Nr. yr Der Siestener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Kictzener.^amlliendlätleri »wcnnal N'öchcnll.tlrelr- btz>» sürden Üreis Siehen (Tienstag und Freiings; zweiival monatl. rand- wirtschaftliche Seitsragen Ferusprech - Anschlüffe: kür die Redaktion IIS. Verlag ». Expedition öl Adresse kür Tevelchen: Anzeiger Gießen. Annahme oan Anzeigen iür tue Tagesnnnnner bis vorniittags S Uhr. Erster Via» 164- Jahrgang rAinei Montag. 27. April General-Anzeiger für Obertzeffen NetationsLruck und Verlag der Srühl'schen llniv.-Vuch- und Steindruckerei li. Lange. Ve;ngsvretS: mc>nntlich7»Ps.,vieriel- jährlich m. 2.20; durch Abhole- it. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. anöjchl. Benellq. Zeileupreis: lokal auSlvärts 20 Psenniq. Chefredakteur: A. 6>oetz. Verantwortlich für deu polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", ,Ver- unschles" llud«(>;erlchls- faal": Karl iHcurntf); für ^Stadl und Land": . ... _ .... . _ - , .. . , Kurt Bendt; für den Redaltron. Erpedttwn und Druckerei: Zchulftrahe 7. Anzeigemell: ö. Beck Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Tageskalendcr aus vcm Jahre 1814. -7. April: Napoleon schifft sich zu Fisjus nach Aba cin. wie wird'z im Reichstag? Am Tienstag nimmt der Reichstag nach den aus- ftedehnten Osterferien seine Arbeit wieder auf »nd es soll alsbald eine Verständigung mit der Regierung darüber herbeigeführt werden, wie der weitere Verlaus der Reichstagsverhandlungen zu gestalten ist, was von dein ungeheuren Arbcitsmaterial noch aufgearbeitet ivcrdeu tann, und ob die Session aus dem Wege des Schlusses oder der Vertagung ihr Ende finden soll. Von den ctiva vier Wochen, die dem Reichstag bis Pfingsten noch bleiben, wird allein die Erledigung des Voranschlags so ziemlich die Hälfte in Anspruch nehmen. Am l. April lstitte er vorschristsmäßigerweise sertiggestellt werden sollen, iväh- rend bisher nur Reichsjustizamt, Reichseisenbahnaint, Rcichseiscubahnc», Rcichsschatzamt, Kolonien, Marine und Post in zweiter Lesung erledigt worden sind, so daß also der Militäretai und der Voranschlag des Reichskanzlers und des Auswärtigen Amtes noch ausstehen, die, vor allem auch mit Rücksicht aus die manchtwlci weltpolitischen Jeit- und Streitfragen (Mexiko, Albanien), zu eingehenden Erörterungen Anlast bieten werden. Auster dem Voranschlag steckt noch eine ganze Reihe weiterer wichtiger Gesetze in den Ausschüssen, nämlich die Vorlagen über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, über die Koiikurreuzklousel, über das Petrolcummonovol, über den Luftverkehr, über die Wiederaufnahme des Disziplinarverfahrens, das tzpionagegesctz, die Novelle zur (iie- iverbeordnung, die Besoldungsvorlagc, die Novelle znm Militärstrasgesetz und der Gesetzentwurf über die Errichtung eines Kolonialgerichtshofes. Tic Lage ist dadurch außerordentlich schtvicrig und heikel geworden, dast die Regierung nicht weniger als vier Vorlagen in der Fassung, die sie im Ausschust erhallen haben, für nn a n ne hm b a r erklärt, und zwar sind dies die Abänderung der Konknr-- renzklausel, die Wiederaufnahme im Disziplinarverfahren, die Novelle zum Militürstrafgcsetzbuch und die Bcsoldungs- novelle. Was die drei ersten betrifft, so rechnet inan daraus, dast sich zum Schluß doch noch die Grundlage zu einem Kompromiß finden wird, während eine solckie in Bezug aus die Bcsoldungsnovelle in keiner Weise in Aussicht steht. Sämtlickze Parteien des Reichstags haben ihren entschiedenen Willen bekundet, bei dieser Gelegenheit zugleich die schlimmsten Härten und Ungleichheiten in der Besoldung einiger Unterbeamtcnkategorien zu beseitige«, aber die Reichsrcgi. rung hat erklärt, dast sic in voller lieber einstimmunst mit der preußischen Staatsrcgicrnng fest entschlossen sei, nicht über den in der Bcsolbungsnovelle gesteckten Rahmen hinauszugchen. Hossentlich wirb es der Regierung und dem Reichstag hierbei nicht ergehen Nne den beiden Königs lindern, die nicht znsammenkamen, weil die Wasser allzu tics'waren, denn die Verantwortung für was Sie vühne einbringt. Eie Bühne hat schon manchen arm gemacht, aber wem sic fl;,; Gunst zuwendet, dem pjlcgt sic zugleich mit y-m Ä.ihine auch die Schätze reichlich in den Schoß ZN werfen. Jedermann kennt das llassischc Beispiel Carusos, dessen Jahreseinkommen anl etwa 600000 Mark beziffert wird. So loeit hat's ia srei- lich nun keiner seiner Kollegen in ülpoll gebracht, aber cs gibt doch eine ganze Anzahl bekannter Künstler und Dichter,^ die an der Bühne reiche Leute gcwordctl sind. Dr. Ernst Friedegg gibt im jüngsten Hefte des „Theater- und Kmistspiegels" eine interessante Zusammenstellung hierüber. Die höchste europäische Gage bezieht zurzeit Hermann Jad- lolvkcr, der erste Tenor der Berliner Hosopcr, der für 50 Abende lOOOOO Mark erhält und durch seine Gastspiele wohl noch ebenso viel verdient. Leo Slczak lrat sich vorgenonrmen, sich, sobald er die erste Million erreicht hat, ins Privatleben zurückzuziehen — es wird wohl kein ioeilcr Weg mehr bis dahin sei», da er annähernd 200000 Mark inr Jahre verdienen dürste Mil den Sicrncn der Tchauspielerwelt können die Bühnendichter freilich nur selten rivaliiicrcn. Ter Verdienst Gerhart Hauptmanns mag in günstigen Jahren 200000 Mark erreichen, in schlechten aber bleibt er wohl hinter dieser Zahl sehr wesentlich zurück. Ter reichste unter den deutschen Bühnendichtern dürfte Oskar Blu- nicnthal sein, dessen Vermögen Fricdcgg am zwei Millionen, dessen Jahreseinkommen er aus eine Biertelmillion schabt. Gustav Kadelburg hat sich von seinen Schwänken sieben große Häuser in Berlin erworben, und Hermann Suderman», einst ein mittelloser Redakteur, besitzt eine Villa im^Gruncwald und ein Gut bei Berlin. Sehr günstig ist der Strom der Zeit de» Opercttcnkomponiste», und unter ilmen ist gegenwärtig wohl Jean Gilbert am vorteilhaftesten gestellt Er ist in der glücklichen Lage, zurzeit die Tantiemen geradezu zu scheffeln, und ist längst Villen und Automvbilbesitzcr geworden. Sein Einkommen dürste zurzeit selbst das des so überaus geschästSgewandten Richard Stranx hinter sich lassen, der doch jährlich, ebenso wie Puccim, immerhin sei» halbes Milliönchen verdient. Unter den ausübenden Künstlern der Ovcreiie wird Alexander Girardi der reichste sein. Tein Vermögen übersteigt bereits eine Million Mark. Der veritorbenc Giamvierro hatte am Metropoltbeater 48 000 Mark Jahrcsgagc: nicht viel lveniger verdient Basscr- „»,»» bei Reindardl. und Moissi ist, Ivic bekannt, gegen eine Jahrcsgagc von 100 000 Mark von Reinhardt sozusagen in Gene- ralvacht genommen worden. Reinhardt selbst ist zurzeit der Krösus unter den Theaterdirektoren: sein Einkommen bleibt sicherlich nicht unter 300 000 Mark zurück und soioohl das Deutsche Theater wie die Kammen'viele sind in seinem Besitze. Sein verstorbener Kollege Brahm hat, obgleich sparsamer als Reinhardt, im ganzen nur 3000 Mark hinterlastcn: doch hat cs Zeiten gegeben, in denen Dralstn ein weit größeres Vermögen besaß. Er hat sich jcdach die Verfolaung seiner künstlerischen Ideale etwas kosten lassen. das gänzliche Scheitern der Desolduwgsnovellc wird zum Schluß weder die Regierung noch drr Reichstag auf sich nehmen wollen. Außer den schon gcuamitcii vier Vorlagen, auj die hossentlich das Wort zutreffen wird, wo cin Wille ist, da ist auch ein Weg, rechnet mau vor allem noch aus die Erledigung des Rennwettgcsetzcs, des Kolonialgerichts- hofes, der Getrcidestatistik und der Dampfersubventions- vorlagc, die dem Reichstag noch unmittelbar vor seiner Vertagung zugcgangen ist. Dagegen werden eine Anzahl Heist umstrittener Vorlagen unerledigt bleiben, nämlich das Pctroleumgescy, die Spionagevorlagc, der Entwurf über die Sonntagsruhe ini Handelsgewerbe, die Hausicrhandcls- gewerbenovellc, die sogenannte kleine Lex Heinzc und die Vorlagen über die Süstink- und Kinokonzcssionen, während das wiederholt allgekündigte Kaligesetz dem Reichstag fürs erste überhaupt nicht zugehen ivirü, da es schon im Bundesrate auf ernstliche Schwierigkeiten gestoßen ist. Die Frage, ob der Reichstag vor Pfingsten vertagt oder geschlossen werden soll, ist trotz aller diesbezüglichen Meldungen bisher noch nicht positiv entschieden, da auch hierüber erst zwischen Regierung und Parlament cin Einvernehmen erzielt werden soll und diese Frage im übrigen auch von dem weiteren Gang der Reichstags! arbeiten abhängt. Die Vertagung ist ja allgemach von einer Ausnahme säst zur Regel geworden. In der ver-, slossenen Legislaturperiode hatte eine Session sogar einen Rekord von 2Vs Jahren zu verzeichnen, und die lausende Session würde im Fall einer Vertagung jenen Rekord noch schlagen, denn sie begann am 7. Februar 1912, dauern also' schon jetzt beinahe 2> , Jahre. Wenn von einigen Seiten der Standpunkt vertreten wird, daß der Reichslag eine Vertagung statt des Schlusses aus Rücksicht aus den ungeschmälerten Genuß der F-reisahrkarteu austrcbc, so werden die Herren Me d. R. gegen diese Unterstellung! wohl entschieden Einspruch erheben. Im übrigen tragen an der Ueberlastung der Sessionen, die zu deren chronischer Vertagung führt, Regierung und Reichstag in gleicher Weise die Schuld. Jene durch die übernüistige gesetzgeberische Produktivität, dieser durch den gleichen liebet« ciscr — mau denke nur au die endlosen Initiativanträge! — und zugleich durch die nicht zu. bändigende Redelust, die allgemach zu einem regelrechten Wettrcden der Parteien geführt hat. ivobei cs für die unermüdlichen Oratoren ein schmerzliches Gesiihl sein must, zu wissen, dast der größte Teil ihcer Reden nicht einmal mehr zum Fenster hinaus, sondern nur noch für die Parlamcntsstenographeu gehalten wird. Kabinctts'ri|e in Washington? Das Volk der Nordamerikancr scheint allmählich zu der Erkenntnis zu kommen, daß cs niit dem Auslands minister der Wilson-Aera keinen guten Griff getan hat. Es herrscht jetzt die größte Unzufriedenheit mit Bryans halben und unsicheren Maßregeln, mit seiner nachgerade lächerlichen Behauptung, man führe keinen Käicg gegen Mexiko, es liege immer nur eine friedliche „Demonstration" vor. Mittler-, weile wird die Lage der Amerikaner in der Hauptstadt der — T > e Entscheidung über da S M ü it dh r n c t Künstlcrthea tcr. Aus, München >virö uns geschricben: Tie ruhige Besonnenheit des Vereins Ausstellungspark ha! über das überhebliche Trausgängertum einer Schar proikslie-cnder Mün chener Lokalpairiolen den Sieg davongeiragen. Tie Pachtverträge mit dein Düiseldorjcr Schauipiclhausc sind trotz aller Hintcrtrcibiingsvcrsnchc unterzeichnet worden. Tie diesjährige, aut drei Monate berechnete Spielzeit wird voraussickrlich am l. Juni mit Shakespeares „Sturm" beginnen und nur tvcnigc Meisterwerke der dramatischen Weltliteratur mnfasicn. Tic Inszenierungen werden sämtlich von Münchener Künstlern aus- gesührl werden. Das imicr der gemeinsamen Direktion D II m o n t - Lindem ann und Professor Georg Fuchs-München stehende Ensemble der Tüsseldorser wird gelegentlich durch Gastspiele erster deutscher Schauspiclgrößen bereichert werden. Den Tüsiel- dorjcrn ist mit einer Enlicheidungssrist bis l. Lltober d. Js. Gelegenheit gegeben, ihren Vertrag unler den gleickicn Bedingungen auf die beiden nächsten Jahre zu verlängern. Tie ichon mehrfach bewährte sinanziellc Lvicrlvilligleit Tnsseldaricr Knnstfrcunde und die maßvollen Ansprüche des Vereins Ausstellungspark haben an dem Znüandekommcn dieser erfreulichen Lösung gleiches Verdienst. Es steht unter diesen Umstünden zu hassen, dait die neue Aera endlich jene gesunde Stabilität des Ensembles und Spiel- Plans erreicht, die allein imstande ist, das Münchener Künstlcr- lheatcr — wie es im Sinne seiner Gründer lag — zu einer Art „Bayreuth dcS Schauspiels" zu gestalien. — D i c c r st e deutsche L i ch t s p i c l o v e r. Aus München, 24. April, wird uns geschrieben: Tie Lichtsvielindustric hat aus ihrem Siegeszugc einen neuen Markstein zu verzeichnen: In München ist F l o t o w s „M a r t h a" als erste deutsche Lichtipiel- oper zum ersten Male über die Leinwa,id der Sendlingerthor-Licht spiele gerollt. (So ungefähr wird wohl das Erlebnis einer Urani- silhrung in die Technik der Filmwrache zu übersetzen sein.) Ein volles Hans seicrlich geladener Gäste wohnte erwartungsvoll dem Ereignis bei. Zunächst cin paar Worte über den Verlaus der Matinee : Das verstärkte Hausorchestcr brachte die Ouvertüre in klanglichem Mmiatursormat wacker und anständig heraus. Tann setzte, da ein Vorhang nicht erst auszugcben braucht, sofort die Handlung cin. Lady Harriets Langeweile, ihr und Nancys Abenteuer als Mägde und das himbccrsüste Liebesabenteuer mit Lyoncl zogen in den sechs Bildern eine« mäßigen, von vielen Proben schon recht abgenutzten FilmS an uns vorüber. Aber diese Herrschaitcn in den gepuderten Perücken und Stöckelschuhen, die dor: oben aut der Leinwand gestikulierten und den Mund bewegten, hatten zum ersten Mal menschliche Stimmen. Der durch kein noch so vollkommenes Grammophon völlig zu erreichende Zauber eines echten menschlichen Organs., erklang aus jeder von ihnen. Oder nein, doch nicht: nicht aus ihnen, sondern h i n t e r der Leinwand hervor, auf der die lebenden Photogravhien ihre Komödie spielten. Zwar „klappte" im Takt alles ausgezcickmet, und der rechts unten sichtbar werdende Regulator des Rbnthmus konnte bei manchen Bildern sogar außer Tätigkeit gesetzt werden, aber die Illusion, daß die Fiauren selbst sangcm, wurde beim skeptischen Teil des Publikums doch nicht voll erreicht. Ter Eindruck war nach dem ersten Bild vcrblüfsend und überfallenen Republik immer gefährlicher, die Unicrhaud- lungcn Bryans mit den inexikanische» Rebellcnsührcrn immer unklarer und bedcuMckier, und nun ist es der Kriegs- sekrctär Olarrisou, der in offener Auflehnung grgöu Bryau eine Kabinettskrise hcraufbeschwvrt. In cingeweihten Kreisen wußte man ja schon ziemlich lange, dast Mr. William Bryau cin schlechter Kenner der auswärtigen Verhältnisse und ein ungeschickter Politiker ist, sobald es gilt, über die Grenzen der iiiucramcrikanischcn Partei- und Agitatious- zuständc hinauszilschcii. Sein Chef Mr. Wilsoti hat sich vor sciucm Amtsantritt wenigstens theoretisch und publizistisch mit internationalen Fragen beschäftigt. Von Bryau aber weist man, dast er dem Völkerrecht und der Kriegspolitik mit vollster Ahnungslosigkeit gegenübertrat. Washington, 25. April. Wie verlautet, steht eine Kabinettskrise bevor. Ter Kriegssekretär fordert die Verwendung des L a u d h c c r c s gegen Mexiko, loiih- rend StaatssckrctärBryau dagegen ist. Ter Ma - rinesclretär nimmt in der Streitfrage eine Mittelstellung ein. Bryau hatte sich auch heftig gegen die Erneuerung des Wafscnausfuhrverbots gewandt. — Das gestrige Gerücht, dast Earranza von Villa gefangen genommen worden sei, hat bisher noch keine Bestätigung gesunden. Bryans ?lntwort an Earranza. Washington, 25. ülpril. In der Note, die B r y a n gestern dem mexikanischen Jnsurgenteuführer Earranza übermittelte, crtlärtc Bryau, die Vereinigten Staaten würden ihre Strcitkräftc zurückzichen, sobald sie Oienugtuung erhielten. Falls Earranza gegen die Vereinigten Staaten eine feindliche Haltung einnühme, wnrdcerganzMcxi- ko in einen Krieg stürzen, Hnertes Macht würde sortbcstchcn, die Sache der Insurgenten würbe aber verloren sein. Vermittlungsversuche der südamcrikanischc» Republiken. Gestern abend spracticn der brasilianische Boischasicr, sowie der argeminische und der chücnische Gesandte bei dem Staatssekretär Bryau vor, um die Möglichkeiten einer Arrangierung und sreundschastlrchen ^Lösung der mexikanischen Lage durch bic Dienste ihrer Länder zu besprechen. Präsident Wilson kündigte an, daß er das Anerbieten Brasiliens, Argentiniens imd Chiles an- nel;me. Die Gcsaudlen Perus, Boliviens, Costaricas, Honduras und Panoinas, sowie der kubanische Geschäststräger gesellten sich zn deu Gesandten, Argentiniens, Brasiliens UIÜ> Chiles, als diese die Beratung abhielien. Man kam ZN der Entscheidung, daß nichts weiteres getan werden könne, bis man die Haltung Huertas kennen gelernt habe. Nichtamtlich verlautet, dast der^ Plan der iüdamcrikanischen Regierungen die Entfernung Huertas ins Auge fasse, am welcher die Ber-einigten Staaten von Ansang an bestairden hätten. Das Vermütlungsanerbieten der diplomatischen Vertreter Argcntin eus, Brasiliens und Ehiles ist in der Stadt Mexiko sowie Earranza initgctcilt worden. Das Anerbieten der s ü d a m c r i k a n i s ch c n Republiken besagt: In der Absicht, den Interessen des Friedens und der Gesittung ZU dienen und mit dem lebhastestrn Wunsckte, wci- terein Bluivcrgicßeii vorzubcugcn, wclcktes den üsbsichten der Herzlichkeit und Eintracht, die immer die Bczichungcn der Regierungen und der Völker Amerikas umgeben haben, widerspricht, geben wir, die Bevollmächtigten Brasiliens, Argentiniens und Chiles uns die löste lebhaften Beisall aus, in den sich Ruie nach dem deutschen Erfinder — Jacob Beck, München, mischten. Im weiteren Verlause der Vorstellung ließ die Spannung merklich nach, und die Schattenseiten der Kinoopcr traten deutlicher in di; Erscheinung. Tcr Kapellmeister, der im Theater mit dem richtigen Zuiammen- gchcn von Sänger und Orchester oft schon alle Hände voll zu tun hat, muß bei der Kinoover des mechanisch gleichlauicndcn Films aus jede eigene Aussassnng verzichten und Sänger und Orchester mit größter Präzision aus das Tempo des Filmbanvcs ecnstcllcn. Mit andern Worten, das, was ans der Bühne von der Eigenart einer künstlerischen Persönlichkeit immer neue interelsante Jmprcs- iionen empfangen sann, wirb hier durch die sklaoiichc Abhängigkeit von einem komplizierten Apparat mechanisiert. Man wird also gut tun, die neue Schöpfung der Kinooper nicht als eine neue K u n st g a i t n » g . iondcni als einen ntit Freude zu begrüßenden Fortschritt der L i ch t b i l d t c ch n i k zu würdigen. Tie Zukunft oes Kinos aber dürfte aus diesem Gebiete noch weniger zu suchen sein, als aus dem des Dramas. F. E. — Eine c r g c b n i z r c t ch c Forschungsreise durch den belgischen K o n g o st a a t. hat Tr. C u t h b e r t C b r i - st y , der bekannte Gelehrte, der sich durch seine llnierst,chnng-n uöet die Gründe und die Verbrntung der Schlaslranlheit einen Namen gcniacht hat, im Austrag der belgischen Regierung ausgefühlt. Er erhielt den Auftrag, den Kongostaat zu cnorichen, UN» Samm> lungen für das Museum des Köngostaates in Tervuer-n zn veranstalten. Ein Jahr lang hat er sich in dem grasten Urwalde loestlich van Mbeni und in den Ruvcnzaribergen ausgehalicu Il»d eine Fülle naturgcschichtüchen Materials zusanimeiigcbracht. ?lnch einige neue Tiere, besonders bisher gänzlich unbekannte Fisch; l,at er in den Flüssen und Seen um Mbeni gesimden. Ferner gelang cs ihm, zur Naturgeschichte des Okapi neue Daten ZU erhalten. Er hat als erster Meister ein Okapt in scineni Heimatslande selbst geschossen, und er lrat vier Exemplar; dieses Tieres erlangt, von denei! eins bereits durh einen belgischen Ossizier nach Europa gebracht Kird. — Ein niedcrsächsisches Heimatmuseum. Aus Hamburg wird uns geschrieben: In Stade, der schönen, idnllisch gelegenen alten Stadt an der Schwinge, di- schon häutig durch ihre unermüdliche Arbeit für nicderdeptsckw Kunst und Kultur von sich reden gemacht hat, wurde dieser'Taae eln Frei- ^L.t.utuseum cross,>ct, das sich die Aufgabe «testellt hat. niedcr- tächsi'ches Bauernlcben und niederdeutsche Bauernkunst in ,inv-r- dorbcncr Ursprünglichkeit festzuhalten. Das Museun, liegt auf einer schönen^Jnsel in der Schwinge und zeigt als schönstes und wertvollstes Stück cin großes charakteristisch eingerichtetes ?l!t- lander Bauernlmus, das mü großer Mühe aus dem Alten Lande bei Hamburg nach Stade gebracht worden ist. Das Haus gilt als bestes und ausdrucksvollstes Stück der alten, ländlichen Architektur Niedcrsachsens. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Missen- s ch a s t. Tcr Historienmaler Richard K » ö t e l in B e r l i n ist an einer Lungenentzündung im 58. Lebensjahre g c st o r b c n. EJrrt, der 05r(>tcnm ihm nicht entziehen Ihr Hauptinteresse ist der Friede Auierikas, die herrlichen Beziehungen zwistlten Ihren Republiken und unserem Volke, das Glück und die Wohlfahrt. die nur aus einem freien gegenseitigen Verständnis und der durch gemeinsame Ziele geschafieneu Freundschaft entstehen können. Das g^oümütige Anerbieten wird deshalb angenommen werden. Die Regierung der Vereinigten Staaten liegt die ernsteste Hoffnung, dar, diejenigen, welche für die gemäßigteren Elemente des mexikanischen Volkes sprechen, sich Ivillig und bereit finden werde», über die Bedinmingen einer befriedigenden und dauernden Beilegung des Zwistes zu unterhandeln. Demi Eie diese Bereitschaft vorfinden, wird die amerikanische Regierung mit Ihnen sm offensten versöhnlichsten Meiste alle autoritativ sormulierten Vorschläae beraten , Tie ametifanifdjje Regierung hasst, das, diese Vorschläge sich als ausführbar erweisen und eine neue Zeit gegenseitigen veetrauensvatleu Zusammenwirkens in Amerika verbeißen. Natürlich ist es möglich, daß der Angriff der mexikauischcit Streiikräfte diese Hoffnung aus eilten sofortigen Frieden zunichte macht. Unsere Regierung hofft indessen aus die besten Ergebnisse innerhalb kurzer Zeit. Japans Verhalten. Tokio, 25. April. Ter Ministerpräsident ermächtigte das Reutersche Bureau zu der Erklärung, das; Japan keine rlei Absicht habe, die gegenwärtigen Verwicklungen in Mexiko auszunützen, um von den Vereinigten Staaten eine besriedigende Lösung der kalifornischen Streitfrage zu erlangen. Die Kriegslage. Vcracruz. 25. April. Von den britischen Kriegsschiffen, die vor Tamvfco liegen, ist an Admiral Badgcr berichtet worden, daß bei Tampico zwischen mexikanischen Bundestruppen und Rebellen ein K a m p s im Gange ist. Washington, 25, Apris. Shivcly, Mitglied des Senatsausschnsses für auswärtige Angelegenheiten, erklärte nach einer Konferenz im Weiften Hause, daß die nord- amcrikanischen Streitkräste tn Mexiko keine weiteren offensiven Bewegungen unternehmen würden, wenn nicht gerade Unruhen in der Hauptstadt oder offensive Bewegungen Huertas oder die Konstilutionalisten Aufmerksamkeit beanspruchten, Veracruz, 25, April. Die Zeitung „Ek Dictamen" meldet, daß in der Stadt Mexiko drei Amerikaner vom Pöbel von einem Straßenbahnwagen heruntergerisscn und aus der Straße getütet tourden. Eiu vierter Amerikaner sei im Gebäude des christlichen Vereins junger Männer von Mitgliedern des Fußballklubs, dem er,angehörte, ermordet worden. Die Meldung enkbchrt der Dästäligung. Landung von Nassen unü pulvcr in Ulster. London , 25. Llprff. Heule gelang es den lluioni- stcn, in Ulster 75000 Gewehre und 40 Tonnen Pu!v er zu landen. Die Landung wurde bei strengster Wahrung des Geheimnisses durchgcsührt. Tic Paraden der Kreiwilligenkorps, die au verschiedenen Orten stattfanden, tauschten die Behörden über den Plan. In dem Hafen von Karne, wo hauptsächlich die Landung stattfand, war eine starke Abteilung Freiwilliger bei einer Parade in der oberen Stadt, wo sie. von der Polizei beobachtet wurde, lvährend eine crnd-re nur einige Hundert Mann starke Abteilung sich unbemerkt nach dem Kai begab und diesen vollständig be- stchtc. Bald darauf lief der Dampfer „Montjoh" in den Hafen ein. Eint Abteilung Freiwilliger begab sich sofort an Bord und arbeitete ununetrbrochen, bis die Ladung ausgc- schrfst war. Die Waffen wurden in Automobile gebracht, die sofort abfuhren. Die Arbeiten wurden die ganze Nacht fortgesetzt. Bei Tagesanbruch fuhr das Schiff nach vollendeter Ausladung mit unbekanntem Ziele davon. In Bangor erwartete eine ganze Flottille von Motorbooten ein Schiss, das Waffen von dem ^ainpscr „Montjoh" erhalten hatte. Die Ladung witrdc schüell in die Boote geleichtert und gelandet. Ein anderer Dampfer landet« in Do- nag Hades, lvo 70 Tonnen Gelvehre und Munition auS- gcschsist wurden. Tic Polizei und die Küstenwache waren miachklos. Gin Mann, der auf die Polizei imune, »in Bericht zu erstatten, starb an Herzschlag. Maßnahmen in Elsaß-Lothringen. Die „Nord- ,deutsche Allgemeine Zeitung" erfährt: Auf Veranlassung des Reichskanzlers ist tm Interesse der Förderung des Reichsgedankens m El, aß-Lot bringen ein regerer B e a m t e n a n s t a u s ch Kwischen dem Reichs!aiibc und dem Reiche in die Weae geleitet worden. Reichslöndiiche Beamte mit akademischer Vorbildung wurden zur vorübergeheiEn Beschästigimg im Reichs- und prcutzi- stcheu Staotsdtrnst herangezogen, wie umgekehrt Reichs und Staatsbeamte tu Elsaß-Lothringen beschäftigt werden. In Betracht kommen Reterendare. Gerichts- und Reqierun,,sassessoren und Schul- amtskandtdaten. Diesen kann aus dem allerhöchste» TispositionS- iondS eine angemessene Remuneration gewährt ioerden Durch bteie Mayregel soll erreicht werden, daß aus Elsaß-Lothringen übernommene Beamte einen Einblick in die nationalen, kulturel- fen und wuti-haslffchen Lebensbedingungen des Reichs und des iuhrenden Bundesstaates bekommen, sowte daß die „ach Elsaß- Lothrmgen entsendeten Beamten auch Verständnis für die dort jn lotenden nationalen und wirtschaftlichen Fragen erhalten ES Ware nur freudig zu begrüßen, wenn dieser Beamtenanstiursch jtch ant immer breiterer Grundlage vollziehen würde. In der Angelegenheit des bayerischen Landtag s a bg e o rdne t e n Abresch ist, wie die „Neue Badische Lcmdeszctlung" erfährt, eine entscheidende Wendung eingetreten indem näm'ich das Landgericht Mannheim die über Fräulein Ilse van Sarder verhängte vorläufige Vormund-chaft aufgehchen hat. Die ganz- Affäre Abresch ist bckanntml, aus der Frage entwanden, ob ,xrl. Ilse von Sarder geschäftlich zurechnungsfähig fei oder nicht. Das Urteil des Landgerichts Mannheim schließt diese Zurechnungssältzgteft deö Fräuleins Ilse von Sarder in sich. AuslanS. Ein italienisches Geschwader in Durazzo Aus Durazzo vom 26. April wird gemeldet: Gestern nachmittag ist ein italienisches Geschwader, bestehend auS den Kreuzern „Roma", „Napoli" und „Regina Elena", sowie drei Torpedobootszerstörcrn unter dem Oberkomniando des Herzogs der Ahbruzzen hier eingetroffeu. Der Herzog und die Kommandanten der Kriegsschiffe wurden von dem Fürsten von Albanien in einer scher eine Stunde währenden Audienz empfangen. Da? verschwundene französische Torpedoboot. Im französischen Marincininisteriuin erklärt man das von Fischern verbreitete Gerücht, baß das ausgemusterte Torpedoboot „Stange", welches als Zielscheibe gedient hatte, von einem Dampfer nach einem italienischen Hafen gebracht worden sei, als unbegründet. Der ganze Wert des Torpedobootes betrage kaum 500 Francs und sein Verkauf würde kaum die Schleppkosten decken. Män vermutet, daß das Torpedoboot, dessen Rumpf von einem Geschosse getroffen worden war, als man es nach dem Hafen von Toulon schleppen wollte, sank und daß der Kapitän des Schlepp- dampsers aus Furcht vor einem Tadel den Vorfall zu melden unterlassen hat. Arr» Stadt und LaieS. Gießen. 27. April 1914. Von der städtischen Straßenbahn. Das Verkehrsbild unserer Straßenbahn für das 1. Quartal 1914 liegt ,ctzt vor und stellt sich, verglichen mit den Be» kehrszahlcn des gleichen Zeitraums im Vorjahr, ivelche wir in Klammern stellen, wie folgt: a) Beförderte Personen: Rote Linie Grüne Linie beide Linie» z»f. Januar 56 105 ( 56 703) 39830 ( 39 852) 95636 ( 96654) Februar 51665 ( 51 617) 35 721 ( 35 670) 87 38« ( 88 287) Marz 56 693 < 59 5 >2 4)593 I 43 524) 93 31« ,103 676, zus 164 404 (1-7 -71) 117 074 (l -'O 046) «281538 <287 917- 1914 weniger 3437 2972 6373 b) ©in nahme aus de IN Personen verkehrt Rote Linie 05cuue Linie l eibe Linien zus. Januar Alk 5 470 ( 5 513) 3 887 ( 3 874) 9 357 ( 9 388) Februar „ 5 038 ( 50241 3 483 ( 3 572) 8 621 ( 8 597) Alürz „ 5 '.5! ( 5 799) 4 053 (4 249) 0 575 (10 048) zus. Mk. 16 029 16 536) 11 423 (11 H95) 274 453 (28 033) 1914 weniger Mk. 308 272 580 Die Uebersicht für das abgelaufene Vierteljahr zeigt wieder, wie das Wcihnachtsvicrtelsahr, einen Rückgang im Personen Verkehr und in der Einnahme von rund 6000 wenig beförderten Personen mit 600 Mk. weniger Gelderlös. Au sich ist diese Tatsache allerdings nur unerheblich, man muß aber berücksichtigen, daß bei Projekttcrung des Unternehmens eine Verstärkung des Verkehrs und damit auch der Einnahmen für das Jahr um 5 Proz. zugrunde gelegt war: rechnet mau hiernach diese Personenzahl mit rund 1.4395 zu dem Ausfall hinzu, so beträgt das Weniger rund 20 000 Fahrgäste und 2000 Mk. Fahrgeld im abgelau.se- neu Vierteljahr. Diese Zahlen und der Umstand, daß man alles tun soll» um die stärkere Benutzung der Straßenbahn zu veranlassen, sollte der städtischen Verwaltung nahclegen, eine Verbilligung des Fahrpreises herbeizusühren. Es ist ein alter Er- sahrungssatz, das; eine Verbilliguiig des Fahrpreises die Frequenz eines Verkehrsmittels hebt und daß dadurch nicht ein Einnahmeausfall, sondern eine Mehreinnahme erzielt wird. Eine Straßenbahn ist ein Masseuverkehrstnittel, sie kann nur rentabel sein durch häufigen Wechsel der Fah-r-l gaste. ** Aus dem Ei s c ii b a h n d i c n st e. Weichensteller Peter Hofmann zu Rieder-Flörsheim und Bahnwärter Peter Spengler zu Langstadt wurden in den Ruhestand versetzt. Beide mit Wirkung vom 1. Mai 1914 au. ** Veränderungen in der 25. Division. Zum Oberst befördert: Oberstleutnant Fo erst er b. Stabe d. Jns.-- Aegts. Prinz Earl (4. Großherzogl Sess.) Nr. 118, unter Ernennung zum Kom. d. 10. Lathr. Jnf.-Rgts. Nr. 174. — Versetzt der Oberstleutnant u. Bataillonskommandeur: Frhr. v. Bibra im Jus.-Rgt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Sess.) Nr. 118, zum Stabe des Jns.-Regts. Prinz Carl (4. Großh. Sess.) Nr. 118. Zum Ba- laillouskommandeur ernannt der Major oan Asten beim Stabe des Jns.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Sess.) Nr. 116. Zum Major befördert und zum Stab des betressenden Regimentes über- ijetreten: Stephan im Jus.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 118. Versetzt der Hcmptmaim o. Nor mann, Lehrer an der Kr -schule in Neiße, als Komp.-Chef in das Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm _ (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116. —■ Ein Patent seines Dienstgrades verliehen oem Hauvlmann L i n b e n a u int Jnf.-Reg. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116. — Versetzt Leutnant Zieinßen im 5. Großh. Hess. Jnf.-Reg. Nr. 168, zur Unterossizierschule Weißenstls. — Zum überzähligen Major der Rittmeister und Eskadronches Witt im Gardedragoncr-Reg. (1. Großh. Hess.) Nr. 23. — Zum Rittmeister vorläufig ohne Patent Frhr. v. L o ö n, Oberlt. d. Res. d. Kür.-Reg. Herzog Friedrich Eugen von Württemberg (Westpr.) ?1r. 5, von dem Kommando zur Tienstleisiung beim Gardedrogoner- Regiment <1. Großh. Hess.) Nr. 23 enlh. — Wangeman», Hauplmqnn beim Stabe des 2. Großherzoglichen Hessischen Feld- artillerie-Regiments Nr. 6l, zum überzähligen Major besördett. — Zu Oberleutnants befördert: die Leutnts. Ebel im Ins. N. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) 9h:. 116 Frhr. v. Hehl zu Herrnsheim im Garde-Drag. R. (1. Großh. Hess.) Nr. 23. — Zu Fähnrichen befördert die Unlerossiziere Loerbroks, Meyer im Jns.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116. Im Sanitätskorhs. Zum Regts.-Arzt ernannt er Beförderung zum Ober-Stabsarzt: Dr. Z edler des III. BalaMonS Jns.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.). Nr. 116, b. Drag.-Regt, von Bredow (1. Schlesisches) Nr. 4. — Zum Assgtenzarzt brfördert: der Untcrant Buch hold b. Großh. Att.^ Korps. 1. Großh. Hess. Fe!art.-Reg. Nr. 25. — Versetzt der Stabs- und Bataillons-Arzt Dr. H aenisch d. 2. V. 4. Magdeb. Jns.-Regts. Nr. 67, zum 3. Bat. Jns.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Groß!). Hess.) Nr. 116. ** Bo >i der Ucbungsreise der Generalinspektion der Kavallerie. Ein buntes Bild boten die Mitglieder der Kavallerie-Inspektion in ihren verschiedenartigen Unisornien. die heute morgen zu Pferde die Stadt verliefen, um ihre Täligkeit zu beginnen. Mittags rückten sie wieder ein. Wie uns von dem iin Hotel Großherzog von sesseii cingerichteden Jnspeknons-Burcau mitgctcilt wurde, kann über den Verlaus der Uebungen nichts mitgeteilt lver- den, da ,,e kriegsmäßig ausgeführt werden. Um dem Feinde keine Kenntnis von der Tätigkeit der diesseitigen Truppe zu geben, darf auch der nächste Unterkunftsort nicht verraten werden Mer Voraussicht nach wird sich jedoch die Uebungs- reise über das untere Lahntal und weiter bis Koblenz erstrecken. °, ** Ober hessisches Museum und Gailsche Sammlungen. Gclegcntttch der Feldbereinigung in der Gemarkung L et h gestern wurde im März östlich des Weges Lethgestern—Lang-Göns ein weiterer Teil der «roßen bereits 1908 sestgeftelkteu ftei n z ei t li ch e u Sie d e l tut« bte etwa aus dem vierten vorchristlichen Jahrtausend stammt, freigelsgt. Auf der Höhe südlich wurde eine kleine Urne nrtt schöner Tiesstrichverzicruug dem Erdreich entnommen. Zu gleicher Zeit wurden ebenfalls westlich des oben- genanntcn Weges fünf fränkischeReihengräbermit Lkeletten ausgedeckt. Jn eineni Fraueugrab fand sich ein Halsschmuck von 67 Perlen verschiedenster Art. Weitere Grabbeigaben waren ein eigenartig geformter Fußbccher aus Ton und ein zweiseitiger Dctnkamui. Der ,suud fiamntt auS dem 5. uack)ck)ristsicheu Jahrhundert. Bei dieser Gelegenheit möchten wir wiederholt cindringsick) daraus Hinweisen, daß der Eigentümer eines ttzrunvstüekcs, aus dem derartige Bodensunde gemacht werden, gesetzlich verpflichtet ist, sofort der Bürgermeisterei oder dem Kreisamt Mitteilung zu machen, damit eine wisscnschastiiche Feststellung und Bearbeitung der Funde ermöglicht wird. ** Hundeausstellung. Auf der Liebigshöhe fand am Sonntag die 6. allgemeine Ausstellung von Hunden pjklßr Rassen vom Verein .Hundesport für Gießen uitb Umgegend (E. V.) statt. 'Angegliedert waren Sonderausstellungen vom Pinscherklub, Sitz Köln, Boxerklub, Sitz München, Landesgruppe Südwcstdcutschland, und vom Deutschen Doggenklub, Abteilung Hessen und Hessen-IKassau. Schon am Samstag abend waren die Besitzer wertvoller Hunde-Exemplare, die zur Ausstellung kommen sollten, aus der Ferne nach Gießen gekommen und g-stern in aller Frühe schon gingen Extra- wageit der Straßenbahn, in denen ausnahmsweise Hunde mitgenommen werden konnten. Die Ausstellung war im allgemeinen sehr gut beschickt, das gezeigte Material in einzelnen Rassen war ganz vorzüglich. Die Hunde, etwa 350 Nummern, waren in drei verschiedenen Abteilungen ausgestellt: Jagdhunde, Schutz- und Haushunde, Zwerghuude. Innerhalb dieser Llbtciluugen waren die Tiere aus geräumigen, luftigen Platzen untergebracht. Sehr stark lvar der Wettbewerb in den Zuchtgruppen, in denen hervorragende Leistungen erzielt wurden. Erwähnenswert sind auch die Kol- lettioncn von Schloan-Gicßeu, Niemann-Gießen und Schön- dorf-Neundcroth. Für die allgem. Ausstellung standen tür ausgezeichnete Erfolge in Zuchtgruppen 12 Große Preise, 80 Ehrenpreise und ebensoviel Ehrenpreise fiir Spezialrassen usw. den Preisrichtern zur Verfügung. Die Vorführung der einzelucn Tiere zum Zwecke der Präinsierung, die am Vormittag um Vr9 Uhr ihren Llnsaug nahm, erregte allgemeines Interesse und war erst nachtnittag.' nach 3 Uhr beendet, so daß es unmöglich war, das Ergebnis des Spruches der 11 Preisrichter gestern noch zusammenzustellen. Den Preis der Stadt Gießen für die beste Gesaintzuchtleistung in Jagdhunden wurde .Sosmctzgerineister Fritz Schreiner zueckannt. Das Prämiierungsergebuis werden wir erst nach der Fertigstellung bringen können. ** Bauericher Gesangverein. Die Verein?kahne, in die das vom Eioßherzog zurFührung verliehene Staatswavven emgestickt worden ist, imb Die von den Damen des Vereins ge- sttstele werlvoüe Fahnenschlelie ist im Schautensler des - Herrn Iulins S rf> n 1 j e, dem die Lielernng uberlragen wurde, ansgestellt. Kleine Mitteilungen. Ter Schreiber des zweiten Bataillans des 81. Jns.-Regts. Sergeant Ramps in Frankfurt hat sich am Freitag früh mit einer Wasserpatrone erschossen. Ihm war ein Schriftstück abhanden gekommen, das er heute vorlegen sollte. Ans Berzweislung über den Verlust nahm er sich das Leben. — In eurem Garten in Gonsenhetm wurde eine mit Dynamit gefüllte Patrone gesunden. Die Patrone wurde der Polizei übergeben. — Tie Friedber^er Militärmusik- schule macht zurzeit eine Konzertreise durch Oberhessen. — Ein allgemeiner Ausstand der Maurer ist heule in der Stadl Gr oß- 6) e r a u ausgebrochen. Die Leute forderten von ihren Arbeitgebern eine Erhöhung des Stnndenlohns van 48 aus 58 Psg. Dies lourde von sämtlichen Unternehmern abgelehnt. Daraufhin haben die sämtlichen organisierten Maurer und Handlanger die Einstellung der Arbeit beschlossen. Die nichtorgamsierten Maurer arbeiten weiter. — Ttc Stadt Alsfeld hat ersreulicherweise für den beabsichtigten ?lusbau der Straße durch den Junkerngarlen beschlossen, auf das entstehende Straßenbild einznwirken, indem jedes Baugesucki vor seiner Genehmigung durch die Baupolizei dem Stadtvorstand zur Genehmigung gleichfalls varzulegen ist. Dies ist eine ausdrückliche Bedingung, die an den Verkauf eines jeden Bauplatzes geknüpft ist. Van diesen Grundsätzen geleitet, hat Architekt Rohrbach ein Projekt zur Bebauung des Junkerngartens in Alsfeld ausgearbeilel. — In Henchelheim wurden 78 Kinder eingesegnet. — In der Hauptversammlung des Bürgervereins von Marburg wurden 100 Mk. für die Marburger Walderholungsstätte bewilligt. — In Todenhausen bei Weller fiel am Freitag das zweijährige Söhnchen der Eheleute Heck in den Mühlgraben und ertrank. — Am Samstag abend siel der Schlosser Friedrich Rupprecht in Frankfurt, als er sich in seine Wohnung begeben wollte, von der Trepve ab und brach dm Ltals» Wirbel. Er war aus der Stelle tot. — Wegen eines schmerzhaften Leidens stürzte sich am Freitag der Eisenbalmschassner Karl H o h - mann ans Klein-Karben in die bicoda und ertrank, ehe ihm jemand zu Hilfe eilen konnte. — Aus dein Fenster gestürzt ist im St. Josesskrankenhaus der 16jährige Gemütskranke Link aus Strom her g. Link weilte schon längere Zeit im Krankm- haus. Ter Sturz, der aus dem zweiten Stockwerk erfaßte, soll angeblich die Folge eines Biulstnrzes gewesen sein. Link war sosott tot. LanSkreiS Gießen. -- Be t t c n h au j cu, 27. April. Wie uns das Kreisamt Gießen mitteilt, ist der gewählte Bürgermesst«: Roth jetzt vom Kreisamt bestätigt worden. Mit dieser Entscheidung werden sich hosscutsich die aufgeregten Gemüter in Bettenhausen beruhigen. Kreis Büdingen. 8 Echzell, 26. April. Bei der Kontrollvers s a mm l u n g am Freitag stürzte ein Landwehrma nn aus Melbach plötzlich zusammen und zog sich beim Falle am Halse eine stark blutende Wunde zu, welche ärztliche Hilfe nötig machte. Starkcnburg und Nheiuhesscn. m. Offen'bach a. M., 25. April. Mit der Frage der Besteuerung der zweiten Hypotheken bejchästtgtc sich gestern abend eine vom Osfenbacher 5p a us - und Gr und- be sitze rv c rei u etnberufene Bersammlmtg, zu der sich neben den Vertretern der Stadt und städtischen Körperschaften Vertreter der Handelskammer und der Landeshypo- thekcnbank eingefunden hatten. Syndikus Lippert erläuterte die im ganzen deutschen Reiche itt Erscheinung getretene Notlage des Haus- und Grundbesitzes, die in H e s - s e it durch das rückschrittliche Steuer sh ste m noch größer sei. Bankdircktor Dicht gab einen Rückblick über die zur Besserung der Lage des Hausbesitzerstandes cinge- leiteten Schritte, die heute, nachdem die bisherigen Schritte ergebnislos waren, dahiit zielen, einen H h p o t h e k e n v e r- c i ii zu begründen, dem mit ministerieller Genehmigung das Recht der Ausgabe von Schutdvcrschrcibungeii zustehtti sosi. In Verbindung damit soll eine Genossenschaft ins Leben gerufen werden, für solche Leute, die Hypotheken benötigen und sich an der Sache beteiligen wollen. Diese Genossenschaft soll fiir die Schuldverschreibungen in erster Linie und erst in zweiter die Stadt die Garantie übernehmen. Auf diese Weise sei das Risiko der Stadt auf ein Minimum beschränkt. Ein Ausschuß ist bereits beim Ministerium des Innern in dieser Angelegenheit vorstellig geworden, die den Bescheid erhielt, daß nicht eher ettvas von der Regieritng nnternominen werden könnte, als bis die Stadt Offenbach ihre prinzipielle Genehmigung dazu gegeben hat. Stadtv. Ulrich vertrat den Standpunkt, daß aus der angefiihrten Grundlage kein bedenkliches Risiko für die Stadt bcsteben könne. Wenn ein gangbarer Wog gesiin- den wäre, würde die Stadt der Frage wohlwollend gegon- übertretcn können. — M aut j, 25. April. Gestern tagte hier eine Konferenz zahlreicher au der Rheinjchifsahrt interessierter Kürper- schmfirn, tnäfi'efonbere HcmdeMamnrern, in bet die Wahrung der Interessen von lixmdcl und Industrie im Rheinstromgebiet gegenüber den Bestrebungen auf einseitige eisei«b«hntarisariichc Bevorzugungen der deutschen 'Nordsee Häsen erörtert wurde. Man tour über die Nottvendigkeit einer Zusammenarbeit auf diesem Gebiete vollkommen einig und setzte einen vorläufigen Ausschuß mit dem Recht der Zurvahl zur weiteren Bearbeitung der Frage ein. In diesen Ausschuß wurden folgende Körperschaften gewählt: Tie Handelskammern zu Köln, Duisburg, Tüsfeldors, Frankfurt am Main, Mainz und Mannheim, sowie der Verein zur Wahrung der Rhcinjchiffahrtsinteressen in Duisburg. Hessen-Nassau. Tie Polizei-Afsäre in Frankfurt. h. Frankfurt a. M, 26. April. Ter Sitte,tpolizei- skandal gab am Freitag zu einer ausgedehnten Lusammcn- kunft von Vertretern der Wiesbadener Regierung und des Ministeriums zu Berlin mit den Frankfurter höheren Polizeiorganen Veranlassung. Das Material gegen Schmidt lgit sich derart gehäuft, daß die Verurteilung unausbleiblich ist. Leider find oder auch zahlreiche Schutzleute der Sittenabteilung insofern in die Schmirtzgcschichte verwickelt, als sie von den Bordcllbesihern ebenfalls Geschenke annabmen. Zwar handelt e? sich hierbei meistens nur um Bier oder Zigarren, aber trotz dieser Bagatellen werden die Leute ausnahmslos disziplinarisch bestraft. Den Schutzleute» wurden diese kleinen Zuwendungen, für die sie jetzt bitter büßen nrüsfen, besonders von einer Frau Bleschke förmlich aufgezwungen. Jetzt gibt nun die Frau bei den Var- nehmunge» die Schutzleute rücksichtslos preis. — Fu lda, 26. April. Bei einem Gewitter, das gestern T-icr nieder ging, bildete sich eine Dind.bosc. die verschiedene Dächer abhob, Bei Ncucnberg wurde ein Landmann n, i t seinem Gespan» von chr criaßt und mehrere Male in, Kreise Hern macschleudert. _ Spc-vt. Der Sport im 18. Armeekorps. Wie erinnerlich sein dürjtc, erlich das Krtegsiirinistecinm 1 in Sommer vorigen Jahres eine Verfügung, wonach innerhalb, ^xr einzelnen lfrmeekorps Sdortlehrgänge zur Vorbarei- inng für ine olnmvischcn Spiele 19)6 in Berlin abgchalten werden sollten. Diese Lehrgänge waren im 18. Armeekorps im März beendet. Dieselbe Verfügung empfahl auch die Bildung von Offizier- Sportvereinen, die die Pilegc jeglicher Art des Sportes, insbesondere des Fechtens, pilegen willen. Aus Grund dieser Anregung bildeten sich innerhalb des 18. Armeekorps in einigen Städten Hessens Lifizierfportvercine. In Gießen wurde ein solcher Verein mit 84 ausübenden, darunter 30, die sich nur am Fechten beteiligen, und 53 unterstützenden Mitgliedenr gegründet. Tor Vorsitzende ■ ist Major Grokmann. In Darmstadt traten 20 ausübende (136 unterstützende > Mitglieder dem Verein bei. In Frankfurt a. M. 7 i96‘, in Hanau 12 (15), in Mainz 40 (225), m Worms 8Mitglieds. In Ossenbach besteht eine Offizicr-Fechtabteilung, Die sporttreibenden Oiüzierc der kleineren Garnisonen haben sich meist den vorgenannten Vereinen angeschlosscn. Die Offiziere des Beur- laubtenstandcs wurden zum Beitritt ausgesordert, ihre Zahl steht bisher noch nicht fest. Durch Anschluß an Turnvereine oder Fußballklubs stehen den meisten Vereinen geeignete Sportplätze zur Verfügung. Tie Ausbildung im Schwimmen ist besonders in M ninz und^L a >1 a u mit Schwierigkeiten verknüpst, da diese Städte keine Schwimmhallen beiitzen. Alle Vereine sind in ihrer Organisation und Ausbildung selbständig. Lust schi »fahrt. Wien. 26. Avril. (Vriv-Tclegr ) Don den Teilnehmern an dem Schichtslug sind, heule vormittag von Budapest kommend, die Flieger M u m b . B a r e t h und fflittmann glatt auf dem Flugfeld Aspern gelandet. Der Flieger Konsel ist bei Komorn nicacrgegangcn, da ein Flügel seines Flugzeuges gebrochen war. Univerfiräts-Nachrichtcn. Ein Tozcntcnliaus in Berlin. Schüler und Verehrer des Philosophen Riehl in Berlin, der heute seinen 70. Geburtstag begeht, haben einen Fonds zur Verfügung gestellt, der als Beitrag zur Begründung eines Tozentcnhauscs dienen soll. Jungen Gelehrten soll für die Zeit nach dem Abschluß der akade- mischen Studien und der beginnenden Lebrtütigkeit wisscnfchaitliche und wirtschaitlichc Förderung vcrichasti werden. Tic >lniversi - tät Paris hat in diesem Tozcntenhaus schon lür einige Jahre icdesmal eine Stelle belegt. vermischte». * Selbstmorde. In Schön ederg hat sich in der Wohnung seines Vaters der U lan enlen t n a n t Heros v. Bc> rckc aus bisher unbekannten Gründen erschoss c n. — In der Wohnung seiner geschiedenen Frau in Berlin hat sich infolge finanzieller Schwierigkeiten der Kaufmann Dr. jur. v. Rabenau erschossen. * Kinds Mörderin AuS LandSb erg a. d. W. wird gemeldet: In Gor gast vergrub die Arbeiterin Misteln ihr neugeborenes Kind lebend in einem Feld, so daß es erstickte. Die Mörderin wurde verhaftet. * Ein Mörder im Eisenbahnzug. Aus London wird gemeldet: Etwa zwei Kilometer von der Th rcc- Br,dgestation bemerkte der Schaffner eines aus dem Seebade Brighton cintrcfjcnden Zuges das Ziehen der Notleine. Als er den Zug halten ließ, stürzte ein Mann mit einem bluttriefenden Messer aus einem Abteil dritter Klasse. Bahnbcamte nahmen ihn fest. In dem betr. Abteil fand man die Leiche eines gutaekleideten jungen Mädchens mit zahlreichen Sfich- und Schnittwunden. Der Mann ist ein Früherer Kanonier der Flotte. Der Rome der Ermordeten und die Gründe der Tat sind noch unbekannt. Meine Tageschronik. Bei ErncuerungSarbciten ün Luiiaoark in Berlin geriet ein Teerofen in Brand, dessen Flammen aut die Gebirgsbahn Übergriffen, die vollständig zerstört wurde. Nach einer Meldung der „Kösliner Zeitung" hat die Stadt- qemeindc Köslin der Staatsanwaltschaft mitgeteüt, daß der Verdacht bestehe, daß Thormann zwei Quittungen gelatscht und Beträge von 386 und 500 Mk. zu llnrccht erhoben habe. krcrnvel. — Gießcncr Braun st einberg werke. Die Gewerkschaft „Fe r nie" erzielte im ersten Quartal 1914 für Erze, Braunstein und Schläunne eine Bruttociiiiialtznr von 393 645,84 Mark Dagegen erforderten Lölm" und Gehälter 210334,53 Mk., Materialien, Repar.t.reu e.e. 662.0,-— Mk, Steil rn, Abgaben und Lasten 28 953,67 Mi., im ganzen 305 498,10 Mt., von denen die Zunahme der Erzvorräie mit 4l 185,12 Mk. zu kürzen sind, sodast die Neltoaiisgabcn 264 312,88 Mk. betragen und sich der Ueberkchuß aui 129 332,86 Mk. belauft. Für Zinsen und Amortisation der Anleihen sind 63 919,37 Mk. zurückziistcllen und von den verbleibenden 65 413,49 Mk. Iverdcn laut Gruben- vorstandsbeschluß wieder 50 000 Mk. als Ausbeute verteilt. Amtlicher Wetterbericht. WetlerauZfichlen in Dessen am Dienstag, den :8, April 1014: Zunehmende Äewo kling, noch meist trocken, kühl, Winde ans nördliche» Richtungen. J_ ’ MSrkt«. L. Friebbcrg, 26.April. Der gestrige Wochenmarkt war sehr stark von Berkäukern Ivie Käliier» belncht und währte bis k Udr. Butler kostete das Piund 1.51 Mk, Käiematte 20 Pfg.; Eier das Stück 6 PIq., NäleSPsg., kkarloffcl» 6 Alk. der Doppel ztr. Viel Spinal und Lalat Ivar zu Markte gebracht. Lännnche» kasteien Mk. 3,50. Letzte Nachrichten. 70. Geburtstag dcsGroßadmirals v. Küster. B e r l i n , 27. ?lvril. Zum 70. Geburtstage des Großadmiralk v. K ö st e r wird hervorgebobe», daß v. Küster der große Excrzier- und Lehrmeister >md eigentliche Erzieher der Flotte gewesen ist. Tic grundlegende» taltiichci, und GcfcchlSexcrzitien der Kösterschcn Schule häticu die Uebungsslotte iostemalisch zu dem feilen Verband der aktiven Schlachtslottc entwickelt. Die Wahlen in Frankreich. Paris, 27. April. Ter frühere MinislerpräfideM Bar- 11; o li ist satt einstimmig wicdergewählt worden, desgleichen dcr langjährige Kämmerprästdeiit Teschancl »nd die Minister Vi- viani, Renould und Malvu. Bon weiteren Wahlergebnissen ist bemerkenswert das in Mamers, wo der frühere Finanz- minister Eaillai, x gewählt worden ist. — Vor den Zei- tiingsgcbäuden, Ivo die Wahlergebnisse bekaiiiit gemacht werden, sammelten sich in den Abendstunden große Menschcnmasso» an. Bis gegen 10 Uhr fanden nur unbedeuleiche Kundgebungen stait. Auf der Mairie des genannten Arrondissements in dcr Ruc Trouat, i» dcr Nähe des „Figaro" sind besondere Vorkehriiiige» getiosscn worden. Greuel in Mexiko. Paris, 21. April. Nach einer Meldung des hiesigen „New Aork Herold" iandcn die Amcrilaucr in den Trümmern der Kasernen und der Marineschule, die von den anierikanisckien Kriegsschiffen beschossen worden woren, die Leichen von 64 mexikanische» Soldaten. Tic bisher sestgcstcllte Gesamtzahl der bei dem Bombardemciit aus Bcracruz gefallenen Mexikaner beträgt 182. — Nach einer Depesche desselben Blattes wurden durch die von den mexikanischen Truppe» aus L a r c d o abgcseucrten Kanonenschüsse drei Amerikaner getötet. Tic Kugeln der amerikanischen Grenzpatrouille, welche den Angriff erwiderte, töteten etwa zehn Mexikaner. Das Kriegsrccht über Veracruz. Bcracruz, 27. April. Kontreadmiral Flctchcr hat au, Sonntag das Krieg-recht über Bcracruz verhängt, — Ein Zug mit brilischeu und amerikanischen Flüchtlingen ist unter britischer Flagge aus Mexiko cingetrossen. Die „Harmonie" zwischen Villa und Carranza. N c w A o r k, 24. Avril. Nach einer Meldung aus Albugueigue in Ncu-Mcxiko haben die dortigen Eiieirbahnangcstelltcn die Nach' rich! erhalte», daß General Villa General Earranza verhaftet und gefangen genommen hat. Unter den Gebäuden, die in Nuvo Laredo von den Ncgicrungssoldaien durch Dynamit zerstört wurden, befindet sich das amerikanische Konsulat, das Rathaus, eine Getreidemühle, das Postamt, das Theater und das Zollamt. Angelegte Feuer brachen an verschiedenen Stellen der Stadt aus. Die Mai-Bowlen spielen bei „ns eine große Rolle. Die Anwendung des Waldmeisters als Bowlenwürzc geht bis weit ins Mittelalter zurück. Im Jahre 1660 hat dcr kurfürstliche Medikus Jacobus Theodorus Tabcrimciiiontaniis (aus Bergzaberns dcr einige Jahre später auch die erste wissenfckwsttiäie Abhandlung über das heute noch zu Erdbcer- und Psirsicki- bowlcn verwendete Fachingcr Wasser schrieb, ein „Kräuterbuch" hcrausgcgcbe», worin bereits unser Waldmeister mit folgenden Worten gewürdigt wird: „Wann das Kräutlein, irisch ist und blühet, pflegen es viele jn Wein zu legen und zu trinken: soll auch dos Hertz stärken und erfreue»." D 51 /, Braunfels a d.Lahn SSS aha? Pro», 4.50-6.50»X Fam, n. 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Los: 12 Fichten-Derbstangen — 1,33 Fstm Sämtliches Holz ist entrindet. Sä)riftliche Angebote werden bis zum I. k. Mts. erbeten Weitere Auskunft erteilt der Forstwart Schäfer zu Dorf-Gill. Gießen, 24. April 19 1 4. 5256V Der Mnrtoorstaud. Trantwein. Großh. Forstmeister. _ __- Znr Voll*! "Ver Man kann bei den sich inalien- haii mehrendenzweiselhasten Mitteln geg. Haarleiden nicht genug aui das bereits seit 46 Jabren sich bewabreude, sich durch Gilie und Billigkeit aukzeichnende [""hy L'aar«!« r nii Bt i'r, tolwi aufmerksam macken, welches wirklich leistet, was cö ver- fortrfit: Konservierung und Ärtifttflunn der oorhaickeuen Haare, Jieiniauna von Schuv- ven, Weich- n. Glänzendmach. der Haare. Z. h. um 40 Psg. u. Mk. 1,10 bei J. H. Fohr, Lonnem'iraüe 25. -Caoutchouc- uod Gutta-Pcrcha-Co., Hannover. ? Käckchen Spaten, Rechen nsw. lief. z. blll. Preis. P 862 Lndg.KröU, Plackstr. Elektr. Betrieb Rasenbleiehe Inh. Fr. 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Dies »eigen tieibetriibt an It-rau (Ftise ftinvvel JSttit. und Stinb. Gienen (Löwengasse fli, am 27. Avril 1914. Tie Veerdiaiina sinbet am Dienstag, 28. b. MtS., nachmittags 3 Ul», von der Kapelle des neuen Jrwbhoses aus statt. 0858* ■ Achtung! Achtung! Morgen Dienstaa, de» 28. 2lpril, billiger Verkauf im Garten des Hotel Felsenkeller, wie: Extra dicker, wettz- kgpfiger Spargel, l. Sorte Pfund 65 Psg.. II. S. 40 Pfa.; Spezialität: Ganz dicker, weicher holländischer Kopfsalat, :J. Sorte Stück 15 Psg, II. Sorte 12 Pfa., III. Sorte 10 Pfa,' schneeweißer, dicker Blnmenkolil, Rhabarber, Gurken, Apfelsinen u. dal, mehr ans;, billig. T 1 - 3 '! Siloin. Köln. Eis! Eis! 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Wanderungen in Kurhessen, im Vogelsberg, im Westerwald und iin Taunus Mehrtägige Wanderungen Schneeschuhwanderungen im Vogelsberg und Westerwald l = Karte des Wandermngsgebiefes = Verlag der Brühi’schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei - R. Lange Fernsprecher 51 - GieSSCn • Schulstrasse 7 > ■i.m.v'' I •JI.IUL'.'J• 'i iiLUUiuuuiau.u.»»mi'miuii Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß gestern morgen 6 3 / 4 Uhr mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel 5358 Herr Heinrich Kimmei II, Lademeister nach langem, schwerem, mit grosser Geduld getragenem Leiden im Alter von 61 Jahren sanft dem Herrn entschlafen ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Dorothea Kimmei und Kinder. Großen-Buscck, den 27. April 1914. Die. Beerdigung findet Dienstag nachm. 3 Uhr in Großen-Buseck statt. m Danksagung. liefert in unübertroffener Ausführung, vornehmer, matter Glanz, tadelloser Sitz, keine rauhen Ränder Grosswäschsrei Edelweiss SchtttzenstraBe 12 Glessen Fernsprecher 487 Annahmestellen in Alsfeld, Butzbach, Heuchelheim, Lollar. \V etzlar u. VY leseck. — Regelmässiger Fuhrwerkverkehr nach w etzlar und Butzbach. Tügl. Post- u. Bahn Versand. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres teueren Entschlafenen Herrn Gastwirt Georg Fissher sagen wir allen herzlichen Dank. Die trauernden Fiinterbliebenen. Burg-Gemünden, den 26. April 1914. 5377 [(«430 ßdjfljjujf 1,ebit Brunner. gründlicherlernen. EinLehrmädcben kann nocheintreten Ederstrasse 2 p., Ecke Nord-Anlage. nichtet, öie Kovf- baut reinint, das Wachstum der Haare fördert Prof. IZi Grnnwalds Koviaeilt. 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