► Nr. 96 Der Siebener Anzeiger erlcheint täglich, außer Sonntags, — Beilagen: viermal wöchentlich OirbenerLamilienblätter; zivetinal wöchentl.Kreir- viitlsürdenAreirSieben (Dienstag »nd Freitag): zweimal inonaii. kant- wirtschastliche Aeitsragen Ferniprech»Anschliisse: iiir die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse iiir Depeschen: Auzeiger Gießen. Annahme »an Anzeigen Erstes Blatt M. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesjen lnr die Tagcsnnnnner n , . „ ** ** * • " ' b's oorinittoflä 9 nt,r. noiaiionronia UN» Verlag der vruhl'schcn Unio.'vllch« und Steindru-kerei n. Lange. Nedaklion. Srpedition und Druckerei: Schulftrahe 7. 25 . April De,nq4vret»: monntlicb75Vs., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen »nonatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Lestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pseitniq. (5hesredakteur: A, Goetz. Perantivortlich für den polit. Teil: Äug. Goet;; für .Feuilleton", .Vermischtes" und„Gerichts- snal": Karl 9lenrcitt); iiic .Stadt und Land": Kurt Bendt; für den Anzeiqentcü: H. Beck. Die heutige Nummer umfatzt 18 Seiten. politische Wochenschau. Gieste». 25. April. Die innerpolitischc Maschine arbeitet so geräuschlos, daß die auswärtigen Vorgänge und Umwälzungen desto ge- massiger widerhallcn. Wir lniben am Dienstag wieder ein ■mal eine Reichstagsersatzwahl in Schwcp gehabt; seit IMS sind, wie die „Deutsche Tagesxtg." nachgezählt hat, die Wähler dieses Kreises in der Ostmark nicht iveniger als siebenmal an die Wahlurne berufen worden Während 1903 und 1907. der Pole gewählt worden war, hat die diesmalige Wahl wieder bestätigt, dag das Tcutschtuui dem polnischen Ansturm siegreich begegnen konnte: der Laudrat v. Halem (Reichspartei) erhielt mit 8490 über 1000 Stimmen mehr als der Pole v. Saß-Faworski, und der sozialdemo kratischc Kandidat brarl)te es nur auf 107 Stimmen. Am 12. Januar 1912, dem Dag der allgemeinen Reichstags- tvahlcn, war dem Polen das Glück hold getvese»; er zählte 8189, während v. Halem nur 8307 Stimmen aus sich vereinigte. Das Ergebnis der Sticknvahl wurde kassiert. und bei einer Neuwahl am 30. Dezember 1912 erhielt v. Halem etwa 150 Stimmen mehr als der Pole. Wiederum wurde die Wahl aufgehoben, und heute werden sich die Polen wohl endlich zufrieden geben; die lebhafte Agitation hat ihnen ■nur eine lveiterc erhebliche Einbuße an Stimmen gebracht. Weit größere Bedeutung als diese Entscheidung in einer lauge verschleppten Wahlsache hat aber die endlich voll zogene Ernennung des neuen Statthalters von Elsaß-Loth ringen. In der liberalen Presse war behauptet worden, Herr v. Bethmann-vollweg habe in dem Neuernannten sich einen «unbequemen Widersacher in der preußischen inneren Politik ■vom Halse schassen wollen, und das „Berliner Tageblatt" z. B. begrüßte die Ernennung des Herrn v. Dallwitz nicht .etwa, weil es ihn für den richtigen Mann in den Grenzlanden hielt, sondern lveil Preußen den Reaktionär auf den, Ministerposten des Innern loswerde. Ein bißchen davon ivird ja wohl wahr sein. Freiherr v. Zedlitz und Neukirch, «der Führer der Freilonservativett, bezeichnet zwar in der ,neuesten Nummer des „Tags" diese Beurteilung als eine ,„reine Phantasie", um dann aber — ein wirklich merk-- .würdiger Widerspruch zuzugeben, daß bei der Ernennung „immerhin der Wunsch tnitgesprochen haben mag. Das politisch wichtigste Ministerium Preußens mit einem Manne besetzt zu sehe», der auch innerlich ganz ans dem Baden der politischen Ziele des Ministerpräsidenten steht", Eso die Liebe für Herrn v. Loebell. nicht die Eifersucht auf zHerrn v. Dallwitz, lpibc die Entschlüsse des Kanzlers geleitet, lins dünkt aber, das kommt auf dieselbe Sache «hinaus, Freiherr v. Zedlitz führt selbst noch weiter aus, daß iin der Sammlungspolitik gegen die Demokratie und Sozialdemokratie die einstmalige „rechte Hand" des Fürsten Bülow, nämlich Herr v, Locbcll, dem Reichskanzler wirksamer sekundieren könne, als Herr v, Dallwitz, der ein einseilägev Parteianhänger des Herrn v, .Hevdebrandt gewesen ist und darum auch in der preußischen Wahlrechtssrage keine Eile entwickelt hat. Uns, die wir der rein preußischen Frage kühler gegen- überstehen können, interessiert an dem Beamtenwechsel in lveil überwiegendem Maße die Wirkung, die dabei für die Rcichslande herausiömmt. Man lobt — auch Herr v. Zedlitz tut dies — den neuen Statthalter als einen vorzüglichen Leitoaltnngsbeamtcn, und man stellt sest, daß «in strafferer, zielbewusster Kurs in Elsaß-Lothringen die Folg' sein werde. Die Umstände, unter denen die Ernennung vollzogen wor ben ist, waren zum Glück günstig »ud friedlich. Mit gutem Bedacht hat der Reichskanzler zu gleicher Zeit das !«9cr Regiment wieder in sein altes Garnisonstädtchen Zaber» entrücken lassen, und so erklärt es sich vielleichl, daß die reichsländische Presse den neuen Herrn abwartcnd und nicht gerade feindselig begrüßt. Man will zusehcn, wie er sich den ihm neuen Verhältnissen unpassen wird. Die Bekannt ten des Herrn v. Dallwitz haben ihm gerade nachgerühnit, daß er srüher als Leiter der anhaltischen Regierung Anpassungsfähigkeit bewiesen habe, und daher nicht zu be» fürchten sei, er werde die elsaß-lothringische Eigenart zurück stoßen. Talt und fester Wille werde« den leitende» Persön lichkeiten in Straßburg vor allem vonnöten sein. Daß ihm die Bevölkerung mit Fackeln und slieg'nden Fahnen Huldigungen bereitet wie dem neuen Fürsten v. Wedel, dahin braucht .Herr v. Ta^witz nicht in erster Linie zu streben. Er kann aber von diesem Verhalten des rcichsländischeu Volkes lernen, daß es in seiner Mehrheit nicht aus grundsätzliche Deutschseindlichkeit eingeschworen ist. Soweit durch allzu bereitwilliges Entgegenkommen und Mangel sicher erkannter Ziele bisher in Elsaß-Lothringen dem Deutsch tum hänsig Schwierigkeiten bereitet worden sind, mutz durch eine sichere und männliche Staatsaulorität dem Vorwitz aller Französlinge ein festes Halt geboten werden. Die Ausgaben der Straßburger Regierung sind so schwierig und vielgestaltig, daß man am besten daran tut, sich aller Vor urteile gegenüber den neuen Männern zu enthalten und einfach abzuwarten, wie sie sich mit den gegebenen Verhältnissen und den neuen Notwendigkeiten absurden werden. Der englische Besuch in Paris hat uns keinerlei bei sondere Aufregung, sondern eher eine gewisse Beruhigung gebracht. Da England den französischen Chauvinisten cin- spürbare Abkühlung hat zuteil werden lassen, erscheint uns der Weltsriede vorläufig nicht bedroht. Mit einem desto behaglicheren Jnleresse können lvir daher den Seelen-) konflikt des amerikanischen 'Präsidenten und das Hinein-j patschen der Pankees aus theovelischer Enge ins Sturm-! gebraus der Praxis verfolgen. Wir haben neulich einmal ausgesprochen, auch der Politiker dürfe manche Begcgnissc in bewußter Weise idealisieren, wenn er dabei das Ziel nicht aus dem Auge verlöre, Herr Wilson macht aber von dieser Erlaubnis ganz entschieden einen zu weitgehenden Gebrauch Er läßt seine Soldaten in Veracruz landen, läßt sie schießen und von den Mexikanern beschossen sein, und nachdem nun noch die vor einigen Tagen eingehend vorn geführten edlen Gcntlemen Carranza und Villa chm erklärt haben, er müsse sein Anliegen wegen der Salutschüsse ihnen, den Konstitutionalisten, Vorbringen, wenn er nicht ganz Mexiko gegen sich aufbringen wolle, erklärt Herr Wilson doch noch gelassen, er wolle keinen Krieg mit Mexiko führen, müsse aber doch seine Salntforderung da anbringen, ivo das amerikanische Staalsansehen verletzt worden sei. Nun heißt es schon, bei Tampico hätten die feindlichen Parteien in Mexiko sich vereinigt, um denr Eindringen der Amerikaner die Stirn zu bieten. Wilson scheint sich in lichten Stunden doch klar darüber zu sein, daß der Krieg, wenn er einmal da ist, nicht wie ein Rauchwölkchen in die Lüste zcrblascn werden kann. Er wird mit der Jungfrau von Orleans, wenn auch beileibe nicht niit deren begeistertem Pathos, sagen müssen; „Das Schlachtroß steigt und die Tromveten klingen." Schließlich ist der ehemalige Professor ein ini Grunde friedlich gestimmter Mann, der nur ungern den Kongreß um seine Zustimmung zur Kriegsührung gegen das gesegnete Land der Petrolcumquellen ersucht hat. Das System des rollenden Dollars hätte er gerne bevorzugt; cs hätte ani Ende auch die mcxitanischen Reichlümer in die Hände der Bankers gebracht. Vielleicht werden Huerta und Carranza späterhin noch weitere Bundesgenossen gewinnen! Japan lönnte einen günstigen Augenblick erwarten, um in Kalifornien oder Mexiko Truppen zu landen, und daß die Vereinigten Staaten ' bei den südamerikanischen Ländern keine Sympathien besitzen, ist zur Genüge bekannt. Wie England und andere Staaten, so hat auch Deutschland keinerlei Jnleresse daran, daß Amerika das mexikanische Staatsgebiet in sein Schutzzollgebiet einbezieht und den Löwenanteil der wirlschastliuien Unter,rehmungen in seine Taschen leitet. Dreizehn Prozent der mexikanischen Einsuhr entfallen aus deutsche Waren. Warum sollte es undenkbar sein, daß England und Deutschland Herrn Wilson einmal an seine Schiedgerichtsidee erinnerten? Die Nöte des Präsidenten Wilson, Washington, 23. April. Spät eintrcfsendc Meldungen Earothcrs besagen, daß sich namentlich in der Umgebung von Chihuahua, wo viele Amerikaner wegen ihrer bedeutenden Geschäftsinteressen sich entschlossen haben, zu bleiben, eine loachsende Gärung und eine an t i am er iranische Stimmung bemerkbar macht, I u a r e z, 23, April, 400 Rebellen aus Chihuahua sind hier eingetrofsen, wodurch die Garnison aus 900 Manu verstärk! wird. Später ist General Billa mit einer Eskorte von 200 Manu hier eingetrofsen. Eine Abteilung mexikanischer Regierungstruppen zerstörte in Piedras Negras gegenüber der amerikanischen Grenze die Maschinen in der Eiscnbahnwerkftätte, Sie sprengten die Weichen in die Luft und nahmen die Instrumente aus dem Telegraphenamte weg. Eine amerikanische Grenzpatronille verhinderte sie, das mexikanische Ende der internationalen Brücke Zu sprengen. Der Senat hat die Freiwiltigcnvorlage, welche die Negierung ermächtigt, die Miliz e i n z nb e r u s e n , angenommen. Larcdo (Texas), 24. April. Mexikanische Bundestrup pen haben Nuevo Larcdo in Mexiko teilweise zerstört. New Pork 24., April. Tie mexikanischen Bundcstrup- pen feuerten auf den Ort Larcdo (Texas). Washington, 24. April. Staatssekretär B r y a n gibt bekannt, da ßdcr französische und der brasilianische Konsul in Mexiko die amerikanischen Interessen vertreten, El Paso (Texas), 23, April, Eine Schwadron Ka» vallcrie und ein Bataillon Infanterie mit einer Batterie sind zur Bewachung der internationalen Brücke hier ein- getroffen. Was machen die mexikanische» „Rebellen"? Washington, 24, April, Nach einer Konferenz mit dem Staatssekretär Bryan rieten die Vertreter und Anhänger Carranzas diesem telegraphisch, sich gegenüber Amerika neutral zu verhalten, El Paso, 24. ?lpril. General Billa hat den Vertreter des amerikanischen Staatsdepartements Ca ro- thers in Kenntnis gesetzt, daß er es zurückweisc. in den Krieg mit den Vereinigten «ztaate > hinein gezogen zu werden. Er wünsche den Ameri, tanern zu zeigen, daß seine Haltung freundlich sei. Ter Die erste Durchquerung Mltte'grönlanrr. Tie crüc Durchquerung Mittelgrönlands ist durch die dänische Forschungsexpedilion unter Fülwung des H a u v t m a n n s I. P. K v cb vollbracht morden. In dem demnächst erscheinenden neuesten Heit von lieber Land und Meer lDeutsche Verlags Anstalt in Stuttgart erzählt nun Koch in ungemein interessanter Weiie, wie er mit seinen Begleitern diese für die Eriorschnng >des Innern Grönlands so nngemcin wichtige Tat aussührte. ■Die Expedition, die ausschließlich wiisenschastliche Zwecke, be- ,sonders meteorologische Messungen und glaeiologische Untersuchungen verfolgte, bestand nur aus vier Mann, unter denen der Gssäbeie Kochs von der „Tanmark-Expedition" (1906—08', der Marburger Dozent Dr. W e g e n e r , hervorgehoben werden muß. Nach langwierigen Vorbereitungen traten sie frühmorgens am 20. Avril von ihrem Laufe „Borg" aus, das sie ani oenk Rande des Inlandeises errichtet hatten, die Hauplrelie an, .die 1200 Kilometer lange Wanderung durch Grönlands «Schneewüsten. „Tie Schlitten hielten beladen und bespannt in einer Reihe, mit den Schnauzen gegen Westen gewendet ... Ich gab den Beseht zur Abiohrt, Tie Schlitten glitten lautlos vorwärts über den weichen, sriichgesallenen Schnee, (rin leichter Windhauch strich von Norden her über den Storströmmen. Tie Flagge aus der Borg" entfaltete sich, sie winkte und fächelte mit ihrem zer- iüserten, fransigen Tuch gegen uns. Das war der letzte Gruß unseres Heims an uns," Eine harte Fahrt brach an durch peil schenden Treibschnee, der die Lust eriüllte. Aus die Dauer wirkte dieser ewige Schnee ungeheuer ermüdend. „Anfangs glaubten wir daß wir mit dem Wetter Pech hätten. Wir waren geneigt, still' »u liegen, wenn das Schneetreiben park ivar, lveil wir meinte» es sei ökonomischer, aui gutes Wetter zu ivarten. Es ermüdete die Pierde, die hohen Lafteu in dem starken Schuecge- ktöber z» schleppen; sie wurden schneeblind, ihre Augen entzündeten sich uird eiterten. Aber allmählich wurde es uns klar, daß «dind und Treibi'chnee der norinale Zmtand in der Randzone des Fnlandeises war. Wollten wir über Grönland vorwärts, müßten wir uns mit den Verhältnissen abnndm. wie sie nun einmal waren " Am 6. Mai gelangte man endlich in das gewaltige Schneemeer des Innern Grönlands, und nun Verliesen die Taoe in gleichmäßiger Einsörmigkeit: mit einer Durchichintls- oeschwi'ndcqkcäi von 15 Kilometer pro o.ag ging es vorwärts. Trosdem war die Reise wegen ilxrer Ermörmigkeit anderst er- müdend Immer derirlbe blangraue Himmel, inmirr htie w- veränderliche weiße Schneeiläche. keine Wolke, keine nackte «rels- niife die das Einerlei unterbrechen und die Phantane IN Be- wegu'ng setzen konnte. In dem Maße, w,e wir ivetter vorwärts kamen, ließ der Wind nach. In der Mitte von Grönland wurde es ganz still. Das Schneetreiben wurde von Nebel abgelöst, der namentlich am Morgen so dicht sein konnte, daß er die Sonne ganz verbarg, Tie Lust war nur Feuchtigkeit übersättigt. Die Kleider, namentlich Pelzzeug und Strümvie, wurden daher beständig naß, nur bei einigen Gelegenheiten gelang es, sie einigermaßen zu trocknen . . . Tie Sonne belästigte uns etwas mehr. Am Tage gewann sie Gewalt über den Diebel, und nach zwölf Uhr sikl sie gearde in unsere Gesichter. Wir waren hoch oben. Ter Barometerstand zeigte weniger als 500 Millimeter. Die war so dünn, daß sie nicht verniachte, die ultravioletten Strahlen der Tonne zu vbsorbieren, die so schädlich -ui die Haut einwirken. Die Haut brannte uns deshalb vom Gesicht, und namentlich Nase, Wangen und Lippen wurden mit ziemlich schmerzlzasten Blasen, die stark näßte», bedeckt. Daß sich die Kälte in die Wunden legte, machte die Sache natürlich nicht besser,^ Aber die Reisenden ertrugen all das mit gutem Mut, Schweigsam und bedächtig zogen sie über das Inlandeis; das große Ereignis des Taget- war die Berechnung der Längenbeobachtungen, aus denen sie dann ersnhren, wieviel Kilometer sie noch vor sich hatten, bevor sie Land erreichten. Der völligo Mangel an Erlebnissen verlieh jedem unbedeutenden Boriall sein besonderes Interesse; von einer Fnchsspur, einem misslattern den Tchneeixerling konnten sie tagelang reden Am 4. Juli errichteten sie ihr Zelt sechs Kilonieter vom Land entsernt. Hier mußten sie noch ihr letztes Picrd, das sie besonders gern gehabt und Mit großen Mühen bis hierher gebracht halten, erschießen, da das ermattete Tier den Weg über das Eis nicht mrbr aushielt. Am 7. Juli konnten sie dem Inlandeis Lebewohl sagen; die schwierige Ausgabe, bei der Koch eine ganz neue Reiie- methode angewandt hatte, war gelöst. — Marzell Salzer i m Philipps Hospital. Ein höchst anerkennenswertes Beispiel vornehmer, menschen- ireundlicher Denkart, das auch anderen Künstlern zur Nachahmung rmpiohlen Iverden kann, gab am 22. April Prosesior Marzell Salzer aus Berlin, indenr er, von Mannheim konnnend, in uneigennützigster Weise zwei Mittagstunden ovierie und den Pfleglingen und dem Personal des Philipvshos« pltals zu Goddelau Dichtungen von Busch, Lilieu- eron, Bierbaum, Ginzkey, Thoma und anderen vortrug, deren meisterhafte, von packendem Humor getragene Wiedergabe die Zuhörer in die denkbar fröhlichste Stimmung versetzte. In die Monotome des Alltags, die insbesondere^ in den abseits der Straße gelegenen Anstalten so leicht chronische Verdrossenheit heraussührt, bringen Darbietungen wie die des Herrn Professor Salzer einen ungemein erfrischenden Zug. Leider stehen die Mittel zur Honorierung erster Kräfte den Anstaltsdirektionen nicht zur Beriügung, und die Aussicht selbst aui den allerwärmsteu Tank ihrer Zuhörerichast ist iür die Mehrzahl der Künstler, wohl kaum ein genügend kräftiger Ansporn zur Övienoilligteit. Immerhin wird vielleicht der eine oder andere ausübende Künstler, dem diese Zeilen zu Gesicht lommen, sich veranlaßt sehen, Proseisor Salzers schönem Vorbilde zu folgen und der Bitte einer an die Generoiität appellierenden Anstaltsdireltioi! so bereitwilligst nach- zulommen, wie er es in diesem Falle getan, — Shakes)»eare-Gesellschast, Aus Weimar, 24. 'April, wird gemeldet: Heute vormittag veranstaltete die Slalespeare-Geseflschast am Shakeipeare-Deukmal cm Großherzoglichen Park eine Feier, Oberbürgermeister Donndors als Vertreter der Stadt Weimar legte einen Kranz am Denkmal nieder, als Vertreter der englischen Goethe-Gesellschast Pros. Strauß-Callin und Erzellen, Wildenbruch namens der Wilwe Ernst Wildenbruchs, Pros. Bandl hielt eine kurze Ansprache. Heute nachniitta-t reisen die Teilnehmer und die Shakespeare-Gesellichait nach Dessau, um am Grabe O e ch e l h ä u s e r s, des Begründers der Gesellichast, einen Kranz niederzulegeii, — Preisausschreiben fiir eine Stabttjalle zu Erfurt, Der Magist>-at der Stadt Ersurt schreibt einen öfsent» lichen Wettbewerb zur Erzänzung von Entwürsen für eine neu zu erbauende Stadthalle aus. Für Preise sind 11000 Mk, anz- gesetzt Und zwar ein 1, Preis von 5000 Mk., ein 2. von 3000 Mark, ein 3. von 2000 Mk. und ein 4. Preis von 1000 Mk. Die Summe von 11000 Mk. kann aber auch in einer anderen denr Preisgericht gutscheinenden Weise verteilt iverden. Außerdem können auf Vorschlag des Preisgerichts, dem unter andere» Oberbanrat Prof. Dr. B i l l i n g - Karlsruhe und Pros. Emil H ö g g - Dresden angehören, nicht preisgekrönte Entivürie zum Preise von je 750 Mk, angekanst werden. Tie Entwürse sind bis zum 15. September d. I. beim Städtischen Hochbauamt in Eriurt einzureichen; die Unterlagen können gegen Einsendung von 3 Mk. von der Städtischen Kanzlei bezogen werden. — Die deutsche 8 e i t, e n t r n 1 e. Aus Fulda, 24. Avril, wird Uns geschrieben: Mit dem Bau der großen deutschen Zeitzentrale nach dem System Schneider bat man jetzt begonnen. Der eiserne Haupttnrm erhält eine Höhe von 150 Metern. Ihn umgeben in großem Abstande 50 weitere Holztürme, die den Radius der gigantischen Schirmantenne darstellen und je 40 Meler hoch sind. Man hasst binnen Jahresfrist die großartige Anlage dem Betrieb übergeben zu können. Agent Caxvauzas, Pesquejra. erklärte, die Note Car- ranzas an Wilson sei uiciit feindlich, sic sei als Grundlage für weitere Verhandlungen gedacht, Carranza erlvarte die Antwort des Staatsdepartements, Der Standpunkt der Rebellen wäre, das; die amerikanischen Truppen zurückgezogen werden sollten und Earranza de facto als Präsident oder wenigstens als lriegsührende Partei anerkannt würde. Nach seiner Anerkennung würde Earranza nicht zögern, sich wegen der Handlungen eines Mannes zu entschuldigen, den er als Verräter betrachtet. Die Flüchtlinge, Beracrnz, 24, 'April, In der vergangenen Nacht ist hier ein Zug mit Flüchtlingen eingetroffen, in welchem sich der britische Geschäftsträger und andere Passagiere, meist Frauen und Kinder, befanden, Es sind 'Anordnungen erlassen worden, nach denen die Bürger nach 7 U b r 30 abends in ihren Wohnungen bleiben sollen. Die Nächte sind ruhig, Tie Gesamtzahl der Gefangenen beläuft sich auf 300; viele sind bereits wieder srcigelasjcn worden, Bcraeruz, 24, April, Als der hier eingctrofseneZug mit den Flüchtlingen Mexiko verliest, schleifte dort die V o I k s m e n g c die Fahne der ll » i t e d S t a t c s durch die Strasten und bedrodte die Nordameritaner, In einer Depesche aus Tampico erklärt Admiral Mapo, es sei Entgegenkommen und der Tatkraft der Kommandanten der deutschen und britischen Kreuzer zu verdanken, daß die amerikanischen Flüchtlinge glücklich an Bord der amerikanischen Schiffe gelangt seien, . lche außerhalb der Flußmündung über neun Meilen von Tampico lagen, Tie Offiziere der deutschen und britischen Schisse hätten freiwillig den Transport der Flüchtlinge übernommen, Washington, 24, April, Kontrradniiral Fletchcr meldet: In Beracrnz ist ein Eiscnbahnzug mit 74 deutschen, 50 englischen, 150 amerikanischen Flüchtlingen und 300 Flüchtlingen aus Mexiko (City) cingc- troffen. Die Flüchtlinge berichten, die Zustände in der Hauptstadt seien siir Ausländer nicht allzu beunruhigend. Mexiko, 24, April, Ein a m e r i k a n i s ch c r I u w e - lierladcn ist gestern um M i t t c r n a ch t vom M o b geplündert worden, wobei die Polizei zusah, ohne einzuschreiten, Europäer und Amerikaner haben sich vorbereitet, im Augenblick der Gefahr sich unverzüglich an Versammlungsorten zusammen,zufindcn, die zur Verteidigung eingerichtet worden sind. Alle Bahnbeamtcn in Mexiko, die Amerikaner sind, sind auf Befehl der Regierung entlassen worden. Es verkehren keine Züge mehr außer solchen, die von der Regierung überwacht werden. Die abberufcnen Botschafter. Washinglon, 24, April, Der mexikanische Geschäftsträger ist nach Montreal abgereist,,Der amerikanische Geschäftsträger begab sich nach Vcracruz, V e r a c r u z, 24, April, Die a m e r i k a n i s ch c n V o r- p osten sind weiter südlich vorgedrungcn und haben die Wafserstation beseht Es kehren normale Verhältnisse wieder, Eine Anzahl Wirtschaften nnd Läden haben wieder geöffnet, Tic amerikanischen SchiffskapcNen spielten gestern in verschiedenen Stadtteilen, Galveston (Texas), 24, April, Vier Infanterie-Regimenter, eine Batterie und das e aut Staatskosten begriffen sind, besuchte» cbcnialts die Ausgrnbnw gen, t»o Proscssor^T o e r ps ej d einen Vortrag hielt, dem auch die Majestäten zuhürtcn, Vorträge beim Kronprinzen, Zur Abendtafcl beim Kronpriiizenpaar im Berliner kronprinzlichen Palais waren am Donnerstag geladen Statthalter Tr, v. Da l l w i tz , -Staatssekretär Tr, Delbrück, Wirll. Geh, Rat v. Kroch er. Vorher lwtte der Staatssekretär Dr. Delbrück dem Kronprinzen #ui‘ Information einen kurzen Portrag üver die wirtschaftlich-politische Entwicklung Preußens nnd Deutschlands gehalten. In gleicher Meise wurden vom Kronprinzen vor einiger Zeit der Ilntcrslaatssekrelär Zimmer m a n n vom Auswärtigen Amt sowie der K r i c g s m i n i st c r empfangen, Zimmcrmann sprach über die Lage der auswärtigen Politik, während der Kriegs- minister den Kronprinzen über allgemeine militärische Fragen orientierte. In, preußischen Abgeordnetenhaus wurden am gestrigen Freitag vor der Beratung des Eisenbahn- anleihegcsctzes einige kleinere Voranschläge vorgenoinnicn, deren erster der des Finanzministeriums war. Beim Voranschlag des Abgeordnetenhauses, der hierauf in Angriff genommen wurde, lag ein Antrag des Abg, Dr, Dittrich (Zentr.) vor, der von den Nationalsibcralen, der Volkspartei und den Freikonservativcn mit unterstützt ist und die Regierung ersucht, während der Legislatttrpcriode den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses für die gesamte Monarchie eine Freisahrlartc auf deu preußisch-hessischen Staats- bahnen zu gewähren. Nach der Begrllnd»iig,durch den Antragsteller verlas der Untcrstaatssekrctär Dr, T r e w s eine Erklärung des Minister des Innern, in der aus der Befürchtung heraus, daß die Pr rsenzverhällnisse des Hauses leiden könnten, eine Neuregelung iin Sinne des Antrags abgelehnt wird. Diese Erklärung wurde im Hause mit lebhafter Unruhe und Oho-Ruscn aufgenommen. Es folgte eine lange und stellenweise sehr lebhafte Aussprache, Ter Abg, v, Bockclbcrg (Kons,) sprach im Namen eines Teiles seiner Fraktionsgcnofscn gegen den Antrag nnd bat mn dessen Ablehnung, Auch die Nationallibcralc» sind sich nicht einig, doch tvird, wie der Abg, Dr, Levy (Natl,) erklärte, der übergroße Teil seiner Freunde dein Antrag Dittrich zustimmen, Abg, Lippmann (Bolksp,) rügte scharf das Berhalten der Regierung, in deren Erklärung er eine Beleidigung des! Parlaments erblickt, Ter Antrag Dittrich wird schließtich gegen die Stimmen eines großen Teils der Konservativen angenommen und dann der Voranschlag vollends erledigt. Auch der Voranschlag des Herrenhauses wurde noch angenommen. Ehrungen des Statthalterpaarcs Wedel, Aus Straßburg wird berichtet: Bon weiteren Ehrungen für das scheidende Statthalterpaar ist zu erwähnen eine der Fürstin Wedel übersandte Adresse des Kindergartens Lündner, dessen Pr»- tcftorat die Fürstin auch weiterhin beibehalten wird, sowie eine dem Statthalter ^überreichte, von Leo Schnugg ausgeführie, Adresse des Verbandes Straßburger K ü n st l e r, in der „dem schci dcnden Statthalter Grasen v, Wedel, dem ersten, der der Kunst des Landes sein Interesse zuwandtc", der ehrerbietigste Dank der Straßburger ^Künstler ausgedrückt wird, — Am Freitag vormittag wurden im Statthalterpalais die Höheren Beamten des Ministeriums von dem Fürsten v, Wedel in Abschiedsauoienz empfangen. Der K l c i n w o h n u n g s b a n in Mannheim, Nach dcr^ „Neuen Badischen Landeszeitung" hat der Mannheimer Sladtrat beschlossen, den Kleinwohnungsban in der Stadt Mannheim dadurch zu fördern, daß er K'lcin- wohnungshäuser mit zweiten Hypotheken bis zu einer Ge- samtbclastung von 75 Prozent belehnt, Tkd Rheinische Hypothekenbank hat eine Million Mark sür diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Mit der städtischen Sparkasse Mann- heini schweben noch Verhandlungen wegen einer ähnlichen Bereitstellung von Mitteln, Zwei französische ausgemustcrte Torpedoboote gestohlen. Wie aus Toulon gemeldet wird, sind zwei als Ziellchcibcn benutzte ausgcmustertc Torpedoboote spurlos verschwunden. Das eine dieser Torpedoboote war kürzlich 20 Meter tief gesunken. In Toulon hat die Angelegenheit großes Aufsehen erregt, und man behauptet geradezu, daß die beiden Torpedoboote gestohlen worden seien. Im Marineministerium wird erklärt, daß diesbezüglich vom Touloner Seepräsektcn keinerlei Mitteilung Angegangen sei. Der deutsche Botschafter in Rom hat sich nach Bologna begeben, um dort mit dem aus Korfu zurücklchrenden Reichskanzler zusammenzulreifcii. Ai bciterberveynng. B a r c e l o ii a , 24, April, (Priv,-Tcl,) Zwischen streikenden Fuhrleuten und Arbeitswilligen kam es zu einem Zusammenstoß, Ein Ausständiger und ein Polizeibeamter wurden durch Schüsse schwer verletzt. Die Mitglieder des Strcikaiisschusses wurden' oer- hastct. Arir Stadt mnv LsnK» Gießen, 25, April 1914, ** Tages kalc n der sür Sonntag, den 26. April: 21 l lg. A iisstetlniig von Hunden alter Rassen: Licbigshöhe, 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends, W e l t v a n o r a in a: Asterweg. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung, U Ii i o n - T h c a I e r: Täglich Vorstellung. . tTicnstagS und «amstags neues Programm.) O b er he s s i l ch c r K » II st v e r c I n, Tie Gemälde-Ausstellung itt täglich von 11—1 Uhr. Mittwochs von 3 bis 5 Uhr, nnd an Sonntagen von 11—3 Uhr geöffnet. O v c r b e s l i s ch e s M n s e n in null ffio il'|t(it So m m. I nun eit. Geöffnet Sonntag vormittags II—1 Uhr imentgeltlich, Musen m kür Völkerkunde, Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich. Die Anlage in n s i k findet bei giilein Wetter am Sonntag vormittag IHN II Uhr statt. Sptelvtan: i. Alte Böget nnd schon da! Marsch von Gonter; 2. Ouvertüre zur Over .Der Wildschütz" von 2t. Lortzing; 3, Fantasie aus der Over .Faust" von Ehr, Gonnod; 4. Rosen nu3 dem Süden I Walzer von I. Strauß. ** Aus dem Eisenbahndienstc, Der Werkmeister-Assistent Christian Rumpf in Gießen wurde mit der Ernennung zum Etsenbahn-Betriebswerkmetster nach Dortmund versetzt, ** Auszeichnungen auf der Gewerbesus- 1t c du n g Gießen 191 4. Auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung tvird die Stadl Gießen deu Anregungen der Stadtverordneten S o m m e r nnd Eichenauc r folgend, künstlerisch w e r t v o I l c M c d a i l l e n Herstellen lassen, mit denen .Höchstleistnngen ausgezeichnet werden sollen, ** Uebungsreisc der Kavallerie-Inspektion, Am Sonntag morgen tvird die Gencraltnfhek- tion der Kavallerie Berlin in Gießen mikommcn, um von hier aus am Dienstag eine Inspektionsreise durch dasLahntal anzntretzen. Es werden hier 10 Generäle, 13 Stabsoffiziere, 8 Hauptleute. 1 Veterinärofsizier,, 8 Wachtmeister nnd Unterofslzterc, 7l Mann erwartet, 65 Pferde werden aus Hanau und Berlin mikoinmeii, Führer der Reise ist der General-Inspekteur der Kavallerie, sGoneral- leutnant v, d, Marwitz, **ZnrFclddic»stübungdcr116er, Eine Anzahl von Bürgern aus Grünt »gen schreibt uns: „Bei der Felddiensrübnng des 2, Bataillons des Fnsanteric-Regi- , mente- Nr, 116 aus Gießen ain Freitag spielte uns die Regi- mentskapelle unter der Leitung ihres Dirigenten, des Obcr- musitmeisters Löbcr, einige schöne Musikstücke am Obcrtor bei der Schule, Es hatten sich viele Leute angcsammclt, um da? schöne Konzert mit anzuhören. Es ist ein seltener Fall, daß uns Grüninger Ortsbürgcrn solche Musik zuteil wurde, und wir sprechen unseren Dank aus. Hoffentlich haben wir in Grüningen noch öfters Gelegenheit, solche schönen Musikstücke zu hören, ** Schwerverletzt wurden am Freitag die Arbeiter Klee aus Alsfeld und G r c b aus Leusel in die G t c ß e n c r Klinik gebracht. Bei den Erdarbetten am Bahnban brr Strecke A l s f e l d—N iedcr-Aula, die über die Schwalnr und den Wicscngrnnd bei Al ten bürg führt, war Klee von der Feldbahn zwischen die Wagen gestürzt. Beide Beine wurden von den 50 Zentner schweren beladenen Wagen ab gequetscht. Der Arbeiter Greb wurde ebenfalls über fahren und verlor ein Bein. "Selbstmord eines Liebespaares. In Bamberg wurden im Hain ein Liebespaar, der Zigarren - macher Weise ans Gießen nnd die geschiedene Margarete Goral, geb. Müller ans Hüttenbach, erhängt ans- gefnndcn. " Eine Tovvelhochzeit, Die Eheleute Wilh. W e r zi e r, Ochtllei straffe 18, feien, heute silberne Hochzeit, während ebenfalls heute ihre Tochter 'Minna Herrn Fritz Hart mann, Ederstr. 2t, angetrant wird. ** Legate für Studierende der R cch t s wi sis r n - s ch a s t. Wie das Großh, Ministerium der Finanzen bekannt gibt, sind aus der Landrichter Tr, Müller scheu Stiftung zu Tarmstadt vier Unterstützungslegate von jährlich 500 Ml, an bedürftige elternlose Studierende der Rechtswissenschaft aus den Provinzen Starkenburg oder Ober- Hessen zu oergkbcn, Beiverbungen um diese Legate sind binnen vier Wochen bei dem Großh, Ministerium der Finanzen in Tarmstadt einzurcichcn, ** Hessische Lan dcskonferenz des Vereins der Freundinnen junger Mädchen, Wie schon berichtet wurde, findet ain 28, Avril (Dienstag) im Kurhaus zu Bad- Nauheim die hessische Landeskonferenz des Vereins der Freundinnen junger Mädchen unter dem Vorsitz'der Fürstin Maria zu Erbach-Schönberg statt. Zu den Nachmittagsvorträ- gen, die öfsentlich sind, hat die Großhcrzvgin ihr Erscheinen in AussickN gestellt, r * Hessischer Landesverband Jungdcutsch- l a n d. Ein Jugendtag des hessischen Landesverbandes Jung, deutsihland findet morgen Sonntag in der Turnhalle statt, Ter l, Vorsitzende des Jungdeutschland-Bundes für Hessen, Freiherr v, Hehl, hält einen Vortrag über Zweck und Ziel des Bundes. "*Dcr EvangelischeJünglingsbundim Groß- Herzogtum Hessen (Hessenbund) wird sein diesjähriges Jah- resscst am 14, Juni in Fricdbcrg feiern, Zn Festrednern sind bis jetzt gewonnen: Universitätsproscssor l), Schi an-Gießen, Geh, Obcrkonsistorialrat v, P e t e r scn-Tarmstadt, Direktor v, S ch o c l l - Friedberg, Professor L am Pas -Friedberg. ** Das Rote Kreuz feiert in diesem Jahre sein 50jähriges Bestehen und ani 10. Mai d, I, soll deshalb ini ganzen Reich eine Sammlung zugunsten dieses auch im Frieden tvcrktätigen Verbandes eingeleitct werden, um ihm die nötigen Mistel zur Förderung seiner hochbedentsamen , Zwecke zuzuführcn. Es ist deshalb vorgesehen, in der Zeic,- vom 10. Mai bis zum Ende dcS Jahres überall Veranstaltungen in die Wege zu leiten, deren Erträgnis dem Roten Kreuz zugute kommen soll, Uni darüber zu beraten, was in Gießen geschehen soll, hatte der Oberbürgermeister gestern abend die Spitzen der Behörden, die Vorsitzenden der 6!icßener Vereine, sowie eine Anzahl im öffentlichen Leben stehender Herren und Damen zu einer Besprechung inr Sttzungssaale des Stadthauses cingeladen, in der da? Programm der Veranstaltungen erörtert wurde. Die Versammlung einigte sich darüber, daß am 10. Mai Festgottes-, dienste der verfchiedenen Bekenntnisse und abends eine ösfentliche Feier abgchallen werden soll. Die beiden Turnvereine, die Gesangvereine, Radsahrervcreine usw, haben dazu ihre Mitwirkung bereitwillig zu gesagt. Späterhin soll' dann ein Gartenfest mit Tanz und allenfalls eine akademische Feier im Stadttheatcr abgehälien werden, bei der auf vielfachen Wunsch der Rektor Prof, Dr, Eck in einer kurzen Rede der Bedeutung des Roten Kreuzes gedenken wird. Zum Schluß der Sitzung ivurdc ein Ortsausschuß gebildet, der außer den Spitzen der Behörden die Vorsitzenden der in Frage kommenden Vereine umfaßt, und weiterhin wurde ein Arbeitsausschuß-bestimmt, der mit der Ausarbeitung der Fcstordnungen betraut wurde, ** N a t n r s e l! en hc i t. Am zweitletzten Baume der Pap- pelallce bei der G a n s e n b u r g tritt eine eigenartige Erschcr- nimg.zutage. Ans der Krone dieses Baumes wächst ein kleines Fichtenbäumchen, Tie ncucn grünen Triebe deuten daraus hin, dal: cs auch in diesem Jahre seinen Platz als Schmarotzer in luiiige7 Höbe behaupten will. Da die Paopcln bekanntlich viel Säst und Feuchtigkeit in sich bergen, wird das Bäumchen vorläusig noch genügend Nahrung da oben finden, Landkreis ttsieße». (i) L a n g s d o r i, 21. April, In der Nacht auf Freitag wurde bei dem .auf der Strecke Langsdorf—Hungen wohnenden Bahnwärter Metzger ein Einbruch versucht. Kurz nach 10 Uhr abends vernahm der ablösende Bahnwärter Sehrt von Hungen verdächtige Geräusche und Gtasscherbenklirren, Er weckte darauf seinen Kollegen Metzger, um »ach der Ursache zu sehen. Als die Beiden aus' der Hanstüre traten, wurde» drei Schüsse auf sie abgegeben, 'Nun gab auch Metzger einen Schuß ab, ivoraus sich offenbar der oder die Täter entfernten. Als die Bahnwärter gcmcin- schastlich die Umgebung der Häuser abfuchten, inachten sie die Wahrnehmung, daß die Täter die Latcrnenschciben ern- geschlagen »nd die Laternen ansgeblasen halten, Tie sofort benackrichtigte Gendarmerie ans Hungen stellte alsbald Ermittelungen an: es ist jedoch bis jetzt nicht gelungen, die Einbrecher zu ermitteln, £ Allertshausen, 22. April. Die Erbauung der Wasserleitung ist vom Gemeindcrat beschlossen worden. Sic ivird von der KrciSbauinsvettion Gießen anSgeführt. Kreis Büdingen. 8 B1 c i cki c » b a cki, 24, April, Am verflossenen Sonntage verabichiedcie sich der bisherige Dirigent des Gesangvereins, Lehrer I, H e i st- -Düdelsheim, welcher an die Bolksschnlc nach Kastel versetzt worden ist. Als neuen Leiter hat der Gesangverein den Cchulvcrwaltcr Karl Schnierlc aus Gedern gewonnen, S Ortenberg, 24 April, Hier wurde infolge oer steift eil de II Schiller za hl die 3. SchnlsteUe errichtet. Als Un- tcrrichtslokal Zoird ein früherer Schnlsaal benutzt, Ii. Bad S a l z ti a ii l e II, 24. tzlpril. Die Eröffiiiiiig der die-, jährigen Vadc-Eailon eifost» am I, Mai, Badchans »nd Iiibalatoriniii sind Emmi wieder täglich von 8—12 Uhr vormittags, soivie von 2-6 Uhr nachmittags regelmäßig geöffnet. Während d« Saison Und lür de» 21.3üai, 7. Juni. 21. Juni, !>. und 19. Juli, 9. und 23. 'Anglist und I. Scvlember größere Konzerte vorgcs.hrii. ^ür das hier errichtet« X a u I m a n n s e r h o l u » g S () c i in liefen niitft für dieses Jahr bereits zahlreiche Meldungen vor. Kreis Schotte», s? lilsa, 24. 'April. Tic hiesige Kirche, ein einfacher nher sehr alter Bau, soll jetzt endlich einer zeit und sachgemäße.» WiederherstcNnng unterzogen werden. Außer den nndc- dingt notwendig gewordenen Wicrerhcrslcllungsarbeiten ,md cr- soiixrlichcn baulichen Veränderungen Imndclt es iich vor allem auch um die Beseitigung von Stilioidrigkeitcn, die ans Unkennt- uis bei späteren „Verbesserungen" mit unterlaufen sind. So ist neben den zierlichen Rundbogensenstern ein sehr unschön wir sendes rechteckiges grosses Fenster angebracht ivordcn. nach der Orgel und der Emvorbühnc sührt von außen ein recht plumper 'Ausgang, der den ganzen Ban verunziert. Er steht derlralb zu erwarten, das> bei der jetzt vorgesehenen Wiederherstellung das Gotteshaus wieder in seiner ursprünglichen reinen Bauart ersteht und außerdem auch seine nächste Umgebung eltvas mit' gestalten wird. Tas dürste um so eher möglich sein, als ein beträchtliches eigenes Kirchenvermögcn vorhanden ist. Kreis Fricvberg. © Friedberg, 24. April. Gestern wurde die neue S e m i n a r s ch u l e, die zweite in Hessen, eröffnet. Zahlreiche Gäste waren in der Turnhalle des Lehrerseminars an- tvcsend, n a. Kreisrat Freiherr Schenck zu Schwcinsbcrg und Schulrat Süß als Vertreter des Kreisamls, Bürgermeister Stahl als Vertreter der Stadt. Scminardirektor Tr. Karg eräfsnete die Schule mit einer Ansprache, in der er vor allem auch des verstorbenen Scmiuardirettors Tr. Schäfer gedachte, der sich mit großem Interesse an den Vorarbeiten zur Errichtung der Schule beteiligt hat. Tirek- tor Karg wünschte, daß die Seminarschule eine Musterschule iverden möge. Tie neu« Seminarschule ist eine vierklasfige Volksschule; als Lehrkräfte sind die Lehrer Koch, Braun, Heberer und .Kirsch beritscn worden. Bisher hielten die Senrinaristen und Kandidaten des Predigerscminars ihre Ilnterrichtsiibungen in der städtischen Musterschule ab. — Ter Unterricht am Lehrerseminar beginnt am 28. April. * Bad-Nauheim, 24. April. Die Untersuchung tvcgen der in voriger Woche v c r g i f t c t e n H u u d e hat ergeben, das; die Giftbrockcn am Abend auf der Mitte der Parkstraßc von den Hunden ausgcnomnien wurden. Tic Tat ist uin so ruchloser, wenn man bedenkt, daß an dieser Stelle eine Anzahl Bänke stehen, welche von Kurgästen, vielfach Frauen mit Kindern bei Tage besetzt find. Leicht hätte ein Kind beim Spielen einen Giftbrockcn aufnchmen und in den Mund stecken können. I Bad-Nauheim, 21. Avril. Seit gestern ist unser Bad m» einen sehr schönen S ch m u ck bereichert worden. Im Svrndet- boi ist ein i» ituvierbronze anSgeiührter Löwe im Gewicht von 10V, Zentner gulqesteilt. Der Entwnri de« KuiistwrrkeS stammt von Brol. I o b st - Darmsladte-»- 2> Teilnehmer vom 31. Kongreß siir innere Medizin traten — von Wiesbaden kommend — aeuc » nach,niltag hier ei» und besichtigten nnler Führung deS ipe i rn Geheimerats Tr. EIer und RcgicriinaSbanmeisier Berg unser Bad. Abends waren die Hcrrlchaste» Gäste der Großh. Bade- und Kurverwaltung. © Butzbach, 24, April. In die Volksschule !vur' den zu AKginn des Tchnljalws llO Schüler ausgenommen, die in zwci Parallelklassen geteilt wurden. Tie Gesamtschülcrzah! ist von 486 aus 587 Kinder gcsüegen, denen 12 Lehrkräste Unterricht erteilen. Ae 12, Lehrstelle wurde zu Beginn des Schuljahrs errichtet. Hoch-Weisel, 24. April. Das Projekt der elektrischen Bahn Bad-Naiiheim —Butzbach erfreut sich bei der Landbevölkerung hiesiger Gegend nicht geringer Sstmpathicn. Aus den an der Bahn interessierten Gemeiuden der Philippseckc waren kürzlich etwa 800 Personen in Okber-Mörlcn versammelt, die in einer Entschließung einstimmig für das Projekt Stellung nahmen. Für die wirtjchastliche Entwicklung der an landwirtschaftlichen Erzeugnissen reichen Gegend wäre die Bahn von großer Bedeutung. Starkcnburg und Nhcinhesscn. rm. D a r m st a d t, 23. April. Durch die Ermittelungen der Staatsanwaltschaft hat sich ergeben, daß der im Zuchthaus Diez inhaftierte Felix Renner aus Breslau, der, ivie mitgeteilt, in der vqrigcn Woche ein Geständnis ablegte, daß er den Kaufmann Brcchncr ermordet und beraubt habe, das Geständnis erlogen hak, um bei seiner Vorführung bei Gericht Gelegenheit zur Flucht zu bekommen, m Offenbach a.M., 25, April. An, dritten Osterfeiertag wurde bekanntlich in dem Hausflur des Hauses Louisenstraße 82 die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden. Ms Kindesmutter wurde jetzt die in der Tomstraße 24 verheiratete Fabrikarbeitersehefrau Dietrich Schütz! er ermittelt und fcstgenommcn. Tie Frau, deren Manu zurzeit in Kassel seiner Militärpflicht genügt, bat das Kind ohne fremde Hilfe geboren und behauptet, daß es unter der Bettdecke erstickt sei, weshalb sie cs fortgctragen und unter dem Torbogen gelegt habe. Hessen-Nassau. = Frankcnbach, 23. April. Bei der Bürgerin e i st e r w a h l wlirde der langjährige Bärgerineister Johannes Schneider wieder ani iveiterc 8 Fahre gewählt. w. Kirchhain, 24. Avril. In her gestrigen Sitzung des Festausschußes wurde die Feilhaue für dos Ganturnsest den, Restaurateur S v n ck - G i e ß c » überlragrn. Herr Spuck zahlt Inr doS Vettoliler Bier 16,75 Mart an Sen Verein. — Bei der -AnSichiißsihung der K v t i 5 t v q n t e » f n (j e wurde der Friseur Will,, tzioll z»n> I. Borsitzenden gewählt. Die Einnahme und tzinSgabe wurde inr das lauiende Jahr ani 53 000 Mt. iest- gestellt. Es wurde beschlossen, in Neustadt und N aus ch ende rg Zwcigsleile» zu errichten, die jedoch von hier ans versehen iverden. — cht. Ebersgöns, 20. 'JtpiU Am gestrigen Sonntag i iclt hier der Vorsitzende der Vutzbachcr Müttäivcreine Hans Krämer einen Vortrag öder die Fremdenlegion Ter Vortragende schilderte ans Grund zahlreicher ihm zur Verfügung stehender Briese eines Legionärs die Entbehrungen, denen viele junge Tcutschc während der süns Jahre, sür die sie sich verpflichten müssen, ausgesctzt sind. ch II sing nt, 24. April. Tw Bezirksverband Wiesbaden hat beschlossen, hier eine Landescr-ichnngsaustalt iür kalhoiiichc schulentlassene männliche Fürjorgezöglingc ZI, errichten. Da mit einzelnen Grundbesitzern eine Einigung nicht erzielt werben sonnte, ist dem Bezirksverbande jetzt das Recht verlieben worden, die Grundstücke im Wege der Enteignung zu erwerben. X Hanau, 24. 'April. Wie schon kurz berichtet, hat die kürzlich im 76. Lebensjahre verstorbene Renincrin Frl. Marie L i » de n b a » e r ihr beträchtliches Vermögen zum Teil Verwandten, sodann aber auch den Städten Hanau und Geln- hanscn sür ivohltätigc Slistungen vermacht. Ae Höhe des hintcrlasjenen Vermögens wird am über l>- Millionen Mark grschätzt. Tie Slad! Hanau hat drei Stiftungen erhalten. ’/ 8 o des Vermögens sind zur bclicbigrn Verteilung an bestehende Armen- anstaltcn bestimmt, »,'*» für eine Unter st ützungskassc siir arbeiisunsähige weibliche Personen auS bcstcren Ständen, der ,Hi»terlaücnichast soll zur Errichtung einer Pilcgeanstalt für kranke Kinder dienen, Tic Stadt Hanau erhält auch das Wohnhaus der Verstorbenen, in deni ein Tame h.un errichtet werden soll. Ae Stadt Gelnhausen als Geburtsort der Mutter dicr Verstorbenen erhält V,» des Vcimögcns für Arme, weiter 18 000 Mark zur Unterstützung in Gelnhausen wohuhastcr, lnlis bcdüriiigcr Personen ohne Rücksicht aus die Religion außerhalb der Armenpflege. Ter evangctiichcii Jnhamieürch- i" Hinan ist eilte Stiftung litt Höhne von Vso des Nachlasses für die Armen zuge- sallrn. Ter Kgl. Zcichenakademic in Hanau sin» einige werwouc Gemälde zugcjallcn. Tic Höhe der der Stadt .Hanau zugeialtc- ncn Stiftungen ist aus eine Vicrtclmillion Mark »n schätzen. X. Hanau, 24, April, Tie Stadtverordneten haben der Aufnahme einer Anleihe von 1 Million Dt a r k zu 4 Proz. und zuin Kurse von 94,25 bei der Versicherungs-Aktiengesellschaft „Wilhelm»" in Magdeburg zugestimmt. Gericd^kaall. ZV Luxemburg, 24. April. Heute vormittag 11 Uhr nmrde das Urteil in der Beleidigungsklage, die eine Anzahl linksgerichteter Luxemburger Abgeordneter gegen BischosKvvvcS von Luxemburg wegen dessen Rede ans dem vorjährigen Metzer Katholikentag angestrengt hatten, gefällt. Tic 21 Abgeordneten, die sich durch die Rede beleidigt gefühlt hatten, hatten sich der Osnzialklage als Nrbenlläger angeichloiicn und je 5000 Francs Geldbuße verlangt. Das Urteil lautete ani 200 Francs Geldbuße und je 20 0 Francs Schade ne rsatz iür jeden der 21 Nebenkläger, sowie ans Veräisentlichung des Urteils in drei inländischen und drei ausländischen Zeitungen. In der Begründung heißt es, daß alle Momente der Beleidigung gegeben gewesen seien, wie sie auch das deutsche Strafgesetzbuch in Artikel 186 vorsehe, Bischof Koppes Hai sofort gegen das Urteil B e r u s u n g eingelegt. vermischter. * O l h m p i s ch c Spiele Berlin 1016, 600 000 Fr. für d i e französischen Mannschaften. Paris, 24. April, Einer Blättcrmcldung zufolge hat der hier lebende griechische Millionär Basilzacharow dcui französischen Sportausschuß die Summe von 500 000 Franken zur Verfügung gestellt, damit Frankreich auf bsii im Jahre 1016 in Berlin stattfindenden OlhmPischenSpiclcn würdig vertreten sei und den französischen Athleten die Möglichkeit geboten werde, sich für diesen Sportwetkstrcit genügend vor- bcreitcn zu können, * Ter Typhus Bet den klrcfelder Husaren, Ans Krefeld, 24, April, meldet ein Priv.-Telegr.: Amtlich wird gemeldet 1 Bet dem Inesigen Husaren-Regiment sind seit dem 21. 'April keine Thphuscrkrankungcn iicher mehr scsl- gcstcllt ivordcn. Im Lazarett liegen gegenwärtig neun Tvpbus- krankc, bei zwei stellt die Diagnose noch nicht fest. Tic An- stccknngsauelle, welche mit Sicherheit jetzt scstgestellt ivutde, ist unschädlich gemacht worden, so daß angenommen werde» kann, daß cs zu einer Evidcmtc nicht kommt. Bei der Untersuchung wurde die vorzügliche hygienische Einrichtung der Käscrncmcnts besonders hcrvorgchoben. * Eine Licbcstragödic. Ans Saarbrücken, 24, April, meldet ein Privat-Telegramm: Heute früh gegen 8 Uhr wurde die in der Wilhelm-Hcinrichstraßc 8 wohnende 27 Jahre alte Kellnerin Elise Maul vor ihrer Wohnung von ihrem Lieb Haber Heinrich Schmidt, angeblich Inspektor der Wach- und Schließgescllschast in Metz, durch cmen Dolchstich in die Herzgegend schwer verletzt Nachdem ihr die erste Hilfe zuteil geworden ivar, wurde sie nackt dem Krankenhausc gebrackN. Der Täter wurde von einem Kriminalschutzmann oerioigt und sprang, als er sah, daß ihm ein Entrinnen unmöglich sei, in die S a a r, wo er e r t r a n k. ‘ R a >l bin o r d vc r s« ch, AuS Ncuuktrchen lSaarh 24, April, meldet ein Prioal-Telegramm: Anscheinend ein Raub- in o r d v e r s u ch wurde gestern nachmittag gegen 3 Uhr aut hem Wege von Landsweiler dierhcr an der aus Landsweilcr gebürtigen Näherin Margaret? Cbicl verübt, Tic Chicl nmrde mit dem Geüchte ani der Erde liegend, bewußtlos tausgcstinden. Sie hatte ani Bordcrhalsc eine Schnittwunde. Das Gesicht war blnt- »nterlausen. Es wurde ihr ein Betrag von 4,50 Mark geraubt. Von dem Täter bat man leine Spur * 100000 Mark unterschlagen Ans Köln wird grmeldcti Ter Gcschäjtssükrer Banner von der Vaselinesabrik Herbesthal wurde vcrdaitct. als er im Krastwagen die Grenze überschreiten wollte. Er soll über 100 000 Mark unterschlagrn haben. * I in Sic ii ft erschossen. Aus Jockgrim (Pfalz, 24. April, meldet ein Priv. Tel,: Heute vormittag gegen 10 Uhr wurde der lcdigr Gendarm Kä Kling ans der Station Rheinzabern, als er den ßeckbrieslich verfolgten Einbrecher Paul, der liier vrrichiedene Einbrüche verübt hatte, vcrhaslcn wollte, vondieseiu mit einem Revolver erschossen. Ter Gendarm hatte noch die Ärail, dem Einbrecher einen Hieb in das Gesicht zu versetzen. Ter Mörder floh in de» nahen Wald. Gendarmerie, Polizei sowie die Feuerwehr veranstalteten eine Razzia nach ihm. * Drei Perle,,schnüre, 'Aus Petersburg wird gemeldet ,i Vor einiger Zeit verschwanden in dem hiesigen Hauptpostamt aus einem an einen Goldschmied adressierten Einschreibe- bricf drei Perlenschnüre im Werte von 60000 Mark. Diese Schnüre sind nunmehr in einem aus dem Hauoivostamtc ausge- stclttcn Brieikastcn wieder auigcsundcn worden. Man vermutet, daß-, ein Postbeamter die Perlen gestohlen hatte, sich aber ihrer wieder entledigte, nachdem er sich davon iibcrzeugt hatte, daß deren Verlaus ans Schwierigkeiten stoßen würde. Kleine Tagerchronik. Tic Pariser Polizei hat den Geschäftsführer tzkicolas Georg Ziwelschi aus Triest verhaftet, der beschuldigt wird,' Unterschlagungen von über einer Million Francs bei der Filiale einer großen Bank in Smyrna verübt zu haben. , In der Umgegend von Tokio haben sich 500 Erkrmi» kungcn an B e n l e n p e st ereignet. Dektcranssichicn in Hessen am Sonnlag, den 26. Slvril 1911: Wechielnd bewölkt, lväler anthciieriid, meist trocken, keine weseni- licki« Temperaturveränderungen, nördliche Winde Letzte Nnctzeichten. Vom Deutschen Landwirtschaftsrat. Berlin, 25. Avril. Ter Deutsche Landwirtschastrat hat einen handelspolitischen Ausschuß mit drei llnteraus- i ch ü sskn gebildet. Diese treten im Mai zusammen, zwei in Ber litt und einer in Wiesbaden. Zu den Sitzungen sind auch die Verbände des Obst-, Wein- und Gemüsebaues geladen, die zun, Teil bereits Stellung zur Neuregelung der Handelsverträge genommen haben. Die Arbeiten der 'Ausschüsse sollen so beschleunigt iverden, daß der ständige 'Ausschütz des Deutschen Landwirtschaslsrates in seiner Sommcrsitzung Ende Juni in Koblenz über die Anträge verhandeln kann. Eine Rcichstagscrsatzwahl. Braunsbcrg, 25. April. (Vorläufiges anitliches Wahlergebnis.) Bei der heutigen Rcichstagsersatzwahl im Wahlkreise Königsberg 6 (Braunsbcrg-Heilsberg) wurden 11890 gültige Stimmen abgegeben. Hiervon erhielten Gouverneur a. D. Freiherrvon Rechender g, Berlin- Schünebcrg (Zentrum) 10 835 Stimmen, Erzpricster Hinz mann, Worinditt (Zentrum) 802 Stimmen und Redakteur M a r ch i a n i n i, Königsberg (Soz.) 227 Stimmen. Zei splittert waren 26 Stimmen. Freiherr von Rechcnberg ist somit gewählt. Die Erwerbung der neuen Pinakothek durch den bayerischen Staat. München, 25. ?lvril. Ter Finanzausschuß der Ab - g c o r dn e t e n k a m in e r hat die Regierungsvorlage bete, die Erwerbung £> r neu n Pinakothek ei n st im m ig a n g e n o m m c n. Kultusminiltcr von Knilling teilte mit, daß die Anglicde- rung der tierärztlichen Hochschule an die Universität München als eigene veterinär-medizinische Fakultät vom l. Oktober 1011 ab in tzlussicht genommen ist. uoä eia bleoäevä Seböaer leioi. — Alles dies erzeugt die echte S teckeiYpfejnd-Seife (die beste Liliemnilchseiie), von Bergmann & Co„ Radebeul, ä Stück 50 Pfg. Ferner macht der Cream „Dada“ (Lilienmilch- Cream) rote and spröde Haut weiß und sammetweich. Tube 50 Pfg. Saxiehner’s Bitterqueffe HUNYADIJÄNOS Gegen Verstopfung, gestörte Verdauung, Fettleibig- . e / mzLowuL J**- keit, Blutandrang, etc. Gewöhnt. Dosts : l Wasserglas oo/f. erruMs QA-t u v Brnchhellnng Ohne Operation / Ohne Berufsstörung ohne Hchnicrzlinfte Einspritzung Behandlung nur durch praktische Aerz te Chefarzt Dr. med. Coleman 5261ss Sprechstunde in Giessen, WetzlarerWes 17, jed. 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A Hi stch n n«t Dr«. bertalbahn vormittags 7 8i ll6x% dann von Bieber au-5 au Stroh und Obermuhle vorbei durch den soft. Di l «S ch e rg Grund über iZrantendach. Eiserne -vaud, N»be>ch>»b>U u. Svdhaasen nach Vladeubach. Dort gemütliche- Vech>»«ensein im VereuiSlsLal de») KriegcrveremS WladeNdach. »Zrübsrüiik initnehmeu. Teilnehmer wollen sich melden bi» ^u, 1. 3)fni bei Lamerad Al bin Klein, « ,^ad en> Der Vorttaud. Akad 8 m. Gssangverein lioatag, 27. April, abends 8 Uhr, in der neuen Aula . >.-v Gesamtprobs zu Jephta In Anbetracht, dass die Aufführung bereits am 19. Mai statt.findet, wird um allseitiges pünktliches Erscheinen dringend gebeten. Neu anweld ungen nimmt Herr Univ.-Musik- direkter Prof. Trarutmann täglich (ausser Mittwochs), mittags von 1 bis 2 1 /. Uhr, in seiner Wohnung, Moltkestrasse 6, und in den Probeabenden entgegen. DER VORSTAND Dir 6ifSjn6ri*c Serif «nheiittuM* mit önrnuffolncubcv Generalversammlung des [5289 D Verschöimiings-Verein findet au, Dienstag, den 28. ds. Mts., abends 8 Ubr, im ($m+ bei stau. Es ladel ergebenstem Der Vorstand. kezsaisterri« flsmoaie. M> iwsar. 18«., Ssaatag, den 2«. April Familäenahend. i« k«th»lnchen Sevetuibnii» Mitglieder, bestehend in ®ebwgm»rtriigen, Konzert, Theater. Freunde und Gönner de« Vereins herzlich «en. D«r B»rft«»d. BiklleijßAeröertill 8 ietzkrl n. UAsleg. Versammlung Kraft, öjuücu, Jrantsurter Strohe 81. 5275 TaseHordnuug: 1. AuSsvrache über reunde u.essnuer unserer Bestrebungen werden zu dieser Versammlung sreundlichst eingeladen Greben, den 24. April 1dl4. Der Direktor de» Kreis-ZiegenLvchtvereinS Gieöen _T a m m, LandrvirtfchastSlebrer. 5286D rlchtu»«! AchN^H Sonntag, den 26. April «uf hem J»?pl«tz «!, der Lahn meiner 8»"?, »eMe mit »er nte&erniteii ,md iciniten 3(uBen u ,'innen JliiMteminn versetzen tft. De«e»>>! flutet “-.innen (tzr»ges PreiSschictze» ftull, wobei bie teneejten nnt beiten Srctie mrSflcfdjoffen werden. ,!n s«blrei*eni Sein* Intel erneüenit ein. ___l*or Bi-Hllifr. lade ich alle Freunde und Freundinnen der Jugend hierdurch geziemend ein. Es sprechen 1. Der erste Vorsitzende unseres hessischen Landesverbandes Generalmajor Freiherr von Heyl über Zweck und Ziele des Jung-Deutscliland-ltiiiides. 2. Herr Generalleutnant z. Itz Bernhard über ]>ie praktische Tätigkeit in der •JungDeiitscliIand Arbeit. Eintritt frei. Um recht zahlreichen Besuch bittet Ber Bezirk ^Vertrauensmann fiir Giesscn-Stadt: ■290D C. Kaufmann, Rechtsanwalt. Verein Hnndesport für Giessen n. Uing. E.V. 6. grosse allgem. Ausstellung :: von Hunden aller Rassen :: am Sonntag, den 26. April 1914, auf der Liebigshöhe verbunden mit Spezial-Ausstellungen vom Pinseher-Clnh, Sitz Köln; vom Boxer-Clnb, Sitz München; Landesgrnppe Sndwestdentsclilanil und vom Deutschen Doggen-Clnb, Abteilung Hessen-Nassau und Hessen. Eröffnung: 8 Uhr vormittags. Schluss: 6 Uhr abends Eintritt 50 Pfennig. «sod UNIONTHEATER 81 Seltersweg 8! Säern Samstag, den 25. Sonntag, 26. Montag, 27. April Sensations-Programm. Padua. Wunderbare Natur-Szenerien. Der vierbeinige Einbrecher. H#cbkw,,d ^“” ( ; hne Ende Die verhängnisvolle Aehnlichkeit. Entzückende Komüdie Wochenübersicht des Union-Theaters/mÖS/, sbon 1 us« Eine heimliche Ehe In der Hauptrolle Paula Somary vom Deutschen Schauspielhaus. Wunderbares Drama in 3 Aktes. Dieser Film ist der Beste, welcher bisher in Deutschland erschienen ist Diese Tatsache ist auch vielfach vom Auslande bestätigt worden. Erstklassige E&nstler spielen hier die Hauptrollen. Bumke erringt sich eine Braut. numorisli<,h zumLTci,cn! Sensation! Der Binnen Geheimnis £2 Dramatisches Lebensbild in 2 Tellen. Die Hauptrollen werden von den AZ besten italienischen Künstlern gespielt. Mir. großer Spannung folgt man Dieses Drama hat mit liecht überall grossen Die Direktion. jeder fesselnden Szene. Beifall erzielt. Lonntag, den 26. Avril 03440 Tanz-Musik im Freien bei ungünst. Witt, tm Sanl. W. Schermulv, »Zum Pjau" U? Sonntag, 26. April. Gute Musik. 034751 Schlüter. ,? hv Hans und Grctel rufen: „O wie fein Putzt Diamaittine unsere Siiefelein." Fabriknnt: Rud. Starcke in Melle. «K» «Kz> «Dr» «K» Epochemachende Neuheit! auf dem Gebiete der Blumenpflsge I». It. G. Jl. ims eispiiarmiortem Kunststein ;ils Balkon-, Fenster- und Efeukasten und Pfeiler-Aufsatz kßi Vorteile: »•VuffallendesGedeihen der Pflanzen. Kein Anstrich. Kein Verschleiss. Kein Beschmutzen d. Fassaden durch Tropfwasser .'. Vorteile: Nur einmalige Anschaffung. daher billiger als Holz-, Zink- oder Ton- Kasten T ausende iin Gebrauch. Bestens bewährt. Ausführung in jeder Größe u. jedem Farbenton. Muster zu Diensten Alleinverkauf für Gießen: Rud. Weber, Gärtnerei Henselstrasse I Tel. 1057 Am Schiffenberger WeB Lonntaa, d. 26. Avril 1814 nachmittags 3 Uhr: änrudern ipoAti wir unsere Mitglieder sowie breuttde des Nnder- soorlö srettndlichst einladeu. 5277 Der Vorstand. Hotel Schütz Sonntag abcsid von 6 Uhr ab SoupersäM.1.60 Ochsenseh wanz-Suppe Zander mit Butter lind Kartoffeln oder Frischer Stangenspargel mit Schinken Kapaun Salat Kompott Fis 5260 L. KI i n g ler. yLicht-Spielhaus Q Itnhnliofsitrassc 34 Programm Mittwoch — Freitag Der spannenilslg Film dieser Saison ist 5311a Die Stimme aus dem Grabe Ein Wunderwerk eines Filmschauspiels in 4 Akten. Personen: Herzog von Ventura Herr Ettore Berti Herzogin von Ventura» Herr Vetti Herr Alfredo Campion Fürst von Minas Herr Achillo Vitti Herzogin v. Ventura PäOlä IVIOfltl Der ganze Film ist prachtvoll koloriert. Die Presse schreibt über diesen Film: Branuschweiger Landeszeitnng: Mit dem Vierakter „Die Stimme ans dem Grabe* 7 bringt Pathe wieder einen jener prächtigen Films, die neben einer genial-aufgebauten, dramatischen Handlung auch wunderbare Bilder aus Gottes weiter, schöner Natur — in diesem Fall herrliche Bilder aus Italien und einige nette, exotische Jagdenbilder — bringen. Breslaner General-Anzel*ar: Wieder sieht man auf der Leinwand sprechende Gestalten, Palais und Räume von seltener Pracht, herrliche Landschaften und ergreifendes Spiel, alles Attribute eines guten Films, die ihn zu e’«em Schlager stempeln. Ausserdem ein interessantes Programm und gute Musik! I>amen können [03430 iRMtaiMpnwUtt gründlich erlernen. Ein Lehrmädchen kann noch eintreten Edcrstrassc 2 p., Ecke Xord-Anlage. - Preis-Aöscfilag- auf Wanderer* u. Gritzner- Fahrräder Fr- ICrogsin£ 9 ira 0 i If.a!m!»ofstrasse 30 Thermal-Bade-Oefen mit Gasheizung nndvorzüglich konstruier cm Mischhahu. Anerkannt erstesFabriUatl