ?lbend, der nichts hintcrläßt als das Ttauncn darüber, daß dieses gutgemeinte und so trostlos mißglückte Werk zu einer Aufführung angenommen werden konnte. Man hat Max Halbe, aber auch der Vaterlandsfreudigleit damit keinen guten Dienst erwiesen. i — Von dcrWcltailsstcllüng in SanFranzisko. Tic Arbeiten an den zahlreichen stattlichen Gebäuden, die die Weltausstellung zu Ehren der Erössnung des Panamakanals in, Jahre 1915 aufnchmen sollen, machen schnelle Fortschritte. Anfang April waren sechs von den Ricstnpalästcn bereits vollständig fertig, und von dem Maschinengcbäudc, dem größten in der Ausstellung, waren die Gerüste schon entfernt. Ter Palast der sreien Künste und der Palast der I,mieten sind die einzigen wichtigen Gebäude, die noch nicht im weseutlichen fertig sind. Viele von den Staaten, die aus der Ausstellung vertreten sein werden, sind auch in der Vorbereitung der Dinge, die sie zeigen wollen, weit gediehen. Eine Armee von 5000 Handwerkern ist aut hem Gelände am Werke, so daß man mit allen wichtigen Arbeiten bis zum September dieses Jahres fertig zu sein hofft. 'Besonders umiasscnd gehaftet sich natürlich die Ausstellung der Regierung der Vereinigten Staaten, die jedes Gebiet ihrer Betätigung anschaulich vorführcn will. Auch die privaten Körperschaften sind in ihren Vorarbntcn nicht weit hinter den Regierungen zurück. Die Union Pacific Railrvad Hot ihre Arbeit an einer realistischen Wiedergabe des Vellowstone-Rationalparks, eines der großenNatur- wunder in den Vereinigten Staaten, begonnen, die eine der Hauvt- sehenswürdigkciten der Weltausstellung werden soll. • — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schast. Der 3. Internationale Kongreß für Gewerbe I r a n k h e i tcn findet in Wien vom 21.— 26. Septem, der 1914 statt. Dic LandmgswaklkN in Oberhefsc», Man schreibt uns: Das geplante Zusammengehen der rechtsstehenden Parteien mit den Natwnalliberalen ist gescheitert. Es war auf Grund des bisherigen Besitzstandes ein Bündnis für alle in Betracht lammenden Landtagswalilkreiic in Aussicht genommen. Jnsotgcdesscn werden die Rechtsstehenden allein in den Wahlkampf eintreten, Es kau- di'iercn in Grünbcrg der bisherige Abgeordnete Landwirt Luv-Elpenrod wieder, ebenso in Schotten Forstmeister Weber- KonradSdors, während in Ulrichstein-Derbstein Bürgermeister I o st - Bermutshain anigestellt worden ist. 'Auch in Gießen ist dic Auistellung eines rechtsstehenden Landtagskandidaten geplant. Hier ist der Dorsivende des dcutschvölkischen Vereins Lehrer Georg ik l i n g vorgesehen. Deutsche» Neich» Anträge zum preußischen Kul Ins Voranschlag, Tic fortschrittliche Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses hat zum «ülkusvoranschlag den Antrag gestellt, an der Universität Berlin einen Lehrstuhl für Tropenpathologic einzurichten. Ein konservativer Antrag itmnfajt, an der Universität Berlin dic erforderlichen Einrichtungen zu schaffen, die eine allscitigc Pflege der das Ausland detrerfendcn wissenschaftlichen Gebiete in Lehre und Forschung, sowie fiir die in Betracht kommenden praktischen Berufe ermöglichen. Tic Nationalliberalcn haben beu Antrag gestellt, die Regierung zu ersuchen, auf die Errichtung einer theologischen Fakultät an der Universität Frankfurt hinzuloirkcn, ohne dasiir TtaatS- inittcl in den Voranschlag ciuzustellen. Tic fortschrittlichen Abgeordneten Tr. Kunze und Traub (Tortmund) beantragen, die Staatsregierung zu ersuchen, an der Berliner Universität ein Ordinariat sur prähi st arische Forschung einzurichten, — Tie konservative Fraktion ersucht dic TtaatSrcgierung, an der Berliner Umwrjität die eriorder- liehen Cinrichlungen zu schassen, welche eine allscitige P slegedcrdas Ausland betreffenden Wisse n- schasisgebiete in Lehre und Forschung sowie für die in Betracht kommenden praktischen Berufe erniöglicheil, — Von den bürgerlichen Fraktionen wird beantragt» im kommenden Voranschlag für dic K o l o n i a l s ck> u l c in Witzen Hausen einen fortlauscnden jährlichen Staatsbeitrag von 10000 Mark einzustellen. Kleine Anfragen imReichstagc, Abg Werner (Hersicldi fragt an: Ist der Reichskanzler in der Lage, darüber Auskunft zu erleilen, wann dem Reichstage der Entwurf eines Gesetzes über die Regelung der Rechts- und Ar- beitsverhältnissc der Angestellten bei den Notaren, Rechtsanwälten, GerichtsvoUzieheni usw. zugehen wird? Abg, Birken mayer will näheres wissen iiber das Heilmittel gegen Infektionskrankheiten des Geheimrats Tr, Melleb-rcin, das in medizinischen Kreisen als bedeutsam anerkannt ist als Heilmittel gegen Maul- und Klauenseuche und gegen Tuberkulose, — Ans die Anfrage der Abgg, Tr, E t r u v c und H u b r i ch wegen der Krankenkassen o c r P o st u n t c r d c a m t e n hat Staatssekretär K r a e t k c geantwortet, daß nach dem Geschästsergcbnis dieser Krankenkassen bisher dic Ausgaben dic Einnahmen übersteigen, deshalb mußte eine vorläufige Beitragserhöhung und eine Kürzung der Erstattung der Arzneitösten eintreten, Ter Rcichszuschuß soll indes erhöht werden, so daß in absehbarer Zeit die Kassen wieder die vollen satzungsmäßig festgelegtcn Leistungen auslverfen können, >— An f die Anfrage des Äbg, Werner (Hersseld über die M i li t ä r a n wä r t e r bei dcrReichspost anlwortet Staatssekretär K r a e t k c, daß '/? der Gesamtstellenzahl bei den unteren und mittleren Beamten der Rcichspost mit Militäranwärtern nicht besetzt werden könne, so namentlich dic Stellen im Bahnpostdienst, Seepostdienst usw, nicht, weil hier Sprachenkcnntnisse verlangt nierden. Bei ihrer Eigenart und dein vorgeschrittenen Lebensalter sind Militäranwürter im allgemeinen nicht imstande, sich die für diese Stellen erforderliche Geivandtheil anzueignen. Aurlanv. Die Maifeier in Frankreich, Nach einer Blät- kermcldung hat der französische Ministerrat beschlossen, den Angestellten und Arbeitern der Staatsbetriebe mitzutcilen, daß sic am l, Mai feiern können. Das „Echo de Paris" erhebt Einspruch gegen diesen-Beschluß, durch den nur den Revolutionären in die Hände gearbeitet werde. Heer und Flotte. Der 7 0. Geburtstag des Großadmirals v Köster, Ter Kaiser richtete aus Anlaß des 70, Geburtstages des Großadmirals v, Köster (am 20, April) an diesen eine Kabinettsordrc, in der er iym seinen herzlichsten Glückwunsch ausfpricht und ihm wegen seiner hohen Verdienste um dic Marine sowie der opferwilligen geschict ten Leitung des Flotteuvcreius das Kreuz der Großkoni twre dos Hausordens von Hoheuzolleru verleiht, — Auch der Kronprinz drückte dem Großadmiral lelegraphisch seinen wärmsten Glückwunsch ans. Tie Stadt Kiel ernannte den Großadmiral zun, Ehrenbürger. Großadmiral«. T i r p i tz hat an den Großadmiral v. Köster in Kiel folgendes Telegramm gerichtet: Eurer Exzellenz sende ich zu Ihren, 70. Geburtstage meine und der Marine ausrichtigsten und herzlichsten Glück wiinschc. Das an tatkräftiger Arbeit und Erfolgen reiche Leben, aus das Euere Exzellenz heute in ungewohnter Frische des Geistes und des Körpers zurückschauen, ist mit der Eni stehung und der Erstarkung der deutschen Marine unaus- löschlich verbunden. Eurer Exzellenz vorbildliches Wirken als Seemann und Flo t t c n f,ü h r c r wird ebenso unvergeßlich bleiben, wie das unermüdliche Ein treten für die deutsche Wehrhaftigkeit zur See Möge e° Eurcr Exzellenz vergönnt sein, noch viele Fahre in alter Rüstigkeit die Frucht alles dessen heranreisen zu sehen was Ihre Zucht gepflanzt hat und heute noch fördert, ' Airche und Schule. Tic Riederwöllstädter Konferenz eine Ver einigung positiver evangelischer Geistlicher des Großhcrzon tumS Hessen, hielt heute (Mittwoch) iin „Basler Hof" zu Frankfurt ihre diesjährige Hauptversammlung ab Nach einer einleitenden Besprechung durch Pfarrer Eß- kinger-Aucrbach, hielt Pfarrer Kalbheun - Ob «r mockstadt einen Bortrag über „Tie Rätsel des Leidens- Weiter stand aus der Tagesordnung ein Bericht von P sa r rer Hill-Dalsheim: „Was predigen wir dem moder neu Menschen?" Die Konferenz besteht nunmehr bereits 50 Jahre, und aus diesem scstltchen Anlaß wurde alle Teilnehmer eine Denkschrift verteilt, die auch weiteren interessierten Kreisen zugänglrch gemacht werden soll. Au» Stadt und Land. Gießen, 30. April 1914, Das städtische Gaswerk wird in seinem rechnungsmäßigen Abschluß kür das Jahr 1913/14 außergewöhnlich qünstig adschließen. Soweit nämlich bisher scstgesteltt ist, sind im verflossenen Rechnungsjahr 2292530 Kubikmeter OVaS (gegen 2180 880 Kubikmeter im Vorjahr) produziert, so daß die Gasgewin nung eitw Zunahme von l 1 l t>70 Kubikmeter gleich 5,12 Prvz, (2,08) erfahren hat, womit das Werk seine höchste Steigerung in der Gasherstellung seit 8 Jahren zu verzeichnen hat, Ter Geldwert des Mehrverbrauchs an Gas, der erst fiir 11 Monate des letzten Jahres feststeht, stellt sich loährend dieser Zeit auf rund 15 000 Mark gleich 5,20 Prozent gegenüber 1912/13, Der Mehrverbrauch an Gas in Gießen ist allein daraus zurückzuführen, daß das Kochen mit Ekas immer mehr Eingang findet, Zu diesem Zwecke sind zahlreiche neue Anschlüsse von Wohnhäusern selbst mit Ileinen Wohnungen an das (Riswerk erfolgt. Zwar ist der Verbrauch von Gas für Zwecke der Beleuchtung von Jahr zu Jahr im Rückgang begriffen, doch hat der Bedarf an Gas für Koch- zwecke diesen Rückgang nicht nur ausgeglichen, sondern weit überholt. Ein zahlenmäßiger Beweis dafür ist der Gasverbrauch in der Stadt am 15, Juni 1913, wo das Werk die geringste Abgabe von Gas innerhalb 24 Stunden mit 3980 (3360) Kubittneier hatte. Der Mehrverbrauch im Vorjahr kann nur für Koch zwecke erfolgt sein, da der Leuchtgasbedarf im Sommer stets ab und nicht zunimmt, Ter stärkste Gasverbrauch mit 9540 Kubikmeter (gegen 9750> fand am 17, Dezember 1913 statt, Ter Verbrauch an Kohlen im Werk stellt sich im letzten Jahr gus 7506 Tonnen gleich 150 120 Zenttier, Aus einer Tomic (gleich 20 Zentner! .Kohlen wurden im Durchschnitt gewonnen: 305,4 Kubikmeter Gas, 705,8 Kilogramm Koks, 6,1 Kilogramm Teer uud 2,6 Kilogramm Ammoniak. Die Zahl der einzelnen Retorte nladun gen des letzten Jahres, welche in den beiden letzten Jahren maschinell erfolgte, beträgt 42 l 70 (42 200). Es sind .trotz einer verstärkten Produktion an Gas usw, etwa dic gleiche Anzahl Retorten geladen, wie im Jahre vorher. Es geht daraus hervor, daß die Kohleubeschüttuiig für die Retorte eine stärkere war, wobei auch den Kohlen eiu etwas höherer Prozentsatz Gas entzogen wurde als früher. Die Qualität des gewonnenen Koks wurde dadurch verbessert, » Die Mordtat in Crainfeld. Der mutmaßliche Täler verhaftet. = Crainfeld, den 29. April, Unter dem Verdacht, die furchtbare Bluttat an der Familie Stein begangen zu haben, verhaftete heute vormittag die Polizei in Salz den Landwirt Hosmann und dessen Lohn Karl Hosmann, Hiesige Einwohner bezeichncten gestern bereits die beiden als die mutmaßlichen Täter, Doch konnte» sich vorerst keinerlei Anhaltsvunkte für ihre Tälerschaft ermitteln lassen» l Erst heute früh wurde der Verdacht zur völligen Gewißheit, als ein Polizeihund eine ihm gegebene Spur direkt mehrere Kilometer weit nach Salz in Hofmanns Haus verfolgte und hier den Sohn stellte. Die sofort ausgcnommcncn umfassenden Haussuchungen förderten denn auch ein erdrückendes Beweismaterial za Tage: blutbefleckte Gamaschen, ein blutiges Hemd, Blutspuren an allen Kleidungsstücken des jungen Hosmann, Selbst an den Wänden klebten Spuren Blutes, Tr. Popp ^Frankfurt! könnte au Ort und Stelle feststeklcn, daß es sich um Mcnschcnblut handelte. Sämtliche Kleider wurden sofort nach Frankfurt zur Untersuchung gesandt. Bei der Vernehmung des Menschen, der leugnete und dic Blutflecken als Ausflüsse eines Geschwürs bezeichnete, häuften ' sich die Verdachtsmomente gegen den Vater, der auch in Haft kani. Tie heute Nachmittag sortgeführte Vernehmung beider Beschuldigten stellte fest, daß der ermordete Stein am Montag in Freiensteinau war und auch in Salz die Hofmanns auf Bezahlung der sälligrn Schuldzinsen gemahnt haben soll, Tie Beschuldigten waren einst sehr wohlhabend, kamen läber wirtschaftlich zurück ünd sind setzt völligverschuld e t, Der junge H o f m a n n gilt als ein gewalttätiger Mensch, Um sich von der drückenden Schuldenlast zu befreien, faßten sie dann jedenfalls am Montag nach Steins Besuch den Plan zum Mord, Es handelt sich also aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Racheakt, Me Untersuchungen, dic in den verschiedensten Richtungen zur Ermittlung der Täter führen sollten, lvarcn ergebnislos und kehrten immer wieder zu den Hofmanns zurück. Wenn beide auch noch leugnen, so dürslc ihre Täterschaft doch schon jetzt außer aller Frage stehen. Auch dic Beschreibung, dic die jü n g st e Tochter, wie wir gestern meldeten. von dem Mörder gibt, paßt ans den jungen Hosmann, Das Befinden der Frau Stein und ihrer ältesten Tochter, die beide im Lanterbacher Krankcnhause lieget!, hat sich bis heute abend nicht gebessert. Nach, Ansicht des Medtzinalrats Tr, Kullmann ist eine Wicdergc nein n g der beiden Frauen ausgeschlossen, ihr Ableben ist stündlich zu erwarten. Die Mord- und Brandstelle war heute das Ziel von ungezählten Personen aus der weitesten Umgebung, Besonders hatten sich auch zahlreiche Berichterstatter eingesunden, selbst Photographen weilten an der traurigen Stätte, * ** Ter So mm erfahrplan des Gieße »er Anzeigers, der für dic Zeit vom 1, Mai bis 30, September gültig ist, liegt der heutigen Ausgabe der Zeitung für die P o st a b o n n e n t e n bei, "DerGroßherzog empfing am Mittwoch den Oberstleutnant z, T, Mülle r, Kommandeur des Landwehrbczirks Friedberg, ** Tic erste Fahrt de SLahn Motorschiffes Tie erste Fahrt des ne» erbaute,, Motorschiffes der Lahn- (ch if fahrtSgeseklschaft ist, abgesehen von einem klci- ncu Unfall, dem Brechen einer kleinen Achse, gut verlaufen. Das Schiff nahm bei der Fahrt Eoblcnz—Lahnstein einen Umweg von nenn Kilometern übe« Braubach und gebrauchte doch nur zivei Stunden, Das Boot legte dabei durchschnittlich 4,7 Kilometer borg- und 17,6 Kilometer talwärts zurück Die erste Fahrt mit Last dauerte von Ems bis Wesseling zwischen Bonn und Köln zehn Stunden, Es wurden aus dem Rhein bis zwanzig Kilometer stündlich erreicht, ** Zirkus Blumcnseld trat heute früh mit Extrazug in Gießen ein und tagsüber rollten dic Wagen den, Oswalds- garten zu, wo pünktlich abends 8 1 /. Uhr die erste Vorstellung stattfiiidet, Zur Beguemlichkeit des Publikums bat die Direktion im Ziaarrenhaus T-v n n 1 a g in der Sonnenstraße einen Billett- vorverkaui errichtet. Es empsichlt sich, dort rechtzeitig Billetts zu erstehe», "HessischerLandcsvcrbanddcsDeutscheir Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, Die diesjährige .Hauptversammlung des Hessischen Landesverbandes des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränte findet Dienstag, den 5. Mai 1914, nachmittags 3 Uhr, in dem ehemaligen SchöfscngerichtSsaal des frittieren Justizgebäudes zu Mainz statt. Für den Abend desselben Tages ist im Schwurgerichtssaale zu Mainz eine gjscnttiche Veranstaltung vorgesehen, in welcher Herr Dr, P laut- Fralsurt (Main'! einen Lichtbildervortrcrg über „D i e A l k o h o l s r a g e" halten wird, ** Ter Ballon Gießen, den der Verein für Lustiahri bcschasst hat. nachdem ibm durch die Stadt Gießen ein Aui- bemahrungsraum dafür zur Verfügung gestellt worden ist, wich am 7. Juni seine Taufsabri unternehmen Tie urivrünglich für Ende Mai vorgesehene Fahrt mußte mit Rücklicht aus das Regiment verschoben lverden, das vom 15, Mai an 14 Tage aus dem Truppenübungsplatz Bad Orb verbringen wich. Mit der Tauf- sahrt ist eine kleine Feier aus dem Füllplatz verbunden. ** Verhaftung v o n B r a n d st i s t e r n, Bor drei Jahren brannten in Niedcr-Mockstadl 3 Scheunen vollständig nieder, • Durch dic Gendarmerie wurden zwei Personen ans Nicdcr- Mockstadt verhaltet und in das Untcrsuchungsgcsängnis' nach Gießen gebracht, da sie verdächtig sind, einen Brand atz drei Scheunen in Niedcr-Mockstadt angelegt zu haben, ** Maifeier der Burschenschaften, Wie in früheren Jahren wird heute abend, am 30, April, von den Burschcn- schaitcn eine Maifeier veranstaltet, Sic versammeln sich um 12 Uhr nachts auf dem Marliplatz und singen zuerst das bekannte Lied' „Ter Mai ist gekommen". Daraus hält der Vorsitzende der Burschenschaft „F r a n k o n i a" eine Ansprache, Daran werden sich dic Lieder „Burschen heraus!" und „Stoßt an, Gießen soll leben!" schließen, ** Cas 6 Ernst-Ludwig Heute, Donnerstag, abends 8> - Uhr, findet das Abschieds K o II z e r t des beliebten Kapellmeisters B, Ö o s s m a IIII mit einem Elite-Programm stall, **■ Di e Gießcncr frciw, Feuerwehr hielt am Montag, wie wir berichieicu, ihre Hauptversammlung ab. Leider ist in unserem Bcrickite ein Drucksebler unierlausen. Es muß heißen Brandmeister Fa der (nicht Traber- wurde mit sämtlichen Tienst- obliegcnhcilcn als Brandinspektor betraut, ** Z u dem Ucbcrsall in der O st- Anlage wird uns mitgeteilt, desß sich der als sehr zuverlässig bekannte Schutzmann in der Landgrafenstraßc befand, als er von der Ost-Anlage her laute .Hilierusc hörte. Er eilte nach dem Iherichtsgcbäudc zu und trat in der Allee die Buchhalterin Eicke, die das Gesicht mit beiden Händen beinäl hatte und laut jammerte. Der Obcr- lellucr Gcßner hatte sich bereits aus sem Rad gesetzt und fuhr davon, indem er dem Schutzniaiin zuries: „Sie kennen mich ia!" Ta dem Schutzmann tatsäcklich die Personalien des Täters belannt waren und auch kein Finchtverdacht vorlag, hätte er sich einer gesetzwidrigen Handlung sckmldiq gcniacht, ivenn er zu einer Verhaftung oder Sistierung geschritten wäre . Ter Schutzmann hat allö völlig korrekt gehandelt, und Ivenn ihm von verschiedenen Seiten ovrgehalten wurde, daß er in dic Schlägerei hatte cingrciien müssen, so muß dem gegenüber sestgestellt lverden, daß der Streit schon zu Ende war, als er aus dem Platz erschien, Tic verschiedenen Aussagen sind wohl au» der begrciilichcn Erregung zu erklären, die sich der Zuscbaucr bemächtigt hatte, — Weiterbiw teilt uns der Oberkellner Geßner rrtit. daß er sich erst zu Tätlich- lichkeiten habe binreißen lassen, als ibn die Buckibalterin Eicke nach dem Vertanen des GcrickNsgebäudes wiederbolt beschimpft und dadurch auss schwerste gereizt habe. Schließlich bemerken wir noch, daß wir heute die vollen Namen verösientlicheii. weil es hier mebrere Oberkellner gibt, deren Namen mit G, beginnt. Der Schössenqe- richtsberick.l meldet über den Boriall u, seine Vorgeschichte das iol- gendc: Aus Grund einer Anzeige, die die Buchhalterin G, Eicke von hier gegen den Oberkellner Adols Gcßner von hier im Case A,> crslatlciZiaNe, versoigt dieser die E, nw er sie sieht und droht ihr snit iSchlägen. Am 15, Oktober traf er die E. wieder und alsbald setzte seine Versolgung ein, und konnte sich die E, seinen Au- grisscn nur durch eilige Fluchr in einen Laden aui dem Marktplatz retten, G, 'patte aber bereits mit einem dicken Spazierst ock zu einem Schlage ausgeholt und batte sicher beim Treffen die E, zu Boden gcsttcckt, G, wurde deshalb durch Strasbeschl wegen Uebenreiung des Ü 367 Abs, 10 Sl.G B, in eine Geld- strafr von 10 Mark genommen, wogegen ec hie gerichtliche Entscheidung anric!. Das Gericht sab aber Heine aui Grund der Beweisaufnahme keine Veranlassung, die Sttase auszulieben. Wie reck» cs getan hatte, sollte sich alsbald erweisen. Denn kaum cnlsernte sich die Eicke aus dem Gerichtsgebäude, als G, von neuenr aui sie zustürzkc und ihr mehrere Faumchläge ins Genick und ins Gesicht versetzle, und sich eiligst aus seinem Rade cni- scrittc. Dieser Vorgang wurde von verschiedenen siierichtsver- ionen beobachtet. Hoffentlich findet dos Gericht bei der neuen Verhandlung Veranlassung, die Angriffslust dieses schlagfertigen Oberkellners aus wehrlose Frauen durch eine exemplarische Ge- fängnisstrasc zu vertreiben, ** Berichtigung, Infolge eines Schreibfehlers ist in dem gestrigen Bericht über die Siraikammcrsitzung ein Irrtum unterlausen, Wegen llcbertretung des Fischcreigesetzes ist der ?lngcklaatc H, B, nicht zu IM Mk, sondern zu 3Mk, Geldstrafe verurteilt worden. ** Kl e ine M it tcilu n g eu. Ein schwerer Einbruch wurde in dem bei Lampertheim gelegenen Hosgui „Bockshcimer Los" ausgesührt. Als Täter koinmi ein Taglöhncr Michel Sun- nowIisch aus Galizien in Betracht, der inzwischen oerschwun- den ist. Er hat eine Reilie von Kleidungsstücken, eine namhafte Summe Geld, verschiebtne Uhren etc, mitgenommen. Bisher gelang cs nicht, seiner habhaft zu werden, — Von Floßarbcitcrir wurde am Mainufern bei Mainz vor einem etwa 50 Meter oberhalb der Mainbrücke angelegten Floß unter anderen ange- schwemmicn Abfällen eine nackte Kindcsleichc männlichen Geschlechts gefunden. Dem Aussehen nach zu schließen, Hai das Kind, das anscheinend alsbald noch der Gcbutt dem Main übergeben wurde, schon längere Zest im Wasser gelegen. Die Leiche wurde nach dem Friedhos gebracht. Von ders Kindesmultcr fehlt noch jede Spur, Landkreis Gießen. — B e t t e n h a u s e n, 3 1 , April. Wie uns mitgetcilt wird, beruht die Nachricht, daß sich mit der Frage der Bürgeriiieisterivahl die Ctaatsanwattschalt habe beschältigen müsse», aul einem Jrrlnm. Diese Richtigstellung kann nur mit Freuden begrüßt werden, denn sie wird im Verein mit der auitlicheu Bestätigung der Wahl geeignet sein. Ruhe und Frieden in dem in den letzte» Wochen so ans- geregten Torte wieder herzusiellen, m . M ü n st e r , 28, April. Dem Schäfer verendete ein wett- voller H u n d. Der herbeigerusene Peterinärarzt stellte fest, daß der Tod durch Vergütung ersolgt sei, Mch fand der Schäser aus dem Felde einen vergisteten Köter, der in Zeitungspapicr cingewickelt war. Es ist Anzeige erstattet worden, m, Hungen. 30, ?lpril. Gestern abend ging da S Pferd eines hiesigen Landlvirts durch und rannte an dem Bahnübergang gegen die Barriere. Hierbei riß es sich an dem an der Sckxere des Wagens befindlichen eisernen Haken den Leib auf. Der Lenker wurde herabge- schleudert und kam mit geringen Berletzimgen davon. Kreis Büdingen, — Büdingen, 29, April, Die Nachricht, daß in Orlek- hansen bei Büdingen ein Förster von einem Wilderer erschossen worden sei, ist, wie uns die Staaisanwaltschast mitteilt, völlig nnrichiig und in allen Einzelheiten aus der Lust acgrissen. Es ist weder ein Förster crschoslcn worden, noch hat überhaupt cin Kampl stattgcsundcn. Kreis AlsfrlL. , O Rnppkrtenrod, 29 Avril. Tie Gemeinde Ruppertenrod wird in absehbarer Zeit eine Wasserleitung erkalten. Mitten im Torse quillt der Herzbriinneil, der das beste Wasser im ganze» Torle Iitiert. Seine Quelle ist sekr reichlich u»d sehr nahe dir Oberfläche. Sie ioll das Wasser liefern, das durch ein Pumpwerk auf eine» zu erbauenden Behällcr geschasst wird. Ter Wasser- be!»älicr kommt so hoch zu liegen, dass überall Hydranten angebracht werde» können. Kreis Friedbcrg. bl. Fricdbcrq, 29. April. Bei Bönstadt entdeckte der Fijchvächtcr E. Sander aus Frankjurt a. M. in seinem Gewässer die Leiche einer Frau. Das Gericht stellte fest, dass cs sich uni die 70jährige Frau des Strastenmeisters Leichner handelt. Ob Selbstmord oder Berbrechcn vorliegt, ist noch nicht aufgeklärt! möglicherweise handelt cs sich auch um einen Unglücksfall/ Krris Wetzlar. G Wcdlar. 29. April. In einer Abortgrubc wurde eine zerstückelte Kindes! eiche gesunden. Tic Familie des Schutzmanns M. wurde in Untersuchungshait genommen. iP. Dutenhofen. 29. April. Rottenarbeiter Wilhelm W e b e r von hier wurde beute abend Hegen 7.40 llhr vvncincm Gütcrzug ersaht und aus der stelle getötet. Er war ein '.allgemein beliebter Mann und hintcrläxt eine Witwe und zwei Kinder. Hessen.Nassau. D Marburg o. d. £., 29. April. Durch die Explosion des Benzinmotors erlitt der Besitzer einer Holzschneideanstalt in Wallau, Kreis Biedenkopf, Hohann Dcbus derartig schwere Brandwunden, daß er in die hiesige Universitätsklinik übergcsührt werden mußte, wo er denselben erlegen ist. Ter Verstorbene hinterloszt Frau und Kinder. -s- Esch wege a. d. Werra, 29. April. Die Eisenbahn- lieubaustreche E s ch w e g e—H e i l i g c n st a d t, die das südliche Eichssold erschließt, wird am l. Kuli ds. IS. dem Verkehr übergeben werden Die Strecke ist 35 Kilometer lang, für einzelne Teile ist Zahnradbetrieb vorgesehen — In der 9lahe des Torses Bischofserodc wurde ein zweijähriger Knabe durch eine die Landstraße walzende Dampsstraßenwalzc übcrsahren. Dem Kleinen Nturde der Kops vollständig zcruetscht, der Tod trat sosort ein. Den Führer der Walze trisft keine Schuld. vernaschter. ; * Sonntags für Automobile gesperrt. Aus Koblenz wird gemeldet! Tie Chaussee in, Ahrtal von Bad Neuenahr bis Altenahr wurde zu alle» Sonn- und ycsttagen jür Automobile als geiverrt erklärt. * E i s e r s u ch t s t r a g ö d i e. Aus Berlin, 29. stlpril, meldet ein Priv Telcgr.! Heute abend gegen 9'/« Uhr spielte sich in dem .Hause Linienstraße 7l eine Eiiersuchlotragäsie ab, die mst dem Tode der Ehefrau ihren fflbschluß fand. Im dritten Stock werk des Seitenflügels wodnt dort der Schachmwistrr Frieürick Zernicke mit seiner Wirtschafterin, der 44 Jahre alten Morte Obst. Um die genannte Zeit erschien heule dir 45jährige Ehcjran Anna Zernicke, geh. Seidel, und griji wahrscheinlich die Obst nach einer Auseinandcrirtzung tätlich an. Daraus zog die Gc- licbtc Zernickes einen Revolver, der mit sechs Patrone» geladen war und feuerte zwei Schüsse aus ihre Gegnerin ab. Frau Zernicke stürzte sofort tot zusammen. Der Ehemann und seine Wirt sckiasterin wurden sestgcnvnimen. * Ins Wasser. Aus dem Teltow Kanal wurden die Leichen der 5 und 7 Jahre alten zrinder der Monieurssrau Bäldickc aus Neukölln geborgen, welche mit ibrcm Manne in Scheidung steht Tie Leickw der Frau selbst ist noch nicht geborgen. Wie aus den Spuren hcroorgcht, hat die Frau die Kinder an den Kanal gcschlcist und sich dann mit ihnen in das Wasser gestürzt. * Hebtrlall. Tie „B 3." meldet aus Berlin: In der Sciicnftliale von Kalisch an der Ecke der Elisabeth- und Weber - straßc ivurdc heute vonnütag die Vcrkänscrin Kosinowski von einem Unbekannten niedergeschlagen und durch Messerstiche verletzt. Der Verbrecher raubte aii» der Ladenkasse ungefähr 50 Mark und entkam. Meine Tagcrchronik. _ Der Geheime OberrcgierungSrat Fried heim, der ständige Stellvertreter des Polizeipräsidenten von Berlin, hat sein Abschiedsgesuch eiligereicht. Am 30, Juni ds. Js. vollendet er sein 30. Lebensjahr. Seit 58 Jahren steht er im prcnbischcn Staats dienst. Die wegen Ermordung ihres Ehcniannes, des Ackerers Koch, zum Tode verurteilte Witwe K v ch und der Knecht S t c c g c r s wurden aus dem Hole des Gerichtsgesäwgnisses in Aachen durch das Fallbeil hingerichtet. In Gatschina hat der 73 Jahre alte Marinenialcr Hegg row in seiner Billa in einem Aniall von Schwermut Selbstmord vcrübl. Kandel. — Mainzer Börse. Am l. Mai d. I. treten in ganz Tüddcuti'chland die Hanbelsgebräuche und Geich oils beding urigen des Verbände? süddeiitscher Getreidebörsen und -Märkte in Kraft. Gleichzeitig mit allgemeinen Bestimmungen sind besondere Han- delsgcbräuche und Geschäftsbedingungen für Futtermittel heraus- gegchcn worden, die im gleichen Zeitpunkt in Kraft treten. Mit den Handelsgcbräuchen kommt das einheitliche Formular eines Bestätigungsschreibens zur Anwendung. Bestimmungen für den Handel mit Braugerste und mit Sämereien befinden sich in Vorbereitung. Ter Zeitpunkt ihres Inkrafttretens wird »och bekannt gegeben werden. Märkte. L. Friedbcrg, 2g.April. Ter heutige Vieh- und Krämer- III a r k t war iniolgc des prächligen Weilers sehr gilt besucht, Ter Schweiiiemarkt ivar von nahezu 1390 Stück besahren. Die Preis» waren etwas geringer als ans den vorausgegangene» Märkieu, Ferkel kostete» 49 Pik. das Paar: Läufer kamen aus 59—60 Mt. das Paar zu stehen: Springer aus 60—70 Mk. das Paar. Ter Kram er markt hafte keine grobe Bedeutung. Der Biehmarlt ivar. »m I Uhr aiiSverkaust. Ter Gemüse niarkt war von Der- käusern »nd Käufern besucht. Diel Spargel, Spmat und Salat brachten die Händler. Kartoffeln kosteten der Zentner 3 Mk., Butter das Pfand 1,50 Pik». Käsemalie das Pfund 20 Big., Eier das Stück 8 Pfg., Käse 6 Psg. das Stück. Diele Blumen ivarcn zu Markte gebracht. cd. Riedkr-Fngclheim, 29. April. Obst markt. Spargel l. Sone 42-50 Ml, 2. Sorte 20-30 Mk, Rhabarber 3-7 Alt. der Zentner. w. Kirchhain, 29. April. Ter gestrige E ch w e i n c m a r I t ivar mit 760 Schweinen beiahren. Auch itänler waren in großer Anzahl erschiene». Für das Paar Ferkel ivurdcn 32—36 Mk. gezahlt, während das Paar Läufer 4L—48 Mk. erzielte. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichlcn in Hessen am Freitag, de» I. Mai 1914: Trübung, zeitweise Rcgensälle, warm, südwestliche Winde, vielfach Gewitter. Letzte Nachrichten. Von der Fortschrittlichen V o l k s v a r t c i.- Berlin, 30. April. Tie Sitzung des Zentralausschllsscs dr: Fortschrittlichen Bolkspartc, ist vom 2. und 3. Mai aus den 16. Mai verschoben worden. D a IN v s c r z u s a IN m e n st o ß bei E II x >1 a v e n. E u x h a v e » . 30. April. Ter not w-e gische Da mpsec „Liv" aus Bergen, der mit einer Ladung Holz aus der Ostsee kam. ist am Mittwoch nachmittag im Nebel mit dem Kiel des schwedischen Dampfers „A st a d t" e, usammcnge st o ß c n Dieser ist sosort gesunken Tie Mannschaft wurde mit Ausnahme des Cuxhavener Lotsen, der c r t r u n k c n ist. g c r c t t c t. Ein M a » n wurde schwerverletzt. Der Dampfer „Liv" ist am Bug beschädigt worden. Aus Albanien. D ii r a z z o , 29. Avril. Fürst W i l h c l in hat der llmbildiivg des Kabinetts zugestimmt. Turazzo, 29. April. Auf den voni Fürsten Wilhelm a» den König von Italien gerichteten Brief, in dem der Fürst für den Besuch des italienischen Geschwaders dankte, erwiderte der König von Italien Mit einer in warmen Worten gehaltenen Depesche, i» welcher er wünscht, daß das Land unter der Führung des Fürsten gedeihen und sich entwickeln möge. Das Panzerschiff „Kaiser" in Buenos Aires. Buenos Aires, 29. April. Der Marineministcr besichtigte heute das im Kriegshaien Bahia Bianca ankernde d e u t s ch c P a n- z c r s ch i f t „K aise r". 500 deutsche Seeleute nahmen an einem Picknick teil, das von der dcuischen Kolonie ihnen zu Ehren veranstaltet wurdc. Oie LeepZiAunA der Frau Maria Algeyer geb. Markstein in Lollar findet nicht wie gestern angezeigt am Freitag, sondern am Samstag, den 2 . Mai, nachmittags V»3 Uhr, statt. r>518 Todes-An zeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass gestern morgen 9 Uhr mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Grossvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Herr Ferdinand Schmidt nach kurzem, schwerem, mit Geduld getragenem Leiden im Alter von 72 Jahren sanft in dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Rodheim a.d.Bieber, Katharine. Schmidt geb. Kirch den 30. April 1914. Familie Carl Ohlemutz. l 03Mi Beerdigung-findet Freitag, den 1. Mai nachm. 2'/« Uhr statt. Bnichheilnng Ohne Operation / Ohne Berufsstörung ohne schmerzhafte Einsprfixong Behandlung nur durch praktische A.erzte Chefarzt Dr. med. Coleman Sprechstundein Giessen, WetzlarerWegl7,jed. Mittwoch von 10-1 Uhr 5261ss Bitte genaa auf die Adresse za achten Ausserdem finden Sprechstunden in ca. 60 Städten Deutschlands statt. —Anfragen hierüber beantwortet bereitwilligst das Zentralbüro Aaswärtige Paüeeten können sogleich nach der Konsultation die Rückreise antreten, da ein Aufenthalt 1» der Anstalt nicht erforderlich ist. Die Anwendung des Verfahrens ist sehr einfach und erfordert täglich nur kurze Zeit. Nach Einleitung der Behandlung sind weitere Besuche erst in grösseren Zwischenräumen erforderlich. Patienten, welche sich für die Behandlung nicht eignen, werden beim ersten Besuche darüber aufgeklärt. Für nicht in Behandlung tretende Patienten ist die erste Konsultation kostenlos Broschüre: „Die Unterleibsbrüche und ihre Behandlung“ gratis und franko durch das. Zcntralbtiro: RERLIV W. 62, Wormser Strasse 10 Einladung !Cio| für Kranen und Töchter. fLlt#« Ärztlicher Rat „Gnädige Frau, wenn Ihr Mann und die Kinder gesund bleiben sollen, geben Sie ihnen ja keinen starken Kaffee zu trinken. Mischen Sie den Bohnen Weber’s Feigen -Kaffee bei, das ist ein gesundes Getränk." Weber's Feigen-Kaffee ist aus den besten Feigen des Orients hergestellt, die besonders viel Traubenzucker enthalten, bekanntlich eine Knochen- und blutbildende Substanz. Weber's Feigen-Kaffee, dem Kaffee beigemischt, schwächt die nervenerregende Wirkung des Kaffees ab. Witkarten fn Jeder beliebigen Schriftart u. Karton- rorte.fow’le mit Zirbeln aller studentischen Vereinigungen,liefert zu mässigenpreifen Brübl'fcbc Öniverfitäte-Druchem, öcbulftr, 7. 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