Nr. 99 Tn Eichener Anzeiger erscheint täglich, nutzer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SicheniiLafnilienblötter: zweimal wöche,UlAieiL- blottsürdenllreirSichen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. land- «irlschofllichr Zeilftagen Fernforech - Anschlüsse: für tue Redaktion 112, Verlag 11 . Eroedinon öl Adresse iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen chr die Tagesnummer bis vormittags 8 Uhr. Erster Blatt M- Zchrgang Mittwoch» 29. April *9$ General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der Briihl'fchen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Bezugspreis: monatlichlöM., vierteljährlich Mk. 2.20: durch 'Abhole- u. Zweigstellen monatlich Sb Psg durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. auSschl. Bestellg. ZeilenpreiS: lokal löPf„ auSivärts 20 Mennig. Chesredakleur: A. Goch. Permitwortlich für den volit. Teil: Aug. Goeh: für „Feuilleton", ,Bek- mischteS" und.Gerichts- fnal": Karl Sieurath: für „Stadt und Land": - .... , _ , Kurt Bend»; für den Redaktion, Expedition lind vr'-ickercl: Schulstrahe 7. Aiizeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten. Die neuen Nardinäle. Man schreibt uns aus Berlin: Papst Pius X. hat, lvic schon der Draht meldete, beschlossen, am 25. Mar ein geheimes und am 28. Mai ein öffentliches Konsistorium abzuhalten. Bei diesem Anlässe werden zwölf kirchliche Würdenträger den Kardinalshut erlangen var ein Fehler unterlaufen: cs handelte sich natürlich nm die Ernennung von Kardinalen, nicht Erzbischöfen), darunter als Deutsche der Erzbischof von Köln, Tr. v. 5gart- nrann, und der Erzbischof von München-Freising, Tr. v. B c t t r n g e r, sowie der Erzbischof von Wien, Dr. P f i f f t. Tics es neue Konsistorium zur Ernennung der Kardinale sollte schon im Monat März abgchaltcn werden. Ter Termin wurde aber verschoben in erster Linie mit Rücksicht auf die Kölln-Essener Vorgänge. Es war bereits mehr als zweifelhaft, das; der Kölner Erzbischof diesmal den ihm seit lan- gcni zugcdachtcn Purpur erlangen iverdc. Za, es wurde in nattkanische» Kreisen sogar als fraglich bezeichnet, ob er ihn unter Pius X. überhaupt erhalte. Aber dann wurden die Bischöfe des „verseuchten Westens" Deutschlands von Rom 'angewiesen. das; ein Soudcrgesandier des Papstes sich in Kürze mit jedem einzelnen über die Streitfragen unterhalten werde. Und so renkte man alles wieder ein. Tie Wahl Tr. Hartinanns wurde möglich. Auch die Kandidatur des Münchener Erzbischofs Tr. v. Bettinger stieß aus ungewöhnliche Schwierigkeiten, die aber der bettlerische Ministerpräsident v. Hertling infolge seiner vorzüglichen Verbindungen in höfischen und kirchlichen Kreisen beiseite räumte. Tic größte Schwierigkeit bestand in gewissen Rücksichten aus das- Wittelsbachcr Fürstenhaus: ein Kardinal beansprucht den Vorrang vor den Prinzen von tKeblüt, eine» Vorrang, den inan bisher der Kurie nicht zu- .gestehen wollte. Bedenklich war auch an dem „Vorleben" des Herrn v. Bettingcr, daß er seiner Zeit in der Pfalz mit der Sozialdemokratie paktierte. Endlich mußte auch an der finanzielle,! Seite der Frage, an der Deckung der mit dem Kardiiialpostcn verbundenen Rcpräsentationsckusgaben lange gearbeitet werden. Alle diese heiklen Aufgaben hat Baron v. Hertling in einer Weise erledigt, die der „akatho- llickfen" preußischen Diplomatie nicht möglich gewesen wäre. Die Rechnung wird wohl auch dafür präsentiert werde». Neben dem Wiener Erzbischof Dr. Pfifft steht auf der Liste ft er Kardinalkandidaten auch der Erzbischof von Gran, 'Dr. C s c r n o ch , Fnrstpriinas von Ungarn. Unter den Italienern sind der Erzbischof della Chi es a von Bologna und.Msgr. Giustini von interessanter Bedeutung. Della Ehiesa wird seit Jahren vor allen Konsistorien auf die Liste gesetzt, aber erst jetzt kann er aus die Verwirklichung seines Wunsches und auch seines Rechtes allen Ernstes rechnen, ivcil das Hindernis seiner Ernennung, Kardinal Rampolla nicht inehr lebt. Tie Kamarilla Merri dcl Val, de Lai nsw. hiniertriebcn nämlich seine Beförderung, weil sie die Zugehörigkeit dieses intimsten Freundes Rampolla» zum Kar- Linalskollegium als eine Gefahr ansahen. Nun aber der große Sizilianer unter der Erde ruht, kann della Ehiesa, der getreueste von seine.» Anhängern >m Kardinalskollegi.im, iiick't mehr schaden. Unterrichtete Leute aber werfen bereits die Frage auf, ob nicht gerade della Ehiesa, dieser hochintelligente Diplomat im Prälatengewande bestimmt sein wird, eine führende Rolle im Kollegium der Kardinale, ja sogar in -.inein Konklave der Zukunft zu spielen? Ein sicherer Kandidat ans den Purpur ist ferner Msgr. Giustini, der Sekretär der Sakrainenkskongrcgation. Seine Vosörderunff ist geradezu eine Ehrenpflicht für den herrschenden Papst. Pius X. Hai im Oktober lf)ll diesem Prälaten höchst persönlich seine bevorstehende Erhebung zum Kardinalat mitgeteilt, worauf Giustini sich sofort eine standesgemäßere Wohnung mietete, Pferde und Wagen anschaffte, nm schließlich die betrübende Nachricht zu erhalten, daß seine Ernennung znm Kardinal aus das nächste Konfistornilm verschoben sei. Da» Problem der Nachfolge Tr. Kopps in der Karbinal- stellnng wird also in dem kommenden Konsistorium nicht gelöst werden. Aber da nun jedenfalls zwei deutsche Kärdi- näle in Aussicht stehen, braucht man der Lösung dieser Frage nicht mehr mit so großer Spannung cntgegenzusehen. Man gebe sich doch überhaupt keiner Täuschung darüber hin, daß, solange der.starke Eigenwille Piu» X aus dem päpstliche» Stuhle sitzt, der Nachfolger Tr. Kopps eilten merkenswerten deutschen Einfluß auf die vatikanische Politik ausüben werde. Für die Verwaltung.der Kirclfc kommt ja leider nicht allzu viel daraus au, ob es./wutsche Kardinale gibt oder nicht. Die Mehrheit und die gcr>rdezu erdrückende Üebermacht besitzen doch die Italiener im Konsistorium. Tie Kirche ivird seit 1870 in ab|olir*rti Formen regiert. Einen! eigenen Willen haben die Bischöfe kaum noch, die deutschen am allerwenigsten. Maßgebend ist nur noch der Wille des Papstes und seiner intimsten Ratgeber. Tie Regierung, die sich die Borromäus-Enzyklika, den Modernisteneid, die Ausschaltung der weltlichen Gerichtsbarkeit für den Klerus und die Gcwerkschafts-Euzvlliia gefallen lassen mußte, wird mit zwei oder drei deutschen Bischöfen im Kardinalskolle- giuni zu Roin nicht viel mehr ausrichten als bisher. Trotzdem darf man sich in Deutschland auf die Ernennung der beiden deutschen Kardinäle freuen, weil sie immerhin eine Abschlagszahlung sind. Die mexikanischen wirren. sind zu einem gewissen Stillstand gelangt. In der Hauptstadt Mexiko ist es gar zu Kundgebungen gegen Huerta gekommen: welchen Umständen das zuzuschreiben ist, bleibt noch unklar. Earranza. und Villa scheinen sich überworsen zu haben. Dazu hat das Verniittlungsangebot der südamcri- tanischen Staaten noch eine Pause zum Atemholen geschaffen. Die g r o ß e ii 2 ch w i e r i g k e i t e n zur Lösung des mexikanischen Problems sind aber dadurch keinestvegs geschwunden. Es ivird sich bald zeigen, daß neue Unbequemlichkeiten den Herren Wilson und Bry-an das Regieren sauer machen' werden. Wir erhalten folgende Nachrichten: Kundgebungen gegen Huerta t« der mexikanischen Hauptstadt. V c r a c r u z, 28. April. Nach Meldungen aus der Stadt Mexiko hat sich dort seit zwei Tagen eine freundlichere Haltung gegenüber den Ausländern bemerkbar gemacht. Dies wird teils daraus zurückgeführi, daß die Anhänger der Insurgenten bcmülft sind, in der Stinimung des Publikums einen Wechsel herbcizuführen. Es wurden Flugblätter in Umlaus gesetzt, in denen das Volk ersucht wird, die Amerikaner zu schützen und in denen Huerta gtbrandmarkt wurde, weil er die Landung der Amerikaner in Veracruz verursacht habe, und in denen das Volk ausgesorderi wurde, an einem Umzuge zum Zeichen der Mißbilligung Huertas tcilzunchmcn. Der Umzug fand am Samstag statt mit der Erlaubnis Huertas. Hieraus wird geschlossen, daß H u e r t a s M a ch t s i it 11. Flüchtlinge teilen mit, daß Huerta nach der Kundgebung sich in einer fremden Gesandtschaft versteckte, da er fürchtete, ermordet zu werden. Die Amerikaner i» Bcracruz. Vcracruz, 28. April. Mehrere Transportschiffe mit Truppen unter General Fuuston Und hier angckommen. Sobald diese ausgcschisst sind, wird Admiral Fleicher, der bisher hier die Operationen leitete, sich wieder auf sei» Flaggschisfzurückzieheu. Ebenso werden alle Matrosen wieder an Bord der Schisse zurück- lehren. Tic Flüchtlinge aus Mexiko. M exi ko, 28. April. Bis jetzt haben gegen 500 Eng- lander Mexiko und Veracruz verlassen. Von den Deut sckfen benutzlen 00 Personen die vier Ausländerzüge nach Veracruz zum Verlassen der Hauptstadt. Aus Chihuahua, Parral, Torreou und Dnrango brachten sicki s a st o l l c Deutschen nach El Paso in Sicherheit. Eiiigeschlossenc Angestellte einer New Norker Oelgescllschast. Washington, 27. April. Das Mariuedepartcmenk ist von einer N c w ?) o r kcr O e lge sc l l s cha s t. die Ländereien im Bezirke von Tampico besitzt, um Absendung einer amerikanischen Truppe ersucht worden, um 100 ihrer Angestellten z u retten, die sich jetzt ans den Oelländereicn, 75 Meilen südwestlich von Tampico befinden. In dein Gesuche wird erklärt, daß die Leute gut be waffnet seien, daß sic aber infolge der Kämpfe zwischen den Konstituttonaliften und den Regierungstruppen nicht zu den amerikanischen Schissen gelangen können. Neue Känipse. In der Nähe der Stadt Mexiko ist eine 2 ch l a ch t zwischen den Insurgenten und den Regierungstruppen int Gange. Ter Ort der Kamvftai ist noch unbekannt. Ter Rcgieruugsgeucral Vclasco. der in dem Kampfe zweimal verwundet wurde, ist mit 4 00 verwundeten B u u d c s s v l d a t e n in der Stadt Mexiko em- getrosfen. General P e n o ist in der Schlacht gefallen. Bei der Einnahme der Stadt M o n t c r c y hatten die mexikanischen Insurgenten 100 Tote und 200 Verwundete. Tic Rc- gicrungsiruppcn verloren 300 Mann. Tic Pcriuittlung der sitdaiucrikaiiifchcit Staate». Washington , 28. April. Der svamsckw Botschafter R>- ano teilte dem Staatssekretär Bryan mit, daß Huerta imPrinziudteVermittcluugbedingungslosan- genommenhabe. Montevideo, 28. April. Der Präsident von Uruguav und der Minister des Aeußern haben beschlossen, die Vcrniitte- lung Argentiniens, Brasiliens und Elfiles in der mexikanischen Frage zu unterstützen. Buenos Aires, 28. April. Tic Regierung tiat ihre Ge- uchmüguug zu einer Protestkundgebung gegen die Intervention der Vereinigten Staaten in Mexiko versagt. Der Rkinistrr deS Aeußcrn erklärte, die Mediation der südämertkanischen Republiken stelle keine BediiDungen. Der Minister stellte es in Wrcde, daß sie die Absetzung Huertas zur Grundlage habe. Bottoien und Nicaragua erklärten sich .Argentinien gegenüber bereit, sich der Vermittlung anzuschlicßeu. Deutsches rreicv. Ter gefälschte Kaiserbrics. Ter Äultusiuinister v. Trott zu Solz gab am gestrigen Dienstag im preußischen A b g e o r d u c t c n b a u s c über die Angelegenheit der Bcröfseni- lichuug des Kaiserbrieses iolgcndc Erklärung ab: Nachdem die Angelegenheit mit deni Briese Sr. Majestät des Kaisers und Königs au die Frau Landgräfin von Hessen lker in diesem Hause zur Sprache gekommen ist, möchte ich auch von dieser Stelle aus in aller Ocsienilichkeit bestätigen, daß di' erwähnte Mitteilung der „Nordd. Allg. Zig." in allen ihren Punkten zuircssend ist. Ich habe de» Brici Sr. Majestät au die Frau Landgräftn selbst gelesen und in dicscnl Briese ist keine Ausführung enthalten, die sich gegen die katholische Kirche, die Die Erschließung des Nachlass Eoeihes. Von Adolf Tc u icn b erg (Weimar). Teilt Uncingenreihten, dem die Wissenschaft um Goethe ein fertig abgeschlossenes Maoitcl der Kulturgeschichte des l9. Jahrhunderts erscheint. maa es wie ein Märchen klingen, daß die Erschließung der Nachlafsenschaft Goethes erst heule, nämlich mit der Eröffnung eines musenmariigen Anbaus zum Weimarer GocthehauS, eine vollzogene Tatsache sei. lind doch ist dem so! Große Teile dieser Nachlasscnichaft von bedeutendstem Gelfalt und von hohem wissenschaftlichen und künstlerischen Wert lagen bisher ungenützt in Truhen oder in vollgepfropften Schränken da. keinem Menschen zugänglich. Nach den Worten des Neuorganiiätors des Goethe- lfauscs lagen bisher mein weniger als 2000 Zeichnungen von Goe- tlfes cigrucr Hand, ferner ebensoviel Zeichnungen von Meistern aller Schulen, dazu über 3000 Blatt Kupferstiche, Lithographien und Holzschnitte, nnicr ihnen die seltenste» und schönsten Arbeiten. ebenso eine bedeutende Sammlung von Bildnisblättern »nd Silhouette», sowie viele Tasel- und Galcriewerte gleichsam „brach und tot", zum größten Teil auch noch ganz unzurcickumd untergebracht und dem Verderben ansgesetzt. Etioa 4000 Medaillen und Münzen, unschätzbare italienische Plaketten, viele Tausende von Gips und Schweielabdrückcn antiker Gemmen und Münzen ioarcn eingcichlosscn. Die botanischen Sammlungen, Herbarien, Eammelkollektioncn, Hölzer »nd zugehörige Zeichnungen und Kupfer, ferner die Eonchylien iind andere zoologische Gruppen, die «nlhrovologischeii, osteologiichen, ethnographischen Sammlungen waren nur zum licinsten Teile sichtbar. Die sehr umfangreiche und überaus wichtige Mineraliensammlung stand bis auf die Schränke im Vorzimmer, in zwei abgelegenen Gartenpavillons. Tic vhusika- liicheu Jnftruinentc für die Öpttk, die Farbenlehre, die Elekfr,- zifäi, die Meteorologie waren in zwei Schränken unübcrfichttich zuiammcngedrängt. Nimmt man hierzu Goethes deutlich ausgc- iorocheneii Wunsch, seine „so komplizierte, so mannigfaltige, so bedeutsame Nachlassenschaft" möge „nicht auseinandergetrennt", sondern „durch Ankauf in eine ösfentlrchc Weimarische Kunstsammlung übcrgclfcn" und so konserviert werden, wie er sie gejam- meli habe, nämfich „mit Plan und Absicht und zu einer folgereck,tcn Bildung" der uachkommcnde» Geichlcchier —, so wird nicht nur klar, daß das große Erbe Goethes bislang toirklich ungenützt und als ime Last vergraben moderte, sondern cs erscheint bei nahe als eine Ungeheuerlichkeit und ein Frevel, daß der Schatz nicht eher schon ans Licht gehoben wurde. Was lange verabsäumt Ivnrde, ist soeben durch die Eröffnung des Anbaus zum Goethehaus vollendet loordcn. Tic gesamte Nach- lasscnschast des eiirigsteii und verständigsten Sainmlers steht in ihrer ganzen Breite und Vielgestaltigkeit dem Beschauer und dein lieicr forschenden Besucher in eineni eigens crrichiclcn Hans offen vor Augen, Das Aeußcre dieses Hauses, das sich baulich au das eigentliche Goethe-Wohnhaus anlchnt, ist schlicht und reck» in dem einfachen Stil Alt-Weiniars errichtet und ordnet sich^ dem Hauptgebäude unter. Das Innere aber ist eine sttahlendc Schatz- t'tmmor, deren Reichtum in rein sachlicher Hinsicht die mehr ans Persönliche gehefteten Werte des eigentlichen Goethelrauses womöglich noch überglänzen. Im ersten der 5 Räume, die der Besucher, ii» l. Stvckivcrk den Rundgang beginnend, betritt. — das Erdgeschoß ist Hausmeister- Wohnung -- springt dieser Reichtum nicht sogleich in die Augen, Wir stehen indem schön bellichieten Stndicnsaal, der Goethes Kunstblätter, mavoenweisc geordnet und durch Kartons geschützt, vollständig cntlfäli. In die rcichgetäsclte Wand - Nußbaum mit schwarzer Einlage — sind etwa zwölf Sckfränke eingebaut, aus denen dem Beiuchcr die gewünschten Mappen, mögen sic nun Goethes eigene Zeichnungen, alte Meister, Kupferstiche, Holzschnitte oder Lithographien enthalten, gereicht werden: ein in der Mitte des Saals stehender, großer Tisch bietet mehreren Besichtl- gcrn zum Vlusbrciten der Köstbarkerten genügenden Platz, Tie Türen der Schränke sind nril Glasscheiben versehen, hinter denen die ichönstcu Blätter abwechselnd ausgestellt werden. Ter angrenzende, nach der Straße zu gelegene Saal bringt dem Eintretendcn seine Schätze unvcrhülit entgegen. Hinter den Glasscheiben hellbrauner Schränke und Vitrinen aus ichwarz eingelegten, Birkenholz gleißen und glänzen manniosaliigstc Gegenstände von Kleinkunst: Sclienc Münzen und Medaillen, zahllose Abgüsse von Gemmen und Kameen, imlndcrbare Plaketten, auch persönliche Reliaui.m von Goethe nild da,»! die herrliche berühmte Majolilasommlnng, die hier erst in ihrer ganzen Pracht zur Geltung kommt, Zn ihrer Gesamtheit zeigen die beiden Säle einen geradezu erstaunlichen Umsang der Goeilfeschen Sammel- tätigfeit: jie werden iür ein Studium von Goethes Kunstan- schauungen eine reichlich spendende Quelle der Erkenntnis und des Gcnusics werden. Eine Treppe Iföher tun sich die Wunder von Goethes natnr- wisscnsckaftlick er Anschaunngs- und Erkenntniswclt aui. Mehrere Svezialiachgclchric waren ausgeboicn, um das wertvolle und überreiche Material zu ordnen und zu entwickeln. Ten Phpsikiaal hat Tr. Toeprer aus München, ein junger Gelehrter, der dem Naturwissenschaftler Goethe ein langes Spezialstudium gewidmet hat, aufgebaut . Ter Hauptinhalt dieses Saals dient der Darstellung von Goethes Farbenlehre, die keineswegs auf objekliv falscher Basis beruht, vielmehr in ihrer Methodik modernsten Gepräges ist. Auf mehreren Tafeln sieht man die Leitsätze dieser Lehre in markigen Lettern abgedruckt. Eine stattliche Anzahl von Experi- mcntier-Apparaien, die teils aus Goethes Besitz, teils genau »ach Goethes 'Angaben angefertigt sind, steht rings herum anr Wandiischen und Fenstersimsen, Ein geräumiger schrankartigcr Verschlag ist angelegt zur Vornahme von objektiven Untersuchungen: beim alles, Ivas hier frei nmhcrstehi, ist nicht nur zum Bc- trachicn und Bestaunen ans der Entfernung da, sondern darf und soll vom besuchenden Publikum, soweit cs sachkundig ist, zur Vornahme von Exverimenten nach der Art »nd Weise Goctlfes in die Hand gegeben werden, wie dies B. auch im Deickschen Museum III München geschieht. Weiter fallen auf in diesem Saal vier dekorative Gemälde von Walter Haeckcl — einem Sohn Ernst Haeckcls —, die zur Demonstrierung iarbiger Tckfatten und andrer Farbcnphänomcnc angcferiigt sind, eine große Anzahl farbiger Mineralien und andrer farbiger Naturobjekle, die die Probleme der chemischen Farbenlehre zu erläutern da sind, zwei trübe Trinkgläser ails Goethe» Gesitz, die Kopie der Darstellung eines Auges von Sömmcring, ein vaar Aquarelle der Angelika Kaufmann in bräunlichen Tönen, die zeigen sollen, wie der Blan- blinde die Welt sieht (Goethe war der erste, der einen Farbenblinden wissenschaftlich nntersuchie! »sw, nsw. Dient alles dies der Darstellung der Goethcschcn Farbenlehre so bilbei der große Glasschrank mit Goethes Exocrimenner-Geräten für die elektrischen Phänomene eine Welt sür sich. Auch die schöne große Tafel, die den gedanklichen Aufriß zu einer von Goethe gcvlanien Tonlchrc enthält, und die meteorologische Ecke des Saals, die u. a. eigene Zeichnungen und Tabellen zur Feststellung der Witicrniigs- Schwankungen und einen schönen Aooarai zur Darstellung der Hosbildung des Mondes answeist, mag man als selbständige Abteilungen des Phhsiksaals bctrachicn, Wciterschrcitend, gelangt der Besucher in den dunkel eichenen Saal sür Botanik und Zoologie, der von Ge he im ra i Professor T r, Hansen und von Tr. Lehrs eingerichiei ist. Erstaunlich ist hier besonders die Zahl und 2lrt der botanisckicil Objekte, die den Eiittretcndcn aus schönen großen Glasschränkcni in znm Teil phantasttsch-abenicuerlichen Formen anblicken. Ta sind in einem Schrank vereinigt pathologisch cntarieie Gewächse oder Gcwächsstücke: Vcrbändcrungcn, Uebcrwollungen, Zwangs- drehungcn von Kiefern, Eschen niw. Ein andrer Schrank cnt- häli interessante morphologische Erscheinungen von Blatt- und Stammformen. Eine Sammlung von exotischen Früchten und Samen von der Palme, der Eeder, vom Affenbrotbanm nsw, zieht besonders die Aufmerksamkeit des Laien ans sich. Ferner ist da eine reichhaltige Sammlmig von einheimischen und fremden Hölzern in schöngcschnittcnen Stücken nebst patlfologisch verbildeten Stücken, Gegenstände zur Veranschaulichung der Pilz-Patho- logrc und vor allem ein bedeutendes Herbarium von fünfzehn großen Mappen, das nicht weniger als 1900 Nummern in sich vereinigt — eine ungeheure Anzahl, wenn man bedenkt, daß sich Goethes Sanrmel- und Forschungseifer ungleich größere Schwierigkeiten cntgegcnstcllcn als heutigen Tags dem spezialistisch gerichteten gelehrten Mann. Besondere Erwähnung verdient unter RatSolifcit ober über das Verhältnis « r. M aic ft ät zu den Katholiken ouftert. Tie Ausführungen der „Nordd, ülllg, Zig find IN jedem Punkte zniresscnd. Um so ent schirdener muh das Treiben gekennzeichnet werden. das sich an diesen Briei geknüpft hat lehr ricknigi, uxii' in an diesen Privat briet Sr, Maiestät des Kaisers und Königs, eine Angelegenheit seines Königlichen Hauses, an dre Oessentlichkeit gezogen und sich nicht davor gescheut bat, den Brief zu falsche II und damit beizutragen, daß Mißtrauen in die katbolische Bevölkerung gegen ihren Landesherr» getragen ioird, gegen ihren Landesherrn, von dem sie so viele Beweise seines Wohlwollens erfahre», von dem sie so viele Zeichen seiner Gunst erbalren und bei dem! sie Verständnis sür ihre Wunsche und Bedürfnisse gesunden hat. Man kann in der Tat ein solches Berfahre» nicht scharf geimg kenn zeichnen. Es ist Brunnen Vergiftung der aller- schlimmsten Art (sehr richtig. Ich meine, alle anständigen Leute im deutschen Reiche sollten sich dagegen wenden und von diesen Fälschern und Brnnnenvergistern adrucken, (Lebhafter Bei fall,' Zu meiner Freude bat das soeben auch mit aller Gnli* schiedenheit der Abg. Tr Porsch getan. Ich glaube, dah nun die Akten darüber geschlossen werden sollten, und dal; wir uns alle dagegen wehren sollten, wenn noch einlmal versucht werden sollte, aus diesem Boden im Trüben zu fischen, (Lebh, Beifall,) Im R e i ch s t a g fand am gestrigen Dienstag eine Besvrechung der Fraktionssübrer mit Vertretern der Regierung über die Pesol dungsnovelle Han, Entgegen einer Nachricht, die das Scheitern der Vorlage sür diese Session voraussagte, zeiglen sich die Parteien entschlossen, wenn irgend möglich, das Gesetz noch vor Himmel- sahrt zustande zu bringen. Der Reichstag und eine Einladung der Ham b u r g - A in e r i f a Linie, Im Aeltestenrat des Reichstages wurde die Einladung der.Hamburg-Amerika-Linie zur Besichtigung des T a m p s e r s „V a t e r l a n b" vom Zentrum, der Fortschrittlichen Bolksvartei und den Nationalliberale» angenommen, Tie So zialdenwkraten lehnten die Einladung aus grundsätzlichen Bedenken ab, Ter Vertreter der Konservativen behielt seiner Partei, der er die Einladung mittrilen wollte, die Entscheidung vor, Ter Präsident des Reichstages ordnete daraus an, dah die Einladungen verschickt werden, und erklärte gleichzeitig, er werde Gelegenheit nehmen, in, Namen des Reichstages der .Hamburg-Amerika-Liirie dessen Tank anszusvrechen, Ter Bniidesrat, der gleichsalls eine Einladung erhielt, nahm diese an. Wahrscheinlich wird der Staatssekretär Tr, Telbrüik in Vertretung des Reicltskanzlers an der Fahrt teilnebnien. Tie b a n e r i s ch e Ä a ni in e r der Abgeordneten bat die von der Regierung eingebrachte» Vorlagen bete, die Elcktri - »i t ä t s v e r s o r g u » q Des Landes mit groher Mehrheit ange- no,innen. Nach diesen Vorlagen werden in das ordentliche Budget 20000 Mk, sür die Herstellung eines allgemeinen Planes über die Elektrizitätsversorgung Baherns rechts des Rheines, in das nuher- ordentliche Budget als erste Rate 6 Millionen für den Bau des Walchensee-Kraftwerkes eingestellt, Nachspiele zu den Z aber» er Vorgänge», Tie ,,Eorrelvvndenz Piper" meldet; In der bei dem Landgericht anhängigen Entschädig ungsklage der Eltern eines in i n dersährigen M ndchens, das Leutnant v, F o r st n e r seinerzeit verführt haben sollte, hat heute das Gericht beschlossen, dah die Akten der inzwischen vom Militärgericht eingestellten Strafsache beizuzieben seien, Ter neue Verhandlungslermin ist aus den 30. Juni ds, Fs, anberanmt worden. — Bon den gegen den Militärsiskus seinerzeit seitens -der in dem Pandnrenkeller in basftert Gewesenen angestrengten Entschädigungsklagen ist jetzt nur noch eine einzig- anhängig, nachdem alle erhobenen Ansprüche bis aus diesen einen durch Abfindungen erledigt sind. Eine s o z i a 1 b e nt o f r aj i i di o Anfrage über M a s - s e n e r k r a n k n n g e n von zr o l d a t e n im Reichslande, Sozialdemokratische Abgeo.dnele haben im Reichstage angesragt, ob dem Reichskanzler bekannt sei, dah beim 1-13, Fnsanterie Regiment in S t r a h b u r g i. Elsah während anstrengender fünftägiger Felddienstübungen sw Winter bei ungünstiger Wit terung Massenerlrankungen vorgekommen seien, dah Mannschaften an Ueberanstrengimg gestorben, andere aus Berziorislung Sclbst- liiord verübt hätten, — Dir Anfrage kann den Anschein erwecken, als hätten im Winter im Elsah besonders anstrengende Uebun- gen statlgeiunden. Wie uns mit Anträge an zuständiger stelle initgeteilt wird, ist dies sedoct, nicht dei^Fall, In Grenztanden sind anstrengende llebnngen nichts Außergewöhnliches, Unter dem alte» Häieler waren sie früher in Lothringen an der Tagesorü nung. Von Massenerkrankiingen ist in dem angezogenen Falle nichts betanni geworden. Aus Stadt und Land. Eiehe», 29, April 1914, Die Mordtat i« Crainfeld. Crainfeld, 29, April, Wie wir bereits gestern kurz Mitteilen kvnnten, spielte sich in der '.Vacfit zu in Dienstag in dem Hanse des Händlers Abraham Stein in Crainseld ein furchtbares Berbrecheil ab. dein Stein zum Loser f*rl, lvährcnd seine Frau und seine vier Kinder schwer verletzt wurden. Nach volsbrachter Tat züiidetcderMörderdasHaus an, wahrscheinlich um die Folgen der Mordtat zu verbergen. diesen Sachen eine vollständige Zusammenstellung von Meeres rügen aus der Nordsee und dem Mittelmeer, Auch die Übrigei, Krnvtoganien sind reichlich v-rtrc'ten Von besondekm Ivissen schalliichen Werl auch zum Verständnis der heutigen Botanik sind endlich Goethes schöne Aguarelle zur Metamorphose der Pilanzen, die vo» Anschauniigen ausgehen, die noch heute die Grundlage der Morphologie, sowohl iür die Darstellung wie sür den Unlerrichl, bilden, lleberhauvt ist zu sagen, das; das ganze »mnrwiiienichastliche Muienni Goelhes »ich! nur IN Bezug aui die Persönlich teil des Sqpimlcrs, sondern auch rein wissenschaftlich und obielliv von hohem Werl ist. Das gilt auch iür die zoologische Abteilung, aus der besonders eine interessante Sammlung von Schädciknochen hervor,»hebe» ist, die die Goeihesche Entdeckung des Zwischeakiejcrs mit allen einschlägigen Beobachtungen zur Darstellung bringt. Ferner sind hier vollständige Skelette von Sängelieren und Vögsln z» sehen, historisch merkwürdige Stücke zur Fllustriernng der Gcillschcn ^ckwdellehre und in einem besonder» Schrank eine kostbare Sanimliing von Revlilien, Krokodilen, Schildkröten, Meeresiieren usw. In dem angrenzenden Zimmer endlich ist die bedeutende pe- Irogravhliclie und mineralogische Sammlung Goethes in her Ord nnng, wie sie den Anichaunngen der Gocltzezeit entspricht von Pros Tr, Mar Semper aus Aachen, imtergevracht. Tie Zahl der Gesteine, die hier in schiebladenreichen Kästen nnlergebracht ist, mag in die Tausende gehen. Dem Laien sind besonders ant sgslend die zahlreichen Marmorplättche», die di,rch ein unendlich verschiedenartiges Farbenspiel entzücken lieberblickt man. wenn auch nur mit laienhaitem Verstand alles, was die Verwalter des Goelheichen Erbes spät zivar aber «doch iil einer übersichilichen und sachlich-schönen Anordnung hier vor den Blicken der Welt ausgebreitet haben, so will di- Ehrfurcht vor dem einzigartigen Menschen, dessen Geist, ahnungsvoll tastend und aus sicherem emvirischen Weg zugleich bewußt vorwärtsschrei- tend, in die Geheimnisse der Natur so lies eindrang wie in die Geheimnisse der Menschenseele, sich zu erhabenen Schauern verdichten Hier spricht ein Geist zur nachgeborenen Welt, der wie Äolsgang von Dettingen, der Direktor des Goethehauses, in einer Geden'- schriit sehr sckstin sagt, „vom tlrgestein bis zum Wolkengebilde, vom Samenkorn und Moose bis zum Schädel des Mensche» mit hellsichtigen, Blick dnrchsorschte, was ihm zur Erkenntnis des Schöviungswunders verhelsen konnte", und der, so darf man hinzusetzcn, wie ini Borübergehen Früchte von Erkenntnissen vilückle, die der Menschheit erst heute zw reisen beginnen. So wird, was in diesem Museum Goethes aufgebmit ist, die Bewunderung und den nachforschenden Geist der Menschheit noch lange wach erhalten. Mitten in der Nacht, kurz nach-1 Uhr, lvurden dlc Cm- lvohner des Dorfes durch: Feueralarm aus dem Schlase flriucrft. Das Wohnhaus des Handels- inannes Abralnnn Stein ilnd ei» angrenzendes anderes Wohnltaus standen in Hellen Flammen, Aus dem Hanse ertönten gellende Hilferufe, Nachdem die Feuerwehr an dein Brandherd eingctrofscn war und mit den Löscharbeiten begonnen hatte, drangen inehrerc Män- ncr in das Haus ein. Hier bot sich ihnen ein schrccUlcher Anblick, In dem Schlaszinuner lagen der Ehemann und die Ehesran Stein, aus} ch ioerc n K o P l v c r l e N u n g e n blu tend. Man schaffte die Schwerverletzten sofort ins ^l-reie und rief ärztliche Hilfe herbei. Als man in das obere Stock lvcrk kam, fand mail auch die vier Kinder des Ehepaares Stein im Mer von l? bis 23 Jahren mit schweren Koosverletzungen ans dem Boden liegen. Sämtliche Verletzten waren unbekleidet, mikssen also im Schlafe überfall e » worden sein. Man benachrichiigie sofort die Gendarmericstation in Lautcrbach, die noch im Lause der Nacht mit lneyrerci, Beamten an dein Tatorte cintraf, Tie Staatsauwalt-» schast in Gießen, darunter .Oberstaatsanwalt Hof m a n n und der Untersuchungsrichter, sind mit mehreren Be- anlicu mit Polizeihunden nach dein Tatorte abgegangen. Auch der Gerichtschemiker Dr, Popp aus Iranksnrt ivnrde zu den Untersuchungen hinzugezogen. Bon den Tätern hat man bis jetzt noch keine Spur, Wie wir dazu erfahren, ist der verletzte Handelsmann Stein am Dienstag morgen um 1 77 Uhr im Lauterbachrr Krankenhause, wohin man alle Verletzten gebracht hatte, gestorben, Bon den beiden Töchtern wurde der jüngsten, einem 17 jährigen Mädchen, der linke Z c i g c s i n - g c r abgehaucn; sic erwies sich allein als vernehmungsfähig. Nach den Aussagen der Tochter hat sich der schauerliche Vorfall folgendermaßen abgespielt: „Kurz nach t Uhr wachte ich aus, Bor meinem Bette stand ei» sehr großer Mann, der eine schwarze M a s I c vor dem Gesicht hatte. In der linken Hand hielt er eine brennende Stallakcrnc, in der rechten ein Beil. Ich zog ans Furcht die Bettdecke über meinen Kops, woraus sic der Mann herunterriß und mit dem Beil aus mich einschlug, Ich wurde am Kopse verletzt und der Zeigesinger von meiner linken Hand abgeschlagen. Ich schrie vor Schmerz laut auf. Der Mann verließ die Kammer, ich wagte niich nicht ans dem Bett, Kurze Zeit darauf st a u d unser Haus und unsere S ch c in: r in Flammen, Auch das Nachbarhaus stand in Flammen, Ich lies um Hilsc und wurde aus dem brennenden Hause getragen und in einem benachbarten Hanse nnlergebracht und verbunden. Später brachte man mich ins Lauterbachcr Krankenhaus, Die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft haben:, soweit bis jetzt bekannt ist, noch kein sicheres Ergebnis -gezeitigt, doch sind immerhin genügend Spuren vorhanden, so daß der Verbrecher sich nicht inlehr allzu lange seiner Freiheit erfreuen dürste, Tie ersten Untersuchungen stellte der Gendarmerie- Wachtmeister Seng ap-s Schlüchtern ntü seinem Polizeihunde an. Die Arbeiten erwiesen sich als außerordentlich schwierig. Der Hund nahm eine Spur auf und folgte ihr zum Dorfe hinaus. Vor dem Dorfe fand man einen Bogen Zeitungspapier, in dem der Täter, wie man genau feststellen konnte, das Beil eingewickelt hatte. Inzwischen ivaren zwei Gerichtschemiker aus Frankstirt uacki Crainseld gekommen und hatten den Tatort sorgfältig abgesucht. Man fand zahlreiche Fi n ge ra b d rii tf c und machte photographische Aufnahmen von dem Tatort, Der Schutzmann K l ö s aus Gießen t onntc erst am Dienstag abend mit seinem Hunde eine Spur ausnehmen. Das Tier folgte zunächst derselben Spur, die auch der erste Hund verfolgt hatte, daun lief die Spur weiter einen Feldweg entlang durch den Wald und endete in Riede r-M o o s. Hier wurde von Bewohnern die Mitteilung gemacht, daß gegen ' «3 Uhr nachts ein großer Marin mit einer Laterne gesehen worden sei. Die Spur ftihrte daun nach Freiensteinau weiter, Tort machten sich m c h r e r e L c u t e, die vernommen wurden, verdächtig. Der Hund verbellte sie bei Gegenüberstellung jedoch nicht, sie kommen also sür die Täterschaft nicht in Frage, Einen verdächtigen Fund machte man jedoch auf einem Grundstück des Nachbardürs- chcus Salz, In einem Eimer wurde ein blutiges H e m d gesunden, das cingeweicht war, ES war offenbar versucht worden, das Blut auszuwaschen. Auch eine Gamasche m i t B l u t s p u r c n wurde gefunden, Tie Groß herzogliche Staatsanwaltschaft Gießen hat folgende Beta n n t m a ch u u g erlassen: 600 Mark Belohnung, Mord, Mordversuch und B r a n b ft i 11 u » g. IN der Nacht vom 27,/28, April 1914 zwischen 1 und 2 Uhr wurden in CrainfeW (Oberhessen) der Warcnhändlcr Abraham Stein und seine aus Frau und je zwei crlvachscnen Söhnen und Töchtern bestehende Familie im Schlafe überfaUen und durch scharfe Beilhiebe aus den Kops schwer verletzt, daß Stein seinen Verletzungen schon nach wenigen Stunden erlag, während die übrigen sämtlich in Lebensgefahr schweben; außerdem hat der Täter in der an das Wohnhaus anstoßenden Sckwucr des Stein Feuer angelegt, durch das die Scheuer, das Stallgebäude und der Dachstock des Wohnhauses von Stein, sowie die ganze Nackstiarhofreile eingc- äscherl wurden, Wertgegenstände hat der Täter, soviel bis jetzt ermittelt, nickst mftgenommen: cs fehll aber der Schlüsselbund, a» dem sich auch der Schlüssel zum Sekretär befand, in dem das Geld und die son stigen Wertsachen aufbcwahrt waren, Bon dem Täter ist bisher nur so viel bekannt, daß es ein großer Mann Ivar, der einen langen dunkeln Mantel trug und entweder das Gesicht geschwärzt oder eine Larve davor butte. Bei Verübung der Tat soll er eine viereckige Stallaterne in der linken Hand getragen haben. Wir ersuchen um eifrigste Nachforschung und telegraphische oder telephonische. Mitleilnng aller Wahrnehmungen und sichern denjenigen Personen, durch deren sachdienliche Mitteilung die Ermittelung des Täters gelingt, eine B c l o h n u n g von 600 M ar k z u, Gießen, den 28, illpril 1914, Großh, Staatsanwaltschaft, Hofmann, Eraiitseld uild die »inliegenden Ortschaften besinden sich begreiflicherweise in einer großen Aufregung, Es herrscht überall die Meinung, daß es sich nur um einen Racheakt handeln könne, Aufwandsentschädigungen für Militärpersonen. ,.As?,d^stoninunge» über die Auszahlung von Aufwands- entschadtgungen an Familien für im Rerchsheere, in der Marine oder in den Schutztruppen eingestellte Söhne, ha<» ben unter dem Publikum zuin Teil ganz falsche Auffassung gesunden und sortgesetzi lausen Gesuche bei den Behörden um Auszahlung der Entschädigung ein, die aber zum gro- ßen Teil als unbegründet zurückgewiesen werden müssen. Gemäß § i oer Bestimmungen sollen unter den dort naheH bezeichiielen Voraussetzungen die Familien, deren Söhn« eine Gesamtdienstzeit von 6 Jahren znrückgclcgt haben, eine Auswandscntschädigung von 240 Mk, jährlich für jedes weitere Dienstjahr eines seiner gesetzlichen zwei- oder dreijährigen Tienstoslichi genügenden Sohnes erhalten, Znr Erläuterung dieser Bestimmung mögen folgende Beispicii dienen: 1, Drei Söhne treten zu dem gleiehen Terniinc zur Er» füllung ihrer gesetzlichen dreijährigen Dicnstpslicht ins Heer ein. Die Aufwandsentschädigung ist zu gewähren vom Be- gin» des dritten Tienstsahres ab und zivar in Höhr von je 240 Mk, für jeden Sohn, 2. Ter Sohn A. hat bereits drei Jahre gedient. Die Söhne B, und E, treten später gleichzeitig zur Ersüllung ihrer gesetzlichen zweijährigen Tieiistoslichl ins Heer ein. Nach Ablauf von l 1 /, Jahren ihrer Tinstzeit haben die drei Söhne eine Olesamtdienstzeit von sechs Jahren znrückgelegt. Mit diesem Zeitpunkt ist der Anspruch ans Anfwandscnt-j schädigiing begründet, deren Auszahlung mit je 120 Mk. für die Söhne B, und C, zu erfolgen hat, ,3, Der Sohn A, hat zwei Jahre, der Sohn B, als Trainsoldat ein Jahr, der Sohn E. .zlvei Jahre gedient. Der Sohn T, hat eine dreijährige Dienstzeit zu ersüllcn. Nach Ablans eines Jahres seiner Dienstzeit ist der Anspruch auf Auswandsentschädlgung begründet, l, Ter Sohn Ä, hat drei Jahre gedieirt; der Sohn B. ist nach einer aktiven Dienstzeit von einem halben Jahre als dienstnubrauchbar entlassen lvorden; der Sohn C. hat zwei Jahre gedient Nach Ablans einer Dienstzeit von einem halben Jahre durch den vierten Sohn D, ist der Anspruch begründet, u, Haben mehrere Söhne, deren Gesamtdienstzeit mehr als 0 Jahre beträgt, bei dem Militär gedient imö sind bereits vor Jnlrasttreten des Gesetzes zur Entlassung gekommen, so wird sür diese keine Entschädigung gewährt. Sie kann nur dann geltend gemacht werden, ivenn ein weiterer Sohn zum Militär einlritt, Tie Auszahlung der Entschädigung erstreckt sich aber nur aus dessen Dienstzeit, nicht aber aus die der früher bereits entlassenen Söhne, Tr i n kc r- F ü r s o r ge st e l l e sür Stadl und LandkrelSGießen, ffliefeen Afterweg 9. Sprechstunde jeden Donnerstag abend K bis 7V- Uhr, ** Ter Fahrplan des Gieße „er Anzeigers für die Zeit vom l, Mai bis 30, September 1914 liegt der heutigen Stadtauslage bei, ** Landcsuniversität, Dem Forstassessor Dr. Phil, Gustav Baader lvnrde die venia legendi bei der philosophischen Fakultät für da? Fach der Forstwissenschaft erteilt, Seine Häbilitation-sschrist lautet: „Das Fachwerk und seine Beziehungen zum Waldbau", ** Eciic» nn ngcn. Ter Groß Herzog hat den Geometer 1. Klasse Hans Erich Foltz zu Alsfeld mit Wirkung vom 1. April 193 4 an zum FeldbereinigungSgeomcter, den Geometer 2, Klasse Friedrich Kaiser von Storndorf zum Gehilfen bei dem Revisionsgeometer der ?lbtei!ung sür Landwirtschaft, Handel und Gewerbe des Ministeriums des Innern mit Wirkung vom l. Llpril 1914 nnd den Geometer 2. Klasse Wilh. Acker von Bnrgbcacht znm Feldbereinigungsgeometer- gehilsen mit Wirkung vom 1. April 1914 ernannt. "Das Kaiserliche Hanptgiiartier beiniKaiser- ni n n ö v e r. Es steht nunmehr lest, daß sieh während des diesjährigen KaisernianöverS das Kaiserliche Haiwtgnartier inr Bad H o in b n r g e r Schlosse befinden wird. Amtliche Kreise haben die trüber bereits gebrachte Meldung nunmehr bestätigt. Die Bor- bereitiingen Iür den Railerlichen Auienthall werden im Schloß mit dem grchlen Eifer bctrieben, " Die Generalinspektion der Klavallerie, die seit Sonntag in Oiießen weilte, ist heute, Mittwoch früh um 8 Uhr über Henchelhcim nach Weilburg abgerückt. ** .hessisch« Landeskonferenz dos Interna t i o n a l e n Be r e r n s der Freundinnen junger M ä d ch e », Unter Vorsitz der F ü r st i n M a ri e von E r - b a ch wurde am Dienstag im Kurhaus zu Bad- Nauh e i m die hessische Landeskonferenz des Internationalen Vereins der Freundinnen junger Mädchen abgehaltcn. An der Da- gung nahmen unter anderem teil die Fürstin von Hohen- solms-Lich nnd die Gräii» von Solms-Laubach. Ter Verein umschließt 15 200 Mitglieder, davon entfallen auf Deutschland 8565 Mitglieder, die sich auf 33 Verbände verteilen. Der hessische Verband hatte im abgelausenen Ge- sckstiftsjahr 1500 Mk, Einnahmen und 1670 Mk, Ausgaben, lieber die Tätigleit der Ortsgruppen berichteten die zahlreich aittvesenden Vertreterinnen, Für Gießen war Frau Provinzialdircktvr vleheimerai U sin ge r erschienen, — An der Nachmittagssitziing nahm die G r o ß h e r z o g i n, die Protektorin des Landesverbandes, leil. Fräulein A, Semm, die Schriftführerin des Vereins, sprach über Zwecke und Ziele des Vereins und Fräulein Gr o n o-Mert ins verbreitete sich über die Gründung nnd Errichtung eines Bcäd» chenheims in Hon,barg, sttach Schluß der Tagung inachte die Großherzogin in Begleitiing des KnrdirektorS Oberst von Frankenber,g einen längeren Spaziergang durch unseren Kurpark und trahm init den Damen des Bad-Nän- hein,er Ortsvorstandes und einigen anderen Gästen den Tee am Teichhau-s ein, **2ie Ergänzungs-M ei sterprüfung an der Gewerbeschule hat ihren Abschluß gefftnden^ Es war dies die letzte erleichterte Prüsnng, bei der Prüflinge ohne Gesellenbrief zugelassen wurden, Aju 49 Jungmeister, darunter 17 Frauerr und 32 Männer, lvurden die Meisterbriefe nnsgegeben, ** Au f der Straße übers allen. Der Kellner G,; der gestern vormittag verurieilt worden Ivar, weil er die Ge- schäsissührerin E, mehrfach bedroht nnd mißliandelt hatte, stel nach denl Verlassen des Gerichisgebäudes trotz der kurz vorher erfolgten cindringlichcit Verwariilmg durch den Vorsitzenden des Gerichtes die Dame wiederum an und mißhandelte sie durch Faustschlägc Und Fußtritte so schwer, daß sic ärziliche Hftse in Anspruch nehmen mußte. Unwillen erregte cs, wie uns mit- gcteilt wird, daß ein des Weges kommender Schutzmann die mißhandelte Dame nicht energisch in Schutz nahm und auch keine Miene machte, den aus einem Rad absahrcnden Angreifer zu verhaften, Ern anwesender ülmtsgerichtsrat machte dem Schutzmann entsprechende Vorhaltungen, nnd erklärte, daß die Schuli- leute nicht-nur dazu da seien, um Vergehungen der Sühne entgegen zu führen, sondern auch um gesetzwidrigen Vorkommnissen nach Möglichkeit vorzubcugen, Dcni Kellner G,, der demnächst eine eigene Wirtschaft in der Alicestraße eröffnen will, dürste diese Ausschrcitung recht teuer zu stehen kommen, " S ch ü i t c - L a n z ü b c r G i c ß c n. Das LnftschisfSchütte- Lanz, das gestern abend um 9,15 Uhr in Mannheim zu einer 20süitchigcn Tauersahrt nach Norddeuischlaick ausgestiegcn Ivar, Snt Ifr-itfc Mufti um 11.25 Ubt Gießen in sehr geringer Höhe kassiert und ist in nördlicher Richtung weitcrgcslogcn. Wie uns telegraphisch gemeldet wird, ist das Luftschiff heute früh um 5>/ 2 Uhr über Hamburg erschienen und hat eine Zeitlcmg über de,' Stadt gekreuzt. Um 7>/; Uhr verschwand es nach Norden im Nebel. ""Zirkus Blume,iseld beginnt am Donnerstag abends vünkllich 8>/, Uhr die Reihe seiner Vorstellungen mit einer Gala Premiere, für die viele Ueberraschungen vorgesehen sind. Der Spiclplaii weist in jeder Vorstellung 28 Nummern aus und wird viel Interessantes und Sehenswertes bringen. ** Gießener Bolksbad Im ersten Vierteljahr 1914 wurden in der Anstalt 28887 Bäder verabreicht igegen 28 008 im l. Quartal 191 i-Ji. Die tägliche Benutzung des Bades stellt sich im Durchschnitt aus 321 Bäder (317). Im einzelnen verteilen sich die Bäder wie folgt, Schwimmbäder 13188 (12108), Wannenbäder I. Klasse 008, II. Klasse 3397, III. Klasse 907, zusammen 5302 <4<89;. Brausebäder 7006 7407 , Tampsbädcr 628 (567), Voltsbäder am Mittwoch und Samstag ä 10 Pfg. in der Schwimmhalle wurde» 2763 verabreicht (3137). Die Personenwage wurde 684 mal benutzt. Tic Zahl der Wannenbäder hat sich gegen das Vorjahr um rund 500 Stück vermehrt. Es ist dies zweifellos der Neueinrichtung der III. »lasse zu verdanken. Auffällig ist der Rückgang der 10 Pfg. Bollsbäder; überhaupt ist die Bc- uutzuug der billigen VoltSbädcr mit 106 Bädern im Durchschnitt für den Badctag ungenügend. Ties hat wohl seinen Grund darin, daß es in der Bevölkerung noch zu wenig bekannt ist, daß man am Mittwoch und Samstag in gewissen Ttiindeu im Volksbad für IkePfg j„ der Schwemm halle baden kan». *' T i e Gieß euer srciw. Feuerwehr hielt am Montag, dem 20. d M., im Restaurant Franksurter Hoi ihre diesjährige orccntlichc Hauptversammlung ab Bcaiidinipek- >vr W > g a » d t erstattete den Jahresbericht. Es ianben außer einigen Aiisschußsitzungen >4 Borftandssitzunacn statt. 35 Brände wurden gemeldet, wovon aber nur 4 eine solche Ausdehnung nahmen, daß die Wehren durch die Sturmglocke alarmiert wurden. 17 ne» eingetrelenc Fenerwehrlemc wurden durch Haiidichlag von Herrn Oberbürgermeister Holler verpflichtet. Am 14. Juli fand eine Sonder-Haupt Übung statt und d.mach im Calo Ebel eine freier zu Ehren des »ameraden M oll, welcher an diesem Tage .70 Jahre der Wehr angehörtc. Tie Auszeichnung für 25 lährige Dienstzeit erhielten die »ameraden Bender, Dechert, Gut bub und Schmitz. Ter dcutschc Rcichsscuerwehrtag in Leipzig war durch einige Mitglieder der Wehr vertreten. Auch l>a> die Wehr den Verlust zweier verstorbener »ameraden, des Georg Schneider und Wilhelm Strack, zu beklagen. Tie Jahresrechnung, welche von dem Finanz- und Rcchnungs-Prüfungsausschuß geprüit und für richtig bciunden wurde, fand die ltzeuehmigung der Versammlung, ebenso der vom Rechner ausgestellte Voranschlag sür 1914 15. In danlenswerler Weise bat ivicrder, »vic alljätulich Geh. »om. Rat Heichcl heim , und auch Baumeister Traber einen »amhasten Betrag sür die Sterbe- niuerstützungskaise gespendet. Tie Ersatzwahl des Vorstandes ergo- an Stelle des verstarb, »ameraden Schneider die Wahl'des »ameraden Neuling I. als Beisitzer, Ferner wurde Brand- iuipcktor W i g a n dt auf sein Nachsuchen sür den Rest seiner Amtsdaner beurlaubt und Brandmeister Traber mit iämtiidjcn Ti'nsloblicgcnheilcii des Brandinspektors betraut. Tie erste dies iährigc tzauptübnng mit 'Appel! sinder am nächsten Montag statt. Mi,Heu Vorbereitungen iür die Feier der 60jährig«n Bestehens '; Ktlir der beiden hiesigen ,Teuerwehreu soll noch in diesem Jahr begonnen werden. ** Durch b i o kühlen Nächte, die au den letzten beiden Tagen dem Feto und der Flur Reis brachten, haben, wie uns aus einigen Qrtschaiten Oberftessens gemeldet wird, die Blüten der Beerensträucher und der Obslbäumc gelitten. '* Preußisch-Süddeutsche Klassen-Lottcrie. Tie Lose zur 5. Klasse müssen unter Vorlegung des Vorklaisen- koies bis zum 4. Mai abends l> Uhr eingelüst sein. Aiich müssen bis z» diciem Termin die Ire,lose gegen Rückgabe der Gewinnlose abgesondert sei». Tie Ziehung der 5. »lasse beginnt am 8. Mac und endet am 4. Juni. "" »leine Mitteilungen. I» der Nacht zum Montag plünderten Diebe das untere Stockwerk des eoangclücheir Psarr- banses zu N ie da ans. Ho»»,' Üel außer Eßwaren, Wen- gegenstände», Uhren, einer Münzeiijammlung auch ein Parbctrag non etwa .500 Mark in die Hände Ein Fuhrwerk überfuhr die hochbetagte Witwe Stern iuRodheim v.d.H., die so schwer verletzt wurde, das; sie nach kurzer Zeit starb, — In einerWohnung der Go.dsteinür. es Stadtteils Nieterrad zu Franlsurt a.-M. entstand durch 3 k ei c-B bcu, die mi Streichhölzern kielten,Teuer.Hie. bei er grissen die Flammen ein Bett und iügten den, darin liegenden Ludwig Rink lebcnSgejährliche Brandwunden zu Ter Brand konnte durch rasche Hille bald erstickt werden. — Ter i» Einnahmen und Ausgaben mit je > 191884 Mark abschließende Haushal- lungsvoranichlag von Bingen sür da» Jahr wurde in der heutigen Stadlvcrorducleiivcrsainuiluug geprüit und ^genehmigt. An Gemeindenmlagen gelange» 150 Prozent der Staatssteuer zur Erhebung. — Tie älteste Einwohnerin von Neustadt, Frau Wilwe Br. L c v i, die in wenigen Monaten das 96. Lebensjahr erreicht hätte, ist »ergangene Nacht gestorben. — In Ossen- bach soll das Amtsgerichtsgebäude durch einen Anbau erweitert werde», der namentlich durch die Bildung des »eiicu Gruudbuch- amtes eriorderlich wird. In dieser Angelegenheit fand am Dienstag nachmittag eine Besichtigung des AmtsgercchlSgehäudes durch den S t a a t S m i n i st e r v. Ewald und Geheimen Obcrbanrat K l i II g e l d ö s f c r < Tarmstadt unter Führung des Geheimen Justizrate Landmann statt. — In Bingen ist am Dienstag ipi Alter von 54 Jahren der Weingutsbeiitzcr und Fabrikant Kommerzienrat 6l c v r g Adolf Racke gestorben. Mit ihm ist eine weithin int deutschen Weinbau und Wcinhandel bekannte und hochangcschene Person dahingeschicdeu. Landkreis Gießen. (t) Rciskirchen, 27. April. Nächdcm im vorigen Jahre der neue Strang der Wasserleitung von Queckborn bis Lintwnslrutli fertiggeslellt wurde, ivird in diesem Jahr weitcrgcbaut. Gegenwärtig ivird der Strang unter dem Eisenbahilübergang in Rciskirchen dnrchgesührt. Tie Rohre sind zum Teil schon bis auf die Ganseburg anges fahren. kl. T anbringen, 28. April Das Hof gut Hei - bcrtshansen, das zu den Fürstlich Braunselsschen Be- sitzungen gehörte, ging durch Kauf in de» Besitz eines Guts Pächters Hcideckcr im »reise Marburg über. Ter bisherige Pächter, »arl Brenncman», vernmltct das Gut wie bisher weiter. Kreis Büdingen. --- WeningS, 29. April. Gestern kam da? 17jährige T i e n st in ä d ch c n des früheren Bürgermeisters Heil mit entsetzlichen B r a n d ,v u n d c n aus die Straße gestürzt und versuchte in ihrer Kopflosigkeit eine Scheune zu erreichen, um sich dort zu schützen. Bäckermeister Groth, der die Bedauernswerte zuerst bemerkte, erfaßte das Mädchen und suchte mit »och anderen den Brand zu ersticken. Der Gederner tzlrzt verband das Mädchen und ordnete die Uebcrführimg in das Büdinger Krankenhaus an. Zwei Herren aus Gießen, die gerade geschäftlich mit ihrem Auto dort waren, brachten es dorthin. Bach den bisherigen Feststellungen liegt die Schuld an dem Mädchen selbst. □ Bleichenbach, 27. Avril. Gestern brannte im 61 c m e i n b e io a! ö ein kleiner Lärche „schlag. 91m fönen. Schießplatz landen Spaziergänger einen mehrere Quadratmeter großen Fencrvlatz, der sich zusehends vergrößerte, zumal keine Berate zur Eindämmung vorhanden waren. Mehrmals glaubte man das Feuer geoampit za haben, allein die reichlich am Bode» liegenden Nadeln, sowie dürres Gehölz und hestige Windstöße ließen daS Feuer immer wieder auileben Ter Jorltwart mar bald zur Stelle und „Üt Sitte einiger jungen Leute wurde man der Feuers Herr, das iür den schönen Wald verhängnisvoll hätte werden können. ES konnte »«ch nicht leslgestellt werden, ans welche Art der Brand entstanden. Kreis Alsfeld. A Alsfeld, 28. April. Goldene H o ky z e l t begingen Georg v. Gundrum und seine Ehefrau. Kreis Schotten. A Eichelsdorj, 28. April. Tie 2 p a r - und Dar lehns lasse, Geiiossenschast mit unbeschränkter Haftpflicht, befindet sich i» Liquidation. Tic Passiva betragen 126 363 Mk., der Kassenbestand beläuft sich ans 10 800 M k. Kreis Friedbera. Fried borg, 29. Llpril. Boni ll. Mai ab siiiden an der Großb. O bst da ns ch u le zwei Kurse stall, deren Besuch allen Obst- und Garteiibauliebhaberu empfohlen werden kann. In der Woche vonh ll. bis l!>. Mlai findet der erste Teil des sogenannten Lßebhaberob stbau» lursus statt. — Ferner findet vom 18. bis 23. Mai der seit einigen Jahren eingerichtete Ga r t e n b a n l u r s n s statt, der Frauen und Mädchen Gelegenheit geben soll, sich in Gartenbau, Blumenzucht und Gemüsebau weiter aus- znbildcn. * Hessen-Nassau, h. F r a ii k f ur t a. M., 28. April. Gestern mittag lvurdc in einer Handlung sür ärztliche Bedarfsartikel ein Hand lungsgehilse, der allein in de» Räumen arbeitete, von einem Menschen überfallen und so lange gewürgt, bis er ohnmächtig zu Boden stürzte. Tann warf der Bursche dem jungen Mann einen schlvereu Eichentisch auf den Leib. Ter »ausmann hielt jedoch den Schlüssel zum Kassen sch rank so fest, daß (es dem Räuber unmöglich war, diesen ihm zu entreißen. Als der Fremde andere Geschäftsangestellte lömmen hörte, floh er. Ter sniige Gehilfe konnte nach kurzem Bemühen wieder ins Leben zurückgerufen iverden. Bo» dem Täter fehlt bisher jede Spur. — Homburg v, d. i>., 29. 'Avril. Ter jüngst verstorbene Ehemiker Emmerich Hot letzlwillig sein vermögen von leih uoo Mark vermacht, vo» diesem Betrag erhalten 10 Beamte der houilmrger Mid zwei der Berliner Schußmanitzchalt je IVOOAtk Sport-, Leichtathletische Wttikämpse in Gießt». Am »ächstcn Sonntag veranstaltet der W e st beut s ch e Tvicl verband auf dem Tportvlatz a. d. Haardt allgemeine deutsche Erstlings-Wettkämpfe zur Vorbereitung der Qlvnipischeii Spiele 1916. Slartberechtigt i>t jeder Manu oder Jüngling, der bisher noch nie unter Aufsicht der Tentscheu Svortbehörbe iür Athletik an den S'art ging. Tie Wettlämpse linden in folgenden llebnngen statt: 100-Meter-Laus, 200 itzteter- La»i, 400 Meter-Laus, 800-Meter-Laus, 1500 Meter<6i»i, 7500- Mcter-Laus, Hvchsprung mit Anlaus ohne Brett, Weitsprimg mit Aulaiii ohne Brett, Stabhochsprung, Kügelftoß i7>'i »ilogr. , Tisknswurf, Tpeerwuri Mittklgriss Tie Wettkämpfe finden nach den Wettkamps-Bestimmimgen der Teutsch«» Sporrbehördc sür Athletik statt. Tie Leitung der Wettlämpse ist dem Verein iür Raienspielc Gießen übertragen. » H Marb ur fl , 28. April. Auf dem ans Mitteln der Stistnng des Geh. Regierungsrat Proseiior Tr. Heil sc l errichteten großen Sport- lind Spielplatz im Süden der Stadt sind auch den Marburger Turn- und Sportvereinen Plätze zur Ausübung des Rasensports überwiesen worden. LuptkclsiHahvt. Berlin, 28. April. Rudolf Hcrtzog, dessen Haus auch in Swakopmnild eine Filiale besitzt, hat eine Ervedition ansgernstcl, um in Südweßasrika, Südafrika nnd Tentichostasrika Flüge aller Art zu »eranstalten. An der Spitze der Ervedition stellt Bruno Büch» c r. Wien, 26. April. Ter Militärslieger llmerofsizicr Wallh ist aus dem Flugfeld Wiener-Nenstadt abgeslürzt. Er war sofort t o t. rtlliversitäts-Naehriehtei«. — Ter Begründer der Berliner Handelshochschule nnd deren erster Rektor Prosessor Tr. Jastrow wird mit dem Ablaut des Sommersemester» von seinem Lehramt zurücktrcten. Pros. Jastrow äußerte aus eine 'Anirage des B. T vor 4 5 Woche», es sei ihm von de» Aeltesten der »animannschast sein Lehramt ohne Angabe von Gründen zum l. Oktober gekündigi worden. Er habe selbstverständlich ani diesen ganz ungewöhnlichen Brief nicht geantwortet. Tie Angelegenheit sei sür ihn erledigt, er werde sich vorläustg darauf beschränken, seine Professur an der Universität auszuüben. Arbeite, bcuieguirg. Walsen bürg (Colorado', 29. April. In der Walsengrubc wurke» gestern Abend sieben GrubenIvächter bei einem Kampsc mit Ausständigen getötet. Ter Kamps zwischen den Wächtern und den Streikenden dauerte heute morgen noch an. Truppen lind nach dem Schauplatz abgcgangcn. Die neue Harzbahn. Uns wird geschrieben: Wenn im Gebiet dcr^prcusjisch-hcssischcil Staatsbahnen znm l. Mai Pdcn Jahres der Sommersahrplan in »rast tritt, dann gibt es hie und da im Lande „ircudige Ereignisse". Jaiosern nämlich, als mancherorts eine neue Balm das Licht der Welt erblickt! Wird doch das Netz der Staatseiscnbabncn immer dichter und enger, und dazu tritt dann noch manche »lein oder Privalbahn von mehr örtlicher Bedeutung. Eine neue Bahn erhält diesmal u. a. auch der Harz, und das ist immerhin ein Ereignis, das weit im Lande Beachtung verdient, um so mehr, als der Harz, dieses schönste tttcbirgslaiid in Mittel- nnd Norddeutschland, trotz seines großen Touristen uno Fremdenverkehrs mit Eisenbahnen nicht allzu reich bedacht ist. Neuerdings schweben mehrere Zukuiiits- vroiektc neuer Eisenbabnverdindiiiigcn, aber der Himmel mag wisicn, wann sie vermirllicht werden. Um so größer ist die Freude in den bctressemden Gebieten des Gebirges, wenn eine neue Bahn ersteht, auch wenn !ie nur wenig Kilometer „Neuland" iür den großen Verkehr erschließt. Diese neue, am >. Maid. I. dem Betriebe zu übergebende Babn iß die Anschlußstrecke von Elausthal-Zcllcrseld nach Altena u, also eine Lberharzbahn, die sür die ganze Gegend wichtig ist, aber auch sür den allgemeinen Fremdenverkehr auf und nach dem Harz. Bisher konnte man von Goslar ans mit der Eisenbahn »ach Süden zu nur bis Clansittzil-Zellersetd gelange». I» Clausthal, das bekanntlich die Zentrale des Qbcrharzer Bergbaues ist lSitz des Kgl. Oberbcrgamts und der »gl. Bergakademie) endete diese überaus reizvolle Gebirgsbahn, die das Tal der Innerste erschloß. Von Goslar, sich hart am Elebirgsrande hinziehcnd, tritt die Bahn bei Langelsheim ins Gebirge Zu beiden Seiten des Tales ziehen sich bewaldete Bcrghängc hoch hinaus. Tazu ichlangelt sich die Innerste in ihrem stachen, breiten Bett a» dein Bahndamme entlang, und immer neue wechselnde Bilder bieten sich beim Weiterfähren. Tann uno wann treten die mächtige» Bergmassen etwas zurück. Saitige Wiesenslächeu unterbrechen fie; man berührt dann weiter die idyllisch liegenden Bcrgorte Laucnthal und Wilde- maiin, von wo die im dilstten Hochwald eingeichlosscnen Hohen- Inrorle Hahncnklec-Bockswiese bald erreichbar sind. Rach kurzer Steigung erreicht man die Höbe bei Elausthal-Zellerseld, den Mittelpunkt des Oberharze-. Von hier zweigt NUN die neue Bahnlinie nach Altenau ab, die am l. Air» eröstnel wird. DickBah» tührt zunächst durch weite, prächtige Aiesenslurcn, in die blinkende Teiche eingestrent sind, nnd von w>o der Trete Ausblick auf die die Clansthaler Hochebene eiiischlicßcnden Randberge, wie Bocksberg» Schalle, Brnchbcrg und Brocken ichweift. Rechts liegt.der idiillisch gelegene Kurort Buntenbock, dann gcht'S hinein in den Hockyvald. Aul dieser letzten Fahrstrecke erstehen Nitbeschreiblich schöne Bilder, die sich den prächtigsten und poesicvollsten an die Seite stellen lassen Ans dieser clrccke türmen sich die Schwierigkeiten: tiefe Einschnitte, hohe Dämme, lange Viadukte mit gewaltigen Bogen lassen den Reisenden kaum ahnen, welche Kräfte angewandt werden mußte», NM dies alles erstehen zu lassen. In halber Höhe des Roten Berges endigt die Bahn nnd bietet dem Reisenden noch ein prächtiges Bit» aus das anmutig am Oberlauf der Oker liegende Altena». Tie neue Bahnstrecke ist in doppelter Beziehung ivichtig. Einmal TuirtidKiTtlid», da sie den Oberbarz iveiter erschließt und dem bisher io entlegenen Harzstädlchen Altenau neue Verkehrswege bahnt, dann aber ln touristischer Beziehung, da sie einen neuen Zugang znm Vater Bracken sckiaiit. Aul den Brocken führte bisher allerdings nur im Sommer nur eine kleine, landschaltlicki hervorragende Balm, die bei Stativ» Drei Aiineil-Hohnc von der Larzonerbahii lNord Sndlinie Wernigerode - Nordhausen obzweig- le. Tie neue Bah» Clausthal—Altenau schallt nun eine Zmvegnng zum Brocken vo» Südwestcn her. Von der neuen Endstation Altena» gelangt man in einer Stunde Marsch a»l die Höhe des dem Brocken benachbarten Bruchberges und in drei Stunden a^ui bequemen, schönste Ausblicke gewährenden Toiiristcnivegcii über Torshaus, Goeiheweg ans den Brockengipfel. Frohe Holinnngen setzt man in die neue Bahn. Sie ivird sicher dem Harz neue Wanderer, neue Freunde znsühre», vor allem aber der Bergsladt Altenau, die viel unter wirlschastl ichcn Krisen zu leiden ltzitte, Gnies bringen. vermischter. * Aus E i ch a. d. Alzctlc ivird gemeldet: In der lnrem- bnrgischen Ortschaft Schduwkiter sind in der letzten Nacht m a s kic r t c ä u b e r in das Haus des Rentier Fohr eingedrungen: sic verletzten ihn durch Schüsse sckpvcr, knebelten ihn nnd banden ein Tuch vor sein Gesicht. Hieraus verschwanden die Täter. Fohr wurde in seinem Blute liegend ansgesuiidei,. * Len Bruder vcrgiltet. 9l»s Neapel Ivird gemeldet: In Baccino ivnrdc der Reck-tsanwalt Fcrnicoli unter dem Verdachte verhallet, leinen Bruder vergiftet z» habe», um das diese»! zngelalleue Eibteil an firf) zu reißen. Kleine Tagezchronik. In seiner Wohnung in Potsdam erhängte sich ein Rentier, der icit langen Jahren schwermütig war, nnd vcr- machtc sein ganzes Vermögen von 3 0 0 0 00 Mark mit »m- gchnng der Pcrwaiibten inner Heimatstadt Charlottenburg. Ter einzige Sohn beabstcknigt, das Testament anzufechten. Ter neue Ta m p f e r „B a t e r l a n d" ist zu einer Wcrst- iahrt seewärts gegangen. Am Tonnerslag soll die große Abnahme» fahrt stattiiiiden, die anderthalb bis zwei Tage dauern wird. In Burg sei de». Oberamt Balingen, hat der Hauptlchrer H a » i t in Reineck am Bodensee zuerst seine beiden Knabe,» IM tzllter von 5 und > 2 Jahren and dann sich selbst e r s ch o s - s c n. Das Fischereischutzboot „S. 61" ans W i l h e l in s h a v e n brachte bei B alt rum de» englischen Fisckidampscr „Sungloiid" aus Grimsb» beim unerlaubten Fischen innerhalb der Fischereigrenzc aus. In F e l i x t o >v n in § n s s o l k ist das Badeholel verbrannt. Cs wird B r a n d st l s t » II g der Snfsragette» verinntet. Ter Dampfer „Montsort" aus Antwerpen ist mit 115 Passagieren bei Quebec im Nebel auf Grund geraten. QaitOei. Berlin, 28. April. Tie Verwaltungen der Diskonto» Gesell> ch a st und des S cha a i ha u se„ sch en B a n kvereins beschlossen heute die Verbindung d e r b c i d e n Institut c. In den Aufsichtsrat des neuen Sckiaashausenschcn Bankvereins treten die bisherigen Anssichtsratsmitglieder des alten Schaashansenschen Bankvereins, sowie eine Anzahl Mitglieder der Verwaltung der Tiskontogesellichast über Tie Mitglieder de- bisherige» Anijichts- ratsausichusscs des Bankvereins werden zur Wahl in den Au stich 6- rat der Diskoiilo-Gesellschait vorgeschlageii. Tr. Fischer vom Bankverein, ivird zugleicki Geschäftsinhaber der Tiskontogescllschast. Tr. Tolmßen, (-Icschästsinbaber der Tiskontogesellichast, wird zugleich Vorstand des neuen Bankvereins. Die Hauptversammlungen beider Institute werden auf den 28. Mai einbcrnsen. Märkte. ke. Frankfurt a. M. Scknvei »emarktberich! vom 29. 9frrit Ankgetrieben ivaren K>-7 Schweine. Pollfleischige Schweine von 80 bis IM ke Lebendgeivicht 45.00—49.00 Mk., Schlachtgeivicht 59.00— 02.00 Mk.. rwllsleischige Schweine miler 80 lrg-Lebendgeivicht 44.00- 48.00 Mk., Schlachtgewicht 58.00-00.00 Alk.: vollsteischigr Schweine von 100—120 Irrt Lebendgeivicht 40,00—49.00 Alt., Schlachtgewicht 59.00—02 Alk.: vollsleischige Schweine von 12C bis 100 ke Lebendgewicht 46.00—49.1-0 Alk, Schlachtgewich: 59—62.00 Alk. Bleibt lieberstand. ke. Franlsurt a. M., 20. April. (Oriq.-Telc.ir. des „ch,«', tzln.z.", Amtliche Nollerimgen der heutigen Frilchtmarktpreise. Weizen (hiesiger) Mk. 20.75—21.00, Kurhejsijchec Mk. 20.75—.-1.00 Welteraner Alk. 00,00-00.00, Rangen (hiesiger) Mk. 16 50—17.00 Gerste lWetlerancr) Alk. 16.75 — 17.50, Gerste, Fransten, Psälzer, Rie! Alk, 0>.00-00 00, Haler Alk. 16.50-17.75, Mais Mk. 15.00-15.25, Weizenmehl 0 Mk. OlflO —00.00, Weizenmehl I Alk. 00.00 - 00.00, Weizenmehl 1kl All. 00 00— 00 00, Roggemnebl 0 Mk. 00.00—00.09, Roggem»«hl 0 1 Mk. U0.00-00.00. Roggemiichl 1 Mk. 00.00—00.00, Weizcnkleie Mk. 0.00-0.00. Weizenschalen Alk. 0.00—0.00, Roggen- llelc Alk. 00.0-1-00.00. Atalzkeime Alk. 00.09-00.00, Bierirebe, 00,00 - 00.00, Futtergerste Mk. 00 00 - 00.00. Alles per 100 kff ab hier. fc. Frankfurt a. M„ 29. 'April. (Orig.-Teleur. des .Gienene A>ize>gcrS".1 »artosselmnrkt. Man notierte: »artosseln in Wag gons Mk. 4.75-5.75, im Kleinhandel Alk, 6.75—7.00 sür je 100 k™ Ocjsenlltcher W c l t c r d i e n st, G, eßcn. Wettcranssichte» in Hessen amDonncrsiaa, den 30. April 1914 Wechjelcid bewölkt, meist trocken, warm, Geivitterneignng. Letzte ririchrielTten. Ein dritter türkischer T r c a d n i'.g h t. Koiistantiiiovel, 28. April. Tie Vertreter der englischen Gruppe, bei welcher der dritte türkische Treadnought bestellt wurde, sind heute vom Sultan in Audienz cmpiangeu worden. Tic Nachricht von dieser neuen Bestellung hat in türkischen Kreisen lebhafte Befriedigung hcr» vorgeruien. Gestern abend kam cs bei einer Theatervorstellung zugunsten der Flotte zu patriotischen K n n d g c b » n g c n. Tic La g c in u l st c r Bel säst, 29. April. Tie hiesigen Unionistc» haben crsahrcn, daß die Ossizierc der Regimenter, die am letzten Sonntag Befehl erhielten, nach Ulster zu gehen, die Bedingungen eriahrei, verlangten, unter denen sic dort Dienst zu leisten haben würden. Sie weige -rtcn sich absolut, kriegerische Schritte dort zu unternehmen. Man erklärte ihnen, daß nichts geschehen solle, ivas d>c lllsleisrciwillige» reizen tonnte und daß alles sriedlich bleiben würde, solange die Freiwilligen nicht zuerst feuern. Tie Regimenter sind bisher noch nicht abgegangen. Ter G u i g » a r d'i ch c Weltrekord II i ch t gefallen! Ter kürzlich als Well-Rekord hingestcllie Lliigriii Ncilelbecks auf den Tlundcn-Wclirelord hinter Molor'ührnng ist vom „Verband deutscher Radrennbahnen" nick» als crivlgreich anerkannt worden. Mithin ist nach wie vor her 1909 von Guignard auigcstelllc Weltrekord — 101,623 Kl», die Stunde - das schnellste, ie- mals ani einem Fnhrradc erzielte Stnndeiitcmvo. Guignard fährt Continental Pneumatik, de» Reifen der letzten Welt mcisterickiasten sür Steher und Flieger. Dieser Reisen dominiert ebenso ans der Straße. 5 große Straßenrennc» ivurde» in dieser Sapvn schon ausgesahren und ieocsmat »egte „Continental", . k AHen Besitzern von Kraftfahrzeugen und stehenden Motoren bringen wir hiermit zur Kenntnis, dass wir, um jederzeit prompt liefern zu können, in Giessen ein Lager unserer HauptsortenBenzin F.JillllMIHI.....I..in.r errichtet haben. Wegen Lieferung bitten wir sich zu wenden an unseren Vertreter: Herrn 5422 D Bernhard Stern, Giessen. Wir liefern nur gutes, sorgfältig gereinigtes Benzin, von höchster Nutzwirkung. CölnerBenzin Raffinerie G.m.b.H.,CöIn Braunsfeld. ItalinhoTstrassc 3t Größtes Lichtbild-Unternehmen am Platze Ab hente Jlfttwoch bis Freitag: Die grosse Film-Sensation! ^ie Frau aus dem Volke Gross, dramatisches Gemälde in 1 Vorspiel u. 4 Akten. Glänzende Pressestimmen: Biatioaalseitang, Berlin. Die Firma Patin- Freies L Co.. G. in. b. H.. hatte heute zur Uraufführung einiger neuer Films in den Dicht spielen Mozart- anal geladen. Darunter wirkte besonders der große Film „Die Frau aus dem Volke“ durch große Kontraste, die in den Milieu-Zusammenstellungen bedingt sind. Berliner ßargenposL Berlin. Die Firma Patin- Freres & <'o. gab in den Lichtspielen Mozartsaal eine Sondervorstellung vor geladenem Publikum, um einige ihrer neuen Films vorzuführen, in deren Mitte das sehr bewegte Drama „Die Frau aus dem Volke* steht. Die weiblichen Hauptrollen werden von den Damen Delvc luSylvie als Marianne, die Frau aus dem Volke, recht gut durehgeführt. Berliner lorstB-Cjirler.Btrlia. Die Pathe-Fröres- Gesellschaft führte im Mozartsaal einige neue Films vor. die lebhaften Beifall fanden, u. a. auch das Drama in 4 Akten „Die, Frau aus dem Volke“, das die parallelen Entwicklungen zweier Ehen aus den oberen und unteren Zehntausend in spannender Handlung brachte. Sie W 2 drheit, Berlin. Pafhe Freres führte in den Lichtspielen Mozartsaal vor einem geladenen Publikum einige neue Films vor, unter denen das große Drama -Die Frau aus dem Volke“ von besonderer Wirkung war. Fräulein Sylvie als Marianne, die Frau aus dem Volke, spielte mit großer Echtheit. Kw*.e Tkeater-Zeitsehrllt. Von Pathe Freres & C<>. kamen in den Mozart-Lichtspielen amXoIlen- dorfplatz neue Werke zur Premieren-Aufführung. Das Haupt stück war „Eine Frau aus dem Volke“, ein Stück, das einen vollen Gehalt an Kinokunst und Kinoregie aufweist. Ernst und Humor lösen einander ab. Es ist deshalb zu verstehen, daß „Die Frau aus dem Volke“ dem zahlreichen Pre- mieren-Publikum sehr sympatlsch war. 5150a Ferner ein sjRLnzcndes Riesenprogramm. fl L ------- —I Wenige Tage! Weltberühmter Zirkus Siumenfeld Taiiucrst-ik! abcnd 8h, Ubr Vsginu der Inbilänins-Feflspirle. Freitag Olala-Abcnd. Sonnabend u. Sonn tag «ach«!. 4 Uhr lt. abends 8 . Uhr 2 Vor stell nnaen. Täglichabends 8' .NbrNovitaten Vorstellungen. Täglich 11 — 1 Uhr öffentliche Proben und Marstallbesichtiguna m. Konzert. Eintritt 20 Psg., Kinder 10 Pfg. Preise wie bekannt. Vorverkauf bis abends 6 Uhr im Zigarrengesclicnt Sonntag, Sonncnjtr. Jokasse-Bareau Bismarckstr .20 gegenüber Realschule Gegründet 1902 inh.: J. Ctisters empfiehlt sich zur Bismarckstr.20 gegenüber Realschule Beitreibung von Forderungen aller Art Einholung von Auskünften im In- u. Auslande sowie zur Anfertigung von Schriftsätzen, Gesuchen und Zablnngsbet'ehlen etc. Kulante Bedingungen. Prima Referenzen. 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